Europäische Norm für Mobile Seilanlagen zur Holzbringung - Kwf
Europäische Norm für Mobile Seilanlagen zur Holzbringung - Kwf
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Europäische <strong>Norm</strong> für<br />
<strong>Mobile</strong> <strong>Seilanlagen</strong> <strong>zur</strong> <strong>Holzbringung</strong><br />
Nikolaus Nemestóthy<br />
Forstliche Ausbildungsstätte Ort / Gmunden<br />
Arbeitskreise KWF Tagung 2012,<br />
„Reserven am Hang?- Neue Technik <strong>zur</strong> Mobilisierung“<br />
Bopfingen 13.06.2012
Inhalt<br />
• Derzeitige Situation<br />
• Begründung der Notwendigkeit<br />
– Probleme mit aktuellen Regelwerken<br />
• Was ist bereits geschehen?
Derzeitige Situation<br />
• ÖNORM L 5219 per 1.12.2008 <strong>zur</strong>ückgezogen da<br />
Harmonisierung nationaler <strong>Norm</strong>en nicht mehr möglich<br />
• Derzeit keine gültige eigene <strong>Norm</strong> für Seilgeräte <strong>zur</strong><br />
<strong>Holzbringung</strong><br />
• In der EN 14492-1 sind Winden - aber nicht alle<br />
Komponenten und Risiken von Seilgeräten behandelt<br />
Maschinenrichtlinie (MRL) und<br />
Maschinen Sicherheitsverordnung (MSV)<br />
einzige aufrechte Materien<br />
Nur grober, sehr allgemein gefasster Rahmen<br />
- Sicherheitsfaktor für schwebende Lasten in der Regel 5<br />
- Spleißen von Stahlseilen nur an Enden erlaubt<br />
- Ausnahme für Einrichtungen, die für laufendes „Einrichten“<br />
(früher „Umrüsten“) konzipiert sind
Wer braucht eine <strong>Norm</strong>?<br />
<strong>Norm</strong>ung schafft Sicherheit durch klare Definitionen<br />
für<br />
• Seilgerätehersteller<br />
• Seilhersteller<br />
• Forstbetriebe<br />
– als Betreiber<br />
– als Arbeitgeber<br />
– als Auftraggeber<br />
• steile Lagen<br />
• unbefahrbare Böden<br />
• Unternehmer<br />
– als Betreiber<br />
– als Arbeitgeber<br />
• Lehre – Ausbildung<br />
– Lehrbücher
Genügt nicht die MRL/MSV?<br />
• MRL gemeinsame Regeln für den europäischen<br />
Raum auch Ziel der Unternehmer, da<br />
– Maschinen gleicher Ausstattung für alle Zielländer<br />
– Grenzüberschreitende Holzernte - Dienstleistungen<br />
– Ausbildung des Bedienpersonals<br />
• Das Problem:<br />
MRL/MSV sieht Hebevorgänge generalisiert<br />
– Für alle Material- und Lastseilbahnen gleiche<br />
Vorgaben bezüglich Sicherheit<br />
– forstliche Seilgeräte sind aber ein Sonderfall<br />
klare Vorschriften in der Betriebsordnung<br />
grundsätzlich keine Personen im Gefahrenbereich<br />
• Jahrzehntelange Erfahrung mit Bestimmungen der<br />
Österreichischen <strong>Norm</strong> L5219<br />
– Sicherheitskoeffizienten mit 3 bzw. 4 für Seile<br />
geringer als MRL-Vorgabe<br />
Gewichtseinsparung am Fahrzeug<br />
Geringeres Gewicht bei der Arbeit im steilen Gelände!
Belastung bei der Arbeit mit dem Seil<br />
• Beispiel 3 to Seilgerät:<br />
• Mehrbelastung bei 20 bis<br />
30 m Seilverzug im Hang:<br />
ca. 8 kg –<br />
Gesamtbelastung 22 kg<br />
statt 14 kg<br />
• Nachweislich höhere<br />
Belastung des Menschen<br />
3 fache<br />
Sicherheit<br />
Phyton, Ø mm 10 13<br />
5 fache<br />
Sicherheit<br />
Mindestbruchkraft kN 98 160<br />
Seilgewicht kg/100m 54 86
Überschreitung des zulässigen<br />
Gesamtgewichtes bei LKW Aufbau<br />
• Beispiel 3 to Seilgerät auf 3 Achs-<br />
Allrad-LKW:<br />
• Gesamtgewicht mit kompletter<br />
Beseilung für 3-fache Sicherheit<br />
gerade noch < zul. Ges.Gew.<br />
• Bei 5-facher Sicherheit größere<br />
Trommeln für gleiche Kapazität<br />
erforderlich, mehr Seilgewicht<br />
3-fache<br />
Sicherheit<br />
5-fache<br />
Sicherheit<br />
Zug-/Rückhol-/ Tragseil Ø mm 10/8/20 13/11/24<br />
Seilgewicht Summe kg 2.900 4.400<br />
LKW Gesamtgewicht kg<br />
zulässig 33.000 kg<br />
32.340 33.840
Langspleiß<br />
• tausende Meter Seil erforderlich<br />
– harte Bedingungen im Forsteinsatz führen oft zu punktueller<br />
Beschädigung<br />
– Herauskappen der Schadstelle und fachgerechte Spleißung<br />
wirtschaftlich notwendige Maßnahme
Konkrete Inhalte des <strong>Norm</strong>entwurfes<br />
• Die <strong>Norm</strong> baut auf die MRL und relevante gültige ENund<br />
ISO-<strong>Norm</strong>en auf!<br />
• Definition aller Bauteile der Seilgeräte<br />
• normative Beschreibung aller Bauteile – Verweise auf<br />
vorhandene <strong>Norm</strong>en<br />
• Mechanische Teile<br />
• Begrenzungs- und Anzeigeeinrichtungen<br />
• Steuerung – Steuerstand<br />
• Arbeitsplattform<br />
• Seiltriebe<br />
– Winden<br />
– Beseilung (Sicherheiten, Spleiße)<br />
– Seilrollen (Radien, Rillendurchmesser)<br />
• Laufwagen
Stand des <strong>Norm</strong>ungsprozesses<br />
• Entwurf 2009 von Österreich eingebracht<br />
• Zunächst geringes Interesse der Mitgliedsländer<br />
• Nach intensiver Informationsarbeit (v.A. durch<br />
Loschek) Expertenentsendung durch 7 Länder erreicht<br />
(AT, CH, CZ, FIN, IT, FR, SL)<br />
• Erste Behandlung in TC 144 WG8 Dez. 2011<br />
• einige Änderungswünsche wurden eingebracht<br />
– Sicherheitskoeffizienten in Diskussion – in Frankreich berät<br />
Expertengruppe noch bis November 2012<br />
• Nächste Arbeitsgruppensitzung Mitte Juni 2012<br />
• im November Abschluss in der WG8 ?<br />
• Abstimmung in der TC 144 im Frühjahr 2013