Ravenna - Kunstwanderungen

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Ravenna - Kunstwanderungen

RK B16

Ravenna

Vermutlich sind die Etrusker die Ersten, die das Gebiet von Ravenna besiedeln. Im 2.

Jh. v. C. kolonisieren die Römer den Platz. Im 1. Jh. erwählt Kaiser Augustus Ravenna

als Sitz der Flotte des östlichen Mittelmeeres. 402 wird Ravenna Hauptstadt des westlichen

Kaiserreiches. Auch Odoaker erwählt 476 Ravenna zum Hauptsitz. 493 besetzt

Theoderich Ravenna. Er ist arianischen Glaubens, übt gegenüber den Katholiken aber

Toleranz. 30 Jahre lang regiert er von hier aus das Reich und beschert die Stadt mit unglaublichen

Kunstschätzen. 540 hält das byzantinische Heer unter Belisario in Ravenna

Einzug und beendet damit die Herrschaft der Goten. Unter Justinian, der eine Vereinigung

des Ostreichs mit dem Westreich anstrebt, erlangt Ravenna eine weitere Blütezeit.

Da Justinians Versuch vergeblich ist, beginnt der Zerfall Ravennas. 751 wird es von den

Langobarden besetzt und verfällt vollständig. Der Hafen Classe wird fast geschlossen.

1431 kommt Ravenna an Venedig. Von da an ist Ravenna bis ins 19. Jh. von der Welt

vergessen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt ein gewisser Aufstieg. Nicht nur

die Industrie sondern auch die Wiederentdeckung der mosaiken Kunstschätze und somit

der Tourismus trägt erheblich dazu bei.

*

Wir beginnen die Besichtigung der Altstadt im Westen, gehen somit durch die

*** Porta Adriana aus dem 16. Jh.

und auf der „Piazza Baracca“ links auf die „Via San Vitale“. Kurz darauf

wandern wir links durch den Hausbogen zum „Museo Nazionale Basilica di S.

Vitale“. Kurz darauf wandern wir an der Kasse rechts ins

**** Museo Nazionale, mit Ikonen, Münzen und Mosaiken.

Wir gehen aus dem Museum hinaus und sogleich in die Kirche

***** San Vitale (Di-So 8.30-19.00). Der Bau der Basilika – die

reinste Glorie byzantinischer Kunst im Westen – ein mittleres

kleines, aber hohes Achteck um ein äußeres größeres, aber niedrigeres

Achteck wurde noch unter Theoderich, also Ende des 5.

Jhs. begonnen und im 6. Jh. vollendet.

Im Inneren ruht die Kuppel auf acht mächtigen Pfeilern, zwischen

denen sich die Arkaden zum Presbyterium bzw. zu den

Nischen hin öffnen.


Die Fenster lassen das Licht durch Alabasterscheiben ein. –

Weltberühmtheit gewinnt das Gotteshaus durch die

***** Mosaiken des 6. Jhs.

Das Chorhaus. In der Laibung des Triumphbogens zum Presbyterium:

15 Medaillons mit den Büsten des Erlösers, der Apostel

sowie der Heiligen Gervasius und Protasius.


Am Kreuzgewölbe des Presbyteriums tragen vier Engel das

Lamm Gottes im Rausche von Frucht- und Blumengirlanden

sowie Gestirnen und Tieren.


Linke und rechte Wand des Presbyteriums: Die vier Evangelisten

und ihre Symbole und in den Lünetten zwei biblische Ereignisse.

Linke Wand: Abraham empfängt drei Engel, die ihm die Geburt

Israels (unten), seitlich der Lünette.

Rechte Wand: Abel und Melchisedech opfern dem Herrn;

(unten links) sowie Moses mit dem brennenden Dornbusch

(oben links) und Jesaia (oben rechts).

Am Apsisbogen: Zwei Engel mit symbolischen Darstellungen

der Städte Jerusalem und Bethlehem.

In der Kalotte der Apsis: Thronender Christus auf der Weltkugel,

dem Märtyrer Vitale (Schutzpatron der Kirche) die Märtyrerkrone

reichend;

im Beisein des Bischofs Ecclesius, Miterbauer der Kirche, der

dem Vitale das Kirchenmodell überreicht, und zweier Engel.


Linke Wand: Kaiser Justinian inmitten dreier Soldaten, dreier

Rechte Wand: Theodora, die Frau Justinians, begleitet von

eine Hure.

nachgebildet unter Verwendung alter Stücke.

