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Ausgabe Nr. 3 zum Download als .pdf - 2. Sächsische ...

2. Sächsische Landesausstellung

Torgau – Schloss Hartenfels

24. Mai bis 10. Oktober 2004

GLAUBE h MACHT

Sachsen im Europa

der Reformationszeit

Newsletter Nr. 3

02. Juni 2003

Torgau –

Stadt der Renaissance und Reformation

Andrea Staude,

Bürgermeisterin der Stadt Torgau

Die Stadt Torgau sieht in der 2. Sächsischen Landesausstellung eine

exzellente Gelegenheit, ihre Bekanntheit zu erhöhen und ihr Image

als Stadt der Reformation und der Renaissance weithin sichtbar

zu demonstrieren. Die Stadt an der Elbe, eingebettet in eine einzigartige

Naturlandschaft aus natürlichen Elbauen und waldreichen

Heidegebieten, ist ein noch zu entdeckendes Kleinod unter den

Städten des Freistaates. Die Landesausstellung zum Thema

„Sachsen im Europa der Reformationszeit“ findet ihre inhaltliche

Fortsetzung in der städtebaulichen Anlage und Architektur der

vollständig erhaltenen Torgauer Altstadt. Am Schloss Hartenfels

mit seinem Großen Wendelstein, an der Schlosskirche, dem ersten

protestantischen Kirchenbau in deutschen Landen, an der ehemaligen

Kurfürstlichen Kanzlei, am imposanten Rathaus sowie an

weiteren rund 500 Denkmalen der Baugeschichte können in Torgau

die in Stein gehauenen Ideen der Renaissance und der Reformation

direkt erlebt werden. Torgau war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

als kurfürstliche Residenz das politische Zentrum der

Reformation in Deutschland.

Eröffnung des Lapidarium

Am 30. Mai 2003 eröffnet Staatsminister Dr. Matthias Rößler die

Ausstellungsräume des Lapidariums in der Unteren Hofstube auf

Schloss Hartenfels in Torgau. Dort wird nun erstmals mit einer

steinernen Sammlung die Baugeschichte des Schlosses Hartenfels

präsentiert.

Das Lapidarium ist ein Beitrag des Initiativkreises Schloss Hartenfels

e.V. zur 2. Sächsischen Landesausstellung. Der Initiativkreis

Schloss Hartenfels e.V. übergibt die Trägerschaft des Lapidariums

an den Torgauer Geschichtsverein. Die Öffnungszeiten des Lapidariums

sind montags bis freitags 10 und 17 Uhr sowie am Wochenende

und feiertags von 10 bis 18 Uhr.

pd

Als Gastgeberin der Landesausstellung hat sich die Stadt Torgau

viel vorgenommen. Die Infrastruktur, insbesondere die Verkehrssituation

in der Stadt und auf den Zufahrtsstraßen, hat sich verbessert.

Ausreichende Parkmöglichkeiten für Busse und Autos wurden

geschaffen. Ein umfangreiches Kulturprogramm soll den Gästen der

Landesausstellung einen liebevollen Einblick in unsere lebendigen

Traditionen und Freizeitbeschäftigungen der Vereine vermitteln.

Wichtig ist uns auch, mit den Besuchern der Landesausstellung

ins Gespräch zu kommen. Die Besucher der Ausstellung sollen

Ideen in Torgau hinterlassen und Ideen der Bewohner mitnehmen.

Ein geistiger Austausch, ein Dialog soll stattfinden. Auch so kann

die Landesausstellung Nachhaltigkeit sichern.

Kommen Sie also zu uns, erleben Sie die Landesausstellung und

unsere schöne Stadt an der Elbe. Tauchen Sie ein in die Geschichte

Sachsens, nehmen Sie das Bild einer modernen historisch geprägten

Stadt in sich auf. Viel hat sich in den vergangenen Jahren mit

Blick auf die Landesausstellung bei uns verändert. Neu gestaltete

Straßen und Plätze, frisch sanierte Häuser und neu entstandene

Cafés und Restaurants mit sächsischer Gemütlichkeit, renovierte

Hotels und Pensionen sowie die lebendige Pflege sächsischer

Traditionen, z. B. bei den Torgauer Geharnischten, der ältesten

deutschen Bürgerwehr, laden Sie zu einem Besuch nach Torgau

ein.

Wir Torgauer heißen Sie herzlich in unserer Stadt willkommen.


Die 2. Sächsische Landesausstellung ist ein Projekt

des Freistaates Sachsen, das von den Staatlichen

Kunstsammlungen Dresden vorbereitet und

durchgeführt wird.

Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen

Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen

gemeinsam mit allen sächsischen Sparkassen

Info Telefon: 01805-1547 00

www.Landesausstellung.Sachsen.de

Impressum:

Newsletter zur 2. Sächsischen Landesausstellung in Torgau 2004

Redaktion: Martina Miesler, Autoren: Dr. Eckhard Kluth (ek),

Peggy Darius (pd), Martina Miesler (mm)

2. Sächsische Landesausstellung

Torgau – Schloss Hartenfels

Glaube e Macht

Sachsen im Europa

der Reformationszeit

Plakatmotiv für „Glaube und Macht“

Detail aus:

Elias und die Baalspriester 1545.

Am Internationalen Museumstag, dem 18. Mai, ging es dann nach

Thüringen: Zm Tag der Offenen Tür der 2. Thüringischen Landesausstellung

in Sondershausen. Die Ausstellung des Nachbarlandes

wird etwa zeitgleich in 2004 stattfinden.

Von einem Treffen der Ostdeutschen Sparkassenstiftung in Lichtenwalde

am 26. und 27. Mai reisten die Dresdner Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter nebst Messewand nach Berlin weiter. Der letzte

Mai-Auftritt der Landesausstellung wird ein Stand zum Ökumenischen

Kirchentag in Berlin zum Ende des Monats sein. mm

ª

2004

24. Mai bis

10. Oktober

Betende Frauen und Mädchen für die

Landesausstellung

„Elias und die Baalspriester“ von Lucas Cranach d. J. ist das zentrale

Kunstwerk für die 2. Sächsische Landesausstellung.

Ein winzig kleiner Ausschnitt aus diesem Gemälde ist nun zum Leitmotiv

für die Landesausstellung in Torgau geworden: eine kleine

Gruppe rechtgläubiger Frauen. Auf Faltblättern, Plakaten und anderen

Druckerzeugnissen lehren sie die Betrachter das Staunen: Sie

schauen auf Lucas Cranachs Gemälde betend und staunend auf das

Wunder, das die Existenz des wahren Gottes beweist.

Bei genauer Betrachtung dieses Ausschnitts kann man erstaunliche

Dinge und Details erkennen, die durch die riesige Vergrößerung ans

Licht kommen. Und die schönen Gläubigen laden Sie ein, sich zum

Staunen in der Ausstellung verführen zu lassen.

Ein Jahr vor ihrer Eröffnung ist die Ausstellung in erster Linie durch

die Menschen, die sie organisieren, die sie publik machen vertreten.

Informationsmaterial, Computerpräsentationen, Vorträge, kulturelle

Rahmenprogramme und immer wieder Gespräche laden nach Torgau

ein. Eine mobile Präsentationswand mit den betenden Frauen

aus dem „Elias“ und einigen Fotodetails aus Torgau sorgt ab jetzt

zusätzlich weithin erkennbar für Aufmerksamkeit auf Messen,

Pressekonferenzen und ähnlichen Terminen. Die Jahreshauptversammlung

der Mitglieder vom sächsischen Elbland e.V. am 12. Mai

bildete den Auftakt. Im Sächsischen Landtag wurde sie zur Kulisse

für einen Zwischenstandsbericht: ein Jahr vor Ausstellungsbeginn.

Rund 150 Interessierte ließen sich, zusammen mit Landtagspräsident

Erich Iltgen und Staatsminister für Wissenschaft und Kunst

Dr. Matthias Rößler auf eine virtuelle Reise nach Torgau mitnehmen.

Zu Beginn des Abends las der Autor Ralf Günther aus seinem Erfolgsroman

„Die Pestburg“. Ein Ausschnitt aus der „Dornröschen“-

Verfilmung der DEFA von 1971 zeigte den berühmten Wendelstein

als dramatischen Schauplatz des märchenhaften Geschehens.

Grabplatte des Renaissance-Architekten

Konrad Krebs gesichert

Die steinerne Grabplatte des kurfürstlich-sächsischen Baumeisters

Konrad Krebs wurde anlässlich der 2. Sächsischen Landesausstellung

restauriert. Die in zwei Teilen zerbrochene Steinplatte konnte

nun wieder zusammengefügt, Beschädigungen ausgebessert und

der verschmutzte Sandstein gesäubert werden.

Die 1 m breite und 2,18 m hohe steinerne Grabplatte zeigt den kurfürstlich-sächsischen

Baumeister in Lebensgröße. In einer angedeuteten

rundbogigen Nische stehend hält er Zirkel und Maßstab in

der rechten, das Wappenschild mit einem Krebs darauf in der linken

Hand.

Konrad Krebs wurde im Jahre 1532 von Kurfürst Johann Friedrich

dem Großmütigen an den sächsischen Hof nach Torgau gerufen.

