Mantova - Kunstwanderungen

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Mantova - Kunstwanderungen

RK B22

Mantova

Ob der Name der wahrscheinlich etruskischen Siedlung wirklich von Manto, der Tochter

des Teresias, abzuleiten ist, kann nicht bewiesen werden. Im Jahre 41 v. C. legt

Oktavian hier eine Colonia für Veteranen an. Im Jahre 70 n. C. wird der Dichter Vergil

nahe der Stadt geboren. Nach dem Zerfall der römischen Herrschaft kommt der Ort unter

verschiedene Herrschergeschlechter und wird in der Spätgotik von den Gonzagas regiert.

Unter ihnen sorgen gute Beziehungen zu Florenz und seinen Medici dafür, dass so

große Künstler wie Brunelleschi, Donatello, Mantegna und Pisanello im Ort weilen.

1459 fällt die Entscheidung durch den Piccolomini-Papst Pius II. für ein Konzil in Mantua.

1603 wird Claudio Monteverdi Leiter der Hofkapelle und führt hier seine Oper

»Orfeo« erstmals auf. Nach dem Aussterben der Gonzagas fällt Mantua an die Habsburger.

Giuseppe Verdis berühmte Oper »Rigoletto« spielt in Mantua.

*

Andreas Hofer

Der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer wurde 1767 im

Passeiertal geboren und übte dort den Beruf des Wirtes aus.

1805 übereignete Napoleon das habsburgische Tirol dem Staate

Bayern, was die Tiroler nicht hinnehmen mochten. Nach zwei

Siegen am Bergisel gegen Bayern und die Franzosen und dem

Sieg der Tiroler Schützen gegen ein sächsisch-thüringisches

Regiment im Eisacktal 1809 ernannte man Hofer zum Regenten

von Tirol. Die Habsburger selbst unterlagen Napoleon und verzichteten

im „Frieden von Schönbrunn“ 1809 erneut auf Tirol,

weswegen Hofer den Kampf fortsetzte. Durch Verrat geriet

Andreas Hofer in Gefangenschaft, wurde fortgeführt und nach

„Mantua in Banden“ gelegt. Napoleon ließ ihn 1810 in Mantua

standrechtlich erschießen.

Andreas Hofer

von

Julius Mosen

Zu Mantua in Banden

der Treue Hofer war,

in Mantua zum Tode

führt’ ihn der Feinde Schar.

Es blutete der Brüder Herz,

ganz Deutschland, ach! In Gram und Schmerz,

mit ihm das Land Tyrol.

Die Hände auf dem Rücken,

Andreas Hofer ging

mit ruhig festen schritten;

ihm schien der Tod gering,

der Tod, den er so manches Mal

vom Iselberg geschickt ins Tal,

im heil’gen Land Tyrol.

Doch als aus Kerkergittern

im festen Mantua

die treuen Waffenbrüder

die Händ’ er strecken sah,

da rief er aus „Gott sei mit euch,

mit dem verrat’nen deutschen Reich

und mit dem Land Tyrol.

Dem Tambour will der Wirbel

nicht unterm Schlägel vor,

als nun Andreas Hofer

schritt durch das finstre Tor.

Andreas, noch in Banden frei,

dort stand er fest auf der Bastei,

der Mann vom Land Tyrol.

Dort soll er niederknien;

Er sprach: „Das tu ich nit!

Will sterben, wie ich stehe,

will sterben, wie ich schritt,

so, wie ich steh’ auf dieser Schanz’;

es leb’ mein guter Kaiser Franz,


mit ihm sein Land Tyrol.“

Und von der Hand die Binde

nimmt ihm der Korporal;

Andreas Hofer betet

allhier zum letzten Mal,

dann ruft er: „Nun so trefft mich recht!

Gebt Feuer! Ach, wie schießt ihr schlecht!

Ade, mein Land Tyrol.

*

Wir gehen aus dem Bahnhof hinaus, auf der „Via S. Bettinelli“ rechts und halten

uns links. – Kurz darauf wandern wir an der Kreuzung links auf den

*** Casa Romano. Das Haus des Baumeisters Giulio Romano

zeigt, in welchem Ansehen der Hofarchitekt bei Federico II.