Rechts des Chorhauses: Kleine Zelle der Heiligen Nazarius und

Celsius. Der Altar wurde aus Fragmenten des Ecclesiusgrabes

erbaut.

Links des Chorhauses: Narthex (=Vorhalle), der ursprüngliche

Eingangsbereich der Kirche, heute Souvenirladen.


Wir gehen aus dem linken Ausgang der Kirche hinaus und ins

*** Mausoleum der Galla Placidia. Der stattliche Bau wurde

von der Kaiserin Placidia im 5. Jh. als Grabstätte für sie selbst

und die kaiserliche Familie erbaut. Ursprünglich war der Bau

mit Marmor verkleidet und besaß einen Laubengang. Der

Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes.

Im Inneren lastet die Kuppel auf schweren Eckpfosten. Das

Licht fällt durch Alabasterscheiben ein.

***** Mosaiken des 5. Jhs.

Die Mosaiken sind die ältesten am Ort und, was den Stil angeht,

weniger durch den Byzantinismus als durch das Gefühl der Gestalter

und die griechische Darstellungstechnik bestimmt, ähnlich

der Katakombenmalerei.

Frontapsis, in der Lünette: Laurentius schreitet auf den glühenden

Rost zu, der ihn zum Märtyrer machen wird.

Seitenapsiden links wie rechts, in den Lünetten: Hirsche an der

Tränke, nach dem Psalm: So wie der Hirsch schreit ….

In den Lünetten über dem rückwärtigen Portal: Der Gute Hirte

in Purpurmantel und golddurchwirkter Tunika


sowie ein Apostelpaar, zu dessen Füßen Tauben ihren Durst

stillen.

Die Kuppel. In den Lünetten unter der Kuppel sind paarweise

Apostel dargestellt, zu deren Füßen Tauben ihren Durst stillen.

– An der Decke ist der Sternenhimmel abgebildet; außerdem

sind die vier Evangelistensymbole dargestellt.

Ansonsten sind sämtliche Darstellungen von Mäandern, Girlanden,

Blumen und Früchten umrankt.

Wir gehen aus dem offiziellen Ausgang des geschlossenen Bereichs hinaus

kurz darauf an der Kreuzung links auf die „Via C. Cavour“, kurz darauf vorbei

an der Kirche ** S. Domenico, profaniert; heute Ausstellungsraum, und

auf der „Via IV Novembre“ rechts. Kurz darauf wandern wir auf dem Platz

links; es ist die

*** Piazza del Popolo mit zwei Säulen auf Sockeln des Pietro

Lombardo, 1483, auf denen die Figuren des Vitale bzw. des

Apollinaris stehen.

Wir lassen hinter uns den am Kopfende stehenden

*** Palazzo del Popolo, der 1681 errichtet wurde, mit

Loggiengang unten, gerahmten Fenstern und seit dem 19. Jh.

mit Zinnen.

Wir gehen die Länge des Platzes ab. Da steht zunächst rechts, nahe dem Popolo-Palast,

ihm auf Eck gesetzt, der

*** Palazzetto Veneziano des 15. Jhs. mit Säulengang und

Zweibogenfenstern.

Die rechte Seite des Platzes schließt dann der

*** Palazzo della Prefettura von 1696.

Gegenüber, der links stehende Palast am Ende des Platzes, ist der

*** Palazzo Rasponi des Sale von 1770.

Das Ende des Platzes schließt der wie eine Kirche aussehende Uhrenpalast,

*** Palazzo Banca Nazionale del Lavoro. 1783 hat man hier

zwei Kirchen errichtet, die 1925 abgerissen wurden. Die Fassade

blieb erhalten und dient dem modernen Palast als Schauseite.

Am Ende des Platzes gehen wir in die Kirche


*** S. Maria del Suffragio. Die Barockkirche wurde 1701

nach Plänen des Francesco Fontana fertiggestellt, und zwar mit

einer verkleideten Fassade und mit drei Portalen.

Das Innere ist reich stuckiert. Die Skulpturen schuf Antonio

Martinetti.

Der Chor. Das Altarbild malte Andrea Barbiani.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links und links auf die „Via Diaz“.