Der Kurfürst übertrug dem Baumeister, der sich bis dahin mit Kirchbauten

einen Namen gemacht hatte, die Leitung und Ausführung

des geplanten Neubau von Schloss Hartenfels. Noch im selben Jahr

legte Krebs die Entwürfe für den Neubau des Schlosses vor, deren

Umsetzung man alsbald in Angriff nahm.

Besonders beeindruckend an der vierflügeligen Schlossbauanlage

ist der Große Wendelstein. Dieses Bauwerk der Frührenaissance

besticht durch seinen spindelförmigen Treppenlauf aus Sandsteinstufen.

Die nahezu freischwebende Treppe ist von acht filigranen

Pfeilern umschlossen und mündet in einem Deckengewölbe in

18 m Höhe. Auf dem Schlussstein der Wendeltreppe befindet sich

neben der Inschrift mit dem Jahr der Fertigstellung, 1536, ein Relief

mit dem Porträt von Konrad Krebs. Diese Darstellung diente nun

den Restauratoren als Vorlage, da das Gesicht des Baumeisters auf

der Grabplatte fast bis zur Unkenntlichkeit zerstört war.

Die finanziellen Mittel für die Restaurierung der Steinplatte stellte

der Hauptförderer der Landesausstellung, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung,

gemeinsam mit der Kreissparkasse Torgau-Oschatz zur

Verfügung. Bis zur Eröffnung der Landesausstellung wird die Grabplatte

im Lapidarium der Unteren Hofstube des Schlosses Hartenfels

zu sehen sein.

pd


Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung

im Freistaat Sachsen gemeinsam mit allen sächsischen Sparkassen.

Hirschjagd zu Ehren Kaiser Karls V. vor Schloss Hartenfels

Lucas Cranach d. Ä. 1544; Madrid, Museo del Prado

Mit einem großartigen Holzschnitt

beginnt 1506 eine lange

Reihe von Jagddarstellungen,

die Lucas Cranach d. Ä. und

seine Werkstatt für den sächsischen

Hof schufen. Zahlreiche

Zeichnungen, eine große Gruppe

von Gemälden und Hinweise

in den Archiven auf Verlorenes

zeigen, dass die Jagd zu einem

der Hauptthemen des Meisters

gehörte. Der Humanist Christoph

Scheurl schrieb 1509

in einem Widmungsgedicht an

Cranach:„Sooft die Fürsten

Dich mit zur Jagd nehmen,

führst Du eine Tafel mit Dir, auf

der Du Fürsten inmitten der

Jagd darstellst, […] was

bekanntlich den Fürsten kein

geringeres Vergnügen bereitet

als die Jagd selbst.“ Auf Schloss

Hartenfels, so berichtet Scheurl

weiter, malte Cranach Jagdbeute

als Wandschmuck so täuschend

echt, dass Diener versuchten,

die Tiere von der Wand

zu nehmen.

Die Jagd war und ist ein Status-

Symbol. Nur der hohe Adel

hatte das Privileg Hochwild zu

jagen. Auf Wilderei standen

harte Strafen. Das Vergnügen

war extrem kostspielig und

manche Ernte wurde durch die

jagenden Reiter zerstört. Als

Gelegenheit, den Gebrauch von

Waffen zu üben, galt die Jagd

zu Cranachs Zeit nicht mehr:

Man jagte mit der Armbrust,

auf dem Feld hatten sich jedoch

die Feuerwaffen durchgesetzt.

Häufig zeigt Cranach in seinen

Jagden bekannte Schlösser im

Hintergrund – die größte Gruppe

bilden vier Gemälde in Wien,

Madrid und Cleveland, in denen

Schloss Hartenfels eine zentrale

Stelle einnimmt. In dem hier

gezeigten Madrider Gemälde

jagen links Kaiser Karl V. und

Kurfürst Johann Friedrich, rechts

hat die Kurfürstin die Armbrust

angelegt. Die Hauptszene zeigt

eine Treibjagd auf Hirsche, im

Hintergrund sieht man links

eine Wildschweinjagd und

rechts die Jagd auf Bären. Im

Jahr 1544 war eine solch friedliche

Jagd kaum vorstellbar, denn

der Schmalkaldische Krieg, in

dem Kurfürst und Kaiser sich

feindlich begegneten, stand

kurz bevor. Tatsächlich hat eine

solche Jagd nie stattgefunden,

Karl V. lernte das Schloss erst

als Besatzer kennen. Daher

kann man wohl annehmen,

dass dieses Gemälde ein Gebot

zur Aussöhnung enthält – in

einer Situation, als alle Gespräche

bereits beendet waren:

Kunst statt Diplomatie! ek


Staatliche

Kunstsammlungen Dresden

2. Sächsische Landesausstellung

Postfach 12 05 51

01006 Dresden

Tel. 01805-1547 00

info@Landesausstellung.Sachsen.de

www.Landesausstellung.Sachsen.de

Lucas Cranach d. Ä.

