Aktuelle Ausgabe "mitmenschlich" als pdf - Landentwicklung ...

landentwicklung.steiermark.at

Aktuelle Ausgabe "mitmenschlich" als pdf - Landentwicklung ...

2/2013

Anerkennung – Wertschätzung – BürgerInnenbeteiligung


Roseggerfestspiele

„Jakob der Letzte“

28. Juli – 24. August 2013

Im Sommer 2013 finden zum ersten Mal die Roseggerfestspiele,

veranstaltet von der Marktgemeinde Krieglach in Zusammenarbeit

mit dem Roseggerbund „Waldheimat“ Krieglach und mit

Unterstützung des Landes Steiermark, statt.

Ab 28. Juli 2013 wird am Kluppeneggerhof in Krieglach/Alpl

Peter Roseggers „Jakob der Letzte“, eine Dramatisierung des

Romans über das Bauernsterben in den Alpen, inmitten der Naturkulisse

von Roseggers Geburtshaus, welches das Herzstück

der Waldheimat darstellt, aufgeführt.

Für die Dramatisierung des Stückes konnte der österreichische

Autor Felix Mitterer gewonnen werden. Die Regie übernimmt

Michael Schilhan, Intendant des Next-Liberty-Jugendtheaters

in Graz. Die Titelfigur wird vom steirischen Schauspieler August

Schmölzer verkörpert.

Folgevorstellungen

2., 3., 9., 10., 16., 17., 23. und 24. August, jeweils um 20 Uhr.

Kartenpreise

Kategorie I 42 Euro

Kategorie II 36 Euro

Kategorie III 30 Euro

Karten können telefonisch bei der Marktgemeinde Krieglach unter

03855 2355-111 oder via E-Mail an tickets@roseggerfestspiele.at

bestellt sowie über das Raiffeisen-Ticket-Service und online

über www.oeticket.com gekauft werden.

Die Abendkasse ist am jeweiligen Veranstaltungstag ab 18 Uhr

geöffnet.

Fußweg zum Spielort

Das Geburtshaus Peter Roseggers ist grundsätzlich über einen

Fußweg (Forststraße) erreichbar (Gehzeit: ca. 40 Min.). Ein Erlebnisweg

mit Stationen zum „Lebensraum Wald“ (gestaltet vom

verein „Waldheimat – Heimat des Waldes“) begleitet die Be -

sucher vom Parkplatz bis zum Kluppeneggerhof.

Service für Besucher mit eingeschränkter Mobilität

In der dritten Kategorie der Zusehertribüne der Roseggerfestspiele

stehen fünf Rollstuhlplätze zum Halbpreis von je 15 Euro zur

Verfügung, eine Begleitperson erhält ihre Eintrittskarte ebenfalls

zum halben Preis. Zudem steht Besuchern mit eingeschränkter

Mobilität ein kostenloser Shuttledienst vom Parkplatz zum Veranstaltungsort

am Kluppeneggerhof zur Verfügung.

So Sie die Ermäßigung und/oder den Shuttledienst in Anspruch

nehmen wollen, bitten wir um eine telefonische Anmeldung bei

der Marktgemeinde Krieglach unter 03855/2355-111.


Impressum

Herausgeber:

Land Steiermark

8010 Graz, Landhausgasse

www.steiermark.at

Lebensressort

www.lebensressort.steiermark.at

Redaktion:

Johanna Reinbrecht (Projektleitung)

Landentwicklung Steiermark

8010 Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3. Stock

johanna.reinbrecht@landentwicklung.com

Tel. 0316 / 82 48 46-12

Johann Fink

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Büro Landesrat Johann Seitinger

8010 Graz, Herrengasse 16

johann.fink@stmk.gv.at

Tel. 0316 / 877-2350

Dipl.-Ing iṇ Anita Mogg

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

A10 – Land- und Forstwirtschaft

8052 Graz, Krottendorfer Straße 94

anita.mogg@stmk.gv.at

Tel. 0316 / 877-6932

Dipl.-Ing iṇ Gudrun Walter

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

A14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit

8010 Graz, Bürgergasse 5a

gudrun.walter@stmk.gv.at

Tel. 0316 / 877-4267

Gestaltung:

www.kerstein.at

Fotos:

Land Steiermark

Büro Landesrat Seitinger

Landentwicklung Steiermark

Bundesanstalt für Bergbauernfragen

Sissi Furgler

BIG SHOT-Christian Jungwirth

Bergmann Kreiner

Sandra Höbel

Helene Steiner

A14-Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit

A 10 Land- und Forstwirtschaft

Landesforstdirektion Steiermark

Foto Melbinger

www.vulkanland.at

Schloss Seggau

www.gustl58.com

steiermark.at/Schüttbacher

Druck:

Druckhaus Thalerhof

8073 Feldkirchen bei Graz

Gmeinergasse 1–3

Tel. 0316/2961070

www.druckhaus.at

Johann Seitinger

Landesrat für Land- und Forstwirtschaft,

Wasserwirtschaft und Abfallwirtschaft,

Wohnbau und Nachhaltigkeit

Unsere Gesellschaft lebt von …

… jenen Menschen, die bereit sind, oft sehr viel einzubringen,

um das Leben in den Gemeinden wirklich lebenswert zu machen.

Anerkennung und Wertschätzung

verdienen Menschen …

Anerkennung und Wertschätzung verdient grundsätzlich jeder

Mensch, ganz besonders aber jene, die einen Beitrag für die

gesellschaft leisten.

„Tue Gutes und sprich darüber!“ –

nur schöne Worte?

Nein, ganz im Gegenteil! „Was keiner weiß, ist nie geschehen!“

Gute Taten gehören unbedingt vor den Vorhang geholt und entsprechend

gewürdigt! Und sei es nur ein Schulterklopfen.

BürgerInnenbeteiligung in der

Lokalen Agenda 21 ist …

… motivierende Arbeit an der und für die Gemeinschaft!

„mitmenschlich“ =

hilfsbereit + respektvoll + liebevoll

Meine gute Tat in den letzten Wochen?

Nachgefragt

Ich war anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Graz und

Umgebung vor Ort und habe den Menschen Mut zugesprochen

und ihnen rasche Hilfe zugesichert.

klimaneutral


Inhalt

| 2 |

Themenheft der Landentwicklung

Steiermark,

Ausgabe 02/2013, Schwerpunkt:

„mitmenschlich“

sowie BürgerInnenbeteiligung

LA21

Anerkennung und Wertschätzung

sind nicht immer

selbstverständlich – meist

bemühen sich Aktiv-BürgerInnen,

Vereine um die Erhaltung

oder Verbesserung

ihres unmittelbaren Lebensraums

und sind damit wichtige

Bindeglieder in der

Gesellschaft.

Warum setzen sich die Menschen

für Vereinskulturen

ein und gibt es noch genug

Potenzial im Bereich Sozialkapital?

Zahlt sich Ehrenamt überhaupt

noch aus?

Diese Fragen beleuchten wir

im Magazin näher und wir

werden einen Schwerpunkt

zur Lokalen Agenda 21 –

dem Modell der BürgerInnenbeteiligung

setzen.

Thema Steiermark

4/5 | Dem, der glaubt, ist alles möglich

Interview mit dem Weltsportler

Thomas Geierspichler

11 | Die Geschichte von den langen

Löffeln

… erzählt von Gudrun Gruber,

Landentwicklung Steiermark

12/13 | Was alle angeht, sollten auch alle

angehen

Über Hemmnisse, Widersprüche und

Gelingensfaktoren des kulturellen

Wandels

20/30 | Blitzlichter

21 | Do It yourself – mach es selbst!

Von der Konsumkritik zur

selbstverwirklichung

22 | Via Couchsurfing in die Welt

Die etwas andere Möglichkeit zu

reisen …

28/29 | Kurzmeldungen aus dem

Lebensressort

Landentwicklung Steiermark

Landentwicklung Steiermark

6/8 | Der LA21-Gemeindetag im Schloss

Seggau

Neue Lebensräume neu gestalten

9 | Steirisches Vulkanland

Verantwortung für einen gesunden

Boden

10/11 | Kultur 4 alle – ein Fest in vier

Gemeinden

Was aus der Lokalen Agenda 21

entstehen kann …

13| Murau fährt Rad und alle fahren mit

Neuer Trend zu Radfahren in Städten

14 | Wer mit dem Herzen denkt, sieht

mehr (?)

Über die Herzensbildung in St. Stefan/

Stainz mit August Schmölzer

15 | Mitmenschlich – ehrenamtlich

BürgerInnenbeteiligung von Trofaiach

bis nach Graz

16/17 | Rückblick zur Alpinen Ski-WM in

Schladming

Das Herzlichkeitsteam sagt DANKE!

Ländliche Entwicklung – Projekte

23 | Strategiedialog LE 2014–2020 in der

Steiermark

Mit visionären Konzepten die Lebensqualität

im ländlichen Raum stärken

24| Soziale Landwirtschaft mit neuer

Perspektive

Eine Einkommensalternative im

außerlandwirtschaftlichen

Ausbildungsbereich

25 | Rasche Hilfe ist doppelte Hilfe

Die soziale Betriebshilfe in der Praxis

26 | Der Wald im Spannungsfeld

Von der Nutzung und Nicht-Nutzung

des heimischen Forstes

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert


Editorial

| 3 |

BürgerInnenbeteiligung hilft die Last

auf mehrere Schultern zu verteilen und schafft

gleichzeitig Werte in den Regionen.

Christian Gummerer

Geschäftsführer der

Landentwicklung Steiermark

Nachhaltige Entwicklung

30/31 I Nachhaltig leben

Urlaub und Erholung im „grünen“

Bereich

32/33 | R.U.S.Z. – europaweit einzigartig

Der traditionsreiche Reparatur-Betrieb

als Netzwerkknoten

34 | Steirischer Frühjahrsputz 2013

Aktiv-Patenschaft für eine saubere

Steiermark

35 | TRIGOS 2013

Fünf steirische Betriebe wurden

nachhaltig ausgezeichnet

36| Schlusspunkt

Mag. a Sandra Höbel

Mangelnde Geldressourcen, kommunale wie

kleinregionale Entwicklungen, aber vor allem

die gesellschaftlichen Wandelprozesse

zeigen auf, dass ohne BürgerInnenbeteiligung

die Fragen anstehender Herausforderungen

nicht zufriedenstellend gelöst werden

können. Dies zeigen nicht nur die Beispiele

der nunmehr 260 steirischen Gemeinden

der Lokalen Agenda 21, sondern auch

wissenschaftliche Untersuchungen aus der

Schweiz und den USA auf.

Starke ländliche Lebensräume brauchen

BürgerInnenbeteiligung, Meinungsaustausch

und transparente Entscheidungen!

Gerade die gesellschaftlichen Veränderungen,

hervorgerufen durch den demographischen

Wandel, die Migrationsbewegungen

innerhalb der Steiermark, stellen die Gemeinden,

aber auch die Demokratie als Ganzes

vor enorme Herausforderungen. Durch

moderne Prozesse der BürgerInnenbeteiligung

der Lokalen Agenda 21 entsteht ein gemeinsames

Forum von Gemeinderat, Verwaltung

und Bürgerinnen und Bürgern. Eine

neue Kultur der Anerkennung, der Wertschätzung,

aber auch der kommunikativen

und gestalterischen Nähe zwischen Bürgerinnen,

Bürgern und der kommunalen Führung

sind die Erfolgsbringer. Ergänzt werden

die heutigen Beteiligungsansätze der Lokalen

Agenda 21 durch regelmäßige Aktionen

mit den Menschen vor Ort und mit einer professionellen

Begleitung durch die Landentwicklung

Steiermark. Beim 13. Lokale-Agenda-21-Gemeindetag

werden jene Beispiele

aus den Prozessen aufgezeigt, die positiven

Einfluss auf die Identität der Bevölkerung mit

ihrem Lebensraum genommen haben.

Es gilt gemeinsam mit der Bevölkerung die

Aufgaben und Notwendigkeiten in den Gemeinden

und den Kleinregionen zu gestalten.

Denn die Region ist die Keimzelle des

großen Begriffes Heimat, mit dem es sehr bedachtvoll

umzugehen gilt. Gehen soziale

Netzwerke und ehrenamtliches Engagement

erst einmal verloren, sei allen gesagt: es wird

ein sehr teurer Weg, dieselbe Qualität bereitstellen

zu können.

BürgerInnenbeteiligung hilft die Last auf

mehrere Schultern zu verteilen und schafft

gleichzeitig Werte in den Regionen. Im vorliegenden

Themenheft laden wir ein, einen

Blick auf aktuelle Fragen, Themensplitter und

gute Beispiele zu werfen. Treten Sie mit uns

in Kontakt und gestalten wir gemeinsam ein

Stück Steiermark!

christian.gummerer@landentwicklung.com

www.landentwicklung.com


Leseteil

Johanna Reinbrecht

| 4 |

Thomas Geierspichler zwischen Hoffen und Wieder-ins-Leben-Finden.

Foto: Heinz Schein

Dem, der glaubt,

ist alles möglich

Er beendete sein Leben mit

Alkohol und Drogen, las die

Bibel, trank 40 Tage nur Wasser

und begann sein neues Leben

als Mensch im Rollstuhl.

Berge versetzen

Visionen sind wichtig und, egal

welcher Art, es ist wichtig, an sie

zu glauben. Das gilt für alle

Menschen. Ein authentisches

Interview mit dem „Bauernbuam“

und Weltsportler

Thomas Geierspichler.

Er ist einer der Weltbesten im Rennrollstuhl,

hat Weltrekorde überboten, olympisches sowie

paralympisches Gold geholt und das Unmögliche

möglich gemacht, weil er an sich

glaubt.

Thomas Geierspichler hatte Visionen und hat

sie jetzt wieder. Nach seinem schweren Unfall

am 4. April 1994 und nach der Diagnose

„Querschnittslähmung = nie wieder gehen“

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert

schwankte er zwischen Hoffnung, Selbstmordgedanken

und Selbstzerstörung durch

Alkohol und Drogen. Das einschneidende Erlebnis,

das sein Leben veränderte, kam drei

Jahre später, als er bei einer – so wie er sagt

– Christenfamilie zum Essen eingeladen war.

Dass man, bevor man isst, für die Mahlzeit

dankt, war für ihn damals etwas eigenartig.

Und dass man ihn fragte, wie es ihm denn

wirklich geht, war noch eigenartiger. Die Erleuchtung

kam nach dem Besuch und er entwickelte

Widerstand gegen sein Schicksal,

beendete sein Leben mit Alkohol und Drogen,

las die Bibel, trank 40 Tage nur Wasser

und Tee und begann sein neues Leben als

Mensch im Rollstuhl.

1998 sah Geierspichler im Fernsehen, dass

noch mehr möglich sein konnte. Hermann

Maier holte nach seinem berühmten schweren

120-km/h-Sturz auf der Abfahrt in Nagano

die Olympia-Medaille. Thomas hatte

Ganslhaut und eine Vision! Er wusste, dass

Weltmeister nicht vom Himmel fallen, und

begann sein Training im Stall des landwirtschaftlichen

Betriebs seiner Eltern. „Gott gibt

Bilder und Emotionen“, sagt Thomas Geierspichler

in seinen Vorträgen und schreibt darüber

auch in seinem Buch „Mit Rückgrat

zurück ins Leben“. Die maximale Leistung

kommt nur von innen, sagt er, und den Bogen

musst du immer weiter spannen, bis du

es geschafft hast.

Geierspichler spricht ebenso davon, dass es

irgendwie paradox ist, wenn ein Nicht-Behinderter

bestimmt, wo der Behinderte integriert

wird. Da ist ein Mensch, der im Rollstuhl

sitzt, und nicht der Rollstuhlfahrer. Allerdings

hat sich die Gesellschaft gewandelt, denn absolut

positiv ist, dass Plattformen der Kommunikation

für alle Menschen, ob mit oder

ohne Behinderungen, geschaffen wurden.

Mittlerweile wird durch Paralympics, durch


| 5 |

Medien oder soziale Projekte, wo auch die

Leistungen der behinderten Menschen gezeigt

werden, ein Bewusstsein dafür geschaffen,

dass Behinderte coole Sachen leisten –

Kommunikation ist der erste Schritt in Richtung

Integration.

Was versteht Thomas Geierspichler

unter dem Begriff „Mitmenschlichkeit“?

Einfach sehen, dass du nicht allein durch die

Welt gehst, sondern dass vielleicht neben dir

einer steht und du erkennst, dass diesem

Menschen etwas fehlt. Und diesem Menschen

sollte man in die Augen schauen, um

zu sehen, was ihm auf der Seele liegt, ob er

ein Problem hat – das ist vielleicht schon Mitmenschlichkeit.

Mitmenschlichkeit ist auch den Menschen

aufhelfen, dass sie sich selbst helfen können,

aber man soll sie nicht durchs Leben tragen.

dass man im Leben durch Arbeit etwas schaffen

kann. Das finde ich extrem geil, dass man

aus dem Nichts etwas aufbauen kann – Wertschöpfung

entsteht auch durch einfaches

„In-der-Erde-Graben“. Du kannst aus allem

etwas machen, es geht nur darum, dass du

Einsatz zeigst. Du machst den ersten Schritt

und sagst Ja zum Leben. Es geht so einfach!

Lebenswege – es gibt im Leben

verschiedene Wege oder Etappen, die

man begeht. Du bewegst dich nun in

einer Landschaft, auf einem Weg –

welche Bilder siehst du – wie

beschreibst du deinen Weg?

(Thomas schließt die Augen): Ich bewege mich

wahrscheinlich auf einer Asphaltstraße, weil

es für mich wichtig ist, dass sich mein Rollstuhl

fließend bewegen kann. Weil, wenn ich

jetzt nichtbehindert wäre, dann wäre es egal,

wie der Weg beschaffen wäre. Da ich Träumer

und Realist (kein Widerspruch) bin, bewege

ich mich auf einer Asphaltstraße. Links und

rechts sehe ich Wald mit Rehen und ein paar

Haserln und ich kann durch den Wald, der

gut ausgelichtet ist, sehen. Es ist ein naturbelassener

Wald, weil man das Moos am Boden

erkennen kann. Nach der Lichtung komme

ich dann auf eine Weide oder auch eine

schön geordnete Wiese, wo Getreide, wo

Raps angebaut wird. Ich düse weiter auf der

Asphaltstraße durch eine Allee, wo links und

rechts Bäume stehen. Jeder Mensch soll seinen

Weg finden. Mein Lebensweg ist kein

Modell, nur ein Weg …

Andererseits: Wie viele Menschen

lassen sich aufhelfen?

