z.d.A. Rat Nr. 2 vom 14. Februar 2013 - Stadt Leverkusen

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z.d.A. Rat Nr. 2 vom 14. Februar 2013 - Stadt Leverkusen

z.d.A.

Rat

Stadt Leverkusen

Der Oberbürgermeister

Nr. 2 vom 14. Februar 2013

Herausgegeben vom Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen, Fachbereich Oberbürgermeister, Rat und Bezirke, Ansprechpartnerin:

Susanne Weber, Tel. 406-8881.

Es wird gebeten, die in dieser Ausgabe als "nö" – nichtöffentlich - bezeichneten Informationen vertraulich zu behandeln.

In diesem Zusammenhang wird auf die Verschwiegenheitspflicht der Ratsmitglieder, der bürgerschaftlichen Ausschussmitglieder

und der Mitglieder der Bezirksvertretungen gemäß der §§ 43 Abs. 2 und 30 GO NRW hingewiesen.

Inhalt

Mitteilungen (ö)

Niederschrift über die Informationsveranstaltung „Lärm“ vom 30. Januar 2013 43

Niederschrift über die Informationsveranstaltung „Verkehr“ vom 30. Januar 2013 43


z.d.A.: Rat Nr. 2

14. Februar 2013 Seite 43

Mitteilung für den Rat und die Bezirksvertretungen

Niederschrift über die Informationsveranstaltung „Lärm“ vom 30. Januar 2013

Die Niederschrift ist als Anlage 1 beigefügt. Die Präsentationen, auf die in der Niederschrift

Bezug genommen wird, können in der digitalen z.d.A.: Rat Ausgabe Nr. 2/2013

eingesehen werden.

Oberbürgermeister, Rat und Bezirke

Anlage 1

Mitteilung für den Rat und die Bezirksvertretungen

Niederschrift über die Informationsveranstaltung „Verkehr“ vom 30. Januar 2013

Die Niederschrift ist als Anlage 2 beigefügt. Die Präsentationen, auf die in der Niederschrift

Bezug genommen wird, können in der digitalen z.d.A.: Rat Ausgabe Nr. 2/2013

eingesehen werden.

Oberbürgermeister, Rat und Bezirke

Anlage 2

öffentlicher Teil


Anlage 1

Informationsveranstaltung „Lärm“

am 30. Januar 2013 – 09.00 Uhr – 12.00 Uhr

Niederschrift

Teilnehmer:

siehe Teilnehmerliste

Tagesordnung:

1. Begrüßung Herr Oberbürgermeister Buchhorn

2. Einführungsvortrag „Lärm“ - Herr Beigeordneter Frank Stein, Dezernat für

Bürger, Umwelt und Soziales Stadt Leverkusen

3. Vortrag Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Herr Dr. Klocksin, Leiter Umweltschutz im Eisenbahnbereich,

übergreifende Aufgaben im Schienenverkehr (LA 18)

4. Vortrag Deutsche Bahn AG

Herr Westenberger, Leiter Nachhaltigkeits- und Umweltinformation

5. Fragerunde


2

Niederschrift:

TOP 1: Begrüßung Herr Oberbürgermeister Buchhorn

Herr Oberbürgermeister Buchhorn begrüßt die Teilnehmer und verweist auf die

Bedeutung der Thematik. Er macht deutlich, wie wichtig ein aktiver Dialog mit den

Vorhabenträgern ist. Nur gemeinsam könne die Situation für die Bürgerinnen und

Bürger verbessert werden. Hierbei seien alle Aspekte zu berücksichtigen.

TOP 2: Einführungsvortrag „Lärm“ von Herrn Beig. Stein, Dezernat für Bürger,

Umwelt und Soziales der Stadt Leverkusen

Siehe Anlage

TOP 3: Vortrag „Lärmschutz an der Schiene“ von Herrn Dr. Jens Klocksin,

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Siehe Anlage

TOP 4: Vortrag „Lärmminderung im Schienengüterverkehr“ von Peter

Westenberger, Deutsche Bahn AG

Siehe Anlage


3

TOP 5: Fragerunde

Frage Herr Dr. Becker (parteilos):

Welche technische Flüsterbremse bewirkt eine Lärmreduzierung von 10 dB (A)?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Sowohl mit der LL Sohle als auch mit der K Sohle erreiche man eine Reduzierung

von ca. 10 dB ( A). Hier gäbe es keinen Unterschied. Die LL-Sohle ist eine sog.

„Brückentechnologie“, sie kann auf den vorhandenen Bremssystemen genutzt

werden. Die K-Sohle werde bei Neufahrzeugen eingebaut.

Frage Herr Dr. Becker (parteilos):

Was kostet der passive Lärmschutz wie z.B. Schallschutzwände oder Gabionen?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Herr Westenberger wird diese Information nachreichen.

Frage Herr Quatz (Fraktion Bürgerliste):

Was ist mit Bodenschwingungen / Körperschall? Gibt es dazu Erkenntnisse?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Die Problematik gewinne zunehmend an Bedeutung. Bisher gebe es keine

gesetzlichen Regelungen dazu. Es werde dazu noch EU weit geforscht. Irgendwann

werden die Erkenntnisse in Vorschriften gefasst werden. Es gebe Versuche mit

Kunststoffelementen, die in die Tiefe eingelassen werden, hier liefen aber noch

Testreihen.

Frage Herr Ries (FDP):

Die Lärmsanierung wurde in dem Vortrag von Herrn Beig. Stein als freiwillige

Maßnahme beschrieben. Was ist mit den Grenzwerten und den sich daraus

ableitenden Ansprüchen aus den §§ 906, 1004 BGB?

Antwort Herr Stein (Stadt Leverkusen):

Im Zusammenhang mit § 906 BGB handelt es sich um die Geltendmachung von

zivilrechtlichen (Abwehr)Ansprüchen. Nach der Rechtsprechung des

Bundesgerichtshofes (vgl. BGH E. vom 27.10.2012, V ZR 2/06) sind Ansprüche, die

sich gegen den Bahnbetrieb bzw. auf die Vornahme von Lärmschutzmaßnahmen

richten, in der Regel nicht gegeben (§ 906 Abs.2,S.1 BGB). Denkbar sind

Entschädigungs-, also Zahlungsansprüche der betroffenen Grundstückseigentümer

dann, wenn die sog. fachplanungsrechtliche Erheblichkeitsschwelle überschritten

wird (§ 906, Abs. 2 S. 2 BGB).


Frage Herr Ries (FDP):

Wird daran gedacht mit ordnungspolitischen Maßnahmen Regulierungen für den

Schienenverkehr einzuführen?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Der europäische Rechtsrahmen sei hier zu berücksichtigen. Dazu kommen die

Wettbewerbsfragen, die auch immer berücksichtigt werden müssten.

4

Frage Herr Ries (FDP):

Welche Infrastrukturmaßnahmen lassen sich nachträglich umsetzen?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Im Rahmen des Konjunkturpakets II seien zahlreiche nachträgliche

Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt worden. Das Schleifen/ Schmieren der Schienen

sowie niedrige Schallschutzwände seien wirkungsvoll.

Frage Herr Scholz (CDU):

Die bestehende Rechtslage ist für die Lärmsanierung und die Lärmvorsorge in Bezug

auf Baulücken nicht ausreichend. Welche Möglichkeiten hat die Bahn hier zusätzlich /

freiwillig etwas zu machen?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Die DB sei bemüht, eine Lösung für den Schallschutz in den Baulücken zu finden.

Herr Westenberger verwies in diesem Zusammenhang auf das Schreiben der DB AG

an Herrn Scholz.

Frage Herr Schoofs (Bürgerliste):

Welche Lärmschutzmaßnahmen sind den Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt in der

Vergangenheit angeboten worden?

Wurde nicht konkret beantwortet. Hinweis der Verwaltung: Die Frage wurde

nochmals an Herrn Westenberger mit der Bitte um Beantwortung übermittelt.

Frage Herr Schoofs (Bürgerliste):

Trifft es zu, dass viele Bürgerinnen und Bürger Lärmschutzmaßnahmen abgelehnt

haben, weil damit die Verpflichtung verbunden wurde, keine weiteren Ansprüche

gegenüber der Bahn geltend zu machen?

Wurde nicht konkret beantwortet. Hinweis der Verwaltung: Die Frage wurde

nochmals an Herrn Westenberger mit der Bitte um Beantwortung übermittelt.


5

Frage Herr Paul Hebbel (CDU):

Wie funktioniert das lärmabhängige Trassenpreissystem? Gibt es bereits

Erfahrungswerte?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

In Abhängigkeit vom verursachten Lärm werde ein Zuschlag gezahlt, für leise Wagen

werde als Anreiz ein Bonus gezahlt. Da das System ganz neu eingeführt wurde, gibt

es noch keinerlei Erfahrungswerte, man betrete mit dieser Maßnahme noch

„Neuland“.

(Start des lärmabhängigen Trassenpreissystems war der 09.12.2012)

Frage Herr Lührs (SPD):

Gibt es einen Unterschied zwischen der „Flüstersohle“ und der „Bremssohle“?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Es gebe keinen Unterschied, lediglich bei der Mixtur; beide seien leiser beim Fahren.

Die LL-Sohle werde hauptsächlich bei Bestandswagen eingesetzt, da diese auf das

vorhandene Bremssystem aufgebaut werden könnten.

Frage Herr Wölwer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

Wie schaffen wir es vor Ort die Bürger mit zu nehmen? Was gedenkt die DB zu tun,

um Planungen in der Zukunft bürgernäher zu gestalten?

Antwort Herr Käufer (DB AG):

Es werde Beteiligungen geben. Ziel sei es, die Bürgerinnen und Bürger aber auch

die politischen Vertreter aktiv in den Prozess mit einzubeziehen. Man befinde sich

derzeit noch in einem frühen Planungsstadium. Es werde viele Veranstaltungs- und

Informationstermine geben.

Frage Herr Krampf (SPD):

Wo liegt das Hauptproblem / der Schwerpunkt im Genehmigungsrecht?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Planungssicherheit (u.a. vor dem Hintergrund des Schienenbonus) sei wichtig.

Man bewege sich rechtlich in der EU. Alleingänge wie in der Schweiz seien nicht

möglich.

Frage Herr Krampf (SPD):

Wäre es vorstellbar mehr Geld für Investitionen auszugeben?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium)

Generell ja, es stehen aber nicht mehr Mittel zur Verfügung.

Frage Herr Krampf (SPD):

Was kostet die Scheibenbremse mehr?


Wurde nicht konkret beantwortet. Hinweis der Verwaltung: Die Frage wurde

nochmals an Herrn Westenberger mit der Bitte um Beantwortung übermittelt.

Frage Herr Krampf (SPD):

Um wie viel Prozent erhöht sich das Nutzungsentgelt im Zusammenhang mit dem

lärmabhängigen Trassenpreis?

Wurde nicht konkret beantwortet. Hinweis der Verwaltung: Die Frage wurde

nochmals an Herrn Westenberger mit der Bitte um Beantwortung übermittelt.

6

Frage Herr Schoofs (Bürgerliste):

Was soll wann und wo an Schienenverkehr durch Leverkusen rollen? In wie fern

werden die internationalen Verträge berücksichtigt? Mit welchen Tonnagen ist zu

rechnen?

