199 kB - Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern

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Vertrag zur

Verbesserung der

„Osteoporoseversorgung in Mecklenburg-Vorpommern

gemäß § 73a SGB V

zwischen

der

BARMER GEK Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Marienplatz 3

19053 Schwerin

nachfolgend BARMER GEK genannt

und der

Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern

Neumühler Str. 22

19057 Schwerin

nachfolgend KVMV genannt

unter Mitwirkung des

Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

Mecklenburg-Vorpommern e.V.

und dem

Bund der Osteologen Mecklenburg-Vorpommern e.V.

In der Fassung der Änderungsvereinbarung vom 01.01.2014


Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

Inhaltsübersicht

P/G Präambel / Grundsätze

§ 1 Gegenstand und Zielsetzung

§ 2 Geltungsbereich

§ 3 Teilnahme und Aufgaben der Versicherten

§ 4 Teilnahme der Haus- und Fachärzte ohne osteologische Anerkennung

§ 5 Teilnahme der Osteologen

§ 6 Teilnahmeverfahren der Ärzte

§ 7 Leistungsumfang

§ 8 Aufgaben der Osteologen

§ 9 Aufgaben der Krankenkasse/KVMV

§ 10 Aufgaben des Bundes der Osteologen/ Berufsverband der Orthopäden

§ 11 Arzneimittelversorgung

§ 12 Vergütung

§ 13 Abrechnungsverfahren Arzt/ KVMV

§ 14 Abrechnungsverfahren KVMV/ BARMER GEK

§ 15 Vertragsausschuss

§ 16 Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung

§ 17 Haftung

§ 18 Maßnahmen bei Vertragsverletzungen

§ 19 Datenschutz und Verschwiegenheit

§ 20 Öffentlichkeitsarbeit

§ 21 In-Kraft-Treten, Dauer und Kündigung

§ 22 Änderung und Schriftform

§ 23 Salvatorische Klausel

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

Präambel

Osteoporose hat inzwischen die Dimension einer Volks- und Alterskrankheit erreicht.

Nach den Ergebnissen der BONE-EVA-Studie (Deutsches Ärzteblatt, Heft 39, 29.09.

2006) waren im Jahr 2003 bereits 7.8 Millionen Bundesbürger an einer Osteoporose

erkrankt, davon 83% (6.5 Mio.) Frauen und 17% (1.3 Mio.) Männer.

Die Prävalenz der Osteoporose nimmt mit dem Alter sprunghaft zu: von 23% in der

Altersgruppe von 50 - 64 Jahren, auf 47% in der Gruppe von 65-74 Jahren und 59%

in der Gruppe über 75 Jahre. Nur ca. 22% der Betroffenen erhalten eine mehr oder

minder ausreichende, knochenwirksame Therapie, nur 10% eine adäquate,

leitliniengerechte Standardtherapie. Unter- und Fehlversorgung der Osteoporose ist

in der Bundesrepublik weit verbreitet, wobei sich die Versorgung mit einer

spezifischen Osteoporose-Therapie im Alter weiter verschlechtert: Während 31% in

der Altersgruppe von 50-64 Jahren knochenwirksam behandelt werden, sind dies in

der Gruppe von 65-74 Jahren nur noch 23% bzw. in der Höchstrisikogruppe über 75

Jahre sogar nur 19%.

Haupt-Kostentreiber der immensen Folgekosten der Osteoporose sind Frakturen.

4.3% der Osteoporose-Kranken, die pro Jahr neue Frakturen erleiden, verursachen

ca. 61% der jährlichen Gesamtausgaben von 5.4 Mrd. €. Dementsprechend kostet

eine erlittene Fraktur ca. 12.000 €, während für eine verhinderte Fraktur im

Durchschnitt nur 881,- € an Therapiekosten anfallen (Brecht u. Schädlich (2000),

HEPAC 1: 26-32).

Der „Löwenanteil“ von insgesamt 85,2% bei den Folgekosten der Osteoporose ist auf

die frakturbedingte stationäre Behandlung (57,5%), die Aufwendungen für Pflege

(14,4%), die ambulante Behandlung (13%) und die Rehabilitation (0,3%)

zurückzuführen. Nur 6,5% der Ausgaben entfallen auf die medikamentöse Therapie

der Osteoporose, wobei nur ein Drittel (37%) davon für die Basistherapie und

spezielle Pharmakotherapie der Osteoporose, aber zwei Drittel (63%) für die

symptomatische Therapie mit Analgetika ausgegeben werden.

Das prioritäre Ziel der Osteoporose-Behandlung ist die Früherkennung und

Behandlung der Hochrisikopatienten für Osteoporose mit Verhinderung der ersten

Fraktur und der Folgefrakturen.

Es gibt eine Reihe von Untersuchungen (u.a. Untersuchungen von Prof. Oberender,

Vortrag in Königswinter 01/2001), die belegen, dass eine adäquate und

evidenzbasierte Osteoporose-Therapie pharmakoökonomisch hocheffektiv ist. Nach

Berechnungen von Brecht und Schädlich könnten durch Steigerung des

Versorgungsanteils der Osteoporose-Patienten trotz Mehrausgaben für die

leitlinienbasierte Pharmakotherapie innerhalb eines Jahres Einsparungen in

erheblichem Umfang erreicht werden. (Brecht u. Schädlich (2000), HEPAC 1: 26-32)

Durch die im Juni 2006 publizierten Leitlinien für die Osteoporose des Dachverbands

Osteologie (DVO) wurde auch die Kosteneffektivität der Osteoporose-Therapie

mitberücksichtigt, in dem erst ab einem 30%-igen Risiko, in den nächsten 10 Jahren

eine vertebrale oder Schenkelhalsfraktur zu erleiden, die Behandlungsindikation mit

sog. A-klassifizierten Medikamenten (z.B. Biphosphonate) empfohlen wurde. Für

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

diese Substanzen ist mit Evidenzgrad 1 die Absenkung des vertebralen

Frakturrisikos um ca. 50% nachgewiesen.

