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Wildschwein

lriormationsteil

Arbeitsblatt 2

Arbeitsblatt 4

Kapitel 11 :

Forpflanzung

mählich dem definitiven Erwachsenenkleid, das viele individuelle Farbvarianten

aufweisen kann (hellbeige bis schwarz, meist einfarbig).

Der Haarwechsel, der einzige imjahr, beginnt im Frühjahr am Hals und setzt sich

nach hinten fort. Im Sommer sehen die Wildschweine fast so nackt aus wie unsere

Hausschweine. Die kurzen Borsten wachsen allmählich auf

Längen von 15 - 25 cm

zum struppigen, urig aussehenden Winterfell aus. Reichliche, aber kaum sichtbare

Unterwolle schützt die Tiere vor Kälte.

Gebiß

Das Gebiß des Wildschweines ist sehr kräftig gebaut (44 Dauerzähne) mit auffallend

stark entwickelten Eckzähnen im Ober- und Unterkiefer, vom

jäger auch

"Waffen)) genannt und alsjagdtrophäe begehrt.

Die Eckzähne entwickeln sich auf eigenartige Weise: Die unteren Eckzähne

wachsen halbmondförmig zum Unterkiefer heraus nach oben und biegen sich

langsam nach hinten. Die oberen Eckzähne wachsen erst seitlich auswärts schräg

nach unten und biegen sich dann nach oben. Sie sitzen wie zwei Haken im Oberkiefer.

So weisen schließlich alle Spitzen der Eckzähne nach oben. Beim Kauen

reiben sie sich aneinander, so daß mit der Zeit alle vier zu messerscharfen Waffen

werden. Als solche werden sie bei den Rivalenkämpfen der Keiler auch eingesetzt.

Allein die gegenseitige Reibung reguliert die Länge dieser "wurzellosen)), ständig

nachwachsenden Eckzähne. Geht z.B. ein Eckzahn im Oberkiefer verloren,

wächst der Gegenzahn im Unterkiefer ungehindert in einem Bogen aus und

kann sich schließlich in den Kopf

bohren. Die Eckzähne der Bachen sind wesentlich

kleiner, da sie im 3. - 4. Lebensjahr aufhören zu wachsen.

2. Verbreitung

Das Wildschwein ist in Eurasien weit verbreitet. In Europa ist es in Großbritannien

und Skandinavien ausgerottet worden. Im weiteren fehlt es in Dänemark,

Island, Sizilien, Nordrußland und weitgehend im Alpenraum. Es besiedelt Lebensräume

vom Meeresniveau, z.B. Donau-Delta, bis in einige tausend Meter Höhe in

verschiedenen Alpentälern. In mehreren Staaten der

USA wurde das europäische

Wildschwein alsjagdtier ausgesetzt. In der Schweiz liegt das Hauptverbreitungsgebiet

entlang der juraketten. Diese Tiere sind aus Frankreich und Deutschland in

die Schweiz eingewandert und benutzen die grenznahen Kantone, u.a. Basel-

Land, jura und Waadt als Basislager für ihr weiteres Vordringen. Mehrheitlich als

Standwild gelten die Wildschweine heute im westlichen Teil der Schweiz und mindestens

teilweise auch in den nördlichen Kantonen. Vorstöße ins Mittelland sind

wenig erfolgreich. Hauptgründe: Viele Siedlungen, Industrieballungen und Verkehrsträger

(Autobahn!), relativ kleinflächige Wälder und starke Bejagung aus

Angst vor Wildschäden in der intensiv bebauten Kulturlandschaft.

3. Lebensraum

Obwohl Wildschweine als ausgesprochene Waldbewohner gelten, können sie verschiedene

Lebensraumtypen besiedeln, sofern diese ihre wichtigsten Ansprüche

erfüllen. Dazu gehören Deckung, Ruhe, Nahrung und Feuchtstellen zum Suhlen.

Als Europa noch mit ausgedehnten Laubmischwäldern mit Eiche und Buche

bedeckt war, fanden Wildschweine hier ein ideales Auskommen. Doch auch dort,

wo der Wald fehlt, können sie sich den Lebensbedingungen anpassen. So leben

Wildschweine im sumpfigen Donau-Delta (Rumänien) auf schwimmenden Schilfinseln.

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Wurzelstöcken und Sprossen von

Wasserpflanzen, die sie, von Insel zu Insel schwimmend, ausgraben und abernten.

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