Antwort Herr Westenberger (DB AG) sowie Herr Käufer (DB AG):

Der Güterverkehr wachse und das Wachstum solle im Wesentlichen von der Schiene

bewältigt werden. Die Lärmvorsorge und die Lärmsanierung seien auf die

Verkehrszahlen 2025 ausgelegt. Nicht jede Verkehrsmengensteigerung bedeute

auch mehr Züge. Bestehende Korridore könnten in ihrer Leistungsfähigkeit ertüchtigt

werden. Es könne längere Züge, längere Vorbeifahrzeiten, mehr Lärm, aber nicht

unbedingt mehr Züge geben.

Frage Herr Schoofs (Bürgerliste):

Sind die vorhandenen Mittel ausreichend um einen gesundheitsverträglichen

Zustand erreichen?

Siehe Beantwortung Fragestellung von Herrn Hofmann.

Frage Herr Ippolito (SPD):

Gibt es Kosten-/ Nutzenuntersuchungen zum Lärmschutz?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Ja, (siehe Folie DB Seite 19). Besonders effektiv seien die niedrigen

Schallschutzwände, mit denen eine Lärmreduzierung von bis zu 6 dB (A) möglich sei.

Frage Herr Ippolito (SPD):

Gibt es Klagen gegen die Bahn, dies sich auf Gesundheitsschäden beziehen?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Ja. Bisher seien alle in der ersten Instanz abgewiesen worden.


Frage Herr Richrath (SPD):

Haben die Gabionenwände andere Lärmschutzwerte als die klassischen

Lärmschutzwände?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Die Eigenschaften in Bezug auf den Lärmschutz seien nahezu gleich. Die

Gabionenwände seien daher allein schon aus optischen Gründen zu favorisieren.

Frage Herr Hoffmann (SPD):

Sind Sie zufrieden mit dem Status von 100Millionen Euro pro Jahr für das

Lärmsanierungsprogramm?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Nein. Mehr Geld für Lärmschutzmaßnahmen sei wünschenswert. Es handele sich

hier aber auch um ein Thema der öffentlichen Hand.

7

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Aus Sicht des Ministeriums sei der jetzige Weg Abarbeitung nach einer klaren

Prioritätenliste im Rahmen des bestehenden Programms, der einzige Weg. Es gebe

keine Alternative zur Lärmsanierung in der Fläche.

Frage Herr Hofmann (SPD):

Können Sie die Hersteller zwingen, die Ausstattung der Waggons zu verändern?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Nein. Die Einpreisung der Kosten für den Schallschutz sei derzeit nicht möglich bzw.

wirtschaftlich nicht darstellbar.

Frage Herr Hofmann (SPD):

Brauchen sie noch mehr Druck von der Bürgerseite?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Nein. Ein neues Verständnis für Lärm sei notwendig. Ebenso wie transparente

Regeln notwendig seien. Der Anspruch, Lärmschutz in die Planung zu integrieren sei

wichtig und richtig.

Frage Herr Berg (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN):

Gibt es noch andere Möglichkeiten die Achsen und die Federung zu verbessern und

den Luftwiderstand zu reduzieren?

Antwort Herr Westenberger (DB AG):

Ja. (siehe Folie19 der DB)


8

Frage Herr Danlowski (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN):

Wie viele Briefe haben Sie an die Hersteller hinsichtlich einer Umrüstung versendet

und wie waren die Rückläufe dazu?

Antwort Herr Dr. Klocksin (Ministerium):

Es wurden alle Unternehmen informiert. Die Abrufquote der Fördergelder sei aber

sehr gering.

gez. Buchhorn

Die in der Informationsveranstaltung abgehaltenen Präsentationen können in der

digitalen z.d.A.: Rat-Ausgabe Nr. 2/2013 eingesehen werden.


9

Informationsveranstaltung zum Thema „Lärm“ am 30.01.2013

Teilnehmer:

CDU-Fraktion

Eckloff, Andreas

Hebbel, Paul

Hebbel, Stefan

Kentrup, Hermann Josef

Krause, Frank

Lukas, Franz-Georg

Marewski, Bernhard

Miesen, Bernhard

Müller, Rudolf

Richerzhagen, Christine

Saal, Kurt

Schiefer, Rainer

Schönberger, Frank

Scholz, Rüdiger

Schumann, Gisela

von Styp-Rekowski, Irmgard

Tannenberger, Ina

Wokulat, Ulrich

Wollenhaupt, Georg

SPD-Fraktion

Feller, Ferdinand

Hofmann, Hans-Erich

Ippolito, Peter


10

Dr. Klose, Hans

Krampf, Martin

Küchler, Ernst

Lux, Eva

Longerich, Heinz-Josef

Lührs, Reinhart

März, Dieter

Melchert, Christian

Nahl, Günter

Pockrand, Wolfgang

Richrath, Uwe

Viertel, Peter

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Berg, Wolfgang

Danlowski, Dirk

Eppert, Tim

Hasivar, Frank

Keil, Martin

Müller, Hans-Jürgen

Schmitz, Marita

Wölwer, Gerhard

Fraktion BÜRGERLISTE

Gehrtz, Klaus-Peter

Gintrowski, Rainer

Jerabek, Rainer

Manglitz, Stefan

Quatz, Michael


11

Schmitz, Günter

Schoofs, Erhard T.

Schweiger, Karl

Trampenau, Barbara

FDP-Fraktion

Dr. Ballin-Meyer-Ahrens, Monika

Bartels, Uwe

Berghöfer, Jörg

Freund, Ulrich

Ries, Jochen

Fraktion Die Unabhängigen

Lindlar, Manuel

Mertgen, Alfred

Schmitz, Frank

Schröder, Walter

Wolf, Thomas

Fraktion pro NRW

Kutzner, Susanne

OP-Gruppe

Pott, Markus

Fraktionslos

Dr. Becker, Uwe

Lind, Thomas


Stadt Leverkusen

Verkehrslärm in der Stadt -

Einführende Informationen

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 1


Stadt Leverkusen

Gliederung

1. Grundsätzliches

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

des Lärmschutzes

3. Bereits erfolgte

Lärmschutzmaßnahmen

4. Lärmaktionsplanung

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 2


Stadt Leverkusen

1. Grundsätzliches

Lärm im juristischen Sinne…

„sind Geräuschimmissionen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer

geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche

Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft

herbeizuführen.“

(Legaldefinitionen nach § 3 Abs. 1 BImSchG, Ziffer 2.1. TA Lärm)

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 3


Stadt Leverkusen

1. Grundsätzliches

Wie entsteht Verkehrslärm auf Straße und Schiene?

Entscheidend für die Lärmentstehung ist ab Fahrgeschwindigkeiten von ca. 50

km/h der Kontakt zwischen Reifen und dem Fahrbahnbelag bzw. Rad und Schiene

in Abhängigkeit von der gefahrenen Geschwindigkeit und den verwandten

Materialien.

Beispiele:

Straße: Beton/Asphalt/Flüsterasphalt

Schiene: Konstruktive Unterschiede Personenzüge / Güterzüge

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 4


Stadt Leverkusen

1. Grundsätzliches

Warum wird der Lärm vielfach „nur“ berechnet und nicht „real“ gemessen?

Schallpegel an einem Immissionspunkt können gemessen oder berechnet

werden. Insbesondere bei Straßen- und Schienenlärm bildet die Berechnung

von Lärmimmissionen die wesentliche Grundlage für die Lärmvorsorge und die

Lärmsanierung sowie den Anspruch auf Lärmminderungsmaßnahmen.

Die Lärmmessung eignet sich hierfür nicht, da die Messung immer von den

jeweils gerade vorherrschenden Randbedingungen abhängt (beispielsweise

Witterungseinflüsse, Hintergrundgeräusche oder auch schwer erfassbare –

auch längerfristige – zeitliche Schwankungen der Verkehrsstärke) und

demzufolge immer nur Momentaufnahmen zulässt.

Eine Lärmberechnung wird nach der 16. BImSchV ausdrücklich gefordert. Dort

sind auch die Berechnungsgrundlagen zu finden. Die Berechnungsverfahren

sind so konzipiert, dass in nahezu allen Fällen die Ergebnisse von

Vergleichsmessungen unter denen der Berechnung liegen.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 5


Stadt Leverkusen

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

des Lärmschutzes

Grundsätzlich gilt bei Straßen- und Schienenverkehr

gleichermaßen:

• Im Bestand gibt es keine Sanierungsansprüche. Es gibt keine

Interventionswerte, weder bei Straße noch bei Schiene.

Lärmsanierung durch den Baulastträger ist hier immer eine

freiwillige Maßnahme nach Priorisierung innerhalb der

Kassenlage

• Bei Neubau gelten die Vorgaben der Verkehrslärmschutzverordnung

(16. BImSchV), dh: beim Bau von Verkehrswegen

sind die dort festgelegten Grenzwerte verbindlich einzuhalten

(Lärmvorsorge, §§ 41 ff. BImSchG, 24.BImschV)

• Im Rahmen von Bebauungsplanverfahren (vorbeugender

Immissionsschutz) sind dauerhaft gesunde Wohnverhältnisse

herzustellen (§ 1 BauGB, DIN 18005)

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 6


Stadt Leverkusen

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

des Lärmschutzes

• Der sog. „Schienenbonus“ (§ 43 BImSchG) bezieht sich auf Neuund

Ausbaustrecken, wird aber auch bei der Lärmsanierung

angewandt, da der „Schienenbonus“ von 5 dB(A) Bestandteil der

Berechnungsvorschrift für den Schienenverkehrslärm „Schall-03“

ist (Anlage 2 der 16. BImSchV).

• Der Bundestag hat am 29.11.2012 eine Änderung des BImSchG

beschlossen, um den Schienenbonus für Planverfahren nach

2016 abzuschaffen, sobald ein neues Bundesschienenwegeausbaugesetz

hierzu Regelungen vorsieht (Entwurf eines elften Gesetzes

zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, BT-Drs.17/10771)

• Der Bundesrat berät am 01.02.2013 den Vermittlungsausschuss

anzurufen mit dem Ziel, den Schienenbonus bereits zum

Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung des BImSchG für

Planungen und Bestandsstrecken insgesamt abzuschaffen

(Empfehlungen der Ausschüsse für Verkehr sowie Umwelt, Naturschutz und

Reaktorsicherheit Drs.11/1/13)

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 7


Stadt Leverkusen

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

des Lärmschutzes

• Entscheidendes Kriterium für die rechtliche

Verpflichtung zur Lärmvorsorge ist gem. 16. BImSchV

die wesentliche Änderung aufgrund eines erheblichen

baulichen Eingriffs.

• Einzelne technische Optimierungen wie z.B.

ESTW, Blockverdichtung oder höhere Zuglängen

stellen keinen erheblichen baulichen Eingriff i.S.d.

Verkehrslärmschutzverordnung dar. Nach der geltenden

Rechtsprechung des OVG NRW – 16 D 28/10.AK - stellt

etwa der Einbau einer Gleisverbindung allein keinen

erheblichen baulichen Eingriff dar.

