TAG DES OFFENEN DENKMALS

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TAG DES OFFENEN

DENKMALS

11. SEPTEMBER 2011

„ROMANTIK, REALISMUS, REVOLUTION –

DAS 19. JAHRHUNDERT“

ARCHÄOLOGIE UND DENKMALPFLEGE

IN RHEINLAND‐PFALZ


Bundesweite Eröffnung

am Sonntag, den 11. September, 11 Uhr

in Trier, Konstantin-Basilika

Trier, Konstantin-Basilika

Trier, Konstantin-Basilika, Kolorierte Lithographie von Johann Anton

Ramboux, um 1823 (Stadtmuseum Simeonstift Trier)

Titelbild:

Trier, Konstantin-Basilika, Blick nach Norden in die Apsis mit der spätklassizistischen

Ausstattung von August Stüler


Vorwort

Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ steht unter dem Motto „Romantik,

Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert“. Die Denkmalpflege, ein

Kind der Aufklärung, hatte im Zuge der sich entwickelnden Wissenschaften

und des Interesses an Geschichte einen hohen Stellenwert in jenem Jahrhundert.

Dies zeigte sich u. a. darin, dass der preußische König Friedrich

Wilhelm IV. den Architekten und Kunsthistoriker Ferdinand von Quast bereits

1843 zum ersten Konservator der Kunstdenkmäler in Preußen ernannte.

Einer der Schwerpunkte seiner Tätigkeit in den Rheinlanden war Trier. Von

Quast war es, der beispielsweise die römische Palastaula in Trier, die „Basilika“,

in ihrer historischen Continutät, also als authentisches Bau- und Geschichtsdenkmal,

wiederherstellen wollte; eine Maxime, der auch die heutige

Denkmalpflege verpflichtet ist. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich,

dass in diesem Jahr die bundesweite Eröffnung des „Tags des

offenen Denkmals“ in Trier stattfindet, mit Festlichkeiten in der Basilika.

Rheinland-Pfalz besitzt eine Fülle von Denkmälern des 19. Jahrhunderts, wie

Schloss Stolzenfels, viele Bürgerhäuser oder Industrieanlagen. Und so

kommt es, dass in diesem Jahr wieder zahlreiche stolze Denkmalbesitzer,

-bewahrer, -pfleger und -förderer die Türen zu den Gebäuden öffnen und die

Besucher über die Entstehung, Entwicklung und Ausstattung informieren.

Dazu gehören auch zahlreiche Kirchenbauten, denn mit dem Anwachsen der

Gemeinden mussten vielerorts auch neue und größere Sakralbauten errichtet

werden. Stadtführungen, Rundgänge, Wanderungen, Vorträge - auch

über die 1848er Revolution, deren Auswirkungen besonders in der Pfalz

thematisiert werden - führen zu historischen Plätzen, gründerzeitlichen

Straßenzügen und Stadtvierteln, und so gibt der diesjährige „Tag des offenen

Denkmals“ auch in unserem Land wieder auf abwechslungsreiche und

anregende Weise einen anschaulichen Überblick über das reiche Spektrum

und den Stilpluralismus der Zeit.

Am „Tag des offenen Denkmals“ werden interessierten Besuchern auch

Kulturdenkmäler aus anderen Jahrhunderten vorgestellt und sachkundig

erläutert. Und wie in jedem Jahr gibt es wieder Dokumentationen, Ausstellungen,

Konzerte und weitere interessante und unterhaltsame Aktionen, die

für ein buntes Programm sorgen.

Ich danke den Denkmaleigentümern und Verantwortlichen für ihr Engagement,

mit dem sie dazu beitragen, dass die europaweite Veranstaltung in

jedem Jahr aufs Neue begeisterte Zuschauer und Zuhörer findet, und wünsche

allen, Veranstaltern wie Besuchern, wieder einen schönen „Tag des

offenen Denkmals“.

Doris Ahnen

Staatsministerin für

Bildung, Wissenschaft,

Weiterbildung und Kultur

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Klassizistische Kirchenbauten / Ausstattung

Badenheim (Kreis Mainz-Bingen), Ev. Pfarrkirche, Hauptstraße 17

Die Badenheimer Kirche gehört zu den bedeutenden Zeugnissen des klassizistischen

Landkirchenbaus in Rheinhessen. Der großdimensionierte Saalbau

mit pilasterflankiertem Portal

wurde 1827-29 nach Entwürfen des

Mainzer Stadtbaumeisters Augustin

Wetter errichtet. Die ornamentierten

Buntglasfenster stammen aus dem

Jahr 1898. Im lichterfüllten Innenraum

auf der von vier mächtigen Säulen

gestützten Westempore steht die

Orgel mit barockem Prospekt mit

Rankenschnitzwerk, das Werk von

E. Klaßmeyer, Lemgo, von 1866.

14-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Prot. Kleine Kirche, Unionstraße 2a

Im 1711-17 errichteten barocken Saalbau mit Dachreiter mit Laterne über

Welscher Haube (1754) ist die klassizistische Ausstattung mit Kanzel und

Orgel von 1811 weitgehend erhalten. Auch die Emporen stammen aus dieser

Zeit. 12-17 Uhr, Ausstellung mit Kinderbibeln.

Neustadt-Duttweiler (Stadt Neustadt a.d.W.), Prot. Kirche, Dudostraße 82

Der klassizistische Saalbau von 1832 mit verschiefertem Dachreiter ist ein

gut erhaltener Vertreter einer ev. Dorfkirche aus der frühen bayerischen Zeit.

Die Orgel des Kirrweiler Orgelbauers Ubhaus aus dem Jahr 1836 mit klassizistischem

Gehäuse. 15-20 Uhr, 20 Uhr Orgelkonzert (175-jähriges Orgeljubiläum).


Neuromanische Kirchenbauten

Ellerstadt (Kreis Bad Dürkheim), Prot. Kirche, Kirchenstraße

Der vom Typus sehr anspruchsvolle, im ländlichen Raum nur selten anzutreffende

Kirchenbau wurde 1893/94 nach Entwurf des Mannheimer Architekten

Wilhelm Manchot errichtet. Der großvolumige Gelbsandsteinquaderbau

in neuromanischen Formen erhebt sich über dem Grundriss eines

griechischen Kreuzes. Angegliedert an den Zentralbau ist der einstige

Fassadenturm aus dem frühen 16. Jh. Den Innenraum beherrscht die originale

hölzerne Ausstattung. Neben der Orgel von 1896 in neuromanischem

Holzgehäuse aufwändig gearbeitete Kanzel. 14-18 Uhr, Führungen 14 und

16 Uhr, Ausstellung mit biblischen Erzählfiguren, Kinderwettbewerb: „Die

Suche nach der Kirchenmaus“, Waffelstand, Kaffee und Saft.

Ernst (Kreis Cochem-Zell), Kath. Pfarrkirche St. Salvator

Den Wettbewerb um die Errichtung der Salvatorkirche, an dem auch Ferdinand

Nebel teilgenommen hatte, gewann Johann Claudius von Lassaulx:

Er hatte eine neuromanische Kreuzkuppelkirche mit Doppelturmfassade und

Rundapsis entworfen, die 1844-48 nach seinen Plänen aus rheinischem

Schiefer errichtet wurde. Den Außenbau gliedern flachbogige Blendarkaden.

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1868 erhielt die Kirche die Orgel des

Klausener Orgelbauers Heinrich Voltmann.

Die Bleiglasfenster wurden 1912

eingefügt. Ebenso anspruchsvoll wie

der Kirchenbau ist seine Ausstattung

aus verschiedenen Epochen. 9.30-19

Uhr, 16-18 Uhr Führungen mit Vorführungen

der Denkmalorgel, 14-16 Uhr

Pfarrfest auf dem Dorfplatz neben der

Kirche, Kaffee und Kuchen.

Gau-Bickelheim (Kreis Alzey-Worms), Kath. Pfarrkirche St. Martin, Wöllsteiner

Straße 2

Die dreischiffige Hallenkirche mit Staffelgiebeln und Fassadenturm ist eine

der größten Dorfkirchen Rheinhessens. 1845 nach Plänen von Kreisbaumeister

Ludwig Rhumbler begonnen,

wurde sie 1853 vom Mainzer Bischof

Ketteler, dem Begründer der katholischen

Sozialethik, geweiht. Der Bau

aus unverputztem Kleinquadermauerwerk

ist überwiegend in neuromanischen

Formen gehalten. Das Langhaus,

flach gedeckt wie auch die Seitenschiffe,

wird durch weitgespannte, auf hohen

Achteckpfeilern ruhenden Rundbögen in

vier Joche geteilt. Die Kapitelle sind mit

Palmetten ornamentiert. Zur zurückhaltenden

Ausstattung gehört die romantische

Dreymann-Orgel von 1859. 10-18

Uhr, Führungen nach Bedarf.

Gau-Bickelheim (Kreis Alzey-Worms), Kreuzkapelle am Wißberg

Der kreuzförmige Sandsteinquaderbau mit Vierungsturm, Vorhalle und

Außenkanzel wurde 1907-10 inmitten der Weinberge errichtet. Die Pläne zu

dem kleinen anspruchsvollen Bau in romanisierendem Jugendstil stammen

von Ludwig Becker, Mainz. 11-18 Uhr, Führungen 13-17 Uhr nach Bedarf.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Prot.

Apostelkirche, Pariser Straße 22

Der imposante Rotsandsteinbau in spätromanischen

Formen wurde 1897-1901 nach

Plänen des Münchner Oberbaurats Stempel

errichtet. Über kreuzförmigem Grundriss

erhebt sich der Zentralbau mit dem weithin

sichtbaren achteckigen Turm; in die Winkel

zwischen den polygonal geschlossenen

Kreuzarmen sind Treppentürmchen eingestellt.

Den Haupteingang bildet ein Trichterportal,

darüber beherrscht das riesige Rosenfenster

die Fassade. Nach Kriegszerstörung

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Wiederaufbau 1952-62 mit interessanter, zeittypischer Neugestaltung des

Innenraums. 11-18 Uhr, Führungen 11.30, 13, 15 und 17 Uhr, Orgelführungen

für Familien 14 und 16 Uhr, 18 Uhr Orgelkonzert: Tobias Naumann spielt

Ernstes und Heiteres aus der Welt der Orgelmusik (Eintritt frei), Foto-Ausstellung

von Britta Scherfer über verborgene Räume der Kirche.

Landau (Stadt Landau), Kath. Pfarrkirche St. Maria, Bismarckstraße 3

Der Stuttgarter Architekt Joseph Cades, nach dessen Plänen die Marienkirche

1907-11 errichtet wurde, schuf zahlreiche historistische Kirchenbauten.

Die Landauer Kirche entwarf er als dreischiffige Gewölbebasilika in spätromanisch-frühgotischen

Formen, der er eine mächtige Doppelturmfassade

vorstellte. Die Errichtung des anspruchsvollen Gelbsandsteinbaus mit offenem

Strebewerk und dreizonigem Wandaufriss im Innern kostete rund 1 Mio.

Goldmark. Zur Ausstattung gehören zwei vorzügliche, um 1510 geschaffene

spätgotische Holzbildwerke. Die spätromantische Steinmeyer-Orgel von

1924 wurde in diesem Jahr renoviert. 9-19 Uhr, 16.30 Uhr erstes Konzert auf

der Orgel: Konzertorganist Rudolf Peter spielt Bach, Reger, Ritter, Franck

und Vieme, Orgelweihe am Samstag, 10.9., 16 Uhr durch Bischof Dr. Karl-

Heinz Wiesemann.

Neuwied-Heddesdorf (Kreis Neuwied), Ev. Pfarrkirche, Dierdorfer Straße 39

Der Vorgänger der Heddesdorfer

Kirche war schon im 18. Jh. baufällig,

und als 1840 das Läuten verboten

werden musste, weil der Turm einzustürzen

drohte, erfolgte der Abbruch

des „uralten steinernen Gebäudes“.

An seiner Stelle wurde 1842/43 ein

lichter Saalbau mit Apsis und Turm in

neuromanischen Formen mit Elementen

des Rundbogenstils errichtet. Die

Pläne stammen vom Koblenzer

Bauinspektor Ilse. 1909 wurde der

Turm erhöht und erhielt ein Rhombendach.

11 Uhr (Gottesdienst) bis

16 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Pfaffen-Schwabenheim (Kreis Bad Kreuznach), Ev. Gustav-Adolf-Kirche,

Sprendlinger Straße

Die zweischiffige romanisierende Emporenhalle mit asymmetrischer Fassade

mit Vorhalle und eingebundenem achteckigen Flankenturm wurde 1907/08

weitgehend nach Plänen von Prof. Friedrich Pützer, Darmstadt, erbaut. Charakteristisch

ist auch der bossierte Gelbsandstein. Die Ausstattung folgt dem

„Wiesbadener Programm“, einem Reformprojekt der ev. Kirche, mit Kanzel-

Orgel-Altar. 14-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Valwig (Kreis Cochem-Zell), Kath. Filialkirche St. Martin, Kreuzstraße

Die 1824-27 von Johann Claudius von Lassaulx inmitten der Weinberge

errichtete Kirche ist der erste neuromanische Sakralbau des Koblenzer

Architekten und der erste im Rheinland überhaupt. Die dreischiffige Hallenkirche

aus unverputztem Bruchstein mit bündig schließendem Chor ist durch

Bogenblenden gegliedert; den giebelseitigen Eingang über einer Freitreppe

umfängt eine große Dreipassbogenblende. Unter der Traufe läuft ein Blend-

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ogenfries um. Die reiche Ausmalung und Ausstattung der Erbauungszeit

blieben erhalten. 9.30-19 Uhr, 14-15 Uhr Führungen mit Vorführung der

Denkmalorgel.

Weilerbach (Kreis Kaiserslautern), Prot. Kirche, Rummelstraße 18

Der stattliche Rotsandsteinquaderbau zählt zu den größten Dorfkirchen der

Pfalz. Er wurde 1897/98 nach Plänen des bedeutenden jüdischen Architekten

Ludwig Levy/Karlsruhe, der sich auch durch seine Synagogenbauten in

Südwestdeutschland einen Namen gemacht hatte, unter Mitarbeit von

Heinrich Jester/Speyer, in spätromanischen Formen mit Fassadenflankenturm

und polygonaler Apsis errichtet. Der geräumige Saal ist mit den für Levy

charakteristischen Holzemporen in offener Konstruktion ausgestattet, der

Kanzel-Orgel-Altar folgt dem „Wiesbadener Programm“. Führungen nachmittags

(Einzelheiten sind der örtlichen Presse, Plakaten und Flyern zu entnehmen),

Kaffee und Kuchen.

Weißenthurm (Kreis Mayen-Koblenz), Kath.

Pfarrkirche St. Trinitatis, Kirchstraße

Die 1837/38 errichtete Saalkirche im Rundbogenstil

nach Entwurf von Johann Claudius von

Lassaulx ist der erste Bau des Koblenzer

Bauinspektors, bei dem er dem Äußeren

durch Wechsel des Steinmaterials eine gewisse

Farbigkeit verleiht. 1899-1902 neuromanische

Erweiterung des einschiffigen Baus

um Westturm, Querhaus, Chor und Sakristei

durch den Düsseldorfer Baumeister Caspar

Clemens Pickel mit Ausmalung durch den

Kölner Kirchenmaler Fischer und den Münchner Maler Georg Kau. Bei der

Renovierung 1990 konnte die historische Farbfassung tlw. freigelegt und

restauriert werden. 13-17 Uhr, Führung im Rahmen des Denkmalspaziergangs.

Wöllstein (Kreis Alzey-Worms), Kath. St. Remigius-Kirche, Kirchstraße 20

Der stattliche Bau wurde 1906-

08 nach Plänen des 1873

geborenen Kirchenarchitekten

August Greifzu aus Mainz

errichtet. Im asymmetrischen,

malerischen Aufriss und der

reichen formalen Durchbildung

ist die Basilika aus Bruchstein

ein charakteristisches Beispiel

des Späthistorismus. Überwiegend

neuromanische Formen

sind mit neugotischen Zierelementen

durchsetzt; das Eingangsportal

der Einfriedung,

ebenfalls aus Bruchstein, ist im

Jugendstil gestaltet. Die reiche

Ausstattung der Erbauungszeit

ist weitgehend erhalten. 10-18

Uhr, Führungen nach Bedarf.

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Neugotische Kirchenbauten

Alzey-Weinheim (Kreis Alzey-Worms), Kapelle und Turm, von Alzey kommend

am Ortseingang rechts

Die Geschichte des Weingutes Heiligenblut geht wenigstens in das Jahr

1834 zurück, und das Museum der Stadt Alzey bewahrt ein originales Weinetikett

von 1842. Nachdem Georg Balz (1846-1903) das weitläufige Areal mit

spätklassizistischer Villa erworben hatte, ließ er auf dem höchsten Punkt des

heiligen Blutberges 1887 einen dreigeschossigen zinnenbekrönten Rundturm

und 1890 auf dem Kapellenberg eine Kapelle errichten, beide in neugotischen

Formen. Die beeindruckenden ornamentalen Wand- und Deckenmalereien

der Kapelle mit Kreuzgewölbe wurden 2003 restauriert und ein Jahr

später die Glasfenster anhand des Fundes dreier originaler Scherben rekonstruiert.

11-18 Uhr, Führungen 12, 14 und 16 Uhr, Getränke, Kaffee, Spundekäse

mit Brezel.

Asbach-Niedermühlen (Kreis Neuwied), Kath. Wallfahrtskirche zur

schmerzhaften Muttergottes

Ziel der Wallfahrtskirche ist das Gnadenbild des 15. Jh., das vermutlich aus

Mehren nach der Reformation nach Niedermühlen

gelangte und in einer Fachwerkkapelle

aufgestellt wurde. Schon bald

entwickelte sich Niedermühlen zum Wallfahrtsort,

und die Kapelle musste 1862

durch einen neugotischen Steinbau von

Vincenz Statz ersetzt werden. Als auch

dieser für die Pilger nicht mehr genug Platz

bot, fügte man 1892/93 einen achtseitigen

gotisierenden Zentralraum mit kleiner

Vorhalle nach Plänen der Kölner Architekten

Carl Rüdell und Richard Odenthal an

und bezog den Statzschen Bau als Chor

ein, in dem das Gnadenbild noch heute den

Mittelpunkt bildet. 9.30-11.30 und 13-17

Uhr, Führungen nach Bedarf.

Budenheim (Kreis Mainz-Bingen), Wendelinuskapellen, Lenneberg-Wald

(Nähe Autobahnbrücke)

Romantisch gelegen mitten im Lennebergwald, stehen die beiden Wallfahrtskapellen

einander gegenüber. Die Alte St. Wendelinuskapelle ist im

Portal „1814“ bezeichnet - dies ist das Datum der Renovierung, denn die

Kapelle wurde schon 1776 erbaut; ihre Ausstattung stammt im Wesentlichen

aus dem späteren 19. Jh. Die Neue St. Wendelinus-Kapelle ist ein neugotischer

Bruchsteinsaal von 1862/66. Im mit klassizistischen Pilastern gegliederten

Innenraum bildet die qualitätvolle Barockmadonna den Hauptanziehungspunkt.

11-18 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Göllheim (Donnersbergkreis), Kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk,

Steigstraße

Wenngleich die Bauarbeiten erst 1909 begannen, geht die Planung bzw. der

Beschluss zum Kirchenneubau auf das Jahr 1888 zurück. Als Architekt wurde

Wilhelm Schulte I. aus Neustadt/W., Baumeister zahlreicher kath. Kirchen im

Bistum Speyer, gewonnen. Er errichtete einen neugotischen Bruchsteinbau

noch ganz im Sinne der zweiten Hälfte des 19. Jh. Die Hallenkirche, auch als

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„Nordpfälzer Dom“ bezeichnet, besitzt im Osten einen Polygonchor mit

Zeltdach und im Westen einen treppentürmchenflankierten Turm mit kuppeliger

Haube. Das Sterngewölbe im Innern folgt ebenfalls spätgotischen Vorbildern.

11-18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Ausstellungen: „Kinder sehen ihre

Kirche“ und „100 Jahre Pfarrkirche - Dokumente, Protokolle, Fotos, Pläne“.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Kath. Pfarrkirche St. Marien, St.-

Marien-Platz 1

Der monumentale Sandsteinquaderbau in neugotischen Formen wurde

1887-92 nach Plänen des berühmten Münchner Architekten Heinrich von

Schmidt als axialer Mittelpunkt der Königstraße und städtebaulicher Fixpunkt

errichtet. In der dreischiffigen Halle über dem Grundriss eines lateinischen

Kreuzes haben sich Teile der neugotischen Originalausstattung, ebenfalls

nach Entwürfen von Schmidt, erhalten, u. a. Kanzel, Altar und die Klais-

Orgel. 14-18 Uhr, 15 Uhr Führung zu den Restaurierungsarbeiten, 17 Uhr

Orgelkonzert, 18 Uhr Vorführung der historischen Klais-Orgel für Kinder und

Erwachsene durch Kantor Siegmar Junker.

Koblenz-Pfaffendorf (Stadt Koblenz), Ev. Kirche, Emser Straße 20

1892 konnten die evangelischen Christen auf der rechten Rheinseite von

Koblenz ein Grundstück erwerben, um dort, im damals noch eigenständigen

Ort Pfaffendorf, ihre Kirche zu errichten, in der sie ein „freyes öffentliches

Religionsexercitium“ ausüben durften. Der neugotische Kirchenbau mit

querhausähnlichem Anbau wurde 1901 begonnen; die Pläne stammten von

dem einheimischen Architekten Erhard Müller. Zur Ausstattung nach den

Richtlinien des sog. Wiesbadener Programms gehört auch die musikgeschichtlich

bemerkenswerte „romantische Orgel“. 12.30-17.30 Uhr, Führungen

halbstündlich nach Bedarf, Dokumentation im Gemeindesaal gegenüber,

Emser Straße 23.

Köngernheim (Kreis Mainz-Bingen), Kath. Kirche Christ König, Bahnhofstraße

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Der Saalbau mit nur knapp vortretendem Westturm wurde 1931 nach Plänen

von Karl Moser, Mainz, errichtet. Die elementare, expressionistisch inspirierte

Formensprache zeigt die fortschrittlichen Tendenzen jener Zeit, die gotisierenden

Motive wie Strebepfeiler und spitzbogige Öffnungen reflektieren

die im Historismus sowohl für Sakralbauten als auch für öffentliche Gebäude

oder Wohnhäuser beliebte Stilwahl. 11-17 Uhr, Führung 15 Uhr, Informationen

über Hildegard von Bingen, Pilgervesper.

Ludwigshafen-Hemshof, Ev. Apostelkirche, Rohrlachstraße 70

Die 1892-94 nach Plänen des

Berliner Geheimen Regierungsrats

Johannes Otzen erbaute

Apostelkirche ist der am besten

erhaltene protestantische

Kirchenbau des 19. Jh. in

Ludwigshafen. Die industrielle

Klinkerfertigung ermöglichte

den zügigen Bau der zweischiffigen

neugotischen Emporenhalle

für die junge, schnell

gewachsene Chemiestadt mit

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der stetig zunehmenden Zahl protestantischer Gemeindemitglieder. Charakteristisch

für Otzen sind die Fenster mit niedrigen Lanzetten und drei großen,

unter einem Blendbogen zusammengefassten Rosetten. Von der ursprünglichen

Ausstattung blieben Kanzel und Gestühl, Terracottastatuen und das

Abendmahlsrelief erhalten. 10-18 Uhr, 10.30 Uhr Gottesdienst zum Jahresmotto,

11.30 Uhr feierliche Eröffnung der „Belitz-Turmstube - Raum der

Erinnerung“, 14.30 Uhr kunsthistorische Führung, 15.30 Uhr spirituelle

Führung, 17 Uhr Konzert: „Melodien aus der guten alten Zeit“ mit dem

Pfälzer Drehorgelensemble.

Ludwigshafen-Oggersheim (Stadt Ludwigshafen), Ev. Markuskirche, Schillerstraße

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Der reich gestaffelte Sakralbau, eine stattliche Emporenhalle, wurde 1896-98

nach Plänen von Franz Schöberl errichtet. Dem in der Struktur neugotischen

Bau sind Motive der deutschen Renaissance appliziert. Auch der Farbwechsel

zwischen bossiertem Rotsandstein (Mauern) und Gelbsandstein (Architekturteile)

ist bezeichnend für den Späthistorismus ebenso wie die farbigen

Glasfenster. Über dem Hauptportal ist in einer Nische eine überlebensgroße

Christusfigur eingestellt, die dem im 19. Jh. häufig kopierten Vorbild des

dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen von 1839 folgt. Die bauzeitliche

Ausstattung ist weitgehend erhalten. Geöffnet ab 11.30 Uhr, Führungen nach

Bedarf, Ausstellung zum Thema Taufe.

Mendig-Niedermendig (Kreis Mayen-Koblenz), Kath. Pfarrkirche St. Cyriakus,

Kirchstraße

An die Nordseite der spätromanischen Pfeilerbasilika aus dem ausgehenden

12. Jh. wurde 1852-57 eine stattliche dreischiffige neugotische Basilika nach

Plänen des Kölner Dombaumeisters Vinzenz Statz angebaut; die alte Kirche

blieb dabei bis auf das nördliche Seitenschiff erhalten. 1887 und 1889

wurden die außergewöhnlich reichen und hervorragend erhaltenen Wandmalereien

des 13.-15. Jh. freigelegt. 12-18 Uhr, Führungen 12 und 15 Uhr und

nach Bedarf, kleine Ausstellung barocker und neugotischer Monstranzen,

Besteigung des romanischen Westturms möglich.

Ober-Flörsheim (Kreis Alzey-Worms), Ev. Kirche

Der neugotische Bruchsteinbau mit Westturm auf quadratischem Grundriss

und Achteckhelm wurde 1887/88 errichtet. Die Pläne lieferte Heinrich von

Schmidt, seit 1883 Professor für mittelalterliche Baukunst an der Fakultät für

Architektur der Technischen Hochschule in München, nach dessen Entwurf

etwa zur gleichen Zeit auch die Marienkirche in Kaiserslautern erbaut wurde.

Die Orgel von der Fa. Sauer wurde 1890 eingeweiht. 13.30-17 Uhr, Führungen

14 und 16 Uhr mit Kurzvortrag: „Vier Konfessionen in einem Dorf.

Evangelische, Katholiken, Mennoniten und Freiprotestanten: Religion und

Alltag in Ober-Flörsheim im 19. Jh.“, Vorführungen der Sauer-Orgel.

Otterstadt (Rhein-Pfalz-Kreis), Kath. Kirche Maria

Himmelfahrt, Kirchenstraße

Die neufrühgotische Hallenkirche wurde 1889-91

nach Plänen des Speyerer Architekten Franz Schöberl

erbaut. Charakteristisch für das späte 19. Jh.

präsentiert sich der Außenbau aus gelbem Backstein,

den rote Ziegelmuster schmücken, die Architekturteile

aus Sandstein. Der über quadratischen Pfeilern

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mit vorgelegten Diensten gewölbte Innenraum bildet mit seiner vollständig

erhaltenen neugotischen Ausstattung ein Gesamtkunstwerk. 10-18 Uhr,

Führungen 14, 15 und 16 Uhr, Ausstellung historischer Paramente. 10.30-ca.

12 Uhr Festgottesdienst zum 120. Geburtstag der Kirche und des Kirchenchors,

gestaltet vom Kirchenchor mit kleinem symphonischen Orchester.

Plaidt (Kreis Mayen-Koblenz), Kath. St. Willibrord-Kirche, Mühlenstraße

Eng an gotischen Vorbildern orientiert, entstand die dreischiffige kreuzrippengewölbte

Basilika aus heimischem Basaltbruchstein 1859-61 nach

Plänen von Vincenz Statz, Köln. In den wuchtigen Westturm ist über dem

spitzbogigen Portal mit Tympanon ein großes Maßwerkfenster eingelassen;

die Strebepfeiler laufen in Ecktürmchen aus. Von der neugotischen Ausstattung

sind die Chorfenster erhalten. Schon 1846 hatte Graf Clemens von

Boos-Waldeck aus Sayn der Plaidter Pfarrkirche Reliquien des hl. Willibrord

und Partikel vom Kleid des hl.

Josef geschenkt. Für die

Josefs-Reliquie ließ Pfarrer

Josef Wilhelm Weber 1910

ein monstranzförmiges

Reliquiar anfertigen, das unter

der Mensa des Zelebrationsaltars

eingelassen ist. Die drei

neugotischen Schnitzaltäre

stammen aus Senheim an der

Mosel. 12-18 Uhr, Führungen

14 und 16 Uhr.

Remagen (Kreis Ahrweiler), Wallfahrtskirche St. Apollinaris, Apollinarisberg

Die 1839-43 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst-Friedrich

Zwirner errichtete Wallfahrtskirche, ein neugotischer Zentralbau über griechischem

Kreuz mit vier Türmen, ist ein Hauptwerk des romantischen Historismus.

Gleiches gilt für die spätnazarenischen Wandmalereien, die nach

einem einheitlichen ikonographischen Programm von Andreas und Karl

Müller, Ernst Deger und Franz Ittenbach 1843-45 ausgeführt wurden; sie

gelten als ein Hauptwerk romantischer Malerei. Die bauzeitliche Ausstattung

ist vollständig erhalten. In der neuromanischen Krypta, einer dreischiffigen

Halle über schlanken Säulen, das Hochgrab des hl. Apollinaris, Mitte 14. Jh.

9-17 Uhr (10.30 Uhr Gottesdienst), 12 Uhr geistliche Führung, 14 Uhr kunstgeschichtliche

Führung, 14 Uhr Führung zu Technik und Architektur, 17 Uhr

Vesper, Literaturstand, Kaffee und Kuchen. Von 12-17 Uhr ist auch der

Garten geöffnet.

Remagen-Oberwinter (Kreis Ahrweiler), Kath.

St. Laurentiuskirche, Laurentiusstraße 3

An den spätgotischen Chor wurde in den

Jahren 1865/66 das neugotische Langhaus mit

Turm nach Plänen des Kölner Baumeisters

Vincenz Statz, der u. a. die Entwürfe für das

Sinziger Schloss fertigte (s. dort). 13-18 Uhr,

Führungen nach Bedarf, 18 Uhr geistlicher

Impuls in der Kirche, Orgelmusik, Ausschank

von Benefizwein Edition St. Laurentius (der

Erlös kommt der Renovierung zugute).

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Saarburg (Kreis Trier-Saarburg), Ev. Kirche, Schlossberg 11a

Der 1892/93 errichtete Quaderbau aus gelbrötlichem Sandstein ist ein

bemerkenswert durchorganisierter Kirchenbau der Neugotik. Dies gilt sowohl

für den Außenbau und den Innenraum als auch für die Einzelformen: klar

abgesetzte Bauteile, Gliederung durch Strebepfeiler, die Konzentration des

Innenraums auf den rippengewölbten Altarraum etc. Der Entwurf stammt von

Kreisbauinspektor Natorp aus Oldeslohe. Aus der Bauzeit erhalten haben

sich auch Altar und Kanzel, beides zur Stileinheit gehörende neugotische

Arbeiten. 9-19 Uhr, Führungen 11.30, 14 und 16 Uhr.

Schornsheim (Kreis Alzey-Worms), Kath. Pfarrkirche St. Wigbert, Kirchstraße

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Die Kirche mit einzigartiger Silhouette besteht nur aus dem wuchtigen

romanischen Chorturm von 1107, dem im 14. Jh. ein gotischer Chor angefügt

wurde; daran schloss sich das Langhaus an, das 1850 abgebrochen

wurde. Den Chor beherrscht der 1887 geweihte neugotische Schnitzaltar mit

den hll. Bonifatius, Lioba, und Wigbert in den reich verzierten Figurennischen.

Im frühen 20. Jh. wurden umfangreiche Reste einer mittelalterlichen

sowie einer späteren Ausmalung entdeckt. Die Freilegung brachte ein

Dekorationssystem mit figürlichen und dekorativen Malereien zum Vorschein,

die 1912-14 restauriert wurden. Anders als heute wollte man die

Ausmalung vollständig wiederherstellen - diese historistische Auffassung

lassen die Malereien noch heute erkennen. 14-17 Uhr, Führungen nach

Bedarf.

Selzen (Kreis Mainz-Bingen), Kath. Kirche Mariä Geburt, Friedhofstraße 7

Der kleine Bruchsteinbau in schlichten neugotischen Formen, 1876 nach

Plänen des späteren bischöflichen Baumeisters Joseph H. A. Lucas errichtet,

wurde 1876 von Bischof Kettler geweiht. Die gespitzte Brettertonne im

Innern, eine Konstruktion mit eisernen Zugankern und verzierten hölzernen

Streben, erhielt 1929 eine üppige Rankenbemalung. Die Orgel mit Neurenaissance-Prospekt

von dem Waldlaubersheimer Orgelbauer Johann

Schlaad aus dem Jahr 1890. 11-17 Uhr, 14 Uhr Bibliolog: „Barmherziger

Ritter“, Ausstellung: „Bischof Kettler“, Pilger-Vesper und Getränke.

Speyer (Stadt Speyer), Gedächtniskirche der Protestation,

Bartholomäus-Weltz-Platz

Die als eine Hauptkirche der prot. Christenheit

verstandene Gedächtniskirche wurde nach langen

Vorbereitungen 1893-1904 nach Plänen von Julius

Flügge und Carl Nordmann als Denkmal der 1529

in Speyer vollzogenen Protestation erbaut. In Konkurrenz

zum Dom mit größtem Aufwand im neugotischen

Kathedralstil errichtet, gehört die qualitätvolle

dreischiffige Hallenkirche mit Maßwerkturm,

dem höchsten in Speyer, mitsamt der originalen

Ausstattung zu den hervorragenden künstlerischen

Leistungen ihrer Zeit. Der umfangreiche Glasfensterzyklus

wurde von den bedeutendsten deutschen

Werkstätten ausgeführt. 11-18 Uhr, Führungen

11.30, 14.30 und 16.30 Uhr, kurze Orgeleinspielungen,

bei gutem Wetter Möglichkeit zum Helmfuß

des Turmes hochzusteigen.

