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Checkliste - Beantragung einer Pflegestufe

Wenn eine Pflegestufe beantragt wird, sollten einige Punkte beachtet werden.

Grundsätzlich empfiehlt sich ein Pflegetagebuch zu führen. In diesem Pflegetagebuch

sind so umfassend wie möglich, die erbrachten Pflegeleistungen und Hilfestellungen zu

dokumentieren. Das Pflegetagebuch ist eines der wichtigsten Belege für den Nachweis

des tatsächlichen Pflegebedarfs!

Punkt 1

Die Entscheidung zur Beantragung sollte gemeinsam von der pflegebedürftigen Person

und den Angehörigen getroffen werden.

Punkt 2

Der behandelnde Arzt ist idealerweise in den Prozess mit einbezogen. Eventuell kann er

hilfreiche Hinweise geben. Weitere fachliche Unterstützung und Beratung bieten

Seniorenberatungsstellen, Pflegeeinrichtungen, Pflegestützpunkte etc. Diese

Hilfestellungen sind in der Regel kostenlos.

Zum Begutachtungstermin - diesen kündigt der Medizinische Dienst der Krankenkassen

(MDK) oder der unabhängige Gutachter schriftlich an - sollte der Pflegebedürftige nicht

alleine in seiner Wohnung sein. Neben den Angehörigen wäre es optimal, einen

fachkundigen Beistand zu haben, der mit der persönlichen Situation des Betroffenen

vertraut ist. Das kann beispielsweise der Hausarzt oder ein Mitarbeiter vom ambulanten

Pflegedienst oder vom zukünftigen Pflegeheim sein. Oftmals neigen pflegebedürftige

Menschen dazu, – insbesondere dann, wenn sich andere ihnen nicht vertraute Personen

im Haushalt aufhalten – alles allein machen zu wollen. Die vom Pflegebedürftigen

benötigte Hilfe und Unterstützung ist für Außenstehende dadurch nicht bzw. nicht im

kompletten Umfang erkennbar. In der Folge schätzt der Gutachter den Pflegebedarf

deshalb zu niedrig ein.

Punkt 3

Alle Unterlagen und Dokumente, die den Pflegebedarf belegen könnten, sollten

zusammen getragen werden. Dazu zählen beispielsweise Befunde, Röntgenbilder,

Arztbriefe, Gutachten.


Punkt 4

Ein Antrag auf Pflegeleistung kann über die zuständige Pflegekasse bestellt werden. Oft

haben auch die jeweiligen Krankenkassen Antragsformulare zum Download im Internet

hinterlegt.

Punkt 5

Der Antrag sollte möglichst vollständig ausgefüllt und vom Antragssteller oder dem

gesetzlichen Vormund unterschrieben und an die zuständige Pflegekasse geschickt

werden.

Die Pflegekasse beauftragt den MDK oder einen unabhängigen Gutachter mit der

Erstellung des Pflegegutachtens. Der Gutachter vereinbart einen Termin und erstellt ein

Pflegegutachten.

Punkt 6

Das Pflegegutachten wird wieder an die Pflegekasse übermittelt. Danach erfolgt anhand

der eingesendeten Unterlagen und dem Gutachten eine Prüfung und Einstufung durch

die Pflegekasse in eine Pflegestufe. (Begutachtungsfristen Link) Die Pflegekasse erlässt

über die Festsetzung der Pflegestufe einen Bescheid.

Der MDK ist bei seiner Begutachtung verpflichtet, gleichzeitig die Berechtigung auf

zusätzliche Betreuungsleistungen bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz

mitzuprüfen. Sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind, können diese Leistungen

der Pflegeversicherung auch ohne Vorliegen einer Pflegestufe bezogen werden!

Punkt 7

Der Antragsteller hat das Recht, das Pflegegutachten mit dem Pflegestufenbescheid

übersandt zu bekommen. Sie haben so die Möglichkeit, die Einschätzung des

Gutachters nachzulesen.

Punkt 8

Wenn der Antragssteller mit dem Ergebnis der Pflegestufenfestsetzung nicht

einverstanden ist, hat er das Recht bei seiner Pflegekasse innerhalb von vier Wochen

Widerspruch einzulegen.

Punkt 9

Wenn in dem Zeitraum zwischen Antragstellung auf Pflegeleistung und Genehmigung

eine Pflegekraft benötigt wird, muss diese zunächst aus eigenen Mitteln bezahlt werden.

Wird der Antrag genehmigt, übernimmt die Pflegekasse die Kosten rückwirkend ab dem

Datum der Antragstellung und bis zur Höhe der genehmigten Leistungen. Deshalb

sollten unbedingt alle Belege aufbewahrt werden!

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