Koblenz - Kunstwanderungen

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Koblenz - Kunstwanderungen

OMR 01 Koblenz – Rhens Koblenz – Stolzenfels – Rhens Zug Rhens tägl. 7.57, 9.01, 9.57, 19.01, 20.01, 21.01, Koblenz tägl. 8.03, 9.07, 10.03, 19.07, 20.07, 21.07, Streckenwanderung 4 Stunden und 00 Minuten reine Wanderzeit Wir gehen in Koblenz aus dem Bahnhof hinaus und fahren nun mit dem Bus Linie 1 zur Fähre am Rhein in Koblenz. Unter dem römischen Kaiser Tiberius (14-37 n. C.) entstand am Zusammenfluss von Mosel und Rhein das Castrum apud Confluentes. Von Confluentes = die Zusammenfließenden leitet sich der Name Koblenz ab. Unter den Franken ist der Ort seit dem 6. Jh. Königspfalz. Ab 1018 gehört man zum Erzbistum Trier. Zwischen dem 12. und 14. Jh. erlebt die Stadt ihre Blüte zeit. 1794 beginnt für Koblenz die Franzosenzeit, ab 1815 die Preußenzeit. Die Preußen sind es auch die Ehrenbreitstein zur größten Festung am Rhein ausbauen. Sie erheben Koblenz im Jahre 1822 zur Hauptstadt der Rheinprovinz. Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt zu 85% zerstört. * Childe Harolds Pilgerfahrt (Auszug) von George Gordon Lord Byron: Bei Koblenz über eines Hügels Laub ragt schlicht und niedrig eine Pyramide; darunter liegt beschattet Heldenstaub, Staub unsres Feindes – aber Ehr und Friede sei Marleau nicht versagt! Vom Augenlide der harten Krieger tropften Tränen viel aufs frühe Grab, als ob ein Bruder schiede; beneidet und beweint war dessen Ziel, der für sein Vaterland, für Frankreichs Rechte fiel. Kurz, kühn und glorreich war sein Lebenstag; zwei Heere klagten, Freund und Feind um ihn, und für die Ruh der tapfren Seele mag der Wandrer wohl an dieser Stätte knien; denn Marleau war der Freiheit Paladin, den wen’gen einer, die das Amt zu strafen, das Freiheit ihren Kämpfen hat verliehn, nie überschritten: rein ist er entschlafen, und darum trauerte die Welt um diesen Braven. * Hier am Rhein, beim *** Rheinkran, ein Achteckbau mit profiliertem Sockel, Pilasterportal samt manieristischem Schmuck, von 1611, sowie vor dem an der Straße erbauten *** Altes Regierungsgebäude, von 1902 im neuromanischen Stil mit Uhrturm, Weg in den Platanen, links treppauf, an der „Rheinzollstraße“ durch die Mauerpforte, halten uns links durch den ** Blumenhof, den einstigen Kommendegarten, und verlassen ihn durch den *** Portalturm, einst Pforte des ehemaligen Waisenhauses. 5 Minuten später gehen wir in die Kirche ***** St. Kastor. Die spätromanische Basilika mit Doppelturmfassade, dreischiffigem Langhaus, Querhaus und apsidial geschlossenem Chorhaus, zwei West- und zwei Osttürmen wurde im Wesentlichen Mitte des 12. Jhs. und um 1200 erbaut. Die Doppelturmfassade, schmaler als das Haus, wurde, mit Ausnahme der oberen Turmgeschosse schon in der 1. Hälfte des 11. Jhs. errichtet. Der Verbindungsbau zwischen den Türmen wurde im 19. Jh. erneuert, also auch das Westportal.


Das Chorhaus. Im Apsisgewölbe befinden sich die Dreifaltigkeit, von 1849, und darunter die Majestas Domini. – Auf dem Altar steht ein Bronzekruzifixus von 1685, von Georg Schweigger. – Linke Wand: Kuno von Falkenstein-Grabmal Das Äußere. Die Türme mit ihren Schallarkaden und Ostteile geben sich prächtig: Zweistöckige Apsis, fünfgeschossige Türme, Blendreihen aus Kleeblattbögen, von Löwen getragene Säulen, Zwerggalerie und Fenster.


(+1388); auf der Tumba, von einzelnen Nischenfiguren geschmückt, steht der Erzbischof auf Hund und Lö we; eine mit Grabmal (+1418); nasenbesetzter Kielbogen, Tumba mit Blendarkaden; zu Häupten des Erzbischofs zwei Engel mit dessen Wappen. Linker Querschiffarm. Grabmale des 17. und 18. Jahrhunderts. Rechter Querschiffarm. Frontwandaltar: Marmorkruzifixus, von 1709. – Außenwand: Sechzehn Bildtafeln der Zeit um 1480 mit den Zwölf Aposteln, Jesus, Muttergottes, Kastor und Rizza in spätromanischen Steinrahmen. – Darunter links: Rotes Buntsandsteinepitaph für Marga von Helfenstein (+1471), einen Helm haltend. – Rechts davon: Grabmale des 17./19. Jhs. Linkes Seitenschiff. Maternus Gillenfeld-Grabmal (+1607) mit Gottvater in der Bekrönung, dem Verstorbenen und Magdalena unten sowie dem Hauptbild der Begegnung Jesu mit Magdalena: „Noli me tangere + Berühre mich nicht“. Aus der Wand geholtes Gemälde einer Jungfrau, spätgotisch. – Rechtes Seitenschiff. Epitaph für Johann von Schönborn und seine Frau, mit den Verstorbenen und der Muttergottes, 15. Jh. – Doppelgrabmal für Friedrich von Sachsenhausen (+1411) und Sophie Schenk von Liebenstein samt wappentragenden Jh. – Gnadenbild, Halbfigur der Muttergottes, 15. Jh. – Grabplatten des 17./18. Jhs. – An der Rückwand: Gemälde des Kastor, um 1780. – Darunter: Grabmal eine Scholasters, 14. Jh., in Ritztechnik. Das Mittelschiff. Spätgotisches Sterngewölbe von 1496, von Meister Matthias. – Über dem Chorbogen: Wandgemälde des Himmlischen Jerusalems. – Kanzelkorb von 1625 mit den Re-


