RK D26 - Kunstwanderungen

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RK D26 - Kunstwanderungen

RK D26

Weikersheim – Bad Mergentheim

Weikersheim – Elpersheim – Markelsheim

– Igersheim – Bad Mergentheim

3 Stunden und 49 Minuten reine Wanderzeit

Zug

Bad Mergentheim tägl. 9.23, 11.23, 17.23, 19.23

Weikersheim tägl. 9.38, 12.38, 17.38, 19.38

Wir gehen in Weikersheim aus dem Bahnhof hinaus, nach links über den

Busbahnhof – und bewältigen die folgenden Wege zügig, um rechtzeitig die

Führung im Schoss zu erreichen.

5 Minuten später wandern wir linksversetzt über die „Laudenbacher Straße“

und über die „Schulstraße“ zur Besichtigung von

5 Min.

Weikersheim.

Der Ort wird 837 in einer Urkunde des Klosters Fulda als Reichsgut erstmals erwähnt.

Die Herren von Hohenlohe treten 1153 als die Herren von Wighartesheim erstmals auf.

Der Besitz des Würzburger Dienstmanns Wipert von Wichhartesheim gerät im 12 Jh.

durch eine Schenkung an das Kloster Comburg. 1313 erhält der Ort vor der Wasserburg

Stadtrecht und eine Stadtbefestigung. Die Stadt wechselt vielfach ihre Hoheiten. Graf

Wolfgang II. von Hohenlohe lässt die Wasserburg zum Renaissance-Schloss umbauen.

Die Stadt wird im 17. Jh. baulich weitgehend verändert und zwischen 1710 und 1712

mit dem auf die Kirche ausgerichteten Marktplatz gestaltet. Der Bau der Arkaden zum

Schloss erfolgt 1729. Nach dem Tod des letzten Weikersheimer Grafen von Hohenlohe

gerät das Schloss an Württemberg. Heute ist Weikersheim Unterzentrum im Main-

Tauber-Kreis.

Wir wandern vorbei an der ** Stadtmauer, von 1314, gehen auf der Quergasse

links und rechtsversetzt über die „Rosenstraße“, auf die „Wolfgangstraße“,

über den Marktplatz


in den Schlossinnenhof zur Führung um 10 Uhr durchs

***** Schloss Weikersheim (Führungen 10, 11, 12, 14, 15, 16

Uhr) Wir wandern zuerst her zwischen den Pavillons, frühes 18. Jh.; sodann

gehen wir her zwischen den Arkaden, frühes 18. Jh.; schließlich

frühes 18. Jh.; nun durchschreiten wir das Marstalltor des Marstalls,

danach den Torbogen des Ostbaus und schließen uns im Torbogen des

Hauptbaues einer Führung an.


Das Schloss ist der Stammsitz derer von Hohenlohe, die als Gefolgsmänner

der Staufer, im Jahre 1156 erstmals hier genannt

werden. Vom Bau der mittelalterlichen Wasserburg ist heute

nur noch der Bergfried vorhanden, der im das Schloss überragenden

Turm steckt.

Auch der Nordflügel stammt im Kern aus dieser Zeit. Das

Schloss in seiner heutigen Gestalt wurde erst unter Graf Wolfgang

von Hohenlohe um 1586 vom Baumeister Georg Robin als

Kleinresidenz im Stil der Renaissance errichtet. 1596 wurde das

Marstall, die Brücke und das Rondell des Torwarts dem Gebäude

hinzufügte. Eine dritte Bauzeit unter Graf Karl Ludwig von

Hohenlohe im frühen 18. Jh. brachte weitere Veränderungen

und Ergänzungen.

Hauptbau. Die Prunkstücke der Innenräume, der Rittersaal und

die Kapelle, wurden ihrer Bedeutung entsprechend über zwei

Geschosse angelegt. Der Rittersaal nimmt aufgrund seiner

künstlerischen Qualität einen hervorragenden Platz in der

Schmidt, dessen Können in der Kapelle noch augenfälliger

hervortritt (zu seinen Mitarbeitern gehörte kein geringere als

der Kalkschneider Hans Kuhn).


