Der militärische Flugbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland

luftwaffe.de

Der militärische Flugbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland

Inhalte: Abteilung Flugbetrieb in der Bundeswehr

Layout: René Kleiber

Grafiken: Felix Rode

Änderungen und Irrtümer vorbehalten


I N H A L T :

Tracer 4

F L U G B E T R I E B S – U N D I N F O R M A T I O N S Z E N T R A L E

Gesetzesgrundlagen

6

V O R W O R T

Sonderlufträume 8

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir von der Abteilung Flugbetrieb in der Bundeswehr freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit.

NATO Übungen 10

Verringerung der 12

Fluglärmbelastung

SKYGUARD zu 15

ZFÜ

Wir sind moderner geworden. Statt mit dem verdienten aber inzwischen alt gewordenen SKYGUARD,

erfüllen wir unseren Auftrag zur Überwachung des militärischen Flugbetriebs nun seit Oktober 2006 mit

einem modernen, flächendeckenden und deutlich kosten-günstigerem System, der Zentralen Flugüberwachung

- ZFÜ.

Die Aufgaben und unser Selbstverständnis sind dabei unverändert geblieben. Wir wollen mit unserer

Überwachungsarbeit Vertrauen schaffen. Vertrauen darin, dass der militärische Auftrag von unseren

Luftfahrzeugbesatzungen professionell und diszipliniert wahrgenommen wird. Und Vertrauen darin, dass

wir, die Luftwaffe, die Sorgen und Beanstandungen aller Bürger sehr ernst nehmen.

Diese Broschüre dient der Information aller Menschen und Institutionen, die ein privates oder auch offizielles

Interesse am militärischen Flugbetrieb haben. Sie erklärt in verständlicher Weise Zusammenhänge

und Hintergründe der Militärfliegerei und zeigt, wie Sie Kontakt mit uns aufnehmen können, wenn

noch Fragen offen geblieben sind oder Sie einfach Erfreuliches oder weniger Erfreuliches loswerden

wollen.

Unser Service für

Sie

16

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen.

Ihre Abteilung Flugbetrieb


S E I T E 4

Die Abteilung Flugbetrieb

Ein Düsenjäger im Tiefflug

und gesetzliche Grundlagen

Darüber hinaus nehmen die

über dem Haus, ein Über-

bis hin zu Auslandseinsätzen

Mitarbeiter des Bürgertelefons

schallknall während der Mit-

und dem Auftrag der Bundes-

Lärmbeschwerden

entgegen.

tagsruhe oder kreisende Hub-

wehr. Dabei können jedoch in

Hierfür notieren sie die genau-

schrauber - für viele Anfragen

erster Linie nur Anfragen allge-

en Umstände des Ereignisses

und Beschwerden zum militäri-

meiner Art beantwortet wer-

wie z.B. Ort, Zeit, Art des Luft-

schen Flugbetrieb ist das Bür-

den; haben Sie bitte Verständ-

fahrzeugs und der Flugbewe-

gertelefon der Bundeswehr die

nis dafür, dass etwa über kon-

gung und erfassen diese in

erste Ansprechstelle.

krete einzelne Flüge in der

einer elektronischen Daten-

Regel nicht sofort Auskunft

bank.

Unter der kostenfreien Ruf-

gegeben werden kann.

nummer 0800-8620730 stehen

Offiziere der Luftwaffe zu Ihrer

Auch haben die Telefonisten

Mittels Softwareunterstützung

werden hier die geografischen

Verfügung. Sie erhalten dort

keinen direkten Einfluss auf

Koordinaten des Ortes errech-

Auskunft zum Flugbetrieb der

den Flugbetrieb, können also

net und das gesamte Datenpa-

Bundeswehr und der alliierten

nicht mit gerade fliegenden

ket der Abteilung „TRACER“

Streitkräfte, z.B. über Mindest-

Piloten sprechen oder unmit-

bei Bedarf zur weiteren Bear-

flughöhen, Flugzeiten, Flug-

telbaren Einfluss auf Flüge

beitung zur Verfügung gestellt.

routen, militärische Übungen

nehmen.

„Es entsteht bei den

betroffenen Bürgern

TRACER

TRACER (engl. tracing =

nachvollziehen, verfolgen)

TRACER unter anderem zur

Untersuchung eingehender

natürlich auch schriftlich an

die Abteilung Flugbetrieb wen-

häufig der Eindruck,

greift auf die zentrale Datenbank

für militärischen Flugbe-

Beschwerden verwendet. So

können auch Lärm– bzw. Be-

den um sich auf diesem Weg

zu vergewissern, ob es bei

das Luftfahrzeug sei

zu tief oder zu

trieb (ZDmF) zu. In der ZDmF

werden permanent alle Flugbewegungen

über Deutsch-

schwerdeschwerpunkte identifiziert

und statistisch aufgearbeitet

werden.

diesen Flügen auch „mit rechten

Dingen zugegangen ist“,

das heißt ob von den Piloten

schnell“

land erfasst und gespeichert.

Die entsprechenden Daten

Diese Informationen werden

auch alle Gesetze und Vorschriften

eingehalten wurden.

liefert ein Netz ziviler und mili-

an das Bundesministerium der

Ihre Anfrage bzw. Beschwerde

tärischer Radarsensoren, das

Verteidigung (BMVg) weiterge-

geht dann auf direktem Wege

eine Abdeckung nahezu des

leitet, das schließlich Empfeh-

zur Berabeitung an TRACER.

gesamten

Bundesgebietes

lungen an die fliegenden Ge-

ermöglicht.

schwader aussprechen kann,

Mit Hilfe der gespeicherten

um das Flugaufkommen gege-

Radardaten werden dann die

Neben Radardaten werden in

benenfalls zu verlagern.

Flugrouten der betreffenden

der ZDmF weitere

Flugzeuge am Computer ge-

flugbetrieblich

rele-

Befindet sich ein Luftfahrzeug

nau rekonstruiert. Dabei wer-

vante Informationen

auf einem Übungstiefflug und

den Informationen über den

gespeichert.

Dazu

überfliegt dabei bewohntes

Flugzeugtyp, die Flughöhe,

gehören

Flugpläne,

Gebiet, so entsteht bei den

die Geschwindigkeit und vie-

Wetter,

Luftraum-

betroffenen Bürgern häufig der

les mehr zusammengetragen

struktur, Vorschriften

Eindruck, das Luftfahrzeug sei

und das Ergebnis nach einer

etc.

zu tief und zu schnell.

eingehenden Prüfung dem

Beschwerdeführer mitgeteilt.

