"Auf den Punkt"-Ausgabe 2-2013 - Kassenärztliche Vereinigung ...

kvhessen.de

"Auf den Punkt"-Ausgabe 2-2013 - Kassenärztliche Vereinigung ...

Auf den

PUNKT

Das Servicemagazin für unsere Mitglieder

Nr. 2 – April 2013

Bedarfsplanung:

Neues Gesetz, neues Glück?

mehr ab Seite 10

Pressekonferenz

Der neue Vorstand stellt sich vor 4

Vertreterversammlung

„Nein“ zur EBM-Reform 6

Zum Heraustrennen:

info.service

Offizielle Bekanntmachungen

der KV Hessen


Inhalt

Standpunkt

3 Milliardengrab Krankenkassen?

Aktuelles

4 Mehr Dialog wagen

6 ÄBD Reform ante portas

9 EHV: Bundessozialgericht entscheidet über Nachhaltigkeitsfaktor

Titelthema

10 Ärzte auf’s Land – bringt’s die neue Bedarfsplanung?

16 Planungsbereiche

18 Hausarzt werden in Hessen und sich hier niederlassen

20 Von der Niederlassung bis zur Praxisvergabe – Infos und Tipps

22 Bedarfsplanung: Auf den Punkt gebracht

23 Landarztträume

26 Aussage mit Wirkung: „Wir arbeiten für Ihr Leben gern”

28 Zulassungsausschuss entscheidet: Nachbesetzung oder nicht?

Qualität

29 Einheitlich überweisen: SEPA kommt

29 Infokampagne der AOK Hessen: Klinikvergleich durch QSR-Daten

Kammerwahl

30 „Die Kammer ist die große Klammer”

Umfrage

34 „Ja, aber” zum Sicherstellungsauftrag

Service Honorar

35 Hinschauen lohnt sich! Neuer Service für alle Mitglieder

zur Plausibilitätsprüfung

Versorgung

36 Einweisung oder Überweisung: Wo liegt der Unterschied?

37 Das Patientenrechtegesetz: Was bedeutet es für die Praxis?

Qualität

38 QEP ® Version 2010 – Was hat sich verändert?

Kampagne

39 Polio – kein Thema mehr in Deutschland?

Veranstaltungen

41 Treffpunkt – Fortbildungsveranstaltungen und Termine

Service

43 Impressum

2

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Milliardengrab

Krankenkassen?

Standpunkt

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

es ist schon paradox: Da stürzen die

fachärztlichen RLV-Fallwerte im

ersten Quartal 2013 ins Bodenlose,

da können auch hausärztliche und

psychotherapeutische Leistungen in

Hessen oft nicht kostendeckend

bezahlt werden und gleichzeitig vermelden

die gesetzlichen Krankenkassen

Rückstellungen in einer Höhe

von rund 28 Milliarden Euro.

Zur Erinnerung: In Hessen stehen

für die Honorierung ärztlicher und

psychotherapeutischer Leistungen

pro Jahr im ambulanten Bereich

rund 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Geht man nun davon aus,

dass Hessen als großes Flächenland

etwa zehn Prozent der Bevölkerung

in Deutschland stellt, müssten auch

rund zehn Prozent der Rückstellungen

auf den Konten der hessischen

Kassen lagern. Das macht überschlagsmäßig

2,8 Milliarden Euro

aus, also mehr als der Betrag, den

die KV pro Jahr an Sie verteilt.

Das bedeutet im Klartext: Die hessischen

Krankenkassen, die sich in

Honorarverhandlungen seit Jahren

„betonhart“ geben und nur von

Schiedsämtern überhaupt dazu bewegt

werden können, uns einigermaßen

zu entlohnen, „sitzen“ auf

dem Geld ihrer Versicherten. Und

damit letztendlich auch auf unserem

Geld. In den anstehenden

Schiedsamtverhandlungen werden

wir zeigen, dass wir uns das nicht

weiter bieten lassen.

Ein Blick über Hessens Grenzen

hinaus zeigt zudem, dass es durchaus

vernünftige Beziehungen zwischen

Ärzten, Psychotherapeuten

und Krankenkassen geben kann.

Auch wenn weder in Bayern noch

in Baden-Württemberg die Bäume

aus Honorarsicht in den Himmel

wachsen, so kann man dort doch

viel eher von einer echten Vertragspartnerschaft

sprechen als in

Hessen.

Sorgen bereiten uns auch die im

Moment auf Hochtouren laufenden

Überlegungen zu einer Reform des

EBM. Wir machen aus unserer

Position keinen Hehl: Eine EBM-

Reform auf der Basis des aktuellen

Diskussionsstands wird es mit uns

nicht geben! Sowohl die Einteilung

in fachärztliche Grundversorger als

auch in typische oder atypische

Hausärzte geht an der Versorgungsrealität

in Hessen fast komplett

vorbei. Zudem ist die KBV uns die

notwendigen Simulationsberechnungen

über die Auswirkungen

der EBM-Reform bisher schuldig

geblieben. Das Prinzip „Blindflug“

ist nicht geeignet, um die Honorarverteilung

auf neue Füße zu stellen.

Diese Lehren sollte die KBV aus den

Reformen der letzen Jahre eigentlich

gezogen haben …

In unserem Titelthema beschäftigen

wir uns in der aktuellen Ausgabe

von „Auf den Punkt“ mit der

„neuen“ Bedarfsplanung – ein

wichtiges und facettenreiches

Thema, das sowohl bei der Niederlassung

als auch der Praxisabgabe

wichtige Neuerungen enthält.

Die Lektüre sei Ihnen dringend

empfohlen.

Mit kollegialen Grüßen

Ihre

Frank Dastych

Dr. med. Günter Haas

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 3


Aktuelles

Mehr Dialog wagen

Nach dem Motto „Was man verspricht, muss man auch halten“, lud die KV

Hessen am 26. Februar Journalisten der Fach- und Tagespresse zu einer Pressekonferenz

in die Georg-Voigt-Straße ein. Angekündigt hatten dies die Vorstandsvorsitzenden

Frank Dastych und Dr. Günter Haas unmittelbar nach ihrer

Wahl am 23. Januar 2013.

Wer etwas Neues anbietet,

freut sich, wenn sein Angebot

ankommt und auf Interesse

stößt. So auch die KV Hessen, die

zwei Tage nach der Vertreterversammlung

hessische Journalisten zu

einer Pressekonferenz eingeladen

hatte. Anlass dazu waren zwei

Dinge. Zum einen wollten sich die

beiden neugewählten Vorstände

zusammen mit den Vorsitzenden

der Vertreterversammlung den Medienvertretern

vorstellen. Zum andern

soll zukünftig im Sinne von

mehr Transparenz nach jeder Vertreterversammlung

die Öffentlichkeit

über die wichtigsten Ergebnisse der

Versammlung informiert werden.

Gut besucht

Insgesamt folgten 13 Journalisten

der Einladung in die Georg-Voigt-

Straße und erlebten eine Führungs-

u

Frank Dastych sagt:

„Es darf nicht sein,

dass Hessen bei der

Honorarentwicklung

bundesweit den vorletzten

Platz einnimmt.“

Dr. Günter Haas ist überzeugt, dass auch

in Hessen eine deutliche bessere Vergütung

wie beispielsweise in Bayern oder in

Baden-Württemberg möglich ist.


spitze der KV Hessen, die an einem

Strang zieht und gemeinsame Ziele

verfolgt. Frank Dastych sprach ausführlich

zur angespannten Honorarsituation

in Hessen. Er sagte: „Unser

Hauptaugenmerk wird darauf liegen,

die Honorarsituation der Niedergelassenen

in Hessen zu verbessern.

Dazu gehören harte und effektive

Verhandlungen mit den Krankenkassen

auf Landesebene sowie

eine nachhaltige Interessenvertretung

für Hessen bei der KBV. Wir

werden lernen müssen, stärker gewerkschaftlich

zu denken als bisher.“

Hessen gehört zu den drei

Geberländern im Länderfinanzausgleich,

rangiert aber bei der Honorarentwicklung

der Vertragsärzte

und -psychotherapeuten im bundesweiten

Vergleich auf einem Abstiegsplatz.

Dr. Günter Haas führte

aus, dass die seit 2009 abgestürzten

Fallwerte bei den Haus- und Fachärzten

für eine explosive Stimmung

unter den Niedergelassenen sorgen.

„Wir gehen davon aus, dass eine

deutlich bessere Vergütung wie zum

Beispiel in Bayern oder Baden-Württemberg

auch in Hessen möglich ist.

Dazu bedarf es aber eines Umdenkens

bei den Krankenkassen. Wir

werden dieses Umdenken in einem

offenen und fairen Dialog im Interesse

unserer Mitglieder einfordern.

Genauso bieten wir dem Hessischen

Sozialministerium einen offenen

und transparenten Dialog an. Gemeinsam

sollten wir unserer Verantwortung

für eine angemessene ambulante

Versorgung in Hessen gerecht

werden“, sagte er.

Ergebnisse der

Vertreterversammlung

Die beiden Vorsitzenden der Vertreterversammlung,

Dr. Klaus-Wolfgang

Richter und Dr. Eckhard

Starke, betonten bei ihrer Vorstellung

den Wert und die Bedeutung

der ärztlichen Selbstverwaltung in

Hessen. Dr. Richter informierte die

Journalisten ausführlich über die Ergebnisse

der Vertreterversammlung

zur Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes,

zu den Regionalen

Gesundheitskonferenzen sowie zu

den drei Resolutionen zum neuen

EBM. Und wie sich zukünftig die Zusammenarbeit

zwischen Vorstand

und den Mitgliedern der Vertreterversammlung

gestaltet, skizzierte

Dr. Starke.

Gemeinsam versprach die vierköpfige

Führungsspitze, die KV Hessen

stärker als bisher zu einem Servicepartner

für seine Mitglieder umzubauen.

„Da, wo es möglich ist, sollte

die KV als Partner an der Seite ihrer

Mitglieder stehen. Beratung und

Dienstleistung sind die Schlüsselbegriffe,

mit denen wir das Vertrauen

unserer Mitglieder erhalten und

weiter ausbauen wollen.“

Für Gespräche offen

Des Weiteren versprachen alle mehr

Dialog mit der Öffentlichkeit zu

wagen. Schaut man sich die umfangreiche

und positive Berichterstattung

nach der Pressekonferenz

an, ist dies mit der Auftakt-Pressekonferenz

bestens gelungen. Die

Diskussionsrunde nach den Statements

der Redner dauerte fast 50

Minuten. Und viele nutzen noch die

angebotene kleine Zwischenmahlzeit,

um Einzelgespräche zu führen.

Bleibt zu hoffen, dass der Einladung

zur nächsten Pressekonferenz im

Juni wieder so viele Journalisten

folgen werden und die Positionen

der KV Hessen gefragt sind. l

Karl Roth, Petra Bendrich

Aktuelles

Dr. Eckhard Starke

legt dar, wie die Vertreterversammlung

und der Vorstand

der KV Hessen zukünftig

zusammenarbeiten

werden.

Dr. Klaus-Wolfgang

Richter informiert

über die wichtigsten

Ergebnisse der Vertreterversammlung.


Aktuelles

ÄBD Reform ante portas

Die erste Vertreterversammlung 2013, die am 23. Februar stattfand, hatte eine

umfangreiche Tagesordnung. Neben den Berichten der neuen KV-Spitze wurden

mehrere Resolutionen unter anderem zur EBM Reform und zu den regionalen

Gesundheitskonferenzen verabschiedet. Intensiv diskutiert wurde ferner die

Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Die Mitglieder

Vertreterversammlung

arbeiten am Samstag,

dem 23. Februar eine

umfangreiche Tagesordnung

ab.

Die anstehende Reform des

Ärztlichen Bereitschaftsdienstes

nimmt aktuell an Fahrt auf und wird

aller Voraussicht nach im Mai verabschiedet

werden. Die Vertreterversammlung

der KV Hessen bestätigte

im Großen und Ganzen die erarbeiteten

Vorschläge des ÄBD-Ausschusses.

Feinarbeiten sind noch notwendig,

um die Reform baldmöglichst

umzusetzen. Strittige Punkte sind

vor allem die entstehenden Gesamtkosten

für die niedergelassenen Vertragsärzte

und -psychotherapeuten,

die nicht höher sein sollten als bei

der bisherigen ÄBD-Regelung sowie

die Frage der Brückentage und die

Ausdehnung der Kernzeiten auf

Wunsch einer ÄBD-Gemeinschaft.

Auch die Frage nach dem Finanzierungsmodell,

denkbar ist ein Modell

mit verschiedenen Beitragsstufen, ist

noch nicht endgültig konsentiert.

Des Weiteren ist zu klären, wie sich

bestehende fachärztliche Bereitschaftsdienste

von Augen- oder Kinderärzten

in die Reform integrieren

lassen könnten. Die Vertreterversammlung

beauftragte den ÄBD-

Ausschuss, so oft und intensiv wie

möglich zu tagen, um ihr im Mai

eine abstimmungsreife Version einer

Bereitschaftsdienstordnung vorzulegen.

Veränderungen initiiert

Zum Juli 2011 gab es in Hessen 118

ÄBD-Bezirke, die alle sehr heterogen

strukturiert waren. Nach erfolgreichem

Abschluss der Reform des ÄBD

rechnet die KV Hessen gegen Ende

2013 oder Anfang 2014 mit rund 47

ÄBD Zentralen. Gespräche zur Reform

werden aktuell in fast allen Bezirken

geführt. In einigen Bezirken

(z. B. Fulda, Wetterau, Wolfhagener

Land) wurden Veränderungen bereits

erfolgreich umgesetzt. Diese

Veränderungen entsprechen inhaltlich

voll und ganz der geplanten hessenweiten

ÄBD-Reform. Um hier die

Zeit sinnvoll zu nutzen, wurden in

Regionen mit einem hohen Reformbedarf

schon Veränderungen initiiert,

auch wenn die Verabschiedung

der Reform durch die Vertreterversammlung

der KV Hessen frühestens

im Mai 2013 erfolgen wird.

Nicht nachgeben

Ein weiteres zentrales Thema, das

diskutiert wurde, waren die Regionalen

Gesundheitskonferenzen (RGK).

Kurz zur Historie: Im Dezember 2010

wurde das zweite Krankenhausgesetz

vom hessischen Landtag verabschiedet.

Es sieht die Bildung von

Gesundheitskonferenzen vor, die die

Aufgaben haben, die regionalen Versorgungsstrukturen

zu beobachten

und mit den an der Gesundheitsversorgung

Beteiligten einen intensiven

Dialog zu führen. Diese regionalen

Gesundheitskonferenzen sollen unter

anderem

a) drohende Unterversorgung

erkennen,

b) Qualitätsdefizite aufdecken,

c) Vorschläge zur Optimierung

der Versorgung machen,

d) die Bildung von Kooperationen

und Versorgungsnetzwerken

nach § 17 Abs. 8 unterstützen

und moderieren und

6

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Aktuelles

Im Süd-Osten entscheiden

die Schiedsämter.

Hier ein Blick

auf die bundesweiten

Honorarverhandlungen,

Stand: 23. Februar 2013.

e) dem für das Krankenhauswesen

zuständigen Ministerium jährlich

über die Entwicklung der regionalen

Versorgung berichten.

Aufgrund der Zusammensetzung der

Regionalen Gesundheitskonferenzen

dominieren Krankenhäuser und

Krankenkassen diese Konferenzen.

Haus- und Fachärzte sind dabei zahlenmäßig

unterrepräsentiert. Daher

spielen sie bei Abstimmungen überhaupt

keine Rolle, was fatale Auswirkungen

haben kann.

Da das erklärte Ziel des Gesetzgebers

jedoch eine Koordinierung der regionalen

Versorgungsstrukturen ist,

sieht die Vertreterversammlung der

KV Hessen diese RGK als einen ersten

Schritt, auch das ambulante Versorgungsgeschehen

maßgeblich mit

zu gestalten, ohne dabei die Hauptverantwortlichen

wie die KV Hessen,

die Landesärztekammer oder auch

Pflegeinrichtungen auszugrenzen.

Daher verabschiedete die Vertreterversammlung

der KV Hessen eine

Resolution, dass zukünftig sämtliche

haus- und fachärztlichen Vertreter

nicht mehr an den Sitzungen der

RGK teilnehmen. Geplant ist, dass

lediglich ein Verwaltungsmitarbeiter

der KV Hessen diese Sitzungen rein

als Beobachter besucht. Darüber hinaus

werden die beiden Vorstände

der KV Hessen, Frank Dastych und

Dr. Günter Haas, diese Problematik

Minister Grüttner vortragen und ihn

auffordern, diesen strukturellen „Geburtsfehler“

der hessischen RGK

schnellstmöglich zu beheben. Eine

entsprechende Resolution vom 7.

November 2012 mit dem Titel „Das

Land Hessen muss bei der Ausrichtung

der regionalen Gesundheitskonferenzen

umsteuern!“ wurde

daher am 23. Februar einstimmig

erneuert.

Honorarverhandlungen bleiben

schwierig

Frank Dastych und Dr. Günter Haas

gingen in ihren Berichten auf weitere

aktuelle Themen ein. Dastych sprach

ausführlich über die aktuellen Honorarverhandlungen

in Hessen. Dr. Haas

stellte das KBV-Konzept zur Weiterentwicklung

des Hausarzt EBM vor.

Die aktuellen Honorarverhandlungen

bezeichnete Dastych als außerordentlich

schwierig. Zusammen mit

seinem Kollegen Dr. Haas ist er überzeugt,

dass eine Einigung in Hessen

vor dem Schiedsamt erzielt werden

wird, da die Krankenkassen nur Minimalpositionen

vertreten, die völlig

inakzeptabel sind. Hessen gehört zu

den drei Geberländern im Länderfinanzausgleich,

rangiert aber bei der

Honorarentwicklung der Vertragsärzte

und -psychotherapeuten im

bundesweiten Vergleich auf einem

Abstiegsplatz.

Ähnlich konfliktreich wurde auch das

KBV-Konzept zur Weiterentwicklung

des EBM wahrgenommen. Daher verabschiedete

die Vertreterversammlung

drei Resolutionen, die sich

ausschließlich dieser Problematik

widmeten. Zum einen lehnt die Vertreterversammlung

Umverteilung von

Honorar zu Lasten anderer Fachgruppen

einstimmig ab. u

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 7


Aktuelles

Eckpunkte der geplanten ÄBD-Reform

Dr. David Jap,

Projektleiter

ÄBD-Reform

der KV Hessen,

stellt die

Eckpunkte

des Projekts vor.

Neue Leistungen können nur eingeführt

werden, wenn dafür auch

neues Geld bereitgestellt wird. Zum

anderen fordert die Vertreterversammlung

der KV Hessen eine zeitgleiche

Reform des haus- und fachärztlichen

Kapitels frühestens ab

2014. Vor einer solchen Reform ist

der Honorartrennungsbeschluss der

KBV-VV wirksam umzusetzen. Bis

zur EBM-Reform sind zwei neue

EBM-Ziffern für die Bereiche Palliativmedizin

und Geriatrie einzuführen,

um die dafür zur Verfügung gestellten

Mittel zu verteilen. Eine Einteilung

in typische und atypische Hausärzte

lehnt die KV Hessen ab, ebenso

eine damit einhergehende Honora-

• Ziel ist eine flächendeckende Versorgung aller Patienten zu

festgelegten Kernzeiten wochentags von 19:00 Uhr bis

7:00 Uhr (mittwochs und freitags von 14:00 bis 7:00) auch

und insbesondere in strukturschwachen ländlichen Gebieten.

