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Inhalt

Geschichte und Entwicklung der Bar 8

Die verschiedenen Barsysteme 9

Barplanung 10

Bareinrichtung 11

Barkarte 14

Barutensilien 18

Gläserkollektion 22

Grundausstattung der Bar mit alkoholischen Getränken 24

Mixzutaten 26

Garnituren 28

Praktisches Mixen 30

Cocktails 32

– Dry Cocktails 34

– Medium Cocktails 38

– Sweet Cocktails 44

– Champagner-Cocktails und -Drinks 50

– Aperitifs 54

– Longdrinks 58

– Sours 68

– Fizzes/Collinses 70

– Fancy Drinks 72

– Flips/Egg Nogs 76

– Alkoholfreie Mixgetränke 78

– Hot Drinks 82

– Highballs, Frappés, Crustas, Juleps 84

– Bowlen 86

Fachbegriffe von A bis Z 88

Warenkunde 92

Inhalt Lexikon 93

Getränkelexikon 94

Register 324

Getränkehersteller bzw. -importeure 324

Adressen der Hersteller und Importeure 330

Cocktailregister nach Getränkegruppen 331

Cocktailregister von A bis Z 334

5


Garnituren

Die wichtigsten Früchte

und ihre Verwendung:

Viel zur ansehnlichen Präsentation

eines Mixgetränks trägt die

Garnitur bei. Das ganzjährige

Angebot an exotischen und

frischen Früchten ermöglicht

heutzutage vielerlei Kombinationen.

Bis in die 1970er Jahre

reichten Zitronen, Orangen und

Cocktailkirschen zum Garnieren

des damals recht eintönigen

Angebots der klassischen Mix-

Drinks aus. Der dann schnell

wachsende Markt mit neuen

Spirituosen, Likören und Sirups

führte zur Entwicklung einer ganz

neuen Getränkegruppe, den Tropical

Drinks. Parallel dazu wuchs

auch die Beliebtheit der alkoholfreien

Mixgetränke, die ebenfalls

von den neuen Sirupsorten und

von dem steigenden Angebot

an Früchten, Fruchtsäften und

-nektaren profitierte. Auch exotische

Früchte, die bis dahin größtenteils

unbekannt oder nicht

erhältlich waren, wurden zunehmend

angeboten. Bis Mitte der

70er Jahre war z. B. ein Piña

Colada nicht machbar, da erst

um diese Zeit mit dem Import

von Cream of Coconut begonnen

wurde. Auch eine Caipirinha-

Welle war damals nicht denkbar,

denn erst seit Mitte der 80er Jahre

sind Limetten ganzjährig und

immer ausreichend vorhanden.

Die exotischen Drinks verlangten

auch nach entsprechenden Garnituren.

Der Ananas, als beliebteste

Frucht zur Garnierung exotischer

Drinks, folgte die Kiwi, und einige

Jahre später kamen so interessante

Früchte wie die Karambole

(Sternfrucht) und die Physalis

(Kapstachelbeere) auf den

Markt. Wenn auch die Garnituren

bei den klassischen Mixrezepten

unverändert geblieben sind –

und auch bleiben sollen –, so

kann man bei den Tropical

Drinks seinem Einfallsreichtum

freien Lauf lassen. Einige Regeln

sind jedoch auch hierbei zu

beachten. Grundsätzlich verwendet

man frische, eßbare Früchte.

Sie sollten mit der Geschmacksrichtung

der jeweiligen Drinks

harmonieren und im Verhältnis

zum Volumen des Drinks stehen,

das heißt, den Drink nicht mit

Früchten überladen. Für die

Garnierung schneidet man die

Früchte oder Fruchtstücke ein,

steckt sie an den Glasrand, gibt

sie direkt in den Drink (z. B.

Kirschen oder halbe Zitronenscheiben)

oder legt sie aufgespießt

über den Glasrand.

Ananas

In Stücken zum Anstecken an

den Glasrand, für Fruchtspieße,

zur Bowle.

Aprikosen

In Stücken zum Anstecken an

den Glasrand, für den Fruchtspieß.

Banane

In Scheiben für den Fruchtspieß.