Wir gehen aus dem Schlossbau hinaus und in den

***** Schlosspark. Viel später als der Bau des Herrenhauses

wurde die Anlage des Parks in Angriff genommen.

Unter Karl Ludwig begann man 1709 den Garten in Formen des

Barocks anzulegen. Den Graben zwischen Herrenhaus und Park

überspannt ein Brückchen, von Obelisken und Wasserschalen

gesäumt. Es folgt die Balustrade mit Zwergenfiguren, die das V

Jahre des 18. Jhs. Inmitten des Parks protzt Herkules auf dem

Grottenberg des Wasserrondells. 1719 entwarf Johann Chr. Lüttich

die Orangerie.

In den Arkaden fanden Pax und Minerva sowie die vier Monarchien

ihren Platz. Zwischen den zwei Flügeln befindet sich heute

eine Kaiserstatue. Das alles wird gerahmt von Kastanienbäumen.


Wir gehen aus dem Schlosspark durchs Tor des Hauptbaus hinaus, durch den

Innenhof, aus ihm hinaus, und mit Blick nach links zur Ansicht vom Rosengarten,

der von Putten gesäumt ist, geradeaus durchs Marstalltor, aus dem

Schlossbereich hinaus, geradeaus über den

**** Marktplatz mit schöner alter Bebauung samt Brunnen

von 1763 im Stile des Rokoko.

Hier gehen wir, falls geöffnet oder vorher vereinbart, links ins

*** Tauberländer Dorfmuseum (Mi, Fr, Sa, So + Fei 14-17 Uhr).

Der Kornbau von 1582, auch Weinkeller, wird heute als Heimatmuseum

genutzt.

Wir gehen aus dem Museum hinaus, nach links über den Markt und in die

*** Evangelische Kirche. Die netzgewölbte, von Schusssteinen

geschmückte dreischiffige Halle wurde am 1419 errichtet

und mit dem oberen Teil des Hauptturmes nebst den beiden

Chortürmen 1517 vollendet.

Das Innere. Die Ausstattung entspricht größtenteils der Bauzeit.


Im Altar: Gemälde der Auferstehung (oben), des Abendmahls

(unten).

Das Chorgesims trägt eine Engelreihe. Am ersten Pfeiler vorne

links: Epitaph für einen sächsischen Prinzen (+1437) aus der

Verwandtschaft der von Hohenlohe.


Wir wandern an der Kreuzung „Kronenstraße“ mit Ansicht vom

*** Gänsturm, um 1320 als unteres Tor der Stadtmauer erbaut,

1721 erneuert und nach Kriegszerstörung wiederhergestellt,

links und nun Richtung haltend. – Später wandern wir an der Kreuzung

*** Weinmarkt mit alter malerischer Bebauung

links, rechtsversetzt über den Marktplatz auf die „Pfarrgasse“, Richtung haltend

auf die Lindenallee durch den Park und auf dem Querweg hinter dem

Parktor links.

15 Minuten später wandern wir auf dem Asphaltquerweg rechts.

25 Minuten später wandern wir gegenüber dem Friedhofseingang rechts.

2 Minuten später wandern wir in die ev. Kirche von 77 Min.

Elpersheim.

*** St. Nikolaus. Die romanische Chorturmkirche mit spätromanischem

Chor, Spitzbogenfenstern, mit Turmobergeschoss

und Veränderungen von 1510, besitzt am linken Chorbogen ein

Epitaph des 16. Jhs.

Wir gehen aus dem linken Ausgang der Kirche hinaus, wenden uns nach links

und queren die Durchfahrtsstraße zu Gunsten von „Untere Gasse“.

2 Minuten später wandern wir am Fünferstern „Untere Gasse“ geradeaus.

15 Minuten später wandern wir im Linksbogen des Asphaltweges rechts bergab

und folgen der „34“, ganz egal ob auf Wiese oder Asphalt immer nächst

der Tauber.