Dies ist der Tatsache geschuldet, dass im ländlichen Bereich

die Nachbesetzung hausärztlicher Kassenarztsitze immer

schwieriger wird, da sich kaum noch junge Ärztinnen und

Ärzte finden, die rund um die Uhr zur Versorgung ihrer

Patienten bereit sind. Dem möchte die KVH Rechnung tragen

und hat sich zu einer Reform des ÄBD entschlossen.

• Die KV Hessen gliedert das Land Hessen in flächendeckende

ÄBD-Bezirke, die mindestens 50 Kassenarztsitze umfassen

müssen und in sog. Hausbesuchsdienstbezirke (HBD), die eine

Organisationsform und somit Teil des ÄBD sind.

• In jedem ÄBD-Bezirk richtet die KV Hessen eine ÄBD-Zentrale

als zentrale Anlaufstelle ein. Jeder ÄBD-Bezirk ist zudem

Teil eines Hausbesuchsdienstbezirkes. Mehrere ÄBD-Bezirke

können gemeinsam den Hausbesuchsdienst organisieren.

• Zur Sicherstellung einer zentralen Erreichbarkeit richtet die

KV Hessen mindesten eine ÄBD-Leitstelle ein. Diese gibt

als zentrale telefonische Anlaufstelle Auskünfte, leitet die

Patienten zu einer dienstbereiten ÄBD-Zentrale oder stellt

gegebenenfalls einen telefonischen Arzt-Patienten-Kontakt

her.

• Insbesondere vermitteln die beiden ÄBD-Leitstellen die

Hausbesuche an den ÄBD-Arzt und leitet und unterstützt

diesen. Die ÄBD-Leitstellen fungieren auch als erste telefonische

Anlaufstelle für hilfesuchende Patienten.

Frank Dastych

berichtet über

die Honorarverhandlungen.

rumverteilung unter den Hausärzten.

Die Punktzahlbewertungen der

hausärztlichen Basisleistungen sind

bis zum 1. Juli anzupassen. Nicht zuletzt

kritisiert die Vertreterversammlung

der KV Hessen den Vorstand

der KBV dergestalt, dass sie eine

transparente Informationspolitik von

Dr. Andreas Köhler einfordert. Entscheidungen

von grundsätzlicher Bedeutung,

wie dem EBM, müssen zuerst

in den Länder-KVen intensiv diskutiert

werden, dazu müssen den Beratenden

Fachausschüssen die Entwürfe

für solche geplanten Änderungen

rechtzeitig zur Verfügung gestellt

werden, um ihre Vorstände und die

ehrenamtlichen KBV-Vertreter sachgerecht

beraten und Handlungsempfehlungen

aussprechen zu können.

Die Vertreterversammlung wurde

erstmals von Dr. Richter geleitet.

Gleich zu Beginn stellten Frank Dastych

und Dr. Günter Haas ihre zukünftige

Aufgabenteilung vor. Frank

Dastych wird tendenziell als der „Außenminister“

der KV Hessen fungieren

und sie in Berlin vertreten. Dr.

Haas wird eher als „Innenminister“

fungieren und daher einen Schwerpunkt

auf die Arbeit am Standort

Frankfurt legen. l

Petra Bendrich

8

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


EHV: Bundessozialgericht

entscheidet über

Nachhaltigkeitsfaktor

Recht

Die Frage, wie die Interessen der Aktiven und der Empfänger in der Erweiterten

Honorarverteilung (EHV) angemessen ausbalanciert werden können, beschäftigt

auch immer wieder die Gerichte. Nun war eine Nichtzulassungsbeschwerde der

KVH beim Bundessozialgericht erfolgreich: Es wird sich in diesem Jahr in letzter

Instanz mit der Frage nach der Rechtmäßigkeit des Nachhaltigkeitsfaktors befassen.

In unserer letzten Ausgabe informierten

wir über die Urteile des

Hessischen Landessozialgerichts, in

denen die Erweiterte Honorarverteilung

der KV Hessen im Hinblick auf

den im Jahre 2006 eingeführten

Nachhaltigkeitsfaktor für rechtswidrig

erklärt worden ist.

Zur Erinnerung: Der Nachhaltigkeitsfaktor

begrenzt die EHV-Belastungsquote

für die aktiven Vertragsärzte

auf maximal 5 Prozent und führte

zu einer Quotierung der Ansprüche

der EHV-Empfänger ab dem dritten

Quartal des Jahres 2006. Diese Regelung

hatte das Landessozialgericht

in vier Parallelverfahren beanstandet

und die KV verpflichtet, die EHV

Bezugshöhe der anhängigen Verfahren

ohne Berücksichtigung dieses

Faktors neu zu berechnen.

dass einer Entscheidung über die

Rechtmäßigkeit des Nachhaltigkeitsfaktors

in der Erweiterten Honorarverteilung

(EHV) grundsätzliche

Bedeutung zukommt.

Das Bundessozialgericht hat damit

noch keine Entscheidung in der

Sache getroffen, wird sich aber inhaltlich

nun mit den Entscheidungen

des Landessozialgerichts in Darmstadt

auseinandersetzen, nachdem

die Parteien nochmals Gelegenheit

haben, die jeweiligen Sachargumente

vorzutragen.

Damit ist ein erster wichtiger Teilerfolg

erzielt. l

Michael Steinbring

Das Gebäudes des

Bundessozialgerichts

in Kassel.

Das Landessozialgericht hatte in diesen

Urteilen die Revision beim Bundessozialgericht

nicht zugelassen,

weil das Gericht die Auffassung vertrat,

der Sache käme keine grundsätzliche

Bedeutung zu. Auf die hiergegen

von uns eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde

hat das Bundessozialgericht

nun die Revision zugelassen.

Damit ist das BSG der Argumentation

der KV Hessen gefolgt,

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 9


Titelthema

Ärzte auf’s Land –

bringt’s die neue

Bedarfsplanung?

10

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Seit Anfang Januar gilt in Deutschland die so genannte

neue Bedarfsplanung. Wird sie dazu beitragen,

dass die Löcher in der Versorgungslandschaft

geschlossen werden? Oder sehen wir in Hessen bald

noch mehr offene Stellen, aber nach wie vor viel zu

wenig Ärztinnen und Ärzte?

Titelthema

Je nach Blickwinkel sprechen die

einen von Überversorgung in

städtischen Ballungszentren, während

die anderen die Aufmerksamkeit

auf einen sich abzeichnenden

Ärztemangel in ländlichen Gebieten

lenken. Da bleibt wenig Spielraum

für eine differenzierte Betrachtung

der Ist-Situation. Das wird sich jedoch

bald ändern. Die Grundlage

dafür hat der Gemeinsame Bundesausschuss

mit der Neufassung der

Bedarfsplanungs-Richtlinie geschaffen,

die zum 1. Januar 2013 in Kraft

getreten ist.

Zukünftig sind sämtliche Arztgruppen

in die Planung einbezogen, die

Einteilung der Planungsbereiche variiert

je nach Arztgruppe und gestaltet

sich dadurch erheblich feingliedriger

als bisher. Die Verhältniszahlen

unterscheiden sich nur noch im Bereich

der allgemeinen fachärztlichen

Versorgung. Parallel sind regionale

Abweichungen leichter möglich als

bisher. Dem Landesausschuss der

Ärzte und Krankenkassen als zuständigem

Gremium kommt die Aufgabe

zu, solche regionalen Besonderheiten

zu identifizieren und Kriterien

für eine Anpassung zu definieren.

Die Neuordnung der Bedarfsplanung

war überfällig

Mit dem Gesundheitsstrukturgesetz

1993 und damit vor genau 20 Jahren

erfolgte die letztmalige Neuordnung

der Bedarfsplanung. Die Diskussion

damals war geprägt von der Angst

vor Überversorgung und in der Folge

einer angebotsinduzierten Nachfrage

nach Gesundheitsleistungen.

Regelungsziel war die Sperrung von

Planungsbereichen für ärztliche Neuniederlassungen.

In der Zwischenzeit

hat sich das Blatt gewendet. Insbesondere

die Starrheit des Planungsinstrumentariums

und das Fehlen

von Möglichkeiten, gezielt auf regionale

Gegebenheiten und besondere

Bedarfe reagieren zu können, haben

den Reformdruck wachsen lassen.

Der Gesetzgeber hat reagiert und

mit dem Versorgungsstrukturgesetz

in 2012 Vorgaben für eine laut Begründung

„zielgenauere und den regionalen

Besonderheiten Rechnung

tragende flexible Ausgestaltung der

Bedarfsplanung mit erweiterten Einwirkungsmöglichkeiten

der Länder“

geschaffen.

Mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie

2012 liegt nun ein Regelwerk vor,

das einen bundesweit einheitlichen,

verbindlichen Rahmen zur Bestimmung

der Arztzahlen schafft und die

faktische Ausgestaltung den Partnern

auf Landesebene überlässt. Neu

ist ein umfangreiches Beteiligungsrecht

des Sozialministeriums zur

Frage der Anordnung von Sperrungen

sowie zur Feststellung von Unterversorgung

und drohender Unterversorgung

und darüber hinaus zur

Frage der Berücksichtigung regionaler

Korrekturfaktoren.

Neue Struktur unterscheidet

vier Versorgungsebenen

Das alte Konzept der alleinigen Unterscheidung

von 14 Arztgruppen u

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 11


Titelthema

Der ehemalige

Gesundheitsminister

Horst Seehofer (CSU)

schuf in den frühen

neunziger Jahren die

sogenannte Bedarfsplanung,

ein Regelwerk,

das festlegt, wo

ein Haus- oder Facharzt

eine Kassenpraxis

betreiben darf.

ohne Berücksichtigung des jeweiligen

Versorgungsbeitrags ist überholt.

Die technische Entwicklung,

Verlagerungseffekte von stationär zu

ambulant und die Ausdifferenzierung

der Leistungen machen eine

stärkere Gliederung erforderlich. Für

die Zuordnung der Arztgruppen und

den Zuschnitt der Planungsbereiche

sind demnächst vier Versorgungsebenen

maßgeblich. Dabei werden

unterschieden:

1. die hausärztliche Versorgung,

2. die allgemeine fachärztliche

Versorgung,

3. die spezialisierte fachärztliche

Versorgung und

4. die gesonderte fachärztliche

Versorgung.

Insgesamt 23 ärztliche Fachgruppen

werden durch die Richtlinie der einen

hausärztlichen und den drei fachärztlichen

Ebenen zugewiesen. Die

Zuordnung beruht auf Analysen zur

Größe des Einzugsgebiets der jeweiligen

Arztgruppe. So werden die

Hausärzte in Zukunft kleinräumiger

beplant, um eine wohnortnahe

Versorgung sicher zu stellen. Im

Gemeinsamen Bundesausschuss bestand

lange Dissens über die Frage,

ob die Kinderärzte dem hausärztlichen-

oder dem fachärztlichen Bereich

zugeordnet werden. Letztlich

hat sich die Ärzteschaft mit der Zuordnung

zum allgemeinen fachärztlichen

Bereich durchgesetzt. Diese

Zuordnung empfahl sich zum einen

aufgrund sinkender Geburtenraten

und zum anderen aufgrund der zunehmenden

Spezialisierung der Leistungsanbieter

und den daraus resultierenden

größeren Einzugsgebieten.

Auch die bisherige Niederlassungsstruktur

der Kinderärzte orientiert

sich an regionalen Zentren und erfüllt

so die Versorgungsfunktion für

das Umland.

Die in der Gruppe der gesonderten

fachärztlichen Versorgung zusammengefassten

Fachrichtungen werden

neu in die Bedarfsplanung aufgenommen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss

begründet seine Entscheidung

mit einem hohen Zuwachs

in den Gruppen und einem

überproportionalen Ressourcenverbrauch.

Weitere besondere Charakteristika

sind die Spezifität der Leistungen

und die Möglichkeit zu einer

standortunabhängigen Leistungserbringung.

99 Planungsbereiche mit unterschiedlichen

Zuschnitten

Nachdem mit Hessens 21 Landkreisen

und fünf kreisfreien Städten die

Planungsbereiche bislang für alle

Arztgruppen identisch waren, variiert

zukünftig die Größe der Planungsregion

je nach Spezialisierung der

Arztgruppe. Als Grundsatz gilt: je

kleiner die Gruppe und je höher der

Grad der Spezialisierung, desto größer

das Planungsgebiet. Für das Land

Hessen ergeben sich neu insgesamt

99 Planungsbereiche.

Erheblich kleinräumiger als bisher

wird die hausärztliche Versorgung

geplant. Bezugsgröße sind die

Mittelbereiche (siehe Tabelle S. 16)

gemäß den Festlegungen des Bundesinstituts

für Bau-, Stadt- und

Raumforschung (BBSR). Diese spielen

in der Landesentwicklungsplanung

eine besondere Rolle, da sie wichtig

für die flächendeckende Versorgung

der Bevölkerung und damit für die

Sicherstellung gleichwertiger Lebensbedingungen

sind. In ihrer Abgrenzung

orientieren sich die Mittelbereiche

an den Entfernungen, Lagebeziehungen,

Verkehrsanbindungen

und traditionellen Bindungen zwischen

Gemeinden und damit an

dem zu erwartenden Verhalten der

Bevölkerung bei der Inanspruchnahme

von Infrastruktureinrichtungen

der Daseinsvorsorge. Zusätzlich

orientieren sie sich an den bestehenden

administrativen Grenzen der

Gemeindeverwaltungsverbände,

Kreise oder Bundesländer.

Für die allgemeine fachärztliche Versorgung

gelten weiterhin die „altbekannten“

Kreise und kreisfreien

Städte als Planungsbereich. Allerdings

werden die Kreistypen zukünftig

anders kategorisiert. Die

Basis dafür bildet das Konzept der

Großstadtregionen des BBSR. Unterschieden

werden prinzipiell fünf

Kreistypen (bisher neun) nach dem u

12

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Titelthema

Hausärztliche

Versorgung

Allgemeine fachärztliche

Versorgung

Spezialisierte fachärztliche

Versorgung

Gesonderte fachärztliche

Versorgung

67 Planungsbereiche

u Mittelbereiche

26 Planungsbereiche

u Kreise und kreisfreie Städte

5 Planungsbereiche

u Raumordnungsregionen

1 Planungsbereich

u Hessen

1 Verhältniszahl

u 1HA/1.671 Einwohner

5 Verhältniszahlen

u je Arztgruppe

u nach Raumtypen

1 Verhältniszahl

u je Arztgruppe

1 Verhältniszahl

u je Arztgruppe

u Hausärzte

u Kinderärzte

u Augenärzte

u Chirurgen

u Frauenärzte

u HNO-Ärzte

u Hautärzte

u Nervenärzte

u Orthopäden

u Urologen

u Anästhesisten

u Fachinternisten

u Radiologen

u Kinder- und Jugendpsychiater

u Humangenetiker

u Laborärzte

u Neurochirurgen

u Nuklearmediziner

u Pathologen

u Physikalische- und

Rehabilitationsmediziner

u Strahlentherapeuten

u Transfusionsmediziner

u Psychotherapeuten

Korrektur durch Demografiefaktor

(ausgenommen Kinderärzte und Kinder- und Jugendpsychiater)

Grad der Mitversorgung. Dabei wird

Großstädten eine höhere Arztdichte

zugebilligt als dem Umland. Die

Kreistypen variieren je nach Art und

Umfang der Verflechtung zwischen

Stadt und Umland, wobei Typ 5 den

ländlichen Regionen abseits städtischer

Ballungszentren entspricht.

Zur Bedarfsprüfung und Planung der

spezialisierten fachärztlichen Versorgung

wird auf sogenannte Raumordnungsregionen

zurückgegriffen.

Darunter werden große, flächige Gebiete

verstanden, die laut Begründung

des Gemeinsamen Bundesausschusses

„in der Wechselwirkung

städtischer und ländlicher Gebiete

weitgehend ein eigenes Versorgungsgleichgewicht

darstellen“.

Die gesonderte fachärztliche Versorgung

wird für gesamt Hessen

geplant; für die Fachdisziplinen in

dieser Gruppe, die in der Vergangenheit

keinen Niederlassungsbeschränkungen

unterlagen, besteht innerhalb

des Landes Hessens Freiheit in

der Wahl des Praxisstandorts.

Wenig Veränderung bei den

Verhältniszahlen, der Demografiefaktor

bleibt

Lediglich für die bisher nicht beplanten

Fachgruppen ist die Verhältniszahl

neu ermittelt und als Berechnungsgrundlage

das Jahr 2010

herangezogen worden. Im Übrigen

hat der Gemeinsame Bundesausschuss

die bisherigen Sollzahlen als

bedarfsgerecht angesehen. Für

Hausärzte gilt zukünftig die einheitliche

Verhältniszahl 1:1.671 Einwohner.

Die allgemeinen Verhältniszahlen

werden mit dem gegenüber der

Richtlinie 2007 weiterentwickelten

Demografiefaktor modifiziert. Zum

Beispiel wird der Leistungsbedarf für

die Gruppe der 65-jährigen und älter

nun getrennt von dem der Gruppe

der unter 65-jährigen ermittelt. Ausgeschlossen

von der Anwendung

des Demografiefaktors sind die Kinderärzte,

die Kinder- und Jugendpsychiater

sowie die Arztgruppen

der gesonderten fachärztlichen Versorgung.

Auswirkungen der neuen

Regelungen in Hessen

Es zeichnet sich ab, dass sich die Regelungen

deutlich auf die zuletzt mit

Bedarfsplan 15. November 2012

ausgewiesenen Versorgungsgrade in

den einzelnen Fachgruppen und Regionen

auswirken werden. Die schon

jetzt erkennbaren regionalen Unterschiede

in der Versorgungsdichte vor

allem in der hausärztlichen und allgemeinen

fachärztlichen Versorgung

können demnächst besser bewertet

und Lücken identifiziert werden.

Weitere Veränderungen ergeben

sich dadurch, dass die Mittel- u

4 Versorgungsebenen,

23 Arztgruppen

99 Planungsbereiche

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 13


Titelthema

Von der Einführung

der

neuen Bedarfsplanung

bis

zur Zulassung

als Vertragsarzt

bereiche gemäß BBSR teilweise

die Grenzen der Stadt oder des

Landkreises überschreiten. Deutlich

machen lässt sich das am Planungsbereich

Frankfurt, dem zukünftig als

Mittelbereich auch Bad Vilbel aus

dem Landkreis Wetterau im Osten

und Kelsterbach aus dem Landkreis

Groß-Gerau im Westen zugerechnet

werden.

Dass hausärztlicher Nachwuchs in

Hessen dringend gesucht ist, wie

2011 in der Versorgungsanalyse Versorgung

heute festgestellt, findet

sich bestätigt. Andererseits lässt sich

feststellen, dass die Versorgungssituation

in den spezialisierten Fachgruppen

in Hessen sehr gut ist.