liefdarstellungen der vier Evangelisten und Figuren der vier An der Rückwand: Skulpturen der Anna und des Joachim, aus weißem Marmor, 18. Jh. – Seitlich des Joachim: Holzepitaph, um 1530, mit vielfiguriger Kreuzigungsdarstellung. Wir gehen aus der Kirche hinaus, wenden uns nach rechts, mit Blick nach links auf den ** Brunnen von 1812, ein Viererblock mit zwei marmornen Becken und gehen durch den gekommenen Portalturm in den Blumenhof. 2 Minuten später gehen wir in die *** Deutschordenskommende. Von der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Anlage des 13. Jhs. wurde nach dem Krieg nur noch die Komturswohnung wiederaufgebaut. Es handelt sich um einen dreigeschossigen Rechteckbau mit polygonalem Treppenturm und steilen Schildgiebeln. Museum Ludwig. (Di-So 11- 17.00 Uhr). Gezeigt wird moderne französische Kunst; 2 Minuten später gehen wir vorbei an *** Deutsches Eck. Auf der Landzunge zwischen Rhein und Mosel wurde 1687 das Denkmal für Wilhelm I. enthüllt. Der Sockelbau steht auf einem Treppenaufgang, darauf ein Sockelplateau von mächtigen Säulen getragen wird. Wir gehen immer nächst der Mosel, haben später *** Ansichten von der Liebfrauenkirche (links), St. Florin (mitte) sowie der Balduinsbrücke und gehen vorbei an *** Deutscher Kaiser, ein turmartiges fünfstöckiges Hotel mit Zinnenkranz und Kielbogenmaßwerkfries samt Köpfen und Büsten. Wir gehen vorbei am rot getünchten *** Schöffenhaus, 1528 für die Schöffen in spätgotischen Formen, achteckigen mit Blendwerk verzierten Ecktürmchen und Rechteckerker errichtet. (Weiteres siehe später.) Wir gehen vorbei am dem Schöffenhaus angebauten *** Kaufhaus. 1419 wurde der Bau als Kauf- und Tanzhaus über die Flucht der römisch-fränkischen Stadtmauer hinaus und ist mit einem Mansarddach gedeckt. (Weiteres siehe später.) Wir gehen vorbei an der *** Stadtbefestigung aus römisch-fränkischer Zeit, und kurz darauf vorbei an der Rückseite von *** Kurfürstliche Burg. Von der mittelalterlichen Anlage ist lediglich das Burghaus und ein kleines Stück vom Burggraben die ursprüngliche Höhe des Bauwerkes. Der Ostturm ist im Unterbau wohl noch römisch; er wurde um 1425 aufgestockt, gleichzeitig der Westturm errichtet. (Weiteres später).


10 Minuten später gehen wir her unter der *** Balduinsbrücke. Der Bau der Brücke wurde 1332 begonnen und immer mal verändert. 1883, nach der Verbreiterung, verschwanden die barocken Brüstungen und der mittelalterliche Schmuck. 1964 ging man radikal gegen die Brücke vor und entfernte sechs der ursprünglich dreizehn Bögen. Hinter der Brücke halten wir uns links, gehen durch die Unterführung und linkshaltend in die Straße hinein, also nicht auf der Brücke über die Mosel. – Wir kommen nun vorbei an der Stadtseite von *** Kurfürstliche Burg. Von der mittelalterlichen Anlage sind lediglich das Burghaus und ein kleines Stück vom Burggraben vorhanden. Das Gebäude ist dreigeschossig unter einem mächtigen Walmdach, hat zwei Rundtürme an der Moselfront und einen sechseckigen Treppenturm an der Stadtseite. Es wurde ab Gepaarte Rechteckfenster, Tür und Kellereingang mit muschelgefüllten Giebelbekrönungen, der Treppenturm mit abschließendem Maßwerkfries, Renaissanceportal und reich ornamentierter Spindel. Die Westhälfte der Stadtseite, die Westseite und die Fenster der Moselfront gehören zum Erweiterungsbau von 1680, von Johann Christoph Sabastiani. 2 Minuten später gehen wir an der Kreuzung mit dem Burggrabenrest rechts auf „Paradies“ und auf dem „Münzplatz“ rechts. 1 Minute später gehen wir zum *** Metternicher Hof, 1674 unter Einbeziehung älterer Teile erbaut, dem Geburtshaus des späteren österreichischen Kanzlers; ein schlichter Bau mit Rocaillekartuschen und Rundgiebel *** Kurfürstliche Münze, Wohnhaus des Münzmeisters, von Johannes Seiz 1763 mit Mansarddach und Zwerchhaus erbaut. 1 Minute später gehen wir auf der Quergasse links, auf der „Burgstraße“ rechts, vorbei an ** historischen Bauten sowie links auf dem „Florinsmarkt“ errichtetem *** Bürresheimer Hof. Der stattliche dreigeschossige Bau von 1660 mit Satteldach zwischen breit geschwungenen Giebeln und der diesem westlich angeschlossene Flügelbau von 1704 mit einem hierher versetzten Portal von 1659, birgt heute zusammen mit dem Kaufhaus und dem Schöffenhaus das Mittelrheinmuseum. 2 Minuten später gehen wir links ins *** Kaufhaus. 1419 wurde der Bau als Kauf- und Tanzhaus erstellt und war ab 1674 Rathaus. 1724 hat man ihn umgebaut. Er mit Schweifhaube und Laterne. Seitlich befindet sich der Treppenaufgang und ein reich gestaltetes Pilasterportal. In diesem und den zwei angrenzenden Gebäuden befindet sich das **** Mittelrheinmuseum (Di-Sa 10.30-17.00, So 11-18 Uhr). Gezeigt wird Kunst und Kultur des Koblenzer Raumes, besonders Plastik und Malerei des Mittelalters, niederländische Malerei, Stadtgeschichte. Wir gehen aus dem Museum hinaus, nach links, vorbei am *** Schöffenhaus, 1528 für die Schöffen in spätgotischen Formen, achteckigen mit Blendwerk verzierten Ecktürmchen, deren einer den Treppenturm bekrönt, und Rechteckerker errichtet, und links in den *** Florinsgarten mit vielen alten Grabsteinen an der Kirchenwand, sowie einer *** Ansicht vom Kirchenchor. angebaute *** Kapitelhaus, um 1200 über den drei östlichen Jochen des südlichen Kreuzgangflügels als zweistöckiger Bau mit Giebeln errichtet, kreuzgratgewölbt sowohl im Kreuzgangsgewölbe als auch in den Geschossen . Wir gehen aus dem Garten hinaus und links in die Kirche