Kurz darauf wandern wir links auf die „Via degli Ariani“ und halten uns

rechts. Kurz darauf wandern wir ins

*** Baptisterium der Arianer. Diese achteckige Taufkapelle

ließ Theoderich nach 493 für seine Ostgoten errichten; die

Germanen huldigten vorwiegend dem arianischen Christentum.

Im Inneren befindet sich ein großartiges

**** Kuppelmosaik des 5. Jhs.

Dargestellt ist die Taufe Jesu.


Um dieses Medaillon herum schreiten Apostel, von Petrus und

Paulus angeführt, zur Ehrung des Kreuzes, das auf einem gepolsterten

Thron ruht.

Wir gehen aus dem Baptisterium hinaus und nach rechts in die Kirche

*** Spirito Santo. Die Anfänge des ehemals arianischen Gotteshauses

gehen auf das 5. und 6. Jahrhundert zurück, wovon

noch 13 Säulen im Inneren zeugen. Im 16. Jh. hat man die Kirche

umgebaut und den Säulenportikus davor gesetzt. Aus dieser

Zeit stammt auch die vergoldete Decke des Mittelschiffs.

Das Innere besitzt eine Kanzel aus der Zeit Theoderichs, also

der Zeit um 500 herum.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf gekommenem Weg zurück, auf der

Fußgängerzone links und halten Richtung. – Später wandern wir rechts in die

Kirche

*** S. Giovanni Evangelista. Die Basilika, im Kern aus dem

5. Jh. besitzt einen Turm des 10. Jhs. 1747 wurde die Kirche

modernisiert. 1921 hat man die Basilika auf ihre ursprüngliche

Erscheinungsform zurückgeführt.


Die Seitenschiffe sind mit geretteten Mosaiken des ehemaligen

Wir gehen aus der Kirche hinaus, durch die Anlage und Richtung haltend auf

der Haupttangente zurück. Kurz darauf wandern wir links auf die „Via di Roma“

und kurz darauf links in die Basilika

*** S. Apollinare Nuovo. Die Hofkirche Theoderichs wurde

nach 500 als arianische Kirche errichtet. Als Byzanz 540 die

Stadt besetzte wurde die Kirche katholisch und dem heiligen

Martin geweiht. Erst im 9. Jh. hat man sie dem Apollinaris gewidmet.

Der Name Nuovo wurde gewählt, da es eine andere

Apollinariskirche am Ort gab. Der Glockenturm ist typisch für

die Baukunst im Ravenna des 9./10. Jhs.


Der Säulengang wurde im 16. Jh. vor die Kirche gesetzt.

Das Innere. Die Marmorsäulen, die das Mittelschiff von den

Seitenschiffen trennen, wurden aus Konstantinopel hierher geschafft.

– Die Kassettendecke ist aus dem Jahre 1600.

Das Chorhaus ist neobarock umgestaltet worden. – Die vier

aus dem 6. Jh. – Die Chorschranken sind aus dem 6. Jh. – Die

Vase ist aus dem 6. Jh.


Das Mittelschiff. Das Bildprogramm an den Wänden über den

Säulen gliedert sich rechts wie links in je drei Zonen.

**** Mosaiken der Zeit vor und nach 500

Die Darstellungen geben rechts wie links oben Szenen aus dem

Leben Jesu wieder.

Darunter im Fensterbereich erkennt man Prophetengestalten.

Im unteren Bereich sieht man an der linken Wand eine Schar

Stadt Ravenna, von Classe.

An der Rechten Wand führt der heilige Martin eine Schar von

Märtyrern zum Salvator.

Sie kommen deutlich sichtbar vom Palast des Theoderich.


Rechts zwischen den Säulen: Kanzel des 6. Jhs.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links und vorbei am links erbauten

*** Palazzo di Teodorico. Der eigenartige Bau wurde nicht zu

Theoderichs Zeiten, sondern erst am Anfang des 8. Jhs errichtet.

Erhalten ist nur noch die Backsteinfront mit Mittelportal

Kurz darauf wandern wir links in die Kirche

**** S. Maria in Porto. Die Basilika hat man 1553 zu bauen

begonnen; fertiggestellt war sie 1606.


Das Äußere. Die Fassade ist außerordentlich prunkvoll; sie

wurde im Palladiostil mit zwei Säulenreihen sowie Heiligenfiguren,

Reliefs nebst Ornamentik angelegt und 1700 von Camillo

Morigia vollendet.