Die Fachinternisten werden wie bisher

als Gesamtgruppe betrachtet;

Spezialisierungen finden planerisch

keine Berücksichtigung. Eine Rolle

können diese jedoch im Zulassungsausschuss

bei der Entscheidung über

eine Nachbesetzung eines Praxissitzes

spielen. Hinsichtlich der wohnortnahen

fachärztlichen Versorgung

steht Hessen insgesamt gut da;

gleichzeitig besteht hier Überversorgung

neben Unterversorgung. Nachwuchs

ist vor allem in den eher ländlich

strukturierten Gebieten Hessens

gesucht und willkommen.

Für die hessischen Patienten und

deren Behandlungsbedarf abseits

der Zentren gibt die Richtlinie für die

Zukunft eine klare Richtung vor:

je spezialisierter das Versorgungsanliegen,

desto weiter der Weg zum

Arzt.

Abweichungen aufgrund

regionaler Besonderheiten

sind möglich

Bei der Aufstellung des Bedarfsplans

kann von den Richtlinien des Gemeinsamen

Bundesausschusses aufgrund

regionaler Besonderheiten abgewichen

werden. Der Frage, ob

eine regionale Besonderheit vorliegt,

schließt sich als zweite Frage an, ob

die Besonderheit ein Abweichen von

der Richtlinie erforderlich macht. Die

Beantwortung erfolgt im Landesausschuss,

der entsprechende Entscheidungen

im Bedarfsplan kennzeichnen

und die Besonderheiten darstellen

muss. Gründe für eine Abweichung

können neben der Demografie

und der Morbidität auch sozioökonomische

oder infrastrukturelle

Besonderheiten sein. Deren Berücksichtigung

kann zum Beispiel durch

eine abweichende Abgrenzung der

Planungsbereiche oder abweichende

Verhältniszahlen erfolgen.

Weitere Abweichungsmöglichkeiten

sind in den Übergangsregelungen

der §§ 65 bis 67 Bedarfsplanungs-

Richtlinie vorgesehen. Der § 66 Bedarfsplanungs-Richtlinie

ermöglicht

zum Beispiel, einen berechneten Zuwachs

von Versorgungssitzen über

einen Zeitraum von bis zu drei Jahren

durch eine schrittweise Anpassung

der Verhältniszahlen zu strecken. Für

die Arztgruppe der Hausärzte, der

Kinderärzte und der Psychotherapeuten

ist die Anwendung dieser

Übergangsregelung jedoch ausgeschlossen.

Ein Kapazitäts-Zuwachs ist

mit der Bedarfsplanungsreform ausdrücklich

erwünscht.

Hat der Gemeinsame

Bundesausschuss

seinen Auftrag erfüllt?

Die neue Bedarfsplanungs-Richtlinie

ist zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten.

Um die notwendigen Vorarbeiten

erledigen zu können, sind u

Januar – März 2013 April – Mai 2013 Juni 2013

August 2013

September 2013

November 2013 Januar 2014

bis KW 13

KW 26 01.08.2013 bis KW 37 KW 38 19.11.2013 01.01.2014

Bewertung der

Zulassungsanträge

durch die Geschäftsstelle

des Zulassungsausschusses

Beginn der vertragsärztlichen

Tätigkeit

Erstellung des Bedarfsplans

durch

die Geschäftsstelle

des Landesausschusses

Überprüfung

des Bedarfsplans

durch das

Hessische Sozialministerium

Beschlussfassung

des Landesausschusses

zur Über-

Unterversorgung

auf der Grundlage

des Bedarfsplans

bis spätestens

30. Juni 2013

Rechtlich wirksame

Bekanntmachung

des

Beschlusses

im Hessischen

Ärzteblatt

Beantragung von Zulassungen

bei der Geschäftsstelle des

Zulassungsausschusses innerhalb

von sechs Wochen nach

Erscheinen der Veröffentlichung

im Hessischen Ärzteblatt

Frühestmögliche Verhandlung

des Antrags

auf Zulassung vor dem

Zulassungsausschuss

14

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


die Landesausschüsse aufgefordert,

bis spätestens 30. Juni 2013 einen

Beschluss zur Feststellung von Zulassungsbeschränkungen

nach § 103

Abs. 1 SGB V zu fassen. Dazu

braucht es den neuen Bedarfsplan,

auf dessen Basis der Landesausschuss

die Anordnung von Sperrungen

sowie die Feststellung von Unterversorgung

und drohender Unterversorgung

vornehmen kann. Die

Arbeit des Zulassungsausschusses

bleibt hinsichtlich der Antragsfristen

und des -verfahrens unberührt.

Titelthema

Die ersten Neuerungen der Richtlinie

haben in Hessen schon Wirkung entfaltet.

Für die Fachdisziplinen der gesonderten

fachärztlichen Versorgung,

die bisher keiner Planung unterlagen,

hat der Landesausschuss

seine Verpflichtung erfüllt, zum 15.

Februar 2013 einen Beschluss zu fassen.

Für diese Gruppen war vom Gemeinsamen

Bundesausschuss im

September 2012 ein Niederlassungsmoratorium

erlassen worden, das

eine kleine Antragswelle bei den Zulassungsgremien

zur Folge hatte. In

Hessen ergeben sich lediglich für die

Physikalischen- und Rehabilitationsmediziner

und die Kinder- und Jugendpsychiater

einige neue Niederlassungsmöglichkeiten.

Der komplette

Beschluss ist in dieser Ausgabe

im info.service-Teil ausführlich dargestellt.

Fazit:

Die neue Bedarfsplanungs-Richtlinie

greift die Entwicklungen der vergangenen

Jahre auf und erlaubt zukünftig,

flexibler auf die geänderten Anforderungen

der ambulanten Versorgung

zu reagieren. Das betrifft erste

Probleme beim Zugang zu hausärztlicher

und allgemeiner fachärztlicher

ambulanter Versorgung in ländlichen

Gebieten, die zunehmende Spezialisierung

der Fachgruppen und den

Trend zur Konzentration von Leistungsangeboten

in regionalen oder

städtischen Zentren. Gleichzeitig

ist die Rolle des Allgemeinmediziners

als Nahversorger bestätigt, während

bei zunehmender ärztlicher

Spezialisierung auch die Wegstrecken

steigen, die der Patient für

das Erreichen des nächstgelegenen

Arztes zurücklegen muss.

Was bleibt ist ein großes „Aber“,

denn auch die neue Richtlinie und

eine neue Planung bringen keine

neuen Ärztinnen und Ärzte dorthin,

wo ihr Versorgungsangebot dringend

benötigt wird. Offene Sitze

sind differenziert zu betrachten. Hier

stehen alle Verfahrensbeteiligte vor

der Aufgabe, die Anreize richtig zu

setzen.

Eine Arbeits- und Lebensentscheidung

für Hessen oder eine bestimmte

Region ist kein Selbstläufer,

hier konkurrieren wir mit anderen

Bundesländern, die ebenfalls mit

Förderangeboten, Beratungsangeboten,

attraktiven Regionen und

familienfreundlicher Infrastruktur

locken. Wir als Kassenärztliche Vereinigung

Hessen, aber auch das Land

und die Kommunen sind gefordert,

entsprechende Anreize zu entwickeln

und zu kommunizieren. Die

KV Hessen geht auf gutem Weg

voran, beispielsweise mit der Koordinierungsstelle

Allgemeinmedizin

zur Vermittlung, Förderung und

Begleitung von Nachwuchsmedizinern

in Weiterbildung, der Reform

des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes

und der Einrichtung eines Strukturfonds

zur gezielten Förderung

besonders wichtiger Themen und

Projekte. l

Maja Zink, Jutta Linnenbürger

Der Ärztemangel

ist in Hessen

angekommen.

Nicht wegsehen,

sondern handeln

ist hier gefragt.

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 15


Titelthema

Die 67 Planungsbereiche (Mittelbereiche)

der Hausärztlichen Versorgung und ihre Gemeinden

Hofgeismar

Bad Karlshafen, St.

Hofgeismar, St.

Liebenau, St.

Oberweser

Trendelburg, St.

Wahlsburg

Bad Arolsen

Bad Arolsen, St.

Diemelstadt, St.

Volkmarsen, St.

Wolfhagen

Breuna

Bad Emstal

Naumburg, St.

Wolfhagen, St.

Kassel

Kassel, St.

Ahnatal

Baunatal, St.

Calden

Espenau

Fuldabrück

Fuldatal

Grebenstein, St.

Habichtswald

Helsa

Immenhausen, St.

Kaufungen

Lohfelden

Nieste

Niestetal

Reinhardshagen

Schauenburg

Söhrewald

Vellmar, St.

Zierenberg, St.

Edermünde

Gudensberg, St.

Guxhagen

Körle

Niedenstein, St.

Witzenhausen

Bad Sooden-

Allendorf, St

Neu-Eichenberg

Witzenhausen, St.

Korbach

Diemelsee

Korbach, Krst.

Lichtenfels, St.

Twistetal

Vöhl

Waldeck, St.

Willingen (Upland)

Allendorf

(Eder)/Battenberg

Allendorf (Eder)

Battenberg (Eder), St.

Bromskirchen

Hatzfeld (Eder), St.

Frankenberg (Eder)

Burgwald

Frankenau, St.

Frankenberg (Eder), St.

Gemünden (Wohra), St.

Haina (Kloster)

Rosenthal, St.

Bad Wildungen

Bad Wildungen, St.

Edertal

Fritzlar

Fritzlar, St.

Wabern

Melsungen

Felsberg, St.

Malsfeld

Melsungen, St.

Morschen

Spangenberg,

Liebenbachst.

Hessisch Lichtenau

Großalmerode, St.

Hessisch Lichtenau, St.

Eschwege

Berkatal

Eschwege, Krst.

Meinhard

Meißner

Ringgau

Waldkappel, St.

Wanfried, St.

Wehretal

Weißenborn

Borken (Hessen)

Borken (Hessen), St.

Bad Zwesten

Homberg (Efze)

Homberg (Efze), Krst.

Knüllwald

Schwalmstadt

Frielendorf

Gilserberg

Jesberg

Neuental

Neukirchen, St.

Oberaula

Ottrau

Schrecksbach

Schwalmstadt, St.

Schwarzenborn, St.

Willingshausen

Bebra/Rotenburg

a.d.Fulda

Alheim

Bebra, St.

Ronshausen

Rotenburg a.d.Fulda,

St.

Sontra

Cornberg

Nentershausen

Herleshausen

Sontra, St.

Bad Hersfeld

Bad Hersfeld, Krst.

Breitenbach

a. Herzberg

Friedewald

Hauneck

Haunetal

Kirchheim

Ludwigsau

Neuenstein

Niederaula

Schenklengsfeld

Heringen (Werra)

Heringen (Werra), St.

Hohenroda

Philippsthal (Werra)

Wildeck

Hünfeld

Burghaun

Eiterfeld

Hünfeld, St.

Nüsttal

Rasdorf

Fulda

Bad Salzschlirf

Dipperz

Ebersburg

Ehrenberg (Rhön)

Eichenzell

Flieden

Fulda, St.

Gersfeld (Rhön), St.

Großenlüder

Hilders

Hofbieber

Hosenfeld

Kalbach

Künzell

Neuhof

Petersberg

Poppenhausen

(Wasserk.)

Tann (Rhön), St.

Biedenkopf

Angelburg

Biedenkopf, St.

Breidenbach

Dautphetal

Steffenberg

Haiger/Dillenburg

Dietzhölztal

Dillenburg, St.

Eschenburg

Haiger, St.

Gladenbach

Bad Endbach

Gladenbach, St.

Lohra

Marburg

Cölbe

Ebsdorfergrund

Fronhausen

Lahntal

Marburg, St.

Münchhausen

Weimar (Lahn)

Wetter (Hessen), St.

Kirchhain

Amöneburg, St.

Kirchhain, St.

Rauschenberg, St.

Wohratal

Stadtallendorf

Neustadt (Hessen), St.

Stadtallendorf, St.

Alsfeld

Alsfeld, St.

Antrifttal

Feldatal

Gemünden (Felda)

Grebenau, St.

Homberg (Ohm), St.

Kirtorf, St.

Romrod, St.

Schwalmtal

Lauterbach

Freiensteinau

Grebenhain

Herbstein, St.

Lauterbach (Hess.), Krst

Lautertal (Vogelsberg)

Schlitz, St.

Ulrichstein, St.

Wartenberg

Herborn

Breitscheid

Driedorf

Herborn, St.

Mittenaar

Siegbach

Sinn

Wetzlar

Aßlar, St.

Bischoffen

Braunfels, St.

Ehringshausen

Greifenstein

Hohenahr

Hüttenberg

Lahnau

Leun, St.

Schöffengrund

Solms, St.

Waldsolms

Wetzlar, St.

Gießen

Allendorf (Lumda), St.

Biebertal

Buseck

Fernwald

Gießen, St.

Heuchelheim

Langgöns

Linden, St.

Lollar, St.

Pohlheim, St.

Rabenau

Reiskirchen

Staufenberg, St.

Wettenberg

Grünberg/Laubach

Grünberg, St.

Laubach, St.

Mücke

Schotten, St.

Lich/Hungen

Lich, St.

Hungen, St.

Weilburg

Löhnberg

Mengerskirchen,

Marktfl.

Merenberg,

Marktflecken

Weilburg, St.

Weilmünster, Marktfl.

Weinbach

Limburg

Beselich

Brechen

Bad Camberg, St.

Dornburg

Elbtal

Elz

Hadamar, St.

Hünfelden

Limburg a.d.Lahn,

Krst.

Runkel, St.

Selters (Taunus)

Villmar

Waldbrunn

(Westerwald)

Butzbach

Butzbach, St.

Münzenberg, St.

Rockenberg

Usingen

Grävenwiesbach

Neu-Anspach

Schmitten

Usingen, St.

Wehrheim

Weilrod

Nidda

Echzell

Nidda, St.

Ranstadt

Friedberg/

Bad Nauheim

Bad Nauheim, St.

Florstadt, St.

Friedberg (Hessen),

Krst

Karben, St.

Niddatal, St.

Ober-Mörlen

Reichelshm. (Wett.), St

Rosbach v.d.Höhe, St.

Wölfersheim

Wöllstadt

Büdingen

Altenstadt

Büdingen, St.

Gedern, St.

Glauburg

Hirzenhain

Kefenrod

Limeshain

Ortenberg, St.

Schlüchtern

Schlüchtern, St.

Sinntal

Steinau a.d.Straße, St.

Bad Orb

Bad Orb, St.

Flörsbachtal

Jossgrund

Gelnhausen

Biebergemünd

Gelnhausen, Krst

Gründau

Linsengericht

Wächtersbach/Bad

Soden-Salmünster

Bad Soden-Salmünster,

St

Birstein

Brachttal

Wächtersbach, St.

Idstein

Hünstetten

Idstein, St.

Niedernhausen

Waldems

Taunusstein

Taunusstein, St.

Bad Schwalbach

Aarbergen

Bad Schwalbach, Krst.

Heidenrod

Hohenstein

Schlangenbad

Wiesbaden

Wiesbaden, St

Eltville

Eltville am Rhein, St.

Kiedrich

Walluf

Rüdesheim/

Geisenheim

Geisenheim, St.

Lorch, St.

Oestrich-Winkel, St.

Rüdesheim a. Rhein, St.

Hochheim/Flörsheim

Flörsheim a.M., St.

Hochheim a.M., St.

Hattersheim/Hofheim/

Kelkheim

Eppstein, St.

Hattersheim a. M., St.

Hofheim am Taunus,

Krst.

Kelkheim (Taunus), St.

Kriftel

Liederbach am Taunus

Bad Homburg/Oberursel/Friedrichsdorf

Bad Homburg v.d.H, St

Friedrichsdorf, St.

Oberursel (Taunus), St.

Steinbach (Taunus), St.

Königstein/Kronberg/

Schwalbach/Bad

Soden/Eschborn

Glashütten

Königstein i. Ts., St

Kronberg i. Ts., St.

Bad Soden a. Ts., St.

Eschborn, St.

Schwalbach a. Td, St

Sulzbach (Taunus)

Frankfurt

Frankfurt am Main, St.

Kelsterbach, St.

Bad Vilbel, St.

Hanau

Bruchköbel, St.

Erlensee

Freigericht

Großkrotzenburg

Hammersbach

Hanau, St.

Hasselroth

Langenselbold, St.

Neuberg

Nidderau, St.

Niederdorfelden

Rodenbach

Ronneburg

Schöneck

Offenbach

Offenbach a. M., St.

Maintal, St.

Mühlheim a. M., St.

Seligenstadt

Hainburg

Mainhausen

Seligenstadt, St.

Heusenstamm/Rödermark/Rodagau/Dietzenbach/Obertshausen

Dietzenbach, KSt.

Heusenstamm, St.

Obertshausen, St.

Rodgau, St.

Rödermark, St.

Neu-Isenburg/ Dreieich/Langen

Erzhausen

Dreieich, St.

Egelsbach

Langen (Hessen), St.

Neu-Isenburg, St.

Rüsselsheim

Bischofsheim

Büttelborn

Ginsheim-Gustavsburg

Groß-Gerau, St.

Mörfelden-Walldorf, St.

Nauheim

Raunheim, St.

Rüsselsheim, St.

Trebur

Darmstadt

Darmstadt, St.

Alsbach-Hähnlein

Bickenbach

Griesheim, St.

Groß-Bieberau, St.

Messel

Fischbachtal

Modautal

Mühltal

Ober-Ramstadt, St.

Pfungstadt, St.

Reinheim, St.

Roßdorf

Seeheim-Jugenheim

Weiterstadt, St.

Biebesheim am Rhein

Gernsheim, St.

Riedstadt, St.

Stockstadt am Rhein

Dieburg/Groß-Umstadt

Babenhausen, St.

Dieburg, St.

Eppertshausen

Groß-Umstadt, St.

Groß-Zimmern

Münster

Otzberg

Schaafheim

Michelstadt/Erbach

Bad König, St.

Beerfelden, St.

Brensbach

Breuberg, St.

Brombachtal

Erbach, Krst.

Fränkisch-Crumbach

Hesseneck

Höchst i. Odw.

Lützelbach

Michelstadt, St.

Mossautal

Reichelsheim

(Odenwald)

Rothenberg

Sensbachtal

Lampertheim/Viernheim/Bensheim/Heppenheim/Bürstadt/

Lorsch

Abtsteinach

Bensheim, St.

Biblis

Birkenau

Bürstadt, St.

Einhausen

Fürth

Gorxheimertal

Grasellenbach

Groß-Rohrheim

Heppenhm. (Berg.), Krst

Hirschhorn (Neckar), St.

Lampertheim, St.

Lautertal (Odenwald)

Lindenfels, St.

Lorsch, St.

Mörlenbach

Neckarsteinach, St.

Rimbach

Viernheim, St.

Wald-Michelbach

Zwingenberg, St.

16

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Titelthema

Hausarzt werden in Hessen

und sich hier niederlassen

Ärzte, die sich in Hessen zum Allgemeinmediziner weiterbilden, sollten nach

erfolgreicher Facharztausbildung unbedingt in Hessen gehalten werden. Dies

ist ein Ziel der KV Hessen, um dem drohenden Hausarztmangel zu begegnen.

Was dabei schon gut läuft und was optimiert werden könnte, hat „Auf den

Punkt“ recherchiert und zusammengefasst.