In den meisten Fällen erfolgt keine kontinuierliche und umfassende Behandlung auf

der Grundlage einer interdisziplinären und institutionsübergreifenden

Behandlungsplanung. Dies geht insbesondere zu Lasten einer frühzeitigen

Erfassung der Hochrisiko-Patienten für Osteoporose-assoziierte Frakturen und

limitiert die Möglichkeiten, die heutigen Therapiemöglichkeiten der effektiven

Frakturverhinderung frühzeitig zu nutzen. Dadurch werden nicht nur die

obligatorischen Frakturfolgen für die betroffenen Patienten mit Verschlechterung der

Lebensqualität („Leidlawine“) vermieden, sondern auch die immensen Fraktur-

Folgekosten durch Klinikbehandlung und notwendige Pflegebedürftigkeit bei

eingetretener Fremdhilfeabhängigkeit („Kostenlawine“) gebremst.

Um eine qualitätsgesicherte und flächendeckende Versorgung der

Osteoporosebehandlung sicherzustellen, werden in diesem Vertrag zunächst

folgende Punkte geregelt:




Identifikation von Betroffenen über ein Osteoporose-Screening insbesondere

durch Haus-/ und nicht osteologisch tätige Fachärzte sowie teilnehmende

Fachärzte mit osteologischer Qualifikation (Osteologen).

Weiterleitung der betroffenen Patienten an osteologische Fachärzte zur

Diagnosesicherung und Therapieeinleitung.

Engmaschiger Kontakt zwischen Haus-/ und nicht osteologisch tätigen

Fachärzten sowie teilnehmenden Osteologen.

In einem nächsten Schritt soll die Zusammenarbeit der Osteologen mit

kooperierenden Akutkrankenhäusern und Reha-Kliniken einschließlich

Weiterbetreuung des Patienten nach der stationären Behandlung von Frakturen und

osteoporosebedingten Einschränkungen geregelt werden.

Grundsätze

Die Leistungserbringer übernehmen die Gewähr dafür, dass die organisatorischen,

betriebswirtschaftlichen, medizinischen und medizinisch-technischen

Voraussetzungen für die vereinbarte koordinierte Versorgung dem allgemein

anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse und des medizinischen

Fortschritts entsprechen. Mit diesem Vertrag wird der Sicherstellungsauftrag der

KVMV gemäß § 75 Abs. 1 SGB V nicht vermindert bzw. eingeschränkt.

§ 1

Gegenstand und Zielsetzung

(1) Gegenstand dieses Vertrages ist die Umsetzung koordinierter

Behandlungsabläufe im Bereich der ambulanten fachärztlichen Osteoporose-

Versorgung unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen DVO- Leitlinie.

Insbesondere sollen Doppeluntersuchungen vermieden und die immer noch

weit verbreitete Unter-, Fehl- und Überversorgung abgebaut werden. Durch die

abgestimmte interdisziplinäre Behandlung soll - im Vergleich zur

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

herkömmlichen Regelversorgung – nicht nur die Ergebnisqualität und

Wirtschaftlichkeit der Behandlung erhöht, sondern auch der gegenseitige

Erfahrungsaustausch zwischen Osteologen und zuweisenden Ärzten gefördert

und somit ein wichtiger Beitrag zur weiteren Verbesserung der Prozessqualität

innerhalb und zwischen den Sektoren geleistet werden.

(2) Angestrebte Ziele dieses Vertrages sind:

1. Konsequente Umsetzung der leitlinienbasierten Osteoporose-Diagnostik und

Therapie

2. Steigerung des Anteils der verbesserten spezifischen Pharmakotherapie bei

den Hochrisikopatienten.

3. Reduktion der vertebralen und nicht vertebralen Frakturen bei

eingeschriebenen gegenüber nicht eingeschriebenen Versicherten um 25%

innerhalb von 3-5 Jahren ab Teilnahme. Hieraus erwarten die Vertragspartner

alleine für den Bereich der Hüftfraktur eine Einsparung von erheblicher

Bedeutung innerhalb von vier Jahren.

4. Qualitätssicherung (sowohl bei den medizinischen Leistungen als auch bei

den Prozessabläufen)

5. Beseitigung von Schnittstellenproblemen

6. Ökonomischer Ressourcen- und Mitteleinsatz durch Herbeiführung der

Therapietreue.

§ 2

Geltungsbereich

Der Vertrag gilt für die zugelassenen Vertragsärzte mit Praxis und Sitz in

Mecklenburg-Vorpommern sowie für Versicherte der BARMER GEK, die bei einem

Vertragsarzt mit Praxis bzw. Sitz in Mecklenburg-Vorpommern in Behandlung sind.