Gonzaga stand. Romano entwarf es 1538; fertiggestellt war es

1544. Über dem Portal steht die Figur des Merkurs. Ursprünglich

bestand das Gebäude aus lediglich fünf Achsen; 1800 wurde

es von Paolo Pozzo auf acht erweitert und erhielt ein teilweise

klassizistisches Aussehen.

Bald darauf wandern wir an der Kreuzung kurz hinter rechts erbauter Nr. 11,

*** Palazzo di Giustizia, Wohnsitz der Ganzaga Vescovato,

von Antonio Maria Viani (1555-1629) errichtet,

rechts auf die “Via Giovanni Acerbi” und halten Richtung. – Später wandern

wir in die rechts erbaute Nr. 47, die

*** Casa Mantegna. Der Hofmaler Mantegna erhielt das

Grundstück von Ludovico II. Gonzaga geschenkt und begann

1476 mit dem Bau der Vierflügelanlage um ein Atrium. Das

Haus ist heute als Museum eingerichtet, allerdings – völlig

kahl! Die erstellte Computerpräsentation über Leben und hier

Wohnen des Mantegna ist erstklassig.

Andrea Mantegna

Andrea wird 1430 oder 1431 in Isola di Carturo geboren. Zwischen

1441 und 1445 befindet er sich zu Padua in der Lehre bei

Francesco Squarcione. 1447 weilt er mit seinem Lehrer in Venedig.

Ab 1448 arbeitet er selbständig, zunächst in Padua. Dort

wird er von der Stadtverordnung zum Schätzungsexperten bestellt.

1449 arbeitet er in Ferrara, danach wieder in Padua. 1453

heiratet er Nicolosa, die Tochter des Malers Jacopo Bellini und

gleichzeitig Schwester der berühmten Malerbrüder Giovanni

und Gentile Bellini. Im Jahre 1456 nimmt er den Auftrag

Ludovicos III. Gonzaga an, als Hofmaler nach Mantua zu

kommen. Allerdings tritt der Maler sein Amt noch nicht an, hat

er doch Verpflichtungen wahrzunehmen, so z. B. das Altarbild

von San Zeno in Verona zu malen. Ludovico gestattet ihm, den

Auftrag im Jahre 1457 zu erledigen. 1459 erst zieht Mantegna

nach Mantua. Im selben Jahr malt er das San-Zeno-Altarbild

fertig. Immer wieder zieht es ihn in die umliegenden Städte. So

findet man ihn 1467 in der Toskana.

1469 wird Mantegna zum Grafen erhoben. Er ist ein sehr unleidlicher

Mensch mit einem schwierigen Charakter. Ab 1470

gibt es daher viel Ärger um ihn; allerdings hält die Familie

Gonzaga zu ihm. 1478 stirbt Ludovico Gonzaga, weshalb dessen

Sohn Federico die Regentschaft übernimmt. Mantegna steht

auch bei ihm in hohem Ansehen. 1484 stirbt Federico; sein

Sohn Francesco wird sein Nachfolger. Auch er ist Mantegna

gewogen. 1498 weilt Mantegna in Rom, wo er in der Kapelle

des Vatikans arbeitet. 1490 kehrt er nach Mantua zurück und

arbeitet im Castello S. Giorgio. 1506 stirbt er in Mantua.

*

Wir gehen aus dem Mantegna-Haus hinaus, nach rechts und an der Kreuzung

links in die Kirche

*** S. Sebastiano. Die einstige Votivkirche von 1460 für Ludovico

II. Gonzaga entwarf Leon Battista Alberti in der Form

eines griechischen Kreuzes. 1783 wurde das Gotteshaus säkularisiert.

Heute dient es Wechselausstellungen.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und auf dem „Largo XXIV Maggio“ links.