Cocktailkirschen

Diese süßen, meist in Zuckersirup

eingelegten Kirschen sind

unentbehrlich. Es gibt sie mit

und ohne Stiel. Man gibt sie

direkt ins Glas, spießt sie auf

Fruchtspieße, die am Glasrand

stecken, oder zusammen mit

anderen Früchten auf Fruchtspieße.

Erdbeeren

Zum Anstecken an den Glasrand,

für den Fruchtspieß, zum

Pürieren (Daiquiri), zur Bowle.

Karambole (Sternfrucht)

In Scheiben geschnitten für den

Fruchtspieß und zum Anstecken

an den Glasrand.

Kiwi

Geschält in Scheiben für Fruchtspieße.

Kumquat (Zwergorangen)

Für den Fruchtspieß.

Limetten

Als halbe und ganze Scheiben

und als Stücke (Caipirinha,

Mai Tai).

Mandarinen

Mandarinenspalten für den

Fruchtspieß.

Maracuja/Mango

In Stücken für den Fruchtspieß.

Melone

Melonenkugeln für den Fruchtspieß

oder Stücke für den Glasrand.

Orangen/Zitronen

Als halbe oder ganze Scheiben

direkt ins Glas oder an den Glasrand,

auf Fruchtspieße und als

Schalenspirale.

Pfirsich

In Stücken zum Anstecken an

den Glasrand, für den Fruchtspieß,

zum Pürieren (Bellini), zur

Bowle.

Physalis

(Kapstachelbeere)

Für den Fruchtspieß oder an

andere Früchte gesteckt.

Weintrauben

Für den Fruchtspieß.


Gewürze und

Verzierungen:

Kräuter und Gemüse:

Beispiele zur Zusammenstellung

von

Früchtegarnituren:

Kokosraspel

Passen als Dekorand ans Glas.

Muskatpulver

Zum Bestreuen von Flips und

anderen Drinks.

Schokoladenraspel

Auf die Sahnehaube von heißen

Kaffee- und Schokoladengetränken.

Zucker- oder Salzrand

am Glas

Hierbei geht man folgendermaßen

vor: Eine Zitrone wird der

Länge nach halbiert und dann in

der Breite nochmals durchgeschnitten.

Das Fruchtfleisch

schneidet man im Zitronenstück

in der Mitte leicht ein und dreht

darin die Außenseite des Glases

mit der Öffnung nach unten.

Anschließend tupft man das Glas

in eine Schale mit Zucker oder

Salz.

Cocktailzwiebeln

(Cocktail Onions)

Kleine eingelegte Zwiebeln für die

Martini-Variante Gibson.

Gurkenschale

Zu Pimm’s N o I Cup und für

Moscow Mule.

Minzezweige und -blätter

Verwendet man vielfach zum

Garnieren und für Fruchtspieße.

Wichtige Basis einiger Mixdrinks

(Mojito, Juleps).

Oliven

Grüne Oliven mit Stein aus der

Salzlake für den Martini-Cocktail.

Stangensellerie

Für Drinks mit Tomatensaft

(Bloody Mary usw.).

Ananas mit Minze

und Kirsche

Eine Ananasscheibe je nach

Größe vierteln oder achteln und

den harten Innenteil der einzelnen

Stücke abschneiden. Ein

Ananasstück einschneiden, an

den Glasrand stecken und daran

mit einem Cocktailspieß eine Kirsche

und ein Minzeblatt spießen.

Bunter Fruchtspieß

In die Mitte eines Spießes ein

Ananasstück geben. Zu beiden

Seiten je ein Minzeblatt, eine Kirsche

und eine Kumquat stecken.

Erdbeere mit Minze

Von einer Erdbeere den Stiel ausrupfen

oder ausstechen und

durch ein Minzeblatt ersetzen.

Die Erdbeere an der Spitze einschneiden

und an den Glasrand

stecken.

Fruchtspieß mit Kirschen,

Bananen und Minze

Auf einen Spieß abwechselnd

Bananenscheiben, Kirschen und

Minzeblätter stecken.

Fruchtspieß mit

Kiwischeibe, Erdbeere

und Physalis

In die Mitte eines Spießes eine

geschälte Scheibe Kiwi geben,

zu beiden Seiten je eine mittelgroße

Erdbeere und die Physalis

stecken.

