Tourismuskonzept Beschlussfassung - Lychen

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Tourismuskonzept Beschlussfassung - Lychen

Tourism

muskonzeption

Lychen

Endbericht

Berlin, im April 2013


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Tourismuskonzeption Lychen

Endbericht

Inhalt

I. Einleitung ............................................................................................................................................... - 3 -

II. Status Quo: SWOT-Analyse für den Lychen-Tourismus ........................................................- 5 -

1. Wichtige Standortfaktoren für den Lychen-Tourismus ...........................................................- 5 -

2. Entwicklung und Struktur der touristischen Nachfrage ..........................................................- 7 -

3. Gastgewerbliches Angebot ............................................................................................................ - 10 -

4. Freizeitmöglichkeiten und -angebote........................................................................................ - 14 -

4.1 Wassertourismus .................................................................................................................... - 14 -

4.2 Weitere aktivtouristische Segmente ............................................................................... - 21 -

4.3 Kunst, Kultur und Tradition ................................................................................................ - 24 -

4.4 Möglichkeiten für die Saisonverlängerung und Schlechtwetterangebote ...... - 26 -

5. Organisation und Finanzierung des Lychen-Tourismus ...................................................... - 27 -

6. Kooperationen im Tourismus ........................................................................................................ - 29 -

7. Innenmarketing und Qualitätsmanagement ........................................................................... - 29 -

8. Tourismusmarketing nach außen ................................................................................................ - 31 -

III. Zwischenfazit: Zentrale Stärken und Schwächen im Überblick ..................................... - 35 -

IV. Leitbild und strategische Ausrichtung für den Lychen-Tourismus ............................... - 36 -

1. Unsere Persönlichkeit und unser Selbstverständnis – „Wer wir sind“ ............................. - 37 -

2. Unsere Ziele und Leitlinien bis 2030 – „Wo wir hin wollen“ ............................................... - 38 -

3. Wie wir dahin kommen – die zentralen Handlungsfelder unserer gemeinsamen

Tourismusförderung ......................................................................................................................... - 39 -

3.1 Handlungsfeld 1: Organisation und Finanzierung .................................................... - 40 -

3.1.1 Problem/Ausgangssituation .............................................................................. - 40 -

3.1.2 Schlüsselmaßnahmen .......................................................................................... - 40 -

3.1.2.1 Ausschöpfen aller zur Verfügung stehenden

Finanzierungsmöglichkeiten ............................................................................. - 40 -

3.1.2.2 Klare Aufgabenteilung und personelle Zuständigkeiten ........................ - 43 -

3.1.2.3 Interkommunale Kooperation ........................................................................... - 45 -

3.2 Handlungsfeld 2: Eindeutiges Profil ................................................................................ - 48 -

3.2.1 Problem/Ausgangssituation .............................................................................. - 48 -

3.2.2 Schlüsselmaßnahmen .......................................................................................... - 48 -

3.2.2.1 Entwicklung eines touristischen Profils für Lychen ................................... - 48 -

3.2.3 Maßnahmen zur konkreten Ausgestaltung des Profils ............................ - 52 -

3.2.3.1 Außenmarketing..................................................................................................... - 52 -

3.2.3.2 Infrastrukturelle Voraussetzungen ................................................................... - 53 -

-1 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.2.3.3 Produktentwicklung .............................................................................................. - 54 -

3.3 Handlungsfeld 3: Attraktivität der Innenstadt ............................................................ - 57 -

3.3.1 Problem/Ausgangssituation .........................

........................ ............................... - 57 -

3.3.2 Schlüsselmaßnahmen .......................................................................................... - 57 -

3.3.2.1 Ideenwettbewerbb zur Gestaltung von Marktplatz undd Innenstadtt ..... - 57 -

3.3.2.2 Nutzung der leerstehenden Bausubstanz

z in der Innenstadt ................. - 58 -

3.3.2.3 Umsetzung Stadthafen ........................................................................................ - 63 -

3.3.3 Weitere Maßnahmen ............................................................................................ - 66 -

3.4 Handlungsfeld 4: Kommunikation und Abstimmung .............................................. - 67 -

3.4.1 Problem/Ausgangssituation .........................

........................ ............................... - 67 -

3.4.2 Maßnahmen ............................................................................................................. - 67 -

3.5 Handlungsfeld 5: Qualität und Zielgruppenorientierung ....................................... - 69 -

3.5.1 Problem/Ausgangssituation .........................

........................ ............................... - 69 -

3.5.2 Maßnahmen ............................................................................................................. - 70 -

3.6 Handlungsfeld 6: Saisonverlängerungg ........................................................................... - 71 -

3.6.1 Problem/Ausgangssituation .........................

........................ ............................... - 71 -

3.6.2 Maßnahmen ............................................................................................................. - 71 -

3.7 Handlungsfeld 7: Mobilität ................................................................................................. - 73 -

3.7.1 Problem/Ausgangssituation .........................

........................ ............................... - 73 -

3.7.2 Maßnahmen ............................................................................................................. - 74 -

V. Zusammenfassung und

Ausblick auf die wichtigsten Aufgaben für den Lychen-

Tourismus bis 2030 .......................................................................................................................... - 76 -

Im Auftrag von:

Stadt Lychen

Am Markt 1

17279 Lychen

Projektbearbeitung:

dwif-Consulting GmbH

Marienstraße 19/20

10117 Berlin

Prof. Dr. Mathias Feige

Maike Berndt

Sophie Schaefer

Berlin, 23. April

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

I. Einleitung

Im Jahr 1997 hat die

Stadt Lychen eine erste Tourismuskonzeptionn erstellen lassen. Anlässlich der

Überprüfung des Erholungsortes Lychens durch den Landesfachbeirat soll nunn – 15 Jahre

später –

ein neues Tourismuskonzept erarbeitet werden. Die Konzeption

von 1997 wird in diesem Zuge

unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen evaluiert und fortgeschrieben. Ziel

ist es, für die Stadt Lychen einen Handlungsrahmen für die weitere touristische Entwicklung bis

2030 zu erarbeiten.

Zum Prozess: Intensive Beteiligungg der Akteure vor Ort O

Mit der Erstellung der Tourismuskonzeption wurde die dwif-Consulting GmbH aus Berlin beauf-

insge-

tragt. Der Prozess fand unter enger Beteiligung aller touristischen Akteure A statt und dauerte

samt rund ein halbes Jahr von November 2012 bis April 2013. Die Ergebnisse basieren auf intensi-

wurden drei öffentliche Workshops, verschiedene thematische Gesprächsrunden mit Leistungsträ-

gern sowie Abstimmungstermine mit derr projektbegleitenden

Lenkungsgruppe (Vertreter aus

ven Gesprächen vor

Ort und ergänzenden Recherchen

des dwif. Imm Rahmen der Konzepterstellung

Stadt, Tourismusverein und Naturpark) durchgeführt.

Die hier gewonnenen

Erkenntnisse sind in

die Erfassung des Status Quo sowie in die Leitbild- und Strategieentwicklung eingeflossen.

Tourismuskonzept 1997: Umsetzungsstand

Die wichtigsten Ergebnisse der ersten Tourismuskonzeption zeigt überblicksartig die folgende f

Abbildung:

Abb. 1:

Leitbild, Ziele und

Strategienn aus der Tourismuskonzeption von 1997

Quelle:

eigene Darstellung nach Urbano GmbH 1997: Tourismuskon

nzeption für das Amt Lychen

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Damals wurde bereits ein sehr umfangreiches touristisches Leitbild entwickelt:

• Als Alleinstellungs- und Identifikationsmerkmale für Lychen wurden vor allem die Aspekte

Natur und Tradition benannt, aber auch das Prädikat spielte eine große Rolle. Zudem wurde

der hohe Stellenwert des Tourismus als Wirtschaftsfaktor für Lychen bekräftigt.

• Schwerpunktthemen sollten der Natur- und Aktivtourismus, aber auch der Gesundheitstourismus

sein. Als wichtigste Zielgruppe sind Familien genannt.

• Die wesentlichen Zielstellungen und Strategien umfassten die Steigerung der touristischen

Nachfrage und die Qualitätsverbesserung des touristischen Angebotes. Als wichtige Voraussetzung

dafür hält das Papier einen Ausbau der Kooperationen sowie den Schutz der Landschaft

und der Kultur Lychens fest.

Auf diesem Leitbild basiert ein Maßnahmenkatalog, der Handlungsempfehlungen in den Bereichen

Marktforschung, Außenmarketing, Innenmarketing, Gastgewerbe, Städtebau, Grünanlagen,

Ortsteile, Umwelt und Verkehr, Prädikatisierung sowie Organisation und Personal enthält.

In folgenden Bereichen sind die Empfehlungen größtenteils umgesetzt:

• Städtebau

• Grünanlagen

• Verkehr und Wegebau

• Aufwertung der Ortsteile

In folgenden Bereichen wurden die Maßnahmen nur unzureichend umgesetzt und sind daher

heute noch immer aktuell:

• Innenmarketing

• Organisationsstrukturen

• Qualität im Gastgewerbe

• Außenmarketing (Produktentwicklung)

In folgenden Bereichen wurden die Maßnahmen zwar nur teilweise umgesetzt, aus heutiger Sicht

ergeben sich dort aber andere Erfordernisse als damals:

• Marktforschung

• Außenmarketing (Vertriebs-, Kommunikations- und Preispolitik)

• Prädikatisierung

Die Ergebnisse der Evaluierung der Tourismuskonzeption sind in die Erarbeitung des vorliegenden

Tourismuskonzeptes eingeflossen. Das Augenmerk lag dabei insbesondere auf den letzten beiden

Blöcken – also den Bereichen, in denen die Maßnahmenempfehlungen nicht oder nur unzureichend

umgesetzt worden sind oder sich aus heutiger Sicht andere Handlungserfordernisse ergeben.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

II.

Status Quo: SWOT-Analyse für den Lychen-Tourismus

1. Wichtige Standortfaktoren für den Lychen-Tourismus

Die äußere Attraktivität eines Ortes spielt für den Tourismus eine große Rolle. Umso mehr gilt das

für Erholungsorte, wo diese zugleich entscheidendes Kriterium bei Anerkennung und Erhalt des

Prädikats ist. Eine intakte Natur und eine ansprechende Gesamtgestaltung des Ortes (Grünanlagen,

Bepflanzung, ansprechende Fassaden, etc.) sind ebenso wichtig wie ein schlüssiges Besucherleitsystem

und attraktive Mobilitätsangebote abseits des eigenen PKW.

Naturräumliche Voraussetzungen: Top

Die Stadt Lychen im Nordosten Brandenburgs liegt kurz vor der Grenze zu Mecklenburg-

Vorpommern. Durch die Lage inmitten des Naturparks Uckermärkische Seen und die Nähe zu weiteren

Großschutzgebieten (Naturpark Stechlin-Ruppiner Land im Westen und Naturpark Feldberger

Seenlandschaft im Norden) profitiert die Region von seinem ursprünglichen und natürlichen

Charakter. Der von der letzten Eiszeit geformte, facettenreiche Naturraum ist geprägt von zahlreichen

miteinander vernetzten Klarwasserseen und Bächen, die in eine weitläufige Landschaft aus

ausgedehnten Buchenwäldern, Wiesen und Mooren (z. B. Mellenmoor, Oberpfuhlmoor) eingebettet

sind.

Ortscharakter: Licht und Schatten

Die Lychener Innenstadt ist geprägt von der einmaligen Insellage – und damit vollständig von

Wasserflächen umgeben. Die Zugänglichkeit zum Wasser ist in vielen Bereichen durch attraktiv

gestaltete Ufer- und Grünbereiche gewährleistet.

Im Innenstadtbereich kann Lychen mit einzelnen Straßenzügen aufwarten, in denen die historischen

Gebäude erhalten und liebevoll saniert worden sind. Allerdings fehlen häufig Verweilplätze,

um gerade diese attraktiven Bereiche erleben und genießen zu können.

Attraktive sanierte Innenstadtbereiche (Fotos: dwif)

Problematisch ist die Situation am Marktplatz. Das „Herzstück“ der Stadt Lychen fällt durch farblose,

unsanierte Bausubstanz sowie ein größtenteils unattraktives Einzelhandels- und Gastronomieportfolio

auf. Wie in der gesamten Innenstadt fehlt es hier an einer einladenden Außengastronomie,

aber auch an Begrünungs- und Gestaltungselementen (z. B. Blumendekoration oder attraktiven

Ideen zur Fassadengestaltung).

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Aufwertungsbedarf am Marktplatz (Fotos: dwif)

Die über den täglichen Bedarf hinaus gehenden Einkaufsmöglichkeiten sind in Lychen insgesamt

stark begrenzt. Das ist allerdings – berücksichtigt man die Einwohnerzahl von rund 3.500 – auch

nicht weiter verwunderlich. Teilweise sind die Einzelhändler sehr erfinderisch und haben sich auf

mehrere Standbeine verlegt (z. B. Blumenladen/Souvenirshop/Lebensmittel oder Kunsthandwerk/Hofcafé/Bioladen).

Allerdings ist die Attraktivität der vorhandenen Läden, Schaufensterauslagen

und Dekorationen stark verbesserungswürdig.

Weite Teile der Lychener Innenstadt sind barrierefrei gestaltet und somit auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter

Personen ausgerichtet (z. B. barrierefreier Stadtrundgang). Die Verkehrssituation

in der Innenstadt ist hingegen ein häufiges Ärgernis für die Anwohner. Besonders in der

Saison sorgt der Durchgangsverkehr auf der Fürstenberger und der Stargarder Straße für Lärm und

Unsicherheit. Die Stadt versucht seit Jahren, hier eine Verkehrsberuhigung (Tempo 30) durchzusetzen,

scheiterte aber bislang an der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Uckermark. Auch Ampeln

zum sicheren Überqueren der Straßen fehlen weitgehend.

Das Beschilderungssystem ist größtenteils einheitlich und den bundesweiten Gestaltungsnormen

angepasst. Allerdings ist neben dem offiziellen Informations- und Leitsystem sowohl an den

Einfallstraßen als auch in der Innenstadt zunehmend „Wildwuchs“ durch private Hinweisschilder

auf touristische Angebote festzustellen, was zu einer Unübersichtlichkeit führt. Häufig ist zudem

die Sauberkeit vieler Schilder verbesserungsfähig.

Im Gegensatz zur Lychener Innenstadt weisen die Ortsteile größtenteils ein attraktives Erscheinungsbild

auf, hier ist allerdings die Vernetzung von Innenstadt und Ortsteilen in Form eines ganzheitlichen

Gestaltungskonzeptes ausbaufähig.

Eingeschränkte Erreichbarkeit und Mobilität vor Ort

Lychen profitiert mit einer Entfernung von nur rund 100 km von der Nähe zum Quellmarkt Berlin,

von dem aus die Stadt in nur ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit gut mit dem PKW zu erreichen ist. Auch

aus anderen Himmelsrichtungen ist Lychen relativ gut erreichbar, allerdings nur über Bundes- und

Landesstraßen. Die nächste Autobahn ist über 50 km entfernt.

Eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist jedoch problematisch, da Lychen nicht

an das Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen ist. Besucher müssen auf die Bahnhöfe in

Fürstenberg/Havel oder Templin ausweichen und dort in den Bus nach Lychen umsteigen. Oft sind

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

die Buszeiten jedoch nicht mit den Zugfahrplänen abgestimmt, sodass lange Wartezeiten anfallen.

Einige Beherbergungsbetriebe bieten ihren Gästen auch einen Abholservice von Templin oder

Fürstenberg an. An den Wochenenden im Sommer sowie an Feiertagen besteht mit dem Uckermark-Shuttle

ein zusätzliches Mobilitätsangebot, um von Lychen dreimal täglich nach Templin und

Fürstenberg zu gelangen.

Der innerstädtische ÖPNV ist gut ausgebaut und jeder Ortsteil mit Bussen erreichbar. Teilweise

werden hierfür Rufbusse eingesetzt. Besonders ab den späten Nachmittagsstunden verkehren die

Busse jedoch mit großer Unregelmäßigkeit.

Standortfaktoren für den Lychen-Tourismus

Stärken und Chancen

• Lage, Naturraum und Wasserreichtum

• Historische Bausubstanz und attraktive

Straßenzüge und Plätze in der Innenstadt,

Sanierung weitgehend abgeschlossen

• Attraktiv gestaltete Ufer- und Grünbereiche

• Großflächig Barrierefreiheit in der

Innenstadt

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Unattraktive Situation im Marktplatzumfeld

• Kaum attraktive Verweilplätze in der

Innenstadt (sowohl indoor als auch outdoor)

• Stark begrenztes Angebot im Einzelhandel

• Verkehrssituation in der Innenstadt

• Unbefriedigende Mobilitätssituation (sowohl

bei der Anreise als auch vor Ort)

• Uneinheitliche Beschilderung

2. Entwicklung und Struktur der touristischen Nachfrage

Für die Ermittlung der Nachfragesituation in Lychen wurde im Folgenden auf verschiedene Quellen

zurückgegriffen:

• die amtliche Statistik, die nur die Ankünfte und Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben

(mit mehr als acht Betten) und auf Campingplätzen ausweist

• die Daten, die dem Tourismusverein Lychen aus den Verkäufen der Kurkarten vorliegen; hier

sind Angaben zu Übernachtungszahlen bei Privatvermietern möglich sowie Aussagen über

Gästestruktur und -herkunft. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Kurtaxe in Lychen nicht

ganzjährig, sondern nur in den Monaten April bis Oktober von den Gästen erhoben wird.

Aus diesen Quellen liegen nur Daten zum Übernachtungstourismus vor. Tagesgäste werden weder

von der amtlichen Statistik noch im Rahmen der Kurkartensystematik erfasst. Da es in Lychen keine

darüber hinausgehende Gästebefragung gibt, ist das Tagesreisevolumen nicht quantifizierbar.

Für eine bessere Einschätzung der Lychener Daten werden diese – wo passend – mit den Nachbarregionen

verglichen: der Uckermark als Reisegebiet, in dem Lychen selbst liegt, sowie der Mecklenburgischen

Schweiz und Seenplatte als das direkt nördlich angrenzende Reisegebiet.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Hohes Übernachtungsvolumen, aber geringe Dynamik

Im Jahr 2011 wurden in der Stadt Lychen insgesamt rund 96.500 Übernachtungen getätigt, davon

• 80.828 Übernachtungen in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben (84 Prozent) und

• 15.770 Übernachtungen bei Privatvermietern (16 Prozent).

Die Übernachtungsentwicklung in Lychen verlief in den vergangenen Jahren zwar insgesamt positiv.

Die Zuwachsraten bleiben jedoch zum Teil weit hinter anderen Regionen zurück.

• So zählte Lychen 2011 gegenüber dem Jahr 2000 nur knapp 5 Prozent mehr Übernachtungen

(gewerblich und privat). Nach kontinuierlichen Nachfragezuwächsen bis 2007 zeichnen

dafür vor allem die hohen Übernachtungsrückgänge 2010 verantwortlich, von denen sich

Lychen bislang kaum erholen konnte.

• Vergleicht man die Entwicklung mit der Dynamik in den umliegenden Regionen, so zeigt

sich in beiden eine deutlich positive Tendenz. In der Uckermark fiel sie dabei moderater aus

(2000 ggü. 2010: +22 Prozent) als in der nördlich an Lychen angrenzenden Mecklenburgischen

Schweiz und Seenplatte, wo die Übernachtungen um 46 Prozent zulegen konnten.

Abb. 2:

Übernachtungsentwicklung in Lychen und ausgewählten Vergleichsregionen

(Index 2000 = 100)

160

150

140

Mecklenburgische Schweiz

und Seenplatte*

Entwicklung der

Übernachtungen

2011 ggü. 2000:

+ 46 %

130

120

Uckermark*

+ 22 %

110

Lychen**

100

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

+ 5 %

* Vergleichsregionen: nur gewerbliche Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Betten, inkl. Camping

** Lychen: gewerbliche Beherbergungsbetriebe und Privatvermieter; Daten von 2005 und 2006 wegen fehlender

Angaben angeglichen (gestrichelte Linie)

Quelle: dwif 2013; Daten Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Tourismusverein Lychen

Lange Urlaube, vor allem im Sommer

Überaus positiv ist die hohe Aufenthaltsdauer der Lychener Gäste. 2011 verweilten sie in den

gewerblichen Beherbergungsbetrieben im Durchschnitt 4,0 Tage. Zwar verlief die Entwicklung in

den vergangenen Jahren tendenziell rückläufig (2000: 4,3 Tage), noch immer schneidet der Lychen-Tourismus

in punkto Aufenthaltsdauer jedoch im Wettbewerbsvergleich sehr gut ab. Die

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Gäste in der Mecklenburgischen Schweiz und Seenplatte bleiben durchschnittlich nur 3,4 Tage an

einem Ort, in der Uckermark sogar nur 3,0 Tage.

Allerdings ist die Übernachtungsverteilung sehr stark auf eine kurze Saison im Sommer konzentriert:

rund 67 Prozent aller (gewerblichen) Übernachtungen entfielen 2011 auf die Monate

Juni bis August. Zum Vergleich: In der Mecklenburgischen Seenplatte liegt dieser Wert bei 45 Prozent,

in der Uckermark bei 40 Prozent.

Auch die unterschiedlich langen Aufenthaltszeiten der Gäste je nach Jahreszeit deuten stark

auf die einseitige Positionierung Lychens als Sommer-Urlaubsort hin:

• In den Ferienmonaten Juli und August bleiben die Gäste mit mehr als 5 Tagen besonders

lange, während die Verweildauer im Februar und März nur bei rund 2,5 Tagen liegt.

• Außerhalb der Hauptsaison ziehen auch die Oster- und Herbstferien Gäste nach Lychen,

wenn auch hier mit deutlich kürzeren Urlauben (durchschnittlich rund 3,5 Tage).

• Auffällig sind dagegen die langen Aufenthalte der Gäste, die Lychen im Januar besuchen. Sie

bleiben im Schnitt 5,6 Tagen – vermutlich ist dies auf Urlaube zum Jahreswechsel zurückzuführen.

Abb. 3:

Saisonale Verteilung der Nachfrage in Lychen 2011 (nur gewerbliche Beherbergungsbetriebe

inkl. Camping)

Zahl der Ankünfte und

Übernachtungen 2011

25000

Übernachtungen

20000

15000

10000

5000

Ankünfte

0

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen

5,6 2,7 2,5 3,3 3,0 3,2 5,3 5,1 3,4 3,9 2,8

3,7

Quelle:

dwif 2013; Daten Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Nah-Tourismus dominiert

Die Herkunftsstruktur der Lychen-Gäste ist in hohem Maße regional begrenzt:

• Zum einen ist die Stadt fast ausschließlich Ziel von Inlandstouristen: 2011 betrug der Anteil

ausländischer Übernachtungen an der Gesamtnachfrage gerade einmal 0,1 Prozent – und

war damit verschwindend gering. 1

• Zum anderen überwiegen auch innerhalb Deutschlands vor allem die neuen Bundesländer

als Quellmärkte, aus denen rund drei Viertel aller Übernachtungsgäste stammen. Berlin (rund

34 Prozent) führt das Ranking an, gefolgt von Sachsen und Brandenburg (beide rund

15 Prozent). 2

• Laut Angaben verschiedener Anbieter lässt sich die regionale Herkunftsstruktur auch auf die

Tagestouristen in Lychen übertragen. Hier spielen die benachbarten Regionen in

Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, aber auch Berlin eine entscheidende Rolle.

Touristische Nachfrage

Stärken und Chancen

• Hohes Übernachtungsvolumen =

hohe Bedeutung des Tourismus als

Wirtschaftsfaktor

• Lange Verweildauer der Gäste

• Viele Stammkunden aus nah gelegenen

Einzugsbereichen (Berlin, Brandenburg,

Sachsen)

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Vergleichsweise geringe Nachfragedynamik

mit hohen Schwankungen

• Stark ausgeprägte Saisonalität mit geringer

Nachfrage im Winter

• Bislang kaum Erschließung neuer

Quellmärkte in den alten Bundesländern

oder im Ausland

3. Gastgewerbliches Angebot

Für die Quantifizierung des Beherbergungsangebotes wurden die Daten des Statistischen Landesamtes

(gewerbliche Beherbergungsbetriebe, ohne Camping) ebenfalls durch eigene Recherchen

und Zulieferungen des Tourismusvereins ergänzt, um ein möglichst breites Spektrum der vorhandenen

Kapazitäten zu erfassen. Für einzelne Indikatoren (z. B. Auslastung) kann aber nur auf die

amtliche Statistik zurückgegriffen werden.

Starker Ferienwohnungsmarkt – kaum Hotelleriebetriebe = kleinteilige Beherbergungsstruktur

In Lychen sind gut 100 Beherbergungsbetriebe mit rund 1.200 Betten angesiedelt.

• Dabei fällt auf, dass nur relativ wenige Kapazitäten auf das Segment der Hotellerie (Hotels,

Pensionen und Gasthöfe) entfallen: Nur 6 Prozent der Betriebe und 16 Prozent der Betten

sind diesem Segment zuzuordnen.

__________________________________________________________________________

1

Statistisches Landesamt Berlin-Brandenburg, nur gewerbliche Beherbergungsbetriebe inkl. Camping

2

Angaben des Tourismusvereins Lychen auf Basis der Kurkartenverkäufe

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Der deutlich größere Anteil entfällt auf die sog. sonstigen Beherbergungsbetriebe. Darunter

fallen in Lychen vor allem Ferienhäuser und -wohnungen, aber auch die Herberge des Anbieters

Treibholz, das Haus am Zenssee und das Seminarhaus Schlüßhof.

• Hinzu kommen die zwei großen Campingplätze in der Stadt (beide am Wurlsee), die zusammen

über rund 370 Stellplätze verfügen. Die Errichtung eines dritten Campingplatzes am

Großen Lychensee ist in Planung.

Somit ist auch die durchschnittliche Betriebsgröße im Beherbergungsgewerbe eher gering. Die

Hotelleriebetriebe verfügen im Durchschnitt über 32 Betten, die sonstigen Beherbergungsanbieter

lediglich über 10 Betten.

