Wupper - Kunstwanderungen

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Wupper - Kunstwanderungen

Lev A01

An der Wupper

Opladen – Küppersteg – Rheindorf

Streckenwanderung

1 Stunde und 44 Minuten reine Wanderzeit

Bus 253

Rheindorf, Pützdelle Mo-Fr 7.17 + stündl.Sa 7.22 + stündl.So 11.22 + stündl. bis 20.22

Opladen, Bonner Str. Mo-Fr 7.28 + stündl.Sa 8.33 + stündl.So 12.33 + stündl. bis 20.33

Wir steigen aus dem Bus, gehen nach „Köln“ Richtung haltend weiter, biegen

sofort links ab und halten uns links in die Kastanienallee von

Opladen.

Opladen ist 1168 erstmals als Upladhin belegt. 1264 ist ein Jacob von Ophoven in Opladen

Truchsess des Grafen Adolf von Berg. 1380 ist der Ort Sitz des Ritter-, Hoch- und

Hauptgerichts. 1628, im 30jährigen Krieg wird die Wupperbrücke, Hauptverbindungsglied

zwischen Köln und Düsseldorf zerstört und 1636 wieder aufgebaut. 1795 liefern

sich französische und deutsche Truppen erbitterte Kämpfe an dieser Brücke. 1816 wird

der Landkreis Opladen gegründet. 1858 erhält der Ort Stadtrecht und wird 1914 Sitz der

Kreisverwaltung des Rhein-Wupper-Kreises. 1975 wird die Stadt mit der Stadt Leverkusen

Großstadt Leverkusen vereinigt

*

*** Kastanienallee. Die Allee ist 800 Metern lang.

Die Kastanie

Die Weiße Rosskastanie oder auch Gemeine Rosskastanie oder

auch Aesculus hippocastanum, kurzstämmig unter hoch gewölbter

Krone, ist ein bis zu 25 m hoher Baum mit weißen, rot

und gelb gefleckten, in aufrechten Rispen stehenden Blüten,

fünfzählig gefingerten Blättern und gestachelten Kapselfrüchten.

Sie ist als rasch wachsender Allee- und Parkbaum beliebt.

Extrakte aus den Blüten werden in der Medizin verwendet. Der

braun glänzende Samen mit großem hellen Nabel ist im Herbst

ein beliebtes Bastelzubehör.

*

3 Minuten später wandern wir beim Papierkorb zwischen den zwei Bänken

links auf den Pfad in Gegenrichtung und folgen der Rhombe.

6 Minuten später wandern wir in den Pollern rechts, auf dem Querweg abermals

rechts und nun immer nächst dem

*** Mühlengraben. Er wird 1839 von Freiherr Franz Egon von

Fürstenberg-Stammheim auf Schloss Reuschenberg errichtet.

Der Graben versorgt die Weiher rings ums Schloss, treibt aber

auch die Mühlräder an. Die Reuschenberger Mühle bezieht ihr

Wasser ursprünglich von der Wupper. Gestaut wird das Wasser

auf Höhe des Wiedereintritts des Mühlbachs in den Fluss. Erst

ab 1839 speist sie der Mühlengraben. Durch den Stau des Oberspiegelwassers

und durch die Vertiefung des Unteren Grabens

wird das Gefälle erhöht. War das vormalige Gefälle für die alte

Mühle noch 1,5 Meter, so beträgt das Gefälle nun 5,5 Meter.

Später kommen wir vorbei an einer ** Schleuse der Zeit um 1900, deren romantisch

von Ranken bewachsene Mäuerchen von einem Jugendstilgitter geziert

werden.


10 Minuten später wandern wir links zum „Wildpark“ in 26 Min.

Küppersteg.

Küppersteg ist ursprüngliche Posthaltestelle an der Dhünn. 1845 wird der Ort Bahnstation.

Im 19. Jh. gehört der Ort zur „Sammtgemeinde“ Opladen. Heute ist Küppersteg ein

Teil der Großstadt Leverkusen.

*

An der Ecke hier steht eine Stehle. Sie erinnert an das leider zerfallene

Schloss Reuschenberg.