§ 3

Teilnahme und Aufgaben der Versicherten

(1) Am Strukturvertrag können alle Versicherten der BARMER GEK teilnehmen, die

eine der in der aktuellen DVO-Leitlinie (http://www.dv-osteologie.org)

aufgeführten Einschlusskriterien bzw. Ausnahmeregelungen für die

Durchführung der Osteoporose-Diagnostik erfüllen. Ein Screening-Fragebogen

dient der Erfassung des 20%igen Frakturrisikos innerhalb der nächsten 10

Jahre (Hochrisikopatienten) sowie einem > 30%igen Frakturrisiko (spezifische

Pharmakotherapie).

(2) Die Teilnahme der Versicherten ist freiwillig. Voraussetzung ist die

Unterzeichnung einer schriftlichen Einverständniserklärung des Versicherten

(Anlage 3).

(3) Die Teilnahme der Versicherten an diesem Vertrag beginnt am Tag der

Unterzeichnung der Teilnahme- und Einwilligungserklärung und ist auf 3 Jahre

begrenzt mit der Maßgabe der Verlängerung, wenn dies aus medizinischer

Sicht sinnvoll ist.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

(4) Die Teilnahme des Versicherten endet ohne Kündigung des Versicherten,

wenn:

a) der Versicherte seine Mitgliedschaft bei der BARMER GEK beendet

b) der Versicherte verstirbt

c) der koordinierende Osteologe seine Teilnahme beendet und der

Versicherte keinen neuen am Vertrag teilnehmenden

Leistungserbringer wählt

d) der Versicherte zu einem Osteologen wechselt, der nicht an diesem

Vertrag teilnimmt

e) der Osteologe aus medizinischen Gründen die Fortsetzung der

Osteoporose-Therapie mit knochenwirksamen Pharmaka (außer

Basistherapie/-maßnahme) für mindestens 2 Jahre aussetzt oder

beendet.

f) nach Ablauf von 3 Jahren zum Quartalsende nach der Einschreibung in

die koordinierte Versorgung im Falle des § 3 (3).

g) nach der Erstuntersuchung ein 10-Jahresgesamtfrakturrisiko von


Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

(2) Bei einem Anfangsverdacht auf Osteoporose entsprechend Anlage 1 geben

diese Ärzte den Fragebogen (Anlage 10) aus und unterstützen ggf. den

Patienten beim Ausfüllen. Ergeben sich aus dem Fragebogen entsprechende

Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine osteoporotische Fraktur, überweist

der Haus- bzw. Facharzt den Versicherten an einen von dem Patienten

gewählten teilnehmenden Osteologen unter Übermittlung der Anlage 10.

Bereits vorliegende Untersuchungsergebnisse sind dem Osteologen zur

Verfügung zu stellen.

(3) Die Haus- bzw. Fachärzte unterstützen die Patienten bei der

Terminvereinbarung mit einem Osteologen. Sie nehmen die

Terminvereinbarung insbesondere bei Dringlichkeit selbst vor oder stellen den

Patienten eine Liste mit den Kontaktdaten von am Vertrag teilnehmenden

Osteologen zur Verfügung. Die Osteologen stellen nach § 8 k) eine

Terminvereinbarung innerhalb von 3 Wochen sicher.

(4) Ein Vergütungsanspruch entsprechend Anlage 7 des Vertrages entsteht nur,

wenn eine tatsächliche Einschreibung des Patienten bei einem am Vertrag

teilnehmenden Osteologen erfolgt.

§ 5

Teilnahme osteologisch qualifizierter Ärzte (Osteologen)

(1) Teilnahmeberechtigt sind im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung

Mecklenburg-Vorpommern niedergelassene sowie z.B. an einem MVZ

angestellte Osteologen oder Ärzte mit osteologischer Qualifikation, wenn keine

Teilnahme nach § 4 beantragt wird. Für ermächtigte Osteologen gilt dies mit der

Einschränkung, dass der Versorgungsauftrag nach diesem Vertrag durch den

Ermächtigungsumfang gedeckt sein muss. Die Teilnahme ist mit der Anlage 6

zu beantragen.

(2) Als Teilnahmevoraussetzung gilt der Facharzt für Orthopädie /Orthopädie und

Unfallchirurgie mit der Zertifizierung als „Osteologe DVO“ oder mit dem

Nachweis der osteologischen Qualifikation gemäß den Kriterien des BdO MV

mit aktiver Teilnahme an mindestens 4 osteologischen Fortbildungen/Jahr. Als

Nachweis der fortgesetzten osteologischen Weiterbildung werden anerkannt:

• je Arbeitssitzung des Qualitätszirkels Osteoporose

• je osteologische Fortbildung des BVOU/ BdO

• je Tag DVO-Kongress

• je Tag DVO-Osteologe-Zertifizierungskurs

• je BVOU-Zirkel mit Osteoporose-Themen (regional)

• Fortbildung der „Bone-academy“

• Fortbildung über „Konnektiv“

- Die Teilnahme weiterer Ärzte ist im Einvernehmen der Vertragspartner

möglich.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

- Die bei den bisher am Vertrag teilnehmenden Fachärzten für Innere

Medizin und Endokrinologie und Diabetologie/ Rheumatologie/

Nephrologie teilnehmenden Patienten (Stichtag der Einschreibung im KV-

SafeNet ist der 31.12.2013) bleiben bis zum Abschluss im

Behandlungsprogramm, längstens jedoch 3 Jahre nach Einschreibung.