Abb. 4:

Verteilung der Betriebe und Betten auf Hotellerie und sonstige Beherbergungsbetriebe

in der Stadt Lychen

Betriebe

Betten

Anteil Hotelleriebetriebe

an allen Betrieben

6 %

Anteil Hotelleriebetten

an allen Betten

16 %

Hotellerie

(Hotels, Pensionen, Gasthöfe)

Sonstige

Beherbergungsbetriebe

Quelle: Tourismusverein, Stadt Lychen und eigene Recherchen dwif (Stand: Februar 2013)

Bettenkapazitäten vor allem außerhalb der Innenstadt

Die Angebotskapazitäten in Lychen konzentrieren sich in erster Linie auf wenige Ortsteile bzw.

Randbereiche der Stadt.

• Im Verhältnis dazu gibt es in direkter Innenstadtlage sehr wenige Übernachtungsmöglichkeiten.

Lediglich rund 8 Prozent aller Betten sind im Lychener Zentrum angesiedelt. Zudem ist

der Beherbergungsmarkt hier von relativ kleinen Einheiten dominiert und es gibt kaum Kapazitäten

im Hotelleriesegment.

• Insbesondere Retzow sowie die südlich und westlich an die Innenstadt angrenzenden Gebiete

sind von höchster touristischer Relevanz. Hier finden sich einzelne größere, sehr professionell

agierende Anbieter (Retzow z. B. MALL-Tours Ferienhausvermietung, Waldhaus Grünheide,

Freizeitgelände Reiherhals, Naturcampingplatz Rehberge; Stadt Süd z. B. Ferienhauspark

Brennickenswerder, Waldhotel Sängerslust; Stadt West z. B. Seehotel Lindenhof, Seminarhaus

Schlüßhof).

• Eine Erweiterung des Beherbergungsangebots ist am Großen Lychensee und in Rutenberg

zu erwarten: Im Seepark Lychen sollen luxuriös ausgestattete Ferienhäuser entstehen, in Rutenberg

sind attraktive Unterkünfte in Roulottes und einem Ferienhof (Re:Hof) geplant.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Abb. 5:

Verteilung der Bettenkapazitäten in Lychen nach Ortsteilen (oh. Campingplätze)

Quelle:

Tourismusverein Lychen, Stadt Lychen, eigene Recherche dwif (Stand: Februar 2013)

Existenzbedrohende Auslastungssituation

Die Auslastung der gewerblichen Beherbergungsbetriebe in Lychen stagniert seit Jahren auf einem

extrem niedrigen Niveau von 25 Prozent. Zum Vergleich dazu: Sowohl in der Uckermarkk als auch

in der Mecklenburgischen Schweiz und Seenplatte sind die Betriebe im Schnitt zu mehr als zehn

Prozentpunkten besser ausgelastet (36 bzw. 37 Prozent). Hinzu kommen die hohen Schwankungen

bei der Bettenbelegung im Jahresverlauf.

• Die hohen Übernachtungszahlen im Sommer wirken sich auch positiv auf die Auslastung der

angebotenen

Kapazitäten

aus: So waren im Juli 2011 im Durchschnitt knapp 57 Prozent aller

Betten belegt.

• Im

Gegensatz

dazu müssen die Quartiere in den

besucherarmen Wintermonaten mit einer

Belegungsratee von teilweise weit unter 10 Prozent überleben. Und das, obwohl rund die

Hälfte der Betten in dieser Zeit nichtt auf dem Markt angeboten werden – und somit auch

nicht in die Berechnung der Auslastung einfließen.

Vielseitiges Beherbergungsangebot – Qualität ausbaufähig

Der Beherbergungsmarkt in Lychen decktt ein breites Zielgruppenspektrum ab: Das Angebot

reicht von Ferienwohnungen und -häusern, Campingplätzen über Seminarhäuser bis hin zu z (weniUmge-

gen) Hotels im gehobenen Sektor. Zahlreiche Unterkünfte befinden sich in sehr attraktiver

bung, z. B. in direkter Wassernähe.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Allerdings fällt ein hohes Qualitätsgefälle auf. Während einzelne Betriebe hier mit hochwertiger

und zeitgemäßer Ausstattung und/oder Zusatzangeboten (z. B. Wellness, Kurse, Incentives) punkten

können, bietet die breite Masse der Beherbergungsanbieter lediglich das nötigste an Komfort

und Raumgestaltung. Das Preisniveau ist dementsprechend in gesamt Lychen sehr niedrig.

Attraktive Betriebe mit hochwertiger Ausstattung

Unterkünfte mit wenig zeitgemäßer Basisausstattung

Bei der Teilnahmebereitschaft an Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystemen besteht

jedoch deutlicher Nachholbedarf:

• Kein Betrieb nimmt an der etablierten Initiative ServiceQualität teil. Im Land Brandenburg

sind es mittlerweile mehr als 300 Betriebe, darunter rund 120 im Bereich Beherbergung.

• Hotelleriebetriebe sind zudem auch anderweitig nicht zertifiziert. Das gilt sowohl für die

Hotelsterne des DEHOGA als auch für die G-Klassifizierung für Gasthöfe und Pensionen

(DEHOGA und DTV).

• Nur auf dem Ferienwohnungs- und Campingmarkt finden sich einzelne Vorreiter-Betriebe,

die durch den DTV klassifiziert sind (mindestens acht Wohnungen). Beide Lychener Campingplätze

tragen zudem das Umweltsiegel Ecocamping, einer ist zudem auch mit Sternen

des DTV und des BVCD klassifiziert.

• Bei den zielgruppenspezifischen Themenlabeln sieht es ähnlich aus: Derzeit stellen sich

nur zwei Betriebe aktiv auf die Bedürfnisse von Radtouristen (Bett+Bike; Uckermark insgesamt:

43 Betriebe) und keiner auf die Bedürfnisse von Wandertouristen (Qualitätsgastgeber

Wanderbares Deutschland; Uckermark: 4 Betriebe) ein.

Gastronomisches Angebot: insgesamt verbesserungsfähig

Auch die Gastronomie in der Stadt Lychen ist quantitativ sehr breit aufgestellt. Insgesamt gibt es

21 gastronomische Einrichtungen.

• In den 14 Restaurants dominiert die rustikale, gut bürgerliche Küche. Häufig stehen Fisch

und Wild als regionale Gerichte auf der Speisekarte. Immerhin zwei Betriebe (Seehotel Lindenhof

und Wurlflut) tragen das Label Brandenburger Gastlichkeit, andere (z. B. Gasthof am

Stadttor) werben aktiv mit der Uckermärker Küche. Einzelne Gastronomen haben sich zudem

auf zielgruppenspezifische Angebotserweiterungen (z. B. Vegetarier/Veganer, Sportler/Ak-

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

tivtouristen) spezialisiert. Generell ist die Attraktivität und Regionalität der Gerichte in vielen

Fällen deutlich verbesserungsfähig.

• Deutlich seltener sind attraktive Cafés und Bars. Die meisten Restaurants haben zwar auch

Kaffee und Kuchen im Angebot, reine Cafés gibt es jedoch nur in Beenz (Rosalienhof). In der

Innenstadt gibt es zudem ein Eiscafé am Marktplatz (2013 Betreiberwechsel). Da die meisten

Gastronomen sehr zeitig schließen, besteht kaum Möglichkeit, am Abend noch ein Glas Bier

oder Wein trinken zu gehen.

Potenzial besteht zudem insbesondere bei der Außengastronomie (Verweilmöglichkeiten in zentraler

Lage und an besonders attraktiven Plätzen) sowie bei der Optimierung der Öffnungszeiten,

die bislang häufig für den Gast kaum nachvollziehbar und unabgestimmt festgelegt werden.

Gastgewerbliches Angebot

Stärken und Chancen

• Vielfalt der Beherbergungsmöglichkeiten,

insbesondere großer und vielseitiger

Ferienwohnungsmarkt

• Vielfalt des gastronomischen Angebotes

• Geringes Preisniveau und damit hohe

Attraktivität für preissensible Zielgruppen

• Viele Unterkünfte in guter Lage und

Wassernähe

• Einige sehr professionelle Anbieter als

Zugpferde (auch perspektivisch)

• Viele regionale Produkte, die teilweise

bereits in der Gastronomie genutzt werden

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Kaum Unterkünfte im stark nachgefragten

Hotelleriesegment

• In hohem Maße problematische

Auslastungssituation

• Kleinteilige Betriebsstrukturen und damit

geringe Wettbewerbsfähigkeit

• Konzentration des gastgewerblichen

Angebotes außerhalb der Innenstadt

• Sehr hohe Qualitätsunterschiede zwischen

den einzelnen Anbietern

• Mangelnde Zielgruppen- und Serviceorientierung,

häufig nur Basisqualität

4. Freizeitmöglichkeiten und -angebote

4.1 Wassertourismus

Die Nachfragepotenziale im Wassertourismus sind hoch: Mit rund 40 Prozent (2010) aller unternommenen

Reisen gehören Strand-, Bade- und Sonnenurlaube zu den wichtigsten Urlaubsformen

der Deutschen. 3 Vor allem im gewässerreichen Brandenburg spielt der Wassertourismus als touristische

Aktivität eine entscheidende Rolle und wird aktiv von der TMB beworben.

Dabei sind Fahrgastschifffahrten die mit Abstand am häufigsten unternommenen Aktivitäten:

38 Prozent der Deutschen sind in den letzten fünf Jahren mit einem Fahrgastschiff unterwegs gewesen.

Bei den Wassersportaktivitäten stehen besonders Angeln (17 Prozent), Rudern (16 Prozent),

Kanu (13 Prozent), Motorboot fahren (13 Prozent) und Tauchen (11 Prozent) hoch im Kurs. Dabei

__________________________________________________________________________

3

F.U.R. Reiseanalyse 2010

- 14 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

gibt es auch große Unterschiede, welche Wasseraktivitäten eher im Alltag oder im Urlaub unternommen

werden.

Abb. 6:

Beliebtheit von Wasseraktivitäten bei der deutschen Bevölkerung

%

30

25

20

Fahrgastschifffahrt

„Welche der folgenden Aktivitäten haben Sie in den letzten fünf

Jahren im Alltag bzw. auf einem (Tages-) Ausflug oder im Urlaub

unternommen? (Mehrfachnennungen mögl.)

15

10

5

0

Fischen/

Angeln

Rudern

Kanu

fahren

Besuch

maritim.

Großveranstalt.

Motorboot

fahren

Segeln

Tauchen

Wasserski

Rafting

Jet Ski

Surfen/

Canyoning

Wellenreiten

Windsurfen

Kiten

im Alltag/ auf (Tages-)Ausflügen

im Urlaub

Quelle:

Reiseanalyse 2012, zitiert in BMWi 2012: Wassertourismus in Deutschland

Nach dem Wassersportentwicklungsplan des Landes Brandenburg sind die Lychener Gewässer Teil

der Hauptwasserwanderroute 5, die zu den landesweit beliebtesten Gewässern für die Freizeitschifffahrt

gehören. Durch ihre Lage abseits des Hauptstroms der Havel und die vielfältige Gewässerstruktur

wird vor allem dem muskelbetriebenen Wassersport ein großes Potenzial zugeschrieben.

Die touristische Bedeutung und Inszenierung des Themas Wasser ist in der Stadt Lychen seit jeher

tief verankert und spiegelt sich in einem sehr breiten Angebotsspektrum wider.

Kanutourismus: Gute Voraussetzungen und Angebote

Die Nachfrage im Kanutourismus in Deutschland und auch in Lychen ist in den vergangenen Jahren

stetig gestiegen. Im Naturpark Uckermärkische Seen sind rund ein Drittel (30 Prozent) aller

Wassertouristen Kanufahrer. Allerdings wird Kanutourismus häufig eher im Rahmen von Tagesausflügen

betrieben, seltener als längere Touren in Form von Wasserwanderungen. So sind beispielsweise

70 Prozent der Kunden der Firma Treibholz in Lychen Tagesgäste, 30 Prozent der Gäste unternehmen

Touren zwischen 2 und 5 Tagen in der Region. 4

Aufgrund der Gewässerstruktur und -vernetzung sowie der Verbindung über die Feldberger

Gewässer zur Mecklenburgischen Seenplatte sind die Bedingungen für Wasserwanderer in Lychen

__________________________________________________________________________

4

Befragung von Wassertouristen in Brandenburg 2009, BKT Grundlagenstudie Kanutourismus 2005 und Angaben

der Firma Treibholz

- 15 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

und Umgebung ideal. Über einen Boots-Shuttle sind die Lychener Gewässer mit den Templiner

Nachbarrevieren verbunden – allerdings ist dieses Transportsystem optimierungsbedürftig. Die

Seen auf dem Stadtgebiet Lychens sind größtenteils miteinander vernetzt. Schwierigkeiten gibt es

hier noch im Übergang vom Oberpfuhl in den Stadtsee (Umtragen und Straßenüberquerung notwendig)

sowie vom Oberpfuhl in den Nesselpfuhl (Ideen für eine Öffnung des Mühlengrabens und

Nutzbarmachung für Kanufahrer bestehen).

Ein weiterer Vorteil für den Kanutourismus ist die Lage der Lychener Gewässer abseits der Hauptwasserwanderroute

der oberen Havel sowie die Tatsache, dass viele Wasserflächen nicht für die

Befahrung mit motorbetriebenen Booten zugelassen sind.

Im Naturpark Uckermärkische Seen wurde zum Schutz der sensiblen Gewässerr ein Informationsund

Leitsystem entwickelt, das Kanuten über Pegelstände und die Befahrbarkeit informiert. Bei

niedrigem Pegelstand können kritische Abschnitte – z. B. am Küstriner Bach – mit einem Bootstransport

passiert werden.

Die kanutouristische Angebots- und Infrastruktur Lychens umfasst im Wesentlichen drei Biwakplätze

und eine DKV-Kanustation sowie mehrere Anbieter, die Kanus verleihen.

• Die Biwakplätze befinden sich mehrheitlich in relativ weiter Entfernung von der Innenstadt,

schwerpunktmäßig am Küstriner Bach (Biwakplätze Küstrinchen und Fegefeuer). Näher am

Zentrum gelegen sind der Biwakplatz am Strandbad sowie die DKV-Kanustation Wurlsee-

Camping.

• Die Kanu-Verleiher verteilen sich über das gesamte Lychener Stadtgebiet. Neben der Vermietung

von Booten als Basisleistung bietet nur die Firma Treibholz auch Zusatzangebote an: So

können z. B. Gruppenveranstaltungen wie Betriebsausflüge und Incentives gebucht werden.

Weitere Anbieter sind zumeist kleinere Betriebe mit nur wenigen Booten. Auch Kanuverleiher

aus den Nachbarorten (z. B. Nordlicht Aktivreisen mit zwei Verleihstationen in Fürstenberg)

spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auf dem Stadtgebiet sind verschiedene

attraktive Wasserwandertouren als Rund- oder One-Way-Touren möglich. Die Verleiher organisieren

bei Bedarf den Bootstransport. Eine Abstimmung untereinander findet bislang

nicht statt. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Leistungsträgern ist ausbaufähig, um beispielsweise

Kombiangebote wie Paddel und Pedal entwickeln zu können.

Bootstourismus: Eingeschränkte Möglichkeiten

Bootstouristische Aktivitäten (Segeln und Motorbootfahrten) werden üblicherweise im Rahmen

längerer Touren von mindestens einer Woche unternommen – allerdings mit wechselnden Aufenthaltsorten,

sodass Bootstouristen mehrheitlich nur für einen Tag/eine Nacht an einem Hafen

festmachen. Immerhin zwei Drittel aller Wassertouristen im Naturpark Uckermärkische Seen sind

mit dem Boot unterwegs, davon der Großteil mit einer Motoryacht oder einem Hausboot. 5 Die

Lychener Gewässer werden jährlich von rund 5.000 bis 6.000 Sportbooten befahren, davon zählen

3.000 bis 3.600 zu den motorisierten Wasserfahrzeugen. 6 Der Große Lychensee bietet mit seinen

__________________________________________________________________________

5

Befragung von Wassertouristen in Brandenburg 2009

6

Mediamare 2010: Nutzer- und Bedarfsanalyse Stadthafen Lychen

- 16 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

ruhigen Buchten attraktive Verweilorte für Motor- und Hausboote, die auch als Ankerplätze über

Nacht genutzt werden.

Die Möglichkeiten für motorbetriebene Boote sind in Lychen begrenzt. Fünf der sieben Seen

sind für Motorboote gesperrt, der Große Lychensee und der Stadtsee hingegen befahrbar. Zudem

befindet sich Lychen in einer Art Sackgassen-Situation, da alle Motorboote, die von der HWR5 abfahren,

nur bis in den Stadtsee fahren können, dort aber wieder umkehren und zurück nach Fürstenberg

fahren müssen. Der Motorbootstourismus bildet in Lychen derzeit somit ein relativ kleines

Segment mit wenigen Anbietern und einer begrenzten Infrastruktur. Als Anlegestelle stehen an der

Postablage (Stadtsee) 15 Liegeplätze und der Marina Lychen (Großer Lychensee) ca. 35 Liegeplätze

zur Verfügung. Allerdings reichen die Kapazitäten in der Hochsaison oftmals nicht aus.

Entsprechend der eingeschränkten Befahrbarkeit der Lychener Gewässer, sind in Lychen nur wenige

Verleihstationen von Motorbooten ansässig. Innovative und gleichzeitig umweltfreundliche

Solarboote verleiht der Bootsverleih am Nesselpfuhl. An der Postablage gibt es außerdem ein

kleines Angebot an charterbaren Hausbooten.

Auch der Segeltourismus ist in Lychen nur rudimentär ausgebildet und wird in erster Linie durch

den am Großen Lychensee ansässigen Seglerverein e. V. bestimmt. Eine touristische Nutzung ist

durch die Vereinsstruktur begrenzt: Hier können Segler zwar mit ihrem Boot festmachen und übernachten.

Allerdings werden keine Segelkurse für Touristen angeboten, auch eine gewerbliche

Vermietung von Segelbooten findet nicht statt. Generell ist der Verein aber für eine Erweiterung

des touristischen Angebotes offen.

Exkurs: Stadthafen Lychen

Die Stadt Lychen plant die Errichtung eines Stadthafens in Innenstadtnähe mit rund 60 Liegeplätzen.

Der Wasserwanderrastplatz soll die derzeitige Anlegestelle an der Postablage ersetzen und

die Engpässe bei der Nachfrage nach Liegeplätzen in der Hochsaison ausgleichen. Damit käme die

Stadt auch den Empfehlungen des Wassersportentwicklungsplanes (wep3) nach, der in Lychen

einen Wasserwanderstützpunkt (Marina mit Full-Service-Angebot) vorsieht. Die Anlegestelle an

der Postablage erfüllt diese Anforderungen derzeit nicht.

Für den Stadthafen liegen umfangreiche Planungen und Gutachten vor, die das Vorhaben unterstützen.

Eine Nutzer- und Bedarfsanalyse (mediamare 2010) bekräftigt den Liegeplatzbedarf und

das hohe Potenzial für eine Weiterentwicklung des Wassertourismus in Lychen – auch unter Berücksichtigung

des muskelbetriebenen Wassersports. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg

hat bereits zweimal einer Förderung zugestimmt, bislang scheiterte die Realisierung jedoch

an einem nicht abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren.

- 17 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Angeltourismus: Eher eine Nische – Potenziale für Saisonverlängerung

Lychen ist ein idealer Standort für Angler, vor allem aufgrund des Gewässer- G

und Fischartenreich-

auch ohne gültigen Fischereischein zu betreiben. Das beangelbare Gebiet umfasstt derzeit

tums. Durch den Erwerb eines Touristenangelscheines besteht die Möglichkeit, Friedfischangeln

15 Gewässer mit ca. 900 ha Wasserfläche. Die Angelkartenverkäufe

übernimmt die Uckermark Fisch

GmbH, Angelkartenn können aber auch in der Touristinformation erworben e werden sowie

bei einzelnen

Anbietern, die Mitglied im

Angelverein sind.

Nach Schätzungen der Uckermark Fisch GmbH besuchen pro Jahrr zwischen 200 und 300 Urlau-

sind

ber Lychen mit dem

primären Motiv, dort zu angeln – Tendenz leicht steigend. . Angeltouristen

vergleichsweise saisonunabhängig und kommen über das gesamtee Jahr verteilt nach Lychen.

Ein weiteres Standbein in diesem Segment ist neben dem aktiven Angeltourismus der Verkauf

von frischem Lychener Fisch durch die Uckermark Fisch GmbH, , der vorrangig in den Sommer-

monatenn und zu den Festtagen über Osternn und Weihnachten stattfindet. In Spitzenzeitenn werden

über 1000 Kunden am Tag gezählt, in den Ferienmonaten größtenteils Urlauber. Allerdings ist das

Angebot ausbaufähig: Der Verkaufsstandort außerhalb

der Innenstadt ist unter touristischen Ge-

sichtspunkten nur eingeschränkt geeignet. Eine attraktive gastronomische

Einrichtung

gibt es

nicht. Auch fehlen Bezugsmöglichkeiten am

Marktplatz/in der Innenstadt.

- 18 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Die zielgruppenspezifische Angebotsstruktur reicht jedoch kaum über diee Bereitstellung von

Angelgewässern hinaus. Nur sehr vereinzelt haben sich Unterkunftsbetriebee und Bootsverleiher

auf die Bedürfnisse von Anglernn eingestellt. So werben beispielsweise die Seenfischerei Krempig in

Beenz, der Ferienhauspark Brennickenswerder sowie die MALL-Tours Ferienhausvermietung am

Großen Kastavenseee gezielt mitt ihren anglerfreundlichen Unterkünften am See. Zertifizierte Angel-

bietet

betriebee (z. B. Siegel Urlaub auf dem Fischerhof) gibt es zwar nicht, die Fischerei Krempig

aber neben dem Vermietungsgeschäft zudem all-inclusive Angelkarten, Boote und Räucherware

für Feriengäste ab einer Woche

Aufenthalt an und verfügt über eine eigene Fischräucherei, einen

Hofladen und einen mobilen Verkaufswagen.

Jährlich findet das traditionellee Fischerfestt am Großen Lychensee statt, das von der Uckermark

Fisch GmbH organisiert wird. Das Fischerfest bildet eines der kulturellen Highlights der Stadt. Hier

steht das Thema Fisch einen Tag lang im Mittelpunkt (Verkauf, Gastronomie,

Informationen über

heimische Fische, Fischerquiz),

ergänzt um

weitere Ausstellungenn und Verkaufsstände regionaler

Produzenten sowie

ein Rahmenprogramm. Die touristische Attraktivität der Veranstaltung wie

auch die

Beiträge zum Thema Angeln sind aber ausbaufähig.

Baden: Ein wichtiges Angebot

Zahlen belegen: Baden/Schwimmen steht bei Urlaubern in der Uckermark auf der Beliebtheitsskala

sehr weit oben. Nach einer Gästebefragung aus dem Jahr 2006 ist fast die Hälfte der Übernach-

Ange-

tungsgäste dieser Aktivität nachgegangen. Damit sind Bademöglichkeiten ein wichtiger

botsbaustein für den Lychen-Tourismus – insbesondere in der Hoch- und Feriensaison.

Das Strandbad am Großen Lychensee bie-

Stadtnähe beste Bademöglichkeiten. Es ver-

tet Gästen und Einwohnernn in direkter

fügt über eine angemessene

Ausstattung

(sanitäre

Einrichtungen, Steganlagen, Park-

Strandbad ist durch die direkte Lage am UM-

Rundweg für Fahrradfahrer gut erreichbar.

Ein Biwakplatz bietet zudem

Übernach-

tungsmöglichkeiten. Allerdingss gibt es im

Strandbad derzeit keine Badeaufsicht.

plätze und Gastronomiebetrieb, etc.). Das

Abb. 7:

Badestellen in Lychen

Zudem gibt es zahlreiche weitere Badestel-

len im Lychener Stadtgebiet. Das Ministeri-

um für Umwelt, Gesundheit und Verbrau-

cherschutz des Landes Brandenburg (MUGV)

Quelle: www.lychen.de

weist sieben beprobte Badestellen aus. Sie e sind großflächig verteilt und befinden sich hauptsäch-

lich an den Seen der Orts-teile. . Alle Badestellen eignen sich durch ihre „ausgezeichnete

Badege-

wässerqualität“ (nach den Parametern der Brandenburgischen

Badegewässerverordnung) her-

- 19 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

vorragend zum Baden. Besonders herauszustellen sind neben der hohen Wassergüte auch die vielen

Klarwasserseen als herausragendes Qualitätsmerkmal der Lychener Gewässer.

Eine Basisinfrastruktur ist in den meisten Fällen vorhanden: Sechs der Badestellen verfügen über

einen Parkplatz und eine öffentliche Toilette, teilweise allerdings nur in Form von mobilen Toilettenkabinen

oder anderen Behelfslösungen. Bei einzelnen Badestellen gibt es nach Angaben des

MUGV außerdem ein Angebot an Speisen und Getränken (z. B. in Retzow und Wuppgarten).

Zusätzlich dazu ist das Baden an diversen (einsamen) Naturbadestellen in und um Lychen möglich,

was eine Stärke gegenüber vielen anderen Orten darstellt, an denen das Baden häufig nur an explizit

ausgewiesenen Stränden erlaubt ist.

Die Verantwortung der Reinigung und Pflege der Badestellen unterliegt der Stadt Lychen, die

diese Aufgabe nicht immer zur vollsten Zufriedenheit erfüllen kann, sodass es hier häufig zu Konflikten

mit den Strandnutzern kommt. Bei einzelnen Badestellen treten zudem Probleme durch

Vandalismus auf.

Fahrgastschifffahrt: Modernität ausbaufähig

Fahrten mit dem Fahrgastschiff sind in erster Linie kein Hauptmotiv für den Besuch einer Region/

eines Ortes, sondern ein gern genutztes Zusatzangebot für ein breites Zielgruppenspektrum.

Sie können auch als Schlechtwetterangebot dienen.

In Lychen gibt es ein Fahrgastschiff der Reederei Knaack & Kreyss mit einer Kapazität von 140

Plätzen. Von Mai bis Oktober werden drei verschiedene Rundfahrten in die Gewässer der Region

angeboten (5-Seen-Rundfahrt, Woblitz-Rundfahrt, Havelrundfahrt). Sie führen auch in die Nachbarorte

bis nach Himmelpfort, Fürstenberg/Havel und Bredereiche. Zudem bietet die Reederei die

Möglichkeit das Schiff für besondere Ereignisse zu chartern. Besondere Angebote, z. B. Thementouren

oder Events werden nicht angeboten.

