Logistik ist Vertrauenssache - Logwin Logistics

logwin.logistics.com

Logistik ist Vertrauenssache - Logwin Logistics

Ausgabe 1 | 2013

Das Magazin für Kunden und Entscheider in der Logistikbranche

Retaillogistik:

Gemeinsam

die passende

Lösung finden

Logwin im Gespräch

über den Mehrwert

individueller Logistik,

vermeintlich günstige

Pakete und die

Herausforderungen

im Netzwerk

Von Schiff

zu Schiff

Luxusyachten

nach Miami

Ob und wem Menschen vertrauen,

hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Der wichtigste: Erfahrung

Logistik ist

Vertrauenssache


editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Über Logwin und seine

Dienstleistungen

Als integrierter Logistikdienstleister

entwickelt Logwin ganzheitliche

Logistik- und Servicelösungen

für Industrie und Handel

mit rund 4.800 Mitar beitern in

rund 40 Ländern. Logwin bietet

Kontraktlogistik, weltweite Luftund

Seefracht sowie Transportlösungen

auf Straße und Schiene.

Mit individuellen Logistikkonzepten

bringt Logwin das Geschäft

seiner Kunden nachhaltig voran.

Wie das für Sie funktioniert?

Das erfahren Sie unter

www.logwin-logistics.com

ob wir unser Auto aus der Werkstatt

holen, uns beim Zahnarzt behandeln lassen

oder ein Paket versenden – ohne Vertrauen

geht es nicht. Wo Menschen zusammenleben

und zusammenarbeiten, müssen

sie sich aufeinander verlassen. Niemand hat

Zeit, sich im Alltag stets persönlich über Qualifikation

und Eignung seines Gegenübers zu informieren.

Ein gewisser Vertrauensvorschuss

begleitet fast jeden Schritt.

Auch die Logistik ist von Menschen gemacht. Hinter allen Warenbewegungen

stehen Mitarbeiter, die mit Erfahrung und Können dafür sorgen, dass die Produkte

ihrer Auftraggeber unversehrt und sicher das Ziel erreichen. Kunden, mit denen

wir schon viele Jahre oder Jahrzehnte zusammenarbeiten, wissen, dass

sie sich auf uns verlassen können. Andere kennen uns vielleicht noch nicht.

Sie müssen erst selbst erfahren, dass der persönliche Dialog auf Augenhöhe für

uns selbstverständlich ist. Denn nur wenn Menschen direkt miteinander in Kontakt

stehen, kann eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Geschäftsbeziehung

entstehen. Sie ist der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg.

Bei Logwin hat jeder Kunde einen festen Ansprechpartner, an den er sich wenden

und auf den er zählen kann. Logwin verbindet diese Kundennähe mit leistungsfähigen,

globalen Logistikkonzepten. Um sie umzusetzen und komplexe Supply

Chains zuverlässig zu realisieren, muss Logwin ebenfalls vertrauen: Wir verlassen

uns auf unsere Partner bei den Airlines und den Reedereien ebenso wie auf die Experten

am Flughafen-Tower oder beim Wetterdienst. Indem wir alle um sichtig

handeln, sorgfältig prüfen und täglich unser Bestes geben, machen wir

das Leben und unseren Arbeitsalltag so sicher wie möglich – und schaffen

eine solide Vertrauensbasis für die Zukunft.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dem Logwin Magazin!

Simone Schneckenburger

ist in der Logwin-Niederlassung

Pratteln in der Schweiz im Bereich

Oceanfreight tätig.

Herzlichst

Ihr

Berndt-Michael Winter

CEO Logwin AG

Leserbefragung

Ihre Meinung zum Logwin

Magazin ist uns wichtig:

www.logwin-feedback.com

2

Logwin Magazin 01|1 3


inhalt

schwerpunkt

Wie wichtig die richtige

Arbeitskleidung für die

Sicherheit der Mitarbeiter ist,

im Schwerpunkt ab Seite 4

4

schwerpunkt

4 Vertrauen ist kostbar

Gehaltene Versprechen zahlen sich aus.

Wie Vertrauen entsteht.

6 Wie angewurzelt

Sichere Ladung

7 Safety First

Sicherheitsbekleidung bei Logwin

8 Und nun zum Wetter

Interview mit Berthold Lescher vom

Deutschen Wetterdienst

Länderreport

8

Und nun zum Wetter

„Wetter ist ein chaotisches System“, erklärt

Berthold Lescher vom Deutschen Wetterdienst

im Interview auf Seite 8

16 Küss die Hand, schönes Land!

Österreich – Berge, Seen und die

Geschichte als Vielvölkerstaat

machen Österreich zu einem

besonderen Land

19 Geschützt vor Wind und Wellen

Seemäßige Verpackung aus

Traiskirchen

20 newsflash

Neues aus dem weltweiten Logwin Netz:

Australien – Indien – Korea –

Kroatien – Spanien

hintergrund

hintergründe

24

Alle an einem Tisch

Dirk Ewers und Oliver Mazat über den

Mehrwert individueller Retaillogistik ab

Seite 24

24 Alle an einem Tisch

Dirk Ewers und Oliver Mazat über den

Mehrwert individueller Retaillogistik,

vermeintlich günstige Pakete und die

Herausforderungen im Netzwerk

28 In Lichtgeschwindigkeit

Erfolgreiche Automatisierung im

Lager für Oriflame und Nespresso

30 Global Player mit Flügeln

Weltweit pendeln etwa 50 Milliarden Vögel

zwischen Brutgebiet und Winterquartier

9 Den Wettlauf gewinnen

So sichert Logwin seine IT

10 Den Himmel im Blick

Markus Würger über seine Arbeit

als Fluglotse am Flughafen Frankfurt

11 Unsichtbares sichtbar machen

Transport von sensiblen

Röntgenscannern für Rapiscan

12 An jedem Ort sicher

Umzäunt, überwacht, verschlossen –

Sichere Retaillogistik

13 Was tun, wenn’s brennt?

Die Logwin Betriebsfeuerwehr

in Traiskirchen

14 Die neue Klarheit

Weltweites Tool für Supply Chain

Management

15 newsflash

Neue Logwin Länderseiten online

Hilfe für Flutopfer

Logwin bei Facebook

projek te

21 Point of Sale im Netz

Relaunch des Webshops für MAN

Auf den Leib geschneidert

Kluges Lagerfachsystem schafft Platz für

BMW-Originalteil

22 Auf in neue Gewässer

Zwei Luxus-Yachten auf

dem Weg nach Miami

23 Azubis ausgelagert

Austauschprogramm mit Hugo Boss

16

länderreport

32 Koffeinnachschub per Schiff

Logwin transportiert „braunes Gold“

für INSTANTA

33 Immer unter Strom

Eilige Luftfracht für Hitec

34 Sensible Riesen

Graphit auf der Transsibirischen Eisenbahn

35 Gewinnspiel

Österreich – Küss die Hand, schönes Land!

Berge, Seen und die Geschichte als Vielvölkerstaat

machen Österreich zu einem besonderen Land – ab Seite 16

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schwerpunktthema — sicherheit

Die Basis von allem

Vertrauen

ist kostbar

Es zu gewinnen, ist schwer, es zu verlieren, tut weh.

Am Anfang einer Beziehung – ob geschäftlich oder privat – muss

es geschenkt werden. Und wenn alles gut läuft, kann es wachsen.

4

Logwin Magazin 01|1 3


Ob und wem Menschen vertrauen, hängt von

verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste davon

ist die Erfahrung: Gehaltene Versprechen und

ehrliche Antworten zahlen sich aus.

Auf Nummer sicher

In der Geschäftswelt dominieren harte Fakten. Kosten-Nutzen-Rechnungen

sind hier nicht nur legitim, sondern entscheiden über Gewinn

und Verlust. Doch spätestens, wenn am Ende zwei Angebote nahezu

identisch sind, kommt das Bauchgefühl ins Spiel: Welcher Geschäftspartner

dann den Zuschlag erhält, ist vielleicht der Sympathie oder

einem geteilten Hobby geschuldet. Ob die Entscheidung richtig war,

lässt sich am Ergebnis überprüfen.

Hilfreich für einen Vertrauensvorschuss sind Referenzen. Sie belegen,

dass andere schon gute Erfahrungen mit dem betreffenden Partner

gemacht haben, ihm vertrauen oder vertraut haben. Ähnlich aussagekräftig

sind Mitgliedschaften oder objektiv anerkannte Zertifikate – um

Mitglied zu werden oder ein Gütesiegel zu erhalten, sind bestimmte Auflagen

zu erfüllen. Viele geschäftliche Beziehungen sind überhaupt nur

möglich, wenn verbindliche Normen eingehalten werden. Qualitätsprüfungen

sind deshalb schon lange Standard: Das fängt beim garantiert

biologischen Babybrei an und reicht bis zur gültigen TÜV-Plakette des

privat gekauften Gebrauchtwagens.

Keine Ausnahme

von der Regel

Neben den gesetzlichen Vorgaben setzen sich branchen- oder unternehmensinterne

Auflagen durch – selbst gesteckte Ziele, die maximale

Qualität und Sicherheit gewährleisten sollen. Oft gehen diese sogar

über das gesetzlich vorgegebene Maß hinaus. Unternehmen, die sich

selbst strenge Kriterien auferlegen und alle verbindlichen Standards

einhalten, haben die besten Voraussetzungen, das Vertrauen ihrer

Geschäftspartner zu gewinnen. ■

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Ladungssicherung: Beim

Beladen des LKW muss

ein Fahrer bereits an

mögliche brenzlige

Situationen im Straßenverkehr

denken.

Ladungssicherung

Wie angewurzelt

Beschleunigung, Fliehkraft, Verzögerung – wer für die Ladungssicherung

auf dem Lkw zuständig ist, der hat es mit handfester

Physik zu tun. Wo muss der Schwerpunkt des Transportguts

l iegen? Welche Formen der Ladungssicherung gibt es? Das und

mehr lernen und üben die Fahrer in regelmäßigen Schulungen.

Wer den ganzen Tag auf der Straße unterwegs ist, der erlebt auch brenzlige Situationen.

Dabei muss es nicht immer der Unfall kurz vor dem eigenen Fahrzeug oder das

Stauende in der Kurve sein, das den Lkw-Fahrer zu einer Vollbremsung zwingt –

auch das Fahrverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer kann ein abruptes Abbremsen

erfordern. „An solche Momente müssen die Fahrer bereits denken, wenn sie

den Lkw beladen“, sagt James Bailey, Head of Quality, Safety and Environment Solu

tions bei Logwin. „Denn im Ernstfall muss die Fracht diese Bewegungen aushalten.“

Formschlüssig und kraftschlüssig

Die zwei wichtigsten Arten, die Ware vom Rutschen abzuhalten, sind die formschlüssige

und die kraftschlüssige Ladungssicherung. Bei der formschlüssigen Methode

stützen die Wände des Frachtraums das Transportgut. Holme und Keile füllen die

Zwischenräume. „Man könnte es so formulieren: Die Ladung kann nicht anders!“,

erklärt James Bailey. Bei der kraftschlüssigen Sicherung kommen Hilfsmittel wie

Spann ketten oder -gurte zum Einsatz. Sie wirken zum Beispiel in Kurven oder beim

Bremsen der Lageänderung entgegen. Die Hilfsmittel erhöhen dabei die Reibkraft –

also die Kraft, die die Ladung dem Verschieben entgegenstellt. Antirutschmatten

können diese Kraft noch zusätzlich erhöhen. „Beide Methoden können auch kombiniert

werden“, sagt James Bailey. „So ist die Ladung optimal gesichert.“

In den Schulungen spielen physikalische Gesetze eine große Rolle. Wie hoch sind

Gewichts-, Brems- oder Reibkraft? In welche Richtungen wirken die verschiedenen

Kräfte? Und welchen Einfluss hat die Ladungssicherung darauf? Hier lernen die Fahrer,

was bei der Verteilung der Last zu beachten ist. „Die Lastenverteilung und die

Ladungssicherung hängen auch immer vom Fahrzeugtyp ab“, erklärt James Bailey.

„Nicht jeder Lkw eignet sich für jede Ladung.“

Für die sichere Beladung ist übrigens nicht der Fahrer allein zuständig – auch Absender,

Frachtführer, Verlader und Halter haben Pflichten zu erfüllen. Der Fahrzeughalter

etwa ist verantwortlich für den ordnungsgemäßen Zustand und die Ausrüstung

des Lkw; der Absender muss seinen Dienstleister auf besondere Anforderungen

bestimmter Waren hinweisen. Nur alle gemeinsam tragen zum sicheren

Transport der Waren bei – und damit zur Sicherheit auf der Straße. ■

Schutzhelm

Er schützt den Kopf vor herabfallenden

Gegenständen, außerdem bewahrt er vor

Verletzungen in engen Teilen des Lagers.

Ohrstöpsel

Sie schützen bei lautem Umfeld nicht nur

das Gehör, sondern auch das Trommelfell

und den Gehörgang. Durch ihre elastische

Form passen sie sich dem Ohr gut an.

Schutzbrille

Sie verhindert, dass Fremdkörper oder

Flüssigkeiten ins Auge eindringen und es

verletzen.

Atemschutzmaske

Sie schützt Lunge und Atemwege gegen feste

Partikel und flüssige Aerosole. Zum Einsatz

kommt sie an staubigen Arbeitsplätzen

oder in Notfällen wie bei Rauchentwicklung

oder Ausströmen von Gas.

6 Logwin Magazin 01|1 3


schwerpunktthema — sicherheit

weiterbildung ist Pflicht

Den Ernstfall geprobt

In den meisten Ländern ist die Weiterbildung der Berufskraftfahrer

Pflicht. Auch die Lkw-Fahrer, die für Logwin im Einsatz sind, nehmen

jährlich an Fortbildungen und Sicherheitstrainings teil. Der weltweit

zweitgrößte Automobilclub ADAC bietet dazu fünf verschiedene Module

an – bei Logwin steht jedes Jahr ein anderes Modul auf dem Programm.

Beim Eco-Training etwa optimieren die Teilnehmer ihren Fahrstil hinsichtlich

des Kraftstoffverbrauchs. Die theoretischen Kenntnisse wenden

sie schon bei der Schulung im Fahrtraining an. Im Bereich Sicherheitstechnik

lernen die Teilnehmer moderne Bremssysteme, Antriebsaggregate

oder Getriebebauarten kennen. Die Wirkungsweise der Sys ­

teme trainieren sie dann in simulierten Extremsituationen. Auch ein

Modul zur Ladungssicherheit darf nicht fehlen – hier stehen die Sicherheitsvorschriften

und die physikalischen Gesetze im Mittelpunkt.

selbstverständlich

Safety First

Von Kopf bis Fuß kleidet Logwin seine Lagermitarbeiter ein.

Die Kleidung schützt nicht nur gegen Kälte, sondern auch vor Unfällen.

Die Schutzstufe der einzelnen Kleidungsstücke entspricht europäischen

Sicherheitsnormen.

Warnweste

Sie erhöht die Sichtbarkeit der Lagermitarbeiter:

Die neongelbe Farbe fällt von weitem

auf, die reflektierenden Streifen werfen das

Licht verschiedener Quellen hell zurück.

