Zur Narbung geeignete Werkstoffe

eschmanntextures

Zur Narbung geeignete Werkstoffe

Beinahe in allen Bereichen des täglichen Lebens steigern

ästhetische und funktionale Oberflächen die Absatzchancen

von Produkten. Der erste Blick, die erste Berührung und der

erste Eindruck entscheiden oftmals darüber, ob Dinge gefallen.

Die Inspiration für unverwechselbare und wertige Produktidentitäten

kann dabei verschiedensten Ursprüngen entstammen.

Als Partner der Automobil-, Luftfahrt-, Haushalts-, Möbel- und

Elektronikindustrie steht Eschmann Textures für die beste

Leistung rund um die Oberflächenstrukturierung.

Vom Entwurf bis zum fertigen Produkt übernimmt das

Spezialistenteam Verantwortung für die Oberfläche. Der

umfangreiche Service beginnt bereits im Vorfeld eines

Projekts.

Unverwechselbare

und wertige Produktidentitäten

Eschmann Textures entwickelt und realisiert innovative

Oberflächen für höchste Ansprüche an Ästhetik, Design und

Funktionalität.

Die beste Leistung rund um die

Ober flächenstrukturierung

Auf Wunsch können individuell neu entwickelte Oberflächen

auf Prototypen zu einer optimalen Entscheidungsfindung

visualisiert werden. Anschließend wird sichergestellt, dass

definierte Strukturen durch Werkzeugkonzeption, Materialauswahl

und alle weiteren Einfluss nehmenden Parameter am

Ende auch genauso erscheinen wie zu Beginn geplant.

Ein prozessorientiertes Qualitätsmanagement nach

DIN ISO 9001:2000 ist selbstverständlich.


Seit vielen Jahren begleitet die weltweit agierende Unternehmensgruppe

Eschmann Textures Kunden in der Automobilindustrie

und anderen wichtigen Märkten bei allen Prozessen

der Entwicklung und Umsetzung von Oberflächenstrukturen.

Eine globale Präsenz, kurze Kommunikationswege und konsequent

hohe Qualitätsstandards sind wichtig, um namhafte

Kunden weltweit bei anspruchsvollen Projekten zu begleiten.

Zudem hat sich Eschmann Textures schon vor über 10 Jahren

mit den auf ihren jeweiligen Märkten führenden Unternehmen

in der ganzen Welt partnerschaftlich zur Texture Technologies

Ein leistungsstarkes Netzwerk –

für lokale und globale Projekte

Eschmann Textures ist Global Player mit mehr als 250 Mitarbeitern

in sieben Standorten in Europa und einem neuen Standort im

Zukunftsmarkt Indien vertreten. Als Tocherunternehmen der

Böhler Uddeholm AG verfügen die Oberflächenspezialisten über

ein leistungsstarkes Netzwerk, das über 100.000 Kunden in

mehr als 100 Ländern auf allen Kontinenten bedient.

International – kurz TTI – zusammengeschlossen.

Die Potenziale und Vorteile, die für die Design-Entwicklung,

das technische Know-how und damit für den Kunden erzielt

werden, sind einzigartig.


Der Fertigungsprozess auf einen Blick


Der richtige Werkstoff

Werkstoffauswahl und Wärmebehandlung spielen im Hinblick

auf das spätere Narbergebnis eine zentrale Rolle. Schon bei der

Werkstoffbeschaffung muss sichergestellt werden, dass ausschließlich

narbungssichere Stähle zum Einsatz kommen. Die

Vorbearbeitung ist für die Stahlqualität von großer Bedeutung.

Ein hoher oxidischer und sulfidischer Reinheitsgrad, eine

gleichmäßige, feine Gefügeausbildung und geringe

Seigerungen im Stahl führen zu guten Ätzergebnissen.

Die Mitarbeiter der Eschmann Stahl GmbH & Co. KG stehen

Ihnen für eine Beratung hierzu jederzeit gerne zur Verfügung.

Besuchen Sie uns auf unserer Website www.eschmannstahl.de !