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Sponheim (Kreis Bad Kreuznach), Ev. Pfarrkirche, Rathausstraße

Architekt des neugotischen Saalbaus aus Gelbsandsteinquadern von 1856

war vermutlich der Kreuznacher Kreisbaumeister Conradi, von dem wohl

auch der Entwurf zum Rathaus (s. dort) stammt. Der Sandsteinquaderbau

wird außen von Strebepfeilern strukturiert, an der Westseite erhebt sich die

Einturmfassade mit quadratischem Turm und mächtiger Achtecklaterne

sowie seitlichen Kapellenanbauten. 14-18 Uhr, Führungen auf Anfrage im

Archiv (s. Rathaus, Ferlacher Platz).

Treis-Karden (Kreis Cochem-Zell), Kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist, Am

Plenzer

Noch zu französischer Zeit, 1813, erhielt der Architekt Froideau den Auftrag

zum Kirchenneubau für die gewachsene Gemeinde. Er entwarf eine tonnengewölbte

Basilika mit klassischer Portalfront. Der Entwurf kam aufgrund der

politischen Veränderungen nicht zur Ausführung, stattdessen wurde Regierungsbaumeister

Johann Claudius von Lassaulx mit der Planung beauftragt.

Die 1824-28 nach seinen Plänen errichtete dreischiffige Hallenkirche aus

heimischer Grauwacke ist einer der ersten Sakralbauten mit neugotischen

Detailformen im Rheinland. Auch die Innenausstattung folgte den Entwürfen

Lassaulx’. Die Gemälde der Seitenaltäre schuf der Benediktiner und Kirchenmaler

Matthias Schraudolph, die Orgel von 1836 bauten die Gebr.

Stumm. 14-17 Uhr, Führungen 14.30 und 16 Uhr.

Waldbreitbach (Kreis Neuwied), Mutterhauskirche, St. Michaelstraße 1

Unter der Plan- und Bauleitung des Düsseldorfer Baumeisters Caspar

Clemens Pickel, der auch die Pläne für die Klostergebäude fertigte, wurde

1886/87 die Kirche des Mutterhauses errichtet: ein neugotischer Bruchsteinsaal

mit Fassadenturm und Chor mit Flankentürmchen. Das Schiff wird von

einem Netzgewölbe überspannt, die Wand mit der zweigeschossigen Nonnenempore

ist durch gestaffelte Lanzettfenster aufgelöst. 14-17 Uhr, Führungen

stündlich.

Wallertheim (Kreis Alzey-Worms), Ev. Kirche, Neustraße 5

1872 war der barocke Vorgänger so baufällig, dass man ihn „zur Verhütung

eines Unglücks“ schließen musste. Nach dessen Abriss errichtete man 1880

das Langhaus in neugotischen Formen. Der steinsichtige Bau hebt sich

deutlich ab von dem weiß verputzten, frühgotischen ehem. Chorturm des

ersten Kirchenbaus. Der Turm zeichnet sich durch eine Besonderheit aus:

Als französische Soldaten 1689 die Kirche niederbrannten, zerschlugen die

herabstürzenden Glocken das Kreuzgratgewölbe - dieser Bauzustand ist bis

heute unverändert. 14-17 Uhr, Führungen 14.30 und 16 Uhr, 10.30 Uhr

Kantaten-Gottesdienst mit Kantate 33 von Johann Sebastian Bach.


Historistische Ausstattung

Alzey-Weinheim (Kreis Alzey-Worms), Ev. Kirche, Hauptstraße

Der barocke Saalbau von 1747 mit um 1910 errichtetem Westturm birgt

neben der Stumm-Orgel aus der Zeit um 1800 eine reiche neugotische

Ausstattung. 14-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Gabsheim (Kreis Alzey-Worms), Kath. Pfarrkirche St. Albanus, Kirchberg 8

Die spätgotische Hallenkirche wurde vom 14. Jh. (Chor) bis zum frühen 16.

Jh. (um 1518 Umbau des einschiffigen Langhauses zur Halle mit Netzgewöl-

13


e), der Westturm um 1500 errichtet. Ihre Ausstattung datiert in verschiedene

Epochen von der Spätgotik über den Barock bis hin zu den Glasfenstern

des 20. Jh. Aus dem 19. Jh. stammen die beiden neugotischen Seitenaltäre.

Bei der Kirchenrenovierung 1970 kam in der Holzverkleidung der Stufen zu

einem Seitenaltar eine Bleistiftinschrift zum Vorschein: „Diese Altäre fertigte

Anselm Sickinger Bildhauer aus München 1862“. Der Meister hatte 1600

Gulden für den Auftrag erhalten. 14-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Gabsheim,

Kath. Pfarrkirche

St. Albanus,

Marienaltar

(links) und

Michaelsaltar

Gau-Weinheim (Kreis Alzey-Worms), Ev. Kirche, Mittelgasse

1863 fand die feierliche Grundsteinlegung zum Bau der ev. Kirche statt, zu

der der Großherzogl. Kreisbaumeister Lindt zu Oppenheim den Entwurf

geliefert hatte. Schon ein Jahr später war der aus Bruchstein errichtete

Saalbau mit Dachreiter und gaubenbesetztem Satteldach vollendet. Mit

Anlage des Kirchgartens im Jahr 1865 waren die Baumaßnahmen, die

insgesamt ca. 30.000 Goldmark gekostet hatten, abgeschlossen. Ein rundbogiger

Eingang, der einem romanischen Trichterportal nachempfunden und

dessen Tympanon mit einem neugotischen Vierpass geschmückt ist, führt

ins Innere, einen schlichten Rechteckraum, der durch über zwei Geschosse

reichende Rundbogenfenster belichtet wird. Die bauzeitliche Ausstattung ist

in klassizistischen und neugotischen Formen gehalten. 14-16 Uhr, Führungen

14 und 15.30 Uhr.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Kath. Pfarrkirche St. Martin, ehem.

Minoriten-Klosterkirche, St.-Martins-Platz 5

Um 1295 errichtete zweischiffige gotische Hallenkirche mit Stuckdecken des

frühen 18. Jh. 1802 wurde infolge der Säkularisierung das Kloster aufgelöst

und in eine Pfarrei umgewandelt. Im 19. Jh. erhielt die Pfarrkirche neue

Ausstattungsstücke: eine monumentale Kreuzigungsgruppe, Statuen der hll.

Martin, Norbert und Josef, die Kreuzwegstationen kamen gegen Ende des

Jahrhunderts hinzu; ein figürlich gestaltetes Glasfenster datiert 1902. 1879

wurde an der Westseite eine halbhohe Empore für die Orgel eingebaut (1906

aus der Orgelbauwerkstatt Walker). 13-18 Uhr, Führungen ab 15 Uhr nach

Bedarf, Treffpunkt: Hauptportal.

Undenheim (Kreis Mainz-Bingen), Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt,

Kirchstraße 19

Inmitten des mittelalterlichen Wehrfriedhofs auf einem Hügel gelegener Bau

aus spätgotischem Chor und barockem Langhaus. Der Innenraum wird

geprägt von den neugotischen Chorfenstern von 1907, dem neugotischen

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Hochaltar und den barocken Bildwerken; der neugotische Seitenaltar wurde

erst 1926 gefertigt. 9-17 Uhr, Führung 11 Uhr, Bilder von der Grablege in der

Nassauer Kapelle im Mainzer Dom und ihr ursprünglicher Platz in der Undenheimer

Kirche, Pilgervesper und Getränke.

Wachenheim (Kreis Bad Dürkheim), Alte St. Georgskirche, Weinstraße 28

Der älteste Teil des malerisch gestaffelten Baus ist der Turm, der vielleicht

noch aus dem 12. Jh. stammt. Turmuntergeschoss und der von einer barocken

Voutendecke überwölbte Chor dienten nach der Kirchenteilung von

1707 der kath. Gemeinde. Die Reformierten nutzen seit 1715 das Langhaus;

dieses wurde 1860/61 nach Plänen des Neustadter Bezirksbauschaffners K.

Kaercher in neugotischen Formen neu errichtet. Die Ausstattung aus der Zeit

der Erweiterung 1906/07 durch Franz Schöberl mit reich geschnitzten Holzeinbauten

sind noch ganz von der Neugotik geprägt. Auch das aufwändig

gestaltete Glasfenster auf der Südseite mit Darstellungen von Petrus und

den Reformatoren Luther, Calvin, Zwingli und Petrus Waldus ist noch durch

diesen Duktus geprägt. Die 1883 gebaute Voit-Orgel, eine Stiftung von Joh.

Ludwig Wolf und C. Bürklin, gehört zu den „Denkmalorgeln in der Pfalz“. Im

ausgehenden 19. Jh. fanden umfangreiche Restaurierungen statt, u. a.

wurden die Gemälde der Seitenaltäre durch Holzreliefs des Münchner

Bildhauers Sprenger ersetzt. 1885 schuf Sprenger ein Relief der Sixtinischen

Madonna für den Hochaltar, gleichzeitig wurde das Bild des hl. Georg im

Auszug gegen ein zeitgenössisches ausgetauscht. 11-17 Uhr, Führungen

nach Bedarf durch Werner Zebisch, Förderverein Alte St. Georgskirche,

Ausstellung „Simultankirchen in Deutschland“.

Wattenheim (Kreis Bad Dürkheim), Ehem. St.-Alban-Kirche, Kirchengasse 4

Der ehem. Chorturm und die Apsis stammen aus der 2. Hälfte 13. Jh., Chor

und Schiff wurden 1772 gebaut. Das barocke Schiff (mit bauzeitlicher Ausstattung)

erhielt 1895 eine reiche ornamentale Ausmalung in Rokokoformen.

Im selben Jahr wurden auch die farbigen Glasfenster mit der Darstellung der

Kreuzigung sowie des Guten Hirten gestaltet. 13-17 Uhr, Führung 15 Uhr.


Synagogen

Bruttig-Fankel (Kreis Cochem-Zell),

Ehem. Synagoge, Mühlenbachstraße

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Der kleine klassizistische Ritualbau

ist ein seltenes Zeugnis einer in nahezu

originalem Zustand überkommenen

Synagoge. Der durch Gesimse

gegliederte, heute verputzte Schieferbruchsteinbau

mit Rundbogenfenstern

und verschiefertem Fachwerkgiebel wurde 1835 wohl nach Plänen des

Kreisbaumeisters Riemann errichtet. Trotz Profanierung - nach Auflösung

der Kultusgemeinde wurde das Bethaus seit 1925 als Abstell- und Lagerraum

genutzt -, wurde die Frauenempore durch eine Brandbombe zerstört.

Sehr gut erhalten ist das Rabitzgewölbe, dessen hölzerne Rippen einen

Sternenhimmel nachahmen. Der umfangreichen Sanierung ging eine intensive

Bauanalyse voraus, die u. a. zeigte, dass der Hochkeller als Mikwe

(Ritualbad) genutzt wurde. 11-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

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Polch (Kreis Mayen-Koblenz), Ehem. Synagoge,

Ostergasse 8

Der kleine Bruchsteinsaalbau wurde 1867-77

in späthistoristischem Mischstil erstellt: Über

dem Rundbogenportal ist eine neugotische

Maßwerkrose eingelassen, die Fensteröffnungen

sind mit sog. maurischen Hufeisenbogen

versehen. Auch Material- und Farbwechsel

sind zeittypisch: Das Bethaus ist aus

einheimischer Krotzenlava gebaut, die Fenster

besitzen Tuffsteingewände. Der Entwurf

stammt vielleicht von Hermann Nebel, seit

1848 Stadtbaumeister in Koblenz. In der

Pogromnacht 1938 verwüstet, wird die 1981-83 instandgesetzte ehem.

Synagoge heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt. 11-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf durch den Förderverein ehem. Synagoge Polch, 11 Uhr

Eröffnung der Ausstellung mit Gemälden von Sonngard Schneider und

Skulpturen von Arved Agerer, musikalisches Rahmenprogramm.

Weisenheim am Berg (Kreis Bad Dürkheim), Ehem. Synagoge, Hauptstraße

28a

Der nachbarocke Bruchsteinbau mit Rundbogenfenstern und Krüppelwalmdach

von 1832 ist ein charakteristisches Beispiel einer pfälzischen Dorfsynagoge.

Erhalten sind auch die hebräische Portalinschrift sowie Toranische

und Frauenempore. Nach Auflösung der Kultusgemeinde aufgrund der

geringen Mitgliederzahl 1909 versteigert und trotz mehrfachen Besitzerwechsels

bis 1983 als Lager und Scheune genutzt. Nach Erwerb durch den

1988 gegründeten „Förderkreis der Synagoge Weisenheim am Berg“ und

Restaurierung mit Unterstützung des staatlichen Denkmalpflege 1990 als

Kulturzentrum eröffnet. 11-16.30 Uhr, Führungen 11, 13 und 15 Uhr.


Burgen und Schlösser

Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis), Schloss Balmoral, Villenpromenade 11

Die spätklassizistische dreigeschossige Villa nahe der Russisch-Orthodoxen

Kirche wurde 1867/68 als Wohnhaus für einen russischen Gutsbesitzer

erbaut. Hohe, zwei- und dreifach gekuppelte Rundbogenfenster sowie der

weiße Putzanstrich verleihen dem Gebäude einen noblen Charakter. Gleichzeitig

erhält die streng symmetrische Fassade durch den mittig eingestellten

polygonalen Turm, die Ecktürme und die umlaufende Zinnenbekrönung

burgartigen Charakter. Mit der Einrichtung zum Hotel für Kurgäste im Jahre

1882 erhielt die Villa „Diana“ ihren heutigen Namen, „Schloss Balmoral“ nach

dem vieltürmigen schottischen Castle. Im 19. Jh. logierten hier Gäste wie

Richard Wagner und Rimski-Korsakov, seit 1994 wird es als Stipendiatenhaus

für junge Künstler genutzt. Geöffnet zur Führung um 14 Uhr.

Birkenfeld (Kreis Birkenfeld), Neues Schloss, Schlossallee 11-13

Das 1819-21 für die Regierung des Fürstentums Birkenfeld errichtete „Oldenburgische

Birkenfelder Schloss“ beherbergte Räume für den Herzog, die

Wohnung des Regierungspräsidenten sowie Räume für den größten Teil der

Verwaltung. Der Baukomplex, eine Gruppe aus einem zweigeschossigen

Haupt- und zwei eingeschossigen Nebengebäuden in schlichter klassizisti-

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scher Formensprache am Ende der Schlossallee, ist das einzige bekannte

Werk von Johann Wilhelm Leonhard Brofft, Architekt und Professor am

Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt. Die Raumaufteilung ist weitgehend

erhalten, zum Teil auch die originale Inneneinrichtung. 10-18 Uhr, Führungen

stündlich bis 17 Uhr.

Boppard-Herschwiesen (Rhein-Hunsrück-Kreis), Schloss Schöneck

Die Reichsministerialburg des 13. Jh. wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut.

Von der malerisch auf einem Bergrücken gelegenen terrassenförmigen

Anlage blieben nur die Ringmauer mit runden Schalentürmen und

die Vorburg sowie zwei Torbögen des Zufahrtswegs erhalten. 1805 ging die

Anlage in Privatbesitz über; noch im selben Jahr wurde in der Vorburg die

Försterwohnung eingerichtet. 1846/48 wurde hier vorübergehend eine

Molkekuranstalt betrieben. Der zurückhaltende Ausbau der Hauptburg

erfolgte 1846 und im frühen 20. Jh.; seit 1910-22 Sommersitz des Malers

Wilhelm Steinhausen und seither im Besitz der Familienstiftung Steinhausen.

11-17 Uhr, Führungen 11, 13, 15 und 16 Uhr.

Braubach (Rhein-Lahn-Kreis), Schloss Philippsburg, Schlossstraße 5

Die ursprünglich sehr bedeutende Dreiflügelanlage wurde 1568-71 unter

Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels als eines der frühesten Renaissanceschlösser

am Mittelrhein erbaut. 1802 gelangte das Schloss in nassauischen

Besitz und wurde 1804/05 renoviert. Als der Unternehmer Johann

Christian Heberlein die bereits dezimierten Bauten 1822 erwarb, ließ er den

Wohnbau der Westfront zu einem Hotel ausbauen. 1861, beim Bau der

rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke, wurden Teile der südlichen Vorburg

mit dem „Muckenturm“ und

die Fortifikation an der

Rheinfront abgerissen. Seit

1999 ist die Deutsche

Burgenvereinigung in der

Philippsburg beheimatet.

10-17 Uhr, Führungen nach

Bedarf. Vortrag von Dr.

Jens Friedhoff: „Schloss

Philippsburg und die Marksburg

im 19. Jh.“

Cochem (Kreis Cochem-Zell), Reichsburg Cochem

Die auf steil zur Mosel abfallendem Bergkegel gelegene Burg wurde wohl um

1100 erbaut und in der 1. Hälfte des 14. Jh. unter Erzbischof Balduin stark

ausgebaut. 1689 von den Franzosen gesprengt, blieb sie lange Zeit Ruine.

1868 genehmigte der preußische König Wilhelm I. den Verkauf an den

Berliner Kaufmann Louis Ravené unter mehreren Bedingungen, zu denen

gehörte, dass die noch stehenden Reste beim Wiederaufbau nach historischen

Vorgaben miteinbezogen würden und dass die Burg der Öffentlichkeit

tlw. zugänglich gemacht werde. 1877 war der Wiederaufbau durch den kgl.

Bauraut Prof. Hermann Ende und Baurat Julius Raschdorff vollendet; die

Gestaltung der Innenräume wurde dem gleichfalls in Berlin tätigen Prof.

Ernst Ewald übertragen. U. a. gibt es ein romanisches und ein gotisches

Zimmer, der Speisesaal wurde im Stil der Neurenaissance ausgestaltet. 12,

14 und 16 Uhr Sonderführung Privatgemächer der Familie Ravené (Sonderpreis

Reichsburg Euro 4,50; s. auch Landschaftsgarten der Reichsburg).

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Grafschaft-Vettelhoven (Kreis Ahrweiler), Schloss Vettelhoven, Escher

Straße 18

Julius Peter von Bemberg-Flamersheim, von Kaiser Wilhelm II. in das Preußische

Herrenhaus berufen, stattete seine Tochter anlässlich ihrer Hochzeit

im Jahre 1887 mit einer großzügigen Mitgift aus: Anna Charlotte erhielt den

von einer weitläufigen Parkanlage mit Teich und Bach umgebenen schlossartigen

Bau zum Geschenk. Der sandsteingegliederte Backsteinbau mit großem

Turm, Risalit mit Volutengiebel,

oktogonalem

Standerker und Wintergarten,

alles in prächtigen

Neurenaissanceformen,

konnte 1890 vollendet

werden; dazu gehören ein

Gutshaus aus dem ausgehenden

19. Jh. und, ebenfalls

aus Backstein, mehrere

Wirtschaftsgebäude. Zurzeit

werden das Vestibul mit der

sehr qualitätvollen bauzeitlichen Raumfassung, das Treppenhaus sowie der

Balkon restauriert. 14-18 Uhr, Führung 15 Uhr.

Remagen-Rolandswerth (Kreis Ahrweiler), Rolandsbogen/Burg Rolandseck

Alexander von Humboldt beschrieb die Aussicht vom Rolandsbogen auf den

Rhein als „einen der sieben schönsten Ausblicke der Welt“. Der Bogen, einziger

Überrest der schon 1475 zerstörten Burg des 12. Jh., stürzte 1839 ein.

Dank eines Spendenaufrufs des romantischen Dichters Ferdinand Freiligrath

konnte der Rolandsbogen noch im selben Jahr nach Plänen des Kölner

Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner rekonstruiert werden. Die Rheinromantik

blühte, und die zahlreichen Ausflügler konnten in einem Holzhäuschen

beim Rolandsbogen Ansichtskarten erstehen. Ende des 19. Jh.

erwarb Peter-Josef Lenz, „Tanz- und Anstandslehrer“ auf Nonnenwerth, die

Konzession zum Ausschank von Wein und Spirituosen am Rolandsbogen;

1929 wurde das Holzhäuschen abgebrochen und durch einen Massivbau

ersetzt. Der Gastronomiebetrieb wird noch heute von der Gründerfamilie in

der fünften Generation geführt. Nach 1965 wurde das klassische Ausflugslokal

um eine Feinschmecker-Küche ergänzt. 10-18 Uhr, Führungen 11, 13, 15

und 17 Uhr, Vorträge zur Geschichte von Burg und Rolandsbogen während

der Führungen, Ausstellung zu den

Themen Bauforschung, Sanierung

des Rolandsbogens, Rheinromantik,

Geschichte der Gastronomie, Malwettbewerb

Rolandsbogen für die

Kinder, gastronomisches Angebot.

Andreas Achenbach, Blick vom

Rolandsbogen auf das Siebengebirge,

1834

Sinzig (Kreis Ahrweiler), Schloss Sinzig, Barbarossastraße 35

Auf den Grundmauern der einstigen Wasserburg der Herzöge von Jülich-

Kleve-Berg, die im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde, ließ ein kölnischer

Kaufmann eine schlossartige Sommervilla inmitten einer Parkanlage

für sich erbauen. Der Park wurde um 1840 von Josef August Lenné ange-

18


legt, die Pläne für den imposanten,

1854-58 errichteten neugotischen

Schieferbruchsteinbau

stammen von Vincenz Statz.

Heute beherbergt das Gebäude

das Heimatmuseum der Stadt

Sinzig, für Schlosskonzerte bildet

die Villa einen stilvollen Rahmen.

11-18 Uhr, Führungen nach

Bedarf, Ausstellung: „Heiß gebrannt

und unverwüstlich - 140

Jahre Fliesen aus Sinzig“.

Turmzimmer mit Gemälden von

Carl Christian Andreae (1863/65)

Worms-Herrnsheim (Stadt Worms), Schloss

Die Kämmerer von Worms, gen. von Dalberg, ließen Schloss und Garten im

frühen 19. Jh. neu errichten. Einbezogen in den klassizistischen Kubus wurden,

ganz im Sinne der Zeit, ein mittelalterlicher Rundturm (seit 1821 Bibliothek)

und umfangreiche barocke Bausubstanz. Hervorzuheben im Innern ist

das streng klassizistische Treppenhaus. Auch die hochwertige Ausstattung

ist über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus bekannt, z. B. die beiden

farbigen französischen Papiertapeten mit Darstellungen von Paris und einer

idyllischen Landschaft am Bosporus und das pompejanische Zimmer. Der

kostbare Parkettfußboden im „Blauen Saal“ wurde aus verschiedenen exotischen

Hölzern geschaffen. Geöffnet während der Führung ab 10 Uhr (keine

freie Besichtigung, nur mit Führung).


Festungsbauten

Germersheim (Kreis Germersheim), Ehem. Festungsanlagen

1797-1801 legten die Franzosen zum Schutz des Rheinübergangs provisorische

Verschanzungen an. Nach dem Wiener Kongress wurde eine Schiffsbrücke

gebaut und erste Pläne für den Bau einer Bundesfestung durch

bayerische, österreichische und badische Offiziere entstanden. 1832 erhielt

der bayerische Major Friedrich Ritter von Schmauß den Auftrag zur Planung.

Nach einer Bauzeit von 27 Jahren wurde die Festung 1861 vollendet. Sie

folgte dem sog. neupreußischen oder Garbenwehr- (Kaponnier-)System mit

einer aus sieben „Fronten“ gebildeten Hauptumfassung und einer Anzahl

vorgeschobener Forts. Die Festung, die im Krieg nie eine Rolle spielte,

wurde durch den Versailler Vertrag (1919) 1922/23 geschleift. Am Tag des

offenen Denkmals werden in der Zeit von 14-18 Uhr folgende Teile geöffnet:

Grabenwehr der Fronte Lamotte, Teile des sog. Hufeisens (Städtische

Musikschule), An Fronte Beckers 5a, Infanteriegalerie der Fronte Beckers,

Minengalerie der Fronte Beckers, Mittelpoterne der Fronte Beckers, Nördliches

Waffenplatzreduit (Vereinsheim „Europalz“), Stadtpark Fronte Lamotte

(Kunstmuseum Prof. Deutsch), Südliches Waffenplatzreduit (Vereinsheim

„Interkultur“), Ludwigstor (Stadt- und Festungsmuseum), Zeughaus (Modelleisenbahnfreunde).

Das Zeughaus (Deutsches Straßenmuseum) ist von 11-

18 Uhr geöffnet, Führung 17 Uhr, Treffpunkt: Museum, Zeughausstraße 10.

Koblenz-Ehrenbreitstein, Festung Ehrenbreitstein

Die 1817-28 erbaute Festung Ehrenbreitstein ersetzte die 1801 gesprengte

19


kurtrierische Festung. Vorausgegangen war eine bedeutende barocke Festung,

die 1799 nach zweijähriger Belagerung durch Aushungern in französische

Hand fiel. 1801 mussten die Franzosen sie aufgeben, doch vor ihrem

Abzug zerstörten sie die barocke Anlage systematisch. Nach dem Wiener

Kongress 1814/15 gelangte die Festung in preußischen Besitz. Unter Friedrich

Wilhelm III. begann der Wiederaufbau der Festung Koblenz und Ehrenbreitstein

zu einer der größten europäischen Festungsanlagen in der 1. Hälfte

des 19. Jh.; sie galt bei ihrer Fertigstellung als uneinnehmbar. Ganztägig geöffnet

(mit BUGA-Karte). 15-16 Uhr „Der Festungskanonier“ - Böllerschießen

und Waffenvorführung, Treffpunkt: Brunnendenkmal, Schlossplatz; 17.10-

17.40 Uhr „Der ewige Soldat“ - Theatervorführung, Rheinland-Pfalz-Bühne.

Koblenz-Lützel (Stadt Koblenz), Feste Kaiser Franz, Mayener Straße

Die nach dem österreichischen Kaiser benannte Feste war Teil der preußischen

Festung Koblenz, 1816-22 nach Hauptentwurf des Ingenieuroffiziers

Le Bauld de Nans. 1920-22 entfestigt, blieben verschiedene Partien erhalten,

u. a. Reste der rechten Wallflanke mit Kaponniere, vom Reduit ein kasemattierter

Artillerieturm auf der Kehlseite und Reste des Reduitbogens mit -mantel

sowie das Hauptportal mit ägyptisierender Torrahmung. 1997 gründete

sich der Verein Feste Kaiser Franz e. V., um die Reste vor dem weiteren

Verfall zu bewahren und für

eine zukünftige Nutzung vorzubereiten.

10-16 Uhr, Führungen

stündlich, Ausstellung mit

Bildmaterial zur preußischen

Festungsanlage und aktuellen

Sanierungarbeiten, Präsentation

der Geschichte, Getränke

und Kuchen.

Koblenz (Stadt Koblenz), Neuendorfer Flesche, Andernacher Straße 100

Unter der Leitung des preußischen Ingenieurhauptmanns Cornely wurde die

preußische Schanze 1820-25 als Teil des Systems „Feste Kaiser Franz“

erbaut. Der Name ist aus der Lage und dem französischen Wort „flèche“ =

Pfeil abgeleitet. Sie wurde schon zu Beginn des 20. Jh. geschleift, aber das

Grundmuster der Flesche ist aus dem Grundriss eines Spionageberichts

überliefert. 10-14 Uhr, Führungen stündlich. Die Führungen (Beginn der

letzten Führung 14 Uhr) beginnen in den Dokumentationsräumen, anschließend

Erläuterungen oberirdisch, Abschluss mit Begehung der unterirdischen

Anlagenteile (bitte gültigen Pass oder Personalausweis mitbringen).


Historistische Villen und Wohnhäuser, Hofanlagen

Bingen (Kreis Mainz-Bingen), Villa Kappes, Kurfürstenstraße 1

Der von einer strengen neuklassizistischen Formensprache geprägte, 1908-

11 errichtete dreiteilige Putzbau mit Walmdächern ist ein Frühwerk von

Dominikus Böhm, der 1907 als Architekt und Lehrer an der Baugewerkschule

in Bingen lebte und später als Kirchenbaumeister bekannt wurde. Die

noble Villa bewahrt noch heute weitestgehend die dem Neuklassizismus und

Jugendstil verpflichtete Ausstattung. 10-16 Uhr, Führungen nach Bedarf,

Ausstellung des Mainzer Künstlers Wolfgang Kanis: „Rückblick Malerei und

Graphik“.

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Bingen (Kreis Mainz-Bingen), Villa Sachsen, Mainzer Straße 184

Das dreigeschossige spätklassizistische Herrenhaus mit Mittelrisalit, Walmdach

und vorgelagerter Terrasse wurde 1843 unterhalb der Rochuskapelle

erbaut und 1899 erweitert. Im Innern sind das prächtige späthistoristische

Treppenhaus und tlw. die bauzeitlichen Fliesen- und Parkettböden sowie

Doppeltüren aus Edelhölzern erhalten. Um 1884/86 wurde der weiträumige

Wintergarten als „Rheinsaal“ angefügt, an den sich der zinnenbekrönte

Belvedereturm anschließt. Die ursprünglich dreiteilige Gartenanlage wurde

vermutlich ab 1898/99 von Obergärtner Albert Schmidt angelegt, 1920-23

erfolgte der Ausbau zu einem großen Weingut. Im rückwärtigen Teil des

Parks führt ein Weg durch waldiges Gelände mit einer eremitageartigen

Kapelle und einem Burgfried. 10-20 Uhr, Führungen 10-18 Uhr, Konzerte,

Kinderprogramm, Vorträge.

Frankenstein-Diemerstein (Kreis Kaiserslautern), Villa Denis, sog. Schlösschen,

Diemerstein 9

1850/52 ließ Paul Camille von Denis, Erbauer der ersten pfälzischen Eisenbahn,

das klassizistische Landhaus mit Belvedereturm für sich errichten und

aufwändig mit Wandmalerei im „pompejanischen Stil“ ausschmücken. Es

gehört zu den wenigen erhaltenen Gebäuden im Stil des von Italien inspirierten

bayerischen Klassizismus. Der Standort der Villa am Fuß des Burgberges

war nicht zufällig gewählt, denn von Denis besaß damals die im 13. Jh.

erbaute, im 30-jährigen Krieg zerstörte Burg Diemerstein, die er schon 1847

tlw. wiederherstellte,

indem er die Ringmauer,

Treppenanlagen und

einen Felsgang erneuern

ließ. 10-16 Uhr Rahmenprogramm,

Architekturausstellung,

Entwürfe zur

„Revitalisierung der

Ritterschen Posthalte-

rei Frankenstein“ von

Studenten der FH Kaiserslautern.

Gau-Algesheim (Kreis Mainz-Bingen), Ehem. Weingut Diehl, Kloppgasse 10

Das straßenseitige Wohnhaus des in ungewöhnlicher Vollständigkeit erhaltenen

traditionellen Gehöfts stammt aus dem Jahr 1681; in dem barocken

Gebäude ist die Holztreppe aus der 1. Hälfte des 19. Jh. erhalten. Rückwärtig

wurde um 1890 ein zweigeschossiges Wohnhaus in Ziegelbauweise

angefügt. Im Hof auch das stattliche zweigeschossige Kelterhaus, eines der

wenigen erhaltenen Beispiele in Fachwerkbauweise im Landkreis. 14-17

Uhr, Führung 15 Uhr, Ausstellung, Vortrag „Auswanderung im 19. Jh.“

Göllheim (Donnersbergkreis), Uhlsches Haus und die historische Altstadt,

Hauptstraße 7

Der repräsentative Gründerzeitbau in Neurenaissanceformen von 1898

besitzt noch zahlreiche ursprüngliche Details wie z. B. die Holztreppe mit

aufwändig gedrechseltem Geländer, Türen mit Jugendstilverglasung, Deckenmalereien,

eine Ledertapete. Auf dem geführten Rundgang werden

darüber hinaus zwei Stadttore und der historische Ortskern besucht und

erläutert. 14-18 Uhr, Führungen 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr, Treffpunkt:

Parkplatz am Haus Gylnheim.

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Göllheim,

Uhlsches Haus

Neustadt-Gimmeldingen (Stadt Neustadt/Weinstraße), Oberes Schlößchen,

Hildenbrandseck 1

Vom winkelförmigen, 1573/74 errichteten Ursprungsbau in Renaissanceformen

sind der Westflügel und ein Treppenturm erhalten, unter dem runden

Kantenturm ein kreisförmiger (Geheim-)Raum aus sorgfältigem Quadermauerwerk

sowie große, tonnengewölbte Sandsteinkeller. Nach Versteigerung

des „Schlössel“ als Nationalgut 1805 an Privat, erbaute man um 1837 den

Südflügel aus Bruchstein als Kelterhalle, die 1866 eine Aufstockung aus

Backstein mit Krüppelwalmdach erhielt. 10-16 Uhr, Führungen 11 und 14

Uhr, Vortrag: Brigitte Schön, „Zur Restaurierung der Wandmalereien des

17. Jh.“, Ausstellung: „Ergebnisse der Bauforschung“.

Rheinzabern (Kreis Germersheim), Fachwerkhaus mit Bauerngarten,

Rappengasse 11

Das eingeschossige Fachwerkhaus mit Kniestock ist 1802 bezeichnet. Der

Gewölbekeller wurde aus römischem Fundmaterial errichtet. An Stelle der

landwirtschaftlichen Gebäude der ehem. Hofanlage erstreckt sich heute ein

prächtiger Bauerngarten, der Hofbereich ist mit üppigem Sommerflor bewachsen.

10-18 Uhr, Führungen 11, 13, 15 und 17 Uhr, Infotafeln zur Baugeschichte

des Hauses und der sozialen Lage der Bewohner im 19. Jh.,

Flohmarkt.

Stetten (Donnersbergkreis), Ehem. Hof des Klosters Arnstein, Hauptstraße

30/32

Weiträumige Hofanlage mit sehr stattlichem,

im Kern spätbarockem Wohnhaus

mit kleinem Saal. Nach dem Übergang

Anfang des 19. Jh. aus adeligem Besitz

wurde der traditionelle Hof um die Mitte

des 19. Jh. ausgebaut und erweitert.

Unmittelbar anschließend die kreuzgewölbten

Ställe dieser Zeit. Die Scheune

mit mittelalterlichem Giebel, gewölbtem

Keller und Dachstuhl des 17. Jh. wurde

im späten 19. Jh. mit Stichkappengewölbe

über gusseisernen Säulen als Pferdestall

erweitert. Im natursteingepflasterten

Hof ein gusseiserner Brunnen der berühmten Rheinböller Hütte. Das Gehöft

wird zurzeit vorbildlich instandgesetzt. 11-17 Uhr, Führungen 13 und 15 Uhr

und nach Bedarf, Ausstellungen zur Baugeschichte und Konzeption der

laufenden Restaurierungsarbeiten sowie zur Geschichte des Anwesens

und seiner Bewohner.

