Modena - Kunstwanderungen

kunstwanderungen.de

Modena - Kunstwanderungen

RK B18

Modena

Die großen Städte Mailand und Bologna, Mantua und Verona, Trento und Modena sind

berühmt. Aber wirklich über alle Maßen schön sind heute nur noch Modena, Trento und

Verona. Dabei können die weniger berühmten Städte Trento und Modena in dieser Reihe

bestehen, ohne hintan stehen zu müssen. Die Innenstadt von Modena ist an Schönheit

kaum zu überbieten und konkurriert lediglich mit der von Trento. Mit zum schönsten

zählt eine Nachtwanderung durch die Innenstadt, die von gelb schimmernden Laternen

angeleuchtet ist, ohne künstlich angestrahlt zu wirken. Paläste und Laubengänge bieten

neben dem Pflaster eine homogene Einheit. Der geringe Verkehr, die wenigen Menschen,

die Modena nachts durchschreiten tun ein Übriges. Die Tangente Via Emilia teilt

die Stadt vom südöstlichen Lago Porta Bologna bis zum nordwestlichen Lago Porta S.

Agostino. Die Straße ist ständiger Orientierungspunkt, da der Dom mit seinem nicht allzu

hohen Turm eher versteckt liegt. Viele Modena-Besucher finden ihn zuerst einmal

gar nicht. Umso größer ist dann das Erstaunen, wenn er plötzlich vor einem auftaucht.

Im Jahre 183 v. C. erklären die Römer die Siedlung am Platze zur Kolonie Mutina. Eine

frühe Blüte erstirbt bald, da die wasserreiche Landschaft das Gebiet versumpfen lässt.

Lediglich frühe christliche Geistliche harren aus, um die Reliquien des heiligen

Geminianus zu hüten. Um das Kloster herum gruppiert sich eine neue Siedlung, die 891

ummauert wird. Der Dom wird 1099 neu erbaut. Papst Paschalis und die Markgräfin

Mathilda überführen 1106 die Gebeine des Geminianus in das neue Gotteshaus. Im 12.

Jh. wird die geistliche Herrschaft von einer weltlichen abgelöst. Nun wetteifert man mit

der aufstrebenden Stadt Bologna; eine Universität wird gegründet. Die Auseinandersetzung

zwischen den Guelfen (Welfen) und Ghibellinen (Waiblingern=Staufern), zu letzteren

Modena Partei ergreift, gerät der Stadt zum Nachteil. 1288 kommt Modena unter

die Herrschaft der Este in Ferrara, befreit sich 1306 daraus, fällt aber 1336 wieder unter

die Este, die 1598 Ferrara an den Kirchenstaat verlieren und Modena zu ihrem Sitz erkiesen.

Dort herrschen sie bis zum Einmarsch der Franzosen, 1796.

*

Wir gehen aus dem Hauptgebäude des Bahnhofs hinaus, halten Richtung über

die Durchfahrtsstraße und wandern auf der „Via S. Martino“ links. – Kurz darauf

wandern wir auf dem „Corso Vittorio Emanuele“ rechts. – Kurz darauf

wandern wir vor dem Palazzo Ducale rechts und umwandern ihn linkshaltend.

– Kurz darauf wandern wir in den Innenhof vom

*** Palazzo Ducale. Die Anlage gilt als eine der größten Paläste

Italiens. Bartolomeo Avanzini begann ihn 1634 zu bauen; die

Vollendung allerdings wurde erst im 19. Jh. erreicht. Die Fassade

mit ihren Ecktürmen und dem hohen Mittelteil wurde allerdings

1658 fertig. Antonio Luraghi arbeitete nach Avanzinis

Tod weiter am Gebäude. Seitlich des Hauptportals stehen Herkules

(links) und Konsul Aemilius Lapidus, Werke von Prospero

Spani. Den Hof und die Haupttreppe entwarf Padre Guarini.

Wir gehen aus dem Hof hinaus und über die

**** Piazza Roma, die mit ihren Arkadenbauten, dem Herzogspalast

und der anschließenden Piazzale S. Giorgio sowie

der Kirche S. Giorgio einen Eindruck von herrschaftlicher

Wohnkultur vermittelt, den nicht einmal das irdische Denkmal

für den 1831er Volksaufständler Ciro Menotti mindern kann.