Werden Kunststoffteile zu einer Einheit zusammengefügt, ist

es generell erforderlich, dass alle dazu benötigten Formen aus

dem gleichen Werkstoff mit gleicher Wärmebehandlung gefertigt

werden. Dies reduziert das Risiko von werkstoff- oder prozessbedingten

Abweichungen (z.B. Glanzgrad- und/oder

Narbtiefe sowie Narbausfall).

Neben den legierten Stählen lassen sich auch die gängigsten

NE-Metalle (z.B. Kupfer; Aluminium; Messing und Zink) und

unlegierten Stähle ätzen. Hier ist es in der Regel allerdings zu

empfehlen, das gewünschte Ätzergebnis vorab auf einer

Versuchsplatte darzustellen (u.a. wird bei einigen dieser

Werkstoffe ein rauerer Ätzgrund und/oder ein abweichender

Narbausfall, bedingt durch die chemische Reaktion der Säure

erreicht).

Durch zusätzliche Oberflächenveredelungen, wie z.B.

Beschichten oder Nitrieren, lassen sich positive Effekte auf

Formfüllung, Standzeit, Korrosionsschutz, Entformbarkeit

u.v.m. erreichen. Derartige Verfahren sollten allerdings

generell erst nach dem Narben durchgeführt werden. Wir

beraten Sie gerne.


Zur Narbung geeignete Werkstoffe

ES Aktuell (1.2311 vergütet - EST Güte empfohlen)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Vergüteter Kunststoffformenstahl, gut polierbar, nitrierfähig, verchrombar, gleichmäßige Härte über den Querschnitt bis zu

einer Dicke von ca. 400 mm (für größere Stärken empfehlen wir die Werkstoff, ES Aktuell 1000 bzw. ES Aktuell 1200)

Verfügbar in folgenden Stärken: 20 mm – 405 mm (flach)

ES Antikor (1.2316 vergütet - EST Güte empfohlen)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Vorvergüteter, korrosionsbeständiger und polierbarer Formenstahl, zur Verarbeitung von aggressiven Kunststoffen,

wie z.B. PVC bestens geeignet

Verfügbar in folgenden Stärken: 20 mm – 425 mm (flach)

ES 235 W (1.2343 weichgeglüht_EST Güte empfohlen)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Warmarbeitsstahl mit hoher Warmfestigkeit bei sehr guter Zähigkeit, hoher Temperaturwechselbeständigkeit und

Verschleißfestigkeit, nitrierbar, gut polierbar Übliche Verwendung für z.B. Werkzeuge für Schmiedemaschinen, Gesenke,

Gesenkeinsätze, Strangpresswerkzeuge, Warmscherenmesser und für die Kunststoffverarbeitung

Verfügbar in folgenden Stärken: 20 mm – 405 mm (flach)

ES Maximum 500 (1 .2343 ESU weichgeglüht)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Hohe Warmfestigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit und Warmverschleißfestigkeit bei absolut höchster Zähigkeit.

Übliche Verwendung für z.B. Druckgusswerkzeuge, Gesenke, Gesenkeinsätze, Strangpresswerkzeuge u.v.m.

Verfügbar in folgenden Stärken: 100 mm – 605 mm (flach)

ES 245 W (1.2344 weichgeglüht - EST Güte empfohlen)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

CrMoV-legierter Warmarbeitsstahl mit ausgezeichneter Warmfestigkeit bei guter Zähigkeit, hohem Warmverschleißwiderstand,

bester Temperaturwechselbeständigkeit, sehr guter Reinheitsgrad und ausgezeichnete Homogenität, nitrierbar.

Übliche Verwendung für z.B. Werkzeuge für Schmiedemaschinen, Strangpresswerkzeuge, Kunststoffformen u.v.m.