Burg Reuschenberg wird erstmals im 13. Jh. erwähnt. 1477 bewohnt

es die Familie Eller. Nach 1595 wird das Wohnhaus

stark verändert. Es folgen daraufhin mehrere Herren unterschiedlichen

Namens, darunter 1767 Kaspar Josef Karl Freiherr

von Mylius, der Obrist und Kommandant der stadtkölnischen

Truppen ist. Später wird er österreichischer Generalmajor werden.

Seine Nachfahren verkaufen das Schloss 1831 an den Baron

von Fürstenberg-Stammheim, der im Kriegsjahr 1870 dort

ein Lazarett einrichtet. 1885 fällt das Schloss Flammen zum

Opfer. Nach schmuckloserem Wiederaufbau des Schlosses zieht

ein Restaurant in die Räume, das an Sommertagen überlaufen

ist. 1968 erfolgt der Abriss.

*

5 Minuten später wandern wir beim Friedhof auf den ersten Weg rechts.

1 Minute später wandern wir in den

*** Wildpark Reuschenberg. Im Tierpark werden auf 44.000

qm 400 Tiere aus 64 Tierarten artgerecht gehalten. Darunter befinden

sich Mufflons, Damwild, Fischotter und Luchs, Mufflons

und Vögel aller Arten u. a. Störche. Mehr als drei Viertel

des Bestandes zählt zu den bedrohten Arten. Kinder dürfen

nicht nur staunen sondern manche der Tiere auch streicheln.

Erwachsene informieren sich auf dem Vogelschutzlehrpfad und

dem Waldschadenslehrpfad. Der Park ist kostenfrei zugänglich.

Führungen werden angeboten.

Wir gehen aus dem Wildpark hinaus.

1 Minute später wandern wir an der Kreuzung links.

3 Minuten später wandern wir an der Gabelung bei der Mühle links. Es ist die

*** Reuschenberger Mühle. Der Vorgängerbau dieser Mühle

wurde 1477 von Herzog Wilhelm von Berg der Familie Eller zu

Burg (Bürrig) als Schrot- und Ölmühle überlassen. Der heutige

Bau wurde 1846 vom Grafen von Fürstenberg-Stammheim errichtet.

Während eines Manövers im Jahre 1857 auf Schloss

Reuschenberg besichtigte Kaiser Wilhelm I. die moderne Mühle.

Ab 1863 wurde die Ölmühle nicht mehr betrieben, die

Schrotmühle ab 1872 nicht mehr. 1881 hat man die Mühle zu

einem Holzschleifereibetrieb umfunktioniert; hergestellt wurde

Holzstoff zur Papiererzeugung. Ab 1896 diente sie zur Herstellung

von Papierstoffen aus Lumpen. – Stilistisch ist die Anlage

dem Klassizismus zuzurechnen. Heute befindet sich Kleinindustrie

in diesem Industriedenkmal.

1 Minute später wandern wir zum

*** Wegkreuz von 1699 unterm Kirschbaum. Es zeigt ein Allianzwappen

der adeligen Familien Diepental und Cronenberg,

in deren Besitz Schloss Reuschenberg war. Das Wappen schildert

auf der rechten Schauseite im unteren Feld einen Berg und

im oberen, durch einen Querbalken getrennten Feld eine Krone.

Man wird das wohl als Cronenberg deuten dürfen. Die linke

Schauseite zeigt ein durch einen Schrägbalken geteiltes Wappen;

hier im Oberfeld eine Pilgermuschel. Die Deutung ist nicht

klar und mag symbolisch sein. Das untere Feld ist leer.


Wir kehren um und gehen durch die Unterführung.

3 Minuten später wandern wir links auf der Brücke übern Mühlengraben, halten

uns stets links, aber immer auf festem Weg und folgen der Rhombe.

Wir befinden uns seit Erreichen des Friedenberger Hofes – und nun noch bis

zur Mündung der Dhünn in die Wupper in geschichtlich interessantem Raum.