- Nachweis eines DXA-Gerätes für die Knochendichtemessung oder

Benennung der Kooperationspartner

- Standardisierte Dokumentation

(möglichst unter Nutzung der elektronischen Osteologie-Datenbank)

- Bereitschaft zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Begleitung und

Auswertung

- Vorhaltung und Nutzung der technischen Voraussetzungen zur

elektronischen Einschreibung von Versicherten über KVMV – Online

Fachärzte der hausärztlichen Versorgungsebene sind nur teilnahmeberechtigt,

wenn die Qualifikation „Osteologe DVO“ nachgewiesen wird.

(3) Die fachliche Befähigung muss während der Teilnahme am Vertrag durch die

regelmäßige Teilnahme an entsprechenden speziellen Fortbildungen

aufrechterhalten werden. Hierzu zählt die für die Osteologen DVO erforderliche

Rezertifizierung und/oder die regelmäßige Teilnahme (mindestens viermal

jährlich) an einem QZ Osteoporose bei sonstigen osteologisch qualifizierten

Ärzten.

(4) Arztseitige Zustimmung der Veröffentlichung des Vor- und Zunamens, ggf. Titel,

der Praxisanschrift einschließlich Telefon- und Faxnummer in den

Teilnahmeverzeichnissen.

(5) Bei einem MVZ oder einer BAG sind die genannten Teilnahmevoraussetzungen

von jedem teilnehmenden Osteologen persönlich zu erfüllen. Die Leistungen

können bei gemeinsamer Teilnahme auch gemeinsam (BSNR-bezogen) bei den

eingeschriebenen Patienten erbracht werden.

§ 6

Teilnahmeverfahren der Ärzte

(1) Das Teilnahmeverfahren der Ärzte wird durch die KVMV durchgeführt. Die

BARMER GEK erhält auf Wunsch Einsicht in die eingegangenen Anträge.

(2) Die Teilnahme an diesem Vertrag ist freiwillig und schriftlich bei der KVMV zu

beantragen. Mit diesem Antrag werden die Inhalte des Vertrages akzeptiert. Bei

einem MVZ hat der ärztliche Leiter die Teilnahmeerklärung gemeinsam mit dem

die Teilnahme erklärenden Osteologen zu unterzeichnen.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

(3) Nach Prüfung des Antrags erteilt die KVMV die Mitteilung zur Erbringung und

Abrechnung der Leistungen nach diesem Vertrag.

(4) Die Teilnahme beginnt mit dem Quartal des Antragseingangs bei der KVMV,

frühestens jedoch mit dem Tag des Beginns der vertragsärztlichen Tätigkeit.

(5) Die Teilnahme kann schriftlich gegenüber der KVMV gekündigt werden. Die

Kündigung kann jeweils mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines jeden

Quartals erfolgen.

(6) Die Teilnahme an diesem Vertrag endet mit dem Bescheid über das Ende bzw.

Ruhen der Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung durch die KVMV.

§ 7

Leistungsumfang

(1) Dieser Vertrag regelt den Umfang und den Ablauf der koordinierten Versorgung

Osteoporose für Hochrisikopatienten gemäß der in den Anlagen 1 und 2

(Leitlinien basierte Indikation für die Osteoporose-Diagnostik und Leitlinien

basierte Indikation für die Osteoporose-Pharmakotherapie bei

Hochrisikopatienten) zu diesem Vertrag vereinbarten Inhalte. Die aktuell

gültigen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie sind für die Leistungserbringer

verpflichtend, Abweichungen sind entsprechend zu begründen.

(2) Eine Leistungsbeschreibung ist in der Anlage 7 beigefügt.

(3) Bei Streitigkeiten über den in diesem Vertrag geregelten Leistungsumfang wird

von den Vertragspartnern eine einvernehmliche Lösung angestrebt.

(4) Die Leistungserbringer richten sich bei der Verordnung von Arzneimitteln nach

der Anlage 8. Sollten neue Wirkstoffe oder Medikamentenzusammensetzungen

zur Behandlung der Osteoporose zugelassen werden, so wird die Liste der

einzusetzenden Arzneimittel nach gemeinsamer Abstimmung der

Vertragspartner ergänzt. Diese Liste ist regelmäßig zu aktualisieren.

(5) Die Vertragspartner setzen die Arzneimitteltherapie unter Berücksichtigung des

Wirtschaftlichkeitsgebotes gemäß § 12 SGB V und der Rabattvereinbarungen

der BARMER GEK gem. § 130a (8) SGB V um; die Wahl eines Wirkstoffes

innerhalb einer Wirkstoffgruppe ist frei.

§ 8

Aufgaben der teilnehmenden Osteologen

Zu den besonderen Aufgaben der teilnehmenden Osteologen nach diesem Vertrag

gehören - über die osteologische Behandlung der Versicherten hinaus -

insbesondere:

a) Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen der Versicherten (aktuelle Fassung

der DVO-Leitlinie) sowie die Information und Beratung der Versicherten über

die Inhalte dieses Vertrages und den Ablauf der osteologischen Behandlung.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

Beim Wechsel des Osteologen fordert der neugewählte Osteologe von dem

bisherigen Osteologen die den Versicherten betreffenden Patientenunterlagen

an.

b) Einschreibung der Versicherten und elektronische Erfassung der Daten bis

zum Ende des Quartals im KVMV – Online, sowie eine nach der

Einschreibung zeitnahe Weiterleitung der unterschriebenen

Teilnahmeerklärung der Versicherten an folgende Adresse:

BARMER GEK

Marienplatz 3, 19053 Schwerin

oder per FAX: 0800 332060 12-3391

c) Beachtung der Dokumentation entsprechend Anlage 16.

d) Einschreibungen sind ausschließlich zulässig, sofern sie auf elektronischem

Wege arztseitig erfasst und übermittelt werden. Die allgemeine

vertragsärztliche Dokumentations- und Aufzeichnungspflicht bleibt davon

unberührt.

e) Über Einschreibungen wird der überweisende Haus- bzw. Facharzt zeitnah,

spätestens nach 7 Arbeitstagen durch den Osteologen informiert.

f) Der Osteologe führt bei einem > 20%igen 10-Jahresgesamtfrakturrisiko eine

osteologische Erstuntersuchung gemäß der Leistungsbeschreibung durch und

komplettiert die Basisdokumentation (Anlage 11) sowie die Osteologische

Erstdokumentation (Anlage 12).

g) Ergeben sich aus der Auswertung der klinischen Untersuchungsergebnisse,

dass ein 10-Jahresgesamtfrakturrisiko von >30% vorliegt, leitet der Osteologe

eine leitliniengerechte Therapie ein. Er erstellt auf Basis der aktuellen DVO

Leitlinien partnerschaftlich einen individuell abgestimmten Therapieplan, der

Ziele, Dauer und Verlauf dokumentiert und vereinbart diesen schriftlich mit

dem Patienten, um die Therapietreue zu optimieren.

h) Der Osteologe erstellt während der laufenden Behandlung des Versicherten

zu den Untersuchungszeitpunkten 12 und 24 Monaten nach Einschreibung

eine Zwischendokumentation (Anlage 13) und sendet diese möglichst

elektronisch an das Bundesosteoporoseregister sowie an den behandelnden

Haus- bzw. Facharzt. Die Inhalte der Verlaufsuntersuchungen sind der

Anlage 7 zu entnehmen. Die auszufüllenden Dokumente sind im

Bundesosteoporoseregister hinterlegt. Der Zugriff auf dieses Register ist unter

folgender Anschrift zu beantragen:

DVO Osteoporoseregister

Herrn Dr. med. Alexander Defer

Großenhainer Str. 129

01129 Dresden

Tel.: 0351/ 85 33 80

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

i) Zur Sicherung der Therapieadhärenz wird eine vom Osteologen beauftragte

und geschulte Medizinische Fachangestellte den Versicherten quartalsweise

telefonisch bzw. persönlich kontaktieren. Dabei werden die Verträglichkeit der

verordneten Therapie sowie die regelmäßige Medikamenteneinnahme erfragt

und auf Anweisung des Arztes erforderliche Rezepte zugesandt. Wenn der

Versicherte eine Verlaufsuntersuchung nicht wahrgenommen hat, wird er auf

die medizinischen Folgen hingewiesen.

j) Der Osteologe erstellt eine Abschluss-Dokumentation (Anlage 14) zur

Erfolgsbeurteilung und sendet diese möglichst elektronisch an das

Bundesosteoporoseregister sowie an den behandelnden Haus- bzw. Facharzt.

Diese erfolgt in folgenden Situationen:

- nach Ablauf einer mind. 3-jährigen Behandlungsdauer

- im Falle der vorzeitigen Kündigung des Strukturvertrages durch die

Krankenkasse

- bei der Beendigung der Pharmakotherapie (außer Basistherapie)

- bei Aussetzen der Pharmakotherapie (außer Basistherapie) über mind. 2

Jahre

k) Der Osteologe hält wöchentlich eine osteologische Spezialsprechstunde von

mindestens insgesamt vier Stunden vor, die Patienten zur Verfügung steht,

die die Basisdokumentation nach diesem Vertrag vorweisen können. Die

Terminvereinbarung für die zugewiesenen Patienten erfolgt nach Möglichkeit

innerhalb von 3 Wochen; bei besonderer Dringlichkeit auch zu einem früheren

Zeitpunkt.

l) Bei medizinischer Notwendigkeit eines stationären Aufenthalts im

Zusammenhang mit der Osteoporose erfolgt die Einweisung über den

Osteologen in ein Krankenhaus einschließlich der Übermittlung der Befunde

und Unterlagen. Nach der Entlassung des Patienten stellt der Osteologe den

Erhalt des Krankenhausberichtes und den Fortgang der

Osteoporosebehandlung sicher.

§ 9

Aufgaben der Krankenkasse und der KVMV

(1) Die KVMV ist insbesondere mit folgenden Aufgaben beauftragt:

a) Durchführung des Teilnahmeverfahrens am Vertrag zur koordinierten

Versorgung

b) Entwicklung, Pflege- und den Support eines Online-

Patientenerfassungssystems für die teilnehmenden Ärzte (Ausschluss

der Möglichkeit einer doppelten Versichertenerfassung mit Ausnahme

des § 3 Abs. 5.)

c) Annahme der Versichertendaten von am Vertrag teilnehmenden Ärzten

aus dem Online-Patientenerfassungssystem,

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

d) Überprüfung der Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität (auf der

Grundlage des Online-Patientenerfassungssystems und Anlage 16),

e) Gewährleistung einer Beendigung aller Einschreibungen nach 3 Jahren

(12 Abrechnungsquartale),

f) Sollte ein Arzt nicht mehr am Vertrag teilnehmen, wird die

Patiententeilnahme ebenfalls mit dem Datum beendet,

g) Die KVMV stellt der BARMER GEK eine Liste über die teilnehmenden

und ausgeschiedenen Versicherten (Daten KV-SafeNet) quartalsweise in

elektronischer Form zur Verfügung. Näheres hierzu regelt die Anlage 17.