Verfügbar in folgenden Stärken: 20 mm – 455 mm (flach)

ES 245 W ESU (1.2344 ESU weichgeglüht)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Warmarbeitsstahl mit höherem Warmverschleißwiderstand, beste Zähigkeit, für hoch beanspruchte Werkzeuge

Verfügbar in folgenden Stärken: 140 mm – 400 mm (flach)

ES Aktuell 1000 (1.2738 vergütet - EST Güte empfohlen)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Vorvergüteter Kunststoffformenstahl für Stärken ab 400 mm (z.B. für Stoßfängerformen, Armaturentafeln, Fernsehgehäuse

u.v.m.), gleichmäßige Härte über den Querschnitt, gute Polierbarkeit, gute Bearbeitbarkeit, nitrierbar, verchrombar, schweißbar

nach Vorschrift mit allen Schweißverfahren

Verfügbar in folgenden Stärken: 405 mm – 1300 mm (flach)


Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Zur Narbung geeignete Werkstoffe

ES Aktuell 1200 (Sonderlegierung - Lieferung generell in EST Güte)

Vorvergüteter Kunststoffformenstahl mit einer Kernfestigkeit von 1050 N/mm² , gute Polier- und Narbbarkeit, für Großformen

mit höherem Verschleißwiderstand, für Stoßfängerwerkzeuge, Armaturentafeln, Müllcontainer und andere Großformenwerkzeuge

Verfügbar in folgenden Stärken: 405 mm – 1200 mm (flach)

ES 275 K (1.2767 weichgeglüht - EST Güte empfohlen)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

Gut härtbarer und zäher Werkzeugstahl für Kunststoffformen, Schneidwerkzeuge für dicke Stärken und Schrottscherenmesser

Verfügbar in folgenden Stärken: 20 mm – 405 mm (flach)

ES 275 K ESU (1.2767 ESU weichgeglüht)

Charakteristik bzw. Verwendungszweck:

hochglanzpolierbar er, sehr zäher W erkzeugs tahl für Kunststoffformen, Schneidwerkzeuge für dicke Stärken und

Schrottscherenmesser

Verfügbar in folgenden Stärken: 150 mm – 300 mm (flach)


Narbcharakter und Narbtiefe nehmen entscheidenden Einfluss

auf das Erscheinungsbild einer Struktur. Diesbezüglich ist

diesem Faktor eine besondere Bedeutung für die Werkzeugplanung

und die Wahl der jeweiligen Struktur zuzumessen.

Beratung

Als Faustregel gilt:

Pro 1° Konizität können max. 0,02 mm

Narbtiefe entformt werden.

Kunststoffeigenschaften (z.B. schwer entflammbar, glasfaserverstärkt

u.v.m.); Materialschwindung, Wandstärken sowie

Werkzeugaufbau (z.B. Kühlung, Anguss, Schieber u.v.m.) und

Fertigungsparameter im Spritzgussbetrieb können diesen Wert

beeinflussen.

So kann zum Beispiel in Bereichen mit zu erwartender

Kernaufschwindung das dreifache des Konizitätrichtwertes zur

Entformung der vollen Narbtiefe erforderlich werden.

Entformung 2

Die Festlegung der Narbtiefe

Um Entformungsschwierigkeiten wie Ziehspuren (Weißbruch)

oder mechanische Beschädigungen vorzubeugen, ist die

Bestimmung der Narbtiefe – besonders in kritischen Werkzeugbereichen

mit geringer Entformungskonizität – von vorrangiger

Bedeutung.

Entformung 1

Sollte aufgrund der Werkzeugauslegung eine Reduzierung der

Narbtiefe in Teilbereichen erforderlich werden, so ist die

Vorgehensweise hierfür in jedem Fall mit dem Endverwender

abzustimmen und bei Bauteilkennzeichnung entsprechend zu

berücksichtigen.

Entformprobleme wie Ziehspuren (Weißbruch) können auch

trotz Verringerung der Narbtiefe nicht generell ausgeschlossen

und zusätzliche Optimierungsleistungen erforderlich

werden. Diese gehen, sofern nichts anders lautendes vereinbart

ist, zu Lasten des Auftraggebers.