Handreinigungsmittel

Es löst hartnäckige Verschmutzungen

schneller als Seife und schont so die Hände.

Die Haut wird gereinigt und gepflegt und

kann dadurch schneller wieder atmen.

Arbeitshandschuhe

Gegen mechanische Risiken wie Quetsch- oder

Schnittverletzungen schützen die Arbeitshandschuhe.

Der Ultra-Feinstrickhandschuh verfügt

außen über eine Poly urethane-Beschichtung.

Sicherheitsschuhe

Sie bewahren vor Verletzungen und Feuchtigkeit.

Die Zehenkappe schützt die Füße

gegen Stoßeinwirkung, die Schuhe sind

antistatisch und wasserdurchtrittsfest.

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schwerpunktthema — sicherheit interview

Wahrscheinlichkeitsrechnung

Und nun

zum Wetter

Wird es heute noch gewittern? Für die einen hängt

von der Wettervorhersage nur der Freibadbesuch

ab. Doch Berufsgruppen wie Landwirte, Logistiker

oder auch Mediziner sind auf verlässliche Prognosen

angewiesen. Das Logwin Magazin sprach mit

Berthold Lescher vom Deutschen Wetterdienst

(DWD). Er ist dort stellvertretender

Leiter der Luftfahrtzentrale

Mitte in Frankfurt am Main, Abteilung

Flugmeteorologie.

Logwin Magazin: Wie lange im Voraus kann

man das Wetter vorhersagen, und wie verlässlich

sind die Prognosen?

Berthold Lescher: Die Prognosen für die

nächsten drei Tage sind relativ verlässlich, in

der Flugmeteorologie liegt die Trefferquote bei

über 80 Prozent.

Logwin Magazin: Woran liegt es, dass die Prognosen

nicht genauer sind?

Berthold Lescher: Wetter ist ein chaotisches System, auf das viele

verschiedene Faktoren einwirken: Strahlung, Luftdruck, Temperatur,

Luftfeuchte, Wind und die Beschaffenheit der Erdoberfläche. Alles ist

abhängig von der Sonne – sie ist der Wettermotor, ohne Sonne gäbe es

kein Wetter. Schnell wechselnde Wetterlagen lassen sich nicht genau

bestimmen, zum Beispiel bei Gewitter. Manchmal fehlt dann nur ein

Quäntchen, so dass es nicht zum Ausbruch kommt. Viele Vorhersagen

sind auch ungenau, weil sie sich auf einen

zu großen geografischen Bereich

beziehen. In einer

Großstadt

kann es im Süden

regnen,

während im

Norden die

Sonne scheint.

Wetter ist

ein chaotisches

System.

Berthold Lescher (48) ist seit 2001

beim DWD beschäftigt. Zuvor absolvierte

er seine Ausbildung an der Fachhochschule

des Bundes für öffentliche Verwaltung,

Studiengang „Wetterdienst – geophysikalischer

Beratungsdienst der Bundeswehr“.

Die Dienste von Staat und

Bundeswehr sind nahezu identisch,

die Wetterberater wären

untereinander austauschbar.

Logwin Magazin: Sie sind beim DWD für Flugwetterberatung zuständig.

Gibt es bei bestimmten Wetterlagen auch Flugverbote?

Berthold Lescher: Es gibt keine Verbote. Wir sprechen nur Empfehlungen

und Warnungen aus. Gefährlich für die Luftfahrt sind beispielsweise

Gewitterlinien, also viele Gewitterzellen aneinander gereiht. Kein Pilot

möchte in eine Gewitterwolke fliegen. Diese Wettersysteme sind

mit heftigen Turbulenzen, Hagel und starker Vereisung

verbunden – die absoluten Feinde eines Luftfahrzeuges.

Über ihre Radarsysteme können Piloten Gewitterwolken

sehr genau sehen. Dann entscheidet

der Pilot – Wetterdienst und Fluglotsen

können nur Hilfestellung geben.

Logwin Magazin: Welche Extremsituationen

beeinträchtigen die Luftfahrt noch?

Berthold Lescher: Am bekanntesten ist sicher

die Aschewolke, die 2011 für Flugausfälle

gesorgt hat. Damals galt die Vorschrift, dass

in einem kontaminierten Luftraum keine Flugbewegung

mit Passagierbeförderung stattfinden

darf. Inzwischen wurde nachgesteuert, insbesondere

auf Betreiben des DWD. Zuvor mussten alle dem

Volcanic Ash Advisory Center folgen, heute sind beispielsweise

die Daten aus flugzeuggestützten Messungen maßgeblich;

zudem erstellen wir eigene Ausbreitungsberechnungen.

Ein glücklicherweise eher seltenes Phänomen ist die Radioaktivität,

die im Falle des Falles mit der Luftströmung transportiert und über die

Atmosphäre verteilt wird. Gerade in der Luftfahrt spielt die Radioaktivität

eine große Rolle; die Maschinen sollen ja nicht durch das verstrahlte

Gebiet fliegen und die Strahlung dann mit an die Zielflughäfen bringen.

Logwin Magazin: Welche Experten oder Fachdisziplinen arbeiten beim

Deutschen Wetterdienst?

Berthold Lescher: Beim DWD arbeiten nicht nur Meteorologen, sondern

auch Softwareentwickler, die Programme für die Wetter- und

Klima modelle schreiben, Physiker, Mathematiker, Juristen, Verwaltungsbeamte

und Wetterbeobachter – sie beobachten das Wetter

und verschlüsseln es, die Wetterphänomene werden in Zahlenkolonnen

dargestellt.

Logwin Magazin: Vielen Dank für das Gespräch!

8 Logwin Magazin 01|1 3


So sichert Logwin seine IT

Wetterschlüssel

Wetterdaten wie Temperatur, Windgeschwindigkeit

oder Sichtweite werden in international einheitlichen

Formaten, den sogenannten Wetterschlüsseln

übermittelt. Diese sind in Abschnitte

und in den Abschnitten in Gruppen unterteilt. Die

Abschnitte werden immer durch eine Dreierziffernfolge

eingeleitet. Es folgen Zahlenkolonnen

mit je 5 Ziffern, wobei die erste Ziffer für die Datenart

steht.

10162

→ Lufttemperatur 16,2 Grad Celsius

20148

→ Taupunkttemperatur 14,8 Grad Celsius

40172

→ reduzierter Luftdruck auf Meeresniveau

1017,2 Hpa

875//

→ Bewölkung, 7 steht für 7 Achtel Gesamtbedeckung,

die 5 steht für die Art der tiefen Bewölkung (hier

ist es die Stratocumulus-Bewölkung), die 4. Ziffer

steht für das mittelhohe und die fünfte für das

hohe Wolkenstockwerk, dabei steht „/“ für „nicht

erkennbar“

Logwin im Social Web

Treffen Sie Logwin

auch online !

www.logwin-logistics.com/social-media

Den Wettlauf

gewinnen

Auf die Frage, wie sicher das IT-System von Logwin ist, kommt die

Antwort spontan: ausreichend sicher! IT-Director Matthias Heinzel

erklärte dem Logwin Magazin, warum.

Es lässt sich nicht vermeiden: Ab einer gewissen

Größe rücken Unternehmen oder Institutionen

in die Schusslinie von Hackern. Diese

entwickeln einen großen Ehrgeiz darin, Lücken

zu finden und so in fremde Systeme einzudringen.

„Externe Angriffe auf unser IT-System

sind geradezu normal“, erklärt Matthias Heinzel.

Wichtig sei es deshalb, das eigene System

bestmöglich abzusichern. „Das ist uns bisher

auch gelungen.“

Für den Ernstfall gewappnet

Externe IT-Experten bescheinigen Logwin einen

sehr guten Sicherheitsstandard. Um sich optimal

zu wappnen, beauftragt Logwin regelmäßig

so genannte Penetrationstests auf die eigenen

IT-Systeme. Stellen die beauftragten Spezialisten

dabei Schwachstellen fest, treffen die

Logwin-Mitarbeiter sofort alle erforderlichen

Maßnahmen, um diese zu beseitigen. Für das

Mehr an Sicherheit setzt Logwin auch andere

Empfehlungen der Fachleute umgehend um.

Unabhängig von laufenden Tests aktualisiert

Logwin permanent die Firewalls und Antivirensysteme.

„Das ist ein ständiger Wettlauf,

denn die Angreifer ändern häufig ihre Methoden.

Wir versuchen mit unseren Schutzmechanismen

immer, die neuesten Viren und sonstigen

Angriffe abzuwehren“, sagt Matthias Heinzel.

Technik schützt Technik

Gefahren drohen nicht nur von außen. Eine infizierte

Mail oder ein privater USB-Stick sind

nur zwei Beispiele für mögliche interne Sicherheitsrisiken.

Von weltweit insgesamt 4.800

Logwin-Mitarbeitern arbeiten über 3.500 mit

den IT-Systemen des Unternehmens – und es

werden immer mehr. Beim Beginn der Zusammenarbeit

erhalten sie verbindliche Vorgaben

für die Datensicherheit und die Nutzung der

Firmen-IT. Da Logwin nicht jeden Einzelnen

kontinuierlich im sicheren Umgang mit der

EDV schulen kann, setzt das Unternehmen auf

technischen Schutz, zum Beispiel auf mehrstufige

Firewallsysteme, Internet-Content-Filter,

Mailfilter, mehrstufige Antivirensysteme und

proaktives Alerting. Ein Monitoring durch IT-

Spezialisten sorgt für zusätzliche Sicherheit.

In der Verantwortung

Obligatorisch ist die regelmäßige Änderung

der Passwörter in kurzen Intervallen. Äußert

ein Mitarbeiter trotz all dieser Vorkehrungen

den Verdacht, sein Computer könnte infiziert

sein, wird dieser Arbeitsplatz sofort vom Netz

genommen und eingehend untersucht.

„Bei einem großen Unternehmen, das international

mit neuen Standorten wächst, müssen

gewisse Standards in punkto Sicherheit

erfüllt sein“, stellt Matthias Heinzel klar. Das

gewährleistet Logwin mit dem so genannten

Trusted-Site-Konzept. Ziel dieses Konzeptes ist

es, dass die Mitarbeiter weltweit barrierefrei

über das Logwin-Rechenzentrum kommunizieren

können. Niederlassungen, die zur so genannten

Trusted Zone gehören, verpflichten

sich unter anderem dazu, die übergreifenden

Firewalls sowie Mailfilter und Webgateways zu

nutzen.

Mit Netz und doppeltem Boden

Das Logwin-eigene Rechenzentrum in Luxemburg

ist auch physisch gut geschützt. Es hat

einen Zwilling, der beim Ausfall des Hauptrechenzentrums

komplett als Backup fungiert

und sofort einspringt. Beide Systeme laufen

parallel und werden permanent gespiegelt.

Unbefugte haben keine Möglichkeit, physisch

ins Herz der Logwin-IT vorzudringen: Das

Haupt rechenzentrum ist durch strenge Zutrittskontrollen

rund um die Uhr gesichert. ■

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schwerpunktthema — sicherheit

Als Fluglotse für Frankfurt

Den Himmel

im Blick

Markus Würger

(23) arbeitet seit

2012 als Fluglotse

der DFS Deutsche

Flugsicherung

GmbH für den

Flughafen Frankfurt

am Main.

Acht Stunden und 15 Minuten dauert seine Schicht. Maximal zwei Stunden am

Stück arbeitet er am „Board“, dann muss er 30 bis 60 Minuten unterbrechen. Der Fluglotse, mit dem wir

sprechen, ist 23 Jahre jung und hat gerade Pause. Sein Arbeitsplatz ist die Kontrollzentrale in Langen,

die den Flughafen Frankfurt am Main überwacht.

Logwin Magazin: Als Fluglotse tragen Sie viel Verantwortung. Ist

Ihnen das im Alltag bewusst?

Markus Würger: Der großen Verantwortung sind wir uns selbstverständlich

jederzeit bewusst – auch wenn wir uns im Arbeitsalltag

nicht jede Sekunde vor Augen führen, wie viele Passagiere an Bord

sind!

Logwin Magazin: Wie kam es, dass Sie sich für den Beruf des Fluglotsen

entschieden haben?

Markus Würger: Ich bin in der Nähe des Frankfurter Flughafens groß

geworden. Schon als Kind habe ich mich für Luftfahrt interessiert.

Mein Großvater arbeitete als Techniker bei der Flugsicherung. Nach

dem Abitur habe ich mich über das Berufsbild des Fluglotsen informiert,

dann stand mein Ziel schnell fest.

Logwin Magazin: Könnten Sie an jedem deutschen Flughafen

arbeiten?

Markus Würger: Nein, das geht nicht. Der Luftraum über Deutschland

ist in Sektoren unterteilt, wie in einzelne Puzzleteile. Jeder Lotse

erwirbt seine Lizenz nur für ein Puzzleteil, darauf ist er spezialisiert.

Er darf auf keinem anderen Sektor arbeiten, ohne dafür eine Lizenz

zu erwerben.

Logwin Magazin: Wie verläuft ein typischer Arbeitstag?

Markus Würger: Den typischen Tag gibt es gar nicht, denn unsere

Arbeitspositionen wechseln. Jeder Luftraumsektor ist nämlich noch

in Positionen aufgeteilt. Im Sektor Frankfurt gibt es neun Positionen,

zum Beispiel Abflug Frankfurt Nord – der Lotse dort koordiniert alle

Flüge, die starten und Richtung Norden drehen. Zu Arbeitsbeginn

10 Logwin Magazin 01|1 3


Sicher abheben

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH überwacht Flugzeuge im deutschen

Luftraum bei Start und Landung sowie in der Luft. Die Flugzeuge

müssen in der richtigen Höhe fliegen und fest gelegte Routen und Sicherheitsabstände

einhalten.

Insgesamt beschäftigt die DFS 6.000 Mitarbeiter. Mehr als 2.200 Center-

und Towerlotsen koordinieren täglich bis zu 10.000 Flugbewegungen

– Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Die Centerlotsen

sind in den Kontrollzentralen der DFS tätig. In Bremen, München

und Langen überwachen sie den unteren Luftraum bis 24.500 Fuß

(ca. 7.500 Meter). In Karlsruhe und der EUROCONTROL-Zentrale in

Maastricht kontrollieren die Fluglotsen den oberen Luftraum ab 24.500

Fuß.

Direkt an den 16 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen befindet

sich der Arbeitsplatz der Towerlotsen. Von den Kontrolltürmen aus haben

sie Sichtkontakt zu den Flugzeugen. Die Towerlotsen erteilen per

Sprechfunk die Start- und Landefreigabe und überwachen den vorgeschriebenen

Sicherheitsabstand zwischen den Flugzeugen.