Wir gehen richtunghaltend auf den

*** Largo S. Giorgio mit seinem schönen Laubengang

und dort in die Kirche

*** S. Giorgio. Von 1647 bis 1655 wurde das Gotteshaus auf

einen Entwurf des Gaspare Vigarani hin erbaut. Antonio

Loraghi blendete 1685 die Barockfassade vor. Ornamentik und

Statuen sind von unbekannten Künstlern.

Im Inneren, das durch seine mächtigen Säulen und starken

Stuck besticht, transformieren Umgänge des ersten Stockes den

Wir gehen aus der Kirche hinaus, linksversetzt über die Piazzale auf die „Via

Fonte Raso“ unter Beachtung der

*** Lauben und Portale, die den Weg schmücken, leider aber

auch moderner Einbauten.

Später wandern wir auf der Querstraße vor dem

*** Municipio

rechts und vorbei an rechts erbautem

*** Teatro Municipale,

beachten wieder die

*** Laubengänge und Portale,

und gelangen rechts in die Kirche

*** S. Vincenzo. 1617 errichteten Theatiner das einschiffige

Gotteshaus mit einem Querhaus, überkuppelter Vierung und

sechs Seitenkapellen. Die Fassade mit ihrer schönen Dekoration

kam 1761 hinzu.


Das Innere wird, was den Eindruck angeht, bestimmt vom mit

einem Tabernakel bestückten Chor sowie im Langhaus von den

Stuckdekorationen über den Kapellenarkaden.

Kuppel und Chorgewölbe sind ohne Malereien, da diese im

Krieg von einer Bombe zerstört wurden.

Der Chor. Hauptaltar mit Tabernakel samt Figürlichem von T.

Loraghi (1635-1668); kleine Figuren werden flankiert von

Contardus von Este und Amadeus von Savoyen.

Linker Querschiffarm. Kenotaph für Ercole III. (+ 1803).

Die Sakristei: Fresken aus der Schule des Tomaso da Modena,

14. Jh.

Rechter Querschiffarm. Grabdenkmal für Beatrice von Savoyen

(+ 1840).

Der Vorraum. Grab Erzherzog Ferdinands (+ 1850).

Estensische Grabkapelle von 1836. In den 19 Grabstätten ruhen

16 estensische und österreichische Adlige.

Das Mittelschiff, links. 1. Raum mit Monument für Herzog

Ferdinand (+ 1849). – 2. Kapelle mit einer Grablegung, von

Matteo Rosselli (1629). – 3. Kapelle mit einer Muttergottes

samt dem Papste Gregor, dem Guercino zugeschrieben.

*** S. Biagio. Die Karmeliterkirche aus dem 14. Jh. wurde

1661 fast vollkommen neu erbaut.

Das Innere besitzt herrlichen Stuck. – Die Gemälde der Kuppel

zeigen das Paradies und, in den Zwickeln, die vier Evangelisten,

von Mattia Preti, 1642, sowie Engelskonzert (im

Apsisrund) nebst Verkündigung (darunter) von G. B. Codibue,

1596.

Rechts: Der heilige Albert bezwingt einen Dämon, von Dosso

Dossi. – Rotmarmorkanzel von 1481 mit Reliefs der Pietà zwischen

Hieronymus und Paulus sowie Bernhardin und Antonius

von Padua. – Vierter Altar links: Madonna del Carmine, von


wenn Musikwissenschaftler es besser wissen und behaupten, es

sei keine Oper.

Orazio Tiberio Vecchi

Vecchi wird 1550 in Modena geboren. Er wird Priester und

Musiker. 1578 siedelt er nach Brescia um. Dort wird er Domkapellmeister.

Ab 1584, er ist nach Modena zurückgerufen

worden, bekleidet er dieses Amt am Dom von Modena. Seine

Familie trifft in Folge großes Unglück: Geldnot, Erblindung des

Vaters, sein Bruder sitzt wegen dreifachen Mordes in Haft und

wartet auf die Hinrichtung. Vecchis Bitte beim Fürsten kann die

Vollstreckung des Urteils verhindern. 1586 wird er seines Amtes

enthoben, weil er sich anderweitig beworben hat. Schließlich

wird er im selben Jahr Domherr in Correggio. 1593 ist er

nach Modena zurückgekehrt und hat wieder das Amt des Domkapellmeisters

inne. 1594 vollendet er L’Amfiparnaso. 1598

wird er Hofkapellmeister der Este. Es folgen Reisen mit dieser

Herrschaft. Im Jahre 1600 hört er in Florenz die erste Oper der

Weltgeschichte: Euridice, von Jacopo Peri. 1604 wird er seines

Amtes enthoben; Intrigen haben ihn zu Fall gebracht. Er leidet

so sehr unter den falschen Anschuldigen, besonders seines Bischofs,

dass er daran zugrunde geht. Er stirbt 1605 in Modena.