*** St. Florin. Die dreischiffige romanische Querhausbasilika mit Doppelturmfassade besitzt einen zweigeschossigen gotischen Chor. Das Äußere. Am Westbau verkröpfen sich Gesimse um Pilaster. Das große Mittelfenster ist aus dem 17. Jh. Die Türme besitzen Dreiecksgiebel, Rundbogenfriese und Schallarkaden; die Säulenkämpfer figürliche Reliefs. Die Spitzhelme sind von 1899. Rechter Seitenchor. Frontwandfenster mit zwei Glasgemälden des 14. Jhs.: Kreuzgruppe (mitte) und Pfingsten (rechts). Die Martyrium der Agatha, 1300. – Rechte Wand: Glasmalereien mit Kindheit und Passion Jesu, um 1330. – Epitaphe. Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, auf „Auf der Danne“ links und vorbei am rechts ins Gebäude integrierten * Stadtturm, aus römischer Zeit des 4. Jhs. 2 Minuten später kehren wir um an der Kreuzung mit links stehendem *** Krämerzunfthaus, ehem. städt. Mehlwaage von 1708, mit Walmdach, Rechteckerker, daran die Brüstungsfiguren Michael, Muttergottes, Justitia sowie Tobias und der Engel fast vollplastisch sind, sowie rechts erbautem *** Eltz-Rübenacher Hof, dem sog. Dreikönigshaus von 1701 durch Johann Christoph Sebastiani, mit Walmdach und über dem Portal vorspringendem Rechteckerker, daran die Wir kehren also um, gehen auf gekommener „Auf der Danne“ zurück, biegen links ab auf „Florinpfaffengasse“, kommen vorbei an links erbauter Nr. 14,


*** Pfarrhof der Liebfrauenkirche, der von Johann Christoph Sebastiani 1701 auf dem Boden eines fränkischen Königshofes und dessen Rudimenten erbaut wurde. Der Dreiflügelbau aus zwei Stockwerken ist mit einem Walmdach gedeckt und mit einem Erker von 1709 geschmückt. Rundtürme und Torbogen runden den Eindruck der Anlage ab. Wir gehen vorbei an Nr. 6, *** Friedhofen-Haus, ein Gebäude von 1725, und kommen vorbei an rechts stehender Nr. 5, *** Ritterhof, von 1702 in alten Mauern. **** Unserer Lieben Frau. Die spätromanische Pfeilerbasilika, vielleicht um 1180 begonnen, wurde im 3. Viertel des 13. Jhs. vollendet. Das lang gestreckte Chorhaus hat man zwischen 1404 und 1430 spätgotisch errichtet. Das Äußere. Über dem Hauptportal: Muttergottes auf der Mondsichel, überlebensgroß. Das Innere wurde um 1470 spätgotisch gewölbt und, nach Baufälligkeit, von Vinzenz Statz 1852 historisierend erneuert. Nach Kriegszerstörung 1944 hat man die Kirche in alter Form wieder hergestellt.


Turmhalle. Drei Grabsteine der Familie Burgtorn mit ganzfiguriger Darstellung der Familienmitglieder, sämtlich 16. Jh. Das Chorhaus. Im Gewölbe: Kruzifixus des 14. Jhs. an neuem Gabelkreuz. Moderner Sakramentsaltar von Elmar Hillebrand und Theo Heiermann mit dem Tafelgemälde der Anbetung des Jesusknaben durch die Heiligen Drei Könige, 16. Jh.


Linkes Chorhaus. Im Apsisfenster. Glasgemälde der Kreuzigung, um 1460. – Linke Wand: Anbetung des Jesusknaben durch die Hirten, Relief von Johann Peter Pfeiffhoven, 1730. Linkes Seitenschiff. Hinten: Pietà, 19. Jh. Rechtes Chorhaus. Auf dem Altar: Immaculata, 18. Jh. – Grabmal Langnas (+1711). Rechtes Seitenschiff. Grabmal für Johann Cramprich von Das Mittelschiff. Am Chorhausbogen: Immaculata in schönem Rokokostil, 18. Jh. (rechts), Josef, um 1760. Wir gehen aus der Kirche hinaus und halten uns links. *** Michaelskapelle. Es ist die einstige Friedhofskapelle, von 1660, teilweise auf der römischen Stadtmauer errichtet. Der untere Teil des zweistöckigen Baus war Beinhaus. Über dem Eingangsportal steht die Figur des Michael, 1752. Wir gehen aus der Kapelle hinaus, auf gekommenem Weg zurück, vorbei an rechtem Kirchenschiff und den links zu beachtenden Rückseiten der Bauten, *** Städtische Schulen von 1776 mit zweigeschossigen Rückseiten, mit Lisenen und Giebeln (weiteres siehe später), und der *** Kommandantur von 1719, ein Bau von fünf Achsen mit Mansarddach. 1 Minute später gehen wir an der Kreuzung vor Haus Nr. 13 links, dann links auf die „Marktstraße“ . 1 Minute später gehen wir an der Kreuzung links. Hier stehen die Eckhäuser: *** Vier Türme von 1608, die 1689 Veränderungen erfuhren. Es handelt sich um ursprünglich dreistöckige Bauten mit doppelgeschossigen steinernen Eckerkern samt Laternenbekrönung, Wir kommen auf „Am Plan“ vorbei am * Brunnen, von 1805, sowie an der Frontseite der *** Kommandantur von 1719, ein Bau von fünf Achsen mit Mansarddach und mit Giebel bekröntem Zwerchhaus samt doppelläufiger Freitreppe, sowie vorbei an der Frontseite von