Dieses

detaillierte

Sollten Sie einen solchen Ver-

Luftlagebild wird von

dacht haben, können Sie sich


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Wird im Rahmen der Ermittlungen

erkannt, dass bestehende Regeln

oder Vorschriften nicht eingehalten

wurden, wird dieser Verstoß selbstverständlich

weiter verfolgt und

zip funktioniert wie eine Radarfalle,

die Sie auch aus dem Straßenverkehr

kennen, mit der zusätzlichen

Option, die Flughöhe zu erfassen.

Mittlerweile ist dieses System allerdings

land zu sehen, einzelne Flüge auszuwählen

und diese für einen bestimmten

Zeitraum zu überwachen.

Dadurch gewährleisten wir eine

kann somit von den verantwortlichen

in die Jahre gekommen und lückenlose Dokumentation der

Vorgesetzten entsprechend auf Grund von steigenden militärischen Flugbewegungen

disziplinar geahndet werden. Betriebs– und Reparaturkosten innerhalb Deutschlands und sind

nicht mehr zeitgemäß.

somit in der Lage die sichere und

professionelle Durchführung des

Daher wurde Anfang 2000 mit der Flugbetriebes nachzuweisen.

Entwicklung einer alternativen

Möglichkeit zur zentralen Überwachung

des militärischen Flugbetriebes

begonnen.

Im Rahmen von Öffentlichkeitsveranstaltungen

zum Thema Militärischer

Flugbetrieb kann durch die

mobile Komponente der Zentralen

Seit Herbst 2006 ist dieses Projekt

nun Realität geworden, Skyguard

wurde außer Dienst gestellt und die

zentrale Überwachung des militärischen

Flugbetriebs („ZFÜ“) konnte

den Betrieb aufnehmen.

Flugüberwachung per Fernübertragung

auf die Live-Radardaten zugegriffen

werden, um auch vor Ort

interessierten Bürgern die Luftlage

mit allen Flugbewegungen darstellen

zu können, und das wesentlich

effektiver und effizienter als bisher.

Im Vergleich zu Skyguard konnten

die Betriebskosten um bis zu 90%

Die Bundeswehr prüft jedoch nicht

nur bei einem konkreten Verdacht,

sondern hat auch den Auftrag,

stichprobenartige und unangemeldete

gesenkt werden, die Anschaffung

des neuen Systems kostete nicht

mehr als die Ausgaben für ein Jahr

Skyguardbetrieb.

Tiefflugüberwachung durchzu-

führen, ähnlich wie Radarkontrollen Mit der zentralen Flugüberwachung,

der Polizei. Dazu wurde 1983 das

R a d a r ü b e r w a c h u n g s s y s t e m

„Skyguard“ eingeführt, das im Prinkeit,

haben wir nun die Möglich-

alle momentan in der Luft

befindlichen Flugzeuge in Deutsch-

S E I T E 5

„Die Bundeswehr

[…] hat auch den

Auftrag,

stichprobenartige

und unangemeldete

Tiefflugüberwachung

durchzuführen“

Überwachung des militärischen Flugbetriebes

Die Flugüberwachung in der Abteilung

Flugbetrieb wird durch ein

Netzwerk von bis zu 96 zivilen und

militärischen Radarsensoren gestützt.

Die erfassten Radardaten, werden

zentral mit allen Flugplänen und

Wetterdaten auf 37 Servern gespeichert

und stehen bis zu 3 Jahre

für detaillierte Ermittlungen zur

Verfügung.

Somit ist sichergestellt, dass auch

im Nachhinein Flugbewegungen im

Hinblick auf Flughöhe, Geschwindigkeit

etc. eindeutig nachvollzogen

und analysiert werden können.


S E I T E 6

Gesetzesgrundlagen und Hintergründe

„Dürfen die Piloten über-

diese Streitkräfte alles können

festgelegt, das sowohl für

h a u p t s o f l i e g e n ? “

S o b e g i n n e n v i e l e

müssen, um den Verteidigungsauftrag

zu erfüllen, regelt

militärische als auch zivile

Luftfahrzeuge gleichermaßen

der eingehenden Telefonate

das Bundesministerium der

gilt. Dieses vom Bundestag

beim Bürgertelefon.

Verteidigung (BMVg).

verabschiedete Gesetz wird

durch verschiedene Verord-

Diese durchaus berechtigte

Dort werden u. a. auch die

nungen ergänzt und fortlau-

Frage ist so leicht und schnell

Jahresausbildungsprogramme

fend präzisiert.

gar nicht zu beantworten, denn

für die fliegenden Geschwader

die gesetzlichen und rechtli-

festgelegt, die je nach Flug-

Die Sonderregelungen für die

chen Grundlagen - insbeson-

zeugtyp und Auftrag Tiefflüge,

Bundeswehr basieren u.a. auf

dere für die militärische Fliege-

Nachttiefflüge,

Luftbetankung

§ 30 Abs. 1 LuftVG, der die

„Ein nicht geringer

Anteil der in

rei in Deutschland - sind vielfältig

und sehr komplex.

und vieles mehr beinhalten.

Bei diesen Flügen geht es

Befugnisse der Streitkräfte

innerhalb bestimmter Vorschriften

des LuftVG und den

Deutschland

eingesetzten

Im Folgenden soll das Wichtigste

einmal für Sie zusammengefasst

werden:

natürlich darum, Verteidigungsszenarien

mit Militärjets

zu üben.

zu seiner Durchführung erlassenen

Anweisungen erweitert,

soweit das „unter Berücksichti-

Rettungshubschrauber

Bei Flugzeugen ziviler Flugli-

Manche

Aufklärungsmissio-

gung der öffentlichen Sicherh

e i t u n d O r d n u n g “

werden von der

Bundeswehr

nien geht es in erster Linie

darum, möglichst effizient von

A nach B zu kommen, also

nen haben aber auch einen

rein zivilen Hintergrund. So

wurden z.B. bei Hochwasser-

erforderlich ist.

Das bedeutet im Klartext: Die

betrieben“

möglichst den direkten Weg

zwischen zwei Flughäfen zu

katastrophen wie im Jahr 2002

Dämme überwacht und somit

Regelungen für den zivilen

Luftverkehr gelten grundsätz-

fliegen – und das in möglichst

Schwachstellen schnell lokali-

lich auch für die militärischen

großer Höhe, da Flugzeuge

siert.

Flieger in Deutschland, es sei

bei großen Flughöhen weniger

denn, es gibt eine explizite

Treibstoff verbrauchen. Das

Ein nicht geringer Anteil der in

Sonderregelung, die in Ab-

spart wiederum Geld.