Derzeit werden die Fahrten überwiegend von Busreisegruppen in Anspruch genommen. Familien,

die in Lychen Urlaub machen, finden sich nur sehr selten unter den Gästen – und wenn, dann sind

es laut Angaben der Reederei Großeltern mit ihren Enkeln.

Floß und weitere wassertouristische Angebote

Die etablierte Bedeutung des Themas Wasser im Lychener Tourismus schlägt sich in einer Reihe

weiterer Angebote nieder:

• In Anlehnung an die Flößertradition hat die Firma Treibholz ein breites und innovatives Angebot

an Aktivitäten rund um das Floß. Öffentliche Rundfahrten finden von April bis Oktober

an den Wochenenden, im Juli und August täglich statt. Zudem kann das Floß auch individuell

für Firmenevents, Privatfeiern o. ä. gechartert werden. Highlights bilden die öffentlichen

„Musikfloß“-Veranstaltungen.

- 20 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Die Kolbatzer Mühle bietet abenteuerliche Floßübernachtungen auf dem hauseigenen See

an. Übernachtet wird in einem Zelt auf dem Floß, inklusive Lagerfeuer und frisch geangeltem

Fisch.

• Die Bootsvermietung am Nesselpfuhl verleiht solarbetriebene Motorboote. Sie können

führerscheinfrei gesteuert werden und bieten Platz für bis zu 4 Personen. Mit vollem Akku ist

eine achtstündige Fahrt möglich.

• Funsportarten wie Wasserski, Wakeboard, Surfen oder Stand-Up-Paddling werden in Lychen

nicht angeboten.

Wassertourismus

Stärken und Chancen

• Dichtes und vernetztes Gewässernetz

• Sehr gute Wasserqualität, Klarwasserseen

und reicher Fischbestand

• Vielfalt der wassertouristischen Nutzungsmöglichkeiten,

Potenziale für die

Weiterentwicklung vorhanden

• Konsequente Nutzungstrennung durch

Sperrung einiger Seen für den Motorbootverkehr

• Synergieeffekte durch die Verbindung mit

der Flößereitradition

• Etablierte Bedeutung des Wassertourismus

in Lychen

• Hochwertige und innovative Angebote

vorhanden, professionelle Anbieter

• Planungen für einen Stadthafen in

Innenstadtnähe

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Von vielen Akteuren instrumentalisierte

Nutzungskonflikte zwischen muskel- und

motorbetriebenem Wassersport

• Keine ausreichenden Liegeplatzkapazitäten

für die tatsächliche bootstouristische

Nachfrage

• Geringe Inszenierung des Themas Wasser im

allgemeinen Stadtbild

• Teilweise Lücken in der kanutouristischen

Infrastruktur (Wehre, Anlegestellen, etc.)

• Geringe Attraktivität der Badestellen

(Ausstattung, Sauberkeit)

• Kaum Vernetzung der wassertouristischen

Segmente untereinander sowie mit anderen

(aktiv- oder kulturtouristischen) Angeboten

4.2 Weitere aktivtouristische Segmente

Radtourismus: Gute Anbindung, aber geringes Zusatzangebot

Die hohe Beliebtheit Brandenburgs als Radreisedestination bietet auch für die Uckermark und Lychen

ein hohes Marktpotenzial im Radtourismus. Ein großes Plus ist dabei auch die Nähe zu Berlin:

Ein Großteil der Radtouristen kommt aus der Hauptstadt, mit einigem Abstand gefolgt von Brandenburg.

Die Region hat dabei auffällig viele Stammgäste. Und längst sind es nicht nur Tagesausflüge,

die von Radfahrern unternommen werden. Gerade unterhalb der Woche und außerhalb der

Saison spielen Übernachtungsgäste eine wichtige Rolle. 7

__________________________________________________________________________

7

Sonderauswertung Radverkehrsanalyse Brandenburg

- 21 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Lychen ist sehr gut an das überregionale Radwegenetz angeschlossen. Mit der Tour Brandenburg

und dem Uckermärker Radrundweg führen zwei Fernradwege direkt durch das Stadtgebiet, der

Radweg Berlin-Kopenhagen führt zudem in 10 km Entfernung durch Himmelpfort und ist von dort

über einen Anschlussweg erreichbar. Auch mehrere regionale Rundwege sind von Lychen aus als

Tagestour möglich und verknüpfen verschiedene Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung

der Stadt, z. B. Hecken-Rundweg, Rundweg Spurensuche, Wokuhl-Rundweg, Glashütten-Rundweg.

Vereinzelt sind auch Mehrtagestouren möglich – hier ist ein Ausbau unter Federführung der Tourismusvereine

Lychen und Templin geplant.

Die Qualität der Radwege entspricht in den meisten Fällen den Ansprüchen von Radtouristen

(Beschilderung, Wegebeschaffenheit, Wegezustand, etc.). Bei einzelnen Rundwegen besteht allerdings

Optimierungsbedarf (z. B. Glashütten-Rundweg).

Über das reine Wegenetz hinaus gibt es für Radtouristen nur ein geringes (Zusatz-)Angebot. So

finden sich entlang der Wegstrecken nur wenige einladende Rastmöglichkeiten. Etwas außerhalb

der Innenstadt befindet sich ein Fahrradverleih, der neben klassischen Rädern auch E-Bikes anbietet.

An den Wochenenden in der Saison transportiert der Uckermark-Shuttle Gäste und ihre Fahrräder

innerhalb der Uckermark. Ein darüber hinausgehendes Netz an Ausleihstationen, die ein Ausleihen

und Abgeben an verschiedenen Orten ermöglichen, gibt es jedoch nicht. Auch Kombinationen

von radtouristischen und anderen Themen sind in Lychen nicht zu finden.

Einzelne Betriebe bieten zwar zielgruppenspezifische Beherbergungsmöglichkeiten an (z. B.

Pension Waldesruh, MALL-Tours), diese werden aber oft nicht explizit ausgewiesen (siehe auch

Kapitel IV). Dabei spielt für jeden dritten Radfahrer in der Uckermark das Themenlabel Bett+Bike

bei der Unterkunftswahl eine entscheidende Rolle. Dementsprechend schlecht fällt die Bewertung

der Uckermark in punkto Radfahrer-Beherbergung aus.

Wandertourismus: attraktive Wege, aber wenig Erlebnis

Zwar sind die flachen Regionen des Nordens bei Wanderern weniger beliebt als bergige Landschaften.

Dennoch werden der Uckermark in diesem Segment hohe Potenziale bescheinigt, zunehmend

profiliert sich die Region daher als Wanderdestination.

Auch für Wanderer hält Lychen ein gutes Wegenetz vor. Direkt an der 2. Etappe des Märkischen

Landweges gelegen, kommen auch Streckenwanderer in der Stadt vorbei. Mit Rundwegen um die

Seen, entlang des Küstriner Bachs und weiteren Wanderungen sind landschaftlich attraktive Tourenoptionen

auf größtenteils naturbelassenen Wegen vorhanden. Geführte Wandertouren werden

vom Naturpark Uckermärkische Seen organisiert und über die Tourismusorganisationen beworben.

Zudem bieten auch Einzelpersonen geführte Themenwanderungen an, allerdings sind

nähere Informationen zu Terminen und Inhalten nur schwer auffindbar. Auch hinsichtlich innovativer

Angebote in Zusammenhang mit dem Wandertourismus besteht noch großes Potenzial,

gerade um dieses Segment stärker für die Zielgruppe der Familien zu erschließen (z. B. Themenund

Erlebniswege, Geocaching).

- 22 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Reittourismus: Engagierte Betriebe

Reiten hat im „Pferdeland Brandenburg“ und in der Uckermark eine große Bedeutung und wird

durch die Erarbeitung regionaler Touren stetig weiterentwickelt. Auch in Lychen spielt das Thema

mit zwei Reiterhöfen eine gewisse Rolle (Reit- und Fahrtouristik Lychen, Kaltbluthof Krasemann).

Beide Höfe halten ein breites touristisches Angebot vor, in erster Linie Tagesritte, Reitstunden

sowie Kremser- und Kutschfahrten. Positiv fallen aber auch ausgefallene Angebote wie „Wasserreiten“,

GPS-gestützte Reittouren oder winterliche Kutsch- und Schlittenfahrten auf. Die Reit- und

Fahrtouristik Lychen kooperiert dabei bereits mit anderen aktivtouristischen Anbietern (z. B. Silvesterpaddeln).

Der Hof ist auch als Wanderreitstation ausgewiesen.

Im Spätsommer wird an zwei Terminen eine Heideblütenkutschfahrt mit Maultier-Kutschen angeboten,

die der Naturpark vom Standort Lychen aus organisiert.

Draisine: Wichtiges Freizeit- und Mobilitätsangebot

Lychen liegt an der 28 km langen Draisinenstrecke zwischen Templin und Fürstenberg. Hier können

Ausflüge mit der Fahrrad-Draisine unternommen werden. Auf dem Lychener Stadtgebiet befinden

sich mehrere ausgewiesene Rastplätze, z. B. in Tangersdorf, am Strandbad und am nördlichen

Ufer des Großen Lychensees.

Weiteres Segment mit geringer touristischer Relevanz: Gleitschirmfliegen

In Beenz kommen Drachen- und Gleitschirmflieger auf ihre Kosten. Allerdings ist dieses Angebot

wenig in den Lychen-Tourismus integriert: Die meisten Gäste sind erfahrene Sportler, die direkt

zum Flugplatz an- und wieder abreisen.

Aktivtourismus

Stärken und Chancen

• Vielfältige Möglichkeiten an

aktivtouristischen Aktivitäten

• Gute Wegeinfrastruktur und Anbindung an

(über-)regionale Rad- und Wanderwege

• Attraktive naturräumliche Voraussetzungen,

Wassernähe

• Verschiedene Tourenoptionen und gutes

Informationsmaterial

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Kein Netz an Ausleihstationen für Fahrräder

(hier ausleihen – da abgeben)

• Mobilität bzw. Rückkehrmöglichkeiten bei

Einweg-Touren optimierbar

• Kaum Zusatzangebote für Aktivtouristen

(geführte Touren, Kombiangebote, etc.)

• geringe Zielgruppenorientierung im

Gastgewerbe

• Geringer Vernetzungsgrad der Anbieter

untereinander, kaum Kombiangebote

-23-


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

4.3 Kunst, Kultur und Tradition

Kulturelle Angebote haben für Urlaubsgäste eine hohe Bedeutung. Ungefähr jede fünfte Reise der

Deutschen wird als reine Kulturreise unternommen; für mehr als zwei Drittel spielt Kultur im Urlaub

als Zusatzangebot eine Rolle. 8 Allerdings stellen Kulturtouristen in der Regel hohe Ansprüche sowohl

an das kulturelle Angebot (Führungen, Konzerte, etc., aber auch Informationsmaterial) als

auch an Gastronomie und Unterkunft. Beliebt sind Kombinationen kultureller Angebote mit anderen

Bausteinen, z. B. kulinarischen oder Naturerlebnissen.

Lychen ist kein klassisches Kulturreiseziel, hat jedoch aufgrund seiner Tradition als Flößerstadt

und der in den vergangenen Jahren etablierten künstlerischen Aktivitäten in diesem Bereich einiges

zu bieten. Gerade in Kombination dieser Themen mit dem gut entwickelten Aktivtourismus

bestehen Potenziale für die Weiterentwicklung des Lychen-Tourismus.

Tradition als Flößerstadt – Inszenierung ausbaufähig

Die Flößerstadt Lychen beruft sich auf die jahrhundertealte Tradition der Flößerei am Standort.

2008 ist der Stadt dieser Titel auch von der Internationalen Flößervereinigung verliehen worden.

Die Pflege des Brauchtums wird vor allem durch den örtlichen Flößereiverein betrieben.

• Mit dem jährlich stattfindenden Flößerfest wird das Thema seit Jahren erfolgreich inszeniert.

Highlights sind die regelmäßigen Floßfahrten, der Bau eines Originalfloßes und der Floßkonvoi

zum Abschluss des Festes. Allerdings ist das Flößerfest eher auf regionale Besucher ausgerichtet

und bietet ein Rahmenprogramm, das nur wenig überregionale Ausstrahlungskraft

entfalten kann.

• Der Verein betreibt zudem ein kleines Flößereimuseum am Stargarder Tor, in dem die Geschichte

der Lychener Flößerei in einem Ausstellungsraum aufbereitet ist.

• Die Firma Treibholz hat sich ebenfalls dem Thema Floß angenommen und in verschiedenen

Angeboten touristisch erschlossen. Die regelmäßig stattfindenden Floßfahrten und Veranstaltungen

(z. B. Musikfloß) haben sich zu einem zentralen Angebotsbestandteil für den Lychen-Tourismus

entwickelt.

• Darüber hinaus gibt es nur wenige Anknüpfungspunkte. Nur sehr vereinzelt haben sich touristische

Leistungsträger diesem Thema angenommen (z. B. Kolbatzer Mühle mit Übernachtungen

auf dem Floß).

Hohenlychen – ungenutztes Potenzial

Ebenfalls geschichtsträchtig ist der Standort Hohenlychen. Hier wurden im Jahr 1902 unter Leitung

von Prof. Dr. med. Pannwitz die Volksheilstätten errichtet. Vor dem 2. Weltkrieg stand die Behandlung

Tuberkulosekranker im Vordergrund. Damit entwickelte sich der Ort zu einem Luftkurort. Im

dritten Reich lag das Augenmerk auf Sport- und Arbeitsmedizin. Erste Meniskusoperationen wurden

hier durchgeführt. Während des Krieges wurde es wichtig, die Kriegsversehrten so bald wie

möglich wieder kampf- und arbeitsfähig zu machen. In Verruf gerieten die Heilstätten unter der

Leitung von Prof. Dr. med. Karl Gebhard um 1933, welcher Menschenversuche an Häftlingen des

__________________________________________________________________________

8

F.U.R. 2012

- 24 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück durchgeführt hat. Zum Ende des Krieges übernahmen

die sowjetischen Verbände die Heilstätten und nutzten diese als Militärhospital.

Seit Anfang der 1990er Jahre stehen die Bauten leer. Mittlerweile wurde das Grundstück an einen

Investor verkauft, ein Nutzungskonzept liegt vor. Darin sind die Sanierung der vorhandenen Bausubstanz

und die Nutzung als Wellnesshotel, Ferienwohnanlage und Ausbildungsakademie vorgesehen.

Ob und wann der Investor mit der Realisierung beginnen wird, ist allerdings unklar.

Potenzial bietet allerdings allein die Geschichte des Ortes. Zurzeit gibt lediglich eine Informationstafel

mit sehr kurzem Text und einigen Bildern Auskunft über die Entwicklung der Heilstätten. Häufig

fragen Gäste daher bei der Touristinformation und/oder Anwohnern nach weiteren Informationen.

Hier ist eine stärkere touristische Aufbereitung und Inwertsetzung des Themas sinnvoll.

„Kleines, aber feines“ Kulturnetzwerk

In den vergangenen Jahren hat sich in Lychen ein Netzwerk aus Kunsthandwerkern, Künstlern und

Kulturschaffenden zusammengefunden, die sich für die Weiterentwicklung des kulturellen Angebotes

in Lychen engagieren.

• Mit zehn Ateliers und Galerien gibt es in diesem Bereich ein für einen kleinen Ort wie Lychen

durchaus beachtliches Angebot. Die Palette reicht von Malerei über Skulpturen bis zu

Kunsthandwerk (Keramik, Weberei, Schmuckherstellung, etc.). Bislang bieten allerdings nur

einzelne Akteure auch touristisch nutzbare Zusatzangebote an, z. B. Filzwerkstatt und

Keramikkurse im Haus Vogelgesang und Webkurse in der Handweberei Ucker-Lein.

• Darüber hinaus gibt es vielfältige Ansätze das kulturelle Angebot Lychens durch Veranstaltungen

in Szene zu setzen. Dazu gehören z. B. der Atelierrundgang „Roter Faden“, der

Hohenlychener Kultursommer, das Lychener Kulturfest, diverse Hoffeste, Lesungen, etc.

• Das „Alte Kino“ als Soziokulturelles Zentrum und Veranstaltungsort sorgt zudem für ein

abwechslungsreiches Programm mit Kino, Kabarett, Konzerten, Lesungen, etc.

Die touristische Relevanz der kulturellen Angebote ist aber durchaus ausbaufähig. Vieles ist bislang

stark auf die einheimische Bevölkerung ausgerichtet. Für eine Weiterentwicklung gibt es auch

in den Nachbarorten Templin, Himmelpfort und Feldberg viele Anknüpfungspunkte mit dortigen

Akteuren.

- 25 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Kunst, Kultur und Tradition

Stärken und Chancen

• Lange Tradition als Flößerstadt mit

themenbezogenen Angeboten

• Viele Galerien sowohl in der Stadt als auch in

den Ortsteilen

• Anfänge eines Kulturnetzwerkes

• Anknüpfungspunkte mit Nachbarorten

• Größere Veranstaltungen in der Saison,

zunehmend mehr Veranstaltungen im

Winter (Lesungen, Feste, Konzerte, etc.)

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Keine „Highlights“ hinsichtlich Museen und

Ausstellungen

• Veranstaltungen können bislang kaum

überregionale Strahlkraft entfalten

• Kaum touristisch nutzbare Zusatzangebote

(z. B. Kurse), nur ansatzweise Kombinationen

mit aktivtouristischen Angeboten

• Fehlende Schlechtwetteralternativen (siehe

auch nächstes Kapitel)

4.4 Möglichkeiten für die Saisonverlängerung und Schlechtwetterangebote

Da die Freizeitangebote in Lychen schwerpunktmäßig Outdoor-Aktivitäten abdecken, gibt es

ein wesentliches Problem: Es fehlen Alternativen für Schlechtwetterperioden und die Nebensaison.

Damit ist der Urlaubsort Lychen stark an eine sehr kurze Saison gebunden. Allerdings gibt es einzelne

Angebote und Ideen, um diese Lücke (künftig) zu schließen. Diese gilt es zu ergänzen, auszubauen

und besser zu nutzen.

• So bieten einzelne Akteure Wellnessangebote an (z. B Seehotel Lindenhof, Kosmetikstudio

„Auszeit“).

• Der Verein „Wasser auf die Mühle“ hat Ideen entwickelt, wie die Alte Mühle in der Lychener

Innenstadt zu neuem Leben erweckt werden kann. Bestandteile des ersten Entwurfes für ein

Nutzungskonzept beinhalten zahlreiche Indoorangebote, wie Ausstellungsräumlichkeiten,

(Schau-)Werkstätten und ein Café, sodass hier ein zentraler Anlaufpunkt in der Innenstadt als

attraktiver Aufenthaltsort geschaffen werden könnte.

• Die neu errichtete Reithalle der Reit- und Fahrtouristik Lychen erweitert das reittouristische

Angebot in Lychen auch für Schlechtwettertage.

• Einige Veranstaltungen werden gezielt in der Nebensaison angeboten und schaffen so Reiseanlässe

auch zu besucherschwachen Zeiten (z. B. Kulturfest, Silvesterpaddeln).

• Zudem gibt es in den umliegenden Orten einzelne Schlechtwetterangebote (z. B. Naturtherme

Templin, Weihnachtsmannstube Himmelpfort, Museen in Feldberg, Schloss

Rheinsberg, Schloss Neustrelitz).

- 26 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

5. Organisation und Finanzierung des Lychen-Tourismus

Zuständigkeiten und Aufgabenteilung

In der Stadt Lychen sind die touristischen Aufgaben klar verteilt: Die Stadt kümmert sich in erster

Linie um infrastrukturelle Aufgaben, während das Außen- und Innenmarketing dem Tourismusverein

Lychen obliegt.

• Aufgaben der Stadt: u. a. Infrastruktur

Die Errichtung, Pflege und Instandhaltung der Infrastruktur für den Tourismus liegt in der

Hand der Stadt Lychen. Zur touristischen Infrastruktur zählen dabei die Straßen, Rad- und

Wanderwege im Stadtgebiet, Badestellen, öffentliche Toiletten sowie die öffentlichen Biwakplätze.

Bei den regelmäßigen Pflegemaßnahmen geht es vorrangig um Reinigung, Reparatur,

Mähen, Entleeren der Papierkörbe, Verkehrssicherung und Beschilderungen. Die Arbeiten

führt in der Regel der kommunale Bauhof aus. Hinzu kommen einmalige Investitionen in

die Infrastruktur, beispielsweise im Zuge von Planungs-, Bau- und Sanierungsmaßnahmen.

Die größten Kosten entfielen in den vergangenen Jahren dabei auf die Infrastrukturprojekte

Altes Kino, Freilichtbühne und Stadthafen.

• Aufgaben des Tourismusvereins: Marketing

Die touristische Vermarktung nach innen und außen hat die Stadt Lychen an den örtlichen

Tourismusverein ausgelagert. Der in der Satzung festgeschriebene Zweck des Vereins ist „die

Förderung des Tourismus, des Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutzes, des Heimatgedankens

und des Kulturgutes im Vereinsgebiet“. In enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern

soll dabei in erster Linie der Bekanntheitsgrad der Stadt Lychen sowie der Region erhöht

werden.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins gehören laut Satzung – neben dem Innen- und

Außenmarketing – die Betreuung und Beratung der Mitglieder, die Qualitätssicherung der

Angebote und fachliche Fortbildung der touristischen Leistungsträger sowie die Betreibung

der Touristinformation.

Finanzielle und personelle Ausstattung

Allerdings erfüllen beide Seiten diese Aufgaben nur in Teilen – vor allem aufgrund personeller und

finanzieller Engpässe.

• Situation in der Stadt: Budgetlücke und fehlender Ansprechpartner

Die oben genannten Aufgaben werden aus den Kurtaxeinnahmen sowie dem städtischen

Haushalt finanziert. Dabei bewegt sich die jährliche Höhe des Gesamtbudgets, das die

Stadt Lychen in den Tourismus investiert, zwischen 115.000 und 155.000 Euro, davon

55.000 Euro als Zuschuss an den Tourismusverein zur Betreibung der Touristinformation.

Auf der Einnahmeseite können aber nur die Kurtaxzahlungen der Lychener Gäste verbucht

werden. Nach der Kurbeitragssatzung vom 5. Januar 2009 beträgt der Kurbeitrag für

alle Personen ab dem 16. Lebensjahr 1,00 Euro je Übernachtung. Der Beitrag ist vom 1. April

bis zum 31. Oktober eines Jahres zu leisten. Sowohl durch den vergleichsweise geringen Betrag

als auch durch den verkürzten Erhebungszeitraum entgehen der Stadt zusätzliche Einnahmen,

die dringend benötigt würden. Auch weitere Einnahmequellen (z. B. Tourismusabgabe)

erschließt sich Lychen derzeit nicht. Die Einnahmen aus der Kurtaxe betragen jedoch

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

nur 75.000 Euro pro Jahr, was vor dem Hintergrund der vielfältigen Aufgaben bei weitem

nicht ausreicht, um die gesamten touristischen Aufwendungen zu decken.

Daraus ergibt sich eine finanzielle Unterdeckung von 40.000 bis 80.000 Euro, die die

Stadt aus dem kommunalen Haushalt zur Tourismusförderung beisteuern muss.

Hinzu kommt, dass es in der Stadtverwaltung keinen festen Ansprechpartner gibt, der die

touristischen Aufgaben in der Stadtverwaltung bündelt und als Schnittstelle zum Tourismusverein

als Marketingorganisation der Stadt fungiert. Lediglich ein Mitarbeiter ist mit einer

halben Stelle mit der Pflege der Webseite und einzelnen touristischen Projekten betraut.

• Situation im Tourismusverein: Budget weit unterdurchschnittlich

Das Gesamtbudget des Tourismusvereins betrug im Jahr 2012 rund 80.000 Euro. Es setzt sich

aus Zuschüssen der Stadt (fast 70 Prozent), den Mitgliedsbeiträgen und eigenerwirtschafteten

Umsatzerlösen (Provisionen, Floßpacht, etc.) zusammen. Nach Abzug der Fixkosten (Personal,

Miete, etc.) bleibt ein Marketingbudget von rund 16.600 Euro. Der Verein beschäftigt

derzeit zwei Vollzeitangestellte (Geschäftsführerin und eine Sachbearbeiterin). Eine weitere,

befristete Stelle wird durch das Landesprogramm „Arbeit für Brandenburg“ gefördert.

Im Vergleich zu anderen Orten mit einer vergleichbaren Tourismusentwicklung bewegen

sich die finanziellen und personellen Voraussetzungen für das Tourismusmarketing damit

weit unterhalb des Durchschnittswertes, wie die folgende Tabelle zeigt. Daraus wird auch

ersichtlich, dass die öffentlichen Zuschüsse zum Gesamtbudget mit mehr als zwei Drittel ungewöhnlich

hoch, die eigenerwirtschafteten Mittel mit 18 Prozent hingegen deutlich geringer

ausfallen als in den Vergleichsorten.

Abb. 8:

Budget für das Tourismusmarketing in Lychen im Vergleich

Lychen

(rd. 3.500

Einwohner und

80.000 gewerbl.

Übernachtungen)

Templin*

(rd. 16.000

Einwohner und

315.000 gewerbl.

Übernachtungen)

Orte mit weniger als 50.000 Einwohnern und einer

Tourismusorganisation ohne infrastrukturelle Aufgaben

mit weniger als 75.000

Übernachtungen

mit 75.000 bis 200.000

Übernachtungen

Gesamtbudget 81.500 € 460.000 € 170.000 € 360.000 €

Gesamtbudget

pro Übernachtung

1,00 € 1,50 € 3,60 € 2,00 €

Marketingbudget 17.000 € 120.000 € 37.000 € 82.000 €

Marketingbudget

pro Übernachtung

0,20 € 0,40 € 0,70 € 0,40 €

Personal insgesamt 2 (3) 9 5 8

Herkunft Budget

Mitgliedsbeiträge

Öffentliche Zuschüsse

Fördermittel

Erwirtschaft. Eigenmittel

Kurtaxe/

Fremdenverkehrsabgabe

Sonstiges

15 %

67 %

0 %

18 %

0 %

0 %

k. A. 6 %

63 %

1 %

29 %

0 %

* Templin: Tourismus- und Stadtmarketing

Quelle: Lychen: Tourismusverein; Templin: Tourismus-Marketing Templin GmbH (TMT); Vergleichsorte:

OSV 2013


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

6. Kooperationen im Tourismus

Bei den touristischen Aufgaben kooperieren Stadt und Tourismusverein Lychen in unterschiedlichem

Umfang mit anderen Orten und touristischen Akteuren in der Region:

• Stadt Lychen:

Lychen kooperiert mit den Nachbargemeinden Templin, Boitzenburg und Gerswalde im

Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. Allerdings spielt hier der Tourismus bislang

eine untergeordnete Rolle. Im Fokus stehen vielmehr verschiedene Infrastrukturvorhaben

zur Daseinsvorsorge.