Aufhelfen lassen und selber weitergehen –

das ist nicht für jeden selbstverständlich,

aber du kannst auch nicht jemanden zwingen,

dass er sich helfen lässt. Das ist eine freie

Entscheidung jedes Einzelnen und, drastisch

ausgesprochen, wenn einer sterben will,

dann kannst du ihn nicht aufhalten. Oder

wenn ein Behinderter zum Nicht-Behinderten

deppert ist und der Nicht-Behinderte

sich das gefallen lässt, weil er meint, der Behinderte

hat es eh schon so schwer im Leben,

dann ist der Nicht-Behinderte auch deppert,

weil er sich das gefallen lässt. Ob sich nun ein

Mensch helfen oder integrieren lässt, ist allein

seine Entscheidung. Der Behinderte

muss genauso lernen, sich zu integrieren und

seinen eigenen Weg zu gehen.

Du hast dich im Leben integriert und

es zu Spitzenleistungen gebracht.

Wie siehst du dich heute? Als Sportler

im Rennrollstuhl, als Bauernbua oder

einfach als der Mensch Thomas?

Ganz realistisch. Ich weiß, dass ich Rollstuhlfahrer

bin, aber am liebsten bin ich der Bauer

oder besser der Bauernbua, der etwas

schaffen kann. Mir ist voll und ganz bewusst,

Und es geht doch!

Lebenswege ist eine Veranstaltungsreihe,

in der Menschen über ihre Schicksale erzählen

und den „Lebensweg“ beschreiben,

der neue Lebensperspektiven öffnete.

Augenmerk wird auf die Betrachtung folgender

Fragen gelegt: Wie können Menschen

schwere Schicksale verkraften? Was

sind die magischen Momente, in denen

man sich aus einem schweren Schlag befreien

kann? Wie kann man trotzdem ja

zum Leben sagen, wie es Viktor Frankl so

wunderbar formuliert hat?

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe lud

man den Para-Olympiasieger, Weltrekordler

und Weltmeister Thomas Geierspichler

nach Leoben ein. Der Vortrag „Visionen

machen scheinbar Unmögliches möglich“

könnte nicht besser gewählt sein, um das

Schicksal – und die damit verbundene Erfolgsstory

von Thomas Geierspichler zu

beschreiben.

www.art-of-reconciliation.com

Zur Person

Thomas Geierspichler

Der sensationelle Weg von Thomas Geierspichler

an die Weltspitze begann mit der

Bronzemedaille im Rollstuhl-Marathon bei

den paralympischen Spielen in Sydney

2000. Dann wurde er Europameister im

Halbmarathon in Lissabon und über 10.000

Meter in Nottwil. 2002 vier Mal Weltmeister

in Lille. Die nächsten Triumphe: Unzählige

Weltrekorde über 800 Meter bis 10.000

Meter und im Marathon. Und schließlich als

vorläufiger Höhepunkt der Laufbahn des

mehrfachen Weltmeisters: die olympische

Goldmedaille in Athen 2004 und Marathon-

Gold in Peking 2008 mit Weltrekord.

www.geierspichler.com

Fotos: © Franz Baldauf ÖPC


Lokale Agenda 21

| 6 |

Neue Lebensräume neu gestalten

Der LA-21-Gemeindetag im Schloss Seggau

Vorbildliches Engagement

Zum 13. Mal fand am 19. Juni 2013 der Lokale-

Agenda-21-Gemeindetag im Schloss Seggau statt.

Unter dem Motto „Neue Lebensräume neu gestalten“

wurden praktische Beispiele aus Oberösterreich

und Kärnten aufgezeigt, andererseits wurden

neue Handlungsfelder für die aktive Gestaltung

neuer Lebensräume auf Basis der Lokalen

Agenda 21 thematisiert. Zwei Kleinregionen des

Vulkanlandes sowie die Stadt Kapfenberg wurden

auf Grund ihres Engagements in der BürgerInnenbeteiligung

ausgezeichnet.

Ausgezeichnete Stadtteilagenda 21 in Kapfenberg

Unter dem Titel „Gemeinsam leben in Mürzbogen“ wurde gemeinsam mit der Gemysag, ISGS und

der Landentwicklung Steiermark ein Kommunikationsprozess eingeleitet, der ein respekt volles

Miteinander vermittelt hat. Mittels der Installierung einer Wohnobjektbetreuung und der Durchführung

eines gemeinschaftlichen Siedlungsfestes wurde die BürgerInnenbeteiligung in diesem

Stadtteil angeregt – weitere Aktionstage sollen die BewohnerInnen in ihrem Tun stärken.

Stadt

Kapfenberg

Bürgermeister: Ing. Manfred Wegscheider

EinwohnerInnen: 21.710

Kapfenberg – eine Stadt in

Bewegung:

Mit zielstrebiger Arbeit hat sich Kapfenberg

erfolgreich entwickelt. Industrie und Handel,

Bildungseinrichtungen, Freizeit-, Sport- und

Kulturangebote sind von höchster Qualität.

Die Stadt an der Mürz verfügt über mehr als

10.000 Arbeitsplätze und ist ständig bemüht,

dieses Angebot noch zu erweitern. „Auch in

Hinkunft gemeinsam für alle Bürgerinnen

und Bürger wirken“, so lautet das Leitmotiv

aller politisch Verantwortlichen ebenso wie

jenes der Gemeindeverwaltung in Kapfenberg.

Statement

Bgm. Ing.

Manfred Wegscheider

Kapfenberg

BürgerInnenbeteiligung wird in Kapfenberg

selbstverständlich ernst genommen.

Gerade bei für die Bevölkerung

wichtigen Projekten und Prozessen werden

die Bürgerinnen und Bürger eingebunden.

Schöne Beispiele dafür sind das

Projekt „Gemeinsam leben im Mürzbogen“

oder das neue Stadtverschönerungsprojekt

„Good Morning Kapfenberg“.

BürgerInnenbeteiligung schafft

nicht nur neue Perspektiven, sondern

sorgt vor allem für eine höhere Zufriedenheit

mit dem Ergebnis.

Landentwicklung Steiermark


| 7 |

Steirisches Vulkanland – zwei Kleinregionen

werden beim LA21- Gemeindetag ausgezeichnet

14 Kleinregionen des Steirischen Vulkanlandes haben den BürgerInnenbeteiligungsprozess

mit einer regionsweiten Befragung begonnen. Mittels Fokus- und Arbeitsgruppen wurden die

10 Themenfelder für die Gemeinden erarbeitet. Aus jeder Gemeinde wurden Themenbeauftragte

ernannt und geschult. Die Themenbeauftragten sind Ansprechpartner und Initiatoren für

Projekte in ihren Gemeinden.

Kleinregion

Fehring

Obmann: Bgm. Mag. Johann Winkelmaier

(Stadtgemeinde Fehring)

6 Gemeinden:

Fehring, Hatzendorf, Hohenbrugg-Weinberg,

Johnsdorf-Brunn, Pertlstein und Unterlamm

EinwohnerInnen: 8.866

Stärken:

Die Stärken der Region liegen in der Nähe zu

Graz und Wien, der vielfältigen Kulturlandschaft,

im klimatischen Vorteil für die Landwirtschaft,

in der kleinen Gewerbestruktur,

im guten Freizeit- und Tourismusangebot, im

Fleiß der Menschen und im guten sozialen

Gefüge. Die Kleinregion Fehring punktet mit

ihrem Kulturangebot und ist für eine besondere

Festkultur bekannt (Fehringer Weintage,

Most + Jazz, Kulturveranstaltungen etc.).

Region der Lebenskraft: Die Errichtung und

Attraktivierung des Wanderwegenetzes „Auf

den Spuren der Vulkane“, Projekte zum Erhalt

des Lebensraums, der Kulturlandschaft,

(Streuobstanbau, Streuobstveredelung).

Kleinregion

Mureck

Obfrau: BgmIn. Susanne Lucchesi-Palli

7 Gemeinden:

Deutsch Goritz, Eichfeld, Gosdorf,

Mureck, Murfeld, Ratschendorf,

Weinburg am Saßbach

EinwohnerInnen: 8.408

Stärken:

Die Kleinregion Mureck punktet mit innovativen

Projekten für alternative Energiemodelle,

z.B. die SonnenEnergieBürgerInnenAnlage

Mureck als Ergänzung zum bestehenden

Murecker Energiepark (Biodiesel,

Nahwärme, Biogas und Ökostrom). Die SonnenEnergieBürgerInnenAnlage

wurde mit

den Zielen Klimaschutz, Sicherheit, Beschäftigung

und Lebensqualität mit 400 BürgerInnen

der Kleinregion Mureck mit den regionalen

Strukturen und mit wissenschaftlicher

Begleitung der TU Graz umgesetzt.

Die Kleinregion Mureck ist seit kurzem „Klima-

und Energiemodellregion Grünes Band

Mureck “. Die Ziele sind die Bewusstseinsbildung

gemeinsam mit der Bevölkerung, E-

Mobilität, mobile Photovoltaikanlagen und

grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit

den slowenischen Nachbarn.

Das Projekt Genuss am Fluss ist aus der KA21

entstanden und umfasst 94 Mitgliedsbetriebe

und wird ebenfalls grenzüberschreitend

mit den slowenischen Nachbargemeinden

durchgeführt.

Statement

Bgm. Mag. Winkelmaier

Obmann der Kleinregion

Fehring

Schon vor der Gründung der Kleinregion

Fehring gab es in der Region unter diesen

Gemeinden und darüber hinaus eine

sehr intensive und fruchtbare Zusammenarbeit

in vielen Bereichen, wie z.B.

Beschaffungswesen, Verwaltung, Kindergärten,

Vereine. Im Rahmen der KEK-

Erstellung und der Arbeit für die Lokale

Agenda 21 wurden weitere Potentiale für

eine nähere Zusammenarbeit erarbeitet,

die nun in den Prozess der Gemeindestrukturreform

einfließen.

Statement

Susanne Lucchesi-Palli

Obfrau der Kleinregion Mureck

Die Kleinregion Mureck zeichnet sich dadurch

aus, dass es ihr gut gelungen ist,

trotz der Tatsache, dass sie aus sieben

sehr individuellen Gemeinden besteht,

bei wesentlichen Themen die Entschlossenheit

zum gemeinsamen Handeln aufzubringen.

Ein besonderes Engagement

zeigt man für Projekte, die die Bereiche

Energie und Klimaschutz betreffen, wo

die Bevölkerung eingebunden werden

kann und wenn es die Zusammenarbeit

mit slowenischen Partnern betrifft. In der

Region für die Region zu arbeiten ist das

Credo der KR Mureck.


Lokale Agenda 21

| 8 |

Die neue LA21-Anerkennungskultur

Steiermark 2013

Vorhang auf für die

steirischen

Aktiv-BürgerInnen

Rund die Hälfte aller derzeit 538

steirischen Gemeinden haben

einen Lokale-Agenda-21-Prozess

abgeschlossen sowie tausende

kleine und große Projekte mit

den Aktiv-BürgerInnen, die in

die Vorhaben viel Freizeit investiert

haben, umgesetzt.

Um diese freiwillige Beteiligung

zu stärken, vergibt die Landentwicklung

Steiermark heuer

erstmals den Anerkennungspreis

als Zeichen der Wertschätzung

eben an jene Aktiv-

BürgerInnen.

Wir dürfen Ihnen die Menschen,

die sich für das Zeit-

Hilfs-Netz und Senior Mobil engagieren,

kurz vorstellen und

haben sie gefragt, warum sie

sich für die Projekte einsetzen.

Herbert Gaggl

Landtagsabgeordneter und

Bürgermeister Marktgemeinde

Moosburg/ Kärnten

Referent am LA21-Gemeindetag

Eine Gemeinde hat Zukunft, wenn sie lebenswert

ist, die BürgerInnen sich mit ihr

identifizieren und sich wohl fühlen sowie

mitdenken, mitreden und mitgestalten

können. Eine klare strategische Positionierung

ist notwendig, um erfolgreich die

dazu notwendigen Projekte abzuwickeln.“

Werner Hübler

Aktiv-Bürger, Bärnbach

V. Frankl hat einmal geschrieben: „Der

Mensch hat genug, ‚wovon‘ er leben kann,

aber zu wenig, ‚wofür‘ er leben kann.“ Das

ZHN ist für mich eine ideale Möglichkeit,

anderen Mitmenschen zu helfen, aber

auch selbst, wenn notwendig, Hilfe zu bekommen.

Menschlichkeit bedeutet für

mich, einfach jemanden das Wertvollste,

das man hat, nämlich ZEIT, zu schenken.

Wilhelm Patri MAS

Geschäftsführer

Regional management OÖ GmbH

Referent am LA21-Gemeindetag

Bürgerbeteiligung – eigenverantwortliches

engagiertes Mitwirken und Gestalten

des eigenen Lebensraumes. Beteiligungsprozesse

bedeuten Ideen, Handlungsbedarf,

Lösungsansätze und Maßnahmen,

die den eigenen Lebensraum lebenswerter

und liebenswerter gestalten, vertreten

und die Bereitschaft zur Übernahme von

Aufgaben oder Mithilfe bei der Realisierung.

Die Instrumente DOSTE (Dorf- &

Stadtentwicklung) und Agenda 21 unterstützen

und fördern in Oberösterreich diese

Bürgerbeteiligungsprozesse.

Bettina Lercher

Aktivbürgerin, Zeit-Hilfs-Netz

Trofaiach

Warum ich mich bei ZHN engagiere?

Weil man als Mensch mit Handicap öfter

auf Hilfe angewiesen ist – und diese finde

ich hier für sämtliche Bereiche des Lebens.

Beatrix Kögler

Aktiv-Bürgerin, Feldbach

Monika Pletzl

Aktivbürgerin Zeit-Hilfs-Netz

St. Georgen an der Stiefing

Elfriede Braunstein und Ernst Loder

Aktiv-Bürger „Senior Mobil“

Wir sind seit drei bzw. zwei Jahren für „ÖBB

SeniorMobil“ im Einsatz und können

schon auf eine ganze Reihe positiver Erlebnisse

zurückblicken. Es macht Freude,

zu sehen, wenn man die Benützung öffentlicher

Verkehrsmittel für ältere Menschen

einfacher gestalten kann. Die meisten

sind draufgekommen, dass zum Beispiel

der Automat gar nicht so kompliziert

zu bedienen ist wie zunächst befürchtet.

Soziales Engagement gehört zu den

Grundfesten des menschlichen Miteinanders.

Darum bin ich seit Jahren Mitglied

der internationalen Organisation ZONTA.

Unser neues Projekt „Zeit-Hilfs-Netz Zonta

Club Feldbach“ liegt mir sehr am Herzen,

da damit Nachbarschaftshilfe wieder erlebbar

gemacht werden soll. „Ich helfe dir,

du hilfst mir – ich nehme mir Zeit für dich

– danke dir für die Zeit, die du für mich

hast“ – eigentlich eine Selbstverständlichkeit

und altersunabhängig. Es ist wichtig,

dieses Miteinander wieder lebendig werden

zu lassen.

• z Neue Kontakte knüpfen

• z Unterstützung anbieten und Hilfe annehmen

ohne schlechtes Gewissen

(denn jede Stunde ist gleich viel wert,

egal ob Gartenarbeit oder Kaffeeplausch)

• z Jung und Alt lernen, dass jeder vom

anderen profitieren kann

Dies sind nur einige Punkte, die das Projekt

„Zeit-Hilfs-Netz“ auszeichnen, welche für

unsere hektische Zeit immer wichtiger

werden, damit das „Menschliche“ nicht

zu kurz kommt und das Leben lebenswert

ist und bleibt.

Landentwicklung Steiermark


Steirisches Vulkanland

| 9 |

Verantwortung für den Boden –

die Bodencharta des Vulkanlandes

Zahlreiche Einrichtungen

übernehmen Verantwortung

für gesunden Boden.

Das Themenfeld „Ressourcenund

Klimastrategie“ im Rahmen

des KA21-Prozesses im

Vulkanland beschäftigte sich

auch mit dem Thema Boden.

Aus diesen Arbeitsgruppen

wurde die Bodencharta des

Vulkanlandes erarbeitet.

Der Boden gehört zu den wenigen Gütern,

die nicht vermehrbar sind. „Trotzdem wird er

zu wenig beachtet, weil er einfach da ist und

ständig gebraucht wird“, so der stellvertretende

Vulkanlandobmann LAbg. Anton

gangl anlässlich der Unterzeichnung der Bodencharta.

In der Bodencharta sind die Ziele

festgeschrieben, mit der der Boden als

Lebensgrundlage fruchtbar und gesund

erhalten und gemacht werden soll. In die

Charta sind Rückmeldungen von Landwirtschaft,

Gemeinden, BH, BBL, Kammern, Interessenvertretungen

und Vereinen eingeflossen.

Für die Zukunftsfähigkeit ist es dringend notwendig,

unseren Lebensraum ökologisch

und nachhaltiger zu bewohnen und zu bewirtschaften.

Das Ziel ist, mit geringstem

Energie- und Bodenverbrauch maximale Lebensqualität

zu schaffen. In Zukunft wollen

wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:

• z Versiegelungsgradbegrenzung und

ausreichende Sickerkörper

• z Wasserrückhalt schafft ein gut

temperiertes Klima

• z Umfassender Klimaschutz für unseren

kostbaren Boden

• z Bewusstseinsbildung, Beratung – Eigenverantwortung

übernehmen

Für die Zielerreichung braucht es die Eigenverantwortung

aller Bürgerinnen und Bürger.

Kontakt

Verein zur Förderung des

Steirischen Vulkanlands

Dörfl 2, 8330 Kornberg

www.vulkanland.at

„Der liebe Gott weiß, wie man

fruchtbare Erde macht, und

er hat sein Geheimnis den

Regenwürmern anvertraut.“

(franz. Sprichwort)


LA 21 in der Umsetzung

Johanna Reinbrecht

| 10 |

Begehung mit Pater Gerwig Romirer und den Vereinen im Stift St. Lambrecht (April 2013)

Mariahof, St. Blasen, St. Lambrecht und Teufenbach am

Samstag, 31. August 2013, ab 17 Uhr im Stift St. Lambrecht

Foto: Maria Mikulik

Fest der Vereine in 4 Gemeinden

Es ist oft erstaunlich, was aus

aktiver BürgerInnenbeteiligung

(Lokale Agenda 21)

entstehen kann.

2009 wurden die vier Gemeinden

der Region Naturpark Grebenzen

für die gelungene Prozess-Begleitung

in Krieglach

ausgezeichnet. 2012 und im

Rahmen des Projektes „Zusammenleben

in Vielfalt“ entwickelte

sich die Idee, ein gemeinsames

Fest mit allen BürgerInnen,

mit allen Vereinen zu

veranstalten.