Deutschland

eingesetzten

sprache mit der Deutschen

Rettungshubschrauber werden

Flugsicherung GmbH (DFS),

Zwar gibt es auch beim Militär

von der Bundeswehr betrie-

dem Amt für Flugsicherung der

solche Flüge, doch der Haupt-

ben. Diese müssen in der

Bundeswehr (AFSBw) und

anteil des Flugbetriebes der

Lage sein, auch nachts und

dem

Luftwaffenführungskom-

Streitkräfte liegt im Training

bei schlechtem Wetter in un-

mando definiert wird und im

militärischer Szenarien: Vertei-

wegsamen Gelände zu landen

„Militärischen

Flughand-

digungseinsätze,

Tiefflüge,

oder vermisste Personen

zu

buch“ (MilAIP), in den Zentra-

Luftkampf etc..

suchen. Deshalb ist es unver-

len Dienstvorschriften und der

meidbar diese Flüge regelmä-

besonderen Anweisung zum

ßig, auch zur Nachtzeit, zu

Flugbetrieb festgehalten sein

trainieren

muss.

Nicht zuletzt muss die Sicher-

Mit einigen dieser Sonderrege-

heit der Bundesrepublik

lungen, die für Sie besonders

Deutschland zu jeder Zeit

interessant sein könnten,

gewährleistet werden können.

möchten wir Sie gerne bekannt

machen. Übrigens: Diese Re-

Natürlich ist die Bundeswehr in

gelungen gelten nicht nur für

der Luft an Gesetze und Vor-

die Bundeswehr, sondern für

schriften gebunden.

den gesamten militärischen

Der Bund stellt Streitkräfte zur

Luftverkehr in Deutschland.

Verteidigung auf“, besagt das

Diese Vorschriften sind im

Auch verbündete Streitkräfte

Grundgesetz, Art. 87a. Was

Luftverkehrsgesetz

(LuftVG)

sind daran gebunden.

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F L U G B E T R I E B S – U N D I N F O R M A T I O N S Z E N T R A L E

Tiefflug

Fluglärm stört erfahrungsgemäß

umso mehr, je tiefer ein Luftfahrzeug

fliegt, denn bei solchen Tiefflügen

entsteht beim Bürger häufig

das Gefühl der Bedrohung

und der Angst.

Rein rechtlich gesehen ist Tiefflug

mit Strahl- und Transportflugzeugen,

damit sind Flüge unter 2.000

Fuß (ca. 600 m) gemeint, unter der

Woche von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr

bis zu einer Mindesthöhe von 1.000

Fuß (ca. 300 m) über Grund zulässig.

Innerhalb eines vom Bundesminister

der Verteidigung streng

limitierten Kontingents darf diese

Höhe unterschritten werden und

liegt dann bei 500 Fuß (ca. 150 m).

Es gibt dazu prinzipiell 3 Ausnahmen:

Großstädte über 100.000 Einwohner,

Flugplatzkontrollzonen und

Kernkraftwerke oder große Industrieanlagen

beispielsweise dürfen

nicht im Tiefflug überflogen werden.

Hier gibt es spezielle Schutzzonen

welche eine Sicherheitshöhe

von 2.000 Fuß sicherstellen.

Doch auch bei Dunkelheit muss

Tiefflug trainiert werden, denn

selbst in der Nacht müssen unsere

Flugzeuge voll einsatzbereit sein.

Hierfür wurde in Deutschland ein

spezielles Nachttiefflugsystem

eingerichtet, das Ihnen noch näher

erläutert wird.

Helikopter unterliegen anderen

Bestimmungen: Hier kann bis zu

einer Flughöhe von 10 Fuß (3 Meter)

geflogen werden. Über bewohntem

Gebiet sind jedoch grundsätzlich

500 Fuß einzuhalten.

Fluggeschwindigkeiten

Die Planungshöchstgeschwindigkeit

für Strahlflugzeuge im Tiefflug

beträgt 420 Knoten über Land, das

sind circa 780 km/h.

Im Rahmen von Überschallflügen

erreicht ein Luftfahrzeug eine Geschwindigkeit

von mehr als ca. 330

m/sec. Das entspricht rund 1188

km/h, bzw. 641 Knoten und höher.

Dabei entsteht beim Durchbrechen

der Schallmauer, physikalisch bedingt,

der sogenannte Überschallknall,

der selbst bei Flügen in großer

Höhe noch zu hören ist.

Deshalb wird diese Schallgrenze

nur selten durchbrochen, wie z.B.

bei realen Abfangeinsätzen oder im

Rahmen von Testflügen.

Letztere werden jedoch nur oberhalb

einer Höhe von 36.000 Fuß

(ca. 11.000 Meter) und nur unter

der Woche von 08.00 bis 20.00 Uhr

mit einer Mittagspause von 12.30

bis 14.00 Uhr durchgeführt.

Fluglärm

Zwar wird bei der Flugplanung

versucht, die Bürger so wenig wie

möglich zu belasten, aber im dichtbesiedelten

Deutschland ist es

praktisch unmöglich, alle bewohnten

Gebiete immer zu umfliegen.

Dieser Versuch würde dazu führen,

dass der Auftrag nicht mehr sicher

durchgeführt werden könnte. Zur

Entlastung der Bevölkerung werden

inzwischen jedoch erhebliche

Anteile der Flugvorhaben im Ausland

und über See durchgeführt.

So findet fast die gesamte fliegerische

Ausbildung und auch viele

andere Übungseinheiten im Ausland

statt; jedoch sind solche Vorhaben

zum einen extrem kostspielig

und logistisch aufwändig, zum

anderen müssen die Piloten auch

für die speziellen geographischen

und meteorologischen Verhältnisse

in Deutschland geschult werden.

Gesetzliche Regelungen in Bezug

a u f F l u g l ä r m w i e e t w a

„Lärmobergrenzen“ gibt es für militärischen

Flugzeuge in dieser Form

nicht.

S E I T E 7

„im

dichtbesiedelten

Deutschland ist

es praktisch

unmöglich, alle

bewohnten

Gebiete immer

zu umfliegen“

Luftraumbeschränkungen für Tiefflug

Ein vom Bundesverteidigungsministerium streng limitiertes Tiefflugkontingent erlaubt in Einzelfällen Flugbetrieb in 500 Fuß

(ca. 150 m) über Grund. Grundsätzlich beträgt die Mindestflughöhe in Deutschland aber 1000 Fuß (ca. 300 m).

Ausnahmen bilden Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, Kernkraftwerke und speziell schutzbedürftige Großindustrieanlagen,

die alle nicht unterhalb von 2.000 Fuß (600 Meter) überflogen werden dürfen.