Alles im Plan …

Zu jedem Flug in Europa erstellt die Airline, bei Privatflügen der Pilot,

einen Flugplan mit allen wichtigen Daten und reicht diesen bei der Verkehrsflusssteuerungszentrale

in Brüssel ein. Die Zentrale prüft, ob Sektoren

überlastet oder Kapazitäten am Zielflughafen eingeschränkt sind

und weist dem Piloten dann einen „Slot“ zu. In diesem Zeitfenster von

15 Minuten muss das Flugzeug starten, um zu einer bestimmten Zeit am

Zielflughafen zu sein oder einen bestimmten Flugsicherungssektor zu

durchfliegen. Verpasst ein Pilot diesen Slot, muss er einen neuen Slot

beantragen. Eine Stunde vor Abflug sollten die Flugpläne aufgegeben

werden. Bei kürzerem Vorlauf muss der Pilot damit rechnen, dass er

nicht pünktlich starten kann.

gibt es eine kurze Übergabe, welche Landerichtung wir gerade

haben, wie aktiv der Luftraum zurzeit ist, wie das Verkehrsbild aussieht.

Es gibt auch Positionen, die nicht selbst in Kontakt mit dem

Flieger stehen, sondern die umliegenden Sektoren koordinieren.

Auf welche Position man kommt, hängt einfach davon ab, wer wann

in die Pause geht – jeder Tag ist individuell geplant.

Logwin Magazin: Wie vermeiden Sie Hektik trotz stressiger Situationen?

Markus Würger: Mit Druck umgehen zu können und Belastbarkeit,

sind wichtige Kriterien beim Auswahlverfahren für die Ausbildung.

Außerdem werden wir gut geschult. Und wir sitzen nicht allein am

Board – so nennen wir unseren Arbeitsplatz. Es sind immer mehrere

Lotsen, die einen Luftraum kontrollieren. Wir passen sozusagen

gegenseitig aufeinander auf, es herrscht das Vier-Augen-Prinzip.

Die Zusammenarbeit verläuft dann sehr ruhig und konzentriert,

egal, wie viel gerade los ist.

Logwin Magazin: Wie sicher fühlen Sie sich als Passagier, wenn Sie

selbst fliegen?

Markus Würger: Total sicher. Ich fliege einfach gern!

Logwin Magazin: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Untersuchen,

messen und durchleuchten

Unsichtbares

sichtbar machen

An Flughäfen kommen täglich tausende Menschen

zusammen, die Sicherheit von Passagieren und

Personal hat oberste Priorität.

Um gefährliche Güter oder Gegenstände schnell und zuverlässig aufzuspüren,

ist moderne Technologie gefragt. Der amerikanische Hersteller

Rapiscan Systems produziert neben Metall-, Sprengstoff- und Strahlendetektoren

auch Röntgenscanner. Beim Transport der sensiblen Geräte

setzt das Unternehmen unter anderem auf Logwin.

Die internationalen Flughäfen von Hongkong, Manchester, Helsinki

und Los Angeles haben eines gemeinsam: Röntgenscanner von Rapiscan.

Bevor ein Flieger startet, durchleuchten sie jedes Fracht- und Gepäckstück.

Die Analyse der Bilder übernimmt geschultes Personal. Nur

wenn sicher ist, dass keine verbotenen Materialien und Substanzen enthalten

sind, dürfen die Transportgüter an Bord. Je nach Anforderung

gibt es die Scanner in verschiedenen Formaten. Zu den Größten zählt

die Produktlinie Rapiscan Eagle, die entworfen wurde, um Fracht und

Fahrzeuge zu scannen – von Luftfracht ULDs bis zu 40-Fuß-Container

für den Schienentransport. Diese Scanner sind seit über 15 Jahren im

Einsatz, zum Beispiel bei der Einreisekontrolle Lok Ma Chao in Hongkong.

Die meisten Systeme werden fünf bis zehn Jahre genutzt, regelmäßige

Upgrades verlängern ihre Lebensdauer. Dafür und für die kontinuierliche

Verbesserung der Technologie betreibt Rapiscan seine eigene

Forschungs- und Entwicklungsabteilung. ■

Sicherheitsspezialist

Rapiscan

Rapiscan Systems, Inc., ist einer der

weltweit führenden Hersteller von

Sicherheitstechnologie. Nicht nur an

internationalen Flughäfen, sondern

auch bei Großveranstaltungen wie den

Olympischen Spielen in London oder

dem Fußball Confederations Cup in

Brasilien kamen Sicherheitssysteme

von Rapiscan zum Einsatz.

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet

sich in Torrance, Kalifornien.

Weitere Standorte betreibt Rapiscan

in Finnland, Großbritannien, Indien,

Malaysia, den USA und Singapur. Weltweit

beschäftigt das 1993 gegründete

Unternehmen Rapiscan über 1.000

Mitarbeiter. Rapiscan ist ein Tochterunternehmen

der OSI Systems, Inc.

www.rapiscan.com

www.logwin-logistics.com

11


schwerpunktthema – sicherheit

Retaillogistik

An

jedem Ort

sicher

Eine Lkw-Plane ist mit dem Messer schnell aufgeschlitzt.

Innerhalb weniger Minuten ist die Ladung

für Diebe zugänglich. Logwin fährt in der Retaillogistik

daher ausschließlich mit stabilen, abschließ baren

Wechselkoffern oder Kofferaufbauten. Auch wenn

die Ware nicht auf der Straße unterwegs ist, ist sie

bestens geschützt – dafür sorgen die hohen Sicherheitsstandards

in den Warehouses.

Schon als Anfang der 1970er Jahre die Wechselkoffer Einzug auf

Deutsch lands Straßen hielten, war Logwin mit festen Kofferaufbauten

unterwegs. Fahrzeuge mit Plane waren für die Filiallogistik nie eine

Alternative. „Lkw sind ein sehr beliebtes Ziel für Diebe – ob auf dem

Rastplatz oder unterwegs auf der Autobahn“, erklärt Walter Dahm,

Niederlassungsleiter Logwin Solutions Network GmbH. „Ein abgeschlossener

Koffer mit Vorhängeschloss schreckt deutlich mehr ab

als eine Plane.“

Bei besonders wertvollen Gütern lässt sich der Koffer zusätzlich

verplomben, zum Beispiel mit einem Metall- oder Kunststoffstift. Um

an den Inhalt zu kommen, müsste der Dieb die Plombe zerstören – für

den Metallstift beispielsweise bräuchte er einen Bolzenschneider.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen wie elektronische Wegfahrsperre

und Diebstahlwarnanlagen sind längst Standard. Der neueste Trend ist

die GPS-Ortung – durch sie kann ein Transportunternehmen genau

nachvollziehen, wo sich welches Fahrzeug befindet. „Wir gehen davon

aus, dass sich spätestens nächstes Jahr alle Lkw orten lassen, die für

Logwin im Einsatz sind“, sagt Walter Dahm.

Anlieferung vor der Dämmerung

In der Filiallogistik ist die Sicherheit vor allem zum Zeitpunkt der Anlieferung

ein wichtiges Thema – denn viele Filialen erhalten ihre Waren

nachts, bevor die Mitarbeiter anwesend sind. Einige große Logwin-Kunden

haben ihrem Logistikdienstleister zu diesem Zweck den Schlüssel

oder Zugangscode zu den Geschäfts räumen anvertraut. „Das Zeitfenster,

in dem wir anliefern, ist exakt vorgegeben“, erklärt Walter Dahm.

„Benutzt jemand den Schlüssel früher oder später, wird ein stiller Alarm

ausgelöst.“ Nur im festgelegten Zeitfenster geht die Anlieferung reibungslos

über die Bühne. Die Logwin-internen Sicherheitsrichtlinien

sind ebenfalls streng. Zum Beispiel darf der Fahrer nur so viel Ware aus

dem Fahrzeug ausladen, wie er auf einmal bewegen kann. Entfernt er

sich vom Fahrzeug, so schließt er es ab.

Umzäunt, überwacht, verschlossen

Überall, wo Logwin Waren von Kunden verwahrt, gelten spezielle Sicherheitsregeln

– auch an den Standorten. Gesetzlich vorgegebene Schutzmaßnahmen

wie Brandmeldeanlagen sind ohnehin selbstverständlich.

Safety first

Für die Ware der Logwin-Kunden gelten hohe

Sicherheitsstandards – und selbstverständlich

ebenso für alle, die diese Waren transportieren

oder in anderer Form bearbeiten. Sicherheitskleidung

ist für die Mitarbeiter daher

vorgeschrieben (siehe auch Seite 6/7). Außerdem verfügen alle Standorte

über Notausgänge, Erste-Hilfe-Beauftragte, Erste-Hilfe-Koffer und Feuerlöscher.

Erst kürzlich ließ Logwin neue Poster zum Thema Unfallvermeidung drucken. Das

ausdrucksstarke Claim: „Stayin‘ alive“. Die Botschaft: „Bitte achten Sie immer auf

sich und Ihre Kollegen.“

12 Logwin Magazin 01|1 3


Um die Ware während des

kompletten Transports zu

schützen, herrschen bei

Logwin hohe Sicherheitsstandards.

Wenn es brennt, sind

sie zur Stelle – in ihrem

Berufsalltag arbeiten

die Feuerwehrleute

bei Logwin als

Warehouseleiter,

gewerbliche Mitarbeiter

oder Angestellte.

rubriktitel

Walter Horvath, Kommandant

Betriebsfeuerwehr Traiskirchen

Was ist s.a.f.e.?

s.a.f.e. steht für die Schutz- und

Ak tionsgemeinschaft zur Erhöhung

der Sicherheit in der Spedition und

ist eine verbandsgetragene Gemeinschaft

von Speditionen und Logistikdienstleistern

zur Wahrung gleichgerichteter

Interessen sowie ein

Serviceverbund zur Optimierung

der Logistiksicherheit.

„Zusätzlich sind nahezu alle unsere

Warehouses umzäunt und teilweise

sogar kameraüberwacht“,

sagt Walter Dahm. Nur zugangsberechtigte

Mitarbeiter besitzen

einen Schlüssel oder Chip. „Wertvolle

Güter lagern wir in gesonderten,

zusätzlich abschließbaren Bereichen.“

An den Standorten überprüft

ein Sicherheitsverantwortlicher,

ob alle Maßnahmen eingehalten

werden. Darüber hinaus führt ein

externer Sicherheitsdienst in unregelmäßigen

Abständen unangekündigte

Kontrollen durch. Einige

deutsche Standorte verfügen sogar

über das s.a.f.e.- oder

s.a.f.e.plus Zertifikat – dabei gewährleistet

ein jährliches Audit,

dass die Sicherheitsmaßnahmen

funktionsfähig bleiben. Auch viele

Kunden besuchen die Standorte,

um sich selbst ein Bild von dem

Sicherheitsniveau zu machen. ■

Was tun, wenn’s brennt?

Löschen, retten, helfen: Am Logwin-Standort in Traiskirchen, Österreich,

sorgen 30 Feuerwehrmänner für einen effektiven Brandschutz.

Das Logwin Magazin sprach mit Walter Horvath, Kommandant der

Betriebsfeuerwehr Traiskirchen.

Logwin Magazin: Herr Horvath, seit wann

sind Sie Feuerwehrmann?

Walter Horvath: Seit 36 Jahren. Ich war schon

bei der Betriebsfeuerwehr des Standortes,

bevor Logwin ihn übernommen hat.

LM: Wie wird man Feuerwehrmann?

WH: Bei uns in Traiskirchen erfolgt die Ausbildung

nach den Richtlinien des niederösterreichischen

Landesfeuerwehrverbandes. Die

Grundausbildung umfasst mindestens 72 Ausbildungseinheiten.

Wichtige Inhalte sind zum

Beispiel Organisation und Verhaltensregeln,

Unfallverhütung, Fahrzeug- und Gerätekunde

wie auch die Brand- und Löschlehre. Da die

Betriebsfeuerwehr in erster Linie für den Personenschutz

zuständig ist, sind Ersthelfer- und

Atemschutzausbildung unabdingbar.

LM: Was passiert, wenn es brennt?

WH: Der Alarm der Brandmeldeanlage ist auf

dem ganzen Gelände zu hören. Alle Mitarbeiter

müssen sich dann sofort auf dem Sammelplatz

einfinden – außer die Kameraden der Betriebsfeuerwehr,

die zur Brandmeldezentrale laufen

und den Ort der Alarmmeldung feststellen.

In Betriebszeiten müssen immer mindestens

sieben Feuerwehrleute im Betrieb anwesend

sein. Oft handelt es sich zum Glück um Fehlalarme.

Nach Beendigung des Einsatzes geben

wir Entwarnung – erst dann dürfen die Mitarbeiter

den Sammelplatz wieder verlassen.

LM: Kann man den Ernstfall proben?

WH: Zum Großteil ja. Jeder Feuerwehrmann

nimmt pro Jahr mindestens an sechs Übungen

teil. Wir simulieren dann einen echten Brand –

nur, dass wir das Gebäude nicht fluten. Wichtig

ist die Übung der Abläufe: Wer ist dafür zuständig,

das Löschwasser zu bringen, wer geht mit

Atemschutz in das Gebäude? Im Ernstfall muss

die Aufgabenverteilung schnell gehen.

LM: Als Kommandant sind Sie für die Koordinierung

eines Einsatzes zuständig. Welche

Eigenschaften muss man dafür mitbringen?

WH: Zunächst muss man natürlich die Ausbildung

und entsprechendes Fachwissen mitbringen.

Wichtig sind sowohl Feingefühl im

Umgang mit den Kameraden als auch Ruhe

und Besonnenheit – bei einem Brand darf man

die Nerven nicht verlieren und muss den Überblick

über die Lage behalten.

LM: Was ist der Unterschied zwischen einer

Betriebsfeuerwehr und der Feuerwehr einer

Gemeinde?

WH: Die Arbeitsabläufe sind dieselben. Der

große Vorteil einer Betriebsfeuerwehr ist, dass

sie viel schneller vor Ort ist. Jeder Großbrand

entsteht aus einem kleinen Brand. Da zählt

jede Sekunde.

LM: Vielen Dank für das Gespräch!

www.logwin-logistics.com

13


schwerpunktthema — sicherheit

Der Nutzer profitiert von

individuellen Abfragen

und einer optimierten

Darstellung auf dem

Screen.

Weltweites Tool für Supply Chain Management

Die neue

KLARHEIT

Gezielter suchen, übersichtlicher darstellen, Funk -

tionen vernetzen: Das und mehr bietet das neue

Supply Chain Management Tool Lots (Logwin Order

Tracking-System).

Stärker als sein Vorgänger verknüpft Lots Funktionen wie Order verfolgung, Event-Tool und

Datenmanagement. Der Nutzer profitiert außerdem von individuellen Abfragemöglichkeiten,

optimierter Darstellung auf dem Screen und schnellerer Datenabfrage – egal, auf welchem

Kontinent jemand eine Information ins operative System eingibt, steht diese den Kunden weltweit

zur Verfügung. Möglich macht das die moderne Softwarearchitektur.

Durchsichtige Supply Chain

Eines der wichtigsten Features innerhalb der Order- und Sendungsverfolgung ist die automatisierte

Status-Logik (Event-Tool). Sie vergleicht permanent die geplanten Abläufe mit den tatsächlich

stattfindenden Ereignissen; wenn es Abweichungen gibt, warnt eine gelbe oder rote

Ampel. „Bei dem neuen System war unser Hauptziel, sämtliche relevanten Informationen einer

Order bis hin zu ihrem Empfänger schnell verfügbar zu machen, ohne dass der Nutzer zwischen

mehreren Systemen hin- und herwechseln muss“, erläutert Benjamin Haas, Teamleader IT und

Workflows bei Logwin.