Später wandern wir in den


**** Palazzo del Tè. Die Sommerresidenz der Gonzaga gab

Federico II. 1524 dem Architekten Giulio Romano in Auftrag;

die Anlage sollte vorwiegend seiner Geliebten Isabella

Boschetto zugedacht sein. Der Name „Tè“ rührt von einer kleinen

Insel her, die man Tejeto nannte, die noch im Sumpfgebiet

lag und später erst bei Auffüllung der Gelände dem Festland

angegliedert wurde. Hier jagte die Herrschaft, und Isabella erwähnt

selbst, man solle draußen auf der Tè Hasen aussetzen, wo

man sich dann bisweilen dem Vergnügen hingeben wolle.

Romano nahm sich die Villa Madama in Rom zum Vorbild, die

sein Lehrer Raffael erbaut hatte, erstellte aber dann doch ein

raffiniertes, manieristisches Gebäude, dessen Fassade außerordentlich

reizvoll ist. Der Komplex besteht aus vier verschiedenen

Flügeln.

Die Räume stattete Giulio Romano mit seinen Schülern aus.

Immer wieder taucht in der Dekoration der Olymp auf sowie

den Bildern des „Liebestempels“ ist das Geschehen um Amor

und Psyche aus des Apuleius’ Der Goldene Esel gemalt.

Wir erfreuen uns an der Sala dei Giganti. In diesem Hauptsaal befinden

sich die besten Gemälde von Giulio Romano. Sie zeigen

den Aufstand der Giganten gegen die Götter des Olymp.

Wir gehen aus dem Palast in den Garten. Dort hinten links befindet sich das

Appartamento della Grotta. Dieses kleine Bad des Herzogs und

die Loggia sind von Schülern Romanos mit Grotesken bemalt

worden.

Wir gehen durch die Pforte des Gartens aus der Anlage hinaus, in der äußeren

Parkanlage nach rechts und halten Richtung auf breitem Weg am Hippodrom

vorbei. – Später wandern wir vor dem Stadion links, umwandern es rechtshaltend

und queren schließlich die „Piazzale di Porta Cerese“ zu Gunsten der

bleiben. – Später wandern wir an der Kreuzung „Via Broletto“ rechts, durch

den Bogen, rechtsdiagonal über die „Piazza Sordello“ und in den

***** Palazzo Ducale. Der Gebäudekomplex gruppiert sich

um drei Gärten und neun Höfe, entstand zwischen dem 13. und

18. Jh. auf 34000 qm zwischen dem Ufer des Mincio sowie der

Piazza Sordello und ist nur dem Vatikanspalast vergleichbar.

Das spröde wirkende, mit Schwalbenschwanzzinnen bekrönte

Domus Magna (das ist der Teil, der in die Via S. Giorgio

hineinführt, also gegenüber dem Domlanghaus) und der Palazzo


Capitano (das ist der Bauteil an der Piazza Sordello) wurden

unter den Bonacolsi 1299 und 1308 errichtet; die Gonzaga bauten

sie allerdings um; im 16. Jh. wurden beide miteinander vereinigt.

– 1395, unter Francesco I. Gonzaga, wurde das Castello

di San Giorgio am See (Lago di Mezzo) erbaut. – Die Domus

Nova (an der Piazza Paccagnini) erbaute Luca Fancelli 1480. –

Die Rustica (am Lago Inferiore) baute Giulio Romano um

1534. – Die Corte Nuova (gleich neben dem Castello di San

Giorgio am See) schuf ebenfalls Giulio Romano, 1536. – Die

Cavallerizza (längs des Lago Inferiore) entwarf Battista Bertani,

um 1565. – Im Zentrum all dessen wurde die Kirche S. Barbara

zwischen 1562 und 1565 von Battista Bertani erbaut.