4 Minuten später wandern wir vor der „Schulturnhalle“ rechts.

1 Minute später wandern wir in die Bergkirche des ehemaligen Beginenklosters

von

119 Min.

Markelsheim.

Markelsheim wird 1054 erstmals urkundlich genannt. Ab 1088 gehört es zum Bistum

Würzburg. Danach kommt der Ort an die von Hohenlohe-Brauneck, ehe er im 14. Jahrhundert

an Würzburg zurück fällt. Danach gehört der Ort dem Deutschen Orden; 1809

kommt er an Württemberg. 1972 wird Markelsheim zu Bad Mergentheim eingemeindet.

*

*** St. Margareta. Der getrennt stehende einstige Chorturm ist

noch romanisch, der Aufbau neu. Das romanische Langhaus

wurde vielfach umgebaut. Die Ausstattung ist neugotisch.

Das Chorhaus. Im Hauptaltar: Nazarenisches Gemälde der

in der Fensterlaibung: Freskenrest mit der Darstellung der Margaretha.


Das Langhaus. Linke Wand: Elisabeth von Thüringen. Rechte

Wand: Rita von Cascia, Josef, alle neugotisch.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, rechtsversetzt durch die Pforte mit Blick

nach links auf hinter dem Glockenturm stehendes

*** Bandhaus, Zehentkeller und ehemaliges Deutschordenskelterhaus,

wandern aber rechts bergab, vorbei an der * Kreuzwegstation Jesus fällt unter

dem Kreuz, gehen dann auf der „Hauptstraße“ rechts und nun vorbei am *

Dreifaltigkeitsbildstock von 1814.

3 Minuten später wandern wir gegenüber dem

*** Zehntgerichtsgebäude mit 2 Turmerkern und Ortswappen

von 1537, heute Rathaus,

links auf die „Scheuerntorstraße“.

1 Minute später wandern wir rechts auf „Unterer Wall“.

der Tauber und stets auf Asphalt mit *** Ansichten von Burg Igersheim auf

dem Sporn in imposanter Höhe.

30 Minuten später wandern wir zur Besichtigung von 155 Min.

Igersheim.

Igersheim wird 1090 erstmals erwähnt. 1431 gerät der Ort an den Deutschen Orden.

1809 wird der Ort württembergisch und gehört schon zum Oberamt Bad Mergentheim.

1972 hat man umliegende Weiler eingemeindet. 1973 kommt der Igersheim in den

Tauberkreis, heute Main-Tauber-Kreis.

*

Wir gehen zuerst über die Tauber, und zwar auf der

*** Brücke von 1757 mit einer Nepomukfigur (nach Zerstörung

im 2. Weltkrieg 1945 wieder aufgebaut).

Wir kommen vorbei an links am Haus stehendem * Kreuzgruppenbildstock

von 1627.

5 Minuten später wandern wir auf der „Goldbachstraße“ links.

1 Minute später wandern wir rechts auf den „Pfarrgang“.

1 Minute später wandern wir in die Kirche

*** St. Michael. Die neuromanische Kirche wurde zwischen

1878 und 1880 erbaut.

Das Innere. Soweit nicht anders angegeben sind die Kunstwerke

aus der Bauzeit der Kirche.

Das Chorhaus schmückt eine barocke Kreuzgruppe.

Das Mittelschiff. Am Chorbogen links: Paulus; rechts: Johannes

– Rechte Wand oben: Johannes Evangelist und Maria. – Unter

der Empore: Antonius und Theresia.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: spätgotische Muttergottes, von

Leuchterengeln flankiert. – In den Fenstern die neuromanischen

Glasgemälde: Josef, Sebastian, Alfons, Philippus, Albertus

Magnus, Paulus. – An der Wand: Bildstock von 1617 mit

Rückwand: Muttergottes, flankiert von Franziskus und Sebastian.