Das Innere, im Stil der späten Renaissance geschaffen und

wirkt großartig.

Das Chorhaus barocker Altaraufbau mit Tabernakel haltenden

Engeln. Das Altargemälde zeigt die Verkündigung, von Giovanni

Landini. – Griechische Muttergottes, ein Marmorrelief

im spätbyzantinischen Stil. – Das Chorgestühl stammt aus

dem 12. Jh.

Linker Querschiffarm. Wuchtiger Altaraufbau.

Rechter Querschiffarm. Gewaltiger Altaraufbau. Laurentiusmartyrium,

Gemälde von Emilio Taruffi.

Linkes Seitenschiff. 1. Ubaldo, Gemälde von Andrea Barbiani.

2. Monika, Gemälde von Giovanni Barbiani. 3. Markusmartyrium,

Gemälde von Jacopo Negretti. 4. Kruzifixus des 15. Jhs. 5.


Antike Porphyrschale, 3./4. Jh.

Rechtes Seitenschiff. 1. Unbefleckte Maria und Heilige, Gemälde

von Francesco Longhi. 2. Martyrium der Margaretha,

Gemälde von Cesare Corte. 3. Martyrium des Jakobus des Jüngeren,

Gemälde von Scarsellino. 4. Der Salesianergründer Johannes

Bosco, Gemälde von Cosatelli. 5. Muttergottes mit Heiligen,

Gemälde von Andrea Barbiani. 6. Dreifaltigkeit, Gemälde

von Stefano Montanari.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und nach links ins Monastero dei Canonici

des Laterans mit der

*** Loggetta Lombardesca. Der Bau des 16. Jhs. von Künstlern

aus der Lombardei geschaffen, besitzt einen doppelten

**** Galleria dell’Accademia, in der Gemälde von Matteo di

Giovanni, Taddeo di Bartolo, Lorenzo Monaco, Guercino, Carracci

und Anderen zu sehen sind sowie die Statue des

Guidarello Guidarelli, die Tullio Lombardo 1525 schuf.

Wir gehen in der Loggia durchs Gittertor in den

Kreuzgang. Den mit zwei Loggien übereinander angeordneten

Gang erbauten lombardische Künstler am Anfang des 16. Jhs.

Die unteren Arkaden ruhen auf Pfeilern, die oberen auf Säulen.

Wir gehen aus dem Museum hinaus und auf der Querstraße links. Kurz darauf

wandern wir vor der

*** Porta Nuova des 16. Jhs.

rechts auf die „Via Zagarelli alle Mura“. Kurz darauf wandern wir an der

Kreuzung

*** Porta Sisi des 16. Jhs.

mit Blick nach links auf den

*** Portonaccio von 1788

rechts auf die „Via Mazzini“, kurz darauf vorbei an rechts stehender

Kirche ** S. Agata Maggiore, kurz darauf über die begrünte

„Piazza Caduti per la Libertà“ auf die „Via C. Ricci“ und

dort rechts in die Kirche

*** S. Francesco. Die Kirche, im Kern aus dem 8. Jh. zeigt

sich im Gewand des 10. Jhs.

Im Inneren teilen zwölf Marmorsäulen die drei Schiffe.


Das Chorhaus. Der Altar ist ein Sarkophag des 4. Jhs.; die Darstellung

ist Christus auf dem Thron, von Aposteln umgeben.

Linkes Seitenschiff. Sarkophag des 4. Jhs. mit Lämmerdarstellung.

Sarkophag des 4. Jhs. mit Christus und Aposteln.

Die Krypta ist aus dem 10. Jh. Der Mosaik-Fußboden ist teilweise

original aus der Bauzeit.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und rechts zum barocken

*** Dante-Denkmal. Die Gedenkstätte wurde 1780 von Camillo

Morigia im neoklassischen Stil erbaut. Dante hatte nach seiner

Vertreibung aus seiner Geburtsstadt Florenz in Ravenna

– Das Danterelief über der Urne schuf Pietro Lombardo, 1483.

