Protokoll 2 Lebenskultur - Landentwicklung

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Protokoll 2 Lebenskultur - Landentwicklung

Agenda21 Workshop 2 – Lebenskultur

Gemeindezentrum Lödersdorf, 29. März 2011

Arbeitsteil zur Umsetzung des Themenfeldes

Lebenskultur

Als Einstieg gibt es eine „Blitzlicht“-Umfrage an die Anwesenden Themenbeauftragten zu ihren ersten

Erfahrungen mit dem Thema in ihren Gemeinden.

• Wie ist es mir persönlich mit dem Thema ergangen?

• Was bedeutet das Thema in meiner Gemeinde?

• Wie wurde das Thema in der Gemeindeführung aufgenommen?

Die nachfolgende Gruppenarbeit soll die weitere Vorgangsweise der Themenbeauftragten

verdeutlichen und es soll ein erster Erfahrungsaustausch unter den Themenbeauftragten erfolgen. Als

Einstieg werden die Ergebnisse des 1. Workshops kurz zusammengefasst, danach werden in Gruppen

drei Fragen behandelt.


Frage 1: Vorbilder in meiner Gemeinde

• Welche Menschen in meiner Gemeinde sind Vorbilder zu meinem Thema?

• Wie kann ich ihre Stärken für mein Thema nutzen?

o Bürgermeister + Gemeindevorstand

o Pädagogen

o Brauchtumskenner

o Pfarrer

o Bauern + Direktvermakter

o Vereinsobleute

o Künstler, Chorleiter, Kapellmeister, kreative Menschen

o Erzählfreudige Zeitzeugen

o Zugezogene Bürger – lernen von deren Lebenskultur

Deren Stärken nutzen: Diese Personen persönlich ansprechen und motivieren zur

Wissensweitergabe, Kompetenzweitergabe, Weitergabe der Begeisterungsfähigkeit,

Weitergabe der Erkenntnis, dass Ehrenamtlichkeit wichtig ist und einen auch persönlich

bereichern kann.

Frage 2: Was gibt es bereits Bestehendes?

• Welche Aktionen, oder gute Beispiele gibt es, die gut angenommen werden?

o Verschiedenste Brauchtumsveranstaltungen: Krippenweg (Gem. Gosdorf), Gang durch

den Advent (Gem. Jagerberg), Korbflechten (Gem. Jagerberg),…

o Veranstaltungen im Jahreskreis – zB. Turmblasen, Maibaumaufstellen,…

o Alte Bräuche stärken und wieder aufleben lassen: Unschuldiger Kindertag – Frisch’n

G’sund geben, Krampus statt Perchten, Christkind statt Weihnachtsmann,

„Faschingspopperln“ – und dabei auch den historischen Hintergrund, bzw. die Wurzeln

erklären!

o Dorfintern zusammenkommen und wieder miteinander „tratschen“

o Christkindlmarkt ohne Strom (Gem. Edelstauden)

o Kräuerweingarten (Gem. Söchau) – Lesungen, Weinverkostungen,…

o Kräuterdorftag (Gem. Söchau)

o Beisetzungskultur (Gem. Auersbach) – bei jeder Beerdigung Würdigung des

Verstorbenen durch Abschiedsrede des Bürgermeisters

o Festkultur: Einsatz von regionalen Produkten – Anreize schaffen (keine Saalmiete,…)

o Kuba (Kulturbaustelle Söchau) – Faschingssitzung: Alle machen mit und schreiben sich

ihre Sketche selbst

o Sänger, Musikanten, Theatergruppen, Kulturvereine,…

o Wahlfahrten – gut kommuniziert begeistern sie immer mehr und mehr Menschen

o Sagenwanderung (Gem. Kirchberg)

o Ratschen gehen (Gem. Rabbau)


Frage 3: Perspektiven, Visionen

• Durch die Bearbeitung dieses Themas wird bis 2021 für das Gemeinwohl in unserer Gemeinde

folgendes erreicht….

• Dies ist wahrnehmbar durch…

o Jeder kennt seinen Nachbarn

o Jugend bleibt in der Gemeinde

o Weg vom Materiellen – mehr freiwilliges Engagement

o Bestehendes ist gefestigt und wird selbstständig weiter geführt

o Ehrenamt ist selbstverständlich und wird angemessen geehrt

o Brauchtum wird wertgeschätzt und eigenverantwortlich an die nächste Generation weiter

gegeben

o Wir leben Miteinander und nicht Nebeneinander

o Die „Festkultur“ wurde im gesamten Vulkanland geändert

o Wechsel von der Wohlstandsgesellschaft zur LEBENSgesellschaft

Homepage Vulkanland:

Unter www.vulkanland.at/agenda21 finden sie alle Unterlagen - wie Präsentationen, Drucksorten und

Protokolle zu Ihrem Thema.

Dieser Homepagebereich soll als „Marktplatz“ für Ihr Thema dienen. Es ist Ihnen nicht nur möglich

hier das Verschiedenste herunterzuladen, sondern Sie können ganz einfach auch Vortragende zu

Ihrem Thema finden und einen Überblick über verschiedenste Veranstaltungen erlangen. Es ist aber

auch notwendig Ihrerseits diese Seite zu „beleben“. Sie können, durch Ihre Gemeinde (jede Gemeinde

hat Zugangscodes) Veranstaltungen und vor allem Artikel für Gemeindezeitungen veröffentlichen und

damit anderen Themenbeauftragten behilflich sein.

Tipps und Tricks zur Gestaltungsarbeit:

Wiederholung der Zwölf Tipps für Lebenskultur-Beauftragte

(auch nachzulesen in der Broschüre zur Themenvertiefung)

Die hier vorgestellten einfachen Schritte sind ein Menü, aus dem jeder Themenbeauftragte nach

Neigung und Möglichkeiten einige Punkte für sich auswählen kann. Es soll nicht der Eindruck

entstehen, alle diese Aktionen gleichzeitig beginnen zu müssen. Die Devise heißt Schritt für Schritt

und angepasst an meine persönlichen Ressourcen.


1. Ins Thema vertiefen: Ich beschäftige mich zumindest einmal im Monat über 1 Stunde intensiv

mit dem Thema – in Gesprächen, Sitzungen, mittels Büchern, etc. Ich interessiere mich für

Weiterbildungsveranstaltungen in diesem Bereich und nehme daran teil. Dadurch lerne ich das

Themenfeld immer besser kennen.

2. Regelmäßige Gemeindezeitungsartikel: Mindestens zwei Mal pro Jahr schreibe &

veröffentliche ich über mein Thema ca. eine Seite in der Gemeindezeitung. Rechtzeitig sende

ich meine Artikel (am besten zur Jahreszeit passend) an die Redaktion in der Gemeinde.

Veranstaltungen mit hoher Lebenskultur kündige ich rechtzeitig an und versuche, aktuelle

Termine bei Gemeindeflugblättern unterzubringen. Diese kontinuierliche Information hält alle

BürgerInnen am Laufenden und ist gleichzeitig eine hervorragende Dokumentation für mich

selbst. Damit unterstütze ich auch Veranstalter, die sich um eine besondere Lebenskultur

bemühen.

3. Würdigung der Vor-Ort-Kultur & Kunst: Ich vernetze die Kulturträger vor Ort. Ich kümmere

mich um die Chöre oder Theaterbühne oder Musikkapelle oder Stubenmusik oder Jugendband

oder Kreativgruppe etc. – spreche die verantwortlichen Menschen und Kulturträger

regelmäßig an und unterstütze sie in ihren Aktionen & Bemühungen. Ich ermuntere sie, sich in

die kostenfreien Vulkanlandnetzwerke einzuklinken und am Jahresprogramm Lebenskultur im

Vulkanland teilzunehmen. Ich suche den Kontakt zu Künstlern & Interpreten meiner Gemeinde

und bemühe mich um deren Engagement bei Aktionen in der Gemeinde.

4. Festkultur und Festakte würdig gestalten: Ich nutze das Leitbild „Festkultur Steirisches

Vulkanland“ um die Werte einer besonderen regionalen Festkultur (z. B.

Familienfreundlichkeit, Sperrstunde, regionale Kulinarik, Tischkultur, Lärmschutz) in meiner

Gemeinde zu verankern. Ich inspiriere die Gemeinde, die Vereine & Verbände, der Festkultur

bei allen Veranstaltungen immer höheren Wert beizumessen. Ich achte darauf, dass bei

Gemeindeveranstaltungen die regionale Festkultur lückenlos eingehalten wird. Alle Festakte

bei Veranstaltungen werden würdig begangen, in hoher Aufmerksamkeit und vorab gut

durchdacht. So können ehrenamtliche Leistungen in der Öffentlichkeit besondere Würdigung

erfahren.

5. Inwertsetzung der Wirtshauskultur: Ich nutze die Broschüre „Inwertsetzung der

Wirtshauskultur“ im Vulkanland, um die Werte einer besonderen Wirtshauskultur in der

gemeindeeigenen Gastronomie zu verankern. Ich inspiriere die Wirte bzw. Unternehmer, sich

der Wirtshauskultur anzunehmen und sie in ihrem Interesse in Wert zu setzen. Ich achte


darauf, dass bei Gemeindeveranstaltungen die regionale Gastronomie möglichst gerecht zu

Zug kommt und dort Wirtshauskultur spürbar ist und diese zelebriert wird.

6. Lebenskultur Bildung organisieren: Jedes Jahr organisiere ich kleine & feine

Bildungsveranstaltungen zur Lebenskultur in meiner Gemeinde. Ich versuche Vortragende

bzw. Seminarleiter aus der Gemeinde zu diversen Themen zu bekommen. Ich suche Menschen

in meiner Gemeinde, die Vorträge oder Veranstaltungen durchführen wollen. Ich spreche sie

an und lade sie zum Mitmachen ein. So wird Lebenskultur in all ihren Facetten über die Jahre

greifbarer. In diesen Veranstaltungen und in meiner Arbeit hole ich die Vision Lebenskultur des

Vulkanlandes schrittweise in die Gegenwart.

7. Verfeinerung des Lebensstils: Eine dieser Veranstaltungsreihen kann unter dem Titel „Tag der

offenen Wohnzimmertür“ Einblick in die Lebenskultur von Familien geben und deren Art, wie

sie ihren Lebensstil verfeinert haben. Oder die Gartentür oder der Tag der Hausmusik oder der

Lebensphilosophie, an dem Menschen aus der Gemeinde in ihren Worten z. B. über ihr Weltund

Menschenbild sprechen, oder was für sie das Wichtigste im Leben ist. Dies birgt auch die

große Chance, die reiche Lebenserfahrung von alten Menschen über „Lebensgeschichten“

zugänglich zu machen. Auch die musikalische Ausbildung (die die Gemeinde i.d.R. unterstützt)

kann ich hier als Leistung präsentieren.

8. Information des Gemeinderats: Mindestens ein Mal pro Jahr informiere ich in einer

Gemeinderatssitzung über die steigende Lebenskultur & die dazugehörigen Aktionen. Meine

Berichte & Unterlagen sollten Teil des Sitzungsprotokolls werden. Sollten kleine Budgets zur

Umsetzung nötig sein, bespreche ich diese im Vorfeld mit dem Bürgermeister. Falls nötig, lässt

dieser die Budgets im Gemeinderat beschließen.

9. Andere für das Thema laufend begeistern: Ich inspiriere & motiviere Vereine, Firmenchefs,

Verbände, aktive BürgerInnen, Schulen, Kindergärten etc., die eigene Lebenskultur als

Besonderheit & Potenzial zu sehen und schrittweise aufzuwerten. Ich spreche mit Menschen,

die ich treffe, über das Thema. Für die vielfältigen Aspekte der Lebenskultur entsteht dadurch

Bewusstsein über die Jahre. Ich motiviere die Menschen, zur Lebenskultur in der

Gemeindezeitung Stellung zu nehmen. Immer mehr sollen für dieses Thema begeistert werden

und sich dafür bewusst Zeit nehmen. Die Wertschätzung der Lebenskultur erhöht unseren

Selbstwert (und macht uns dadurch auch wirtschaftlich erfolgreicher).

10. Voneinander lernen: Ich suche den thematischen & praktischen Austausch mit anderen

Themenbeauftragten aus meinen Nachbargemeinden oder in meiner Kleinregion. Ich nutze


auch die jährlichen Treffen des Vulkanlandes im Rahmen der Agenda 21, um mich mit

Themenbeauftragten zu treffen und Neuigkeiten zu hören bzw. zu berichten. Ich versuche

Ideen & Konzepte, die zu meiner Gemeinde passen, in meine Gemeinde zu übertragen bzw.

meine erfolgreichen Initiativen anderen Gemeinden zugänglich zu machen. Der Austausch

dieses Wissens über Themen und Erfahrungen ist über das Internet

www.vulkanland.at/agenda21 einfach möglich. Ich stellen meine Beiträge über mein

Gemeindeamt online – das ist gelebter Erfahrungsaustausch.

11. Gründung Lebenskulturausschuss: Aus den aktiven Lebenskulturträgern gründe ich einen

Lebenskulturausschuss in der Gemeinde (als fixen Treffpunkt der Interessierten). Dieses Team

(aus mindestens 4 Personen aus unterschiedlichen Bereichen) wird zum zentralen

Organisations- und Entwicklungskomitee in meiner Gemeinde. Wir treffen uns mindestens drei

Mal pro Jahr (gegenseitige Information, Aktionsplanung für den Jahreskreis,

Weiterentwicklung, Inspiration & Motivation). Zu den Terminen sind alle Kulturträger meiner

Gemeinde eingeladen. Dort kann das Jahresprogramm besprochen, über Vernetzung von

Aktionen nachgedacht (nach dem Motto „weniger ist mehr“) und über die Weiterentwicklung

diskutiert & Rahmen festgelegt werden. In diesem Workshop versuchen wir, möglichst viel

voneinander zu lernen – was lief super, was eher schlecht und warum? So verbessern wir

unsere Arbeit Jahr für Jahr.

12. Zum Vorbild reifen: Mit meiner Vertiefung im Thema (vgl. auch Bestandserhebung und

Gemeindeumfrage 2008, www.vulkanland.at/kleinregionen) versuche ich Schritt für Schritt

hierin zum Vorbild zu werden. Meine Vorbildfunktion regt Mitstreiter an und motiviert alle, die

sich in diesen Bereich einbringen. Ich lebe Lebenskultur als eigene Kultivierung, als

Inwertsetzung der Vereine und als Lebenskultur in der Gemeinschaft. Über die Jahre werde ich

darin immer besser.

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