(2) Über die teilnehmenden Ärzte führt die KVMV ein Verzeichnis. Die BARMER

GEK erhält quartalsweise entgeltfrei von der KVMV eine Liste der

teilnehmenden Vertragsärzte in elektronischer Form.

Weiterhin stellt die KVMV eine Übersicht über die teilnehmenden Ärzte auf Ihrer

Homepage zur Verfügung.

(3) Die BARMER GEK stellt der KVMV zu Beginn eines jeden Quartals die aus

dem Vertrag ausgeschiedenen Versicherten elektronisch zur Verfügung.

§ 10

Aufgaben des BdO MV e.V. und des Berufsverbandes der Orthopäden/

Orthopädie und Unfallchirurgie MV

(1) Es werden ggf. in Zusammenarbeit mit der BARMER GEK die

Einweisungsveranstaltungen zu fachlichen Inhalten des Vertrages und zu den

Dokumentationsvorlagen für die interessierten Haus-/ Fachärzte sowie

Osteologen durchgeführt. Bei Bedarf wird dieses auch auf die Schulung des

Sprechstundenpersonals der teilnehmenden Ärzte ausgeweitet.

(2) Es wird eine umfassende und zeitnahe Information der Leistungserbringer über

Leitlinien und vorhandene Verfahrensanweisungen und -änderungen

sichergestellt und auf deren Umsetzung und Einhaltung der Verträge

hingewirkt.

§ 11

Arzneimittelversorgung

(1) Die Therapiefreiheit des Arztes wird durch diesen Vertrag nicht eingeschränkt.

Die Arzneimittelverordnung richtet sich nach den Empfehlungen der Evidenzbasierten

aktuellen S3-Leitlinie des DVO für die Osteoporose unter

Berücksichtigung der gelisteten A-klassifizierten Osteoporose-Therapeutika der

Arzneimitteliste gemäß Anlage 8.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

- Die Verordnungsfähigkeit der Basistherapeutika Kalzium und Vitamin D richtet

sich nach dem jeweiligen gültigen Stand der Arzneimittel-Richtlinien und DVO

Leitlinie

- Künftige Neuzulassungen von Osteoporose-Therapeutika werden bei

erwiesener Wirksamkeit (Evidenzgrad A/B) und/oder nach Aufnahme in die

Leitlinienempfehlung nach gemeinsamer Abstimmung zwischen den

Vertragspartnern in die Arzneimittelliste (Anlage 8) aufgenommen

- „Off-label-Use“ von Arzneimitteln ist im Einzelfall zu begründen

(2) Die Arzneimittelverordnung richtet sich weiterhin nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot.

Sie berücksichtigt neben der medizinischen Notwendigkeit auch

ökonomische und wirtschaftliche Gegebenheiten (z.B. Arzneimittelrichtlinien,

Rabattverträge).

(3) Zwischen den Vertragspartnern besteht Einvernehmen, dass die an der

koordinierten Versorgung Osteoporose teilnehmenden Patienten hinsichtlich

der über Muster 16 verordneten Arzneimittel aus Anlage 8 aufgrund der

wissenschaftlichen Auswertung nicht Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsprüfung

nach § 106 SGB V werden. Die BARMER GEK wird dazu mit der Prüfstelle

Kontakt aufnehmen und über diesen Vertrag informieren. Die Osteologen

erhalten auf Antrag eine Aufstellung der im Rahmen der koordinierten

Versorgung eingesetzten Arzneimittel durch die BARMER GEK.

§ 12

Vergütung

(1) Die vertragsärztlichen Leistungen innerhalb der Regelversorgung für

eingeschriebene Versicherte werden nach den geltenden gesamtvertraglichen

Regelungen vergütet.

(2) Zusätzliche Pauschalen für die besonderen ärztlichen Leistungen der

Osteoporose-Behandlung im Rahmen der koordinierten Versorgung erfolgen für

bestimmte Leistungen. Die Vergütung bei eingeschriebenen Versicherten erfolgt

entsprechend der Anlage 7.

(3) Die besonderen Leistungen sind nur abrechnungsfähig, wenn der

Leistungsinhalt nach Anlage 7 vollständig erbracht wurde.

(4) Für die Leistungen dieses Vertrages ist eine parallele privatärztliche

Abrechnung nach GOÄ ausgeschlossen.

§ 13

Abrechnungsverfahren zwischen dem Arzt und der KVMV

(1) Die Abrechnung erfolgt nach folgenden Grundsätzen:

- Die Abrechnung erfolgt zusammen mit der GKV-Abrechnung.

- Abrechenbar und vergütungsfähig sind ausschließlich Leistungen gemäß

Anlage 7 mit den dort festgelegten Abrechnungsnummern und

Vergütungshöhen.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

(2) Im Übrigen gelten die Abrechnungsrichtlinie und die Satzung der KVMV, der

Vertrag gemäß § 106 a Abs. 5 SGB V über Inhalt und Durchführung der

Abrechnungsprüfung in der vertragsärztlichen Versorgung sowie der

Bundesmantelvertrag, in ihren jeweils gültigen Fassungen.