*** Städtische Schulen von 1776. Die dreigeschossige Front besitzt im Erdgeschoss rundbogige Öffnungen und Lisenengliederung; die Zwerchhäuser, wiewohl in barocken Formen, kamen erst 1911 hinzu. Diesen Häusern ist auf Eck gestellt angebaut: *** Drouven’sches Haus von 1779. Wir halten Richtung auf „Entenpfuhl“ , haben an nächster, links abbiegender Gasse eine *** Ansicht vom Kirchenchor der Liebfrauenkirche. 3 Minuten später gehen rechts auf die „Jesuitengasse“ und nehmen den zweiten Eingang rechts, in den Hof vom *** Rathaus. Das ehemalige Jesuitenkolleg steht mit seinem ehemaligen Gymnasium zum Platz hin; das Klostergebäude schließt südlich an die Kirche an. Das ehem. Gymnasium, 1694 Ausgeprägte Portale. Hinter dem östlichen Portal befindet sich eine dreischiffige Durchfahrt mit Kreuzgewölben auf Säulen. Die Rückseite hat einen offenen Arkadengang. Im Inneren wölbt sich über dem Treppenhaus eine Stuckdecke, von C. M. Pozzi; die Gemälde stammen von Lucas. Die marmorne Türeinfassung der einstigen Aula besitzt einen beachtenswerten Giebelaufsatz, nach einem Entwurf Sebastianis. – Der rückwärtige rechte Winkelbau trägt einen laternenbekrönten Aufsatz. Der dreigeschossige, schlichte Klosterbau ist am Westflügel von 1591 von einem prächtig gerahmten Portal mit dem Wappen des Kurfürsten Johann VII. von Schönburg geschmückt.


Zudem verschönen ihn zwei zweistöckige Zwerchhäuser und ein mehrfach gestufter Giebel. Der Mittelbau von 1588 besitzt getreppte dreiteilige Fenster. Der Ostflügel, auch „Fürstenbau“ genannt, von 1670 beinhaltet die Sakristei, deren Kreuzgewölbe auf einer marmornen Mittelsäule ruht. Sakristeischränke der Bauzeit. – Hier in diesem Hof steht der ** Schlängelbrunnen (Schlängel=Lausbub) von Carl Burger, 1941. Wir gehen aus dem Rathauskomplex hinaus und halten uns rechts. 1 Minute später gehen wir in die Kirche *** St. Johann. Die Jesuitenkirche von 1613 bis 1617 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, an ihrer Stelle 1958 ein neues Gotteshaus errichtet, dem man die alte Fassade vorblendete. Die Giebelfassade von 1617 mit Treppenturm stellt in ihren Nischen Jesuitenheilige, Johannes und Michael aus. Das Radfenster ist in gotischer Manier gehalten. Der Kruzifixus ist aus dem 16. Jh. Das Innere enthält in der Mitte das Gnadenbild des 15. Jhs.,


an den Wänden Schlusssteine des Vorgängerbaues von 1617 und im Chor eine eingemauerte prächtige Sakristeitür von 1615 sowie in den Fenstern Glasmalereien von Jakob Schwarzkopf, 20. Jh. Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach rechts, vorbei an der *** Vikarie der Zeit um 1770, ein dreigeschossiges Gebäude von Johann Peter Hömberger, mit Toreinfahrt, und gehen auf der Quergasse rechts. 2 Minuten später gehen wir rechts über den „Josef-Görres-Platz“ mit der *** Historiensäule von Jürgen Weber, 20. Jh., eigentlich ein Brunnen, gelangen auf die „Poststraße“, gehen an der Kreuzung mit dem Eckhaus Nr.2, *** Lassaulx’sches Haus von 1786, ein dreigeschossiges Eckhaus mit Dreiecksgiebeln und Pilastern samt von Säulen flankiertem Portal mit schön geschnitzter Tür unter Eisengitterbalkon sowie von Giebel bekrönter Balkontür, richtunghaltend auf den „Deinhardplatz“ und gehen in die sogenannte *** Neustadt. Hier handelt es sich um eine Häuserzeile mit historischen Bauten. Wir gehen vorbei an Nr. 1, Trierer Hof von 1766, frühklassizistisch, vorbei an Nr. 5, Landeszentralbank, vorbei an Nr. 8, Haus der Zeit um 1790, mit Dachgesims auf Konsolen, und vorbei an den Nrn. 9/10, Eckhaus von 1788, mit fünfachsigem Mittelrisalit samt ionischen Pilastern, die einen Dreiecksgiebel tragen. 5 Minuten später gehen wir bei der Ampel links, über die Straße und mittig aufs Schloss zu. **** Neues Schloss. Die kurfürstliche Residenz ließ sich der letzte Trierer Kurfürst und Erzbischof Clemens Wenzeslaus zwischen 1777 und 1786 im klassizistischen Stil errichten. 1944 brannte das Schloss vollständig aus. Der Wiederaufbau bezog sich anschließend lediglich auf das Äußere, wobei man den Mittelbau getreu beibehielt, die Seitentrakte aber verändert errichtete. Wir gehen vor dem Schloss links und halten uns rechts an den Gebäuden entlang. Wir wandern hinter dem letzten Bau des Seitenflügels rechts, entlang den Parkplätzen, hinter der „Struktur und Genehmigungsdirektion Nord“ rechts, kommen vorbei an den Nrn. 1-5, *** O berlandesgericht, von 1907, mit schönem schmiedeeisernen Portal, wandern auf dem Rheinuferweg rechts durch die *** Kaiserin Augusta-Anlagen. Um 1860 führte Gartenbauinspektor Weihl aus Engers im Auftrage der späteren Kaiserin Augusta und mit Beratung von Peter Lenné und Fürst Pückler- Muskau die Arbeiten zu den Anlagen aus. Bestückt wird die Promenade u. a. von der Max-von-Schenkendorf-Büste, vom Freiheitskämpfer, der 1817 in Koblenz starb, von der Peter- Lenné-Büste des Bildhauers Daniel Christian Rauch, vom Kaiserin-Augusta-Denkmal, der vormaligen Königin von Preußen, 1896, vom Josef-Görres-Denkmal, von 1928, *** Bastion aus dem 18. Jahrhundert mit Wandreliefs. Dieser schließt sich an das *** Weindorf, das 1925 mit vier Fachwerkhäusern angelegt wurde, und zwar für Mosel, Mittelrhein, Pfalz-Nahe und Baden- Württemberg. Südlich steht die steinerne Figurengruppe, der ** Traubenträger, Rest eines Brunnens von 1925. Leider wurde die Landschaft von instinktlosen Ratsmitgliedern der Stadt Koblenz durch die Rhein-Mosel-Halle entstellt. Wir haben von hier aus zurückblickend eine ***** Ansicht der Festung Ehrenbreitstein. 25 Minuten später wandern wir unter der Hafenbrücke her. 5 Minuten später wandern wir an der Gabelung rechts bergauf, an der 2 Minuten später wandern wir auf dem Querweg vor dem Rhein rechts und nun immer nächst dem Strom überwiegend auf Wiesen, haben bald mehrere *** Ansichten von Stolzenfels und später *** Ansichten von Burg Lahneck. 40 Minuten später wandern wir an der Unterführung bei der „Fähre...“ rechts, queren die Landstraße zugunsten vom „Schlossweg“, gehen an der Gabelung rechts treppauf, halten uns rechts und haben später eine *** Ansicht von Burg Lahneck. 4 Minuten später wandern wir in die Kirche von 132 Min.