Die Sendungsverfolgung ist aber nur ein Teil von Lots. Darüber hinaus ist ein umfangreiches

Purchase Order Management verfügbar: Über Schnittstellenanbindungen kann Logwin Bestelldaten

von Kunden direkt übernehmen und den aktuellen Bearbeitungsstatus ins Kundensystem

zurückmelden. Lieferanten der Kunden haben die Möglichkeit, über die Follow-up-Funktion

die gewünschten Liefertermine und -Mengen zu bestätigen oder über Abweichungen zu informieren.

Um die Qualität bei der Auftragsabwicklung zu dokumentieren, lassen sich für jeden

Auftrag individuelle Messpunkte definieren – bis hinunter auf Artikelebene. Kunden erhalten

damit von der Bestellung bis zur erfolgten Lieferung lückenlose Einsicht in die Performance,

sei es die Logistikleistung oder die Leistung der Lieferanten.

Der Datenschutz ist dabei jederzeit gewährleistet: Nur registrierte Benutzer mit einem persönlichen

Passwort können auf sämtliche relevanten Daten zugreifen. Die Daten selbst werden

verschlüsselt übertragen. ■

Lauter Vorteile

• Ein System für alle: Sämtliche Teilnehmer der

Supply Chain können in Lots Informationen

hinterlegen und abrufen.

• Art und Anzahl der gezeigten Suchergebnisse

sind variabel. Die Ergebnisse lassen sich als

Excel-Datei zur Weiterbearbeitung downloaden.

• Der Nutzer kann zu den einzelnen Status

Kommentare hinterlegen.

• Das Document Management-System ist

direkt angebunden – hier hinterlegte Sendungsdokumente

stehen automatisch auch

im Tracking-System zur Verfügung.

• Mit der ‚Dynamischen Suche‘ kann der Nutzer

seine individuellen Sucheinstellungen speichern.

• Bisher lässt sich das Tracking-System auf

Englisch, Deutsch und Chinesisch bedienen.

Portugiesisch und Spanisch kommen in Kürze

hinzu.

www.facebook.com/Logwin.Logistics

„Über 2.000 Likes auf Facebook!

Wir sagen Danke für die Unterstützung!“

14 Logwin Magazin 01|1 3


newsflash

SAVE THE DATE: 23.–25.10.2013 BVL-Kongress 2013, Berlin, Deutschland

neue Länderseiten online, neues IT-Tool/Tracking System… aktuelle infos im:

newsflash

neue länderseiten online

„Wir sprechen

Ihre Sprache!“

Logwin spricht zahllose Landes- und Fachsprachen.

Schließlich sind wir in den Ländern unserer Kunden

genauso zu Hause wie in ihren Branchen.

Logwin in Polen

www.logwin-logistics.pl

Neu!

Logwin in Serbien

www.logwin-logistics.rs

Logwin in Spanien

www.logwin-logistics.es

Logwin in Rumänien

www.logwin-logistics.ro

Logwin in der Schweiz

www.logwin-logistics.ch

Logwin in Bulgarien

www.logwin-logistics.bg

Neu!

Logwin in China

www.logwin-logistics.cn

Neu!

Logwin in Österreich

www.logwin-logistics.at

Logwin in Kroatien

www.logwin-logistics.hr

Neu!

Logwin in Mazedonien

www.logwin-logistics.mk

Logwin in Singapur

www.logwin-logistics.sg

Logwin in Südafrika

www.logwin-logistics.co.za

Hilfe für Flutopfer

Im Frühsommer nahm das Hochwasser von Elbe und

Donau vielen Menschen Hab und Gut. In Deutschland

brach der Deich im niederbayerischen Deggendorf, die

Region war durch das Hochwasser besonders stark betroffen.

Logwin unterstützte eine Hilfsaktion für die Opfer:

Das Unternehmen übernahm kostenfrei den Transport

von dringend benötigten Haushalts- und Elektrogeräten.

Anwohner und Unternehmen aus Bayern hatten die Geräte

gespendet. ■

www.logwin-logistics.com

15


Land der Berge, Land am Strome

Küss die Hand, schönes Land!

In Österreich spricht man deutsch, und die Nähe zum nordwestlichen

Nachbarn macht sich allenthalben bemerkbar. Eine Verwechslungsgefahr

besteht dennoch nicht – Berge, Seen und die Geschichte als Vielvölkerstaat

machen Österreich zu einem ganz besonderen, faszinierenden Land.

16 Logwin Magazin 01|1 3


länderreport

1804 umfasste das damalige Kaisertum Österreich mehrere Länder, außerdem

standen viele Gebiete der angrenzenden Staaten unter österreichischer

Herrschaft. Man sprach im Kaisertum Italienisch, Kroatisch, Polnisch,

Rumänisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch, Ukrainisch

und Ungarisch – und Deutsch, die heutige nationale Amtssprache. Im Vergleich

zu der in Deutschland gesprochenen Sprache klingt das österreichische

Deutsch allerdings viel weicher.

Vielfalt im Vielvölkerstaat

Vom heutigen Standpunkt aus lassen sich viele österreichische Wissenschaftler

und Künstler aus der damaligen Zeit keinem Land eindeutig zuordnen.

Der Dichter Rainer Maria Rilke beispielsweise wurde in Prag geboren,

als es noch zum Königreich Österreich-Ungarn gehörte; Sigmund

Freud, Begründer der Psychoanalyse, kam im mährischen Freiberg zur

Welt – die Stadt liegt im heutigen Tschechien.

Die verschiedenen Kulturen beeinflussten sich gegenseitig. Das macht

sich noch heute in vielen Lebensbereichen bemerkbar. Beim Tanz geben

tschechische Polka und Wiener Walzer traditionell den Rhythmus vor. Kulinarisch

mischten sich Impulse aus Ungarn, Böhmen und Norditalien mit

der regionalen Küche, so entstand zum Beispiel das Gulasch. Zu internationaler

Beliebtheit brachten es auch Süßspeisen wie Sacher-Torte, Apfelstrudel

und Kaiserschmarrn oder Naschereien wie Mozartkugeln und Mannerschnitten.

Made in Austria

Nicht nur Produkte der österreichischen Küche oder Qualitätsweine gehören

zu den Exportschlagern. International gefragte Klassiker sind auch Gläser

von Riedel, Dirndlkleider und Lodenjacken. Zu den Bestsellern von heute

zählen Kristalle von Swarovski oder Strümpfe und Textilien von Wolford.

Am exportstärksten sind Fahrzeuge und Maschinen, zum Beispiel Feuerwehrfahrzeuge

von Rosenbauer. Eine weltweit hohe Nachfrage haben Pistolen

von Glock: 70 Prozent der amerikanischen Polizisten verwenden

heute eine Glock – darunter das FBI und die CIA. Auch die norwegische

und schwedische Armee, die Nato sowie Polizeieinheiten in Deutschland

nutzen sie.

Von Berg und Tal in alle Welt

Die stärksten Handelsbeziehungen unterhält Österreich zu Deutschland,

gefolgt von Italien und der Schweiz. Basis für den internationalen Verkehr

ist die gut ausgebaute Infrastruktur und die Lage Österreichs in der Mitte

Europas. Der größte Flughafen in Wien ist eine wichtige Drehscheibe für

Osteuropa und den Nahen Osten. Das Streckenangebot umfasst mehr als

240 Destinationen. Insgesamt sichert der Flughafen Wien über 70.000 Arbeitsplätze,

er ist damit der größte Arbeitgeber Ostösterreichs. Und ein

wichtiger Steuerzahler: Der laufende Betrieb des Flughafens trägt pro Jahr

knapp eine Milliarde Euro zum Steueraufkommen bei. Weitere wichtige

Flughäfen befinden sich in Salzburg, Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Linz.

Beim Güterverkehr auf dem Landweg liegt die Straße vorn: Im Jahr 2012

wurden 333,4 Millionen Tonnen auf der Straße transportiert, 100,5 Millionen

Tonnen auf der Schiene. Beide Verkehrsträger stehen in Österreich vor der

gleichen Herausforderung – da rund 60 Prozent des Staatsgebietes gebirgig

sind, haben Brücken und Tunnel eine große Bedeutung.

Die Donau ist nicht nur der größte Fluss, sondern auch die wichtigste

Binnenwasserstraße für den Güterverkehr. Dank des Rhein-Main-Donau-

Kanals lassen sich viele Waren zwischen Nordsee und Schwarzem Meer

befördern. Güterhäfen Österreichs sind Linz, Enns, Krems und Wien.

www.logwin-logistics.com

17


länderreport

10,7 Millionen Tonnen wurden im vergangenen

Jahr auf Österreichs Wasserstraßen bewegt.

Weltklasse in Sport und Kultur

Das gebirgige Österreich ist eine Skination und

gehört bei Wintersportarten wie Skifahren,

Langlauf, Skispringen und Snowboarden zur

Weltspitze. Bereits drei Mal fanden die olympischen

Winterspiele in Innsbruck statt: 1964,

1976 und 2012. Entsprechend beliebt ist das

Land bei Wintersportlern – der Tourismus ist

neben Handel und Banken eine tragende Säule

des Dienstleistungssektors. Außer den Bergen,

die im Sommer zum Wandern und Klettern

einladen, sind die Seen attraktiv, vor allem die

Seen im Salzkammergut. Sie ziehen Wassersportler

und Eisläufer gleichermaßen an. Da

wundert es nicht, dass die erste europäische

Eiskunstlauf-Europameisterschaft 1892 in Wien

ausgetragen wurde. Auch im Motorsport überzeugt

Österreich: Bei der Formel 1 machten die

Ex-Rennfahrer Niki Lauda, Jochen Rindt und

Gerhard Berger positive Schlagzeilen. Heute

steht dafür der Rennstall Red Bull Racing.

Kulturfreunde kommen in Österreich ebenfalls

auf ihre Kosten: Sie besuchen ein Konzert

der Wiener Sängerknaben oder der Wiener

Philharmoniker. Weitere Highlights sind die

Bregenzer und die Salzburger Festspiele. Eine

weltberühmte Wiener Institution ist die Spanische

Hofreitschule mit den Lipizzanern, der

ältesten Kulturpferderasse Europas. Die hier

gelebte klassische Reitkunst in der Tradition

der Renaissance zieht viele Zuschauer an.

Zukunftsweisend ist das Ars Electronica Center

in Linz: Jedes Jahr im September findet hier

ein internationales Festival für Medienkunst

mit Symposien, Ausstellungen, Performances,

Interventionen und Konzerten statt. ■

Kaffeehauskultur

Die Wiener Kaffeehauskultur gehört seit 2011

zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts

frequentierten viele Schriftsteller die Kaffeehäuser;

sie blieben den ganzen Tag, um sich

auszutauschen und zu arbeiten. Damals wie

heute reicht man außer zahlreichen Kaffeespezialitäten

Mehlspeisen, kleine Gerichte,

Kuchen und Torten.

1 deutschland

2 TSCHECHIEN

3 SLOWAKEI

4 UNGARN

5 SLOWENIEN

6 ITALIEN

7 SCHWEIZ

Bregenz

1

Salzburg

Linz

Sankt

Pölten

Wien

2

3

Eisenstadt

Innsbruck

Graz

4

7

6

Klagenfurt

5

Österreich

Offizieller Name:

Hauptstadt:

Einwohner:

Fläche:

Republik Österreich

Wien

(1,75 Mio. Einwohner/Ballungsraum

2,4 Mio. Einwohner)

8,5 Mio.

83.879 km²

Hallstatt: Österreich in China

Double in Fernost: Das Dorf Hallstatt, UNESCO-Weltkulturerbe, wurde im südchinesischen

Boluo nahe der Millionenstadt Huizhou nachgebaut – für umgerechnet

650 Millionen Euro. Gehobenes Wohnen im neuen Luxusviertel verspricht

die Baufirma. In Österreich stand man der Kopie anfangs skeptisch gegenüber.

Heute freut sich das Original über die Besucherzahlen, die seitdem

noch gestiegen sind. Hallstatt II wurde 2012 fertiggestellt.

Logwin in Österreich

Anzahl Mitarbeiter: 340

Standorte:

Bergheim, Enns, Graz, Lauterach, Linz,

Ludesch, Traiskirchen, Wien

Leistungen:

Warehousing, Value Added Services,

Retail-/Filiallogistik, Textillogistik, After

Sales/Overnight-Service, eFulfillment,

Onsite-Logistics, Outsourcing, Luft- und

Seefracht, Zollabwicklung

Lagerfläche: 100.000 m²

18 Logwin Magazin 01|1 3


Standardutensilien wie

Sperrholzplatten oder

Trockenmittel werden

vorrätig in der Halle

gelagert.

Seemässige Verpackung aus Traiskirchen

Geschützt vor

Wind und Wellen

Lagerflächen wurden besichtigt, Holzverarbeitungsmaschinen begutachtet und die Qualifikation der

Mitarbeiter abgefragt – nun ist es geschafft: Logwin ist am Standort Traiskirchen, Österreich, für see mäßige

Verpackungen zertifiziert.

„Wir übernehmen sämtliche Leistungen für den Seefrachttransport,

vom Einkauf der Packmittel bis zum Stauen der Container“, erklärt Ing.

Franz Bräuer, Niederlassungsleiter in Traiskirchen. „Das Zertifikat ist

eine schöne Bestätigung für uns.“ Ein Beispiel für besonders anspruchsvolle

Verpackungslösungen ist die Zusammenarbeit mit Alstom, einem

weltweit führenden Unternehmen im Energiebereich. Logwin verpackt

für seinen langjährigen Kunden sensible elektronische Anlagen, die anschließend

per Seefracht zum Beispiel über Hamburg und Mumbai ins

Königreich Bhutan an der indischen Grenze gehen.

Erst einhausen, dann stauen

Standardutensilien wie Sperrholzplatten oder Trockenmittel hält Logwin

stets vorrätig. Anders verhält es sich bei der Umverpackung der zu

transportierenden Komponenten: Logwin ermittelt für alle Einzelteile

zunächst die genauen Maße. Anschließend ordert der Logistikdienstleister

die Verpackungsmaterialien bei seinen Lieferanten in Österreich.

Bei elektronischen Gütern muss das Material nicht nur vor Nässe,

Schmutz und Extremtemperaturen schützen – für den sicheren Transport

sind zudem elektrostatische Spezialfolien erforderlich sowie Füllstoffe,

die Erschütterungen dämmen. Die verpackten Einzelteile stapeln

die Logwin Mitarbeiter auf Paletten. Der letzte Schritt vor dem Stauen

im Container ist das so genannte Einhausen: Die Palette erhält eine Verkleidung

aus zertifiziertem, schädlingsfreien Holz, die sie vollständig

umgibt.

