LK Celle - Landkreis Celle

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Nr. 91

05. Dezember 2013

FASD - Fetale Alkohlspektrumstörung: Fortbildung für

Pflegeeltern der Jugendämter von Landkreis und Stadt Celle

Celle (lkc). Am vergangenen Samstag, dem 30. November 2013, veranstaltete der Pflegekinderdienst des

Landkreises Celle für Pflegeeltern im Zuständigkeitsbereich der Jugendämter von Landkreis und Stadt Celle eine

Fortbildung zum Thema "Fetale Alkohlspektrumstörung" (FASD). Insgesamt 80 Personen, Pflegeeltern und ein

interessiertes, mit Kindern arbeitendes Fachpublikum, waren der Einladung in den Kreistagssaal gefolgt. Ziel der

Fortbildung war es, aufzuklären und Pflegeeltern Möglichkeiten der Unterstützung aufzuzeigen.

Als Referentin konnte die Kinder- und Jugendärztin Dr. Heike Hoff-Emden gewonnen werden. Sie ist Chefärztin des

KMG Rehabilitationszentrums in Sülzhayn/Thüringen am Südrand des Harzes.

Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft ist eine häufige Ursache für angeborene Fehlbildungen,

geistige Behinderungen, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie für extreme Verhaltensauffälligkeiten von

Kindern.

Alkohol ist ein Zellgift mit gewaltiger Zerstörungskraft. Eine Alkohol trinkende Schwangere riskiert den millionenfachen

Untergang neuronaler Zellen des sich entwickelnden Gehirns ihres Ungeborenen. Seit mindestens 40 Jahren sind die

verheerenden Folgen pränataler Alkoholexposition bekannt. Dennoch werden in Deutschland jedes Jahr drei- bis

viertausend alkoholexponierte Kinder geboren; die Dunkelziffer liegt bei zehntausend. Diese Behinderung ist zu 100

Prozent vermeidbar! Heilbar ist das Syndrom allerdings nicht. Betroffene müssen mit dieser Behinderung leben.

Kinder mit FASD haben Aufmerksamkeitsstörungen, Lernstörungen; sie neigen zu Hyperaktivität und Impulsivität. Sie

haben Schwierigkeiten, Gelerntes zu behalten und wieder abzurufen, Ursache und Wirkung zu erkennen. Das

Nachvollziehen von sozialen Zusammenhängen ist eingeschränkt. FASD-Kinder lernen nicht aus Erfahrung. Es kann

sein, dass sie sich kurze Zeit, nachdem mit ihnen über ein Problem gesprochen wurde, in einer ähnlichen Situation

wieder genau so verhalten. Das ist nicht nur für die FASD-Kinder im häuslichen Umfeld und für die Pflegeeltern eine

tägliche Herausforderung, sondern auch für die Schule. Auch dort verhalten sich die FASD-Kinder oft unangepasst,

was nicht nur bei den Kindern, sondern auch in der gesamten Umgebung zu großen Spannungen führen kann.

Das Leben mit FASD stellt für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar - für die Betroffenen selbst und

ihre Familien, für die Kinder- und Jugendmedizin, für Justiz, Polizei, Gesundheitseinrichtungen und die Kinder- und

Jugendhilfe. Hoff-Emden berichtete ausführlich über die unterschiedlichen Formen der Auffälligkeiten und deren

Auswirkungen. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Pflegeeltern benötigen sehr viel Unterstützung und Beratung

für den Alltag mit FASD-Kindern.

Wer mehr zum Thema FASD wissen will, wendet sich an das Jugendamt des Landkreises. Der Pflegekinderdienst

stellt Informationsmaterial zur Verfügung und gibt gern Auskunft unter der Tel.-Nr. 05141/916-4346.

Landkreis Celle

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