Stolzenfels, *** St. Menas. Johann Claudius von Lassaulx erbaute das Gotteshaus im Jahre 1821. Es handelt sich um einen Saal mit eibezogenem Chor. Der Chor. Frontwand: Plastischer Kruzifixus von gemalten Marterinstrumenten gerahmt. Rechts davon: Gemälde der Geburt Jesu, neugotisch. – Am Sakramentshaus: Schweißtuch der Veronika, 16. Jh., eine Plastik. Rechts vom Altar: Skulptur der Muttergottes, 16. Jh.


Linke Wand: Figur des Sebastian, um 1500. Das Langhaus. An den Wänden Szenen der Heilsgeschichte, neugotische Gemälde. – Linke Wand hinten: Skulptur des Märtyrers Menas, neugotisch. Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, sofort rechts treppab, auf gepflastertem Weg links stets bergauf, mit *** Ansichten vom Klausengebäude, fortan linkshaltend und stets durch eine *** romantische Waldlandschaft. *** Ansichten von Schloss Stolzenfels. 6 Minuten später wandern wir auf dem Querweg links. 2 Minuten später wandern wir ins 152 Min. ***** Schloss Stolzenfels.


Unter Erzbischof Arnold II. von Isenburg wurde die Vorgängerburg als Hangburg um 1450 erbaut. Es war die erste kurtrierische Festung am linken Rheinufer. Sie war Zollstätte und durch mächtige Mauern mit dem Ort im Tal verbunden. Doch schon im 15. Jh. verlor die Burg an Bedeutung. 1689 schleiften die Franzosen die Anlage. 1823 wurde die Ruine von der Stadt Koblenz dem preußischen Kronprinzen, später König Friedrich Wilhelm IV. geschenkt. Ab 1825 erging der Befehl, den Baubestand zu sichern, ja mehr noch, nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel umzugestalten, der dem Bau Pläne von J. Cl. Von Lassaulx zugrunde legte. Der fünfeckige Bergfried gehört mit mittelalterlichem Kern zum ältesten Bestand. Dieser so genannte „raue Turm“ besitzt über seinem Rundbogenfries einen vorgekragten Zinnenkranz. Vorgelagert ist die fast gleichaltrige Schildmauer mit Wehrgang über Rundbögen. Die ältesten, aus dem Mittelalter stammenden Wohngebäude stehen im Norden. Der Torturm zum Innenhof mit dem achteckigen Treppenturm in der Nordwestecke ist etwas jünger. Die östlichen, zweistöckigen Teile mit dreistöckigem, quadratischen Wohnturm samt Dacherkern und Turm an den Ecken wurden um 1400 errichtet.


Der Ausbau im 19. Jh. umfasst die gesamte Rheinseite, führte den rückwärtigen Wohntrakt, die Kapelle und den Torbau neu auf. Alle Teile sind zweigeschossig, nur die Türme ragen darüber hinaus. Die Lösung mit dem nördlichen Zwischenbau ist ausgesprochen elegant; es ist eine dreischiffige zweijochige Treppendurchgangshalle mit Rippengewölbe über hohen zierlichen Säulen, die zum Pergolagarten, dem ehemaligen Zwinger führt. – An der äußeren Umfassungsmauer steht der „Adjutantenturm“. Stolzenfels ist der vielleicht bedeutendste romantische Schlossbau Deutschlands. Von verschiedenen Plätzen des Schlosses aus hat man *** Ansichten von Burg Lahneck auf der anderen Seite des Rheins und von der Lahnmündung. Wir gehen zuerst auf der Brücke, unter der im Graben einst Damwild äste, durch die überbaute Einfahrt, vorbei an links errichtetem Torwächterhaus, halten uns rechts über den äußeren Burghof mit frontal stehendem inneren Burgtor, sehen nach rechts auf den Elisabethturm, steigen treppab und gehen rechts in die Kapelle. Der Raum wurde von Ernst Deger ausgemalt, der an der Apollinariskirche in Remagen beschäftigt war. Der Nazarener schuf an der Empore – mit ihrer schönen gusseisernen Wendeltreppe – Isaakopfer, Adam und Eva,


Sündenfall und Vertreibung; im linken Querarm: Mariä Verkündigung (hinten), Kreuzigung, Jesu Geburt; im rechten Querarm: Jesu Himmelfahrt und Auferstehung Jesu, im Chor das Weltgericht (rechts), das Pfingstwunder (links). Wir gehen aus der Kapelle hinaus, nach rechts auf die Aussichtsterrasse und dort links durch den Dreierbogen in die Sommerhalle, die in wittelsbacher Weißblau getäfelt ist, (links daneben, falls geöffnet liegt die Silberküche, die nach dem Silber benannt wurde, das man besaß). Wir gehen aus der Sommerhalle hinaus, nach rechts und halten uns rechts, gehen her unter dem Wandgemälde des Johann Adolf Lasinsky; es zeigt den Empfang des Ruprecht von der Pfalz, der 1400 im benachbarten Rhens zum König erkoren wurde.


