Seniorenzeitung 02/2013 - Stadt Lingen

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S e n i o r e n z e i t u n g 0 2 | 2013

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Heinrich Uphus, geboren am 01. Oktober 1921 in Baccum

sitzt uns gegenüber im Wohnzimmer seines Sohnes

Hans-Bernd und seiner Schwiegertochter Elfriede.

Dazu gesellt sich die Enkeltochter mit der viermonatigen

Urenkeltochter und es entwickelt sich ein fröhliches

Gespräch zwischen vier Generationen.

Dies ist ein schöner Einstieg, um mehr aus dem Leben

von Heinrich Uphus zu erfahren. Da sein Vater nach

dem 1. Weltkrieg eine Anstellung bei der Post in Baccum

erhielt, siedelte die Familie dorthin um. Er wurde

1928 in die Volksschule Baccum eingeschult. Aufgrund

der Versetzung seines Vaters nach Lingen beendete er

1936 seine Schulzeit in der Hindenburgschule- heute

Overbergschule. Er begann seine vierjährige Lehrzeit

zum Maschinenschlosser beim Eisenbahnausbesserungswerk

in Lingen. Vorzeitig abbrechen musste diese,

weil er 1940 zum Kriegseinsatz einberufen wurde.

Nicht nur durch seine Berufskenntnisse, sondern auch

seine feingliedrigen Hände( weil die Funk- und Morsetastaturen

relativ klein waren) wurde er als Spezialpersonal

bei der Wehrmacht eingesetzt. Das hatte zur Folge,

dass er viele Kriegsschauplätze und viele Einheiten

kennenlernte. So war er u. a. in Insterburg, Peenemünde,

Estland, Leningrad- heute Petersburg-, bis Südfrankreich.

Das Kriegsende erlebte er

in Breslau, hier wurde seine Einheit

nach Görlitz abkommandiert,

doch keiner wusste so recht, was

kommt. Der Tipp eines jungen

Mädchens, das heute der letzte

Zug rausfährt, nahmen er und

einige andere zum Anlass, wegzukommen.

Sie erreichten Karlsbad

und schlossen sich einem

riesigen Treck an. Auf einmal erschienen zwei Offiziere,

ein Amerikaner und ein Russe. Sie spannten willkürlich

ein Band über die Straße und teilten die Gruppe.

Die eine Gruppe kam in amerikanische Gefangenschaft,

die andere in russische. Er hatte Glück, er kam zu den

Amerikanern, die ihn bald entließen. Er erreichte Ende

Juli 1945 Lingen. Ein weiteres Glück war, dass er sofort

wieder bei der Reichsbahn Arbeit fand.

Noch größer wurde das Glück, als er seine Frau Anni

kennenlernte. Sie heirateten 1948. 2 Söhne und eine

Tochter machten sie zu einer Familie, die heute um sieben

Enkelkinder und acht Urenkelkinder bereichert ist.

Leider starb seine Frau Anni im Jahre 1990.

Beruflich bildete er sich weiter und erhielt 1951 seinen

Meisterbrief im Maschinenbau. 1953 wechselte er zum

Baugeschäft der Firma Hoff, das seinem Schwiegervater

gehörte. Ein neuer Arbeitgeber, die Bundeswehr, bot

der Lingener Bevölkerung ganz neue und vielseitige

Berufswege. Hier witterte auch Heinrich seine Chance

und bewarb sich. Seit 1958 bis zu seiner Pensionierung

im Jahre 1985 arbeitete er hier in unterschiedlichen Arbeitsgebieten.

Er engagierte sich für die Arbeitnehmer

und war 25 Jahre Personalratsvorsitzender. Außerdem

gehörte er 10 Jahre zum Kirchenvorstand der Maria-

Königin-Kirche. 1971 wurde er in den Rat der Stadt gewählt.

Hier arbeitete er über 15 Jahre in den verschieden

Gremien, als Vorsitzender im Werksausschuss und

Personalausschuss, als stellvertretender Vorsitzendes

im Sozialausschuss und als Mitglied im Planungsausschuss.

Bei der Ratsarbeit durfte auch die Geselligkeit

nicht fehlen. Dafür war Heinrich immer zur Stelle und

belebte jeden Festausschuss. Darüber hinaus sprach er

noch Recht als Schöffe, 4 Jahre am Amtsgericht Lingen

und 4 Jahre am Landgericht Osnabrück.

Im Urlaub ging es an die Nordsee. Texel wurde zum

Lieblingsziel der gesamten Familie. Noch heute fährt

er (lässt sich fahren von Familienmitgliedern) zu den

traditionellen Kartenspielterminen. Das Spiel heißt:

Klaverjassen. Zweimal jährlich gibt es sogar ein Preisspiel,

dass Heinrich ausrichtet. Er fühlt sich integriert

dort und nimmt ebenfalls dort an Altennachmittagen

teil. Doch auch in Lingen pflegt er Freundschaften.

Stolz erzählt er, dass er zum 94. Geburtstag Oberst

Hoffmann besuchte, sein ehemaliger Vorgesetzter, der

heute zu seinem Freundeskreis zählt.

Ursula Ramelow, Walter Ahlrichs

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