Stefanie Blank,

Ärztin in

Weiterbildung

• geboren und aufgewachsen

in Flensburg. Sie

ist verheiratet und lebt

in Offenbach

• Studium der Humanmedizin

an der Goethe-

Universität Frankfurt

am Main

• Ärztliche Weiterbildung

seit Juli 2012 Assistenzärztin

in Weiterbildung

zur Fachärztin für

Allgemeinmedizin in

der Hausarztpraxis

Angelika Bayer in

Offenbach

Viele Menschen, die in Hessen

leben, sind Zugereiste. Durch

einen Studien- oder einen Arbeitsplatz

haben sie ihrer früheren Heimat

den Rücken gekehrt. Wer dann

hier verwurzelt und Freunde findet,

begeistert sich meist für die Vielfalt

der hessischen Städte oder die abwechslungsreichen

Urlaubsregionen.

Zieht es dann junge Ärzte wegen attraktiverer

Niederlassungsmöglichkeiten

in andere Bundesländer, ist

dies besonders tragisch, wenn es

sich dabei um Allgemeinmediziner

handelt, die in Hessen ausgebildet

wurden. Aktuell gibt es hier zirka

330 Ärzte in Weiterbildung zum

Facharzt für Allgemeinmedizin.

Eine dieser 330 Ärztinnen und Ärzte

ist Stefanie Blank. Die 29jährige gebürtige

Flensburgerin hat in Frankfurt

studiert, in Offenbach ihr praktisches

Jahr absolviert und ist dort in

der Facharztpraxis für Allgemeinmedizin

Angelika Bayer & Kolleginnen

tätig. „Ich wollte schon seit Beginn

des Studiums Allgemeinmedizinerin

werden. Während des Studiums hat

sich dieser Wunsch dann gefestigt

und im Praktischen Jahr bestätigt“,

sagt Blank. Erste Kontakte zur Koordinierungsstelle

Weiterbildung Allgemeinmedizin

knüpfte sie eher zufällig

im Sommer 2012. Diese Stelle

berät Studierende oder bereits approbierte

Ärzte, die beabsichtigen

Allgemeinmediziner zu werden und

schließt damit eine wichtige Lücke

im bisherigen System. Sie unterstützt

ferner Ärztinnen und Ärzte, die sich

bereits in Weiterbildung befinden,

sie aber noch nicht abgeschlossen

haben und nicht zuletzt steht sie

weiterbildungsermächtigten Ärztinnen

und Ärzten aus Kliniken und

Praxen mit Rat und Tat zur Seite. Mit

einem bisher in Deutschland einmaligen

Partnerschaftsverbund von KV,

Kammer, Krankenhausgesellschaft

sowie der universitären Aus- und

Weiterbildung tritt die bei der KV

Hessen angesiedelte Koordinierungsstelle

Weiterbildung Allgemeinmedizin

dem drohenden Hausarztmangel

aktiv entgegen.

Inzwischen denkt Stefanie Blank

konkret über eine Niederlassung in

Hessen nach. „Das ist bei mir in vier

bis fünf Jahren der Fall. Nach den

drei Jahren Weiterbildung in der ambulanten

hausärztlichen Versorgung

muss ich noch 24 Monate in der stationären

internistischen Versorgung

absolvieren.“ Den Wechsel von der

Universität in die Praxis erlebte sie als

gravierende Veränderung. „Auf einmal

vermisste ich sogar die engen

Strukturen der Uni. Andererseits

stand ich vor ganz neuen Herausforderungen.

Beispielsweise musste ich

nun praktisch umsetzen, wie man Patienten

mit einer Schilddrüsenunterfunktion

oder einem Bluthochdruck

richtig einstellt. Inzwischen fühle ich

mich aber als richtige Ärztin.“ u

18

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Regionale Weiterbildungsverbünde

aus Krankenhäusern und Praxen koordinieren

die stationären und ambulanten

Aspekte der Weiterbildung

zum Allgemeinmediziner. Dank der

Koordinierungsstelle wurden seit

2012 bereits fünf Verbände gegründet.

Es gibt sie in der Region Lahn-

Dill, in der Wetterau, im Schwalm-

Eder-Kreis sowie an den Main-Kinzig

Kliniken und dem Kaiserin-Auguste-

Victoria Krankenhaus bei Wetzlar.

Da es so einen Verbund im Kreis

Offenbach nicht gibt, besucht Stefanie

Blank gelegentlich den Offenbacher

Hausarzt-Zirkel, um sich mit

Kollegen inhaltlich über Patientenfälle,

Praxis-Hygiene oder auch über

Abrechungsthemen auszutauschen.

Dieser Hausarzt-Zirkel trifft sich monatlich.

Parallel dazu wird Stefanie

Blank regelmäßig von ihrer Chefin

informiert, wenn diese sich zur Ausbildung

von Assistenzärzten fortbildet.

Seminare rund um eine Niederlassung

plant Blank erst in ein

paar Jahren zu besuchen. Inzwischen

hat sie ihren früheren Wunsch nach

einer kleinen Praxis mit zwei Helferinnen

begraben. Stattdessen verfolgt

sie jetzt das Ziel, später in einer

Gemeinschaftspraxis zu arbeiten.

Ideal wäre es für sie, in eine bestehende

Praxis einzusteigen, dann ein

paar Jahre mit dem Praxisinhaber zusammenzuarbeiten

bevor dieser

dann in Rente geht und sie einen

neuen Partner in die Praxis aufnimmt.

„Ich möchte keine Einzelkämpferin

sein, sondern mich kollegial

austauschen und auch den

Bürokratieaufwand teilen können.

Außerdem halte sie so eine Regelung

für familienfreundlich. Auch für

Patienten oder das Praxisteam ist so

ein softer Übergang angenehm“,

sagt Stefanie Blank.

Als sektorenübergreifende

Drehscheibe für Fragen und

Kontakte zur allgemeinmedizinischen

Weiterbildung

in Hessen fungiert die

Koordinierungsstelle Weiterbildung

Allgemeinmedizin.

Sie bringt den hausärztlichen

Nachwuchs, Weiterbildungspraxen,

Kliniken und Weiterbildungsverbünde

zusammen.

Informationsveranstaltungen

für Weiterbildungsverbünde

finden regelmäßig statt.

Zum bundesweit einmaligen

Partnerschaftsverbund der

Koordinierungsstelle gehören:

Damit die angehenden Allgemeinärzte

zeitlich und inhaltlich besser

planen können, wird sich die Koordinierungsstelle

auch bei der Klinik

Kontaktmesse in Gießen präsentieren

und kräftig die Werbetrommel

rühren für Mentorenprogramme

oder Seminare. Das große Ziel heißt:

eine lückenlose sektorenübergreifende

Koordination und Unterstützung

der Weiterbildung sicherzustellen.

Über die Jobbörse konnten

zwischenzeitlich schon über 18 Kontakte

und sogar drei Anstellungen

vermittelt werden. Gut besucht

waren auch die zahlreichen Infoveranstaltungen

an den Universitäten

Frankfurt und Marburg sowie die

Messestände bei Fachmessen in

Mainz und in Frankfurt.

Auch Stefanie Blank surft immer

wieder über die Homepage der Koordinierungsstelle

und ihre Angebote,

wie Musterarbeitsverträge

oder ähnliches. „Eine Idee für einen

weiteren Service hätte ich. Ich fände

es gut, wenn über die Koordinierungsstelle

auch Promotionsstellen

vermittelt würden. Wer nicht schon

als Medizinstudent eine Doktorarbeit

geschrieben hat, hat es als fertiger

Arzt umso schwerer. Vor allem,

wenn man wie ich im ambulanten

1. KV Hessen

2. Landesärztekammer

Hessen

3. Hessische Krankenhausgesellschaft

Bereich tätig ist und so der Kontakt

zur Klinik fehlt, muss man sich in

Frankfurt an jedes einzelne Institut

wenden, um ein passendes Thema

zu finden. Das ist sehr aufwendig

und ließe sich gewiss zentral organisieren.“

Persönlich würde sie es

ferner begrüßen, wenn der Gesetzgeber

es zuließe, dass ein Arzt einen

anderen Arzt einfach anstellen

könnte wie es bei anderen Freiberuflern

Gang und Gäbe ist. Sie weiß,

dass das ein frommer Wunsch ist.

Wichtiger ist es für sie, sich später

überhaupt in Hessen niederlassen zu

können, denn hier hat sie ihre neue

Heimat gefunden und hier würde sie

auch gern ihre Kinder aufwachsen

sehen. l

Petra Bendrich, Julia Lampferhoff

Kontakt: Telefon (069) 795 02-707

E-Mail koordinierungsstelle@kvhessen.de

www.allgemeinmedizinhessen.de

4. Institute für

Allgemeinmedizin an

den Universitäten

Frankfurt und Marburg

Titelthema

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 19


Titelthema

Von der Niederlassung bis zur

Praxisabgabe – Infos und Tipps

Am 17. November 2012 führte die KVH bereits zum vierten Mal das Hessische

Gründer- und Abgeberforum in Kassel durch, auf dem niederlassungsinteressierte

Ärzte mit Vertragsärzten zusammenkommen, die ihre Praxis abgeben

möchten. Begleitet wird das Forum durch Referate, die sich inhaltlich an den

klassischen Fragen der Praxisübernahme und Praxisabgabe orientieren. Die

Antworten auf die wichtigsten Fragen sind hier zusammengefasst.

Wie erreicht man Interessenten,

d. h. potentielle Praxisabgeber

oder -übernehmer?

Potentielle Nachfolger lassen sich

grundsätzlich in Krankenhäusern,

über den Berufsverband bzw. die

Fachgesellschaften, über die üblichen

Annoncen der ärztlichen Fachpresse,

der ärztlichen Fachpresse finden.

Fündig wird man aber auch bei

Ärzten, die im ärztlichen Bereitschaftsdienst

tätig sind und vor allem

über die von der KVH kostenlos eingerichtete

Praxisbörse auf der Homepage

der KV Hessen. Die Praxisbörse

hat sich in den letzten Monaten zu

einem sehr lebendigen und rege in

Anspruch genommenen Marktplatz

entwickelt.

Besteht eine Zulassungssperre

für den Standort meiner Praxis

(im Planungsbereich)?

Weiteres wichtiges Element der

Praxisübergabe ist die Frage, ob für

den Standort eine Zulassungssperre

besteht. Infolge einer gesetzlichen

Änderung im sogenannten Versorgungsstrukturgesetzes

(VStG) wird

die Bedarfsplanung modernisiert.

Der gemeinsame Bundesausschuss

hat die entsprechende Richtlinie erlassen.

Mit der tatsächlichen Umsetzung

ist im Verlauf des Jahres 2013

zu rechnen. Hier ist zu empfehlen,

sich frühzeitig mit dem Beratungs-

Center der KV Hessen in Verbindung

zu setzen, um die aktuelle Versorgungssituation

vor Ort (Zulassungssperre

JA/NEIN) zu klären.

Was hat sich mit der Einführung

des Versorgungsstrukturgesetzes

(VStG) im Zulassungsrecht verändert?

Mit Inkrafttreten des VStG haben

sich die Rahmenbedingungen für

eine Praxisausschreibung verändert.

Der Zulassungsausschuss der KV

Hessen erhält auf der Basis der Beschlussfassung

des Landesausschusses

zur Bedarfsplanung nun erstmals

die Möglichkeit, aktiv Praxisausschreibungen

zu unterbinden, wenn

aus seiner Sicht die Fortführung der

Praxis aus Versorgungsgründen nicht

erforderlich erscheint. Von dieser Regelung

ausgenommen sind Ehepartner,

Lebenspartner, Kinder oder Angestellte,

die bereits in der Praxis

tätig bzw. Bewerber, die bereits in

der Praxis gemeinschaftlich tätig

sind. Kommt es nicht zur Praxisausschreibung,

muss die KV Hessen den

Kaufpreis bis zur Höhe des Verkehrswertes

dem verzichtenden Arzt

bezahlen.

Wie verläuft eine Praxisausschreibung?

Wird die Praxis ausgeschrieben, erfolgt

die Veröffentlichung im Hessischen

Ärzteblatt. Das Ausschreibungsverfahren

dauert ca. neun Monate.

Sofern sich mehrere Interessenten

innerhalb der Bewerbungsfrist

bewerben, trifft der Zulassungsausschuss

nach den Kriterien des Gesetzes

eine Auswahl, den am besten

geeigneten Bewerber für den zu u

20

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Bei der Auswahlentscheidung im

Nachbesetzungsverfahren sind neben

den bisherigen Kriterien die berufliche

Eignung, das Approbationsalter,

die Dauer der ärztlichen Tätigkeit,

ferner, ob ein Bewerber Kind,

Ehegatte, Lebenspartner, angestellter

Arzt des bisherigen Vertragsarztes

ist oder ob der Vertragsarzt ist,

mit dem die Praxis bisher gemeinschaftlich

betrieben wurde, zu berücksichtigen.

Bevorzugt werden

können Bewerber, die bereit sind,

besondere zuvor in der Ausschreibung

definierte Versorgungsbedürfnisse

zu erfüllen.

Titelthema

Welche Möglichkeiten der

Praxisfortführung durch einen-

Nachfolger bzw. welche zulassungsrechtlichen

Instrumente

(z. B. Anstellung) können genutzt

werden?

Der Praxisabgeber muss sich überlegen,

mit welcher Übernahmestrategie

er den Wunschnachfolger in die

Praxis bzw. in die Kooperation integriert.

Hierfür gibt es mittlerweile

eine Reihe von zulassungsrechtlichen

Instrumenten, wie z. B. Job-Sharing,

angestellte Ärzte, Verzicht zu

Gunsten der Anstellung, etc.

vergebenden Versorgungsauftrag

auszuwählen. Der Zulassungsausschuss

besteht aus je drei niedergelassenen

Vertragsärzten und aus

drei Vertretern der Krankenkassen.

Die Praxisübenahme kann immer

zum Quartalswechsel erfolgen.

Was sind die Auswahlkriterien

bei der Vergabe einer Praxis?

Fazit:

Das Zulassungsrecht ist in den letzten

Jahren zunehmend liberalisiert

worden und bietet für den Abgeber

und auch für die Nachfolger eine

Vielzahl von Möglichkeiten, einen

strukturierten Einstieg in die Praxis zu

planen. Dies erfordert eine sorgfältige

Beratung.

Die Beratungs-Center der KV Hessen

nehmen diese Aufgabe mit großem

Engagement wahr. Wenn Sie zu

diesem Themenkomplex Fragen

haben, sind sie Ihre ersten Ansprechpartner.

Das nächste Gründer- und Abgeberforum

ist bereits geplant! Details

dazu finden Sie auf Seite 17. Kommen

Sie vorbei, wir freuen uns auf

Sie! l

Norbert Ortloff

Auf den Punkt I Nr. 2-2013

21


Titelthema

Bedarfsplanung:

Auf den Punkt gebracht

Einige Begriffe werden im Zusammenhang mit der neuen Bedarfsplanung

immer wieder verwendet. Doch was steckt eigentlich dahinter und was bedeuten

sie genau? Das ist oft schwer zu durchschauen. Wir bringen Ihnen die Welt

der neuen Bedarfsplanung etwas näher und erläutern Ihnen in unserem Glossar

die wichtigsten Fachausdrücke.

Bedarfsplan

Die Bedarfsplanung regelt, wie viele

Ärzte und Psychotherapeuten es in

einer Region geben muss, um eine

ausreichende ambulante Versorgung

zu gewährleisten. Der Bedarfsplan

wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen

und den Krankenkassen

gemeinsam erstellt. Er beschreibt die

Versorgungssituation in einer KV-Region

und weist den Versorgungsgrad

aller Regionen aus.

Landesausschuss

Der Landesausschuss ist ein Gremium,

das aus einer gleichen Zahl

von Vertretern der KV und der Krankenkassen

sowie einem unparteiischen

Vorsitzenden und zwei weiteren

unparteiischen Mitgliedern besteht.

Vertreter des Landes und der

Patienten haben Mitspracherecht.

Dem Landesausschuss wird der Bedarfsplan

vorgelegt. Er beschließt

auf Grundlage der hierin festgelegten

Versorgungsgrade der Regionen,

ob eine Region überversorgt und

damit gesperrt ist oder ob sie für

Niederlassungen geöffnet ist. Ebenso

legt er fest, ob in Regionen Unterversorgung

droht.

Zulassungsausschuss

Der Zulassungsausschuss ist besetzt

mit einer gleichen Zahl von Vertretern

der KV und der Krankenkassen

und entscheidet u.a. darüber, ob ein

Arzt für einen ausgeschriebenen

Praxissitz zugelassen wird. In seinen

Entscheidungen ist der Zulassungsausschuss

an die Beschlüsse des Landesausschusses

über Sperrung und

Öffnung von Regionen gebunden.

Versorgungsebenen

Die Bedarfsplanungsrichtlinie definiert

vier Versorgungsebenen: die

hausärztliche, die allgemeine fachärztliche,

die spezialisierte fachärztliche

und die gesonderte fachärztliche

Versorgung. Für jede Ebene gelten

in Zukunft unterschiedlich große

Planungsbereiche, kleinere für die

Hausärzte, die möglichst flächendeckend

vertreten sein sollen, und

größere für die Fachärzte, abgestaffelt

nach den verschiedenen Versorgungsebenen.

Verhältniszahlen

Die Verhältniszahl gibt an, wie viele

Ärzte einer Fachgruppe auf eine bestimmte

Einwohnerzahl in einem Planungsbereich

kommen. Für die vier

Versorgungsebenen gelten die Verhältniszahlen

in unterschiedlich großen

Planungsbereichen.

Demografiefaktor

Der Demografiefaktor ermöglicht es,

zusätzlich zur Einwohnerzahl auch

die Alterstruktur der Bevölkerung bei

der Bedarfsplanung zu berücksichtigen.

Er passt die Arztdichte jährlich

an das Alter und somit an den höheren

Versorgungsbedarf der Bevölkerung

an.

Unterversorgung

Eine Region gilt als unterversorgt,

wenn die Verhältniszahl der Hausärzte

um 25 Prozent oder bei den allgemeinen

und den spezialisierten

Fachärzten um 50 Prozent unterschritten

ist. Zusätzlich kann eine

drohende Unterversorgung festgestellt

werden, wenn abzusehen ist,

dass viele Ärzte einer Region bald in

den Ruhestand gehen.

Überversorgung

Als überversorgt gilt eine Region,

wenn die Soll-Zahl an Ärzten einer

Fachgruppe um zehn Prozent überschritten

wird, also ab einem Versorgungsgrad

von 110 Prozent. Für

diese Fachgruppe wird die Region

gesperrt. Die neue Bedarfsplanungsrichtlinie

sieht zudem vor, dass für

eine Übergangsfrist von drei Jahren

eine Region auch schon bei einem

Versorgungsgrad von 100 Prozent

gesperrt werden kann, wenn im Gebiet

der KV ein Fünftel der Regionen

einen Versorgungsgrad unter 100

Prozent aufweisen. Hiermit sollen

neue Niederlassungen in die schlechter

versorgten Regionen gelenkt

werden. l

Michaela Vetten

22

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Landarztträume

Titelthema

In Zeiten des Ärztemangels und alternativen, lukrativen

und flexiblen Berufsmodellen für Mediziner ist für viele

junge Ärzte die eigene Praxis auf dem Land schon lange

kein Traum mehr. Überarbeitet, unterbezahlt, weit weg

von angemessener Infrastruktur und dem kulturellen Angebot

der Stadt – das sind die gängigen Klischees. Eine

junge Ärztin und Mutter hat den Schritt in die Provinz dennoch

gewagt. Sie ist eine der ersten Förderkandidatinnen des Hessischen

Pakts. „Auf den Punkt“ hat sie besucht und mit ihr über Freud und Leid des

Landarztlebens gesprochen.