Ein wesentliches Ziel ist es, die Vereine aller

Gemeinden zu vernetzen, um auch zu zeigen,

dass es miteinander geht, dass alle an

einem Strang ziehen können.

In der Umsetzungsbegleitung der Lokalen

Agenda 21 durch die Landentwicklung wurde

bereits ein Grundgerüst mit den Menschen

vor Ort entwickelt und mit jedem wei-

Landentwicklung Steiermark

St. Lambrecht: Florianifest

Teufenbach: Open Air mit Nick P.

teren Treffen gibt es neue, bunte Bausteine,

die in das Gesamtkonzept eingefügt werden.

„Kultur 4 alle“ ist ein außergewöhnliches Ereignis,

das von den Menschen, die hier leben,

geprägt sein wird. „Kultur 4 alle“ hat steiermarkweit

eine einzigartige Vorbildwirkung,

denn alle Vereine, alle Aktiv-BürgerInnen aus

den 4 Gemeinden sind zum Mitwirken und

Mitmachen eingeladen.

Am Anfang waren und sind die

Kulturtage in St. Blasen

Diese haben bereits lange Tradition und finden

seit 1978 im Rhythmus von 5 Jahren

statt, wobei das handwerkliche, kulturelle

und künstlerische Potenzial der Bevölkerung

und der Vereine präsentiert wird. Die Zahl 4

steht für 4 Gemeinden, symbolisch dafür die

4 Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft.

Und wenn man es mundartlich betrachtet:

4 = fia = für Kultur 4 alle = Kultur für alle, aber

auch: 4 Themen.

1. Kultur / Tradition

2. Gemeinschaft / Zusammenleben

3. Kultur / Tradition

4. Menschen


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Mariahof: Lustiger Superzehnkampf

„Kultur 4 alle“ wird ein Fest für alle Sinne –

die Mitwirkenden werden die 4 Grundelemente

Erde, Feuer, Wasser und Luft im Programm

einbetten und es gibt nicht nur eine

Bühne – der gesamte Platz des Stift St. Lambrecht

wird bespielt – so genannte Botschafter

werden auftreten, es werden die Vereine

gemeinschaftlich auftreten, es wird ein Musikstück

für die Veranstaltung komponiert,

es werden die Besucherinnen und Besucher

aktiv in das Programm eingebunden.

Kernteam (Festkomitee) zur

Veranstaltung:

• z Bürgermeister Mag. Fritz Sperl

(St. Blasen)

• z Vizebürgermeister Maxi Hobelleitner

(St. Blasen)

• z Bürgermeister Johann Gruber

(Teufenbach)

• z Vizebürgermeister Herbert Ofner

(Teufenbach)

• z Bürgermeister Peter Präsent (Mariahof)

• z Vizebürgermeister Florian Plank

(Mariahof)

• z Bürgermeister Johann Pirer

(St. Lambrecht)

• z Vizebürgermeister Lambert Koch

(St. Lambrecht)

• z sowie das Kulturtage-Team:

Ingrid Gruber, Michael Wallner und

Ing. Stefan Kalcher

Kontakt

Erwin Ebner

Gemeindeamt St. Blasen

Tel. 03585/2134

ebner@st-blasen.steiermark.at

Barbara Pichler

Gemeindeamt Teufenbach

Tel. 03582/2408

gemeinde@teufenbach.at

St. Blasen: Landjugend

Einladung

WIR sind auf dem Weg,

ein in der Steiermark

einzigartiges Fest auf die

Beine zu stellen, und WIR

laden EUCH sehr herzlich

ein, das Fest zu besuchen!

Kultur 4 alle

Samstag

31. August 2013

17 Uhr

Stift St. Lambrecht

Die Bürgermeister

Peter Präsent (Mariahof),

Fritz Sperl (St. Blasen),

Johann Pirer (St. Lambrecht) und

Johann Gruber (Teufenbach)

themenbezogen

Die langen

Löffel

Ein Rabbi bat Gott einmal darum, den

Himmel und die Hölle sehen zu dürfen.

Gott erlaubte es ihm und gab ihm den

Propheten Elija als Führer mit. Elija führte

den Rabbi zuerst in einen großen

Raum, in dessen Mitte auf einem Feuer

ein Topf mit einem köstlichen Gericht

stand. Rundum saßen Menschen mit

langen Löffeln und schöpften alle aus

dem Topf. Aber die Leute sahen blass,

mager und elend aus. Es herrschte eisige

Stille. Denn die Stiele ihrer Löffel waren

so lang, dass sie das herrliche Essen

nicht in den Mund bringen konnten.

Als die beiden Besucher wieder draußen

waren, fragte der Rabbi den Propheten,

welch ein seltsamer Ort das gewesen

sei. „Das ist die Hölle“, sagte sein

Begleiter.

Darauf führte Elija den Rabbi in einen

zweiten Raum, der genauso aussah wie

der erste. In der Mitte brannte ebenfalls

ein Feuer und im Kessel kochte ein köstliches

Essen. Auch hier saßen Menschen

mit langen Löffeln in der Hand, aber sie

waren alle gut genährt, gesund und

glücklich. Sie unterhielten sich angeregt.

„Warum sind diese Menschen wohlgenährt,

obwohl auch sie so lange Löffel

haben wie die Menschen in der Hölle?“,

fragte der Rabbi.

Da lächelte Elija und antwortete: „Diese

Menschen versuchen nicht sich selbst

zu füttern, sondern sie benutzen die

langen Löffel, um sich gegenseitig zu

essen zu geben. Deshalb ist hier auch

der Himmel.“

Der Himmel auf Erden ist dort, wo

sich die Menschen einig sind, wo

Menschen aufeinander achten und

füreinander sorgen.

Gudrun Gruber

Landentwicklung Steiermark


Zukunftsfähige Partizipation

Interview mit Rita Trattnigg und Thomas Haderlapp

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„Was alle angeht, sollten

auch alle angehen!“

Krisen, wohin man blickt:

Klimakrise, Finanzkrise,

Verteilungskrise,

Demokratiekrise.

Bloßer Zufall oder steckt da

noch mehr dahinter? Was

hemmt ein Umdenken und Andershandeln?

Wie gelingt gelebte

Zukunftsfähigkeit in Politik

und Zivilgesellschaft? Fragen,

mit denen sich der Lebensqualitäts-

und Pionierforscher

Thomas Haderlapp und die

Expertin für Zukunftsfähigkeit

und Prozessbegleiterin Rita

Trattnigg in ihrem Buch „Zukunftsfähigkeit

ist eine Frage

der Kultur. Hemmnisse, Widersprüche

und Gelingensfaktoren

des kulturellen Wandels“

auseinandersetzen.

Was war der Ausgangspunkt Eurer

Forschungen?

Haderlapp: Am Anfang stand für uns die Frage,

ob die Häufung von aktuellen Krisenphänomenen

auf verschiedensten Gebieten bloßer

Zufall ist oder ob es da verbindende Elemente

gibt. Im Laufe der Forschungen gelangten

wir immer mehr zur Überzeugung,

dass es die Glaubenssätze, Paradigmen und

Gewohnheiten unserer Kultur sind, die dahinter

stecken. Oder kurz: Die Art und Weise,

wie wir denken, leben, wirtschaften und arbeiten,

stößt an Grenzen und die derzeitigen

Krisen zeigen auf, dass wir im Zuge eines kulturellen

Wandels aufgerufen sind, gemeinsam

neue Antworten zu formulieren.

Was heißt das für unsere

Zukunftsgestaltung?

Trattnigg: Das heißt, dass wir uns grundsätzliche

Fragen stellen müssen: Wie wollen wir

unsere Zukunft gestalten? Wie wollen wir als

Gesellschaft sein? Oder wie es Professor

Heintel formuliert: „Wollen wir es so, wie wir

es uns eingerichtet haben?“. Wenn man erkennt,

dass man – mehr oder weniger – auch

Teil des Systems ist, ist das zuerst zwar

schmerzlich, heißt aber andererseits auch,

dass wir das System auch ändern können.

Haderlapp: Alternativlosigkeit, Erschöpfung,

Beziehungsverlust und Ohnmachtsgefühle

könnte man ja beinahe als die Leiden

unserer Gesellschaft bezeichnen. Diese

Hemmnisse sollten wir überwinden. Wir

scheinen zu glauben, dass es zu den Verhältnissen,

unter denen wir leben, keine Alternativen

gibt, mit unserem Lebensstil erschöpfen

wir uns und unseren Planeten und wenn

es um Veränderung geht, fühlen wir uns angesichts

vermeintlicher Sachzwänge ohnmächtig.

Um das zu ändern, braucht es Mut,

Pioniergeist und Experimentierfreude, sowohl

auf Seiten der Zivilgesellschaft wie

auch der Politik. Zukunftsfähigkeit wird zu

einer Frage einer anderen Kultur in Politik

und Alltag.

Wie kann es gelingen, im Zuge eines

kulturellen Wandels neue Antworten zu

formulieren?

Trattnigg: Dazu braucht es uns alle. Denn:

Was alle angeht, müssen auch alle angehen!

Es braucht Zeiten und Räume, wo Menschen

sich in tief greifenden, wertschätzenden Gesprächen

über die wichtigen Fragen ihres Lebensraumes

austauschen können. Um möglichkeitsproduktive

Diskussions- und Aushandlungsprozesse

für wichtige Zukunftsfragen

erfolgreich durchzuführen, gibt es

partizipative Methoden. Einige davon werden

bereits auf Gemeinde-, Landes- und

Bundesebene erprobt, wie etwa der BürgerInnen-Rat.

Dieses Beteiligungs-Instrument

hat sich in Vorarlberg so gut bewährt, dass

es nunmehr sogar in der Landesverfassung

verankert wurde. Aus eigener Erfahrung als

Prozessbegleiterin bin ich immer wieder erstaunt,

wie schnell in einem BürgerInnen-Rat

neue Möglichkeiten und Lösungsvorschläge

auch für komplexeste Problemstellungen erarbeitet

werden können. Für mich sind Methoden

wie der BürgerInnen-Rat und partizipative

Prozesse ganz wichtige soziale Innovationen,

die für die Zukunft eine mindestens

gleich wichtige Rolle spielen werden

wie technologische Erfindungen.

Haderlapp: Durch partizipative Methoden

wie den BürgerInnen-Rat wird es möglich,

anders zu denken. Diese neuen Denk- und

Personen

Thomas Haderlapp

Jurist und promovierter Philosoph, Lebensqualitäts-

und Pionierforscher, mehrjährige

Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Fachhochschule

Salzburg. Er unterstützt Unternehmen,

Gemeinden und Regionen bei der

Lösung von erfolgsrelevanten Zukunftsfragen

mittels Interventionsforschung und

partizipativen Methoden.

Rita Trattnigg

Politologin und promovierte Philosophin,

Expertin für Zukunftsfähigkeit im österreichischen

Lebensministerium. Am Herzen

liegt ihr die Entwicklung innovativer Dialog-Formate

(z.B. „Politik im Dialog“) und

die Moderation und Begleitung kultureller

Wandel-Prozesse mit partizipativen

ansätzen und Methoden (u.a. BürgerInnen-

Räte auf lokaler/regionaler, Landes- und

Bundesebene; „Art of Hosting”).

Landentwicklung Steiermark


Aktive Gemeinde

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Sichtweisen sind der Schlüssel zu neuen kreativen

Lösungen. Die Durchführung solcher

Prozesse erfordert Prozesskompetenz, also

das Wissen um das Design und die Begleitung

von sozialen Prozessen und Dialogfähigkeit,

also die Fähigkeit, eine Atmosphäre

zu schaffen, wo wertschätzende, tief greifende

Gespräche stattfinden können. Wie wichtig

der Beitrag solcher partizipativen Prozesse

für eine gelingende Zukunftsgestaltung

und für die Öffnung von neuen Möglichkeitsräumen

ist, wird derzeit – auch von der Politik

– noch weitgehend unterschätzt.

Was bringen partizipative Prozesse?

Haderlapp: Die Lebensqualitätsforschung

zeigt, dass das Gestalten-Können des eigenen

Lebensumfeldes ein zentraler Lebensqualitätsfaktor

ist. Das heißt: Wer mitgestalten

kann, ist zufriedener und „verankert sich“

in der Gemeinde oder dem Unternehmen,

weshalb partizipative Prozesse auch einen

wichtigen Standortfaktor darstellen. Darüber

hinaus werden in solchen Prozessen wertvolle

Beziehungen gebildet, die für den Aufbau

von wichtigem Sozialkapital notwendig

sind. Und partizipative Prozesse machen

auch jene Vielfalt an Ansätzen und Lösungen

möglich, die einen bemerkenswerten Beitrag

zur Resilienz (Krisenfestigkeit) von Gemeinden

und Unternehmen darstellen.

Trattnigg: Als Prozessbegleiterin erlebe ich

immer wieder, wie sehr das Gemeinschaftsgefühl

dabei gestärkt wird. Eine Aussage einer

Teilnehmerin, die mich sehr berührt hat,

bringt das auf den Punkt: „Wir sind als Ich gekommen

und als Wir gegangen“. Im Rahmen

von partizipativen Prozessen entsteht durch

das Teilen von Erfahrungen und die Arbeit

an gemeinsamen Lösungen eine Form „politischer

Mitmenschlichkeit“. Ich bin überzeugt,

dass es in Zukunft nicht mehr um „die

Politik der großen Erzählung“, sondern um

Politik als ein großes Gespräch gehen wird:

Um Politik nicht für die Menschen, sondern

mit den Menschen.

Was sind die Herausforderungen und

nächsten Schritte in eine Kultur der

Zukunftsfähigkeit?

Trattnigg: Es geht darum, dass wir alle an

der Zukunftsgestaltung mitWIRken. Dazu

braucht es eine ko-kreative und ko-produktive

Haltung in Politik und Zivilgesellschaft.

Es geht nicht um Wettbewerb, sondern es

braucht Kooperation. Und Kooperation bedeutet

für mich: die Fähigkeit, sich ergänzen

zu lassen. So kann es gelingen, dass wir zu

kollektiven Lösungen kommen. Denn: Einzeln

sind wir Worte, gemeinsam ein Gedicht.

Mitte Mai fand in Murau die Auftaktveranstaltung

zur Aktion „Murau fährt Rad“ statt.

Viele MurauerInnen beteiligten sich an

dieser Initiative, welche die Stadtgemeinde

Murau mit Unterstützung des Landes

Steiermark sowie einheimischer Betriebe

im heurigen Jahr durchführt. Das Projekt

stellt eine bewusstseinsbildende Maßnahme

dar, die das Rad als umweltfreundliches

Fortbewegungsmittel wieder mehr

in den Köpfen der Bevölkerung verankern

soll. Mag. Bernhard Krause, zuständig für

die Radverkehrskoordination des Landes

Steiermark, sieht noch großes Potenzial

darin, in den Städten den Radverkehr zu

heben.

• z Radfahren ist schnell – vor allem bei

Weglängen bis zu 5 Kilometern

• z Räder brauchen wenig Platz – auf

einem Autoparkplatz lassen sich 9

räder abstellen

• z Radfahren bringt gute Luft – und ist

emissionsfrei

• z Radfahren ist gesund

• z Radfahren lässt sich gut kombinieren

– z. B.: mit dem öffentlichen Verkehr

• z Radfahren ist sicher – Studien zeigen,

dass ein Mehr an Radverkehr ein

Weniger an Unfällen bringt

• z Radfahren macht Spaß – meinen

84 % der Steirer

Haderlapp: Das Zeitalter der großen Erzählungen

ist vorbei. Es kann keine umfassende

Lösung aus einem Guss mehr geben. Was wir

nun brauchen, ist das „große Gespräch“,

denn dadurch wird es möglich, die „Weisheit

der Vielen“ zu nutzen und tragfähige und

weitblickende Lösungen gemeinsam zu erarbeiten.

So wird jede/r zum Teil der Lösung

und der kulturelle Wandel wird dadurch zu

einem lebensqualitätsorientierten Prozess,

der sinnstiftend, lustvoll und genussreich

sein kann.

Info

www.kultureller-wandel.at

Murau

fährt Rad:

Viele machten

mit!

Die Stadtgemeinde Murau möchte damit

die Bevölkerung motivieren, Alltagsfahrten

mit dem Rad zurückzulegen. Um aber

das Projekt „Radfahren in Städten“ in der

Bevölkerung zu etablieren, wurde mit der

Landentwicklung Steiermark ein Konzept

für Bürgerbeteiligung ausgearbeitet, das

in Murau im Beisein von Bürgermeister

Thomas Kalcher als Pilotprojekt gestartet

wurde.

Auf Initiative des Steirischen Seniorenbundes

sowie mit Unterstützung der Firma Intersport

Pintar gab es unter anderem eine

E-Bike-Vorführung mit Beratung und kostenloser

Testmöglichkeit.

Im Rahmen dieser Aktion wurde am Murauer

Hauptplatz auch ein kostenloser

Radcheck durchgeführt.

Murau Aktiv beteiligt sich ebenfalls an der

Fahrradaktion. Jeder Murau-Aktiv-Kunde

hat die Möglichkeit, im Juni sowie im Juli

an der Verlosung von 20 Fahrradkörben

teilzunehmen. Teilnahmescheine liegen in

den Murauer Geschäften sowie im Tourismusbüro

auf.

Info

www.murau.at

www.radland.steiermark.at

„Zukunftsfähigkeit ist eine Frage der Kultur.

Hemmnisse, Widersprüche und Gelingensfaktoren

des kulturellen Wandels.“

oekom verlag, München 2013, 702 S.

ISBN-13: 978-3-86581-413-5


Weststeirische Herzensbildung

Ein Interview mit August Schmölzer

| 14 |

Wer mit dem Herzen denkt,

sieht mehr(?)

Der Mensch ist von klein auf begabt,

frei, mutig, gemeinschaftlich zu

denken und zu agieren.

Aber dieses Original verkommt durch

vielerlei falscher Ein flüsse im Laufe des

Lebens zur Kopie. Den Menschen Mut

machen zu mehr Demokratie, zur Individualität

und zum Ich, das ist einer der

Leitgedanken von August Schmölzer.

Wir kennen ihn als Schauspieler mit rauer

Schale und weichem Kern, als Buchautor und

nun auch als Initiator von „Gustl 58“, dem Verein

für Herzensbildung in St. Stefan ob

Stainz. Der Verein kümmert sich um Menschen,

die einen Schicksalsschlag erlitten haben,

vermittelt, betreut und engagiert sich.