Orangenscheibe

mit Kirsche

Eine Orangenscheibe bis zur

Mitte einschneiden, die Enden

verdrehen. Einen Spieß durchstecken

und dabei zwei Kirschen

mit aufspießen.

Zitrusgarnitur

mit Kirsche

Je eine Orange, Zitrone und

Limette mit einem Schälmesser

in acht Segmente einteilen. Je

eine Scheibe abschneiden und

diese mit einer Kirsche zusammenspießen.

Einschneiden und

an den Glasrand stecken.


Longdrinks

Chi-Chi

4 cl Cream of Coconut oder

Kokossirup

10 cl Ananassaft

2 cl Sahne

6 cl Wodka

Die Zutaten im Elektromixer gut

durchmixen. Ein großes Longdrink-/Fantasieglas

zur Hälfte mit

grob zerschlagenen Eiswürfeln

füllen und die Mischung dazugießen.

Den Drink mit einem Barlöffel

gut umrühren und zwei

dicke Trinkhalme dazugeben. Mit

einem Ananasstück und einer

Cocktailkirsche garnieren.

Strawberry Colada

4 cl weißer Rum

2 cl Fraise des Bois und/oder

frisches Erdbeermus

2–4 cl Cream of Coconut oder

Kokossirup

2 cl Zitronensaft

10 cl Ananassaft

– Zubereitung wie Chi-Chi. –

Eine Erdbeere an den Glasrand

stecken.

Golden Colada

4 cl Liquore Galliano

2 cl brauner Rum

2 cl Sahne

2–4 cl Cream of Coconut oder

Kokossirup

10 cl Ananassaft

– Zubereitung und Garnitur wie

Chi-Chi. –

Kahlúa Colada

4 cl Kahlúa Licor de Café

2 cl weißer Rum

2 cl Cream of Coconut oder

Kokossirup

2 cl Sahne

10 cl Ananassaft

– Zubereitung und Garnitur wie

Chi-Chi. –

Frenchy

4 cl Cognac

2 cl Crème de Banane

6 cl Orangensaft

6 cl Ananassaft

1 cl Erdbeersirup

Mit Eiswürfeln im Shaker kräftig

schütteln und durch das Barsieb

in ein Longdrinkglas auf einige

Eiswürfel abgießen. Eine Erdbeere

an den Glasrand stecken.

Zorro (1986)

4 cl weißer Tequila

2 cl Cointreau

1 cl Curaçao Blue

4 cl Grapefruitsaft

Tonic Water

Die Zutaten – ohne Tonic Water –

mit Eiswürfeln im Shaker kräftig

schütteln und durch das Barsieb

in ein Longdrinkglas auf einige

Eiswürfel abgießen. Mit kaltem Tonic

Water auffüllen und leicht umrühren.

Mit einer Orangenscheibe

und Cocktailkirschen garnieren.

Swimming Pool

4 cl Wodka

2 cl Curaçao Blue

2 cl Sahne

2–4 cl Cream of Coconut

10 cl Ananassaft

Zutaten im Elektromixer gut

mixen. Ein großes Longdrink-/

Fantasieglas zur Hälfte mit grob

zerschlagenen Eiswürfeln füllen

und die Mischung dazugießen;

mit einem Barlöffel gut umrühren

und zwei dicke Trinkhalme dazugeben.

Mit einem Ananasstück

und Cocktailkirsche garnieren.

Batida Sunrise

4 cl Batida de Coco

12 cl Ananassaft

2 cl Kirschlikör/Cherry Brandy

Ein Longdrinkglas zur Hälfte mit

grob zerschlagenen Eiswürfeln

füllen. Den Batida de Coco und

den Ananassaft dazugießen und

gut umrühren. Den Kirschlikör

langsam darüberlaufen lassen.

Eine Orangenscheibe an den

Glasrand stecken und einen

Stirrer dazugeben

Cherry Colada

4 cl weißer Rum

2 cl Cherry Brandy/Kirschlikör

2 cl Cream of Coconut oder

Kokossirup

2 cl Zitronensaft

10 cl Ananassaft

– Zubereitung und Garnitur wie

Chi-Chi. –

Beach Beauty (1989)

4 cl Wodka

2 cl Crème de Banane

1 cl Grenadine

4 cl Orangensaft

Tonic Water

– Zubereitung wie Zorro. –

Eine halbe Orangenscheibe,

Cocktailkirschen und Minzeblätter

in das Glas geben.