22


Unkel (Kreis Neuwied), Gut Haanhof, Lage „Bruchhausener Heide“

1840 ließ Johann Heinrich Aloys Haan, ein wohlhabender Weinhändler aus

Köln, auf dem Hochplateau einen Gutshof errichten. Nicht nur ein Wohnhaus

mit Krüppelwalmdach und Turm sowie Wirtschaftsgebäude gehörten zu der

stattlichen Hofanlage, sondern auch eine Kapelle und ein großer Park.

Ursprünglich für Viehhaltung, als Ackerland und Waldaufforstung genutzt,

kamen später Wein- und Obstanbau hinzu. Heute auch mit Reiterhof und als

Erholungsgebiet dienend, gibt die Anlage aus dem frühen 19. Jh. ein Beispiel

für den Strukturwandel von Land- und Forstwirtschaft sowie den Weinbau in

der Region. 10.30-14 Uhr, Führungen 11 und 13 Uhr.

Trier (Stadt Trier), Neubarocke Villa, Kaiserstraße 12

Die neubarocke Villa wurde 1888 für den Arzt Dr. Weis nach Entwurf des

Frankfurter Architekten H. Th. Schmidt gebaut. Der Eckbau auf unregelmäßigem

Grundriss und mit bewegter Dachlandschaft vereinigt das vornehme

Gepräge eines barocken Stadtpalais mit dem zeittypischen Streben nach

malerischer Gesamtwirkung. Das Gebäude wurde 1895 in den Blättern für

Architektur und Kunsthandwerk

als beachtliches „Landhaus“

gewürdigt. Die reiche Innenausstattung

ist ein bemerkenswertes

Zeugnis gehobener Wohnkultur

des späten 19. Jh. Die umfassende

Sanierung nach historischen

Vorgaben wurde kürzlich abgeschlossen.

12-16 Uhr, Führungen

nach Bedarf.

Westhofen (Kreis Alzey-Worms), „Villa Wolf“, Osthofener Straße 24

Das 1897/98 von dem Wormser Architekten Hermann Haldenwang umgebaute

Haus der Witwe Orb gehört zu den schönsten späthistoristischen

Villen der Region. Der von einem Garten umgebene Bau in Formen der

deutschen Renaissance mit Ziererker, ausgestattet mit Jugendstilbuntglas,

und Prunkgiebel erhielt in der Beletage einen Festsaal, in dem u. a. ein

imposanter Kachelofen und prächtige schmiedeeiserne Kronleuchter erhalten

sind. Weitere bauzeitliche Schmiedearbeiten zeigen die westliche Pforte

und die Eingangstür, heute Eingang zur Rheinhessischen Weinstube Villa

Wolf. Die Remise gehört noch zum ersten Bestand von 1839. 11-22 Uhr,

Führungen alle zwei Stunden ab 12 Uhr, Getränke mit Speisen, Kaffee und

Kuchen, „Weinstube Villa Wolf“.


Jugendstilgebäude

Budenheim (Kreis Mainz-Bingen), Ev. Kirche, Jahnstraße 2

Der kleine Saalbau aus bossierten Sandsteinquadern, 1912/13 in barockisierendem,

jugendstilgeprägtem Heimatstil nach Plänen von Landeskirchenbaumeister

Prof. Friedrich Pützer aus Darmstadt errichtet, zeichnet sich durch

seinen sehr guten Erhaltungszustand aus. Auch die bauzeitliche Ausstattung

ist weitgehend erhalten, darunter der steinerne Altar von Cesare Augusto

Varnesi aus Frankfurt, der häufig mit Pützer zusammenarbeitete. Die üppige

Ausmalung in den 1990er Jahren wiederhergestellt; Sälchen und Treppenhaus

2007 restauriert. 10 Uhr (Gottesdienst)-13 Uhr, Führung 10.45 Uhr.

23


Mainz-Mombach (Stadt Mainz), Ev. Friedenskirche, Pestalozziplatz 2

Die malerisch zusammengestellte, einheitliche Baugruppe aus Kirche,

Pfarrhaus und Schwesternhaus in neuklassizistisch geprägtem Jugendstil

wurde 1910/11 nach Plänen von Reinhold Weisse errichtet. Vorbild war die

nach Entwurf des Darmstädter Kirchenbaumeisters Friedrich Pützer begonnene

Lutherkirche in Wiesbaden. Geöffnet zur Führung 11 Uhr.

Trier (Stadt Trier), Ehem. Weinkellerei Joh. Förster (heute Sektkellerei),

Gilbertstraße 34

Die Weinkellerei, 1905 für Heinrich Kunz errichtet, kurz darauf von Johann

Förster übernommen, ist der erste Wirtschaftsbau in Rheinland-Pfalz, der in

Eisenbeton errichtet wurde, ausgeführt durch die auf diese Bauweise spezialisierte

Firma Carl Brandt, Düsseldorf, nach Plänen des Aachener Architekturprofessors

Carl Sieben. Über dem zweigeschossigen Fasskeller sind in

der dreischiffigen Halle Kelter-, Abfüll- und Versandhalle, Verwaltungsräume

mit Direktorenzimmer und Probierstube eingerichtet. Das Direktorenzimmer

mit farbig verglastem Fenstererker, originaler historistischer Einrichtung

einschließlich der Wandvertäfelung in dunklem Holz, ist unverändert erhalten.

Die Weinkellerei ist ein in allen Funktionsabläufen ablesbares Beispiel

einer Großkellerei aus der Blütezeit des Weinhandels in Trier um 1900,

gleichzeitig ist sie ein Zeugnis der zu ihrer Entstehungszeit modernsten

Konstruktionsweise; die Gestaltung der Halle in einem für Trier ungewöhnlich

konsequenten monumentalisierenden Jugendstil steht im Dienste einer

deutlichen Werbewirkung. Die Jugendstilfassade wurde 2009 restauriert.

11-19 Uhr, Führungen 11, 13, 15 und 17 Uhr.

Trier (Stadt Trier), Jugendstilgebäude, „Genussgesellschaft“, Nagelstraße 31

Das schmale Wohn- und Geschäftshaus, das ein Bauunternehmer 1905 als

Renditeobjekt errichten ließ, besticht durch seine prächtige Jugendstilfassade,

deren Farbfassung nach restauratorischem

Befund wiederhergestellt wurde.

Kopfmasken, emporwachsendes Astwerk,

im oberen Wandabschnitt mit

Weinreben und Blättern, sind den beiden

Obergeschossen vorgelegt. Ein prächtiger

geschwungener Zwerchgiebel mit

Sonnenblume und dem Baudatum bildet

den krönenden Abschluss. 10-18 Uhr,

Führungen zu jeder vollen Stunde mit

Erläuterungen zur kürzlich abgeschlossenen

Restaurierung, Fotoausstellung und

Dokumentation zur Sanierung, musikalische

Untermalung.

Trier (Stadt Trier), „Steingröverhaus“, Petrusstraße 31

1896 ließ der Bauspekulant und Pferdebahnbesitzer Arnold Steingröver den

repräsentativen Gründerzeitbau als Etagenmietshaus errichten. Das dreigeschossige

Doppelhaus über zweigeschossigem Weinkeller fällt vor allem

durch die Fassade auf, die mit Zementstuck und Fachwerk in neugotischem

Stil gestaltet wurde. Den beiden Obergeschossen ist ein dreiachsiger Erker

vorgelegt; die linke Achse läuft vor dem ausgebauten Dach als polygonaler

Turm mit geschwungener Haube aus, die beiden rechten Achsen werden

von einem breiten Zwerchgiebel bekrönt. Von der bauzeitlichen Ausstattung

24


lieben wesentliche Teile erhalten, so der Hauseingang mit Eingangstür,

Stuckmarmorverkleidung, die Holztreppe und das Geländer mit Gitterbalustern,

Wandschränke, Stuckdecken und Parkettböden. 1998-2002 fand

eine grundlegende Sanierung statt. 12-16 Uhr, Erläuterungen nach Bedarf,

Powerpoint-Präsentation.

Trier-Pallien (Stadt Trier), Villa Reverchon, Römerstraße 100

Die in einem Park gelegene ausgedehnte

Villenanlage oberhalb Palliens wurde 1909-

12 für den Bankier Adrian Reverchon und

seine Frau Alice gebaut. Kein Geringerer als

der renommierte Mannheimer Villenarchitekt

Rudolf Tillessen hatte die Pläne zu dem

neuklassizistischen anspruchsvollen Gebäude

mit hangseitig anliegendem Wirtschaftstrakt

entworfen. Im Innern führt eine marmorverkleidete

Vorhalle zur zentralen zweigeschossigen

Treppenhalle als Zugang in die

Speise- und Gesellschaftsräume mit delikatem

Wand- und Deckenstuck in fein ziselierten

empireartigen Stuckornamenten und Wandvertäfelungen. Der hoch über

der Mosel stehende qualitätvolle Bau zählt zu den bedeutendsten Villen der

Stadt Trier. 13-16 Uhr, Führungen 14 und 15 Uhr.

Worms-Horchheim (Stadt Worms), Ev. Gustav-Adolf-Kirche

1907/08 mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes nach Plänen von Friedrich

Becker erbaut; die Jugendstil-Ausmalung im Chorraum von Fritz Muth,

Worms, Orgel der Gebr. Linck. Mit dem östlich angeschlossenen Pfarrhaus

bemerkenswertes Jugendstil-Ensemble, das einmalig ist in der

Wormser Umgebung. 11-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.


Öffentliche Gebäude

Altenkirchen (Kreis Altenkirchen), Kreisvolkshochschule, Rathausstraße 12

Der großvolumige späthistoristische Bau mit geschweiften Zwerchgiebeln

und Ecktürmchen in barockisierenden

Formen wurde Anfang des

20. Jh. entweder als Wohn- und

Geschäftshaus oder als Verwaltungsbau

errichtet. Er ist bis heute

weitgehend unverändert erhalten.

13-17 Uhr. In einer Fotoausstellung

des Kreisarchivs und der

Kreisvolkshochschule werden ca.

40 Fotografien zahlreicher Kulturdenkmäler

im Landkreis Altenkirchen

gezeigt.

Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis), „Bad Ems im 19. Jh.“, Altes Rathaus, Römerstraße

97

Den Kernbau des alten Rathauses bildet das zweigeschossige fünfachsige

Schulhaus, das 1823 nach Plänen von Bauinspektor Faber errichtet und

25


1836 auf elf Achsen erweitert wurde. 1861ff. erfolgte eine erneute Erweiterung

nach Plänen von Baurat Eduard Zais in gotisierenden Formen; dieser

Flügel wurde seit spätestens 1865 als Rathaus genutzt; 1906/07 wurde die

Fassade in barockisierenden Formen umgestaltet. Der Flügel an der Römerstraße

wurde 1934, zweiachsig erweitert, als Stadtmuseum eingerichtet. Hier

werden alle Themen zum Leben in Bad Ems vorgestellt, insbesondere zum

Leben im 19. Jh. in der Kurstadt. Geöffnet ab 10 Uhr, Erläuterungen nach

Bedarf.

Dierdorf (Kreis Neuwied), Alte Schule,

Am Damm 1

Der siebenachsige Bruchsteinbau

mit Werksteineinfassungen wurde

Mitte des 19. Jh. in strengen klassizistischen

Formen errichtet. Als

Baumaterial dienten Steine, die bei

der Niederlegung der Stadtmauer im

selben Jahr anfielen. 2002/03 unter

Sicherung der Bausubstanz zum

Bürgerhaus umgebaut. 10-16 Uhr,

Führungen nach Bedarf.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Fruchthalle mit Festsaal, Fruchthallstraße

10

Der blockhafte dreigeschossige Rechteckbau, 1843-46 auf Betreiben König

Ludwigs I. von Bayern nach Entwurf von Zivilbauinspektor August von Voit

erbaut, erinnert an florentinische Palazzi der Frührenaissance. Architekturteile

aus Buntsandstein lockern die durch Gurtgesimse horizontal gegliederten,

rustizierten Putzfassaden auf. Die in der Höhe abnehmenden Geschosse

werden durch (heute tlw. zugesetzte) Arkaden bzw. gekuppelte Öffnungen

mit Säulchen belichtet. Das Erdgeschoss ist eine fünfschiffige Halle mit

Flachtonnengewölbe über Pfeilern. Der prächtige Festsaal, dessen Renovierung

2009 abgeschlossen wurde, gibt weitgehend den Zustand nach dem

Umbau der Fruchthalle 1891/92 wieder. Während der Pfälzischen Revolution

diente die Fruchthalle 1849 als Sitz der provisorischen Revolutionsregierung.

10-13 Uhr, Führung 11 Uhr.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Theodor-Zink-Museum, Steinstraße

48

Die vierseitige Hofanlage wurde 1817 als Fuhrmannsgasthof „Zum Rheinkreis“

erbaut: straßenseitig ein achtachsiger Putzbau mit Krüppelwalmdach,

rückwärtig langgezogene Fachwerkställe. Mit Eröffnung der Ludwigsbahn

1848/49 verlor der Gasthof seine ursprüngliche Funktion und diente nur noch

als Wirtshaus; 1978 Umbau zum Kulturhistorischen Museum. 10-18 Uhr.

Mayen (Kreis Mayen-Koblenz), Altes Arresthaus / Mayenarchiv, Stehbachstraße,

hinter dem Neuen Rathaus

Das ursprünglich zweigeschossige Gebäude in spätklassizistischen Formen

wurde um 1880 als städtisches Arresthaus errichtet. Nach dem Wechsel des

Strafvollzugs an den preußischen Staat erfolgte 1912 die Aufstockung auf

vier Geschosse. Heute dient der einstige Gefängnisbau als Archiv und für

Ausstellungen. 10-17 Uhr, Führungen 11, 13 und 15 Uhr, Ausstellung:

„Mayen im Wiederaufbau 1945-1952“, Bücher- und Informationsstand (auf

dem Vorplatz).

26


Mörsfeld (Donnersbergkreis),

Ehem. Konfessionsschule und

Ortsrundgang, Bad Kreuznacher

Straße 19

Der klassizistische Bau wurde

1829 vom Kaiserslauterer Maurermeister

Atzger als Konfessionsschule

erbaut; die Trennung in

einen protestantischen und einen

katholischen Teil blieb bis 1876 bestehen. Die Wohnungen für die beiden

Lehrer waren im Erdgeschoss eingerichtet, die Schulsäle aufgrund der

besseren Belichtung im Obergeschoss. Die Anlage ist vollständig erhalten

mit den als Toilettenanlagen und Ökonomie genutzten Nebengebäuden, den

von Mauern umgebenen Schulhöfen sowie dem Schulgarten zur Versorgung

der Lehrer. Heute dient das nahe der Kirche stehende Gebäude als Wohnund

Geschäftshaus. 10-18 Uhr, Führungen nach Bedarf. Um 14 und 16 Uhr

lädt die Geschichtswerkstatt e. V. zu einem Rundgang durch den alten

Ortskern ein, Treffpunkt: Ehem. Konfessionsschule.

Neuwied (Kreis Neuwied), Lebensmittelfachschule, Friedrichstraße 36

Der dreiteilige Bau aus viergeschossigem Mittelteil und dreigeschossigen

Seitenflügeln mit werksteingegliederter Basaltlavafassade wurde 1870/71

als „Knabenanstalt“ errichtet. Mit Schülern aus England, Frankreich und der

Schweiz war sie die letzte der höheren Schulen bzw. Internate der Brüdergemeine,

die zur Bedeutung Neuwieds als Schulstadt beitrugen; seit 1936

wird sie als Bundesfachschule des Lebensmittelhandels genutzt. 11-16 Uhr,

Ausstellung „Die Knabenanstalt“ der Herrnhuter Brüdergemeine; für Kinder:

Lebensmittel-5-Sinne-Memory.

Obererbach (Kreis Altenkirchen), Ehem. Bahnhof, Hilgenrother Straße 2

Das Bahnhofsgebäude wurde 1886 an der Bahnstrecke Limburg–

Altenkirchen errichtet. Der Typenbau aus unverputztem Kleinquadermauerwerk

ist aufwändig gegliedert mit Werkstein in neugotischen und Neurenaissance-Formen

sowie mit Elementen des sog. Schweizer Stils mit weit überstehendem

Dach und Holzgespärre. Der ehem. Bahnhof, zu dem auch ein

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Fachwerkgüterschuppen gehört, wurde von den heutigen Besitzern restauriert

und zum Wohnhaus umgenutzt. 13-19 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Ausstellung von Eisenbahnmodellen, die früher auf der Strecke verkehrten.

Sponheim (Kreis Bad Kreuznach), Archiv des Freundeskreises und Ratsaal

im Rathaus, Ferlacher Platz

Das stattliche Rathaus von 1860 wurde vermutlich durch Kreisbaumeister

Conradi errichtet. Dem zweieinhalbgeschossigen neugotischen Sandsteinquaderbau

ist ein zinnenbekrönter Turm angefügt. Im Erdgeschoss wird der

Nebeneingang von einem „Eselsrücken“ bekrönt, einem weit verbreiteten

spätgotischen Motiv. Unter der Traufe läuft ein Spitzbogenfries um. 13.30-18

Uhr, Führungen nach Bedarf. Sonderausstellung: „25 Jahre Freundeskreis

der Burg Sponheim e. V.“, Verkauf vereinseigener Literatur im Archiv, ca.

2-stündige Rundwanderung: Ev. Kirche, ehem. Sponheimer Mühlen, Flachsdarre,

ehem. Kleinbahntrasse nach Burgsponheim und zurück mit Erklärungen

zur Sponheimer Geschichte, der Mühlengeschichte, dem Bergbau im

Ellerbachtal, Treffpunkt: Rathaus.

Treis-Karden (Kreis Cochem-Zell), Ehem. Knabenschule, Am Plenzer 1

Die Pläne zum Schulhaus aus der Zeit um 1834 stammen, ebenso wie die

Treiser Kirche (s. dort), von Johann Claudius von Lassaulx. Er entwarf einen

siebenachsigen zweigeschossigen Walmdachbau aus unverputztem Schiefermauerwerk.

Der Bauaufgabe entsprechend, wird das Erdgeschoss von

großen Stichbogenfenstern belichtet, im Obergeschoss sitzen hohe Rundbogenfenster

auf dem Gurtgesims auf. 14-17 Uhr, Einzelheiten sind der Tagespresse

zu entnehmen.

Treis-Karden,

Ehem. Knabenschule

Trier (Stadt Trier), Ehem. Centralhotel, Sichelstraße 32, Eingang im Hof

Das Hauptgebäude des ehem. Stadthofs „Fetzenreich“, ein im Kern gotischer

Einstützenraum, reicht in das 13. Jh. zurück. 1862 erwarb der „Kath.

Gesellenverein“ das Gebäude und ließ es renovieren. Einen umgreifenden

Umbau nahm der Bauunternehmer und Maurermeister Johann Kuhn 1882-

85 vor, zu dem die Überformung der hofseitigen Fassade in neugotischen

Formen gehört: Die Mittelachse wird betont durch ein Spitzbogenportal,

darüber ein spitzbogiges Blendfenster und ein Zwerchhaus mit Drillingsfenster

und gestaffelten Dreipassbogenblenden; im Obergeschoss sitzen neugotische

Kreuzstockfenster. Der südlich anschließende Renaissance-

Treppenturm erhielt ein sandsteingegliedertes Backsteinobergeschoss und

auf der Nordseite wurde ein übergiebelter neugotischer Seitenrisalit angesetzt.

Zurzeit wird die Neunutzung vorbereitet. 11-17 Uhr, Besichtigung nur

mit Führung, jeweils zur vollen Stunde.

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Trier (Stadt Trier), Max-Planck-Gymnasium,

ehem. Kaiser-Wilhelm-Gymnasium,

Sichelstraße 3

1908 lieferten der Kgl. Regierungsbaumeister

Wilhelm Ohme und der Kgl. Kreisbauinspektor

Hermann Fülles die Entwürfe zu

dem 1911-13 in Formen der späten Neugotik

errichteten „Kaiser-Wilhelm-Gymnasium“.

Straßenbildprägend ist der giebelständige

Aulabau, der sowohl durch die

Details wie Kreuzstock- und Maßwerkfenster

als auch durch den Materialwechsel

noch ganz den historistischen Zeitgeist widerspiegelt. Das Innere der Aula

mit zweiflügeliger Eingangstür, zinnenbekrönten Boiserien, kassettierter

Holztonne und einem prächtigen Eisenkronleuchter mit preußischem Adler

gehört zur originalen Ausstattung, ebenso wie die Klais-Orgel - die einzige

romantische Orgel in Trier -, die dank der Initiative des Vereins zur Wiederbelebung

der historischen Aulaorgel des Max-Planck-Gymnasiums Trier im

Jahr 2010 restauriert werden konnte. 13, 14 und 15 Uhr Führungen mit

anschließendem kleinen Orgelkonzert.

Trier (Stadt Trier), Museum am Dom, ehem. Gefängnis, Windstraße 6-8

Der 15-achsige klassizistische Walmdachbau wurde 1832/33 als „Königlich

Preußisches Gefängnis“ errichtet. Die Pläne in einer der Bauaufgabe angemessen

schlichten Formensprache lieferte Stadtbaumeister Johann Georg

Wolff, der mit dem langgestreckten Baukubus einen wichtigen Beitrag des

preußischen Klassizismus zum Gefängnisbau im frühen 19. Jh. leistete.

1983-88 wurde das Gebäude zum Bischöfl. Dom- und Diözesanmuseum

umgebaut. Unverändert erhalten blieb das Pfortenhaus. 13-17 Uhr, 14.30

Uhr Vortrag einschl. kleiner Führung: „Der Neubau des Trierer Gefängnisses

im 19. Jh.“, permanente Powerpoint-Präsentation zur Geschichte des

Gebäudes.


Industriebauten, Bahnanlagen, Schmieden und Mühlen

Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis), Talstation der Malbergbahn, Villenpromenade

1872 entschloss sich die Stadt zum Bau einer „Standseilbahn mit Wasserübergewichtsantrieb“

und eines Hotels zum schon im 19. Jh. beliebten

Ausflugsziel Malberg. 1887 konnte die Malbergbahn mit Tal- und Bergstation

in Betrieb genommen werden. Die Talstation ist eine luftige, pergolaartige

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Holzkonstruktion. (Das Hotel auf dem Berg, als sog. Schweizer Haus errichtet,

und die Bergstation heute in Privatbesitz). Ab 10 Uhr, Vorstellung des

Denkmals durch den Förderverein Malbergbahn und Informationsmaterial.

Frankenstein (Kreis Kaiserslautern), Geschichte des Eisenbahnwesens -

Bahnhof und Tunnelportale

Der historische Ortsrundgang beginnt am Bahnhofsempfangsgebäude,

einem Typenbau der 2. Hälfte des 19. Jh. und führt entlang der Hauptstraße

vorbei an der kath. Kirche Hl. Dreifaltigkeit und St. Ludwig, dem ehem.

Schulhaus mit einer Portalvorhalle mit Jugendstilmotiven hin zum Denkmalensemble

der Burgruine Frankenstein mit der prot. Kirche sowie dem Portal

des Schlossbergtunnels. Begleitet

wird der Rundgang mit

Informationen zur Geschichte

des Eisenbahnwesens in der

Pfalz, die in Frankenstein aufs

Engste mit dem Eisenbahnpionier

Paul Camille von Denis

verknüpft ist. (Einzelheiten sind

der örtlichen Presse, Plakaten

und Flyern zu entnehmen).

Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis), Wasserwerk, Wiesbach 3

Das Hauptgebäude ist ein Backsteinbau aus den 1870er Jahren. Die Nebengebäude

bestehen tlw. aus Fachwerk, auch ein blockhafter Bruchsteinbau

gehört zum Wasserwerk. Im Hauptgebäude befindet sich die Pumpanlage

von 1933 mit dem originalen Deutz-Dieselmotor. Die restaurierte Anlage

ist betriebsfähig und wird am „Tag des offenen Denkmals“ vorgeführt. 11-17

Uhr, Führungen nach Bedarf.

Bedesbach (Kreis Kusel), Ehem. Schmiede, bei Ringstraße 16

Der schlichte eingeschossige Putzbau wurde um die Mitte des 19. Jh. errichtet.

Dadurch, dass die originale Ausstattung mit Esse und alten Werkzeugen

erhalten ist, wurde sie die „Vorzeigeschmiede“ des Landkreises und wird

regelmäßig am „Bedesbacher Schmiedetag“ wieder in Betrieb genommen.

Auch ein historischer Schleifstein ist noch vorhanden. 14.30-18 Uhr. Führungen

nach Bedarf.

Bengel-Springiersbach (Kreis Bernkastel-Wittlich), Historische Ölmühle,

an der B49

Die 1856 erbaute Ölmühle war bis 1910 Bestandteil der 1731 erbauten

30


Klostermühle Springiersbach. Gemahlen wurden Bucheckern, Walnüsse,

Traubenkerne und vor allem Raps. Der schlichte Satteldachbau drohte zu

verfallen, nachdem Anfang der 1960er Jahre der Betrieb eingestellt worden

war. 1989 wurde die Ortsgemeinde Bengel Eigentümerin der Ölmühle. Das

Gebäude wurde restauriert und die originale Mühlenausstattung wieder voll

funktionstüchtig gemacht; am „Tag des offenen Denkmals“ 2002 wurde sie,

eine der wenigen erhaltenen Ölmühlen in Rheinland-Pfalz, nach der aufwändigen

Restaurierung offiziell eingeweiht. 10-18 Uhr, Führungen stündlich,

Rahmenprogramm.

Bingen (Kreis Mainz-Bingen), Historisches Museum am Strom - Hildegard

von Bingen (ehem. Elektrizitätswerk), Museumstraße 3

Der stattliche mehrteilige Bruchsteinbau wurde, wie die Inschrift an der

ehem. Maschinenhalle zeigt, 1898 als „Electricitäts-Werk Bingen“ von Stadtbaurat

Paul Koch und dem Bautechniker Friedrich Zimmer errichtet. Charakteristisch

für das ausgehende 19. Jh. sind die historisierenden Formen - hier

der Neugotik - und der Material- und Farbwechsel: die Risalite bestehen aus

Quarzitmauerwerk, die übrigen Mauern und der Rundbogenfries unterhalb

der Dachtraufe aus Gelbklinker, die übrigen gliedernden Teile aus Rotklinker.

Der Kernbau mit offenem Dachstuhl wurde um 1910 erweitert. Die malerisch

gruppierten Gebäudetrakte mit Blick auf Mäuseturm, Niederwalddenkmal

und die Burgruine Ehrenfels stehen einerseits für die zeittypische Sehnsucht

nach Romantik, gleichzeitig aber auch in ihrer Funktion als Elektrizitätswerk

für die fortschreitende Technik. 10-17 Uhr, Führungen 11.15 und 15 Uhr.

Sonderausstellung: „Bildschön und sagenhaft - Burgen im 19. Jh.“

Burglahr (Kreis Altenkirchen), Alvenslebenstollen, Kur-Kölner-Straße

Mit der Übernahme des Eisenerzbergbaus auf dem „Horhauser Gangzug“

durch Preußen im Jahre 1815 nahm der Erzabbau zu, so auch bei der Grube

Louise, die aufgrund der Reinheit der Eisenerze im 19. und auch noch im

frühen 20. Jh. die bedeutendste Anlage war. Der Ansatz des Wasserlösungsstollen

erfolgte 1835, und 1864 erreichte der Vortrieb den nördlichen

Ausläufer des Louisen-Gangvorkommens. Benannt ist der Stollen nach dem

ehem. preußischen Finanzminister Albrecht Graf von Alvensleben. Der Stollen

ist auf 400 m befahrbar; zu besichtigen sind mineralogische Besonderheiten

wie Malachit- und Chrysokoll-

Ausblühungen, farbenprächtige

Stalaktiten und Stalakmiten (Brauneisensteinschlämmen

und Mangan).

Geöffnet zu den Führungen einschl.

bergbaulicher Vorträge und anschaulicher

Relikte 11, 12.30 und

14 Uhr.

Enkirch (Kreis Bernkastel-Wittlich), Großbachmühle, Im Großbachtal

Das kleine zweigeschossige Mühlengebäude liegt in einem romantischen

Seitental der Mosel. Die Vollgeschosse sind in verputztem Bruchsteinmauerwerk

ausgeführt, die Giebel in Sichtfachwerk. Die Wassermühle mit einem

oberschlächtigen Rad und zwei getrennten Mahlgängen wurde seit ihrer

Erbauung im Jahr 1834 als Mahl- und Schrotmühle genutzt. Der heutige

Besitzer, der Verein „Großbach Mühlengesellschaft Enkirch e. V.“, hat die

heute wieder voll funktionsfähige Mühle denkmalgerecht und detailgetreu

restauriert. 10-16 Uhr, Führungen nach Bedarf.

31


Frankenthal (Stadt Frankenthal), Ehem. Zuckerfabrik, Stephan-Cosacchi-

Platz 3

Das Wohn- und Verwaltungsgebäude der einst bedeutendsten Zuckerfabrik

Süddeutschlands entstand 1888 in Formen der Neurenaissance. Weitgehend

unverändert erhalten blieb die anspruchsvolle Loggia vor der einstigen

Gartenfront. 1910/11 wurde das Gebäude nach Plänen des Karlsruher Architekten

Hermann Billing umgestaltet und wesentlich erweitert. Der repräsentative

Charakter wird wesentlich bestimmt durch den aufwändigen Portalvorbau

mit Freitreppe und einen Wappenstein mit Jugendstilelementen. Auch

das Pförtnerhaus und die Direktorenvilla

(Mahlastraße, 1896) stehen

heute noch; die Arbeiterwohnhäuser

(Isenachstraße, späteres 19.

Jh., und Mina-Karcher Platz, um

1905) und der ehem. Kindergarten

(1883) bezeugen die Sozialleistungen

der Zuckerfabrik, zu denen

einst auch ein „Ledigenheim“ gehörte.

Geöffnet zur Führung 14 Uhr.

Gehlweiler (Rhein-Hunsrück-Kreis), Alte Dorfschmiede, Dorfstraße 26

Das stattliche Wohnhaus der Fachwerk-Hofanlage datiert in das Jahr 1821,

auch Scheune, Stallungen und Schmiede wurden im 19. Jh. errichtet. Die

Schmiede, ein eingeschossiger Bau mit Vordach und vollständig erhaltener

Ausstattung, wird am „Tag des offenen Denkmals“ in Betrieb genommen:

Pferde sollen beschlagen werden, Kleinteile werden als Souvenirs angefertigt

und die Dorfjugend sorgt für das leibliche Wohl. Die historische Schmiede

diente in der Fernsehserie „Heimat“ im fiktiven Dorf Schabbach als

Kulisse. 10-18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Bewirtschaftung durch die

Dorfjugend.

Germersheim-Sondernheim (Kreis Germersheim), Ziegelei Sondernheim,

ehem. Ziegelei Stubenrauch, Am Rheindamm

1834 gründeten die Brüder Josef, Jan und Bernhard Stubenrauch die Sondernheimer

Ziegelei. Mehr als 160 Jahre lang blieb die direkt am Rhein gelegene

Ziegelei in Familienbesitz. Bis 1898 wurden hier Handstrichbacksteine

in Feldbrandöfen hergestellt; der Transport des dazu benötigten Lehms erfolgte

im 19. Jh. mit Ochsenkarren, dann mit Eseln, später mit einer Feldbahn

mit Dampflok. Im 20. Jh. stellte man auf maschinelle Fertigung um,

1976 schließlich wurde sie stillgelegt. Erhalten blieben: Ringofen mit zwei

Kaminen, Warmluft- und Freiluftrockenanlage mit ca. 35 Trocknungsschuppen,

Verwaltungsgebäude, Maschinenhaus, Ziegelbauten, Feldbahn und

32


Strangpresse. Die Sondernheimer Ziegelei erhielt im vergangenen Jahr eine

ausdrückliche Anerkennung des ersten Sparkassen-Denkmalpreises Rheinland-Pfalz

als „Unbewohntes Denkmal“. 10-18 Uhr, Führungen nach Bedarf,

Dauerausstellung: „Tier- und Pflanzenwelt in den Rheinauen“, bunter Bazar

der Besonderheiten.

Hatzenport (Kreis Mayen-Koblenz), Fährturm, Moselufer

Der Fährbetrieb in Hatzenport ist seit Mitte des 16. Jh. belegt, und ab 1827

war die Fähre im Eigentum der Gemeinde. 1863 wurden der Grundstein zu

dem heutigen Fährturm gelegt und zwei Fährrampen gebaut. Der Bruchsteinturm

diente zur Befestigung des Fährseils. Der Fährbetrieb, auch für

den Posttransport wichtig, wurde mit dem Brückenbau 1972 Löf-Alken

eingestellt. 13-17 Uhr, Turmbesteigung möglich (auf eigene Gefahr).

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Meisterschule - Felsenkeller unter

dem Turnerheim, Am Turnerheim 2

Mitte des 19. Jh. im anstehenden Sandstein angelegter Bier- und Eiskeller

von ca. 200 m Länge. 1944 zum Luftschutzbunker umgebaut. 11-16 Uhr,

Führungen nach Bedarf.

Serrig (Kreis Trier-Saarburg), Historische Weinbergsfeldbahn

Der Baukomplex des preußischen Musterbetriebs für Weinbau wurde 1904-

12 nach Plänen von Kreisbauinspektor Jaffke abschnittsweise errichtet. Zu

den teils verputzten und mit Fachwerkaufbauten kombinierten Teilbauten,

die stilistisch auf eine einheitlich „altdeutsche Stimmungswelt“ zurückgreifen,

gehört auch die Weinbergsbahn - ursprünglich eine Pferdebahn -, von der

sich die Gleiswege mit ihrem Gefälle zu den Betriebsbauten erhalten haben,

ebenso wie der 1906 datierte Torbogen dieser Bahn am Kelterhaus. Auch

die Feldbahn sollte Vorbild sein für weitere Betriebe an der Saar mit ihren

steilen Rebhängen. Lok und Wagen wurden restauriert und fahren jetzt auf

einem 1,2 km langen Rundkurs auf dem Hofgut Serrig, vorbei an Viehweiden,

Gänseteich, Stallungen und Weinberg. Ab 12 Uhr, Führungen nach

Bedarf, Bilderausstellung im Lokschuppen über die historische Nutzung der

Bahn im Weinberg, halbstündlich Fahrten mit der Feldbahn.