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 8


Stadt Leverkusen

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

des Lärmschutzes

• Nach der geltenden Rechtsprechung des BGH sowie der

16. BImSchV ist i.R.d. Lärmvorsorge immer eine Prüfung

des aktiven Lärmschutzes vor passivem Lärmschutz

zwingend erforderlich und führt bei Nichtbeachtung zur

Rechtswidrigkeit der Gesamtmaßnahme

• Aktiv (quellennah): Lärmschutzwand -wall

• Passiv (am Immissionsort): Dämmung des Außenbauteils,

Einbau v. Schallschutzfenstern, sensible Nutzungen auf

lärmabgewandter Seite realisieren

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 9


Stadt Leverkusen

3. Bereits durchgeführte

Lärmschutzmaßnahmen

Sanierungsmaßnahmen an Straßen (Auswahl)

• Durchführung eines kommunalen Schallschutzfensterprogramms

von 1987 bis 1993

• Einrichtung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen

innerhalb von Wohngebieten

• Einrichtung von Kreisverkehren

• Geschwindigkeitsreduzierung auf verkehrswichtigen

Straßen (u. a. Tempo 50 aus Lärmschutzgründen)

• Aufbringung eines lärmmindernden Fahrbahnbelags an

der BAB A 1 (900 m langes Teilstück im Bereich Am Neuenhof/ Marienburger Straße,

Küppersteg durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW)

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 10


Stadt Leverkusen

3. Bereits durchgeführte

Lärmschutzmaßnahmen

Lärmsanierungsprogramm an Schienenwegen des

Bundes

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 11


Stadt Leverkusen

3. Bereits durchgeführte

Lärmschutzmaßnahmen

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 12


Stadt Leverkusen

Beispiel: Lärmsanierung OD Opladen

3. Bereits durchgeführte

Lärmschutzmaßnahmen

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 13


Stadt Leverkusen

Beispiel: Lärmvorsorge Straße

(Errichtung LSW, Ausbau BAB A 3)

3. Bereits durchgeführte

Lärmschutzmaßnahmen

Heinrich-Claes-Str. / Zeisigweg / Höhe Mühlenweg

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 14


Stadt Leverkusen

3. Bereits durchgeführte

Lärmschutzmaßnahmen

Beispiel: Lärmvorsorge Schiene

(Errichtung LSW, Ausbau S-Bahnstrecke, Bürrig)

Bürriger Weg

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 15


Stadt Leverkusen

4. Lärmaktionsplanung

Rechtsgrundlage:

§ 47 a –f BImSchG/ Richtlinie 2002/49/EG über die

Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm: „EG-

Umgebungslärmrichtlinie“

1. Bestandsaufnahme/Lärmkartierung

Kartierung und Berechnung der relevanten Lärmquellen

2. Lärmaktionsplan (LAP)

Beschreibung aller aus Sicht der Stadt notwendigen

Maßnahmen zur Lärmreduzierung, unabhängig von

Zuständigkeit und Finanzierbarkeit

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 16


Stadt Leverkusen

4. Lärmaktionsplanung

Umsetzungsstufe 1 LAP

für die am stärksten befahrenen Strecken

- Bundes-/Landstraßen über 16.400 KFZ / Tag

- Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 164 Zügen / Tag

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 17


Stadt Leverkusen

4. Lärmaktionsplanung

Umsetzungsstufe 1 LAP

abgeschlossen mit Ratsbeschluss vom 21.02.2011

(http://www.leverkusen.de/vv/produkte/FB32/Laermaktionspl

an.php)


Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 18


Stadt Leverkusen

4. Lärmaktionsplanung

Umsetzungsstufe 2 LAP

Auslösewert nach dem einschlägigen Runderlass des

Landes NRW:

Tag (gemittelter 24-Stunden-Pegel: 70 dB(A)

Nacht (gemittelter Nachtpegel 22:00-06:00 Uhr): 60 dB(A)

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 19


Stadt Leverkusen

Sachstand Umsetzungsstufe 2 LAP

Bestandsaufnahme (Lärmkartierung)

4. Lärmaktionsplanung

Straße: abgeschlossen (im Umgebungslärmportal des Landes

veröffentlicht unter www.umgebungslaerm.nrw.de), Ergebnisse

bilden die Grundlage für die Aktionsplanung

Schiene: Zuständigkeit liegt beim Eisenbahn- Bundesamt,

Kartierungsergebnisse liegen voraussichtlich erst Ende 2013

vor

Industrieanlagen: abgeschlossen – Auslösewerte werden nicht

erreicht

Flugverkehr: abgeschlossen – Auslösewerte werden nicht

erreicht (in Leverkusen keine Schutzzonen gem.

Fluglärmgesetz ausgewiesen!)

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 20


Stadt Leverkusen

4. Lärmaktionsplanung

2. Nächster Schritt: Konkretes Lärmminderungskonzept

Weiteres Prozedere:

• Aufstellungsbeschluss durch BU/Rat im 1. Halbjahr 2013

• Vergabe eines Gutachtens zur Erstellung eines

Lärmaktionsplans zur Ausarbeitung von

Lärmminderungsmaßnahmen

• Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen

• Auf dieser Basis Erarbeitung eines städt.

Lärmminderungskonzepts/LAP Straße als 1.Modul

Ratsbeschluss LAP Straße in 2014

• Erarbeitung LAP Schiene in 2014, sobald Daten vorliegen

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 21


Stadt Leverkusen

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

weitere Informationen:

http://www.umgebungslaerm.nrw.de/

http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/laerm/index.php

http://www.lanuv.nrw.de/geraeusche/gerausche.htm

http://www.eba.bund.de/cln_031/nn_204518/DE/Fachtheme

n/Umgebungslaermkartierung/Ergebnisse/ergebnisse__nod

e.html?__nnn=true

Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales

Autor: Umweltdezernent Frank Stein

30.01.2013, Seite 22


Lärmschutz an der Schiene

Dr. Jens Klocksin

Leiter Umweltschutz im Eisenbahnbereich,

übergreifende Aufgaben im Schienenverkehr (LA 18)

Leverkusen 30.01.2013

www.bmvbs.de


Überblick

1. Über Lärm und Lärmempfinden

2. Lärmschutzprogramme des BMVBS

3. Pilotprojekt „Leiser Rhein“

4. Lärmabhängiges Trassenpreissystem

5. Was jetzt zu tun ist

2

29. Januar 2013


Lärmkarte

Leverkusen

3

29. Januar 2013


Lärm

ist ein Schalleindruck,

den der Mensch als

störend oder belästigend

empfindet.

4

29. Januar 2013

Quelle: Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften, BGl 523


Lärmempfinden

Angaben in %

äußerst

gestört

oder

belästigt

stark

gestört

oder

belästigt

mittelmäßig

gestört

oder

belästigt

etwas

gestört

oder

belästigt

überhaupt

nicht

gestört oder

belästigt

1. Schienenverkehrslärm 0 2 7 13 78

2. Straßenverkehrslärm 2 9 16 28 45

3. Industrie-/ Gewerbelärm 1 2 9 16 72

4. Fluglärm 1 3 7 18 71

5. Lärm von Nachbarn 1 4 7 25 63

5

29. Januar 2013

Quelle: Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland; BMU 2010


Grenzwerte

für Lärmvorsorge (BImSchG) und Lärmsanierung (BHH)

Lärmvorsorge Lärmvorsorge Lärmsanierung Lärmsanierung

Gebietskategorie

Tag

(6 – 22 h)

Nacht

(22 – 6 h)

Tag

(6 – 22 h)

Nacht

(22 – 6 h)

Krankenhäuser,

Schulen

Reine

Wohngebiete

Kern-, Dorf- und

Mischgebiete

57 47 70 60

59 49 70 60

64 54 72 62

Gewerbegebiete 69 59 75 65

6

29. Januar 2013


Überblick

1. Über Lärm und Lärmempfinden

2. Lärmschutzprogramme des BMVBS

3. Pilotprojekt „Leiser Rhein“

4. Lärmabhängiges Trassenpreissystem

5. Was jetzt zu tun ist

7

29. Januar 2013


Konventioneller Lärmschutz:

„aktiv“ (LSW)

Bereich mit Schutzwirkung

durch Lärmschutzwand

bauliche Maßnahmen

Quelle: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, eigene Darstellung

8 29. Januar 2013

1.


Konventioneller Lärmschutz:

„aktiv“ (LSW) und „passiv“ (Fenster)

Höhere LSW nicht wirksam oder möglich z.B.:

− wegen topographischer Gegebenheiten

− aus Ortsbildschutzgründen

− aus Kosten-Nutzen-Betrachtungen etc.

Schallschutzfenster

2.

Bereich mit Schutzwirkung

durch Lärmschutzwand

bauliche Maßnahmen

1.

Quelle: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, eigene Darstellung

9 29. Januar 2013


Seit 1999: Lärmsanierungsprogramm

100 Mio. € jährliche Ausstattung seit 2007

744 Mio. € Bundesmittel seit 1999 bis Januar 2013 verausgabt

1335 km Streckensanierung (seit 1999)

von 3.690 km sanierungsbedürftiger Strecke bei 33.000 km Gesamtnetz.

856 Ortsdurchfahrten

442 km Schallschutzwände

48.340 Wohnungen (passive Schallschutzmaßnahmen)

10

29. Januar 2013


Zusätzlich: Konjunkturpaket II (2009/2011)

72 Mio. € von verfügbaren 100 Mio. € für standen für die

Erprobung innovativer Techniken im

konventionellen Lärmschutz zur Verfügung.

82 Projekte zur Lärm- und Erschütterungsminderung wurden

bundesweit an Streckenabschnitten und Brücken

aufgelegt.

seit Juni 2012 liegen die Messergebnisse, die tauglichen

Projekte werden in die Schall 03 aufgenommen.

11

29. Januar 2013


Konjunkturpaket

II:

Innovativer

Lärmschutz (I)

12

29. Januar 2013

Quelle: DB Netz AG


Konjunkturpaket II: Innovativer Lärmschutz (II)

Photovoltaik SSW Gabionen SSW High-speed Grinding

Quelle: DB Netz AG – Le Dosquet

Quelle: DB Netz AG

Niedrige SSW

13

Quelle: Steinbacher Consult

29. Januar 2013

Quelle: DB Netz AG – Le Dosquet


Zusätzlich:

Sonderprogramm Lärmschutz Schiene (2013/2014)

40 Mio. € stehen für den Einsatz innovativer und

konventioneller Techniken an besonderen Lärm-

Brennpunkten zur Verfügung.

17 Projekte wurden bundesweit identifiziert.

Ende 2014

müssen die verfügbaren Mittel investiert sein.

14

29. Januar 2013


Kosten und Perspektive

der konventionellen Lärmsanierung

Die Lärmsanierung von 1 km Strecke kostet

durchschnittlich 650.000 €.

1 km Lärmschutzwand kostet ca. 1,3 Mio. €.

Bei einer jährlichen Ausstattung von 100 Mio. € wäre die

Lärmsanierung voraussichtlich im Jahr 2028 abgeschlossen.

Bei Wegfall des Schienenbonus und einer jährlichen

Ausstattung von 100 Mio. € wäre die Lärmsanierung

voraussichtlich im Jahr 2040 abgeschlossen.

15

29. Januar 2013


Priorität: Lärmschutz an der Quelle,

konventioneller Lärmschutz

3. Priorität:

Schallschutzfenster

Bereich mit Schutzwirkung

durch Lärmschutzwand

1. Priorität:

Rollmaterialsanierung

2. Priorität:

bauliche Maßnahmen

Quelle: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, eigene Darstellung

16 29. Januar 2013


Überblick

1. Über Lärm und Lärmempfinden

2. Lärmschutzprogramme des BMVBS

3. Pilotprojekt „Leiser Rhein“

4. Lärmabhängiges Trassenpreissystem

5. Was jetzt zu tun ist

17

29. Januar 2013


Pilotprojekt „Leiser Rhein“

Ziel ist die Entlastung des Mittelrheintals von

Schienenlärm und Erkenntnisgewinn

• durch Umrüstung von Bestandsgüterwagen

auf lärmarme Verbundstoff-Bremssohlen

(K-Sohle oder LL-Sohle)

• durch bis zu 50 %ige Förderung der

Umrüst- und Betriebskosten für die

Wagenhalter.