Weißbruch


Narbungstiefe, Entformkonizizät und Abtragsraten;

Begriffserläuterungen am Produkt

Die Festlegung der Narbtiefe

Beispiel: Lederstruktur mit 6° Entformkonizität und einer durchschnittlichen

Strukturtiefe von 120μm


Toleranzen

Ätztechnisch erzeugte Strukturen unterliegen fertigungsbedingten

Toleranzen die durch Eschmann Textures

International GmbH in Bezug auf die Narbtiefe

sowie den Glanzgrad einer Struktur nach bestem „Wissen

und Gewissen“ wie folgt angegeben werden:

• für Feinstrukturen (ähnlich VDI3400) sowie

Einfachätzungen bis zu einer Narbtiefe

von maximal 60μm beträgt die Toleranzangabe

± 5μm!

• für Mehrfachätzungen (z.B. Leder- und

Textilstrukturen etc.) ab einer Narbtiefe

von 70μm beträgt die Toleranzangabe ± 10μm!

• für Mehrfachätzungen (z.B. Leder- und Textilstrukturen

etc.) ab einer Narbtiefe von

180μm beträgt die Toleranzangabe ± 15μm!

• für Glanzgradeinstellungen beträgt die

Toleranzangabe ± 0,3Gl (gemessen bei 60°).

• Angaben zum voraussichtlichen Materialabtrag

erfolgen generell strukturbezogen und sind

lediglich als unverbindlicher Richtwert anzusehen

(u.a. bedingt durch unterschiedliche

Stahllegierungen u.v.m.)

Vorstehende Toleranzen beziehen sich ausschließlich auf das

Nennmaß (Einstellungen) einer Struktur in Stahl.

Die Abformungs- und Abbildegenauigkeit von Strukturen im

Kunststoffspritzguss ist insbesondere abhängig von:

• der Schmelzviskosität von Thermoplasten

• den Verarbeitungsparametern (insbesondere

der Werkzeugtemperatur)

• der Einfüllgeschwindigkeit

• dem wirksamen Druck im Formnest während der ersten

Sekunden nach der Füllphase

• werkzeuggeometrischen Gegebenheiten (unter

anderem Wandstärkenunterschieden, Schieber aus

gehärtetem Material etc.) u.v.m.

Diesbezüglich können Abweichungen, die ober- oder

unterhalb der von uns angegebenen Toleranzen liegen,

für den messbaren Narbausfall/Glanzgrad am Kunststoffteil

generell nicht ausgeschlossen und Korrekturmaßnahmen

erforderlich werden, die im Bedarfsfall gesondert zu

vereinbaren sind!

Grundsätzlich übernimmt Eschmann Textures International

GmbH keine Gewähr für Glanzgradzielwerte am

Kunststoffartikel.


Flächen, die mit einer Narbstruktur versehen werden sollen,

müssen je nach Design und Narbtiefe eine bestimmte

Oberflächengüte (Politur) aufweisen. Generell muss eine

Politur riefenfrei ausgeführt werden. Erodierrückstände,

Fräsriefen und Konturversatz müssen vor dem Narben restlos

beseitigt sein.

Als Minimalforderung können nachstehende

Empfehlungen angesehen werden:

Feinstrukturen

mit einer Narbtiefe bis 0,025 mm –

Schleifleinen 400er Körnung/riefenfrei

Markante Strukturen

mit einer Narbtiefe bis 0,140 mm –

Schleifleinen 320er Körnung/riefenfrei

Grobstrukturen

mit einer Narbtiefe > 0,140 mm –

Schleifleinen 240er K örnung/r iefenfrei

Polierriefen 1

Fräsermarken 1

Polieren

Zu einzelnen Strukturen ist es darüber hinaus zu empfehlen die

Ausführung der Polierarbeiten im Vorfeld mit dem Narbbetrieb

abzustimmen (z.B. bei Strukturübergängen mit unterschiedlichen

Materialabtragsraten, Strukturüberlagerungen oder Ähnlichem).