Diese Regelungen gelten übrigens auch für zivile Luftfahrzeuge.

Tiefflug wird aus Sicherheitsgründen ebenfalls nicht innerhalb von Flugplatzkontrollzonen durchgeführt.


S E I T E 8

Militärische Sonderlufträume

Im Gegensatz zu Straßen und

Aus diesem Grund sind im

gen Sonderregelungen gelten

Schienen am Boden hat der

deutschen Luftraum mehrere

nur dann.

„Verkehrsraum Luft“ eine

Gebiete eingerichtet, die aus-

Besonderheit: Er ermöglicht

schließlich militärischen Flug-

Zeitweilig reservierte Luft-

die Bewegung in der dritten

bewegungen vorbehalten sind.

räume (Temporary Reserved

Dimension, also nicht nur vor

Einige davon werden nur bei

Airspace - TRA)

und zurück und von links nach

Bedarf „aktiviert“, andere sind

rechts, sondern auch rauf und

dauerhaft vorhanden. Der

Besonders für Übungen deut-

runter. Diese spezielle Eigen-

Begriff „Luftraum“ beschreibt

scher Abfangjäger, aber auch

art erfordert auch organisato-

eine dreidimensionale Zone,

für andere Flugvorhaben ist es

risch gesehen eine völlig ande-

deren Grenzen im Bezug auf

unerlässlich, bestimmte Luft-

„Die in den letzten

re Planung des Verkehrsflusses.

Insbesondere über dem

horizontale und vertikale Ausdehnung

genau festgelegt sind

räume für den Zeitraum dieses

Trainings von Verkehrsflug-

Jahren immer stärker

dicht besiedelten Mitteleuropa

ist daher die Einrichtung von

und in der besondere Regeln

gelten. Die wichtigsten militäri-

zeugen frei zu halten. Nur so

können diese Übungen effektiv

zunehmende Dichte

des Flugaufkommens

Lufträumen und gestaffelten

Luftstraßen unabdingbar geworden,

um den zunehmenden

schen Sonderlufträume in

Deutschland sollen Ihnen nun

vorgestellt werden.

und vor allen Dingen sicher

durchgeführt werden, da sie in

der Regel viel Platz erfordern.

über der

Luftverkehr unfall- und konfliktfrei

regeln zu können. Auch für

Kontrollzonen (CTR)

Aus diesem Grund wurden in

Bundesrepublik

Militärflugzeuge, die im deutschen

Luftraum nur etwa drei

Kontrollzonen markieren den

Deutschland spezielle Lufträume

eingerichtet, die sich bei

Deutschland hat

auch Auswirkungen

Prozent des gesamten Flugbetriebs

ausmachen, gibt es

spezielle Lufträume, die wir

Verantwortungsbereich der

An– und Abflugkontrolle, sowie

des Towers an einem Militäri-

Bedarf für einen bestimmten

Zeitraum aktivieren, also für

militärischen Flugbetrieb reser-

auf den militärischen

Ihnen im Folgenden ein wenig

näher darstellen wollen.

schen Flugplatz. Innerhalb der

Kontrollzone wird der Endan-

vieren lassen, sogenannte

TRA‘s – nach der Aktivierung

Flugverkehr der

Bundeswehr “

Die zunehmende Dichte des

Flugaufkommens über der

flug bzw. der Abflug, sowie

lokale Verfahren wie z.B. die

so genannte Flugplatzrunde,

dürfen sich also nur noch freigegebene

Flugzeuge in diesem

Luftraum aufhalten.

Bundesrepublik

Deutschland

also das Kreisen in Platznähe

hat auch Auswirkungen auf

mit mehrmaligem Aufsetzen

Nach dem Einflug militärischer

den militärischen Flug-

auf der Landebahn, durchge-

Luftfahrzeuge in die TRA ist

verkehr der Bundes-

führt. Je nach Standort und

der zuständige Fluglotse dafür

wehr und der hier stati-

Größe des Flugplatzes variiert

verantwortlich, dass diese

onierten und trainieren-

die Höhe und der strukturelle

Bestimmungen auch eingehal-

den

befreundeten

Aufbau der Kontrollzone, um

ten werden.

Streitkräfte. Im deut-

eine sichere und effiziente

schen Luftraum wird

Abwicklung des Flugverkehrs

Nach Beendigung der jeweili-

das für den Erhalt der

zu gewährleisten. Prinzipiell

gen Übung und dem Ausflie-

Fähigkeiten der Luft-

unterscheiden sich die militäri-

gen der angemeldeten Luft-

waffe so notwendige

schen CTR‘s nicht von den

fahrzeuge wird die TRA entwe-

Training

schwieriger,

zivilen Kontrollzonen. Eine

der wieder deaktiviert oder den

da der zivile Luftver-

Kontrollzone ist immer wäh-

nächsten Benutzern zugeteilt.

kehr immer stärker

rend der Flugplatzöffnungszei-

zunimmt.

ten „aktiv“, das heißt die dorti-

Militärische Lufträume und das

Nachttiefflug-Streckensystem über

der Bundesrepublik Deutschland

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F L U G B E T R I E B S – U N D I N F O R M A T I O N S Z E N T R A L E

Nachttiefflugsystem (Night Low gen bei Nacht aktiviert werden. diese Korridore innerhalb der aktivierten

Level Flying System - NLFS) Diese Korridore wurden den Vorschriften

Zeiten keinem anderen

Im Gegensatz zu Tiefflügen am

Tag, die prinzipiell weder an Strecken-,

noch an Zonenregelungen

gebunden sind, existiert für Nachttiefflüge

ein speziell dafür festgelegtes

Routennetz in Deutschland.

Dieses Nachttiefflugsystem (NLFS)

umfasst ein Netz aus Korridoren,

welche bei Bedarf für Tiefflugübunchend

für Nachttiefflug entspre-

konzipiert, dabei wurde vor

allem auf bewohnte Gebiete und

bestimmte Hindernisse Rücksicht

genommen. Die Mindesthöhe der

Korridore beträgt 1000 Fuß (ca.

330 m) über Grund, die Breite der

Korridore ist auf 5 Nautische Meilen

(9,3 km) festgelegt. Ähnlich wie

bei einer TRA ist das Einfliegen in

Luftfahrzeug erlaubt. Um die Lärmbelästigung

auf ein Mindestmaß zu

reduzieren, ist die Nutzung des

NLFS nur von Montag bis Donnerstag

zwischen 30 Minuten nach

Sonnenuntergang und Mitternacht

zulässig. In den Sommermonaten

wird das NLFS darüber hinaus in

der Regel nicht genutzt.