Wir kommen in Kleiner Rittersaal, den Hermann Stilke mit Szenen ritterlicher Tugenden ausmalte. Dazu verewigte er Johannes von Böhmen, Friedrich Barbarossa, Kaiser Friedrich II., Philipp von Schwaben, Rudolf von Habsburg und Gottfried von Buillon.


Wir halten uns rechts und gelangen auf die Wendeltreppe, sowie von dort aus in Großer Rittersaal mit extra hierfür gefertigten Möbeln, Fenstern und Keramiken sowie seinem schönen Erker, in dem wir noch ein Glasgemälde des 14. Jhs. entdecken. Wir gehen aus dem Saal hinaus, halten uns rechts, gehen durch die Arkadenhalle, kommen dort vorbei am in die Wand eingelassenen Kölner Kamin, 16. Jh., mit einem Wappenaufsatz des 19. Jhs., wandern rechtshaltend durch den Pergolagarten, vorbei am Adjutantenturm,


vorbei an den neugotischen Skulpturen der Jungfrau von Orleans und des Siegfried, kehren durch die Arkade zurück und halten uns rechts. Wir gelangen in die Wohnräume mit ihren guten Ausstattungsstücken; das sind unten das Magazin und die Schlossverwalterwohnung. Wir steigen die Treppe hinauf und durchstreifen – stets unter Beachtung der Schweizer Wappenscheiben des 16. Jhs. in den Fenstern sowie der extra für die Räume gefertigten Möbel – das Gästezimmer, zwei Arbeitszimmer des Königs, das Wohnzimmer des Königs, in dem sein Porträt hängt. Die kleinen Tafelbilder mit der Kreuzigung und der Kreuzabnahme stammen aus dem 14. Jh.; der Schreibschrank entstand 1700. Nun geht es ins Ankleidezimmer des Königs, dann in das gemeinsame Schlafzimmer, in dem Aquarelle des Caspar Scheuren hängen, Stimmungsbilder, die Garten und Schloss im Stile der Rheinischen Spätromantik zeigen. Nun gehen wir ins Ankleidezimmer der Königin, das Wohnzimmer der Königin, in dem ein Bild von Peter Cornelius hängt: Odysseus und Polyphem, sowie eine Kopie des Malers Beckenkamp vom Kölner Domgemälde der Muttergottes des Stephan Lochner;


im Aussichtserker, dem Elisenturm, fallen der Schreibtisch, der Achtecktisch und das Gebetbuchpult auf. Es folgt das Empfangszimmer der Königin, in dem das Bild der Königin Elisabeth, also der Bauherrin, hängt; es wurde von Karl Stieler gemalt. Wir gelangen ins Musikzimmer mit alten Musikinstrumenten. Danach kommen die vier Zimmer der Gästewohnung. Wir kehren um und gehen aus den Wohnräumen hinaus in den Hof, wo wir uns rechts halten, unter dem Bergfried hergehen und durch die Tordurchfahrt den Schlosshof verlassen. *** Klausengebäude, das von den Bauherren Naumann und Schnitzler 1842 entworfen wurde, und zwar im Stile der englischen Spätgotik; es bleibt unverputzt. Das Haus enthielt Stallung und Gesindewohnungen. Danach durchstreifen wir einen *** romantischen Winkel, den der Architekt Stüler mit Viadukt und Wasserfall gestaltet hat; heute mit Basaltkreuz.


An solch romantischem Platze sollte man das Gedicht eines Romantikers hören. Von unten auf! von Ferdinand Freiligrath Ein Dampfer kam von Biberich – stolz war die Furche, die er zog! Er qualmt’ und räderte zu Tal, dass rechts und links die Brandung flog! Von Wimpeln und von Flaggen voll schoss er hinab, keck und erfreut: Den König, der in Preußen herrscht, nach seiner Rheinburg trug er heut! Die Sonne schien wie lauter Gold! Auftauchte schimmernd Stadt um Stadt! Der Rhein war wie ein Spiegel schier, und das Verdeck war blank und glatt! Die Dielen blitzen frisch gebohnt, und auf den schmalen her und hin vergnügten Auges wandelten der König und die Königin! Nach allen Seiten schaut’ umher und winkte das erhab’ne Paar; des Rheingaus Reben grüßten sie und auch dein Nusslaub, Sankt Goar! Sie sah’n zu Rhein, sie sah’n zu Berg – wie war das Schifflein doch so nett! Es ging sich auf den Dielen fast als wie auf Sanssoucis Parkett! Doch unter all der Nettigkeit und unter all der schwimmenden Pracht, da frisst und flammt das Element, das sie von dannen schießen macht; da schafft in Ruß und Feuersglut, der dieses Glanzes Seele ist; Da steht und schürt und ordnet er – der Proletarier-Maschinist! Da draußen lacht und grünt die Welt, da draußen blitzt und rauscht der Rhein. – Er stiert den lieben langen Tag in seine Flammen nur hinein! Im woll’nen Hemde, halbernackt, vor seiner Esse muss er steh’n, derweil ein König über ihm


