Berlin! - der Fahrgast

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Berlin! - der Fahrgast

Berlins neue Eisenbahn-Mitte

Wo einst der alte Lehrter Bahnhof stand und von 1961 bis 1989 Niemandsland war, entstand von 1995 bis 2006 der

neue Kreuzungsbahnhof. Lange Zeit war dessen Namensgebung umstritten: „Lehrter Bahnhof“ sollte er nach Ansicht

vieler Berliner heißen. Inzwischen hat sich „Hauptbahnhof“ durchgesetzt.

Wenig repräsentativ zeigt sich der Vorplatz

des Hauptbahnhofes bis zum heutigen Tag.

Zur Eröffnung 2006 gab es Pendelzüge (vorn)

und eine Fahrzeugschau im Hauptbahnhof.

zahl der Passagiere sind S-Bahn-Kunden

mit Dauerkarte, viele nutzen das benachbarte

Einkaufszentrum. Aber der „Platz

der vier Winde“ ist einem Fernbahnhof in

der Bundeshauptstadt unwürdig. (Was

wurde vor 20 Jahren über den neuen

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe gespottet

– dort aber sprach man wenigstens von einem

„Palast der vier Winde“).

Die DB AG will Abhilfe schaffen und

plant ein Empfangsgebäude auf dem

heutigen Vorplatz. Doch einen Fertigstellungstermin

gibt es noch nicht.

Damit kommen wir zum Zentralbahnhof,

als dessen Name sich mittlerweile

„Hauptbahnhof“ etabliert hat. Es gab lange

Diskussionen um dessen Bezeichnung,

und das nicht nur bei Eisenbahnfreunden

und Verkehrshistorikern. Aber neue Bauten

und neue Verkehrsanlagen können

auch eine neue Bezeichnung vertragen.

Abgesehen davon, dass sich die Berliner

Bevölkerung durch Zuwanderung selbst

laufend erneuert und für die immer zahlreicher

werdenden Touristen aus aller

Welt „Hauptbahnhof“ noch einigermaßen

merkfähig und aussprechbar ist.

Mit 300 000 Fahrgästen hat der Hauptbahnhof

die größte Zahl täglicher Fahrgäste.

Bis auf regionale Strecken, die an

Vorortbahnhöfe beginnen, läuft so ziemlich

jeder Fernzug und Regionalexpress

den Hauptbahnhof an. Der RE wie auch

die S-Bahn (via Stadtbahn) stellen die Anbindung

sicher, hinzu kommen zahlreiche

Buslinien. Doch sind gerade bei der ÖPNV-

Anbindung noch viele Wünsche offen,

kommen Projekte seit Jahren nicht voran.

Die S-Bahn-Nordsüd-Anbindung gehörte

zum ursprünglichen Pilz-Konzept, eine

Straßenbahnanbindung wird seit Jahren

verschoben. Allein drei Straßenbahnlinien

führen gerade mal einen Kilometer Luftlinie

vorbei!

Auch an der U-Bahn-Anbindung wird

seit Jahren herumgewerkelt. Seit gut zwei

Jahren wird endlich der Abschnitt Brandenburger

Tor – Alexanderplatz gebaut,

dort soll der Anschluss an die bestehende

U5 erfolgen. Bisher gibt es nur die Stum-

16 derFahrgast 2/2011

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