Wichtige Termine

26.–28. Juni 2003

Konferenz „Moritz von Sachsen

(1521–1553) – Ein Fürst der

Reformation zwischen Territorium

und Reich“

Historische Kommission

der Sächsischen Akademie

der Wissenschaften zu Leipzig

29. Juni 2003

Ausstellungseröffnung „Johann

Friedrich I. von Sachsen“, Stadtmuseum,

Jena

30. Juni 2003

Ausstellungseröffnung „Johann

Friedrich und die Bücher“; Jena,

Thüringische Landes- und Universitätsbibliothek

Bildnis Lucas Cranach

Detail aus:

Elias und die Baalspriester,

Lucas Cranach d. J. 1545,

Staatliche Kunstsammlungen

Dresden

Gemessen an seiner Bedeutung für die Kunstgeschichte liegt überraschend

vieles in der Biografie Lucas Cranachs im Dunkeln. Sein

Geburtstag ist ebenso unbekannt wie seine künstlerische Herkunft.

Auf einem 1550 datierten Bildnis (Florenz, Uffizien) ist sein Alter mit

77 Jahren angegeben – Lucas wird also im Jahr 1472 geboren sein.

Seine erste Ausbildung hat er wohl beim Vater erhalten. Auch über

die weiteren Lehrjahre kann man nur spekulieren. Um 1500, soviel

verraten die Archive, ist er im Coburger Raum tätig gewesen. Erst

1502 – also 29jährig – wird der Künstler in Wien greifbar. Mit aufregend

modernen Kompositionen stellt Cranach sich als ein Hauptvertreter

eines künstlerischen Aufbruchs vor, der in der älteren

Kunstgeschichte als „Donau-Stil" bezeichnet wurde.

In Wien wurde Kurfürst Friedrich der Weise auf den Künstler aufmerksam

und holte ihn 1504 als Hofmaler nach Wittenberg. Der

Weg nach Sachsen war für Cranach keineswegs ein Abstieg in die

Provinz. In den sächsischen Städten – vor allem im Erzgebirge –

erlebten die Künste eine Hochblüte und der sächsische Hof war

eines der künstlerischen Zentren des Reichs. Hauptwerke der wichtigsten

Künstler der Zeit befanden sich im Besitz des Kurfürsten

und wurden für Cranach zum ständigen Reibungs- und Bezugspunkt.

In Wittenberg baute Cranach eine effektiv arbeitende Werkstatt

auf. So konnte er neben den vielfältigen Aufgaben für den Hof

auch andere Großaufträge annehmen und wurde bald zum dominierenden

Künstler im Nordosten des Reichs. Die Kurfürsten,

besonders Johann Friedrich, setzten die Werke ihres Hofmalers

gezielt ein: Sie dienten nicht nur der Repräsentation, mit ihnen ließ

sich auch bestens für eigene politische Zwecke werben.

Der Kontakt zur Wittenberger Universität und die Freundschaft zu

Martin Luther machten aus Cranach nicht den „Maler der Reformation“:

Auch nach 1517 arbeitete er für erklärte Gegner Luthers.

Cranach war es aber, der einige der zentralen Themen der Reformation

kongenial ins Bild setzte und damit einer breiten Öffentlichkeit

zugänglich machte. Mit Bildnissen, Bibelillustrationen und Kampfbildern

prägt er bis heute unser Bild von Luther und von der Reformation.

30. Juni–02. Juli 2003

Konferenz „Johann Friedrich der

lutherische Kurfürst“ anlässlich

seines 500sten Geburtstags;

Jena, Thüringische Universitätsund

Landesbibliothek

28. Juli 2003

Erscheinungstermin Newsletter

Vermutlich war es diese Freundschaft, die Luther bewog, gegen

eine radikale Ablehnung der Bilder aufzutreten. Dennoch brach mit

der Reformation der bedeutende Markt für religiöse Darstellungen

zusammen. Als Verleger und Besitzer einer Apotheke schuf sich

Cranach daher eine breitere wirtschaftliche Basis und brachte es

zu einigem Wohlstand. Mehrfach war er Bürgermeister der Stadt

Wittenberg, bis er 1550 seinem Dienstherrn Johann Friedrich in die

Gefangenschaft folgte. 1552 ging Cranach nach Weimar, wo er am

16. Oktober 1553 im Alter von 80 Jahren starb. ek

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