Hinter dem Dante-Denkmal befindet sich das

*** Dante-Museum, in dem an Dante erinnert wird.

Wir gehen aus der Gedenkstätte hinaus, nach links, vorbei am überwucherten

* Hügel, in dem Dante ursprünglich beerdigt gewesen sein soll,

vorbei am Säulengang

*** Braccioforte mit zwei antiken Sarkophagen.


Kurz darauf wandern wir auf der Querstraße links, am Straßenstern auf der

begrünten „Piazza Caduti per la Libertà“ halbrechts auf die Straße mit der

„Banca Popolare“ und sofort links. Kurz darauf wandern wir über den begrünten

Platz ins

*** Museo Arcivescovile. Gezeigt wird u. a. der Bischofsthron

des Maximianus, der aber wohl aus dem 4. Jh. stammt,

mit Elfenbeinarbeiten, die es, was die Qualität angeht, in Europa

nicht noch einmal gibt, sowie ein Vortragskreuz. Ins Museum

integriert ist das Oratorium *** S. Andrea. Das Oratorium wurde

im frühen 6. Jh. erbaut. Vorgelagert ist dem Bau ein rechteckiges

Vestibül mit Tonnengewölbe. Die Kapelle selbst hat die

Form eines griechischen Kreuzes.

**** Mosaiken des 6. Jhs.

Das Gewölbe des Vestibüls ist mit bunten Vögeln und weißen

Lilien geschmückt. In der Lünette steht Christus als Soldat,

das Monogramm Christi, begleitet von den Evangelistensymbolen.

In den Laibungen der Fenster: Medaillons mit Heiligenbüsten.

Außerdem: Linke Lünette: Kreuzabnahme, Fresko von Luca

Longhi. – Rechte Lünette: Auferstehung Jesu, Fresko von Luca

Longhi.

Wir gehen aus dem Museum hinaus und nach links durchs Törchen, durchwandern

die Anlage und gelangen ins

*** Battisterio Neoniano. Die über einem römischen Bad von

Bischof Neon errichtete achteckige Taufkirche stammt aus dem

Jahre 452.


Im Inneren verzieren Mosaiken den Raum.

**** Mosaiken des späten 5. Jhs.

In der Kuppelmitte: Taufe Jesu durch Johannes.

Im Rund um die Taufe stehen die zwölf Apostel auf blühenden

Wiesen; sie alle tragen die symbolische Krone. Diese wieder

umrunden Throne und Altäre, Symbole für die Herrschaft Got-


tes. In der unteren Zone befinden sich Medaillons mit Männergestalten.

Die Marmorreliefs seitlich der Fenster sind ebenfalls aus dem

5. Jh. und waren ehedem bemalt.

Das Taufbecken ist eine Imitation aus dem 15. Jh. aus griechischem

Marmor. – In einer Nische: Bronzekreuz des 7. Jhs. – In

einer weiteren Nische: Römische Marmorvase aus dem 5. Jh.

Wir gehen aus dem Baptisterium hinaus und in den Dom

***** S. Urso. Der Dom wurde in seiner heutigen Gestalt–

nach vielen Umbauten der Jahrhunderte – 1743 fertiggestellt.

Lediglich der Turm ist aus dem 10. Jh. Fassade, Turm, Vorhalle

mit drei Arkaden und Kuppel verleihen dem Bau ein interessantes

Äußeres.


Das Innere. Der Fußboden besitzt alte Ornamentikfliesen.

Das Chorhaus. Spätgotischer Kruzifixus.

Links des Chores: Gang mit einer Galerie von Renaissancegemälden

und Barockbildern.

Linker Querschiffarm. Sakramentskapelle mit Fresken und Bildern

des Guido Reni. Die Decke zeigt das Gemälde der Verherrlichung

Jesu.


Rechter Querschiffarm. Kapelle von Domenico Barbiani mit

gewaltigem Barockaltaraufbau. An der Decke: Himmelfahrt

Mariens. – Sarkophag mit dem Weltenrichter samt Petrus, Paulus

und Palmen 5, Jh. (rechts)

sowie Sarkophag mit dem Salvator samt Petrus und Paulus

nebst zwei Vasen, 5. Jh. (links).

Linkes Seitenschiff. 1. Petrus sendet Apollinaris aus, Gemälde

von Filippo Pasquali.


2. Auferstehung Jesu, römische Schule.

Rechtes Seitenschiff. 1. Drei Heilige, Gemälde von Giuseppe

Milani. 2. Kruzifixus von 1701; darunter: Altarstein des 5. Jhs.

3. Christophorus, Gemälde von Antonio Rossi; das Bild steht

Das Mittelschiff. Marmorkanzel des 6. Jhs.