S E I T E 9

in den

Sommermonaten

wird das NLFS in

der Regel nicht

genutzt“

Luftraumnutzung in Deutschland

(1) Überschallflüge sind nur erlaubt, wenn diese vorher beantragt und genehmigt wurden. Die Mindestflughöhe beträgt 36.000 Fuß

(10.800 Meter). Diese Flüge werden permanent mittels Radar überwacht und koordiniert.

(2) TRA (Temporary Reserved Airspace) sind Sonderlufträume für militärische Trainingsflüge wie z.B. Luftkämpfe, die bei Bedarf

aktiviert werden, damit zum zivilen Luftverkehr ein ausreichender Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann.

(3) Kontrollzonen sind für die Koordinierung des an– und abfliegenden Luftverkehrs an Flugplätzen eingerichtet. Die Verantwortung

für Flugsicherheit und ordnungsgemäße Flugdurchführung liegt in diesem Falle beim Kontrollturm

(4) Nachttiefflugsystem - Tiefflüge bei Nacht werden nur in festgelegten Korridoren durchgeführt. Die Mindestflughöhe ist daher innerhalb

dieses Streckennetzes auf 1.000 Fuß (330 Meter) festgesetzt.

(5) Tiefflug am Tag ist bis maximal 17:00 Uhr innerhalb Deutschlands möglich (Details s. Seite 7).


S E I T E 1 0

Übungen der NATO und der Bundeswehr

Die Bundeswehr ist konzeptio-

truppe liegt, steht bei „ELITE“

Dabei handelt es sich zum

nell auf eine Verteidigung im

das Trainieren von elektroni-

Beispiel um Radarstör- oder

Rahmen von Bündnissen aus-

scher Kriegsführung und elekt-

Radartäuschmaßnahmen, die

gerichtet. Das bedeutet natür-

ronischen Gegenmaßnahmen

in der heutigen Zeit bei takti-

lich einen hohen Anspruch an

im Vordergrund.

schen Operationen nicht mehr

die Fähigkeiten der Streitkräf-

wegzudenken sind. Im Gegen-

te, die auch im internationalen

Bei „Brilliant Arrow“ handelt es

satz zu Brilliant Arrow handelt

Verbund

funktionieren müs-

sich um eine Übung der

es sich bei ELITE um eine

sen. Aus diesem Grund nimmt

NATO, die aus der früheren

deutsche Übung, in die nicht

die Bundeswehr mit militärischen

Flugzeugen an einer

Übung „Clean Hunter“ hervorgegangen

ist. Während „Clean

nur die Luftwaffe involviert ist,

sondern auch auf die anderen

Vielzahl von internationalen

Hunter“ im gesamten Luftraum

Teilstreitkräfte. Allerdings wer-

„sowohl

Großübungen teil. Zwei dieser

Übungen finden jährlich im

der Bundesrepublik stattfand,

verteilt sich die Belastung von

den auch hier befreundete

Nationen eingeladen.

Brilliant Arrow als

deutschen Luftraum statt; in

diesen Zeiträumen kann die

„Brilliant Arrow“ nun auf nahezu

alle europäischen NATO-

Während Brilliant Arrow in

auch ELITE finden im

zweiten Jahresquartal

Lärmbelastung in bestimmten

Regionen unter Umständen

über das normale Maß hinaus-

Staaten. Deutschland ist davon

nach wie vor betroffen, im

Bundesgebiet liegt der

Deutschland vorwiegend im

nördlichen Teil stattfindet, wird

bei ELITE fast ausschließlich

statt, auch um die

gehen.

Wir wissen aus vielen Telefo-

Schwerpunkt nun auf der Küstenregion

der Nordsee.

im süddeutschen Raum geflogen,

auch um die Belastungen

Ferienzeit bewusst zu

vermeiden.“

naten und Briefen, dass Informationen

über die Hintergründe

des entstandenen Fluglärms

den Bürgern oft schon

Teilnehmer sind jedes Jahr ca.

100 Strahlflugzeuge, ca. 40

Transport- und Aufklärungs-

gleichmäßiger zu verteilen.

Sowohl Brilliant Arrow als auch

ELITE finden im zweiten Jah-

helfen besser damit umzuge-

flugzeuge und ca. 30 mobile

resquartal statt, um die Ferien-

hen. Da es unser erklärtes Ziel

bodengestützte

Luftabwehr-

zeit bewusst zu vermeiden.

ist, die Bevölkerung umfas-

systeme (Referenz 2006) aus

Die genauen Termine können

send zu informieren, möchten

den NATO-Staaten. Ziel dieser

Sie zeitgerecht der regionalen

wir Ihnen in diesem Kapitel

taktischen Übung ist in erster

Presse oder unserer Internet-

gerne die beiden Großübun-

Linie die Integration von

seite www.luftwaffe.de entneh-

gen näher bringen.

NATO-Verbänden sowie die

men.

Standardisierung des Leis-

Die beiden großen Übungen,

tungsspektrums. Das Zusam-

Außerhalb dieser Großübun-

von denen die Rede ist, wer-

menwirken

unterschiedlicher

gen kann es vorkommen, dass

den „ELITE“ und „Brilliant

Nationen steht dabei im Vor-

es auf Grund von regelmäßi-

Arrow“ genannt. Während die

Übungen von der Anzahl der

dergrund.

gen kleineren Übungsvorhaben

in bestimmten Gebieten

Flugstunden und der daraus

„ELITE“

(Electronic Warfare

zu verstärkter Belastung

resultierenden

Belastung

Live Training Exercise) ermög-

kommt. Sollte die Lokalpresse

durchaus miteinander vergli-

licht es der Luftwaffe, neben

Sie darüber einmal nicht infor-

chen werden können, unter-

der Kooperation und dem

miert haben, können Sie gerne

scheiden sie sich jedoch er-

Training im Rahmen der

beim Bürgertelefon Näheres

heblich in ihrem Ziel. Während

NATO, auch ihre hochmoder-

erfragen.

bei „Brilliant Arrow“ der

Schwerpunkt auf dem takti-

nen Waffensysteme im Bereich

der elektronischen

schem Fliegen in einer realisti-

Kampfführung zu testen und

schen Trainingsumgebung im

deren Einsatz zu trainieren.

Rahmen der NATO Eingreif-

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F L U G B E T R I E B S – U N D I N F O R M A T I O N S Z E N T R A L E

S E I T E 1 1


S E I T E 1 2

Maßnahmen zur Verringerung der Fluglärmbelastung

Die Gesetze und fliegerischen

abzurufen. Allerdings steigt

gesellschaft mitgenutzt wird.