einschlürft der Berge freies Weh’n! Jetzt ist der Ofen zugekeilt, und alles geht und alles passt; so gönnt er auf Minuten denn sich eine kurze Sklavenrast. Mit halbem Leibe taucht er auf aus seinem lodernden Versteck. In seiner Falltür steht er da und überschaut sich das Verdeck. Das glüh'nde Eisen in der Hand, Antlitz und Arme rot erhitzt, mit der gewölbten haar’gen Brust auf das Geländer breit gestützt – so lässt er schweifen seinen Blick, so murrt er leis’ dem Fürsten zu: „Wie mahnt dies Boot mich an den Staat! Licht auf den Höhen wandelst du! Tief unten aber in der Nacht und in der Arbeit dunkelm Schoß, tief unten, von der Not gespornt, da schür’ und schmied’ ich mir mein Los! Nicht meines nur, auch deines, Herr! Wer hält die Räder dir im Takt, wenn nicht mit schwielenharter Faust der Heizer seine Eisen packt? Du bist viel weniger ein Zeus als ich, o König, ein Titan! Beherrsch’ ich nicht, auf dem du gehst, den allzeit kochenden Vulkan? Es liegt an mir: - ein Ruck von mir, ein Schlag von mir zu dieser Frist, und siehe, das Gebäude stürzt, von welchem du die Spitze bist! Der Boden birst, aufschlägt die Glut und sprengt dich krachend in die Luft! Wir aber steigen feuerfest aufwärts ans Licht aus uns’rer Gruft. Wir sind die Kraft! Wir hämmern jung das alte morsche Ding, den Staat, die wir von Gottes Zorne sind bis jetzt das Proletariat! Dann schreit’ ich jauchzend durch die Welt! Auf meinen Schultern stark und breit, ein neuer Sankt Christophorus, trag ich den Christ der neuen Zeit! Ich bin der Riese, der nicht wankt! Ich bin’s, durch den zum Siegesfest über den tosenden Strom der Zeit der Heiland Geist sich tragen lässt!“ So hat in seinen krausen Bart der grollende Zyklop gemurrt; dann geht er wieder an sein Werk, nimmt sein Geschirr und stocht und purrt. Die Hebel knirschen auf und ab, die Flamme strahlt ihm ins Gesicht, der Dampf rumort – er aber sagt: „Heut, zornig Element, noch nicht!“ Der bunte Dampfer unterdes


legt vor Kapellen zischend an; sechsspännig fährt die Majestät den jungen Stolzenfels hinan. Der Heizer auch blickt auf zur Burg; von seinen Flammen nur behorcht lacht er: „Ei, wie man immer doch für künftige Ruinen sorgt!“ * *** Ansicht von der Burg Lahnstein, und wandern auf dem Rheinuferweg rechts. Es geht nun immer nächst dem Rhein entlang, mal auf Asphalt, mal auf schmalstem Pfad, später mit **** Ansicht von der Marksburg über Braubach, sowie von den drei Schloten, „aus denen einst der Dampf des ehemals beheizten Weinbergs stieg“, wie gewitzelt wird. Rhens. Keltischen Ursprungs, daher rührt auch der Name „Rhens“ und nicht von „Rhenus“, gelangt das Gebiet vor dem Jahre 1000 an das Ursulastift in Köln. Die günstige Lage zu vieren der sieben Kurfüstentümer ließ Rhens zum Versammlungsort werden. Die Kurfürsten kamen hier 1273 erstmalig zusammen. Zu Königen gewählt wurden hier allerdings nur Karl IV. (1346) und Ruprecht von der Pfalz (1400). Im 15. Jh. bestiegen die, nun in Frankfurt gewählten Könige vor der Krönung in Aachen den Stuhl, um symbolisch Besitzt zu nehmen vom Reich. Wir kommen zuerst vorbei am **Josefstor, ein zweigeschossiger Turm der Stadtbefestigung des 14. Jhs. mit barockem Mansarddach, und wandern kurz darauf rechts durchs *** Rheintor, ein dreigeschossiger Turm der Stadtbefestigung des 14. Jhs. mit barockem Mansarddach, dessen Mauer seitlich ein Hotel aufgesetzt worden ist.


Wir halten uns links in diesem Komplex, genannt *** Deutsches Haus, von 1566, mit zwei Zwerchhäusern, und Wendeltreppe samt hölzerner Spindel. Dem schließt sich nach Süden an die Wackelburg von 1573 mit Holzgalerie, dem sich wiederum die Schenke Königsstuhl anfügt, mit Mansarddach und Zwerchhaus, 18. Jh. Wir kehren beim Gittertor um und wenden uns vor dem Gasthof, *** Zum Schiffchen, ein Fachwerkbau, nach links und unterqueren die Gleise zur Betrachtung des Hauses zur Rechten direkt dahinter, Nr. 41, *** Fachwerkhaus von 1629 mit Eckpfosten und vierteiligem Fenstererker samt Schnitzwerk. *** Ansicht vom Fachwerk-Hotelbau auf der Stadtmauer und biegen kurz darauf rechts um die Ecke beim *** Scharfenturm der Stadtbefestigung des 14. Jhs. Wir gehen längs der *** Stadtmauer, der Befestigung des 14. Jhs. mit einst fünf viereckigen Tortürmen. *** Kirchtor der Befestigung des 14. Jhs., haben eine **** Ansicht vom Rathaus, schauen rechts in die „Neustraße“ auf Nr. 3, *** Fachwerkbau von 1739, zweistöckig mit Viereckerker sowie Topfpflanzenreliefs, passieren die links erbauten Nrn. 7, 8, 9, *** Zunfthäuser. Die malerische Baugruppe des 17. Jhs. besitzt geschnitzte Fenstererker, die Brüstungen der linken Häuser sind mit figürlichen Reliefs versehen (Ranken, Masken Akanthus, Fass bindende Böttcher); das rechte Haus steht traufseitig und hat einen Ladeerker. *** Fachwerkhaus, aus dem 16. Jh., sowie links erbauter Nr. 1, *** Fachwerkbau des 17. Jhs., gehen aber geradeaus und passieren die rechts erbaute Nr. 12, *** Rathausschenke, Eckfachwerkhaus mit doppelgeschossigem Eckerker von 1579, mit alten Hölzern, und Erneuerung von 1706, sowie zur Linken das **** Rathaus. Das Erdgeschoss des „verzogenen“ Baues und das vorspringende Obergeschoss des Fachwerkbaus stammen aus dem 16. Jh. Der Giebel und das Zwerchhaus kamen 1709 hinzu. Der Bau war bis 1914 verputzt. Das Untergeschoss zeigt noch spätgotische Formen. Das Obergeschoss wird von Knaggen gestützt. Streben und „Wilde Männer“ im Fachwerk der Giebelaufbauten stammen aus dem 17./18. Jh.