Trippstadt (Kreis Kaiserslautern), Unterhammer / Karlstal

1807 ließ Ludwig Freiherr von Gienanth das ehem. Eisenwerk in axialer

Ordnung anlegen, eine klassizistische Baugruppe mit wasserbaulichen

Anlagen (Weiher). Das 16-achsige Herrenhaus mit Krüppelwalmdach wurde

1820/21 aus Sandsteinquadern erbaut. Außerdem erhalten sind das Hammergebäude

mit einem Dachreiter sowie die Verwaltungs- und Stallgebäude,

letzteres von 1893. Führungen vor- und nachmittags (Einzelheiten sind der

örtlichen Presse, Plakaten und Flyern zu entnehmen), Café Unterhammer

geöffnet.

Weißenthurm (Kreis Mayen-Koblenz), Alte Schmiede, Hauptstraße 148

Das ortsbildprägende Schmiedengebäude wurde, nach Umlegung der

Hauptstraße von 1829, am Ortsrand errichtet. Es ist ein lokaltypisches

„Krotzenstein“-Haus mit hofseitigem Anbau als Gesellenkammer mit Abort

und Materiallager. Das technische Inventar erhalten ab 1919. Geöffnet in

Verbindung mit den Kurzführungen zum Termin der Beschlagvorführung

14.30, 15.30 und 16.30 Uhr: „Von Taueisen, Abreißzangen und Bandeisen.

Die alte Schmiede zwischen traditionellem Handwerk und industriellem

Zulieferer“, Treffpunkt: Litfaßsäule Hauptstraße/Ecke Alte Straße.

33


Trippstadt,

Unterhammer


Parks, Gärten, Weinberganlagen

Alzey (Kreis Alzey-Worms), Sibyllenstein-Terrassen, Sibyllenstein (Flur

Windberg)

1845 hatte Heinrich Gottlob Seubert einen Weinberg erworben, dessen

Anbaufläche er im Laufe der Jahre vergrößerte; er benannte ihn nach seiner

Gattin Sibylla Guilino. Der Weinberg, mit für Rheinhessen seltener Terrassierung,

ist von einer Böschungsmauer aus Bruchstein umgeben. Aufgrund

moderner Anbaumethoden heute nicht mehr zum Weinbau genutzt, verbuschte

das Areal seit 1950 zunehmend. Geöffnet ab 10 Uhr, Führungen

11, 14 und 16 Uhr.

Balduinstein (Rhein-Lahn-Kreis), Landschaftspark Schloss Schaumburg

Die mehrfach veränderte Burg des späten 12. Jh. wurde 1850-55 durch Carl

Boos für Erzherzog Stephan von Österreich zu einer stattlichen Schlossanlage

in den Formen der englischen Neugotik umgebaut. Gleichzeitig wurde

der Mitte des 18. Jh. angelegte französische Barockgarten mit wertvollem

Gehölzbestand und exotischen Pflanzen von dem bedeutenden Wiesbadener

Gartendirektor Karl Friedrich Thelemann zum Englischen Landschaftspark

umgestaltet. Er vereinigt eine Vielzahl unterschiedlichster Gartenbereiche

wie Französischer Garten, Terrassengarten und Prinzessinnenpark und

ist sowohl von seiner Größe als auch von seiner Qualität eine der bedeutendsten

romantischen Parkanlagen in Rheinland-Pfalz. Der Park ist ganztägig

frei zugänglich. Die beiden ca. eineinhalbstündigen Führungen „Auf den

Spuren Dornröschens - im romantischen Landschaftspark Schloss Schaumburg“

beginnen jeweils um 11 und 15 Uhr (nicht alle Wege sind für Personen

mit Gehbehinderungen/Kinderwagen nutzbar; festes Schuhwerk wird empfohlen).

Cochem (Kreis Cochem-Zell), Landschaftsgarten mit Serpentinenweg an der

Reichsburg Cochem

Beim Wiederaufbau der Burg (s. dort) ließ Louis Ravené 1871-77 auch den

moselseitigen Steilhang parkartig gestalten. Oberhalb der Mosel wurde ein

Serpentinenweg in den Fels gesprengt, der am äußeren Burgtor beginnt und

sich bis zum alten Martinstor, einem Teil der Stadtmauer von 1352, ins Tal

schlängelt, wobei 79 m Höhenunterschied überwunden werden. Die efeuberankten

Bruchsteinmauern aus heimischem Schiefer mit ihren imposanten

ausgemauerten Bögen wurden nach dem Vorbild der für das Moseltal typischen

Weinbergstützmauern gebaut. Zugehörig sind auch mehrere kleine

historisierende Bauten. Der Felsengarten, der einen einzigartigen Blick auf

das Moselpanorama bietet, ist ein hervorragendes Dokument eines Land-

34


schaftsparks mit unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern, die dem Besucher

eine idealisierte Natur suggerieren. 11 Eröffnung, Führungen 13 und

15 Uhr, Treffpunkt: Martinstor (gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind

Voraussetzung für die Begehung).

Eisenberg (Donnersbergkreis), Landschaftspark Friedrich von Gienanth,

Ramsener Straße

Der 5 ha große Landschaftspark wurde 1833/34 von Friedrich von Gienanth

in Zusammenarbeit mit Garteninspektor Metzger, Heidelberg, und Hofgärtner

Stiehl, Mannheim, angelegt. Eingebunden in die Gestaltung des Parks, der

von einer mächtigen, von einem Zinnenkranz aus Schlackensteinen bekrönten

Mauer eingefasst ist, sind der Hammerweiher (aus der Gründungszeit

des Eisenwerkes 1734, 1833 verändert und Anlage der Schwaneninsel), das

Herrenhaus von 1826-29 mit Ökonomiegebäuden, die Arbeiterhäuser und

das Hüttenwerk. Die Orangerie wurde 1835 als Belvedere errichtet; inmitten

der Anlage ein neugotisches Gartenhaus von 1833 (in der 2. Hälfte des 19.

Jh. umgebaut) und das Gewächshaus von 1911; in die Außenwände des

neuklassizistischen Mausoleums der Familie Gienanth von 1912 sind fünf

gotische Grabplatten eingelassen. 11-16 Uhr, Führungen stündlich, Treffpunkt:

Gewächshaus.

Der Eisenberger Park

Gienanth, Gemälde

vermutlich von Carl von

Gienanth, um 1836

Koblenz-Stolzenfels (Stadt Koblenz), Schloss und Park Stolzenfels

1823 schenkte die Stadt Koblenz Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. von Preußen

die Ruine der Burg Stolzenfels. Er beauftragte Johann Claudius von

Lassaulx mit dem Wiederaufbau als Sommerresidenz, der Entwurf wurde

aber nicht realisiert. Seit 1835 erfolgte der Ausbau mit der ausdrücklichen

Ordre, den erhaltenen Baubestand zu wahren. Pläne lieferte Karl Friedrich

Schinkel; nach dessen Tod 1841 übernahm Friedrich August Stüler den weiteren

Ausbau, der sich weitgehend an Schinkels Plänen orientierte. Unverkennbar

sind die Einflüsse der englischen Neugotik und Schinkels romantischer

Stil. Die Räume der Sommerresidenz wurden mit wertvollen Möbeln

und Gemälden ausgestattet. Die romantisierende Umgebung des Schlosses

gestaltete der bedeutende preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné.

Das Schloss, das die damalige Auffassung des Mittelalters widerspiegelt, die

Gärten und der Park bilden

ein romantisches Gesamtkunstwerk,

das als wichtigstes

Zeugnis preußischer Romantik

am Rhein gilt. 10-18 Uhr

(Schloss und Gärten innerhalb

des Schlossbereichs,

Eintritt), 9-18 Uhr (Park), kostenlose

Parkführungen „Einblicke

- Ausblicke“ 10.45,

12.45 und 14.45 Uhr.

35


Sinzig (Kreis Ahrweiler), Ehem. Zehnthof mit Parkanlage, Zehnthofstraße 2

Anfang des 19. Jh. erwarb der Gerichtsschreiber Broicher die um einen

malerischen Innenhof gruppierte stattliche Hofanlage mit Torhaus, barockem

Wohnhaus von 1697 und ehem. Stall- und Wirtschaftsgebäuden. Um die

Jahrhundertmitte ist der Zehnthof im Besitz des Sohnes, dem Wirkl. Geheimrat,

Appellationsrat und Konsyndikus Dr. Karl Anton Broicher. Er beauftragte

Peter Josef Lenné, damals Generaldirektor der kgl. Gärten in Preußen, mit

der Umgestaltung der barocken Gartenanlage mit Doppelpergola, Lauben,

Halbtürmen und „Marley“-Garten; im Park auch eine Orangerie, die heute als

Galerie dient. Der Enkel Fritz Broicher, in London als Kaufmann tätig, ließ

1872 den Kernbau um eine neugotische Villa und einen Festsaal erweitern.

Die Pläne lieferte Vincenz Statz; Statz und Lenné hatten einige Jahre zuvor

bzw. zeitgleich die Entwürfe für das Schloss und den Park in Sinzig (s. dort)

gefertigt. 10-17 Uhr (Innenhof), Führungen 11 und 15 Uhr.

Trier (Stadt Trier), Park Nells Ländchen, Verteilerkreis Trier

Ende 18./Anfang 19. Jh. ließ der St. Pauliner Kanoniker Nikolaus Nell mit

Unterstützung des Gärtners Jakob Gotthard das Gelände als öffentlichen

Garten zum Obst- und Gemüseanbau als auch zum Lustwandeln anlegen.

1801 war die Anlage des ersten öffentlichen Parks der Stadt abgeschlossen.

Zum Park Nells Ländchen gehören vier Inseln in einem Weiher, Herrenhaus,

Orangerie, Eiskeller, Treibhäuser und Wirtschaftsgebäude, und das sog.

Mühlchen mit gotisierenden Motiven, das als „Einsiedelei“ diente. Im 20. Jh.

wurden die Wasserfläche erweitert und zwei mittlerweile berühmte Rosengärten

angelegt. Ganztägig geöffnet, Führungen 14, 15.30 und 17 Uhr.

Westhofen (Kreis Alzey-Worms), Ehem. Kurpfalz-Kelterhaus mit historischem

Garten, Am Markt 9-13

Der Barockbau mit zwei Torbögen und drei Keltern diente im 17. und 18. Jh.

als kurpfälzisches Kelterhaus. Im Innern sind der historische Fliesenboden

und eine Lehm-Balkendecke erhalten. Zum alten Kelterhaus gehört ein

großer Landschaftsgarten, hervorgegangen aus einem Bauerngarten der

Zeit um 1810. Hier blühen 80 alte Rosenarten, es gibt ein Waldbiotop und

einen naturbelassenen Seerosenteich, einen Steingarten auf Trockenmauern

und einen Kräuter-Lehrgarten nach der hl. Hildegard mit über 120 Heil- und

Gewürzkräutern. 10-18 Uhr, Führungen Kelterhaus 11 und 15 Uhr, Gartenführungen

10 und 14 Uhr, Weinverkostung und kleiner Imbiss.

Worms-Herrnsheim (Stadt Worms), Schlosspark

Der nördlich an das Schloss anschließende französische Barockgarten

wurde 1792 von dem bedeutenden kurpfälzischen bzw. bayerischen Hofgärtner

Friedrich Ludwig von Sckell zu einem der bedeutendsten Englischen

Landschaftsgärten in Rheinland-Pfalz umgestaltet. Als nach der Beschädigung

des Schlosses im Zuge der Französischen Revolution die Gebäude im

frühen 19. Jh. wiederhergestellt wurden, wurde auch der Garten unter der

Leitung von Johann Michael Zeyher, einem Schüler Sckells, verändert.

Wesentliche Gestaltungselemente sind die ausgedehnte Teichanlage mit

Brücken, Inseln, Kanälen und der Amorgrotte, großzügige Wiesenbereiche

sowie die waldartigen Baumbestände im Norden. Ganz im Sinne der Romantik

sind in den Schlosspark die beiden spätgotischen Stadtmauertürme

Schillerturm und Storchenturm einbezogen. Die Überleitung vom Schloss

zum Park bildet die Orangerie, ein antikisierender Bau von 1812. Ganztägig

geöffnet, 11 Uhr Führung, Treffpunkt: Infotafel am Haupteingang.

36


Mausoleen, Grabmäler, Friedhofsanlagen

Dierdorf (Kreis Neuwied), Mausoleum der Grafen von Wied-Runkel, Neuwieder

Straße

Das Mausoleum im ehem. Schlosspark, in den Formen der frühen Neugotik

errichtet, gilt als eines der ersten Denkmäler des ‚altdeutschen Stils’ im

Rheinland. Der 1824 verstorbene Fürst Karl Ludwig Friedrich Alexander zu

Wied-Runkel ließ es bald nach 1816 bauen, um das Andenken seiner Vorfahren

durch Aufstellung der vorgefundenen Standbilder zu ehren, und ruhet

jetzt hier, umgeben von denselben, in den selbst geschaffenen Gartenanlagen,

wo er schon lebend gerne verweilte - verkündet die Marmorplatte am

Sarkophag des Fürsten. Elf Mitglieder des Hauses Wied-Runkel sind im

Mausoleum bestattet; dem romantischen

Ahnenkult entsprechend

wurden die Grabmonumente des

14.-17. Jh. aus dem ehem. Prämonstratenserkloster

Rommersdorf,

der ehem. Wallfahrtskapelle Hausenborn

bei Isenburg und der

ehem. Stiftskirche St. Florin in

Koblenz hierher verbracht. 10-16

Uhr, Führungen nach Bedarf.

Ingelheim-Ober-Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen), Jüdischer Friedhof,

Hugo-Loersch-Straße

Der 1836 eröffnete Friedhof wurde bis 1938 belegt. Von den vier jüdischen

Friedhöfen in der Gemarkung ist dieser mit 143 erhaltenen bzw. restaurierten

Grabsteinen der größte. Die Friedhofsmauer aus Bruchsteinen wurde erst

1876 errichtet. Die Grabsteine bis zur Mitte des 19. Jh. stehen noch in

barocker Tradition mit hebräischen Inschriften, die der zweiten Jahrhunderthälfte

sind überwiegend spätklassizistisch und tragen deutsche Inschriften.

15.30-17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Germersheim (Kreis Germersheim), Historische Grabmäler auf dem Friedhof,

August-Keiler-Straße

Neben dem gusseisernen neugotischen Friedhofskreuz aus der Mitte des

19. Jh. und dem Denkmal für die auf dem Friedhof bestatteten Angehörigen

des 17. Infanterie-Regimentes ORFF aus der 2. Hälfte des 19. Jh. gibt es auf

dem Friedhof einige aufwändige Grabmäler des 19. Jh. Führung 14 Uhr,

Treffpunkt: Parkplatz hinter Weißenburger Tor neben Wegweiser „Festung“.

Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern), Hauptfriedhof und Pavillon, Mannheimer

Straße

Auf dem ab 1874 in mehreren Erweiterungen nach Entwürfen von Eugen

Bindewald und Hermann Hussong angelegten Hauptfriedhof finden sich

zahlreiche qualitätvolle Grabdenkmäler des späten 19. und frühen 20. Jh. Im

Zusammenhang mit der Anlage des Waldfriedhofs wurde 1912 der Pavillon

erbaut: ein auf einer Hochterrasse stehender oktogonaler Zentralbau mit

verschiefertem Glockendach und Dachreiter; bei der 2010 abgeschlossenen

Renovierung konnte die zeitgenössische Ausmalung des Innenraums tlw.

wiederhergestellt werden. 15 Uhr ca. eineinhalbstündige Führung über den

Friedhof und zum Pavillon, Treffpunkt: Eingang an der Donnersbergstraße

(Leichenhalle).

37


Mainz (Stadt Mainz), Hauptfriedhof, Untere Zahlbacher Straße

Der französische Präfekt Jeanbon St. André erließ 1802 eine Verordnung zur

„Verlegung der Kirchhöfe auf den sog. Aureusplatz außerhalb der Stadt“; ein

Jahr später verfügte Napoleon per Gesetz, dass Begräbnisplätze innerhalb

der Städte im gesamten französischen Gebiet nicht mehr zulässig seien.

Daraufhin erwarb die Stadt Mainz das sanft ansteigende Hügelgelände am

Westhang des Zahlbacher Tals, und schon im 19. Jh. wurde die Friedhofsanlage

vier Mal erweitert. Den Mainzer Hauptriedhof prägen noch heute die

zahlreichen Grabsteine des 19. Jh., sowohl aufwändig gestaltete Gräber als

auch eher schlichte Steine in klassizistischen oder neugotischen Formen.

Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte erhielten hier

Grabdenkmäler oder Gruftanlagen. Führungen 11 und 13 Uhr „Aspekte der

Mainzer Geschichte im Spiegel der Bestattungs- und Gedenkkultur des 19.

Jahrhunderts" durch Mitarbeiter der städtischen Denkmalbehörde, Treffpunkt:

Neues Krematorium, Untere Zahlbacher Straße.

Neuwied (Kreis Neuwied),

Alter Friedhof, Julius-Remay-

Straße

1783 wurde der heute unter

Denkmalschutz stehende

konfessionsübergreifende

Friedhof angelegt. Viele

unterschiedliche Glaubensrichtungen

und für die Stadtgeschichte

wichtige Persönlichkeiten sind hier begraben. Neben der Gedächtnisstätte

des Grafen F. A. zu Wied (+ 1791) finden sich Gruftanlagen

des 19. Jh. sowie klassizistische, neugotische und Jugendstil-Grabsteine.

Ganztätig geöffnet, Führungen 11.15 und 14 Uhr.

Weißenthurm (Kreis Mayen-Koblenz), Hoche-

Denkmal, Hauptstraße

Das klassizistisches Bauwerk mit Totenkammer,

Obelisk in dazugehöriger Parkanlage wurde 1798

als Grabdenkmal für den französischen Revolutionsgeneral

Lazare Hoche errichtet. Der Entwurf für

das Monument stammt von Peter Josef Krahe, die

Kupferreliefs von Simon Boizot. Das Denkmal mit

Elementen der „Französischen Revolutionsarchitektur“

war im 19. Jh. mehrfach bildnerische

und literarische Kulisse (Turner, Lord Byron, Viktor

Hugo). 14-17 Uhr, Führung im Rahmen des Denkmalspaziergangs, Treffpunkt:

13.30 Uhr, Grünanlagen vor dem Weißen Turm, der von 13.30-17 Uhr

geöffnet ist (mit Rahmenprogramm).


Archäologische Veranstaltungen

Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis), Limesturm am Wintersberg

Auf den bis zu 78 cm Höhe erhaltenen Mauerresten des 1860 ergrabenen

römischen Steinturms wurde 1874 ein Nachbau errichtet. Die Rekonstruktion

des 19. Jh. entspricht zwar nicht mehr dem heutigen Bild der Archäologen

38


vom römischen Limes, doch vermittelt der quadratische Bruchsteinbau mit

Zeltdach einerseits einen guten Eindruck der Standortwahl und andererseits

der damaligen Vorstellungen. Anlass der Errichtung war die Ehrung Kaiser

Wilhelms I., der regelmäßig als Kurgast in Bad Ems weilte. Geöffnet ab 11

Uhr.

Fließem (Eifelkreis Bitburg-Prüm), Der Kronprinz und die Römische Villa in

Otrang, Otranger Straße

Die Villa Otrang war nur eines der zahlreichen Landgüter, die rund um das

römische Trier lagen. Bereits im 1. Jh. n. Chr. lebten hier römische Siedler,

die sie mehrfach ausbauten, bis sie schließlich ebenerdig 66 Räume mit

Badeanlagen besaß. Um 400 n. Chr. wurde dieser Herrensitz zerstört. 1838

besichtigte der preußische Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm

IV., die Villa Otrang und ließ die Reste unter speziellen Schutzhäusern

sichern. Die Schutzhäuser der Biedermeierzeit stehen heute unter Denkmalschutz.

Tagesexkursion des RVDL, RV Trier: Treffpunkt Bushaltestelle Hbf.

Trier, Abfahrt 9 Uhr, Rückkehr gegen 17 Uhr; Teilnehmerzahl: min. 25, max.

55. Anmeldung mit Namen und Telefonnummer bis 2.9.2011 durch Einzahlung

der Teilnahmegebühr 20 Euro (Kto. Nr. 434010, BLZ 58560103 Volksbank

Trier). Die Reihenfolge der Anmeldung entscheidet über die Teilnahme.

In Otrang besteht die Möglichkeit zu einem Imbiss. Nachmittagsprogramm:

Fahrt zu einer anderen Attraktion des „Tags des offenen Denkmals“.

Kaiserslautern (Kreisfreie Stadt Kaiserslautern), Kaiserpfalz und Casimir-

an der Sondierungsgrabung, Treffpunkt:

saal, Willy-Brandt-Platz 2

Auf einem Felsplateau am ehem. Kaiserwoog gelegene Anlage mit tlw.

erhaltenen Grundmauern der staufischen Kaiserpfalz und Resten des Casimirschlosses

des 16. Jh. 11-16 Uhr, Führungen durch die neu gestalteten

unterirdischen Gänge und den Casimirsaal nur nach telefonischer Voranmeldung

bei der Tourist Information, Tel.-Nr. 0631/365-4019. Die Teilnehmerzahl

bei den Führungen ist auf max. 25 Personen begrenzt; Treffpunkt:

Casimirsaal, 13.30 Uhr Führung

Burgstraße, an der Grabung.

Konz (Kreis Trier-Saarburg), Spätrömische Kaiservilla Konz, an der Pfarrkir-

(s. Trier) als Eigentümerin im vergangenen Jahrhundert umfangreiche

che St. Nikolaus und auf dem angrenzenden Friedhofsgelände

Die spätrömische Villa ist ein frühes Beispiel der Antikenforschung und der

Denkmalpflege. Beim Neubau von St. Nikolaus wurde ein großer Teil der

Anlage des 4. Jh. zerstört bzw. überbaut (antike Heizanlage). Am Bad der

Kaiservilla hat die 1801 gegründete Gesellschaft für Nützliche Forschungen

Sanierungsmaßnahmen durchgeführt; für die am Friedhof neben der Kirche

noch aufragenden Mauerreste plant die GfNF weitere Konservierungsmaßnahmen.

Der Portikus mit Blick auf die Saarmündung wurde von der Stadt

Konz restauriert. Ganztägig geöffnet, Führung (antike Heizung) 15 Uhr.

Ludwigshafen-Rheingönheim (Stadt Ludwigshafen), Das 19. Jahrhundert

als Geburtsstunde der modernen Archäologie am Beispiel des Römerkastells

in Rheingönheim

Um 10 Uhr findet die offizielle Eröffnung durch den Beigeordneten Herrn

Klaus Dillinger an den archäologischen Grabungsstätten Rheingönheim

(Ausschilderung bitte beachten) statt. Ab ca. 10.30 Uhr folgt das ganztägige

Programm für die ganze Familie durch den Förderverein Archäologiepark

39


Rheingönheim e. V., ebenfalls an den archäologischen Grabungsstätten

Rheingönheim, mit fachlichen Erläuterungen zur aktuellen Ausgrabungssituation

sowie Spiel und Spaß mit „echten Römern zum Anfassen“ (römische

Brettspiele, Stockbrot backen, Ausstellung etc.). Um 13 Uhr startet vom

„Archäologiepark“ aus eine geführte Radtour mit Denkmalschützer Matthias

Ehringer über die Stadtmitte, Rheinufer Süd, ehem. Rheinschanze, zur

BASF-Wohnkolonie Hemshof mit Erläuterungen zu Ludwigshafens Stadtgründung

- eine der wenigen erfolgreichen Stadtgründungen des 19. Jh. Ab

ca. 14 Uhr besteht die Möglichkeit, sich der geführten Radtour anzuschlie-

(am Parkplatz vorm BASF-Gesellschaftshaus Wöhlerstraße ßen 15).

Neumagen-Dhron, Römische Denkmäler entlang der Kastellmauern

Die imposante spätantike Befestigungsanlage des frühen 4. Jh. wurde bei

Grabungen im 19. Jh. weitgehend abgebrochen, um die in ihren Fundamen-

ten verbauten Grabdenkmäler freizulegen. Die Umrisse der Kastellanlage

sind durch die noch sichtbaren Mauerreste zu erkennen. Die etwa eineinhalbstündige

Führung erläutert die Denkmäler auf dem Rundweg mit Repliken

der bedeutendsten Reliefs, die Neumagen das Prädikat „Rheinisches

Pergamon“ einbrachten. 11 Uhr, Treffpunkt: Römerstraße/Spielesgasse,

Pfarrgarten.

Trier (Stadt Trier), „Gladiatorenschule“ im Amphitheater, Olewiger Straße 26

Das in die antike Stadtmauer einbezogene Theater aus dem späten 2. Jh.

war ein Erdbau, d. h. die Ränge waren um die ovale Arena aufgeschüttet,

nur die Stützmauern und die Eingänge waren gemauert. Es bot knapp

20.000 Zuschauern Platz. Für das 4. Jh. sind Reparaturen belegt, im Mittelalter

diente es den Zisterziensern von Himmerod als Steinbruch, und auf den

Erdwällen wurde ein Weinberg angelegt, der bis ins 19. Jh. bestand. Seit

1816 wird das Gelände freigelegt bzw. erforscht. Die erste systematische

Grabung fand 1891 statt. Anlässlich ihres 10. Jubiläums in Trier und des

„Tags des offenen Denkmals“ präsentieren die Gladiatoren des Mailänder

Instituts Ars Dimicandi im Amphitheater Trier zusammen mit Jan Krüger die

Geheimnisse und Techniken der Gladiatur. 12-16 Uhr, Kampfpräsentationen

12.30, 13.30 und 14.30 Uhr.

Trier (Stadt Trier), Barbarathermen, Südallee 48

Die erste große Badeanlage Triers, der größte vorkonstantinische Bau der

Stadt, wurde Mitte des 2. Jh. erbaut und mit wenigen Veränderungen bis zu

den Zerstörungen der Germanen im 5. Jh. genutzt. 1704 machten die Fran-

zosen bei der Belagerung Triers die Reste der römischen Ruinen und der

mittelalterlichen Einbauten dem Erdboden gleich. Seit 1822 wird das Gelände

archäologisch erforscht, erste Grabungen fanden 1845-47 mit Unterstützung

König Friedrich Wilhelms VI. von Preußen statt, 1877-85 planmäßige

Ausgrabungen. Archäologische und bauhistorische Untersuchungen dauern

bis heute an und dienen der Vorbereitung eines umfangreichen Restaurierungs-

und Präsentationskonzeptes. Bei den Führungen wird u. a. diese über

130-jährige Restaurierungs-, Forschungs- und Wissenschaftsgeschichte

erläutert. Geöffnet zu den stündlichen Führungen 11-15 Uhr.

Trier (Stadt Trier), Kaiserthermen, Weimarer Allee 2

Die mächtigen Ruinen der um 300 n. Chr. erbauten Kaiserthermen sind nur

ein bescheidener Rest der ursprünglich riesigen Anlage. In der Thermenanlage,

deren Bau wahrscheinlich unter der Regierung von Kaiser Konstantin

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egonnen und wohl nie fertig gestellt wurde, erholten und amüsierten sich

die vornehmen Römer. Das zum Teil erhaltene, zum Teil wieder aufgebaut

e

Mauerwerk der großen Apsis gehörte einst zum Warmbadesaal. Darüber

hinaus gab es weitere Badesäle, das Kaltwasserbad, Sauna und Massageräume.

In den Höfen konnte man Sport treiben und in Wandelhallen trugen

Dichter oder Musikanten ihre Werke vor. Anlässlich des diesjährigen Mo

ttos

veranstaltet der Verein „mobile spielaktion“ Forschungsreisen „Auf den

Spuren alter Forscher - die Kaiserthermen im 19. Jahrhundert“. Kleine und

große Besucher sind eingeladen mitzuforschen: mit Karten, Rekonstruktionen

und Forschungsberichten aus dem 19. Jh. Neben den Mitmachführungen

um 13.30, 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr kann noch Manches aus der Zeit

vor 200 Jahren ausprobiert werden, so z. B. zeitgenössische Spiele. 15 Uhr

Ausstellungseröffnung (unter freiem Himmel) „Rom - antik: Sehnsucht nach

Bildern“ der Künstlergruppe GroßFormART. Die bis zum 16.10. laufende

Ausstellung bezieht sich auf die großen Themen der Romantik, wie dem

Einklang von Natur, Tier und Mensch. In beeindruckenden großformatigen

Werken, die eine ideale Aufstellung in den römischen Kaiserthermen fin

den,

wird das Verhältnis des Menschen zu seiner Geschichte und zur Natur

spannungsreich reflektiert. Auch die Vorstellung der Romantik vom Gesamtkunstwerk,

das heißt dem Zusammenwirken von Kunst, antiker Architektur

u

nd Natur ist in dem Ausstellungskonzept der Künstlergruppe verwirklicht.


Stadtführungen, Rundgänge, Wanderungen

Altenkirchen (Kreis Altenkir-

zum

chen), Stadtführung

19. Jahrhundert

Das 19. Jh. führte auch in

Altenkirchen zu wesentlichen

Veränderungen. Im Rahmen

einer Führung werden sowohl

politische als auch gesellschaftliche

Umbrüche dieser

Zeit erläutert, die starken Einfluss

auf die Entwicklung der

Stadt hatten. 11 Uhr, Treff-

punkt: Rathaus.

Falkenstein (Donnersbergkreis), „Das Wildschöne, die eigentlich wildroman-

Treffpunkt: 10 Uhr, Parkplatz Falken-

tische Poesie der Natur“

Eine literarische Wanderung durch das Falkensteiner Tal mit imposanten

Felswänden und Blickpunkten, begleitet von romantischen Schwärmern des

19. Jh. Ca. zweistündige Wanderung,

steiner Tal. Trittsicherheit und

festes Schuhwerk erforderlich,

ebenso Anmeldung bis 8.9. im

Tourismusbüro der VG

Winnweiler, er, Tel. 06302 / 6

02-

61 oder

info@winnweilerg.de

v

41


Hillesheim (Kreis Vulkaneifel), Denkmäler des 19. Jh. in Hillesheim

Die Epoche des 19. Jh. heißt für die Eifel vor allem: „Die Preußenzeit“. Sie

brachte vielfältige Veränderungen in das zuvor eher rückständige ländliche

Gebiet: Verkehrserschließung, Industrieansiedlung, Entwicklung im Bergbau-

und Hüttenwesen. Dies bewirkte besonders im Bild der kleinen Städte

bedeutende zeittypische Veränderungen, die allerdings oft den Ereignissen

des Zweiten Weltkrieges oder später folgenden Modernisierungsbemühungen

zum Opfer fielen. Hillesheim jedoch bietet im engeren Ortskern mehrere

Denkmäler des 19. Jh., die z. T.

auch im Inneren noch zeitgerecht

erhalten sind. Zu fünf von

ihnen bietet der RVDL, Regionalverband

Eifel, drei geführte

Rundgänge an, die teilweise

auch das Innere der Gebäude

einschließen. Sie werden heute

weitgehend gastronomisch

genutzt. 11, 14 und 16 Uhr,

Treffpunkt: vor dem Rathaus.

Kastel-Staadt (Kreis Trier-Saarburg), Klause

Schon im Mittelalter lebten hier fromme Einsiedler in Felskammern und

Nischen als Nachbildung des Golgathafelsens in Jerusalem. Um 1600 baute

der Franziskaner Romery eine zweigeschossige Klausenkapelle auf dem

Felsvorsprung hoch über der Saar. Seit dem ausgehenden 18. Jh. in Verfall,

erhielt der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. 1833 die Ruine der

einstigen Wallfahrtsstätte als Geschenk. Er ließ die Klausenkapelle durch

Karl Friedrich Schinkel ab 1835 zur Grabkapelle für die Gebeine des böhmi-

schen Königs Johann den Blinden umgestalten zu einem Denkmal romantisch-verklärten

Ritter- und Heldentums. 9-13 und 14-18 Uhr, „Pour l’amitié“.

Wandel-Konzert mit Ensembles aus dem SaarLorLurx-Raum. Das Programm

greift das diesjährige Thema auf. Um 11 und um 14.30 Uhr zwei

Spaziergänge über das Felsplateau unter Begleitung eines ortskundigen

Gästeführers und mit Musikern

aus dem Dreiländereck. 18 Uhr

Abschlusskonzert in der Pfarrkirche

in Kastel-Staadt; Treffpunkt

für die Wandelkonzerte: Eingang

zur Klause. (Bei Regen findet nur

das Abschlusskonzert statt. Die

Veranstaltungen sind kostenfrei;

für die Klause Kastel wird Eintritt

erhoben.)

Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis), Freischarenwanderung

Im Mai 1849 erhoben sich demokratische Pfälzer unter dem Motto „Wenn die

Regierung zur Rebellion geworden, werden die Bürger der Pfalz zu den Vollstreckern

der Gesetze werden“. Die Revolutionäre wollten die Reichsverfassung

verteidigen und sich gleichzeitig von der bayerischen Herrschaft befrei-

en. Schon Mitte Juni wurde der Aufstand von preußischen Truppen niedergeschlagen;

dabei wurden auch 17 pfälzische Freischärler im Schlossgarten

erschossen. Diese Ereignisse werden auf der geführten Wanderung „Auf den

Spuren der Freischärler des Badisch-Pfälzischen Aufstandes 1849“ erläutert.

Treffpunkt: 10 und 14 Uhr, Maibaum auf dem Schlossplatz.

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Koblenz (Stadt Koblenz), Denkmalzone Südliche Vorstadt

Nach Aufhebung der Rayonbeschränkung und Abbruch der Stadtmauer

entstand nach Plänen von Hermann Joseph Stübben die Südliche Vorstadt.