(3) Der Arzt erhält im Rahmen des Honorarbescheides auf dem Honorarkonto einen

gesonderten Ausweis der Vergütungshöhe nach diesem Vertrag.

(4) Kosten, die der KVMV bei der Umsetzung dieses Vertrages entstehen, werden

über die Verwaltungskostenpauschale der KVMV für die vertragsärztliche

Versorgung im Rahmen des Honorarbescheides der teilnehmenden Ärzte

abgegolten.

§ 14

Abrechnungsverfahren zwischen der KVMV und der Barmer GEK

(1) Die Abrechnung erfolgt nach folgenden Grundsätzen:

- Die Abrechnung erfolgt nach dem Verfahren und zusammen mit der

GKV-Abrechnung.

- Abrechenbar und vergütungsfähig sind ausschließlich Leistungen gemäß

Anlage 7 mit den dort festgelegten Abrechnungsnummern und

Vergütungshöhen.

- Die KVMV prüft die sachlich-rechnerische Richtigkeit der Abrechnung.

(2) Hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten und -fristen sowie des Ausweises in den

Abrechnungsunterlagen (Formblatt 3, Kontenart 400) gelten die Bestimmungen

des jeweils gültigen Honorarvertrages und des Gesamtvertrages entsprechend.

(3) Die Vergütung der in diesem Vertrag genannten Leistungen erfolgt außerhalb

der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung ohne Mengenbegrenzung.

§ 15

Vertragsausschuss

(1) Der Vertragsausschuss wird von je einem Vertreter der beteiligten

Krankenkassen, einem Vertreter der KVMV, einem Vertreter des BdO MV und

einem Vertreter des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie- und

Unfallchirurgie MV gebildet. Auf Antrag einer der Vertragsparteien ist ein

Sitzungstermin innerhalb Monatsfrist einzuberufen. Der Vertragsausschuss

entscheidet einstimmig.

(2) Aufgabe dieses Vertragsausschusses ist:

- bei Veränderung der vergütungsrechtlichen Bestimmungen zu prüfen, ob

hieraus ein Änderungsbedarf für diesen Vertrag erwächst,

- im halbjährlichen Turnus die Vertragssituation entsprechend der

politischen Vorgaben und der bisherigen Umsetzung des Vertrages zu

analysieren und entsprechende Anpassungen des Vertrages zu

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

erarbeiten; diese Anpassungen beziehen sich sowohl auf allgemeine

Inhalte, Gegenstand des Vertrages und Umfang der Leistungen sowie die

Vergütung,

- bei medizinischen Neuerungen, z. B. neue Untersuchungsmethoden,

Operationsmethoden, Hilfsmaterialien, Hilfsmittel, Medikamente etc., die

nicht explizit in diesem Vertrag genannt werden, Regelungen festzulegen,

wie diese Leistungen dem Patienten von den teilnehmenden Ärzten

angeboten werden und abgerechnet werden können,

- eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der begleitenden

Verwaltungsstrukturen zu erarbeiten,

- die Kontrolle der materiellen Vertragsumsetzung und Erarbeitung

entsprechender Steuerungselemente,

- weitere Einsparpotentiale zu definieren und Wege zu deren Umsetzung

aufzuzeigen,

- rechtliche Anpassungen des Vertrages vorzunehmen,

- bei Bedarf weitere integrative Versorgungsstrukturen zu erarbeiten,

- Marketingstrukturen für die Akzeptanz koordinierten

Versorgungsstrukturen zu erarbeiten,

§ 16

Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung

(1) Die Vertragspartner streben eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung

der koordinierten Versorgung im Hinblick auf die Ziele gemäß § 1 an. Hierfür

werden die Vertragspartner ggf. eine zusätzliche Vereinbarung mit einem

einvernehmlich ausgewählten Leistungsanbieter schließen, in der die weiteren

Regelungen getroffen werden.

(2) Die Inhalte der wissenschaftlichen Begleitung werden von den Vertragspartnern

erarbeitet und einvernehmlich verabschiedet. Sie enthalten voraussichtlich

folgende Kernpunkte:

- die Gesamtheit Osteoporose assoziierter Frakturen einschließlich

osteoporotischer Wirbelkörper-Deformierungen (Sinterungen) nach

Anzahl, Art, Zeitfolge zur Bestimmung von Prävalenz und Inzidenz

dieser Frakturen

- Alter und Geschlecht der Patienten

- Knochendichtewerte aus der DXA-Technik (assoziiert zu den

Frakturen)

- Sturzrisikofaktoren einschließlich des Grads der Vitamin D-

Versorgung

- Sturzhäufigkeit

- Grad der Mobilitätseinschränkung.

(3) Die Weiterverwendung bzw. Veröffentlichung der Ergebnisse der

wissenschaftlichen Begleitung bedürfen der vorherigen Zustimmung aller

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

Vertragspartner. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung der Ergebnisse wird

von den Vertragspartnern angestrebt.

§ 17

Haftung

(1) Soweit in diesem Vertrag nichts anderes geregelt ist, gelten für die

Leistungserbringer unmittelbar die für sie zutreffenden berufsständischen

Regelungen der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommerns sowie die übrigen

berufsrechtlichen Regelungen nach Bundes- und Landesrecht, ebenso die

Vorschriften des Sozialgesetzbuches.

(2) Im Falle einer rechtmäßigen Kündigung dieses Vertrages durch einen

Vertragspartner stehen den anderen Vertragspartnern und den an diesem

Vertrag teilnehmenden oder diesem Vertrag beigetretenen Leistungserbringern

keine Ansprüche auf Schadenersatz gegen den Kündigenden zu.

Schadenersatz-Ansprüche aufgrund außerordentlicher Kündigung wegen

Vertragsverletzung bleiben unberührt.

§ 18

Maßnahmen bei Vertragsverletzungen

(1) Verstößt der teilnehmende Arzt gegen die eingegangenen vertraglichen

Verpflichtungen, können nachfolgende Maßnahmen ergriffen werden:

a) Aufforderung durch die KVMV, die vertraglichen Verpflichtungen

einzuhalten.

b) Auf begründeten Antrag eines Vertragspartners und nach Anhörung des

betroffenen Arztes, kann ein Widerruf der Teilnahme- und

Abrechnungsgenehmigung durch die KVMV im Einvernehmen mit der

BARMER GEK erfolgen, wobei eine erneute Teilnahme am Vertrag

möglich ist.

c) Hält der Vertragsarzt die eingegangenen Verpflichtungen wiederholt nicht

ein, kann er von der Teilnahme durch Widerruf auf Dauer ausgeschlossen

werden. Über den Ausschluss ist zwischen der KVMV und der BARMER

GEK Einvernehmen herzustellen.

§ 19

Datenschutz und Verschwiegenheit

(1) Bei der Durchführung und Dokumentation der Behandlung sowie bei der

Weitergabe von Verwaltungsdaten und medizinischen Daten bleiben die

ärztliche Schweigepflicht, das Sozialgeheimnis und die datenschutzrechtlichen

Vorschriften unberührt und sind von allen Vertragspartnern zu beachten.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

(2) Ein beteiligter Leistungserbringer darf aus der gemeinsamen Dokumentation die

den Versicherten betreffenden Behandlungsdaten und Befunde nur dann

abrufen, wenn der Versicherte ihm gegenüber seine Einwilligung erteilt hat, die

Information für den konkret anstehenden Behandlungsfall genutzt werden soll

und der Leistungserbringer zu dem Personenkreis gehört, der nach § 203 des

Strafgesetzbuches zur Geheimhaltung verpflichtet ist.

(3) Die erhobenen und gespeicherten Daten werden beim Ausscheiden des

Versicherten aus der koordinierten Versorgung gelöscht, soweit sie für die

Erfüllung der gesetzlichen oder vertraglichen Anforderungen nicht mehr

benötigt werden.

§ 20

Öffentlichkeitsarbeit

(1) Die Leistungserbringer sind berechtigt, entsprechend dem geltenden

Berufsrecht die Teilnahme an diesem Vertrag auf Praxisschildern, Briefbögen

sowie in anderen berufsrechtlich zulässigen Ankündigungen aufzuführen.

(2) Die Verantwortung für das Marketing und die Information der Öffentlichkeit und

der Fachkreise über Inhalte und Wirkungen dieses Vertrages liegt bei allen

Vertragspartnern. Informationen der Öffentlichkeit durch die Leistungserbringer

zu Inhalten dieses Vertrages sind jedoch im Vorfeld mit der BARMER GEK und

der KVMV abzustimmen. Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit über diese

koordinierte Versorgung sind im Einvernehmen zwischen den Vertragspartnern

durchzuführen.

(3) Eine abgestimmte Information der Versicherten (z.B. mittels eines

Patientenflyers auf der Grundlage der Anlage 4) über diesen

Versorgungsvertrag wird von den Vertragspartnern angestrebt.

(4) Eine Information der Ärzte über die Inhalte des Vertrages erfolgt in den

satzungsgemäßen Veröffentlichungsorganen der KVMV.

§ 21

In-Kraft-Treten, Dauer und Kündigung

(1) Dieser Vertrag tritt zum 01.07.2013 in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit

geschlossen.

(2) Er kann mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum 31.Januar gekündigt

werden. Eine erstmalige Kündigung ist frühestens zum 31.01.2015 möglich.

(3) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung dieses Vertrages aus wichtigem

Grund bleibt davon unberührt.

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Osteoporose-Vertrag mit der BARMER GEK 01.01.2014

(4) Jede Kündigung bedarf der Schriftform.

§ 22

Änderung und Schriftform

Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Schriftform. Dies gilt

auch für einen etwaigen Verzicht auf das Erfordernis der Schriftform selbst.

Mündliche Abreden bestehen nicht.

§ 23

Salvatorische Klausel

Sollten eine oder mehrere Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam sein oder

werden, bleibt die Wirksamkeit dieses Vertrages hiervon unberührt, es sei denn,

dass die unwirksame Bestimmung für eine Vertragspartei derart wesentlich war, dass

ihr ein Festhalten an diesem Vertrag nicht zugemutet werden kann. In allen anderen

Fällen werden die Vertragsparteien die unwirksamen Bestimmungen durch

Regelungen ersetzen, die dem mit der unwirksamen Bestimmung Gewollten am

nächsten kommen. Die Parteien werden sich bemühen, Unstimmigkeiten, die sich in

Verbindung mit diesem Vertrag ergeben sollten, gütlich beizulegen.

Schwerin im Juni 2013

Vorstandsvorsitzender der

Kassenärztlichen Vereinigung

Mecklenburg-Vorpommern

Landesgeschäftsführer der

BARMER GEK

Landesvertretung Mecklenburg-

Vorpommern

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