• Tourismusverein Lychen:

Die Kooperationen des Tourismusvereines konzentrieren sich auf die Bereiche Außenkommunikation

und Vertrieb. In Zusammenarbeit mit der Tourismus-Marketing Templin GmbH

werden gemeinsame Printmaterialien herausgegeben (siehe Kapitel 8). Die Kooperation mit

regionalen Tourismusorganisationen erfolgt länderübergreifend (Brandenburg: insbesondere

Tourismus Marketing Uckermark, aber auch REGiO-Nord Oberhavel; Mecklenburg-

Vorpommern: Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, Tourismusverein Fürstenberger

Seenland) – hier vor allem in Form einer losen Zusammenarbeit im Vertrieb. Zudem

gibt es Messekooperationen mit Templin, Fürstenberg, Feldberg, Wesenberg/Mirow und

Rheinsberg. Hier sollen Doppelauftritte vermieden und die Reichweite erhöht werden.

Weitere Partner sind beispielsweise die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft und lokale Vereine

(Fokus: projektbezogene Produktentwicklung).

7. Innenmarketing und Qualitätsmanagement

Nach innen gerichtete Marketingaktivitäten sind für die Tourismusentwicklung genauso wichtig

wie die Kommunikation nach außen. Nur wenn alle Beteiligten miteinander im Austausch stehen

und an einem gemeinsamen Strang ziehen, hat ein Ort/eine Region im Wettbewerb um Gäste eine

Chance. Das Leitbild, das sich die Akteure nach innen geben, trägt entscheidend zu einem eindeutigen

Profil nach außen bei. Außerdem sind die Schaffung von Gemeinschaftsgefühl, der Erfahrungsaustausch

und die Vernetzung der einzelnen Anbieter ein wesentliches Ziel von Innenmarketingaktivitäten.

Einbindung vor allem über die Mitgliedschaft im Tourismusverein

Die örtlichen Leistungsträger sind in erster Linie über eine Vereinsmitgliedschaft in die Tourismusarbeit

eingebunden. Diese Möglichkeit nutzen 103 Mitglieder (Stand November 2012), von denen

die meisten dem Gastgewerbe angehören (rund zwei Drittel, davon 53 Privatvermieter und

15 Hotelleriebetriebe). Die übrigen Mitglieder sind Freizeitanbieter (8) sowie einzelne Gastronomiebetriebe

(4), Einzelhändler und sonstige Personen bzw. Institutionen. Die meisten Mitglieder

sind in der Stadt Lychen ansässig, einige aber auch in den Nachbargemeinden Boitzenburger Land

oder Fürstenberg. Damit sind aber viele Akteure nicht Mitglied im Tourismusverein und beteiligen

sich so weder aktiv (Mitspracherecht) noch passiv (finanzielle Unterstützung) an der Vermarktung

des Lychen-Tourismus.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Kaum Aktivitäten im Innenmarketing

In Lychen liegt die Zuständigkeit für das Innenmarketing zwar satzungsgemäß beim Tourismusverein,

allerdings finden entsprechende Aktivitäten nur in geringem Umfang statt.

Der Vereinsvorstand trifft sich in einem Abstand von rund zwei Monaten sehr regelmäßig. Die Mitglieder

des Vereins kommen jedoch nur einmal pro Jahr im Rahmen der Jahreshauptversammlung

zusammen. Hier wird auch die zurückliegende Saison ausgewertet. Alle anderen Leistungsträger,

die nicht Mitglied im Tourismusverein sind, bleiben dabei außen vor.

Zudem gibt es einen Newsletter, den der Tourismusverein mehrmals im Jahr an seine Mitglieder

verschickt. Diese werden darin über neue bzw. ausgetretene Mitglieder, wichtige Neuerungen im

Verein sowie Informationen vom Vorstand, Neuigkeiten bei Mitgliedern des Vereins, Veranstaltungen,

etc. auf dem Laufenden gehalten. Zudem gehen mindestens zweimal pro Monat allgemeine

Informationsemails an alle Interessierten (d. h. auch Nichtmitglieder sowie Bürger und Gäste).

Hier wird insbesondere über aktuelle Veranstaltungshinweise und touristische Informationen berichtet.

Weitere Plattformen zum Informationsaustausch oder zur gemeinsamen Produktentwicklung gibt

es nicht. Auch ein Qualitätsmanagement in Form von Schulungen, Infoveranstaltungen oder Motivationsanreizen

zur Zertifizierung findet derzeit nicht statt.

Für die Bürger der Stadt Lychen finden mehrmals jährlich Aktionen statt, die neben der Stärkung

der Akzeptanz für den Tourismus und des Gemeinschaftsgedankens auch der Ortsverschönerung

dienen. Zu nennen sind vor allem die Blumenzwiebelsteckaktion „Lychen blüht auf“ und der Frühjahrsputz.

Auch die Teilnahme Lychens und Templins an der landesweiten Veranstaltung „Brandenburg

radelt an“ zum Auftakt der Radsaison sind ein Schritt in die richtige Richtung.

Hohes Engagement bleibt oft ungenutzt

Eine gute Voraussetzung ist das hohe Engagement der Lychener Akteure – sowohl der touristischen

Leistungsträger als auch der Bürgerschaft. Dies zeigt auch die rege Teilnahme an den oben

genannten Ortsverschönerungsmaßnahmen. Auch die Kooperationen, die einzelne Leistungsträger

unabhängig vom Tourismusverein untereinander etabliert haben (z. B. im Rahmen von Kombiangeboten),

sind ein Hinweis darauf.

Allzu oft scheitert das Engagement einzelner aber an Strukturen und mangelnder Kommunikation:

Ungeklärte Zuständigkeiten innerhalb der Stadt, fehlende oder unvollständige Informationen über

wichtige Entwicklungen sowie intransparente, oft nicht nachvollziehbare Entscheidungen sind ein

häufiges Problem – sowohl zwischen den zuständigen Organen (Stadt und Tourismusverein) als

auch gegenüber den Leistungsträgern und Bürgern.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

8. Tourismusmarketing nach außen

Professioneller Gästeservice vor Ort

Da Touristinformationen in der Regel die erste und wichtigste Anlaufstelle von Besuchern sind,

haben sie großen Einfluss auf den ersten Eindruck eines Ortes und die Gästezufriedenheit. Auch

wenn eine grobe Urlaubsplanung oft schon vor Reiseantritt besteht, werden Touristinformationen

während eines Urlaubs immer wieder als Ansprechpartner und Informationsquelle für Freizeitaktivitäten,

Kultur, Restaurants, etc. aufgesucht. Dabei legen Gäste hohen Wert auf eine sachkundige

Beratung, Freundlichkeit und hohen Service.

Ansprechende Gestaltung der Lychener Touristinformation (Fotos dwif)

In der Stadt Lychen gibt es eine attraktive, zentral gelegene Touristinformation. Sie ist mit der i-

Marke des Deutschen Tourismusverband (DTV) zertifiziert, die eine hohe, geprüfte Qualität und

ausgezeichneten Service garantiert. Dem Gast wird die gesamte Palette der erwarteten Basisleistungen

zur Verfügung gestellt. Allerdings geht das Angebot nicht über reine Vermittlungsdienstleistungen,

Prospektverteilungen und Ticketverkäufe hinaus. Mit buchbaren Angeboten und Unterkünften

kann die Touristinformation nicht aufwarten – hier entgeht dem Verein neben der reinen

Dienstleistung am Gast auch die Möglichkeit, Zusatzeinnahmen über Provisionen zu generieren.

Die Touristinformation hat im Sommer sowohl wochentags als auch am Wochenende geöffnet, im

Juli und August mit erweiterten Öffnungszeiten am Wochenende. Im Winter bleibt sie samstags

und sonntags geschlossen – und damit gerade dann, wenn Wochenendausflügler den Ort besuchen.

Informationsmöglichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten bieten dann lediglich eine Prospektbox

vor der Touristinformation (Unterkunftsverzeichnis) sowie ein Schaukasten mit Veranstaltungstipps

am Markt.

Keine eindeutige Positionierung

Ein gutes Außenmarketing zeichnet sich neben einer ansprechenden Gestaltung von Print- und

Onlinemedien vor allem durch ein klares Profil der Destination und ihres Angebots aus. Wichtig ist

eine eindeutige Positionierung, mit der der Ort sich von der Konkurrenz absetzt und Interesse

weckt. Einprägsame Logos und Slogans sind ebenso wichtig wie die einheitliche Verwendung eines

Corporate Designs.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Die zentrale Botschaft, die Lychen nachh außen transportiert,

besteht aus einer Wort-Bild-

Kombination, die als touristisches Logo fungiert – und zwar dem Eisvogel und dem

Slogan

„… lieber Lychen“ “. Konsequenterweise wird dieses Logo in den Print- undd Onlinemedien der

Stadt einheitlich verwendet und

hat damit einen hohen

Wiedererkennungswert.

Allerdings wird mit diesem Logo eine zentrale touristische Botschaft nicht t deutlich transpor-

bzw. Ziel-

tiert. Es fehlt die Untersetzung

mit konkreten Alleinstellungsmerkmalen sowiee Themen

gruppen, die darüber angesprochen werdenn sollen.

Darüberr hinaus verwenden Stadt und Tourismusverein

häufig zusätzliche Slogans, die von Fall zu

Fall variieren, z. B. „Flößerstadt Lychen“, „Stadt zwischen den sieben Seen“ oder „Oase derr Ruhe im

Norden Brandenburgs“.

Ansprechender

Auftritt im

Printbereich

Der Tourismusverein/die Stadtverwaltung gibt eine Reihe von Broschüren undd Prospekten

heraus,

die das touristische Angebot in Lychen in attraktiv gestalteter Form und einheitlichem

Layout

präsentieren. Auch eine Themenorientierung ist erkennbar: Für verschiedene Themen sind jeweils

Flyer vorhanden (z. B. Wandern, Radwandern, Barrierefreier Tourismus). Andere wichtige Themen

sind hingegen bislang nicht aufgelegt worden (z. B. Kunst/Kultur, Schlechtwetterangebote).

Seit 2008 wird ein Gastgeberverzeichnis sowie ein aktivtouristischer Flyer in Kooperation

mit der

TMT (Tourismus-Marketing Templin) erstellt. Seit 2012 werden diee gemeinsamen Printmaterialien

unter dem übergeordneten Label „Uckermärkische Seen“ herausgegeben.

Themenprospekte in einheitlichem

Layout

Optimierungspotenzial im

Onlinemarketing

Die touristische Internetseite ist in die offizielle Webseite der Stadt lychen.de eingebunden, hat

allerdings eine eigene Subdomain tourismus.lychen.de. Hier sind alle touristisch relevanten In-

verfüg-

formationen zu Freizeitaktivitäten, Beherbergung und Geschichte der Stadt auf einen Blick

bar. Für weitere Informationen

wird direkt auf die touristischen Anbieter verwiesen (Links zu Web-

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

seiten oder Kontaktdaten). Neben der touristischen Webseite verfügt allerdings auch die offizielle

Webseite der Stadt einige tourismusrelevante Informationen, was zu Dopplungen und Intransparenz

führt, da teilweise wichtige Informationen (z. B. Badestellen, GPS-Tracks, Wanderwege, Prospekte)

nur auf der Stadtseite, nicht aber auf der Tourismusseite zu finden sind. Zudem sind so die

Inhalte zweimal zu pflegen.

Die Tourismuswebseite ist zwar inhaltlich sehr umfangreich und informativ, entspricht aber in weiten

Teilen nicht den Anforderungen an einen modernen Internetauftritt:

• Dazu fehlt es an einer klaren Themen-Zielgruppenfokussierung, was in erster Linie an der

oben besprochenen unklaren Positionierung liegt. In einer Tour de Raison werden alle denkbaren

touristischen Themen behandelt. Zudem lässt sich aus dem Bildmaterial nicht ersehen,

welche Gästegruppen konkret mit den Angeboten angesprochen werden sollen (Paare, Familien,

Busgruppen, etc.).

• Die Webseiten sind sehr informations- und textlastig. Großformatige Bilder, die Emotionen

wecken und Lust auf das Angebot machen, sind selten. Positiv ist aber die Qualität der Bilder,

die sich auf Klick vergrößert darstellen lassen.

• Es steht eine (relativ kleine) Auswahl an Informationsmaterial zum Download bereit. Hier

werden längst nicht alle vorhandenen Prospekte und Themenflyer auch online angeboten.

• In der Rubrik Gastgeber sind alle Unterkünfte aufgeführt und lassen sich anhand verschiedener

Filtermöglichkeiten nach persönlichen Bedürfnissen/Ansprüchen anzeigen (z. B. barrierefrei,

allergikerfreundlich, Bett+Bike). Allerdings gibt es keinerlei Möglichkeiten, eine Buchungsanfrage

zu versenden oder die Unterkünfte direkt online zu buchen.

Bei der Nutzung und Einbindung von sozialen Medien steht der Tourismusverein noch am Anfang.

Seit Dezember 2012 ist er mit der Seite „Lychen Tourismus“ auf Facebook aktiv – allerdings

mit noch recht verhaltenem Erfolg (rund 50 Likes, Stand Ende Januar 2013). Neben aktuellen Fotos

und Hinweisen zu eigenen Veranstaltungen werden auch Hinweise auf Ereignisse externer Veranstalter

oder in Nachbargemeinden auf der eigenen Pinnwand geteilt. Auf der touristischen Webseite

der Stadt ist derzeit kein Hinweis auf den Facebook-Auftritt vorhanden. Weitere Social-Media-

Kanäle (z. B. Twitter, Flickr, YouTube) werden nicht bedient.

Teilweise professionelle Marketingaktivitäten der privaten Leistungsträger

Durch das Marketing privater Akteure kann der Lychen-Tourismus ebenfalls profitieren – vorausgesetzt

die Kommunikation erfolgt professionell, ansprechend und integrativ (den Standort mit einbeziehend).

Verschiedene Leistungsträger aus Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft agieren hier

durchaus als Zugpferde und tragen in hohem Maße dazu bei, den Bekanntheitsgrad der Stadt Lychen

zu erhöhen. Beispielhaft sind zu nennen:

• Hochwertige Print- und Onlineauftritte, die auch den Standort Lychen als Urlaubsort vermarkten.

Allerdings gibt es auch viele Leistungsträger, die weder auf die offizielle Seite des

Tourismusvereins noch auf andere Angebote in der Region verlinken.

• Zusammenarbeit mit Pressevertretern zu besonderen Anlässen

• Pressearbeit und Anzeigenwerbung

• Beteiligung bei Messeauftritten

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

So beläuft sich beispielsweise das Marketingbudget der Firma Treibholz auf rund 8.000 Euro

jährlich für Internetvertrieb, Einträge in regionalen Gastgeberverzeichnissen, Messeauftritte, eigene

Printprodukte, Anzeigenwerbung, Sponsoring, Pressearbeit, etc. Darin enthalten sind zudem Mitgliedschaften

in regionalen Tourismusverbänden (neben Lychen auch Templin, Fürstenberg und

Mecklenburgische Seenplatte).

Das Seehotel Lindenhof unternimmt Marketingaktivitäten für rund 4.000 Euro pro Jahr. Darunter

fallen neben der Webseite und Prospektmaterial (Hausprospekt und wechselnde Themenflyer)

zum Beispiel Anzeigen in Zeitungen und touristischen Informationsmedien (z. B. tmu), Postwurfsendungen

in relevanten Quellmärkten (z. B. Berlin), ein Werbefilm in Zusammenarbeit mit Uckermark

TV und Stammkundenbindung.

Die Reit- und Fahrtouristik Lychen bringt jährlich (Angaben für 2012) rund 3.800 Euro für Werbung

auf. Darin enthalten sind sowohl Beiträge für Tourismusorganisationen (z.B. Lychen, Templin,

Fürstenberg, pro agro e. V.) als auch eigene Aufwendungen für Messen, Druckerzeugnisse und den

Internetauftritt.

Organisation und Marketing

Stärken und Chancen

• Interessierte und engagierte Leistungsträger

und Bürger

• Erste Kooperationen im Marketing mit den

Nachbargemeinden, auch

länderübergreifend

• Professioneller Gästeservice vor Ort

• Ansprechender Auftritt im Printbereich

• Einzelne starke Leistungsträger mit

schlagkräftigem Marketing

Probleme und Entwicklungshemmnisse

• Große finanzielle und personelle Engpässe

bei der Erfüllung der touristischen Aufgaben

• Mangelnde Kommunikation zwischen Stadt

und Tourismusverein sowie mit den

Leistungsträgern und Bürgern

• Rudimentäres Innenmarketing

• Kein eindeutiges Profil – weder nach innen

noch nach außen

• Unzeitgemäßer Onlineauftritt

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

III. Zwischenfazit: Zentrale Stärken und Schwächen im Überblick

Zusammenfassend lassen sich wenige, dafür wesentliche Themen herauskristallisieren

• bei denen Lychen-Tourismus besonders stark ist und mit denen er in erster Linie punkten

kann und sollte bzw.

• bei denen noch ein erhebliches Optimierungspotenzial besteht und die die Hauptaufgaben

für die nächsten Jahre darstellen.

Stärken und Chancen – Hiermit kann Lychen punkten:

• Die hervorragenden naturräumlichen Voraussetzungen, insbesondere die Lage am Wasser

• Ein vielfältiges und fest etabliertes touristisches Angebot

• Einzelne sehr professionelle Leistungsträger in Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft, die als

Zugpferde für den Lychen-Tourismus fungieren

• Das starke Engagement der Tourismusakteure und der Bürgerschaft für Lychen

• Die hohe Bedeutung des Tourismus als wichtiges wirtschaftliches Standbein

Probleme und Handlungserfordernisse – Hier muss etwas passieren:

• Das fehlende Profil Lychens nach innen und außen, das zu einer Verwässerung der touristischen

Botschaft und des Produktes Lychen insgesamt führt

• Die mangelhafte Qualität und Zielgruppenorientierung, insbesondere die Nicht-Teilnahme

an entsprechenden Zertifizierungsinitiativen

• Die ausgeprägte Saisonalität, die einen wirtschaftlich tragfähigen Tourismusumsatz nur in

wenigen Monaten ermöglicht

• Eine unlebendige Innenstadt mit einem wenig attraktiven Marktplatz und einer geringeren

Aufenthaltsqualität

• Die schlechte Mobilitätssituation im Hinblick auf die öffentlichen Verkehrsmittel – sowohl

bei der Anreise als auch vor Ort

• Die fehlende Abstimmung/Vernetzung untereinander sowie eine in weiten Teilen unzureichende

Kommunikation über Entwicklungen und Entscheidungen

• Die organisatorischen Engpässe, vor allem hinsichtlich einer klaren Aufgabenteilung und

einer tragfähigen Finanzausstattung für den Lychen-Tourismus

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

IV. Leitbild und strategische Ausrichtung für den Lychen-Tourismus

Das folgende Kapitel basiert auf den Ergebnissen der Bewertung des Status Quo (SWOT-Analyse),

soll jedoch zukunftsgerichtet sein und Visionen für den Lychen-Tourismus aufzeigen. Dazu wurden

Ziele und Strategien entwickelt, um den zentralen Handlungserfordernissen, die aus der SWOT-

Analyse ersichtlich wurden, zu begegnen.

Nur wer die touristische Zukunft aktiv gestaltet, wird den wandelnden Marktbedingungen gewachsen

sein. Ein Leitbild dient hierbei in erster Linie als Wegweiser und Handlungsfahrplan für

alle am Tourismusgeschehen beteiligten Personen, Institutionen und Leistungsträger. Es zeigt dabei

die mittel- bis langfristige Zielsetzung der Tourismusgemeinde Lychen auf, steckt den Rahmen

für das zukünftige Handeln ab und benennt die zum Erreichen der vereinbarten Ziele wichtigsten

Aufgaben.

Ein Leitbild ist das Ergebnis einer freiwilligen Vereinbarung. Es lebt von seiner Akzeptanz. In den

Erstellungsprozess wurden daher von Beginn an alle interessierten Akteure über Gesprächsrunden

und öffentliche Workshops eingebunden.

Zentrale Fragen bei der Leitbilderstellung sind:

• Gibt es eine übergeordnete Vision für den Lychen-Tourismus?

• Welches ist die touristische Kernbotschaft?

• Wie muss sich der Ort zukünftig positionieren, um mehr Gäste gewinnen zu können?

• Wie kann sich Lychen von seinen Mitbewerbern abheben?

• Welche Ziele sollen bis 2030 erreicht sein?

• Welche (Kooperations-)Partner und organisatorischen Voraussetzungen braucht Lychen für

eine erfolgreiche Weiterentwicklung?

Das Leitbild ist bewusst kurz gehalten und in hohem Maße umsetzungsorientiert. Es untergliedert

sich in drei Teile:

• Das Selbstverständnis zeigt Stärken und Besonderheiten Lychens auf, mit der sich die Akteure

vor Ort besonders identifizieren.

• Die Ziele und Leitlinien geben die Entwicklungsrichtung für die nächsten Jahre vor.

• Die zentralen Handlungsfelder verstehen sich als Strategien, die definierten Ziele zu erreichen.

Den jeweiligen Handlungsfeldern lassen sich konkrete Einzelmaßnahmen zuordnen.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

1. Unsere Persönlichkeit und unser Selbstverständnis – „Werr wir sind“

Gelebtee Tradition als Flößerstadt

Lychen ist eine traditionsreichee Flößerstadt. Seit mehr als 300 Jah-

ren ist Lychen das

Zentrum der Flößerei im Nordwesten der

Uckermark. Bis heute erhalten die „Lychener Flößer“ die Traditionn

des Flößerhandwerks aufrecht, insbesondere durch das jährlichh

stattfindende Flößerfest und das örtliche Flößereimuseum. Durchh

die Internationale Flößervereinigung wurde Lychen daher der Eh-

rentitel „Flößerstadt“ verliehen.

Ursprüngliche Natur und viel Wasser

Unsere größte Stärke ist die herausragende Natur in und um Ly-

chen. Inmitten des Naturparks Uckermärkische Seen gelegen,

punktet Lychen mit

einer ausgedehnten Gewässerlandschaft, glas-

klaren Seen von hervorragender Wasserqualität sowie weitläufigenn

Buchenwäldern, Wiesen und Mooren. Hierr sind intakte Natur undd

ursprüngliche Landschaft erlebbar.

Vielfalt der Aktivitäten und Angebote

Unsere Gäste können vielfältige Aktivitäten erleben. . Im Vorder-

grund steht der Wassertourismus, aber auch Radfahrer, Wanderer

und Reiter kommen

auf ihre Kosten. Zudem gibt es eine Vielzahl

„kleiner,, aber feiner“

kultureller Angebote.

Urlaubs- und Erholungsort Lychen

Lychen blickt auf eine lange Tradition als Urlaubs- und

Erholungs-

ort zurück. Der Tourismus ist eines der wichtigsten wirtschaftlichenn

Standbeine für unseren Ort. Zudem leistet der Tourismus einenn

großen Beitrag zur

Steigerungg der Lebensqualität der Lychener

Bevölkerung. Dieser

hohen Bedeutung dess Tourismus für unserenn

Ort sind wir uns bewusst.

Einbettung in die Region

Wir verstehen uns als Teil eines Ganzen. Lychen ist eingebettet inn

die Region Uckermärkische Seen mit Anknüpfungspunkten zu denn

Nachbarregionen der Rheinsberger Seenkette und der Mecklen-

burgischen Kleinseen. Großräumig ist Lychen Teil des größten zu-

sammenhängendenn Wassersport-Reviers

Europas im

Nordostenn

Deutschlands (Blaues Paradies). Wir versuchen unsere Kräfte zuu

bündelnn und Synergieeffekte durch Kooperationen mit Partnern inn

der Region optimal zu nutzen.

- 37 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

2. Unsere Ziele und Leitlinien bis 2030 – „Wo wir hin wollen“

Schärfung der Alleinstellung

Wir wollen die Stärken und Alleinstellungsmerkmale Lychens gezielt herausarbeiten und für die

touristische Profilierung nutzen. Lychen soll sich dabei zu dem Wassertourismusort Nummer eins in

der Uckermark entwickeln, in dem Wasser in all seinen Facetten erlebbar gemacht wird. Die Tradition

als Flößerstadt soll sich künftig stärker durch das gesamte touristische Angebot ziehen und

damit zur Einzigartigkeit Lychens beitragen.

Nachhaltigkeit in allen Bereichen

Wir setzen konsequent auf eine nachhaltige Tourismusentwicklung. Der behutsame Umgang mit

unserem touristischen Kapital ist die zentrale Voraussetzung für einen langfristigen wirtschaftlichen

Erfolg. Das bedeutet

• in der ökologischen Dimension, dass ruhige und umweltschonende Tourismusaktivitäten

im Vordergrund stehen;

• in der sozialen Dimension, dass die Lebensqualität der Bevölkerung besondere Berücksichtigung

bei der Weiterentwicklung des Tourismus findet und

• in der ökonomischen Dimension, dass auch die Erhöhung der Wertschöpfung aus dem

Tourismus – und somit Sicherung von Einkommen und Schaffung von Arbeitsplätzen – eine

wichtige Zielsetzung ist.

Erhöhung des Bekanntheitsgrades

Wir möchten den Bekanntheitsgrad Lychens in den relevanten Einzugsbereichen und Zielgruppen

deutlich erhöhen und künftig neben der Bindung von Stammkunden vermehrt auch neue Gäste

gewinnen.