Vorschriften lassen den flie-

dadurch auch der Lärmpegel

Sollte eine Landung auf einem

genden Besatzungen bei der

des Flugzeuges überproportio-

Verkehrsflugplatz

zwingend

Planung ihrer Flüge prinzipiell

nal an. Deshalb werden diese

notwendig sein, muss dies

viel Spielraum. Die Bundes-

Nachbrenner nur dann akti-

vom

Luftwaffenführungskom-

wehr selbst unternimmt jedoch

viert, wenn sie dringend benö-

mando und vom betreffenden

einiges, um die Lärmbelastung

tigt werden, etwa beim Start

Flugplatz vorher genehmigt

der Bevölkerung so gering wie

oder bei Luftnotlagen.

sein. Eine Ausnahme hierfür

möglich zu halten und hat so

stellt eine Luftnotlage dar,

genannte freiwillige Selbstbe-

Die besonders lärmintensive

welche eine sofortige Landung

schränkungen

eingerichtet,

Ausbildung der angehenden

auf dem nächstgelegenen

welche die notwendigen Trai-

Piloten findet zum größten Teil

Flughafen zwingend notwen-

ningsflüge so weit wie möglich

im Ausland, vorwiegend in den

dig machen kann.

mit Ihren Interessen wie z.B.

USA, statt. Dort kann in bevöl-

Mittags– und Nachtruhe in

kerungsarmen

Landstrichen

Über diese generellen freiwilli-

„Die Bundeswehr

selbst unternimmt

Einklang bringen. Einsatzflüge,

wie zum Beispiel die Alarmrotte

der Abfangjäger oder Ret-

Flugbetrieb mit einer Intensität

betrieben werden, wie sie in

Deutschland nicht denkbar

gen Selbstbeschränkungen

hinaus gibt es oft noch lokale

Vereinbarungen zwischen

jedoch einiges, um

tungshubschrauber, sind davon

jedoch aus nahe liegen-

wäre. Die gesamten Übungsvorhaben

der Bundeswehr ins

Geschwadern und Gemeinden,

etwa über Mittagsruhezei-

die Lärmbelastung

den Gründen ausgenommen.

Ausland zu verlagern, ist jedoch

nicht möglich, teils aus

ten oder bestimmte Gebiete,

die nicht überflogen werden.

der Bevölkerung so

gering wie möglich

So findet an Wochenenden, an

Feiertagen und zwischen

Weihnachten und Neujahr

logistischen und finanziellen

Gründen, teils aber auch deshalb,

weil die Piloten mit den

Dort finden spezielle örtliche

Gegebenheiten Berücksichtigung.

Allerdings sind diese

zu halten“

grundsätzlich kein Übungsflugbetrieb

statt. Auch zwischen

spezifischen topographischen

und geographischen Verhält-

lokalen Vereinbarungen meist

nur in den betreffenden Ver-

0.00 Uhr und 7.00 Uhr wird

nissen Mitteleuropas vertraut

bänden bekannt, auswärtige

grundsätzlich nicht trainiert. So

sein müssen.

Flugzeuge sind oft nicht an

soll gewährleistet werden,

diese Vereinbarungen gebun-

dass zumindest diese Ruhe-

Anwohner ziviler Verkehrsflug-

den.

zeiten für Sie auch wirklich

häfen erleiden bereits durch

lärmfrei bleiben.

den dort stattfindenden Flug-

Die beschriebenen Selbstbe-

betrieb eine überdurchschnitt-

schränkungen sind von der

Des weiteren verzichtet die

lich hohe Belastung. Um diese

Bundeswehr selbst erlassen,

Bundeswehr aus denselben

nicht noch weiter zu steigern,

und im Militärischen Luftfahrt-

Gründen auf die Nutzung des

nutzt die Bundeswehr grund-

handbuch Deutschland be-

so genannten Nachbrenners

sätzlich keinen dieser Airports,

schrieben.

bei Kampfjets unterhalb von

mit Ausnahme von Köln-Bonn

3000 Fuß (ca. 915 m).

und Berlin-Tegel, die militäri-

Diese Vorschrift ist für alle in

sche Teilbereiche haben.

den deutschen Luftraum ein-

Dabei handelt es sich um eine

f l i e g e n d e n u n d d o r t

zusätzliche Brennstufe in den

Im speziellen Fall Rostock-

operierenden

militärischen

Triebwerken, die optional vom

Laage handelt es sich um

Luftfahrzeuge bindend.

Piloten zugeschaltet werden

einen militärischen Flugplatz,

kann, um eine höhere Leistung

der von einer zivilen Betreiber-

I N F O R M A T I O N E N Z U M M I L I T Ä R I S C H E N F L U G B E T R I E B


F L U G B E T R I E B S – U N D I N F O R M A T I O N S Z E N T R A L E

Wie auch im Straßenverkehr gibt man alle Anflüge, bei denen ein Instrumentenverfahrens eine dafür

es in der Luftfahrt eine Fülle an anfliegendes Flugzeug einem Leitstrahl

erforderliche Freigabe besitzen,

gesetzlich verankerten Bestimmungen,

die einen standardisierten und

geordneten Verkehrsfluss regeln.

Auch und gerade in der Nähe von

folgen muss, also sowohl in

der Horizontalen als auch in der

Vertikalen einen festen Anflugkurs

folgt und kontinuierlich sinkt. Ein

d.h. sie muss über die entspr. Navigationshilfen

verfügen und die dazu

notwendige Lizenz vorweisen können.

Flugplätzen sind diese Bestimmungen

Nichtpräzisionsanflug folgt z.B.

von enormer Wichtigkeit, damit

der dortige Flugverkehr der an- und

abfliegenden Flugzeuge sicher und

effektiv durchgeführt werden kann.

Dies gilt für kleine, unkontrollierte

einem vorgeschriebenen Kurs über

Grund, und die Anflughöhe wird

Schritt für Schritt verringert, ähnlich

wie beim Herabsteigen auf einer

Treppe. Vor dem Flug kann die

Der Hauptzweck eines An-, bzw.

Abflugverfahrens ist, wie eingangs

schon erwähnt, die sichere Durchführung

des Flugverkehrs. Darüber

hinaus wurden diese Verfahren so

Sportflugplätze ebenso wie für Besatzung je nach Flugzeugtyp, gestaltet, dass bewohnte Gebiete

Großflughäfen und militärisch genutzte

Stützpunkte.