Zu Mess- und Dokumentationszwecken sollte außerhalb

der Dichflächen ein planes Prüffeld in der Größe 50x50 mm

narbfähig poliert durch den Formenbauer vorgehalten werden.

Hochglanzpolierte Flächen erfahren bereits durch Reinigung,

Lackauftrag und Bearbeitung der Narbstruktur geringe

Beschädigungen (feinste Kratzer). In der Regel müssen hochglanzpolierte

Flächen nach dem Narben durch den

Auftraggeber aufpolier t werden.

Polierriefen 2

Fräsermarken 2


Schweißungen sollten generell durch einen versierten

Fachbetrieb durchgeführt und die Narbungssicherheit

geschweißter Bereiche zugesichert werden. Ausschlaggebend

für die Narbfähigkeit einer Schweißung ist, dass das

Schweißgut ein in Zusammensetzung, Härte und Festigkeit

dem Grundwerkstoff gleiches Gefügebild erreicht.

Dementsprechend müssen Schweißmethode, -werkstoff und

eine erforderliche Wärmebehandlung auf eine spätere

Narbfähigkeit hin gewählt werden.

Häufig auftretende Probleme in geschweißten Bereichen:

• Das Schweißgut ätzt nicht, eine

Strukturausbildung ist nicht möglich

• Das Schweißgut ätzt schlecht, es kommt

zu Narbtiefenab weichungen gegenüber

dem Umfeld

Härterand

Porös

Schweißen

Es ist zu empfehlen, die geschweißte Kontur vor Verlagerung

des Werkzeuges an den Narbbetrieb auf ihre Narbfähigkeit hin

zu prüfen, um, sofern erforderlich, bei Mängeln sind frühzeitig

geeignete Maßnahmen zu treffen (z.B. Nachschweißen;

zusätzliche Wärmebehandlung; Einsätze - sofern prozesssicher

umsetzbar - einschrumpfen u.v.m.).

• Im Übergang von Schweißgut zum

Grundwerkstoff entsteht eine

Härtezone, die sich in Glanz und

Narbtiefe absetzt

Das Schweißgut weist Risse und poröse Stellen auf

Auch bei fachgerecht ausgeführter Schweißung kann eine

Ab weichung in Glanzgrad oder Rauhtiefe (RZ) am fertigen

Endprodukt (Kunststoffartikel) nicht ausgeschlossen

werden!

Durch einen, später näher beschriebenen, Ätztest lässt sich

die Narbfähigkeit eines Schweißgutes relativ gut prüfen.

Tiefe nicht in Ordnung


Anreißen von Tuschierflächen

Generell müssen alle zu ätzenden Flächen, die nicht über die

Werkzeugkontur (Trennkanten, Radien u.v.m) bestimmbar sind,

vor Werkzeuganlieferung durch den Formenbauer eindeutig

definiert werden.

Insbesondere Konturbereiche in denen Öffnungen oder Durchbrüche

über Tuschierflächen und/oder Tauchkanten gebildet

werden, müssen im Werkzeug exakt begrenzbar sein. In diesen

kritischen Bereichen ist es unbedingt zu empfehlen das

Bauteilende mechanisch anzureissen. Eine Begrenzung nach

Tuschierabdruck ist zu ungenau!

Kunststoffteil

Tuschierfläche auf der Matritzenseite

mit einem Tape abkleben

Werkzeug mit Anriss

Kernseite mit Tuschierfarbe

versehen

Werkzeug abtuschieren Die Tuschierfläche zeichnet sich auf

der Matrizenseite ab. Der Werkzeugmacher

kann die Fläche mit einem

Skalpell begrenzen

Schützen der Tuschierfläche

mit säurefestem Lack

Geätztes Werkzeug mit

freigestellter Tuschierfläche

Alternativen für einen mechanischen Anriss sind nur dann zu

wählen, wenn eine exakte Begrenzung mittels Anriss aus zwingenden

Gründen nicht möglich ist.