Qualitatives Tourismuswachstum und Saisonverlängerung

Wir streben ein qualitatives Wachstum an, das heißt eine weitere Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen

soll insbesondere über die Förderung des Tourismus in der Nebensaison erfolgen.

Dazu wollen wir die Attraktivität Lychens auch außerhalb der Sommermonate erhöhen und zu

jeder Jahreszeit attraktive Reiseanlässe bieten.

Qualitätssteigerung

Wir wollen unsere Wettbewerbsfähigkeit durch eine stetige Qualitätsverbesserung, stärkere Serviceorientierung

und Steigerung der Gastfreundschaft ausbauen. Dazu ist es wichtig, unseren Gästen

eine zielgruppenspezifische Angebots- und Infrastruktur bieten zu können. Dies betrifft alle

tourismusrelevanten Bereiche – in erster Linie Beherbergung, Freizeitangebote, Gastronomie und

Einzelhandel.

Vernetzung der vorhandenen Tourismusangebote

Unsere vielfältigen Angebote und Aktivitäten wollen wir künftig stärker miteinander vernetzen und

damit dem Gast besser zugänglich machen. Durch eine stärkere Zusammenarbeit der Leistungs-

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

träger bei der Produktentwicklung sollen zudem Räume für neue, innovativee Angebote geöffnet

werden. .

Stärkeree Einbindung der Lychener Bevölkerung

Das hohe Engagement der einheimischen Bürger und Leistungsträger möchten wir besser nutzen

und alle

Interessierten in die Tourismusentwicklung einbinden. Hiervon erhoffen wir uns eine stär-

Erhaltung und Verbesserung touristischer Angebote.

kere Akzeptanz des Tourismus in Lychen sowie ein Mitwirken der Bevölkerung

bei der Entwicklung,

3. Wie wir dahin kommen – die zentralenn Handlungsfelder unserer gemein-

samen Tourismusförderung

Die Handlungsfelder ergeben sich s aus denn in Kapitel II festgehaltenen Schwächen und Entwick-

ableiten, die im Folgenden mit konkreten Maßnahmen und Empfehlungen unterlegt werden.

lungshemmnissen im Lychen-Tourismus. Daraus lassen sich sieben zentrale Handlungsfelder

Abb. 9:

Zentrale Handlungsfelder fürr den Lychen-Tourismus bis 2030

Quelle:

dwif 2013

Dazu wurden sieben Schüsselmaßmaßnahmen herausgearbeitet, die das Fundament für die

Umsetzung aller weiteren Maßnahmen darstellen. Damit sind sie von v zentraler Bedeutung für die

künftige

touristische

(Weiter-)Entwicklung

Lychen. Die

konkreten Einzelmaßnahmen sind

mit un-

terschiedlichen Prioritäten, Zeitbedarfen und Zuständigkeiten untersetzt.

• Kurzfristige Umsetzung: ab sofort bis spätestens Ende 2015

• Mittelfristige Umsetzung: ab 2016 biss spätestens Ende 2022

• Langfristige Umsetzung: ab 2023

- 39 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.1 Handlungsfeld 1: Organisation und Finanzierung

3.1.1 Problem/Ausgangssituation

Ein wesentliches Entwicklungshemmnis für den Lychen-Tourismus sind die personellen und finanziellen

Engpässe. Im Vergleich mit anderen, ähnlich strukturierten Orten verfügt Lychen über ein

deutlich geringeres Budget sowohl für Infrastruktur- als auch für Marketingaufgaben. Zudem gibt

es keine klare Aufgabenteilung zwischen den für die Tourismusförderung zuständigen Stellen in

der Stadt und im Tourismusverein.

Dabei ist zu beachten: Eine schlagkräftige Organisationsstruktur und Finanzausstattung stellt die

Grundvoraussetzung für jedwede Weiterentwicklung des Lychen-Tourismus dar, ohne die die

Anforderungen in den anderen Handlungsfeldern kaum umsetzbar sind.

3.1.2 Schlüsselmaßnahmen

3.1.2.1 Ausschöpfen aller zur Verfügung stehenden Finanzierungsmöglichkeiten

Touristische Infrastruktur- und Marketingaktivitäten einer Kommune sind als freiwillige Aufgabe

definiert. In Anbetracht eines immer restriktiveren öffentlichen Haushalts steht Lychen bei der Finanzierung

dieser Aufgaben vor immer größeren Herausforderungen. Umso wichtiger ist die Ausschöpfung

aller zur Verfügung stehenden Finanzierungsmöglichkeiten, auch unter stärkerer Beteiligung

der Gäste und der örtlichen Tourismuswirtschaft. Die gutachterliche Empfehlung des dwif

sieht dafür die Erhöhung der Einnahmen auf beiden Seiten (Infrastruktur- und Marketingaufgaben)

vor, da sich im Zuge der weiteren Maßnahmen und der Professionalisierung des Lychen-Tourismus

auch die Ausgaben erhöhen werden:

Abb. 10:

Finanzierung des Lychen-Tourismus (Ziel für die nächsten 10 bis 15 Jahre)

Erhöhung der Einnahmen für…


touristische

Infrastruktur

Erhöhung der Kurtaxsätze und

Ausdehnung des Erhebungszeitraumes


touristisches

Marketing

Fremdenverkehrsabgabe auf Grundlage

von detaillierten Wertschöpfungsanalysen

Instrumente

Zuschuss durch die Stadt

150.000 Euro

(statt bisher 75.000 Euro)

Erwartete

Einnahmen

(Richtwerte)

Erhöhung der eigenerwirtschafteten

Mittel des Tourismusvereins

200.000 Euro

(statt bisher 80.000 Euro)

Quelle: dwif 2013

- 40 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Im Detail bedeutet das:

• Erhöhung der Einnahmen für die touristische Infrastruktur

Die Mittel für die Errichtung, Pflege und Instandhaltung der touristischen Infrastruktur müssen

künftig verstärkt aus den Kurtaxzahlungen der Gäste beglichen werden. Da diese zweckgebunden

nur für touristische Infrastruktur ausgegeben werden dürfen, ist gewährleistet,

dass die Mittel nicht im allgemeinen städtischen Haushalt aufgehen.

Derzeit belaufen sich die Einnahmen aus der Kurtaxe jährlich auf rund 75.000 Euro, die allerdings

nicht ausreichen, um die Gänze der infrastrukturellen Aufgaben abzudecken. Daher

wird eine Erhöhung der Beitragssätze (von 1,00 Euro auf 1,50 Euro von April bis Oktober) sowie

eine Ausdehnung des Erhebungszeitraumes (1,00 Euro von November bis März) empfohlen.

9 Bei einem gleichbleibenden Nachfragevolumen sind damit Einnahmen aus der Kurtaxe

von bis zu 150.000 Euro pro Jahr realistisch.

• Erhöhung der Einnahmen für das touristische Marketing

Für das Tourismusmarketing ist ebenfalls eine deutliche Erhöhung des Budgets notwendig –

vor allem vor dem Hintergrund, dass künftig neben dem Außen- verstärkt auch ein intensives

Innenmarketing betrieben werden soll. Wirft man einen Blick auf vergleichbare Orte, so

wird deutlich, dass die Lychener Akteure künftig mehr als das Doppelte des derzeitigen Budgets

für das Tourismusmarketing bereitstellen müssen – insgesamt kann ein Betrag von rund

200.000 Euro als Richtwert dienen. Allerdings müssen hierfür alle Akteure deutlich stärker als

bisher in die Pflicht genommen werden, was über folgende Hebel realisiert werden kann: (Zu

berücksichtigen ist dabei, dass es sich um langfristige Richtwerte handelt. Ggf. sind die jeweiligen

Budgetanteile über eine schrittweise Erhöhung bis 2030 zu realisieren.)

− Fremdenverkehrsabgabe: 80.000 Euro (40%; Status Quo: 0 Euro)

Eine Fremdenverkehrsabgabe dürfen seit Anfang 2013 alle Gemeinden mit „erheblichen

Aufwendungen für den Tourismus“ in Brandenburg erheben. Sie ist vor allem dazu gedacht,

die Tourismuswirtschaft und alle vom Tourismus profitierenden Branchen in einem

Ort an der Finanzierung touristischer Aufgaben zu beteiligen. Eine Zweckbindung ist gegeben

– die Einnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe dürfen nur für touristische Infrastruktur

und/oder für das Tourismusmarketing ausgegeben werden.

Das zentrale Kriterium ist dabei die Sicherstellung der Erhebungsgerechtigkeit, d. h. es

werden zwar alle vom Tourismus profitierenden Branchen einbezogen (z. B. Gastgewerbe,

Einzelhandel, Freizeitwirtschaft), allerdings über nachvollziehbare Quotenanteile. Diese

können nur über umfangreiche Wertschöpfungsanalysen ermittelt werden, sodass diese

eine unabdingbare Grundlage für die Ausarbeitung der Satzung zur Fremdenverkehrsabgabe

bilden.

Zudem ist es wichtig, allen zahlenden Akteuren ein Mitspracherecht bei der Mittelverwendung

einzuräumen sowie diese transparent und für alle nachvollziehbar zu gestalten.

__________________________________________________________________________

9

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass im Optimalfall auch entsprechende touristische Angebote und Dienstleistungen

in diesem Zeitraum für die Gäste zur Verfügung stehen.

- 41 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Insgesamt sollten rund 80.000 Euro pro Jahr über die Fremdenverkehrsabgabe eingenommen

werden. Bei rund 100 Beherbergungsbetrieben, mehr als 20 gastronomischen

Einrichtungen, unzähligen Freizeiteinrichtungen, Einzelhändlern und weiteren Unternehmen,

die in geringerem Maße vom Tourismus profitieren, erscheint eine solche Summe

– zumindest perspektivisch – realistisch. Um die Akzeptanz dieses Instrumentes bei

den Leistungsträgern jedoch nicht allzu stark zu strapazieren, ist es ggf. ratsam, vorerst

mit einem geringeren Budgetanspruch in den Erhebungsprozess zu starten.

− Zuschuss der Stadt: 60.000 Euro (30%; Status Quo: rund 55.000 Euro)

Auch weiterhin ist eine öffentliche Bezuschussung durch die Stadt Lychen notwendig und

vor dem Hintergrund der Übernahme städtischer Aufgaben (z. B. Betreibung Gästeinformation,

allgemeine Standortwerbung) gerechtfertigt.

Durch die öffentliche Zuwendung bleibt zudem das Mitspracherecht der Stadt an allen

marketingbezogenen Entscheidungen des Tourismusvereins erhalten und die Akzeptanz

einer Fremdenverkehrsabgabe in der Unternehmerschaft wird erhöht.

In vergleichbaren kommunalen Tourismusorganisationen liegt der Anteil öffentlicher Zuschüsse

am Gesamtbudget sogar deutlich über den hier veranschlagten 30 Prozent.

− Erwirtschaftete Eigenmittel, inklusive Mitgliedsbeiträge: 60.000 Euro (30%, Status

Quo: 25.000 bis 30.000 Euro)

Der dritte Hebel gilt dem Tourismusverein selbst. Ein Eigenmittelanteil von rund

30 Prozent ist in vergleichbaren Organisationen auf Ortsebene durchaus üblich – daher ist

davon auszugehen, dass auch in Lychen eine solche Größenordnung realisiert werden

kann.

Erwirtschaftete Eigenmittel sind in erster Linie Erlöse aus Vertriebsaktivitäten, Vermietung/Verpachtung,

Anzeigen- und Sponsoringeinnahmen, Provisionen für die Buchung

und Reservierung von Unterkünften, Eintrittsgeldern, etc. Diese Möglichkeiten nutzt der

Verein bislang nur in sehr geringem Maße aus, sodass hier künftig mit höheren Einnahmen

zu rechnen ist. Insbesondere aus Provisionen und Vertriebserlösen lassen sich zusätzliche

Eigenmittel generieren.

Wichtig ist hier auch die Neuordnung der bisher erhobenen Beiträge, die – nach Einführung

der Fremdenverkehrsabgabe – für die Leistungsträger teilweise nur noch schwer

nachzuvollziehen sind:

a) die Mitgliedsbeiträge: Wichtig ist es, den Nutzen einer Mitgliedschaft gegenüber den

Leistungen der Fremdenverkehrsabgabe herauszustellen. Es muss für die Leistungsträger

erkennbar sein, was mit der Pflichtzahlung (Fremdenverkehrsabgabe) abgedeckt ist und

welche zusätzlichen Dienstleitungen er durch eine Mitgliedschaft enthält (z. B. Lobbyarbeit,

Eintrag ins Gastgeberverzeichnis, herausgehobene Vermarktung auf der Webseite).

b) die Werbepauschale: Hier ist eine Abschaffung empfehlenswert, um eine höchstmögliche

Transparenz zu gewährleisten.

- 42 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Maßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen

Kurtaxe:

• Erhöhung der Beitragssätze in der Hauptsaison

von April bis Oktober auf mindestens 1,50 Euro

• Ausdehnung des Erhebungszeitraumes auf die

Nebensaison mit einem ermäßigten Beitragssatz

von mindestens 1,00 Euro

Fremdenverkehrsabgabe:

• Erhebung einer Fremdenverkehrsabgabe auf

Grundlage einer rechtssicheren Satzung mit

erhebungsgerechten Quoten für die einzelnen

Branchen

• dazu vorbereitend notwendig: Ermittlung der

genauen Wertschöpfungsquoten für alle vom

Tourismus profitierenden Branchen

• ggf. schrittweise Erhöhung der Abgabehöhe

(Ziel: insgesamt 80.000 Euro)

Zuschuss der Stadt:

• Sicherstellung der kommunalen "Gegenfinanzierung"

für das Tourismusmarketing

Weitere Finanzmittel des Tourismusvereins:

• Herausstellung des (Mehr-)Nutzens einer Mitgliedschaft

im Verein in Abgrenzung zur

Fremdenverkehrsabgabe

• Klärung über den weiteren Umgang mit der

Werbepauschale

• Sukzessive Erhöhung der erwirtschafteten Eigenmittel

des Vereins

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurzfristig (ab 2014)

Sehr hoch

kurzfristig (ab 2014)

Sehr hoch

kurzfristig (ab 2014)

Hoch

eher mittelfristig

Zuständigkeit

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Tourismusverein

Lychen

3.1.2.2 Klare Aufgabenteilung und personelle Zuständigkeiten

Ebenso wichtig wie die Sicherstellung der finanziellen Ressourcen sind die klare Benennung von

Zuständigkeiten und eine ausreichende personelle Besetzung. Ziel muss die Vermeidung von

Doppelarbeiten sein, gleichzeitig ist aber eine ausreichende Abstimmung zwischen den zuständigen

Stellen zu gewährleisten. Die vorgeschlagene Aufgabenteilung zwischen Stadt und Tourismusverein

lässt sich ebenfalls an den (größtenteils heute bereits vorhandenen) Zuständigkeitsbereichen

für Infrastruktur und Marketing festmachen. Ergänzt wird sie jedoch um eine klare Zuweisung

der Zuständigkeit für das Innenmarketing an den Tourismusverein.

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Abb. 11:

Aufgabenteilung im Lychen-Tourismus

Aufgabenteilung

Stadt

Lychen

Tourismusverein

Lychen

Koordination der infrastrukturellen

Aufgaben der Stadt

(Pflege, Instandhaltung,

Weiterentwicklung, Fördermittel, etc.)

Schnittstelle zum Marketing

(ggf. als Vorstandsmitglied des

Tourismusvereins)

Mindestens eine halbe Stelle

Anforderungen: Affinität zu touristischen

Themen, Kommunikationsfähigkeit,

Kenntnisse über Fördermittel(-akquise)

Quelle: dwif 2013

Aufgaben

Personelle

Ausstattung

Gästebetreuung: Touristinformation

Außenmarketing: Print- und Onlineauftritt,

Vertrieb, Produktentwicklung

Innenmarketing: Kommunikation,

Qualitätsmanagement, Schulungen

Bestehendes Personal für

Touristinformation und Außenmarketing

Eine weitere zusätzliche Vollzeitstelle für

Innenmarketing

• Stadt Lychen – Aufgabe Infrastruktur:

In der Stadtverwaltung liegt der Fokus bereits insbesondere auf den infrastrukturellen Aufgaben

im Tourismus. Es fehlt allerdings eine geeignete Fachkraft, die die nötigen Anforderungen

an diese Stelle erfüllt (siehe Abbildung). Hier braucht es zukünftig einen erfahrenen

Mitarbeiter, der sowohl koordinierend in der Stadtverwaltung tätig ist als auch eine Schnittstellenfunktion

zum Tourismusverein einnimmt. Da viele ausführende Tätigkeiten im Bereich

Infrastruktur und Tourismusförderung bereits in verschiedenen Abteilungen der Stadt untergebracht

sind, reicht aus gutachterlicher Sicht eine halbe Stelle für die anzugehenden

Aufgaben aus.

• Tourismusverein Lychen – Aufgabe Innen- und Außenmarketing:

Der Tourismusverein übernimmt mit den bereits vorhandenen personellen Ressourcen die

Aufgaben der Gästebetreuung und des Außenmarketings. Hinzu kommt künftig eine deutlich

stärkere Erfüllung der Innenmarketingaufgaben, für die es bisher in erster Linie am Personal

scheiterte. Daher wird die Einstellung einer weiteren Vollzeitkraft empfohlen, die sich

vorrangig um die Kommunikation und Abstimmung mit den Leistungsträgern vor Ort sowie

das Qualitätsmanagement und Schulungen kümmert.

Finanziert werden kann diese Stelle über die neue 3-Säulen-Strategie zur Finanzierung des

touristischen Marketings (Fremdenverkehrsabgabe, Zuschuss der Stadtverwaltung und Erhöhung

der Eigeneinnahmen des Tourismusvereins). Mittel für Marketingaktivitäten stünden

dennoch in ausreichendem Maße zur Verfügung, wie folgende Modellrechnung zeigt: Mindestens

25 Prozent des Gesamtbudgets des Vereins sollten als frei verfügbare Marketingmittel

zur Verfügung stehen. Momentan entfallen rund 65.000 Euro auf fixe Kosten wie Personal,

Miete und Gebäudebewirtschaftung. Durch die zusätzlich geschaffene Stelle wird sich dieser

- 44 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Betrag auf mindestens 100.000 Euro erhöhen. Bei einem Gesamtbudget für das touristische

Marketing von 200.000 Euro stünden dementsprechend fast 50 Prozent für Marketingaktivitäten

zur Verfügung.

Maßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen

• Benennung eines für den Tourismus verantwortlichen

Mitarbeiters in der Stadtverwaltung

(halbe Stelle)

• Personelle Verstärkung im Tourismusverein

(Innenmarketing, Vollzeitstelle)

• Klärung der konkreten Aufgabenteilung und

der regelmäßigen Abstimmungsmechanismen

zwischen Stadt und Tourismusverein

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurzfristig

Zuständigkeit

Stadt Lychen

Tourismusverein

Lychen

Stadt Lychen und

Tourismusverein

3.1.2.3 Interkommunale Kooperation

Die Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden im Rahmen interkommunaler Kooperationen gewinnt

zunehmend an Bedeutung, vor allem angesichts der eingeschränkten finanziellen Spielräume vieler

Kommunen. Einerseits kann die Finanzierung von kommunalen Einrichtungen und Dienstleistungen

so auf mehr Schultern verteilt werden. Anderseits können dadurch spezialisierte Verwaltungseinheiten

gebildet werden, die nicht nur wirtschaftlicher arbeiten, sondern meist auch eine

höhere Leistungsqualität bieten. 10

Lychen kooperiert seit 2013 mit den Nachbargemeinden Templin und Boitzenburger Land sowie

dem Amt Gerswalde im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. Allerdings spielt der Tourismus

bisher nur eine untergeordnete Rolle. Das ist insofern verwunderlich, als dass die Bereiche

Tourismus und Regionalmarketing von vielen Kommunen als wichtigstes Handlungsfeld interkommunaler

Zusammenarbeit angesehen werden. 11 Hier gibt es also noch viel Handlungsspielraum,

die gemeinsam verwalteten Budgets auch für touristische Projekte zu nutzen sowie Synergieeffekte

durch die Vermeidung von Doppelarbeiten zu erzielen.

Als Inhalte einer tourismusbezogenen interkommunalen Zusammenarbeit bieten sich an:

• Gemeinsame Außenmarketingaktivitäten (wie bereits in Ansätzen vorhanden)

• Verbesserung der Mobilitätssituation

• Direktvermarktung regionaler Produkte und deren Nutzung im Gastgewerbe

• Qualitätsmanagement und Schulungen

• Projekte zur Erhöhung der Nachhaltigkeit im Tourismus

__________________________________________________________________________

10

KommunalAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung 2008

11

Ebd.

- 45 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Hinweise zu einzelnen konkreten Projektideen finden sich auch in den Handlungsfeldern

„Qualität

und Zielgruppenorientierung“

“, „Saisonverlängerung“ und „Mobilität“.

Wo

dies projekt-/

themenbezogen sinnvoll ist, sollte auch über einen erweiterten regionalen Umgriff – also

die Ein-

beziehung weitererr Gemeindenn bzw. den regionalen Tourismusverband in die Projektdurchfüh-

rung –nachgedacht

werden.

Als mittel- bis langfristiges Ziel ist aus gutachterlicher

Sicht über die d reine Kooperation hinaus die

Bildung

einer „Touristischen

Gebietsgemeinschaft“ (TGG) anzustreben. Die Bildung von Untereinheiten

der offiziellen Regionalverbände in Form

von TGGs wird längstt in vielen Regionen

praktiziert – allein in

Brandenburg gibt es rund zehn solcher Zusammenschlüsse.

Abb. 12: Organisationsstrukturen im Brandenburg-Tourismus: „Offizielle“ regionale Tou-

rismusorganisationen und „Touristische

Gebietsgemeinschaften“

Quelle:

dwif 2013, geändert nach OSV 2011

Dabei gibt es verschiedene Kooperationsmodelle, die sich insbesondere im Grad der Struktur- und

Aufgabenverflechtung unterscheiden und in der Regel zeitlich aufeinander aufbauen (vgl. Abb. 13).

Der Einstieg ist für TGGs generell auf jeder Stufe möglich. Oftmalss empfiehlt sich jedoch ein langsamer,

stufenweiser

Prozess. Perspektivischh ist es allerdings wichtig, dass nicht nur ein Dach ge-

aus be-

schaffen

wird, unter

dem sich dann die bestehenden Strukturen vereinen. v Vielmehr ist ess

triebswirtschaftlicher Sicht in der Regel sinnvoll, die vorhandenenn Marketingorganisationen in ei-

auf die Ressourcen (Budget, Personal, etc.) zurückgreifen zu können. Nur so entstehen tatsächliche

Synergieeffekte und

es wird keine weitere Zwischenebene geschaffen.

ner gemeinsamen Organisationsstruktur unmittelbar zusammenzuführen, um so gemeinschaftlich

- 46 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Abb. 13:

Mögliche Entwicklungsstufen von interkommunaler Zusammenarbeit

1.Projektbezogene

Kooperation

• Grundlage:

Kooperationsvereinbarung

• provisorische Arbeitsstrukturen:

Lenkungsgruppe,

Arbeitskreis, geringe

Einbindung der Anbieter

• Zusammenarbeit

in Projekten

2.Organisatorische

Zusammenführung

• gemeinsame, feste,

finanzielle Strukturen

• umfassendes Tourismusund

Marketingkonzept

• intensive Einbindung von

Leistungsanbietern

• „Kümmerer“ für

Kooperationsaufgaben

3.Integration

• schrittweise Bündelung

aller Aufgaben und

Maßnahmen in den

neuen Strukturen

• schrittweise Zusammenführung

aller Ressourcen

und des Personals

Quelle:

dwif 2013, in Anlehnung an: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

2010

Maßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen

• Treffen mit den Bürgermeistern und wichtigen

touristischen Entscheidungsträgern der

drei Gemeinden/des Amtes zur Abstimmung

über mögliche gemeinsame Projekte und einen

realistischen Budgetrahmen

• Bildung einer touristischen Gebietsgemeinschaft

(Arbeitstitel: „Uckermärkische Seen“),

zunächst möglichst als projektbezogene Kooperation

(Stufe 1)

Wichtige Schritte:

− Kooperationsvereinbarung

− Gründung von Lenkungsgruppe (Vertreter aus

Kommunalpolitik, Verwaltung und Tourismusorganisationen)

und touristischem Arbeitskreis

(Touristiker und ggf. wichtige Leistungsträger)

− Aufgaben- und Finanzierungsplan

• Stärkere organisatorische Zusammenführung

und Schaffung fester Strukturen (personell

und finanziell, Stufe 2)

• Perspektivisch: Bildung einer gemeinsamen

Tourismusorganisation (Stufe 3)

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Sehr hoch

eher mittelfristig

(nach Bewältigung der

organisatorischen und

finanziellen Aufgaben

in Lychen)

Hoch

mittel-bis langfristig

Hoch

langfristig

Zuständigkeit

Stadt und Tourismusverein

Lychen

in Kooperation mit

den Nachbarorten/-

vereinen

Stadt und Tourismusverein

Lychen

in Kooperation mit

den Nachbarorten/-

vereinen

Stadt und Tourismusverein

Lychen

in Kooperation mit

den Nachbarorten/-

vereinen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit den Nachbarvereinen

- 47 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.2 Handlungsfeld 2: Eindeutiges Profil

3.2.1 Problem/Ausgangssituation

In der SWOT-Analyse wurde als zentrale Schwäche das fehlende touristische Profil Lychens herausgestellt

– und zwar sowohl nach innen (in Richtung der Leistungsträger) als auch nach außen (in

Richtung der Gäste). Es wird eine Vielzahl von Themen und Zielgruppen nebeneinander beworben.

Eine Priorisierung und Schwerpunktsetzung findet nur in Ansätzen statt.

Das führt dazu, dass sich keine eindeutige Botschaft in der Produktentwicklung und in der Kommunikation

niederschlagen kann. Um sich von Wettbewerbern abzugrenzen und gemeinsam an

einem Strang ziehen zu können, muss die Tourismusgemeinde Lychen jedoch klar Position beziehen,

in welchen Themen sie stark ist und mit welchen Produkten sie welche Zielgruppen ansprechen

will. Zudem sollte sich der Ort damit in die strategische Ausrichtung der übergeordneten Destination

(Uckermark) bzw. des Reiselandes Brandenburg eingliedern und dort seinen eigenen Platz

finden.