Die Prämisse Stübbens, des bedeutendsten Städteplaners Preußens in

wilhelminischer Zeit, war, „Forderungen verkehrstechnischer, gesundheitlicher,

sozialer, wirtschaftlicher und nicht zumindest schönheitlicher Art, die

sich im Stadterweiterungswesen geltend machen“, zu erfüllen. Damit einher

ging die Errichtung des neuen Hauptbahnhofs als repräsentativer Neubarockbau

(1899-1902) und die Stilllegung der beiden älteren Bahnhöfe (Mosel-

und Rheinbahnhof). Die sog. Rayonhäuser, die in Fachwerkbauweise

aufgrund der Baubeschreibungen im Festungsrayon errichtet werden durften,

blieben bis heute erhalten. Die Ausstellung mit historischen Plänen und

Fotos der südlichen Vorstadt, der Bahnhöfe und der Rayonhäuser im Gemeindehaus

St. Josef (St.-Josef-Platz 3), geöffnet 11-17 Uhr, veranschaulicht

die Erläuterungen, die während der Führungen gegeben werden. Die

Zeiten der Führungen werden in der örtlichen Presse und im Flyer bekanntgegeben.

Kusel (Kreis Kusel), Denkmalzonen Trierer Straße, Gartenstraße und

Marktplatz

Die historische Bebauung entlang der Trierer Straße ist Zeugnis für die

industrielle Blüte der Stadt und für den Verwaltungs- und Gerichtsstandort

Kusel im 19. Jh. In der Trierer Straße befinden sich u. a. die ehem. Tuchfab-

rik Zöllner (1868), das ehem. Landkommissariatsgebäude, das ehem. Kgl.

Bezirksgericht (1877/78) sowie das neubarocke Amtsgericht mit rückwärtigem

Gefängnistrakt. Die Bebauung am Marktplatz vermittelt einen Eindruck,

wie die Stadt um 1800 ausgesehen hat, da hier noch überwiegend Gebäude

aus der Zeit des Wiederaufbaus stehen, der nach dem Niederbrennen der

Stadt 1794 in den Revolutionskriegen begann. Darüber hinaus berücksichtigt

die Exkursion auch die Villen und Doppelhäuser in der Denkmalzone Gar-

tenstraße, die in der Stadterweiterungsphase zwischen 1902 und 1914

gebaut wurden. Das „Kesselhaus“ der Tuchfabrik von 1868 sowie die Villa

Benzino werden auch von innen besichtigt. 10 und 15 Uhr, Treffpunkt:

Hutmacherbrunnen am Marktplatz.

Ober-Flörsheim (Kreis Alzey-Worms), Herrenhaus der Deutsch-Ordens-

Kommende, Kommenturei 4

Die ehem. Comenturei, ein barocker Mansarddachbau der 2. Hälfte des 18.

Jh., wurde bis 1797 vom Verwalter der Deutsch-Ordens-Kommende bewohnt;

bis 1968 diente sie als Schule, heute als Heimatmuseum und Bürger-

haus. 11-17 Uhr, Führungen nach Bedarf mit den Schwerpunkten: „Schule

im 19. und 20. Jh.“, „Bäuerliche Werkzeuge und Töpferware des 19. und

frühen 20. Jh. aus Ober-Flörsheimer Produktion“.

Mesenich (Kreis Cochem-Zell), Dorfführung zu 19 Stationen aus dem 19. Jh.

Der Spaziergang durch das Dorf mit dem Denkmalverein zu Stationen des

19. Jh. erläutert u. a. Entstehungs- und Baugeschichte des 1837 von Mese-

nicher Bürgern in Eigenleistung erbauten Pfarrhauses, der auf Erlass der

preußischen Regierung in Koblenz errichteten Schule mit Lehrerwohnung,

einem Bruchsteinbau von 1886/87, des nur wenig später und gleichfalls aus

Bruchstein errichteten Hauses des Baumeisters Josef Nikolay sowie der

gusseisernen Pumpen, die allesamt ins ausgehende 19. Jh. datieren. Füh-

rungen 11, 13 und 15 Uhr, Kellerkirmes.

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Remagen (Kreis Ahrweiler), Stadtführung zu Bauten des 19. Jahrhunderts

Auf einem stadthistorischen Spaziergang werden verschiedene Baudenkmä

-

ler des 19. Jh. vorgestellt: technische Bauten wie das 1860 errichtete Empfangsgebäude

des Bahnhofs, ein villenartiger spätklassizistischer Putzbau,

Sakralbauten wie die ev. Friedenskirche, ein neugotischer Backsteinbau mi

t

zierlichem Westturm von 1871, oder der Platz der ehem. Synagoge sowie

Hotelbauten in der In

nenstadt und an der Rheinpromenade. 14 Uhr, Treffpunkt:

Drususplatz.

Remagen,

Bahnhofsempfangsgebäude

Worms (Stadt Worms), Die Villen der Industriellenfamilie von Heyl (Heylshof

und Schlösschen) in Verbindung mit dem Heylshofpark

1851 übernahm die Familie Heyl das 1843 vom Beigeordneten Theodor

Joseph Zell als kleines Stadtpalais errichtete Schlösschen (Schlossplatz 1).

Sie ließ es repräsentativ ausbauen in dem französischen Klassizismus

nachempfundenen Formen. Ein anspruchsvoller, sehr qualitätvoller Umbau

erfolgte 1905 durch den bedeutenden Architekten, Zeichner und Möbelgestalter,

Gründungsmitglied des Deutschen Werkbundes, Bruno Paul in den

damals typischen neubarocken Formen. Der Heylshof (Stephansgasse 9)

wurde 1884 durch den Schweizer Architekten Bluntschli in üppigen neubaro-

cken Formen errichtet. Die Innenausstattung von höchster Qualität ging im

Krieg verloren; das Treppenhaus, wenngleich reduziert, kann noch die alte

Pracht widerspiegeln, ebenso das Portal mit den von Lorenz von Gedon

geschnitzten Türflügeln von 1884. Die erhaltenen Teile erinnern, wie das

gleichfalls im Krieg zerstörte und in vereinfachter Form wiederhergestellte

Heyls-Schlösschen, an die großbürgerliche Wohnbaukunst des 19. Jh.

Zwischen den Gebäuden erstreckt sich der von verschiedenen Gärtnern

entwickelte Park, ausgestattet mit mainfränkischen Gartenplastiken. Auf der

Nordwestseite wird er von der mittelalterlichen Stadtmauer abgeschlossen -

und ganz in romantischer Manier ist hier parkseitig eine Grottenanlage angebaut.

Ganztägig geöffnet. Die Führung findet am Samstag, den 10. September,

um 18 Uhr statt. (Keine Innenbesichtigung! Schwerpunktmäßig wird der

Park in seiner Entwicklung dargestellt.)

Worms,

Heylshof

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Worms (Stadt Worms), „Zwischen Heylshof und Reichsstädtischem Archiv“

Rundgang auf den Spuren der Familie von Heyl vom Anfang ihres Wirkens

um 1800 bis zur Einrichtung des Reichsstädtischen Archivs 1883. Erläutert

werden der Heylshof (1883) außen, mit Portal und Treppenhaus, der Siegfriedbrunnen

aus dem Anfang des 20. Jh., die Baukomponenten des Rathauses

aus dem 19. Jh. sowie das Reichsstädtische Archiv von 1885 mit

historischen Gewölben, ausgemalt durch Otto Hupp, einen bedeutenden

Vertreter der „Münchner Renaissance“,

und ausgestattet mit

Schränken nach Entwürfen von

Lorenz Gedon, ebenfalls München.

All diese Kulturdenkmäler gehen

auf Cornelius Wilhelm von Heyl als

Auftraggeber und Finanzier zurück.

Treffpunkt: 16 Uhr, Sparkasse

Lutherring am Brunnen. 17.45 Uhr

zusätzliche Führung, nur Reichsstädtisches

Archiv, im Innenhof des

Rathauses, Zugang über Bürgerhofgasse

(gegenüber Polizei).

Zweibrücken (Stadt Zweibrücken), Gründerzeit in Zweibrücken

Die Stadt Zweibrücken veranstaltet zum diesjährigen Motto Stadtführungen

als „Villenrundfahrt“ zu Anwesen aus der Gründerzeit in der Denkmalzone

„Herzogvorstadt“ sowie Führungen auf dem Hauptfriedhof (220-jähriges

Jubliäum) zu Grabstätten des 19. Jh. Stadtführungen/Rundfahrten 11, 14,

15 und 16 Uhr, Treffpunkt: Herzogplatz 1, Eingang Rathaus; Führungen auf

dem Hauptfriedhof 10.30 Uhr und 14 Uhr. Darüber hinaus ist im Stadtmuseum

(Herzogstraße 9) die Ausstellung „Schau!platz Freiheit - Demokratische

Tradition im Westrich“ von 11-18 Uhr geöffnet mit spezieller Führung und

musikalischer Umrahmung um 14 Uhr.


Varia

Flonheim-Uffhofen (Kreis Alzey-Worms), „Geistermühle“ mit Garten, zwischen

Flonheim-Uffhofen und Wendelsheim (L407)

Die geschlossene, 1355 erstmals erwähnte Hofanlage mit Torhaus von 1583

ist ein historisch gewachsenes Mühlenanwesen mit barockem Wohnhaus mit

Fachwerkgiebel des 18. Jh., historischer Mühleneinrichtung, einem überwölbten

Ziehbrunnen des 18. Jh. und einer Baumkelter von 1721; im Bauerngarten

ein Trullo, ein kleiner runder Steinbau („Wingertsheisje“). 11-18

Uhr, Themenführungen 13 und 17 Uhr, alte Mühlendokumente, Musik in

mittelalterlichem Stil.

Hamm (Kreis Altenkirchen), Raiffeisenmuseum, Raiffeisenstraße 10

In dem zweigeschossigen Fachwerkhaus mit stilisierten halben „Wilder-

Mann“-Figuren ist das Leben und Wirken des 1818 in Hamm geborenen

Begründers des Genossenschaftswesens Friedrich Wilhelm Raiffeisen

dargestellt. 11-18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Puppenstubenausstellung.

Haschbach am Remigiusberg (Kreis Kusel), Propsteikirche St. Remigius

Die wohl um 1020 gegründete Benediktinerpropstei erfuhr im Laufe der

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Jahrhunderte verschiedene Veränderungen; nach der Zerstörung großer

Teile der Kirche und der Propsteianlagen während der Französischen Revolution

erfolgte in der 1. Hälfte des 19. Jh. die Sanierung der verbliebenen

Bausubstanz. Bei der umfassenden Restaurierung 1883-90 wurde das

Innere, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, neugotisch umgestaltet,

allerdings bei der Restaurierung 1966-68 rückgebaut. Einziger Überrest,

heute in der Veldenz-Gruft, ist ein Ölgemälde mit dem Gekreuzigten, das

1839 i. A. des pfälzischen Regierungspräsidenten Fürst von Wrede für die

Kirche angefertigt wurde. An die im 19. Jh. als Sakristei und Klassenzimmer

genutzte Kapelle schließt das 1842/43 errichtete ehem. Pfarrhaus an (heute

Gasthaus). 10-18 Uhr, Führungen ab 10.30 Uhr nach Bedarf, Ausstellung

und Dokumentation mit dem Schwerpunkt baugeschichtlicher Aspekte des

19. Jh., Orgelvorführungen, Besichtigung der Veldenz-Gruft, Ausstellung von

Spolien.

Kobern-Gondorf (Kreis Mayen-Koblenz), Matthiaskapelle, Oberburg

Die Kapelle, ein sechseckiger Zentralbau mit Umgang, Rundapsis und

hohem Tambour, wurde 1220-40 von Heinrich II. von Kobern zur Aufbewahrung

und Verehrung der Kopfreliquie des hl. Matthias errichtet. Das Innere ist

geprägt von einem Kranz aus sechs gruppierten Säulen, reicher Kapitellplastik

und fächerartigem Rippengewölbe. Die kath. Pfarrgemeinde Kobern

verkaufte den kleinen Bau, das schönste Beispiel einer spätromanischen

Kapelle am unteren Mittelrhein, 1819 an den preußischen Staat, und Johann

Claudius von Lassaulx erhielt von Kronprinz Friedrich Wilhelm den Auftrag

zur Restaurierung. 11-17 Uhr, Führungen 15 und 16 Uhr.

Kirchberg (Rhein-Hunsrück-Kreis), „Auswirkungen der Französischen

Revolution auf den Kanton Kirchberg“

Im „Heimathaus“, einem spitz zulaufenden, im 18./19. Jh. erbauten Fachwerkhaus,

stellt Isabell Kunz ihre Facharbeit über die „Auswirkungen der

Französischen Revolution auf den Kanton Kirchberg“ vor und erläutert die

Kirchberger Geschichte im 19. Jh. 11-12 Uhr (Heimathaus, Eifelgasse /

Schülergasse). Von 12-13 Uhr stellt Archivar Peter Caspar im Rathaus das

1. Standesamtsbuch von 1789 vor.

Koblenz, „Politisch und sozial - Der Koblenzer Katholizismus im 19. Jahrhundert,

von Joseph Görres bis Peter Friedhofen“

Das Görres-Haus des Kath. Lesevereins verweist auf den politischen Katholizismus

in Koblenz, während das erste Brüderhaus in der Florinspfaffengasse

das soziale Wirken der Kirche in Koblenz spiegelt. Die Führung geht den

Spuren des katholischen Lebens und Wirkens im Koblenz des 19. Jh. in

diesem Spannungsfeld nach. 15 Uhr, Treffpunkt: Vor dem Görres-Haus,

Eltzerhofstraße.

Kyllburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm), Vasa sacra, Kath. Stiftskirche

Die gut erhaltene kleine Stiftsfreiheit ist auf einem Bergrücken prächtig

gelegen. Der gotische Kirchenbau wurde 1276 begonnen und spätestens

gegen 1350 vollendet, die Glockengeschosse des Turms datieren ins

16. Jh., der Steinhelm wurde 1863-65 aufgesetzt. Seit Aufhebung des Stifts

1802 dient der kreuzrippengewölbte einschiffige Bau als kath. Pfarrkirche,

die Ausstattung stammt z. T. aus dem 19. Jh. Im Kapitelsaal wird eine

Ausstellung mit Paramenten, Vasa Sacra und liturgischen Büchern vom

15.-19. Jh. gezeigt. 10 (11 Uhr Gottesdienst)-18 Uhr, Führungen durch die

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Sonderausstellung (auf Wunsch auch durch die Kirche) 11.45, 15, 17 Uhr

und nach tel. Absprache (06563 / 2217).

Kröv (Kreis Bernkastel-Wittlich), Kath. Pfarrkirche St. Remigius, Robert-

Schuman-Straße

Der Saalbau mit vier Kreuzgewölben über Pilastervorlagen wurde 1725

wahrscheinlich nach Entwurf des Trierer Hofbaumeisters Johann Georg

Judas errichtet. Der Turm stammt aus dem 16. Jh. und wurde 1749 erhöht.

Anlässlich des diesjährigen Mottos wird am 11.9. die Originalzeitung Mosella

vom 4. Oktober 1848 gezeigt, die hinter dem barocken Ölgemälde in der

Kirche gefunden wurde mit dem Aufruf zur Versammlung in der Paulskirche

am 8. Oktober 1848. 13-18 Uhr, Führungen stündlich.

Mainz (Stadt Mainz), „Der ‚verschwundene’ Dom“, Dommuseum Mainz

Völlig neu und überraschend präsentiert die Sonderausstellung 1000 Jahre

bewegte Geschichte - das einstige Bild der Mainzer Kathedrale in den verschiedenen

Jahrhunderten wird in der Jubiläumsausstellung eindrucksvoll

veranschaulicht und inszeniert. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. beispielsweise

war der Dom in leuchtenden Farben ausgemalt! Zahlreiche nie gezeigte

Exponate lassen den ‚verschwundenen’ Dom wieder aufleben. 13 Uhr

Sonderführung durch Domdekan Heinz Heckwolf

Mainz (Stadt Mainz), „Die Porträtbüsten des Kurfürstlichen Schlosses. - Eine

Mainzer Stadtgeschichte“, ehem. Kurfürstliches Schloss

Der mächtige Rotsandsteinbau 1628 unter Kurfürst Georg Friedrich von

Greiffenklau als Erweiterungsflügel der am Rheinufer gelegenen Martinsburg

(1477-81) begonnen, 1752 vollendet. Anstelle des geplanten Westflügels

wurde 1807 durch die eingeschossige „Steinhalle“ nach Plänen von Eustache

de Saint-Far ein dritter Flügel ergänzt. Im Rahmen der jüngsten Schlosssanierung

wurde auch die wissenschaftliche Erforschung des Skulpturenprogramms

in Angriff genommen. An den Fassaden sind 125 Persönlichkeiten

der Antike und der Mainzer kurfürstlichen Zeit dargestellt. Die Büsten wurden

bei der großen Sanierung zu Beginn des 20. Jh. gefertigt, gehen wohl aber

auf ein älteres Programm zurück. Zu einem Drittel der Büsten sind die originalen

Gipsmodelle erhalten. 16.30 Uhr Vortrag von Dr. Luzie Bratner: „Die

Porträtbüsten des Kurfürstlichen Schlosses. - Eine Mainzer Stadtgeschichte“.

Büste des Drusus,

links: Original an der

Schlossfassade, rechts:

der im 19. Jh. angefertigte

Gipsabguss

Rhens (Kreis Mayen-Koblenz), Königstuhl, Waldescher Straße

Im Mittelalter Versammlungsort der Kurfürsten und Wahlort zweier deutscher

Könige, 1804/05 von den Franzosen abgerissen, wurde der Königstuhl

1841-43 im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV.

durch Johann Claudius von Lassaulx wiederaufgebaut mit bühnenartiger

Plattform über achteckigem Grundriss auf spitzbogigen Arkaden und einem

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Mittelpfeiler mit Kreuzgewölben und

Treppenaufgang. Die neugotischen

Veränderungen (spitzbogige Öffnungen,

Treppengiebel und die Steinsichtigkeit)

gehen auf Lassaulx zurück.

11-17 Uhr, Führungen 11, 13, 14.30

und 16 Uhr, kleine Ausstellung zur

Geschichte des Königstuhls.

Speyer (Stadt Speyer), Dom St. Maria und St. Stephan, Domplatz 1

Der „Kaiserdom“, um 1027 von Kaiser Konrad II. gestiftet, 1061 geweiht, ist

der größte romanische Kirchenbau Deutschlands und Grablege der salischen

und staufischen Kaiser; durchgreifend umgebaut um 1090-ca. 1106;

spätgotische Sakristei. Dem diesjährigen Motto entsprechend, wird besonders

auf Bauteile dieser Zeitepoche hingewiesen. Diese sind der Westbau

sowie die Innenraumbemalungen im Kirchenschiff. Der Westbau des Doms

(zurzeit aufgrund von Bauarbeiten nicht zugänglich) sollte die barocke

Erneuerung von Franz Ignaz Michael Neumann ersetzen, um den romanischen

Zustand wiederherzustellen. Mit der Rekonstruktion wurde Heinrich

Hübsch betraut, der die westliche Vorhalle mit den beiden Türmen in neuromanischen

Formen in den Jahren 1854-58 errichtete - wenngleich weder

„archäologisch treu noch künstlerisch frei“ (Georg Dehio), hatte der Dom

seine mittelalterliche Länge und Vieltürmigkeit wiedergewonnen. Zuvor,

1846-53, hatte der Münchner Maler Johann Schraudolph von König Ludwig I.

von Bayern den Auftrag zur Ausmalung erhalten; gemeinsam mit Joseph

Schwarzmann, der die (heute nicht mehr vorhandenen) Ornamentmalereien

ausführte, wurde der gesamte Innenraum mit 123 Gemälden in nazarenischer

Manier ausgemalt, von denen sich noch 24 in situ befinden. 12-17 Uhr,

Führungen 12.30-16 Uhr durch Dombaumeister Klimt und weitere Fachleute.

Trier (Stadt Trier), Die Altertümersammlung der Gesellschaft für Nützliche

Forschungen, Rheinisches Landesmuseum (RLMT), Weimarer Allee 1

Die Gesellschaft für Nützliche Forschungen (GfNF), 1801 von 15 Trierer

Bürgern gegründet, hat als erste historische Vereinigung in Deutschland

richtungsweisende Pionierarbeit geleistet, indem sie systematisch und mit

wissenschaftlichem Anspruch Denkmalpflege und archäologische Forschungen

betrieben und in Trier eine Altertümersammlung aufgebaut hat. Diese

Sammlung bildet den Grundstock der Exponate im RLMT. Unter den Objekten

sind kunsthistorische und archäologische Kostbarkeiten von Weltrang.

Bis heute ist die GfNF Eigentümerin ihrer Sammlung. 14.30 Führung: „Die

Altertümer der GfNF im RLMT - Die Prunkstücke der Sammlung des 19. Jh.“

Blatt 11 der Sammlung

Malerische Ansichten der

merkwürdigsten Alterthümer

und vorzüglicher

Naturanlagen im Moselthale

bey Trier, gezeichnet und

lithographiert von Johann

Anton Ramboux, 1827

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Trier (Stadt Trier), Hohe Domkirche, Domfreihof

Die Baugeschichte der ältesten Bischofskirche Deutschlands reicht bis in

das 4. Jh. zurück. Der noch heute erhaltene spätantike Bauteil ist der um

380 errichtete „Quadratbau“ an Stelle der Nord-Ost-Basilika. Mehreren

Zerstörungen im 5. und 9. Jh. folgten Renovierungen. Die frühromanische

Bauperiode unter Erzbischof Poppo (1016-47) prägt noch heute entscheidend

die Gestalt des Doms. Die Spätromanik fügte den Neubau des Ostchors

mit Flankentürmen, polygonaler Apsis und Krypta hinzu, so dass eine

doppelchörige Anlage entstand. Im 14. Jh. wurden die Türme neu gestaltet,

der Barock änderte noch einmal entscheidend das Raumkonzept, vor allem

nach dem Dombrand 1717 folgten unter Leitung des kurfürstlichen Hofbaumeisters

Johann Georg Judas entscheidende Umbaumaßnahmen. 1794, bei

der Besetzung der Stadt durch die Franzosen, wurde der Dom profaniert und

diente bis 1801 als Magazin, bevor ihn 1802 der französische Bischof

Charles Mannay in Besitz nahm. Die Baugeschichte im 19. Jh. - vor allem

eine Geschichte der Denkmalpflege rund ein halbes Jahrhundert vor ihrer

Institutionalisierung - ist bestimmt durch Bauforschungen, Grabungen und

Restaurierungen. Führungen zu dieser Thematik 14 und 15.30 Uhr, Treffpunkt:

Schriftenstand im Dom.

Trier (Stadt Trier), Kath. Liebfrauenkirche, Liebfrauenstraße 2

Die vor Mitte des 13. Jh. anstelle der Südkirche der konstantinischen Doppelkathedrale

errichtete Liebfrauenkirche wurde 1986 in die Liste des Weltkulturerbes

aufgenommen. Sie ist das früheste und zweifellos auch bedeutendste

Beispiel eines gotischen Zentralbaus; darüber hinaus ist sie neben

der Marburger Elisabethkirche der früheste, konsequent in gotischer Formensprache

errichtete Sakralbau Deutschlands. Der Skulpturenschmuck

unter französischem Einfluss (Reims, Chartres). Das 19. Jh. brachte für den

Kirchenbau zum Teil einschneidende Veränderungen: 1859-76 wurden die

Fundamente renoviert, der Dachstuhl tlw. erneuert, die Westfassade überarbeitet

und das Innere restauriert, 1881/84 wurde das Außenmauerwerk

instandgesetzt und 1890-1904 das Westportal restauriert. Nach der Wiederherstellung

der Kriegsschäden von 1946 bis 1950 konnte 2008 eine neue

große Restaurierung begonnen werden, die nun zum Abschluss gebracht ist,

so dass die Liebfrauenkirche Anfang September 2011 feierlich wiedereröffnet

werden kann. 16.30 Uhr Benefizkonzert „Grundton D“, eine seit 1990

veranstaltete Konzertreihe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gemeinsam

mit dem Deutschlandfunk zugunsten der Renovierung bedrohter Denkmäler.

In diesem Jahr kommt der Erlös der Trierer Bastion Südallee zugute.

Das solistische Vokalensemble Cantus Cölln spielt unter der Leitung von

Konrad Junghänel Claudio Monteverdi: „Selva morale e spirituale“. (Informationen

zum Kartenvorverkauf sind im Internet abrufbar.)

Trier (Stadt Trier), Karl-Marx-Haus, Brückenstraße 10

Das 1727 errichtete Geburtshaus von Karl Marx (1818-83) gehört zu den

besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Nach einem Dachbrand 1875

wurde das barocke Bürgerhaus um ein Geschoss erhöht und 1893 durch

Schaufenster verändert, 1930/31 jedoch wieder in den Zustand des 18. Jh.

zurückgebaut. In dem von der Friedrich-Ebert-Stiftung geführten Haus

Dauerausstellung zu Karl Marx: sein Leben, sein Werk, seine Bundesgenossen

und seine Gegner. 10-18 Uhr, 15-16 Uhr Führung: „Karl Marx - Romantiker

und Revolutionär“.

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Trier (Stadt Trier), Konstantin-Basilika und Ausgrabungsstätte

Als kaiserliche Palastaula in der 1. Hälfte des 4. Jh. errichtet, seit dem

19. Jh. fälschlicherweise als „Basilika“ bezeichnet. Im Mittelalter diente die

Ruine des spätantiken Baus als Burg der Trierer Erzbischöfe. Die Ost- und

die Südwand mussten dem Bau des unmittelbar anschließenden Renaissanceschlosses

ab 1615 weichen. 1844-56 wurde der mächtige, 33 m hohe

Saalbau auf Anordnung König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen „in ihrer

ursprünglichen Größe und Stilreinheit mit Benützung der sehr bedeutenden

römischen Reste“ wiederaufgebaut, d. h. die beiden Wände rekonstruiert, und

1856 als „Constantinische Basilika zum Erlöser“ zur ev. Kirche eingerichtet.

Zwar wurden die Baumaßnahmen

als Rekonstruktion der

Antike deklariert, doch waren

sie eingebettet in ihre Zeit, in

die Mitte des 19. Jh. So wurde

die Basilika außen als Ziegelbau

wiederhergestellt, obwohl

an der Apsis antiker Putz

großflächig erhalten blieb. Die

Architekten waren der Trierer

Christian Wilhelm Schmidt, der

Koblenzer Festungsbaumeister

Genieoberst Karl Schnitzler und

sein Sohn Anton. Der Berliner

Schlossbaumeister August

Stüler, ein Hauptvertreter des

romantischen Klassizismus, war für die Neugestaltung des Inneren u. a. mit

stuckierten Wänden verantwortlich. Auch die preußische Denkmalpflege war

eingeschaltet. Während des Zweiten Weltkriegs brannte der Bau 1944 völlig

aus. Bei der Wiederherstellung 1953-56 wurde der noch im 19. Jh. spätklassizistisch

ausgestaltete Innenraum bewusst ausschließlich auf die steinsichtigen

Ziegelmauern reduziert.

10 Uhr Ökumenischer Themengottesdienst

11 Uhr bundesweite Eröffnung des „Tags des offenen Denkmals“

Ganztägig Ausstellung: Ergebnisse des Wettbewerbs „Mal so gesehen!“

12-15.30 Uhr familiengerechte Führungen im Halbstundentakt durch die

Kirche und die darunter liegende Ausgrabungsstätte; mit Schwerpunkt auf

der Zeit des 19. Jh. machen sie die wechselhafte Geschichte der Basilika

sichtbar.

19 Uhr Gedenkveranstaltung: Erinnerung an den 10. Jahrestag der Zerstörung

des World Trade Center in New York unter Beteiligung aller großen

Weltreligionen, um ein Zeichen für Frieden und Toleranz zu setzen.

Trier (Stadt Trier), Porta Nigra, Führungen und Erläuterungen zum Umfeld

Die um 180 n. Chr. als mächtiges Stadttor der römischen Stadtbefestigung

erbaute Porta ist wohl das bekannteste Werk römischer Baukunst auf deutschem

Boden. Im hohen Mittelalter wurden unter Erzbischof Poppo von

Babenberg gegen 1042 die beiden Obergeschosse zu einer imposanten

Doppelkirche umgebaut. 1802 ließ Napoleon I. Kirche und Stift aufheben,

und 1804-09 erfolgte die Entkernung des Gebäudes. 1817/19 brachen die

Preußen die mittelalterlichen Anbauten bis auf den wohl 1148-53 errichteten

Chor ab, der zum lothringischen Kunstraum gezählt wird. Die jahrhundertelange

Verwitterung der Steine gab der Porta Nigra das dunkle Aussehen, die

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ihr bereits im 11. Jh. ihren Namen gab: Schwarzes Tor. 9-19 Uhr (letzter

Einlass 30 Min. vor Schließung). 11.30 und 14 Uhr Schauspielführungen:

„Das Geheimnis der Porta Nigra“ (kostenpflichtig, Anmeldung und Tickets:

Tourist-Information Trier, 0651/978080, www.trier-info.de). 15 und 16 Uhr

halbstündige Außenführungen: „Die Porta Nigra: Wahrzeichen und Stadtgeschichte“.

Erläutert wird neben der herausgehobenen Bedeutung des Bauwerks

für die Stadt auch die Geschichte der Porta unter dem Aspekt „Romantik,

Realismus, Revolution - das 19. Jahrhundert“. Die Gestaltung des

Umfeldes (Ergebnisse eines Wettbewerbes) ist von aktueller Bedeutung und

ebenfalls Gegenstand der Führungen; Treffpunkt: Durchgang der Porta Nigra

(Lichthof). Am Samstag, 10.9.2011, 19 Uhr: Hochamt zu Ehren des hl.

Simeon in den historischen Mauern der Porta Nigra. Die musikalische Gestaltung

liegt in den Händen des Kirchenchores von Liebfrauen und des

Abteier Blechbläserquartetts aus Hermeskeil. Im Anschluss an die hl. Messe

Gelegenheit, bei einem Glas Wein miteinander ins Gespräch zu kommen.

Trier (Stadt Trier), Stadtmuseum Simeonstift Trier, Simeonstraße 60

Erzbischof Poppo von Babenberg gründete dem Eremiten und Mönch

Simeon zu Ehren ein erstmals 1041 bezeugtes Kanonikerstift. Mit der Stiftsgründung

gingen umfangreiche Baumaßnahmen einher: Neben dem Umbau

der Porta Nigra (s. dort) erfolgte u. a. der Bau eines zweigeschossigen,

vierflügeligen Kreuzgangs mit Dormitorium und Refektorium - er ist einer der

ältesten Kreuzgänge Deutschlands. 1904 wurde das Stadtmuseum gegründet,

das seit 1945 in den Räumen des Simeonstifts seine Kunstwerke ausstellt;

dazu gehören Stücke, die im 19. Jh. aus hochkarätigen privaten

Stiftungen hervorgingen, so die 1830/31 gestiftete Sammlung Hermes, die

Sammlung Schoemann, die 1878 der Stadt als Legat zufiel, oder die Sammlung

Rautenstrauch, die der Stadt 1897 zuerst leihweise überlassen und

1907 durch den Kaufmann Wilhelm Rautenstrauch gestiftet wurde. Insgesamt

umfasst die Sammlung Kunst- und Kulturschätze vom Mittelalter bis ins

21. Jh. 11.30 Uhr Führung: „Revolutionär! Johann Anton Ramboux' Lithographien

der Trierer Römerbauten in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts“.

Trier (Stadt Trier), Szenische Lesung zu Ludwig Gall (1791-1863) im Casino

am Kornmarkt, Kornmarkt 2 (Saal im 1. OG)

Das klassizistische Casinogebäude wurde 1824/25 als „Vereinigungsort zum

geselligen Vergnügen für gebildete Personen“ errichtet und „den Musen, der

Eintracht und der Fröhlichkeit“ gewidmet. 15 Uhr: „Das Gute muss so lange

gesagt werden, bis es geschieht“ - unter dieses Motto Ludwig Galls (1791-

1863) hat der Trierer Theaterschauspieler Peter Singer seine szenische

Lesung mit Texten des Erfinders und Sozialtheoretikers gestellt. Die Lesung

gibt einen Einblick in das facettenreiche Leben des Trierer Sozialreformers,

der sich auch mit seinen Erfindungen für die Armen einsetzte.

Trier (Stadt Trier), „Trier im Bild 1800-2000“, Rheinisches Landesmuseum

Trier, Weimarer Allee 1

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der ältesten Stadt Deutschlands in

den letzten 200 Jahren. Historische Fotografien, Druckgrafiken und archäologische

Fundstücke führen durch die verschiedenen Kapitel der Stadtentwicklung,

von den Veränderungen des im 19. Jh. noch mittelalterlichen Stadtbildes

bis hin zu Kriegszerstörung und Wiederaufbau. Gegenüberstellungen

von Vergangenheit und Moderne verdeutlichen die kontinuierliche Entwicklung

der Stadt bis heute. 10-17 Uhr, 11 Uhr Führung durch die Ausstellung.

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Trier (Stadt Trier), Welschnonnenkirche, Flanderstraße

Die ehem. Klosterkirche ist der erste hochbarocke Sakralbau Triers. Die

bauzeitliche Ausstattung des turmlosen Saalbaus von 1714-17 ist nahezu

vollständig erhalten. 11-16 Uhr Besichtigung von Kirche, Kapitelsaal und

Nonnenempore, 13.45 und 14.45 Uhr kurze Erläuterungen zum Thema:

„Das Trierer Welschnonnenkloster im 19. Jahrhundert: Die Congregation

Notre Dame und der Kulturkampf.“ 15.30 Uhr halbstündiges Konzert an der

barocken Stumm-Orgel von 1757 mit Domorganist Josef Still zum Thema

„L'Orgue sous la Révolution“. Werke von Michel Corette, Guillaume Lasceux,

Beauvarlet-Charpentier („La Bataille de Montenotte ou la Victoire sur l'armée

d’Italie“) und Claude Balbastre („Chant des Marseillois“).

Westhofen (Kreis Alzey-Worms), Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Peter und Paul,

Am Markt 20-22

Der im Kern gotische Saalbau, 1561 als baufällig belegt, wurde vielfach

umgebaut. Um 1780, zur Zeit der simultanen Nutzung, wurde der hohe

Dachreiter auf den Chor aufgesetzt. Das Langhaus mehrfach verändert. Die

historistische Verglasung von 1901 ist erhalten, ebenso die Stumm-Orgel

von 1748 und Teile der barocken dreiflügeligen Empore. 11-18 Uhr, Führungen

11, 13, 15 und 17 Uhr, Glockenturmführungen nach Bedarf, nachmittags

musikalische Kostproben auf der Stumm-Orgel mit Musik des 19. Jh. und der

Erbauungszeit der Orgel, Mittagessen und Kaffee im Gemeindehaus, Kreativ-

und Spielprogramm für Kinder.