„An der Zusammenarbeit mit Logwin schätzen wir die Rundum­

Be treuung“, sagt Johannes Trobollowitsch, technischer Einkäufer

bei der Alstom Austria GmbH. „Vom Abmessen der einzelnen Teile

bis zur Containerverladung liegt alles in einer Hand.“ Neben der

Lademittel beschaffung und dem Spezialverpackungsbau berät Logwin

in Trais kirchen seine Kunden auch bei der Wahl von Verpackung

und Versicherung, verwiegt die Fracht und erstellt Packlisten, organisiert

Zwischenlagerungen und übernimmt die Transport- sowie Export ­

zollabwicklung. ■

www.logwin-logistics.com

19


newsflash

Casa Batlló, Barcelona

SAVE THE DATE: 23.10.2013 Tag der Lehre, Österreich

aktuelle STANDortnews im:

newsflash

Spanien

Neues

Warehouse

Logwin in Spanien baute seinen Kundenstamm

am Standort Barcelona aus, die vorhandenen

Lagerkapazitäten reichten nicht mehr. Deshalb

nahm das Unternehmen Anfang des Jahres ein

doppelt so großes Lagergebäude in Betrieb.

Jetzt stehen bei Barcelona rund 5.000 Quadratmeter

Fläche für Warehousing und Kommissionierung

zur Verfügung. Platz, der dringend

gebraucht wird, denn das Warehouse Barcelona

hat sich zum Haupteingangshub für Logwin

in Spanien entwickelt. Vor allem Kunden aus

den Bereichen Fashion und Lifestyle sowie aus

der Medien-Branche nutzen die Transport- und

Logistikleistungen von Logwin in Spanien. ■

Indien

Netzerweiterung

Netzerweiterung in Indien: In der ostindischen

Stadt Kolkata hat Logwin ein neues Büro eröffnet.

Von hier aus koordiniert und organisiert

Logwin die internationalen Luft- und Seefrachttransporte

für seine Kunden aus den unterschiedlichsten

Branchen. Im südindischen

Chennai ist Logwin in ein größeres Gebäude

umgezogen und betreibt dort nun auch ein

Transitlager. Der neue Standort liegt in der

Nähe des internationalen Flughafens und verfügt

über eine gute Autobahnanbindung zum

Hafen von Chennai, dem zweitgrößten Hafen

Indiens. ■

Kroatien

Sieben

Standorte

Spanien

Kroatien

Schon seit 20 Jahren ist Logwin in Kroatien

präsent: 1993 gründete das Unternehmen seine

eigene Landesgesellschaft in dem osteuropäischen

Land. Aus der ersten Niederlassung

in Zagreb sind heute sieben Standorte geworden,

die Zahl der Mitarbeiter hat sich von sechs

auf 110 erhöht. Mit einem jährlichen Umsatzwachstum

von rund 20 Prozent konnte sich

Logwin Kroatien unter den erfolgreichsten

Logistikunternehmen des Landes platzieren:

Bei einem nationalen Ranking landete das

Unternehmen vergangenes Jahr im Bereich

Transport und Warehousing auf Platz zwei.

Auch aktuell ist Logwin in dem neuen EU-Land

auf Wachstumskurs – der Logistiker wird hier

sein Niederlassungsnetz weiter ausbauen.

Neue Standorte sind im Osten des Landes

nahe der Grenze zu Serbien und Bosnien-Herzegowina

geplant. ■

Indien

Australien

Korea

Australien

Komplette

Supply Chain

In Sydney betreibt Logwin ein neues Multiuser-

Warehouse. Mehrere Kundenprojekte, die bisher

auf verschiedene Standorte verteilt waren,

wickelt Logwin jetzt gebündelt in der modernen

Anlage ab. Auf drei Stockwerken und einer

Gesamtfläche von 4.000 Quadratmetern befinden

sich Hochregalläger, Kommissionier-Stationen

und ein spezieller Bereich für Fashionund

Lifestyle-Produkte. Neben Kunden aus der

Fashion-Branche nutzen Unternehmen aus

den Bereichen Elektronik, Maschinenbau,

Konsumgüter und Projektlogistik das neue

Warehouse. Sie profitieren von kompletten

Supply Chain-Lösungen: Logwin bietet hier

sämtliche Luft- und Seefracht-Leistungen

sowie Logistikservices. ■

Korea

Zehn Jahre Seoul

Anfang 2013 feierte Logwin in Korea zehnjähriges Jubiläum. Mit einem

Mitarbeiter startete das Büro in Seoul bereits Ende 2001, die offizielle

Unternehmensgründung erfolgte dann im Januar 2003. Mitarbeiter der

ersten Stunde sind Younghee Jeon (42) und Shawn Lee (43). Beide sind

seit nunmehr zehn Jahren erfolgreich für Logwin in Korea tätig. ■

20


kundenprojekte

Neues Lagerfachsystem

Auf den Leib geschneidert

eFulfillment

Point of Sale

im Netz

Mehr Raum auf gleicher Fläche – dieses Kunststück

gelang Logwin am Standort Hermsdorf in der Nähe

von Leipzig. Hier betreibt das Unternehmen für den

Automobilhersteller BMW ein Dealer Metro Distribution

Center (DMDC). Um die erforderlichen Lagerkapazitäten

bereitzustellen, investierte Logwin in

ein neues Lagerfachsystem.

Schlüsselanhänger, Modell-Lkw oder Jacke:

In seinem Online-Shop verkauft der Nutzfahrzeughersteller

MAN die unterschiedlichsten

Merchandising-Produkte. Anfang des Jahres

hat Logwin den Webshop neu aufgesetzt.

Der Relaunch verbesserte die Anzeige und Navigation im Shop.

„Uns war wichtig, dass sich Kunden, Mitarbeiter und Vertriebspartner

schnell zurechtfinden – und das auch auf kleinen Displays

wie beim Handy oder Tablet“, sagt Karin Fischer, Marketing

Communication, SMC bei MAN. Entscheidend ist allerdings nicht

nur das, was der Nutzer sieht, sondern vor allem die IT-Struktur

dahinter. Vor einiger Zeit führte Logwin eine moderne, leistungsstarke

Shopsoftware ein, auf die der Logistiker nun auch MAN

umgestellt hat. So ist das virtuelle Geschäft optimal an andere

Systeme angebunden: die Logistik zum Beispiel an das Warehouse

Management System, die Rechnungsstellung an SAP.

Neben dem Webshop übernimmt Logwin auch die Logistik der

Merchandising-Artikel und steuert das Call Center für Bestellungen

und Rückfragen. ■

https://man.logwin-logistics.com

Bestellungen werden zeitgerecht gepickt, gepackt und an die Kunden

verschickt.

Die Platzersparnis bei der Lagerung ergibt sich aus der individuelleren

Passform der Fächer: Im traditionellen Warehouse gab es 30 verschiedene

Fachtypen, jetzt sind es 50 – vom kleinsten Fach mit gut zehn mal

zehn Zentimetern bis zum größten mit zwei Metern Tiefe. Ob kleine

Schraube oder große Stoßfänger, jeder Artikel nimmt nur so viel Raum

ein, wie er tatsächlich benötigt. Im Vergleich zur bisherigen Lagerform

lassen sich dadurch bis zu 50 Prozent mehr Teile lagern. „Die neue

Lösung ist natürlich deshalb attraktiv, weil weniger Lagerfläche auch

weniger Kosten verursacht“, erläutert Birgit Maxwitat, Projektleiterin

bei Logwin. „Außerdem können wir den zusätzlichen Platz für die Artikel

anderer Kunden nutzen.“

16.000 Lagerplätze

Die optimierte Auslastung gelang in enger Zusammenarbeit mit SSI

Schäfer, einem führenden Anbieter für Lager- und Logistiksysteme.

Logwin ließ sich verschiedene Lagerfachtypen zeigen, verglich die

Raum ausnutzung und entschied sich dann für das aktuell genutzte

System. „Ohne die Anpassung des Lagerfachsystems hätten wir unseren

Kunden BMW nicht überzeugen können – zumal wir anfangs nur

75 Prozent der gewünschten Fläche plus Ausbaureserve anbieten konnten“,

sagt Birgit Maxwitat. Durch das neue Lagerfachsystem und eine

Erweiterung der Flächen im Januar 2013 stehen nun 16.000 Lagerplätze

für Original-BMW-Teile zur Verfügung.

Das DMDC bei Leipzig gilt heute als das innovativste mit der höchsten

Lagerdichte. ■

www.bmw.com

www.logwin-logistics.com

21


kundenprojekte

projekte

Luxusyachten

Auf in

neue

Gewässer

Bei der Verladung

einer Yacht ist höchste

Vorsicht geboten,

denn schon durch

kleine Kratzer sinkt

ihr Wert dramatisch.

Strahlend blauer Himmel, klares Wasser, Luxusyacht neben Luxusyacht: Wo könnte die weltgrößte Bootsmesse

besser hinpassen als nach Miami? Für einen chinesischen Aussteller verschiffte Logwin im Februar

zwei Yachten in die Metropole an der Ostküste der USA. Weitere Yachtentransporte in die USA folgten

kurze Zeit später.

Yachten gehören zu den VIPs unter den Transportgütern – schon kleinste

Kratzer im Lack lassen den Wert dramatisch sinken. Zudem ist eine

beschädigte Yacht kaum noch als Ausstellungsstück für eine Bootsmesse

geeignet. Beim Transport sind daher besondere Schutzmaßnahmen

erforderlich. Ein chinesischer Hersteller vertraute Logwin zwei seiner

Luxusmodelle an – für eine Reise von Xiamen in Südostchina nach Miami.

Beide Yachten wogen über 40 Tonnen und waren etwa 20 Meter lang,

sechs Meter breit und sieben Meter hoch. Zum Umladen und Befestigen

verwendete Logwin ein spezielles Nylonseil. Damit es am Lack keine

Spuren hinterlässt, polsterten die Mitarbeiter die Stellen zwischen Yacht

und Seil mit Schaumstoff. So waren die wertvollen Schwergewichte auf

der Seereise optimal geschützt. „Wichtig war außerdem, beim Anheben

der Yacht die Balance zu halten, damit sie nicht abstürzt“, sagt Rebecca

Chen, Branch Manager Xiamen bei Logwin.

Von Schiff zu Schiff

In Xiamen gingen die Yachten an Bord eines Containerschiffs. Das Aufladen

erfolgte von Wasser zu Wasser: Zunächst wurden beide Yachten

auf einen Frachtkahn verladen und neben dem Containerschiff platziert.

Der Carrier hob die Yachten dann mit seinem Kran auf das Schiff, wo sie

an den Containern festgezurrt wurden.

22 Logwin Magazin 01|1 3


Rebecca Chen, Branch Manager

Xiamen bei Logwin

„Es war eine große Herausforderung,

einen Carrier zu finden, der beide

Yachten gleichzeitig mitnimmt“, sagt

Rebecca Chen. „Durch das hohe

Fracht aufkommen kurz vor Chinese

New Year hatten die meisten nur Kapazitäten

für eine Yacht frei.“ Dank

langjähriger, guter Beziehungen zu

einem Carrier konnte Logwin dennoch

beide Luxusgüter auf demselben

Schiff unterbringen. Sie erreichten

Miami pünktlich und sicher einige

Tage vor Beginn der Messe.

Lieferung nach Norfolk

Nur wenige Monate später organisierte

Logwin in Xiamen die nächsten

zwei Transporte für einen anderen

Kunden. Beide Yachten waren über 14

Meter lang und wogen jeweils 15 Tonnen.

Sie reisten auf einem Containerschiff

nach New York und nach Norfolk

an der Ostküste der USA.

Auf einem Containerschiff finden

die Yachten entweder Platz an Deck

oder im Bauch des Schiffes, auf den

Containern. Die Yachten aus Xiamen

nahmen jeweils den Raum von drei

bis fünf 40-Fuß-Containern ein. „Der

Transport einer Yacht ist immer Projektlogistik

– jede einzelne Yacht

erfordert eine individuelle Lösung“,

sagt Rebecca Chen.

In der zweiten Jahreshälfte rechnet

Logwin mit weiteren Aufträgen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit

mit unseren bisherigen Partnern

und erweitern außerdem unseren

Kundenstamm in diesem Segment“,

sagt Rebecca Chen. „So können

künftig auch andere Yachtbauer von

unserer Expertise profitieren und

beim weltweiten Verkauf ihrer Yachten

auf einen erfahrenen Spediteur

bauen.“■

Andrea di Lillo, 18 Jahre, begann seine

Ausbildung bei Logwin im September

2012. Im Februar 2013 arbeitete er für

zwei Wochen bei Hugo Boss in Metzingen.

„Besonders beeindruckend

war die automatische Fördertechnik

in der großen Halle“, sagt er. Der Austausch

hat ihm viel Spaß gemacht.

„Es war eine tolle Abwechslung – und

das Betriebsklima war super!“ In den

zwei Wochen durchlief Andrea di Lillo

verschiedene Abteilungen wie Wareneingang,

Abhängelager, Sorter/Value

Added Services, Warenausgang und

Packerei.

Michele Arcione, 23 Jahre, besuchte

den Logwin-Standort in Renningen im

dritten Lehrjahr. Seine Ausbildung bei

Hugo Boss startete im Sommer 2010,

sein Azubi-Austausch im Oktober 2012.

„Es war interessant zu sehen, wie dieselben

Aufgaben ganz anders angepackt

werden“, sagt er. „Die Mitarbeiter

waren sehr nett – ich wurde dort herzlich

aufgenommen und gut integriert.“

Besonders gut gefiel ihm der Tag in der

Disposition für den Nahverkehr.

www.hugoboss.com

Austauschprogramm

Azubis

ausgelagert

In der Logistik arbeiten Hugo Boss und

Logwin schon seit über 30 Jahren zusammen.

Seit einigen Jahren kooperieren

Bekleidungshersteller und Logistikdienstleister

auch im Bereich Ausbildung: In Baden-Württemberg,

Deutschland, tauschen

Auszubildende beider Unternehmen für

zwei bis drei Wochen ihren Arbeitsplatz.

Andere Läger, andere Sitten: Nur weil es in jedem Fashion-

Warehouse Regale, Gabelstapler und T-Shirts gibt, bedeutet

das noch lange nicht, dass der Arbeitsalltag gleich abläuft.

Das stellen auch die Fachkräfte für Lagerlogistik während

ihrer Ausbildung bei Logwin und Hugo Boss fest.

Seit sieben Jahren besuchen Auszubildende des Hugo

Boss-Hauptstandortes Metzingen für drei Wochen das

Logwin-Warehouse in Renningen. Beide Städte liegen in

der Nähe von Stuttgart und sind rund 50 Kilometer voneinander

entfernt. „Wir wollten die Ausbildung noch breiter

fächern und unseren Lagermitarbeitern die Chance geben,

in ein weiteres Unternehmen reinzuschnuppern“, sagt Ute

Hohloch, die bei Hugo Boss für die Lagerfachkräfte zuständig

ist.

Seit zwei Jahren schickt auch Logwin seine Azubis ins

Lager von Hugo Boss. Die Auszubildenden lernen bei dem

Austausch neue Aufgaben und neue Gesichter kennen.

„Unsere Fachkräfte für Lagerlogistik erweitern so ihren

Horizont“, sagt Andrea Bartol, Ausbildungsleiterin bei Logwin.

„Sie bekommen Einblicke in die internen Abläufe bei

Hugo Boss und können diese Erkenntnisse später bei ihrer

täglichen Arbeit für diesen Kunden nutzen.“

Intensiver Kontakt

Bei Hugo Boss findet der Austausch im dritten Lehrjahr

statt, bei Logwin im ersten. Jährlich wechseln etwa zwei

Auszubildende pro Unternehmen wochenweise ihren Arbeitsplatz.