*

Der Kreuzgang wurde von Francesco Stringa ausgemalt.

*** Granitsäule mit einem Kapitell, darauf sich ein Kreuz des

12. Jhs. befindet. Das zeigt auf der einen Seite die Kreuzigung

Jesu, auf der anderen Seite den Apostel Petrus.

Hier gelangen wir in die Kirche

*** S. Pietro. Die Benediktinerkirche wurde 1476 nach Plänen

von Pietro Barabani erneuert; gleichzeitig blendete man die Renaissance-Fassade

mit dem Fries vor, die ansonsten durch ihre

aufgelockerte Schlichtheit besticht.


Der Hauptchor. Das Chorgestühl von Giovanni Battista Testi,

um 1540, ist mit Einlegearbeiten geschmückt. – Linke Wand:

Predigt Jesu, von Girolamo Romanino, 1557. – Rechte Wand:

Bekehrung des Paulus, von Domenico Carnevali, 1564.

Linker Chor. Verkündigung, von Ercole dell’Abbate.

Linker Querschiffarm. Chorgestühl (s. o.).

Linkes Seitenschiff. 1. Kapelle: Gemälde der Kreuzgruppe; – 2.

Jh. – 6. Kapelle: Muttergottes mit Hieronymus und Sebastian,

von Bianchi Ferrari; interessantes Vorhangmotiv.

Rechter Chor. Auf dem Altar: Majolikagruppe des Antonio

Begarelli: Pietà; darunter: Emmausmahl. – Rechte Wand: Martyrium

der Heiligen Petrus und Paulus, Gemälde von Giacomo

Lippi. – Linke Wand: Zug durchs Rote Meer, Flügel von den

Brüdern Taraschi.

Rechter Querschiffarm. Über dem Grab des Antonio Begarelli:

Figurendekoration, die der Neffe des Verstorbenen, Lodovico,

vollendete.

Gemälde eines halb ausgezogenen Visionärs. – 6. Kapelle: Gemälde

der Muttergottes, die von Sebastian und Gregor verehrt

wird, von 1515. – 7. Kapelle: Gemälde der Pietà. – 8. Taufbecken

aus veronesischem Marmor, um 1562. Anbetung des Kindes,

von Ercole dell’Abbate. Taufe Jesu, von Giacomo

Gavedoni; darunter: Heilige Familie, von Girolamo da Treviso

d. J.

Mittelschiff. Über dem Portal: Hochzeit zu Kanaa, von Ercole

Setti, 1589. – Über dem Chorbogen: Schlüsselüberreichung an

Petrus, neugotisch. – Weihwasserbecken von 1586. – Sechs

Pfeilerfiguren von Antonio Begarelli. – Orgel von 1524.

Die Empore ist bemalt mit Bildern der Brüder Taraschi; gezeigt

wird die Überführung der Bundeslade.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links und auf der „Via Saragozza“

abermals links. An der großen Kreuzung wandern wir zunächst an einem

*** Palast des 19. Jhs.


sowie schlichteren Bauten entlang, die den Bereich der einstigen Stadtmauer

fixieren. Dann taucht abermals ein

*** Palast des 19. Jhs.

*** S. Francesco. Der gotische Bau stammt aus dem Jahre

1244, wurde aber im 19. Jh. durchgreifend restauriert.

Der Innenraum entspricht dem Geschmack des 19. Jhs. – Linkes

Seitenschiff hinten: Kreuzabnahme Jesu, von Antonio

Begarelli. – 1. Altar links: Carlo Borromeo, der einen Knaben

errettet, von Giovanni Nigetti, 1615.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf dem „Corso Canal Chiara“ rechts und

beachten die

*** Laubengänge sowie Hausportale.

Später wandern wir an der Kreuzung links auf die „Via Chiara“ und kurz darauf

in die Kirche

*** S. Barnaba. Das Gotteshaus wurde 1660 im Barockstil erbaut.

Das Innere ist reich an Stuck und Malerei, von Manili und

Caula: Szenen aus dem Leben des Francesco di Paolo.