Schön ist es hier“, denkt man bei

der Ankunft vor der Praxis von Dr.

Steinebach, noch die Felder,

Wiesen, Wälder und kleinen Bachläufe

im Hinterkopf, die auf der Fahrt

am Beobachter vorbeigezogen sind.

Die Praxis befindet sich in einem großen

Haus, umgeben von Einfamilienhäusern

und viel Natur in einer ruhigen,

hübschen Straße. „Landarztidylle“,

denkt man, wenn man die

Praxis betritt und trotz regen Praxisbetriebs

von dem entspannten Praxisteam

im modernen Empfangsbereich

herzlich empfangen wird. „Zu

schön, um wahr zu sein“ denkt man,

sich die lächelnden, freundlichen Gesichter

von jung und alt anschauend,

die einem aus dem Wartezimmer

neugierig entgegen blicken. So muss

er aussehen, der Traum vom Landarzt

– oder?

„Träume sind Schäume“, sagt man

im Volksmund. In Zeiten des Ärztemangels

kommt das Berufsmodell

Landarzt nicht allzu gut weg. Junge

Ärzte wünschen sich Teamarbeit,

Karrierechancen, überschaubare unternehmerische

Risiken und flexible

Arbeitszeiten. Das Bild vom Allgemeinmediziner

als ständig erreichbarem

Einzelkämpfer erscheint da

nicht besonders attraktiv. Die bürokratischen

Hürden, der Schritt in die

Selbstständigkeit, das hohe unternehmerische

Risiko, die Schulden

durch den Praxiskauf und die hohe

Verantwortung gegenüber den

Patienten wirken abschreckend.

Ein gutes Team:

Existenzgründerin

Dr. Silvia Steinebach

und Praxisabgeberin

Dr. Renate Strupp

Silvia Steinebach hat den Schritt aufs

Land gewagt. Sie praktiziert seit dem

1. April 2013 in ihrer Hausarztpraxis

in Hosenfeld bei Fulda. 35 Jahre lang

betrieb ihre Vorgängerin Dr. Renate

Strupp die Praxis. Die Ärztin und ihre

Helferinnen sind ein eingeschworenes

Team. Man arbeite nicht einfach

nur in der Praxis, der Praxisalltag

werde gelebt und gemeinsam bewältigt,

so sagt sie. Froh sei sie, dass ihre

Nachfolge nun gesichert ist. Dass

sie mit Dr. Steinebach eine Nachfolgerin

gefunden hat, die die Tradition

fortsetzt, bestehende Strukturen u

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 23


Titelthema

Wohnen und arbeiten

in einem, das gibt

es oft nur noch auf

dem Land. Frau Dr.

Steinebach vor ihrer

Praxis – und ihrem

neuen Zuhause.

beibehalten will, die gleichen Normen

und Werte vertritt und nun weiterhin

die ärztliche Versorgung der

Patienten im Dorf sicherstellt.

Im Sinne der Patienten

Gerne möchten sie noch zwei Jahre

gemeinsam praktizieren. Es sei vorteilhaft,

wenn die Patienten sich

nicht von heute auf morgen an ein

neues Gesicht gewöhnen müssten,

glauben beide. Rund 700 Patienten

kommen pro Monat in die Praxis.

Viel Arbeit für eine Ärztin alleine.

Das Arzt-Patienten-Verhältnis spielt

für beide Frauen eine große Rolle, sicher

für Dr. Steinebach einer der

Gründe, sich für die eigene Praxis auf

dem Land zu entscheiden. Sie hofft

auf ein enges Verhältnis zu ihren Patienten:

„Ich freue mich sehr darauf,

die Anamnese leben zu können und

meine Patienten über Jahre begleiten

zu dürfen. Ich hoffe, dass es ähnlich

wie bei Dr. Strupp nach einigen

Jahren eine enge Bindung zu den

Patienten geben wird.“

Neben dem Beruf spielt ihre Familie

eine wichtige Rolle im Leben der

Ärztin, sie ist Mutter eines erst drei

Monate alten Sohns. Die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie ist ein

wesentlicher Aspekt für die junge

Mutter.

„Life-Work-Balance“– die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie

Es ist keine leichte Aufgabe, das

Familienleben mit dem anspruchsvollen

und zeitaufwendigen Beruf

eines Arztes in Einklang zu bringen,

sowohl für Männer, als auch für

Frauen. Dr. Steinebach, die zuvor in

einer Klinik praktizierte, hat die

Chance ergriffen, durch den Einstieg

in die Praxis von Dr. Strupp in Zukunft

der Patientenversorgung

nachgehen zu können, ohne die Familie

vernachlässigen zu müssen. Die

Arbeit als Assistenzärztin im Klinikum

sei nicht mehr realisierbar gewesen,

so Dr. Steinebach. Zu wenig

Zeit, keine geregelte Arbeitszeit, nur

kurze Patientenkontakte und viel zu

viel Bürokratie. Aber warum dann

ausgerechnet eine Praxis auf dem

Land? Die Praxis in Hosenfeld sei für

sie und ihre Familie die optimale Lösung,

ihre Mutterrolle zu erfüllen

und dennoch ihrem geliebten Beruf

nachzugehen. Die Praxis bietet viele

Vorteile für sie: die Praxisräume und

Privaträume befinden sich im gleichen

Haus, es gibt organisierte

Strukturen durch das eingespielte

Praxisteam, eine hohe Flexibilität

durch die Selbstständigkeit, keine

weiten Fahrwege und die Familie ist

immer in der Nähe. Der zentralisierte

Ärztliche Bereitschaftsdienst in Fulda

sorgt zusätzlich für Entlastung. Nur

drei Mal im Jahr muss sie dafür auf

dem Sprung sein.

Die Medizin wird weiblich

Zwei Drittel der Studienanfänger

sind inzwischen Frauen. Damit sich

der Ärztemangel nicht weiter verschärft,

müssen die Rahmenbedingungen

den Bedürfnissen der Ärztinnen

angepasst werden. Die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie spielt

dabei eine zentrale Rolle. Die Praxis

auf dem Land scheint in diesem Fall

eine gute Option darzustellen. Das

macht sich auch bei den Förderkandidaten

des Hessischen Pakts bemerkbar.

Dem Förderbeirat lagen

trotz der kurzen Antragsfrist bis zum

Antragsschluss 30. September 2012

insgesamt 32 Anträge vor. Derzeit

sind acht Praxen förderfähig, davon

sechs zukünftig in weiblicher Hand.

Der Hessische Pakt – eine

Entscheidungshilfe!

Eine dieser jungen Ärztinnen, die

von dem Förderprogramm profitieren,

ist Dr. Steinebach. Ihr im September

2012 gestellter Antrag

wurde im November genehmigt,

wodurch sie eine der ersten Förderkandidatinnen

des Hessischen Pakts

wurde. Die 50.000 € waren nicht

ausschlaggebend für ihre Entscheidung,

sich in Hosenfeld niederzulassen,

aber dennoch ein willkommenes

Zubrot für die junge Familie, die

durch den Praxiskauf enormen Kosten

gegenübersteht. Kritisch sieht

die Ärztin, dass der Antragsteller

nicht bereits zugelassen bzw. der Antrag

für den Kassenarztsitz nicht

schon gestellt worden sein darf, um

als Kandidat für die Förderung in

Frage zu kommen. Denn der Kassenarztsitz

wird dem Existenzgründer

bei der Bank als Sicherheit anerkannt,

die zwingend erforderlich ist

für den Kredit und einen Kaufvertrag

für die Praxis. Dennoch ist sie überzeugt,

dass das Fördergeld eine

große Hilfe für junge Ärzte darstellt

und durchaus dazu beiträgt, sich für

die Praxis auf dem Land zu entscheiden.

„Es wäre aber ein großer Vorteil

noch früher zu erfahren, ob man das

Fördergeld erhält, damit es im Kreditrahmen

berücksichtigt werden

kann“, so Dr. Steinebach. u

24

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Bürokratie, die Herrschaft

der Verwaltung

Bürokratie macht nicht nur Ärzten

auf dem Land das Praxisleben oftmals

schwer. Erfahrungen damit

machten auch Dr. Strupp und Dr.

Steinebach bei der Praxisübergabe.

Völlig problemlos und ohne Bürokratie

hatte Dr. Strupp vor 35 Jahren die

Praxis ihres Vorgängers übernommen.

Ganz so einfach ist das heutzutage

nicht mehr. Dr. Steinebach

glaubt, dass vor allem junge Ärzte

enorme Probleme mit dem bürokratischen

Aufwand bei der Praxisübernahme

bekommen könnten. Des

Weiteren kritisiert sie, dass sie in ihrer

Hausarztpraxis nicht alle bisher erworbenen

Qualifikationen als kassenärztliche

Leistung ausüben darf.

„Gerade in Zeiten des Ärztemangels

ist es für mich unverständlich, dass

ich meine erworbenen Qualifikationen

nicht als kassenärztliche

Leistungen anbieten darf. Ich bin engagiert

und möchte meinen Patienten

die bestmögliche Versorgung

bieten und das nicht nur als private

Zusatzleistung.“

sehr langen Zeitraum durch die unterschiedlichsten

Lebensphasen medizinisch

begleiten – manchmal über

Generationen hinweg. Das Erfassen

von familiären Hintergründen, die

Begleitung der Menschen über längere

Zeit, in verschiedenen Lebenslagen

und in den unterschiedlichsten

Situationen, machen den Beruf zu

einer verantwortungsvollen Lebensaufgabe.

Der Gestaltungsspielraum

in der eigenen Praxis ist groß und

macht die Vereinbarkeit von Beruf

und Familie realisierbar. Hinzu

kommt, dass die Arbeit spannend

und abwechslungsreich ist. Oft ist

die nächste große Stadt nicht weit

entfernt und kulturelle Angebote

damit in Reichweite. Zudem bieten

ländliche Regionen beste Voraussetzungen

für Erholung und Freizeitgestaltung.

Aber wo Licht ist, gibt es

nun mal auch Schatten und so gilt:

Landarzttraum? Nicht für jeden, aber

für manchen mit Sicherheit, ja! l

Katharina Guntersdorf,

Petra Bendrich

www.kvhessen.de/

Hessenpakt

Titelthema

Perspektive Landarzt

Das Berufsmodell Landarzt hat ein

Imageproblem, keine Frage. Aber zu

Recht? Letztendlich muss jeder Mediziner

für sich selbst entscheiden,

ob die eigene Praxis auf dem Land

eine Perspektive für ihn ist. Definitiv

bietet auch das Leben und Arbeiten

in ländlichen Regionen Vorteile gegenüber

der Stadt und es ist Typsache,

was die individuellen Vorstellungen

und Prioritäten für die berufliche

bzw. private Zukunft sind. Auf

dem Land ist der Hausarzt ein wichtiger

Teil der Gemeinde und ist erster

Ansprechpartner in Sachen Gesundheit,

aber die alte Vorstellung des

Einzelkämpfers, der ständig verfügbar

sein muss, ist oftmals überholt.

Das Arzt-Patientenverhätnis ist oft

sehr persönlich und der Arzt kann

seine Patienten meist über einen

Interessiert an einer Niederlassung auf dem Land?

Nutzen Sie die Beratung durch die qualifizierten Niederlassungsberater der

KV Hessen. Gerne sind Ihnen die Berater auch bei der Antragstellung behilflich.

Niederlassungsinteressierte Ärzte finden alle erforderlichen Antragsunterlagen

und Erläuterungen zu den Förderkriterien unter www.kvhessen.de/Hessenpakt.

Hintergrund Förderantrag

Förderfähig sind Niederlassungen in überwiegend ländlich strukturierten Landkreisen,

in denen die Einwohnerdichte am geringsten ist. Dies sind der Vogelsbergkreis,

der Landkreis Waldeck-Frankenberg, der Werra-Meissner-Kreis, der

Landkreis Hersfeld-Rotenburg, der Schwalm-Eder-Kreis, der Odenwaldkreis und

der Landkreis Fulda. Von der Ansiedlungsförderung in Gebieten mit besonderem

Versorgungsbedarf können sowohl Hausärzte als auch Grundversorgende Fachärzte

profitieren. Mit bis zu 50.000 Euro kann die Übernahme eines Sitzes oder

die Neugründung einer Praxis in einer gefährdeten Region gefördert werden.

Förderfähig sind sowohl Voll- als auch Teilzulassungen. Auch die Förderung eines

Anstellungsverhältnisses ist möglich, wenn dadurch der Praxissitz in einer gefährdeten

Region erhalten werden kann. Gleichzeitig haben junge Ärztinnen und

Ärzte so die Chance auf eine Niederlassung auf Probe.

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 25


Titelthema

Aussage mit Wirkung:

„Wir arbeiten für Ihr Leben gern“

Mit einem TV-Spot kurz vor der „tagesschau“ startet am 26. April 2013 die neue

Image-Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der

Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Sie hat zum Ziel, die Attraktivität des

Berufsbilds der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zu erhöhen.

Hier ein Blick in die

Werkstatt vom

Fotoshooting der

Kampagne. Das Fotoshooting

war

für viele Ärzte eine

neue und spannende

Erfahrung.

Reichweite lautet das Zauberwort.

Mit dieser Vokabel beschreiben

Werbetreibende, wie viele Menschen

mit einer Kampagne erreicht

werden können. Mit zu den reichweitenstärksten

Formaten gehören

die Minuten vor der „tagesschau“

um 20 Uhr im Ersten. Dann sitzen

Millionen Bundesbürger vor ihren

Fernsehern und warten auf eine Zusammenfassung

der aktuellen Geschehnisse.

Am 26. April, einem

Freitag, sollte man sich die Minuten

kurz vor acht Uhr abends Zeit nehmen

und den Fernseher einschalten.

Gegen 19:58 Uhr wird der erste

Spot der gemeinsamen Kampagne

von KBV und KVen im ersten Programm

ausgestrahlt.

Patienten vertrauen Ärzten

Diese Maßnahme bildet den Auftakt

einer fünfjährigen Kampagne. Doch

was ist die Zielsetzung? „Wir wollen

das Bild der ärztlichen Arbeit in der

Öffentlichkeit positiv formen“, sagt

Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender

der KV Hessen. Das scheint zunächst

ein Selbstläufer zu sein. u

26

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


es bereits gegeben. Denn vor der

Kamera für Foto- und Filmaufnahmen

standen rund 70 niedergelassene

Ärzte und Psychotherapeuten.

Sie hatten sie sich spontan bereit

erklärt, mitzumachen und unterstützen

die Kampagne.

Titelthema

Interessiert? Weitere Infos gibt es ab

25. April 2013 unter www.ihreaerzte.de.

Mitte Mai erhalten bundesweit

alle Praxen ein Infopaket zu

dieser Kampagne mit Patientenbroschüren,

Aufklebern und einem

Plakat. l

Dr. Roland Stahl (KBV),

Petra Bendrich

Immerhin gehört der Arztberuf zu

den beliebtesten und anerkanntesten

in Deutschland. Die Patienten

vertrauen ihren Ärzten. Doch einzelne

Politiker und Krankenkassen

zeichnen über die Medien gern ein

anderes Bild, nämlich das des betrügerisch

agierenden Mediziners. Dieses

Zerrbild stößt verständlicherweise

auf blankes Entsetzen bei Medizinern.

Das zeigten jüngst Befragungen

der KBV. Neben der Imagebefragung

von Anfang 2012 mit über

1.000 teilnehmenden Ärzten und

und Psychotherapeuten, war dies

auch ein Ergebnis des Ärztemonitors,

an dem über 11.000 Ärzte teilnahmen.

Daher wurde die KVB aufgefordert,

diesen Zerrbildern entgegenzuwirken

und Ärzte so darzustellen,

wie sie wirklich sind: Engagiert für

ihre Patienten und für ihren Beruf.

Werben für Niederlassung

Daneben soll mit der Kampagne

aber weiteres erreicht werden. Frank

Dastych sagt: „Dass wir vor einem

Ärztemangel stehen, ist in unserer

Gesellschaft mittlerweile angekommen.

Wer heute Medizin studiert,

kann sich aussuchen, was er beruflich

machen will – sowohl in

Deutschland als auch im Ausland.

Deshalb müssen wir alles dafür tun,

dass es der Ärztenachwuchs als

attraktiv empfindet, sich niederzulassen.

Auch diesem Zweck dient die

Kampagne.“

Bürokratie visualisieren

Das Engagement der niedergelassenen

Ärzte und Psychotherapeuten,

ihr Einsatz für die Patienten, ihr Herzblut,

die Überstunden, die Liebe zum

Beruf – all das wird visualisiert. Genauso

werden aber auch die Bedingungen

thematisiert, die die ärztliche

Tätigkeit behindern, wie das Übermaß

an Bürokratie. Es geht nicht um

eine Fiktion nach dem Motto „der

fröhliche Landarzt“, sondern um

ehrliche Aussagen. Das Motto der

Kampagne lautet: „Wir arbeiten für

Ihr Leben gern“.

Zunächst aber muss eine Kampagne

wahrgenommen werden und präsent

sein. Es gilt daher, unterschiedliche

Medienkanäle flächendeckend

und wiederholt zu nutzen. Dazu gehören

die TV-Spots im April und Mai

wie auch die Citylight- oder Großflächenplakate,

die ab Mitte des Jahres

in mittelgroßen und großen Städten

hängen werden.

Keine Fotomodelle, echte Ärzte

Einen Vorgeschmack, wie die Kampagne

bei den Ärzten ankommt, hat

Europaweite Ausschreibung

Die Vertreterversammlung der

KBV bewilligte die Kampagne.

Dazu fand ein europäischer

Ausschreibungswettbewerb

statt. Ein Lenkungsausschuss

aus Vorstand der KBV und

Vorständen mehrerer KVen

entschied, mit der Umsetzung

der Kampagne die Werbe- und

PR-Agentur ressourcenmangel

zu beauftragen.

www.ihre-aerzte.de

Online ab 25. April 2013

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 27


Titelthema

Zulassungsausschuss entscheidet:

Nachbesetzung oder nicht?

Die „neue Bedarfsplanung“ verändert Vieles: Besonders betroffen ist der Zulassungsausschuss,

der in Zukunft die Nachbesetzung einer Praxis ablehnen kann.

So soll Versorgung besser gesteuert werden

Mit dem zum 1. Januar 2013 in

Kraft getretenen § 103 Abs. 3a

SGB V hat sich das Verfahren zur

Nachbesetzung eines Vertragsarztsitzes

in einem Planungsbereich, für

den Zulassungsbeschränkungen angeordnet

sind, geändert. Der Zulassungsausschuss

hat zu prüfen, ob

eine Nachbesetzung des Vertragsarztsitzes

aus Versorgungsgründen erforderlich

ist. Ist dies nicht der Fall,

kann er die Durchführung eines

Nachbesetzungsverfahrens ablehnen.