Bisher haben alle mit dem Austausch wertvolle

Erfahrungen gemacht.

Der Austausch zeigt, wie intensiv der Kontakt zwischen

den beiden Unternehmen ist: Logwin ist ein wichtiger Dienstleister

für Hugo Boss, Hugo Boss ist für Logwin in der Region

einer der größten Kunden. Durch das Ausbildungsprogramm

profitieren auch die Nachwuchs-Fachkräfte von der langjährigen

und vertrauensvollen Zusammenarbeit. ■

www.logwin-logistics.com

23


interview

Individuelle Retaillogistik

Alle an

einem Tisch

Sie verkaufen Produkte, die man weder sehen noch anfassen kann.

Wenn Oliver Mazat und Dirk Ewers mit ihren Kunden zusammensitzen, müssen sie persönlich

überzeugen – durch eine Präsentation ihrer Leistungen, vor allem aber durch ihre Erfahrung und

ihre Beratung. Ihr Fachgebiet ist die Retaillogistik, Logistik für den Handel. Hier ist vieles im

Wandel, nicht zuletzt durch den Einkauf im Internet.

Logwin Magazin: Wie kaufen Sie ein – online

oder im Geschäft?

Oliver Mazat: Unterschiedlich. Also wenn es

um Bekleidung geht: definitiv nur im Geschäft.

Ich bin nicht der Typ, der sich eine Jeans im Internet

kauft, weil mir persönlich das Zurückschicken

zu aufwändig ist. Dazu habe ich keine

Lust.

Logwin Magazin: Und was kaufen Sie online?

OM: Eigentlich nur Technik, bei der ich wirklich

weiß, was ich haben will, was ich schon mal irgendwo

gesehen habe.

Dirk Ewers: Das ist bei mir ganz ähnlich. Ich

vergleiche gerne im Internet und bestelle dann

auch nur, wenn ich es im Laden nicht genau so

günstig bekomme. Die Damen schauen mehr

nach Mode, Schuhen und Accessoires. Bei mir

ist es eher der bewährte Sportschuh oder auch

eine Druckerpatrone.

LM: Wie schätzen Sie die Zukunft der Läden

ein – werden die Leute bald nur noch online

kaufen? Showroom statt Verkaufsraum?

DE: Endkunden legen Wert auf den Event-Charakter.

Wenn sie shoppen gehen, möchten sie

nicht nur etwas kaufen und wieder nach Hause

fahren. Sondern es muss rundum passen, vielleicht

noch essen und ins Kino gehen. Beispiele

sind die großen Einkaufszentren mit Kino und

Gastronomie oder eben die beliebten Innenstadtlagen.

LM: Die Belieferung von Läden in Innenstadtlagen

ist eine Kernkompetenz des Retailnetzes.

Worauf legen Ihre Kunden wert?

OM: Wir haben viele Zustellungen mit Fixterminen,

die wir entsprechend vereinbaren.

Das kriegen Sie mit einem normalen Stückgutsystem

oder selbst im Paketversand kaum

hin. Hier sind wir sehr aktiv. Manche Filialen

machen erst um neun auf, andere wollen ihre

Ware morgens zwischen fünf und sechs haben

– es gibt die unterschiedlichsten Vorgaben.

DE: Hinzu kommt, dass in teuren 1-A-Lagen

und in Einkaufszentren mit Lagerflächen sparsam

umgegangen wird. Der Handel nutzt jeden

Quadratmeter aus, um die Ware zu präsentieren.

Das ist einer unserer wesentlichen Vorteile:

Wir liefern auf Wunsch vor Ladenöffnung

oder auch in der Nacht, so dass die Ware

schon in die Regale geräumt ist, wenn der erste

Kunde den Laden betritt.

OM: Je größer unser Kunde, desto ausgeprägter

ist der Wunsch nach Zusatzleistungen, wie

zum Beispiel die Entsorgung von Verpackungen.

Wenn ein Kunde eigene Filialen hat, ist

das Interesse größer, denn da ist es sein eigener

Personalaufwand, den er entsprechend

mit einrechnen muss.

24 Logwin Magazin 01|1 3


Wir liefern auf

Wunsch vor Ladenöffnung

oder auch in

der Nacht.

LM: Wie sieht die aktuelle Retail-Strategie von

Logwin aus?

DE: Genau so – wir stellen uns individuell auf

die unterschiedlichen Bedürfnisse des Kunden

ein. Viele aber längst nicht alle Kunden wollen

jeden Tag beliefert werden. Wichtig ist dagegen

nahezu allen Kunden, dass sie sich darauf verlassen

können, dass Ware zu einem bestimmten

Zeitpunkt angeliefert wird. Und es gibt

noch mehr Konsolidierungspotenzial: Heute

bekommt der Kunde oftmals die Ware

über verschiedene Paketdienstleister

oder Speditionen

und die Hängeware

über uns. Doch

immer mehr Retailer

denken in so

genannten Sets.

Zu der Hose gibt

es eine passende

Jacke, Bluse,

entsprechende

Accessoires. Kundenwunsch

ist, die

Ware konsolidiert zu

bekommen, also 50

Teile hängend plus fünf

Kartons oder eine Palette. Das

ist die Strategie, die wir verfolgen. Das

können wir. Das bieten weder Paketdienstleister

noch Stückgut spediteure.

LM: Wie sieht das aus, wenn ein Kunde viele

verschiedene Produkte im Sortiment hat, zum

Beispiel in der Kosmetikbranche?

DE: Für diese Kunden betreiben wir so genannte

Cross-Docking-Center. Das Spektrum reicht

vom Lippenstift über hochwertige Parfums bis

hin zum großen Teddybären. Gerade bei solchen

Kunden steigt die Nachfrage nach Mehrwegtransportsystemen.

Das sind meistens wiederverwendbare

Boxen aus Kunststoff. Zusammen

mit einem rollbaren Untergestell können sie in

der Filiale bewegt werden. Wir sortieren die

Ware so vor, dass jede Mehrwegbox nur noch

vor das entsprechende Regal gestellt und die

Ware eingeräumt wird. Und es gibt noch einen

weiteren positiven Nebeneffekt – die Sicherheit.

Jede einzelne Box ist verschließbar und

verplombbar. Auf dem Rollwagen selbst wird

sie noch mit Strapsen versehen, so ist sie bei

der Anlieferung mehrfach gesichert.

LM: Wie erfahren Sie, ob sich bei den bestehenden

Kunden Ansprüche ändern?

OM: Zum einen schnappen wir im Gespräch

auf, was für einen Kunden wichtig ist. Zum anderen

bieten wir neue Lösungen aktiv an.

„Wir decken alle wichtigen Logistikbereiche ab. So gibt es keine Brüche

zwischen Dienstleistern," erläutern Ewers und Mazat im Gespräch.

DE: Wir haben festgestellt, dass Logistikleiter

heute zunehmend als Supply Chain Manager

agieren. Bei dieser ganzheitlichen Sicht stehen

nicht mehr nur die reinen Logistikkosten

im Fokus. Vielmehr

geht es darum, möglichst

viele Perspektiven entlang

der Wertschöpfungskette

einzunehmen,

um gemeinsam

die passende Lösung

zu finden. Besonders

effiziente Lösungen

entwickeln wir oft

dann, wenn wir beispielsweise

mit dem

Logistikleiter und dem

Vertriebschef gemeinsam

an einem Tisch sitzen.

OM: Dabei ist es wichtig, dass wir

unterschiedliche Ansätze aufzeigen. Denn

schon geringe Abweichungen vom Standard

können sich gravierend auf die Kosten auswirken.

Wenn wir beispielsweise um acht Uhr

morgens da sein sollen, benötigen wir vielleicht

ein zusätzliches Fahrzeug. Doch schon

eine Stunde später könnten wir mit bestehendem

Equipment anbieten. Da sind wir auf den

Dialog angewiesen, um das Optimum für den

Kunden rauszuholen.

Viele unserer Kunden

benötigen jedoch mehr

als nur eine Lösung für

die letzte Meile.

LM: Sie wünschen sich von Ihren Kunden also

mehr Information. Was wünschen sich die Kunden

von Ihnen?

DE: Kürzere Laufzeiten. Da haben

wir viele Hausaufgaben zu

machen. Wir werden oftmals

mit den Paketdiensten

verglichen.

Die liefern standardmäßig

innerhalb

von 24 Stunden mit

einer Zuverlässigkeit

von über 90

Prozent.

LM: Das ist doch ein

ganz anderes Segment.

DE: Schon, aber daran werden

wir gemessen. Das Paket ist

unser Hauptwettbewerber geworden,

auch für den Hängeversand. Beim Paketdienst

weiß ich, dass ich die Ware in der Regel am

nächsten Tag habe. Der logistische Aufwand für

Verpackung, Kartonagen und Entsorgung ist

dabei zweitrangig. Hier muss man ganz einfach

unterscheiden. Paketlösungen sind standardisiert,

automatisiert und verhältnismäßig kostengünstig.

Sie bieten jedoch nur begrenzten

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25


interview

Oliver Mazat (48) ist

seit 2000 bei Logwin in

leitenden Positionen

tätig, aktuell als

Director Retail Operations.

Der gebürtige

Hamburger fährt gern

Rennrad und hat eine

Schwäche für alte Holzboote

und Oldtimer.

Oliver Mazat ist verheiratet

und hat zwei

erwachsene Töchter.

Raum für Individualisierungen. Viele unserer Kunden benötigen jedoch

mehr als nur eine Lösung für die letzte Meile. Sie erwarten bei der Umsetzung

ihrer anspruchsvollen Multi-Channel-Konzepte von ihrem Logistikpartner,

dass er flexible und individuelle Services bietet. Never

Out of Stock ist dabei natürlich ein wichtiges Stichwort. Nur was im

Laden verfügbar ist, kann schließlich auch verkauft werden.

OM: Insbesondere in der Hauptsaison sind die kurzen Laufzeiten eine

Herausforderung. In der Nebensaison müssen wir darauf achten, dass

wir das Netz mit möglichst wenig Equipment abdecken, um kostenoptimiert

zu arbeiten. Und in der Hochsaison müssen wir das Netz so

schnell anpassen, dass wir die Mengen wegbekommen, ohne

Laufzeitverluste zu produzieren.

LM: Wie stellen Sie diese Flexibilität sicher?

OM: Wir sind von den Informationen der Kunden

abhängig. Deshalb sucht unsere Mannschaft

den Kontakt, um eine möglichst gute Prognose

zu erhalten. Denn wir können nicht von heute

auf morgen wie am Taxistand Autos ordern,

wir müssen rechtzeitig wissen, wann die Saison

voraussichtlich starten wird.

Um die Laufzeiten zu verbessern, wollen wir

außerdem neue Standorte aufschalten. Wenn

Sie sich Stückgutnetze angucken, dann haben die

teilweise so 40, 50 Niederlassungen. Bisher haben

wir im Bereich Fashion die Bundesrepublik mit einer

relativ geringen Anzahl von 17 Standorten beliefert.

LM: Wie viele sollen es denn werden?

OM: In nächster Zeit werden es vielleicht noch ein, zwei mehr, aber

sicherlich nicht mehr als insgesamt 20.

LM: Sind Laufzeiten denn ein Argument, das immer alles schlägt, dieses

„ich möchte die Jacke aber noch heute oder spätestens morgen“?

OM: Natürlich ist das ein Thema für den stationären Handel, der ja auch

im Wettbewerb zu Online-Shops steht. Allerdings darf man dabei nicht

außer Acht lassen, dass die Verzahnung dieser Verkaufskanäle durchaus

Impulse für den Laden vor Ort haben kann. Als Experte für eFulfillment

und Multi-Channel-Logistik können wir hier zum Erfolg beitragen.

LM: Welche Rolle spielen in dem Zusammenhang Umwelt, Nachhaltigkeit,

CO 2 -Ausstoß?

DE: Die Spediteure haben aus wirtschaftlichen Gründen immer schon

darauf geachtet, dass der Fuhrpark möglichst ausgelastet ist und somit

der CO 2 -Verbrauch pro transportierter Einheit sinkt. Durch die Retourenquoten

im Online-Geschäft von bis zu 70 Prozent zeigt sich allerdings

insgesamt eine eher negative Öko-Bilanz. Überlegen Sie mal, wie

viele Pakete pro Tag versendet werden.

LM: Wie ist zurzeit das Verhältnis von Hänge- und

Liegeware?

DE: Vor gut 15 Jahren haben wir nahezu 100 Prozent

hängende Ware gefahren. Jetzt liegen

wir bei einem Anteil von über 60 Prozent

Pakete

Liegeware. Diese Verteilung ergibt sich aus

einem Rückgang der Hängendware von

10 Prozent und einer Zunahme der Liegendware

um 50 Prozent in den letzten fünf Jahren

mit Tendenz zum weiter steigenden Anteil

Liegeware. Der Hintergrund ist klar: Das

Hängeteil ist beim reinen Transport teurer als

ein Paket.

Pakete verursachen die Kosten eigentlich nur

später: Wenn ich die Ware aus dem Karton nehme

und selber auf einen Bügel hänge und dann auf den Ständer.

Wenn Sie also die reinen Paketpreise neben unsere Transportpreise

legen, können wir kaum gewinnen. Betrachten Sie jedoch die

Gesamtkosten und vor allem das Potenzial für Mehrerlöse, dreht sich

das Bild recht schnell. Moderne Logistikleiter bzw. Supply Chain Manager

blicken deshalb auch über den Tellerrand hinaus und beschäftigen

sich nicht ausschließlich mit den Logistikkosten. Sie wollen ihre Wertschöpfungsketten

optimieren, Mehrwert schaffen, Aufwand reduzieren.

Wer seine Ware nach dem Transport nicht aufbereiten oder keine Karto­

verursachen die

Kosten eigentlich

nur später.

26 Logwin Magazin 01|1 3


Die Heimat von

Dirk Ewers (46) ist

Uedem am Niederrhein.

1994 kam er zu Logwin

und bekleidet seitdem

Führungspositionen.

Zurzeit ist er als

Director Retail Sales

zusammen mit

Oliver Mazat für das

Retail Netzwerk verantwortlich.

Als Ausgleich

zum Job spielt er Tennis

oder Badminton und

hält sich mit Joggen fit.

Dirk Ewers ist verheiratet

und Vater eines

erwachsenen Sohnes.

nagen entsorgen muss, hat mehr Zeit für den Verkauf und spart Kosten.

Und schon kann sich zum Beispiel der Hängeversand rechnen.

OM: Grundsätzlich gilt allerdings: Je hochpreisiger das Produkt, desto

eher ist der Hersteller bereit, mehr für den Transport auszugeben.

DE: Wobei wir natürlich auch das mittlere Preissegment ansprechen.

Für einige sehr bekannte große Modefilialisten fahren wir viele Textilien

hängend, auch Kinder- oder Skibekleidung. Bis vor wenigen Jahren sogar

Unterwäsche.

LM: Nun gibt es die Produktions-Kooperation mit DTL. Was genau

steckt hinter dieser Zusammenarbeit?