In einem ersten Schritt wird daher zunächst ein gutachterlicher Vorschlag für eine Positionierung

Lychens unterbreitet. Dies stellt eine Schlüsselmaßnahme dar, da hiermit die Voraussetzung für die

folgenden (Umsetzungs-)Maßnahmen geschaffen wird.

3.2.2 Schlüsselmaßnahmen

3.2.2.1 Entwicklung eines touristischen Profils für Lychen

Die im Rahmen der Erstellung des Tourismuskonzepts durchgeführten Gesprächsrunden und

Workshops haben ergeben, dass sich die Leistungsträger und Bürger der Stadt Lychen sehr uneinig

sind über ihre zukünftige Entwicklungsrichtung. In vielen Themenbereichen finden sich brennende

Befürwortung und starke Ablehnung dicht beieinander. Lediglich in einzelnen Punkten sind sich

die mitwirkenden Akteure bemerkenswert einig:

• Der Naturraum und hier vor allem das Wasser sollten stärker in den Vordergrund gerückt und

erlebbar gemacht werden.

• Die Flößertradition macht Lychen einzigartig, auch wenn ein alleiniger Fokus auf dem Thema

Floß und Flößerei nur wenig Zustimmung fand.

• Funsportarten, Lärm und Action haben in Lychen nichts zu suchen und sollten auf keinen

Fall bei der weiteren touristischen Entwicklung bedacht werden.

Der folgende Vorschlag für das Profil sowie die Themen- und Zielgruppenausrichtung für den Lychen-Tourismus

basiert auf diesen Gesprächsergebnissen und wurde um die gutachterlichen Einschätzungen

des dwif hinsichtlich der Alleinstellungsfähigkeit sowie der Qualität der Angebote vor

Ort ergänzt.

- 48 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Abb. 14: Strategische Positionierung für den Lychen-Tourismus

Quelle:

dwif 2013

• Übergeordnetes Leitthema für denn Lychen-Tourismus:

Mit dem Leitthema „Flößerstadt Lychen – ein Erlebnis auf, am und im Wasser“ werden die

zwei Alleinstellungsmerkmale herausgestellt, die

bereits im Leitbild einee zentrale Rolle spie-

len:



ein Wassererlebnis in allen Facetten, und zwar nicht nur in Form von Aktivitäten auf dem

Wasser, sondern auch im und am

Wasser – womit nebenn der Größe und Vielfaltt der Ge-

wässer in und um Lychen auch der hervorragenden Wasserqualität

Rechnung getragen

wird – sowie

die lange Flößereitradition, mit der sich Lychen von denn unmittelbaren Wettbewerbern

abhebt und eigene Akzente im Wassertourismus setzen kann.

Mit diesem Leitthema kann die Stadt Lychen das Ziel umsetzen, seine Stärken besser heraus-

Begriffe „Flößerstadt Lychen“ und „Erlebnis auf, am und im Wasser“ W in Form einer konkreten

Produktenwicklung mit Leben zu füllen und nach außen erfolgreich e

zu vermarkten. Dazu

zuarbeiten und damit die

touristische Alleinstellung zu schärfen. Nun gilt es, die abstrakten

finden sich entsprechende Handlungsempfehlungen im folgenden Kapitel.

Allerdings ist dieses Leitthema in erster Linie für die Schaffung einer Identität nach innen ge-

im

Marketing empfiehlt sich also die Entwicklung eines Claims, ggf. auch in Kombination mit ei-

eignet, weniger für die Kommunika

ation nach außen. Für die d gezielte Gästeansprache

nem neuen Logo, der die

Aspekte des Leitthemas in Form einer attraktiven, marktfähigen

Kurzbotschaftt vereint.

- 49 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Aktivitäten und Segmente:

Hier sollte gemäß dem Leitthema eine klare Schwerpunktsetzung auf wassertouristische

Aktivitäten erfolgen – und zwar in allen Facetten, wenngleich auch eine ruhige, umweltschonende

Form des Wassertourismus im Vordergrund steht:

− Unbedingt weiterzuentwickeln sind daher die Segmente Baden und Kanutourismus als

bislang wichtigste wassertouristische Aktivitäten in Lychen. Mit den Floßfahrten gibt es

zudem ein weiteres Teilsegment, das für Lychen besonders profilgebend ist. Auch hier ist

eine weitere Produktentwicklung dringend notwendig.

− Allerdings sollte der Wassertourismus darüber hinaus in einer deutlich größeren Vielfalt

als bisher entwickelt werden. Möglichkeiten bieten dabei sowohl bereits bestehende

Segmente wie der Angeltourismus, der umweltfreundliche Bootstourismus oder die

Fahrgastschifffahrt, als auch neu zu entwickelnde wie das Gastgewerbe auf und am Wasser

(Beherbergung, Gastronomie), die stärkere Inwertsetzung des Themas Fisch und Fischerei

oder Aktivitäten, die wassertouristische Zusatzangebote darstellen können und

ohne große infrastrukturelle Investitionen umzusetzen sind (Schnorcheln, Stand-Up-

Paddling, Wasserski, etc.).

− Wichtig ist hierbei jedoch ein Gewässerentwicklungskonzept, das sowohl eine räumliche

Nutzungstrennung als auch die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Ausübung der

einzelnen wassertouristischen Aktivitäten definiert.

Die weiteren etablierten aktivtouristischen Segmente (vor allem Radfahren, Wandern, Reiten

und Fahrrad-Draisine) sind künftig in erster Linie in Kombination mit dem Thema Wasser

zu entwickeln. Hier sollten einerseits eine gezielte Angebotsvernetzung (Kombiangebote

Paddel und Pedal, Schiffsausflüge mit naturkundlichen Wanderungen oder Kremserfahrten,

etc.), andererseits auch die Schaffung von Erlebnissen direkt am Wasser – zu Fuß, per Rad

oder auf dem Pferd – intensiv weiterverfolgt werden.

Darüber hinaus sollten die bislang in deutlich geringerem Maße touristisch entwickelten Angebote

stärker genutzt werden – allerdings nicht als eigenständige Segmente, sondern vielmehr

als Ergänzungsangebote. Dazu bieten sich vor allem die Tradition und die Stadtgeschichte

Lychens an, die zum Teil eng mit der Flößerei verbunden sind (z. B. Flößerei im

Stadtbild, Flößer- und Fischerfest, Geschichte des Standortes Hohenlychen), aber auch die

vorhandenen Angebote in den Bereichen Kunst(-handwerk) und Wellness. Hier ist allerdings

noch viel Potenzial ungenutzt, sodass eine konkrete Produktentwicklung erst nach entsprechenden

Angebotserweiterungen sinnvoll ist. Diese sollten immer vor dem Hintergrund der

Leitthemen (Flößerei, Wasser) angegangen und in erster Linie für eine Saisonverlängerung

genutzt werden.

• Gäste- und Zielgruppen:

Hier liegt der Fokus kurzfristig vor allem auf den bisherigen Gästegruppen (Paare 50+) und

Quellmärkten (neue Bundesländer, allen voran Berlin und Sachsen). Im Zuge einer Angebotserweiterung

und -attraktivierung sollten neben den bestehenden auch neue Zielgruppen

angesprochen werden (vor allem Familien als bereits heute immer wichtiger werdendes

- 50 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Gästeklientel in Lychen). Auch ein bundesweites Einzugsgebiet sollte perspektivisch ins Auge

gefasst werden.

Bei der Zielgruppe der Familien stehen in erster Linie die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund.

Bei der Infrastruktur- und Produktentwicklung ist daher insbesondere auf eine umfassende

Kinderfreundlichkeit zu achten. Ein durchschnittlicher Familienurlauber lässt sich nach

Marktforschungserkenntnissen wie folgt beschreiben: 12

− Bevorzugt wird ein Mix aus gemeinsamen Aktivitäten von Eltern/Großeltern und Kindern

(v. a. Radfahren, Wandern, Besuch von Freizeiteinrichtungen) sowie Ruhe und Erholung.

− Somit legen Familien großen Wert auf eine schöne Landschaft, Möglichkeiten zur sportlichen

Betätigung und Bademöglichkeiten. Auch wetterunabhängige Freizeitaktivitäten

stellen wichtige Angebotskomponenten dar.

− Daneben sind Rückzugsoasen für die Begleitpersonen wichtig, das bedeutet in erster Linie

das Vorhandensein von hochwertigen Möglichkeiten der Kinderbetreuung.

− Die beliebteste Unterkunftsart sind Ferienhäuser und -wohnungen.

− Familien verreisen vor allem im Sommer, ausschlaggebend sind die Ferienzeiten.

− Die Reiseplanung und -organisation erfolgt in der Regel individuell und selbstständig,

Pauschalurlaube spielen gerade im Deutschlandtourismus eine untergeordnete Rolle.

− Für die Information über mögliche Reiseziele steht das Internet im Vordergrund.

− In der Regel sind Familien sehr preissensibel und achten auf ein gutes Preis-Leistungs-

Verhältnis.

Damit kann sich Lychen sehr gut in die übergeordneten Marketingstrategien auf regionaler

und Landesebene eingliedern:

• Die Landestourismuskonzeption Brandenburg 2011 bis 2015 greift folgende Themen als

Schwerpunkte für die Positionierung der landesweiten Tourismusmarke auf (siehe Abb. 15

links):

− Querschnittsthema Wasser: Die Gewässer-Landschaft wird als Hauptpositionierungsmerkmal

angesehen und soll als Alleinstellungsmerkmal entscheidend zur Imagebildung

des Reiselandes Brandenburg beitragen. Die Produktgestaltung erfolgt in Verknüpfung

mit den weiteren Produktlinien, v. a. mit dem Naturtourismus, aber auch Radfahren am

Wasser, Kultur am Wasser, etc.

− Weitere Schwerpunktthemen: Für thematische, produktbezogene Reisemotive erfolgt die

Kundenansprache darüber hinaus im Rahmen von weiteren zentralen Produktlinien, und

zwar Wasser, Rad, Natur, Kultur und M.I.C.E.

In Umsetzung der Landestourismuskonzeption hat die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg

GmbH sehr intensiv an einer Schärfung und Vertiefung der Tourismusmarke Brandenburg

und dem damit verbundenen Aufbau einer Markenarchitektur gearbeitet. Zentraler Be-

__________________________________________________________________________

12

DEHOGA-Bundesverband 2011, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern

2009, Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt 2004

- 51 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

standteil war dabei die Entwicklung von vier produktorientierten Faszinationsfeldern: „Landrechts).

partie“, „Wasser entdecken“, „Durchatmen“ und „Kultur-Gesc

hichten“ (siehe Abb. 15

Als Kernzielgruppen der Tourismusmarke Brandenburg werden Familien („Gesellige Fami-

lien“) und qualitätsbewusste Paare 50+ („Qualitätsbewusste

Entschleuniger“ und „Intellektu-

elle Kulturliebhaber“) definiert.

Abb. 15: Positionierung der Tourismusmarke Brandenburg

Quelle:

3.2.3 Maßnahmen zur konkreten

n Ausgestaltung dess Profils

3.2.3.1

Außenmarketing

Maßnahmen

• Entwicklung eines aussagekräftigen

und

marktfähigen Logos und

Slogans fürr die tou-

ristische Vermarktung nach außen

(ggf. in Zusammenarbeitt mit einer professio-

nellen Werbeagentur – zwingend z aber unter

Einbeziehung aller Leistungsträger vor Ort)

• Fokussierung

im Print- und Onlineauftritt auf

die Schwerpunktsegmente und Hauptziel-

gruppen

• Anschaffung

von attraktivem zielgruppen-

und themenspezifischem

Bildmaterial

Priorität

Zeitbedarff

Sehr hoch

kurzfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

m

Hoch

kurz- bis mittelfristig

m

Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg 2011, Tou-

rismus-Marketing Brandenburg GmbH 2012

• Die regionalen Tourismusorganisationen für die

Uckermarkk (Tourismusverband Uckermark

und tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH) orientieren sich in ihrem gemeinsamen

Marketingplann für das Jahr 2013 an der Landestourismuskonzeption Brandenburg sowie der

strategischen

Marketingplanung der TMB und

setzen auf einen nachhaltigenn Natur-/

Aktivtourismus mit den Schwerpunktsegmenten Wandern, Radfahrenn und Wassertouris-

mus. 13

Zuständigkeit

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Stadt

und Leistungsträ-

Lychen

gern

Tourismusverein

Tourismusverein

Lychen

__________________________________________________________________________

13

To

ourismusverband Uckermark e.V., e tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH G 2013

- 52 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Erarbeitung von zielgruppen- und themenspezifischen

Informationsmaterialien (Karten,

Anbieter und Angebote, Serviceinformationen,

Veranstaltungen, etc.)

• Stärkere gemeinschaftliche Vermarktung von

gemeindeübergreifenden Rundkursen (Wasser,

Rad, Wandern, etc.)

• Eingliederung der Angebote in die regionalen

und landesweiten Vermarktungsaktivitäten

Hoch

eher mittelfristig

Hoch

eher mittelfristig

Hoch

eher mittelfristig

Tourismusverein

Lychen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Partnern

in Fürstenberg,

Feldberg,

Templin, etc.

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit

tmu/TMB

3.2.3.2 Infrastrukturelle Voraussetzungen

Maßnahmen

• Erarbeitung eines wassertouristischen Entwicklungskonzeptes

für die Lychener Gewässer

(Fokus: Nutzungsschwerpunkte und konkrete

Infrastrukturbedarfe), unter Berücksichtigung

der Ergebnisse aus dem 2013/14 in

Auftrag des Landesumweltamtes Brandenburg

erarbeiteten GEK Obere Havel

• Errichtung eines Stadthafens als wassertouristischer

Kristallisationspunkt mit hoher Aufenthalts-

und Erlebnisqualität für alle Nutzerund

Gästegruppen Lychens

(für konkrete Anforderungen und Einzelmaßnahmen

siehe Handlungsfeld 3)

• Errichtung einer geeigneten Umtragemöglichkeit

für Kanuten am Übergang vom Oberpfuhl

in den Stadtsee

• Weiterentwicklung und Aufwertung von mindestens

zwei offiziellen Badestränden unter

Berücksichtigung familiengerechter Sicherheits-

und Ausstattungsstandards

• Aufwertung des Strandbades zu einer modernen,

erlebnis- und familienorientierten Badeeinrichtung

sowie zu einem attraktiven Wasserwanderrastplatz

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

mittelfristig

Zuständigkeit

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Stadt Lychen in

Kooperation mit

dem Pächter

- 53 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Öffnung des Mühlengrabens zur Ermöglichung

eines Rundkurses durch die Lychener

Innenstadt auf dem Wasser

• Schaffung von Outdoor- und Indoorspielmöglichkeiten

für Kinder in der Innenstadt

• Qualitative Verbesserung der Wander- und

Radwege (Wegebeschaffenheit, Ausschilderung,

Anschlusswege), Integration in die regions-/landesweite

Knotenpunktwegweisung

• Schaffung von Rad-, Wander- und Reitwegen

in unmittelbarer Nähe zum Wasser

Mittel

mittelfristig

Mittel

mittelfristig

Mittel

mittelfristig

Mittel

eher langfristig

Stadt Lychen, ggf.

in Kooperation mit

Mühlenverein

Stadt Lychen, ggf.

mit Partnern

(v. a. Indoor)

Stadt Lychen in

Kooperation mit

Naturpark, TV UM

und BB

Stadt Lychen in

Kooperation mit

Naturpark

3.2.3.3 Produktentwicklung

Maßnahmen

Inszenierung der Flößereitradition:

• Entwicklung von modernen, familienorientierten

Produkten zum Thema Flößerei,

z. B. Erlebnispfad, Flößerteller, Floßvermietung,

Floßbau-Workshops, Stadtführungen auf den Spuren

der Flößer

• Aufwertung des Flößerfestes zu einer überregional

wahrgenommenen Leuchtturmveranstaltung

für Lychen

• Schaffung weiterer regelmäßiger Veranstaltungen

zum Thema Flößerei, vergleichbar

„Musikfloß“, aber auch Floßwettkämpfe o. Ä.

• Attraktivierung des Flößereimuseums zu einer

Erlebnisausstellung mit interaktiven Elementen

und regelmäßigen Veranstaltungen

zum Thema (Erlebnisführungen mit Lychener

Flößern, Workshops, etc.)

• Partnerschaften mit anderen Flößerstädten

zur gemeinsamen Produktentwicklung, Veranstaltungsorganisation

und Vermarktung

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

mittelfristig

Hoch

mittelfristig

Mittel

mittel- bis langfristig

Mittel

mittel- bis langfristig

Eher gering

mittel- bis langfristig

Zuständigkeit

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Flößerverein

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Flößerverein in

Kooperation mit

Stadt und Tourismusverein

Lychen

Tourismusverein

und Stadt Lychen

- 54 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Wassererlebnis in allen Facetten:

• Qualitative Weiterentwicklung der vorhandenen

Angebote im Kanutourismus, z. B. durch

− Entwicklung von geführten Kanuerlebnistouren

für verschiedene Zielgruppen (Best Ager,

Familien, Gruppen, Incentives, etc.)

− Stärkere Inszenierung durch regelmäßige

Events rund um den Kanutourismus (An- und

Abpaddeln, Silvesterpaddeln, Mitternachtspaddeln,

etc.)

− Pauschalangebote inklusive Übernachtungen,

Bootstransport, weiteren Angebotsbausteinen

(siehe auch Angebotsvernetzung weiter unten)

− Weitere innovative, lychenspezifische Angebote

(Geocaching per Kanu, Wildnis-Kanu-Camps,

etc.)

• Qualitative Weiterentwicklung der vorhandenen

Angebote im Angel- und Bootstourismus

sowie in der Fahrgastschifffahrt, z. B. durch

− Entwicklung von zielgruppenspezifischen angeltouristischen

Pauschalangeboten, insbesondere

in der Nebensaison

− Verleih von kleinen Motorbooten mit umweltschonenden

Antriebssystemen für Tagestouren

durch die Lychener Gewässer

− Fahrgastschifffahrt: moderne, familienorientierte

Angebote, Thementouren

• Stärkere Inwertsetzung des Themas

Fisch/Fischerei über den reinen Angeltourismus

hinaus, z. B. durch

− Verbesserung der Direktvermarktung von

Fischerzeugnissen aus Lychen

− Nutzung von regionalem Fisch im Lychener

Gastgewerbe (evtl. in Verbindung mit „Flößerteller“)

− Aufwertung des Fischerfestes

• Stärkere Nutzung der Veranstaltungsfläche/

Bühne am Oberpfuhl für kulturelle Veranstaltungen

• Entwicklung weiterer wassertouristischer Zusatzangebote

zur Ergänzung der bisherigen

Segmente (Schnorcheln, Stand-Up-Paddling,

etc.)

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

eher mittelfristig

Hoch

eher mittelfristig

Mittel

kurz- bis mittelfristig

Mittel

mittel- bis langfristig

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit ortsansässigen

Fischereibetrieben,

DAV, Reederei

und weiteren

Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit ortsansässigen

Fischereibetrieben

und Gastronomen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Stadt

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

- 55 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Schaffung von gastgewerblichen Angeboten

mit direktem Wasserbezug

(Wohnen und Gastronomie auf/am Wasser, etc.)

Weitere Segmente und Ergänzungsangebote:

• Konsequente Vernetzung der vorhandenen

wasser- und aktivtouristischen Angebote,

z. B. Paddel und Pedal, Fahrgastschifffahrt und naturkundliche

Wanderung, Kanu und Draisine/Kutschfahrt

• Aufwertung der aktivtouristischen Angebote

zum Radfahren, Wandern und Reiten, insbesondere

durch gezielte familienorientierte

Produktentwicklung,

z. B. Erlebniswege für Familien, Geocaching- und

GPS-Angebote, Reitangebote für Kinder/Familien,

thematische Radsterntouren von Lychen aus, Rad-

/Wanderurlaub ohne Gepäck

• Weiterentwicklung der Angebote zum Thema

Kunst und Kunsthandwerk,

z. B. Workshops, regelmäßiger Atelierrundgang,

Aufwertung des Kunstfestes

• Angebotserweiterungen im Bereich kultureller

Veranstaltungen,

z. B. Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen

• Weiterentwicklung der Angebote zum Thema

Tradition und Stadtgeschichte, auch über das

Thema Flößerei hinaus, z. B. durch

− Inwertsetzung der Geschichte des Standortes

Hohenlychen durch Infotafeln, Flyer etc.

− regelmäßige Stadtführungen zu unterschiedlichen

Themen, alternativ: Konzipierung von

Audioguide-Führungen, Stadt-Ralleys, etc.

− Überarbeitung der Texte auf den „Pinnen“ und

Ergänzung um weitere Detailinformationen,

Geschichten, Bilder, interaktive Elemente etc.

• Produktentwicklung im Segment Wellness

auf Grundlage vorhandener Infrastruktur und

Angebote

• Gezielte Motivation von Gastgebern zur Investition

in entsprechende Angebote/

Infrastruktur

Mittel

eher langfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

mittelfristig

Mittel

kurz- bis mittelfristig

Mittel

mittelfristig

Mittel

mittel- bis langfristig

Mittel

kurz- bis mittelfristig

Eher gering

mittel- bis langfristig

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Stadt, Naturpark

und Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Künstlernetzwerk

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Stadt und

Altem Kino

Tourismusverein

und Stadt Lychen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

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Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.3 Handlungsfeld 3: Attraktivität der Innenstadt

3.3.1 Problem/Ausgangssituation

Lychen profitiert in erster Linie von seiner Insellage, umgeben von sieben Seen und inmitten einer

ursprünglichen Natur. Das ist auch der Hauptgrund für viele Gäste, die Stadt zu besuchen. Allerdings

gehört zu einem positiven Reiseerlebnis und einer hohen Gästezufriedenheit mehr als nur

die Möglichkeit, sich aktiv in der Natur zu bewegen. Vielmehr wird auch ein breites Zusatzangebot

erwartet. Die Lychener Innenstadt bietet für Gäste derzeit nur eine geringere Aufenthaltsqualität.

Es fehlen sowohl attraktive gastronomische Einrichtungen und Unterkünfte in direkter Zentrumsnähe,

die die Stadt auch in den Abendstunden beleben könnten, als auch Freizeitangebote für

schlechtes Wetter. Darüber hinaus wirken der Marktplatz als „Herz der Stadt“ sowie die Einfallstraßen

aus Westen (Fürstenberg) und Norden (Feldberg) aufgrund der Architektur und Gestaltung,

aber auch aufgrund des unbelebten Einzelhandels, nur wenig einladend.

3.3.2 Schlüsselmaßnahmen

3.3.2.1 Ideenwettbewerb zur Gestaltung von Marktplatz und Innenstadt

Um die genannten Defizite in Architektur und Gestaltung der Lychener Innenstadt zumindest teilweise

zu beheben und die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen, bietet es sich in einem ersten

Schritt an, zu überlegen, was mit relativ einfachen Mitteln und vorhandenen Ressourcen erreicht

werden kann. Die Stadt verfügt über zahlreiche Akteure, darunter auch Künstler und Kunsthandwerker,

die sich für eine schönere Innenstadtgestaltung engagieren möchten. Im Rahmen der Erstellung

des Tourismuskonzeptes ist dies immer wieder deutlich geworden, nicht zuletzt durch die

umfangreichen Ideensammlungen, die dem dwif von einheimischen Bürgern zugeliefert wurden.

Um das vorhandene Engagement zu nutzen und umsetzbare Optionen zu entwickeln, die Rückhalt

in der Lychener Bürgerschaft finden und möglichst von einheimischen Akteuren (z. B. Künstlern)

umgesetzt werden können, sollte möglichst zeitnah ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden.

Wichtig dabei ist es, die breite Einbindung der Künstler, der touristischen Leistungsträger und anderer

Bürger Lychens (z. B. Schulen, Gewerbetreibende) zu gewährleisten. Wenn möglich, kann

dazu auch eine symbolische Siegerprämie ausgelobt werden (evtl. als Sachpreise in Zusammenarbeit

mit in der Innenstadt ansässigen Sponsoren).

Dazu sollten folgende Anforderungen/Kriterien bei der Ausschreibung des Wettbewerbes

berücksichtigt werden:

• Die Themen Wasser und Flößerei sollten eine zentrale Bedeutung haben und sich in Form

von Gestaltungselementen in der Stadt wiederfinden.

• Es können Vorschläge unterbreitet werden für

− die Fassaden- und Giebelgestaltung

− Beschilderung von Läden und touristischen Einrichtungen

− themenbezogene Elemente, Skulpturen, etc.

− attraktive Aufenthaltsräume am Wasser

- 57 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

− Bepflanzung, Blumendekoration

− (übergangsweise oder nachhaltige) Nutzung leerstehender Räumlichkeiten

− und natürlich viele weitere Ideen, die schon lange einmal ausgesprochen werden wollten.

Dabei sollten – wenn möglich – bereits in Frage kommende Umsetzungspartner und Finanzierungsmöglichkeiten

benannt werden. Auch sollte die Bereitschaft einer Beteiligung an der Finanzierung

einzelner Vorschläge (Sponsoren, Patenschaften, etc.) abgefragt werden, insbesondere von

Einrichtungen und Akteuren, die unmittelbar von einer Innenstadtaufwertung profitieren würden.

Wichtig ist die Berücksichtigung und öffentliche Ausstellung aller Ideen sowie eine nachvollziehbare

Auswahl der umsetzbaren Vorschläge. Zu realisieren wäre dies beispielsweise über ein Gremium

aus Vertretern der Stadt sowie möglichen Umsetzungs- und Finanzierungspartnern (evtl. in Form

einer AG Innenstadt, siehe auch Handlungsfeld 4). Von diesem Gremium könnte dann in einem

weiteren Schritt auch ein Gesamtkonzept unter Zusammenführung aller ausgewählten Einzelmaßnahmen

entwickelt sowie die spätere Umsetzung begleitet werden.

Maßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen

• Ausschreibung Ideenwettbewerb

• Sichtung und öffentliche Ausstellung der

eingereichten Unterlagen

• Prüfung der Ideen unter Berücksichtigung

der Machbarkeit; wichtig: frühzeitige Einbeziehung

möglicher Umsetzungspartner

• Zusammenführung der ausgewählten Einzelmaßnahmen

in ein Gesamtkonzept, Untersetzung

mit Zuständigkeiten und Kostenbedarf

• Schrittweise Umsetzung aus Mitteln der Kurtaxe,

Sponsorengeldern und Fördermitteln

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Sehr hoch

mittel- bis langfristig

Zuständigkeit

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Stadt Lychen in Kooperation

mit Tourismusverein

und

weiteren Umsetzungspartnern

Stadt Lychen, ggf.

mit externer Unterstützung

Stadt Lychen und

Umsetzungspartner

3.3.2.2 Nutzung der leerstehenden Bausubstanz in der Innenstadt

Mit den Immobilien „Ratseck“ und „Alte Mühle“ stehen direkt in der Innenstadt zwei Gebäude zur

Verfügung, die sich optimal für eine touristische Angebotserweiterung nutzen lassen. Zudem befinden

sie sich in Eigentum der Stadt Lychen, sodass hier ein hoher Gestaltungsspielraum hinsichtlich

der tatsächlichen Nutzung seitens der Stadt besteht. Für beide liegen bereits eine Vielzahl an

- 58 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Nutzungsideen und Konzeptansätzen vor, die bislang aber zumeist am Fehlen eines geeigneten

Investors oder an der finanziellen Umsetzung gescheitert sind.

Aufgrund der zentralen Lage, der notwendigen Aufwertung der Innenstadt sowie der fehlenden

Freizeitangebote ist es aus gutachterlicher Sicht dringend erforderlich, die beiden Immobilien vollständig

oder zumindest teilweise in eine touristische Nutzung zu überführen und somit zur

weiteren Profilierung des Tourismusstandortes Lychen beizutragen. Die konkreten Nutzungen

sollten sich dabei dringend an der strategischen Ausrichtung (siehe Handlungsfeld 2) orientieren

und von vornherein eine hohe Qualität anstreben.

Im Rahmen des Tourismuskonzeptes ist es nicht möglich, detaillierte Machbarkeitsanalysen durchzuführen

oder Nutzungskonzeptionen zu entwickeln. Die folgenden Nutzungsideen stellen daher

lediglich Vorschläge für die inhaltliche Ausrichtung der Gebäudenutzung dar und basieren weitgehend

auf den vorhandenen Konzeptionen, die – wo sinnvoll – um eine gutachterliche Einschätzung

ergänzt werden.

• Ratseck:

Das ehemalige Gasthaus „Schwarzer Adler“ und spätere HO-Gaststätte „Ratseck“ befindet

sich direkt am Lychener Marktplatz. Seit der politischen Wende ist das Gebäude ungenutzt

und dem Verfall ausgesetzt. Eine Sanierung und Nutzung des Ratsecks trüge also in hohem

Maße zur Gestaltung und Belebung des zentralen Innenstadtbereiches bei.

Derzeit steht die Immobilie zum Verkauf. In einem Kurzexposé wird als Nutzungsperspektive

ein Beherbergungs- und Gastronomiebetrieb vorgeschlagen. Der Zielgruppenfokus liegt

dabei auf Aktivtouristen, die in Ferienappartements und Zimmern auch für eine oder zwei

Nächte untergebracht werden könnten. Die Konzeption sieht dabei barrierefreie Zugänge

zum und innerhalb des Objektes vor. Ergänzt werden soll die Herberge um einen Gastronomiebetrieb

mit Außenbereich (Biergarten), ein Radverleih sowie Abstellräume für Boote und

Fahrräder.

Aus gutachterlicher Sicht kann dieser Vorschlag als sehr sinnvoll bewertet werden. Ziel muss

es sein, das Ratseck zu einem zentralen Anlaufpunkt für Aktivtouristen zu entwickeln. Dazu

ist neben einer umfassenden Barrierefreiheit zudem eine konsequente Qualitäts- und Zielgruppenorientierung

anzustreben, auch unter den förderrelevanten Gesichtspunkten

(DEHOGA-Klassifizierung, ServiceQ, Bett+Bike, etc.). Die Ergebnisse der vorangegangenen

Analysen zeigen zudem, dass ein Hotelbetrieb der Nutzung als Ferienappartements vorzuziehen

ist, und zwar hauptsächlich aus folgenden Gründen:

− In diesem Beherbergungssegment besteht in Lychen – und insbesondere in der Innenstadt

– ein erheblicher Mangel, während Ferienwohnungen/-häuser in hoher Zahl zur Verfügung

stehen.

− Ein Hotelbetrieb hätte zudem den Vorteil, dass Aktivtouristen, die spontan und nur für ein

bis zwei Nächte nach Lychen kommen, problemlos untergebracht werden könnten.

− Ferienwohnungsgäste versorgen sich in der Regel autark, sodass die Lychener Gastronomie

nur wenig profitiert. Hotelgäste sind jedoch auch auf eine externe Versorgung ange-

- 59 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

wiesen. So

wäre unter anderem für die zum Objekt gehörige gastronomische Einrichtung

eine gewisse „Grundauslastung“ gewährleistet.

Zudem sollte über die Ansiedlung von Zusatzangeboten imm Objekt nachgedacht

werden,

insbesondere

vor dem Hintergrund einer Saisonverlängerung. So stehenn Räumlichkeiten für

kulturelle Veranstaltungen oder Ausstellungen im

direkt benachbarten „Alten Kino“ “ zur Ver-

fügung. Auch

ein Wellnessbereich würde bei der thematischen Ausrichtung auf Aktivtouris-

Neben-

ten ein interessantes Zusatzangebot

darstellen und einer höheren Auslastung in der

saison dienen. Möglicher Kooperationspartner wäre dabei z. B. der Anbieter „Kleine Auszeit“,

der seine Räume in unmittelbarer Nähe am gegenüberliegenden Ende des Marktplatzes un-

terhält und entsprechende Dienstleistungen anbietet.

Abb. 16: Derzeitiger Zustand und Nutzungsperspektive für das d Ratseckk

Quelle:

Foto links: dwif 2012, Nutzungsvorschlag; rechts: Brandenburgische Stadterneuerungsgesell-

schaft mbH (BSG) 2012

• Mühlengebäude:

Auch die alte Lychener Getreidemüh

hle steht seit

1989 leer. Zwar Z muss das Gebäude grund-

Bausubstanz

in hohem Maße für eine touristische Nutzungg geeignet. Die Lage direkt am

Mühlengraben prädestiniert die Mühle zudem für das Thema Wasser und den Wassertouris-

mus. Der engagierte Verein „Wasser auf die Mühle“ versucht seit 2011, , das historische Ge-

legend saniert werden, ist aber aufgrund der äußerst attraktiven und denkmalgeschützten

bäude zu beleben, und hat bereits zahlreiche Nutzungsideenn vorgelegt. Interessant ist dabei

vor allem das angestrebtee Leitthema „Wasser und Holz“, mit dem sich die Mühle ausgespro-

chen gut in das touristische Gesamtprofil eingliedern würde. Auch hier sind saisonverlän-

gernde Nutzungen ausdrücklich anzustreben.

Allerdings sollte hier – im

Gegensatz zum Ratseck – ein touristisches Zusatzangebott in Form

einer Kultur- und Freizeiteinrichtung geschaffen werden. Von der Schaffung weiterer Un-

Konkur-

terkünfte ist vor dem Hintergrund abzusehen, dass sich dadurch eine unmittelbaree renzsituation

für den Standort Ratseck ergeben würde. Einee Kombination aus touristischer

und nicht-touristischer Nutzung ist an diesem Standort aufgrund der enormen Größe der

Mühle (rund 1.800 m 2 auf fünf Etagen) durchaus empfehlensw

wert.

- 60 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Die aus gutachterlicher Sicht sinnvollsten Ideen bezüglich einer e touristischen Nutzung sind

(Ideen und entsprechende Umsetzungskonzeptee liegen teilweise bereits s vor):












innerstädtischer Wasserwanderrastplatz mit Anlegestelle und Aufbewahrungsmöglich-

keiten für Boote

attraktive Indoor-Spielmöglichkeiten

Faltboot-/Kanumuseumm

Ausstellungsräume fürr den Naturpark Uckermärkische Seen

Ausstellungsräume fürr Lychener Künstler, ggf. . Wechselausstellungen

Räume für kunsthandwerkliche Workshops

regelmäßiger Indoor-Markt für regionale Produkte

Lese-Lounge mit Möglichkeiten für Lesungen und andere Veranstaltungen

Café mit Außenbereich

direkt am Mühlengraben

Öffnung des Mühlengrabens mit Unterführung unter der Mühle undd Bootshebevorrich-

tung als besondere kanutouristische Attraktion

ggf. Touristinformationn (Dafür sollte jedoch der direkte Zugang von der Stargarder Straße

sichergestellt sein.)

Abb. 17: Ansichten von Mühlengebäude und -graben sowiee Auszug aus einem Nutzungs-

konzept von 2000

Quelle:

Fotos links und Mitte: dwif 2012 und Nordkurier 2013; rechts: Brandenburgische Stadterneue-

rungsgesellschaft mbH (BSG) 20000

Da

bei einem solch breiten Nutzungsspektrum zahlreiche Angebote A fürr die Lychener Gäste

vorgehalten würden, die von grundlegender Bedeutung für einen Erholungsort sind, wäre

eine Teilfinanzierung aus den Kurtaxeinnahmen empfehlens

wert. Andererseits müssten aber

auch weitere private Partner ins Boott geholt werden, die von einer kommerziellen

Nutzung

der Mühle profitieren würden und somit bereit sind, ebenfalls in die Sanierung und Betrei-

bung des Gebäudes zu investieren. Hier müssten

relativ schnell geeignete Betreiberstruktu-

ren geschaffen werden (z. B. Genossenschaft). Zudem ist die Bereitstellung von Fördermit-

- 61 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

teln für ein solches Vorhaben nicht unwahrscheinlich, insbesondere wenn bestimmte Voraussetzungen

erfüllt sind: Antragsteller aus der Unternehmerschaft (KMU), Qualität und Barrierefreiheit,

innovative und nachhaltige Angebote.

Maßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen

Ratseck:

• Suche nach einem Investor für das „Ratseck“

• Sanierung und Rücküberführung in eine

Nutzung als Beherbergungs- und Gastronomiebetrieb

• Ggf. Zwischennutzung des Gebäudes, um

bestimmte, für die Mühle angedachte Nutzungen

kurzfristig und übergangsweise unterzubringen

(denkbar: Ausstellungsräume

für Künstler, Indoor-Markt, Café-Betrieb im

Sommer, kulturelle Events, etc.)

Alte Mühle:

• Übertragung des Gebäudes „Alte Mühle“ an

den Mühlenverein

• Suche nach möglichen (Mit-)Betreibern für

einzelne Bereiche/Nutzungen und Klärung

möglicher Organisations- und Betreiberstrukturen

• Ausarbeitung eines konkreten Nutzungsund

Sanierungskonzeptes

• Suche nach Fördermitteln für die Sanierung

der Gebäudesubstanz

• Sanierung und Umsetzung der

Nutzungsideen

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Sehr hoch

mittelfristig

Mittel

kurzfristig und übergangsweise

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Sehr hoch

kurz- bis mittelfristig

Sehr hoch

mittelfristig

Zuständigkeit

Stadt Lychen in

Kooperation mit

BSG

Privater Investor

Stadt Lychen in

Kooperation mit

Mühlenverein, privaten

Leistungsträgern

und weiteren

Partnern

Stadt Lychen in

Kooperation mit

Mühlenverein

Mühlenverein

Mühlenverein in

Kooperation mit

Stadt und Partnern/möglichen

Betreibern

Mühlenverein in

Kooperation mit

Stadt und Partnern/möglichen

Betreibern

Mühlenverein in

Kooperation mit

Stadt und Partnern/möglichen

Betreibern

- 62 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.3.2.3 Umsetzung Stadthafen

Für einen Stadthafen in direkter Nähe zur Lychener Innenstadt gibt es verschiedene Argumente:

Lychen will sich in den nächsten Jahren wassertouristisch weiterentwickeln und zu Wassertourismusort

Nummer eins in der Uckermark werden.

• Der aktuelle Wassersportentwicklungsplan des Landes Brandenburg 14 sieht für den Standort

Lychen einen „Wasserwanderstützpunkt“ (Kategorie S, Marina mit Full-Service-Angebot) vor.

Mit der derzeitigen Anlegesituation erfüllt Lychen jedoch nur die Anforderungen für einen

„Wasserwanderliegeplatz“ (Kategorie L, Steganlage).

• Die in Lychen vorhandenen Liegeplätze reichen in der Hochsaison oftmals nicht aus, sodass

potenzielle Gäste zurzeit häufig nicht die Möglichkeit haben anzulegen und die Stadt zu besuchen.

• Eine Nutzer- und Bedarfsanalyse 15 bescheinigt dem Revier trotz der Sackgassensituation weiteres

Potenzial für den Bootstourismus und empfiehlt eine Erweiterung der Liegeplatzkapazitäten

auf bis zu 60 Gastliegeplätze.

• Auch verschiedene Charterfirmen zeigen Interesse, ihre Boote in Lychen zu stationieren. Der

Standort könnte sich so zu einem Ausgangspunkt für Bootstouren zwischen Lychen und

Himmelpfort entwickeln. Gemäß dem Ziel der Entwicklung eines sanften und umweltschonenden

Tourismus ist dabei der Fokus auf kleine Boote mit Elektro-/Solarantrieb und gewässerschonenden

Rumpfformen zu legen. Auch eine Vermietung von individuellen Flößen erscheint

hinsichtlich des touristischen Profils sehr sinnvoll. Ein großer Vorteil dieser Entwicklung

wäre, dass es sich bei den anvisierten Touren großteils um Halbtages- oder Tagestouren

handelt, die Gäste also nach der Bootsfahrt in Lychen bleiben und ggf. sogar übernachten

würden.

• Zwar ist die Lychener Innenstadt in ihrem derzeitigen Zustand nur in geringem Maße attraktiv

für einen Landgang, die zuvor beschriebenen Maßnahmen, aber auch der Stadthafen

selbst tragen jedoch zu einer deutlichen Aufwertung bei. Durch die zusätzlichen Gäste wäre

zudem eine höhere Auslastung der vorhandenen und geplanten touristischen Infrastruktur

und Angebote möglich.

Die Planungen für einen Stadthafen laufen in Lychen bereits seit Anfang der 2000er Jahre. Von

verschiedenen Seiten liegen Planungen und Ideenskizzen vor, die mitunter hitzig diskutiert werden,

dennoch ist bislang kein Konsens gefunden worden. Gemein ist jedoch allen Entwürfen das generelle

Einverständnis mit einem Hafen per se. Allerdings herrscht große Uneinigkeit bezüglich der

Gestaltung, der Größe (Liegeplatzzahl), der Ausstattung und des Finanzierungsumfanges. Seitens

der Stadt gibt es eine umfassende Hafenplanung, für die derzeit ein Planfeststellungsverfaren läuft.

Vor allem die Finanzierung ist aber noch nicht abschließend geklärt.

__________________________________________________________________________

14

wep 3, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg 2009

15

mediamare 2010

- 63 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Abb. 18: Ideen für den Stadthafen Lychen (Auswahl der vorliegenden Planungsskizzen)

Quelle:

Stadt Lychen 2010 ( Unterlagen zum derzeit laufenden Planfeststellungsverfahren),

Branden-

der vier

burgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH 2001 (Ergebnis einer Planwerkstatt, bei

unterschiedliche Planungsideen entwickelt wurden), Aktionsbündnis Stadthafen 20100 (Alterna-

tivvorschlag für eine kleine Hafenvariante)

Aufgrund dieser unsicheren Situation bietet sich für die weitere Planung und Umsetzung

ein stu-

fenweises Vorgehen

an:

• Kurzfristige Übergangslösung:

Um

möglichst

schnell weitere Anlegemöglichkeiten zu schaffen, sollte – Empfehlung: bereits

zur Saison 2013 – eine Erweiterung der Steganlage an der Postablage P

erfolgen. Hier könnte

der derzeitigee Pächter nach entsprechender Genehmigungg weitere Schwimmstege andocken.

Wichtig

ist zudem die Errichtung von mobilen sanitären Einrichtungen am Ufer, um

zumindest die

Grundversorgung derr Bootstouristen sicherzustellen (Finanzierung

gemein-

sam durch Pächter und Stadt).

Allerdings kann eine solche Lösung nur übergangsweise dem Problem einer fehlenden An-

zur Aufwertung des Wassertourismusstandortes anzustreben

legemöglichkeit entgegenwirken. Perspektivisch

ist weiterhin eine attraktive Hafenlösung

n.

• Mittel- bis langfristige Realisierung

g des Stadthafens:

Lychen als Wassertourismusort Nummer eins braucht einen wassertouristischen Kristallisati-

onspunkt. Daher sollte an

der Planungg zur Schaffung eines attraktiven Stadthafens festgehal-

ten werden. Für die tatsächliche Umsetzung muss aber zunächst das Ergebnis des Planfest-

stellungsverfahrens abgewartet werden.

Daher sollte sich nach einem hoffentlich positiven (aber auch nach einem negativen) Be-

Konzepte berücksichtigt.

In Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Mitteln muss

scheid durch die ILB ein erneuter Prozess anschließen, der auch a die alternativ vorliegenden

daraus ein Kompromissvorschlag für ein tatsächlich umsetzbares Hafenprojekt gefunden

werden. Wichtig ist dabei die Transparenz über alle Entscheidungen

für oder gegen be-

stimmte Varianten. Zu empfehlen istt eine AG Stadthafen, in der sich alle interessierten Bür-

- 64 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

ger unter externer Moderation und Beteiligung von Fachleuten (Architekten, Landschaftsplaner,

etc.) erneut austauchen können und in der ein für einen Großteil der Bevölkerung akzeptabler

Vorschlag erarbeitet wird.

Bevor mit der Umsetzung begonnen wird, ist auch zu klären, wer den Hafen künftig betreiben

soll. Der künftige Betreiber ist intensiv an der Neuplanung zu beteiligen und sollte darüber

hinaus auch einen entscheidenden Beitrag zu den Bau- und Planungskosten beisteuern.

Aus gutachterlicher Sicht des dwif sollte ein Hafen für Lychen folgende Mindestanforderungen

und Richtlinien erfüllen:

− Er muss Anlaufstelle für alle Wassertouristen sein, das heißt nicht nur für Bootstouristen

und die Fahrgastschifffahrt, wie es die derzeitige Planung vorsieht. Es sollten vielmehr

auch Infrastrukturen und Angebote für die weiteren Segmente, insbesondere

Kanu- und Angeltouristen, geschaffen werden.

− Zudem sollte der Hafen einen Aufenthaltsraum (von mehreren) am Wasser bilden und

somit auch für „Seh-Touristen“ attraktiv sein. Das heißt, es müssten Sitzmöglichkeiten,

Erlebnisräume und gastronomische Einrichtungen an der Wasserkante, aber auch

leicht zugängliche wassertouristische Zusatzangebote (z. B. führerscheinfreie Bootsvermietung)

zur Verfügung stehen.

− Wichtig sind eine konsequente Qualitätsausrichtung und eine Orientierung am zurzeit

überarbeiteten bundesweiten Klassifizierungs- und Zertifizierungssystem. Anzustreben

wäre eine Klassifizierung mit mindestens drei ADAC-Steuerrädern sowie perspektivisch

eine Teilnahme am Qualitätsmanagementsystem Wassertourismus (QMW).

− Der Standort sollte sich in direkter Innenstadtnähe befinden. Die zurzeit angestrebte

Ansiedlung auf dem Gelände der alten Gärtnerei (derzeitige Festwiese) erscheint daher

sinnvoll, zumal es sich bei dem Grundstück um städtisches Eigentum handelt.

Ebenso denkbar sind aber auch direkt benachbarte Standorte, für die ebenfalls Planungen

vorliegen.

− Zu begrüßen wäre, dass auch feste Liegeplätze für Charterboote, die künftig in Lychen

stationiert sein könnten, vorgehalten werden.

− Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass die Zugänglichkeit zu den Liegeplätzen für alle

Bootstypen möglich sein muss. Gerade bei führerscheinfreien Hausbooten ist ein

Trend zu immer größeren Bootslängen zu beobachten, woraus wichtige Rückschlüsse

auf die technischen und architektonischen Anforderungen gezogen werden können.

− Das Hafenareal sollte sich in ein ganzheitliches Gestaltungskonzept eingliedern, das

die gesamten (Grün-)Flächen vom Kriegerdenkmal über das Gelände der alten Gärtnerei

bis zum Ebert-Park – ggf. sogar den Mühlengraben und die Promenade am Oberpfuhl

– einschließt. So könnten verschiedene Aufenthaltsräume am Wasser entstehen

und die Möglichkeit eines kleinen wassernahen Stadtrundweges realisiert werden.

− Zu klären bleibt, ob ein reiner Gastliegehafen überhaupt wirtschaftlich tragfähig ist. In

der Regel sind für einen wirtschaftlichen Betrieb auch Dauerliegeplätze, Winterlager

und weitere Dienstleistungen notwendig. Diese könnten evtl. an einem anderen

- 65 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Standort vom selben Betreiber angeboten werde – in Frage käme beispielsweise das

Gelände der ehemaligen Marina am Großen Lychensee.

Maßnahmen im Einzelnen:

Maßnahmen

• Schaffung einer kurzfristigen Übergangslösung

an der Postablage

• In Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens

und des Fördermittelbescheides Feststellung

des tatsächlich verfügbaren Budgets

• Betreibersuche und Integration entsprechender

Änderungswünsche in die Planungen,

Beteiligung an Finanzierung absichern

(Planungs- und Baukosten)

• Umsetzung Stadthafen, ggf. unter Beantragung

weiterer Fördermittel

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

kurzfristig

Sehr hoch

mittel- bis langfristig

Zuständigkeit

Pächter Postablage

in Kooperation mit

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Stadt Lychen

Künftiger Betreiber

in Kooperation mit

Stadt Lychen

3.3.3 Weitere Maßnahmen

Maßnahmen

• Verkehrsberuhigung in der Innenstadt

(Tempo 30) und Schaffung von Möglichkeiten

zur sicheren Straßenüberquerung für

Kinder (Ampel, Fußgängerüberweg, etc.)

• Umsetzung der gemeinsam entwickelten

Maßnahmen und Ideen der IHK-

Strategiewerkstatt Lebendige Innenstädte 16

(Abstimmung Öffnungszeiten, Schaufensterdekoration

und -beleuchtung, Servicequalität,

Produktsortiment, etc.)

• Aufwertung des Wochenmarktes, z. B. durch

verstärkte Präsenz regionaler Produkte und

Kunsthandwerk aus Lychen (evtl. Gemeinschaftsstände

für Kosten- und Personaleffizienz);

in der Nebensaison Nutzung von

Räumlichkeiten in der Mühle denkbar

Priorität

Zeitbedarf

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Mittel

kurz- bis mittelfristig

Zuständigkeit

Stadt Lychen in Kooperation

mit Landkreis

Uckermark

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

und Einzelhändlern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit regionalen

Produzenten und

Kunsthandwerkern

__________________________________________________________________________

16

Die Ergebnisse sind dokumentiert in BBE 2008.

- 66 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Gemeinsame Aktionen der Gewerbetreibenden

in der Innenstadt, z. B. ein „Langer

Samstag“ in der Saison bzw. längere Öffnungszeiten

zu bestimmten Veranstaltungen

• Erstellung eines Gestaltungshandbuches

(als Ergebnis des Ideenwettbewerbes zur

Innenstadtaufwertung und der IHK-

Werkstatt von 2008);

enthalten sein sollten Richtlinien für Schaufenster-

und Außendekoration, Fassaden-/

Giebelgestaltung, Außengastronomie, Beschilderung,

etc.

Mittel

eher mittelfristig

Mittel bis gering

mittel- bis langfristig

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

und Einzelhändlern

Stadt Lychen in

Kooperation mit

Künstlern und Gewerbetreibenden

in

der Innenstadt

3.4 Handlungsfeld 4: Kommunikation und Abstimmung

3.4.1 Problem/Ausgangssituation

Immer wieder kritisiert wird die in Lychen fehlende Abstimmung und Vernetzung der Einzelakteure.

Das betrifft sowohl die Entscheidungsträger auf Seiten der Stadt und des Tourismusvereins als

auch die touristischen Anbieter. Damit ist eine zielgerichtete Produktentwicklung und -vernetzung

nur schwer möglich. Zudem lastet eine in weiten Teilen unzureichende und intransparente Kommunikation

über Entwicklungen und Entscheidungen auf dem Innenmarketing-Klima. Das hohe

Engagement der Leistungsträger und der Bürgerschaft, sich in die touristische Entwicklung der

Stadt einzubringen, wird dadurch nicht hinreichend genutzt bzw. verwandelt sich häufig sogar in

Enttäuschung und Resignation.

Ziel muss es daher sein, einen regelmäßigen Erfahrungs- und Ideenaustausch zu initiieren sowie

die Kommunikation vor Ort deutlich stärker nach partizipativen und transparenten Kriterien auszurichten.

Wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings die personelle Verstärkung beim Tourismusverein,

das heißt die Schaffung einer Vollzeitstelle (siehe Handlungsfeld 1), die sich um das Innenmarketing

und damit auch um die Umsetzung der unten beschriebenen Maßnahmen kümmert.

Aufgrund dessen ist eine Umsetzung eher mittelfristig realistisch.

3.4.2 Maßnahmen

Maßnahmen

• Weiterführung der regelmäßigen nach innen

gerichteten Veranstaltungen (Frühjahrsputz,

Blumensteckaktion, etc.);

künftig auch stärkere Zusammenarbeit mit

Leistungsträgern und Schulen

Priorität

Zeitbedarf

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Zuständigkeit

Tourismusverein

Lychen

- 67 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Regelmäßige Veranstaltung von thematischen

Arbeitskreisen, bestehend aus entsprechenden

Leistungsträgern, Vertretern

des TV und der Stadt Lychen

− Denkbar ist eine Fortführung der bereits im

Rahmen des Tourismuskonzeptes gegründeten

Arbeitskreise, aber auch die Gründung

von neuen (Unter-) Einheiten: Beherbergung,

Gastronomie, Aktivtourismus, Wassertourismus,

Kunst und Kultur, Gestaltungskonzept

Innenstadt, Einzelhandel Innenstadt, etc.