Die Figuren stammen von D. Cignaroli. Die Kunstwerke sind –

wie in einem Museum – beschriftet.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und halten Richtung. – Später wandern wir

rechts zu Nr. 13, in die Kirche

*** S. Bartolomeo. Giuseppe Soldati lieferte den Entwurf für

die Jesuitenkirche aus dem Jahre 1607. Die Barockfassade kam

1727 hinzu.

Den Chor und die Kuppel freskierte Andrea Pozzo.

Altar mit dem Gemälde der Verkündigung der Geburt Jesu an

Maria durch den Erzengel Gabriel, von J. Ligozzi.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und linksversetzt über die „Via dei Servi“

auf die „Via Luigi Albinelli“. – Bald gelangen wir auf die ** Piazza Grande,

die historisch nicht mehr intakt ist. Hier haben wir aber die schönste

***** Ansicht vom Dom, seinen Südportalen und dem schiefen

Turm.

Gegenüber dem Domchor steht der


*** Palazzo Comunale. Sein Bau wurde 1194 begonnen, 1378

restauriert und 1624 weitgehend erneuert. Im 18. Jh. hat man

ihn seitlich und rückwärtig erweitert. Im Erdgeschoss befindet

sich ein Portikus, im Zentrum der Uhrturm von 1552 und eine

Muttergottes von 1805. An der rechten Ecke ist eine Figur des

13. Jhs. angebracht, die man „Bonissima“ nennt, also: Wohltäterin

der Armen.

Schließlich wandern wir in den Dom

***** St. Geminianus.

Anstelle des Vorgängerbaus, der schon diesem Heiligen geweiht

war, aber zusammenfiel, hat man den Grundstein für die

dreischiffige lombardisch-romanische Basilika 1099 gelegt. Der

Dombaumeister hieß „Lanfrancus“. Erst 1140 wurde das Haus

mit dem Dach geschlossen, das seinerzeit eine Balkendecke

war, die im 15. Jh. der Rippenwölbung weichen musste. Im 13.

Jh. wurden Chorhaus und Querschiffe erhöht, 1261 der lombardische

Glockenturm aufgestockt und 1319 vollendet. Die Arbeiten

vollzogen sich nun unter der Aufsicht des Dombaumeisters

Anselmo da Campione, später seines Sohnes, seiner Enkel und

Urenkel, etwa sieben Generationen lang.

Wir gehen daraufhin von der Fassade aus links um den Dom herum.

Das Äußere.

Die Fassade aus romanischer Zeit mit gotischer Fensterrose

des 13. Jhs., eine der schönsten Italiens, schuf Anselmo da

Campione samt seiner Werkstatt. Die Porta Papale, das älteste

Relieftafeln zeigen über dem linken Portal: Erschaffung Adams

und Evas; links neben dem Hauptportal: Sündenfall und Verdammnis;

rechts neben dem Hauptportal: Landwirtschaft mit

dem Opfer Abels und seinem Tod durch Kain; über dem rechten

Seitenportal: Lamech erschießt Kain, Arche Noah und Verlassen

der Arche. Die Reliefs stehen am Anfang erzählender

romanischer Plastik in Italien und gehörten der ursprünglichen

Fassade nicht an, wurden hingegen erst bei der gotischen Renovierung

hier angebracht.

Wiederkehrend am Äußeren sind die Knotensäulen und Löwen.

Linke Langhauswand: Porta della Pescheria, nach dem nahen

Fischmarkt benannt, der Zeit nach 1125, ein Löwentor, dessen

Der Glockenturm „La Ghirlandina“ mit seinen 86 Metern steht

in leichter Schieflage, denn bald nach seinem Bau senkte sich

der Boden. Dennoch stürzte er beim Erdbeben von 1117 nicht

ein.

Die drei Apsiden bieten einen herrlichen Anblick.

Rechte Langhauswand: Die Porta Regia, das große Portal, entstand

um 1200. Die rosafarbenen Marmorskulpturen schuf Anselmo

da Campione, der von 1175 bis 1231 daran arbeitete. Der

Vorbau trägt die kupferne Figur des Geminianus, 1376.