Zu diesen Alternativen zählen:

Begrenzung mittels Tuschierfarbe:

Hierzu wird der Formkern (Auswerferseite) mit Tuschierfarbe

versehen und auf der Matrizenseite, die mit einem Papierklebeband

versehen wird, abtuschiert. Die Trennung setzt sich

farblich auf dem Klebeband ab und kann dann durch den

Formenbau freigestellt werden. Eine gut sichtbare Begrenzung

ergibt sich in der Regel auch, wenn die Freistellung zusätzlich

mit einem feinen Sandgemisch überstrahlt wird.


Narbfreistellung in Ordnung Narbfreistellung nicht in Ordnung,

Tuschierfläche übernarbt

Narbfreistellung nicht in Ordnung,

Tuschierfläche übernarbt

Kein Anriss im Werkzeug

Narbergebnis:

Tuschierfläche -

überätzt

Spritzgrat -

Ausnahme: Feinstrukturen

Anreißen von Tuschierflächen

Fehlerquelle: Anriss wurde mittels

Musterteil gesetzt

Bei Feinstrukturen mit einem Materialabtrag von max.

0,025 mm können Tuschierflächen erfahrungsgemäß, ohne

das Risiko von Gratbildung, komplett übernarbt werden und

bedürfen somit in diesem Ausnahmefall keines Anrisses.

Anriss nach Musterteil:

Als kritisch ist hier anzusehen, dass aufgrund der Materialschwindung,

sowie des manuellen Prozesses, der sehr stark

von Formkontur und der Umsetzung durch den Werker abhängig

ist, eine exakte Begrenzung kaum bzw. nur begrenzt

durchführbar ist.

Anriss nach Musterteil

Narbergebnis:

- wegen Schwindung ist das Fenster zu klein und versetzt

-Tuschierfläche nicht genau definiert

- Gratbildung

- unerwünschte Freizonen

Es ist allerdings hier zu empfehlen, über die Umsetzung,in

Abhängigkeit von Material und Fertigungsprozess, fallweise zu

entscheiden. Bei Verwendung der alternativen Anrissmöglichkeiten

kann für eine gleichmäßige Narbbegrenzung keine

Garantie durch den Narbbetrieb übernommen werden.


Werkzeuglosteile, wie Einsätze, Schieber und Leisten, müssen

mittels Zentrierungen und Verschraubungen zur gemeinsamen

Bearbeitung und Narbung vorbereitet angeliefert werden.

Spann- und Zentriervorrichtungen sind durch den

Formenbauer beizustellen.

Einsätze, Schieber und Leisten

Zum Befilmen und Ätzen Schieber versatzfrei montiert, Trennung säurefest verschlossen

Um eine einwandfreie Reinigung der Losteile zu ermöglichen,

müssen diese demontierbar und gegen Verdrehen sicherbar

sowie mit einer eindeutigen Positionierung kenntlich gemacht

sein. Nach dem Reinigen werden die Losteile zur Vermeidung

von Säureeintritt in die Trennung mit einem Schutzlack im

Trennkantenbereich versehen und in der Matrize „regelrecht

eingeklebt“. Durch die gemeinsame Bearbeitung wird sichergestellt,

dass ein homogener Struktur- bzw. Narbübergang

auch über Werkzeugtrennungen gewährleistet wird.

Voraussetzung für eine einwandfreie Umsetzung des vorab

beschriebenen Prozesses ist, dass Formversatz und/oder

Spritzgrat vor dem Narben beseitigt und Losteile in

Spritzposition fixierbar sind.

Des Weiteren muss auch nach dem Verbau der Losteile

gewährleistet sein, dass alle zu narbenden Konturbereiche

für eine Bearbeitung frei zugänglich und einsehbar sind.

Die Mitarbeiter der Eschmann Textures International GmbH

stehen Ihnen für eine Beratung hierzu jederzeit gerne zur

Verfügung.


Gefügeverfestigungen im zu narbenden Werkstoff entstehen

häufig bei der Zerspanung des Werkstückes. Durch eine fehlerhafte

mechanische Bearbeitung kann das Stahlgefüge stark

verdichtet werden, wodurch eine tendenziell höhere Ober-

Mögliche Ursachen

• Stumpfe Fräser

• Fehlerhaft geschliffene Drehmeißel

• Mechanische Beschädigungen

(z.B. unachtsamer Schlag auf die

Formoberfläche bei Einsatzwechsel)

• Beschädigungen durch unsachgemäße

Handhabung von Spannvorrichtungen

oder sonstigem Werkzeug

Ähnlich gelagerte Ungleichmäßigkeiten im Strukturbild können

auch durch das unsachgemäße Härten des Grundwerkstoffes

entstehen. Es ist hier unbedingt erforderlich, die

Vorschriften des Stahlerzeugers für eine einwandfreie

Wärmebehandlung präzise einzuhalten. Die Fachleute der

Eschmann Stahl GmbH & Co. KG beraten Sie gerne.

Gefügeverfestigungen,

Streifigkeit und Ähnliches

Zusätzliche Oberflächenveredelungen wie Nitrieren oder

Beschichten sollten generell erst nach dem Narben durchgeführt

werden(!)

flächenhärte entsteht. Bei der Narbung des Werkstückes führt

dies zu einem ungleichmäßigen Strukturbild im Gefüge (z.B.

Narbtiefenabweichungen, Fleckigkeit, Streifigkeit u.s.w.).

Gefügestreifigkeit


Ätztest

Mit einem Ätztest kann geprüft werden ob die zu narbende

Formoberfläche den Anforderungen an ein optimales Narbergebnis

entspricht!

1)

2)

3)

4)+ 5)

6)

Testablauf

1) Entfetten der Formoberfläche

(z.B. mit Bremsenreiniger, Spiritus oder Ähnlichem)

2) Auftragen der Testflüssigkeit auf die

Formoberfläche mit einem Pinsel

3) Einwirkzeit max. 1Min (Form läuft dunkel an)

4) Abspülen mit klarem Wasser

5) Trockenblasen mit Pressluft (nicht Trockenwischen)

6) Prüfen der Formoberfläche auf:

Erodierreste

(z.B. glänzende Punkte innerhalb

der angeätzten, dunklen Oberfläche)

mangelhafte Schweißungen

(z.B. helle Flächen die nicht auf Säureeinwirkung

reagieren)

mar kante Polierriefen

(Streifen unter Fläche in Polierrichtung)

Druckstellen (i.d.R. Macken)

Gefügefehler (z.B. aufgrund hoher Oberflächenhärte)

Nacharbeiten

(z.B. Nachpolieren, Aufschweißen oder Ähnliches)

Um Korrosionsschäden zu vermeiden, muss die Testsäure rückstandsfrei

beseitigt sowie sichergestellt werden, dass kein

Säureeintritt in Werkzeugtrennungen erfolgt (siehe Pkt.

Abspülen und Trockenblasen).

ACHTUNG!

Bitte generell Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen.

Ein Ätzset ist bei Eschmann Textures International GmbH

gegen geringe Aufwandsentschädigung erhältlich.


Bei der Anlieferung von Werkzeugen ist

Nachstehendes zu berücksichtigen:

Werkzeuganlieferung

• Wenn Auswerfer- und Matrizenseite genarbt

werden, sollten diese auch zusammen

angeliefert werden. Die Werkzeuge sind dabei

jeweils einzeln zu pallettieren und ausreichend

gegen Transportschäden zu sichern.

• Die Werkzeuge müssen komplett demontiert

angeliefert werden. D.h., dass Kühlleitungen,

Elektronik, Druckplatten, Einsätze oder Ähnliches

vom Formenbauer bereits ausgebaut sein

müssen. Nicht demontierte Werkzeuge

können nur verzögert bearbeitet werden.

Eine Demontage durch Eschmann Textures

International GmbH erfolgt nur in Ausnahmefällen

gegen Aufwandsentschädigung und auf

Risiko des Auftraggebers.

• Jedes Werkzeug sollte zwei oder besser vier

sich gegenüber liegende Ringschraubengewinde

haben. Dies erleichtert die Handhabung

und wirkt sich auf die Bearbeitungszeit aus.

• Bei Werkzeugen mit einem Gesamtgewicht über

3 Tonnen sollte das Transportmittel (LKW) für

Kranentladung vorgesehen werden.

ACHTUNG! Werkstücke müssen durch den Frachtführer

(Spediteur) bei Anlieferung und Abholung gegen mögliche

Transportbeschädigungen sowie Verrutschen auf der

Ladefläche gesichert werden. Sofern nichts anders lautendes

vereinbart ist, werden Werkezeuge in der vom Kunden

überlassenen Leihverpackung zum Versand gebracht.

Lieferungen der Eschmann Textures International GmbH

erfolgen generellunfr unfrei ei und unver un ersic sicher hert.

• Der Lieferung müssen Musterteile letzter Stand

sowie Unterlagen für die genaue Narbbereichsdefinition

beigestellt sein (z.B. gekennzeichnetes

Musterteil, Zeichnung u.s.w.).

• Sofern Losteile im Zusammenbau mit zu bearbeiten

sind (siehe auch „Einsätze, Schieber

und Leisten“), müssen Spann- und Zentriervorrichtungen

beigestellt sein.

• Werden Kunststoffteile zu einer Einheit (z.B.

Baugruppe) zusammengefügt, so sollten alle

diese Einheit betreffenden Formen zeitgleich

zur Bearbeitung in einem Standort der

Eschmann Textures Gruppe beigestellt werden.

Dies ermöglicht eine optimale Abstimmung der

Werkzeuge in Bezug auf Glanzgrad,Narbausfall,

Narbrichtung u.v.m.


Service

Im Spritzgussbetrieb können bei Erstbemusterung von

genarbten Werkzeugen Entformprobleme wie Ziehspuren oder

fallweise auch Glanzgradabweichungen auftreten. Diese meist

alltäglichen Probleme können durch verschiedenste Faktoren

(z.B. Material, Werkzeugkontur, Anguss, Fertigungsparameter

u.v.m.) verursacht werden. In der Regel können hier unkomplizierte

Lösungen schnell zur Abhilfe führen.

• Reparatur von genarbten Oberflächen

im Fertigungsbetrieb.

• Optimierung von genarbten Oberflächen

bei Erstbemusterung.

„Bitte beachten: Optimierungen von Entformproblemen,

die über ein vertretbares oder vom

Endverwender akzeptiertes Maß hinausgehen

(z.B. Narbtiefenreduzierungen), können nur nach

Freigabe des Endverwenders durchgeführt werden.

Aufwendungen hierzu gehen, sofern nichts anders

lautendes vereinbart ist, zu Lasten des

Auftraggebers.

Eschmann Textures International GmbH bietet den einmaligen

Service flexibel auf Optimierungsanforderungen zu reagieren

und vor Ort, ausgerichtet an den Bedürfnissen des Kunden,

Abstellmaßnahmen durchzuführen. Den hohen Ansprüchen an

kurze Durchlaufzeiten, Kostenreduzierung und Versorgungssicherheit

wird dadurch Sorge getragen, dass wir innerhalb

Europas eine eigenständige Serviceabteilung etabliert haben.

Eschmann Textures Service bietet

• Werkzeugoberflächenprüfungen vor Werkzeugverlagerung

an den Narbbetrieb.

• Koordinierung von zusätzlichen Reparaturleistungen

(z.B. Polieren und Schweißen).

• Durchführung kleinerer Ätzarbeiten vor Ort

(z.B. Artikelbeschriftungen).

• u.v.m..

Wir beraten Sie gerne!


Eschmann Textures International GmbH

Dieringhauser Straße 159

D-51645 Gummersbach · Germany

Tel. (+ 49)(0)2 2 61-98 99-0

Fax (+ 49)(0)22 61-98 99-20

Mail: info@eschmanntextures.com

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