presseinformation - Oberösterreichisches Landesmuseum

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P R E S S E I N F O R M A T I O N

zur Ausstellung

Peter Schlör

Light Shift

in der Landesgalerie Linz

Pressekonferenz: Mittwoch, 27. November 2013, 10 Uhr

Eröffnung: Mittwoch, 27. November 2013, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 28. November 2013 bis 12. Jänner 2014

www.landesgalerie.at

Kurzinfo:

Peter Schlör – Light Shift, Wappensaal

28. November 2013 bis 12. Jänner 2014

Der deutsche Fotokünstler Peter Schlör zeigt digitale Schwarz-Weiß-Fotografien von

Vulkanlandschaften der Kanarischen Inseln und des zentralanatolischen Kappadokiens, die in

Bezug auf ihre besondere Lichtwirkung Parallelen zur niederländischen Landschaftsmalerei des 17.

Jahrhunderts aufzeigen.


Zur Ausstellung

Peter Schlör zeigt in der aktuellen Ausstellung „Light Shift” vor allem Vulkanlandschaften, die auf

Gran Canaria, auf der kleinen Nachbarinsel El Hierro, sowie im zentralanatolischen Kappadokien

entstanden sind. Teil dieser Landschaftsansichten sind auch universelle Bildmotive, wie Häuser

oder Siedlungen. Sie gliedern sich nicht nur architekturästhetisch in die Landschaft ein, sondern

evozieren auch die unbewusste Wahrnehmung symbolischer Bilder. Für den Fotokünstler stehen sie

für Archetypen oder Typisierungen von Formen der Behausung, die den Menschen immer wieder

einholen, unabhängig von kulturellen und sozialen Hintergründen. Sie implizieren Zuflucht, Heimat,

sich Zurückziehen, Isolation, Behausung und damit die Lebensdinge, die die Menschen miteinander

verbinden. Peter Schlör ist nicht auf der Suche nach dem Besonderen oder der Frage, was das

Besondere am jeweiligen Ort ausmacht. Was ihn interessiert, ist das Licht, wie es sich auf den

Gegenstand auswirkt und in welcher Abhängigkeit sich die Form vom Licht befindet. So verweist

bereits die mehrteilige Arbeit „La Geria”, 2003 entstanden im geografischen Zentrum der

Kanareninsel Lanzarote, auf Ansätze seiner aktuellen Schaffensphase. Ein und dieselbe Aufnahme

einer Kulturlandschaft wird hier in zweifacher Ausführung, aber in unterschiedlicher Darbietung

gezeigt. Die Gesamtansicht einer Landschaft hängt jeweils neben einem Ausschnitt der identischen

Ansicht, der durch ein klassisches Passepartout definiert wird. Während die Gesamtansicht

stellvertretend für den unselektierten Blick in die Weite einer profanen Landschaft erscheint,

verstärken Rahmen und Passepartout das Bild in seiner – für die Fotografie charakteristischen –

Ausschnitthaftigkeit und suggerieren das Ideal einer Landschaft.

Deutlich wird in der Auseinandersetzung mit den Gegensätzen von Nahsicht und Ferne vor allem

die Bedeutung von Licht. Schlör ist es trotz des Einsatzes schnelllebiger, digitaler Medien gelungen,

sein Gespür für das reine natürliche Licht weiter zu entwickeln. Es bedarf Geduld und Ausdauer, um

das Licht sowohl in seinem ständigen Wandel als auch in seiner konstanten Wirkungsweise zu

beobachten und aufzunehmen.

Die ausgestellten Landschaftsfotografien bilden nicht zuletzt durch die Art der Präsentation eine

formale und inhaltliche Brücke zu den früheren Arbeiten. Während Schlör zuletzt verstärkte

Aufmerksamkeit auf das Erscheinungsbild des Wolkenhimmels richtete, spiegeln die ausgestellten

Arbeiten die authentische Stimmung der gesamten Landschaftssituation.

Schlörs neuere Werke werden stets mit der Landschaftsmalerei der flämischen und

niederländischen Meister des 16. bzw. 17. Jahrhunderts verglichen. Die Eigenheit, dass seine

Aufnahmen speziell im Umgang mit Licht Parallelen zu den berühmten Meisterwerken der

Landschaftsmalerei aufweisen, entdeckte Schlör für sich selbst erst im Nachhinein. Bei der

Betrachtung der Originale, etwa von Werken des niederländischen Landschaftsmalers Jacob

Isaacksz van Ruisdael, während eines Museumsbesuches im Pariser Louvre, wurde ihm bewusst,

dass das Licht, das diese Meister empfunden haben müssen, tatsächlich eine Entsprechung in der

Realität haben kann.