Der Heerweg

Wir befinden uns im Raum des frühmittelalterlichen Heerweges

nach Soest, der hier begann, zwischen der Wuppermündung

und der Dhünn, die bis ins 19. Jh. noch unweit von hier in den

Rhein mündete. Hier, an der seichtesten Stelle des Rheins wird

in fränkischer Zeit eine Fähre über den Strom geführt haben.

Für Heerwege zieht man Höhenzüge den Flussniederungen vor.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Kein Sumpf wie in den Niederungen,

fester Boden, Wasserquellen am Wege, gerader und

ebener Verlauf über weite Strecken, freie Übersicht und weniger

Hinterhalt, kein Brückenbau. Der kleine Nachteil des Aufsteigens

und Abfahrens ist für Pferd und Karren kein Problem.

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio, 1845: „Aus dem

Park von Reuschenberg führen mehrere Pfade durch die reizende

Wupperau nach dem nicht über eine Viertelstunde entlegenen

Opladen. Das eigentliche alte Dorf Opladen zieht sich von

der Heerstraße, der Wupper entlang, während der neuere Flecken

des Namens an der Stelle um die Heerstraße drängt, wo

diese den Wuppergrund durchschneidet.“

*

durch *** Auenwald, bleiben nächst dem Wasser und haben *** Ansichten

von der anderen Rheinseite mit dem Ort Rheinkassel. Dort steht die Kirche

*** St. Amandus. Die dreischiffige spätromanische Pfeilerbasilika

mit starkem Westturm stammt im Kern aus dem 11. und

12. Jh. Der Anblick von St. Amandus auf der anderen Rheinseite

zählt zu den wenigen überaus malerischen am Niederrhein.


Wir befinden uns in geschichtsträchtigem Raum, der bei den Römern, aus bestimmten

Gründen aber auch im frühen Mittelalter große Bedeutung hatte.

Das Nibelungenlied.

Wenn das Nibelungenlied teilweise auf wirklichem Geschehen

beruht, so darf man vermuten, dass diese in Leverkusen, das es

damals natürlich noch nicht gab, im 5. Jh. über den Rhein gesetzt

haben. Denn hier war die niedrigste Stelle am gesamten

Rhein. Somit war die Furt bevorzugter überging über den

Strom. Vermutlich meint der römische Geschichtsschreiber Tacitus,

jene Übergangsstelle über den Rhein, wenn er zwischen

65 und 70 v. C. schreibt: Der Rhein war infolge einer im dortigen

Klima unbekannten Trockenheit nicht schiffbar. Entlang

des gesamten Ufers waren Wachtposten verteilt, welche die

Germanen von den Furten fernhalten sollten. Man kann annehmen,

dass sich Dietrich von Bern (Bern, wie es auf einer erhaltenen

Münze im Rheinischen Landesmuseum steht, = Bonn,

das im Mittelalter noch Verona diesseits der Alpen genannt

wurde, auf nordisch: Bern) auf dem Weg nach Soest, ins Bertangaland

befand. Er reiste über Köln, das damals Babilonia

genannt wurde, entlang dem Strom. An der Mündung der Duna

(= Dhünn) in den Rhein setzten Dietrich und die Nibelungen

über, deren Namen sich von Niflungen ableitet, die im Niflungaland

am Neffelsbach am Niederrhein lebten. (Entnommen

dem Buch: Rheinromantik)

*

6 Minuten später wandern wir auf dem Schrägquerweg auf Höhe des rotweißen

Signalmasts im Rhein bei der

Wuppermündung

rechts in Gegenrichtung, also zurück.

92 Min.

Die Wupper.

Die Wupper bildet sich aus mehreren Rinnsalen und tritt

schließlich ganz unscheinbar als kleiner Bach in einem Feld zu

Tage. Sie nimmt auf ihrem Lauf nur unbedeutende Flüsschen

und Bäche auf. Im Einzugsgebiet der Wupper befinden sich

mehr als zehn Stauseen. Von Hückeswagen bis vor Wuppertal

ist der Fluss selbst (25,9 Mio qm auf einer Seefläche von 2,2

km) gestaut.

Die Wupper ist als größter der Fluss des Bergischen Landes.