Bei allen Flugplätzen, die vorwiegend

Wetterlage oder Ausbildungsauftrag

zwischen diesen Verfahren

wählen und diese bei der Flugvorbereitung

beantragen.

(vor allem in Ballungszentren) möglichst

geschont werden. Dies ist

jedoch aufgrund der Flugsicherheit

und den Flugeigenschaften man-

von größeren Maschinen

cher Maschinen nicht überall mög-

genutzt werden, existieren standardisierte

und veröffentlichte An- und

Abflugverfahren. Diese unterteilen

sich weiter in Instrumenten- und

Vor dem Start bzw. der Landung

weist die Flugsicherung der Besatzung

dann ein entsprechendes

Verfahren zu. Es müssen dazu

lich. Schließlich muss sich z.B. ein

Flugzeug – im Gegensatz zu Helikoptern

– vor dem Aufsetzen auf

die Landebahn ausrichten, und das

Sichtflugverfahren sowie in Präzisions-

jedoch einige Vorraussetzungen muss bei größeren Maschinen

und Nichtpräzisionsanflüge. erfüllt sein; so muss die Besatzung schon mehrere Kilometer vorher

Unter Präzisionsanflügen versteht z u r D u r c h f ü h r u n g e i n e s geschehen. ►

S E I T E 1 3

Der

Hauptzweck

eines An – bzw.

Abflugverfahren

ist […] die

sichere

Durchführung

des

Flugverkehrs“

Der Präzisions-Instrumentenanflug

(1) Leitstrahl des ILS (Instrumenten Lande System)

(2) Beginn des Anflugverfahrens beim Überflug des Anflugfixpunktes

(3) Ausrichtung des Luftfahrzeuges auf den Leitstrahl

(4) Anflugkorridor - in diesem Bereich soll sich das Luftfahrzeug für eine sichere Durchführung des Anfluges befinden.

(5) Endanflug - an diesem Punkt muss das Luftfahrzeug auf dem ILS Leitstrahl ausgerichtet sein.


S E I T E 1 4

Bekommt eine Besatzung vor

nern bekannten und veröffent-

Diese Abweichungen können

dem Start bzw. der Landung

lichten Verfahren folgen und

nur von der örtlichen Flugsi-

die Freigabe für eines dieser

andere wiederum nicht.

cherung genehmigt werden.

Verfahren zugewiesen, muss

Es entsteht der Eindruck, dass

In manchen Fällen weist die

sie dieses den veröffentlichten

diese Verfahren nach „Lust

Flugsicherung auch Abwei-

Vorgaben entsprechend abflie-

und Laune“ abgeflogen wer-

chungen an, wenn es der Ver-

gen, also Routen einhalten,

den. Dies ist jedoch nicht der

kehrsfluss erfordert. Zusam-

Mindesthöhen beachten usw..

Fall. Eine Besatzung kann

menfassend gelten zwei

So können die Fluglotsen am

beispielsweise einen direkten

Grundsätze: ein bestimmtes

Boden den Verkehrsfluss koor-

Abflug beantragen, wenn das

veröffentlichtes An – oder

dinieren, da sich die Position

Flugzeug zu schwer oder nicht

Abflugverfahren muss nicht

„Abweichungen können

nur von der örtlichen

der Flieger exakt voraussagen

lassen und die Übergabe mit

den nachfolgenden Flugsiche-

leistungsfähig genug ist, um

kurz nach dem Abheben bereits

abzudrehen und dabei

immer angewiesen werden.

Wenn jedoch eine Zuweisung

erfolgt, darf der Luftfahrzeug-

Flugsicherung

rungsstellen wie z.B. dem

Kontrollturm sicherer funktio-

gleichzeitig eine sichere Geschwindigkeit

beizubehalten.

führer nicht eigenmächtig davon

abweichen, ausgenom-

genehmigt werden“

niert.

(Ein aufgetanktes Transportflugzeug

mit vollem Laderaum

men in Notfällen!

Häufig wird berichtet, dass

kann mehrere hundert Tonnen

Luftfahrzeuge die den Anwoh-

schwer sein!)

Die Instrumentenabflugverfahren

(1) Standardabflugverfahren, welches gemäß den Publikationen auf einer hierfür festgelegten Streckenführung

geflogen werden muss.

(2) Direkter Abflug - dieser darf durchgeführt werden, wenn das Luftfahrzeug aus Flugsicherheitsgründen

dem Standardabflugverfahren nicht entsprechen kann. Dies kann z.B. aufgrund der eingeschränkten

Manövrierfähigkeit oder des hohen Abfluggewichtes der Fall sein. Hierfür ist jedoch eine ausdrückliche

Freigabe durch die Flugsicherung erforderlich.

I N F O R M A T I O N E N Z U M M I L I T Ä R I S C H E N F L U G B E T R I E B


F L U G B E T R I E B S – U N D I N F O R M A T I O N S Z E N T R A L E

S E I T E 1 5

Von SKYGUARD zur Zentralen Flugüberwachung

Das herausragende Ereignis für die

zen die Möglichkeit einer intensiven

Haushaltsmitteln und Perso-

Abteilung Flugbetrieb war sicherlich

Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Per-

nal.

die Außerdienststellung des Tief-

sonen aus dem politischen und

flugüberwachungssystems

SKY-

parlamentarischen Bereich, Me-

Das System SKYGUARD

GUARD und dessen Ablösung

dienvertreter und Bürger unseres

wurde schließlich im Oktober

durch eine moderne digitalisierte

Landes wurden über den militäri-

durch eine flächendeckende

“Zentrale Flugüberwachung“ im

schen Flugbetrieb, dessen Bestim-

Echtzeitüberwachung ersetzt,

Oktober 2006.

mungen und Verfahren, die Luft-

die sich auf weit reichend

raumstruktur

und

vernetzte und redundant abdecken-

auch

statistische

de militärische und zivile Radarsen-

Daten

informiert.

soren und einen Verbund leistungs-

Der Bevölkerung

konnte die Bedeutung

und Notwendigkeit

der fliegerischen

Ausbildung

auch in Deutschland

verdeutlicht

fähiger Datenbanken abstützt.

Die Überwachung des militärischen

Flugbetriebs im deutschen Luftraum

kann damit unterbrechungsfrei

und auftragsgemäß weiter

durchgeführt werden.

„Die Überwachung

des militärischen

Flugbetriebs im

deutschen

Luftraum kann

und auf die zahlreichen

Maßnahmen

zur Minderung der

Fluglärmbelastung

hingewiesen werden. Diese Trans-

Die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit

mit SKYGUARD wird durch

mobile Teams mit abgesetzten,

über Datenlink angebundenen

damit

unterbrechungsfrei

und auftragsgemäß

weiter

In über 21 Jahren konnte SKYGU-

ARD 1511 Einsätze nachweisen,

90.000 Flugbewegungen aufzeich-

parenz hat gegenseitiges Vertrauen

und Verständnis geschaffen.