Westhofen (Kreis Alzey-Worms), Freischärler-Rundgang

Rundgang durch den „aufrührerischen Ort“ in der Zeit von 1823 bis 1848:

An 13 authentischen Plätzen machen Schilder die Ereignisse und Personen

der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 wieder lebendig (s.

auch Ausstellung im Haus No. 3). 10-18 Uhr, Führungen 12 und 16 Uhr.

Westhofen (Kreis Alzey-Worms), „Haus No. 3“ und Ausstellung „1848 -

Westhofen, ein aufrührerischer Ort“, Wormser Straße 3

Ehemals Bestandteil eines großen Gutshofes, reicht die Geschichte des

1750-54 errichteten barocken Putzbaus „Haus No. 3“ bis ins 16. Jh. zurück,

wie der Rest eines Treppenturms bezeugt. Barocksaal, Blaues Zimmer,

Bürgermeisterzimmer u. a. vergegenwärtigen vergangene Wohnkultur.

Mehrmals restauriert und wiederhergestellt, bietet es heute Raum für Veranstaltungen

und Ausstellungen. Ausstellung: „1848 - Westhofen, ein aufrührerischer

Ort“ gezeigt (s. auch Freischärler-Rundgang). 10-18 Uhr,

Führungen 11 und 15 Uhr. 10.30 Uhr offizielle Eröffnung des „Tags des

offenen Denkmals“ für den Kreis durch Landrat Ernst Walter Görisch.

Wörrstadt (Kreis Alzey-Worms), Tagelöhnerhaus, Wallstraße

Das schlichte eingeschossige Häuschen aus der Zeit um 1750 wurde Mitte

des 19. Jh. massiv umgebaut, weil die Fachwerkwände marode waren. Farbund

Putzschichten bis in die Entstehungszeit, Baumaterialien, alte Zimmermannszeichen

und eine alte Herdstelle vermitteln Einblick in die Geschichte

des charakteristischen Tagelöhnerhauses, einem einst weit verbreiteten

Haustyp, der einfachen Handwerkern oder Tagelöhnern Obdach bot. 11-14

Uhr, Führungen nach Bedarf. - Von 9 bis 12 Uhr ist auch die Ev. Laurentiuskirche

geöffnet.

52


Worms (Stadt Worms), „Eine schön-schaurige Erinnerung“, Albert-Schulte-

Park

Unter dem Motto „Eine schön-schaurige Erinnerung: Der ‚Napoleon-Stein’

und das Denkmal für die Kriegsteilnehmer von 1870/71“ führt Herr Dr. Jörg

Koch durch den Park mit Erläuterungen zu den Denkmälern des 19. Jh.

Treffpunkt: 15 Uhr, Haupteingang Albert-Schulte-Park, Busbahnhof Worms.

Standbild der

Germania im

Albert-Schulte-

Park

53


Kreis Ahrweiler

Burgbrohl-Buchholz, Ehem. Propsteikirche

Bedeutende romanische Ruine der

ehem. Kirche des 12. Jh., in der

Neujahrsnacht 1951/52 abgebrannt;

erhalten ein Joch des Mittelschiffs,

das Querhaus mit verkürzten

Armen und das Chorjoch mit dem

Unterbau der Chorflankentürme,

barocke Fassade von 1683. 10-17

Uhr, Führungen nach Bedarf, Diavortrag

zur Geschichte der Propstei,

Ausstellung der ortsansässigen

Künstlerin Simone Lubberich,

Kaffee und Kuchen.

Grafschaft-Vettelhoven, Schloss

Vettelhoven, Escher Straße 18

Siehe S. 18.

Niederdürenbach-Hain, Burg

Olbrück

Inmitten des Vulkanparks Brohltal/

Lacher See gelegen. Um 1050

durch den Grafen von Wied gegründet,

1689 zerstört, 1998-2001

Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten;

weithin sichtbarer zinnenbewehrter

Bergfried, Mitte 14. Jh.,

die Mauern des Palas im Keller

spätromanisch, darüber 17. Jh.,

außerhalb des inneren Berings

Wohn- und Küchengebäude, Haupttor,

unterer Torbau 1875. 10-18

Uhr, Führung 14 Uhr, Förderverein

Burg Olbrück stellt sich vor.

Remagen, Stadtführung zu Bauten

des 19. Jahrhunderts

Siehe S. 44.

Wallfahrtskirche St. Apollinaris,

Apollinarisberg 4

Siehe S. 11.

Remagen-Oberwinter, Kath. St.

Laurentiuskirche, Laurentiusstraße 3

Siehe S. 11.

Remagen-Rolandswerth, Rolandsbogen

/ Burg Rolandseck

Siehe S. 18.

Sinzig, Ehem. Zehnthof mit

Parkanlage, Zehnthofstraße 2

Siehe S. 36.

Schloss Sinzig, Barbarossastraße

35

Siehe S. 18.

Kreis Altenkirchen

Almersbach, Ev. Pfarrkirche, Auf

dem Kirchberg

Spätromanische Pfeilerbasilika,

Westturm mit barocker Haube;

bemerkenswerte figürliche Wandmalereien

des 13.-15. Jh. 10-17

Uhr, Führungen nach Bedarf (größere

Gruppen bitte anmelden unter

02681 / 2864).

Altenkirchen, Bismarckturm,

Bergstraße

Einschließlich der kleinen umlaufenden

Terrasse unverändert erhalten,

wurde für den Turm aus heimischem

Felsgestein 1914 der Grundstein

gelegt. Das als Aussichtswarte und

zur Abbrennung der Bismarck-Feuer

errichtete Bauwerk konnte 1922

vollendet werden; 2009/10 restauriert.

13-17 Uhr, Führungen 14-16

Uhr Turmbesteigung möglich, Erläuterungen

zum Turm und der Restaurierung

durch den Förderverein

Bismarckturm.

Denkmalradtour

Die ca. fünfstündige geleitete Radtour

führt entlang alter Verkehrs- und

Pilgerwege, wobei ausgesuchte

Denkmäler der Region besichtigt und

fachkundig erläutert werden. 11 Uhr,

Treffpunkt: Bahnhof Altenkirchen

(Bahnhofstraße 1). Die Anmeldung

zur Teilnahme ist erforderlich bei der

VG Altenkirchen unter Telefon-Nr.

02681/85249 oder Fax-Nr. 02681/

85449 oder per mail: cornelia.

obenauer@vg.altenkirchen.de

Kreisvolkshochschule, Rathausstraße

12

Siehe S. 25.

54


Stadtführung zum 19. Jahrhundert

Siehe S. 41.

Birnbach, Ev. Pfarrkirche, Kirchstraße

29

Die um 1220 errichtete dreischiffige

querhauslose Pfeilerbasilika gehört

zu einer Gruppe schlichter romanischer

Dorfkirchen, die sich rechtsrheinisch

vom Oberbergischen bis

zum Westerwald erstrecken; das

Fachwerkportal 1687 angefügt;

Orgelprospekt von 1680. 15-17 Uhr,

Führungen halbstündlich.

Fachwerkhaus, Kirchstraße 25

Das ehem. Wohnstallhaus des

16. Jh. mit gut erhaltenem Sichtfachwerk

in Ständerbauweise, einst

auch Poststation mit altem Gewölbekeller,

dient heute als Wohnhaus.

15-17 Uhr, Führungen im Rahmen

der Kirchenführung.

Burglahr, Alvenslebenstollen,

Kur-Kölner-Straße

Siehe S. 31.

Friesenhagen-Crottorf, Schloss

Crottorf

Wasserschloss mit mittelalterlichem

Kern, im Wesentlichen gegen Mitte

des 16. Jh. ausgebaut. 11-18 Uhr,

Besichtigung der Schlosshöfe und

der Außenanlagen bei freiem Eintritt.

Hamm, Raiffeisenmuseum, Raiffeisenstraße

10

Siehe S. 45.

Kircheib, Ev. Pfarrkirche

Um 1131 errichtete dreischiffige

romanische Pfeilerbasilika mit

Westturm, Glocken um 1200 und

von 1535. 11-17 Uhr, Führungen ab

12 Uhr halbstündlich.

Historische Wanderung

Geführte Wanderung durch die

Landfrauen Weyerbusch mit Besichtigung

der romanischen Kirchen

in Kircheib und Mehren sowie der

Motte Broichhausen und des denkmalgeschützten

Ortskerns Mehren.

Treffpunkt: 10.15 (mit Gottesdienst,

Konzert und Kaffee) und 12 Uhr,

Dauer: inkl. Imbiss und Kaffee ca.

6, sonst ca. 4 Stunden, Rückfahrt

ab Mehren mit PKW. Anmeldung

erbeten unter Tel. 02683 / 7270.

Kircheib-Neuenhof, Motte Broichhausen,

Röttgen

Ein ca. 5 m hoher Wohnhügel (als

Hochebene erkennbar) und Reste

eines Wassergrabens erinnern an

die frühmittelalterliche Burganlage.

Führungen für Gruppen nach

Voranmeldung (Tel. 02683/7753).

Mammelzen, Quereinhaus, Über

dem Berg 9

Hofanlage mit Quereinhaus mit

Sichtfachwerk des 18. Jh., überbaute

Remise und ausgebaute Fachwerkscheune

von 1789, in den

1990er und 2000er Jahren restauriert

(heute Wohnhaus und Galerie).

11-18 Uhr. Führungen nach Bedarf,

Ausstellung: Internationale Reproduktionskunst

mit den Schwerpunkten

Edward Hopper und Jack

Vettriano.

Mehren, Ev. Pfarrkirche, Kirchstraße

Beherrschend über dem Dorf

gelegene, um 1200 erbaute romanische

Pfeilerbasilika mit Fachwerkaufbau

des 18. Jh., Buntglasfenster

1969 von Heinz Hindorf.

11-17 Uhr, Führungen 13-17 Uhr.

Historischer Dorfbereich

Die Fachwerkbauten um die Kirche

dokumentieren die regionale Entwicklung

des 16., 18. und 19. Jh.,

z. B. die „Alte Schule“, ein prächtiges

spätgotisches Fachwerkhaus.

Führungen 11-17 Uhr. Ab 11 Uhr

ist auch das Dorfcafé im Pfarrgarten

geöffnet mit Kaffee, Kuchen und

anderen Kleinigkeiten; für die

Führungen bitte dort anmelden.

Obererbach, Ehem. Bahnhof,

Hilgenrother Straße 2

Siehe S. 27.

55


Willroth, Förderturm der Grube

Georg an der A 3 (Abfahrt Neuwied)

56 m hoher, 1952-54 errichteter

Förderturm von Schacht II der Grube

Georg, 1994/95 renoviert. 11-16 Uhr,

Führungen nach Bedarf, Vorträge

11-14 Uhr, Bergbau-Ausstellung, für

das leibliche Wohl wird gesorgt.

Kreis Alzey-Worms

Alzey, Ev. Nikolaikirche, Obermarkt

Dreischiffige spätgotische Hallenkirche

mit Ausstattung des 15.-18. Jh.

Geöffnet zur Führung um 15 Uhr.

Sibyllenstein-Terrassen

Siehe S. 34.

Alzey-Weinheim, Ev. Kirche,

Hauptstraße

Siehe S. 8.

Kapelle und Turm, von Alzey

kommend am Ortseingang rechts

Siehe S. 8.

Bermersheim, Simultankirche St.

Martin, Kirchgäßchen

Barocker Saalbau von 1714-27; im

romanischen Chorturm figürliche

Wandmalereien aus der Zeit um

1320; spätgotische Sakristei des

15. Jh. 12-14.15 Uhr, Führungen

12, 13 und 14 Uhr, Imbiss.

Erbes-Büdesheim, Historische

Ortsführungen

Dorfführungen in historischen

Kostümen durch die Jugendlichen

der Geschichtswerkstatt Erbes-

Büdesheim; historisch authentische

Szenen u. a. vor dem Rathaus

(1789), auf dem Pankratius-

Hofplatz, vor der kath. Barockkirche

(1736-45) und in der ev.

Barockkirche (1735) geben Einblick

in die Geschichte von Gebäuden

und Plätzen; abschließend

Besuch der Gruft unter dem Altar

der ev. Kirche. 10 und 15 Uhr,

Treffpunkt: Alzeyer Straße, Bushaltestelle.

Flörsheim-Dalsheim, Fleckenmauer

Größtenteils erhaltene Ortsbefestigung

des Fleckens Dalsheim, Kalksteinmauerwerk

mit Wehrgang und

Blendarkaden, 14. Jh., tlw. begehbar.

9-17 Uhr, Führung 11 Uhr.

Flonheim-Uffhofen, „Geistermühle“

mit Garten, zwischen Flonheim-

Uffhofen und Wendelsheim

Siehe S. 45.

Gabsheim, Kath. Pfarrkirche St.

Albanus, Kirchberg 8

Siehe S. 13.

Gau-Bickelheim, Kath. Pfarrkirche

St. Martin, Wöllsteiner Straße 2

Siehe S. 5.

Kreuzkapelle am Wißberg

Siehe S. 5.

Gau-Odernheim, Simultankirche

In mehreren Bauphasen errichteter

großer spätgotischer Bau mit

zweischiffigem Langhaus, 1415-20

durch Johann von Diepach erbaut,

weiträumiger Chor, 1497-1507 von

Meister Arnold aus Frankfurt, Turm

1830-33 von Kreisbaumeister

Augustin Wetter nach Einsturz

1799 neu aufgeführt; reiche Ausstattung.

14-17 Uhr, Führungen

14 und 16 Uhr.

Gau-Weinheim, Ev. Kirche, Mittelgasse

Siehe S. 14.

Ortsführung

Bei der Ortsführung werden Denkmäler

aus verschiedenen Zeitepochen

- Privathäuser, öffentliche

Gebäude und die Kirchen - näher

erläutert. 15 Uhr, Treffpunkt: Dorfgemeinschaftshaus.

Ober-Flörsheim, Ev. Kirche

Siehe S. 10.

Herrenhaus der Deutsch-Ordens-

Kommende, Kommenturei 4

Siehe S. 43.

56


Torturm der Deutsch-Ordens-Kommende,

Kommenturei 31

Der Torturm, ein spätgotischer

Bruchsteinbau mit Krüppelwalmdach,

wurde bis gegen 1900 als

Wohnturm genutzt; Raumeinteilung

und Einrichtung des 18./19. Jh.

blieben zu großen Teilen erhalten.

13-17 Uhr, Führungen 13.30, 14.30,

15.30 und 16.30 Uhr.

Partenheim, Ev. St. Peter-Kirche,

Vordergasse 57

Bei einem Brand im Jahre 1431

wurde die einstige Wehrkirche bis

auf den romanischen Turm zerstört

(dieser 1747 aufgestockt); zweischiffige

spätgotische Dorfkirche mit

reicher Bauskulptur und floralen

und figürlichen Wand- und Gewölbemalereien;

spätgotisches Triumphkreuz

(Ende 15. Jh.), Orgel

von Johann Georg Geib von 1783.

9-19 Uhr, Führungen 10, 14 und 17

Uhr, 18 Uhr Musik und Gedichte in

rheinhessischer Mundart.

Schornsheim, Kath. Pfarrkirche

St. Wigbert, Kirchstraße 19

Siehe S. 12.

Wallertheim, Ev. Kirche,

Neustraße 5

Siehe S. 13.

Westhofen, Ehem. Kurpfalz-

Kelterhaus mit historischem

Garten, Am Markt 9-13

Siehe S. 36.

Ev. Pfarrkirche, ehem. St. Peter

und Paul, Am Markt 20-22

Siehe S. 52.

Freischärler-Rundgang

Siehe S. 52.

„Haus No. 3“ und Ausstellung „1848

- Westhofen, ein aufrührerischer

Ort“, Wormser Straße 3

Siehe S. 52.

„Villa Wolf“, Osthofener Straße 24

Siehe S. 23.

Wöllstein, Kath. St. Remigius-

Kirche, Kirchstraße 20

Siehe S. 7.

Wörrstadt, Tagelöhnerhaus,

Wallstraße

Siehe S. 52.

Kreis Bad Dürkheim

Ellerstadt, Prot. Kirche, Kirchenstraße

Siehe S. 4.

Friedelsheim, Burgturm der ehem.

Burg Friedelsheim

Quadratischer Turm mit mächtigen

Buckelquadern an den Ecken,

vermutlich im frühen 13. Jh. errichteter

Bergfried der 1462 von

Kurfürst Friedrich I. als „wehrhafter

Besitz“ veräußerten Wasserburg.

Vom Burgturm aus „Drei-Burgen-

Blick“ auf die Klosterruine Limburg,

die Burgruine Wachtenburg und das

Hambacher Schloss. 8-12 und 13-

17 Uhr, Führungen 13-17 Uhr.

Gleichzeitig finden auch Führungen

im Mennonitenhof statt.

Prot. Kirche, Gartenweg 2

Malerische Baugruppe des 11.-19.

Jh.: romanischer, tlw. frühgotischer

Turm, das oberste Geschoss 18. Jh.,

gotischer Chor, der im Kern gotische

Saalbau klassizistisch überformt;

gotische Glocken von 1430 und

1450, gotische Wandmalerei („Erbärmdechristus“),

Kirchenfenster von

Erhardt Klonk, historischer Kirchenwingert.

10.30-18 Uhr, Führungen 14

und 17 Uhr, „Kirchencafé“ 14-18 Uhr.

Kallstadt, Kirche, Kirchturm und

Löwenbrunnen auf dem Kirchberg,

Weinstraße 103

Gotischer ehem. Chorturm mit

barocker Haube, barockes Langhaus

1772-75; barocker Dorfbrunnen

mit Schildwappen haltendem

Löwen. 10-18 Uhr, Führungen 11

(Kirche), 13 (Kirchenberg) und 15

(Kallstadts Kulturdenkmäler) Uhr,

57


10 Uhr Gottesdienst, 17 Uhr Orgelkonzert

mit Erklärung der Geib-

Orgel, historische Bilderausstellung;

Weinfest.

Wachenheim, Alte St. Georgskirche,

Weinstraße 28

Siehe S. 15.

Ruine Wachtenburg

Um 1200 von Konrad II. bzw.

Friedrich I. errichtete, mehrmals,

zuletzt 1689 zerstörte Anlage, die

seit mehr als 20 Jahren durch den

Förderverein zur Erhaltung der

Ruine mit Unterstützung der

Landesdenkmalpflege und der

Stadt instandgesetzt wird. 10-17

Uhr, Führungen nach Bedarf,

Informationen zu den derzeitigen

Baumaßnahmen, Bilderwand,

speziell Steinmetzzeichen und

Namens-einträge des 19. und

20. Jh., Ballonwettstreit, Malen

für Kinder.

Villa rustica an den Parkplätzen der

B 271-neu zwischen Wachenheim

und Bad Dürkheim

Reste eines römischen Landgutes

des 3.-5. Jh. mit restaurierten und

rekonstruierten Grundmauern. 10-

16 Uhr, Führungen nach Bedarf

durch den Förderkreis Villa rustica

e.V.

Wattenheim, Ehem. St.-Alban-

Kirche, Kirchengasse 4

Siehe S. 15.

Weisenheim am Berg, Ehem.

Synagoge, Hauptstraße 28a

Siehe S. 16.

Prot. Kirche, Kirchgasse 6

Das im Kern romanische Schiff vor

1726 barock überformt; im gotischen

Chor aus der Zeit um 1300

um 1420/30 geschaffene Wandmalereien

mit Passionsszenen. 11.15-

16.30 Uhr, Führungen 12, 14 und

16 Uhr.

Kreis Bad Kreuznach

Bad Münster am Stein-Ebernburg,

Ev. Alte Johanneskirche

Im Kern vermutlich romanischer

Saalbau des 12. Jh., Westturm mit

Schießscharten und Steinhelm, 2.

Hälfte 13. Jh.; Buntglasfenster des

Marburger Künstlers Eberhardt

Klonk. 10-12 und 15-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf.

Bad Sobernheim, Disibodenberger

Kapelle, Kirchstraße 5

1492 vollendete spätgotische Kapelle

des ehem. Disibodenberger

Klosterhofs, seit der Profanierung

1566 als Speicherhaus genutzt,

historische Dachstühle und Zwischendecke;

über dem Westportal

das einzige figürlich gestaltete

Tympanon im Naheraum, eine

schlichte Kreuzigungsgruppe. 11-18

Uhr, Führungen halbstündlich durch

Mitglieder des Fördervereins Disibodenberger

Kapelle e. V.

Priorhof (Heimatmuseum), Priorhofstraße

18

Mächtiger Renaissancebau mit

Treppenturm von 1572, Spitzerker

mit reliefierten Brüstungen von

1609. 14-17.30 Uhr, Führungen

nach Bedarf.

Oberhausen bei Kirn, Schloss

Wartenstein

Von der 1347 durch die Steinkallenfelser

gegründeten und 1689 durch

die Franzosen zerstörten Burg

Ringmauerreste erhalten. 1704-32

Neubau eines barocken Schlosses.

1994 Beginn umfangreicher Sanierungsarbeiten,

2006 Eröffnung der

Erlebniswelt „Wald und Natur“ mit

Informationsstelle des Naturparks

Soonwald-Nahe. Ab 11 Uhr, Führungen

nach Bedarf, 10 Uhr Gottesdienst,

buntes Unterhaltungsprogramm,

Leckereien aus dem

Schlossbackes, Programm für

Kinder.

58


Pfaffen-Schwabenheim, Ev.

Gustav-Adolf-Kirche, Sprendlinger

Straße

Siehe S. 6.

Kath. Pfarrkirche, Klosterstraße

Ehem. Klosterkirche. Spätromanischer

Chor mit von Rundtürmen

flankierter Apsis mit Zwerchgalerie

(1220-48); Teil der größten unverändert

erhaltenen barocken Klosteranlage

in Rheinland-Pfalz mit

reicher Ausstattung. 11-19 Uhr,

Führungen stündlich durch die

Fördergemeinschaft Kirchen,

Klosteranlagen und Kulturdenkmäler

Pfaffen-Schwabenheim e.V.

18 Uhr Vesper, lateinisches Abendgebet

im gregorianischen Choral

mit Schola Chorale Augustiniense.

Am Samstag, 10.9., 10-16 Uhr

Gregorianik-Workshop mit Christoph

Nikolaus Schröder, Universität

Heidelberg (20 Euro pro Person

inkl. Mittagessen; Anmeldung:

info@foerdergemeinschaft-pfaffenschwabenheim.de).

Refektorium des ehem. Augustinerchorherrenstifts,

Im Kloster 18

Etwa 1728 errichtet mit farbig gefasster

Stuckdecke, prächtiger

Ofennische, Handwaschbecken mit

Neptun-Relief, Lapidarium. 11-

18 Uhr, Führungen nach Bedarf,

Dauerausstellung religiöser Volkskunst

(Klosterarbeit), Messgewänder

und -bücher des 19. Jh.

Pleitersheim, Ev. Kirche, ehem.

St. Peter

Spätgotischer Saalbau von 1496/

98 mit bauzeitlichen figürlichen

Wandmalereien. 11.30-17 Uhr,

Führungen nach Bedarf.

Rümmelsheim, Burg Layen /

Schlossmühle Dr. Höfer, Naheweinstraße

2

Von der 1125 erstmals erwähnten

Burganlage sind der romanische

Bergfried und Teile der Ringmauer,

von einem Wohnhaus des 16. Jh.

die Giebelwand mit einem Kaminansatz

erhalten, darunter das

begehbare Burgkellergewölbe. Im

18. Jh. von Napoleon enteignet,

gehört das Schloss heute zwei

Familien. 15-20 Uhr, Führung 15

Uhr, Weinbergsführung und geöffnete

Straußwirtschaft.

Sponheim, Archiv des Freundeskreises

und Ratsaal im Rathaus,

Ferlacher Platz

Siehe S. 28.

Ehem. Klosterkirche St. Maria und

St. Martin

Im 12. und 13. Jh. auf kreuzförmigem

Grundriss errichteter romanischer

Bau mit achteckigem Vierungsturm,

bedeutender Sakralbau

im Nahegebiet. 10.30 (Gottesdienst)-19

Uhr, Führungen nach

Bedarf, Ausstellung: „Johannes

Trithemius, Abt des ehem. Benediktinerklosters

Sponheim“. 12 Uhr

Mittagessen aus der Gulaschkanone

im Zelt auf der Kirchwiese,

Rahmenprogramm für Kinder und

Erwachsene, Kaffee und Kuchen,

Büchertisch.

Ev. Pfarrkirche, Rathausstraße

Siehe S. 13.

Kreis Bernkastel-Wittlich

Bengel-Springiersbach, Historische

Ölmühle, an der B49

Siehe S. 30.

Bernkastel-Kues-Wehlen, Hofgut

Stift Kloster Machern, An der

Zeltinger Brücke

1084 erstmals erwähnt, 1238 neu

gegründet, 1802 aufgehoben; die

ehem. Klosterkirche, ein sieben

achsiger Saalbau, ist einer der

bedeutendsten Kirchenbauten der

Zeit um 1700 im Moselland. 9-18

Uhr, Führung 15 Uhr. Ab 9 Uhr ist

die historische Kapelle geöffnet;

ermäßigter Eintritt für das Spielzeug-,

Puppen- und Ikonenmuseum.

59


Enkirch, Großbachmühle, Im

Großbachtal

Siehe S. 31.

Esch, Bauforschungsdokumentation

ehem. Burghaus, Römerstraße

1

Dokumentation der 2008/09 erfolgten

Bauforschung durch die Landesdenkmalpflege

einschl. der

Geschichte des ehem. Burghauses

(und des Ortes). 11-18 Uhr.

Kröv, Kath. Pfarrkirche St. Remigius,

Robert-Schuman-Straße

Siehe S. 47.

Monzelfeld, Alte Dorfmühle mit

heimatkundlicher Sammlung,

Mühlenweg 1

Historische Dorfmühle mit funktionsfähigem

Mahl- und Rüttelwerk,

Bauernstube. 10-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf.

Morbach-Weiperath, Walholzkirche,

im Wiesental zwischen

Weiperath und Hunolstein

Gotische, 1760 erweiterte Kirche

mit romanischem Turm. 12-15 Uhr,

Führungen nach Bedarf, 17 Uhr

Konzert: Zupforchester Lauterbach

und Vokalquartett „Sine nomine“.

Von 10.30-17 Uhr ist auch das

Holzmuseum geöffnet.

Neumagen-Dhron, „Römische

Denkmäler“ entlang der Kastellmauern

Siehe S. 40.

Traben-Trarbach, Ehem. Festung

Montroyal

Auf dem von der großen Moselschleife

umflossenen Bergrücken

gelegene Festungsanlage, 1687

nach Plänen von Vauban begonnen,

1697 geschleift; Teile der

Bastionen und Keller sowie Fundamente

erhalten. Ganztägig geöffnet,

Führungen 11 und 17 Uhr, Treffpunkt:

Parkplatz gegenüber dem

Segelflugplatz. Ganztägig geöffnet

ist auch die um 1350 gegründete

und 1734 gesprengte Grevenburg

im Stadtteil Trarbach. Um 14 Uhr

findet eine Führung durch die

Kellergewölbe des historischen

Weinortes statt, Treffpunkt: Marktplatz

Trarbach (vor dem Rathaus).

Veldenz, Schloss Veldenz

Stammburg der Grafen und Fürsten

von Pfalz-Veldenz. Größte Burganlage

der Mittelmosel mit Resten

zweier durch Türme verstärkten

Toranlagen sowie Wohngebäuden,

1107 bezeugt, 1680 zerstört. 11-17

Uhr, 15 Uhr Burgbelagerung mit

Rittern, Knechten, Mägden und

Kindern.

Kreis Birkenfeld

Birkenfeld, Neues Schloss,

Schlossallee 11-13

Siehe S. 16.

Kreis Cochem-Zell

Bruttig-Fankel, Ehem. Synagoge,

Mühlenbachstraße 12

Siehe S. 15.

Cochem, Landschaftsgarten mit

Serpentinenweg an der Reichsburg

Cochem

Siehe S. 34.

Reichsburg Cochem

Siehe S. 17.

Ernst, Kath. Pfarrkirche

St. Salvator

Siehe S. 4.

Kaisersesch, Altes Gefängnis,

Balduinstraße 7

Das im Kern mittelalterliche Burgmannenhaus

diente als Rathaus

und auch als Gefängnis; 1730 Aufstockung

um ein Geschoss in leichtem

Fachwerk. Im Laufe des 20. Jh.

ohne Funktion, geriet es in Verfall,

bis es 2001/02 renoviert wurde. Der

historische Dachstuhl ist erhalten,

61


ebenso Inschriften der Gefängnisinsassen.

10-17 Uhr, Führungen

stündlich.

Mesenich, Dorfführung zu

19 Stationen aus dem 19. Jh.

Siehe S. 43.

Treis-Karden, Ehem. Knabenschule,

Am Plenzer 1

Siehe S. 28.

Kath. Pfarrkirche St. Johann

Baptist, Am Plenzer

Siehe S. 13.

Valwig, Kath. Filialkirche

St. Martin, Kreuzstraße

Siehe S. 6.

• Donnersbergkreis

Eisenberg, Landschaftspark

Friedrich von Gienanth, Ramsener

Straße

Siehe S. 35.

Falkenstein, „Das Wildschöne,

die eigentlich wildromantische

Führungen nach Bedarf, Ausstellung

im Turm: „Marnheimer Impressionen

rund um den Grauen Turm,

Geschichte und Gegenwart“; 11 Uhr

Ortsrundgang, Treffpunkt: Grauer

Turm; gegen 14 Uhr Kerweumzug,

Bewirtung im Dorf-Café Haus

Frank, Bolander Straße 6.

Mörsfeld, Ehem. Konfessionsschule

und Ortsrundgang, Bad

Kreuznacher Straße 19

Siehe S. 27.

Stetten, Ehem. Hof des Klosters

Arnstein, Hauptstraße 30/32

Siehe S. 22.

Zellertal-Zell, Denkmalzone Ortskern

Zell

Führung durch das Dorf mit

Schwerpunkt auf den Kirchen und

der Kollektur sowie der Geschichte

des hl. Philipp von Zell, Gründung

und Niedergang des Stifts und die

neuen Besitzverhältnisse bis ins

19. Jh. Führung 14 Uhr, Treffpunkt:

Kath. Kirche St. Philipp. Fotodokumentation

zur heutigen Nutzung

der Kollektur.

Poesie der Natur“

Siehe S. 41.

Göllheim, Kath. Pfarrkirche St.

Johannes Nepomuk, Steigstraße

Siehe S. 8.

Uhlsches Haus und die historische

Altstadt, Hauptstraße 7

Siehe S. 21.

Kirchheimbolanden, Freischarenwanderung

Siehe S. 42.

Marnheim, „Grauer Turm“, Turmstraße

Fünfgeschossiger spätgotischer

Rundturm mit Schlitzfenstern,

15./16. Jh., achteckiger Spitzhelm

über Giebeln des 19. Jh.; ehem.

Glockenturm der im 19. Jh. abgebrochenen

Kirche. 11-18 Uhr,

62


Eifelkreis Bitburg-Prüm

Bitburg, Villa, Am Markt 4

Die unzerstört erhaltene Villa im

Zentrum Bitburgs gehört zu den

bedeutendsten ihrer Art im Eifelkreis.

Um 1930 für den damaligen

Besitzer der Brauerei Simon erbaut.

Die Emporenhalle mit offenem

Kamin und umlaufender Galerie

besticht durch die Qualität ihrer

handwerklichen Ausführung. 11-

17 Uhr, Führungen nach Bedarf.

Fließem, Der Kronprinz und

die Römische Villa in Otrang,

Otranger Straße

Siehe S. 39.

Kyllburg, Vasa sacra, Kath.

Stiftskirche, Auf dem Stift

Siehe S. 46.

Malberg, Schloss Malberg

Im Trierer Raum einmalige

Schlossanlage im venezianischen

Barock, 1707-15 nach Plänen des

kurpfälzischen Hofarchitekten

Matteo Alberti aus Düsseldorf

erbaut. Einbezogen und umgestaltet

das sog. Alte Haus (1591-97) mit

Eisernem Garten von 1713/14; um

1730 Anlage des Runden Gartens

mit herrlicher Aussicht auf das

Kylltal. Herausragend die zehn

barocken Gartenfiguren, 1758-60

vom kurtrierischen Hofbildhauer

Adam Ferdinand Tietz für die

Balustrade der Gartenterrasse

geschaffen (heute in der Kapelle).

Das Schloss, aufgrund seiner

kunsthistorischen Qualität „Denkmal

von nationaler kultureller Bedeutung“,

wird seit 1992 umfassend

saniert und restauriert. 10-18 Uhr,

Führungen 11, 13 und 15 Uhr,

Konzert, Kaffee und Kuchen, kleine

Speisen und Getränke.

Neuerburg, Jugendburg Neuerburg,

Burgstraße

Die im 12. Jh. gegründete, im 16.

Jh. mit umfangreichen Bastionen

zur Festung erweiterte und 1692

teilzerstörte Burg ist die größte

erhaltene Burganlage des Kreises;

seit 1930 Jugendburg, heute ein

moderner Jugendherbergsbetrieb.

14-18 Uhr, Führungen 14-16 Uhr.

Niederweis, Schloss Niederweis,

Hauptstraße 9

Für den Freiherrn von der Heyden

errichteter zweiflügeliger Mansarddachbau

mit dreiachsigem übergiebeltem

Mittelrisalit, im Wappen das

Baujahr 1751. Die umfassende Restaurierung

des prachtvollen romantischen

Landschlosses wurde 2008

abgeschlossen. 10-18 Uhr, Führungen

10, 12, 14, 16 und 18 Uhr.


Stadt Frankenthal

Ehem. Zuckerfabrik, Stephan-

Cosacchi-Platz 3

Siehe S. 32.

Kath. Pfarrkirche St. Dreifaltigkeit,

Rathausplatz

Barocker Saalbau mit Dachreiter mit

Glockenstube und Laterne, 1709-32

nach Plänen von Kapitäningenieur

Villiancourt und dem Vorarlberger

Baumeister Johann Jakob Rischer

errichtet. Nach Kriegszerstörung

unter leichten Veränderungen und

mit neuer Ausstattung durch den

Frankenthaler Architekten Josef

Ochs wiedererrichtet. Die 2008

begonnene Gesamtsanierung

soeben abgeschlossen. 11.30-16

Uhr, Führungen 13.30 und 15 Uhr.