DE: Hintergrund sind der Rückgang der Textil-Einzelhandelsgeschäfte

und die immer kürzeren Saisonzyklen. Dadurch sind die Sendungsgrößen

im Hängenden Textilversand in den letzten Jahren eingebrochen.

Dazu kommen die Themen Preis- und Termindruck seitens der Auftraggeber

durch immer kleinere und eiligere Einzelsendungen.

OM: Durch die Bündelung der Volumina können wir unseren Kunden

auch in Zukunft deutschlandweit ein flächendeckendes Netz im Hängenden

Textilversand anbieten – nicht nur in den Ballungsräumen, sondern

auch in strukturschwächeren Gebieten.

LM: Haben Kunden eigentlich auch die Möglichkeit, sich den Weg ihrer

Produkte einmal in natura anzuschauen?

DE: Das bieten wir regelmäßig an. Denn wenn wir bei den Kunden im

Büro sitzen, haben wir ja keinen Koffer dabei, wo wir unsere Artikel präsentieren.

Mir persönlich ist es immer am liebsten, wenn wir den Kunden

überzeugen können, in eine Niederlassung zu kommen. Das ist unser

Handwerk und wir zeigen gerne vor Ort, wie es funktioniert.

OM: Unsere Kunden nehmen das sehr gern an, insbesondere wenn es

darum geht, die komplette Logistikkette ab Eingang Seecontainer mit

allem Drum und Dran an uns zu vergeben.

LM: Weil Logwin schon aus den Produktionsländern Ware beschafft,

hier umschlägt und feinverteilt?

DE: So sind wir ja aufgestellt. Wir decken alle wichtigen Logistikbereiche

ab: Luft- und Seefracht, Warehousing und ein geschlossenes Transportnetzwerk

plus Mehrwertleistungen. So gibt es keine Brüche zwischen

Dienstleistern. Wenn unterschiedliche Dienstleister bei einem

Kunden agieren, ist der eine vom anderen abhängig. Läuft das jedoch

innerhalb derselben Organisation, vereinfacht das die Abläufe erheblich.

Jeder hat Zugriff auf die entsprechenden Systeme. Bei Logwin verfügt

auch Air + Ocean über ein Tracking-System. Wenn es Störfälle gibt,

können wir uns darauf einstellen und den Kunden über die Verzögerung

informieren – und entsprechende Prioritäten setzen. Das schafft Vertrauen.

LM: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte

Martina Nehls.

Multi Channel Retail: Logwin

unterstützt Sie online und

stationär

LM: Die komplette Supply Chain hat ja nicht jeder im Angebot.

DE: Die gesamte „Supply Chain“ wirklich von der Produktion bis zum

„Point of Sale“ abzubilden – da haben wir aus meiner Sicht kaum Wettbewerber.

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27


kundenprojekte

Automatisierungstechnik

In Lichtgeschwindigkeit

Rot leuchtende Zahlen verraten der Lagermitarbeiterin, welche und wie viele Produkte sie aus den Fächern

nehmen muss. Hat sie die Sendung zusammengestellt, prüft eine Waage ihr Gewicht: Schon bei Abweichungen

im Zehn-Gramm-Bereich wird nachkontrolliert. Die Automatisierungstechnik, die Logwin in Polen einsetzt,

lässt wenig Raum für Fehler.

Es ist 6 Uhr, als die Lagermitarbeiterin im polnischen Piaseczno die erste

Sendung des Tages zusammenstellt. In den Fächern vor ihr liegen

Cremes, Shampoos und Bodylotions – Produkte des Kosmetikunternehmens

Oriflame. Sie geht von einem Fach zum nächsten und entnimmt

die bestellten Artikel. Lange suchen oder Listen durchgehen muss sie

dabei nicht: Leuchtanzeigen leiten sie durch die Bestellung. Zwei Mal

Zahnpasta, vier Mal Haarschaum, drei Mal Sonnencreme.

Hat sie die angezeigte Anzahl eines Artikels entnommen und in eine

Box gepackt, drückt sie auf den Knopf neben der Anzeige. Das Licht erlischt.

Das Gleiche wiederholt sie für alle anderen Produkte aus der Bestellung.

Die Technik, die dahintersteckt, heißt Pick-by-light. In Piaseczno

sind insgesamt vier IT-Systeme im Einsatz, die alle miteinander verknüpft

sind: das Kunden-Bestellsystem, das Warehouse-Management-

System, das Pick-by-light-System und ein Planungstool.

Reger Datenaustausch

„Die Bestellungen von Oriflame gehen in unserem Warehouse-Management-System

ein“, erklärt Lukasz Kielczewski, Operations Manager bei

Logwin in Piaseczno, den Prozess. „Das System ordnet jeder Bestellung

die am besten geeignete Verpackung zu, sortiert und gruppiert sie und

sendet sie automatisch an die Pick-by-light-Linie.“ Das System berücksichtigt

verschiedene Kriterien wie Größe oder Gewicht der Bestellung,

Zielland oder den jeweiligen Paketdienst. Das System löst auch das

Drucken der Rechnungen aus, die automatisch in die Kartons geworfen

werden. Ein 920 Meter langes Förderband transportiert die Boxen direkt

zu ihrer jeweiligen Kommissionierstation oder zum Prüf- bzw. Versandbereich.

Dank dieses „Ware zum Mann“-Prinzips können mehr als 800

Bestellungen pro Stunde bearbeitet werden und mehr als 20.000 Produkte

komplett papierlos gepickt werden. Außerdem gibt das System

Auskunft über den aktuellen Lagerbestand.

Fehlerquote fast bei null

Bevor die Waren versandt werden, müssen sie auf die Waage. Das System

kennt den Inhalt jeder Sendung und damit das genaue Gewicht.

Stimmt der Wert auf der Waage nicht mit dem Soll-Gewicht überein, so

kontrollieren die Mitarbeiter den Inhalt der Sendung – Produkt für Produkt.

„Dank der modernen Technik liegt die Fehlerquote fast bei null“,

sagt Andreas Risberg, Vice President Supply Chain & Operations Europe,

Middle East & Africa bei Oriflame. „Damit sind wir als Kunde mehr

als zufrieden.“ Stimmt

das Gewicht, so verpacken

die Mitarbeiter

die Paletten mit den

Sendungen und beladen

die Lkw. Von Piaseczno

aus werden die

Waren in neun Länder

Europas gebracht.

Per Pick-by-light oder

Scanner sind alle Prozessschritte

papierlos

dokumentiert – so ist

eine schnelle Chargenrückverfolgung

Automatisierungstechnik –

wann sie sich lohnt

Seit fünf Jahren setzt Logwin in Polen das

Pick-by-light-Verfahren ein. Mit Erfolg: Die

Fehlerquote ist auf 0,05 Prozent gesunken.

Ideale Voraussetzungen für die Automatisierungstechnik

sind große Mengen, kleine

Produkte und eine Vielzahl verschiedener

Artikel. Große Produkte müssen oft ohnehin

einzeln gepickt werden, bei kleinen Mengen

rechnen sich die Kosten für die Technik

nicht.

28 Logwin Magazin 01|1 3


Dank der Pick-to-light-Lösung kann

ein Mitarbeiter etwa 95 Bestellungen

pro Stunde picken.

jederzeit gewährleistet. Nachdem die letzten

Sendungen das Lager verlassen haben, bereiten

die Mitarbeiter die Arbeit für den nächsten

Tag vor. Die Analysten werten am Abend aus,

welche Produkte am nächsten Tag benötigt

werden – nach diesem Bedarf füllen sie die

Fächer in der Pick-by-light-Linie auf und passen

das Sortiment gemäß der Auftragslage an:

Nicht benötigte Oriflame-Produkte werden aus

der Pick-by-light-Linie entfernt, neue hinzugefügt.

Beliebte Kaffeekapseln

Im Tulipan Park Warschau, etwa fünf Kilometer

außerhalb der polnischen Hauptstadt, setzt

Logwin für seinen Kunden Nespresso ebenfalls

die Automatisierungstechnik ein. Die Kaffeekapseln

in 16 unterschiedlichen Varietäten sind

in ganz Europa bekannt und beliebt. Zwischen

400 und 1.000 Bestellungen pickt, packt und

versendet Logwin pro Tag. Einige Sendungen

gehen an Endkunden, andere an Geschäftskunden

oder direkt in die Nespresso Boutique.

„Unsere Produkte stehen für eine hohe Qualität“,

sagt Paweł Orych, Supply Chain Manager

bei Nespresso. „Genau diese Qualität erwarten

wir auch bei der Bearbeitung der Bestellungen.“

Auf 350 Quadratmetern Fläche arbeiten die

Lagermitarbeiter parallel an zwei Kommissionierstationen.

Im Pick-by-light-Bereich für die

Schnelldreher stehen 36 so genannte Pick

Faces zur Verfügung – hier ist Platz für 36 verschiedene

Produkttypen. Diese Vielzahl ergibt

sich dadurch, dass Nespresso die Kaffeekapseln

in vielen verschiedenen Verpackungsgrößen

verkauft, die entweder eine Geschmacksrichtung

oder eine Kombination von mehreren

enthalten. Im Bereich für Langsamdreher sind

vor allem die größeren Packungen untergebracht.

Ganze Kartonbestellungen, etwa für

die Boutique-Belieferungen, entnehmen die

Mitarbeiter direkt aus dem Bulklager.

„Dank der automatisierten Lösung kann ein

Mitarbeiter etwa 95 Bestellungen pro Stunde

picken – das wäre ohne diese Technik nicht

möglich“, sagt Piotr Sprzęczka, Managing Director

bei Logwin in Piaseczno. Alle Bestellungen,

die vor 16 Uhr eingehen, versendet Logwin

noch am selben Tag. Ein Paketdienst transportiert

die Kaffeekapseln zu Privatpersonen, Geschäftskunden

und in die Nespresso-Boutique

in Warschau. Für besonders große Geschäftskunden

chartert Logwin einen eigenen Van –

er bringt die geschmackvolle Ladung auf direktem

Weg ins Büro oder in die Bank. ■

Oriflame

Das Kosmetikunternehmen Oriflame, das 1967

gegründet wurde, verkauft in mehr als 60 Länder.

Sein breites Portfolio an schwedischen, naturinspirierten,

innovativen Schönheitsprodukten

wird durch über drei Millionen unabhängige Oriflame

Berater vermarktet. Sie generieren einen

jährlichen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

Respekt gegenüber Mensch und Natur gehört

zu den Arbeitsprinzipien von Oriflame und findet

sich in der Sozial- und Umweltpolitik des Unternehmens

wieder. Oriflame unterstützt zahlreiche

Wohltätigkeitsaktionen weltweit und ist Mitbegründer

der World Childhood Foundation. Die

Luxemburger Unternehmensgruppe hat ihren

Hauptsitz in Luxemburg und der Schweiz. Oriflame

Cosmetics ist an der Nasdaq OMX Nordic

Exchange gelistet.

www.oriflame.com

Nespresso

Nespresso ist eine Tochtergesellschaft des

Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé. Die

Firma hat ein spezielles Kaffeesystem entwickelt,

das inzwischen weltweit bekannt ist:

Der Kaffee wird in Aluminiumkapseln portioniert

und in speziellen Maschinen zubereitet.

Nespresso wurde 1986 gegründet und beschäftigt

heute über 8.300 Mitarbeiter in fast 60

Ländern.

www.nespresso.com

www.logwin-logistics.com

29


hintergrund

Zugvögel

Global Player mit Flügeln

Angebot, Nachfrage und günstige (Re-) Produktionsbedingungen bestimmen nicht nur

die Versorgungskette des Menschen, sondern auch das Verhalten im Tierreich: Weltweit

pendeln etwa 50 Milliarden Vögel zwischen Brutgebiet und Winterquartier.

30

Logwin Magazin 01|1 3


Der Weißstorch hat zwei Wohnsitze, ebenso

die Wildgans oder die Rauchschwalbe: Etwa

drei Viertel aller weltweiten Vogelarten sind

Zugvögel. Einige von ihnen fliegen kürzere

Strecken, andere weite – zum Beispiel von

Europa nach Südafrika oder von Nordsibirien

nach Südasien. Den Rekord hält die Küstenseeschwalbe:

Jedes Jahr fliegt sie von der

Arktis in die Antarktis und wieder zurück; pro

Strecke bewältigt sie rund 15.000 Kilometer.

Die Marktlage entscheidet

Alleine aus Afrika kehren jedes Frühjahr rund

500 Millionen Vögel nach Europa und Asien zurück.

Was die Vögel zu diesem kräftezehrenden

Flug bewegt, ist das unterschiedliche Nahrungsangebot:

Viele Arten, die sich beispielsweise

von Insekten ernähren, würden in den

kalten Wintermonaten in ihren Brutgebieten

nicht genügend Nahrung finden. In den wärmeren

Regionen ist das Angebot besser, außerdem

sind die Tage länger und es bleibt mehr

Zeit für die Futtersuche. Allerdings ist dafür

auch die Konkurrenz mit den heimischen Vogelarten

größer. Deshalb bleiben die Zugvögel

trotz besserer klimatischer Bedingungen nicht

dauerhaft in ihrem Winterquartier, sondern

kehren jedes Frühjahr in ihre Brutgebiete zurück.

Dabei finden sie oft den Brutplatz im selben

Garten wie im Vorjahr wieder.

Kompass im Kopf

Auf der langen Reise orientieren sich die Vögel

mit Hilfe ihres Magnetsinns hauptsächlich am

Magnetfeld der Erde, aber auch am Stand der

Sonne oder der Sterne. Zum Teil helfen sogar

die Lichter von Großstädten, die richtige Route

zu finden – ein Großteil des Flugs findet nämlich

bei Nacht statt. Ob ein Vogel zieht und wohin,

ist genetisch bedingt. Untersuchungen haben

gezeigt, dass sich bei Zugvögeln im Herbst

die typische Zugunruhe einstellt – selbst wenn

die Tiere nie Kontakt zu freilebenden Artgenossen

hatten. Sie nehmen wahr, dass die

Tage kürzer werden, und reagieren mit einem

erhöhten Bewegungsdrang.

Bevor die Vögel den Flug antreten, versammeln

sie sich meist in Scharen. Die weiten

Strecken legen sie dann mit Tausenden Artgenossen

gemeinsam zurück. Die Beobachtung

per Radar- und Funkpeilung liefert wertvolle

Informationen zum Flugverhalten – wie weit

die Vögel fliegen, wohin, wie schnell oder wie

hoch. So haben Forscher entdeckt, dass die

Schwarmbildung mehr ist als soziale Gruppenbildung:

Gänse beispielsweise, die eine V-Formation

bilden, sparen gemeinsam viel Energie.

Andere Vogelarten fliegen im Schwarm schneller

als alleine.

Nonstop über den Pazifik

Per Radargerät wurde auch die Rekordhalterin

im Nonstopflug ausfindig gemacht: Eine weibliche

Pfuhlschnepfe legte im Jahr 2007 eine

11.500 Kilometer lange Strecke ohne Pause zurück

– von Alaska über den Pazifik nach Neuseeland.

Den Höhenflugrekord hält der Sperbergeier.