18

29. Januar 2013


Eckpunkte Pilotprojekt „Leiser Rhein“

Förderrichtlinie

veröffentlicht im November 2009

(nach beihilferechtlicher Genehmigung durch EU KOM).

Zuwendungsbescheide und -anträge für

1494 Bestandsgüterwagen

bis November 2012 erteilt bzw. gestellt zur Umrüstung

auf K- und LL-Sohle durch DB Schenker Rail, Kombiverkehr GmbH

und Ahaus-Alstätter Eisenbahn Cargo AG.

Erster leiser Ganzzug

der DB SR fuhr am 1. Oktober 2012 durch das Mittelrheintal.

19

29. Januar 2013


Schalldruckpegelmessung

Güterzug mit GG-Sohle und K-Sohle

20 29. Januar 2013

Quelle: DB AG


Lärmminderung in Abhängigkeit des Anteils

umgerüsteter Güterwagen in einem Güterzug

Lärmminderung in dB

21

29. Januar 2013

Anteil umgerüsteter Güterwagen

Quelle: DB AG


Überblick

1. Über Lärm und Lärmempfinden

2. Lärmschutzprogramme des BMVBS

3. Pilotprojekt „Leiser Rhein“

4. Lärmabhängiges Trassenpreissystem

5. Was jetzt zu tun ist

22

29. Januar 2013


Lärmabhängiges Trassenpreissystem (laTPS)

Koalitionsvertrag Oktober 2009

Forderung einer lärmabhängigen Trassenpreisgestaltung.

Eckpunktevereinbarung Juli 2011

BMVBS und DB AG vereinbaren Lärmkomponente

Fahrplanwechsel 9.12.2012

Einführung eines lärmabhängigen Trassenpreisystems

23

29. Januar 2013


Umrüst- und Betriebskosten pro Fahrzeug

24 29. Januar 2013

Quelle: Interfleet Technology GmbH


Zusammengefasste Grundannahmen

Anzahl umzurüstender Wagen 183.000

Umrüstmehrkosten pro Wagen (Umrüstung auf LL-Sohle)

Mittelbedarf Umrüstmehrkosten

1.688 Euro

308,9 Mio. Euro

Betriebsmehrkosten pro Wagen und Jahr

540 Euro

Umrüstquote (Anzahl neu umgerüsteter Wagen pro Jahr) 22.875

Betriebsmehrkosten in 8 Jahren

444,7 Mio. Euro

Mittelbedarf Umrüstmehrkosten und Betrieb (8 Jahre)

Geschätzte Transaktionsmehrkosten pro Jahr

Mittelbedarf Umrüstmehrkosten, Betrieb und Transaktion

(8 Jahre)

753,6 Mio. Euro

10 Mio. Euro*

833,6 Mio. Euro

* gem. „Studie zur Ermittlung von Transaktionskosten verschiedener Anreizmodelle für die Umrüstung der

Güterwagen-Bestandsflotte auf Verbundstoff-Bremssohlen“, KCW GmbH, Berlin, Mai 2011

25 29. Januar 2013


Trassenpreismodell

nach beihilferechtlicher Genehmigung durch EU-KOM

Bund

alle Eisenbahnverkehrsunternehmen

mit lauten Zugfahrten

50 % Zuschuss; Max. 152 Mio. € 50 % aus Erhöhung des Trassenpreises

DB Netz AG

Zuwendungs-

Topf mit

Bedingung:

50% durch

Wagenhalter

Bonustopf aus

laTPS

Trassenpreissystem

der

DB Netz AG

26 29. Januar 2013

Wagenhalter

Eisenbahnverkehrsunternehmen

bei Einsatz umgerüsteter Güterwagen


Eckpunkte des laTPS (I)

Einführung zum Fahrplanwechsel am 9.12.2012 mit einer

Laufzeit von 8 Jahren (bis Dezember 2020).

Zuwendung des BMVBS an die Wagenhalter

(max. 152 Mio. € in 8 Jahren).

Lärmabhängige Trassenpreisgestaltung der DB Netz AG für die

EVU in gleicher Höhe.

Bei Bewahrung der Erlösneutralität nach EG-Ril. 2001/14/EG

Ausreichung der Trassenpreiserlöse als Bonus für leise Wagen.

27

29. Januar 2013


Eckpunkte des laTPS (II)

Die Bonushöhe für den staatlichen Förderanteil ist auf 0,5 Cent /

Achs-km festgelegt. Die Errechnung der Bonushöhe erfolgt aus der

Anzahl der Achsen und der Laufleistung.

Meldung der Laufleistung sowohl für staatlichen Förderanteil als auch

für Trassenpreisdifferenzierung durch Selbstdeklaration.

Registrierung der lärmsanierten Güterwagen im Umrüstregister.

Einrichtung und Führung des Umrüstregisters durch DB Netz AG in

Abstimmung mit BNetzA.

28

29. Januar 2013


Keine GG-Sohle ab 2020/2021

„Die Zuwendung wird jährlich einmal an den Erstempfänger gezahlt,

wenn dieser (…) sich – vorbehaltlich anderer ordnungspolitischer

Maßnahmen – mit Beginn des Netzfahrplanperiode 2021/2022 eine

signifikante Erhöhung des Trassenpreises vorbehält, die den

Kosten umweltbezogener Auswirkungen des Zugbetriebes

Rechnung trägt (…).“ (Förderrichtlinie laTPS § 3 Nr. 5)

29

29. Januar 2013


Status (II)

Die erforderlichen Anpassungen in den SNB 2013 und 2014 für das

Verfahren für die EVU wird durch unterjährige Änderung zu Beginn

des Jahres 2013 erfolgen.

Die DB Netz AG hat mit Kundenschreiben vom 09.10.2012 das

Aussetzen der Trassenpreiserhöhung für laute Güterwagen bis zum

31.05.2013 angekündigt.

Die LL-Sohle soll im 1. Quartal 2013 durch die UIC dauerhaft

zugelassen werden.

30 29. Januar 2013


Überblick

1. Über Lärm und Lärmempfinden

2. Lärmschutzprogramme des BMVBS

3. Pilotprojekt „Leiser Rhein“

4. Lärmabhängiges Trassenpreissystem

5. Was jetzt zu tun ist

31

29. Januar 2013


Was zu tun ist

• Verstetigung des Mittelansatz für die Lärmsanierung

100 Mio. Euro p.a. halten.

• Zulassung der LL-Sohle

UIC zur Positionierung und Priorisierung anhalten.

• lärmabhängiges Trassenpreissystem

Weiterentwicklung der Förderrichtlinie nach Genehmigung

der EU-KOM.

• Abschaffung des Schienenbonus

Umsetzung finanziell und operativ vorbereiten.

• Sonderprogramm Lärmschutz Schiene

zeitgerechte Umsetzung sicherstellen.

32

29. Januar 2013


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Bundesministerium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)

Referat Öffentlichkeitsarbeit L 21

Invalidenstraße 44

D-10115 Berlin

www.bmvbs.de

Quelle: DB AG


Lärmminderung im Schienengüterverkehr

Informationsveranstaltung des Rates in Leverkusen

Deutsche Bahn AG

Peter Westenberger

Leiter Nachhaltigkeits- und Umweltinformation

30. Januar 2013


Agenda

Strategisches Ziel Schienenlärmhalbierung

Lärmsanierungsprogramm

Einsatz der „Flüsterbremse“

Innovative Maßnahmen an der Infrastruktur

2


Agenda

Strategisches Ziel Schienenlärmhalbierung

Lärmsanierungsprogramm

Einsatz der „Flüsterbremse“

Innovative Maßnahmen an der Infrastruktur

3


Die DB will den Schienenverkehrslärm durch verschiedene

Maßnahmen bis 2020 im Vergleich zum Jahr 2000 halbieren

Infrastruktur

Lärmsanierungsprogramm

Bund

Fortführen der Lärmsanierung

im

Bestandsnetz

Fahrzeuge

Umrüstung

Güterwagen

Einsatz leiser Verbundstoffsohlen

(Ziel: LL-

Sohlen)

Neue & optimierte technologische Lösungen

Innovative Maßnahmen

Lärm & Erschütterungen

„forschen“,erproben und

umsetzen

an Fahrweg, Fahrzeug &

in Kombination

Lärmvorsorge an Neuund

Ausbausstrecken

Ausrüstung der

Neuwagen mit

K-Sohle

Dazu ist eine Kombination von Maßnahmenpaketen an der Infrastruktur

und am Rollmaterial notwendig

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 4


Maßnahmen an Rollmaterial und Infrastruktur müssen gemeinsam

einen Beitrag zur erforderlichen Lärmminderung leisten

Aktive und passive Maßnahmen zur Lärmreduzierung

Ansatzpunkte der Lärmreduzierung

Maßnahmen zur Lärmreduzierung

aktiv

3

passiv

… aktiv an der Infrastruktur

Lärmschutzwände/-wälle

Innovative Lärmschutzmaßnahmen aus

Technologieportfolio KP II, z.B.:

– Schienenstegdämpfer/-abdeckung

– Hochgeschwindigkeitsschleifen

2 1a

1b

… passiv an Gebäuden

Schalltechnische Maßnahmen, z.B.:

– Schallschutzfenster

1a An der Infrastruktur

2 Am Rollmaterial

3 Im Betrieb

1b An Gebäuden

… aktiv am Rollmaterial

Leise Bremstechnologien, z.B.:

– K-Sohle

– LL-Sohle

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

5


Eine Minderung um 10 dB(A) wird als Halbierung

der Lärmbelastung wahrgenommen

Einordnung Lärm

Physikalische Messung

Lärmminderung [dB(A)]

0

-5

-10

-3 dB(A)

-10 dB(A)

Halbierung

Schalldruckpegel/

Erste wahrnehmbare

Differenz

„Gefühlte“

Halbierung

Lärmbelastung

Messwert gibt Schallenergiepegel an

Skala ist logarithmisch aufgebaut

Menschliche Wahrnehmung

Differenzen ab ca. 3 dB(A) akustisch wahrnehmbar

Minderung um -10 dB(A) wird als Halbierung

wahrgenommen

Zusammenhänge Zugverkehr

Verdoppelung der Zugzahl führt zu Zunahme des

durchschnittlichen Schallenergiepegels um 3 dB(A)

Ziel DB 2020

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

6


Strategisches Ziel Schienenlärmhalbierung

Lärmsanierungsprogramm

Einsatz der „Flüsterbremse“

Innovative Maßnahmen an der Infrastruktur

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 7


Freiwilliges Lärmsanierungsprogramm des Bundes reduziert Lärm

an bestehenden Schienenwegen - Ein Drittel aller Maßnahmen umgesetzt

Daten Lärmsanierungsprogramm

nach 2020

3.700 km

Lärmsanierungsprogramm des Bundes:

Aktuell 100 Mio. EUR p.a.