Ausschuss genehmigt

Antrag auf Durchführung

eines Nachbesetzungsverfahrens

mindestens sechs Wochen

u u u

Entscheidung des Zulassungsausschusses

zwei bis drei Monate

Ausschreibung im Hessischen Ärzteblatt

Bewerbung/Antragstellung durch potentielle

Praxisnachfolger

mindestens 10 Wochen

Entscheidung des Zulassungsausschusses über

den Praxisnachfolger mit Wirkung zum nächsten

Quartalsbeginn

Zukünftig kann ein Vertragsarztsitz

nur dann von einem Nachfolger weitergeführt

werden, wenn der Zulassungsausschuss

die Durchführung

eines Nachbesetzungsverfahrens genehmigt.

Der Zulassungsausschuss

entscheidet darüber auf Antrag des

Vertragsarztes, der seine vertragsärztliche

Tätigkeit beenden und seinen

Vertragsarztsitz an einen Nachfolger

übergeben möchte. Dies gilt

auch, wenn ein Vertragsarzt seinen

vollen Versorgungsauftrag auf die

Hälfte reduziert.

Genehmigung verlangsamt sich

Durch dieses neue Verfahren verlangsamt

sich der Genehmigungsprozess

der Nachbesetzung einer Vertragsarztpraxis.

Erst nach Genehmigung

durch den Zulassungsausschuss kann

seitens der KV Hessen die Ausschreibung

des Vertragsarztsitzes im Hessischen

Ärzteblatt veranlasst werden.

Eine nahtlose Weiterführung des

Vertragsarztsitzes durch einen Nachfolger

bedarf daher der frühzeitigen

Planung und Antragstellung beim

Zulassungsausschuss. Der Zulassungsausschuss

kann den Antrag

auf Durchführung eines Nachbesetzungsverfahrens

ablehnen, wenn

dies aus Versorgungsgründen nicht

erforderlich ist. In diesem Fall hat die

KV Hessen dem Vertragsarzt oder

seinen Erben eine Entschädigung in

der Höhe des Verkehrswertes der

Arztpraxis zu zahlen. Die Durchführung

eines Nachbesetzungsverfahrens

darf nicht abgelehnt werden,

wenn sich der Ehegatte, Lebenspartner

oder ein Kind des bisherigen

Vertragsarztes als Praxisnachfolger

bewirbt. Damit wird das familiäre

Interesse des Praxisinhabers an der

Weitergabe seiner Praxis berücksichtigt.

Auch wenn sich ein angestellter

Arzt des bisherigen Vertragsarztes

oder ein Vertragsarzt, mit dem die

Praxis bisher als Berufsausübungsgemeinschaft

betrieben wurde, als

Praxisnachfolger bewirbt, ist die Ablehnung

der Durchführung eines

Nachbesetzungsverfahrens ausgeschlossen.

Kein Bedarf, keine Zulassung

Stellt sich allerdings in dem vom Zulassungsausschuss

durchzuführenden

Auswahlverfahren des Nachfolgers

heraus, dass kein Bewerber dem

privilegierten Personenkreis angehört,

oder kommt der Zulassungsausschuss

zu dem Ergebnis, dass ein Bewerber

auszuwählen ist, der diesem

Personenkreis nicht angehört, kann

die Nachbesetzung auch dann noch

abgelehnt werden. Dies gilt allerdings

nur, wenn die Nachbesetzung

des Vertragsarztsitzes aus Versorgungsgründen

nicht erforderlich ist.

Die Entscheidung des Zulassungsausschusses

kann durch Klage beim Sozialgericht

angefochten werden. Die

Klage hat keine aufschiebende Wirkung.

Hierdurch soll gewährleistet

werden, dass bei einem positiven

Votum des Zulassungsausschusses

die Versorgung der Versicherten

weiter gewährleistet ist und nicht

durch ein Klageverfahren ggf. über

einen längeren Zeitraum ausgesetzt

wird.

l

Petra Westenberger

28

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Einheitlich überweisen:

SEPA kommt

Qualität

SEPA ist das neue Zahlungssystem, das zum 1. Februar 2014 für alle 500 Mio.

Bürger und 20 Mio. Unternehmen in Europa verpflichtend sein wird. Der europäische

Zahlungsverkehrsraum umfasst mit Deutschland insgesamt 32 Teilnehmerstaaten.

Wer in den letzten Jahren beispielsweise

eine Anzahlung

für eine Ferienwohnung in Italien

leisten musste, dem sind die Begriffe

IBAN und BIC bekannt. SEPA steht

für Single Euro Payments Area und

bezeichnet im Bankwesen das Projekt

eines europaweit einheitlichen

Zahlungsraums für Transaktionen in

Euro. Zum Vorteil von Verbrauchern

und Unternehmen wird nicht mehr

unterschieden zwischen nationalen

und grenzüberschreitenden Euro-

Zahlungen. An SEPA beteiligen sich

die 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie

Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen

und die Schweiz.

Die KV Hessen setzte sich frühzeitig

mit SEPA auseinander und ist einer

der ersten Marktteilnehmer, der mit

der Umstellung seiner Daten und

Systeme bereits begonnen hat. Auf

Rechnungen der KV Hessen finden

aufmerksame Leser zum Beispiel bereits

statt Kontonummer und Bankleitzahl

eine IBAN und ein BIC. Die

IBAN ist die internationale Kontonummer.

Für deutsche Konten beginnt

sie mit dem Länderkennzeichen„DE“

und der zweistelligen

Prüfziffer, gefolgt von der Bankleitzahl

und der Kontonummer. Der

BIC kennzeichnet weltweit Kreditinstitute.

Die Umstellung betrifft alle

Privatpersonen sowie Arbeitgeber.

Weitere Infos über SEPA und die Umstellung

bei der KVH gibt es unter

www.kvhessen.de. l

Thomas Schiller, Petra Bendrich

alt

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG

Konto 0101272128

BLZ 300 606 01

Klinikvergleich durch QSR-Daten

Thomas Schiller

Mitarbeiter im

Bereich Finanzen

und Projektleiter

der KVH zur SEPA-

Umstellung

neu

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG

IBAN DE 92 300 606 01 0101272128

BIC DAAEDEDDXXX

DE Länderkennzeichen Deutschland • 92 Prüfzahl • 300 606 01 BLZ • 0101272128 Kontonummer

Beispiel:

Angaben zur Bankverbindung

Die Suche nach der richtigen Klinik ist für Patienten und auch für deren behandelnde

Ärzte nicht immer einfach. Eine Infokampagne der AOK Hessen bietet

durch den Krankenhausnavigator für planbare Operationen nun neue Orientierung,

indem die Behandlungsergebnisse zur Verfügung gestellt werden.

Für AOK-Versicherte, die auf der

Suche nach einem Krankenhaus

sind, gibt es seit 2010 eine Orientierungshilfe

für überwiegend planbare

Operationen. Zu den planbaren

Operationen zählen die Leistungsbereiche

Hüft- und Knieendoprothetik,

Oberschenkelhalsfraktur und

Cholezystektomie. Ziel des Krankenhausnavigators

ist es, mittels QSR-

Daten („Qualitätssicherung der stationären

Versorgung mit Routinedaten“)

Informationen über die

Behandlungsergebnisse von Krankenhäusern

bereit zu stellen. So

werden bis zu einem Jahr nach dem

ersten Eingriff alle Krankenhausbehandlungen

eines Patienten erfasst.

Seit Dezember 2012 informiert die

AOK Hessen nun auch niedergelassene

Ärzte über die Behandlungsqualität

der hessischen und grenznahen

außerhessischen Krankenhäuser.

Im ersten Schritt werden Praxen

mit mehr als vier stationären Einweisungen

in den jeweiligen Leistungsbereichen

besucht, alle anderen

Ärzte werden mit einem Schreiben

bzw. einer Informationsmappe versorgt.

Die Kampagne soll sukzessiv

ausgeweitet werden, so dass spätestens

zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

der QSR-Ergebnisse zum

Leistungsbereich der koronaren

Herzerkrankung im Mai/Juni dieses

Jahres eine Vielzahl weiterer Praxen

in Hessen informiert werden. l

Bereich Mitgliederservice

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 29


Kammerwahl


Die Kammer ist die

große Klammer”

„„Wählen ist ein Privileg. Das gilt auch für die Kammerwahl“, stellen die Präsidenten

der Landesärztekammer wenige Wochen vor Beginn der Kammerwahlen

in Hessen heraus. Warum es wichtig ist, das die Niedergelassenen eine wichtige

Rolle an der Spitze der Kammer spielen, erklären Dr. Gottfried von Knoblauch

zu Hatzbach und Martin Leimbeck im Gespräch mit „Auf den Punkt“.

Warum ist es wichtig, dass Niedergelassene

an der Kammerspitze

stehen?

von Knoblauch: Niedergelassene

Ärzte kennen beide Seiten, die der

angestellten wie auch der niedergelassenen

Ärztinnen und Ärzte. Angestellte

stehen immer in einem Abhängigkeitsverhältnis

vom Arbeitgeber

und man muss sich oftmals kräftig

wehren, auch um die ärztliche

Unabhängigkeit zu bewahren. Aber

die Erfahrung, dass man, um arbeiten

zu können, erst einmal ein hohes

wirtschaftliches Risiko eingehen

muss, fehlt.

Leimbeck: Man muss als Niedergelassener

in Vorleistung treten, bis

zu einer Haftung der Familienangehörigen.

Selbstverständlich kann

man alles selbständig organisieren,

doch ist man wirtschaftlich unmittelbar

verantwortlich für die Folgen des

Handelns. So eng ist das für einen

Arzt/eine Ärztin am Krankenhaus

nicht. Dort haftet der Träger, für die

Niedergelassenen ist gleich die Existenz

bedroht. Beispielsweise um

Brandschutz, Betriebsmedizinische Betreuung,

Sicherheitstechnische Überprüfung

bzw. Anwendung Technischer

Richtlinien oder Hygiene, darum

kümmert sich der Krankenhausträger.

Bei Niedergelassenen muss das alles

selbst organisiert werden.

Können denn diese besonderen

Interessen der Niedergelassenen

nicht auch von Nicht-Niedergelassenen

vertreten werden?

ML: An der Spitze der Kammer müssen

auch deshalb unbedingt Niedergelassene

vertreten sein, weil die Berufsausübungsbedingungen

völlig

andere sind. Das Risiko und die Eigenverantwortung

sind nicht nur im

medizinischen Bereich sondern auch

bei der Haftung – und damit geht’s

um die Existenz, z. B. bei Regressen

– wesentlich größer.

GvK: Wir müssen darauf achten,

dass wir in der Selbstverwaltung für

alle Kollegen agieren. Gerade weil

wir die ärztliche Tätigkeit von zwei

Seiten kennen: Auf der einen Seite

steht das Heilberufegesetz, das für

alle Kammermitglieder gilt, auf der

anderen das Sozialgesetzbuch, das

sich viel direkter auf die Berufsausübung

der niedergelassenen Ärztinnen

und Ärzte auswirkt. Wir müssen

in jedem Falle für unsere Berufsbedingungen

kämpfen und tun dies

auf der Basis des Heilberufegesetzes.

Alles, was von fachfremden Verwaltungsinstitutionen

geregelt wird,

droht dem ärztlichen Wirken und

damit den Patienten zu schaden.

ML: Wenn wir Staatsaufsicht hätten,

den Staatskommissar also, dann

bräuchten wir trotzdem jemanden,

der die fachliche Qualifikation hat,

um die medizinische Versorgung beurteilen

zu können. Es muss ja auch

jemand das Fachliche beurteilen

können, nicht nur die rechtlichen

Rahmenbedingungen. Die Kammer

ist die Organisation, die die Basisbedingungen

organisiert. Dazu haben

wir die Berufsordnung, die könnte

theoretisch auch staatlich konzipiert

sein, mit der Folge, einleitende Behörde

der Berufsgerichtsbarkeit zu

sein. Und daneben gibt es die wichtige

Weiterbildungsordnung. Das

steckt alles fachliche Wirken ab,

auch und gerade für die Niedergelassenen.

Im Krankenhaus ist das anders:

Ob der Arzt x nun auf Station y

eingesetzt wird, ist in der Weiterbildung

bzw. innerhalb einer Abteilung

lediglich eine Organisationsfrage.

Als Niedergelassener darf ich

nur in meinem Fachgebiet tätig sein

mit geringen Überschreitungen – das

entspricht dann auch meiner Qualifikation.

Das sind Dinge, auf die der

Staat nicht schaut. In England, in

einem komplett staatlichen System,

kommt man trotzdem nicht ohne

starke Vertretungen der Haus- und

Fachärzte aus. Diese handeln mit

dem „System“ die Bedingungen aus.

Das Fachliche und die Berufsausübung

– das kann der Staat gar

nicht.

u

30

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Kammerwahl

Das Gespräch

zwischen

Dr. Gottfried von

Knoblauch und

Martin Leimbeck

fand am 1. März

statt.

Die Kammerlandschaft ist in den

vergangenen Jahren in Bewegung

gekommen …

GvK: Noch vor fünf Jahren, standen

an der Spitze vieler Kammern angestellte

Ärzte oder Vertreter des Marburger

Bundes. An dieser Stelle gibt

es – nicht zuletzt ja auch in Hessen –

eine Art Trendwende. In den letzten

Jahren ist ein Wandel eingetreten,

der eine bessere Berücksichtigung

der Interessen aller ärztlichen Gruppen

ermöglicht. Die Kammern wurden

von Niedergelassenen gegründet.

Die Wiege steht in Hessen, in

Bad Nauheim. Nachdem zuletzt die

Zahl der niedergelassenen Ärztinnen

und Ärzte im Vorstand der Bundesärztekammer

zurückgegangen war,

gibt es mittlerweile im Vorstand der

Bundesärztekammer auch wieder

zahlreiche Niedergelassene, was zum

Ausgleich und zur Vertretung unterschiedlicher

Erfahrungen sehr wichtig

ist.

ML: Das Bewusstsein der Niedergelassenen,

sich in die Selbstverwaltung

der Kammern einzubringen,

hat deutlich zugenommen und es

schließt sich damit in den Kammern,

wenn man so will, der Kreis. Es gab

diesen „Überhang“ an angestellten

Ärzten in den Präsidien auch deshalb,

weil sich möglicherweise die

Niedergelassenen über die KV ausreichend

vertreten gefühlt haben. Und

dann merkte man im niedergelassenen

Bereich plötzlich, die Grundbedingungen

ändern sich ja, die Fortbildungsordnung,

auch die Weiterbildungsordnung,

ich kann ja plötzlich

nicht mehr so frei agieren. So

dass man sich fragte, wer gibt denn

die Bedingungen vor? Ein Problem

für die Niedergelassenen bei der

Kammerwahl ist sicherlich auch das

Thema Zeit und Ehrenamt. Die Arbeit

kostet eine enorme Zeit. Das

Wählen selbst aber nicht!

Insgesamt stellen in Hessen die Niedergelassenen

ungefähr ein Drittel

der Ärzteschaft, ein Drittel die Angestellten

und das letzte Drittel der öffentliche

Dienst und die berenteten

Kammermitglieder. Dafür brauche

ich eine Klammer und das ist – auf

der Basis des Heilberufegesetzes –

die Berufs- und die Weiterbildungsordnung.

Die Kammer hat zudem

eine wichtige Pufferfunktion zwischen

den Normkatalogen BGB und

SGB. Das sich daraus ergebende

Spannungsfeld ist für Niedergelassene

größer als für Kollegen am

Krankenhaus: Der Niedergelassene

erscheint deutlich stärker bedroht,

u.a. auch als Arbeitgeber und selbstständiger

Unternehmer.

Was war in den vergangen fünf

Jahren für Sie wichtig?

GvK: Unser Fokus liegt beileibe nicht

nur auf den Niedergelassenen. Unter

anderem ist uns wichtig, dass die

Kammer die Klammer für alle Ärztinnen

und Ärzte ist. Und deshalb

haben wir in den vergangenen fünf

Jahren als eine Aufgabe die sektorenübergreifende

Versorgung in den

Mittelpunkt gestellt. Es geht nicht

zuletzt um ein stärkeres gegenseitiges

Verständnis füreinander. Allein

die Art der Honorierung und die

Möglichkeit der Einflussnahme unterscheiden

sich extrem und führen

zu unterschiedlichem Erleben und u

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 31


Kammerwahl

durch ärztlichen Einfluss trotz eines

enormen Einsatzes der Bundesärztekammer

seit 17 Jahren keine Veränderung.

Auf der anderen Seite müssen

Vertragsärzte eine gedeckelte

Gesamtvergütung hinnehmen, auf

die sie so gut wie keinen Einfluss

haben.

geworden. Besonders die Punkteübertragung

für Qualitätszirkel wird

davon profitieren. Die neueste Entwicklung

einer Fortbildungs-APP –

„FoBi@PP“, erleichtert die Suche

von, die Anmeldung zu und die

Punkteregistrierung von Fortbildungsveranstaltungen

enorm!

Dr. med. Gottfried von Knoblauch

zu Hatzbach

• Facharzt für Innere Medizin

• in ambulanter fachärztlicher internistischer

Versorgung tätig seit 1982.

• 2005 – 2008 Vorsitzender des Vorstandes

der Carl-Oelemann-Schule in Bad Nauheim

für duale überbetriebliche Ausbildung

von Arzthelferinnen.

• 2000 – 2010 Mitglied der Abgeordenten-

/Vertreterversammlung der Kassenärztlichen

Vereinigung Hessen.

• Stellvertretender Vorsitzender der

Hessischen Arbeitsgemeinschaft

für Gesundheitserziehung e.V. (HAGE)

• Präsident der Landesärztekammer Hessen

grundsätzlich diskrepanten Erfahrungen.

Auf der einen Seite beziehen

Angestellte Gehälter, die letztlich

auch durch Verhandlungen oder gar

durch Arbeitskämpfe mehr oder weniger

Steigerungen erfahren. Die

GOÄ, die einzige wirkliche gesetzliche

Gebührenordnung für Ärzte, die

für alle Selbstzahler gilt, erfährt aber

ML: Die Verbesserung der Services

der Kammer durch Aufrüstung der

Homepage, Installation eines funktionalen

Portals, eines Newsletters,

elektronische Signaturmöglichkeit

und Administration des Fortbildungspunktekontos,

Aktualisierung

des Ärzteblattes und Unterstützung

der Querschnittsbereiche Geriatrie,

Palliativmedizin, Notfallmedizin, auch

der praxisrelevanten Fortbildung,

sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit

mit der KV.

Drei Dinge standen besonders

im Fokus:

ML: Wir haben als erstes die universitäre

Beachtung und Betrachtung

Niedergelassener verbessert, indem

wir klar gemacht haben, dass seitens

der Niedergelassenen ein Interesse

an diesem Teil der Aus- und Weiterbildung

besteht. Wir sind also auf die

Krankenhäuser und Universitäten zugegangen.

Praktische Beispiele sind

Weiterbildungsverbünde, Kompetenzzentren

und ausbildende Niedergelassene.

Als zweites haben wir begonnen, die

Weiterbildungsordnung an die Realität

anzupassen. Es gibt vieles, das in

der WBO gefordert, in den Krankenhäusern

aber nicht mehr gelehrt

wird.

GvK: Wir haben das Thema „Fortbildung“

deutlich vorangebracht. Allein

schon Registrierung und Punkteverwaltung

funktionieren nun moderner

und besser, komplett digital.