Wir gehen aus dem Hauptausgang des Domes hinaus, halten Richtung, wandern

vor quer stehendem Haus Nr. 4 rechts gegen die Einbahnstraße, kurz darauf

Richtung haltend über die Piazza, vorbei an links stehender Nr. 12,

*** Palazzo Rasponi dalle Teste aus dem 17./18. Jh. mit schönem

Portal

und rechts hinterm Platz stehendem

*** Palazzo Rasponi Murat, ein Bankpalast aus dem

15./16.Jh.,

gehen hinter dem Palazzo Nr. 12 links, auf der Quergasse „Via Luca Longhi“

rechts und in den folgenden Gassen der Nase nach. – Schließlich wandern wir

an der Kreuzung links auf die „Via Cavour“. – Später wandern wir zur Porta

Adriana, unserem Ausgangspunkt, zurück.

Ravenna

RK B16

Ende

*

Im Nordosten, außerhalb des Altstadtbereichs steht das

*** Mausoleum des Theoderich. Das rund wirkende, aber

doch zehneckige Grabmal hat der König noch zu seinen Lebzeiten,

also um 500 erbauen lassen. 3 m hoch und 11 m im

Durchmesser beträgt der Deckstein, der dem Mal ein trutziges

Aussehen verleiht. Die Gebeine Theoderichs sind im Orkus der

Zeitläufte verlorengegangen.


*

Im Süden, weit außerhalb der Stadt, in heute grüner Landschaft, liegt die Kirche

des Hafenortes

Classe.

Vom Parkplatz aus gehen wir vorbei am ** Augustusdenkmal (Kopie) und in

die Kirche

***** S. Apollinare. Die dreischiffige Halle wurde 549 von

Maximianus geweiht und erhielt im 10. Jh. den markanten Glockenturm.

Der einzige äußerliche Schmuck ist der Laubengang

des 16. Jhs.

Das Innere. Das Mittelschiff trennen Säulen aus griechischem

Marmor mit byzantinischen Kapitellen von den Seitenschiffen.

***** Mosaiken aus dem 6. bis 9.Jh.

Die Apsis. Die Kalotte enthält das kostbarste und bedeutendste

Mosaik der Stadt Ravenna: Dichtes Gewölk überschattet einen

goldfarbenen Himmel, aus dem die Hand Gottes hervorragt, die

auf das mit Edelsteinen besetzte Kreuz hinweist, in dessen


Zentrum der Kopf Christi erscheint. Beiderseits ragen aus den

umringen zwölf Lämmer, die die dem Apollinaris anvertrauten

Seelsorgen versinnbildlichen, den Heiligen und Kirchenpatron.

Der Legende nach soll Apollinaris in Ravenna das Christentum

eingeführt haben und als Bischof und Märtyrer gestorben sein.

– Der Fensterbereich, von links nach rechts: Kaiser Konstantin

IV., mit seinen Brüdern Heraklius und Tiberius überreicht dem

und Abraham bringen gemeinsam dem Herrn Opfer dar; die

Mosaiken stammen aus dem 7. Jh.

Das Mittelschiff. Die Frontwand: Über der Kalotte: Segnender

Christus zwischen den vier Apostelsymbolen (oben) sowie die

Städte Jerusalem und Bethlehem, die die zwölf Lämmer

Jh. Die Erzengel Michael und Gabriel (unter den Palmen) sowie

die Büsten der Evangelisten Lukas und Matthäus (unter den

Erzengeln) sind Mosaiken des 11. bzw. 12. Jhs. – An den Wänden

über den Arkadenbögen: Medaillons mit Heiligenbüsten;

Mosaiken des 18. Jhs.


Das Chorhaus. Im Hauptaltar werden die Gebeine des Heiligen

aufbewahrt.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Altar der Heiligen Felicola mit

dem Ziborium des Heiligen Helencadius, 9. Jh.


Außenwand: Sarkophage des 5. und 6. Jhs. – Hinten: Taufstein

des 7. Jhs.

Rechtes Seitenschiff. Marmor-Sarkophage des 5. und 6. Jhs.,

noch bedeutender als die des linken Seitenschiffs. – Freigelegter

Originalboden.

Die Krypta wurde im 9. Jh. erbaut. – Der kleine Altar im

Hauptschiff entstammt noch der Bauzeit. – Die Sarkophage sind

aus dem 5. bis 8. Jahrhundert.

Ravenna

Ende

*

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