− Inhalte/Ziele: Erfahrungsaustausch, gemeinsame

Produktentwicklung, Veranstaltungsorganisation,

ggf. Marketingaktionen, etc.

− Regelmäßigkeit: mindestens halbjährlich, bei

bestimmten Aufgaben (z. B. vor Veranstaltungen)

auch häufiger

• Organisation eines jährlich stattfindenden

Tourismustages für die Lychener Bürger und

Akteure

− Möglichst im Frühjahr vor dem Saisonstart

− Inhalte: Umsetzungsstand Tourismuskonzept,

wichtigste Entwicklungen und neue Projekte

im Tourismus (Lychen und Region), anstehende

Aufgaben für die nächste Saison

− Attraktives Rahmenprogramm, ggf. Stadtführung,

Floßfahrt, etc.

• Weiterentwicklung des Vereinsnewsletters,

Öffnung des Verteilers für alle Leistungsträger,

Informationen über neue Entwicklungen

und aktuelle Angebote, Seminare, Termine

für Arbeitskreissitzungen und andere

Veranstaltungen, aber auch über die Verwendung

von Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe,

etc.

• Entwicklung einer Flyer- bzw. Informationsmappe

für gastgewerbliche Betriebe,

die Informationen über aktuelle Angebote,

Termine, ÖPNV-Zeiten, Preise, etc. enthält

Hoch

eher mittelfristig

Hoch

eher mittelfristig

Mittel

eher mittelfristig

Mittel

eher mittelfristig

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Stadt

Tourismusverein und

Stadt Lychen, ggf. in

Kooperation mit

Nachbarorten/

-vereinen

Tourismusverein

Lychen

Tourismusverein

Lychen

- 68 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.5 Handlungsfeld 5: Qualität und Zielgruppenorientierung

3.5.1 Problem/Ausgangssituation

Das Thema Qualität im Tourismus wird immer wichtiger: Viele Gäste erwarten einen guten Service

und hochwertige Angebote, orientieren sich daher vor der Reiseentscheidung immer häufiger an

objektiv messbaren Standards. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Klassifizierungs- und Zertifizierungssystemen

für verschiedene Arten von Unterkünften (neben der DEHOGA-Hotelklassifizierung

z. B. auch für Pensionen, Gasthöfe, Ferienwohnungen, Privatzimmer, Campingplätze oder Häfen)

sowie die unterschiedlichsten Zielgruppeninteressen (z. B. radfahrer- oder wanderfreundliche Einrichtungen

oder Betriebe mit Fokus auf Familien, Senioren, Angler, Reiter, Gesundheitstouristen,

etc.). Die Qualitätsinitiative „ServiceQualität Deutschland“ ist sogar auf ein deutlich breiteres Branchenspektrum

ausgerichtet und bietet neben Beherbergungsbetrieben auch Teilnahmemöglichkeiten

für Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Einzelhandel, etc.

Im Land Brandenburg werden sich Qualitätsaspekte zukünftig sogar auf die Förderpolitik und die

touristische Vermarktung auswirken:

• Die Tourismuskonzeption der Landes Brandenburg sieht vor, die Vergabe von Fördermitteln

zukünftig verstärkt an der Einhaltung von Qualitätskriterien festzumachen. Die Teilnahme an

entsprechenden Klassifizierungs- und Zertifizierungssystem wird dann also Voraussetzung

für die Förderung von Projekten und Infrastrukturvorhaben durch das Land sein. 17

• Ab 2013 erwartet die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH von den von ihr vermarkteten

Betrieben, dass diese mindestens eine touristische Klassifizierung vorweisen oder ein Label/Gütesiegel

tragen und gewährt in diesem Fall Preisvorteile und eine bevorzugte Kommunikation.

Ab 2015 werden jedoch ausschließlich nur noch diese Betriebe im landesweiten

Marketing beworben. 18

In Lychen nimmt derzeit nur ein sehr geringer Teil der Unterkünfte an entsprechenden Qualitätsinitiativen

teil, sodass hinsichtlich der Angebots- und Servicequalität der gastgewerblichen Betriebe

sowie der Transparenz dem Kunden gegenüber noch großer Nachholbedarf besteht. Auch für diese

Maßnahmen ist jedoch in erster Linie die Schaffung einer Innenmarketing-Stelle im Tourismusverein

(siehe Handlungsfeld 1) notwendig. Zudem ist eine Realisierung größtenteils nur in Zusammenarbeit

mit den Nachbargemeinden (im Rahmen der interkommunalen Kooperation, siehe

Handlungsfeld 1) empfehlenswert – vor allem aufgrund von Kostenersparnissen und ähnlichen

Handlungserfordernissen in den betroffenen Gemeinden (z. B. Templin).

__________________________________________________________________________

17

Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg 2011

18

Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH 2012

- 69 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

3.5.2 Maßnahmen

Maßnahmen

• Regelmäßige Beratung und Information der

touristischen Leistungsträger über mögliche

Weiterbildungsprogramme externer Institute,

z. B. Tourismusakademie Brandenburg,

DSFT, DEHOGA-Akademie, Industrie- und

Handelskammern

• Information der Leistungsträger über mögliche

Klassifizierungs- und Zertifizierungssysteme,

deren Anforderungen und deren Vorteile

gegenüber dem Kunden,

z. B. im Newsletter, auf der Webseite, in einem

Flyer; kurzfristig ist auch die Verlinkung

auf externe Seiten möglich

• Initiierung einer regelmäßigen Gästebefragung

zur Verbesserung der Datenlage über

die Gästestruktur, Motive, Aktivitäten, Zufriedenheit,

etc. (ggf. als Anschließer an die

PEG Brandenburg; wichtig: ortsbezogene

Aussagen müssen abzuleiten sein)

• Persönliche und individuelle Motivation der

Leistungsträger zur Teilnahme an für sie relevanten

Initiativen;

neben Beherbergungsbetrieben mit besonderem

Fokus auf Gastronomie (ServiceQ,

Uckermärker Gastlichkeit), Freizeiteinrichtungen

und Einzelhändlern (ServiceQ)

• Qualitätsoffensive in der Gastronomie;

inhaltliche Schwerpunkte:

− Authentizität und regionale Produkte

− attraktive Gestaltung der Außenbereiche

− Speisen für bestimmte Zielgruppen,

z. B. Aktivtouristen, Familien/Kinder,

Allergiker, Vegetarier/Veganer

− Vernetzung von Gastronomie und touristischen

Angeboten/Events

• Weiterer Ausbau der Barrierefreiheit der touristischen

Infrastruktur (private und öffentliche

Infrastruktur)

Priorität

Zeitbedarf

Hoch

kurzfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

mittelfristig

Hoch

mittelfristig

Hoch

mittel- bis langfristig

Hoch

mittel- bis langfristig

Zuständigkeit

Tourismusverein

Lychen

Tourismusverein

Lychen, ggf. in Kooperation

mit Nachbarvereinen

Tourismusverein

Lychen, ggf. in Kooperation

mit Nachbarvereinen,

tmu,

TMB

Tourismusverein

Lychen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

(Gastronomen)

Tourismusverein und

Stadt Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

- 70 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Gezielte Herausstellung qualitativ hochwertiger,

klassifizierter oder zertifizierter Angebote

im Marketing, z. B. im Unterkunftsverzeichnis,

in entsprechenden Themenflyern,

im Rahmen des Internetauftritts

• Entwicklung eines Weiterbildungsprogramms

für die touristischen Leistungsträger

zu verschiedenen Themen mit Seminaren,

Qualitätsschulungen, Exkursionen, etc.

Mittel

mittel- bis langfristig

Mittel

mittel- bis langfristig

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Nachbarvereinen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Nachbarvereinen

3.6 Handlungsfeld 6: Saisonverlängerung

3.6.1 Problem/Ausgangssituation

Der Tourismus ist für Regionen mit einem Fokus auf dem Aktiv- und Naturtourismus seit jeher ein

klassisches Saisongeschäft und stark witterungsabhängig. In Lychen konzentrieren sich sogar zwei

Drittel aller gewerblichen Übernachtungen auf die Sommermonate Juni, Juli und August. Diese

stark ausgeprägte Saisonalität ermöglicht es den hier ansässigen Leistungsträgern nur in den wenigsten

Fällen einen ganzjährig wirtschaftlich tragfähigen Umsatz zu erzielen.

Allerdings können touristische Trends und Entwicklungen in anderen Regionen Hoffnung geben

und Ansätze für Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. So werden heute eher mehrere kurze Urlaube

über das gesamte Jahr verteilt unternommen als ein langer Sommerurlaub – davon profitieren

häufig auch Reiseziele im Inland. Auch klassische Sommerurlaubsregionen haben diesen Trend

erkannt und es mit gezielten Impulsen in der Nebensaison geschafft, für Gäste auch im Frühling,

Herbst und Winter attraktiv zu sein. Dazu ist es allerdings wichtig, dass

• Angebote für kaltes und regnerisches Wetter vorgehalten werden („Indoor“-Angebote),

• Veranstaltungen und Events auch gezielt außerhalb der Saison etabliert und überregional

beworben werden sowie

• ausreichend Anreize geschaffen werden, um die Gäste auch mehrere Tage außerhalb der

Saison am Ort/in der Region zu halten.

3.6.2 Maßnahmen

Maßnahmen

• Bündelung der vorhandenen Schlechtwetterangebote

(in Lychen und der Umgebung)

in einem Flyer sowie auf der Webseite

Priorität

Zeitbedarf

Sehr hoch

kurzfristig

Zuständigkeit

Tourismusverein

Lychen

- 71 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Schaffung von wetterunabhängigen Indoor-

Angeboten, vorrangig in der Innenstadt,

dabei

− sowohl Bespielung der vorhandenen Infrastruktur

(Altes Kino, Reithalle, etc.)

− als auch gezielte Nutzung der leerstehenden

Gebäude für touristische Schlechtwetterangebote

(siehe dazu ausführlich Handlungsfeld

3)

• Etablierung und Weiterentwicklung von

Events in der Nebensaison zu wichtigen

touristischen Angeboten mit einer gewissen

überregionalen Anziehungskraft; dazu eignen

sich insbesondere

− Kulturelle Veranstaltungen (Atelierrundgang,

Kunstfest, aber auch Lesungen, Konzerte,

kunsthandwerkliche Workshops, etc.)

− Aktivtouristische Events (Silvesterpaddeln,

Heideblütenkutschfahrt, Pferdeschlittenfahrten,

aber auch neue Angebote zum Thema

Wasser- und Aktivtourismus etc.)

− Tradition: ggf. Schaffung von weiteren Veranstaltungen

zum Thema Flößerei („kleines“

Flößerfest im Herbst, Floßwettkämpfe,

etc.)

• Gezielte Entwicklung des Angeltourismus

und Vermarktung in der Nebensaison

(siehe auch Handlungsfeld 2)

• Entwicklung von Pauschalangeboten rund

um Events und Veranstaltungen, sodass

Gäste auch länger in Lychen bleiben; möglich

sind beispielsweise Kombinationen mit

Indoor-Angeboten, Wellness (ggf. auch in

Kooperation mit NaturTherme Templin), Besuch

von Workshops, Ausstellungen (ggf.

auch in Kooperation mit Nachbarorten wie

Templin, Feldberg, Fürstenberg, etc.)

• Attraktivierung des Flößereimuseums

(siehe auch Handlungsfeld 2)

Sehr hoch

Kurzfristig

(vorhandene Infrastruktur)

bzw.

mittel- bis langfristig

(neue Indooreinrichtungen)

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Hoch

eher mittelfristig

Hoch

mittelfristig

(nach Schaffung entsprechender

Angebote)

Mittel

mittel- bis langfristig

Stadt Lychen in Kooperation

mit entsprechenden

Umsetzungspartnern

Tourismusverein

Lychen in Zusammenarbeit

mit Stadt,

Künstlernetzwerk

sowie weiteren Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit ortsansässigen

Fischereibetrieben,

DAV und weiteren

Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen in Zusammenarbeit

mit Leistungsträgern,

ggf.

auch in den Nachbarorten

Flößerverein in Kooperation

mit Stadt

und Tourismusverein

Lychen

- 72 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Produktentwicklung im Segment Wellness

und gezielte Motivation von Gastgebern

zur Investition in entsprechende Angebote/Infrastruktur

(siehe auch Handlungsfeld 2)

Eher gering

mittel- bis langfristig

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

3.7 Handlungsfeld 7: Mobilität

3.7.1 Problem/Ausgangssituation

Hinsichtlich der Mobilitätssituation in Lychen besteht deutlicher Handlungsbedarf. Dies betrifft in

erster Linie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel: Sowohl bei der Anreise als auch für die Beweglichkeit

vor Ort sind die Gäste – wollen sie keine langen Fahrtwege und Aufenthaltszeiten in Kauf

nehmen – auf den eigenen Pkw angewiesen.

Zwar sind (gute) ÖV-Verbindungen in der Regel kein entscheidendes Kriterium für die Wahl eines

Urlaubsortes. Der Pkw ist und bleibt das beliebteste Verkehrsmittel auf Reisen: Mehr als zwei Drittel

der Inlandsurlaube der Deutschen werden mit dem Auto unternommen, bei längeren Urlaubsreisen

sogar mehr als drei Viertel. 19 Gerade auf Tagesausflügen werden aber dennoch gern und häufig

die Bahn bzw. andere öffentliche Verkehrsmittel genutzt.

Zudem gibt es weitere Argumente, die für die Notwendigkeit einer besseren und flexibleren Mobilität

im Tourismus sprechen:

• Zunehmend weniger Menschen verfügen über einen eigenen Pkw und weichen auf Mobilitätsalternativen

(neben dem ÖV auch immer häufiger auf das Carsharing) aus. Diese Entwicklung

wird sich aller Voraussicht nach auch künftig weiter verstärken. 20

• Nachhaltigkeitsaspekte werden im Urlaub und auf Tagesausflügen immer wichtiger. Somit

rücken auch alternative, umweltschonende Mobilitätskonzepte stärker in den Fokus und

können zur Angebotsaufwertung und Erhöhung der Gästezufriedenheit beitragen.

Allerdings ist die Schaffung neuer Angebote eher als langfristige (Gemeinschafts-)Aufgabe zu verstehen

und als Gesamtkonzept nur mit den Nachbarorten umsetzbar. Hier sind auch die Aktivitäten

in der Stadt Templin zur Schaffung eines innerstädtischen Shuttleverkehrs 21 zu berücksichtigen

und ggf. auf die Gesamtregion zu übertragen. Auch die Tourismus Marketing Uckermark

GmbH (tmu) ist mit ihren Aktivitäten zur Schaffung einer klimafreundlichen Region ein geeigneter

Partner. Die Finanzierung könnte perspektivisch über eine erneute Erhöhung der Kurtaxe gesichert

werden – dann muss notwendigerweise aber auch eine attraktive Gegenleistung in Form von kostengünstigen

Mobilitätsangeboten zur Verfügung stehen.

__________________________________________________________________________

19

DZT 2013

20

Institut für Mobilitätsforschung 2010

21

Kurstadtentwicklungskonzept Templin, dwif 2012

- 73 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Kurzfristig umsetzbar sind jedoch die Bündelung und bessere Vernetzung der vorhandenen Mobilitätsangebote.

Dabei kann eine gezielte Kommunikation der Möglichkeiten dem Gast bereits helfen,

öffentliche Verkehrsmittel und deren Möglichkeiten besser wahrzunehmen und zu nutzen. Eine

Optimierung und Erweiterung der Mobilitätsangebote sollte dann schrittweise und nach Augenmaß

– immer unter Berücksichtigung der weiteren anstehenden Aufgaben – erfolgen.

3.7.2 Maßnahmen

Maßnahmen

• Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes

(möglichst im Rahmen der Interkommunalen

Zusammenarbeit)

Anreise:

• Gezielte Information und Kommunikation

über die Möglichkeiten der Anreise mit öffentlichen

Verkehrsmitteln, z. B. durch Links

zu Verkehrsanbietern und deren Fahrplänen

auf der Homepage

• Bessere Abstimmung der (Anschluss-) Fahrtzeiten

von Bahn und Bus an den Umsteigepunkten

Fürstenberg und Templin

• Schaffung einer Busverbindung nach Feldberg

• Erarbeitung eines Konzeptes für einen gemeinsamen

Abhol-Shuttle von den Bahnhöfen

in Fürstenberg und Templin

Mobilität vor Ort:

• Gezielte Information und Kommunikation

über die Möglichkeiten der Mobilität mit öffentlichen

Verkehrsmitteln vor Ort,

optimalerweise durch einen Flyer, der in TI

und Beherbergungsbetrieben (Infomappe,

siehe auch Handlungsfeld 4) ausliegt

Priorität

Zeitbedarf

Hoch

kurz-bis mittelfristig

Mittel

kurzfristig

Mittel

kurz- bis mittelfristig

Mittel

eher mittelfristig

Eher gering

mittel- bis langfristig

Hoch

kurz- bis mittelfristig

Zuständigkeit

Tourismusverein und

Stadt Lychen in Kooperation

mit Nachbarorten/-vereinen,

UVG und weiteren

Mobilitätsanbietern,

tmu

Tourismusverein

Lychen

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit UVG

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit UVG

Tourismusverein

Lychen in Kooperation

mit Leistungsträgern

Tourismusverein

Lychen

- 74 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

• Ausarbeitung von „Touren“, die mit vorhandenen

Mobilitätsangeboten (Bus, Draisine,

Fahrgastschifffahrt, Pferdekutsche, etc.)

möglich sind, ggf. in Kombination mit Wander-,

Rad- und Bootstouren

• Aufbau eines Verleihnetzwerkes für Fahrräder

und Kanus, sodass flexible Ausleih- und

Abgabeoptionen sowie Angebotskombinationen

und One-Way-Touren möglich werden;

Integration als wichtigen Baustein in

die oben genannten Tourenvorschläge

• Schaffung weiterer Mobilitätsangebote für

Gäste, z. B.

− Shuttle, das die wichtigsten Freizeitangebote

sowie die Ortsteile anfährt

− Fahrradtaxis

− kostengünstiger Verleih von (Elektro-) Autos

und anderen Mobilen

− Ausflüge zu umliegenden Freizeitangeboten

in „Reisebussen“ für die Gäste

• Entwicklung eines GästeCard-Systems zur

kostenfreien Nutzung von ÖPNV und anderen

Mobilitätsangeboten in Lychen/in der

Region

Mittel

kurz- bis mittelfristig

Mittel

mittel- bis langfristig

Eher gering

langfristig

Eher gering

langfristig (nach

Schaffung entsprechender

Angebote)

Tourismusverein

Lychen, ggf. in Kooperation

mit Nachbarvereinen,

tmu

Tourismusverein

Lychen, ggf. in Kooperation

mit Nachbarvereinen,

tmu

Tourismusverein und

Stadt Lychen, ggf. in

Kooperation mit

Nachbarorten/

-vereinen, tmu

Tourismusverein und

Stadt Lychen, ggf. in

Kooperation mit

Nachbarorten/

-vereinen, tmu

- 75 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

V. Zusammenfassung und Ausblick auf die wichtigsten Aufgaben

für den Lychen-Tourismus bis 2030

Der Lychen-Tourismus steht vor großen Herausforderungen: Ein zunehmend härteres Wettbewerbsumfeld

und steigende Gästebedürfnisse stehen immer knapper werdenden öffentlichen

Kassen und Fördermitteln gegenüber. Daher müssen für die nächsten Jahre neue Wege gefunden

werden, um die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen.

Mit dem vorliegenden Tourismuskonzept wurde ein Handlungs- und Maßnahmenplan erarbeitet,

der es den Akteuren vereinfachen soll, die künftigen Herausforderungen gemeinsam anzupacken.

Zunächst wurde der Istzustand der touristischen Angebots- und Infrastruktur analysiert. Die gewonnenen

Erkenntnisse sind in öffentlichen Veranstaltungen und Gesprächsrunden mit interessierten

Touristikern und Bürgern der Stadt Lychen diskutiert worden.

Die wichtigsten Aufgaben und Maßnahmen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

• Kurzfristig sind zunächst die Schaffung geeigneter Organisationsstrukturen innerhalb der

Stadt (Stadtverwaltung, Tourismusverein) und die Bereitstellung ausreichender finanzieller

und personeller Ressourcen notwendig. Die dafür notwendigen Maßnahmen bilden damit

zwangsläufig die Grundlage für die Weiterentwicklung des Lychen-Tourismus. Zudem kann

in einem ersten Schritt auf den bereits vorhandenen Ressourcen und Angeboten aufgebaut

werden – beispielsweise in Form von gemeinsamen Gesprächs- und Abstimmungsrunden

mit interessierten Leistungsträgern, einer systematischen Vernetzung der vorhandenen Angebote

oder der Einbeziehung von Ideen aus der Bürgerschaft.

• Mittelfristig sind eine Angebotsattraktivierung und -erweiterung – mit Fokus auf den

Schwerpunktthemen Wasser- und Aktivtourismus – sowie Qualitätsverbesserungen voranzutreiben,

um darauf aufbauend auch das touristische Marketing (Kommunikation und Vertrieb)

zu professionalisieren. Wichtige Partner sind dabei die örtlichen Tourismusakteure, die im

Rahmen von umfassenden Innenmarketingaktivitäten deutlich stärker in Entscheidungen

einbezogen werden müssen. Darüber hinaus sollten auch strategische Kooperationen in

größerem Umfang als bisher etabliert werden.

• Eher langfristige Aufgaben bestehen in der Realisierung der größeren Infrastrukturprojekte

(Innenstadt, Investitionen im Gastgewerbe, etc.), der Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes

sowie der Aufwertung der Ergänzungsangebote (Kultur, Kunsthandwerk, Wellness). Perspektivisch

ist auch die stärkere organisatorische Forcierung der interkommunalen Zusammenarbeit

voranzutreiben, ggf. mit dem Fernziel einer gemeinsamen Tourismusorganisation.

Das dwif wünscht dabei viel Erfolg!

- 76 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Verwendete Literatur:

BBE Retail Experts: Lebendige Innenstädte – Strategiewerkstatt der IHK Ostbrandenburg, Dokumentation

der Veranstaltung in Lychen am 06.11.2008.

Brandenburgische Stadtsanierungsgesellschaft mbH (BSG): Ratseck Lychen, Kurzexposé. Potsdam,

2012.

Brandenburgische Stadtsanierungsgesellschaft mbH (BSG): Ideen für Lychen – Planungswerkstatt

zur Freiflächengestaltung von Park und Uferzone am Stadtsee, Dokumentation der Ergebnisse.

Potsdam, 2001.

Brandenburgische Stadtsanierungsgesellschaft mbH (BSG): Planungswerkstatt „Faltbootzentrum

und Historisches Faltboot-Kabinett – Neue Nutzungen für die Mühle in Lychen“. Potsdam, 2000.

Bundesvereinigung Kanutouristik (BKT): Grundlagenuntersuchung zur Bedeutung und Entwicklung

des Kanutourismus in Deutschland. Marburg, 2005.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi, Hrsg.): Wassertourismus in Deutschland.

Berlin, 2012.

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA-Bundesverband, Hrsg.): Kleine Gäste ganz

groß: So punkten Sie bei Kindern und Eltern. Berlin, 2011.

Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT, Hrsg.): Das Reiseverhalten der Deutschen im Inland. Frankfurt/Main,

2013.

dwif-Consulting GmbH: Potenzialanalyse für den Wassertourismus in Schleswig-Holstein. Berlin,

2012.

dwif-consulting GmbH: Kurstadtentwicklungskonzept für das Thermalsoleheilbad Templin, Teil II:

Strategiekonzept. Berlin, 2012.

Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (F.U.R.): Kultururlaub, Nachfrageanalyse auf Basis

der Reiseanalyse. Kiel, 2012.

Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (F.U.R.): Reiseanalyse 2010. Kiel, 2010.

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (Hrsg.): Aufgaben und

Strukturen der touristischen Arbeitsgemeinschaften im Tourismus in Hessen. Wiesbaden, 2010.

ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH: Einwohner- und Gästebefragung Uckermark 2006.

Prenzlau, 2006.

- 77 -


Tourismuskonzept Lychen *** Endbericht *** April 2013

Institut für Mobilitätsforschung (Hrsg.): Zukunft der Mobilität – Szenarien für das Jahr 2030, zweite

Fortschreibung. München, 2010.

KommunalAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Interkommunale Zusammenarbeit, Handreichung

für die Kommunalpolitik. Bonn, 2008.

Landtag Brandenburg: Gesetz über die Anerkennung als Kurort und Erholungsort im Land Brandenburg

(Brandenburgisches Kurortegesetz – BbgKOG). Potsdam, 1994.

mediamare consulting GmbH: Nutzer- und Bedarfsanalyse Stadthafen Lychen. Berlin, 2010.

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS): Wassersportentwicklungsplan

des Landes Brandenburg (Fortschreibung - wep3). Potsdam, 2009.

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Praxisleitfaden

für Familientourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin, 2009.

Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Kinder-, Jugend- und Familientourismus

in Sachsen-Anhalt. Magdeburg, 2004.

Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg (Hrsg.): Landestourismuskonzeption

Brandenburg 2011-2015. Potsdam, 2011.

Ostdeutscher Sparkassenverband (OSV, Hrsg.): Leitfaden zur Finanzierung und Organisation des

Tourismus auf Ortsebene. Berlin, 2013. Projektbearbeitung: dwif-Consulting GmbH.

Ostdeutscher Sparkassenverband (OSV, Hrsg.): Sparkassen-Tourismusbarometer, Jahresbericht

2011. Berlin, 2011. Projektbearbeitung: dwif-Consulting GmbH.

Project M GmbH und tourismuskontor: Befragung Wassertouristen – Ergebnisse und Schlussfolgerungen

für die weitere Entwicklung des Wassertourismus in Brandenburg. Berlin, 2010.

Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB): Strategische Marketingplanung 2012-2016. Potsdam,

2012.

Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB): Radverkehrsanalyse Brandenburg. Potsdam, 2011.

Tourismusverband Uckermark e.V., tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH: Gemeinsamer

Marketingplan. Prenzlau, 2013.

Urbano GmbH: Regionales touristisches Entwicklungskonzept für die Amtsgemeinden Lychen,

Beenz, Retzow, Rutenberg mit Schwerpunkt Kurortentwicklung Stadt Lychen. Berlin, 1997.

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