442 km Schallschutzwände erstellt

Über 48.300 Wohnungen mit

Schallschutzfenstern ausgestattet

Dezember 2012

über

1.200 km

Über 1.200 km Strecke saniert

Ralf Louis

1999


Interaktive Karte:

http://www.deutschebahn.com/laermgrafik

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

8


Derzeit steht ein begrenztes Portfolio an anerkannten Maßnahmen

zur infrastrukturseitigen Lärmsanierung zur Verfügung

Anerkannte Maßnahmen der Lärmsanierung

Aktive Maßnahmen

Lärmschutzwälle und –wände,

auch mit Sichtfenster

Schienenschmiereinrichtungen in

engen Gleisradien gegen

Kurvengeräusche

Maßnahmen zur Lärmminderung

an Brückenbauwerken

Erweiterung Maßnahmenportfolio mit

innovativen Maßnahmen angestrebt

Passive Maßnahmen

Einbau von Schallschutzfenstern

Schallgedämmte Wandlüfter

Verbessern Schalldämmung von

Rollläden, Wänden und Dächern

Fördervoraussetzung: Der bewertete Nutzen

übersteigt die Kosten der Maßnahme (NKV>1)

Schallschutzwände nicht überall einsetzbar

(Topographie, städtebauliche Gegebenheiten)

Einsatz, wenn nach aktiven Maßnahmen

Immissionsgrenzwert an Außenfassade

>60 dB(A)

Schützen Innenräume, nicht den Außenbereich

Gem. Förderregularien 25%-tige finanzielle

Beteiligung der Eigentümer

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

9


Wenn aktive Maßnahmen nicht möglich, nicht wirtschaftlich oder

nicht ausreichend sind, kommen passive Maßnahmen zum Einsatz

Maßnahmenwirkung

Aktive Mn:

Flüsterbremse

Schienenschleifen

Schienenstegdämpfer

(innov. Mn)

Schallschutzwand

Emission =

Quelle

Transmission =

Ausbreitung

Immission =

Eintragung

Passive Mn:

Schallschutzfenster

Fassadendämmung

Einsatzkriterien

Wenn Beurteilungspegel

an der Außenfassade

überschritten ist

Dann gilt sowohl bei

Lärmvorsorge als auch

bei Lärmsanierung

Immissionsgrenzwert 27

dB (A) im Innenraum

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

10


Lärmsanierungsmaßnahmen in Leverkusen

Bereits in 2008 erstellt

Leverkusen-Opladen: Strecke 2324

• Schallschutzwand Länge 678 m Höhe 2,0 m

• Abschluss der Maßnahme in 2008 ( 546 T€ )

•Passive Maßnahmen an 217 Wohneinheiten ( 292 T€ )

Leverkusen-Altenrath: Strecke 2324

•Schallschutzwand Länge 696 m; H= 2,0 m

•Abschluss der Maßnahme in 2008 ( 495 T€ )

• Passive Maßnahmen an 151 Wohneinheiten ( 128 T€

)

•Passiver Maßnahmen; Lev. -Schlebusch

•Strecke 2324: 155 Wohneinheiten ( 164 T€ )

•Strecke 2730: 21 Wohneinheiten ( 34 T€ )

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013


Lärmsanierungsmaßnahmen in Leverkusen

Noch zu planen: Lärmsanierungsabschnitt Nr. 58; Köln-Stammheim - Leverkusen

•Die noch zu planenden Untersuchungsbereich e umfassen insgesamt 4,8 km.

•Die Priorisierungszahl beträgt 7,508.

•Für die Bearbeitung des Abschnitts Nr. 58 bedeutet dies, dass mit einer Bearbeitung

•( beginn der Schalltechnischen Untersuchung ) nicht vor Mitte 2014 und mit einer

•Durchführung vor Ort nicht vor 2018 ff zu rechnen ist.

•Strecke 2650: Länge Untersuchungsabschnitt

Leverkusen-Mitte 1,1 km

Leverkusen-Küppersteg 2,3 km

Leverkusen-Rheindorf 0,3 km

•Strecke 2730: Länge Untersuchungsabschnitt

Leverkusen-Eisholz 0,3 km

Leverkusen-Manford Süd 0,5 km

Leverkusen-Stixchesstraße Süd 0,3 km

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013


Strategisches Ziel Schienenlärmhalbierung

Lärmsanierungsprogramm

Einsatz der „Flüsterbremse“

Innovative Maßnahmen an der Infrastruktur

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 13


Optimierte Lärmminderung an der Quelle

durch Einsatz der Verbundstoffbremssohle


Die Verbundstoffsohle verhindert das Aufrauen der Räder und

mindert so das Rollgeräusch

■ Sie reduziert die Schallemissionen von Güterzügen um rund 10

dB(A). Das ist eine Halbierung des subjektiven Lärmempfindens.






DB Schenker hat bereits rund 7600 neue Güterwagen mit der

Verbundstoffsohle (K-Sohle) im Einsatz.

Zur Umrüstung der Bestandsgüterwagen ist die Zulassung der

wirtschaftlicheren LL-Sohle (erwartet für 2013) erforderlich

Der Bund geht von 180.000 in- und ausländischen Güterwagen aus,

deren Umrüstung 300 Mio. Euro kostet und die teilweise gefördert

werden soll – höhere Betriebskosten treffen die Wagenhalter

Der Schienengüterverkehr ist europäisch organisiert, somit ist ein

europaweites abgestimmtes Programm sinnvoll und hilfreich.

Am 1. Oktober wurden die ersten 30 mit Mitteln des Bundes

(Pilotprojekt „Leiser Rhein“) umgerüsteten Güterwagen der

Öffentlichkeit vorgestellt. Der DB werden Mittel für die Umrüstung

von insgesamt 1.250 Wagen zur Verfügung gestellt.

1) Lärmreduktion abhängig von SGV-Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen; bei reinem Güterverkehr Lärmreduktion um 10 dB(A) erreichbar, bei Mischverkehr bis zu 5 dB(A)

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 14

1)

Quelle: DB AG


Vorbeifahrt umgerüsteter Wagen in Bingen am 1. Oktober 2012 –

Die Schallpegelmessung verdeutlicht die Lärmminderung

Messschrieb Vorbeifahrt GG und LL-Sohlenzug

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 15


Zulassung der LL-Verbundstoffbremssohle - Der Praxistest

wurde mit dem Bericht zum Europetrain abgeschlossen

Drei Jahre fahren die LL-Sohlen durch Europa

Projektziel: Prüfen des Radverschleißes der LL-

Sohle in der Praxis und damit Auswirkung auf das

Fahrverhalten der Güterwagen & Wirtschaftlichkeit

Projektpartner: UIC gemeinsam mit 29

europäischen Bahnen und Industriepartnern

Zusammensetzung: GW unterschiedlicher Bauarten,

größtenteils ausgestattet mit V-BKS (LL)

Operative Abwicklung durch DB Schenker Rail

Technische Umsetzung: DB Systemtechnik

Route des Europetrain

Versuchsdauer bis 2012; 200 000 km unter

möglichst allen klimatischen Bedingungen

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 16


Durch Änderung der Funktionsweise des laTPS ist die ursprünglich

geplante 100%-ige Förderung der Umrüstung nicht mehr sichergestellt

Beschleunigung Lärmminderungseffekt Güterwagen

Implikationen geändertes laTPS

Bund

SGV-EVU

50%

50%

NETZ

Ursprüngliche Planung

Änderung

100% 50%

50%

Wagenhalter

Wagenhalter

?

SGV-EVU

Wesentliche Änderung

Keine 100%-Förderung der Umrüstmehrkosten

an Wagenhalter, sondern

– DB Netz AG zahlt BMVBS-Förderung für

umgerüstete Wagen an Wagenhalter

– DB Netz zahlt Bonus für Einsatz

umgerüsteter Wagen an EVU aus LaTPS-

Zuschlag für laute Güterzüge

Modell unterstellt Weiterreichung Boni durch

EVU an Wagenhalter

Implikationen

Geplante 100% Förderung der Umrüstung des Gesamtsektors

nicht mehr sichergestellt; Grund: Durchreichung EVU-

Förderung an Wagenhalter in substanziellem Maße fraglich

Höherer Verwaltungsaufwand

Mögliche Verzögerung der geplanten Umrüstung

Steigerung der Transaktionskosten

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

17


Strategisches Ziel Schienenlärmhalbierung

Lärmsanierungsprogramm

Einsatz der „Flüsterbremse“

Innovative Maßnahmen an der Infrastruktur

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013 18


Im Konjunkturpaket II wurden innovative Technologien getestet –

für Anwendung erforderliche rechtliche Anerkennung steht noch aus

Portfolio innovative Maßnahmen im Konjunkturpaket II

Anerkennung Minderungseffekte in

Schall 03 neu angestrebt als

Voraussetzung für Anwendung

82 Maßnahmen 13 Technologien

✔ Anwendung angestrebt

✘ Weiterentwicklung erf.

Schienenstegdämpfer

– 2 dB


Brückenentdröhnun

g – bis 6 dB ✔

Besohlte

Schwelle


Niedrige SSW –

bis 6 dB


Beschäumte

Schiene / Weiche



Schienenschmierung

– 3 dB

Unterschottermatte

mit nSSW


Gabionenwand –

gleichwertig SSW


Radsatzschmieranlage

- bis 8 dB


Friction Modifier

High-speed

Grinding – 3 dB


Verschäumter

Schotter


Lärmspoiler


Nachrichtlich

Photovoltaik SSW

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013

19


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

DB Umweltzentrum

Peter Westenberger

Leiter Nachhaltigkeits- und Umweltinformation (TU 2)

Caroline-Michaelis-Straße 5 – 11, 10115 Berlin

Tel. 030-297-56525

peter.westenberger@deutschebahn.com

Annette Koch

www.deutschebahn.com/umwelt

www.deutschebahn.com/laerm

Peter Westenberger, DB Umweltzentrum, 30.01. 2013


Anlage 2

Informationsveranstaltung „Verkehr“

am 30. Januar 2013 – 13.00 Uhr – 15.00 Uhr

Niederschrift

Teilnehmer:

siehe Teilnehmerliste

Tagesordnung:

1. Begrüßung durch Herrn Oberbürgermeister Buchhorn

2. Kurze Einführung durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung

und Verkehrs des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Heinze

3. Begrüßung durch Herrn Dewes, Landesbetrieb Straßen NRW

4. Vorstellung der Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung Leverkusen,

Herr Schnitzler Landesbetrieb Straßen NRW

5. Vortrag zur Rheinbrücke Leverkusen

Herr Jansen, Landesbetrieb Straßen NRW

6. Erläuterungen zum Sachstand der Tank- und Rastanlage

Herr Schmitt, Landesbetrieb Straßen NRW

7. Fragerunde


2

Niederschrift:

TOP 1: Begrüßung

Herr Beigeordneter Stein begrüßt in Vertretung von Herrn Oberbürgermeister

Buchhorn alle Anwesenden sowie den Vertreter des Ministeriums für Bauen,

Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, Herrn Heinze, sowie die Vertreter des

Landesbetriebs Straßen, die Herren Dewes, Schmitt, Schnitzler und Jansen.

Herr Stein hebt die zentrale Lage Leverkusens im Autobahnnetz hervor und betont

die große Herausforderung der Aufgabenstellung.

