Scheidung, Ehe und Lebensgemeinschaft - LexisNexis ARD Orac

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Scheidung, Ehe und Lebensgemeinschaft - LexisNexis ARD Orac

Vorwort zur 11. Auflage

Die Neuauflage ist vor allem geprägt durch das KindNamRÄG 2013, das großteils am

1. Februar 2013 in Kraft getreten ist. Die namensrechtlichen Bestimmungen treten mit

1. April 2013 in Kraft. Anlass für die Reform des Kindschaftsrechts waren Entscheidungen

des VfGH und EGMR, die den österreichischen Gesetzgeber verpflichteten,

dem „unehelichen“ Vater ein Antragsrecht auf (gemeinsame) Obsorge einzuräumen.

Dies hat den Gesetzgeber aber darüber hinaus dazu veranlasst, nicht nur das Obsorgerecht,

sondern weite Bereiche des Kindschaftsrechts total zu reformieren. Weiteres

Ziel war es dabei vor allem, die gesetzliche Differenzierung zwischen unehelichen und

ehelichen Kindern aufzuheben. Dieser Umstand, aber auch noch andere Überlegungen,

führten zu einer völligen systematischen Neuregelung der kindschaftsrechtlichen

Bestimmungen. Diese Umnummerierungen werden den Rechtsanwendern in nächster

Zeit wohl noch erhebliche Schwierigkeiten verursachen.

Inhaltlich betreffen die Änderungen neben dem Obsorge- und Kontaktrecht auch noch

die gesetzlich präzisere Fassung des Kindeswohls, eine umfassende Novellierung des

Namensrechts, einheitliche Altersgrenzen für Adoptionen und diverse andere kleinere

Novellierungen. Die Reform betraf aber vor allem auch Änderungen im Bereich des

Verfahrensrechts, wobei das Augenmerk hier besonders auf konfliktlösende Mechanismen

gelegt werden sollte. Mit dem KindNamRÄG 2013 wurde etwa die Familiengerichtshilfe

oder der Besuchsmittler gesetzlich neu installiert. Auch insgesamt sollten

mit dieser Reform nachhaltige Verbesserungen in der Familiengerichtsbarkeit erreicht

werden.

Seit dem Erscheinen der letzten Auflage wurde aber auch das Gesetz zur eingetragenen

Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Lebenspartner verabschiedet, das mit

1.1.2010 in Kraft getreten ist.

Neben diesen gesetzlichen Änderungen sind in der Neuauflage darüber hinaus eine

Fülle von aktuellen zweit- und oberstgerichtlichen Entscheidungen sowie neue Literatur

eingearbeitet und sämtliche Werte aktualisiert worden. Weil in diesem Werk das

Augenmerk vor allem auf eine komprimierte Darstellung und die für den Rechtsanwender

maßgebende Judikatur gelegt werden soll, wird auf einschlägige weiterführende

Literatur entweder im laufenden Text Bezug genommen oder sie findet sich im

Literaturverzeichnis.

Für den Rechtsanwender ist aber nicht bloß die österreichische Rechtslage interessant,

sondern aufgrund der zunehmenden internationalen Verknüpfungen des Familienrechts

auch die internationale Rechtslage. Weil gerade im internationalen Familienrecht

die Rechtsquellen immer weiter zunehmen und dieses Dickicht oftmals nur von

Spezialisten im Detail überblickt werden kann, enthält dieses Werk in einem Anhang

auch eine umfassende Darstellung des internationalen Familienrechts. Für die Bearbeitung

dieses Teils konnte Herr LStA Dr. Robert Fucik, Leiter der Abteilung für internationales

Familienrecht und Rechtshilfe im BMJ und ein absoluter Experte auf diesem

Gebiet, gewonnen werden. Ihm gilt mein besonderer Dank!

Deixler-Hübner, Scheidung, Ehe, Lebensgemeinschaft, 11. Auflage, LexisNexis

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