Insgesamt ist der Service der Kammer

an dieser Stelle deutlich besser

Der bürokratische Aufwand an dieser

Stelle konnte so auch deshalb aus

der Erfahrung der Niedergelassenen

mit aufwändigem und umständlichem

Sammeln von Punkten bis

dahin deutlich reduziert werden.

Wie hat sich aus Ihrer Sicht die

Zusammenarbeit mit der KV entwickelt?

GvK: Das gemeinsame Verständnis

dafür, dass Dinge administriert werden

müssen, ist gewachsen. Deutlich

verbessert hat sich auch das gemeinsame

Auftreten gegenüber der Politik.

Wir ziehen viel öfter als bisher an

einem Strang. Das ist fast schon eine

sagenhafte Verbesserung und führt

für uns als Institutionen zu einer

ganz anderen Stellung. Die gesamte

berufspolitische Durchschlagskraft

hat damit deutlich zugenommen.

Viel besser ist auch die Kooperation

auf der Arbeitsebene geworden.

Was steht in den nächsten fünf

Jahren an? Welche Politikfelder

sind wichtig?

ML: Was mich besonders stört, ist

die Unantastbarkeit der Krankenkassen.

Wir hören nie etwas von genauen

und transparenten Haushalten,

während unser Haushalt bis in

die kleinste Kleinigkeit nachvollzogen

werden kann. Wir haben beispielsweise

den Kammerbeitrag in

den vergangenen Jahren mehrfach

gesenkt – und dies bei einem verbesserten

Serviceangebot. Wo ist

eigentlich die Qualitätssicherung

der Krankenkassen? Warum muss

eigentlich das Vorstandsgehalt u

32

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


eines Krankenkassenchefs noch einmal

um 50.000 Euro steigen, nur

weil wieder 10.000 neue Mitglieder

hinzugekommen sind? Hier geht’s

um Beitragsgelder einer Solidarversicherung!

Moral und Ethik müssen auch wieder

gegenüber dem Berufsstand „Arzt“

gelten. Dafür müssen und werden

wir weiterhin kämpfen. Wir wollen

nicht, dass Ärzte permanent diejenigen

sind, die am Pranger stehen und

beworfen werden. Die überwältigende

Zahl der Ärzte will nur ihre Arbeit

machen – und diese Arbeit auch

gut machen. Und zwar mit und für

den Patienten. Und dafür verdienen

wir es, auch ein vernünftiges Gehalt

zu beziehen.

GvK: Letzten Endes lebt jeder

Mensch von der Anerkennung seiner

Leistung, die sich in Vielem widerspiegelt;

nicht allein in einer angemessenen

Bezahlung. Es spielt eine

große Rolle, wie ich mit jemandem

umgehe. Und gerade die Kassen

haben die Ärztinnen und Ärzte in

der jüngsten Vergangenheit vor

Ärztetagen oder Honorarverhandlungen

massiv angegriffen. Fast

immer waren das Behauptungen, die

nicht mehr als Verdächtigungen enthielten.

Jedes Falschverhalten ist ein

Falschverhalten zuviel. Aber das

betrifft eine absolute Minderheit,

weniger als ein Promille.

Das Ziel ist ganz klar: Ansehen und

gerechte Honorierung sollen durch

diese Kampagne geschmälert werden.

Für ein Staatswesen ist das

hochgefährlich. Unser Gesundheitssystem

basiert auf einem intakten

Vertrauensverhältnis zu uns Ärzten.

Ärztliche Behandlung kann nur erfolgreich

sein, wenn unsere Patienten

uns vertrauen. Wenn das Umfeld

aber derart zerschossen wird, dass

nur noch Misstrauen übrig bleibt, ist

das gefährlich für ein Gemeinwesen.

Die Politik schaut zu und lässt damit

zu, dass diejenigen, die für die

Menschen und deren Gesundheit da

sind, machtlos werden.

Von uns Ärzten wird Facharztstandard

verlangt. Es ist selbstverständlich,

dass Ärzte sich für Patienten

verständlich ausdrücken. Im Patientenrechtegesetz

meinte man das

noch festschreiben zu müssen. Aktuell

wird die Kommunikationsqualifikation

in Zweifel gezogen; etwas,

was bereits zu Beginn des klinischen

Studiums gelehrt wird. Das gleiche

Niveau muss auch von zuwandernden

Kollegen, die uns herzlich willkommen

sind, erwartet werden!

Auch die, die uns Ärzte nach Vorstellungen

der Politik in Zukunft ersetzen

oder unsere Leistungen teilweise

übernehmen sollen, müssen die gleiche

Qualifikation haben. Anderenfalls

wird unser immer noch hochwertiges

Gesundheitswesen zerstört.

Weiß bei der Gesetzgebung die eine

Hand nicht, was die andere tut?

Einen Teil der Verantwortung für

diese Entwicklung müssen wir auch

bei uns suchen. Anstatt uns immer

zu verteidigen, sollten wir viel öfter

sagen: Was wollt ihr denn, wir sind

die Ärzte, wir haben die Qualifikation,

wir können das. Wir müssen

statt zu klagen uns selbst wertschätzen,

um die erwartete Wertschätzung

von anderen zu bekommen.

Verteidigen und Duckmäusern sind

das Allerschlechteste! Ohne uns

steht der Laden!

Was macht eine starke Kammer

aus?

GvK: Wir müssen die Selbständigkeit

in der Selbstverwaltung erhalten, um

keinen Staatskommissar zu bekommen.

Staatskommissar und freiberufliche

Wirtschaftseinheiten – das funktioniert

nicht. In den Kammern

werden die normativen Grundlagen

für die Berufsausübung gelegt –

deshalb ist das Wählen so wichtig! l

Martin Leimbeck

• Facharzt für Allgemeinmedizin

• seit 1987 als Hausarzt niedergelassen

in Gemeinschaftspraxis auf dem Land in

einem Ortsteil von Braunfels.

• Seniorpartner in einer Gemeinschaftspraxis

mit einem Hausärztlichen

Internisten; die Patientenakten werden

digital geführt.

• Lehrauftrag an der Universität Gießen

• Bezirksvorsitzender des regionalen

Hausärzteverbandsbezirkes

• In der Kammer seit Mitte der 90er-Jahre

tätig, zunächst als Mitglied im Vorstand

der Bezirksärztekammer Gießen, dann

Mitglied des Präsidiums der Landesärztekammer

und zuletzt über zwei Legislaturperioden

Vizepräsident der LÄK Hessen


Das Interview führte

Karl Matthias Roth

Kammerwahl

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 33


Umfrage


Ja, aber” zum

Sicherstellugsauftrag

Rund 80.000 Ärzte und Psychotherapeuten haben sich an einer der größten

Ärztebefragungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beteiligt.

Sie wurde vom Sozial- und Marktforschungsinstitut „infas“ durchgeführt. Die

Studie gibt Antwort auf die grundlegende Frage, unter welchen Bedingungen

die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten die ambulante Versorgung

in Zukunft gewährleistet sehen.

Die Befragung zeigt: Die deutliche

Mehrheit der Vertragsärzte

und Vertragspsychotherapeuten hält

trotz sichtbarer Probleme am jetzigen

System fest. Rund 70 Prozent

der Befragten sprechen sich dafür

aus, den Sicherstellungsauftrag für

die ambulante Versorgung in den

Händen der ärztlichen Selbstverwaltung

von KBV und KVen zu belassen.

Aber: Nur zehn Prozent wollen,

dass der Sicherstellungsauftrag unverändert

beibehalten wird. Der

überwiegende Teil der Vertragsärzte

und Vertragspsychotherapeuten ist

der Meinung, dass sich die Rahmenbedingungen

entscheidend ändern

müssen. Dazu gehören vor allem

Änderungen in der Honorarstrukturund

-sicherheit sowie die Gewährleistung

der diagnostischen und

therapeutischen Freiheit. Die Mehrheit

beklagt, unter den aktuellen

Rahmenbedingungen zu wenig Zeit

für eine angemessene Behandlung

des einzelnen Patienten zu haben.

Die Skepsis der jüngeren und wirtschaftlich

weniger etablierten Ärzte

gegenüber dem gegenwärtigen

System ist dabei größer als die der

älteren. Die Ergebnisse zeigen keine

bedeutsamen regionalen Unterschiede.

Auch bei den unterschiedlichen

Fachgruppen ist das Meinungsbild

ähnlich. Inhaltlich gibt es

aus Sicht der Psychotherapeuten

eher weniger Änderungsbedarf. Mit

19 Prozent sagen deutlich mehr Psychologische

Psychotherapeuten als

Ärzte, dass alles so bleiben kann,

wie bisher. Von den Hausärzten meinen

dies zehn Prozent, von den

Hintergrund: Der Sicherstellungsauftrag

Der Sicherstellungsauftrag wurde 1955 im Sozialgesetzbuch V (§ 75) verankert. Er sieht

vor, dass die ärztliche Selbstverwaltung dafür sorgt, dass jeder gesetzlich Versicherte

eine ausreichende, notwendige, wirtschaftliche und dem wissenschaftlichen Stand

entsprechende ambulante Versorgung erhält – sei es in der regulären Sprechstunde

oder im ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und

die Kassenärztlichen Vereinigungen schließen dazu unter anderen mit allen Krankenkassen

für alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten Verträge ab und übernehmen

die Qualitätssicherung. Die Patienten können dadurch jeden Arzt aufsuchen,

egal in welcher Krankenkasse sie versichert sind. Die Kassen wiederum haben sich

verpflichtet, den Ärzten und Psychotherapeuten eine angemessene Vergütung zu

zahlen. Diese verzichten im Gegenzug auf ihr Streikrecht und verpflichten sich, jeden

Versicherten zu behandeln.

Fachärzten neun Prozent. Interessant

ist auch, dass das Gesamtbild

nicht auf wirtschaftliche Aspekte reduziert

ist. Zwar stehen feste und

kostendeckende Preise für fast alle

Befragten bei den Forderungen ganz

oben, sind aber auch Voraussetzung

dafür, dass die Patienten in gewohnter

Qualität versorgt werden können.

Die Befragung zeigt außerdem

eine hohe Arbeitsbelastung von Ärzten

und Psychotherapeuten. 72 Prozent

der Ärzte und 67 Prozent der

Psychotherapeuten geben an, zu

wenig Zeit für ihre Patienten zu

haben. Trotz allem macht den meisten

Ärzten und Psychotherapeuten

(insgesamt 86%) die Arbeit Spaß

und 92 Prozent erachten ihre Tätigkeit

als nützlich und sinnvoll.

Fazit: Vor allem aus dem Blickwinkel

junger, überdurchschnittlich engagierter

Ärzte gibt es deutliche Kritik

an den aktuellen Rahmenbedingungen.

Trotzdem zeigt die Befragung,

dass die deutliche Mehrheit der

Ärzte und Psychotherapeuten hinter

dem jetzigen System steht. l

Katharina Guntersdorf

34

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Hinschauen lohnt sich!

Neuer Service für alle KV-Mitglieder

zur Plausibilitätsprüfung

Service Honorar

Die ärztliche und psychotherapeutische Versorgung der Patienten bringt eine

hohe zeitliche Beanspruchung mit sich. Die Zeitmessung in der Plausibilitätsprüfung

für die einzelnen Leistungen folgt besonderen Regeln. Daher bietet

die KV Hessen ihren Mitgliedern zukünftig einen einzigartigen Service an:

Alle Ärzte und Psychotherapeuten können sich online in einem geschützten

Bereich über die prüfungsrelevanten Gesamtergebnisse der Zeitprofile des

vorherigen Abrechnungsquartals informieren.

Seit April 2013 können alle

Mitglieder der KV Hessen im

geschützten Bereich „Mitglieder

intern“ unter www.kvhessen.de

neben den Honorarunterlagen auch

ihre Zeitprofile aufrufen. Zum ersten

Mal ist dies für die Abrechnung des

Quartals 4/2012 möglich. „Diesen

Service werden wir zukünftig jedes

Quartal anbieten“, sagt Hans Laun,

Teamleiter Plausibilitätsprüfung im

Bereich Honorar. Dies hat den Vorteil,

dass sich alle Mitglieder sehr

frühzeitig einen Überblick über ihre

abgerechneten Zeiten verschaffen

können!

Zeitgrenzen beruhigt, Überschreitungen

fallen früher als bisher auf und

die Klärungen der Ursachen kann

wesentlich früher erfolgen. Denn:

Nicht jede auffällige Abrechnung ist

gleichzeitig eine unplausible Abrechnung!

Die gesetzlich vorgeschriebene Plausibilitätskontrolle

dient allein der

Feststellung von möglichen Abrechnungsfehlern.

Sie soll in keiner

Weise Praxisumfang sowie Tätigkeit

steuern. l

Hans Laun

Hinschauen lohnt sich!

Dargestellt wird die Summe der abgerechneten

Prüfzeiten. Diese untergliedern

sich in Quartals- und Tageszeitprofile.

Basis sind die angeforderten

und von der KV Hessen beregelten

Leistungen. Dies bedeutet, dass

die Software der KV Hessen bereits

eine Vorabprüfung auf Richtigkeit,

beispielsweise bei Gebührenordnungsausschlüssen

des EBM vorgenommen

hat. Der konkrete Vorteil

für Mitglieder der KV Hessen: Ein

Unterschreiten oder Einhalten der

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 35


Versorgung

Einweisung oder Überweisung:

Wo liegt der Unterschied?

Derzeit kommt es vermehrt zu Anfragen und Irritationen von Patienten, weil

Krankenhäuser mehrere Überweisungen oder Einweisungen von Patienten

verlangen. Wir erklären kurz, worauf Sie achten müssen:

Die Regeln für niedergelassene

Ärztinnen und Ärzte sind eigentlich

klar: Wenn der behandelnde

Arzt einen stationären Aufenthalt

in einer Klinik für notwendig

hält, wird er einmalig eine Einweisung

in das Krankenhaus ausstellen.

Sollte das Krankenhaus eine zweite

Einweisung verlangen (gleichgültig,

ob vor oder nach dem stationären

Aufenthalt), darf der niedergelassene

Arzt diese nicht ausstellen, da

das Krankenhaus alle Kosten über

die erste Einweisung abrechnen

muss. Inbegriffen sind hier alle notwendigen

„prästationären“ Voruntersuchungen,

die innerhalb von 14

Tagen abgeschlossen sein müssen,

die eigentliche, „stationäre“ Behandlung

sowie, falls notwendig,

auch alle „poststationären“ Behandlungen,

die möglicherweise innerhalb

der ersten 14 Tage direkt nach

der Entlassung aus dem Krankenhaus

notwendig werden.

Eine doppelte Einweisung ist unzulässig,

da eine Einweisung grundsätzlich

bis zum Abschluss des Behandlungsfalls

für das Krankenhaus

gültig ist. Auch die Aufforderung,

eine Einweisung zu einer ambulanten

Nachsorge innerhalb von 14

Tagen nach Entlassung des Patienten

auszustellen, ist nicht rechtskonform.

Die poststationäre Behandlung innerhalb

des bereits genannten Zeitraums

gehört zur Aufgabe des Krankenhauses.

Für die ambulante Versorgung

nach der 14-Tages-Frist sind

die niedergelassenen Vertragsärzte

zuständig.

Welchen Unterschied stellt nun

die Ausstellung einer Überweisung

dar?

Ambulante Behandlungen sollen in

der Regel von niedergelassenen Ärzten

durchgeführt werden. In besonderen

Diagnose- oder Therapiefällen

benötigen die niedergelassenen

Ärzte das Know-how oder die technische

Ausstattung von ermächtigten

Spezialisten in Krankenhäusern

oder Ambulanzen. In diesen besonderen

Fällen können diese speziell

definierten Leistungen auf Überweisung

durch den niedergelassenen

Arzt in Anspruch genommen werden.

Wichtig ist, dass die Überweisung

den Namen des ermächtigten

Arztes enthält. Diese Überweisung

gilt für alle notwendigen Untersuchungen

und Behandlungen, die der

ermächtigte Klinikarzt persönlich

durchführen muss. Krankenhäuser

erhalten dann eine Vergütung, in der

alle Leistungen inbegriffen sind, die

der niedergelassene Arzt als zwingend

notwendig erachtet und die

am Patienten durchgeführt werden

müssen. Eine Überweisung ist auch

dann möglich, wenn eine Krankenhausabteilung

einen besonderen

Versorgungsauftrag nach § 116 b

(ambulante spezialfachärztliche Versorgung)

ausübt oder wenn ein Patient

zu einer ambulanten Operation

überwiesen wird. Prinzipiell gilt, dass

eine Überweisung und eine Einweisung

nicht zugleich durch das Krankenhaus

eingefordert werden dürfen.

Das Krankenhaus hat den Patienten

bei allen prä- und poststationären

Leistungen stationär zu behandeln.

Für Erstgespräche oder andere

prästationäre Leistungen dürfen

zusätzlich keine Überweisungsscheine

angefordert und ausgestellt

werden.

Wir werden zu diesem Thema zeitnah

einen Informationsflyer als

Argumentationshilfe zur Verfügung

stellen. l

Patricia Kaczmarek

36

Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Das Patientenrechtegesetz:

Was bedeutet es für die Praxis?

Versorgung

Im Februar ist das Patientenrechtegesetz in Kraft getreten. „Das Gesetz

bündelt die Rechte von Patienten und verbessert diese in wesentlichen Punkten“,

so der Wortlaut einer aktuellen Erklärung der Bundesregierung. Aber

was bedeutet das Gesetz für Ärzte und Psychotherapeuten im Praxisalltag?

Hier die wichtigsten Eckpunkte

im Überblick zusammengefasst.

Entnommen sind sie den umfangreichen

Informationen des Patientenbeauftragten

der Bundesregierung,

Wolfgang Zöller.

Informationspflicht

Patienten sollen umfassend und verständlich

über alle wichtigen Aspekte

der Behandlung (z. B. erforderliche

Untersuchungen, Diagnosen

etc.) informiert werden. Lediglich

Notfälle oder der ausdrückliche

Verzicht der Patienten stellen eine

Ausnahme dar.

Darüber hinaus sollen alle Patienten

über die voraussichtlichen Kosten

einer Behandlung informiert werden,

wenn diese nicht vollständig

von den gesetzlichen Krankenkassen

oder der privaten Krankenversicherung

übernommen werden. Dies betrifft

etwa individuelle Gesundheitsleistungen

(IGeL). Nützliche Hinweise

zum Behandlungsvertrag gibt

es unter www.igel-check.de.

Einwilligung und Aufklärungpflicht

Vor jedem Eingriff, der eine Einwilligung

erfordert, ist es wichtig, die

Patienten rechtzeitig in einem

mündlichen Gespräch umfassend

und verständlich über die konkrete

Behandlung aufzuklären. Auch Minderjährige

und einwilligungsunfähige,

volljährige Patienten sollen in

das Behandlungsgespräch eingebunden

werden. Eine rein schriftliche

Information, wie ein Flyer genügt

zukünftig nicht. Daneben sind

mögliche Risiken zu nennen sowie

Hinweise auf mögliche Behandlungsalternativen.

Dokumentation

Die Behandlung in der Praxis muss

vollständig und sorgfältig dokumentiert

werden. Dabei können die Patientenakten

sowohl papiergebunden

als auch in elektronischer Form

geführt werden. Berichtigungen und

Änderungen der Akten sind nur zulässig,

wenn neben dem ursprünglichen

Inhalt erkennbar bleibt, wann

diese vorgenommen wurden. Nicht

dokumentierte Vorgänge haben vor

Gericht keinen Bestand.