Kreis Germersheim

Germersheim, Bürgersaal der

Stadtverwaltung, Kolpingplatz 3

Das 1740 errichtete Gebäude

ab 1794 als Kaserne genutzt, ab

ca. 1870 als Offizierskasino; daran

1893 angebaut ein Festsaal mit

aufwändiger Fassade. 14-18 Uhr.

Ehem. Festungsanlagen

Siehe S. 19.

63


Historische Grabmäler auf dem

Friedhof, August-Keiler-Straße

Siehe S. 37.

Stadt- und Festungsführung

Ca. 2-stündige Führung zu den

Festungsgebäuden und unterirdischen

Gängen der Festungsanlage

(auch eine Gruppe für Gehörlose).

15 Uhr, Treffpunkt: Parkplatz hinter

Weißenburger Tor neben Wegweiser

„Festung“.

Germersheim-Sondernheim, Ziegelei

Sondernheim, ehem. Ziegelei

Stubenrauch, Am Rheindamm

Siehe S. 32.

Rheinzabern, Fachwerkhaus mit

Bauerngarten, Rappengasse 11

Siehe S. 22.

Ehem. Bauernhaus mit Bauerngarten,

Rappengasse 14

In den 1930er Jahren umgestaltete

Hofanlage mit großem Bauerngarten.

10-18 Uhr, Führungen nach

Bedarf, Ausstellung: „Arbeiten und

Leben früher“.

Römische Brennöfen, Faustinastraße

1

In situ erhaltene römische Brennöfen

- ein Terra-Sigillata und ein

Ziegelbrennofen - aus dem 3. Jh.,

Zeugnisse der größten römischen

Terra-Sigillata-Manufaktur nördlich

der Alpen, die bis nach England

und der Krim exportierte. 14-17 Uhr,

Führungen 14 und 15 Uhr. - Das

Terra-Sigillata-Museum ist von

11-17 geöffnet.


Stadt Kaiserslautern

Fruchthalle mit Festsaal, Fruchthallstraße

10

Siehe S. 26.

Hauptfriedhof und Pavillon, Mannheimer

Straße

Siehe S. 37.

Kaiserpfalz und Casimirsaal, Willy-

Brandt-Platz 2

Auf einem Felsplateau am ehem.

Kaiserwoog gelegene Anlage mit

tlw. erhaltenen Grundmauern der

staufischen Kaiserpfalz und Resten

des Casimirschlosses des 16. Jh.

11-16 Uhr, Führungen durch die

neu gestalteten unterirdischen

Gänge und den Casimirsaal nur

nach telef. Voranmeldung bei der

Tourist Information, Tel.-Nr. 0631/

365-4019 (max. 25 Personen);

Treffpunkt: Casimirsaal, 13.30 Uhr

Führung an der Sondierungsgrabung,

Treffpunkt: Burgstraße, an

der Grabung.

Kath. Pfarrkirche St. Marien, St.-

Marien-Platz 1

Siehe S. 9.

Kath. Pfarrkirche St. Martin, ehem.

Minoriten-Klosterkirche, St.-Martins-

Platz 5

Siehe S. 14.

Meisterschule - Felsenkeller unter

dem Turnerheim, Am Turnerheim 2

Siehe S. 33.

Theodor-Zink-Museum, Steinstraße

48

Siehe S. 26.

Prot. Kleine Kirche, Unionstraße 2a

Siehe S. 4.

Prot. Stiftskirche, Marktstraße 13

Einer der bedeutendsten gotischen

Sakralbauten der Pfalz, um 1250/60

begonnen; frühgotischer Chor mit

Achteckturm gegen 1291 vollendet,

die dreischiffige hochgotische Halle

1. Hälfte 14. Jh., die achteckigen

Westtürme um 1500 fertiggestellt.

Mutterkirche der pfälzischen Kirchenunion

1818. 13-17 Uhr, Führungen

13 und 16 Uhr.

Prot. Apostelkirche, Pariser

Straße 22

Siehe S. 5.

64


Kreis Kaiserslautern

Frankenstein, Geschichte des

Eisenbahnwesens - Bahnhof und

Tunnelportale

Siehe S. 30.

Frankenstein-Diemerstein, Villa

Denis, sog. Schlösschen, Diemerstein

9

Siehe S. 21.

Otterberg, Alte Apotheke, Hauptstraße

61

Stattlicher Fachwerkbau, 1608 für

den Gerber David Gille Antoine erbaut,

1836-1966 Apotheke, heute

Sitz der Tourist-Information. Geöffnet

ab 14 Uhr, Führungen 14 und

16 Uhr.

Ehem. Abteikirche

Kreuzförmige Gewölbebasilika,

1168 begonnen, 1254 vollendet,

anschauliches Beispiel zisterziensischer

Baukunst in den Formen

der oberrheinischen Spätromanik,

nach dem Speyerer Dom die größte

und besterhaltene Klosterkirche

der Pfalz. Ganztags geöffnet,

Führungen 11.30 und 15 Uhr.

Trippstadt, Unterhammer, Karlstal

Siehe S. 33.

Haackesches Schloss, Hauptstraße

16

Spätbarocker Sandsteinquaderbau

mit Mittel- und Eckrisaliten, 1764-

67 im Auftrag von Franz Carl

Joseph Freiherr von Haacke wohl

nach Plänen des nassau-weilburgischen

Baumeisters Sigmund

Jakob Haeckher errichtet. 11-17

Uhr, Führungen ab 12 Uhr. 25-

jähriges Jubliäum der Forschungsanstalt

für Waldökologie und Forstwirtschaft

mit Ehemaligenfest,

Ausstellung zur Geschichte der

Waldbauschule und Gartenfest im

Schlosspark mit Kinderprogramm,

Livemusik und ökumenischem

Gottesdienst.

Weilerbach, Prot. Kirche,

Rummelstraße 18

Siehe S. 7.


Stadt Koblenz

Denkmalzone Südliche Vorstadt

Siehe S. 43.

Neuendorfer Flesche, Andernacher

Straße 100

Siehe S. 20.

„Politisch und sozial - Der Koblenzer

Katholizismus im 19. Jahrhundert,

von Joseph Görres bis Peter

Friedhofen“, Görres-Haus, Eltzerhofstraße

Siehe S. 46.

Koblenz-Ehrenbreitstein, Festung

Ehrenbreitstein

Siehe S. 19.

Koblenz-Lützel, Feste Kaiser

Franz, Mayener Straße

Siehe S. 20.

Koblenz-Neuendorf, Barockes

Floßherrenhaus, Am Ufer 17

Malerisch am Rheinufer gelegenes

Fachwerkhaus mit Bruchsteinerdgeschoss,

1679 errichtet, bauzeitliche

Eichentreppe, Stuckdecken des

18. Jh., historische Fenster und

Türen etc. Im vergangenen Jahr

wurden die Eigentümer für die

aufwändige und denkmalgerechte

Sanierung mit dem „Bundespreis für

Handwerk in der Denkmalpflege“

ausgezeichnet. 10-17 Uhr, Führungen

nach Bedarf, Vorträge über

Geschichte und Bauphasen des

Denkmals, Informationen zu denkmalgerechter

Sanierung und ökologischen

Baustoffen, Vorführungen

von mit dem Bundespreis ausgezeichneten

Handwerkern.

Koblenz-Pfaffendorf, Ev. Kirche,

Emser Straße 20

Siehe S. 9.

65


Koblenz-Stolzenfels, Schloss

und Park Stolzenfels

Siehe S. 35.

Kreis Kusel

Bedesbach, Ehem. Schmiede,

bei Ringstraße 16

Siehe S. 30.

Bosenbach, Turm der

„Wolfskirche“

Ehem. Chorturm einer um 1310

errichteten, 1834 abgetragenen

Kapelle; die Wand- und Gewölbemalereien

um 1330/40 wurden

2006-08 umfassend restauriert.

11-16 Uhr, Führung 14.30 Uhr.

Haschbach am Remigiusberg,

Propsteikirche St. Remigius

Siehe S. 45.

Kusel, Denkmalzonen Trierer

Straße, Gartenstraße und Marktplatz

Siehe S. 43.

Nußbach, Ev. Kirche

Malerische Baugruppe im Heimatstil,

1911/12 nach Plänen von Bauamtsassessor

Dünnbier, Nürnberg;

bauzeitliche Ausstattung. 14-17 Uhr,

Führungen halbstündlich, Ausstellung

von Bauplänen der Kirche.

Haus Wildanger, Bachstraße 2

Eines der wenigen Fachwerkhäuser

im Landkreis und das einzige mit

offener Laube; das auf 1721/ 22

datierte Gebäude beherbergt das

„Alte-Welt-Museum“ und ein Restaurant.

14-17 Uhr, Führungen

halbstündlich, Sonderausstellung:

Tintenfässer - Schrift und Schreiben.

Geöffnet ist auch die Osteria Vicino.

Odenbach, Ehem. Synagoge,

Kirchhofstraße 19

1752 erbaut, bildet der schlichte

Barockbau mit Fachwerkgiebel

durch den guten Erhaltungszustand

des Innenraums mit der

Frauenempore und den bedeutenden

Wandmalereien aus der Schule

von Eliezer Susmann ein gutes

Beispiel einer Landsynagoge.

11.30-16 Uhr, 16 Uhr Vortrag von

Roland Paul: „Zur Geschichte der

Juden in der Pfalz vom Mittelalter

bis ins 20. Jh.“

Offenbach-Hundheim, Ev. Propsteikirche

St. Marien

Kreuzförmige gewölbte Basilika mit

achteckigem Vierungsturm und drei

polygonalen Apsiden, um 1225

begonnen, Anfang 14. Jh. fertiggestellt;

eines der bedeutendsten

Baudenkmäler aus der Zeit des

Übergangs der rheinischen Spätromanik

zur Frühgotik. 18 Uhr

Ensemble Tetraktys (I), „Tres gentil

cuer“, Werke aus dem Codex

Chantilly (1380-1410).

Rothselberg, Prot. Kirche, Hauptstraße

60

Im Kern romanischer, flachgedeckter

Saalbau mit spätgotischem Chor und

Glockenturm, Umbau 1787; Wandmalereifragmente

1. Hälfte 14. Jh.,

Glocke von 1496 von Glockengießer

Johannes Otto. 11-18 Uhr, Führungen

11, 14 und 16 Uhr, Fotoausstellung

des Fördervereins Historische

Dorfkirche Rothselberg e. V., ab 13

Uhr Kaffee und Kuchen, 17 Uhr

Schlussandacht.

Stadt Landau

Barockes Bürgerhaus, Kramstraße

25 / Ecke Königstraße

Winkelförmiger barocker Walmdachbau,

im 19. Jh. überformt;

bauzeitlich sind der hölzerne Laubengang

im Innenhof, Dielenböden,

Wandvertäfelungen und Treppe;

eines der am besten erhaltenen

Bürgerhäuser Landaus. 13-17 Uhr,

Führungen 14.30 und 16 Uhr.

Kath. Pfarrkirche St. Maria, Bismarckstraße

3

Siehe S. 6.

67


Stadt Ludwigshafen

Ludwigshafen-Hemshof, Ev.

Apostelkirche, Rohrlachstraße 70

Siehe S. 9.

Ludwigshafen-Oggersheim, Ev.

Markuskirche, Schillerstraße 12

Siehe S. 10.

Kath. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt,

Kapellengasse 8

Hoch aufragender, mit Marmor

verkleideter Rechteckbau mit

tempelartiger Fassade, 1774-77

über der Loretokapelle im Auftrag

der Kurfürstin Elisabeth Auguste

errichtet, einziger Kirchenbau von

Peter Anton von Verschaffelt, einem

der bedeutendsten frühklassizistischen

Bildhauer, der auch die

Ausstattung entwarf. 9.30-20 Uhr,

Führungen 12 und 16 Uhr.

Ludwigshafen-Rheingönheim,

Das 19. Jahrhundert als Geburtsstunde

der modernen Archäologie

am Beispiel des Römerkastells in

Rheingönheim

Siehe S. 39.

Stadt Mainz

„Der ‚verschwundene’ Dom“, Dommuseum

Mainz

Siehe S. 47.

Ehem. Kurfürstliches Schloss,

Diether-von-Isenburg-Straße 4

Siehe S. 47.

Ev. Lutherkirche, Zitadellenweg 1

1948/49 aus Trümmersteinen des

zerstörten Mainz erbau, eine der

nach dem II. Weltkrieg „serienmäßig“

errichteten 48 Notkirchen nach

Plänen von Otto Bartning. 11.15-17

Uhr, Führungen nach Bedarf,

Präsentationen.

Hauptfriedhof, Untere Zahlbacher

Straße

Siehe S. 38.

Hauskapelle des ehem. Heilig-

Geist-Spitals, Mailandsgasse 1

Hauskapelle des 1236 begonnenen,

bald nach 1462 in spätgotischen

Formen umgestalteten ehem.

Heilig-Geist-Spitals; heute Sitz der

Schlaraffia Aurea Moguntia. 11-17

Uhr, Führungen nach Bedarf.

Zitadelle

1620 erstmals befestigt, entstand

auf dem Jakobsberg 1660 die Zitadelle

in ihrer heutigen Form. Die

Mainzer Militärgeschichte ist hier

auf kleinstem Raum dokumentiert -

vom römischen Ehrenmal „Drususstein“

über die Kasernenbauten der

Bundesfestungszeit im 19. Jh. bis zu

den Luftschutzräumen des II. Weltkriegs.

10-18 Uhr, Führungen

stündlich 11-17 Uhr, „Spurensuche“,

Kinderprogramm, Bühnenprogramm,

Ausstellung, Bücherbasar, Essenund

Getränkestände, Museen.

Mainz-Mombach, Ev. Friedenskirche,

Pestalozziplatz 2

Malerische Baugruppe aus Kirche,

Pfarrhaus und Schwesternhaus im

Heimatstil, 1910/11 nach Plänen

von Reinhold Weisse. Geöffnet zur

Führung 11 Uhr.

Mainz-Weisenau, Ehem. Synagoge,

Wormser Straße 31

Kleiner barocker Putzbau mit

Fachwerkgiebel und Krüppelwalm

(1736/37), „Hochzeitsstein“, Glasfenster

von Johannes Schreiter

(1995); originale Ausstattung. Die

1938 geschändete Synagoge nach

jahrelanger Restaurierung 1996

wieder eingeweiht. 11-16 Uhr,

Führungen 13, 14 und 15 Uhr, 11

Uhr Konzertmatineée mit dem

Schwerpunkt „Theresienstädter

Komponisten“.

Kreis Mainz-Bingen

Bacharach, Wernerkapelle

Ruine eines hochgotischen Zentralbaus

auf kleeblattförmigem Grund-

68


iss, 13.-15. Jh., 1689 teilzerstört,

im 18. Jh. weiter abgetragen;

Sicherungsmaßnahmen seit 1980,

um die Reste einer der vollendetsten

Schöpfungen der rheinischen

Gotik zu erhalten. 7-19 Uhr, Führungen

11, 13.30, 14, 14.30, 15

und 16 Uhr. - Von 9.30-18 Uhr ist

auch die Ev. Peterskirche geöffnet.

Badenheim, Ev. Pfarrkirche,

Hauptstraße 17

Siehe S. 4.

Bingen, Historisches Museum

am Strom - Hildegard von Bingen

(ehem. Elektrizitätswerk), Museumstraße

3

Siehe S. 31.

Villa Kappes, Kurfürstenstraße 1

Siehe S. 20.

Villa rustica, Binger Wald

Komplettes Areal eines römischen

Gutshofs, regionaltypische Anlage

mittleren Ausmaßes (ca. 3 ha); das

Hauptgebäude bereits ergraben,

hier zurzeit Sicherungsmaßnahmen:

Kleinere Rekonstruktionen

vermitteln einen Eindruck vom

Leben in der Spätantike im rheinhessischen

Raum. 10-16 Uhr,

Führungen stündlich nach Bedarf

durch Förderverein „Villa Rustica -

Binger Wald e. V.“.

Villa Sachsen, Mainzer Straße 184

Siehe S. 21.

Bingen-Büdesheim, Ev. Christuskirche

1962/63 nach Plänen von Gerhard

Hauss, Heidelberg, errichteter

Betonskelettbau. Über dem quadratischen

Gemeinderaum über Eck

gestelltes, mit Kupferplatten gedecktes

Kreuzdach; Innenraum v. a.

geprägt durch die zeltartige Wirkung

des offenen, auf vier Pfeilern

ruhenden Daches, farbigleuchtendes

Lichtgitter von Klaus

Arnold, Karlsruhe. 12-17 Uhr,

Führungen nach Bedarf. 11.30 Uhr

„Kirche mit allen Sinnen erleben“ -

Kirchenführung für Familien mit

kleinen Kindern.

Budenheim, Alte kath. Pfarrkirche

St. Pankratius, Hauptstraße 2

Barocker Saalbau mit Dachreiter von

1734-47, seit 1962 geschlossen. Von

der Ausstattung erhalten zwei Emporen,

spätklassizistische Kanzel, altes

Uhrwerk, Heiligenfiguren, Kohlhaas-

Orgel (1747); Rekonstruktion der

Gewölbemalerei jüngst abgeschlossen.

11.30-18 Uhr, Führungen nach

Bedarf, Dokumentation über die

Rückkehr der Orgel, kleines Orgelkonzert

am Nachmittag.

Ev. Kirche, Jahnstraße 2

Siehe S. 23.

Wendelinuskapellen, Lenneberg-

Wald

Siehe S. 8.

Gau-Algesheim, Ehem. Weingut

Diehl, Kloppgasse 10

Siehe S. 21.

Heidesheim, Turm der Burg Windeck,

Bahnhofstraße 18

Der im Kern spätromanische Wohnturm

mit Dachwerk von 1703 ist Teil

der um 1209 erstmals erwähnten,

von Herdegen von Winternheim

erbauten ehem. Wasserburg. 10-18

Uhr, Führungen 11 und 15 Uhr,

Ausstellung im Burgturm.

Ingelheim-Nieder-Ingelheim,

Kaiserpfalz, Stadtgebiet „Im Saal“,

Besucherzentrum und Museum bei

der Kaiserpfalz, François-Lachenal-

Platz 5

Mittelalterliche Palastanlage, vor

800 begonnen, Renovierungen im

10. Jh., Erweiterung und Renovierung

im 12. Jh. Bedeutende Reste

erhalten: Aula regia, Saalkirche,

„Heidesheimer Tor“, Wehrmauern.

Seit 1993 archäologische Ausgrabungen.

10-17 Uhr, Führungen 11,

14 und 16 Uhr, Vorstellung aktueller

Projekte im Gelände der Kaiserpfalz

69


mit Infoständen: Grabung St. Remigiuskirche,

Erschließung Nordflügel

Sebastian-Münster-Straße, Fassadenmalerei

und Neuer Kräutergarten

(beides Heidesheimer Tor).

Infostände von 11-12.30 und 14-16

mit Mitarbeitern der Kaiserpfalz-

Forschungsstelle besetzt. 11 Uhr

Ökumenischer Gottesdienst der

Kirchengemeinden von Nieder-

Ingelheim im St. Kilian-Garten,

anschließend Pfarrfest mit Musik,

Essen & Trinken (bei Regen im St.

Kilian-Haus). - Von 10-17 Uhr ist

auch die Saalkirche geöffnet.

Ingelheim-Ober-Ingelheim, Jüdischer

Friedhof, Hugo-Loersch-

Straße

Siehe S. 37.

Jugenheim, Ev. Martinskirche,

Kirchgasse 9

Anspruchsvoller Barockbau, 1769-

75 nach Plänen von Friedrich

Joachim Stengel, Hofarchitekt der

Fürsten von Nassau-Saarbrücken,

als Quersaal errichtet, bauzeitliche

Ausstattung; rückwärtig Chorturm

des Vorgängers der 2. Hälfte 13.

Jh. mit spätgotischen Wandmalereien

des 15. Jh. 11-18 Uhr, Führungen

11 und 17 Uhr.

Köngernheim, Kath. Kirche Christ

König, Bahnhofstraße 3

Siehe S. 9.

Sankt Johann, Ev. Johanniskirche,

Ortsmitte

Hochgotische Pseudobasilika der

2. Hälfte des 14. Jh. Während der

jüngst abgeschlossenen sechsjährigen

Renovierung trat Überraschendes

zutage; die neuen Erkenntnisse

werden bei den Führungen vorgestellt

- nicht nur beim Gang auf dem

Kirchengewölbe eröffnen sich dabei

ganz neue Perspektiven. Geöffnet

ab 8.30 Uhr, Führungen ab 9 Uhr.

8.30-11 Uhr Frühstück, 12 Uhr

Mittagsgebet, 19 Uhr „vocalis“

konzertiert a capella in der Kirche,

Verpflegung der Gäste und Pilger.

Selzen, Kath. Kirche Mariä

Geburt, Friedhofstraße 7

Siehe S. 12.

Trechtingshausen, Clemenskapelle

auf dem Friedhof

Dreischiffige spätromanische

Pfeilerbasilika auf älteren archäologischen

Zeugnissen, Anfang und

Mitte 13. Jh., gotische Wandmalereien,

1835 Burgkapelle von Rheinstein.

14-17 Uhr, Führungen nach

Bedarf.

Undenheim, Kath. Pfarrkirche

Mariä Himmelfahrt, Kirchstraße 19

Siehe S. 14.

Weinolsheim, Kath. Kirche

St. Peter, Kirchgasse 6

Barocker Saalbau von 1727 mit

prächtigem barocken Hochaltar und

weiterer bedeutender Ausstattung

vom 15. bis frühen 20. Jh. 11-17

Uhr, Führungen 11.30, 13 und 16

Uhr, meditative Kirchenführung

unter dem Aspekt der Taufe, Pilgervesper

und Getränke.

Kreis Mayen-Koblenz

Alken, Alte St. Michaelskirche mit

Beinhaus und Ehrenfriedhof

Im Kern romanischer, vielfach

umgebauter Saalbau; ältester Teil

der Westturm, im 13. Jh. Anbau von

Chor und Langhaus (später erweitert),

Sakristei von 1547; reiche

Ausstattung, im Chor Gewölbemalereien

der 1. Hälfte des 14. Jh.; zugehörig

auch noch gefülltes Beinhaus

und Ehrenfriedhof; malerischer

Treppenaufgang mit 14 Kreuzwegstationen;

ältestes Basaltkreuz auf

dem Friedhof von 1557. 14-17 Uhr,

Führungen nach Bedarf.

Fallerport der Südbefestigung,

Oberstraße

Von der ehem. Stadtbefestigung,

begonnen 1. Hälfte 14. Jh., zwei

Tore und mehrere Türme erhalten,

darunter der nach innen offene

70


Torturm mit Fachwerkeinbau, ursprünglich

mit Fallgitter, Zugbrücke

und Graben gesichert. 13-18 Uhr,

Führungen nach Bedarf, Ausstellung

des Modells „Alken um 1350“,

Sonstiges über Alkener Geschichte,

ehrenamtliche Denkmalpflege des

Vereins Interessengemeinschaft

Historisches Alken e. V.

Hatzenport, Alte Kirche

St. Johannes

Spätgotischer Bau mit vorzüglicher

Glasmalerei des aus-gehenden 15.

Jh. 13-17 Uhr, Füh-rungen nach

Bedarf, Aufstieg in den Turm zur

Besichtigung des sanierten Turmuhrwerks

mit Einzeiger-Uhr des

16./17. Jh.; Kräutergarten, 17 Uhr

Konzert. - Am Samstag, 10.9.,

19.30 Uhr: „Der Balduinsmord“ -

Lesung und Musik auf Burg Bischofstein

(Info: 02605 / 952371

oder 952485).

Ehem. Pfarrhaus und alte Kelterei,

Oberstraße 1

Das barocke Wohnhaus mit tonnengewölbtem

Keller wurde nach

dem Ortsbrand um 1750 wieder

aufgebaut; im Eingangsbereich

finden sich noch Wandmalereien

des 16./17. Jh. Es diente bis 1911

als Pfarrhaus, später wurde eine

Kelterei angebaut, die noch heute in

Betrieb ist. 13-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf (letzte Führung 17.30

Uhr) durch das Pfarrhaus, die alte

Apfelweinkelterei mit Kelteranlage

von 1929, den Gewölbe- und

Holzfasskeller mit anschließender

kostenloser Apfelwein- und -saftprobe.

Besuch auch für ältere oder

gehbehinderte Bürger problemlos

möglich. Ausstellung: „Abfüllen des

Apfelweins in Flaschen um 1920“.

Fährturm am Moselufer

Siehe S. 33.

Kobern-Gondorf, Matthiaskapelle,

Oberburg

Siehe S. 46.

Kruft, Alte Propstei, Große

Gasse 21

Zwölfachsiger barocker Mansardwalmdachbau

mit Hauskapelle,

Anfang 18. Jh. 10-18 Uhr, Führungen

ab 14 Uhr.

Mayen, Altes Arresthaus / Mayenarchiv,

Stehbachstraße

Siehe S. 26.

Genovevaburg (Eifelmuseum), Am

Markt

Ehem. kurfürstliche Stadtburg, im

Kern 13.-14. Jh.; Oberburg mit

Bergfried, Unterburg mit Zwinger

und Bering in die Stadtbefestigung

einbezogen; nach Zerstörung 1689

schlossartig erweitert, Umbauten im

19. und 20. Jh. 10-17 Uhr, Führung

14 Uhr. - Von 10-17 Uhr sind auch

die beiden erhaltenen Tore der

mittelalterlichen Stadtbefestigung

Brückentor und Obertor geöffnet.

Mendig-Niedermendig, Kath.

Pfarrkirche St. Cyriakus, Kirchstraße

Siehe S. 10.

Ochtendung, Burgruine Wernerseck,

zwischen Ochtendung und

Plaidt

Ab 1401 errichtete Grenzfeste mit

Vor- und Hauptburg, seit dem 16.

Jh. verfallen; von der fünfeckigen

Hauptburg drei Schalentürme und

der viergeschossige Bergfried

erhalten. 11-15 Uhr, Führungen

11.30 und 14 Uhr. (Die Burg kann

nicht mit PKW angefahren werden,

ca. halbstündiger Fußmarsch.)

Plaidt, Kath. St. Willibrord-Kirche,

Mühlenstraße

Siehe S. 11.

Polch, Ehem. Synagoge, Ostergasse

Siehe S. 16.

Rhens, Königstuhl, Waldescher

Straße

Siehe S. 47.

71


Weißenthurm, Alte Schmiede,

Hauptstraße 148

Siehe S. 33.

Hoche-Denkmal, Hauptstraße

Siehe S. 38.

Kath. Pfarrkirche St. Trinitatis,

Kirchstraße

Siehe S. 7.

Weißer Turm

Spätgotischer Turm, um 1400; an

der Grenze zum Kurfürstenturm

Köln diente er der Erhebung des

Landzolls, im 18. Jh. als Gefängnis.

14-17 Uhr, Führung im Rahmen des

Denkmalspaziergangs, Treffpunkt:

13.30 Uhr, Grün-anlagen vor dem

Weißen Turm. Turmcafé ab 14 Uhr

geöffnet; der Erlös von Kaffee und

Kuchen wird vom Verkehrs- und

Verschönerungsverein für die

Erhaltung des Turms gespendet.

Stadt Neustadt

an der Weinstraße

Fachwerkhaus, Metzgergasse 3

Dreigeschossiges, im Kern gotisches

Fachwerk-Wohnhaus von

1382, eines der ältesten Fachwerkhäuser

der Pfalz. 1604 in Renaissanceformen

umgebaut; im massiven

Erdgeschoss Laden und Renaissancefenster.

13-19 Uhr,

Außenführungen stündlich.

Kath. Pfarrkirche St. Josef, Winzinger

Straße 54

Romanisierende Basilika mit Chorflankenturm,

1932/33 nach Entwurf

von Wilhelm Schulte, Neustadt;

bauzeitliche Fresken, Tafelbilder.

12-18 Uhr, Führungen stündlich.

Neustadt-Duttweiler, Prot. Kirche,

Dudostraße 82

Siehe S. 4.

Neustadt-Gimmeldingen, Oberes

Schlößchen, Hildenbrandseck 1

Siehe S. 22.

Kreis Neuwied

Asbach-Niedermühlen, Kath.

Wallfahrtskirche zur schmerzhaften

Muttergottes

Siehe S. 8.

Bad Hönningen, „Hohes Haus“,

Hauptstraße 162

Spätgotischer Wohnturm aus

heimischem Bruchstein, dendrochronologisch

datiert auf 1438,

„Kölner Decke“, Spindeltreppe von

1620. Seit 1996 im Besitz des

Heimatvereins, zeigt es im 2000

eingerichteten Heimatmuseum

Handwerk, dörfliches Leben, ein

Schulzimmer u. a. m. 10-17 Uhr,

Führungen nach Bedarf, Ausstellung,

Malwettbewerb.

Dierdorf, Alte Schule, Am Damm 1

Siehe S. 26.

Mausoleum der Grafen von Wied-

Runkel, Neuwieder Straße

Siehe S. 37.

Linz am Rhein, Altes Rathaus,

Marktplatz 14

1517-27 als Bürgerhaus der Stadt

und des Kirchspiels Linz an Stelle

eines Vorgängerbaus errichtet,

1779 mit Mansarddach versehen;

2009/10 aufwändige Restaurierung

von Dachstuhl, -haut und Fassade.

11-18 Uhr, Führungen 11, 14 und

17 Uhr, Winzerfest auf dem Marktplatz

vor dem Rathaus.

Neuwied, Alter Friedhof, Julius-

Remay-Straße

Siehe S. 38.

Herrnhuter Viertel, Friedrichstraße

Die systematische Anlage in zwei

Carrés der seit 1750 in Neuwied

angesiedelten Herrnhuter Brüdergemeine

ist ein gutes Beispiel barocker

Stadtplanung. Führungen 11

und 14-17 Uhr, 12 Uhr Mittagessen,

14-16 Uhr Kaffee und Kuchen, Bücherflohmarkt,

Kinderanimation, 15

Uhr Bläserchor der Brüdergemeine.

73


Lebensmittelfachschule, Friedrichstraße

36

Siehe S. 27.

Neuwied-Engers, Schloss Engers,

Alte Schlossstraße 2

Siebzehnachsiger Mansarddachbau

mit dreiachsigen Seitenflügeln,

1759-62 nach Plänen von Hofbaumeister

Johannes Seiz als Jagd-,

Sommer- und Lustschloss für den

Trierer Kurfürsten und Erzbischof

Johann Philipp von Walderdorff

errichtet; seit Übergabe an die

rheinland-pfälzische Landesstiftung

Villa Musica 1995 „Akademie für

Kammermusik“. 11-18 Uhr, Führungen

12.30, 13.30, 14.30, 15.30 und

16.30 Uhr, 11 Uhr Kindertheater

Foxtrott (€ 6 Eintritt), mittags Familienmenü

im Gewölbekeller zum

Familienpreis.

Neuwied-Heddesdorf, Ev. Pfarrkirche

Siehe S. 6.

Neuwied-Segendorf, Schloss und

Berg Monrepos

Barockschloss mit ausgedehnten

Wäldern, Wirtschaftsbauten und

Fürstenfriedhof, seit Mitte 18. Jh.

Lustareal der Fürstenfamilie zu

Wied; das sog. Waldheim, im

englischen Landhausstil erbaut,

war Witwensitz der Fürstin Marie

zu Wied (heute Museum). 11 Uhr

Führung mit Außenbesichtigung

und sachkundigen Hintergrundinformationen

zu Architektur und

Geschichte (Anmeldung: Museum

für die Archäologie des Eiszeitalters,

Tel. 02631 / 977210, infoaltsteinzeit@rgzm.de).

Unkel, Gut Haanhof, Lage „Bruchhausener

Heide“

Siehe S. 23.

Waldbreitbach, Mutterhauskirche,

St. Michaelstraße 1

Siehe S. 13.

Rhein-Hunsrück-Kreis

Boppard-Herschwiesen, Schloss

Schöneck

Siehe S. 17.

Gehlweiler, Alte Dorfschmiede,

Dorfstraße 26

Siehe S. 32.

Kirchberg, Auswirkungen der

Französischen Revolution auf den

Kanton Kirchberg

Siehe S. 46.

Simmern, Ev. Stephanskirche

(ehem. Schlosskirche) und ihre

Grabmäler

Grundsteinlegung der spätgotischen

Hallenkirche 1486 durch

Herzog Johann I.; hervorragende

Spätrenaissance-Grabmäler der

Herzöge von Pfalz-Simmern,

barocke Stumm-Orgel von 1782.

9-18 Uhr, 15.30 und 17 Uhr Erlebnisorientierte

Führung für Kinder,

Jugendliche und Erwachsene, 18

Uhr Konzert: Barockbläser und

Orgel mit Beate Rux-Voss.

Rhein-Lahn-Kreis

Bad Ems, „Bad Ems im 19. Jh.“,

Siehe S. 25.

Bohrturm mit Pumpenanlage,

Mainzer Straße

Eiserner Bohrturm, 1934 für die

Tiefbohrung eines Thermalwasserspeichers

bei einer Versandhalle

der staatlichen Quellenbetriebe

errichtet. Zurzeit laufen Sanierungsarbeiten.

Geöffnet ab 10 Uhr,

Vorstellung des Denkmals durch

den Verein Bad Emser Bohrturm

e. V. und Informationsmaterial.

Limesturm am Wintersberg

Siehe S. 38.

Schloss Balmoral, Villenpromenade

11

Siehe S. 16.

74


Talstation der Malbergbahn, Villenpromenade

Siehe S. 29.

Wasserwerk, Wiesbach 3

Siehe S. 30.

Balduinstein, Landschaftspark

Schloss Schaumburg

Siehe S. 34.

Braubach, Schloss Philippsburg,

Schlossstraße 5

Siehe S. 17.

Dörscheid, Ev. Kirche, Oberstraße

Zweiachsiger gotischer Saalbau, 1.

Hälfte 14. Jh., bei der Renovierung

1688 drei Rundbogenfenster eingebrochen.

10-18 Uhr, Erläuterungen

nach Bedarf.