Die Porta dei Principi, das kleine Portal, besitzt an den Innenseiten

die zwölf Apostel, aus der Schule des Wiligelmus, und

3. Als Fledermaus entflieht der Dämon Krankheit der Tochter

des Kaisers. 4. Geminianus wird beschenkt. 5. Geminianus reitet

nach Modena zurück. 6. Geminianus stirbt.

Das Innere

Der Hochchor. In der Kalotte: Krönung Mariens, darunter die

vier Evangelisten, 19. Jh. – Der Hochaltar stammt aus dem 14.

Jh. – Das Chorgestühl schufen Cristoforo und Lorenzo da

Lendinara, 1465.

Linker Seitenchor. Fresko: Madonna della Piazza, von Cristoforo

da Modena. – Links des Fensters: Toskanische Muttergottes,

Relief des 15. Jhs.; rechts des Fensters: Geminianus auf Flügeln

des Engels, von Agostino Duccio. – Polyptychon: Marienkrönung

mit Heiligen, von Serafino Serafini, 1384. – Über der

Treppe: Monument für Claudio Rangoni, von Nicolò

Cavallerino, 1537.


Die Sakristei wurde 1471 erbaut. Die Deckenfresken schuf

Francesco Bianchi Ferrari 1507. Auf dem Altar: Muttergottesstatue

von Honoré Pelle. – Die Wandgemälde schufen verschiedene

Meister. – Intarsien in den Sitzbänken, u. a. Landschaftsmotive.

– Truhe von 1474. – Marmorlavabo von 1476. – Vier

Firenze, 15. Jh.; – 3. Holzfigur des Geminianus, 14. Jh.; – 4.

Über dem Beichtstuhl: Büste des Bischofs Roberto Fontana (+

1652)

Rechtes Seitenschiff. 1. Denkmal für Francesco Molza, von

Bartolomeo Spani (Spani di Reggio); – 2. Krippe aus Majolika,

von Antonio Begarelli;

3. Auf dem Altar unter der Renaissance-Arkade: Fresko von

Cristoforo da Lendinara: Bernardino di Siena; – 4. Taufbrunnen

aus veronesischem Marmor, 1587.

Rechter Seitenchor. Fragmente von Votivtafeln des 13. bis 15.

Jhs.

Krypta der Zeit nach 1100. Am linken Eingang: Fresco der

dem 18. Jh. – Mittlere Apsis: Hier ruht vermutlich Geminianus.

– Rechte Apsis: Heilige Familie mit Hirten, ein Majolika-Werk

von Guido Mazzoni, 1485; im Volksmund nennt man diese

Gruppe auch „Madonna della Pappa=Griesbrei“.


Guido Mazzoni

Guido Mazzoni, der im ausgehenden 15. Jh. als Regisseur tätig

war, verstand sich vor allem aber auf das Verfertigen von Karnevalsmasken,

ehe er unter dem Einfluss von Nicolò dell’Arca

in Bologna daran ging, lebensgroße Tonplastiken herzustellen.

Er erlangte bald Ruhm, da er besser als andere die Echtheit

menschlichen Gesichtsausdrucks und körperlichen Gestus’ darzustellen

wusste. 1489 rief man ihn nach Neapel, 1495 nach

Frankreich. Dort schuf er das Grabmal für König Karl XIII. sowie

eine Reiterstatue Ludwigs XII.; beide Werke überdauerten

die Französische Revolution leider nicht. 1516 kehrte Mazzoni

nach Modena zurück, wo er 1518 starb. Sein bedeutendster

Schüler war vielleicht

Antonio Begarelli.

Antonio Begarelli (?-1565) lernte vermutlich bei Guido Mazzoni

sein Handwerk. Sein großes Vorbild jedoch war Raffael. Er

unterhielt ein großes Atelier mit einer Menge von Schülern und

Gehilfen, denen er oft zuviel zumutete, weswegen in seiner

Werkstatt bisweilen Dutzendware hergestellt wurde. Begarelli

starb 1565. Antonio hatte u. a. einen Neffen mit Namen Lodovico.

Lodovico Begarelli

Lodovico Begarelli wird wohl bei seinem Onkel in die Lehre

gegangen sein.