Darüber hinaus bietet die Initiative bestimmte

Bildungszusätze, wie Exkursionen für Jugendliche

nach Mauthausen oder Lesequiz

in Schulen.

August Schmölzer stellt sich die Frage, wie

wichtig uns die Jugend ist. Was können wir

jetzt tun, damit wir ihnen den Rücken, an

dem sie sich anlehnen können, bieten? Soziales

Engagement bedeutet eine Art Versicherung

für die Zukunft – wir müssen es nur

vorzeigen:

„Junge Menschen müssen Fehler machen

dürfen, so wie wir es selbst in unserer Jugend

erlebt haben“, sagt August Schmölzer. „Allerdings

braucht es immer eine Vorbildwirkung

– das beginnt bereits in der Familie. Mutter

und Vater sind das Beste für ein Kind und was

spricht dagegen, wenn man in der Familie

miteinander musiziert oder miteinander redet?

Das Geschehen im Fernsehen oder im

Internet hat nichts mit der Realität zu tun,

das Kind soll die Chance bekommen, sich mit

der Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Viele

Medien sind nur manipulierte Genussmittel,

kein Ersatz für die Wirklichkeit.

Mein Vater ist 8 Jahre lang mit dem Fahrrad

nach Graz zur Arbeit gefahren, hat den ganzen

Tag als Maurer am Bau gearbeitet und ist

am Abend wieder nach Hause geradelt. Bevor

er etwas gegessen hat oder in den Stall

gegangen ist, hat er mit uns Kindern gespielt.

Er hat auch immer gesagt: ‚Wenn du einen

Schilling ausgeben willst, musst du dir ihn

Landentwicklung Steiermark

auch verdienen.‘ Das ist ein wahrer Grundsatz,

der in der Vorbildwirkung eine hohe

Gültigkeit hat. Heute haben junge Menschen

Jugendkonten und sind mit Bankomatkarten

ausgestattet – das hat keine Lern-Wertigkeit

für das wirkliche Leben.“

Was ist Herzensbildung?

„Wenn ich einem anderen Menschen ohne

Gegenleistung Gutes will, dann ist das Herzensbildung

– ich kann dir jetzt geben, auf

dass du auch irgendwann jemandem gibst.

Wenn ich mich im Anderen erkenne und es

positiv annehme – das ist Herzensbildung.

Handschlagqualität, Mitgefühl, Liebe etc.

Wir haben hunderttausende Liebesgedichte

und jedes hat recht, weil jeder Mensch es

anders definiert. Wir versuchen mit der Initiative

der Herzensbildung jenen Menschen,

die es im Leben nicht so gut getroffen haben,

zu sagen, dass wir da sind, wenn sie auf dem

Weg ausrutschen.“

Seine herzlichste Erfahrung?

„Ein älteres Ehepaar aus Graz, beide hatten

Krebs und beide lebten in einer 35-Quadratmeter-Substandardwohnung

– Elisabeth Herunter

aus unserem Team hat sich um sie gekümmert

und die beiden Menschen haben

sich gewünscht, dass ich selbst einmal vorbeikomme.

Die Frau hat nur eine bestimmte

Ration an Astronautennahrung bewilligt bekommen

– wir haben ihr Gutscheine für die

Apotheke gegeben, damit sie das bekommt,

was sie tatsächlich benötigt – sie ist dann 2

Wochen später gestorben. Wir konnten ihr

zu diesem Zeitpunkt keine Hoffnung mehr

geben – Elisabeth und ich waren zutiefst berührt.

Dieses Erlebnis machte uns aber noch

aktiver. Es macht mich demütig, aber auch

wütend. Hinschauen und den Mut zu haben

„Ich wäre sehr gespannt, ob die

jungen Menschen, die heute bei

MacDonalds essen, später mit

60 Jahren auch noch im Fastfood-

Restaurant ‚tafeln‘.“

zu sagen: ‚Ich bin damit nicht einverstanden‘

– junge Menschen zur Eigenständigkeit, zur

Eigenverantwortung ermutigen und für sie

Vorbild sein, das ist auch Herzensbildung.

Es gibt ein spannendes Beispiel zur Kommunikation

– Stichwort ‚Kasperl in St. Stefan ob

Stainz‘.

‚Wie kriegt man die Kinder vom Fernseher

oder vom Laptop weg?‘ Diese Frage haben

wir uns in unserem Verein gestellt. Wir haben

dann eine Kasperltheatergruppe aus Graz

nach St. Stefan/Stainz eingeladen und jeder

hat im Vorfeld gesagt, dass das wirklich niemanden

mehr interessiert. Die Erwachsenen

mussten vor dem Feuerwehrhaus warten,

während die Kinder ihren Spaß im Kasperltheater

hatten. Wir haben mit 50 Kindern gerechnet

– gekommen sind über 200. Die Eltern

haben während ihrer Wartezeit im Freien

miteinander zu reden begonnen und hatten

genauso ihren Spaß. Ich glaube an die

Urinstinkte und Neugierde der Kinder – wir

müssen sie in ihnen nur wecken.“

Info

Gustl58 steht für Uneigennützigkeit,

hilfsbereitschaft, gelebte Menschlichkeit,

eigenständige Persönlichkeitsentfaltung,

Toleranz und Respekt für andere.

Wir sind: August Schmölzer, Elisabeth

herunter und Walter Krainz

www.gustl58.com


Mitmenschlich – ehrenamtlich

Gerhard Vötsch

| 15 |

Die jüngste

steirische Stadt

Mit Gemeinsamkeit und BürgerInnenbeteiligung

und Ehrenamt in eine gute Zukunft

Zusammenleben in Vielfalt

Die neue Stadt Trofaiach, die sich aus den Gemeinden Gai,

Hafning und Trofaiach am 1.1.2013 neu gebildet hat, wird

häufig als „Vorzeigestadt“ bezeichnet. Dies gilt nicht nur für

die laufende Gemeindestrukturreform, sondern auch für den

eingeschlagenen Zukunftsweg und die Stadtentwicklung.

„Wir bauen in Trofaiach auf

Gemeinsamkeit, Erfahrung,

Vertrauen und Ehrlichkeit.“

Bgm. Mario Abl

Am 7. Mai wurde Mario Abl zum Bürgermeister

der jüngsten steirischen Stadtgemeinde

gewählt. Als von der Landesregierung

nach der Fusion vom 1.1.2013 eingesetzter

Regierungskommissär führt er die

Amtsgeschäfte fort. Bereits als Kommissär

wurden die Weichen für die aktive Weiterentwicklung

gesetzt. Das Zusammenwachsen

aller Ortsteile steht dabei als Leitmotto

im Mittelpunkt. Das Projekt „Zusammenleben

in Vielfalt“, das seit 2012 in Trofaiach

läuft, ist ein Leitprojekt, das durch verschiedenste

Einzelprojekte die Stärkung der Gemeinsamkeit

fördert. Auch das erst jüngst

gestartete „Zeit-Hilfs-Netz Trofaiach“ ist ein

wesentlicher Baustein dazu und soll einen

wertvollen Beitrag zum Miteinander leisten

und auch zum schnelleren Zusammenwachsen

der neuen Ortsteile und ihrer BewohnerInnen

führen.

Walter Hiesel

Eine Karriere im Dienst der

Mitmenschlichkeit

Was haben Arnold Wetl, Klaus Spirk, Didi

Pegam oder der neue Trainer des SK Sturm,

Markus Schopp, außer ihrer aktiven Fußballerzeit,

noch gemeinsam? Sie engagieren sich

ehrenamtlich-mitmenschlich in besonderer

Weise im „Club Steiermark“!

Mit einem Benefizfußballspiel im Sommer

1990, für die Adaptierung des Kindergartens

in Laßnitzhöhe hat alles begonnen. Vorbild

des „Club Steiermark“, der 1991 gegründet

wurde, war der „Club Niederösterreich“. Zu

den Gründungsmitgliedern zählte auch Walter

Hiesel. Er war von der Idee begeistert, dass

ehemalige SpitzensportlerInnen nach ihrer

aktiven Karriere noch vieles bewegen können.

Seit der Gründung wurde rd. 1 Mio. Euro an

Spenden aufgebracht und vergeben.

Viele Hilfesuchende wenden sich direkt an

Walter Hiesel. Erst jüngst konnte eine junge

Mutter bei einer kostspieligen Therapie für ihren

Sohn unterstützt werden oder einer Ausgleichszulagenbezieherin

ein neuer E-Herd

zur Verfügung gestellt werden.

Unbürokratisch und spontan sind die Hilfeprinzipien.

Aber es gibt auch „Nachwuchsprobleme“, die

Suche nach Mitwirkenden und Helfern wird

nicht einfacher.

Ziel des Vereines ist es, sportliche und kulturelle

Veranstaltungen zu karitativen Zwecken

durchzuführen. Zwischen 10 und 15 Aktivitäten

jährlich, Tennisturniere, Benefizfußballspiele,

Vernissagen und Benefizauktionen

werden organisiert durchgeführt.

Walter Hiesel, geb. 1944 in Wien, gelernter

Werkzeugmacher, Fußballspieler, u.a. Vienna,

Austria Wien, GAK und DSV Leoben, später

Trainer, verwitwet, 2 Kinder, 1 Enkel, Gründungsmitglied

und Obmann des „Club Steiermark“,

Träger des Großen Ehrenzeichens des

Landes Steiermark.

„Es ist wichtig, dass man ansteckend wirkt

und auch andere dafür begeistern kann.“

„Die Mitmenschen sind vielen egal.“

Kontakt www.club-steiermark.at


Alpine Ski-WM 2013

Rückblick von Nina Sulzenbacher | 16 |

Miteinander & Füreinander

Das Herzlichkeitsteam der Ski-WM 2013 in Schladming

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Ankunft des Herzlichkeitsteams im Steirischen Weinland

Statement

Mit Herz dabei

Rund 100 Einheimische von

Radstadt bis Gröbming, von

SchülerInnen bis zu engagierten

PensionistInnen, hatten sich

zusammengefunden, um ein

gemeinsames Ziel zu verfolgen:

die regionstypische Herzlichkeit

auch während der Ski-WM

zu verbreiten.

Diese Initiative von Tourismusverbandsobmann

und Geschäftsführer der Schladming

2030 GmbH Dir. Kurt Pfleger wurde von der

Schladming 2030 GmbH koordiniert. Der

Wunsch war, dass sich während der WM die

BesucherInnen und jeder Gast persönlich begrüßt

fühlen und dass jemand da ist, der mit

steirischer Herzlichkeit mit Rat und Tat zur

Seite steht, ein offenes Ohr für Anliegen jeglicher

Art hat und der sich in der Region auskennt.

Im auffälligen, sonnengelben Anorak und

grüner Steiermark-Haube waren rund 60 Mitglieder

des Herzlichkeitsteams täglich bei-

Anneliese und Walter

Schmidt

Am Anfang konnten wir uns gar nicht

vorstellen, wie toll es sein kann, Mitglied

des Herzlichkeitsteams zu sein. Schnell

stellte sich heraus, dass wir alle das Gleiche

wollten: mit Begeisterung und Offenheit

die Gäste während der WM in unserer

Region willkommen zu heißen und

zu informieren. Die Rückmeldungen, die

wir von den Gästen bekommen haben,

beflügelten uns und wir wuchsen über

uns hinaus. Über 100 unterschiedliche

Persönlichkeiten, mit den unterschiedlichsten

Intereressen, von jung bis alt,

alle zogen am gleichen Strang. Das „Miteinander

arbeiten“ und „Füreinander da

sein“ stärkte unseren Teamgeist und aus

Bekanntschaften entwickelten sich tolle

Freundschaften.

Bgm. Jürgen Winter und Dir. Kurt Pfleger

(GF der Schladming 2030 GmbH) danken

Heike Krenn von den ÖBB

Landentwicklung Steiermark


| 17 |

Fröhliche Stimmung bei der „Traktorgaudi“

Statement

nahe rund um die Uhr unterwegs, um die

WM-Gäste an den Bahnhöfen in Pichl, Haus/

Ennstal und Schladming und an den Großparkplätzen

persönlich zu begrüßen. Auch

am Hauptplatz, im Steiermarkdorf und vor

dem Zielstadion standen sie mit Rat und Tat

und regionalen Informationen zur Seite.

Die beiden Koordinatorinnen des Herzlichkeitsteams

Wilma Weikl-Trinker und Alexandra

Danglmaier (beide Schladming 2030

GmbH) waren begeistert. Viele Freundschaften

sind entstanden, das Herzlichkeitsteam

ist zu einer wunderbaren Gemeinschaft zusammengewachsen.

Auch über die FIS Alpine

Ski-Weltmeisterschaft 2013 hinaus. So war

es auch nicht verwunderlich, dass sich Mitte

April eine Vielzahl der Herzlichkeitsteammitglieder,

die sich während der Ski-WM

2013 unter Koordination der Schladming

2030 GmbH zusammengeschlossen haben,

zu einem gemeinsamen Ausflug in das Steirische

Weinland trafen. Mittels Traktortour

(„Traktorgaudi Steiermark“) wurden verschiedene

Stationen angesteuert, beispielsweise

die Ölmühle Hartlieb mit Besichtigung der

Kernölmühle, Kürbiskegeln und Genuss einer

köstlichen Kürbiskernöleierspeise oder auch

der europaweit höchstgelegene Weinbauort

Kitzeck mit Weinverkostung. Der gemütliche

Abschluss dieses abwechslungsreichen Aus-

Kontakt

Mag. Nina Sulzenbacher

nina.sulzenbacher@landentwicklung.com

Anneliese Schmidt und Thomas Hartlieb

mit der köstlichen Kernöleierspeise der

Ölmühle Hartlieb

flugs fand mit traditioneller Buschenschankjause

im Weingut Schneeberger statt.

Das Herzlichkeitsteam sagt DANKE

Ein herzlicher Dank des gesamten Teams ergeht

an die Bäckerei Lasser für die Laugenherzerl,

an die Firma „Zefferer“ für die köstliche

Jause, an die Traktorgaudi Steiermark, an

Beppos Dance Band mit Abg. z. NR Josef

Muchitsch, an Heike Krenn von den ÖBB für

den zuverlässigen Transport, an das Weingut

Lorenz sowie an die Geschäftsführung der

Schladming 2030 GmbH.

Wilma Weikl-Trinker und

Alexandra Danglmaier

Die Begeisterung unserer „gelben Engel“,

die mit solch einer Freude und Eigeninitiative

den Besuchern der Ski-WM

2013 mit Rat und Tat zur Seite standen,

war für uns eine einzigartige und wunderbare

Erfahrung.

Besonders fasziniert hat uns, dass sich so

viele unterschiedliche Persönlichkeiten

– von der 16-jährigen Schülerin bis zur

80-jährigen Künstlerin – dafür begeistern

konnten, ihre Zeit unentgeltlich zur

Verfügung zu stellen, und damit mithalfen,

die Ski-WM zu einem unvergesslichen

Erlebnis zu machen.

Der Enthusiasmus und der Zusammenhalt

untereinander waren einfach grandios.

Viele neue Freundschaften sind entstanden

und es war klar, dass das Team

nach der intensiven Zusammenarbeit

auch weiterhin in Kontakt bleiben möchte.

Ende April machten wir deshalb einen

gemeinsamen Ausflug in die Südsteiermark.

Ein nächstes Zusammentreffen ist

bereits in Planung.

Für die kommenden Großereignisse ist

Schladming punkto Herzlichkeit auf

jeden Fall bestens gerüstet.


| 18 |

Steirischer Handwerkskalender

24.06. Johannes der Täufer,

Johannistag,

Johannisfeuer

Schutzpatron der Bauhütten, speziell der

Steinmetze.

Johannes der Täufer ist einer der bedeutendsten Heiligen

der orthodoxen, der katholischen und auch der

evangelischen Kirchen. Er gilt als letzter und größter

der Propheten, als adventlicher Wegbereiter Jesu

und als Vorbild des Asketen.

3.07. Heiliger Thomas,

t homastag

Schutzpatron der Bau- und Zimmerleute

sowie der Theologen.

20.07. Heilige Margareta Schutzpatronin der Bauern, bei Schwangerschaft

und Geburt, der Jungfrauen, Ammen

und der Gebärenden.

Vor seiner Berufung in den Kreis der 12 Apostel Jesu

arbeitete Thomas als Fischer in Galiläa. Bei der

erscheinung Christi war er nicht zugegen. Thomas

bezweifelte daher die Auferstehung zuerst. Daher

stammt der Begriff „der ungläubige Thomas“.

Am 20. Juli begann traditionell die Ernte, weshalb

Margareta auch in vielen anderen Kirchen als

patronin der Landwirtschaft gilt.

„Hat Margaret keinen Sonnenschein,

dann kommt das Heu nie trocken ein.“

„Wenn es an Margret regnet,

regnet es noch 14 Tage.“

„Regen am Margarethentag

sagt dem Hunger guten Tag.“

Weitere Schutzpatrone der Bauern: Isidor von

Madrid, Georg, Guido von anderlecht, Leonhard von

Limoges

24.07. Christophorustag Schutzpatron der Autofahrer Christophorus wird in der Ikonographie häufig als

Hüne mit Stab dargestellt, der das Jesuskind auf den

Schultern über einen Fluss trägt. Das Bild verspricht

Segen und umfassenden Schutz des Lebens. Es steht

für den Wunsch und die Hoffnung, auf Reisen gut

beschützt zu sein und wieder unversehrt nach Hause

zu kommen. Neben dem Segen erinnert uns dieses

Fest daran, unsere eigenen Fähigkeiten und Stärken

nicht gegen andere auszuspielen, sondern mit

seinen Kräften anderen zu helfen und Schwache zu

beschützen.

25.07. Heiliger Jakob Schutzpatron der Pilger, der Apotheker und

Drogisten, der Hutmacher, Wachszieher und

Kettenschmiede, der Krieger, der Schröter,

der Arbeiter, für Äpfel und Feldfrüchte, für das

Wetter

Landentwicklung Steiermark

Der Jakobstag ist ein Tag

mit wichtigen Wetter regeln:

„Jakobi heiß – lohnt Müh‘ und Fleiß.“

„Jakobi klar und rein, wird's Christfest frostig sein.“

„Jakobi – schneid' obi!“ (Jakobi als Beginn

des Getreideschnitts)


| 19 |

In unserer Reihe „Brauchtumskalender“ stellen wir in dieser Ausgabe einen

Auszug alter Handwerksberufe in Zusammenhang mit den Schutzpatronen der

katholischen Kirche vor. Ein Schutzpatron ist in der katholischen Kirche ein

Heiliger, der in bestimmten Anliegen bevorzugt angerufen wird. Der Grund

dafür leitet sich meist aus der Lebensgeschichte des oder der Heiligen her.

26.07. Heilige Anna Schutzpatronin der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten, Ammen, Witwen, Armen,

Arbeiterinnen, Bergleute, Weber, Schneider, Strumpfwirker, Spitzenklöppler, Knechte, Müller, Krämer,

Schiffer, Seiler, Tischler, Drechsler, Goldschmiede; der Bergwerke; für eine glückliche Heirat, für

Kindersegen und glückliche Geburt, für Reichtum und Wiederauffinden verlorener Sachen und

regen; gegen Gicht, Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, Gewitter.

Beginn der sommerlichen Hundstage.

20.09. Heiliger Hubertus Patron der Natur und Umwelt, der Schützen

und Schützenbruderschaften, der Kürschner,

Metzger, der Metallbearbeiter, Büchsenmacher,

Optiker, Mathematiker und Hersteller

von mathematischen Geräten.

Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt,

nach der er auf der Jagd von einem prächtigen

Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih

bekehrt wurde. Deshalb wird Hubertus als Schutzpatron

der Jagd angesehen. Der heilige Hubertus

galt als Beschützer der Hunde und als Helfer gegen

Tollwut. Am Hubertustag geweihtes Salz, Brot und

Wasser sollte gegen Hundebisse schützen, außerdem

sollten auch die Hunde selbst dadurch vor Tollwut

geschützt werden.

Mit freundlicher Unterstützung des

Österreichischen Freilichtmuseums Stübing

www.stuebing.at

Info

www.kirchenweb.at, www.wikipedia.at

Wussten Sie …

…, dass der Siebenschläfertag am 27. Juni auf einer Legende beruht, die besagt, dass sieben

Jünglinge, die in einer Höhle bei Ephesos im Jahr 251 einschliefen und erst 446 wieder erwachten,

als die Christenverfolgung zu Ende war?

…, dass die Hundstage (23.07. bis 24.08.) nichts mit unserem treuen Haustier zu tun haben? Der

Begriff leitet sich von Sirius (Hundsstern/Sternbild des Großen Hundes), der in dieser Zeit am

Himmel hell erleuchtet, ab.

…, dass sich der Altweibersommer in der letzten Septemberwoche von „weiben“ – im Altdeutschen

das Knüpfen von Spinnweben – ableitet?


xxxxxxxxxxxx

Blitzlichter

xxxxxxxxxxx

| 20 |

xxxxxx xxxxxxx xxxxx

Georg Bliem

Franz Küberl

Caritasdirektor

Direktor

Steiermark Tourismus

Ingrid Gady

Abgeordnete zum

Landtag Steiermark

xxxxxxxxxxxxxxxx

Lebenswerter und damit

zukunftsfähiger

xxxxxxxxx

Die Caritas kann ihre volle Wirkung in den

rund 140 Einrichtungen und Projekten in der

Steiermark xxxxxxx nur xxx deshalb xxxx entfalten, xx xxxxx weil es laufend

xxxxxxx Menschen xxx gibt, xxxx die xx sie xxxxx bei ihrer Arbeit

unterstützen. xxxxxxx xxx Durch xxxx die freiwillige xx xxxxx Mitarbeit

von rund 800 Steirerinnen und Steirern in

xxxxxxx xxx xxxx xx xxxxx

den Einrichtungen (sowie Tausenden in den

xxxxxxx

steirischen

xxx

Pfarren,

xxxx

darunter

xx xxxxx

etwa 4.000

HaussammlerInnen) kann die soziale Wirkung

der Caritas vervielfacht werden, Spendenmittel

können durch das Zutun von Freiwilligen

multipliziert werden und so noch

effizienter eingesetzt werden. Durch die Stärkung

des sozialen Miteinanders in den steirischen

Regionen wird unser Land insgesamt

lebenswerter und damit zukunftsfähiger.

Man weiß inzwischen:

Grün macht glücklich!

Die Steiermark setzt mit dem Claim „Das

grüne Herz Österreichs“ stark auf Urlaub am

Puls der Natur, der Körper, Geist und Seele

erfrischt. Landschaften wie Wälder, Berge,

Seen und Almen spielen während eines Urlaubes

für viele Gäste eine bedeutende Rolle,

zumal diese als Erholungs- und Lebensraum

facettenreich genutzt oder einfach nur

genossen werden können. Diese Entwicklung

lässt sich speziell durch den rasanten

Zuwachs der Bevölkerung in den Ballungszentren

und das Fehlen von Grünflächen erklären.

Als Kontrast suchen Urlauber einen

Gegenpol, um sich zu entspannen und zur

Ruhe zu kommen. Die Wirkung der Natur

wurde schon oft untersucht und man weiß

inzwischen: Grün macht einfach glücklich.

Workshops

STYRIAN SUMMER ART

PROGRAMM SOMMER 2013

24. Juni bis 26. Juli 2013

Naturpark Pöllauer Tal bei Hartberg, Steiermark

Ein Lösungsansatz:

zurück zu den Wurzeln

Als Politikerin möchte ich gerne dazu beitragen

und Menschen dazu ermutigen, mit „ihrem

Lebensstil“ ein Stück an Selbstbestimmtheit

zurückzugewinnen. Sei es, indem sie als

Konsumenten mit dem Einkaufswagen über

Lebensmittelproduktion abstimmen, ihr eigenes

Gemüse anbauen oder im Energiebereich

Möglichkeiten suchen, indem sie auf

regenerative Energiequellen setzen. Eine

neue Lebensqualität entsteht. Die Menschen

– Sie, wir, ich – sind bereit dazu.

Eva Schmidinger

Sozialbereichsleitung

einer steirischen

Bezirksverwaltungsbehörde

Kreatives Potential

nutzen

Mitmenschlich – mit den Menschen sehe ich

für mich sowohl im beruflichen als auch im

privaten Engagement als Auftrag. Beruflich

bin ich im Sozialbereich einer Bezirkshauptmannschaft

tätig, wo ich mit den Menschen

versuche, Lösungen für ihre Probleme zu finden.

Diese Menschen befinden sich oft in extrem

schwierigen Situationen, sind in ihrer Existenz

gefährdet oder benötigen Unterstützung

aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen.

Für mich persönlich besteht die

Schwierigkeit oft darin, „nur ein Gesetz zu

vollziehen“, in dessen Rahmen Hilfe manchmal

nur beschränkt möglich ist und ich mir

bewusst bin, dass viel mehr erforderlich

wäre, um dem Menschen wirklich nachhaltig

zu helfen.

Im Privatleben bin ich Gemeinderätin in meiner

Heimatgemeinde und hier versuche ich

ebenfalls mit den Menschen Lösungen für

das eine oder andere kommunale Problem

zu finden. Es macht Spaß, gemeinsam über

Fragen des zusammenlebens in der Gemeinde

nachzudenken, und das dabei entstehende

kreative Potential verblüfft mich immer

wieder. Erfolgreiches Umsetzen, sei es beruflich

oder privat, ist für mich nur mit den Menschen

denkbar.

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert


You;-)gend

Christine Rossegger

| 21 |

Do it yourself – mach es selbst!

Projekt „Fahrradküche“

„Do it yourself!“ ist keine neue

Maxime, dennoch erhält die

Do-it-yourself-Bewegung derzeit

wieder einen Aufschwung.

Schon Aristoteles schrieb um

400 vor unserer Zeit: „Was man

lernen muss, um es zu tun, das

lernt man, indem man es tut“.

Dinge selbst in die Hand zu nehmen und aus

eigener Kraft heraus neues und anderes entstehen

zu lassen steht im Vordergrund dieser

Kultur. Ob Konsumkritik, Selbstverwirklichung

oder aus anderen Anreizen, fordert

diese Bewegung zu mehr Eigenständigkeit

und Selbstbestimmung auf.

Angefangen bei üblicher Tätigkeit wie Heimwerken,

werden vermehrt einfache Anleitungen

für das eigenständige Bauen von Möbeln,

Kreieren von Mode, kreative Arbeiten

im Garten, in der Werkstatt, im Tonstudio und

in der Küche im Internet verbreitet. Diverse

Internetseiten, Foren, Blogs und Videos bieten

„Rezepte“, um selbst Hand anzulegen

und somit auch einen Schritt Richtung Konsumkritik

zu gehen. Alles, was selbst gemacht

wird, im besten Fall mit Material, das

schon vorhanden ist und recycelt oder „upgecycelt“

(d.h. von einem minderwertigeren

Material oder aus Abfällen etwas Höherwertiges

zu produzieren) werden kann, muss

nicht neu gekauft werden.

Die Fahrradküche ist ein Projekt nach amerikanischem

Modell, das auf diesen Grundlagen

aufbaut.

Erfolgsbeispiel: Fahrradküche

Diese Selbsthilfewerkstatt in Graz bietet

Platz, um an Rädern und ähnlichen Fortbewegungsmitteln

oder solchen, die es noch

werden wollen, selbständig zu werken. Spezielle

Werkzeuge und Geräte stehen zur Verfügung

und können genutzt werden. Zudem

ist ein umfangreiches „Ersatzteillager“ vorhanden,

das vor allem aus Sachspenden von

beispielsweise Kellerräumungen besteht. Die

Werkstatt ist auf diese Spenden und jene, die

von den NutzerInnen für die Verwendung

der Werkzeuge gegeben werden, angewiesen,

denn so wird die Miete hauptsächlich

finanziert.

Der Non-Profit-Arbeits- und Lernraum bietet

einen Treffpunkt für verschiedene Men-

Bastler in der Fahrradküche

schen. FachsimplerInnen, RadbotInnen sowie

Laien und Laiinnen können sich hier austauschen

und gegenseitig voneinander lernen.

Das sei auch einer der wichtigsten Aspekte,

so Quno, einer der Mitinitiatoren. Es

ist zwar immer jemand vor Ort, der viel Erfahrung

hat und Unterstützung bieten kann,

aber viel Hilfestellung wird auch unter den

NutzerInnen geboten. „Die Fahrradküche

funktioniert quasi von selbst“, meint der sympathische

Radliebhaber.

Die Fahrradküche wird gut besucht und hat

einmal wöchentlich geöffnet. BastlerInnen

können unangemeldet vorbeikommen und

die Werkstatt nutzen. Über Sachspenden, vor

allem über Stahlrahmen und anderes verwertbares

Material, freuen sich die Fahrradköchinnen

und -köche.

Kontakt

Fahrradküche

Schießstattgasse 20, Innenhof

8010 Graz

Öffnungszeiten: donnerstags 17:00–21:00

www.combinesch.com

Eingang zur Fahrradküche


You;-)gend

Christine Rossegger

| 22 |

Weltweit bei „fremden Freunden“

auf der Couch

Internetbasierte Plattform

Die Internetplattform „Couchsurfing“

ermöglicht es Menschen

aus allen Teilen der Welt,

gratis Unterkünfte – ihre Couch

oder andere Schlafgelegenheiten

– für Reisende anzubieten

und auch selbst in Anspruch zu

nehmen. Das Motto lautet: „Es

gibt keine Fremden, nur Freunde,

denen man noch nicht

begegnet ist.“

Hintergrund

Kostenlose Unterkunft und kultureller Austausch

als spezielle Zusatzleistung sind zwei

Merkmale, die bei der internetbasierten

Plattform herausstechen. Dennoch steht bei

dem im Jahre 2004 gegründeten „Gastfreundschaftsnetzwerk“

nicht der Kostenpunkt

im Vordergrund. Die Möglichkeit, bei

Reisen in unterschiedliche Länder nicht nur

die typisch-touristischen Sehenswürdigkeiten

zu besichtigen, auch das Alltagsleben

kennen zu lernen und eventuell ein paar „Insider-Tipps“

der lokalen Bevölkerung zu erhalten,

entsprechen eher den Zielen der Initiatoren

Casey Fenton und seinen Kollegen.

Vertrauen, Großzügigkeit und kultureller

Austausch sollen die Basis des Netzwerkes

bilden, um die Welt in einer Art zu erkunden,

wie es Geld nicht möglich machen kann.

Laut eigenen Angaben umfasst Couchsurfing

mittlerweile weltweit sechs Millionen

Mitglieder in 100.000 Städten. Die kostenlos

zu benutzende Plattform basiert auf Freiwilligkeit.

Es ist somit weder zwingend, eine

Übernachtungsmöglichkeit anzubieten,

noch andere Angebote zu nutzen. Alternativ

dazu können beispielsweise Spaziergänge

oder kurze Treffen organisiert werden, um

Reisenden einen kleinen Einblick des Lebens

vor Ort zu ermöglichen. Weiters bietet diese

Plattform auch Vernetzungsmöglichkeiten

für lokale CouchsurferInnen, bei denen Treffen

arrangiert werden können, um sich auszutauschen

und Aktivitäten wie Sport,

Sprachaustausch, gemeinsames Kochen

oder Feiern zu organisieren.

Die Welt in einer Art zu

erkunden, wie es Geld nicht

möglich machen kann …

Neben diesen positiven Aspekten gibt es allerdings

auch Kritik an der Plattform. Die Datenschutzbestimmungen

werden häufig als

fragwürdig eingestuft und auch der Status

der Plattform als Non-Profit-Organisation

wird hinterfragt.

Teilnahme

Erster Schritt ist die Erstellung eines persönlichen

Profils, das einen Überblick über die

eigene Person geben soll und Fragen zu Interessen,

dem Lebensstil etc. beinhaltet. Sobald

ein eigenes Profil vorhanden ist, können

sowohl Unterkünfte gesucht als auch selbst

Übernachtungsmöglichkeiten angeboten

werden. Einfach das Ziel der nächsten Reise

eingeben und an Personen, die sympathisch

erscheinen, eine Anfrage für eine mögliche

Unterkunft senden. Hier kommt der wesentliche

Faktor Vertrauen ins Spiel, der in die

Wahl der GastgeberInnen mit einbezogen

werden muss. Um nicht gänzlich nach der

eigenen Einschätzung urteilen zu müssen,

bieten die gegenseitig veröffentlichten Referenzen

Unterstützung. Diese nicht löschbaren

Einträge werden verfasst, wenn sich

Personen bereits getroffen haben, und sind

auf den Profilen der Beteiligten sichtbar. Das

Schreiben von Referenzen bedeutet Verant-

wortung gegenüber der Couchsurfing-Gemeinschaft,

denn dies trägt dazu bei, dass

sich negative Erfahrungen mit Mitgliedern

nicht wiederholen. Die Verifizierung der eigenen

Adresse ist auch eine Möglichkeit, für

mehr Sicherheit im Netzwerk zu sorgen. Dies

ist zwar kostenpflichtig, aber nicht verpflichtend

und soll die Identität der Mitglieder bestätigen.

Weiters können Personen andere

kennzeichnen und damit zeigen, dass sie dieser

Person vertrauen und für sie bürgen würden.

Ansonsten basiert dieses Netzwerk rein

auf Vertrauen und Gastfreundschaft, was

auch gewisse Risiken mit sich bringt. Wie

aber in vielen Reiseberichten zu lesen ist, unter

anderem in einem, dessen Verfasser in 80

Tagen „per Couch“ um die Welt reiste, ist dies

ein Netzwerk, das sich durch Mitmenschlichkeit

und Altruismus auszeichnet, aus dem

viele positive Erfahrungen hervorgehen.

Wer sich grundsätzlich für diese Art von Reisen

interessiert, kann sich auch auf einer der

kleineren Plattformen registrieren und auf

Abenteuer einlassen.

Info

www.couchsurfing.org

Andere Gastfreundschaftsnetzwerke:

BeWelcome: www.bewelcome.org

Hospitalityclub: www.hospitalityclub.org

GlobalFreeLoaders:

www.globalfreeloaders.com

Warm Showers: www.warmshowers.org

Ländliche Entwicklung


Ländliche Entwicklung

| 23 |

Lebensministerium und Bundesländer

bilden „Allianz fürs Land“

„Mit visionären Konzepten

und viel Entschlossenheit werden

wir so die Lebensqualität

in unserem Land um ein gutes

Stück steigern.“

Während in Brüssel noch über die finale Ausgestaltung

der Reform verhandelt wird, arbeitet

Österreich bereits intensiv an der Erstellung

eines modernen Programms für die

Ländliche Entwicklung 2014–2020. Landwirtschaftsminister

Niki Berlakovich: „Mein

Ziel ist, mit einem modernen Programm für

die Ländliche Entwicklung die Herausfordeökologischen

und sozialen Herausforderungen

der Zukunft in Einklang bringen. Durch

die Einbindung der regionalen Stakeholder

in die Strategiedialoge erhalten wir wichtige

Impulse für die Ausarbeitung der neuen Programme“,

erklärt Berlakovich. Die Programmerstellung

soll bis Ende des Jahres abgeschlossen

sein.

Zukünftige Schwerpunkte für den

ländlichen Raum

Strategiedialog LE 2014–2020 diskutiert in Graz

die Zukunft der Ländlichen Entwicklung

Transparenter Arbeitsprozess

Mit der neuen EU-Finanzperiode

von 2014 bis 2020 werden

auch sämtliche europäische

Politikbereiche neu aufgestellt.

Für die Gemeinsame EU-Agrarpolitik

(GAP) bedeutet das eine

Reform, die sowohl die Direktzahlungen

als auch die Ländliche

Entwicklung betrifft.

rungen der Gegenwart und Zukunft offensiv

anzugehen. Dafür braucht es Weitsicht und

die Einbindung jener Menschen, für die wir

diese Politik machen. Deshalb habe ich einen

breit angelegten und transparenten Arbeitsprozess

unter dem Motto ‚Allianz fürs Land‘

gestartet. Gemeinsam mit Bäuerinnen und

Bauern, ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft,

Wissenschaft, Bildung und Beratung und

vielen weiteren sammeln wir Ideen und entwickeln

den Ländlichen Raum nach seinen

Bedürfnissen. Mit visionären Konzepten und

viel Entschlossenheit werden wir so die Lebensqualität

in unserem Land um ein gutes

Stück steigern.“

Nach dem Auftakt in Wien und weiteren Veranstaltungen

in Hohenems und Linz findet

der vierte und gleichzeitig letzte Strategiedialog

in Graz statt. Gemeinsam mit regionalen

AkteurInnen wird an konkreten Maßnahmen

für das neue Programm gearbeitet. „Ich

will die Ansprüche eines vitalen ländlichen

Raums mit den drängenden ökonomischen,

„Ein modernes Programm für eine zukunftsträchtige

Ländliche Entwicklung muss auf

mehreren festen Beinen stehen, um den

künftigen Herausforderungen gerecht zu

werden. Wir brauchen Investitionsanreize für

bäuerliche Betriebe und damit für die regionale

Wirtschaft. Ein Umweltprogramm, das

seinen Namen weiter verdient. Einen Ausgleich

von Benachteiligungen für Bergbäuerinnen

und Bergbauern, einen Bildungsschwerpunkt

speziell für junge Menschen,

Vermarktungs- und Qualitätsprogramme

und die gezielte Förderung von Leader-Projekten

für eine vitale Dorfentwicklung. Die

nachhaltige Produktion von qualitativ hochwertigen

und leistbaren Lebensmitteln muss

auch weiterhin als unsere oberste Maxime

im Mittelpunkt stehen“, zeigt Berlakovich einige

der zukünftigen Schwerpunkte in der

Ländlichen Entwicklung auf und betont:

„Was den ländlichen Raum stärkt, ist für ganz

Österreich wichtig. Denn ein wettbewerbsfähiger

ländlicher Raum ist nicht nur Grundvoraussetzung

für eine flächendeckende

bäuerliche Landwirtschaft, sondern auch für

die Versorgung mit sicheren, gesunden

Lebensmitteln und für den Erhalt unseres

intakten Umweltsystems.“

Info

Informationen und Beteiligung auf

www.le2020.lebensministerium.at


Ländliche Entwicklung

Georg Wiesinger

| 24 |

Eine neue Perspektive:

Soziale Landwirtschaft

Einkommensalternative?

Immer mehr landwirtschaftliche

Betriebe bieten Leistungen

im sozialen und pädagogischen

Bereich an.

Nach einer jüngst im Auftrag des Lebensministeriums

durchgeführten Studie (abrufbar

auf www.berggebiete.eu) gibt es in Österreich

621 bäuerliche Betriebe, die Pflege und

Betreuung von behinderten, älteren oder

psychisch kranken Menschen, Personen mit

Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen,

Haftentlassenen und Langzeitarbeitslosen

in ihrem Programm haben. Daneben gibt

es auch pädagogische Projekte wie Kinder-

gärten auf Bauernhöfen, Kräuter-, Wald- und

Wiesenpädagogik oder Schule am Bauernhof,

dem mit mehr als 430 Betrieben mit Abstand

größten Bereich innerhalb der Sozialen

Landwirtschaft.

Soziale Landwirtschaft eröffnet vielerlei Perspektiven.

Als Einkommensalternative

schafft sie mehr berufliche Zufriedenheit für

Hofnachfolger mit einer außerlandwirtschaftlichen

Ausbildung im medizinischen,

sozialen oder pädagogischen Bereich (z.B.

Ärzte, Psychologen, Krankenpfleger, Altenbetreuerinnen,

Sozial- und Kindergartenpädagogen,

Sozialarbeiter, Bewährungshelfer).

Diese können ihren Beruf auf sinnvolle Weise

mit ihrem bäuerlichen Betrieb kombinieren,

indem sie z.B. neben ihrer Praxis Formen der

Reittherapie oder Gartentherapie mit Tieren

und Pflanzen am Hof anwenden oder pädagogisches

Wissen über die Landwirtschaft

vermitteln. SeniorInnen könnten z.B. im Rahmen

eines Betreuten Wohnens am Bauernhof

direkt in ihrer Heimatgemeinde von einer

ausgebildeten bäuerlichen Altenbetreuerin

betreut werden. Diese gemeindenahe Betreuung

erscheint wesentlich sinnvoller, als

wenn die Pflege weitab in einem städtischen

Pflegeheim erfolgt, wo die Pflegeperson ihre

sozialen Kontakte verliert und unter Umständen

von einer Altenpflegerin aus derselben

Gemeinde betreut wird, die in die Stadt pendeln

müsste. Es ergeben sich viele Win-win-

Situationen für die Betroffenen, die Gemeinden,

aber auch Einsparungspotentiale im Bereich

der Sozial- und Gesundheitspolitik.

Soziale Landwirtschaft ist ein hochspezifisches

Angebot mit hohen Qualitätsanforderungen,

die unbedingt eingehalten werden

müssen. Insofern ist Soziale Landwirtschaft

nicht für alle geeignet. Soziale LandwirtInnen

brauchen nicht nur eine entsprechende

Ausbildung, sie müssen auch kontaktfreudig

sein und eine entsprechende Motivation für

diese Tätigkeiten mitbringen.

Kontakt

Dr. Georg Wiesinger

Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF)

Marxergasse 2/M, 1030 Wien

georg.wiesinger@berggebiete.at

www.berggebiete.at

Ländliche Entwicklung


Ländliche Entwicklung

Sabine Dam

| 25 |

© Maschinenring-Service Steiermark eGen

Rasche Hilfe ist doppelte Hilfe

Fliegende Helfer

Ob Unfall, Krankheit oder

Todes fall – wenn am Bauernhof

„Not am Mann“ herrscht,

kommt die Soziale Betriebshilfe

zum Einsatz.

Diese gehört neben der Maschinenhilfe zu

den Kernbereichen der Maschinenringe und

zeigt einmal mehr, dass der Maschinenring

mehr als nur einen rein wirtschaftlichen

Zweck verfolgt, sondern jedem einzelnen

Mitglied im Ernstfall unterstützend zur Hilfe

eilt. Neben dem Ausfall einer Arbeitskraft

kommt es für landwirtschaftliche Betriebe

häufig auch zu finanziellen Einbußen. Im

Rahmen der Sozialen Betriebshilfe wird

durch einen Zuschuss des Kuratoriums für

Betriebshilfe des Landes Steiermark, der Sozialversicherungsanstalt

der Bauern (SVB)

und der örtlichen Maschinenringe rasch finanzielle

Hilfe ermöglicht.

Bereits ein Anruf beim regionalen Maschinenring

genügt und „das Rad kommt ins Rollen“

– eine fachgerechte Hilfe wird dem Betrieb

zur Verfügung gestellt, wichtige Arbeiten

können somit sofort weitergeführt werden.

Gleichzeitig wird der Einsatz durch den

Maschinenring überprüft und die Abrechnung

mit der SVB erledigt. Somit bietet die

Soziale Betriebshilfe den Bäuerinnen und

Bauern ein wichtiges und nachhaltiges Sicherheitsnetz

für den Arbeitskraftausfall.

Kommt es auf einem landwirtschaftlichen

Betrieb zu einer längerfristigen Notsituation,

haben Landwirtinnen und Landwirte die

Möglichkeit, einen „Zivildienereinsatz in der

Landwirtschaft“ bei der örtlichen Bezirksbauernkammer

zu beantragen.

Die Entscheidung über die tatsächliche Zuteilung

erfolgt über den Maschinenring Steiermark,

der die Organisation von Zivildienern

in der steirischen Landwirtschaft übernimmt.

Nach einer einwöchigen Grundausbildung,

der steiermarkweiten Einsatzbereitschaft

und der Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen,

wie beispielsweise den Traktorführerschein,

werden die Zivildiener, nach Möglichkeit

für die Gesamtdauer des Zivildienstes,

einem Betrieb zugeteilt, wo sie beinahe

sämtliche am landwirtschaftlichen Betrieb

anfallenden Aufgaben selbstständig erledigen

können.

In der Steiermark sind rund 20 Zivildiener pro

Jahr auf in Not geratenen Höfen im Einsatz.

Der Ausfall eines Betriebsführers durch einen

Unfall oder Ähnliches kann somit bis zu zwei

Jahre überbrückt werden.

Kontakt

Maschinenring Steiermark

Dr.-Auner-Straße 21a, 8074 Raaba

Tel. 059060 600

steiermark@maschinenring.at


Ländliche Entwicklung

Ulrike Urisk-Rauter

| 26 |

Der Wald im Spannungsfeld

Nutzung : Nichtnutzung

Nutzungskonflikte sind

umso ausgeprägter, je mehr

Rechte einer Allgemeinheit an

einer Sache von Gesetzes wegen

eingeräumt werden.

In Österreich sind immerhin

99 % des Waldes für die Bevölkerung

zugänglich.

Auseinandersetzungen um die Nutzung natürlicher

Ressourcen wie Weiden, Wälder, Alpen

oder Gewässer sind seit langer Zeit bekannt

und dokumentiert. Historisch gesehen

ging es dabei meist um Weiderechte, Wasserrechte

und in vielen Fällen Holznutzungsrechte.

Heute geht es in den entwickelten Ländern

zunehmend nicht mehr um Nutzung, sondern

um Nichtnutzung von Wald und Kulturland

zu Gunsten des Naturschutzes und der

Erholung. Die soziale Funktion des Waldes

wird zunehmend als bedeutsam erachtet

und tritt in Konkurrenz zur wirtschaftlichen

Nutzung.

Es stellt sich die Frage, wie die Waldbewirtschaftung

den unterschiedlichen Interessen

und hauptsächlichen Ansprüchen an den

Wald, wie Schutz vor Naturgefahren, Schutz

des Trinkwassers und der Böden, Naturschutz,

Erholung und Jagd gerecht werden

kann. Um die Konflikte zu verdeutlichen,

müssen sowohl das Holznutzungspotential

als auch die Eigentumsverhältnisse am Wald

bedacht werden. Immerhin sind mehr als

80 % des österreichischen Waldes in Privateigentum.

Rund 145.000 Menschen, Waldbesitzerinnen

und -besitzer, bewirtschaften

ihren Wald und leben vom Einkommen aus

dem Wald.

Wirtschafts- und Erholungsraum –

ein Widerspruch?

Wald, auch bewirtschafteter Wald, ist das

größte erhaltene naturnahe Gebiet in Mitteleuropa.

Selbst intensiv bewirtschafteter

Wald ist gegenüber anderen Landnutzungen,

wie Weiden, Äcker oder Siedlungsflächen,

in Bezug auf seine Artenvielfalt im Vorteil.

In unserer hoch technisierten Zivilisation

gibt uns gerade der Wald noch eine Idee von

Natur, von unberührter Wildnis und Ursprünglichkeit.

In unserer hoch technisierten Zivilisation

gibt uns gerade der Wald noch eine Idee von Natur,

von unberührter Wildnis und Ursprünglichkeit.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang

dabei der Befund einer in der Schweiz

durchgeführten Studie, wonach der Erholung

suchende Mensch durch einen gepflegten

(bewirtschafteten) Wald stärker positiv

beeinflusst wird als durch einen Wald mit einem

hohen Totholzanteil.

Schützen durch Nützen

Auch die Schutzfunktion des Waldes lässt

sich besser erhalten, wenn der Wald bewirtschaftet

wird. Ein intakter Schutzwald verringert

die Bodenerosion und verhindert bzw.

stoppt Muren und Lawinenabgänge, die

nicht nur die Siedlungen im Tal, sondern

auch die Wintersportler in den Bergregionen

gefährden würden.

Der Wald ist Lebensraum vieler einheimischer

Tiere und Pflanzen. Das Wild hat somit

ein Recht auf sein Habitat im Wald. Ein sehr

schwieriges, weil kontroverses Thema sind

Wildschäden im Wald. Nicht nur der Klimawandel,

auch die Mehrfachnutzung der Natur

– vor allem durch Freizeitsportler – führt

zu einer Beeinträchtigung des Wildlebens-

Ländliche Entwicklung


| 27 |

raumes in vielen Gebieten. Besonders im

Winter, wenn wild lebende Tiere geeignete

Einstände und Ruhe brauchen, hat das oftmals

schlimme Folgen für den Wald in Form

von verstärktem Verbiss und damit verbunden

einer Einschränkung der wichtigen anderen

Funktionen des Waldes.

Die Diskussion der Frage, wie viel Wild der

Wald unter welchen Bedingungen erträgt,

wird seit langem geführt. Wildfütterungen

stehen im Zentrum der Kritik.

Die Natur gehört uns allen. Der Wald

gehört seinen Eigentümern.

Damit der Wald seine vielfältigen Funktionen

erfüllen kann, muss es ein ständiges Bemühen

um einen Interessenausgleich zwischen

Waldeigentümern und Erholungsuchenden

geben. Statt ordnungspolitischer Maßnahmen

sollte das entsprechende Verständnis

füreinander durch Einbeziehung der Betroffenen

in geeignete Dialogformen und durch

Information und Bildungsmaßnahmen geschaffen

werden.

Die Schutzwaldplattform, gegründet von

Landesrat Seitinger im Jahr 2005, ist eine davon.

Sie stellt ein Diskussionsforum für den

Nicht nur der Klimawandel, auch die Mehrfachnutzung

der Natur – vor allem durch Freizeitsportler – führt zu

einer Beeinträchtigung des Wildlebensraumes.

Interessenausgleich zwischen Land- und

Forstwirtschaft, Gemeinden und Städten,

Kammern, Jägerschaft, Tourismus, Naturund

Umweltschutz, Raumplanung und Verkehr

dar. Ziel ist es, Konflikte, die infolge der

Mehrfachnutzungen des Waldes und der unterschiedlichen

Nutzungsinteressen entstehen,

für einen effizienten Schutz unseres Lebensraumes

zu entschärfen.

Die gesellschaftlichen Ansprüche an den

Wald sind einem ständigen Wandel unterworfen,

die Auseinandersetzungen um dessen

Nutzung werden daher weitergehen. In

einem offenen Dialog sind auch in Zukunft

alle wirtschaftlichen, umweltrelevanten und

gesellschaftlichen Aspekte unserer grünen

Lunge laufend zu bedenken und immer wieder

neu zu gewichten.

Waldpädagogik –

Erziehung zur nachhaltigen

Entwicklung

Wer verstanden hat, wie bedeutsam der

Lebens- und Wirtschaftsraum Wald für uns

alle ist, der geht auch rücksichtsvoll mit

ihm um. Damit dieses Verständnis von

klein auf – vor allem für Kinder, die oft keinen

direkten Zugang zum Wald haben –

gebildet wird, wurde die Initiative Waldpädagogik

gegründet. In Österreich gibt

es rund 600 aktive zertifizierte Waldpädagoginnen

und Waldpädagogen, die auf

spielerische Art das Bewusstsein für eine

nachhaltige Waldbewirtschaftung und einen

sorgsamen Umgang mit der Natur

schaffen. Das hat über den Wald hinaus

noch eine weitere Dimension. Kann doch

jungen Menschen nirgendwo eindringlicher

und schöner als im Wald gezeigt werden,

wie nachhaltiges Wirtschaften funktioniert

und was es bedeutet!

Info

Schutzwaldplattform:

www.agrar.steiermark.at

www.waldpaedagogik.at


Foto: steiermark.at/Schüttbacher

Lebensressort Steiermark

Bundesministerin Mag. Dr. Beatrix Karl,

Landesrat Johann Seitinger

Leistbares Wohnen

und Mietrecht

Ein transparentes, verständliches

und gerechtes Mietrecht

Das Mietrechtsgesetz ist über 30 Jahre alt. Es

ist historisch gewachsen. Durch die konträren

Interessen, die dieses Rechtsgebiet gleichermaßen

abdecken muss, und oftmalige

kleinere Novellierungen ist das Mietrecht

aktuell nicht mehr in der Lage, wesentliche

Anforderungen zu erfüllen. Im Ergebnis gibt

es viele verschiedene Mietzins-Modelle, die

schwer verständlich sind. Justizministerin

Beatrix Karl: „Wir brauchen eine größere Reform.

Das Mietrecht muss einfacher und verständlicher

werden.“ Der steirische Wohnbaulandesrat

Johann Seitinger präsentiert

„Eigenheimförderung NEU“. „Wohnen ist ein

Grundbedürfnis und Grundrecht des Menschen

und muss einen Wert darstellen“, so

der steirische Wohnbaulandesrat Johann Seitinger

zum Thema „leistbares Wohnen“. Die

Eckpunkte der „Eigenheimförderung NEU“:

• z Die Basis-Förderung für eine Person beträgt

10.000 Euro, jede weitere Person

wird mit 500 Euro gefördert (maximal

Familien mit 6 Personen).

• z Zuschläge von je 2000 Euro gibt es für

das ökologische Bauen mit Holz bzw.

für Passivhäuser sowie das Bauen in

Siedlungsschwerpunkten bzw. in Baugruppen.

• z Für eine 5-köpfige Familie (Eltern und

drei Kinder) kann daher ein Förderbeitrag

in bar bis zu einer Höhe von 16.000

Euro oder ein Annuitätenzuschuss zu einem

Kredit von 80.000 Euro (der fünffache

Förderbeitrag) mit 2,25 % Zinsen

ausbezahlt werden.

• z Die Auszahlung erfolgt in jeweils zwei

Raten, einerseits nach Meldung des

Baubeginns, andererseits nach Vorlage

der Benützungsbewilligung.

Alle weiteren Details zur „Eigenheimförderung

NEU“ können Sie seit 1. Juni 2013 unter

der Internetadresse www.wohnbau.steiermark.at

nachlesen.

Landentwicklung Steiermark

Kurzmeldungen

aus dem Lebensressort

Die Projektpartner von ReUSE

ReUse – ein Jahr

danach…

Nach einem Jahr Projektlaufzeit zieht

das Pilotprojekt „Retourmöbel Steiermark“

erfolgreiche Bilanz.

Vor mehr als einem Jahr wurde auf Initiative

des Lebensressorts das Projekt

„Retour möbel Steiermark“ als Kooperation

von Möbelhandel (KIKA und

LEINER) und von sozialen Integrationsunternehmen

(BAN, Caritas, Buglkraxn

und GBL) gestartet. Ziel dieses Projektes

war und ist es, zu zeigen, dass es ein Potenzial

von interessierten Kundinnen

und Kunden gibt, die beim Neukauf von

Möbeln gerne ihre alten Möbelstücke für

eine weiteren Benutzungsphase an soziale

Integrationsunternehmen zur Reparatur

und Instandsetzung übergeben,

damit diese Möbel nicht zu Sperrmüll

werden. Die Zahl jener Menschen, die

sich auf dem Re-Use-Markt mit kostengünstigen

Gebrauchtartikeln versorgen,

wächst ständig und so kommen zu den

ökologischen Effekten der Abfallvermeidung

auch soziale Benefits hinzu.

Foto: Fachschule für Weinbau Silberberg

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Qualität macht Schule

Silberberg wird neues Ausbildungszentrum

für Obst- und Weinbau

Die „Fachschule für Weinbau Silberberg“, Kaderschmiede

erfolgreicher Weinbauern und

Weinbäuerinnen, soll sich künftig als neues

Ausbildungszentrum für Obst- und Weinbau

auf internationalem Niveau etablieren. Der

„Regionale Bildungsplan“ sieht unter anderem

eine Zusammenführung der Fachschule

für Obstbau in Gleisdorf mit der Fachschule

für Weinbau und Kellerwirtschaft Silberberg

vor. Die Steiermärkische Landesregierung

hat für die Finanzierung der baulichen Maßnahmen

ein außerordentliches Budget von

7.500.000 Euro bereitgestellt.

Die Planungsarbeiten sind vollständig abgeschlossen,

die Ausschreibungen erfolgen

und im Bereich der Werkstätten ist die Baustelle

seit längerer Zeit eröffnet.

Foto: Peter Manninger


Lebensressort Steiermark

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Fair Expo – Themenschwerpunkt der

heurigen Grazer Frühjahrsmesse

Reger Andrang herrschte bei der nachhaltigen Leistungsschau des fairen Handels und des

umweltbewussten Lebens. Im Mittelpunkt standen nicht nur Themenfelder wie fairer Handel,

ökologische Nachhaltigkeit und Green Technologies; auch Leistungen und Kampagnen

von Non-Profit-Organisationen wurden präsentiert. Ein spannendes Publikumsprogramm

rundet das Besuchserlebnis ab.

Hochwasserschutz

für Retznei

Mit dem Spatenstich im April beginnen die

Bauarbeiten zum Hochwasserschutzprojekt

am Retzneibach in der Gemeinde Retznei.

Das mit 1,5 Millionen Euro veranschlagte Projekt

soll die Gemeinde in Zukunft bestmöglich

gegen Hochwasserereignisse schützen.

Die Arbeiten werden durch die Baubezirksleitung

Südweststeiermark in Eigenregie umgesetzt

und sollen bis Ende September 2014

abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten

dieser Maßnahme in der Höhe von 1.510.000

Euro werden zu 50 % vom Bund, zu 40 % vom

Land Steiermark und zu 10 % von der Gemeinde

Retznei getragen.

Kleine Geschenke mit Herz und Geist !

FELIX-ECK

Ihr Kirchenladen und Museumsshop

im Diözesanmuseum Graz.

Wir haben das Passende für Sie.

Eine große Auswahl an kleinen Gaben mit Herz und Sinn.

Namenskarten, Geschenke für Taufe, Erstkommunion,

Firmung und Hochzeit, Statuen, Kreuze, Messwein,

Weihrauch und vieles mehr.

Mein Felix-Tipp

zur Brot-

Ausstellung:

Brotbackbücher,

Gebetswürfel

und Brotkörbe

sind bei jeder

Einladung ein

nettes

Gastgeschenk.

Achtung BROT Alltag – Brauchtum – Glaube

DIÖZESANMUSEUM GRAZ

Ausgezeichnet mit dem

Das Museum der steirischen Kirche

Bürgergasse 2. 8010 Graz

Telefon 0316. 8041-890

dioezesanmuseum@graz-seckau.at

www.dioezesanmuseum.at

BROT

Ausstellung

Achtung

Alltag - Brauchtum - Glaube

ÖFFNUNGSZEITEN

24. April bis 13. Oktober 2013

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr

Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr

und für Gruppen jederzeit nach Vereinbarung

ZUGÄNGLICHKEIT

Das DIÖZESANMUSEUM GRAZ ist zum Besuch

mit Rollstuhl und Kinderwagen geeignet.

FELIX-ECK – Kirchenladen und Museumsshop

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr

Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr

Feierliche Eröffnung durch BM Berlakovich und LR Seitinger Foto: Stadtgemeinde Feldbach

Symbiose aus Hochwasserschutz und

Erholungsbereich an der Raab in Feldbach

Als Besonderheit bei diesem Projekt wurde eine Flussraumgestaltung im Stadtbereich durchgeführt.

Der Grundgedanke war, die Raab für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Neben

der Errichtung eines Fischaufstieges und ökologischen Strukturierungsmaßnahmen entstanden

Flussübergänge und ein attraktiver Erholungsbereich, wobei die Schutzfunktion

im Vordergrund steht. „Mit den Schutzmaßnahmen machen wir Österreich Schritt für Schritt

sicherer, in der Steiermark sind wir sehr gut unterwegs“, erklärt Umweltminister Niki Berlakovich

anlässlich der feierlichen Eröffnung in Feldbach. Ziel des Projektes in Feldbach-West

war die Erreichung eines HQ100-Schutzes. Das bedeutet, dass die Hochwasserschutzmaßnahmen

auf ein hundertjährliches Hochwasserereignis ausgerichtet werden sollen. Zukünftige

Schwerpunkte für das komplexe Feld des Hochwasserschutzes sieht Landesrat Johann

Seitinger in einer restriktiveren Raumordnung, im Ausbau von Warnsystemen, in der laufenden

Bewusstseinsbildung sowie im Ernstnehmen von Klimaschutzmaßnahmen. „Diese sind

die einzige nachhaltige Maßnahme, um die Katastrophen zu reduzieren“, so Seitinger.

DIÖZESANMUSEUM

GRAZ

Das Museum der steirischen Kirche

Bürgergasse 2. 8010 Graz. Telefon 0316 8041-890

www.dioezesanmuseum.at

„Achtung Brot“ ist doppeldeutig zu verstehen:

Es geht um die Aufmerksamkeit, die

das wichtigste Lebensmittel der Menschen

verdient. Und es geht in der Ausstellung

um den Respekt und die Würde im Umgang

mit dieser Gabe für die Menschheit.

Spezialführungen und Vermittlungsprogramme

für Kinder und Erwachsene begleiten

die spannende Schau.

Achtung BROT.

Alltag, Brauchtum und Glauben

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr,

Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr

und für Gruppen jederzeit

nach Vereinbarung


Nachhaltig leben

Gudrun Walter

Serie

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Nachhaltig ist …

am Beispiel Urlaub und Erholung

Umweltbewusst reisen

mit Weitsicht

Die Berufswelt ist anstrengend

und hektisch. Die Menschen

wissen oft gar nicht mehr, was

sie alles in noch kürzerer Zeit

machen sollen, um nicht zu versagen

und allen Anforderungen

gerecht zu werden. Die Sehnsucht

nach Freizeit und dem

Urlaub ist groß und bedeutet für

so viele Menschen, endlich das

tun zu können, wofür man im

Alltag keine Zeit findet und das

zu kurz kommt.

Im Jänner haben Experten der Statistik Austria

(Quelle: www.statistik.at) die Reisegewohnheiten

der Österreicher vom Sommer

2012 analysiert und die Ergebnisse präsentiert.

Während Österreich im Inland am besten

abschneidet, ist Italien unter den Auslandsreisezielen

am beliebtesten. Darüber

Nachhaltige Entwicklung

hinaus wurden die von der Corps Touristique

Austria (Quelle: http://corps-touristique.at)

erhobenen Reisetrends 2013 präsentiert,

welche auf eine positive Grundstimmung

schließen lassen.

So hat sich die Haupturlaubsreiseintensität

seit 1969 mehr als verdoppelt. „Es lässt sich

sagen, dass der Tourismus weiterhin eine

wachsende Branche ist, welche die Krise besser

als andere Wirtschaftssektoren überstanden

hat“. Laut dieser Studie der Corps Touristique

Austria wird der/die Österreicher/in

im Jahr 2013 durchschnittlich bis zu zwei Mal

im Inland und zwei Mal im Ausland Urlaub

machen. Hauptmotive für Auslandsreisen

sind dabei das Kennenlernen fremder Kulturen

sowie der Entspannungsfaktor.

Die Österreicher legen bei der Entscheidung

für ein Reiseziel besonderen Wert auf Sicherheit,

Sauberkeit und eine atemberaubende

Landschaft.

Rund drei Viertel aller ÖsterreicherInnen fahren

mindestens einmal auf Urlaub und für

alle ist dieser die schönste Zeit, auf die man

sich lange davor freut! Schließlich hat man

endlich Zeit für verschiedene Dinge oder

man verwirklicht lang gehegte Träume und

Wünsche. Lesen, Sport, Erholung, Sonne,

fremde Länder besuchen oder einfach einmal

nichts tun sind wohl die gängigsten Aktivitäten,

die mit dieser Zeit verbunden sind.

Sehr oft werden für die Verwirklichung hunderte

Kilometer auf der Autobahn mit langen

Staus oder etliche Stunden im Flugzeug in

Kauf genommen, um an jenen exotischen

Strand oder in das Wunschdomizil zu gelangen.

Abgesehen von der damit verbundenen

Umwelt belastung ist auch die psychische Belastung

oft hoch. Endlich dort angekommen,

beginnt oft wieder der Stress – schließlich

sind die schönsten Plätze am wunderbaren

Pool als Erstes in der Früh belegt und auch

die romantischen Tische im Restaurant immer

wieder von denselben, unangenehmen

„MiturlauberInnen“ begehrt.

Auch diese Zeit muss gut geplant sein und

es ist nicht unwichtig, sich davor auch mit

dem Partner und den Kindern zu überlegen,

welche Erwartungen und Bedürfnisse jeder

hat, denn sonst entwickelt sich diese schöne

Zeit, auf die sich alle schon so gefreut haben,

zu einer Katastrophe. Immer wieder hört

man, dass nach der Urlaubszeit die Scheidungsraten

steigen.

Dabei ist der Urlaub doch wirklich eine wunderbare

Gelegenheit, nicht nur das alles zu


| 31 |

machen, was im Alltag oft zu kurz kommt,

sondern auch die Gelegenheit, ganz bewusst

Freunde zu treffen und wieder die eigenen

sozialen Netzwerke zu stärken. Wie schön ist

es doch, nach einer gemeinsamen Bergtour

in der Hütte mit den Freunden über das Erlebte

anzustoßen und typische Erbsensuppe

zu genießen. Und auch wie stolz machen uns

immer wieder die eigenen sportlichen

Höchstleistungen, die dann in den Erzählungen

noch viel imposanter klingen.

Urlaub ist anders als Alltag – und jede/jeder

muss wissen, was für jeden individuell passt.

Die Aspekte der Nachhaltigkeit lassen sich

bei der Urlaubsplanung verwirklichen und

zeigen, dass ein bewusster Umgang mit den

Ressourcen durchaus mit Spaß und Fun verbunden

werden kann – Umweltbewusstsein

heißt nicht Verzicht, sondern Weitsicht!

• z Berücksichtigen Sie bei der Auswahl des

Reiseanbieters das ökologische Engagement

des Unternehmens sowie die Umweltqualität

der Reiseangebote.

• z Achten Sie bei der Wahl des Reiseziels

auf die Umweltqualität von Unterkunft

und Urlaubsort. Entdecken Sie dabei die

Vorteile nahegelegener, regionaler Tourismusregionen.

• z Nutzen Sie den schnellen Rat glaubwürdiger

Gütezeichen. Mittlerweile gibt es

schon eine Vielzahl von Umweltzeichen,

die auf umweltfreundliche Unterkünfte

und Reiseanbieter hinweisen.

• z Entscheiden Sie sich bei der Anreise für

die Umwelt: Bus und Bahn sind vorteilhafter

als Auto und Flugzeug. Wer sich

für das Flugzeug entscheidet, kann den

CO 2 -Ausstoß kompensieren.

• z Entdecken Sie die Vorteile umweltfreundlicher

Fortbewegungsmittel vor

Ort. Mit Rad, Bus und Bahn ist der Kontakt

zu Einheimischen leichter.

• z Schonen Sie auch im Urlaub die Umwelt:

Wer Handtücher mehrmals benutzt,

spart Wasser. Wer die Zimmervorhänge

tagsüber schließt und die Klimaanlage

ausschaltet, spart Energie.

• z Bevorzugen Sie vor Ort umweltschonende

Aktivitäten wie Wandern und

Radfahren.

• z Greifen Sie auch im Urlaub zu regional

und saisonal erzeugten Lebensmitteln

und kosten Sie bewusst die regionalen

Schmankerln. Der Urlaub kann ja auch

kulinarisch eine Abwechslung bringen.

• z Ja und warum machen Sie nicht einmal

Urlaub bei Menschen, die Ihnen eine

Unterkunft anbieten – die Sie zuerst gar

nicht kennen und die vielleicht zu

Freunden werden?

Nachhaltigkeit im Urlaub schätzt die Vielfalt

der Regionen mit ihren lokalen Feinheiten

und Spezialitäten. Sie setzt auf lokale/regionale

Wertschöpfung, beachtet die kulturelle

Vielfalt, nimmt auf die Umwelt Bedacht und

stärkt die sozialen Bindungen – dann ist Erholung

und ein lebenswerter Lebensraum

auch für zukünftige Generationen möglich!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der

langersehnte Griechenlandaufenthalt viel

weniger erholsam war (Hitze am Tag und in

der Nacht, Stress am Pool und beim Essen …)

als der Urlaub auf der mir schon vertrauten

Alm – umgeben von guter Luft und ganz lieben

Freunden. Ich freue mich schon jetzt auf

diese Zeit, die ich mit meiner Familie und

Freunden verbringen werde, und weiß, dass

der Spaß sicher nicht zu kurz kommt!

Wer bewusst Urlaub macht, schöpft neue

Kräfte für den Alltag und wird immer wieder

von Farben, Eindrücken, Gerüchen und Begegnungen

und gemeinsamen Er lebnissen

an diese Zeit erinnert und zehrt noch lange

davon.

Nützliche Links:

Sanfter und nachhaltiger Tourismus:

http://www.atmosfair.com

http://www.vertraeglich-reisen.de

http://www.respect.at

http://www.forumandersreisen.de

https://www.couchsurfing.org/

http://www.yourvisit.info

http://www.naturfreunde.at

http://www.nfi.at

http://www.alpenverein.at

Ausgezeichnete Tourismusbetriebe:

http://www.umweltzeichen.at

http://www.biohotels.info

http://www.urlaubambauernhof.at

Tourismus und Kultur in der

steiermark:

http://www.steiermark.com

http://www.graztourismus.at

http://www.styriarte.com

Kontakt

DI Gudrun Walter

Amt der Stmk. Landesregierung

A14 Wasserwirtschaft, Ressourcen und

Nachhaltigkeit

Referat Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeit

Tel. 0316/877-4267

gudrun.walter@stmk.gv.at

www.nachhaltigkeit.steiermark.at

Blitzlichter

Den Menschen

Naturerlebnisse

vermitteln …

Im Mittelpunkt der Arbeit der Naturfreunde

Steiermark steht der Mensch

in seiner nachhaltigen Beziehung zur

Natur, und wir erfüllen diese Aufgabe

unter dem Gesichtspunkt von sozialen,

wohltätigen und gemeinnützigen

Kriterien. Ziel der Naturfreunde

Steiermark ist es, den Menschen Naturerlebnisse

zu vermitteln, den Gemeinschaftsgeist

zu fördern, zu einer

sinnvollen Freizeitgestaltung und zur

Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen

beizutragen. So ist

es nicht verwunderlich, dass wir mit

unseren 30.000 Mitgliedern und

mehr als 4.500 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

so großartige Aktionen

wie die „Flur-Reinigung“ ins Leben

gerufen haben, den Vorläufer des

„Steirischen Frühjahrsputzes“. Auch

im Jahr 2013 haben sich zahlreiche

Ortsgruppen in der gesamten Steiermark

zusammengefunden, um im

Sinne einer gemeinschaftlichen Aktion

die Steiermark ein Stück „sauberer“

zu machen. Ein weiterer Aspekt,

der nicht nur die Steiermark betrifft,

sind die Alpen mit ihren Hütten und

Wegen, womit sie zur nationalen

Identität unseres Landes zählen. Bei

den Naturfreunden sind österreichweit

rund 9.500 MitarbeiterInnen ehrenamtlich

in diesem Bereich tätig

und leisten in Summe mehr als 2 Millionen

freiwillige Arbeitsstunden pro

Jahr. Ein unschätzbarer, unverzichtbarer

Mehrwert für das gesamte

Land.

Rene Stix,

Geschäftsführer

Naturfreunde Steiermark


Nachhaltige Entwicklung

Sepp Eisenriegler

| 32 |

Netzwerkknoten für

zukunftsfähiges Wirtschaften

EU-weit einzigartig: Das R.U.S.Z in Wien

Traditionsreicher Reparatur-Leitbetrieb

Das Reparatur- und Service-Zentrum

R.U.S.Z wickelt im Jahr an die

10.000 Geschäftsfälle im Bereich

Reparaturdienstleistungen (Haushaltsgeräte,

Unterhaltungselektronik

und Computer) und Verkauf

von Second-Life-Geräten ab. Die

emotionale, öffentliche Diskussion

des Themas „Geplante Obsoleszenz“

– das programmierte, frühzeitige

Ablaufdatum von Elektrogeräten

– hat den Geschäftsführer

veranlasst, auch neue Waschmaschinen,

Trockner und E-Herde

anzubieten, die den Kriterien der

Langlebigkeit und Reparierbarkeit

entsprechen.

Das R.U.S.Z ist seit 15 Jahren ein Pionier-Unternehmen

der Nachhaltigkeit: Bereits als sozialökonomischer

Betrieb war das strategische

Ziel, arbeitsmarktpolitische Bedürfnisse

mit ökologischen Notwendigkeiten zu verknüpfen.

Das Mission-Statement „Länger

nutzen statt öfter kaufen“ weist auf die Bedeutung

der Ressourcenschonung als Handlungsmaxime

hin.

Das R.U.S.Z hat die personalintensive Reparaturdienstleistung

neu erfunden. Ohne das

R.U.S.Z gäbe es heute weder das Reparatur-

NetzWerk Wien (www.reparaturnetzwerk.at)

mit über 60 kleingewerblichen Mitgliedsbetrieben,

noch die TrashDesignManufaktur im

ehemaligen Tochterbetrieb Demontageund

Recycling-Zentrum D.R.Z (www.trashdesign.at).

2005 entwickelte das R.U.S.Z gemeinsam

mit Ö3 und der Caritas Österreich

mit der Ö3-Wundertüte das weltweit erfolgreichste

Handysammelsystem der Welt. Seit

2010 wird dieses Know-how im Ressourceneffizienz-Projekt

„Spenden Sie Ihre alte

Waschmaschine. – Die ökosoziale Umverteilung

von Haushaltsgeräten“ angewendet.

Die ergänzende, technische Eigenentwicklung

„Waschmaschinen-Tuning“ (Energieeffizienzsteigerung

alter Waschmaschinen) beweist,

dass Energie- und Ressourceneffizienz

kein Widerspruch sein müssen.

Das R.U.S.Z war Initiator des Österreichischen

Dachverbandes einschlägiger sozialwirtschaftlicher

Betriebe RepaNet (www.repanet.at)

und des EU Dachverbandes RREUSE

(www.rreuse.org). Letzterem ist es unter der

Präsidentschaft von R.U.S.Z-Geschäftsführer

Sepp Eisenriegler durch erfolgreiches Lobbying

in Brüssel gelungen, Reparatur und

Wiederverwendung in der Elektroaltgeräterichtlinie,

aber auch in der neuen Abfallrahmenrichtlinie,

dem abfallwirtschaftlichen

Grundgesetz der EU für die nächsten Jahr-

Nachhaltige Entwicklung


| 33 |

zehnte, prominent zu platzieren. Der nun beschlossene

Wortlaut in Art. 11 der Abfallrahmenrichtlinie

lautet: „Die Mitgliedstaaten ergreifen

(…) Maßnahmen zur Förderung der

Wiederverwendung von Produkten und der

Vorbereitung zur Wiederverwendung, insbesondere

durch Förderung der Errichtung und

Unterstützung von Wiederverwendungsund

Reparaturnetzen”.

Das seit 14 Jahren erfolgreiche Praxisbeispiel

ReparaturNetzWerk Wien war ein wichtiges

Argument, um diesen Erfolg auf der EU-Ebene

einzufahren!

Auch die vorgeschriebenen Abfallvermeidungspläne,

die bis Ende des Jahres von allen

Mitgliedsstaaten vorzulegen sind, werden

sich positiv auswirken: So wird z.B.

Schweden die Steuern auf Reparaturdienstleistungen

senken und mit der produzierenden

Industrie über langlebigere Produkte

verhandeln.

Sepp Eisenriegler: „Es ist ethisch nicht

vertretbar, dass wir auf Kosten kommender

Generationen immer mehr Ressourcen

verschwenden, um immer kurzlebigere

Produkte in den Markt zu drücken!“

Und: „Leider geben wir Geld aus, das wir

nicht haben, um Produkte zu kaufen, die

wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken,

die wir nicht kennen!“

Zur Person

Sepp Eisenriegler

Als ausgebildeter AHS-Lehrer übernahm

Sepp Eisenriegler 1986 die letztlich erfolgreiche

Projektvorbereitung für die Implementierung

der Öko-NPO „die umweltberatung“

Wien. Als Bereichsleiter Abfallwirtschaft

von „die umweltberatung“ Österreich

entwickelte er für den Verband Wiener

Volksbildung die Unternehmenskonzepte

„Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z“

(1996) und Demontage- und Recycling-

Zentrum D.R.Z (2002), zwei sozialwirtschaftliche

Betriebe, deren Charme in der Verknüpfung

arbeitsmarktpolitischer und ökologischer

Notwendigkeiten liegt.

Mitte 2012 startete Sepp Eisenriegler eine

Medienkampagne gegen „geplante Obsoleszenz“,

das programmierte frühzeitige Ablaufdatum

von Elektrogeräten. Derzeit ist

die Fokussierung der Kampagne auf die

Entwicklung einer Positivliste langlebiger,

reparaturfreundlich designter Haushaltsgeräte

im Gang. Ab Herbst 2013 wird im

R.U.S.Z ein so genanntes Reparatur-Café,

eine Selbsthilfegruppe gegen geplante

obsoleszenz, eingerichtet.

Kontakt

Sepp Eisenriegler MAS, MBA

Geschäftsführer des Reparatur- und

service-Zentrums R.U.S.Z

sepp.eisenriegler@rusz.at

www.rusz.at

www.facebook.com/rusz.at

www.youtube.com/reparaturundservice

http://de.scribd.com/Reparatur_Service_

Zentrum


Nachhaltige Entwicklung

Johanna Reinbrecht

| 34 |

Steirischer Frühjahrsputz

50.000 Steirerinnen und Steirer machten mit!

Saubere Sache

In Zusammenarbeit mit den

Gemeinden, den Abfallwirtschaftsverbänden,

den AbfallberaterInnen,

der Berg- und Naturwacht,

den freiwilligen Feuerwehren,

den Tourismusverbänden

und mit Unterstützung

von Schulen und Vereinen ist es

gelungen, die steirische Bevölkerung

für diese Aktion zu begeistern.

Info

www.abfallwirtschaft.steiermark.at

Statement

Friederike List

Österreichischer Alpenverein

Landesverband Steiermark

Der Alpenverein mit seinen 47 steirischen

Sektionen beteiligt sich seit Jahren

am „Steirischen Frühjahrsputz“. Der Natur

und Umwelt verpflichtet, legen wir

großen Wert auf eine saubere Kulturund

Naturlandschaft. Das gemeinsame

Sammeln in den Gemeinden stellt auch

immer ein gesellschaftliches Ereignis

dar. Stop Littering ist für uns Programm.

„Wenn jeder auf seinem Platz

das Beste tut, wird es in der

Welt bald besser aussehen.“

Adolph Kolping (1813–65)

Beim „großen steirischen Frühjahrsputz“ waren

alle dazu eingeladen, zurückgelassenen

Müll einzusammeln und öffentliche Flächen

wie Grün- und Erholungsanlagen, Wiesen,

Wälder und Bachläufe zu reinigen.

Aktiv-Patenschaft für eine

saubere Steiermark von Haus im

Ennstal bis Arnfels

Für Aktiv-BürgerInnen besteht über das ganze

Jahr die Möglichkeit, im Rahmen einer Patenschaft

für eine saubere Steiermark tätig

zu werden. Es sind größere oder kleinere Projektgruppen,

die sich zur Aufgabe gemacht

haben, ihren unmittelbaren Lebensraum im

Dorf/in der Stadt sauber zu halten.

Statement

Margit Langmann

Direktorin der Fachschule für

Land- und Ernährungswirtschaft

Maria Lankowitz

Das achtlose Wegwerfen von Müll wird

zu einem immer größeren Problem. Wir

möchten unseren Jugendlichen bewusst

machen, dass es wichtig ist, unsere Umwelt

zu schonen, zu pflegen und wertzuschätzen.

Beim aktiven „Müllsammeln“

staunen die Schülerinnen und Schüler

und ärgern sich, dass Lebensmittel,

Gebrauchs gegenstände, Möbel u. v. a.

illegal entsorgt werden.

Statement

Dr. Friedrich

ebensperger

Obmann Landesfischereiverband

Steiermark

Die Auseinandersetzung mit der lebendigen

Natur im Wasser und mit den vielfältigen

Wechselwirkungen und Zusammenhängen

am Gewässer führt fast

zwangsläufig zu einer Sensibilisierung

für unsere Umwelt. In diesem Sinne sind

viele der rund zwanzigtausend Steirer,

die sich mehr oder weniger intensiv mit

der Fischerei beschäftigen, an intakten

und vom Zivilisationsabfall unbeeinträchtigten

Uferlandschaften interessiert.

Obwohl viele Fischereiberechtigte

und Vereine schon seit vielen Jahren

Uferreinigungen als fixen Bestandteil der

Vereinsarbeit sehen, freuen wir uns darüber,

dass die Aktion Saubere Steiermark

die Aufmerksamkeit auf unsere Umgebung,

gewissermaßen direkt vor unserer

Haustüre, lenkt und die Energie vieler

umweltsensibler Menschen bündelt.

Kontakt

Landesfischerei verband Steiermark

Hamerlinggasse 3

8010 Graz

Nachhaltige Entwicklung


Nachhaltige Entwicklung

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TRIGOS-Gewinner 2013

Die CSR-Newcomer-Gewinner mit Landesrat Johann Seitinger

Foto: Arnold Pöschl

Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Fünf steirische Unternehmen konnten vor kurzem

die begehrte CSR-Trophäe, den TRIGOS Steiermark,

entgegennehmen. Strahlende Sieger, die für ihren

verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt

ausgezeichnet wurden.

Die Spannung war bis zum Ende der festlichen Gala in der Alten Universität groß.

Rund 150 Unternehmer sowie Stakeholder aus Wirtschaft und Politik fanden sich

pünktlich zur feierlichen Vergabe des etabliertesten Nachhaltigkeitspreises Österreichs

ein. „Ich gratuliere allen Gewinnern aufs herzlichste und möchte mich

gleichzeitig bei allen Einreichern für ihr herausragendes Engagement bedanken.

Für ihren Mut und ihren Einsatz, etwas positiv verändern zu wollen, für ihre Investition

in die Zukunft“, so die Juryvorsitzende des TRIGOS Steiermark und BKS-Bank

Vorstandsmitglied Herta Stockbauer.

Mit dem TRIGOS Steiermark 2013 ausgezeichnet wurden:

• z Kleinunternehmen: SunnyBag GmbH

• z Mittelunternehmen: Seminar Hotel restaurant Retter

• z Großunternehmen: Sandvik Mining and Construction GmbH

• z Zwei Sonderpreise gingen an die Unternehmen:

• z CSR-Newcomer: M&R Automation GmbH

• z Beste Partnerschaft: KIKA/Leiner steiermark

Bewertet wurde das ganzheitliche Engagement der Unternehmen, gegliedert in

die Bereiche Arbeitsplatz, Gesellschaft, Markt und Umwelt.

Ausgezeichnete Sonderpreise

WIN, die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit, hat auch in diesem Jahr wieder einen

Sonderpreis vergeben. Die M&R Automation GmbH aus Grambach bei Graz

wurde als bester CSR-Newcomer ausgezeichnet. Das Unternehmen entwickelt

und fertigt ressourcenschonende, energiesparende Automatisierungsanlagen für

die Industrie.

Statement

HR DI Dr. Wilhelm Himmel

Nachhaltigkeitskoordinator

Leitung Referat Abfallwirtschaft und

Nachhaltigkeit, Abteilung 14, Wasserwirtschaft,

Ressourcen und Nachhaltigkeit

Solidarität in Zusammenhang mit verantwortungsvollem

Handeln ist ein wirksames Mittel, alles

zu können. CSR (Corporate Social Responsibility)

ist der Begriff für unternehmerische Gesellschaftsverantwortung

und beschreibt den freiwilligen

Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen

Entwicklung. Erfreulich ist, dass immer mehr erfolgreiche

steirische Unternehmen mit Unterstützung

der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit

(WIN) den alternativen Weg der sozialen Verantwortung

begehen. Die Steiermark ist das Land der

CSR-Pioniere. Vier steirische Betriebe, nämlich

APUS Software GmbH, Mach & Partner Ziviltechnik-GmbH,

Mensch & Management Beteiligungsund

Beratungs-GmbH sowie die + Fahrschule

Roadstar waren unter den Ersten in Österreich, die

sich CSR-zertifizieren ließen. Verantwortung verdient,

vor den Vorhang geholt zu werden – bei der

TRIGOS-Gala 2013 wurden elf innovative Unternehmen

ausgezeichnet. Das Thema „Fairness erleben“

war Schwerpunkt bei der diesjährigen Grazer

Frühjahrsmesse und hat bei den BesucherInnen

großes Interesse geweckt. Der Mehrwert von

Solidarität und Eigenverantwortung hat in letzter

Zeit an Bedeutung gewonnen und das ist positiv

im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft.

Kontakt

Bürgergasse 5a, 8010 Graz

Tel. 0316 / 877-4323

abfallwirtschaft@stmk.gv.at


Schlusspunkt

Sandra Höbel

| 36 |

Von der Kunst,

(MIT-)Mensch zu sein

Menschlichkeit scheint zu

selbstverständlich, um überhaupt

ein Wort darüber zu verlieren.

Vielleicht sollten wir uns

aber gerade deshalb ein paar

Gedanken dazu machen

und uns fragen: Was ist das

überhaupt? Und wie MITmenschlich

bin ich?

Wos mocht der Romeo, ohne sei Julia?

Wos mocht Jekyll ohne Mr. Hyde?

Wos mocht da Samson ohne Delilah?

Wos mocht de Bonnie ohne ihren Clyde?

Es braucht zwoa, allweil zwoa, weil oana

alloa kånn net vü toa.

Drum brauchts zwoa, allweil zwoa, weil

zwoa weniger oan, des is scho alloan …

Dieser launige, „leschäre“ Liedtext der Seer

trifft einen unverrückbaren Tatbestand unseres

Seins genau auf den Punkt: Der Mensch

ist nicht zum Alleinsein geboren. Wir sind Gemeinschaftswesen

und brauchen die Gesellschaft,

brauchen ein Gegenüber, das uns zulächelt,

uns den Spiegel vorhält, uns antreibt

und motiviert, uns bestätigt und manchmal

auch zurechtrückt. Yin braucht Yang. Plus

braucht Minus. Und der Nordpol den Südpol.

Unser Lebenselixier besteht im Miteinander

und Füreinander. Wir ziehen Energie aus Beziehungen

und Netzwerken, die uns im

wahrsten Sinne des Wortes bereichern. Eine

ideelle Bereicherung, die mehr wert ist als

Besitz und jeder nur erdenkliche materielle

Reichtum.

Was ist Menschlichkeit?

Was verstehen wir denn nun wirklich unter

Menschlichkeit? Wohl jede/r etwas anderes,

und jede/r hat Recht! Laut Wikipedia gibt es

zwei Arten von Menschlichkeit. Die allgemeine

Bedeutung von „menschlich“ und

„Menschlichkeit“ meint „alles, was Menschen

zugehörig oder eigen ist“. So unter dem Motto

„irren ist menschlich“. Der engere Sinn

meint nur jene Züge des Menschen, die in

der jeweiligen Weltanschauung als richtig

oder gut gelten. Also: Hilfsbereitschaft ist

gut. Ergo ist hilfsbereit sein menschlich.

Ich denke, die Praxis ist viel einfacher und

undifferenzierter als theoretische Definitio-

Thema Thema 1/2012: Steiermark

wissenswert

nen: Menschlichkeit ist, einem alten Mann

über die Straße zu helfen. Menschlichkeit ist,

meiner Kollegin den Erfolg von Herzen zu

gönnen. Menschlichkeit ist, meinem Gegenüber

richtig zuzuhören und ihm in die Augen

zu sehen. Menschlichkeit ist Anteilnahme.

Menschlichkeit bedeutet Herzenswärme,

Großzügigkeit und die Fähigkeit, Gefühle zu

zeigen. Menschlichkeit ist all das, was wir bereit

sind, von uns zu geben und in ein großes

Ganzes einzubringen. Was nicht zum Trugschluss

führen darf, dass Menschlichkeit immer

nur positiv sein muss. Gerade auch negative

Eigenschaften und Züge können zutiefst

menschlich sein. Hier spielen Erfahrungen

und Prägungen eine ganz große Rolle.

Denn: „Auch Fehler sind menschlich.“

Menschlichkeit = MIT-Menschlichkeit

Und wenn wir hier genauer hinschauen,

dann erkennen wir, dass Menschlichkeit im

Grunde genau dasselbe ist wie MIT-Menschlichkeit.

Weil es das „Mensch-Sein“ ohne Mitmenschen

nicht gibt. Weil wir immer und

überall ein Teil der Gemeinschaft, ein Teil des

großen Ganzen sind. Was immer wir tun, beeinflusst

andere, wird von unserem Umfeld

wahrgenommen, gutgeheißen oder auch

kritisiert, löst in jedem Fall Reaktionen aus.

Unsere Menschlichkeit führt in der Gemeinschaft

immer zu Reflexion – und das ist gut

und wichtig, nur so entsteht lebenswichtige

Veränderung, Entwicklung und Dynamik.

Ein gewisser Grad an MIT-Menschlichkeit ist

also jeder/jedem von uns eigen. Inmitten all

unserer Mitmenschen gibt es aber auch solche,

die bereit sind, sich und all die ihnen eigenen

Fähigkeiten weit über ein übliches

Maß hinaus in die Gemeinschaft einzubringen.

Freiwillig, eigenmotiviert, selbstlos.

Ohne zu fragen: „Was bekomme ich dafür?“

Einfach nur so … aus Freude an der Sache,

aus Begeisterung für ein Ziel, aus Überzeugung

für eine Vision. Das sind jene Menschen,

die ganz ohne Pathos diese Welt ein

Stückchen besser machen.

MIT-Menschlichkeit verdient

WERT-Schätzung

Die Steiermark hat ein überdurchschnittlich

hohes Sozialkapital. Will heißen, dass sich in

unserem Land sehr, sehr viele MIT-Menschen

um die Erhaltung oder Verbesserung ihres

unmittelbaren Lebensraums bemühen.

MIT-Menschen sind bereit, der

Gemeinschaft Zeit zu schenken!

Durch dieses Bemühen werden sie zu enorm

wichtigen Bindegliedern in der Gesellschaft.

Engagement schweißt zusammen, vereint.

Die Leidenschaft für ein gemeinsames Ziel

verbindet und schafft Identität: EINE Sache

wird zu UNSERER Sache! EIN Erfolg wird zu

UNSEREM Erfolg! Und dadurch mit Leben gefüllt.

Wofür wir uns rühren, das be-rührt uns

auch. Wovon wir uns treffen lassen, macht

uns – oft im positivsten Sinne – be-troffen.

MIT-Menschen, die bereit sind, Zeit für die

Gemeinschaft zu schenken, sich einzubringen,

mitzugestalten, verdienen im höchsten

Maße Anerkennung und Wertschätzung. Engagement

dieser Art bedarf unserer Achtung

und unseres Respekts – ganz besonders in

einer Gegenwart, in der Zeit, als Ressource

immer knapper wird und Individualismus sowie

das – durchaus legitime – Streben nach

persönlicher Verwirklichung den Sinn für die

Gemeinschaft mehr und mehr verdrängen.

Ehrenamt verdient Ehre

„Ehrenamt“ nennen wir dieses freiwillige,

mitmenschliche Engagement so schön. Gemeint

war damit ursprünglich, dass jenen,

die etwas für die Gemeinschaft tun, Ehre gebührt.

Heute interpretieren wir „Ehrenamt“

leider eher in dem Sinne, dass es eine Ehre

für unsere MIT-Menschen ist, wenn sie für die

Gemeinschaft aktiv sein dürfen. Das gilt allerdings

immer nur für „die anderen“. Darum

ist es an der Zeit, unsere MIT-Menschlichkeit

zu zeigen, indem wir uns am besten selbst

einbringen. Oder indem wir unseren MIT-

Menschen jene Wertschätzung und Anerkennung

zuteil werden lassen, die sie in besonderem

Maße für ihre großartigen und bewundernswerten

Leistungen für die Gemeinschaft

verdienen!

Wås måcht a Schraufen ohne Ziaga,

wås måcht a Kettn ohne Såg,

und a Propella ohne Fliaga,

wås kånn denn i dafia, dass i di so måg?

Es braucht zwoa, allweil zwoa, weil oana

alloa kånn net vü toa.

Drum brauchts zwoa, allweil zwoa, weil

zwoa weniger oan, des is scho alloan …


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