Man durchschreitet den Fürstensaal mit einem Freskenzyklus von

Antonio Pisanello der Zeit um 1447: Szenen aus der Artussage,

die Säle des Alkovens mit Gemälden des 15. und 16. Jhs., das

Appartement der Wandteppiche des 16. bis 19. Jhs., den Saal des

Tierkreises mit dem Deckenbild von Lorenzo Costa d. J.: Diana

(1579). Wir gelangen in den Spiegelsaal: Olymp, Parnass, Allegorien

der Künste und Wissenschaften, manieristische Gemälde

mantuaner Maler des 16. Jhs.; Dekoration von 1779, in den Saal

der Bogenschützen mit Pferden und Rittern vor Landschaften;

Gemälde von Rubens, Tintoretto, Brozetto, Jordaens und Fetti,

in den Saal des Labyrinths mit einer Decke, die ihm den Namen

gab; darunter: die vier Weltalter. Wir kommen in den Trojasaal mit

Szenen aus dem Trojanischen Krieg, Fresken von Schülern Giulio

Romanos nach Entwürfen des Meisters, in den Jupitersaal mit

Gemälden Romanos an der Decke: thronender Jupiter. Wir gehen

ins Kabinett der Cäsaren mit Kopien des 16. Jhs. von Gemälden

Tizians, die auf Umwegen nach Spanien kamen und im Escorial

verbrannten, in den Saal der Manto mit Wandbildern zur mythologischen

Stadtgründung durch Manto die Seherin, in den Saal

der Stadthauptleute mit einem Fresko des 16. Jhs., das den

Treueschwur Luigi Gonzagas vor dem mantuaner Volk zeigt. Es

geht ins Hochzeitszimmer (wohl besser: Brautgemach) mit Gemälden

Mantegnas: Markgraf Ludovico trifft seinen zum Kardinal

ernannten Sohn Francesco; Markgraf Ludovico mit seiner

Wir wandern vorbei am Castello San Giorgio, das unter Francesco

I. Gonzaga 1395 errichtet wurde. Der Festungsbau ist von einem

Graben umgeben und mit Ecktürmen versehen. Unter Ludovico

Gonzaga wurde die Veste im 15. Jh. grundlegend verändert.

Federico Gonzaga ließ im 16. Jh. abermals umbauen.

Wir wandern vorbei an der sofort hinterm Giorgio erbauten Corte Nova.

Sie schuf Giulio Romano 1536. Wir wandern vorbei an der ihr angebauten

Cavallerizza von Battista Bertani, 1565. Wir wandern vorbei


an der ihr angebauten Rustica, die Giulio Romano um 1534 erbaute.

Wir wandern vorbei am Domus Nuova (an der Piazza

Paccagnini) die Luca Fancelli 1480 errichtete.

Wir gehen aus dem Palast hinaus, nach rechts und zu Haus Nr. 23, in die

*** Casa Rigoletto. Zum Haus ist lediglich zu sagen, dass es

vorgaukeln soll, es habe einen Narren Rigoletto gegeben und

der habe hier gewohnt. Was es gibt, ist die weltberühmte Oper

Verdis, die in Mantua spielt.

Wir gehen aus dem Haus hinaus, nach rechts und in den Dom

*** S. Pietro. Die dreischiffige romanische Basilika, von der

der Campanile Zeugnis ablegt, wurde im 14. Jh. umgebaut und

erhielt in der Barockzeit 1751 die Fassade vorgeblendet, die

von Heiligenfiguren überhöht wird. Das Innere wurde von Giulio

Romano gestaltet im Stile der Renaissance mit vier gewaltigen

Säulenreihen, die fünf Schiffe trennen.

Das Chorhaus. Auf die Apsiskalotte malte Domenico Fetti in

der Nachfolge Rubens’ die Verherrlichung der Trinität.

Vierung und Querhaus wurden von dem Manieristen Ippolito

Propheten und Sibyllen; an den Wänden: Szenen aus mantuaner

Kirchengeschichte.

Linker Querschiffarm. Frontwand, Innenkapelle: Josefstod,

Gemälde des 19. Jhs. – Frontwand, Außenkapelle: Anbetungsgemälde,

von 1599. – Sakramentskapelle. Das Kuppeloktogon

um 1664 wurde 1784 nach Ideen Paolo Pozzos klassizistisch

dekoriert und von Felice Campi ausgemalt.

Linkes Seitenschiff. 1. Gemälde des Hieronymus, 19. Jh. – 2.