Cococabana

3 cl Batida de Coco

2 cl weißer Rum

2 cl Lime Juice Cordial

12 cl Ananassaft

Mit Eiswürfeln im Shaker kräftig

schütteln und durch das Barsieb

in ein Longdrinkglas auf einige

Eiswürfel abgießen. Mit einer

Kiwischeibe und einer Kapstachelbeere

garnieren.

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Piña Colada

4 cl Cream of Coconut oder

Kokossirup

10 cl Ananassaft

2 cl Sahne

6 cl weißer Rum

Die Zutaten im Elektromixer gut

durchmixen. Ein großes Longdrink-/Fantasieglas

zur Hälfte mit

grob zerschlagenen Eiswürfeln

füllen und die Mischung dazugießen.

Den Drink mit einem Barlöffel

gut umrühren und zwei

dicke Trinkhalme dazugeben. Mit

einem Ananasstück und einer

Cocktailkirsche garnieren.

Anmerkung: Dieser aromatische

Cocos-Drink läßt sich auch im

Shaker (mit Eiswürfeln) mixen.

Dazu muß die Cream of Coconut

aber flüssig sein. Dazu rührt man

in der Dose die Cream, bis sie

flüssig ist, oder erwärmt sie im

Wasserbad, gibt sie dann in eine

Flasche und verdoppelt die Menge

mit heißem Wasser. Nach dem

Abkühlen ist sie leicht verwendbar.

Statt der im Rezept angegebenen

Menge von 4 cl müssen

dann 8 cl verwendet werden.

Der Piña Colada läßt sich nach

Belieben verändern: Mehr Cream

of Coconut bzw. Kokossirup süßt

den Drink stärker, mehr Ananassaft

macht fruchtiger. Brauner

Rum verstärkt den alkoholischen

Geschmack, und ein Schuß Sahne

macht ihn richtig „rund“ und

schön weiß.


Tequila

Als die Spanier im 16. Jahrhundert

nach Mexiko kamen, entdeckten

sie bei den Eingeborenen

ein alkoholisches Getränk

aus vergorenem Agavensaft, das

„Octli Poliquhqui“ genannt wurde.

Die Spanier nannten es „Pulque“,

und so heißt das milchigweiße

Getränk bis heute. Sie

versuchten durch Destillieren

des Pulque ein alkoholstärkeres

Getränk zu gewinnen, ein befriedigendes

Ergebnis erreichten sie

jedoch nicht. Auch später gelang

es nicht, aus Pulque Mezcal bzw.

Tequila zu destillieren. Die Agavenpflanzen,

aus denen Pulque

gewonnen wurde, nannten die

Urbewohner „Metl“, die Spanier

jedoch „Maguey“, da sie einem

Gewächs ähnelten, das sie in der

Karibik kennengelernt hatten.

Sie experimentierten mit vielen

Arten der Maguey-Pflanzen, bis

sie eine entdeckten, deren Saft

sie zuerst vergären und dann

destillieren konnten. Die Herstellung

des Mezcal genannten

Destillats verbreitete sich dann

überall in Mexiko, wo geeignete

Agaven wuchsen. Doch auch der

Pulque blieb populär, und er wird

bis heute in beachtlichen Mengen

konsumiert. Zum Ende des

18. Jahrhunderts wurde der in

Tequila hergestellte Mezcal

durch seine Qualität bekannt.

Man stellte fest, daß die Hochebenen

von Zentralmexiko ideal

für das Wachstum der Maguey-

Pflanze waren, und man entdeckte,

daß der in Tequila hergestellte

Mezcal von einer einzigen

Maguey-Art stammte. Bei einer

Klassifizierung aller Maguey-

Pflanzen fand man über 400 Arten.

Die Agave „Tequilana

Weber“, die einzige Art, aus der

der Mezcal von Tequila destilliert

wurde, wuchs ausschließlich im

Umkreis der Stadt und in benachbarten

Gebieten mit gleichen

ökologischen Bedingungen.

Heute sind diese gesetzlich festgelegt.

Es sind die Provinzen

Jalisco, in der die Stadt Tequila

liegt, sowie Guanajuato, Michoacán,

Nayarit und Tamaulipas.