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Schlör versucht die aktuellen Fotografien auch in ihrer abstrakten Erscheinung zu zeigen. Das Bild

soll auf den ersten Blick in seiner Abstraktion erfasst werden. Erst mit der Annäherung und

genauen Betrachtung soll sich das Gegenständliche erschließen.

Der Weg zur Abstraktion erfolgt in mehreren technischen Abläufen. Alle seine Fotografien werden

zunächst als Farbbilder aufgenommen und erst im Anschluss am Computer sorgsam in Graustufen

umgewandelt. Diese Übersetzung von Farbwerten in Graustufen ist für Schlör ein wichtiges

Vorgreifen in eine Abstraktionsebene. In seinem Anspruch, die Möglichkeiten der Abstraktion in der

Landschaftsfotografie auszuloten, bearbeitet Schlör die Bilder so, dass sie – kompositorisch

gesehen - auch auf den Kopf gedreht betrachtet werden könnten. Dabei entsprechen die digitalen

Nachbearbeitungen den Abläufen in der Dunkelkammer und beschränken sich im Wesentlichen auf

die Kontraststeuerung.

Seine aktuelle Werkphase entspricht trotz technischer Spitzfindigkeiten keiner konzeptionellen

Überlegung, sondern ergibt sich aus dem rein intuitiven Erfassen und Verarbeiten von

Lichtsituationen, die von der Natur vorgegeben werden. Das Sehen in seiner Prozesshaftigkeit und

ohne Wertung wahrzunehmen, ist Voraussetzung für eine künstlerische Umsetzung, in der das

Licht auch Ausdrucksträger subjektiven Empfindens wird.

Katalogbuch zur Ausstellung

Kehrer Verlag, Heidelberg (Deutschland), Auflage 1 (November 2013)

Herausgeber: Landesgalerie Linz

Text: Milan Chlumsky; Vorwort: Gabriele Spindler

Deutsch/Englisch

Festeinband

28 x 24 cm, 112 Seiten

45 Duotonabb.

ISBN 978-3-86828-430-0

Kataloge des Oberösterreichischen Landesmuseums N.S. 154

ISBN 978-3-85474-292-0

Preis: € 28,- (Im Handel: 39,90 Euro)

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Kulturvermittlung

Kunstauskunft für Erwachsene

Wir bieten jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr eine Kunstauskunft zu den aktuellen Ausstellungen.

Die Führung ab 19 Uhr am 1. Donnerstag im Monat gibt Gelegenheit, die aktuellen Ausstellungen

bei einer besonderen Atmosphäre abseits des Alltagsstress zu genießen.

Führungen und Workshops

Nach Vereinbarung ab einer Gruppengröße von 8 Personen

Anmeldung und Information

+43-732/77 44 82-49 (vormittags)

kulturvermittlung@landesmuseum.at

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Auf einen Blick ...

Ausstellung

Peter Schlör – Light Shift

Landesgalerie Linz des

Museumstraße 14, 4010 Linz

OÖ. Landesmuseums Telefon: +43-732/77 44 82-28, -44, -45, -46

Fax: +43-732/77 44 82-66

galerie@landesmuseum.at

www.landesgalerie.at

Pressekonferenz

Eröffnung

Mittwoch, 27. November 2013, 10 Uhr

Mittwoch, 27. November 2013, 19 Uhr

Ausstellungsdauer 28. November 2013 bis 12. Jänner 2014

Öffnungszeiten

Eintrittspreise

Di, Mi, Fr 9–18 Uhr

Do 9–21 Uhr / Sa, So, Fei 10–17 Uhr

Mo geschlossen

Eintritt 6,50 Euro pro Erwachsenem

Ermäßigt 4,50 Euro

Interimistischer wissenschaftlicher HR Dr. Gerhard Aubrecht

Direktor des OÖ. Landesmuseums Telefon: +43-732/75 97 33-57

E-Mail: g.aubrecht@landesmuseum.at

Leiterin der Landesgalerie Linz

Kuratorin der Landesgalerie Linz

Kulturvermittlung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Gabriele Spindler

Telefon: +43-732/77 44 82-46

E-Mail: g.spindler@landesmuseum.at

Dr. Inga Kleinknecht

Telefon: +43-732/77 44 82-28

E-Mail: i.kleinknecht@landesmuseum.at

Mag. Sandra Malez

Telefon: +43-732/77 44 82-54

E-Mail: s.malez@landesmuseum.at

Sandra Biebl

Telefon: +43-732/77 44 82-68

E-Mail: presse@landesmuseum.at

MMag. Sigrid Lehner

Telefon: +43-732/77 44 82-53

E-Mail: s.lehner@landesmuseum.at

Linz, im November 2013

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