Rechtes Seitenschiff. Frontwand: Erzengel Michael, flankiert

von Engeln, alles neuromanisch. – In den Fenstern die neuromanischen

Glasgemälde: Michael, Johannes Evangelist, Petrus,

Stephanus, Georg, Martin. – An der Wand: neue Pietà - Rückwand:

Josef.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf „Pfarrgang“ zurück, linksversetzt über

die Querstraße auf die „Frühlingsstraße“, auf der wir bleiben.

4 Minuten später wandern wir auf der Querstraße links, auf folgender Querstraße

rechts und hinter der Unterführung links über den Bolzplatz.

4 Minuten später wandern wir vorm Gleis rechts und immer nächst dem Gleis.

Tauber und halten uns fortan rechts, nächst der Tauber.

3 Minuten später wandern wir unter dem Gleis her, auf der Fußgängerbrücke

links und halten uns links auf Asphalt, wobei wir die abknickenden Schlosspark-Fußwege

ignorieren.

3 Minuten später wandern wir durch den Schlosspark in 199 Min.

Bad Mergentheim.

1054 wird der Ort erstmals als Sitz fränkischer Grafen erwähnt. 1219 kommt man an

den Deutschen Orden. Die Geschichte der Stadt ist nun identisch mit jener des Deutschordensschlosses.


Wir beginnen die Stadtwanderung hier im Kurpark mit der Besichtigung vom

***** Deutschordensschloss.

Um 1150 kommen die Johanniter nach Mergentheim und errichten

im bestehenden Königshof eine Kommende. 1207 bestätigt

Albrecht von Hohenlohe die Niederlassung durch Schenkungen.

Seine Neffen treten 1219 dem Deutschen Orden bei.

Unter Dietrich von Cleen wird Mergentheim 1525 Residenz des

Hoch- und Deutschmeisterordens. Walter von Cronberg ist hier

erster Hoch- und Deutschmeister, Wolfgang Schutzbar, gen.

Milchling, der zweite. Unter Georg Hund von Wenckheim beginnt

man 1568 die mittelalterliche Wasserburg umzugestalten.

Die Bauarbeiten werden Jahrzehnte dauern. 1724 müssen den

neuen Bedürfnissen entsprechend durchgreifende Veränderungen

am Renaissance-Schloss vorgenommen werden.


Napoleon beendet 1809 die Herrschaft des Deutschen Ordens in

den Staaten des Rheinbundes, so dass der Hochmeistersitz nach

Wien verlegt wird. Der ehemalige Fürstensitz wird seit 1934 als

Museum genutzt

Wir wandern zuerst durch den Torturm von 1604 mit angebautem

Priesterseminar von 1710 (Finanzamt), danach rechtshaltend vorbei

am Bandhaus, der ehemaligen Kelterei samt Fruchtspeicher, von

1770, im Jahre 1878 verändert (Polizei), dann vorbei am Marstall

Hauptportalbau, gehen rechts durch Inneres Torhaus mit Volutengiebel

und Wappen Maximilians, von 1586, halten uns links und gehen

links durch das Portal in die Schlosskirche

St. Elisabeth. Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg,

Erzbischof und Kurfürst von Trier, ließ ab 1731 anstelle der abgebrochenen

Vorgängerkirche von Franz Roth einen Neubau errichten.

Nach Franz Ludwigs Tod förderte Kurfürst Clemens

August, Erzbischof von Köln, den Bau der Kirche, die schließlich

1736 geweiht wurde. – Das Langhaus überragen zwei Türme

mit Barockhauben.

Das Chorhaus. Das Chordeckengemälde zeigt die Kreuzvision

Kaiser Konstantins, 1734.


Im Hauptaltar befinden sich die Salbung zu Bethanien, 1684

von Matthäus Zehender gemalt, sowie ein Kreuz von 1680, die

Figuren der Wahrheit (rechts) und der Gerechtigkeit (links),

Engel, und im Auszug die Dreifaltigkeit. – Schönes geschnitztes

Chorgestühl.

Das Langhaus. Das Deckengemälde schildert die Verherrlichung

des Kreuzes, 1735.