Incoronata-Kapelle des 15. Jhs., ein quadratischer, überkuppelter

Raum, der von Ippolito Andreasi Ende des 16. Jhs. freskiert

Rechtes Seitenschiff: 1. Taufkapelle im Turmuntergeschoss:

Freskenreste des 13. Jhs. – 2. Altar des 17. Jhs. mit der Muttergottes.

– 3. Gemälde des 17. Jhs.: Luigi Gonzaga. – 4. Sarkophag

von 1249 mit großartiger Skulpturenarbeit daran. – 5.

Wunder des Eligius, 18. Jh.

Wir gehen aus dem Hauptausgang des Doms hinaus, halten Richtung über die

Piazza Sordello und vorbei an rechts stehender Nr. 15,

*** Palazzo Vescovile, ein Barockpalast der Zeit von 1776.

Der von einem Mittelrisalit verzierte Bau wird von einer Balustrade

mit allegorischen Figuren überdacht. Telamonen stützen

einen den Marmorbalkon.

Wir wandern vorbei an Nr. 10-12,

*** Palazzo Bonacolsi-Castiglioni. Der Backsteinbau der

Bonacolsi, den Herren von Mantua zwischen 1272 und 1328,

mit Schwalbenschwanzzinnen und eleganten Bogenfenstern

wurde 1281 erbaut. Seit 1808 ist die Anlage im Besitz der

Castiglioni.

Wir wandern vorbei am diesem Palast angebauten, niedrigeren,

*** Palazzo Acerbi des 13. Jhs. mit Schwalbenschanzzinnen

und im 14. Jh. angebauten Torre della Gabbia.

Wir gehen auf der „Via Cavour“ vorbei an rechts stehendem

*** Torre della Gabbia, ein Wehrturm der Zeit nach 1300, an

dem außen eine Gabbia=Käfig angebracht war, in dem Verbrecher

zur Schau gestellt wurden.

Wir wandern vorbei an links am Platz stehender 1-3,

*** Palazzo del Broletto. Der „Palazzo Vecchio“, Amtssitz

des Podestà, des Bürgermeisters, wurde ab 1190 erbaut und

1277 mit dem zum Platz hin geöffneten Arco dell’Arengario –

samt Dreibogenfenstern und Galerie – vollendet. Ein Umbau im

15. Jh. gab ihm sein heutiges Aussehen. In der Nische neben

dem Nordportal ist die Reliefdarstellung Vergils von 1227, an

der Nordwestecke der Torre Civica zu sehen, an den im 16. Jh.

der kleine Anbau vorgenommen wurde. An der Nordostecke ist

das ehemalige Versammlungshaus der Zeit um 1300 errichtet,

daneben das einstige Verwaltungsgebäude.

Wir wandern auf der „Piazza Erbe“ vorbei am links erbauten

*** Palazzo della Ragione. Der mit Zinnen und Dreibogenfenstern

geschmückte Palast der Zeit um 1250 mit seinen später


angefügten Kolonnaden der Renaissance wurde als Rathaus benutzt.

Dem Justizpalast angebaut ist der

*** Torre dell’Orologio, der Uhrenturm, der den Justizpalast

seit 1473 überragt. Zifferblatt, Madonna und Balkon lockern die

Vertikale auf. Die Krönung schuf Antonio Maria Viani (1555-

1629).

Wir gelangen in die Kirche

*** S. Lorenzo. Die Rotunde entstammt romanischer Zeit von

1082 und ist ein lombardisches Kunstwerk von guter Qualität.


Im Inneren die Arkaden ruhen auf Säulen mit Würfelkapitellen.

Byzantinische Fresken des 11./12. Jhs. zeigen Christus als Weltenrichter

und Engel.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, halten Richtung und gelangen in die Kirche

**** S. Andrea. Markgraf Ludovico II. Gonzaga ließ die Benediktinerkirche,

deren gotischer Campanile von 1413 erhalten

ist, 1472 nach Plänen des Leon Battista Alberti neu erbauen.