Flacht, Ev. Kirche, Hauptstraße

Romanischer Westturm (1838

verändert), 500 Jahre alte Glocke,

Schiff um 1700, wohl gotischer

Chor. 14 Uhr (Gottesdienst)-18 Uhr,

Führungen ab 15 Uhr.

Lahnstein-Oberlahnstein, Pulverturm

(heute Brauereiturm)

Der 26 m hohe Rundturm, Teil der

1324 begonnenen, 1411 vollendeten

Stadtmauer, wurde 2007/08

restauriert. 10-18 Uhr, Führungen

stündlich, ab 10 Uhr Frühschoppen

der Närrischen Turmgarde Lahnstein,

ab 11 Uhr Grillen, ab 15 Uhr

Kaffee und Kuchen, Kinderprogramm,

Stadtfest Oberlahnstein.

Rhein-Pfalz-Kreis

Limburgerhof, „Capitol-Lichtspiele“,

Speyerer Straße 107

Einschließlich der Ausstattung,

insbesondere des Foyers, im

Originalzustand erhaltenes Kino

von 1954; seltenes Beispiel eines

noch in Betrieb befindlichen Kinos

der 1950er Jahre in Rheinland-

Pfalz. 10-16.30 Uhr, 11 Uhr „Capitol

und Kolonie - Kulturdenkmäler in

Limburgerhof“, Führung im Kino

und in der Kolonie zur Entstehung

und Nutzung, Ausstellung „Alte und

Neue Kolonie“ (Arbeitersiedlung

der BASF, 1913ff. nach Plänen

von Theodor Fischer, München).

Mutterstadt, Prot. Kirche, Untere

Kirchstraße

Spätgotischer Westturm von 1518,

das Schiff 1754 nach Plänen des

bedeutenden kurpfälzischen Barockbaumeisters

Franz Wilhelm

Rabaliatti; Deckenbild von 1755

und die gleichzeitige Kanzel von

dem Maler und Bildhauer Johann

Daniel Seitz. 11-17 Uhr, Führungen

nach Bedarf.

Otterstadt, Kath. Kirche Maria

Himmelfahrt, Kirchenstraße

Siehe S. 10.

Stadt Speyer

Dom St. Maria und St. Stephan,

Domplatz 1

Siehe S. 48.

Ev. Dreifaltigkeitskirche, Große

Himmelsgasse 4

Saalbau mit reich verziertem Volutengiebel,

1701 begonnen, 1717

geweiht; bauzeitliche Ausstattung,

u. a. dreiseitig umlaufende Doppelempore

mit Brüstungsmalereien

nach Vorbild der Frankfurter Katharinenkirche.

11-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf, 17 Uhr Konzert mit

Barockmusik für Trompete (W.

Thomas) und Orgel (Dr. H. Walter).

Gedächtniskirche der Protestation,

Bartholomäus-Weltz-Platz

Siehe S. 12.

Kreis Südliche

Weinstraße

Altdorf, Prot. Pfarrkirche, ehem.

Schlosskirche, Schlossstraße 40

Saalbau mit Volutengiebel von

75


1772/73 mit spätgotischem Turm

von 1617; bauzeitliche Ausstattung,

Geib-Orgel von 1784. 14-19 Uhr,

19 Uhr Orgelkonzert. - Am Samstag,

10.9., 18 Uhr, „Orgelwanderung“

von Böbingen nach Altdorf

und NW-Duttweiler.

Ramberg, Ramburg

Auf einem Bergkegel am Ende des

Tals stehende kleine Anlage auf

einem Felsblock, im 12. Jh. wohl als

Reichsburg gegründet, im Bauernkrieg

zerstört, nach dem Dreißigjährigen

Krieg verfallen; erhalten sind

die 20 m hohe buckelquaderverkleidete

Schildmauer, Ringmauerreste

und ein Felsenkeller. 11-16

Uhr, Führungen stündlich durch

Burg und Burgkeller, Treffpunkt:

Ramburgschenke.

Kreis Südwestpfalz

Großbundenbach, Prot. Pfarrkirche,

Hauptstraße 17

Dreischiffige Halle, um 1320; vom

romanischen Vorgänger der Chorturm,

um 1200, mit gotischen

Wandmalereien; Epitaphien 14.-

18. Jh.; Kirchhof mit alter Umfassungsmauer.

Ab 11 Uhr bis zum

Abend geöffnet, Führungen 11 und

16 Uhr, Abendmahlsgottesdienst

9.30 Uhr, Konzert des Kammermusikkreises

Zweibrücken 15 Uhr.

Rodalben, Marienkirche, Hauptstraße

126

Barocker Saalbau von 1735 mit

romanischem Westturm und Resten

gotischer Gewölbe- und Deckenmalerei,

barocke Ausstattung;

heute für kulturelle Veranstaltungen

genutzt. 10-18 Uhr,

Führung 14.30 Uhr, Kirchweih.

Stadt Trier

Konstantin-Basilika und Ausgrabungsstätte,

Konstantinplatz

Siehe S. 49.

Kath. Liebfrauenkirche, Liebfrauenstraße

2

Siehe S. 49.

Hohe Domkirche, Domfreihof

Siehe S. 49.

Domstein, Informationsstand Domfreihof

Der Domstein ist der Rest einer

antiken Säule: 1614 entdeckte man

bei Fundamentierungsarbeiten für

den Allerheiligenaltar unter dem

Domfußboden zwei Bruchstücke

einer großen Granitsäule, sie

wurden ausgegraben und vor das

Portal des Doms gelegt. Sie war

eine von vier etwa 12 m hohen und

ca. 65 t schweren Säulen, die den

ersten Dombau im Innern trugen.

Sie wurden in einem Steinbruch am

Felsberg im Odenwald (sog. Felsenmeer)

gebrochen und auf dem

Wasserweg nach Trier transportiert

(350 Flusskilometer). Als der Dom

das erste Mal zerstört wurde,

zerbrachen die Säulen und blieben

im Boden liegen. 12-18 Uhr Erläuterungen

u. a. zur Geologie des

Felsenmeers und zur Herkunft des

Domsteins.

Porta Nigra, Führung und Erläuterung

zum Umfeld

Siehe S. 50.

Stadtmuseum Simeonstift, Simeonstraße

60 (neben der Porta Nigra)

Siehe S. 51.

Die Altertümersammlung der

Gesellschaft für Nützliche Forschungen

(GfNF), Rheinisches

Landesmuseum, Weimarer

Allee 1

Siehe S. 48.

„Trier im Bild 1800-2000“, Rheinisches

Landesmuseum, Weimarer

Allee 1

Siehe S. 51.

Karl-Marx-Haus, Brückenstraße 10

Siehe S. 49.

76


Museum am Dom, ehem. Gefängnis,

Windstraße 6-8

Siehe S. 29.

„Steingröverhaus“, Petrusstraße 31

Siehe S. 24.

Barbarathermen, Südallee 48

Siehe S. 40.

Kaiserthermen, Weimarer Allee 2

Siehe S. 40.

„Gladiatorenschule“ im Amphitheater,

Olewiger Straße 26

Siehe S. 40.

Römischer Kryptoportikus, Konstantinplatz

Unter dem Vorraum der spätantiken

Basilika und dem angrenzenden

Palastgarten ist eine 25 m lange

unterirdische Halle (Kryptoportikus)

aus dem späten 1. bzw. 2. Jh. n.

Chr. konserviert. Die erst 1956

entdeckte Halle war Teil einer

Stadtvilla, die sich auf dem Gelände

des späteren Palastbezirkes erstreckte.

Das antike Kreuzgratgewölbe

der Halle ist einzigartig in

Deutschland. Öffnung nur mit den

Führungen, die halbstündlich von

12.30 bis 17 Uhr stattfinden; um 14,

15 und 16 Uhr Kinderführungen (in

Begleitung der Eltern).

Bastion Südallee, Kaiserstraße/

Ecke Hindenburgstraße

Der mächtige Rundturm wurde

kurz nach 1540 errichtet. Der

Rotsandsteinquaderbau misst im

Durchmesser knapp 15 m und

besitzt verschiedenartige Schießscharten.

Sein größtenteils im

Boden versunkenes Souterrain

diente als Geschützkammer.

12-16 Uhr, Führungen nach

Bedarf.

Ehem. Centralhotel, Sichelstraße

32, Eingang im Hof

Siehe S. 28.

Ehem. Weinkellerei Joh. Förster,

Gilbertstraße 34

Siehe S. 24.

Frankenturm und mittelalterlicher

Keller, Dietrichstraße 6 und 5

Der romanische Turmbau aus Kalkstein-

und Ziegelmauerwerk mit

durch Sandstein- und Kalksteinquader

verstärkten Kanten wurde vermutlich

um 1100 erbaut, tlw. unter

Verwendung römischen Mauerwerks.

Der Frankenturm ist der am

besten erhaltene Wohn- und Wehrturm

unter den früh- und hochromanischen

Trierer Turmbauten. 11-18

Uhr, Führungen 11 bis 17 Uhr

stündlich, Informationsstand der

Trier-Gesellschaft. (Die Trier Gesellschaft

erhielt für die Gesamtsanierung

und Umnutzung des Frankenturms

den Sparkassen-Denkmalpreis

Rheinland-Pfalz 2010 in der Kategorie

„Herausragendes Engagement“.)

Jugendstilgebäude, „Genussgesellschaft“,

Nagelstraße 31

Siehe S. 24.

Max-Planck-Gymnasium, ehem.

Kaiser-Wilhelm-Gymnasium,

Sichelstraße 3

Siehe S. 29.

Neubarocke Villa, Kaiserstraße 12

Siehe S. 23.

Park Nells Ländchen, Dasbachstraße

12 (Verteilerkreis Trier)

Siehe S. 36.

Szenische Lesung zu Ludwig Gall

(1791-1863) im Casino am Kornmarkt,

Kornmarkt 2 (Saal im 1. OG)

Siehe S. 51.

Kinder-Musical im Caspar-Olevian-

Saal, Willy-Brandt-Platz

Im Innern des Nordflügels des

Kurfürstlichen Schlosses befindet

sich der Gemeindesaal der ev.

Kirchengemeinde, benannt nach

Caspar Olevian, der sich um die

77


Gründung einer protestantischen

Gemeinde in Trier verdient gemacht

hatte. 16 Uhr „Daniel - Ein Kindermusical“

mit dem Ev. Kinderchor

und einem Instrumentalensemble

unter der Leitung von Astrid Hering

und Kantor Martin Bambauer.

Turm Jerusalem, Domfreihof 1b,

Zugang im Innenhof des Palais

Walderdorff

Der romanische, ehemals wehrhafte

Wohnturm ist der älteste Teil des

Gebäudekomplexes „Palais Walderdorff“.

Die Baugruppe aus verschiedenen

Barockgebäuden wurde im

19. Jh. als Regierungs- und Verwaltungssitz

genutzt, daher auch als

„Alte Regierung“ bezeichnet, und

mehrfach umgebaut. In dem einst

wohl vier- oder fünfgeschossigen

Turm Jerusalem oder auch „Regierungsturm“

aus Kleinquaderwerk

mit Ziegeldurchschuss in römischer

Manier sind heute das Standesamt

und das Seniorenbüro Trier untergebracht.

12-16 Uhr Besichtigung

des mittelalterlichen Kellers, Führungen

nach Bedarf, Seniorenbüro

geöffnet.

Welschnonnenkirche, Flanderstraße

Siehe S. 51.

Trier-Heiligkreuz, „Herrenbrünnchen“,

Metzer Allee

Um 1200 erstmals erwähnt, 1494

auf erzbischöflichen Befehl Bau

einer Wasserleitung von hier zum

Hauptmarkt; in der Brunnenstube

im Erdgeschoss die Mundlöcher

dreier Stollen, in der barocken

„Ratsherrenstube“ von 1728 steinerne

Wappentafeln mit der Geschichte

des Brunnenhauses. 10-17

Uhr, Führungen jeweils zur vollen

Stunde.

Trier-Pallien, Villa Reverchon,

Römerstraße 100

Siehe S. 25.

Kreis Trier-Saarburg

Freudenburg-Kollesleuken, Herrenmühle,

Zur Kollesleuker Schweiz

Vollständig erhaltene und funktionsfähige

Mühle, Krüppelwalmdachbau

mit barockisierenden Sandsteinelementen,

1947. 12-17 Uhr, Führungen

13 und 15 Uhr.

Kastel-Staadt, Klause

Siehe S. 42.

Konz, Spätrömische Kaiservilla

Konz, an der Pfarrkirche St. Nikolaus

und auf dem angrenzenden

Friedhofsgelände; Wiltinger Straße/Gartenstraße

Siehe S. 39.

Kordel, Burg Ramstein

Die ehem. kurtrierische Lehnsburg

unter den Erzbischöfen Diether und

Balduin von Trier im 14. Jh. erbaut,

seit der Zerstörung durch die

Franzosen 1689 Ruine, weitere

Zerstörung 1945, letzte Sicherungsmaßnahmen

in den 1980er

Jahren. 10-19 Uhr, Führungen 11,

15 und 18 Uhr, Verkostung von

„Ramsteiner Sandsteinchen“ (spezielles

Hefegebäck), 20 Uhr Lesung

aus dem neuen Buch von Andreas

Dronke.

Longuich, Alte Burg (Westseite),

Ecke Maximinstraße / Burgstraße

1360 erstmals erwähnt, spätgotischer

Umbau 1496, originale

Raumaufteilung und Holzbalkendecke,

Ständerfachwerkwand und

spätgotische Fenstereinfassungen,

originale Urkunden, Stammtafel der

Platt von Longuich. 2010 mit der

erstmals verliehenen Denkmalplakette

des Kreises Trier-Saarburg

ausgezeichnet. 13-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf, Spätsommerfest

mit Weinprobe und Kunst.

Saarburg, Ev. Kirche, Schlossberg

11a

Siehe S. 12.

78


Serrig, Historische Weinbergsfeldbahn

Siehe S. 33.

Vulkaneifel

Hillesheim, Denkmäler des

19. Jahrhunderts in Hillesheim

Siehe S. 42.

Westerwaldkreis

Gemünden, Ev. Stiftskirche St.

Severus

Hochbedeutende, um 1090 errichtete

romanische Pfeilerbasilika mit

Doppelturmfassade, um 1510 erweitert;

umfangreiche Reste romanischer

und gotischer Wandmalerei,

Schöler-Orgel von 1765. 9.30-19.30

Uhr (10 Uhr Gottesdienst), Führung

16 Uhr, 18 Uhr Konzert des Bläserensembles

Frechblech.

Hachenburg, Vogtshof, Mittelstraße

2

Seit 1982 im Besitz der Stadt,

wurde der Alte Vogtshof, ein Fachwerkbau

von 1606 mit späterem

Querflügel (18. Jh.), 2010 tlw.

umfangreich saniert mit Wiederherstellung

des bauzeitlichen Fachwerkgefüges.

11-17 Uhr, stündlich

Themenführungen, Fotoausstellung

der Denkmalpflege des Westerwaldkreises:

„Sanierte Baudenkmale

unter dem Einsatz von Lehmbaustoffen

von 1983 bis 2010 im

Westerwaldkreis, Tag der offenen

Tür der Stadtbücherei mit Sonderausstellung,

ergänzende Stadtführungen.

Höchstenbach, Ev. Kirche

Spätromanischer Bau, dendrochronologisch

datiert auf 1150,

mit Wandmalereien in der Apsis.

Führungen nach dem Gottesdienst

(10.15-11.15 Uhr) bis zum Konzert

um 17 Uhr: Frauenchor Dachsenhausen

unter Leitung von Winfried

Kahl.

Neuhäusel, Ev. Erlöserkirche,

Kirchstraße 2

Der neugotische Bruchsteinsaalbau

wurde 1879 errichtet. 11-17

Uhr.

Rehe, Ev. Betsaal, Hauptstraße

Stattlicher Fachwerkbau mit Mansarddach

und Haubendachreiter

von 1741, im Erdgeschoss Amtsräume

des Rathauses, das Obergeschoss

dient heute noch als

Betsaal; schönstes Beispiel des in

der Gegend häufiger vorkommenden

Typs. 10-18 Uhr, Führungen

nach Bedarf, 9 Uhr ev. Gottesdienst.

Seck, Klosteruine Seligenstatt, an

der K51 100 m nach Ortsausgang

Rtg. Hellenhahn-Schellenberg

Von dem im 12. Jh. gegründeten,

bereits im 15. Jh. wieder verlassenen

Benediktinerinnenkloster einige

Mauerzüge der Kirche erhalten von

72 m Länge, 36 m Breite und 6 m

Höhe. 11-18 Uhr, Führungen nach

Bedarf, Ausstellung historischer

Fundstücke, Bilderausstellung.

Stadt Worms

Alter Jüdischer Friedhof „Heiliger

Sand“, Willy-Brandt-Ring 21

Wormser und Wormserinnen haben

sich im Zusammenhang mit dem

projektierten Antrag der SchUM-

Städte auf Unesco-Weltkulturerbe

mit ausgewählten Grabsteinen auf

dem „Heiligen Sand“ vom Mittelalter

bis zum 19. Jh. beschäftigt und

erzählen darüber. 8-20 Uhr, 11 Uhr

ca. einstündige Führung im Rahmen

der Wormser Jüdischen

Kulturtage.

Die Villen der Industriellenfamilie

von Heyl

Siehe S. 44.

Dom St. Peter, Domplatz

Als Hauptbeispiel der Romanik am

Mittelrhein wirkte der im 12. Jh. auf

79


den Fundamenten eines ottonischen

Vorgängerbaus errichtete

Dom schulbildend. Doppelchörige

dreischiffige Basilika mit Querhaus,

Vierungsturm und vier Ecktürmen,

Kapellen- und Sakristeianbauten;

gotisches Südportal zwischen 1290

und 1320; bedeutende Ausstattung

des 12.-18. Jh. 12.45-17.45 Uhr,

Führungen 13, 14, 15 und 16 Uhr.

„Eine schön-schaurige Erinnerung“,

Albert-Schulte-Park

Siehe S. 53.

Ev. Magnuskirche, Weckerlingplatz

Dreischiffige, im Wesentlichen

romanische Basilika, kleinste und

älteste erhaltene romanische

Wormser Kirche mit karolingischen

Bauteilen, mehrmals zerstört,

zuletzt 1952/53 wiederhergestellt;

Taufstein um 1500, Wappengrabsteine

des 15.-17. Jh., Andachtsbild

von Antoni Tapies. 11-17 Uhr,

Führungen nach Bedarf. Turmführungen,

kleine historische Ausstellung,

Kaffeeausschank, 19 Uhr

Meditationsgottesdienst.

Schlosspark

Siehe S. 36.

Worms-Hochheim, Ev. Bergkirche

St. Peter, Berggasse 6

Saalbau des frühen 17. Jh., Krypta

mit Altarplatte und Turmuntergeschosse

aus dem Gründungsbau

des 11. Jh., die beiden Turmobergeschosse

um 1200. 9-18 Uhr,

Führungen 14, 15, 16 und 17 Uhr,

10.15 Uhr Gottesdienst (Pfarrerin

Siegel), 16.30 Abschlussandacht

mit Posaunenchor.

Worms-Horchheim, Ev. Gustav-

Adolf-Kirche

Siehe S. 25.

Stadt Zweibrücken

Gründerzeit in Zweibrücken

Siehe S. 45.

„Zwischen Heylshof und Reichsstädtischem

Archiv“

Siehe S. 45.

Worms-Abenheim , St. Michaels-

Kapelle auf dem Klausenberg

Spätgotischer Saalbau von 1572

mit Schildgiebel und Dachreiter. 14-

17 Uhr, Erläuterungen nach Bedarf.

Worms-Heppenheim, Ev. Kirche,

Kirchhofplatz 4

Spätgotischer Saalbau von

1596/97, Umbau von 1852/53,

Triumphbogen mit reicher Renaissancemalerei,

historische Sauer-

Orgel, Glasmalereien aus der

Werkstatt Linnemann, Frankfurt. 11-

12 und 14-17 Uhr, Führungen nach

Bedarf.

Worms-Herrnsheim, Schloss,

Siehe S. 19.

81


Europäischer Tag der jüdischen Kultur am 4. September 2011

Bereits zum zehnten Mal findet der Europäische Tag der jüdischen Kultur in

über 20 rheinland-pfälzischen Gemeinden statt. Das Schwerpunktthema des

europäischen Tages der jüdischen Kultur 2011 am 4.September lautet

„Facing the Future - die Zukunft im Blick“. Besucher können landesweit bei

Veranstaltungen, auch in Synagogen, Ritualbädern und Schulen über jüdisches

Leben Näheres erfahren.

Rheinland-Pfalz weist eine vielfältige jüdische Geschichte auf und zugleich

lebendiges Gemeindeleben, so auch durch neue Synagogen. Europaweit

stellen 31 Nationen ihre jüdische Geschichte und Gegenwart einem breiten

Publikum vor. Interessierte können einen lebendigen Einblick in eine für sie

vielleicht bis dahin unbekannte Kultur gewinnen. Der Eintritt zu den Veranstaltungen

ist, soweit nicht anders angegeben, frei.

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen

zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz mit ihren 47 Mitgliedsorganisationen

koordiniert mit der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz

die landesweiten Veranstaltungen.

Ausführliche Informationen zu den rheinland-pfälzischen Veranstaltungen

finden Interessierte ab August auf der Homepage der LAG unter

www.lagrlp.de, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland Pfalz

unter www.politische-bildung-rlp.de. Länderübergreifende Informationen über

den Europäischen Tag der jüdischen Kultur stehen im Internet unter

www.jewisheritage.org.

82


Bundesweite Eröffnungsveranstaltung

2

Vorwort 3

Klassizistische Kirchenbauten

/ Ausstattung

4

Neuromanische

4

Kirchenbauten

Neugotische

8

Kirchenbauten

Historistische

13

Ausstattung

Synagogen 15

Burgen und Schlösser 16

Festungsbauten 19

Historistische Villen und 20

Wohnhäuser, Hofanlagen

Jugendstilgebäude 23

Öffentliche Gebäude 25

Industriebauten, Bahnanlagen,

Schmieden

29

und Mühlen

Parks, Gärten, Weinberganlagen

34

Mausoleen, Grabmäler, 37

Friedhofsanlagen

Archäologische Veranstaltungen

38

Stadtführungen, Rundgänge,

Wanderungen

41

Varia 45

Kreisfreie Städte

und Landkreise

Kreis Ahrweiler 54

Kreis Altenkirchen 54

Kreis Alzey-Worms 56

Kreis Bad Dürkheim 57

Kreis Bad Kreuznach 58

Kreis Bernkastel-Wittlich 59

Kreis Birkenfeld 61

Kreis Cochem-Zell 61

Donnersbergkreis 62

Eifelkreis Bitburg-Prüm 63

Stadt Frankenthal 63

Kreis Germersheim 63

Kaiserslautern (Stadt) 64

Kaiserslautern (Kreis) 65

Stadt Koblenz 65

Kreis Kusel 67

Stadt Landau 67

Stadt Ludwigshafen 68

Stadt Mainz 68

Kreis Mainz-Bingen 68

Kreis Mayen-Koblenz 70

Stadt Neustadt an der 73

Weinstraße

Kreis Neuwied 73

Rhein-Hunsrück-Kreis 74

Rhein-Lahn-Kreis 74

Rhein-Pfalz-Kreis 75

Stadt Speyer 75

Kreis Südliche Weinstraße

75

Kreis Südwestpfalz 76

Stadt Trier 76

Kreis Trier-Saarburg 78

Kreis Vulkaneifel 79

Westerwaldkreis 79

Stadt Worms 79

Stadt Zweibrücken 80

Ortsregister

Alken 70

Almersbach 54

Alsenz 62

Altdorf 75

Altenkirchen 25, 41,

54

Alzey 34, 56

Alzey-Weinheim 8, 13, 56

Asbach-Niedermühlen 8, 73

Bacharach 68

Bad Ems 16, 25, 29, 30,

38, 75

Bad Hönningen 73

Bad Münster am Stein- 58

Ebernburg

Bad Sobernheim 58

Badenheim 4, 69

Balduinstein 34, 75

Bedesbach 30, 67

Bengel-Springiersbach

30, 59

Bermersheim v. d. H. 56

Bernkastel-Kues-Wehlen 59

Bingen 20, 21, 31, 69

Bingen-Büdesheim 69

Birkenfeld 16, 61

Birnbach 55

Bitburg 63

Boppard-

17, 74

Herschwiesen

83


Bosenbach 67

Braubach 17, 75

Bruttig-Fankel 15, 61

Budenheim 8, 23, 69

Burgbrohl-Buchholz 54

Burglahr 31, 55

Cochem 17, 34, 61

Dierdorf 26, 37, 73

Dörscheid 75

Eisenberg 35, 62

Ellerstadt 4, 57

Enkirch 31, 61

Erbes-Büdesheim 56

Ernst 4, 61

Falkenstein 41, 62

Flacht 75

Fließem 39, 63

Flonheim-Uffhofen 45, 56

Flörsheim-Dalsheim 56

Frankenstein 30, 65

Frankenstein-Diemerstein 21

Frankenthal 32, 63

Freudenburg-Kollesleuken 78

Friedelsheim 57

Friesenhagen-Crottorf 55

Gabsheim 13, 56

Gau-Algesheim 21, 69

Gau-Bickelheim 5, 56

Gau-Odernheim 56

Gau-Weinheim 14, 56

Gehlweiler 32, 74

Gemünden 79

Germersheim 19, 37, 63

Germersheim- 32, 64

Sondernheim

Göllheim 8, 21, 62

Grafschaft-

18, 54

Vettelhoven

Großbundenbach 76

Hachenburg 79

Hamm (Sieg) 45, 55

Haschbach 45, 67

Hatzenport 33, 71

Heidesheim 69

Hillesheim 42, 79

Höchstenbach 79

Ingelheim-Nieder-

69

Ingelheim

Ingelheim-Ober- 37, 70

Ingelheim

Jugenheim 70

Kaisersesch 61

Kaiserslautern 4, 5, 9, 14, 26,

Kaiserslautern 33, 37, 39, 64

Kallstadt 57

Kastel-Staadt 42, 78

Kirchberg 46, 74

Kircheib 55

Kircheib-Neuenhof 55

Kirchheimbolanden 42, 62

Kobern-Gondorf 46, 71

Koblenz 20, 43, 46, 65

Koblenz-Ehrenbreitstein

19, 65

Koblenz-Lützel 19, 65

Koblenz-Neuendorf 65

Koblenz-Pfaffendorf 9, 65

Koblenz-Stolzenfels 35, 67

Köngernheim 9, 70

Konz 39, 78

Kordel 78

Kröv 47, 61

Kruft 71

Kusel 43, 67

Kyllburg 46, 63

Lahnstein-Oberlahnstein 75

Landau 6, 67

Limburgerhof 75

Linz am Rhein 73

Longuich 78

Ludwigshafen-Hemshof 9, 68

Ludwigshafen- 10, 68

Oggersheim

Ludwigshafen- 39, 68

Rheingönheim

Mainz 38, 47, 68

Mainz-Mombach 24, 68

Mainz-Weisenau 68

Malberg 63

Mammelzen 55

Marnheim 62

Mayen 26, 71

Mehren 55

Mendig 10, 71

Mesenich 43, 62

Monzelfeld 61

Morbach-Weiperath 61

Mörsfeld 27, 62

Mutterstadt 75

Neuerburg 63

Neuhäusel 79

Neumagen-Dhron 40, 61

Neustadt a. d. W. 73

Neustadt-Duttweiler 4, 73

Neustadt-Gimmeldingen

22, 73

84


Neuwied 27, 38, 73

Neuwied-Engers 6, 74

Neuwied-Heddesdorf 74

Neuwied-Segendorf 74

Niederdürenbach-Hain 54

Niederweis 63

Nußbach 67

Obererbach 27, 55

Ober-Flörsheim 10, 43,

56

Oberhausen bei Kirn 58

Ochtendung 71

Odenbach 67

Offenbach-Hundheim 67

Otterberg 65

Otterstadt 10, 75

Partenheim 57

Pfaffen-Schwabenheim

6, 59

Plaidt 11, 71

Pleitersheim 59

Polch 16, 71

Ramberg 76

Rehe 79

Remagen 11, 44, 54

Remagen-Oberwinter

11, 54

Remagen-Rolandswerth

18, 54

Rheinzabern 22, 64

Rhens 47, 71

Rodalben 76

Rothselberg 67

Rümmelsheim 59

Saarburg 12, 78

Sankt Johann 70

Schornsheim 12, 57

Seck 79

Selzen 12, 70

Serrig 33, 79

Simmern / Hunsrück 74

Sinzig 18, 36, 54

Speyer 48, 75

Sponheim 13, 28, 59

Stetten 22, 62

Traben-Trarbach 61

Trechtingshausen 70

Treis-Karden 13, 28, 62

Trier 23, 24, 28, 29, 36, 40,

48, 49, 50, 51, 52, 76

Trippstadt 33, 65

Undenheim 14, 70

Unkel 23, 74

Valwig 6, 62

Veldenz 61

Wachenheim/Wstr. 15, 58

Waldbreitbach 13, 74

Wallertheim 13, 57

Wattenheim 15, 58

Weilerbach 7, 65

Weinolsheim 70

Weisenheim am Berg 16, 58

Weißenthurm 33, 73

Westhofen 23, 24, 52, 57

Willroth 56

Wöllstein 7, 57

Wörrstadt 52, 57

Worms 44, 45, 53, 79

Zellertal-Zell 62

Zweibrücken 45, 80

85


Abbildungsnachweis

Archiv Kreisverwaltung Neuwied

6, 8, 26, 27 unten, 38 oben

Britta Scherfer, Kaiserslautern

5 unten

Cornelia Obenauer, Verbandsgemeinde Altenkirchen 25 unten, 41 oben

Denkmalpflegeamt Trier (Untere Denkmalschutzbehörde) 23, 24

Dr. Birgit Gladrow

Dr. Reinhard Lahr, Neuwied 37

Dr. Rudolf Post, Gabsheim 14

Elmar Nikolaus Koeller, Marpingen-Urexweiler

22 unten

frila, Wikimedia Commons, lizenziert unter GNU-

7 unten

Lizenz für freie Dokumentation

Gerhard Pfahler, Germersheim

32 unten

Gunther Schmidt, Plaidt

11 oben

Holger Weinandt, Wikimedia Commons, lizenziert

17, 48 oben

unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Immanuel Giel, lizenziert unter GNU-Lizenz für freie

9

Dokumentation

Ingo Konrads, Kath. Kirchenbauverein St. Laurentius

11 unten

e.V., Oberwinter

Klaus Feichtner, Otterstadt 10

Kreisverwaltung Cochem-Zell, Untere Denkmalschutzbehöre

5 oben, 28

Kreisverwaltung Donnersbergkreis, Untere Denkmalschutzbehörde

22 oben, 35 oben

Kreisverwaltung Kaiserslautern, Untere Denkmalschutzbehörde

21

Kreisverwaltung Kaiserslautern, Untere Denkmalschutzbehöre

30 oben, 34

Kreisverwaltung Rhein-Lahn-Kreis, Untere Denkmalschutzbehöre

29 unten

Landesdenkmalpflege, Dr. Ulrike Weber

25 oben

Landesdenkmalpflege, Sigmar Fitting 16

Marco Bürger, Mainz 47

Markus Bydolek, Trier

U2

Martina Schmidt-Ricker, Mörsfeld

27 oben

Michael G. Tenschert, Trier

29 oben

Norbert Fischer, Bad Ems

30 unten

Rainer Reith, Oberkirchen 4

Roland Thelen, Daun

42 oben

Sabine Bauer, Koblenz 20

Sammlung Duncker (19. Jh.)

35 unten

Sammlung RheinRomantik, Bonn

18 unten

Speyer, Zentralarchiv der Ev. Kirche der Pfalz, Abt. 154 12

Stadtarchiv Weißenthurm (Foto: Landesbildstelle)

38 unten

Stadtarchiv Worms

45 oben, 45 unten, 53 unten

Stadtverwaltung Frankenthal, Untere Denkmalschutzbehörde 32 oben

Thomas Kliem, Grafschaft-Vettelhoven

18 oben

Thomas Thörnig, Rheinisches Landesmuseum Trier

48 unten

Thoms Zühmer, Rheinisches Landesmuseum Trier 50

Verbandsgemeinde Flammersfeld, Touristinformation 31

Verbandsgemeinde Winnweiler 41

Werner Mertens, Sinzig 19

Wolfgang Träger, Volxheim

5 Mitte, 7 unten

Wolf-Manfred Müller, Ingelheim 44

86


Trier, Stadtmuseum Simeonstift: „Ankunft der Pilgergruppe auf den Ruwerhöhen“,

Gemälde von August Lasinsky, 1845

Impressum

Veranstalter und Herausgeber: in Zusammenarbeit mit dem

Generaldirektion Kulturelles Erbe Ministerium für Bildung,

Rheinland-Pfalz

Wissenschaft, Jugend und Kultur

Landesdenkmalpflege

Redaktion:

Layout / Bildbearbeitung:

Dr. Ingrid Westerhoff

Dr. Ingrid Westerhoff, Helga Eckert

Schillerstraße 44

Korrektur: Verena Schädler

- Erthaler Hof –

55116 Mainz Druck:

Telefon: 06131 / 2016-0

NINO Druck GmbH

Telefax: 06131 / 2016-111 Im Altenschemel 21

www.gdke-rlp.de

67435 Neustadt / Wstr.

Anmeldungen bitte bis 21. Mai 2012

Termine 2012:

Generaldirektion Kulturelles Erbe

Tag des offenen Denkmals:

Rheinland-Pfalz

9.9.2012 Landesdenkmalpflege


Luftbild von Trier mit Dom (links) und Konstantin-Basilika (rechts), 2001

(Foto: Willi Bosl)

GENERALDIREKTION

KULTURELLES ERBE

RHEINLAND‐PFALZ

Landesdenkmalpflege

Schillerstraße 44 ‐ Erthaler Hof

55116 Mainz

Telefon 06131 2016‐0

Telefax 06131 2016 111

www.gdke‐rlp.de

Der Tag des offenen Denkmals

in Rheinland‐Pfalz ist Teil

des Europäischen Tags

der Kulturdenkmäler /

European Heritage Days

unter der Schirmherrschaft

des Europarats und Teil

des bundesweiten

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