TOP 2:Einführung von Herrn Heinze

Herr Heinze führt kurz in die Thematik ein. Er stellt dar, dass das Land Nordrhein-

Westfalen in der Auftragsverwaltung des Bundes bei den Bundesautobahnen tätig

sei. Herr Heinze betont, dass das Leverkusener Kreuz neben dem Kamener Kreuz

eine zentrale Drehscheibe im Straßenverkehrsnetz Deutschlands darstelle. Nicht nur

der Neubau der Brücke sondern auch der Ausbau des Autobahnkreuzes sowie der

Ausbau der BAB A3 seien die zentralen Themen der mittelfristigen bzw. langfristigen

Planung. Herr Heinze stellt dar, dass es sich um eine sehr aufwendige Planung

handele.

Herr Heinze kündigt ein umfassendes Kommunikationskonzept an. Ziel seoes, die

Bürger schon vor dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens in den

Planungsprozess eng einzubinden und Entscheidungsfindungen nachvollziehbar zu

machen (Einrichtung eines Internetportals, Veranstaltung von Bürgerversammlungen,

Faltblattinformationen usw.). Die heutige Informationsveranstaltung sei ein guter

Einstieg in das Kommunikationsverfahren.

TOP 3: Begrüßung Herr Dewes

Herr Dewes erläutert, dass die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung nunmehr

vorlägen und präsentiert werden könnten. Herr Dewes führt aus, dass

Handlungsbedarf bestehe, da die Verkehrsarten sich geändert und die

Verkehrsbelastungen zugenommen haben. Daher handele es sich um einen

anspruchsvollen Planungsprozess, bei dem die verschiedensten Belange

abzuwägen seien. Aufgrund der Komplexität der Thematik kündigt er drei Vorträge

durch die Vertreter des Landesbetriebs Straßen NRW an.


3

TOP 4: Verkehrsuntersuchung Leverkusen, Inhalt und Ergebnisse

Herr Schnitzler stellt die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens vor. Das Gutachten sei

nötig geworden, da die Unterlagen für die Analyse nicht ausreichend gewesen seien.

Es lägen keine ausreichenden Kenntnisse bezüglich des Kreuzes und der

Verflechtung der Verkehrsströme vor. Das Gutachten ermögliche eine Optimierung

der Reihenfolge der Umbaumaßnahmen am Leverkusener Kreuz. Die einzelnen

Varianten für das Autobahnkreuz wurden vorgestellt.

Der weitere Inhalt des Vortrags kann der Präsentation in der Anlage entnommen

werden. Das Gutachten soll über die Internetplattform zugänglich gemacht werden.

Frage von Ratsherr Quatz (Fraktion BÜRGERLISTE)

RH Quatz fragt nach den Auswirkungen der Verkehrslösungen auf die

Kleingartenanlage Bernshecke.

Antwort von Herrn Schnitzler (Landesbetrieb Straßen NRW):

Herr Schnitzler führt aus, dass bei der favorisierten Lösung die jetzige Tangente

bestehen bleibe und somit keine Flächen der Kleingartenanlage beansprucht werden

müssten.

Frage von Ratsherr Quatz (Fraktion BÜRGERLISTE)

RH Quatz erkundigt sich, ob die Syltstraße durch den Ausbau der BAB A3

eingezogen wird.

Antwort von Herrn Schnitzler:

Herr Schnitzler geht davon aus, dass zurzeit noch die Möglichkeiten eines Überbaus

oder einer Dammerweiterung untersucht würden.

TOP 5: Rheinbrücke Leverkusen im Zuge der BAB A1

Herr Jansen stellt die Brückenplanung im Detail vor. Ziel sei es, schnellstmöglich ein

neues Brückenbauwerk zu erstellen. Der Vortrag kann der Anlage entnommen

werden.

TOP 6: Sachstand Rast- und Tankanlage

Herr Schmitt stellt dar, dass es im Beteiligungsverfahren bei der Planung einer Tankund

Rastanlage im Bereich Fester Weg in Leverkusen-Lützenkirchen zu erheblichen

Widerständen aus der Bevölkerung gekommen sei, so dass der Planungsauftrag des

Landes modifiziert wurde. Die Tankanlage bleibe an der BAB A1 in Remscheid

bestehen, so dass nunmehr nach einem Platz in einer Größe von 3-4 ha für 50 LKW

und 16 PKW mit WC (sog. PWC-Anlage) gesucht werde.


4

TOP 7: Fragerunde:

Frage der CDU-Fraktion:

Wie ist der Einsatz innovativer Asphaltstoffe („Flüsterasphalt“) zu bewerten und zu

realisieren? Welche Forschungen/Entwicklungsaktivitäten werden betrieben und wie

ist die Möglichkeit des Einsatzes auf Leverkusener Stadtgebiet zu bewerten?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Mit dem Ausbau der BAB A3 wurde im Dreieck Heumar mit normalem Asphalt

begonnen. Ab Köln-Ost sei der sog. offenporige Belag (OPA) eingesetzt worden.

Zurzeit sind die Bauarbeiten bis Köln-Mülheim vorangeschritten. Der weitere Ausbau

bis zum Leverkusener Stadtgebiet solle ebenfalls in OPA erfolgen. Dies führe zu

einer Lärmminderung von 5dB (A).

Frage von Ratsherrn Pockrand (SPD-Fraktion):

Herr Pockrand möchte wissen, ob der OPA-Belag empfindlicher ist und schneller

verschleißt als herkömmlicher Belag. Dies sei wichtig in Bezug auf die Sanierung des

städt. Willy-Brandt-Rings.

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze bestätigt, dass der OPA durch die Offenporigkeit (der Sauerstoff kann

eindringen und das Bindemittel angreifen) schneller verschleiße als herkömmlicher

Belag. Der OPA habe eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 Jahren. Die

Vorteile der Lärmminderung überwögen jedoch. Nach Einschätzung von

Herrn Heinze, komme in Leverkusen nur der OPA-Belag in Betracht.

Frage der CDU-Fraktion:

Welche weiteren Möglichkeiten zur Linderung der Auswirkungen von Straßenlärm

gibt es?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium) und Herrn Schmitt (Landesbetrieb):

Herr Schmitt stellt dar, dass es aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen gebe.

Der aktive Lärmschutz sei ein Lärmschutz durch Planung, d.h. die Straßen werden

dort geplant, wo die Auswirkungen auf die Bevölkerung gering seien. Dies sei in

Leverkusen nicht möglich, daher kämen nur passive Lärmschutzmaßnahmen in

Frage. Hierbei kämen für Autobahnen folgende Möglichkeiten in Betracht: der

Lärmschutzwall, die Lärmschutzwand oder die Lärmschutzeinhausung (BAB A1

Köln-Lövenich).

Herr Heinze ergänzt, dass eine Einhausung wie in Lövenich nicht mehr zum Einsatz

kommen werde.

Er stellt dar, dass in Krefeld eine nach oben hin gekrümmte Lärmschutzwand

eingesetzt worden sei, die über den Standstreifen reiche und damit kleiner wirke. Die

Gestaltung des Lärmschutzes wolle er in den Abstimmungsprozess einbringen.

Herr Heinze betonte dass über Fahrspuranzahl und Fahrspurbreite keine

Abstimmungen erfolgen könne, da dies vorgegeben werde.


5

Frage der CDU-Fraktion:

Wie steht es um die vom Land im August 2011 öffentlich angekündigte

Dringlichkeitsliste zur Lärmsanierung von Landesstraßen mit Flüsterasphalt? Ist die

L 58 in diese Liste aufgenommen worden? Wenn ja, wann ist mit einer Sanierung zu

rechnen? Wenn nein, warum nicht?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze stellt dar, dass keine Liste zur Lärmsanierung von Landstraßen mit

Flüsterasphalt existiere. Es finde immer nur eine Einzelfallentscheidung statt. Bei

Bundesautobahnen gebe es ein Lärmsanierungsprogramm.

Herr Schmitt erläutert, dass bei der Steinbücheler Straße kein Handlungsbedarf

gesehen würde, da die Auslösewerte nicht überschritten würden.

Frage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Welche Ausführungsvarianten für den Ersatz der Leverkusener Rheinbrücke (und der

Stelzenautobahn) stehen zur Auswahl und wie wird eine Auswahl unter den

Varianten getroffen, hinsichtlich der Lärm und Schadstoffbelastung der Leverkusener

Bevölkerung?

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Herr Jansen hat dies bereits in seinem Vortrag beantwortet (s. Anlage).

Frage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Welchen konkreten Stellenwert hat die Lärm- und Schadstoffbelastung der

Leverkusener Bevölkerung bei der Suche nach Lösungen für den Ersatz der

Leverkusener Rheinbrücke?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze stellt dar, dass die gesetzlichen Vorgaben der 16. BImSchV in die

Betrachtung und Variantenwahl einfließe.

Herr Heinze stellt dar, dass für eine Untersuchung einer Untertunnelung des Rheins

alternativ zur Brücke keine Zeit vorhanden sei und dies als Variante bei der

Landesregierung verworfen wurde. In ökologischer Hinsicht, in Bezug auf die

Schadstoffe, den Lärm und auch den Kostenaspekt sei das Brückenbauwerk

vorzuziehen.


6

Frage von Ratsfrau Schmitz, Bündnis 90/Die Grünen:

Die neue Brücke, die neben der alten Brücke entstehen soll, greift in den

Deponiekörper ein. Wo ist der Unterschied zur Untertunnelung zu sehen?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze führt aus, dass ein Brückenwiderlager auf dem Deponiekörper

gegründet werden müsse, aber dies oberflächlich erfolge, was besser zu

kontrollieren sei und auch bereits untersucht wurde. Eine Untertunnelung sei in

Bezug auf die Deponie zu risikoreich und auch mindestens doppelt so teuer wie das

Brückenbauwerk. Er betont, dass die Brücke in Bezug auf Lärmschutz, Schadstoffe

und Ökologie „in den Griff zu kriegen“ sei.

Frage von Ratsfrau Arnold, Bündnis 90/Die Grünen:

In der Planung wird nur eine Kapazitätsentwicklung des Verkehrs bis 2025

berücksichtigt. Wie ist eine Entwicklung und Verkehrszunahme bis 2030

prognostiziert und wie wird sich diese dann auf die Brücke auswirken, wenn die

Belastungsgrenze bereits 2025 erreicht ist?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze stellt dar, dass nach der Bundesprognose der Zenit für die PKW-

Belastung bereits jetzt erreicht sei und mit einer Steigerung nicht mehr gerechnet

werde. Der Zenit für LKW werde für 2025 erreicht und nicht mehr steigen. Daher sei

die Dimensionierung ausreichend.

Frage von RH Paul Hebbel, CDU-Fraktion

RH Hebbel stellt fest, dass Herr Heinze ein Tunnelbauwerk zwischen dem

Leverkusener Kreuz und der Rheinbrücke nicht ausgeschlossen hat.

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Hier sei man für alle Varianten offen.

Frage von Herr Oberbürgermeister Buchhorn:

Herr Oberbürgermeister Buchhorn merkt an, dass die „Stelzenbrücke“ auch neu zu

bauen ist. Er gibt zu bedenken, dass eine Untertunnelung in diesem Bereich zu einer

besseren Akzeptanz in der Bevölkerung führen würde.

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Der Minister habe Herrn Heinze berichtet, dass Herr Oberbürgermeister Buchhorn

die Untertunnelung am Runden Tisch angeregt habe.