Erst 1765 waren die Bauarbeiten mit der Errichtung der Vierungskuppel

vollendet. Die Fassade der Vorhalle ist eine Verbindung

von römischer Tempelfront und Triumphbogen.

Das Kirchenschiff ist beeindruckend und dominiert den Innenraum.

Unter dem Tonnengewölbe kommt es – auch hier – römischen

Monumentalbauten gleich. Giulio Romano versah es im

16. Jh. mit Fresken.

Das Chorhaus. In der Kalotte erkennt man das Andreas-

Martyrium, von Giorgio Anselmi. – Sängerkanzeln, spätbarock.

– Orgelempore, spätbarock.

Die Vierung. Die Kuppel malte Giorgio Anselmi zwischen

1777 und 1782 aus. Über den Figuren der vier Evangelisten ist

die Paradiesglorie dargestellt.


Linker Querschiffarm. Hinten: Grabdenkmäler des 16. Jhs. – In

Domenico Fetti, um 1600. – In der Sakristei: Deckenfresko mit

Gottvater, von Domenico Fetti.

Rechter Querschiffarm. Hinten: Grabbildnisse des 16. Jhs.

Die Krypta konstruierte Antonio Maria Viani 1598; der Legende

nach wird hier eine Blutreliquie aufbewahrt, die Longinus

aus dem Heiligen Land hierher gebracht haben soll.

Linke Seite. Die 1. Kapelle: Kruzifix des Fermo Ghisoni, 16.

Jh. – Kanzel von Antonio und Paolo Mola, 16. Jh. – Die 2. Kapelle

mit Renaissance-Ausmalung. – Die 3. Kapelle: Anbetungsgemälde

des Lorenzo Costa il Giovane, 16. Jh. sowie eine

Verkündigung, von Andreasino. – Die 4. Kapelle: Gemälde der

mit dem Grab des Andrea Mantegna, der im Jahre 1506 in Mantua

starb; die Büste könnte Mantegna selbst geschaffen haben.

Die Malereien stammen von seinen Söhnen. Die Heilige Familie,

letztes Werk Mantegnas (linke Wand), Taufe Jesu, von

Francesco Mantegna (rechte Wand), Heimsuchung, 1570,

(Frontwand).

Rechte Seite. Die 1. Kapelle. Fresken von Rinaldo Mantovano:

Kreuzigung und Entdeckung des kostbaren Blutes. Altarbild der

Geburt Christi, von Mantovano. – Die 3. Kapelle. Die Fresken

Muttergottes mit Heiligen, von 1495. – Die 5. Kapelle. Fresken

zu Dantes „Hölle, Fegefeuer und Paradies“, von Benedetto

Pagni, 16. Jh. Altarbild: Antonius tadelt Ezzelinus, 19. Jh. – Die

6. Kapelle. Fresko der Himmelfahrt Jesu, von Mantegna, sowie

Fresko der Hl. Familie und Grablegung, von Correggio, 15. Jh.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, linksversetzt über die „Piazza Mantegna“

und vorbei an rechts stehender

*** Casa Viani Tallarico von 1495.

*** Pescherie, die 1535 nach Plänen Giulio Romanos erbaut

wurden. Die Halle besteht aus einem doppelten Portikus, der

den Rio überbrückt und mit einem Gang gedeckt ist. Von hier

aus ergibt sich eine *** Ansicht von typisch mantovanischem

Winkel.

Wir wandern vor dem

*** Torre di San Domenico

*** San Francesco d’Assisi. Die mittelalterliche Kirche wurde

1304 von einem Baumeister Germano vollendet. Im 15. Jh.

nahm man Veränderungen vor. Nach der Kriegszerstörung 1945

wurde die vollkommen vernichtete Kirche dem Original ähnlich

wieder aufgebaut. Vor dem Turm steht die original erhaltene


Wir gehen aus Kirche und Kirchhof hinaus und auf der „Piazza S. Francesco

d’Assisi“ rechts. – Später wandern wir in den Bahnhof von Mantua.

Mantova

RK B22

Ende

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