Er ist zum Teil in Höhen von mehr als

11.000 Metern unterwegs – dort, wo Urlaubsreisende

in den Passagiermaschinen aus dem

Fenster schauen.

Übrigens pendeln nicht nur Vögel, die fliegen

können: Die meisten Pinguinarten haben

ebenfalls ein Sommer- und ein Winterquartier.

Sie schwimmen von einem Ort zum anderen

und legen so zum Teil tausende Kilometer im

Jahr zurück. ■

www.logwin-logistics.com 31


kundenprojekte

Kaffee um die welt

per Schiff

Für ihren Kaffee nehmen sich Genießer am liebsten viel Zeit. Doch im

Alltag muss es oft schnell gehen – dann ist Instantkaffee eine beliebte

Lösung. In Polen ist das Unternehmen INSTANTA einer der führenden

Hersteller von löslichem Kaffee. Logwin bringt das „braune Gold“ von

der Fabrik zum Konsumenten.

Kaffeepulver in die Tasse, heißes Wasser aufgießen,

fertig – so schnell lässt sich kein anderer

Kaffee zubereiten. „Die Qualität soll darunter

aber nicht leiden“, sagt Grzegorz Miezwinski,

Head of Sales bei INSTANTA. „Deswegen

wählen wir die Rohstoffe für die Produktion

sehr sorgfältig aus.“ Die Arabicabohnen stammen

aus Äthiopien, Brasilien oder Kolumbien;

die Robustabohnen aus Kamerun, Uganda

oder Vietnam.

Im polnischen Żory, rund 120 Kilometer

westlich von Krakau, produziert und verpackt

INSTANTA monatlich rund 800 Tonnen Instantkaffee.

Das Unternehmen verkauft die verschiedenen

Sorten unter den Marken seiner

Kunden in vielen Ländern der Erde, von den

USA bis Indien.

Transporte voller Geschmack

Seit Dezember 2012 unterstützt Logwin INS­

TANTA beim Export. Jeden Monat transpor ­tiert

der Logistikdienstleister Kaffee-Sendungen

von Polen in die USA, nach Japan und Dubai.

Über den Hafen in Gdansk geht es per Schiff

ins jeweilige Zielland. „INSTANTA befindet sich

zurzeit voll auf Erfolgskurs“, sagt Bartosz Hruszka,

Business Development Executive bei Logwin

in Polen. „Wir rechnen damit, dass die

Mengen in Zukunft stark ansteigen werden.“

Das Unternehmen mit Sitz in Żory wurde im

Jahr 2000 gegründet und hat sein Geschäft

seitdem kontinuierlich ausgebaut. Heute beschäftigt

INSTANTA rund 300 Mitarbeiter und

verkauft seine Produkte in 15 Länder weltweit.


www.instanta.pl

Zehn interessante

Kaffee-Fakten

1. Brasilien hält mit 33,1 Prozent den höchsten

Anteil an der weltweiten Rohkaffeeproduktion.

Es folgen Vietnam (15,22%),

Indonesien (6,3%), Kolumbien (5,9%) und

Äthiopien (5,0%).

2. Von den mehr als 80 Kaffeepflanzensorten

werden nur zwei kommerziell genutzt:

Arabica und Robusta.

3. Weltweit gibt es etwa 25 Millionen Kaffeebauern.

4. Länder mit dem höchsten Rohkaffeekonsum

pro Kopf: Luxemburg (24,9 kg im

Jahr 2011)*, Finnland (12,1), Norwegen

(9,5), Dänemark (8,5), Österreich (8,0)

5. Rohkaffee gilt nach Erdöl als das zweitwichtigste

weltweite Handelsgut.

6. Pro Sekunde trinkt die Weltbevölkerung

28.935 Tassen Kaffee – das macht

912.500.000.000 Tassen im Jahr.

7. Der teuerste Kaffee der Welt heißt Kopi

Luwak. Die Kaffeebohnen werden von

der Zibetkatze gefressen und beinahe

unverdaut wieder ausgeschieden –

durch die Fermentation entsteht ein besonderer

Geschmack. Pro Jahr werden

nur wenige 100 Kilogramm Kopi Luwak

hergestellt.

8. Kaffee als Treibstoff: Im März 2010 fuhr

ein mit Kaffee betriebener Volkswagen

Scirocco 337 Kilometer von London nach

Manchester. Er verbrauchte 35 Espressi

pro Kilometer und erreichte eine Geschwindigkeit

von 96 Stundenkilometer.

Das „Car-puccino“ schaffte es mit dieser

Leistung ins Guinness Buch der Rekorde.

9. Kaffee wird hauptsächlich per Schiff

transportiert. Der größte Kaffee-Umschlagplatz

ist der Hamburger Hafen.

10. Kaffee gilt oft als ungesund. Der französische

Dichter Voltaire allerdings soll

täglich 50 Tassen getrunken haben – er

wurde 83 Jahre alt in einer Zeit, in der

die Lebenserwartung bei unter 40 Jahren

lag.

32 Logwin Magazin 01|1 3

* Vermutlich durch private Ausfuhren im

Grenzbereich überhöhte Werte, die nicht

den Pro-Kopf-Konsum widerspiegeln.


Eilige Luftfracht

Immer unter Strom

Logwin transportierte für Hitec

Power Protection eine 27 Tonnen

schwere USV-Anlage von den

Niederlanden zu einer neuen Nokia-

Fabrik nach Vietnam.

Kein Licht, kein Kühlschrank, kein Internet – schon in Privathaushalten läuft bei einem Stromausfall nichts

mehr, wie es soll. Das gilt erst recht für Krankenhäuser oder Produktionsanlagen. Eine unterbrechungsfreie

Stromversorgung (USV) stellen nur spezielle Systeme sicher. Das niederländische Unternehmen Hitec Power

Protection ist der führende Hersteller von rotierenden USV-Systemen mit Dieselaggregat (Englisch: DRUPS),

die mithilfe der kinetischen Energie von Schwungrädern unterbrechungsfreien Strom liefern.

Das Besondere an einem DRUPS-System ist,

dass seine Leistung ununterbrochen verfügbar

ist: Gibt es eine Störung im Stromnetz, so stellt

das Schwungrad sofort Strom für die kritischen

Lasten zur Verfügung und überbrückt

die Zeit, bis der Dieselmotor anspringt.

Deshalb sind diese Systeme bei Industriekunden

beliebt. Ein Telekommunikationskonzern

etwa schaffte für seine neueste Produktionsfabrik

in der vietnamesischen Hauptstadt

Hanoi mehrere DRUPS-Einheiten von Hitec

Power Protection an. Die Systeme wurden aus

Almelo in den Niederlanden geliefert, wo der

Hersteller seinen Hauptsitz hat.

Prêt-à-porter:

Freilaufkupplung und Schwungrad

Eines der Systeme benötigte der Kunde dringend

– es wurde daher als Luftfracht versendet.

Die schwere Anlage bestand aus einem

acht Tonnen schweren Dieselmotor, des

Schwungrades und einem Generator mit einem

Gesamtgewicht von 18 Tonnen. Dazu kam

ein stabiles Grundgestell, auf dem nach der

Montage alle Einzelteile befestigt sind.

Zunächst ging es per Lkw von Almelo zum

Flughafen in Luxemburg und von dort weiter

nach Hanoi. „Wir freuen uns, dass der kurzfristige

Transport all dieser großen Teile in einer

einzigen Sendung geklappt hat“, sagt Martin

Dollekamp, Manager Warehouse and Shipping

bei Hitec Power Protection.

Globaler Technologieführer

Das niederländische Unternehmen Hitec Power

Protection ist globaler Technologieführer für

rotierende USV-Systeme mit Dieselaggregat.

Das Logwin Magazin

als App fürs Tablet

Die Mitarbeiter entwerfen, produzieren und

installieren schlüsselfertige Systeme und

übernehmen auch den anschließenden Kunden

support. Hitec Power Protection wurde

1956 gegründet und betreibt inzwischen Nieder

lassungen in Australien, China, Malaysia,

Singapur, Spanien, Taiwan, im Vereinigten

Königreich und in den USA. Das Unternehmen

beschäftigt über 250 Mitarbeiter. ■

Logwin für HITEC

Seit März 2012 übernimmt Logwin terminkritische

Luftfrachttransporte für Hitec

Power Protection. Von den Niederlanden

bringt Logwin Anlagen und Ersatzteile zu

Unternehmen in aller Welt. Im Jahr 2012

organisierte der Logistikdienstleister den

Transport von rund 50 Tonnen Fracht, verteilt

auf elf Sendungen. Für eine neue Fabrik

in Hanoi beispielsweise transportierte

Logwin ein komplettes DRUPS-System von

den Niederlanden nach Vietnam – über 27

Tonnen per Luftfracht.

www.hitec-ups.com

www.logwin-logistics.com

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kundenprojekte

MOSKAU

Trans-Manchurian

Trans-Sibirian

Baikal-Amur-Mainline

Trans-Mongolian

von Omsk bis Tscheljabinsk

Tscheljabinsk

Kurgan

RUSSLAND

Petropawlowsk

Omsk

Nowosibirsk

Taischet

Krasnojarsk

Irkutsk

Chita

Ulan-Ude

Sabaikalsk

Harbin

Graphit auf der Transsibirischen eisenbahn

Sensible

Riesen

CHINA

MONGOLEI

ULAN BATOR Changchun

Shenyang

Hebei Provinz

PEKING

Qingdao

Einmal quer über den größten Kontinent der Erde: Von Ostchina nach

Westrussland transportierte Logwin Graphitblöcke mit einem Gesamtgewicht

von 120 Tonnen. Das schwarze Mineral war über zwei Wochen

unterwegs – große Strecken davon mit der Transsibirischen Eisenbahn.

Der Graphit stammt aus einer Mine in der nordchinesischen Hebei

Provinz, die Peking umschließt. Ein russisches Unternehmen, das das

Mineral für die Schwerindustrie weiterverarbeitet, hatte die Blöcke bei

einem Unternehmen aus China geordert. Logwin organisierte den

Bahntransport von der chinesischen Hafenstadt Qingdao bis ins russische

Tscheljabinsk nahe der europäischen Grenze. Etwa 5.000 Kilometer

Luftlinie liegen zwischen den beiden Städten, eine Zugfahrt dauert

15 bis 20 Tage. Am Güterbahnhof Qingdao nahm Logwin die in Holzkisten

verpackte Bahnfracht entgegen – insgesamt 98 Graphitblöcke unterschiedlicher

Größe. Die zwei benötigten Güterwaggons hatte Logwin

schon lange im Voraus gebucht.

Schwer und fragil

Gabelstapler luden die Kisten in die Waggons. „Die Fahrer mussten dabei

sehr vorsichtig sein“, sagt Henk Westerhoek, Country Director for

Central and Northern China bei Logwin. „Graphit ist ein sehr fragiles

Material – trotz ihrer Größe und ihres Gewichts waren die Blöcke sehr

zerbrechlich und hätten leicht kaputt gehen können.“ Sowohl die Beladung

in Qingdao als auch die Entladung in Tscheljabinsk dauerten daher

jeweils einen halben Tag. Auch die Befestigung der Kisten im Waggon

nahm einige Zeit in Anspruch – schließlich durfte die Fracht beim

Transport nicht wackeln und umfallen. In Sabaikalsk an der chinesischrussischen

Grenze wurden die Blöcke noch einmal umgeladen. Nach

fast drei Wochen kam der Graphit pünktlich und unversehrt am Zielbahnhof

an. ■

98 zerbrechliche Graphitblöcke mussten für die

5.000 km lange Reise vorsichtig in die Waggons

geladen werden.

34 Logwin Magazin 01|1 3


gewinnspiel

Rätseln &

Gewinnen

Hier zeigen wir Ihnen nur einen kleinen

Ausschnitt von einem Foto aus diesem

Magazin. Wissen Sie, in welcher Stadt das

Foto entstanden ist?

A) Sydney in Australien

B) Bangkok in Thailand

C) Amsterdam in den Niederlanden

Gewinnspiel

Bitte senden Sie Ihre Lösung zusammen mit

Ihrem Namen und Ihrer Anschrift per Mail an:

magazin@logwin-logistics.com

Einsendeschluss ist der 31. Januar 2014. Nicht

teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiter der

Logwin-Gruppe sowie deren Angehörige. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner

werden schriftlich benachrichtigt und in der

nächsten Ausgabe veröffentlicht.

Das Rätsel aus der Ausgabe 02/2012 hatte

folgenden Lösungscode: 5634. Gewonnen

haben: Peter Strommer aus Lieboch, Deutschland

(1. Preis: Micro Samsonite Luggage

Kickboard), Birgit Auer, Geretsried, Deutschland

(2. Preis: Sonnenbrille „Aviator“ von

Ray-Ban), Paul C Haye, Silverwater, Australien,

Marco Klein, Höchberg, Deutschland, Franz

Zweifel, Kirchdorf, Deutschland (3.–5. Preis:

Unterwasserkamera W1024 Splash von

EasyPix).

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern!

Impressum

Logwin Magazin 01|2013

Herausgeber

Logwin AG

ZIR Potaschberg

5, an de Längten

L-6776 Grevenmacher

Telefon +352 719 690-0

E-Mail magazin@logwin-logistics.com

Verantwortlich i. s. d. P.

Mara Hancker, Director Corporate

Communication

Redaktion: STROOMER PR|Concept

GmbH

Grafik: xplicit ffm

1. Preis:

Tischkicker

im Wert von

ca. 500 Euro

2. Preis:

Logwin Schreibset

im Wert von 25 Euro

3. – 10. Preis:

jeweils zwei

Logwin-Warnwesten

Bildnachweis

© soweit nicht anders genannt bei

Logwin; S. 3 © SC-Photo - Fotolia.com, ©

Mondelēz Europe Sevice GmbH; S. 4 ©

courtneyk, istock.com; S. 6/7 © Picture-

Factory, © rdnzl, © Nik, © BG, © playstuff

– alle Fotolia.com, © sealed air; S. 8 ©

pgiam, istock.com, © Deutscher Wetterdienst;

© kharlamova_lv – Fotolia.com;

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Systems, © kasza – Shutterstock;

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S. 18 © AP picture alliance © unpict; ©

Daniel Loretto – beide Fotolia.com; S. 20

© MasterLu – Fotolia.com, © MAN; S. 22

© Se7enimage – Fotolia.com; S. 28 ©

Nespresso; S. 30 © dpa picture alliance;

Armin Weigel; S. 32 © Instanta, © Xavier –

Fotolia.com; S. 33 © Hitec; S. 35 © playstuff

– Fotolia.com, © kickersport.de

www.logwin-logistics.com

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Stayin’ alive!

Eine von vielen Initiativen bei Logwin rund um Qualität,

Sicherheit und Umwelt: Eine Posterserie für die Logwin-

Lagerstandorte zum Thema Unfallvermeidung. Die Botschaft

unter dem Claim „Stayin´alive!“ ist: Bitte achten Sie immer

auf sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen!

SaFety 1 st

Weitere Initiativen, zum Beispiel zum Thema Ressourcenschonung

sind in der Umsetzung.

Mehr Informationen erhalten Sie unter:

pr-info@logwin-logistics.com

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