Die Stelzenbrücke stelle ein großes Problem dar, da es sich um ein einteiliges,

extrem komplexes Bauwerk handele. Daher sei man hier für alle Varianten offen. Der

intensive Kommunikationsprozess solle alle Varianten betreffen und mit allen

Beteiligten und somit auch mit der Leverkusener Bevölkerung erfolgen. Auch hier sei

eine Abstimmung mit dem Bund erforderlich. Herr Heinze macht deutlich, dass der

Kostenfaktor nicht der alleinige ausschlaggebende Faktor für die Entscheidung

hinsichtlich der Umsetzung sein könne und werde.


7

Frage von Ratsherrn Ippolito, SPD-Fraktion:

Herr Ippolito erwartet, dass für sämtliche Arbeiten an der Brücke und am

Autobahnkreuz ein weiträumiges Umleitungskonzept erstellt wird, um die

Verkehrsprobleme aus dem Leverkusener Stadtgebiet so gering wie möglich zu

halten. Ist dies der Fall?

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Die verkehrlichen Voraussetzungen würden bereits im frühen Planungsstadium

detailliert untersucht und für die einzelnen Varianten ein Konzept für einen

Alternativroutenplan erarbeitet.

Frage von Ratsherrn Ippolito, SPD-Fraktion:

Ist beabsichtigt, auf der Brücke Schienenverkehr (ÖPNV/Straßenbahn) in der

Planung zu berücksichtigen?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze berichtet, dass es einen gleichlautenden Antrag der Piratenpartei im

Landtag gegeben habe, dieser sei in den Fachausschuss verwiesen worden.

Herr Heinze stellt jedoch dar, dass es keinen Planungsträger für eine solche ÖPNV-

Maßnahme geben würde und eine ÖPNV-Verbindung über Busse ermöglicht werden

könne. Aus statischen Gründen sei zudem für den Schienenverkehr ein eigenes

Bauwerk notwendig. Er halte diese Idee für nicht finanzierbar.

Frage von Ratsfrau von Styp-Rekowski, CDU-Fraktion

Gibt es eine Alternative zu einem Widerlager auf der Sondermülldeponie?

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Der Landesbetrieb sei Miteigentümer von Teilen der Sondermülldeponie. Es werde

so wenig wie möglich in die Sondermülldeponie eingegriffen, da dies auch zu

höheren Kosten führen würde.

Frage von Ratsherrn Richrath, SPD

Kann die Bauphase für die einzelnen Teilmaßnahmen komprimiert werden, damit die

Belastung der Bürger so gering wie möglich ist?

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Es gibt hierfür noch keinen Masterplan. Mögliche Kombinationslösungen würden in

der Verkehrsuntersuchung berücksichtigt.


8

Frage von Ratsherrn Danlowski, Bündnis 90/Die Grünen

Wird noch an der Autobahnbrücke in Monheim und dem Anschluss an die BAB 542

geplant?

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze berichtet, dass sich der Bedarfsplan für 2015 zurzeit in der Aufstellung

befinde. Die Maßnahme sei seitens der Regionalräte nicht angemeldet worden. Bei

der BAB A542 handele es sich auch nicht um eine Fernautobahn.

Frage von Ratsherrn Danlowski, Bündnis 90/Die Grünen

Welche Auswirkungen hätte ein südlicher Versatz der Rheinbrücke auf den

Neulandpark?

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Es wird wahrscheinlich keinen südlichen Versatz der Brücke geben, da auf Kölner

Gebiet sich unmittelbar an die Brücke Wohngebiet anschließe. Zurzeit erfolge die

gesamte Kartierung des Geländes, sowohl im südlichen als auch im nördlichen

Gebiet. Dennoch werde es auf den Neubau nördlich des bestehenden

Brückenbauwerkes hinauslaufen.

Frage von Ratsherrn Danlowski, Bündnis 90/Die Grünen

Wird auch an der BAB A 3 nach Flächen für Parkplätze gesucht? RH Danlowski

betont, dass der Rat sich gegen eine Nutzung des Bürgerbuschs ausgesprochen hat.

Antwort von Herrn Schmitt (Landesbetrieb):

Es wird nach Flächen an den BAB A1, A3 und A4 gesucht. Herr Oberbürgermeister

Buchhorn betont, dass für die Stadt Leverkusen kein Eingriff in den Bürgerbusch in

Frage komme.

Frage von Ratsherrn Schoofs, Fraktion BÜRGERLISTE:

Herr Schoofs erkundigt sich nach der Zeitschiene für die Bürgerbeteiligung.

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Die unterschiedlichen Planungsvarianten für die Brücke werden bis zum Sommer

2013 vorliegen. Bezüglich der Varianten für die Rheinbrücke werde es keine

Beteiligung geben. Nur in der weiteren Ausarbeitung der Brücke (optische

Erscheinung) sei eine Bürgerbeteiligung möglich. Diese werde voraussichtlich

Anfang 2014 erfolgen. Herr Heinze ergänzt, dass bezüglich der technischen

Brückendetails im Kommunikationsprozess eine intensive Bürgerinformation erfolgen

werde. Eine Mitentscheidungsmöglichkeit besteht beim Lärmschutz und bei der

optischen Ausgestaltung.


9

Frage von Herrn Berg, Bezirksvertretung für den Stadtbezirk I, Fraktion Bündnis

90/Die Grünen

Wird es während der Brückenarbeiten möglich sein, den Rhein als Fußgänger oder

Radfahrer zu überqueren?

Antwort von Herrn Jansen (Landesbetrieb):

Da die alte Brücke bis zum Bau der neuen Brücke parallel bestehen bleibt, wird eine

Mitbenutzung durch Radfahrer/Fußgänger möglich sein.

Frage von Herrn Quatz, Fraktion Bürgerliste

Ist die neue Brücke auch für Gigaliner ausgelegt?

Antwort von Herrn Heinze:

Herr Heinze stellt dar, dass lt. Beschluss der Landesregierung keine Gigaliner die

Autobahnen in NRW befahren dürften. Er ergänzt, dass die Bemessungsgrundlage

für das neue Brückenbauwerk Schwertransporte mit einem Gesamtgewicht von 150 t

bildeten. Das Gewicht der Gigaliner wäre somit generell keine

Bemessungsgrundlage, die Brücke werde für höhere Belastungen ausgelegt.

Frage von Herrn Martin Krampf, Bezirksvertretung für den Stadtbezirk II, SPD-

Fraktion

Herr Krampf fragt nach, warum zurzeit Arbeiten an der Zuleitung zur Stelzenbrücke

erfolgen würde. Dies wäre doch gegenläufig zu dem geplanten Abriss.

Antwort von Herrn Dewes (Landesbetrieb):

Es handele sich hier um Erhaltungsmaßnahmen. Die Brücke werde solange erhalten,

bis eine neue Brücke fertig sei. Gleiches gelte für die Zuwegung.

Frage von Ratsherrn Kentrup, CDU-Fraktion

Herr Kentrup erkundigt sich nach der Planung für die Autobahnanschlussstelle auf

dem Willy-Brandt-Ring bei der Verbreiterung der BAB A3.

Antwort von Herrn Schmitt (Landesbetrieb):

Herr Schmitt stellt dar, dass der aktuell planfestgestellte Autobahnabschnitt am

Knochenbergsweg ende. Mit der Verkehrsuntersuchung werde auch der Bereich der

BAB A3 inklusive der Autobahnanschlussstelle analysiert. Hier gebe es noch keine

haltbaren Aussagen.

Frage von Ratsherrn Pockrand, SPD-Fraktion

Herr Pockrand fragt nach, ob nach der Kürzung der Finanzmittel das Geld für den

Ausbau der Autobahnen vom Bund auch zur Verfügung gestellt wird.

Antwort von Herrn Heinze (Ministerium):

Herr Heinze ist zuversichtlich, dass der Bund die Mittel zur Verfügung stellen werde.


10

Frage von Ratsherrn Schoofs, Fraktion Bürgerliste:

Herr Schoofs möchte wissen, wann die Ergebnisse der A3-Voruntersuchung

vorliegen, da dies auch Auswirkungen auf umliegende Grundstücke und damit auf

den Standort der städt. Feuerwache haben wird.

Antwort von Herrn Schmitt (Landesbetrieb) und Herrn Oberbürgermeister Buchhorn:

Die Voruntersuchung werde jetzt beauftragt. Mit Ergebnissen sei im Sommer/Herbst

2013 zu rechnen. Herr Oberbürgermeister Buchhorn ergänzt, dass die Feuerwache

eine städtische Angelegenheit sei, die im Rat der Stadt Leverkusen entschieden

werde.

Abschließend erklärt Herr Oberbürgermeister Buchhorn, dass die Fragen und

Antworten protokolliert und zur Verfügung gestellt würden; ebenso die

Präsentationen des Landesbetriebs Straßen. Herr Schmitt gibt eine

Informationsschrift „Statistik Lärmschutz für Bundesfernstraßen“ zu Protokoll und

verweist auf die kostenlose Bezugsquelle. (Anmerkung: Die Informationsschrift wurde

für die Fraktionen bereits in entsprechender Stückzahl bestellt.)

Herr Oberbürgermeister Buchhorn bedankt sich für den gelungen Dialogauftakt und

verweist auf die noch bestehenden Anträge der Fraktionen. Er bittet die Fraktionen

um eine Rückmeldung, wie mit den noch vorliegenden Anträgen/Anfragen etc.

weiterverfahren werden soll. Er schließt die Veranstaltung um 15.00 Uhr.

gez. Buchhorn

Die in der Informationsveranstaltung abgehaltenen Präsentationen können in der

digitalen z.d.A.: Rat-Ausgabe Nr. 2/2013 eingesehen werden.


11

Informationsveranstaltung zum Thema „Verkehr“ am 30.01.2013

Teilnehmer:

CDU-Fraktion

Bruchhausen-Scholich, Annegret

Eckloff, Andreas

Hebbel, Paul

Hebbel, Stefan

Kentrup, Hermann Josef

Lukas, Franz-Georg

Marewski, Bernhard

Miesen, Bernhard

Müller, Rudolf

Richerzhagen, Christine

Saal, Kurt

Schiefer, Rainer

Schönberger, Frank

Scholz, Rüdiger

von Styp-Rekowski, Irmgard

Tannenberger, Ina

Wokulat, Ulrich

SPD-Fraktion

Feller, Ferdinand

Ippolito, Peter

Dr. Klose, Hans

Krampf, Martin

Lux, Eva


12

Longerich, Heinz-Josef

Lührs, Reinhart

Masurowski, Gerd

Melchert, Christian

Nahl, Günter

Pockrand, Wolfgang

Richrath, Uwe

Viertel, Peter

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Arnold, Roswitha

Berg, Wolfgang

Danlowski, Dirk

Eppert, Tim

Hasivar, Frank

Keil, Martin

Müller, Hans-Jürgen

Schmitz, Marita

Fraktion BÜRGERLISTE

Jerabek, Rainer

Manglitz, Stefan

Quatz, Michael

Schmitz, Günter

Schoofs, Erhard T.