Wir kommen vorbei bei Haus Nr. 20, *** Im Marienbiltgen, Fachwerkhaus von 1734 mit barocker Giebelfassade, samt von Konsolen getragenenem Erker, nebst Marienstatue, Relieftopfblumen, Schnitzereien (Hund, Männlein, Zirkel) und Schriften sowie „verzogener“ Tür. Wir kehren um bei Haus Nr. 22, *** Fachwerkhaus, traufseitig, mit Zwerchhaus, von 1702, wandern an der Gabelung vor dem Rathaus rechts treppauf, gehen auf der „Viehgasse“ rechts und vorbei an Nr. 2, *** Fachwerkbau von 1572 mit schmalem Anbau. Wir wandern durchs


*** Viehtor der Stadtbefestigung des 14. Jhs. Der innere Bogen ist noch vorhanden. Dem Tor sind große Teile der Stadtbefestigung benachbart. 5 Minuten später wandern wir auf dem Schrägquerweg rechts. 3 Minuten später wandern wir zum *** Königsstuhl. Ursprünglich war der Stuhl wohl zwischen 1380 und 1396 anstelle eines hölzernen Vorgängers aus Stein und am Rheinufer errichtet worden. Die Franzosen haben ihn 1804 zerstört. 1842 hat Johann Claudius von Lassaulx aus Koblenz den Stuhl nach erhaltenen Plänen wieder aufgebaut. 1929 wurde er an die heutige Stelle gesetzt. Es handelt sich um eine Plattform achteckigen Grundrisses über spitzbogigen kreuzgewölbten Arkaden um einen Mittelpfeiler herum samt Treppenaufgang. Gesc hic hte vom Königsstuhl Was hat der Stuhl mit Rhens zu tun, mit Rheinromantik, was mit Wein? – Einst war der Thron Versammlungsort. Es schnitten hier vier Fürstentümer mit den Grenzen aneinander. Lahn mit -stein und -eck zählte man zu Mainz, Braubach mit der Burg zählte sich zur Pfalz, Stolzenfels mit Schloss zählte man zu Trier, Rhens, das Städtchen selbst, zählte sich zu Köln. Ein Trompetenstoß zum Ruf und die Fürsten waren da. Vier von sieben hatten’s nah. Drum lag der Rheinort günstig. Die fehlenden drei Fürstlichkeiten aus den Reichen ringsumher verfügten sich, und kurzerhand bestimmte man den Kaiser. In Frankfurt wurde er gewählt, und auf dem Weg zum Krönungsfest im Karlsthrondom zu Aachen erhielt der Königsstuhl Symbol: Der Herrscher stieg auf ihn hinauf, nahm Platz und bildhaft nun Besitz vom Reiche aller Deutschen. * Wir gehen vom Königsstuhl auf gekommenem Weg zurück. 7 Minuten später wandern wir am Straßenstern auf die zweite Straße rechts „Bramleystraße“ und kommen vorbei an einem Stück *** Stadtmauer des 14. Jhs. mit einem Turmrest. 2 Minuten später wandern wir in die Kirche *** St. Dionysius. Der Turm mit seinem Rhombendach ist spätromanisch. Das Langhaus und der Chor sind spätgotisch, und zwar aus dem 16. Jh. Der Chor ist netzgewölbt. Der Hochaltar des 18. Jhs. besitzt Schnitzereien: Die vier Evangelisten als Sitzfiguren, sowie Dionysius und Jakobus; im Bild ist oben die Dreifaltigkeit, darunter Dionysius. – Kanzel des 18. Jhs. – Kommunionbank des 18. Jhs. ist geschweift. – Marmortaufstein Das Langhaus ist mit neuer Holzkassettendecke geschlossen. – Die Seitenaltaraufsätze stammen aus dem 17. Jh.; links das Gemälde der Muttergottes; rechts das Gemälde des Josef.


Linke Wand: Gemälde der Pietà. – Rechte Wand: Christophorus, Wandgemälde. – Die Holzempore, zweiflügelig, stammt aus dem 17. Jh. Wir gehen aus der Kirche hinaus, treppab, richtunghaltend mit Blick nach links durch die Stadtmaueröffnung mit einer *** Ansicht vom Marktplatz mit dem Rathaus. 2 Minuten später wandern wir in die neue Kirche


*** St. Dionysius. Der neugotische Bau ist der Spätgotik nachempfunden. Im gesamten Raum sind neugotische Darstellungen der vierzehn Stationen Jesu auf dem Leidensweg verstreut. Der Chor. Flügelaltar mit der Kreuzgruppe im hübschen Gesprenge, neugotisch, sowie von links nach rechts: Geburt Jesu, Hochzeit zu Kanaa, Abendmahl, Auferstehung. Linker Chor. Neugotischer Altar mit dem Hauptbild: Jesus begegnet den weinenden Frauen, flankiert von Jesu Darstellung im Tempel (links) und Marienkrönung; überhöht von Maria im Strahlenkranz. Linke Gebetskapelle. Vier alttestamentliche Propheten, spätgotisch, an spätgotischen Säulen. Linker Querschiffarm. Neugotische Kreuzgruppe. Rechter Chor. Neugotischer Altar mit dem Hauptbild des Josef, nach Ägypten. Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach rechts, treppab und auf dem Querweg rechts zum Rhein, vorbei an einem ** Mammutbaum. 2 Minuten später wandern wir in den Bahnhof von Rhens. 240 Min. Koblenz – Rhens OMR 01 Ende *


Bernhard Steinacker Sagen vom Rhein ISBN 3-9801588-3-7 15 € Eine Posse aus der kommunalen Kultur ISBN 3-9801588-4-5 15 €


Eine Weihnachtsgeschichte für Verliebte ISBN 3-9801588-5-3 8 €

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