Die Stuckaturen entwarf Francois Cuvilliés; sie wurden 1734

Gemälde der heiligen Elisabeth, 1734 von Giovanni Battista

Pittoni. Wir gehen links des Chores durch den Ausgang in die Gruft mit

Grabmälern mehrerer Hochmeister.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, vorbei am Südflügel des

Schlosses, von 1738, mit den Wandbrunnen bekrönender Figur

des Hochmeisters Johann Eustach von Westernach, links durch die

mit Wappen aller Hochmeister Mergentheimer Zeit an der

Wand, hinauf ins

Deutschordensmuseum (Sa+Fei 10-12, 10.30-17.30, Di-Fr 14.30-

17.30). Das Museum gewährt einen Einblick in die Deutschordensgeschichte

und in heimatkundliche Bereiche. Wir gehen aus

dem Museum hinaus, linkshaltend entlang am Westflügel des Schlosses,

bestehend aus Teilen der Bauabschnitte 1586 (links) und 1574

(rechts) sowie dem Bläserturm, der einst nach Abriss des Bergfrieds

als solcher diente und sich heute in der Form des 16. Jhs.

um Säulen gedrehte Schnecke ist ein Meisterwerk des Blasius

Berwart. Wir gehen aus der Pforte wieder hinaus und nun linkshaltend entlang

am Nordflügel des Schlosses von 1574 und 1607 mit den

Wandbrunnen bekrönender Figur des Hochmeisters Johann

Kaspar von Stadion. Wir gehen aus dem Innenhof des Schlosses hinaus,

halten uns links und verlassen den Schlossbereich durch den

Hauptportalbau mit einem Torturm von 1628 und aufwändig

gestaltetem Portal aus Säulen, Figurennischen und Wappen des

königlichen württembergischen Wappen verändert, sowie laternenbekröntem

Dach nebst Volutengiebeln und Wasserspeiern.

Wir wandern auf der Querstraße links und vorbei an links zu betrachtendem

Westflügel des Schlosses mit angebautem Wehrturm und den Trakt überragendem

Bläserturm. – Später wandern wir bei der aus neugotischer Zeit

stammenden * Kreuzgruppe in die Kapuzinerklosterkirche

*** St. Maria Königin. Die Klosterkirche wurde 1629 erbaut,

1631 durch die Schweden zerstört und 1637 wieder errichtet.

Die Maria-Hilf-Kapelle kam 1641 hinzu.


Das Chorhaus. Über dem Altar befindet sich das Gemälde der

Aufnahme Mariens in den Himmel mit darunter kniendem

Hochmeister von Stadion, 1650.

Das Langhaus. Rechte Wand: Epitaph für Johann Kaspar von

Stadion, von 1642. – In der Gnadenkapelle an der linken Wand:

Votivgemälde mit A. O. von Lichtenstein vor Gottvater, dem

eines Gnadenbildes; dort an der rechten Wand: Kopie eines florentinischen

Gemäldes der Verkündigung.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, beim * Auferstehungsbildstock, 1619,

rechtsversetzt über die „Würzburger Straße“ auf die „Kapuzinerstraße“, links

auf die „Türkengasse“ und halten Richtung.

Wir wandern später vor dem Fachwerkklo rechts zur

*** Marienkirche. Im 13. Jh. riefen die Herren von Hohenlohe

und der Deutsche Orden die Dominikaner nach Mergentheim.

Die Mönche erbauten ein Kloster und vollendeten die dazugehörige

Kirche im Jahre 1388. Der Bauernkrieg, 1525, der

Markgrafenkrieg, 1552, und der 30jährige Krieg zogen die Gebäude

arg in Mitleidenschaft. 1688 erfolgte die Barockisierung.

Nach der Säkularisation wurden die Dominikaner vertrieben.

Die Kirche diente zunächst weiter als Gotteshaus, allerdings

jetzt für die evangelischen Christen, dann als Lagerraum. 1852

erwarb die katholische Kirche das Gebäude zurück.