*

Mittelschiff. Die Säulen zieren ausnehmend schöne Kapitelle

aus der Schule des Wiligelmus.


Lettner, von Löwen getragen,

der Zeit zwischen 1160 und 1180, von mehreren romanischen

Künstlern geschaffen, mit den Reliefszenen des Anselmo da

Campione und seinen Söhnen, von links nach rechts: Fußwaschung,

Abendmahl, Judaskuss, Christus vor Pilatus samt Geißelung,

Kreuztragung; die Kapitelle der Säulen tragen biblische

Szenen. – Links des Lettners: Kanzel der Zeit zwischen 1208

und 1225 von Meister Bozarinus und Gehilfen (nach anderen

Angaben von einem der Söhne des Anselmo),

deren Korb mit den vier Kirchenvätern, dem segnenden Jesus

(vom Meister selbst), den vier Evangelistensymbolen sowie der

Berufung des Petrus (vom Meister selbst) von zwei Säulen tragenden

Karyatiden gestützt wird.


Über dem Lettner hängt ein Kruzifix des 14. Jhs. – 2. Pfeiler

links: Kanzel von Arrigo da Campione, 1322; die

Majolikafiguren strammen aus dem 14. Jh.; am Geländer wird

Ignatius von

Wir gehen aus dem Hauptausgang des Domes hinaus, vor

*** Erzbischöflicher Palast, ein Bau des 15. Jhs., der 1776 so

gründlich überarbeitet wurde, dass er, mit Ausnahme jener Ecke

von 1498 mit der Büste eines Bischofs, das Aussehen des 18.

Jhs. hat,

und rechts in die

*** Chiesa Nuova, auch Chiesa Votiva genannt. Cristoforo

Galaverna entwarf die Pläne zu der Kirche von 1634 und gestaltete

die Fassade in Anlehnung an griechische Vorbilder.

Das Innere. 2. Altar rechts: Kreuzigung, von Lodovico Lana im

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der „Via Emilia“ rechts und gelangen in

die rechts an der Straße erbaute Kirche

*** S. Giovanni Battista. Der Bau aus dem 17. Jh. wurde 1799

erneuert.

Im Inneren: **** Grablegungsgruppe, von Guido Mazzoni,

1476.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der Via Emilia rechts, bewundern die

*** Paläste herrschaftlichen Ausmaßes.

Später wandern wir auf dem „Largo Porta S. Agostino“ links in die Kirche

*** S. Agostino. Der Bau des 14. Jhs. wurde 1663 erweitert

und zur Grablege der Este ausgebaut. Das einschiffige, kreuzförmige

Haus ist pilastergegliedert und mit Stuckfiguren verziert.

Das Innere. Der Kirchenraum ist mit gewaltigen Säulen bestückt,

zwischen denen überlebensgroße Heiligenfiguren stehen.


Die Kassettendecke wurde von verschiedenen Malern gestaltet.

Das Chorhaus besitzt einen neugotischen Altaraufbau. Die Altäre

und ihre Bilder sind wie in einem Museum beschriftet. Herauszuheben

ist die Kreuzabnahme Jesu, Majolika von Antonio

Begarelli (rechte Wand, ganz hinten).

Wir gehen aus der Kirche hinaus und nach links in die

***** Galleria Estense (Di-So 8.30-19.30), die im Palazzo dei

Musei von 1753 untergebracht ist und zu den wichtigsten

Sammlungen Italiens gehört. Es sind u. a. bedeutende Gemälde

von Tizian, Rogier van der Weyden, Mantegna, Bellini und Piero

della Francesca ausgestellt.

Wir gehen aus dem Museum hinaus, rechtsversetzt über den „Largo Porta S.

Agostino“ auf die „Via Bernardo Ramazzini“ und folgen dieser nun im weiten

Rechtsbogen. – Später wandern wir auf der „Piazza S. Domenico“ links in die

Kirche

*** S. Domenico. Die Kirche wurde zwischen 1708 und 1731

nach dem Entwurf von G. A. Torri erbaut und ist ein weiter

Kuppelraum mit gleichlangen Kreuzarmen.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links und auf der „Via Emilia“ rechts.

Später wandern wir auf der „Piazza Torre“ links in den Dom.

RK B18

Modena

Ende

*

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine