Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Umwelt Die Wasserversorgung ...

landentwicklung.steiermark.at

Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Umwelt Die Wasserversorgung ...

Nachhaltigkeit in

Landwirtschaft und Umwelt

Das Ende der

Abfallwirtschaft

Die Wasserversorgung

in der Steiermark

”Agenda-Schulen“

Fundgrube für neue

Lebenserfahrung


M a g a z i n f ü r n a c h h a l t i g e E n t w i c k l u n g

>Vorworte<

HERAUSGEBER

Ökologische Landentwicklung Steiermark (ÖLE)

Am Ökopark 7, 8230 Hartberg

www.oele-stmk.at

Kooperationspartner: UBZ Steiermark

>Leben<

MEDIENINHABER

Land Steiermark

Amt der Steiermärkischen Landesregierung

Fachabteilung 1c

Bürgergasse 5a, 8010 Graz

>Umwelt<

REDAKTION

Ökologische Landentwicklung

Redaktion Zukunftswege, Mag. Helmut Römer

Am Ökopark 7, 8230 Hartberg

Tel. 03332/62922 (Fax DW 4)

office@oele-stmk.at

>Wirtschaft<

GESTALTUNG

graphic kerstein werbung&design

Dammweg 10, 8111 Judendorf-Straßengel

Tel. 03124/54418

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>Wissen<

DRUCK

Medienfabrik Graz

Hofgasse 15, 8010 Graz

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Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

>Lokales<

Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz:

Periodische vierteljährlich erscheinende Druckschrift

über nachhaltige Zukunftsthemen.

Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht mit

der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Die aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit in den

Artikeln gewählte Schreibweise wie Bürger, Leser etc.

bezieht sich selbstverständlich auf beide Geschlechter.

Coverfoto: Begsteiger

>Entwicklung<

Das Land

Steiermark


EDITORIAL

02

03

LH Waltraud Klasnic

LR Erich Pöltl

DI Gerhard Jägerhuber

Dr. Manfred Rupprecht

S EPP F IEDLER

Geschäftsführer

Ökologische Landentwicklung Steiermark

Liebe Leserin, lieber Leser!

04 Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Umwelt

14

17

08

Die Wasserversorgung in der Steiermark

“Bau Stoff Wirtschaft”

Das Landesumweltprogramm Steiermark

12

Das Ende der Abfallwirtschaft

11 Gemeinsamkeiten erschaffen Königreiche

18

Wenn der Kaufmann mit dem Bauern …

22 ”Agenda-Schulen“

26 Schöpfungsverantwortung?!

07 Von Rio 1992 … bis Johannesburg 2002

20

Nachwachsende Rohstoffe

24

25

Wenn die Regionen wüssten …

Meldungen aus den Gemeinden

Am Beginn des neuen Jahrtausends stehen wir alle vor

neuen Herausforderungen. Die Welt und unser unmittelbares

Umfeld verändert sich immer schneller und das was

heute Bestand hat, ist morgen vielleicht schon überholt.

Unsere Lebenserwartung steigt, was selbstverständlich eine

sehr erfreuliche Entwicklung darstellt. Die Finanzierung der

Pensionen und des Gesundheitssystems wird dadurch allerdings

zunehmend schwieriger. Alte Berufe verschwinden,

aber gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze in bisher unbekannten

Bereichen. In manchen Landgemeinden werden

Postämter geschlossen und im Gegenzug wollen Nahversorger

Postdienste anbieten. Die Zukunft bietet also Bedrohungen,

vor allem aber Chancen, die wir erkennen müssen

und die es zu ergreifen gilt.

Sie halten soeben die erste Ausgabe einer neuen Zeitschrift

in den Händen. Der Titel des Magazins lautet

“Zukunftswege” – und genau darum geht es. Wir zeigen

Wege und Beispiele für eine nachhaltige Gestaltung unserer

Lebensräume. Unsere Zeitschrift soll Menschen und

Organisationen als Plattform dienen, die in ihrem Bereich

Strategien zur Sicherung unserer Lebensqualität entwickelt

haben. Private Initiativen zur Sicherung der ländlichen

Infrastruktur sind ebenso angesprochen wie Vereine, die

sich dem Umweltschutz verschrieben haben oder innovative

Unternehmensberater. Aber auch Landesabteilungen

stellen sich als Serviceeinrichtung für den Bürger vor.

Städte, Gemeinden und Regionen können sich mit neuen

zukunftsträchtigen Ideen präsentieren und dadurch anderen

wieder als Vorbild dienen. Wir wollen neugierig machen

auf neue Möglichkeiten und laden interessierte Leser

ein, sich an die jeweiligen Institutionen zu wenden.

Wir berichten über die Agenda 21, dem neuen Gesellschaftskonzept,

welches bei der Rio Konferenz 1992 beschlossen

wurde und unseren Zukunftswegen soziale und

wirtschaftliche Leitplanken bietet, ohne dabei die Umwelt

zu zerstören. Unsere Themen gehen aber noch weit

darüber hinaus, seien es neue Vorsorgemodelle oder auch

technische Innovationen. Kurz gesagt, unser Thema ist die

Zukunft.

Diese Zeitschrift ist ein Angebot an alle Menschen, welche

ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen wollen. Und unser

Ziel ist klar: Eine sozial gerechte Gesellschaft, in der eine

florierende Wirtschaft und eine intakte Natur kein Gegensatz

sondern selbstverständliche Wirklichkeit ist. Dies alles

wird dazu beitragen, die hohe Lebensqualität für die

Menschen in der Steiermark zu sichern. Wir laden Sie ein,

verehrte Leser, mit uns diesen Weg zu gehen.

28

Meldungen aus den Gemeinden

Herzlichst Ihr

Sepp Fiedler


VORWORT

Mit der Kraft der Heimat

Zukunft sichern!

Nachhaltigkeitund “Ökologische Landentwicklung”,

diese Begriffe werden in diesem Jahrhundert und darüber

hinaus entscheidend für die Erhaltung der Lebensqualität

in unserer Steiermark sein.

Als Landeshauptmann der Steiermark begrüße ich mit

großer Freude die Erstausgabe des steirischen

Zukunftsmagazins “Zukunftswege”,

das vom Landesverein Ökologische

Landentwicklung herausgegeben

wird.

Unsere Kinder und Enkelkinder sollen in

einer lebenswerten und gesunden Heimat

leben, das ist unser aller sehnlichster

Wunsch.

Das neue Magazin und die Aktivitäten des Vereines tragen

dazu bei, das Konzept der Nachhaltigkeit zu fördern

und einer breiten Bevölkerungsschicht nahe zu bringen.

In einer Zeit der Globalisierung und der tiefgreifenden

Änderungen in der Arbeitswelt ist es heute besonders

wichtig, lokale und regionale Strukturen zu erhalten.

Die Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Reduktion der

Stoff- und Energieflüsse, die Stärkung des ländlichen und

des städtischen Raumes – das alles beginnt mit der Zusammenarbeit

in den Gemeinden, mit den Bürgern, den

Produzenten, den Konsumenten, vor allem aber mit unserer

Mutter Natur.

Wir Steirer waren immer ein zukunftsorientiertes Land.

Das neue Magazin “Zukunftswege” soll eine zukunftsorientierte

Plattform für kreative Kräfte und engagierte

Menschen unserer Steiermark sein. Ein Netzwerk über

Zukunftsfragen soll entstehen, neueste zukunftsträchtige

und nachhaltige Entwicklungen im sozialen, wirtschaftlichen

und ökologischen Bereich werden vorgestellt.

Die Fragen der Mobilität in unserer heutigen Arbeitsgesellschaft

mit allen Vor- und Nachteilen, die zukünftige

Raumplanung, neue menschenfreundliche Arbeitszeitmodelle

und Energiesparkonzepte gehören diskutiert und

durchdacht.

Als Landeshauptmann der Steiermark lade ich alle Steirerinnen

und Steirer ein, dieses neue Magazin zu nutzen

und Kontakte zu anderen an Zukunftsfragen interessierten

Mitmenschen zu knüpfen.

Viel Erfolg dem Magazin “Zukunftswege” und eine nachhaltige

Zukunft unserer schönen Heimat Steiermark

wünscht herzlichst

Nachhaltigkeit bedeutet so zu handeln, dass die Lebensgrundlagen

der künftigen und nächsten Generationen

langfristig gesichert und erhalten bleiben.

Die Steiermark ist ein Vorreiter auf dem Gebiet der nachhaltigen

Entwicklung. Seit Jahren setzt man sowohl auf

entwicklungspolitischer Ebene wie auch

in den örtlichen und regionalen Strukturen

auf die Verknüpfung von sozialen,

ökologischen und ökonomischen Aspekten

im Sinne der Agenda 21.

So wurde 1996 die Landesinitiative

“Ökologische Landentwicklung” gegründet,

welche die Steirerinnen und

Steirer für die zukunftsfähige Entwicklungsstrategie

begeistern soll. Bereits 90 Gemeinden

haben sich zu einer Zusammenarbeit mit der Initiative der

Ökologischen Landentwicklung entschlossen, 37 Gemeinden

beteiligen sich derzeit aktiv am LA 21-Prozess.

Die Ökologische Landentwicklung hat sich zum Ziel gesetzt,

Bewusstsein zur langfristigen Sicherung der Lebensqualität

im Sinne der Lokalen Agenda 21 zu schaffen

und den Nachhaltigkeitsgedanken in der Öffentlichkeit

zu verankern. Der Gemeinde als Drehscheibe vor Ort

kommt dabei mit ihren “steirisch bewussten” Bewohnern

eine große Bedeutung zu.

Als Bekenntnis zur Nachhaltigkeitsentwicklung in der

Steiermark wurde im Jahr 2000 von der Steiermärkischen

Landesregierung das Landesumweltschutzprogramm

(LUST) mit seinen insgesamt acht Aktionsprogrammen

als Wegweiser für eine nachhaltige Zukunft beschlossen.

Wir müssen uns unserer Verantwortung für die Zukunft

bewusst werden und unser Verhalten danach orientieren.

Das vorliegende Magazin versteht sich als Sprachrohr für

eine nachhaltige Entwicklung und informiert interessierte

Mitbürgerinnen und Mitbürger über aktuelle Umwelt- und

Nachhaltigkeitsthemen.

Viel Erfolg wünscht

Erich Pöltl

Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt,

Nachhaltigkeit, Wasser und Natur

Waltraud Klasnic

Landeshauptmann der Steiermark


Hinter uns die Sintflut?

Nachhaltigkeit

begreifbar machen

Viele Menschen können mit den Begriffen “Nachhaltigkeit

oder “nachhaltige Entwicklung” nichts anfangen.

Dabei ist es sehr einfach: Nachhaltigkeit ist ein jahrhundertealtes

Bewirtschaftungsprinzip aus der Forstwirtschaft,

nach dem nicht mehr Holz geerntet wird als jeweils

nachwachsen kann. Nachhaltige

Entwicklung wieder hat einen breiteren

Ansatz. Die Befriedigung der Bedürfnisse

der jetzigen Generation darf nicht

die Lebenschancen der künftigen Generationen

gefährden. Erreicht wird das

durch ressourcenschonendes Wirtschaften,

durch Rücksichtnahme auf die Umwelt

und nicht zuletzt durch Vermeidung

sozialer Ungerechtigkeiten. Dieser Ansatz ist schwer zu

vermitteln. Wie viele Menschen leben nach dem Motto

“Hinter mir die Sintflut“ und wie viele interessiert heute

schon, was in 30 Jahren sein wird?

Die Fachabteilung 1c versucht in der Steiermark seit zehn

Jahren im Bereich der Abfallwirtschaft nachhaltiges Denken

und vor allem Handeln durchzusetzen. Ziel ist letztlich

die Vermeidung von Abfall durch neue Produktionsmethoden

und damit eine geschlossene Stoffflusswirtschaft.

Am wichtigsten dabei ist eine entsprechende Bewusstseinsbildung

bei den Menschen. Eine Änderung der

Lebens- und Konsumgewohnheiten kann nur erreicht

werden, wenn der Gedanke der Nachhaltigkeit alle gesellschaftlichen

Schichten durchdringt. Der im Rahmen

der FA 1c arbeitende Landesverein Ökologische Landentwicklung

initiiert nachhaltige Entwicklungskonzepte in

den steirischen Gemeinden. Eine Vielzahl von Kommunen

aus allen Teilen der Steiermark wurden von dem Verein

bereits betreut. Um dabei Erfolg zu haben, sind aber

Menschen gefragt, die eingefahrene Gewohnheiten verlassen

und offen sind für neue Ideen. Diese innovativen

Konzepte müssen den Menschen aber auch vermittelt

werden.

Die Zeitschrift “Zukunftswege” ist nun ein ideales Medium

dafür. Es werden Menschen angesprochen, die anpacken

können und die etwas bewegen. Menschen, die

in der Gegenwart leben und welche die Zukunft interessiert.

Und nicht zuletzt kann das Prinzip der Nachhaltigkeit

in seinen unterschiedlichsten Facetten einer breiten

Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Österreich hat 1992 in der Konferenz der Vereinten Nationen

für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die

“AGENDA 21“ unterzeichnet. Damit haben wir uns verpflichtet,

auch Entwicklungsprozesse auf Gemeindeebene

in Form der “LOKALEN AGENDA 21“ zu unterstützen.

Darunter werden Aktionsprogramme

zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips

auf kommunaler Ebene verstanden.

Der Begriff “Nachhaltigkeit“ umfasst

eine ressourcenschonende, dauerhaft

umweltgerechte, wirtschaftlich und sozial

verträgliche Entwicklung. Um eine

derartige Entwicklung einzuleiten und

zu fördern, muss auch die Politik, auf welcher Ebene

immer, neue Wege der Kooperation gehen. Nachhaltige

Politik geht weit über die Umweltressorts hinaus; sie muss

beispielsweise auch eine Angelegenheit des Wirtschafts-,

Finanz-, Sozial-, Energie- oder Verkehrsressorts sein.

Nachhaltiges politisches Handeln ist daher ein sehr notwendiges,

aber doch sehr komplexes Unterfangen, das

man, da alle Theorie bekanntlich sehr grau ist, am besten

durch praktische Beispiele erklären kann.

Das neue Magazin für nachhaltige Entwicklung soll

daher dafür sorgen, dass die vielen Möglichkeiten nachhaltigen

Handelns begreifbar werden und Anregungen

vermitteln, die zu neuen Qualitäten des Zusammenlebens

führen sollen. Möge daher das neue Magazin Impulsgeber

sein, zum Nachdenken anregen und zum Nachmachen

animieren,

wünscht Euch

W. Hofrat Dr. Manfred Rupprecht

Umweltschutzkoordinator des Amtes

der Steiermärkischen Landesregierung

Hofrat DI Gerhard Jägerhuber

Amt der Steiermärkischen Landesregierung –

Vorstand der Fachabteilung 1c


4

>Leben<

Foto: Kerstein

Das Leitbild der Nachhaltigkeit basiert auf

dem Prinzip der umweltschonenden Entwicklung

von Gesellschaft und Wirtschaft.

Ein wesentliches Ziel einer nachhaltigen

Entwicklung ist das Bewahren der Naturund

die Erhaltung der Artenvielfalt. In vielen

Bereichen ist die Steiermark dabei

führend.

Österreich hat

sich 1992 auf der UN-Konferenz für Umwelt

und Entwicklung in Rio dazu bekannt,

nachhaltige Entwicklungsprozesse im

Sinne der Agenda 21 auf Gemeindeebene

(Lokale Agenda 21) zu unterstützen. Es

geht dabei um die Verbesserung der lokalen

sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen

Lebensbedingungen. Die Ressourcennutzung

soll mit Rücksicht auf die Bedürfnisse

der kommenden Generationen

erfolgen, deren Lebensgrundlagen langfristig

bewahrt werden müssen.

Die Steiermark hat mit dem Landesumweltprogramm

“LUST” deutliche Signale

zur Umsetzung der auch im Nationalen

Umweltplan “NUP” verankerten Nachhaltigkeitsstrategie

gesetzt. Mit dem Beitritt

zum “Klimabündnis zur Erhaltung der Erdatmosphäre”

sowie der Verpflichtung von

Kyoto bekannte sich unser Bundesland

auch dazu, Maßnahmen zur Reduktion

der Treibhausgasemissionen, insbesondere

des Kohlendioxids, zu setzen. Die Steiermark

hat bereits in den vergangenen

Jahren ihre Weichen in Richtung einer

nachhaltigen Entwicklung gestellt und

kann auf einige herausragende Erfolge

verweisen.

Nachhaltigkeit

in Landwirtschaft

und Umwelt

Landwirtschaft als Handlungsfeld

der Nachhaltigkeit

Die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft

ist wohl die Produktion von Nahrungsmitteln.

Landwirtschaft bedeutet aber immer

auch einen Eingriff in den natürlichen

Kreislauf. Die intensive Bodennutzung hat

zu Belastungen im Umweltbereich geführt.

Beeinträchtigungen des Grundwassers,

Bodenerosion und Nährstoffauswaschung

waren die Folge.

Schon vor Jahren hat die Steiermark erkannt,

dass man diesem Trend der intensiven

agrarischen Produktion durch eine

neue nachhaltige Form der Landbewirtschaftung

entgegenwirken muss. Ein wesentliches

Merkmal der neuen Landwirtschaft

ist eine umwelt- und naturverträgliche

Produktionsweise. Die Qualität der Lebensmittel,

artgerechte Tierhaltung, der

Verzicht auf Pestizideinsatz sowie Düngemittelreduktion

sind die wesentlichsten

Maßnahmen im Rahmen der nachhaltigen

Landwirtschaft.

Naturschutz und landwirtschaftliche

Nutzung in Form von nachhaltigen Produktionssystemen

zu vereinen, ist zwar

schwierig, da sich auch eine nachhaltige

Landwirtschaft der wirtschaftlichen Herausforderung

stellen muss. Eine nachhaltige

und transparente Produktionsweise

stärkt aber das Vertrauen der Konsumenten

in die Qualität der Produkt, führt zu

einer größeren Nachfrage und sichert

damit die wirtschaftliche Grundlage der

Landwirtschaft. Nachhaltig wirtschaftende

Betriebe tragen damit durch die Erschließung

neuer Einkommensquellen zu

einer Verbesserung der Erwerbsmöglichkeiten

und zur Vitalität im ländlichen Raum

bei.

Landesrat Erich Pöltl

Erich Pöltl ist Landesrat

für Land- und Forstwirtschaft,

Umwelt, Nachhaltigkeit,

Wasser und Natur.


Besonderes Augenmerk muss auf die

Multifunktionalität der Landwirtschaft gelegt

werden. Direktvermarktung, aber

auch die Schaffung von Handelsmarken,

die dem Verbraucher eine Nachvollziehbarkeit

der Produktionskette gewährleisten,

ermöglichen eine Positionierung von

ökologisch produzierten Lebensmitteln.

Steiermarkweit wirtschaften mittlerweile

mehr als 3000 Bio-Bauern-Betriebe nach

ökologischen Kriterien. Ein wichtiger

Schritt war die Umsetzung des “Österreichischen

Programms für eine umweltgerechte

Landwirtschaft” (ÖPUL), wodurch

ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen

Entwicklung in der Landwirtschaft geleistet

werden konnte. Dabei wurden finanzielle

Anreize für den Verzicht auf Mineraldünger-

und Pestizideinsatz, naturnahe

Flächennutzung, Fruchtfolge und Brachen

geschaffen.

Der Landwirtschaft kommt überdies eine

enorme Bedeutung bei der Pflege und Erhaltung

der Kulturlandschaft und bei Maßnahmen

zur Erhaltung der Artenvielfalt zu.

Die Landwirte sind Hüter der Landschaft

und müssen ermutigt werden, sich aktiv für

deren Erhaltung und die Vielfalt der Arten

einzusetzen. Sie müssen für Dienste und

Aktivitäten, die über die Umweltschutzgesetze

und landwirtschaftliche Praxis hinausgehen,

belohnt werden. Ziel einer

nachhaltigen Agrarpolitik ist, umweltfreundliche

Praktiken zu fördern und

Dienstleistungen zu schaffen, die zur Erhaltung

von Lebensräumen, Artenvielfalt

und Landwirtschaft beitragen. Das derzeitige

landwirtschaftliche Förderwesen unterstützt

bereits in vielen Bereichen die Umsetzung

einer nachhaltigen und ökologischen

Landwirtschaft. Dennoch werden

wir auch in Zukunft neue Akzente in der

steirischen Agrarpolitik setzen müssen.

Wende in der Energiepolitik

Unsere Energieversorgung basiert derzeit

großteils auf der Nutzung fossiler, nicht erneuerbarer

Energieträger. Dies führt zu Importabhängigkeit

und auch zu großen

ökologischen Problemen. Eine nachhaltige

Energiepolitik zielt deshalb darauf ab, einerseits

die Energieeffizienz zu erhöhen

sowie andererseits fossile, nicht erneuerbare

Energieträger durch alternative, umweltschonendere

Energieformen zu ersetzen.

Eine Wende hin zu heimischen erneuerbaren

Energieträgern wie Biomasse,

Sonnenenergie, Wasser- und Windkraft

muss einsetzen. Die Steiermark setzt seit

Jahren auf die Nutzung regenerativer Energiequellen.

Der verstärkte Einsatz von

nachwachsenden Rohstoffen und Energieträgern

hat auch eine große wirtschaftliche

Bedeutung, da neue Arbeitsplätze geschaffen

und die Wertschöpfung in den Regionen

erhöht werden kann. Im Jahr 2000

stammte etwa ein Sechstel des gesamten

Energieeinsatzes in der Steiermark von

biogenen Energieträgern.

Die größten Energieeinsparpotentiale

gibt es im Gebäudebereich (Wohnbau,

Büro, Sondernutzung) und im Verkehr. Bei

Gebäuden kann durch Wärmedämmung -

vor allem im Zuge von Althaussanierungen

- der Ressourcen- und Energieverbrauch

wesentlich reduziert werden. Überdies

muss verstärkt auf den Einsatz ökologischer,

schadstoffarmer und erneuerbarer

Baustoffe gesetzt werden. Durch die Einrichtung

von Energieberatungsstellen wurden

bereits in der Vergangenheit große Erfolge

bei privaten und kommunalen Energiekonsumenten

verzeichnet.

Wachsendes Verkehrsaufkommen

sowie steigende Mobilitätsanforderungen

haben zu einer stärkeren Umweltbelastung

durch Emissionen, vor allem CO 2

, geführt.

Durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs

und eine Stärkung der regionalen Infrastruktur

kann eine Reduktion von klimaschutzrelevanten

Emissionen erreicht werden.

Ein zukunftweisender Schritt wurde in

der Steiermark durch die Forcierung von

Biodieseleinsatz im öffentlichen wie auch

privaten Verkehr gesetzt.

Teichalm: Das höchstgelegene zu 100 Prozent

ins Netz einspeisende Windkraftwerk Europas.

Die Windkraftanlage kann den Jahresstrombedarf

von 300 Haushalten decken (1,5 Millionen

Kilowattstunden).

Foto: Begsteiger

Landwirtschaftliche Direktvermarktung

ist auch ein wichtiger

Teil der Nahversorgung.

Foto: Falkner

5


Abkehr von der Wegwerfmentalität

6

Die heutige Konsumgesellschaft orientiert

sich am materiellen Wohlstand. Die daraus

resultierenden Konsumgewohnheiten

haben einen großen Anstieg an Ressourcen-,

Energie- aber auch Flächenverbrauch

zur Folge. Eine Abkehr von der verbreiteten

Wegwerfmentalität ist notwendig,

wenn wir intakte Umweltbedingungen für

nachkommende Generationen sichern

wollen.

Die steirische Abfallwirtschaft kann auf

große Erfolge in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie

zurückblicken. Durch

Abfallverringerung, durch getrennte

Sammlung und Kompostierung biogener

Abfälle sowie durch Recycling von

Sekundärrohstoffen wie Altglas oder Altpapier

konnte eine wesentliche Verbesserung

der Abfallsituation erzielt werden. Informationskampagnen

wie die Altspeiseölkampagne

“Wir Steirer schwimmen im

Öl” oder die “Mehrweg-Windelkampagne”

machten den Bürgern die Notwendigkeit

zur Veränderung ihres Verbraucherverhaltens

bewusst.

Schutz des Lebenselixiers Wasser

Derzeit besitzt die Steiermark Trinkwasser

in ausreichender Qualität und Quantität,

die es für kommende Generationen zu erhalten

gilt. Die Errichtung von Wasserschutz-

und Schongebieten, Maßnahmen

zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung

und eine flächendeckende Abwasserentsorgung

haben in der Vergangenheit

bereits zu deutlichen Erfolgen geführt.

Der Nitratgehalt im Grundwasser

ehemals belasteter Gebiete konnte bereits

deutlich reduziert werden. In vereinzelten

Bereichen liegt der Nitratwert allerdings

immer noch über dem Grenzwert. Eine positive

Entwicklung, auf die wir wirklich

stolz sein können, konnte bei der Verbesserung

der Qualität von Bächen und Flüssen

verzeichnet werden. Die Mur weist

nunmehr auf der gesamten Fließstrecke

mindestens Gewässergüteklasse II auf.

Gemeinden als Akteure einer

nachhaltigen Entwicklung

Eine effiziente Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie

erfordert eine Zusammenarbeit

von Bürgern, Wirtschaft, Interessenvertretungen

und Politik. Erst eine breite

Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen

und Schichten ermöglicht eine langfristige

nachhaltige Entwicklung. Die Steiermark

hat eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen

Entwicklung auf kommunaler

Ebene eingenommen. Die Ökologische

Landentwicklung ist seit Jahren im kommunalen

Bereich erfolgreich bei der Entwicklung

und Umsetzung von Entwicklungsprogrammen

im Sinne der “Lokalen Agenda

21” tätig.

Immer mehr Gemeinden in der Steiermark entscheiden

sich für die Entwicklung langfristiger Zukunftskonzepte

(im Bild die Gemeinde Kaindorf). Foto: Sykora

gungen zu schaffen und Maßnahmen zu

setzen, um die Steiermark in ihrer Rolle als

Nachhaltigkeits- und Umweltmusterland zu

stärken.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit muss in

allen Bereichen der Politik verfolgt werden,

wobei die Einbeziehung ökologischer Gesichtpunkte

in Entscheidungsfindungsprozessen

eine Selbstverständlichkeit werden

muss. Das Bewusstsein und die Verantwortung,

umwelt- und volkswirtschaftliche Interessen

zu vereinen, müssen mit einer

nachhaltigen, zukunftsorientierten Entwicklung

einhergehen. Das Bemühen um Nachhaltigkeit

ist eine Daueraufgabe. Nachhaltigkeit

erfordert Flexibilität, ihre Ziele und

Maßnahmen müssen immer wieder neu

hinterfragt werden. Wir sind jetzt aufgefordert

etwas dafür tun, damit nachkommende

Generationen gleich gute Startbedingungen

vorfinden.

Aufgabe der Politik

Der Politik kommt dabei eine wesentliche

Rolle zu. Sie ist verantwortlich dafür, geeignete

Rahmenbedingungen für eine ökonomisch

tragfähige, ökologisch vertretbare

und sozial ausgewogenen Entwicklung

zu schaffen. Die Umweltpolitik erfordert

mehr denn je vernetztes Denken und zukunftsorientiertes

Handeln. Als politischer

Verantwortungsträger im Umweltbereich

bemühe ich mich darum, Rahmenbedin-


Die UN-Konferenz in Rio 1992 hat Auswirkungen

bis in die Steiermark.

Der große Fortschritt dieser Konferenz

war die erstmalige Verbindung von Entwicklung

und Umwelt.

Im nächsten Jahr

wird in der großen Weltkonferenz in Johannesburg

(Rio+10) Bilanz gezogen,

welche Fortschritte seit Rio 1992 weltweit

erzielt worden sind. Weltweit sollen ja nur

mehr solche gesellschaftliche und wirtschaftliche

Entwicklungen unterstützt werden,

die auch mit positiven Auswirkungen

auf die Umwelt verbunden sind. Die Bilanz

wird zur Ernüchterung beitragen, zumal

die weltweit dominanten Trends in Richtung

Nicht-Nachhaltigkeit nicht gestoppt,

sondern sogar noch verstärkt wurden –

wie das Beispiel der steigenden CO 2

-Emissionen

zeigt.

Die Vorgeschichte

>Entwicklung<

Das nachhaltige Entwicklungskonzept von

Rio, die “Agenda 21” hat zunächst die EU

aufgegriffen und in dem 1993 beschlossenen

5. Umweltaktionsprogramm konkretisiert.

Davon gingen auch Impulse für die

Entwicklung von Nationalen Umweltplänen

aus, wobei Österreich zu den Vorreitern

gehörte und 1995 - als zweites europäisches

Land - den von der Bundesregierung

beschlossenen Nationalen Umweltplan

(NUP) vorlegte. Zeitgleich begann

auch das Bundesland Oberösterreich

ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes

Landesumweltprogramm (LUPO) zu entwickeln.

Auch die Steiermark verfügt seit

rund zwei Jahren über ein entsprechendes

Landesumweltprogramm (LUST).

Mit etwas zeitlicher Verzögerung, vor

allem gegenüber den nordwestlichen Ländern

Europas, begannen vor rund zwei

Jahren sogenannte Lokale Agenda 21

(LA 21)-Aktivitäten in Österreich. Es geht

dabei darum, dass in den Gemeinden

jener Weg in die Zukunft gesucht wird, der

eine hohe Lebensqualität bei gleichzeitiger

Schonung der Naturgrundlagen ermöglicht.

Grundsätzlich werden dabei alle Bürger,

die Wirtschaft, die Politik und die Verwaltung

einbezogen. Gegenwärtig führen

in ganz Österreich etwa 100 Gemeinden

eine LA 21 durch, wobei die Steiermark

mit 40 Gemeinden, Oberösterreich mit 35

Gemeinden und Vorarlberg mit rund 25

Gemeinden als Spitzenreiter gelten.

Steiermark als Vorreiter

In der Steiermark werden die LA 21-Gemeinden

von den Mitarbeitern der Ökologischen

Landentwicklung fachlich unterstützt;

das Österreichische Institut für Nachhaltige

Entwicklung führt die wissenschaftliche

Begleitung durch. Zwei dieser Gemeinden,

Großsteinbach und Zwaring-

Pöls, haben soeben ihren LA 21-Plan fertiggestellt

und beginnen nun mit der Umsetzung.

Eine systematische Auswertung

der Auswirkungen einer LA 21 liegt bisweilen

nur von der Gemeinde Steinbach

an der Steyr in Oberösterreich vor. Dort

konnten in dem bisher zehnjährigen und

damit längsten LA 21-Prozess Österreichs

in 60 Projekten 147 Arbeitsplätze neu geschaffen,

28 neue Betriebe errichtet und

die Anzahl der Vollerwerbsbetriebe konstant

gehalten werden.

Die im kommenden Jahr stattfindende

Weltkonferenz in Johannesburg belebt nun

die Diskussionen zur Nachhaltigkeit auf

allen Ebenen neu. So hat die EU im April

dieses Jahres eine umfassende Nachhaltigkeits-Strategie

beschlossen. Auch wird

gegenwärtig in den meisten europäischen

Staaten, ebenfalls in Österreich, eine nationale

Nachhaltigkeits-Strategie erarbeitet,

die bei der Konferenz 2002 präsentiert

werden soll.

All das waren beziehungsweise sind

eher noch Aktivitäten der obersten Entscheidungsträger,

die allerdings bereits

jene Rahmenbedingungen vorbereiteten,

die zur konkreten Verwirklichung einer

nachhaltigen Entwicklung durch die Bürger,

die Betriebe und Gemeinden erforderlich

sind.

Trotz der Rückschläge für eine weltweite

Nachhaltigkeitsstrategie machen die positiven

und erfolgreichen Beispiele, die es

gerade in der Steiermark in einer großen

Zahl gibt, dennoch Mut. Sie zeigen, dass

die Handlungsspielräume für eine nachhaltige

Entwicklung auf regionaler und lokaler

Ebene vorhanden sind und vieles nur

davon abhängt, dass wir selbst aktiv werden.

Von Rio1992

über Großsteinbach

bis Johannesburg2002

Univ.-Doz. Dr.

Dietmar Kanatschnig

Mag. Martina

Schmalnauer

Die Autoren sind der Direktor und eine Mitarbeiterin

des ÖIN. Dieses Institut ist ein gemeinnütziger

Wissenschaftsverein und setzt sich für die Förderung

einer zukunftsverträglichen Entwicklung von Gesellschaft

und Wirtschaft ein.

Österreichisches Institut für

Nachhaltige Entwicklung (ÖIN)

c/o Universität für Bodenkultur

1070 Wien, Lindengasse 2/12

Tel. 01 / 524 68 47- 0

oin@boku.ac.at

www.boku.ac.at/oin

7


Das Landesumweltprogramm Steiermark

mit der beziehungsvollen Kurzbezeichnung

LUST ist das Zeichen für eine neue

Aufbruchsstimmung in der Umweltpolitik.

Dieses Programm hat die Funktion eines

Wegweisers in eine nachhaltige Ökozukunft

der Steiermark und wird bereits umgesetzt.

Ein Wegweiser

allein nützt allerdings nichts, wenn der angezeigte

Weg nicht tatsächlich beschritten

wird. Die Steiermärkische Landesregierung

hat daher nach den letzten Landtagswahlen

im Herbst 2000 erfreulicherweise

das LUST zum integrierenden Bestandteil

des derzeitigen Regierungsprogrammes

erklärt und damit neuerlich die Bedeutung

der Zielsetzungen dieses Programmes unterstrichen.

Das LUST ist in Übereinstimmung

mit den Zielen des Nationalen Umweltplanes

(NUP) ein Nachhaltigkeitsprogramm,

das drei zentrale Forderungen vereint:

Konkrete Ziele und Leitbilder

Das LUST gibt in insgesamt acht Aktionsprogrammen

die konkreten Ziele und die

dazu notwendigen Maßnahmen samt Zeitplänen

für deren Erfüllung vor. Jedes Aktionsprogramm

verfügt über ein eigenes

Leitbild, das die Zielrichtung dieses Programmes

in allgemein verständlicher Form

vorgeben soll. Diese Leitbilder lauten:

LUST auf erneuerbare Energie (Sonne,

Wind, Wasser, Biomasse) dient dem

Klimaschutz und macht uns vom Ausland

unabhängiger (Aktionsprogramm

Energie und Klimaschutz).

LUST auf einen attraktiven öffentlichen Verkehr

für den Menschen und seine Güter.

Auch der öffentliche Verkehr dient dem

Klimaschutz (Aktionsprogramm Mobilität).

LUST auf eine Raumordnung der kurzen

Wege und der nachhaltigen Schonung

der Ressource Boden (Aktionsprogramm

nachhaltige Raumplanung).

8

>Umwelt<

Foto: Römer

Die weltweiten Stoffkreisläufe dürfen

durch menschliches Handeln nicht

unwiederbringlich beeinflusst werden.

■ Lokale Tragfähigkeitsgrenzen dürfen

nicht überschritten werden.

■ Es muss auf eine gesellschaftliche Entwicklung

hingearbeitet werden, die

die Bedürfnisse der heutigen Generation

befriedigt, ohne die berechtigten

Bedürfnisse künftiger Generationen zu

beeinflussen.

LUST auf Verwerten statt Wegwerfen, wodurch

uns Abfall und Kosten erspart

bleiben (Aktionsprogramm Abfall- und

Stoffflusswirtschaft).

LUST auf saubere und natürliche Gewässer,

die zu unserer Lebensqualität beitragen

(Aktionsprogramm Wasserwirtschaft).

LUST auf Erholung, Schutz und Nutzen

durch widerstandsfähige Wälder. Genetische

Vielfalt statt Monokultur (Aktionsprogramm

Forstwirtschaft).

Das Landesumweltprogramm

Steiermark- LUST

X XXXXX X XXXXXX

xxxxxx xxxx xxxxxxxxxxx

xxxxxxxxx xxxxxxxx

xxxx xxxxxx xxxxx xxx

xxxx xxxx xxxxxxxxxx xxx


LUST auf eine nachhaltige Landwirtschaft

mit gesunden Tieren und qualitätsvollen

Lebensmitteln (Aktionsprogramm Landwirtschaft).

LUST auf eine intakte Natur- und Kulturlandschaft,

wofür wir Partner finden

müssen (Aktionsprogramm Natur- und

Landschaftsschutz).

Da Papier bekanntlich sehr geduldig sein

kann, ist es wichtig, immer wieder zu prüfen,

ob die Umsetzung in die Tat auch

wirklich stattfindet. Diese “Evaluierung“

genannte Prüfung muss alle drei Jahre stattfinden,

worüber auch die Öffentlichkeit zu

informieren ist. Erstmals findet die Überprüfung

im Jahre 2003 statt. Jedenfalls ist

die tatsächliche Umsetzung bereits vielfach

angelaufen, wie die nachstehenden Beispiele

zeigen:

Energie und Klimaschutz

Die Förderungsaktion des Landes für alternative

Energien wurde neu geordnet,

womit die Solarkollektorenfläche und die

Biomasseheizungen neuerlich vermehrt

werden konnten. Auf vier Steirer bzw.

Steirerinnen kommt bereits 1 m 2 Sonnenkollektorfläche.

Im Interesse des Klimaschutzes

wird derzeit in der Landesregierung

und im Landtag eine Reihe von Maßnahmen

zur Reduktion der Treibhausgase

diskutiert. Jedenfalls kann schon heute festgehalten

werden, dass die Kohlendioxydemissionen

aus der Raumheizung und

Warmwasseraufbereitung in der Steiermark

seit 1996 eine leicht rückläufige Tendenz

aufweisen. Dies gibt uns Hoffnung -

zumindest in dieser Sparte.

Mobilität

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

ist ein wichtiger Schwerpunkt. Dazu soll für

den Großraum Graz der sogenannte “Steirertakt”

in drei Etappen binnen 10 Jahren

zur Attraktivierung des öffentlichen Personenverkehrs

verwirklicht werden. Auch der

Containerterminal in Werndorf ist in diesem

Zusammenhang hervorzuheben, weil

dadurch mehr Güter von der Straße auf

die Schiene gebracht werden können.

Nachhaltige Raumplanung

Die Landesregierung und der Landtag beraten

derzeit intensiv über eine Weiterentwicklung

des Raumordnungsrechtes im

Sinne des LUST. Eine nachhaltige

Raumordnung der kürzeren Wege oder

eine Raumordnung als Durchsetzungsinstrument

für den vermehrten Einsatz erneuerbarer

Energien wird derzeit intensiv diskutiert.

Die Zeit der rauchenden Schlote ist vorbei.

Die Steiermark ist führend bei den technischen

Umweltstandards.

Foto: Begsteiger

Präsentation des LUST mit LR Pöltl

Auf vier Steirer kommt bereits 1m 2 Sonnenkollektorfläche.

9

W. Hofrat Dr. Manfred Rupprecht

Umweltschutzkoordinator des Amtes der Steiermärkischen

Landesregierung und Vorstand der

Rechtsabteilung 3 (Bau-, Raumordnungs-, Wasser-,

Verkehrsbau-, Energie-, Abfall- und Umweltrecht).

Hofrat Rupprecht hat federführend an der Erstellung

des LUST mitgewirkt, welches nach mehrjähriger

Vorarbeit und intensiver Zusammenarbeit

zwischen den einzelnen Ressorts am 15. Mai

2000 einstimmig von der Steiermärkischen

Landesregierung beschlossen wurde.

Der Steirertakt wird den öffentlichen Verkehr

attraktiver machen.


Abfall- und Stoffflusswirtschaft

Aktionsprogramm Forstwirtschaft

Natur- und Landschaftsschutz

10

In der Produktion eingesetzte Rohstoffe stellen

ökonomisch und ökologisch wertvolle

Stoffe dar und sollten keinesfalls zu Abfall

werden. Beispiele, wie die Aktion “Von

der Pfanne in den Tank - wir Steirer

schwimmen im Öl” zeigen sehr deutlich

auf, dass Wiederverwertung und Abfallvermeidung

der ökonomisch sinnvollere

Weg sind. Insbesondere durch das Projekt

der Ökologischen Betriebsberatung wird

dies durch systematische Beratungs- und

Bildungsarbeit den Betrieben vermittelt.

Auch der Landesverein Ökologische Landentwicklung

macht durch vielerlei Aktivitäten

insbesondere im Rahmen der Lokale

Agenda 21-Prozesse den Weg einer effektiveren

Stoffflusswirtschaft sicht- und umsetzbar.

Aktionsprogramm Wasserwirtschaft

Der bereits hohe Standard in der Steiermark

wird weiter verbessert. Der Schutz

des Grundwassers in landwirtschaftlich intensiv

genutzten Gebieten ist nach wie vor

ein Gebot der Stunde, obwohl bereits Erfolge

messbar sind und hinsichtlich der

Schadstoffe im Trinkwasser ein sinkender

Trend zu beobachten ist. Im ländlichen

Raum müssen geeignete Abwasserentsorgungssysteme

zum Schutz des Grundwassers

weiter vorangetrieben werden, wobei

den Besonderheiten des ländlichen Raumes

sowohl in der Finanzierung als auch

in der Planung Rechnung zu tragen ist. Der

derzeitige Entsorgungsstand von über

80% der Abwässer kann sich sehen lassen.

In Verbindung mit den Zielsetzungen

des Naturschutzes soll in Zukunft der Lebensraum

Wasser weiter gestärkt werden.

Die Steiermark ist das waldreichste Bundesland

und trägt dadurch enorm zur Luftqualität

und einem gesunden Boden-Wasser-Haushalt

bei. Am wichtigsten Ziel,

mehr Mischwald zu erwirken, wird durch

Beratungsmaßnahmen intensiv gearbeitet.

Zu verweisen ist dabei auf den Zusammenhang

mit dem Holzcluster, weil dadurch

ein höherer Marktwert für das steirische

Holz und bessere Veredelungschancen

bestehen.

Landwirtschaft

Unsere heimische Landwirtschaft erfüllt

zwei wichtige Aufgaben: Es ist dies erstens

die Erzeugung gesunder Lebensmittel zur

ausreichenden Versorgung der heimischen

Bevölkerung. Dies dient insbesondere der

Nahversorgung, aber auch der Krisenvorsorge.

Weiters ist eine Kulturlandschaftspflege

mit all ihren Erholungsräumen ohne

unsere Landwirtschaft nicht denkbar.

Ein wichtiger Schritt zu einer ökologischen

Landwirtschaft ist seit dem EU-Beitritt

im Jahr 1995 das Umweltprogramm

ÖPUL. In der Steiermark sind rund 75 %

der landwirtschaftlichen Nutzflächen in

dieses ÖPUL-Programm einbezogen. Im

Rahmen dieses Umweltprogrammes werden

den Landwirten über 30 Fördermaßnahmen

angeboten. Neben der Möglichkeit,

biologisch zu wirtschaften, gibt es

eine Reihe von Verzichtsmaßnahmen sowohl

im Acker- als auch im Grünlandbereich,

wie beispielsweise den Verzicht auf

rasch wirkende Handelsdünger oder auf

flächendeckenden chemischen Pflanzenschutz.

Dazu kommt die Möglichkeit, bei

den Spezialkulturen wie Obst, Wein und

Gemüse an der integrierten Produktion teilzunehmen.

Ein weiteres wesentliches Merkmal des

Umweltprogrammes ist die Begrenzung

des Vieh-Flächenverhältnisses auf maximal

zwei Großvieheinheiten je Hektar. Daraus

ergibt sich ein möglicher Kreislauf in der

Düngerwirtschaft der Betriebe, wodurch

ein Zukauf von Mineraldüngern nur in den

seltensten Fällen notwendig ist. Die Akzeptanz

in der Landwirtschaft war bisher

hervorragend.

Die Arbeiten für die sogenannten Natura

2000 Gebiete sind intensiv im Gange.

Dem partnerschaftlichen Naturschutz wird

immer größere Bedeutung zukommen. Das

größte Naturschutzvorhaben der Steiermark,

der „Nationalpark Gesäuse“ nimmt

dank dieser Partnerschaft immer konkretere

Formen an.

Fazit

Wie die geneigte Leserin und der geneigte

Leser daraus entnehmen können, tut sich

etwas im Lande Steiermark. Helfen Sie

bitte alle mit, dass wir nachhaltiger werden,

denn nachhaltig wirtschaften heißt

gescheit wirtschaften!

Durch das LUST sollen auch kommende Generationen

eine intakte Umwelt vorfinden.

Foto: Römer


Was haben ein Reifenhändler, ein Tischler,

ein Zimmerer, ein Baumarktleiter, ein

Gastwirt, ein Buschenschankbetreiber, ein

Baudienstleister, ein Installateur, eine

Altenheimleiterin, ein Holzverarbeiter und

ein sozial-ökonomischer Betrieb gemeinsam?

Sie sind alle zu mutigen und erfolgreichen

“Zukunfts-Scouts” geworden.

Insgesamt elf

Unternehmen aus verschiedensten Branchen

haben sich bereits vor einem Jahr

dafür entschieden, einer “unvorhersehbaren”

Zukunft positiv, innovativ und nachhaltig

zu begegnen. Heute ist es kein sicheres

Rezept mehr, die Erfolgsfaktoren

der Vergangenheit auf zukünftige Anforderungen

zu übertragen. Was für gestern gut

war, kann heute in die Irre führen. Die Umsetzung

eines neuen Unternehmenskonzeptes

wurde durch den Nachhaltigkeits-

Landesrat Erich Pöltl, die Fachabteilung 1c

(Abfall- und Stoffflusswirtschaft) und die

Ökologische Landentwicklung Steiermark

ermöglicht.

Neue Wege der Beratung

Die Betriebsberater “Wallner & Schauer“

haben ein neuartiges und nachhaltiges Betriebsberatungssystem

entwickelt, die “Betriebliche

Agenda 21” (BA 21). Hier reichen

sich nun Wirtschaft, Umwelt und Gemeinschaft

die Hand und versuchen sich in

>Wirtschaft<

einem ertragreichen und respektvollen Miteinander.

Durch Klausuren, in denen Strategieentwicklung,

Zukunftssicherung, Umweltschutz

und Kooperationsanbahnung

trainiert werden, entsteht der beste Nährboden

für jene neuen Ideen für die Unternehmen,

die wir dringend brauchen.

Die neue Generation von Führungskräften

ist sich längst dessen bewusst, dass geschickt

geflochtene Netzwerke aus unmöglich

scheinenden Projekten mögliche Erfolge

zaubern. Alte Werte wie Disziplin und

hierarchischer Gehorsam müssen neuen

Werten wie Toleranz, Offenheit und Fairness

weichen. Soziale Kompetenzen und

das Vertrauen in ein Miteinander werden

wichtiger als je zuvor.

Pioniere der Nachhaltigkeit

Ohne die Kraft der Wirtschaftstreibenden

läuft auch für nachhaltige Entwicklungsprozesse

in den Gemeinden gar nichts.

Deshalb wird in Kommunen, welche die

Lokale Agenda 21 umsetzen, flankierend

das BA 21-Programm umgesetzt: Unter

dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

stellen sich die BA 21-Unternehmer brennenden

Fragen der Zukunft. Beispielsweise

zu den Themen Erfolg in Zukunft, Nahweltund

Gemeinde, Umwelt, e-Business oder

Kooperationen und Netzwerke werden Lösungen

gesucht. In einem Klima des “Querdenkens”,

nämlich über alle Branchen der

Wirtschaft hinweg, formen sich spannende

Antworten.

Die Stimme aus der Wirtschaft

Mag. Klaus Kreisel von der Firma Gummi

Kreisel in Hartberg zieht sein ganz persönliches

Resümee aus der bisherigen Pro-

jektarbeit: „Über das BA 21 Projekt ist es

uns gelungen, aus den Problemen des operativen

Geschäftes hinweg auf die langfristige,

strategische Ebene zu kommen.

Auch die umfassende Betrachtung der sozialen,

wirtschaftlichen und ökologischen

Fragestellungen der Zukunft hat mich fasziniert.”

Die Werte der Nachhaltigkeit lösen - so

‚nachhaltig’ wie der berühmte stete Tropfen,

der den Stein höhlt - langsam aber sicher

den grauen, mächtigen und naturfeindlichen

Wirtschaftskoloss der mechanistisch

geprägten Gedankenwelt auf. Es

wird seine Zeit dauern, bis die ersten Erfolge

wie grüne Frühlingsknospen zu

sehen sind, aber das Keimen der nachhaltigen

Ideen ist nicht mehr aufzuhalten.

Genau wie junge Pflanzen braucht auch

die nachhaltige Entwicklung in der Anfangsphase

noch etwas Unterstützung.

Aber die Steiermark ist ein fruchtbares

Land, wo das neue Gedankengut der

Nachhaltigkeit besonders gut gedeiht.

Gemeinde Trieben:

Unterweger – Installationsunternehmen

Team Styria – sozial-ökonomischer Betrieb

Ringl TRT– Baudienstleistungen, Tankstelle

Holz Koidl – holzverarbeitender Betrieb

Gemeinde Mooskirchen:

Ulrych – Tischlerei

Lemsitzer – Zimmermeister

Hochstrasser – Destillerie u.Gastwirtschaft

Bauer - Buschenschank

Gemeinde Hartberg:

Kreisel – Gummi Kreisel

Bezirksaltenheim Hartberg

Lagerhaus Wechselgau – Baubereich

Die BA 21-Teilnehmer 2001

Gemeinsamkeiten

Doppelseite

11

erschaffen Testumbruch

Königreiche

Betriebliche Agenda 21 – ein visionäres Projekt

Dr. Heinz Peter Wallner Dr. Kurt Schauer

X XXXXX X XXXXXX

xxxxxx Wallner xxxx & Schauer xxxxxxxxxxx GmbH

xxxxxxxxx Schönaugasse xxxxxxxx 8a/II, 8010 Graz

xxxx Tel./Fax xxxxxx 0316/814665/16

xxxxx xxx

xxxx wallner@nachhaltigberaten.at

xxxx xxxxxxxxxx xxx

www.nachhaltigberaten.at

Die Unternehmensberatungsfirma “Wallner & Schauer”

befasst sich mit Strategieentwicklung und Neuorientierung

für Unternehmen und Organisationen, Netzwerken

und Zukunftskonferenzen. Die Firma ist spezialisiert auf

Zukunftsstrategien von Unternehmen unter dem Leitbild

der nachhaltigen Entwicklung.


12

>Umwelt<

Foto: Begsteiger

Das Müllaufkommen hat in den letzten

20 Jahren gewaltige Ausmaße angenommen.

Drohen wir also im Abfall zu ersticken

oder gibt es neue Konzepte zur

nachhaltigen Produktnutzung wie die

Stoffflusswirtschaft?

Ungeordnete

Das Ende

der Abfallwirtschaft

Mülldeponien bei jedem Ort, wo die Bevölkerung

alles entsorgt, was nicht mehr

brauchbar ist. Flaschen, Kühlschränke, ja

ganze Autos werden den Sturzplatz hinuntergekippt

und verrotten dort. Giftige

Flüssigkeiten rinnen aus und verseuchen

den Boden. Umwelt- und Klimaschutz

sind Begriffe, von denen kaum noch jemand

gehört hat.

Dieses Horrorszenario stammt nicht

aus irgendeinem Entwicklungsland sondern

zeigt die Situation bei uns vor nicht

einmal 20 Jahren. Wohl jeder der über

Dreißigjährigen kann sich noch gut erinnern

an die unzähligen Müllsturzplätze.

Was heute unvorstellbar ist, war damals

ganz normal und keiner hat sich etwas

dabei gedacht, den Abfall unkontrolliert

irgendwo zu deponieren.

Noch im Jahr 1984 hatten 35 steirische

Gemeinden keine geordnete Abfallentsorgung

und erst 1988 wurden die

letzten ungeordneten Mülldeponien geschlossen.

Die Menschen erinnerten sich

wieder an den Wert einer intakten und

unzerstörten Natur. Regionale Abfalldeponien

wurden eingerichtet mit Basisabdichtung,

Deponiegaserfassung und

Sickerwasserbehandlung. Dies geschah

allerdings sehr oft gegen den erbitterten

Widerstand der Bürger und gegen massive

Anrainerbeschwerden. In dieser unruhigen

Zeit, nämlich im Februar 1991,

wurde beim Amt der Steiermärkischen

Landesregierung die Fachabteilung (FA)

1c gegründet mit dem Auftrag, die Abfallwirtschaft

auf eine neue Basis zu stellen.

400 Kilo pro Kopf und Nase

Die Menge an Müll, den eine vierköpfige

Familie pro Jahr produziert, ist enorm.

Insgesamt 1.600 Kilogramm, das heißt

400 Kilo pro Kopf und Nase, fallen an.

Diese ungeheure Menge muss gesammelt,

sortiert und dann wenn möglich

einer Wiederverwertung zugeführt werden.

Zwei Dutzend Mitarbeiter der FA 1c

aus allen Fachgebieten von der Landwirtschaft

bis zur Chemie haben die Mammutaufgabe

zu bewältigen, dafür Konzepte

zu entwickeln, diese umzusetzen

und die Erfolge oder Misserfolge der gesetzten

Maßnahmen zu bewerten. Denn

die Menge des Abfalls steigt immer mehr

an. Ein Beispiel macht das deutlich. Fast

jeder Haushalt verfügt heute über einen

Computer. Bei der rasenden technischen

Entwicklung werden die Geräte nach nur

wenigen Betriebsjahren ersetzt und stellen

nur noch nutzlosen Müll dar. In den

nächsten drei Jahren wird daher eine Verdoppelung

des Abfalls in Form von Elektroaltgeräten

vorhergesagt. Gerade die

Zusammensetzung dieses Mülls ist aber

bedenklich, da viele elektronische Bauteile

hochgiftiges Quecksilber oder andere

schädliche Schwermetalle enthalten können.

Zudem bestehen Computer aus vielen

Verbundstoffen, die nur äußerst

schwierig zu trennen sind.

Hofrat DI Gerhard Jägerhuber

Der Autor ist Vorstand der Fachabteilung 1c

(Abfall- und Stoffflusswirtschaft). Die Abteilung

feierte heuer ihr zehnjähriges Bestehen.

Amt der Steiermärkischen

Landesregierung – Fachabteilung 1c

Bürgergasse 5a, 8010 Graz

www.abfallwirtschaft.steiermark.at


Im Jahr 1995 startete die Fachabteilung

1c unter anderem ein Pilotprojekt zusammen

mit dem Bundesumweltministerium

und dem Abfallwirtschaftsverband

Weiz. Durch eine aufwändige und sortenreine

Trennung von Elektro- und Elektronikgeräten

sollen einerseits einzelne

Bauteile wiederverwertet werden. Andererseits

können dann die restlichen Bestandteile

gefahrlos deponiert werden.

Das Projekt war so erfolgreich, dass es

auch mit weiteren Abfallverbänden weitergeführt

wird.

Autos und Windeln

Elektronikmüll ist etwas, das es früher in

dieser Form nicht gegeben hat. Aber es

gibt viele neue Abfallarten, die entsorgt

werden müssen. Heutige Autos haben

neben den üblichen Betriebsmitteln auch

Fachgerechtes Zerlegen eines Bildschirmes:

Vom Abfall zum Wertstoff.

(unten) Altautos: Bis zum Jahr 2015 müssen 95 Prozent

eines Autos wiederverwendet beziehungsweise

wiederverwertet werden.

Sprengkapseln für die Airbags, Kältemittel

für die Klimaanlagen und natürlich

ebenfalls unzählige elektronische Bauteile

an Bord, die vor einer Verschrottung

entsorgt werden müssen. Mittels der Altautorichtlinie

der EU aus dem Jahr 2000

wird nun in Zukunft den Autoherstellern

eine verpflichtende Wiederverwertungsund

Recyclingquote für ihre Fahrzeuge

vorgeschrieben. Bis zum Jahr 2015 sollen

95 Prozent eines Autos wiederverwendet

oder verwertet werden. Die Hersteller

müssen nun in Zusammenarbeit mit

der Werkstoff- und Zulieferindustrie Bauteile

und Werkstoffe kennzeichnen, um

diese bei der Verwertung besser zuordnen

zu können.

Aber man braucht zur Verdeutlichung

der Müllproblematik nicht erst so komplexe

Beispiele wie Autos – wie wäre es mit

Windeln. Früher wurden Babys selbstverständlich

mit Stoffwindeln gewickelt.

Heute fallen unglaubliche 12.000 Tonnen

Windeln pro Jahr an, was zehn Prozent

des gesamten Restmüllaufkommens

entspricht. Die Fachabteilung 1c versucht

nun die Verwendung von Mehrwegwindeln

zu fördern und die Familien werden

auch durch Stoffwindel-Startpakete vom

Land Steiermark unterstützt.

Abfallvermeidung und

Stoffflusswirtschaft

Genau das ist die Entwicklung, den die

Abfallwirtschaft gehen muss. Weg von

der Verwaltung des produzierten Mülls

und hin zur Abfallvermeidung. Dieser Ansatz

ist völlig neu und revolutionär. In

einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft,

die Müll vermeidet, gibt es keinen Abfall

mehr, der mühsam entsorgt werden muss.

Die herkömmliche Abfallwirtschaft steht

am Nutzungsende eines Produktes, das

neue Konzept der Stoffflusswirtschaft

setzt am Anfang der Produktion an.

Heute erscheint das vielfach noch undurchführbar,

aber in manchen Bereichen

ist dieser neue Ansatz bereits verwirklicht.

Die Ökologische Betriebsberatung

- ein Projekt zwischen dem Land Steiermark

in Form der FA 1c und dem WIFI

- hat eine Reihe von Branchen und Unternehmen

untersucht. In Umwelthandbüchern

werden Abfallvermeidungsstrategien

vorgeschlagen, die auf den Erfahrungen

der individuellen Betriebsberatungen

aufbauen.

Nachhaltige Entwicklungsstrategien

Ein weiterer Partner der Fachabteilung 1c

ist der Landesverein Ökologische Landentwicklung.

Direkt in den steirischen Gemeinden

setzen Mitarbeiter mit den Menschen

vor Ort Zukunftskonzepte auf allen

gesellschaftlichen Gebieten um. Die Bevölkerung

ist eingeladen, langfristige und

über Jahrzehnte wirkende Leitbilder zu

entwickeln. Alle Maßnahmen, welche die

Gemeinde trifft, müssen mit diesem Leitbild

übereinstimmen. Soziale, wirtschaftliche

und ökologische Strukturen werden

aufgebaut und zu einem tragfähigen

Konzept für die nächsten Jahrzehnte verwoben.

Das heißt, soziale Gerechtigkeit

und eine umweltorientierte ressourcenschonende

Wirtschaft tragen gemeinsam

zur Sicherung der Lebensqualität bei.

Die Aufgaben der FA 1c haben sich

also im Lauf der letzten zehn Jahre gewandelt.

Vom Aufbau eines geordneten

Abfallsammelsystems bis zum ganzheitlichen

Ansatz der Stoffflusswirtschaft und

zur Nachhaltigkeit war es ein weiter

Weg. Aber immer stand die Abteilung im

Dienst der Bevölkerung. Die neuen Entwicklungskonzepte

werden nicht nur beitragen,

wertvolle Ressourcen zu schonen,

sondern geben unseren Kindern die

Chance, in einer intakten Natur aufzuwachsen.

Der zuständige Landesrat Erich

Pöltl sagte einmal: “Wenn wir nicht den

Kreislauf schließen und nur das verbrauchen,

was nachwächst, sind wir Kannibalen

und fressen die Zukunft auf”. Diese

Aufgabe zu bewältigen und zu sorgen,

dass das nicht geschieht, wird die große

Herausforderung sein am Beginn eines

neuen Jahrtausends.

Altspeiseölsammlung: Damit fahren auch die Busse

der Grazer Verkehrsbetriebe.

Fotos: Fachabteilung 1c/Römer

13


14

>Leben<

Foto: S. Bernegger

Wasser ist ein wertvolles Lebenselexier

und wohl unser wichtigster Rohstoff.

Dennoch verbrauchen wir pro Kopf und

Tag etwa 150 Liter und nicht überall auf

der Welt duscht man sich mit Trinkwasser.

Wir in der Steiermark sind also besonders

von der Natur bevorzugt, aber auch

unser Wasser ist ungleich verteilt.

Die ungleiche

Verteilung der Wasservorkommen in der

Steiermark hängt einerseits von den unterschiedlichen

Niederschlagsverhältnissen

und andererseits von den äußerst unterschiedlichen

Speichereigenschaften der

wasserführenden Schichten des Untergrundes

ab. Aus den hydrogeologischen Verhältnissen

kommen für die Trinkwasserversorgung

im wesentlichen drei Arten von

Wasservorkommen in Frage. Es sind dies

die Grundwässer der großen Flusstäler

(Mur, Enns, Mürz usw.), die Quellwasservorkommen

in den Bergregionen und die

artesischen Grundwässer, die hauptsächlich

in der Südoststeiermark zu finden sind.

Arten der Grund- und Quellwässer

Die Grundwässer der großen Flusstäler befinden

sich in einer Tiefe von wenigen Metern

bis zu drei Zentimetern, die durch

mehr oder weniger durchlässige Bodenschichten

überdeckt sind. Wenn man von

Quellwasser spricht, meint man damit meistens

die sehr ergiebigen und in ihren

Die Wasserversorgung

in der Steiermark

Schüttungen sehr stark schwankenden

Karstquellwässer im Bereich der Nördlichen

Kalkalpen nördlich des Ennstales und

im Bereich des Hochschwabmassivs. Meist

handelt es sich hierbei um nackte Gebirgsstöcke,

wo durch unzählige Klüfte

und Spalten der Niederschlag ungefiltert

in den Untergrund einsickert. Daraus folgt

die hohe Empfindlichkeit gegenüber Verunreinigungen

sowohl in chemischer als

auch in bakteriologischer Hinsicht. Weniger

ergiebig sind die Quellen des Kristallins

wie beispielsweise die Quellen der

Niederen Tauern und des Koralmzuges.

Hauptsächlich im Bereich der Südoststeiermark

trifft man auf die bereits intensiv

genutzten artesischen Grundwässer, die in

Tiefen ab ca. 30 bis 250m angetroffen

werden. Tiefer liegende Wässer besitzen

eine zu hohe Mineralisation, weshalb sie

als Trinkwasser ungeeignet sind. Artesische

Grundwässer fließen in sehr feinsandigen,

wenig mächtigen Schichten, wodurch

die geringe Ergiebigkeit erklärt werden

kann. Dichte (lehmige, tonige) Deckschichten

überlagern das artesische

Grundwasser und gewährleisten einen

guten Schutz vor Verunreinigungen. Dies

bedeutet, dass die quantitative und qualitative

Sicherung der artesischen Grundwasservorkommen

in der Steiermark ein

wichtiges wasserwirtschaftliches Ziel darstellt.

Schutz von Wasservorkommen

Zur Trinkwasserversorgung sind Schutzgebiete

für die Wassergewinnungsanlagen

(Brunnen und Quellfassungen) einzurichten.

Die erforderlichen Schutzmaßnahmen

werden einerseits in Form von Schutzgebieten

den Betreibern von Wasserversor-

W. Hofrat DI Bruno Saurer

Vorstand der Fachabteilung 3a

(Wasserwirtschaft)

des Amtes der Steiermärkischen

Landesregierung

Stempfergasse 5 – 7, 8010 Graz

www.stmk.gv.at/verwaltung/fa3a


gungsanlagen per Bescheid vorgeschrieben

und andererseits werden großflächig

Schongebiete durch Verordnung deklariert.

Schutzgebiete, die den unmittelbaren

Fassungsbereich umspannen, dienen in erster

Linie dazu, bakteriologische Verunreinigungen

hintanzuhalten. Die eingerichteten

Schongebiete haben die Aufgabe,

dem Eindringen schwer oder nicht abbaubarer

chemischer Verunreinigungen in

Wasservorkommen durch besondere Vorschreibungen

(Verbote, Bewilligungs- und

Anzeigepflicht) der Wasserrechtsbehörde

vorzubeugen. Dies führt dazu, dass im

äußersten Fall das gesamte Einzugsgebiet

(Bereich der Grundwasserneubildung) des

Wasservorkommens erfasst werden muss.

In der Steiermark wurden für die Gewinnung

von ungespanntem, seichtliegendem

Grundwasser 13 Schongebiete in der

Zeit zwischen 1962 und 1997 erlassen.

Für artesische Grundwasservorkommen in

der Oststeiermark wurden 1968 und

1978 je ein Schongebiet im Bereich von

Feldbach und Fehring eingerichtet. Fünf

Schongebiete, die zwischen 1965 und

1989 verordnet wurden, schützen Quellwasservorkommen

in den steirischen Karstgebieten.

Ein Schongebiet, verordnet

1993, schützt die Quellwasservorkommen

am Niederwechsel, die zur Versorgung

der Region Pinggau–Pinkafeld genutzt

werden. Nicht zuletzt sind drei Schongebiete

aus den Jahren 1963, 1971 und

1973 zu erwähnen, die bekannte Heilquellen

der Südoststeiermark erfassen.

Weitere Schongebiete befinden sich derzeit

in Bearbeitung bzw. im Anhörungsverfahren.

Foto: Franz Klöckl

Öffentliche Wasserversorgung

Die Wasserversorgung in der Steiermark

erfolgt durch:

■ Gemeinden mit eigener Wassergewinnung

■ Gemeinden mit Fremdbezug

(z. B. Wasserbezug von einem

Wasserverband)

■ Gemeinden mit eigener Wassergewinnung

und Fremdbezug

■ Wasserverbände (Versorgung der

Endabnehmer direkt)

■ Wassergenossenschaften und

Wassergemeinschaften

■ Einzelwasserversorgungsanlagen

(Hausbrunnen und Quellen)

Art der Wassergewinnung

Die Grafik zeigt die prozentuelle Verteilung

nach der Art der Wassergewinnung

in der öffentlichen Wasserversorgung.

Hieraus geht hervor, dass in der Steiermark

zur öffentlichen Wasserversorgung

kein (aufbereitetes) Oberflächenwasser

herangezogen wird.

rd. 68 665 000 m 3 ausgerüstet sind.

Quellwasser 35%

Der öffentliche Versorgungsgrad stellt sich

aufgrund einer steiermarkweiten Fragebogenaktion

im Jahr 1996 bei einer Gesamteinwohnerzahl

von rund 1.207.000 wie

folgt dar:

artes. GW 7% ungesp. GW 58%

Versorgungsgrad bezogen auf die Einwohner:

Art der Versorgung

Versorgte Versorgungsgrad

Einwohner

in [%]

Kommunale Wasserversorgung

787.000

65,2 %

Fremdversorgung durch Wasserverbände 111.000

9,2 %

Fremdversorgung durch Gemeinden

12.400

1,0 %

Versorgung durch Wassergenossenschaften

und Wassergemeinschaften

96.000

8,0 %

Öffentliche Wasserversorgung

1.006.000

83,4 %

Fördermengen:

Art der Wassergewinnung

Fördermengen1995

[m 3 /Jahr] bzw. Anteil in %

Grundwasser

26.657.753 (58 %)

Artesisches Wasser

3.230.697 (7 %)

Quellwasser

16.124.282 (35%)

Wasserförderung (gemessen)

46.012.732

Anmerkung: Die Tabelle gibt nur jene Fördermengen

wieder, die mittels Wasserzähler bei den Wassergewinnungsstellen

gemessen werden konnten.

Gesamtfördermenge 1995

(über den spezifischen Prokopfbedarf

Der Rest der Fördermengen kann nur über den

hochgerechnet – Liter pro Einwohner und

spezifischen Prokopfbedarf ermittelt werden, da nicht

Tag für Haushalt und Gewerbe):

alle Wassergewinnungsstellen mit Wasserzählern

15


Entwicklung der öffentlichen

Wasserversorgung

Die nachfolgenden Graphiken zeigen die

Entwicklung des öffentlichen Versorgungsgrades

in den Jahren 1971, 1996 und

2000 bezogen auf die Gesamteinwohner.

Versorgungsgrad 1971

57%

Volkszählung

Versorgungsgrad 1996

83%

Erhebung FA 3a

Versorgungsgrad 2000

86%

Erhebung FA 3a

Der Wasserversorgungsplan Steiermark

Aus der Sicht der Wasserwirtschaft des

Landes stellt die Versorgung der Bevölkerung

mit einwandfreiem Trinkwasser eine

der Kernaufgaben der öffentlichen Hand

im Interesse der Daseinsvorsorge und

Volksgesundheit dar. Diese Verantwortung

kann und darf nicht an Dritte übertragen

werden, zumal die Sicherstellung der

Wasserversorgung einem immer wieder

zu erneuernden Generationenvertrag

gleichzusetzen ist.

Basierend auf dem im Jahr 1996

lückenlos erhobenen Datenmaterial wurde

der “Wasserversorgungsplan Steiermark“

erstellt. Dieser Plan stützt sich auf detaillierte

Erhebungen hinsichtlich Wasserangebot

und Wasserbedarf. Mittels eines

Prognosemodells wurde der Bedarf bis

zum Jahr 2031 errechnet, wobei als Ausgangsdaten

die Ergebnisse der flächendeckenden

Fragebogenaktion und die

Daten der Volkszählungen 1971, 1981

und 1991 verwendet wurden.

Die Steiermark wird auf der Grundlage

regionaler Verantwortungsbereiche von

386 kommunalen sowie 20 mit der unmittelbaren

Versorgung befassten Wasserverbänden,

2 Wasserversorgungsgesellschaften

und 824 Wassergenossenschaften

und -gemeinschaften versorgt, womit

nicht nur die Nähe zum Bürger gewährleistet,

sondern auch die Sorgfaltspflicht für

den Gewässerschutz auf eine breite Basis

gestellt ist.

Vernetzung der Wasserversorgungsunternehmen

nel-Weströhre (10 Wasserversorgungsunternehmen

aus Ost-, Süd- und Weststeiermark

sowie Zentralraum Graz als Vertragspartner),

die Wasserversorgung Oststeiermark

(10 oststeirische Wasserversorgungsunternehmen

als Betreiber) und die

Wasserversorgung Bezirk Radkersburg

(Variantenuntersuchung für alle 14 Gemeinden

des Bezirkes).

Innersteirischer Wasserausgleich

Ein erster Schritt in der Umsetzung eines innersteirischen

Wasserausgleichs wird mit

der Errichtung einer Transportleitung in der

derzeit in Ausbau befindlichen Weströhre

des Plabutschtunnels vollzogen. Damit

kann die ungleiche Verteilung der Wasservorkommen

in der Steiermark durch eine

direkte Verbindung des Nordens von Graz

mit dem wasserarmen Süden ausgeglichen

werden. Allerdings sollte es sich dabei

immer nur um eine Notfallvorsorge und

nicht um eine ständige, die örtliche Sorgfaltspflicht

vernachlässigende Einrichtung

handeln.

16

Ein wesentlicher Teil des Wasserversorgungsplanes

Steiermark befasst sich mit

der Vernetzung der Wasserversorgungsunternehmen

untereinander (Ergebnis von

zwei Workshops mit den Betreibern der

kommunalen Wasserversorgungsunternehmen),

einerseits zur Abdeckung von Spitzenbedarf

und andererseits zur Notfallvorsorge

betreffend Naturkatastrophen (Erdbeben,

Hochwasser, Dürre), Unglücksfälle

(Transportunfälle, Explosionen, Reaktorunfälle),

Sabotageakte und andere Einflüsse

(Undichtheiten an Rohrleitungen und

Behältern, Rohrbrüche, Ausfall der Energieversorgung).

Konkrete Maßnahmen hiezu sind die

Transportleitung im Zuge der Plabutschtun-

Foto: Georg Halbwedl


Die Ausstellung “Bau Stoff Wirtschaft”

versteht sich als Informationsplattform für

nachhaltiges Bauen und kann auf der

Häuslbauermesse 2002 und als Wanderausstellung

in vielen steirischen Gemeinden

erlebt werden. Realisiert wird sie von

den gemeinsamen Partnern, der Fachabteilung

1c der Steiermärkischen Landesregierung

und dem Haus der Baubiologie.

Ökologie und

Nachhaltigkeit – zwei Begriffe und Themen,

die in der heutigen Zeit zunehmend

an Bedeutung gewinnen. Das Haus der

Baubiologie und die Fachabteilung 1c der

Steiermärkischen Landesregierung sind

zwei Partner und Mitstreiter, die Ökologie

und Nachhaltigkeit leben und ständig weiterentwickeln

und so einen wichtigen Beitrag

für eine lebenswerte Steiermark und

ein lebenswertes Österreich leisten.

Die vielfältigen Anforderungen unserer

Zeit in den Bereichen Wirtschaft, Bauen

und Umwelt verlangen ein umfassendes

Verständnis und die Entwicklung von umfassenden

Lösungen. Partnerschaften und

fachübergreifende Netzwerke sind aus

diesem Grund ein wichtiges Instrument um

diese neuen Lösungswege beschreiten zu

können.

>Leben<

Neue Aufgaben

Das Haus der Baubiologie hat sich über

sein ursprüngliches Aufgabengebiet, das

ökologische Bauen, hinausentwickelt und

ist nun ein Ansprechpartner im Gesamtbereich

Bauen, Umwelt und Gesundheit. Zusätzlich

nimmt das Haus der Baubiologie

aber auch eine Vorreiterrolle bei nachhaltigem

Wirtschaften und ökologischer Markenbildung

ein.

Die Fachabteilung 1c (Abteilung für Abfall-

und Stoffflusswirtschaft) hat in ihrem

zehnjährigen Bestehen erfolgreiche Arbeit

für die Abfallwirtschaft in der Steiermark

geleistet. Darüber hinaus hat sie das

Thema Stoffflusswirtschaft zu ihrem neuen

zentralen Anliegen gemacht. Hier ist es

das Ziel, ein Verständnis für eine Kreislaufwirtschaft

aufzubauen. Durch Wiederverwendung

und Wiederverwertung von “Altstoffen”

werden dabei Ressourcen, unsere

Umwelt und damit unser Lebensraum geschont.

Dabei kommt gerade dem Bereich

Bau ein besonders hoher Stellenwert zu.

Durch richtige Planung und richtige Materialwahl

kann eine derzeit große Abfallmenge

deutlich reduziert werden.

Persönliche Beratungen

All diese Informationen werden bei der

Häuslbauermesse im Jänner 2002 einem

breiten Publikum zugänglich gemacht. Die

von der Fachabteilung 1c und dem Haus

der Baubiologie gemeinsam organisierte

Veranstaltung ermöglicht so eine persönliche

Beratung. Im Anschluss daran geht die

Ausstellung als Wanderausstellung auf Reisen

in viele steirischen Gemeinden und

bringt die Information vor Ort.

Das Thema einer “Bau Stoff Wirtschaft”

wird dabei in fünf Bereichen dargestellt.

Fachabteilung 1c und ihre Partner

Hier geht es um einen allgemeinen Zugang

zum Thema Stoffflusswirtschaft im

Bereich Bau. Dargestellt werden die

Aufgaben der Fachabteilung 1c und

das Netzwerk der Partner, das sie bei

ihren Aufgaben unterstützt.

Lokale Agenda 21

Die Lokale Agenda 21 ist ein Programm

zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung,

in der die verschiedenen

Grundthemen der Gemeinde, Ökologie,

Ökonomie und Soziales zusammengeführt

und als gemeinsames Lösungsinstrument

verwendet werden

NaWaRos

Bei der Auswahl von Baumaterialien für

Konstruktion oder Wärmedämmung

gibt es heutzutage ein breites Spektrum.

Sogenannte NaWaRos (nachwachsende

Rohstoffe) sind aus ökologischer

Sicht dafür besonders geeignet.

Wiederverwendung

Die Lebensdauer von Baumaterialien

endet nicht mit dem Abbruch eines Gebäudes.

Vielmehr können Materialien

wie beispielsweise Holz, Ziegel, Fenster

und Türen weiterverwendet werden und

verleihen einem Neubau ein besonderes

Flair.

Wiederverwertung

Baumaterialien können aber auch aufbereitet

werden. Durch Trennung und

Recycling von Baustoffen wie Holz,

Ziegeln Beton, Metallen, Kunststoffen

und Glas können “neue” Rohstoffe ersetzt

und somit als Wertstufe erhalten

werden.

“Bau Stoff

Wirtschaft”

17

Eine Ausstellung

über nachhaltiges Bauen

DI Ronald Holzleitner

Diplomingenieur für Architektur und

Mitarbeiter im Haus der Baubiologie.

Das Haus der Baubiologie befasst sich

mit ökologischen und nachhaltigen

Konzepten im Bereich des Bauens wie

zum Beispiel Baustoffrecycling oder

Energiesparkonzepten.

Foto: Römer

HAUS DER BAUBIOLOGIE

Conrad-von-Hötzendorfstraße 72

8010 Graz

Tel. 0316/47 53 63 (Fax DW 14)

office@gesundeswohnen.at

www.gesundeswohnen.at


18

>Wirtschaft<

Fotos: Falkner/Römer

Immer mehr Nahversorger sehen für sich

keine Zukunft mehr und haben ihr

Geschäft geschlossen. Ohne Auto ist es

vielfach schon unmöglich, die täglichen

Lebensmittel zu kaufen. Aber es gibt erfolgreiche

Initiativen gegen diesen Trend.

Ein Lokalaugenschein aus Eichberg.

Gemeinde Eichberg,

Wenn der Kaufmann

mit dem Bauern…

etwa 20 Kilometer nördlich von Hartberg.

Ein strahlender Freitagnachmittag im November.

Neben dem Gemeindeamt herrscht

Volksfeststimmung. Menschen drängen

sich um Stände neben dem Nah und

Frisch-Geschäft. Bauern aus der näheren

und weiteren Umgebung bieten ihre Produkte

an. Ein Festzelt ist aufgestellt, Blasmusik

spielt, sogar Landesrat Pöltl, Landtagsabgeordneter

Böhmer und ein ORF-

Kamerateam ist da. Der Grund für den Trubel:

Der einzige Nahversorger im Ort, der

sein Geschäft schon für immer geschlossen

hatte, hat es sich anders überlegt und wird

nun doch seinen Betrieb weiterführen.

Peter Fritz und seine Frau Theresia wollen

ihr Geschäft aber auf eine neue Basis stellen.

Sie haben in ihrem Laden ein

“Schmankerleck” eingerichtet. In Kooperation

mit örtlichen Landwirten sollen nun

auch deren Waren in ihrem Kaufhaus angeboten

werden, worin Kaufmann Fritz

“eine reelle Chance für einen Nahversorger”

sieht.

Landwirte, die nun ihre Produkte über

das Kaufhaus Fritz verkaufen, bieten Kostproben

an. Die meisten stammen aus Eichberg

und aus der unmittelbaren Umgebung.

Aber es gibt auch Bauern und Bäuerinnen,

die weiter entfernt sind. Walpurga

Schirnhofer aus Winzendorf, etwa 30 Kilometer

von Eichberg, erklärt, “Herr Fritz

hat gezielt nach Produkten gesucht, die

Eichberger Bauern nicht liefern können.

Auf einem Bauernmarkt sind wir dann ins

Gespräch gekommen”. Frau Schirnhofer

bietet Kräuterprodukte, Knabberkerne,

Schnäpse und Geschenkartikel an. Kaufmann

Fritz ergänzt: “Manche Waren, wie

etwa Käse und andere Molkereiprodukte

werden von Landwirten im weiteren Umkreis

geliefert”. Grundsätzlich “wird aber

geschaut, dass die Transportwege möglichst

kurz sind”. Auch der soziale Aspekt

kommt nicht zu kurz. So bietet Josef Loipersböck

vom Sozialprojekt “malko” aus

dem burgenländischen Markt Allhau Imkereiwaren

wie auch einen hervorragenden

Honig-Kräuterlikör an. In seinem Betrieb

arbeiten Behinderte mit Nichtbehinderten

zusammen und “über Geschäfte wie das

Kaufhaus Fritz können die Waren viel besser

verkauft werden”. Derzeit hat das Kaufhaus

Fritz 26 Lieferanten bäuerlicher Produkte

aus Eichberg und Umgebung.

Organisiert sind die Produzenten und

der Kaufmann in einem eigens gegründeten

Verein. Die Obfrau, Sabine Krausler,

war selber vor 20 Jahren Lehrmädchen in

Betrieb von Peter Fritz. Nach der Kinderpause

sieht sie nun wieder die Möglichkeit,

“mit Herrn Fritz wieder zusammenzuarbeiten”.

Man spürt, die Sache ist ihr ein

Anliegen.

Die aktuelle Diskussion über Schließung

von Postämtern, Bezirksgerichten und Gendarmerieposten

hat die Öffentlichkeit aufmerksam

gemacht auf eine Entwicklung,

die unbemerkt schon vor Jahren im Bereich

der Nahversorgung begonnen hat. In Zei-

Mag. Helmut Römer

Der Autor ist Mitarbeiter

der Ökologischen Landentwicklung

und Redakteur

der “Zukunftswege”.

Ökologische Landentwicklung

Steiermark

Am Ökopark 7, 8230 Hartberg

Tel. 03332/62 9 22 (Fax DW 4)

office@oele-stmk.at

www.oele-stmk.at


ten, wo beinahe jeder ein Auto hatte, war

es ja kein Problem, zum Einkaufen in den

nächsten Supermarkt zu fahren – auch

dann, wenn der 20 oder mehr Kilometer

entfernt war.

Heute hat fast ein Drittel der steirischen

Gemeinden keinen Kaufmann mehr.

Diese Entwicklung schadet dem ländlichen

Raum und stellt die Bevölkerung der

betroffenen Gebiete vor große Probleme.

Gerade ältere und weniger mobile Menschen

können kaum mehr vor Ort ihre täglichen

Bedürfnisse abdecken.

Gleichzeitig mit dieser Entwicklung sind

auch die Landwirte mit großen Problemen

konfrontiert. Die Erzeugerpreise verfallen,

viele Bauern können von ihren Höfen nicht

mehr leben. Sie geben die Wirtschaft auf

oder wechseln in eine Nebenerwerbslandwirtschaft.

Gleichzeitig aber boomen die

Bauernmärkte. Gerade nach der BSE-Krise

kaufen viele Konsumenten lieber Produkte

beim Direktvermarkter als anonyme

Waren vom Supermarkt. Ein neues Projekt

versucht nun, Nahversorger mit den örtlichen

Landwirten zusammenzubringen.

Produkte der Bauern, von Dinkelkaffee

über Käse, Fleisch bis zum Kleingebäck

werden über die jeweiligen Lebensmittelgeschäfte

verkauft.

Netzwerk Lebensmittelhandel-

Landwirtschaft

Dieses Konzept wurde von der Firma “B+B

– Beratung und Bildung” in Graz und der

“ARGE Selbstvermarktung” entwickelt und

nennt sich “Netzwerk Lebensmittelhandel –

Landwirtschaft”. Umgesetzt wird das Projekt

unter tatkräftiger Mitwirkung des Landesvereines

“Ökologische Landentwicklung”,

dem Projektpartner und Förderer

dieser Initiative. Die Idee, die dem Netzwerk

zugrunde liegt, ist bestechend einfach:

Der Nahversorger arbeitet mit den

örtlichen Landwirten zusammen, die ihm

ihre Bauernprodukte liefern. Die Waren

werden dann über das Geschäft, aber auf

Namen und Rechnung des jeweiligen Direktvermarkters

verkauft. Die permanente

Belieferung und die kurzen Transportwege

garantieren immer frische Waren, deren

Ursprung der Käufer leicht nachvollziehen

kann.

Die Landwirte haben im Gegenzug eine

neue Vertriebsmöglichkeit. Sie können sich

auf ihren Kernbereich konzentrieren – die

Produktion von hochwertigen Lebensmitteln

zu fairen Preisen. Insgesamt 100 Projekte

will die Ökologische Landentwicklung

in steirischen Gemeinden im Rahmen

des Netzwerkes Lebensmittelhandel-Landwirtschaft

umsetzen.

Mittlerweile hat auch der Eichberger Bürgermeister

gesprochen, von der “lähmenden

Stille, die im Ort herrschte, nachdem

bekannt geworden war, dass das Kaufhaus

Fritz schließen will” und von der Unterschriftenaktion

der Eichberger für die

Beibehaltung ihres Nahversorgers. Und

davon, wie groß dann die Erleichterung

der Bevölkerung gewesen sei, dass das

Kaufhaus doch erhalten werden könnte.

Eine Eichbergerin stimmt dem zu: “Beim

Fritz kann man sich treffen und kommt mit

anderen Leuten vom Ort zusammen”.

Mag. Josef Waltl von B+B erklärt, “das

Schmankerleck im Kaufhaus Fritz ist das

zehnte Projekt seit dem Beginn der Initiative

im September vorigen Jahres. Sechs

weitere Netzwerk-Kooperationen werden

in den nächsten Wochen eröffnet”. Und

dann tritt noch Landesrat Pölt vor das Mikrofon.

Eine tolle Partnerschaft habe das

ganze Projekt möglich gemacht, das auch

von der Wirtschaftskammer mitgetragen

werde. “Keinen Nahversorger mehr zu

haben, bedeutet einen ungeheuren Verlust

von Lebensqualität”. Dieses Projekt sei

auch ein Beispiel dafür, wie man aus Problemen

Chancen machen könne. Mit diesen

Worten wird das Schmankerleck im

Kaufhaus Fritz endgültig eröffnet und das

Geschäft erlebt einen Ansturm wie selten

zuvor. Der 1200-Seelen-Ort in 700 m Seehöhe,

der vor allem vom Tourismus älterer

Sommergäste lebt, hat seinen Kaufmann

wieder.

Theresia Fritz, die Geschäftsfrau, im Zentrum

des Medieninteresses.

Walpurga Schirnhofer: „Auf dem Bauernmarkt

kamen wir ins Gespräch“.

LR Pöltl: Gegen den Verlust von Lebensqualität.

Nach der Eröffnung: Trubel im Geschäft.

19

Die Menschen bleiben noch lang und reden

über das Ereignís.

Fotos: Römer


20

>Entwicklung<

Zeit waren nachwachsende Rohstoffe die

Basis der meisten Gebrauchsgüter des täglichen

Lebens. Man ging mit dem Weidenkorb

einkaufen, wohnte in Möbeln aus

Holz und trug Kleidung aus Naturfasern.

Erst mit dem Auftreten von Bakelit in den

30er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann

der Siegeszug der Werkstoffe auf

der Basis fossiler Rohstoffe, der schließlich

im “Plastikzeitalter” des ausgehenden 20.

Jahrhunderts gipfelte.

Seither umgeben uns PVC, Polypropylen

und viele andere Kunststoffe. Wir leben

in ihnen, tragen sie auf der Haut und

schleppen damit unsere Einkäufe nach

Hause. Vom Dünger in der Landwirtschaft

über den Innenraum unserer Autos bis zu

gar nicht so wenigen Lebensmittelzusätzen,

alles hat heute seinen Ursprung in

Erdöl (und teilweise auch Erdgas). Dass

diese Situation weder ökologisch noch politisch

nachhaltig ist, wird immer mehr

Menschen bewusst.

Nachwachsende

Rohstoffe

Foto: Brigitte Komposch

Was ist vom Naturboom der beginnenden

90er Jahre übriggeblieben oder kommt

es jetzt zu einer Wiederkehr von naturbelassenen

und nachwachsenden Rohstoffen?

Dies ist auch eine Chance für die

Landwirtschaft.

Vor nicht allzu langer

Aus dem “grünen Eck” ins Zentrum

Seitdem mit dem Umweltschutzgedanken

ein neuer Umgang mit Natur wieder

“Mode” wurde, haben auch Produkte aus

nachwachsenden Rohstoffen neues Interesse

gefunden. Der Sack aus Jute, die Puppe

aus Stroh und das Vollholzmöbel waren

aber nicht nur Gebrauchsartikel. Sie

waren ein “Statement”, ein Statussymbol

der etwas anderen Art. Mit ihnen wollte

man zeigen, dass man sich für die Mitwelt

interessiert, dass einem der Schutz der Umwelt

ein Anliegen ist. In vielen Fällen ließ

man sich dieses Symbol auch etwas kosten

und zeigte damit, dass man auch das

nötige Kleingeld hat, “ökologisch” zu

leben.

So wichtig diese Symbolwirkung auch

ist, sie kann nicht die Grundlage einer

nachhaltigen Wirtschaft sein. Zu klein

bleibt der Kundenkreis für solche Produkte

und zu gering bleibt auch die Wirkung auf

die gesamte Wirtschaft. Wenn nachwachsende

Rohstoffe wirklich einen Beitrag zu

nachhaltiger Entwicklung leisten sollen,

dann müssen sie aus dem “grünen Eck”

heraus und wieder einen wichtigen Beitrag

als Grundlage der industriellen Produktion

leisten.

Die Landwirtschaft als “Ölquelle”

Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss man

die Rolle der Landwirtschaft in einer nachhaltigen

Gesellschaft neu überdenken. Die

Industriegesellschaft hat die Landwirtschaft

zu einem reinen Produktionssektor für Lebensmittel

degradiert. Gleichzeitig wurde

die Landwirtschaft selbst “industrialisiert”.

Das Ziel war, möglichst (kosten-)effizient

Nahrungsmittel bereitzustellen.

Eine Chance für nachhaltige

Regionalentwicklung

Univ.-Prof. Dr. Michael Narodoslawsky

Der Autor ist Universitätsprofessor am Institut für

Grundlagen der Verfahrenstechnik an der Technischen

Universität Graz, Obmann des Vereins

“SUSTAIN” und Mitarbeiter des Kornberg-Institutes,

welches sich mit nachhaltiger Regionalentwicklung

und angewandter Forschung beschäftigt.

Kornberg Institut

Steirische Vulkanland Regionalentwicklungs GmbH

Dörfl 2, 8330 Kornberg

Tel. 03152/8380-0 (Fax DW 4)


Es steht außer Zweifel, dass die Versorgung

der Menschheit mit Nahrungsmitteln

auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe der

Landwirtschaft blieben wird. Die wachsende

Bevölkerung unserer Erde macht diese

Aufgabe sogar noch wichtiger, als sie

heute schon ist.

Auf einer Erde mit 10 oder 15 Milliarden

Menschen werden wir möglicherweise

jedes Getreidekorn und jede Sojabohne

dringend zur Ernährung brauchen.

Woher soll die Landwirtschaft dann

jene nachwachsenden Rohstoffe nehmen,

die uns mit industriellen Gütern versorgen?

Die Antwort auf diese Frage ist so einfach,

wie sie alt ist. Indem die Landwirtschaft

eben alles nutzt, was ihr die Natur

schenkt. Nicht nur das Getreidekorn, sondern

auch das Stroh. Nicht nur das Schnitzel,

sondern auch die Schlachtabfälle.

Nicht nur den Stamm, sondern auch das

Schwartholz. Die Bereitstellung nachwachsender

Rohstoffe ist nicht Konkurrenz zur

Bereitstellung von Nahrungsmitteln. Sie ist

sinnvolle Ergänzung und sie soll der Landwirtschaft

nicht alternatives Einkommen sichern,

sondern zusätzliches Einkommen.

Sie soll auch die anderen Funktionen der

Landwirtschaft (etwa die Erhaltung der Kulturlandschaft)

wirtschaftlich belohnen. Die

Mengen, die hier zusätzlich aufgebracht

werden können, reichen ohne weiteres

aus, um auch in Zukunft ein Leben ohne

Mangel zu sichern!

Die Technologien sind möglich –

“Grüne Bioraffinerien”

als Basis der Enzymerzeugung zum Zellstoffaufschluss)

werden. Selbst das vielgeschmähte

Tiermehl entpuppt sich aus dieser

Sicht als interessanter Rohstoff, aus

dem Plaste, Kleber, Waschmittel und Biodiesel

hergestellt werden können. Hier ist

der technologischen Phantasie keine Grenze

gesetzt!

Die Region als Drehscheibe

All diesen Technologien ist gemeinsam,

dass sie nur in einem dezentralen, vernetzten

System Sinn machen. Nachwachsende

Rohstoffe fallen dezentral an, eine

sinnvolle Nutzung bedarf daher dezentraler

Wirtschaftsstrukturen, in denen Landwirtschaft,

Gewerbe und Industrie eng kooperieren.

Andererseits bietet die Nutzung

nachwachsender Rohstoffe eine einmalige

Chance für nachhaltige Regionalentwicklung.

Diese hilft, der Landwirtschaft neue

Einkommensquellen zu erschließen und

verknüpft Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft.

Sie schafft eine neue Entwicklungsdynamik,

da sie neue Technologien

erfordert. Schließlich schafft sie neues

Wirtschaftspotential und neue Arbeitsplätze

und hilft damit, regionale Wirtschaft

langfristig zu sichern.

Diese Chancen können aber nur genutzt

werden, wenn auch die Randbedingungen

für eine solche Entwicklung geschaffen

werden. Es erfordert unternehmerisches

Denken und Risikobereitschaft, in

dieses neue Gebiet vorzustoßen. Es erfordert

Professionalität und Innovationsgeist,

neue Technologien einzusetzen. Vor allem

erfordert es einen neuen Zugang der Landwirtschaft

zur Verwertung ihrer Produkte:

Nicht mehr die “industrielle” Produktion

von Lebensmitteln, sondern die umfassende

Nutzung des natürlichen Potenzials ist

Ziel der Landwirtschaft. Dies erfordert

einen neuen, aufmerksamen und kreativen

Blick für die Verwertung jener Dinge, die

heute ungenutzt bleiben.

Aus dieser Sicht werden nachwachsende

Rohstoffe zu einem Schlüsselfaktor

nachhaltiger Entwicklung und können

einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen

Stabilität unserer Regionen leisten.

Was wir dazu brauchen, ist Kreativität, Kooperation

und Professionalität in Forschung

und Umsetzung.

Schon heute gibt es weit fortgeschrittene

Technologien, die diese Zielrichtung verfolgen.

Im System der “Grünen Bioraffinerie”

kann man etwa aus Gras Proteine (als

Futtermittel, aber auch als Rohstoff für

Folien), organische Säuren (als wichtige

Grundchemikalien zur Herstellung von Plasten

und Lösungsmitteln) und Fasern gewinnen.

Die Rohstoffe kann man in Biogasanlagen

zu Energie und Düngemitteln umsetzen.

Maiskolben können zu Ölbindemitteln

verarbeitet werden. Maisstroh kann

zu einem wichtigen Grundstoff der Biotechnologie

und der Papierindustrie (etwa

Wo Kühe weiden, kann

man auch Treibstoff und

Strom erzeugen.

Im Jahr 2000 wurden

in der Steiermark rund

2,8 Millionen Liter

Biodiesel erzeugt.

Fotos: Falkner/Römer

21


22

>Wissen<

Foto: Begsteiger

Nachhaltige Bildung muss “von unten”

ansetzen, an den Stätten, die den Menschen

vor Ort vertraut sind: in Kindergärten,

Schulen und in Erwachsenenbildungseinrichtungen.

Aber vor allem die

Kinder und Jugendlichen als die Generation

von morgen müssen lernen, ihre Zukunft

zu gestalten.

Bildung ist mehr

als reine Wissensvermittlung, sie umfasst

alle gesellschaftlichen Prozesse zur Vermittlung

von Grundhaltungen und Fertigkeiten.

Außerdem ist Bildung immer mittelbis

langfristig orientiert, ist sie doch eines

der Fundamente für nachhaltige Entwicklungen.

Die “Lokale Agenda 21” (LA 21) setzt

die Leitziele der Agenda 21 auf Ebene der

Gemeinden um. Damit entsteht nun eine

neue Qualität in der politischen Kultur. Die

Gemeindeverantwortlichen schaffen in Zusammenarbeit

mit ihren Bürgern, Schulen,

Wirtschaftstreibenden sowie Vereinen

einen lokalen Verbund für nachhaltige Entwicklungsziele.

Ziel ist es letztendlich, über

dynamische Entwicklungsprozesse eine

lernende Region auf allen gesellschaftlichen

Gebieten zu schaffen.

Dabei sollen an den zukunftsorientierten

Prozessen der Gemeinden nicht nur die

üblichen Interessensgruppen beteiligt werden,

sondern wirklich alle Bürger. Also

auch jene, die bis jetzt kaum oder gar

nicht miteinbezogen wurden. Die LA 21 ist

ein visionäres, handlungsorientiertes Programm,

dass gemeinsam mit Kindern und

“Agenda-Schulen”

Fundgrube für neue

Dr.

Lebenserfahrungen

Jugendlichen zum Leben erweckt werden

muss. Es sollen dabei positive Zukunftsperspektiven

aufgezeigt bzw. Entwicklungsszenarien

erarbeitet werden. Wichtig

dabei sind die Schulen!

Herausforderung Schule

Vorausschauendes Denken, interdisziplinäres

Wissen, Fantasie und Kreativität bei

praktischen Arbeiten sowie eine unkomplizierte

Herangehensweise an Problemlösungen.

Das alles sind Dinge, die in Schulen

vermittelt werden können. Ausgestattet

mit diesen Fähigkeiten werden junge Menschen

zu wichtigen Partnern in Gemeinde-

Entwicklungsprozessen. Schulerhaltern,

der Schulverwaltung sowie den Lehrern

und Schülern muss es aber ernst sein mit

dem Erreichen der gesteckten Ziele. Denn

nur dann werden sich Erfolge einstellen

und für die Bevölkerung auch seh- und

messbare Ergebnisse präsentieren.

Ökorallye und Zukunftswerkstatt

Allen Schulen, die sich für die Mitarbeit an

Agenda-Prozessen entscheiden, egal ob in

der Gemeinde oder innerhalb der Schule,

steht ein reichhaltiges Methodenspektrum

zur Verfügung, das je nach Alter der angesprochenen

Kinder und Jugendlichen

beziehungsweise nach Schultypen variierbar

ist:

■ Naturforscheraktionen im Umfeld der

Schulen (zum Beispiel Gewässerbestimmung,

Kartierungen, Messungen

und Fotodokumentationen)

Uwe Kozina

Biologe und Umwelterzieher

Geschäftsführer des Umwelt-Bildungs-Zentrums

Steiermark (UBZ Stmk)

A-8010 Graz, Brockmanngasse 53

Tel. 0316-835404, Fax 0316-817908

office@ubz-stmk.at

Das UBZ ist ein im Oktober 2001 gegründeter Verein,

der langfristig eine effiziente Umweltbildungsarbeit in

der Steiermark sicherstellen soll. Schwerpunkte der

Arbeit sind der Aufbau von Bildungskooperationen

im Rahmen von Projekten mit Abteilungen des Amtes

der Stmk. Landesregierung, Gemeinden, Kammern

und Wirtschaftstreibenden, die Intensivierung

der Zusammenarbeit mit Schulbehörden und nichtschulischen

Bildungseinrichtungen sowie Service und

Kommunikation.


■ Naturerfahrungsspiele und Ökorallyes

(zum bewussten Wahrnehmen der unmittelbaren

Schul- und Wohnumgebung)

■ Fantasiereisen (beispielsweise durch

Rollenwechsel Aufzeigen anderer Perspektiven,

Entwicklung von Szenarien)

■ Kreativ-Workshops (zum Kennenlernen

alter Handwerksformen, Herstellen

neuer Bezüge zu Rohstoffen, Werthaltung

der Arbeit)

■ Exkursionen (zum Aufzeigen gesamtgesellschaftlicher,

ökologischer und ökonomischer

Zusammenhänge wie Regionalvermarktung

und Biolandbau)

■ Erfinder- und Modellbau-Werkstätten

(unter Einbeziehung vielfältiger Materialien[reste]

und Werkzeuge, Herstellung

praktischer Objekte zum Bewusstmachen

des Werts von Reststoffen)

■ Meditationen (unter Anleitung des Lehrers

den Blick nach innen lenken: was

berührt mich [nicht] – warum, wann, ...

bei einem bestimmten Ereignis)

■ Zukunftswerkstätten (die Kritik an Bestehendem

in Utopien verwandeln, daraus

allerdings konkrete Projekte formulieren,

beispielsweise mittels Mindmapping)

■ Umfragen und Interviews (Schüler erheben

Wünsche, Bedürfnisse und Interessen

ihrer Mitschüler)

■ Präsentationen und Öffentlichkeitsarbeit

(vom bewussten Darstellen der eigenen

Leistung und dafür geradestehen

bis hin zum Lobbying für verschiedene

Wünsche)

Neue Lebenserfahrungen Schritt für Schritt.

Kinder lernen von der Natur

(… auch wenn es naß wird).

Eine Vielzahl von Themen

Für die Umsetzung in Agenda-Schulen bieten

sich enorm viele Themen an, betrifft

doch die Lokale Agenda den gesamten

ökologischen, ökonomischen und sozialkulturellen

Bereich und damit alle Lebensfragen.

Die möglichen Themen reichen

von Wald- und Landwirtschaft, über Energie,

Integration und Mobilität bis hin zu

Natur- und Lebensraum, Arbeit, Ernährung

und Freizeit. Wasser- und Luftreinhaltung,

der Gegensatz zwischen Arm und Reich

und Tierschutz können ebenfalls behandelt

werden. Der Vielzahl an Themen sind

keine Grenzen gesetzt.

Grundsätzlich ist richtig, dass in Schulen

bereits seit vielen Jahren ein Großteil

dieser Themen umgesetzt wird. Dies allerdings

sehr schulintern, mit isolierten Projekten

und nicht im Zusammenhang mit der

“Lokalen Agenda”. Agenda-Schulen beziehen

nicht nur die Eltern, das Lehrerkollegium,

die Schüler und den Schulwart mit

ein, sondern auch den Pfarrer, den Gemeinderat,

diverse Vereine, die Wirtschaftsbetriebe,

Bauern, und so weiter.

Besonders wichtig ist es daher, kommunale

Entwicklungen und Vorhaben schon bei

schulischen Projektplanungen zu berücksichtigen.

Aber auch die Ergebnisse und

Erfahrungen aus Schulprojekten sind

der Gemeinde-Öffentlichkeit, eben der

“Schul-Außenwelt”, zu präsentieren.

Mit all diesen Methoden lassen sich Möglichkeiten

gegen Umweltzerstörung und für

mehr Naturschutz aufzeigen sowie Maßnahmen

zur Verbesserung des sozialen Klimas

umsetzen. Kinder- und Jugendliche

können ihre Interessen artikulieren und in

Projekte umwandeln. Außerdem wird ein

ganzheitlicher Gesundheitsbegriff durch

die Einbeziehung der Umwelteinflüsse in

die Betrachtung gefördert.

Auch Erwachsene können von Kindern lernen:

Präsentation der Projektergebnisse

Fotos: UBZ

23


Meinung<

Wenn dieRegionen

wüssten …

was sie könnten!

24

Die Leiter der Baubezirksleitungen in der Steiermark

(von links nach rechts): Hofrat Dipl.Ing. Wolf

Chibidziura, Baubezirksleitung Leibnitz; Hofrat

Dipl.Ing. Karl Glawischnig, Baubezirksleitung Liezen;

Hofrat Dipl.Ing. Heinrich Fürhapter, Baubezirksleitung

Feldbach (seit 1.1.2001 in Pension, Nachfolger: OBR

Dipl.Ing. Franz Kortschak); Hofrat Dipl.Ing. Herbert

Krause, Baubezirksleitung Hartberg; Hofrat Dipl.Ing.

Werner Friedrich, Baubezirksleitung Bruck a.d.Mur;

OBR. Dip.Ing. Elfriede Kapfenberger-Pigl, Baubezirksleitung

Judenburg; Hofrat Dipl.Ing. Otto Thenius, Baubezirksleitung

Graz-Umgebung

“Regionen” - das Zauberwort

unserer Zeit - müssen

die Aufgabe übernehmen,

die Zukunft zu gestalten.

Schon der Titel der Zeitschrift “Zukunftswege”

hat mich veranlasst, einen Beitrag zu

liefern. Nicht nur als fachlich Zuständiger

für Straßen, Brücken und Wege, sondern

vielmehr deshalb, weil Vernetzungen unserer

Systeme in allen Bereichen die Zukunft

bedeuten. Immer wieder kann man hören

und lesen über die Verwaltungsreform des

Bundes und der Länder. Die Bezirkshauptmannschaften

sollen Anlaufstellen für alle

Problembereiche unseres Lebens werden.

Man könnte glauben, dass ein Schalterbeamter

der Wunderknabe der Nation wird.

Kaum vorstellbar, dass dort die Arbeit verwaltet

wie auch verrichtet werden kann.

Reisepass, Führerschein und dergleichen

sind ein Teil der öffentlichen Aufgaben.

Fachleute aus allen Bereichen der Technik,

der Sozialhilfe und aus dem Management

sind erforderlich, um dem Bürger ein Service

zu bieten.

Entwicklungen der letzten Jahre ergeben

neue Institutionen. Teilweise übernehmen

Private Aufgaben der öffentlichen Hand.

Hohe Kosten fallen an, um neue Wege der

Verwaltung zu erfinden, die in Wirklichkeit

schon immer vorhanden waren. Insbesondere

kann man derartige Vorgänge im Bereich

der EU-Förderprogramme feststellen.

Verwaltungsaufgaben gehen nicht konform

mit den Vorgangsweisen von privaten

Büros, die ihre Arbeit anbieten. Fast unglaublich

sind die Vorgangsweisen des

Staates und der Länder im Rahmen der

Ausgliederung von Aufgaben der Wirtschaftsverwaltung.

Hier könnte man den

Bundes- und Landeshochbau als negatives

Beispiel anführen. Bis zu zwölf Zuständigkeiten

sind entstanden und haben heute

eine eigene Verwaltung zu wesentlich

höheren Kosten.

“Regionen” - das Zauberwort unserer

Zeit - müssen die Aufgabe übernehmen,

die Zukunft zu gestalten. Hier ist es wesentlich,

einmal über die Größe einer Region

nachzudenken. Im europäischen

Raum sind dies die Größenordnungen von

etwa drei politischen Bezirken der Steiermark.

Die Bezirkshauptmannschaften, alle

Kammern, technischen Abteilungen, Finanzämter,

Gerichte genauso wie Einrichtungen

zur Förderungsabwicklung, Tourismusvereine,

das EU-Regionalmanagement,

Telekommunikationseinrichtungen, Unternehmen

usw. sind in ein regionales Beratungsnetzwerk

zusammenzuführen. Einfache

und schlanke Abteilungen, die sich der

Unternehmungen der Region bedienen,

sollen untereinander kommunizieren und

die vorhandenen Ressourcen zur Verfügung

stellen. Abläufe im Management

aber auch im fachlichen Bereich würden

davon profitieren. Als Grundlage kann die

Vernetzung und der Einsatz der Telekommunikation

dienen. Natürlich sind auch

Menschen gefragt. Ohne zwischenmenschliche

Beziehungen wird Derartiges

nicht zu erreichen sein.

Bereits vor Jahren hat Landesrat Pöltl

dies erkannt und die “Ökologische Landentwicklung”

installiert. Seine Erfahrung

mit regionalen Dienststellen im Umweltschutz

und in der Wasserwirtschaft haben

ihn veranlasst, neue Strategien in den Gemeinden

und Regionen zu entwickeln. Er

hat erkannt, dass in Abteilungen des Landes

Fachleute sitzen, die bestens geeignet

sind, alte Aufgaben mit neuen Herausforderungen

zu koordinieren. Plötzlich sah

man, wie leicht gemeinsam moderne Lösungen

von Problemen möglich sind.

Wichtig wäre als weiterer Schritt die

Koordination der Förderprogramme im

ländlichen Raum.

Als Sprecher der LEADER-PLUS-Region

Obersteiermark Ost kann ich mir vorstellen,

dass sich unser Regionalprojekt dieser

Zusammenarbeit bedienen kann. Ein Regionenprojekt

mit dem Titel “Region der

Wege” würde dafür bestens geeignet sein:

Wege die uns zueinander führen, die den

Menschen leiten und helfen, ein Ziel zu erreichen.

Dieses Ziel - als Symbol die Wallfahrt

zur Gnadenmutter in Mariazell - ist erreichbar

und verbindet alle, die diese Region

lieben und ihr treu bleiben. Der Jakobsweg

in Spanien dient dafür als Beispiel.

Nicht nur Wanderer, auch Radfahrer,

Biker, Reiter und natürlich auch Reisende

mit Autobussen sollen geleitet werden.

Wir möchten den Weg begleiten und

wünschen uns, dass jeder sein persönliches

Ziel erreicht.

Dieses Beispiel soll als zukünftiges Vorbild

für die gemeinsame Vorgangsweise

einer Region dienen. Die Ökologische

Landentwicklung kann in diesem Zusammenhang

einen wesentlichen Beitrag dazu

leisten.

DI Werner Friedrich

ist seit 1991 Leiter der Baubezirksleitung

Bruck an der Mur. Die Baubezirksleitung

ist eine regionale technische Dienststelle,

zuständig für Straßen und Verkehrswesen,

Wasserwirtschaft, Hochbau, Gewerbesachverständigendienst,

Naturschutz und

Landschaftsplanung.


Meldungen<

HARTBERG

AFLENZ

AMERING

Natürlich Heilen

Eine neue Art der Heilbehandlung nutzt im

Luftkurort Aflenz verstärkt die natürlichen

Ressourcen des Aflenzer Beckens wie das

Wasser, die Luft und das Klima. Personen

mit überwiegend chronischen Krankheiten

werden gesamtheitlich durch die Einbeziehung

von Umwelt und Psyche geheilt. Ortsansässige

Hotelbetriebe arbeiten dabei mit

der bestehenden Kneipp Kuranstalt, den

Gewerbetreibenden sowie den Direktvermarktern

zusammen. Durch dieses Projekt

sollen Landwirtschaft und Tourismus mit der

einmaligen Landschaft des Aflenzer

Beckens vernetzt werden.

Landschaftsgestaltung und Tourismus

Neue Wege beim Tourismus geht die Gemeinde

Amering. Die Gebiete Landschaft,

Landwirtschaft und Tourismus werden nicht

mehr getrennt voneinander betrachtet, sondern

vernetzt. Ein langfristig angelegtes

Konzept soll helfen, mit möglichst geringen

Eingriffen in die seit Jahrzehnten unveränderte

Landschaft den Gästen und Einheimischen

die Natur nahe zu bringen. Das

Spektrum reicht von der Revitalisierung von

alten Gebäuden und Direktvermarkteraktionen

bis zur Errichtung von umweltschonend

angelegten Montainbikestrecken

und Waldlehrpfaden. Durch die zusätzlichen

Einkommensmöglichkeiten für die

Bauern wird es auch möglich sein, die Kulturlandschaft

weiter zu erhalten. Den über

100 Landwirten in der Gegend rund um

den Amering wird auf diese Weise eine zusätzliche

Zukunftsperspektive geboten.

“200-Sonnendächer-Programm”

ausgezeichnet

Den Stadtwerken Hartberg und der Firma

KW-Solartechnik wurde am 13. Oktober in

Gleisdorf der Österreichische Solarpreis

2001 verliehen. Dieser Preis wird vom Verein

Eurosolar jährlich an Gemeinden, Organisationen

oder Journalisten vergeben,

die sich besonders um die Nutzung der

Sonnenenergie verdient gemacht haben.

Das 200-Dächer-Programm Hartberg sieht

seit 1999 vor, in der Region Hartberg 200

Solarstromdächer mit einer Gesamtleistung

von 500 Kilowatt zu errichten. Mittlerweile

wurden bereits 60 Anlagen aufgebaut,

somit befindet sich jede zweite Solarstromanlage

der Steiermark in Hartberg. Österreichweit

ist die Region in der “Solarstrombundesliga”

damit auf dem zweiten Platz.

Der Hartberger Bürgermeister Schlögl

dazu: “Es wäre schön, wenn das auch

für den österreichischen Fußball gelten

könnte”.

”Tankstelle neu”

HIRSCHEGG

Die einzige Tankstelle in Hirschegg stand

vor der Schließung. Der Umsatz bei einem

Bergdorf mit rund 800 Einwohnern war zu

gering für die hohen Investitionskosten des

notwendigen umweltgerechten Umbaues.

Da die nächste vollwertige Tankstelle über

20 Kilometer von Hirschegg entfernt liegt,

drohte somit - um zu tanken - ein Umweg

von 40 Kilometern. Dies hätte schwerwiegende

Auswirkungen nicht nur auf die Bevölkerung

sondern vor allem auf die anderen

lokalen Nahversorger. Eine Kooperation

zwischen Gemeinde, dem Land Steiermark

und der Wirtschaftskammer hat nun

doch den Umbau ermöglicht und das regionale

Hirschegger Nahversorgerzentrum

um Tankstelle, Kaufhaus und Trafik

bleibt erhalten.

BRETSTEIN

Wildökologische Untersuchungen

Paragleiten, Tourengehen oder Klettern.

Die Zahl der Freizeitaktivitäten der Menschen

im Naturraum ist groß, ebenso wie

die möglichen Konflikte mit Wildtieren. Die

Gemeinden Bretstein und Pusterwald

haben sich nun dazu entschlossen, gemeinsam

“Wildökologische Untersuchungen”

in ihren Gemeinden durchzuführen.

Durch eine ganzheitliche Betrachtung

(Wildtiere-Jagd-Wald-Tourismus) sollen

Spannungen zwischen Wildtieren und den

verschiedenen Nutzern des Naturraumes

verhindert werden. Die Interessen von Freizeitsportlern,

Grundbesitzern, Tourismusvertretern

und der Jagdwirtschaft sollen auf

den Lebensraum des Wildes (Auerhuhn,

Birkhuhn, Schneehuhn, Gams- und Rotwild)

abgestimmt werden. Dies geschieht durch

intensive Zusammenarbeit zwischen den

verschiedenen Gruppen und allgemeine

Aufklärungsarbeit. Als erster Schritt wurde

ein Informationsfolder herausgegeben mit

Empfehlungen an die Touristen zum Schutz

von Wildtieren und Umwelt. Die Wildökologischen

Untersuchungen sind ein in dieser

Art einzigartiges Pilotprojekt in der

Steiermark. Eine Ausweitung auf umliegende

Gemeinden der Region wird derzeit

erwogen.

FEHRING

Projekt LebensRaum

Die Bevölkerung der Gemeinde Fehring

beschäftigt sich seit einem halben Jahr intensiv

mit ihrem Landschaftsraum. Ein sogenannter

“Lebensraum-Typen-Plan”

wurde erstellt, um maßgeschneiderte Ideen

und Projekte in den Bereichen Natur und

Land(wirtschaft) umzusetzen. Gemeinsam

mit der Bevölkerung werden nun durch

Stadtgemeinde, Vereine und Wirtschaftsbetriebe

regionalspezifische Sträucher und

Bäume angeschafft und gepflanzt. Ziel des

Projektes ist einerseits die Sicherung der

naturnahen Kulturlandschaft und die Erhaltung

und Gestaltung der charakteristischen

Ortsräume. Andererseits werden beispielsweise

alte Obstsorten rekultiviert und zu

verschiedensten Produkten verarbeitet.

Die Landwirte verfügen damit über eine

weitere Einkommensquelle. Der digitalisierte

Lebensraum-Plan ist auch die Grundlage

für die Erstellung des Flächenwidmungsplanes.

25


26

>Lokales<

Helmut Römer

Steirische Gemeindevertreter und hochrangige

Vertreter der christlichen Kirchen trafen

sich im herbstlichen Stift Rein, um über

zukunftsträchtige Entwicklungen in steirischen

Gemeinden zu diskutieren. Ziel war,

die Kirchen stärker in diese Prozesse einzubinden.

Die BSE-Krise

wird als einer der schwärzesten Tage in

die Geschichte der Menschheit eingehen.

Sie zeigt, wie wir Menschen mit anderen

Lebewesen, also mit der Schöpfung selbst,

umgehen”. Der evangelische Superintendent

Hermann Miklas prangert beim 3.

Steirischen Gemeindetag in Stift Rein unsere

Gesellschaft an. Diese hätte nichts

dabei gefunden, aus rein wirtschaftlichen

Überlegungen Millionen von Lebewesen

zu töten und zu verbrennen. Die Veranstaltung

steht unter dem Motto “Nachhaltigkeit

und Schöpfungsverantwortung”; eingeladen

hat Landesrat Pöltl und gekommen

sind Bürgermeister aus der ganzen Steiermark,

Vorsitzende der evangelischen und

katholischen Pfarrgemeinderäte und die

Spitzen der steirischen christlichen Kirchen.

Miklas führt weiter aus: “Die Umstellung

auf ökologische Nachhaltigkeit ist politische

Schwerarbeit, aber gleichzeitig eine -

und vielleicht die letzte - historische Chance

für eine positive Zukunft der Menschen”.

Der katholische Bischof Egon Kapellari

stellt dem scheinbar allgegenwärtigen

Konzept der Zerstörung ein Konzept

der Nachhaltigkeit und der Zukunft entgegen.

Kapellari beklagt die “Instant-Lebensgesinnung”

vieler Menschen, deren Leben

Schöpfungsverantwortung?!

Szenen vom 3. Steirischen

LA 21-Gemeindetag am 20.10.2001

Foto: UBZ

nach dem Schema “reinschütten, umrühren,

fertig” ablaufe und die nur auf

oberflächliche Bedürfnisbefriedigung aus

seien.

Das herbstliche Stift Rein ist am 20. Oktober

Schauplatz einer seltenen Zusammenkunft.

Evangelische und katholische

Pfarrgemeinderatsmitglieder sitzen neben

Landtagsabgeordneten; Bürgermeister diskutieren

mit Kirchenvertretern und Aktivbürgern

aus der ganzen Steiermark über

Zukunftsthemen. Bei dieser Veranstaltung

werden eben gerade auch die christlichen

Kirchen angesprochen, den Menschen zu

helfen und das Leben aktiv zu gestalten. Es

geht kurz darum, den Menschen wieder

die Verantwortung für ihr Umfeld bewusst

zu machen. Der steirische Diözesanbischof

Egon Kapellari und der evangelische Superintendent

Hermann Miklas stellen sich

dieser Herausforderung und referieren

Den Kindern ein lebenswertes

Umfeld hinterlassen

über den Zusammenhang zwischen christlicher

Schöpfungsverantwortung und nachhaltiger

Entwicklung. Es werden Wege gesucht,

auch und gerade im eigenen lokalen

Bereich die Zukunft zu sichern und den Kindern

und Kindeskindern ein lebenswertes

Umfeld zu hinterlassen.

Der deutsche Pfarrer Klaus Breyer, Umweltreferent

der Evangelischen Kirche

Westfalen, mahnt die Verantwortung der

Kirchen für eine Neuorientierung der Menschen

ein. Gerade in Deutschland seien die

Kirchen maßgeblich beteiligt an der Entwicklung

tragfähiger Zukunftsmodelle.

“Nach dem Jahrhundert der Umweltzerstörung

müssen die Menschen sich wieder

besinnen - und in Deutschland sind es die

christlichen Kirchen, egal ob auf katholischer

oder evangelischer Seite, die diesen

Prozess vorantreiben.”

Das Vormittagsprogramm des Gemeindetages

moderiert Hofrat Manfred Rupprecht

und durch den Nachmittag führt

Hofrat Gerhard Jägerhuber, beide vom

Amt der Steiermärkischen Landesregierung.

Das Nachmittagsprogramm ist wieder

den Gemeinden gewidmet. Bürgermeister

Alfred Ackerl von Großsteinbach stellt


ebenso wie Bürgermeister LAbg. Ernst

Gödl von Zwaring-Pöls seine Pläne zur

langfristigen Zukunftsgestaltung seiner Gemeinde

vor. Diese “LA 21-Pläne” sind ein

Programm dafür, in welche Richtung sich

die Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten

entwickeln soll und welche Schritte

man dafür tun muss. Grundprinzip ist aber

immer die Mitwirkung der Bevölkerung an

den Entscheidungen.

Bürgermeister Ackerl beklagt die Ausdünnung

der ländlichen Infrastruktur. Es sei

unverständlich, wenn Postämter geschlossen

würden, die es seit über 100 Jahren

gebe. “Früher ist es uns schlechter gegangen,

und wir konnten uns trotzdem ein

Postamt leisten.” Großsteinbach sei aber

eine Gemeinde, die mit offenen Augen in

die Zukunft sehe. Ackerl untermauert dann

diese Behauptung eindrucksvoll und berichtete

über die Aktivitäten in Großsteinbach

im Rahmen der dortigen Lokalen

Agenda. Ein Leitprojekt sei auf jeden Fall

die Umgestaltung des dortigen Schachblumenteiches

zu einer Freitzeit- und Kulturbegegnungsstätte

für die Bevölkerung.

Der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister

von Zwaring-Pöls, Ernst Gödl, schildert

anschließend die Ausgangslage seiner

Gemeinde, die ebenfalls seit 1999

eine Lokale Agenda umsetzt. Die Situation

der Gemeinde, als er 1995 mit damals 23

Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs

wurde, sei mehr als kritisch gewesen. “Die

Gemeinde war aufgesplittert auf sieben

Dörfer und vier Pfarren, die Volkschulkinder

mussten in die Nachbargemeinden

auspendeln”.

Pointiert und humorvoll erklärt Bgm.

Gödl die Entwicklung in Zwaring-Pöls, von

deren damaligen Problemen heute die meisten

gelöst wären. Wichtig sei der soziale

Zusammenhalt in der Gemeinde und es

gebe nun auch eine Gemeindevolkschule.

“Zwaring-Pöls hat das Ziel, die jugendfreundlichste

Gemeinde in der Steiermark

zu sein”, so Gödl. Er erläutert: “Die Gemeinde

bietet unter anderem seit heuer für

alle Jugendlichen Ferialjobs an”. Ein weiterer

Schwerpunkt sei das Programm “In

gewohnter Umgebung alt werden”, wobei

durch die Erhaltung der Nahversorgungsstrukturen

auch auf die Bedürfnisse der älteren

Generation Rücksicht genommen

werde. Die Lokale Agenda habe jedenfalls

einen sehr großen Stellenwert bei der langfristigen

Entwicklung der Gemeinde. Einen

Grundsatz teilt Gödl dann zum Abschluss

den Zuhörern mit:

“Man kann große Dinge bewegen,

wenn viele kleine Leute an vielen kleinen

Orten viele kleine Dinge tun”.

Zum feierlichen Abschluss des Gemeindetages

zeichnet Landesrat Erich Pöltl steirische

Gemeinden aus, die sich erst kürzlich

mittels Gemeinderatsbeschluss zur

Durchführung einer Lokalen Agenda entschlossen

hatten. LR Pöltl überreicht den jeweiligen

Bürgermeistern und Gemeindevertretern

eine Urkunde des Landes. Diese

Gemeinden würden sich nun einreihen in

die Liste der Kommunen, die als Qualitätsund

Markenzeichen das LA 21-Logo

führen könnten. Auch die Kirchen in der

Steiermark, so Pöltl zusammenfassend,

seien nunmehr aufgerufen, sich verstärkt

an diesem zukunftsorientierten Prozess zu

beteiligen.

LAbg. Bgm. Gödl berichtet aus seiner Gemeinde.

Rege Diskussionen auch während der Pause.

LR Pöltl mit den Referenten Bischof Kapellari,

Isolde Schönstein, Superintendent Miklas, Klaus Breyer.

27

Die Volkschule Trieben begeisterte mit einem Sketch

zum Thema Bürgerbeteiligung.

Fotos: Kneißl


Meldungen<

TREGLWANG

MOOSKIRCHEN

28

Kommunikations- und Gemeindezentrum

Treglwang liegt an der ehemals berüchtigten

Schoberpassbundesstraße. Erst durch

den Bau der Ortsumfahrung und der

Phyrnautobahn wurde der Verkehr so weit

reduziert, dass der durch die frühere

Gastarbeiterroute geteilte Ort wieder zusammenwachsen

konnte. Um für die Bevölkerung

ein Kommunikationszentrum zu

schaffen, wurde von der Gemeinde ein

ehemaliges Gasthaus in der Ortsmitte erworben.

Das Haslebnerhaus ist das älteste

Gebäude und bildet mit Kirche, Rüsthaus

und Volksschule eine räumliche Einheit.

Nach einer Revitalisierung gibt es nun im

Erdgeschoss Räume für die örtlichen Vereine

und für Kulturveranstaltungen. Im ersten

Stock wurde das Gemeindeamt angesiedelt

und im Obergeschoss befinden sich

förderbare Startwohnungen für junge Familien.

Das Haslebnerhaus wurde so zu

einem multifunktionalen Begegnungszentrum

für die ansässigen Menschen.

RASSACH

“Landmatura”

Die bäuerliche Lebenskultur fußt einerseits

auf jahrhundertealten Traditionen und ist

andererseits durch ihr Denken in Generationen,

durch Selbstversorgung, Eigenständigkeit

und Kreislaufwirtschaft ihrer Zeit

wieder weit voraus. Um ihr Wissen über

die bäuerliche Kultur und Lebensart unter

Beweis zu stellen, konnten die Besucher im

Rahmen eines Hoffestes

von Rassacher

Bauern im heurigen

Sommer eine

“Landmatura” ablegen.

Auf unterhaltsame

Art wurden so

die Leistungen der

Landwirte bewusst

gemacht.

Konditorei “faMoos”

Die Konditorei faMoos in Mooskirchen

produziert regionale und saisonale Konditorprodukte

und ist bei der Bevölkerung

sehr beliebt. Besonders an diesem Betrieb

ist die Beschäftigung von behinderten

Menschen. Bei faMoos werden die behinderten

Mitarbeiter sozialpädagogisch betreut

und erhalten auch eine erstklassige

Fachausbildung im Konditorbereich. Durch

den unmittelbaren Kontakt zu den Kunden

werden Vorurteile abgebaut und haben

diese mehr Verständnis für die Probleme

Behinderter. Einige Mitarbeiter haben

diese Kontakte genutzt und bereits einen

Arbeitsplatz in der Privatwirtschaft bekommen.

ZWARING-PÖLS

Foto: Landesenergiebeauftragter Wolfgang Jilek und

die Landtagsabgeordneten Ernst Gödl, Mischa Halper

und Wolfgang Kasic bei der Eröffnung (v. l. n. r.).

Biomasseheizwerk

Am 24. November wurde in Zwaring-Pöls

ein neues Biomasseheizwerk eröffnet. Die

Anlage soll in einer ersten Ausbaustufe die

Leistung von 200 Kilowattstunden erbringen

- das entspricht der Energie aus

32.000 Litern Erdöl. Versorgt werden vorerst

die Gemeinde, die Schule, der Kindergarten,

die Feuerwehr und einige private

Haushalte. Bis zum Jahr 2003 soll die Leistung

des Heizwerkes verdreifacht werden.

Damit kommt Zwaring-Pöls dem Ziel ein

großes Stück näher, die Wärmeversorgung

des Ortes zur Gänze durch Biomasse zu

gewährleisten. Der Heizraum befindet sich

in einem ehemaligen Stall und zeigt damit

auch symbolisch, dass der ländliche Raum

nicht nur von Lebensmittelerzeugung lebt.

Foto: Die Volksschulkinder präsentieren ihr selbstgebautes

Modell für ihren Spielplatz und Pausenhof

beim Schnitterfest in Großsteinbach.

Schulagenda

GROßSTEINBACH

Eine Pioniergemeinde zur Lokalen Agenda

21 mit Schulbeteiligung ist Großsteinbach.

Alle Schulen in der Gemeinde und der Kindergarten

sind mit Unterstützung durch das

Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark in

das LA 21 Projekt eingebunden und setzen

es auf ihre Weise um. Dabei geht es vor

allem um Mitbestimmung und Beteiligung

der Kinder und die Umsetzung von Projektideen.

Während die Kinder der Alternativschule

“Grashalm“ mit einer “Zukunftswerkstatt“

ins Projekt starten, soll schon an der

Errichtung des Pausenhofs und Spielplatzes

gearbeitet werden, den sich die Volksschulkinder

im Vorjahr gewünscht haben.

In der Hauptschule erkunden die Schüler

alles “rund ums Schaf“, weiters ist die Errichtung

eines Walderlebnisweges um die

Schule geplant. Im Frühjahr 2001 werden

die Ergebnisse vorgestellt.

ST. GEORGEN

Bildungsprogramm

St. Georgen ob Judenburg hat knapp

1000 Einwohner. Die Gemeinde setzt nun

in den nächsten zwei Jahren ein umfassendes

Erwachsenenbildungsprogramm um.

Die Seminarleiter kommen teils aus der eigenen

Gemeinde und teils aus der näheren

Umgebung. Kurse über Sprachen, Selbstverteidigung

oder Töpfern gehen zum Teil

auf Anregung durch die Bevölkerung

zurück, wobei insbesondere Computerlehrgänge

sehr gefragt sind. Neben der Verbesserung

von Berufschancen wird durch

dieses Projekt vor allem auch das soziale

Zusammengehörigkeitsgefühl der Bevölkerung

gestärkt.


Senden Sie in Zukunft das Magazin

Schreiben Sie uns!

Diese Beispiele sind willkürlich ausgewählt.

Sie sollen anregen zum Nachdenken und animieren

zum Mitmachen. Sie zeigen aber nur einen

kleinen Querschnitt von innovativen Projekten in

den steirischen Gemeinden.

Wir laden Sie nunmehr ein, verehrte Leserinnen

und Leser, uns zu schreiben, wenn in Ihrem

Bereich etwas Interessantes geschieht. Sie können

sich hier mit Ihrer Initiative, mit Ihrem Verein oder

Ihrer Gemeinde einer breiteren Öffentlichkeit

vorstellen. Wie Sie wissen, sind unsere Themen

breit gestreut, sei es Soziales, die Wirtschaft oder

die Umwelt. Wir berichten über alles, was unsere

Zukunft positiv beeinflussen kann.

Haben Sie also keine Scheu und nehmen Sie mit

uns Kontakt auf.

an folgende Adresse:

Titel

Name

Straße

An die steirischen Bürgermeister!

PLZ und Ort

Machen Sie sich über die Zukunft ihrer Gemeinde

Gedanken und ist Ihnen die Einbindung der Bevölkerung

in Zukunftsentscheidungen wichtig?

Dann wenden Sie sich bitte an uns. Wir unterstützen Sie

im Auftrag des Landes Steiermark bei

■ Strategieentwicklung im Sinne

der Lokalen Agenda 21

■ Nahversorgungsinitiativen im ländlichen

und urbanen Raum

■ Umsetzung von innovativen Projekten

■ Erstellung von Dorfentwicklungskonzepten im

Rahmen des Programms zur Förderung

des ländlichen Raumes

Unsere regionalen Außenstellen in den steirischen

Baubezirksleitungen oder das Landesbüro Steiermark

informieren Sie unverzüglich und kostenlos.

Ökologische Landentwicklung Steiermark

Landesbüro Steiermark

Am Ökopark 7, 8230 Hartberg

Tel. 03332/62922 (Fax DW 4)

office@oele-stmk.at

www.oele-stmk.at

Die Ökologische Landentwicklung

Steiermark wünscht den Lesern und

allen Projektpartnern, Freunden

und Förderern ein gesegnetes Weihnachtsfest

sowie Glück und Erfolg im nächsten Jahr.


P.b.b. Verlagspostamt 8010 Graz

Magazin für nachhaltige Entwicklung

Ökologische

Landentwicklung

Steiermark

Am Ökopark 7

8230 Hartberg

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