Das Chorhaus. Die Schlußsteine des Kreuzrippengewölbes zeigen

Wappen von Wohltätern der Kirche, die Muttergottes und

Dominikus. – Die Fresken von links nach rechts: Kreuzgruppe

1484. – Im neugotischen Hochaltar befindet sich zwischen den

Figuren des Michael (links) und des Georg (rechts) eine Pietà,

14. Jh. – Linke Chorwand: Grabmal für Walther von Cronberg,

von Johannes Vischer, 1539.

Familie Vischer.

Durch glänzende Werkstattüberlieferung wird die Vischer’sche

Gießhütte, in der drei Generationen fast ein Jahrhundert lang

arbeiten, zeitweise für ganz Deutschland das absolute Zentrum

der Metallgießkunst.

Hermann Vischer d. Ä. ist der Stammvater und Gründer der

Werkstatt, die er 1453 ins Leben ruft. Er führt den Messingguss

aus der rein handwerklichen Übung zur künstlerischen Höhe. Er

stirbt 1488.

Peter Vischer d. Ä., sein Sohn, verkörpert gemeinsam mit seinen

begabten Söhnen den Kunstgeist der Werkstatt und des

Nürnberger Metallgusses schlechthin. Peter d. Ä. ist Gotiker.

Ihn beschäftigt bis zuletzt die wichtigste Aufgabe der mittelalterlichen

Plastik: die bekleidete Figur. Er führt sie, ohne vom

Anatomischen auszugehen und ohne jeden italienischen Einfluss

zu letzter und klassischer Vollendung.


Hermann Vischer d. J., der ältere Sohn Peters wird um 1486

geboren und gehört mit seinem Schaffen schon der deutschen

Renaissance an. 1515 unternimmt er eine Italienreise. Er stirbt

1517 in Nürnberg.

Peter Vischer d. J., der jüngere Sohn Peters kommt 1487 zur

Welt. Auch er ist Renaissancekünstler. Er ist von 1512 bis 1514

in Italien auf Wanderschaft. Er wird der erste bedeutende deutsche

Kleinplastiker (Medaillen, Plaketten usw.). Er stirbt 1528.

Den Ruhm der Familie begründet das Sebaldusgrab in der

Sebalduskirche in Nürnberg, dass die drei letztgenannten gemeinsam

schaffen.

Johannes Vischer, der dritte Sohn Peter des Jüngeren kommt

1487 zur Welt. 1529 übernimmt er die Werkstatt, die sein

Großvater gegründet hatte. Er stirbt 1550 in Eichstätt.

*

Über dem Chorbogen: Gemälde der Rosenkranzkönigin inmitten

der Dominikanerfamilie, 1881. Rechte Wand: Eingang zur

Andachtskapelle, mit Fresken des Rudolphus von Wimpfen,

um 1300. Frontwand: Christophorus mit Katharina (links) und

Magdalena (rechts). Linke Wand: Christus und Maria sowie

Rosenkranz. – Am Chorbogen: Kanzel mit den Reliefs des

Thomas von Aquin, des Dominikus, des Albertus Magnus.

Linkes Seitenschiff, Frontwand: Neugotischer Altar mit dem

Gemälde der Kreuzigung (links) und Bonifatius (rechts). – An

barockem Vorhang mit Rosenkranzmedaillons teilweise übermalt,

darin die Figur einer Muttergottes, von 1484.

Beachtenswerte Kreuzweggemälde.

Rechtes Seitenschiff, Frontwand: Marientod-Altar aus der

Riemenschneiderschule, von 1519, von oben nach unten: Auferstehender,

Marienkrönung, Verkündigung, Marientod, Heimsuchung,

Geburt-Jesu-Gemälde.


An der Wand: Ein Waffen-Christi-Fresko.

rechts: Figur der Elisabeth. – Hinten: Spätmittelalterliche Ölbergsszene.

Beachtenswerte Kreuzweggemälde.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf dem


***** Marktplatz, mit schöner alter Bebauung, rechts und vorbei

am Marienbrunnen von 1855, vorbei am Rathaus von 1564, mit

Nischengiebeln,

vorbei am Milchlingsbrunnen, der 1546 errichtet wurde zum

Gedenken an den Wohltäter der Stadt, den Deutschmeister

Wolfgang Schutzbar, gen. Milchling,

gehen durch den Renaissancebogen, der mit den durch ihn verbundenen

Steinhäusern des 19. Jhs. einen schönen Anblick

vermittelt, in die Kirche

*** St. Johannes Baptist. Das Gebäude von 1274, von den Johannitern

erbaut, wurde 1288 bereits umgebaut. Später folgten

noch viele Veränderungen an dieser Pfeilerbasilika. Der siebenstöckige

Turm wurde 1593 erhöht.


1584 hat man das Mittelschiff erhöht und gewölbt. 1585 brachte

man die ornamentale Bemalung an.

Das Chorhaus ist kreuzrippengewölbt. – Kreuzgruppe


mit Schächern, von 1669.

Am Chorbogen: Kilian (links) und Paulus (rechts), neugotisch.

– Neugotisches Chorgestühl. – Linke Wand: Eingang zu

Eck’sche Kapelle, um 1600, mit Gewölbemalereien von 1608,

der Geburt Christi (über der Sakristei), heute Schatzkammer mit

u. a. einer Turmmonstranz von 1509.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Mondsichelmuttergottes, um

1740, flankiert von Cäcilia (links) und Agatha (rechts). – An

Rechtes Seitenschiff. Frontwand: Gemälde der Taufe Jesu,

1660, von Johann Baptist Ruell. – Taufstein mit barocker Taufe

Jesu auf dem Deckel.


Die Seitenkapelle: Frontwand: Anna-Selbdritt-Wandgemälde,

mit Apollonia und Agnes, um 1500. – An der Wand: Anna

von Eck (+1608). – Neugotisches Glasgemälde: Tod der Elisabeth.

Das Mittelschiff. Linke Pfeiler: Katharina, 14. Jh. – Sebastian,

um 1500. – Rechte Pfeiler: Kanzel mit den vier Evangelisten

auf dem Korb, 1853. – Pietà, 14. Jh. – Rest der Wandmalerei:

Kreuzigung, 13. Jh.

Wir gehen aus dem linken Ausgang der Kirche hinaus und vor der Rückseite

vom Marienhospital rechts in die Kirche

*** St. Martin von 1741. Der einschiffige Raum ist im Inneren

mit schönen Stuckaturen geschmückt. – Das Deckengemälde

stellt die Heilung des Gichtbrüchigen dar, von Giuseppe Gru,

1741. – Auf dem Hauptaltar steht die Figur des Martin. – Linker

Altar: Gemälde der Maria Immaculata, von 1741. – Rechter

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links und vorbei an der Kopie einer

gotischen * Muttergottes von 1280, auf der Querstraße vor Nr. 12,

*** Johanniterkommende, die 1623 umgebaut wurde, und in

deren Portal sich die Wappen des Deutschen Ordens (links) und

des Johanniterordens (rechts) sowie der Anna Selbdritt befinden,

links, bleiben auf der Hauptstraße, wandern vorbei auf dem Gänsemarkt am

*** Brunnen mit einem Bischof als Bekrönung sowie zwei

Heiligen in den Nischen nebst einem Bischofswappen.

Hinter dem Brunnen steht das

*** Heilig-Geist-Spital, das im Kern aus dem Jahre 1579

stammt, mit dem Wappen des Großmeisters Franz Ludwig von

Pfalz-Neuburg, der 1689 das Spital bauen ließ.

Wir wandern auf der gekrümmten „Härterichstraße“ rechts, vorbei an links

stehendem * Haus von 1644, mit verändertem Untergeschoss, und links auf

die „Poststraße“.

Stadt zum Bahnhof.

Weikersheim – Bad Mergentheim (Tauber 6)

RK D26

Ende

*

229 Min.

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