Komponenten der Zentralen Flugüberwachung

fortgesetzt.

durchgeführt

werden.“

nen, auswerten und dabei feststel-

Die Pflicht zum verantwortungsbe-

Für das Personal der Abteilung

len, dass der militärische Flugbe-

wussten Umgang mit Ressourcen

Flugbetrieb stellt die Entwicklung

trieb professionell, diszipliniert und

führte dann Anfang des neuen

eine Herausforderung dar. Vertrau-

mit wenigen Ausnahmen den Re-

Jahrtausends dazu, dass die Luft-

en in das neue System muss etab-

geln entsprechend durchgeführt

waffe dem kosten- und personalin-

liert werden, Ausbildungspläne

wurde.

tensiven System SKYGUARD den

müssen geschrieben, Verfahren

Rücken kehren und nach alternati-

und Betriebsabläufe angepasst

Dennoch hatte SKYGUARD wie

ven Lösungen für die Überwachung

sowie die technische und logisti-

kaum ein anderes System polari-

des militärischen Flugbetriebes in

sche Verfügbarkeit der Zentralen

siert. Innerhalb der Luftwaffe wurde

Deutschland suchen musste.

Flugüberwachung

sichergestellt

es insbesondere in den Anfangs-

werden.

jahren misstrauisch von den flie-

Nach mehreren Jahren konzeptio-

genden Besatzungen betrachtet.

neller Arbeit und innovativer Ent-

Aber das ist gut so. Herausforde-

Seine wahre Bedeutung als ver-

wicklung wurde mit der “Zentralen

rungen sind etwas Positives. Wenn

trauensbildende Maßnahme und

Datenbank für den militärischen

sie angenommen werden, tragen

Anwalt gewann aber im Verlauf von

Flugbetrieb“ und der “Zentralen

sie immer zur Weiterentwicklung

zwei Jahrzehnten im Einsatz immer

Flugüberwachung“ eine adäquate

nicht nur des Systems, sondern

mehr und immer deutlicher an Kon-

Lösung gefunden. Mit dieser syste-

auch und gerade der beteiligten

tur.

mischen Neuausrichtung gelang

Menschen bei.

eine Zentralisierung und Flexibili-

Gleichzeitig wurde im Zusammen-

sierung der Tiefflugüberwachung

hang mit den SKYGUARD Einsät-

unter gleichzeitiger Einsparung von


S E I T E 1 6

Unser Service für Sie

Ein Überschallknall - der Riss in

der Fensterscheibe - wer kommt

jetzt für den Schaden auf ?

Leider kann es immer wieder vorkommen,

dass durch den militärischen

Flugbetrieb Sachschäden an

Gebäuden entstehen. Im berechtigten

Anspruchsfall bleiben Sie natürlich

nicht auf den Reparaturkosten

sitzen.

Die Wehrbereichsverwaltungen

regulieren in diesen Fällen in Zusammenarbeit

mit der Abteilung

Flugbetrieb, die Schadensersatzansprüche.

Sollten Ihnen durch militärischen

Flugbetrieb ein materieller Schaden

entstanden sein und Sie möchten

nun Schadenersatzansprüche geltend

machen, wenden Sie sich bitte

direkt an die Schaden bearbeitenden

Stellen, die Wehrbereichsverwaltungen

(WBV):

WBV NORD

WBV Süd

Dezernat II/6

Hans-Böckler-Str. 16

30173 Hannover

Tel: 0511-284-3470

Fax: 0511-284-4380

WBV NORD

Dezernat II/6

Außenstelle Kiel

Feldstrasse 234

24106 Kiel

Tel: 0431-38435015

Fax: 0431-384-5454

Dezernat II/6

Postfach 105265

70045 Stuttgart

Tel: 0711-2540-2382

Fax: 0711-2540-2188

WBV Süd

Dezernat II/6

Außenstelle München

Dachauer Strasse 128

80637 München

Tel: 089-1249-2702

Fax: 089-1249-2209

WBV West

Dezernat II/6

Wilhelm-Raabe-Strasse 46

40470 Düsseldorf

Tel: 0211-959-2129/2422/2182

Fax: 0211-959-2187

WBV Ost

Dezernat II/6

Postfach 1149

15331 Straußberg

Tel: 03341-58-3311

Fax: 03341-58-3166

WBV West

Dezernat II/6

Außenstelle Wiesbaden

Moltkering 9

65189 Wiesbaden

Tel: 0611-799-3105/3102

Fax: 0611-799-1699

I N F O R M A T I O N E N Z U M M I L I T Ä R I S C H E N F L U G B E T R I E B


ABTEILUNG FLUGBETRIEB

Postanschrift:

Luftwaffenamt

Abteilung Flugbetrieb Bw

Luftwaffenkaserne Wahn 501/11

Postfach 90 61 10

51127 Köln

Telefon: 0800-8620730

Fax: 02203-908 2776

E-Mail:

IN DER BUNDESWEHR

FLIZ@bundeswehr.org

Haben Sie noch Fragen zu den flugbetrieblichen Bestimmungen

oder zum Flugbetrieb allgemein, wünschen

Sie Informationen zu konkreten Übungsvorhaben

oder wollen Sie sich einfach über Fluglärm beschweren,

ist das Bürgertelefon der Luftwaffe kostenfrei

unter der

Telefonnummer 0 8 0 0 – 8 6 2 0 7 3 0

von Montag bis Donnerstag von 08.00 bis 17.00 Uhr

sowie Freitag von 08.00 bis 12.30 Uhr für Sie da.

Außerhalb unserer Dienstzeiten können Sie uns auch

gerne eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen,

wir rufen Sie dann bei Bedarf baldmöglichst

zurück.

Wünschen Sie weitergehende Informationen zu einem

konkreten Flug oder möchten Sie Ihre Anfrage

oder Beschwerde gerne schriftlich formulieren, haben

Sie die Möglichkeit, uns einen Brief, ein Fax oder eine

E-Mail zu senden.

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass die Abteilung Flugbetrieb für Presseinformationen nicht zur

Verfügung stehen kann . Sollten Sie dennoch eine journalistische Anfrage haben, so wenden Sie sich

bitte an die Pressestelle des Luftwaffenamtes:

Presse- und Informationszentrum:

Telefon: 02203-908-3134

02203-908-5044

w w w . l u f t w a f f e . d e

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