Schweiger, Karl

Trampenau, Barbara

FDP-Fraktion


13

Bartels, Uwe

Berghöfer, Jörg

Freund, Ulrich

Linden, Heinrich

Ries, Jochen

Fraktion Die Unabhängigen

Lindlar, Manuel

Mertgen, Alfred

Schmitz, Frank

Schröder, Walter

Wolf, Thomas

Fraktion pro NRW

Kutzner, Susanne

OP-Gruppe

Pott, Markus

Fraktionslos

Dr. Becker, Uwe


Informationsveranstaltung Verkehr

hier:

Verkehrsuntersuchung Leverkusen

- Inhalt und Ergebnisse -

Stadt Leverkusen

30. Januar 2013

Landesbetrieb Straßenbau NRW, Regionalniederlassung Rhein-Berg

Brilon Bondzio Weiser Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen mbH

1 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Rückblick „AK Leverkusen

2 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Inhalt

- Ausgangssituation

- Vorhandene Verkehrssituation

- Zukünftige Verkehrssituation

- Verkehrliche Lösungen

3 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Planungsablauf

Verkehrsuntersuchung

Voruntersuchung

Vorentwurf

Planfeststellungsverfahren

Ausführungsplanung,

Ausschreibung

Bau

4 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ausgangssituation / Problematik

• bereits heute hohe Verkehrsbelastungen

• weitere Zunahmen des Verkehrsaufkommens prognostiziert

• häufige und lang anhaltende Stauungen

• Gefährdung der Verkehrssicherheit durch Auffahren auf ein Stau-Ende

• fortschreitender Ausbau des Kölner Rings

• geringer Abstand zwischen Knotenpunkten

• bisherige Planungen und Untersuchungen für diesen Bereich betrafen nur Teilbereiche

• keine ausreichenden Kenntnisse über das Verkehrsgeschehen

(„Wer fährt wohin?“)

• dicht an die BAB angrenzende Bebauung und Verkehrswege

5 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


angrenzende Wohnbebauung (Am Stadtpark)

6 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


angrenzende Stadtstraße (Syltstraße)

7 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ziel der Verkehrsuntersuchung

Entwicklung einer Gesamtlösung für den Ausbau des

Autobahnkreuzes Leverkusen und der benachbarten Strecken

und Knotenpunkte

die beinhaltet:

• leistungsfähige Abwicklung des für 2025 prognostizierten Verkehrsaufkommens

• hohe Verkehrssicherheit

• Minimierung der Eingriffe in das Umfeld

• Ausbau in Stufen und unter Betrieb möglich

8 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Inhalt der Verkehrsuntersuchung

• Verkehrszählungen

• Auswertung von Daten aus Dauerzählstellen

• Auswertung von Unfall- und Staudaten

• Verkehrstechnische Berechnungen nach HBS (Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen)

• Modellierung der Verkehrsnachfrage zur Analyse und Prognose

• Ganzjahresanalyse des Verkehrsablaufs

• Straßenplanerischer Entwurf

• Kostenschätzung

• Zusammenfassende Bewertung, Bericht

9 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Planungs- und Untersuchungsraum

10 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Übersichtsplan

AK Leverkusen-West

AK Leverkusen

A 3

A 1

AS Leverkusen

11 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Vorhandene Verkehrssituation -

ganzjährige Auswertung von Dauerzählstellen (Beispiel)

Beispiel: A 3, Fahrtrichtung Oberhausen, im AK Leverkusen

→ Im Jahresgang nur sehr geringe saisonale

Schwankungen der Verkehrsstärken

12 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Vorhandene Verkehrssituation -

durchschnittliche tägliche Verkehrsstärken am AK Leverkusen

→ Innerhalb der Wochentage ähnliche

durchschnittliche tägliche Verkehrsstärken

Tägliche

Verkehrsstärken

[Kfz/24h]

alle Tage

Werktage

Urlaubstage

Sonn-/Feiertage

13 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Vorhandene Verkehrssituation -

stündliche Verkehrsstärken am AK Leverkusen

→ Die Belastungen der 30., 50. und 100. Stunde

liegen sehr nah beieinander

das bedeutet

→ die 30. Stunde ist für die Bemessung repräsentativ

Stündliche

Verkehrsstärken

[Kfz/h]

30. Stunde

50. Stunde

100. Stunde

14 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Prognose 2025 -

Verkehrsmodell, Ergebnisse

• Aufstellung eines Verkehrsmodells zur

→ Ermittlung der Prognosebelastungen für das Jahr 2025

→ Identifizierung von Leistungsfähigkeitsdefiziten im Prognosejahr

→ Überprüfung der entwickelten Lösungen

• Ergebnis der Prognoseberechnungen: Deutliche Verkehrszunahmen!

+ 15 %

(Prognose 2025 –

ohne Ausbau)

ohne Ausbau → Verdrängungen

ins städtische Straßennetz

+ 25 %

(Prognose 2025 –

mit Ausbau)

mit Ausbau → Entlastungen

des städtischen Straßennetzes

15 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Prognose 2025 -

Bewertung der Verkehrsqualität nach HBS (Prognosenullfall)

Qualitätsstufe

des Verkehrsablaufs (QSV)

nach HBS

(Handbuch für die Bemessung

von Straßenverkehrsanlagen):

A sehr gut

B gut

C befriedigend

D ausreichend

E mangelhaft

F ungenügend

16 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Entwicklung eines Gesamtkonzeptes –

AK Leverkusen - Variantenuntersuchung

Keine ausreichende Verkehrsqualität

wegen Beibehaltung der Verflechtungsstrecken

- Mindestelemente in Lage und Höhe

- Eingeschränkte Qualität des Verkehrsablaufs

- Eingriff in Bebauung im Nordostquadranten

Anlage zusätzlicher Fahrstreifen

Abgewandeltes Kleeblatt

17 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Entwicklung eines Gesamtkonzeptes –

AK Leverkusen - Variantenuntersuchung

- vier Ebenen erforderlich

- dadurch Nachteile bei: Emissionen, Stadtbild,

Baukosten, Umbau unter Verkehr

(Abgewandeltes) Malteserkreuz

- Mindestelemente in Lage und Höhe

- Grundlage für Weiterentwicklung

(Abgewandelte) Windmühle

18 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Entwicklung eines Gesamtkonzeptes –

AK Leverkusen – Vorschlag Verkehrsuntersuchung

Höhenlage der Rampen beispielhaft –

Untersuchung in den

folgenden Planungsschritten

- zügige Verkehrsführungen

- weitestgehend innerhalb der heutigen Verkehrsflächen

- stufenweiser Umbau unter Verkehr möglich

19 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Entwicklung eines Gesamtkonzeptes –

Planungsraum – Vorschlag Verkehrsuntersuchung

Überprüfung der Fahrstreifenanzahl

in den folgenden Planungsschritten

20 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Entwicklung eines Gesamtkonzeptes –

Bewertung der Verkehrsqualität nach HBS (Prognoseplanfall)

21 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


nächster Bearbeitungsschritt

Verkehrsuntersuchung

Voruntersuchung

Vorentwurf

Planfeststellungsverfahren

Ausführungsplanung,

Ausschreibung

Bau

22 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Rheinbrücke Leverkusen

im Zuge der BAB A1

Dipl.-Ing. Christoph Jansen

1 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Übersicht zum Bestandsbauwerk

Strombrücke, L = 687 m - Stahl

Leverkusen

Vorlandbrücke, L = 308 m - Spannbeton

Querschnittsaufweitung

Köln

Verkehrsbelastung:

119304 Kfz/d, SV = 12 %

2 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Übersicht zum Bestandsbauwerk

Längsansicht (Strombrücke)

FR Köln

FR Dortmund

WL Köln

Pylonhöhe 49,3 m

WL Leverkusen

97,4 – 106,3 m 280 m

106,3 - 97,4 m

687 m

Bauart: Schrägseilbrücke aus Stahl

Bauzeit: 1961-1965

3 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Übersicht zum Bestandsbauwerk

Querschnitt (Regelbereich)

37,80 m

4,20 m

Stahl: St 52, St 37

Verbindungsmittel: Schweißen und Nieten

4 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ermüdungsschäden

Ursache:

Materialermüdung infolge

Wechselbeanspruchung durch

unterschiedliche Radposition

5 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ermüdungsschäden

Schweißnahtausführung beeinflusst die

Ermüdungssicherheit der Verbindung erheblich

Geringe

Ermüdungsfestigkeit

Geringe without penetration Einbrandtiefe little penetration

< 2mm

Hohe

Ermüdungsfestigkeit

full penetration,

remaining notch

less than 2 mm

Einbrand über gesamte Blechdicke

6 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ermüdungsschäden - Queraussteifung

Bereich 4

Bereich 1

Bereich 2

Bereich 3

Bereich 1: Strebenanschluss außen am Kragarm

Bereich 2: Strebenanschluss außen am Hohlkasten

Bereich 3: Lasteinleitungssteifen im Hohlkasten

Bereich 4: Obere Querrahmenecke im Hohlkasten

7 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ermüdungsschäden - Queraussteifung

Abriss des

Obergurtes der

Querträger

8 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Instandsetzungskonzept der Hauptschäden am

Quertragsystem

Blechaustausch an den

20 festgestellten Hauptschäden

Neuschweißung

weiterer 200

Anrissstellen

9 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ermüdungsschäden

Rissursachen

• Hohe ermüdungswirksame Belastung

• Ausführung der Konstruktion ist nach heutigem Stand

des Wissens nicht ermüdungsgerecht

• Unterdimensionierung der Bleche und der Schweißnähte

• Verringerte Materialgüte des Stahls (nur bedingte Schweißeignung)

• Z.T. Mangelhafte Ausführungsqualität beim Neubau

Risse in der Stahlkonstruktion

Ausblick

• Brücke bleibt unter kontinuierlicher

Überwachung + kurzfristige Instandsetzung

• Weitere Risse und somit auch Verkehrsbeschränkungen

können nicht ausgeschlossen werden

Kurzfristiger Ersatzneubau erforderlich

10 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Übersicht Planungsabschnitte

Planungsabschnitt

Rheinbrücke Leverkusen

Planungsbereich bis

zum AK Leverkusen

A 3

A 1

11 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Planung des Ersatzneubaus

Planungsabschnitt

Rheinbrücke Leverkusen

12 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Planung des Ersatzneubaus

Prinzip:

Getrennte Teilbauwerke

Bauablauf:

I. Neubau 1. Teilbauwerk

II. Verkehrsumlegung auf 1. Teilbauwerk

III. Abbruch Bestandsbauwerk

IV. Neubau 2. Teilbauwerk

V. Endgültige Verkehrsführung

13 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Planung des Ersatzneubaus

2012 / 2013 2013

2016 2017

2020

Konzeptentwicklung

• Baugrunduntersuchung

• Umweltverträglichkeit

• Behördenabstimmung,

insbesondere WSV

• Verkehrsuntersuchung

Konstruktionsvorschlag

Planung/Baurecht/

Bauvorbereitung

• Bauwerksentwurf

• Straßenentwurf

• Baurechtsverfahren

• Ausschreibung

• Vergabe

Bauvertrag

Realisierung

• Baudurchführung

Verkehrsfreigabe 2020

(erster Überbau)

14 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Ausbau A 1 bis zum AK Leverkusen

Planungsbereich bis

zum AK Leverkusen

15 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Die nächsten Schritte …

Leistungsbeschreibung für Planungsauftrag wird momentan erstellt

Inhalte:

• Variantenuntersuchung im Hinblick auf Hochlage/Tieflage der A 1 im Planungsabschnitt

• Untersuchung der baulichen Realisierungsmöglichkeiten der Varianten

• Ermittlung der erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen der Varianten

• Ermittlung der bauzeitlichen verkehrlichen Auswirkungen der Varianten

• Festlegung einer Variante und Erstellung der Detailplanung

• Entwicklung eines Planungsbegleitenden Informationskonzeptes

16 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

17 | Verkehrsuntersuchung Leverkusen | Leverkusen, 30.01.13

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