Das Wildschwein - besuchen

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Heutige Situation

Die Lebensräume der Wildschweine sind heute zerstückelt in Waldinseln und

offenes Landwirtschaftsland, zudem zerschnitten infolge intensiver Verkehrserschließung

und Überbauungen. Diese Entwicklung führte dazu, daß die Wildschweine

ihre Lebensweise drastisch änderten und der heutigen Situation anpaßten.

Deckung finden sie auch heute noch hauptsächlich im Wald, doch suchen

sie ihre Nahrung zu einem großen Teil außerhalb des Waldes, aufWiesen und

Feldern. Feldfrüchte sind leicht zugänglich und schmackhaft, zumal aus den heutigen

Wäldern der wichtigste Nahrungslieferant - die Eiche - durch schnellwüchsige

Baumarten weitgehend verdrängt wurde.

Wasserstellen und Schlammlöcher zum Trinken und Suhlen sind für Wildschweine

eine Lebensnotwendigkeit. Es gibt Stellen, die seit

jahrzehnten als Suhlen

bekannt sind. Am beliebtesten ist ein breiiger, lehmig-toniger Morast, der gut am

Fell kleben bleibt. Wo Suhlen sind, da stehen auch sogenannte MaIbäume, denn

nach jedem Schlammbad scheuern sich die Wildschweine an den umstehenden

Bäumen. Deren weißgetünchte Stämme leuchten im Wald oft schon von weitem

und verraten die Suhle. Die Rinde kann rundum bis auf den Splint (äußerer Teil

des Stammholzes) abgerieben werden, so daß die Bäume absterben. Außer dem

Kratzvermögen der Borke scheint die Harzabsonderung für den Keiler wichtig zu

sein. Er bearbeitet harzreiche Bäume mit den Eckzähnen. Das Einreiben des Fells

mit Harz dient der Verstärkung des "Schildes)). Diese vom Halsansatz bis über die

letzte Rippe hinausführende Hautverdickung schützt ihn vor Verletzungen bei

den Rivalenkämpfen.

Wildschwein

lriormationsteil

Kapitel 6

Ernährung

Glossar.

Splintholz

Arbeitsblätter 4 und 8

Kapitelll

Forpflanzung

Reviere

Wildschweinrotten (= Gruppen), bestehend aus Muttertieren und ihrem Nachwuchs,

leben in Revieren, die sie gegenüber fremden Wildschweinen verteidigen.

Im Revier findet die Rotte für jede Witterung geeignete Schlafplätze, Deckung,

Suhlen und wenigstens zum Teil Nahrungsplätze wie fruchttragende Eichen und

Buchen (sogenannte Mastbäume) oder Kleintiere im Waldboden. Felder und

Wiesen, die häufig zur Nahrungssuche aufgesucht werden, sind meistens verschiedenen

Rotten zugänglich, allerdings nur, wenn ein Sicherheitsabstand zwischen

ihnen eingehalten werden kann.

Die Größe eines beanspruchten Reviers hängt zum einen von der Anzahl Rottenmitglieder

ab, zum anderen von der Qualität des Lebensraumes. Es kann einige

hundert Hektar groß sein. Wildschwein-Rotten sind von Natur aus sehr standorttreu

und geben ihr Revier nicht ohne triftigen Grund auf. Voraussetzung hierfür

ist jedoch U ngestörtheit. So wehrhaft Wildschweine sind, so empfindlich reagie -

ren sie auf wiederholte Störungen in ihrem Lebensraum. Wo die Ruhe fehlt,

werden Wildschweine zu Vagabunden. Die bei uns häufig anzutreffende unstete

Lebensweise bei Wildschweinen ist eineFolge wiederholter Störungen ihres Lebensraumes

und ihres sozialen Systems durch den Menschen.

Kapitel 8:

Soziale Organisation

Kapitel 15:

Wildschadenverhütung

4. Lebensweise

Ursprünglich waren Wildschweine tagaktive Tiere. Sie sind es auch dort noch, wo

tagsüber keine Störungen auftreten. Bei uns sind sie vorwiegend nachtaktiv und

gelten als sehr heimlich. Nur in Waldpartien, wo sie sich sicher fühlen, verhalten

sie sich recht geräuschvoll und anscheinend sorglos. Und doch sind diese massigen

Tiere auch in der Lage, sich beijeder Beunruhigung völlg geräuschlos in die

Deckung zu verdrücken.

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