Sie entspringt südwestlich von Meinerzhagen im Sauerland und

heißt zunächst Wipper. Die erste Stadt, die sie durchfließt ist

Wipperfürth, das mit seinem historischen Ortsbild aus Schieferhäusern

gleichzeitig die älteste Stadt des Bergischen Landes ist.

Danach streift der Fluss Hückeswagen, das mit seinen hübschen

Schiefer- und Fachwerkbauten Wipperfürth um nichts nachsteht.

Danach ist der Fluss zur Wuppertalsperre gestaut. Daraufhin

taucht der Ort Beyenburg auf, dessen hochsehenswerte

Kreuzbrüderkirche sich mit alten Schieferhäusern im kleinen

Stausee spiegelt. Schließlich wird die Wupper in Wuppertal, der


größten Stadt des Bergischen Landes, von der in der Welt einmaligen

Schwebebahn „überfahren“. Im weiteren Verlauf, flankiert

von Mühlen, Schleif- und Hammerwerken, trennt sie zunächst

die Städte Remscheid und Solingen und wird dort von

der Müngstener Brücke, einer einmaligen, 107 m hohen Bogenbrücke

aus Stahl, überspannt. Nun ragt über ihrem Ufer die berühmteste

Festungsanlage des Bergischen Landes auf, Schloss

Burg. Und immer noch stehen Kotten am Ufer. Danach durchfließt

die Wupper die Blütenstadt Leichlingen unter Burg Haus

Vorst her und danach unterhalb des Friedenberger Hofes durch

Opladen. Schließlich ergießt sie sich nach 114 km langem Rauschen

in Rheindorf in den Rhein.

*

5 Minuten später wandern wir hinter der Autobahnunterführung links treppauf,

dann dammab und halten Richtung durch

97 Min.

Rheindorf.

Rheindorf wird wohl die älteste Besiedlung Leverkusens sein, wiewohl andere Leverkusener

Orte auf urkundlich frühere Daten verweisen können. Die Kirche Aldegundis, die

im engen Zusammenhang mit der Kirche Amandus auf der anderen Rheinseite in

Rheinkassel steht, belegt eine gewisse Bedeutung des Fleckens im Mittelalter. Über die

Jahrhunderte hinweg geben lediglich die zum Teil noch erhaltenen Bauten Auskunft.

Heute ist der Ort eine der drei Rheingemeinden von Leverkusen.

*

Wir kommen vorbei an links erbauter Nr. 1, ** Zollhaus von 1705.

2 Minuten später wandern wir in die Kirche

*** St. Aldegundis. Der Bau des romanischen Vorgängerhauses

steht im engen Zusammenhang zur Kirche St. Amandus auf

der anderen Rheinseite in Rheinkassel. Auch die Namen Rheindorf

und Rheinkassel weisen auf Verwandtschaft hin. Zudem

nahm die heilige Aldegundis, die zwischen 684 und 700 starb,

den Schleier aus der Hand des heiligen Amandus, der um 680

starb.

Die jetzige Kirche begann man im Jahre 1775 auf Fundamenten

jenes romanischen Vorgängerbaues zu errichten. 1787 wurde

die sie geweiht. Den Turm hat vom romanischen Vorgängerbau

übernommen. Allerdings befindet sich in ihm ein spätgotisches

Portal von 1477.


Das Innere. Die Rokoko-Ausstattung stammt aus der Bauzeit

des Hauses. Auf dem Hauptaltar stehen die Figuren der Muttergottes,

der Aldegundis (links) und des Sebastian. – Linker Seitenaltar:

Josef. – Rechter Seitenaltar: Mutter Anna.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der Querstraße rechts, vorbei, an Haus

Nr. 6, ** Bergerhof, von 1784, kurz darauf rechts auf die „Felderstraße“,

vorbei an vereinzelt stehenden ** Fachwerkbauten. Gasthof.

5 Minuten später wandern wir am Kreisverkehr rechts zur Haltestelle Pützdelle.

104 Min.

Opladen – Rheindorf

Lev A01

Ende

*

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