Einsichtnahme in die

Patientenakte

Anfragen zur Einsicht in die Patientenakte

können nur aus therapeutischen

Gründen oder aufgrund sonstiger

Rechte Dritter verweigert werden.

Ansonsten haben Patienten das

Recht zur unverzüglichen Einsicht in

die vollständige Akte. Auf Wunsch

der Patienten ist gegen Kostenübernahme

eine Kopie oder Abschrift

der Unterlagen zu gewähren.

Behandlungsfehler

Nach wie vor müssen Patienten im

Falle eines Haftungsprozesses beweisen,

dass der Arzt einen Fehler

gemacht hat und dass ein gesundheitlicher

Schaden darauf zurückzuführen

ist. Neu ist bei groben Behandlungsfehlern

die Umkehr der

Beweislast: In einem solchen Fall

muss der behandelnde Arzt beweisen,

dass der Schaden beim Patienten

nicht durch seine Behandlung

verursacht wurde. Eine hinreichende

Behandlungsdokumentation kann

hier wirksam gegen Haftungsprozesse

schützen.

Weitere Informationen gibt es unter

www.kvhessen.de. l

Roland Herzog

Wolfgang Zöller

ist Mitglied

des Bundestags

und Patientenbeauftragter

der

Bundesregierung.

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 37


Qualität

QEP ® Version 2010 –

Was hat sich verändert?

Das Qualitätsmanagement (QM) in den Praxen entwickelt sich immer weiter.

Auch die QM-Systeme verändern sich und werden den neuen Gegebenheiten

angepasst. Zu den neusten QM-Updates haben im Februar und März gleich

mehrere Informationsveranstaltungen stattgefunden. Dabei handelt es sich um

Änderungen des aktualisierten Manuals Version 2010 des QM-Systems QEP –

Qualität und Entwicklung in Praxen ® , die von Referentinnen der KBV vorgestellt

wurden.

Es stellt an alle Verantwortlichen in

niedergelassenen Praxen eine

große Herausforderung, sich über

die aktuellsten gesetzlichen Anforderungen

auf dem Laufenden zu

halten und alle Vorgaben einzuhalten.

Qualitätsmanagement und entsprechende

QM-Systeme sind dazu

ein geeignetes Instrument und unterstützen

die Verantwortlichen bei

der Einhaltung der gesetzlichen

Regelungen.

Nicht umsonst ist die Einführung von

Qualitätsmanagement für Praxen

gemäß der QM-Richtlinie des Gemeinsamen

Bundesausschusses seit

dem 1. Januar 2006 Pflicht, was jedoch

nicht mit einer Zertifizierungspflicht

zu verwechseln ist.

Das QM-System QEP ® wurde bereits

2005 unter Federführung der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung

mithilfe von Pilotpraxen entwickelt.

Im Laufe der Zeit wurde diese Version

permanent weiterentwickelt,

woraus die Version 2010 letztendlich

entstanden ist.

Als Serviceangebot hat die KV Hessen

in enger Zusammenarbeit mit

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

vor Kurzem mehrere Informationsveranstaltungen

durchgeführt,

um allen Interessierten die Möglichkeit

zu bieten, sich über die Aktualisierungen

zu informieren und das

bestehende Wissen auffrischen zu

können.

Ulrike Schmitt und Dipl.-Med. Sigrid

Rybka von der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung konnten neben

den wichtigsten Veränderungen hilfreiche

Umsetzungstipps vermitteln

sowie zahlreiche Fragen klären.

Durch kleine Übungen konnte die

Arbeit mit dem QEP-Manual ® intensiviert

werden.

Neben der Aktualisierung durch die

gesetzlichen Rahmenbedingungen

wurden anhand der bisherigen Erfahrungswerte

einige Themenbereiche

inhaltlich gebündelt sowie Kooperationsstrukturen

und deren besondere

Aspekte verstärkt berücksichtigt.

Das Angebot wurde von vielen Praxen

angenommen, die positive Resonanz

und das Feedback der Teilnehmer

verdeutlichen dies. l

Henning Schettulat

Haben Sie Fragen zum Thema

Qualitätsmanagement?

Das Team QM und Fort- und

Weiterbildung steht Ihnen

gern unter (0 61 51) 1 58-414

oder QM-Info@kvhessen.de

zur Verfügung!

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Auf den Punkt I Nr. 2-2013


Polio – Kein Thema mehr

in Deutschland?

Kampagne

Aus dem kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung ist Polio nahezu verschwunden.

Vorbei die Zeit, in der Eltern ihren Kindern von dramatischen Verläufen

der Kinderlähmung und der Behandlung in der „Eisernen Lunge“ zu erzählen

wussten. Vorbei also auch die Angst vor Polio? Eine Kampagne des Rotary Club

International ruft ins Gedächtnis, dass Polio noch nicht überall besiegt ist.

Polio steht kurz vor der weltweiten

Ausrottung. Die WHO-Region

Europa gilt seit 2002 als poliofrei.

Weltweit werden aktuell nur noch

Afghanistan, Pakistan und Nigeria

von der WHO als Endemiegebiete

ausgewiesen. Alle Anstrengungen

der WHO und vieler Hilfsorganisationen

konzentrieren sich daher auf die

Unterbindung der Übertragung in

und aus diesen Ländern. Behindert

wird diese Arbeit durch kriegerische

Auseinandersetzungen und nicht

selten durch tödliche Anschläge auf

Impf-Teams, verübt durch radikalisierte

Gruppen, die das Durchimpfen

der Bevölkerung verhindern

wollen. Eine Prognose, wann eine

vollständige Eradikation in diesen

Ländern gelingen kann, ist daher

schwierig zu stellen.

Weshalb die Frage nach dem Handlungsbedarf

auch für Deutschland

durchaus von Bedeutung ist, zeigt

der letzte Polio-Ausbruch in der

WHO-Region Europa, der im Jahre

2010 von eingeschleppten Viren aus

Indien verursacht wurde. Betroffen

waren die Russische Föderation,

Tadschikistan, Turkmenistan und

Kasachstan. Auch in anderen, touristisch

bedeutsamen Regionen werden

immer wieder eingeschleppte

Polioviren nachgewiesen, so zuletzt

im Januar 2013 im Großraum Kairo,

der auch gerne von Deutschen bereist

wird. Trifft das eingeschleppte

Virus auf eine nicht ausreichend

durchimpfte Bevölkerung, lassen

sich größere Ausbrüche kaum verhindern.

Auch in Deutschland sollte daher

weiterhin die Aufrechterhaltung

einer hohen Durchimpfungsrate

der gesamten Bevölkerung unbedingt

angestrebt werden.

Erreicht werden kann dies durch:

Aufklärung und Motivierung der

Eltern mit dem Ziel einer möglichst

vollständigen Grundimmunisierung

aller Kinder eines

jeden Geburtsjahrgangs.

• Überprüfung des Impfstatus

bei allen Jugendlichen und

Erwachsenen.

• Prüfung der Indikation für eine

Auffrischung bei geplanten

Reisen nach Asien oder Afrika

(aktuelle Endemiegebiete

nach WHO).

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert,

dass sich, neben vielen anderen

Organisationen, der Rotary-

Club International seit vielen Jahren

für die Ausrottung der Poliomyelitis

einsetzt. Unter dem Label „End Polio

Now“ läuft eine weltweite Kampagne.

In Deutschland plant der

Rotary-Club am 4. Mai 2013 einen

Aktionstag, an dem über Polio und

die Bedeutung der Impfung aufgeklärt

werden soll. Neben einer

verstärkten Medienpräsenz und

verschiedenen Veranstaltungen sind

vor allem Informationsstände geplant.

Zum Redaktionsschluss war

der genaue Ablauf noch nicht bekannt.

Nähere Informationen zu dieser

Polio-Kampagne können unter

nachfolgendem Link im Internet abgerufen

werden: www.polioplus.de.

Es ist damit zu rechnen, dass im

Nachgang zu dem Aktionstag verstärkt

Fragen zum Thema Polio in

den Praxen angesprochen werden. l

Dr. Ulrich Dorenburg

www.polioplus.de

Das größte Projekt,

das Rotary je angepackt

hat, ist der

Kampf gegen

Kinderlähmung.

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 39



Treffpunkt

Veranstaltungen

Fortbildungsveranstaltungen

und Termine


QM-Beratung in der Praxis,

im Qualitätszirkel oder im

Ärztenetz

Stammtisch für Psychotherapeut/-innen

und

Psychotherapeuten

Benötigen Sie allgemeine Informationen zu QM?

Sie haben Fragen zu QM-Systemen und der Richtlinie

Qualitätsmanagement des Gemeinsamen Bundesausschusses?

Die persönliche Beratung der Praxen zur Einführung von

Qualitätsmanagement vor Ort ist uns wichtig. So ergibt

sich auch die Möglichkeit, dass Ihre Mitarbeiter an

diesen Gesprächen teilnehmen können.

Sie benötigen Hilfe bei der Durchführung der jährlichen

Selbstbewertung in Ihrer Praxis?

Gerne kommen wir zu Ihnen und unterstützen Sie beim

Ausfüllen und der Analyse des Selbstbewertungsbogens.

Auch in Ärztenetzen, größeren Gemeinschaftspraxen,

Medizinischen Versorgungszentren usw. können wir

die spezifischen Wünsche nach Informationen unter

Berücksichtigung der gegebenen Besonderheiten anbieten

und Sie individuell beraten.

Scheuen Sie sich nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Hotline: (0 61 51) 1 58 -414

E-Mail: QM-Info@kvhessen.de

Dieser Service ist für Sie kostenfrei!

Wiesbaden und Rhein-Taunuskreis

Datum: Dienstag, 11.06.2013, um 19.30 Uhr

Veranstaltungsort: Gaststätte Nonnenhof,

Gaugasse 33, 65203 Wiesbaden

Wie schon im letzten Jahr laden wir, die SprecherInnen

der Fachgruppe Psychotherapie in Wiesbaden und

Rheingau-Taunuskreis, Sie zu einem Fachgruppen-

Stammtisch ein. Wieder haben Sie die Gelegenheit, sich

unter Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und

neue Gesichter kennen zu lernen.

Wir werden aus der KV und deren Gremien berichten.

Natürlich können außerdem Themen von allgemeinem

Belang besprochen werden und Anregungen gegeben

werden, die in die Vertreterarbeit einfließen können.

Für den Herbst ist ein Fachgruppenabend geplant. Der

Termin und spezifische Themen des Abends werden

unter anderem per e-Mail bekannt gegeben. Wenn Sie

gerne in unseren eMail Verteiler aufgenommen werden

möchten, oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:

Dipl. Psych. Elisabeth Schneider-Reinsch

schneider-reinsch@t-online.de.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite

(http://www.psychotherapie-wiesbaden.de)

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 41


Veranstaltungen

Hygiene – Workshop

Aufbereitung von medizinischen Produkten.

Was verlangen die Aufsichtsbehörden?

Mit dieser Veranstaltung erhalten Sie einen kompakten

Überblick.

Microsoft Excel – Aufbaukurs

EDV Grundlagen für ärztliches QM

Sie haben bereits festgestellt, wie Ihnen Excel den Arbeitsalltag

erleichtern kann? Die Entdeckungsreise

durch die vielfältigen Möglichkeiten geht weiter.

• Anforderungen an die Aufbereitung von

Medizinprodukten

• Risikobewertung von Medizinprodukten

• RKI-Richtlinie: Vorreinigung, Reinigung,

Desinfektion, Verpackung, Sterilisation

• Mikrobiologische Qualitätsprüfungen

• Dokumentation

• Validierung

• Lagerung von Sterilgut

Aufbereitung versus Einmalinstrument

Zielgruppe:

Ärzte, Psychotherapeuten,

mitarbeitende Arztpartner,

Praxismitarbeiter

Gruppengröße: 20 Teilnehmer maximal

Referent:

Siegfried Niklas

Fortbildungspunkte: 6

Teilnahmegebühr: 100,00 €

Hinweis: Für den Erwerb der Sachkenntnis gemäß

§4 Abs. 3 Medizinproduktebetreiberverordnung (MP

BetreibV) ist diese Veranstaltung nicht ausreichend.

Termin:

Mi 22.05.13, 14.30 – 18.30 Uhr KVH Frankfurt

(Kurs 1215)

Veranstaltungsort:

KV Hessen, Georg-Voigt-Str. 15, 60325 Frankfurt a. M.

Jetzt gilt es, Excel effizient im Praxisalltag einzusetzen

(leistungsfähige Funktionen, große Tabellen mit Adressdaten,

aussagekräftige Diagramme). Lernen Sie die

weitergehenden Programmfunktionen von Excel sinnvoll

für sich zu nutzen.

Inhalte sind:

• fortgeschrittene Formeln

• erweiterte Möglichkeiten bei der Formatierung

von Zahlen

• schnelle Gestaltung von Tabellen

• Bearbeitung von großen Tabellen

• Finden von Funktionen mit Funktionsassistenten

• Arbeiten mit komplexeren Funktionen

• Bearbeiten von Excel-Tabellen mit Adressdaten

z. B. für Serienbriefe in Word

• ansprechende Diagramme z. B. für statistische

Auswertungen von Patientenbefragungen

Zielgruppe:

Ärzte, Psychotherapeuten,

mitarbeitende

Arztpartner,

Praxismitarbeiter

Gruppengröße:

12 Teilnehmer maximal

Referent:

Holger Haug

Fortbildungspunkte: 10

Teilnahmegebühr: 200,00 €

Hinweis: Die Teilnahme ist nur möglich, wenn Sie am

Microsoft Excel – Grundkurs teilgenommen haben oder

die Inhalte bereits aktiv anwenden können. Grundlage

der Veranstaltung ist das MS Office © Paket 2003. Die

Grundfunktionen sind versionsunabhängig.

Anmeldung und weitere Infos

zu unseren Veranstaltungen:

www.kvhessen.de/Veranstaltungsbuchung

E-Mail: QM-Info@kvhessen.de

Fax: (0 61 51) 1 58-517

Termin:

Sa 08.06.13, 9.00 – 17.00 Uhr KVH Frankfurt

(Kurs 1222)

Veranstaltungsort:

KV Hessen, Georg-Voigt-Str. 15, 60325 Frankfurt a. M.

Aus Erfassungsgründen benötigen wir Namen

und Geburtsdaten aller Teilnehmer.


Ihr Kontakt zu uns:

Impressum:

Service

info.line (0 69) 7 95 02-602

info.line@kvhessen.de

Montag: 8 – 17 Uhr

Dienstag: 8 – 17 Uhr Donnerstag: 8 – 17 Uhr

Mittwoch: 8 – 16 Uhr Freitag: 8 – 16 Uhr

Beratung vor Ort

BeratungsCenter Frankfurt: ..................(0 69) 7 95 02-604

Beratung-Frankfurt@kvhessen.de

BeratungsCenter Darmstadt: ................(0 61 51) 1 58-500

Beratung-Darmstadt@kvhessen.de

BeratungsCenter Wiesbaden:...............(0 6 11) 71 00-20

Beratung-Wiesbaden@kvhessen.de

BeratungsCenter Gießen: .....................(06 41) 40 09-314

Beratung-Giessen@kvhessen.de

BeratungsCenter Kassel:.......................(0561) 7008-250

Beratung-Kassel@kvhessen.de

EBM-Hotline

Fragen zur Abrechnung........................siehe: www.kvhessen.de/EBM_Hotline

Abrechnungsvorbereitung Hotline

AV-Help (0 69) 7 95 02-175

AV-Help@kvhessen.de

Online Portal

Passwort..............................................(069) 7 95 02-207

Technische Hotline...............................(069) 7 95 02-143

Onlineservices@kvhessen.de

Arzneimittelberatung

Klaus Hollmann....................................(0 69) 7 95 02-390

Koordinierungsstelle

Team Koordinierungsstelle....................(0 69) 7 95 02-707

koordinierungsstelle@kvhessen.de

www.allgemeinmedizinhessen.de

Qualitätsmanagement und Fortbildung

Team QM .............................................(0 61 51) 1 58-414

QM-info@kvhessen.de

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Herausgeber (V.i.S.d.P.)

Kassenärztliche Vereinigung Hessen, vertreten durch den Vorstand

Redaktion

Karl Matthias Roth, Katharina Guntersdorf, Petra Bendrich

Kontakt zur Redaktion

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Redaktion „Auf den Punkt“

Georg-Voigt-Straße 15

60325 Frankfurt

Tel.: (0 69) 7 95 02-467

Fax: (0 69) 7 95 02-501

E-Mail: aufdenpunkt@kvhessen.de

Grafik

Judith Scherer, Peter Krause

Druck

Friedrich Bischoff Druckerei GmbH

Redaktionsschluss nächste Ausgaben

Heft 3: 24. April 2013, Heft 4: 24. Juni 2013

Bildnachweis:

S. 3, 6, 8: Buchalik, S. 4 – 5: Ramirez, S. 7: Lutum + Tappert,

S. 9: Bundessozialgericht, S. 12 oben: CSU, S. 12 unten,

17, 20, 23 – 25, 29, 38: Scherer, S. 18: Bendrich, S. 26 – 27: rsm,

S. 31 – 33: LÄKH/Möhrle, S. 37: privat

Fotolia: S. 15: © Marco2811/Scherer,

S. 36 li.: © Fotowerk, S. 36 re.: © mihi, S. 40: © m.schuckart,

S. 41 © a_korn, S. 44: © roxcon

Titelbild: © Scherer

Der Aufbau des Titelbildes und das Bild S. 10 beinhaltet das Gesellschaftsspiel

Carcassonne. Mehr Informationen dazu finden Sie auf:

www.carcassonne.de Mit freundlicher Unterstützung des Hans im

Glück Verlags.

Nachdruck:

Der Inhalt dieser Zeitschrift ist urheberrechtlich geschützt. Nachdruck

oder Kopie sowie die Vervielfältigung auf Datenträger dürfen, auch

auszugsweise, nur nach schriftlicher Zustimmung durch den Herausgeber

erfolgen. Eine Weitervermarktung von Inhalten ist untersagt.

Zuschriften:

Die Redaktion behält sich die Veröffentlichung und Kürzung von

Zuschriften vor.

Haftungsausschluss:

Trotz sorgfältiger Recherche und Erstellung dieser Broschüre kann

für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben keine Gewähr

übernommen werden. Haftungsansprüche sind ausgeschlossen.

Bezugspreis:

Auf den Punkt“ erhalten alle hessischen Vertragsärzte und -psychotherapeuten

im Rahmen ihrer Mitgliedschaft der KV Hessen.

Der Bezugspreis ist mit der Verwaltungskostenumlage abgegolten.

Auf den Punkt I Nr. 2-2013 43


Auf den

PUNKT

Das Servicemagazin für unsere Mitglieder

erscheint wieder

für Sie Ende Juni.

Lesen Sie dann alles

Wichtige zur EBM-Reform

Sie finden uns im Internet unter:

www.kvhessen.de/aufdenpunkt_2013

Kontakt zur Redaktion:

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Redaktion „Auf den Punkt“

Georg-Voigt-Straße 15

60325 Frankfurt

www.kvhessen.de/infoservice_2013

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