Alles andere, was aus Agaven

in anderen Regionen destilliert

wird, ist Mezcal. Dieser unterliegt

nicht den für Tequila geltenden

Qualitätsvorschriften. Im

Mezcal findet sich auch bei manchen

Sorten der mysteriöse Agavenwurm.

Dieser soll angeblich

dem Mezcal ein besonderes

Aroma verleihen. In Wirklichkeit

dient der Wurm der Vermarktung

und erfreut sich besonders bei

Touristen einiger Beliebtheit.

Um die Stadt Tequila sieht man,

so weit das Auge reicht, Agaven

in den unterschiedlichsten

Wachstumsstadien. Wenn diese

nach etwa 8 Jahren reif sind,

werden sie abgeerntet. Dabei

hackt man zuerst die Blätter

weg. Die Pinas, wie sie dann

genannt werden, bringt man in

die Destillerien. Die bis zu 70 kg

schweren Pinas werden dort

grob zerkleinert und in riesige

Druckkocher gegeben. Danach

werden die Stücke nochmals

zerkleinert, um das Ausziehen

des gesamten zuckerhaltigen

Saftes, des „Mosto“, zu erleichtern.

Die erste Destillation ergibt

den Ordinario mit 29 %vol. Erst

die zweite Destillation bringt den

Tequila hervor.

Grundsätzlich unterscheidet man

zwischen Tequilas, die aus 100 %

Agave (Premium) bestehen, und

solchen, bei denen das nicht der

Fall ist und die man als „mixto“

bezeichnet. Bei Mixto-Tequilas

muß der Zuckergehalt des zu

vergärenden Agavensaftes mindestens

zu 51 % von den Agaven

stammen, kann bis zu 99 % von

den Agaven herrühren oder auch

bis zu 49 % aus Zucker, der

während des Gärungsprozesses

zugesetzt wird. Alle Tequilas

ohne die Bezeichnung „100 Prozent

Agave“ oder „Premium“

können Mixto-Tequilas sein.

Blanco oder weißer Tequila, auch

Silver oder (spanisch) Plata

genannte Tequilas sind klar. Sie

haben eine Reifezeit von unter

60 Tagen. Gold Tequila ist fast

ausschließlich ungereifter Mixto-

Tequila. Er wird nur für den

Export produziert und erhält

durch den Zusatz von Karamel

seine Farbe und durch Aromastoffe

seine weichere Note.

„Reposado“ (= abgelagert) muß

mindestens 60 Tage reifen, je

nach Produzent zwischen 2 und

9 Monaten. „Anejo“ (= gealtert)

muß mindestens 1 Jahr gereift

sein, in der Praxis zwischen

2 und 3 Jahren. Sie reifen in der

Regel in alten Bourbon-Whiskey-

Fässern.

Die Mexikaner trinken Tequila

am liebsten pur. Auf traditionelle

Art wird dabei eine Prise Salz

auf die Fläche zwischen Daumen

und Zeigefinger gestreut und

mit der Zunge aufgenommen.

Danach kommt ein kräftiger

Schluck gekühlter Tequila und

der Biß in ein Stück Zitrone. Um

1970 begann der Siegeszug des

Tequila. Zuerst im benachbarten

Kalifornien, dann in den gesamten

USA und auch in Europa.

Cuervo Especial

Reposado

38 %vol

Cuervo Tequila kommt aus der

ältesten Tequila-Destillerie Mexikos.

1795 erhielt Don José Cuervo

von der spanischen Königin die

offizielle Erlaubnis, Mezcal oder

„Vino Tequila“, wie er manchmal

genannt wurde, herzustellen. Mit

seiner Destillerie legte er den

Grundstein für einen Welterfolg

und gründete damit gleichzeitig

das erste Industrieunternehmen

Mexikos. Die Destillerie ist heute

das größte Unternehmen seiner

Art. Mit rund 68 Mio. Flaschen

(2001) ist Cuervo größter Hersteller

und belegt in der Rangliste

der meistverkauften Spirituosen

den 10. Platz. Die Marken:

José Cuervo White – ein Blanco-

Tequila mit frischem, kräftigem

Geschmack.

Especial – Reposado – hellgolden

durch Eichenholzfaßlagerung,

die weltweit meistverkaufte

Tequila-Marke.

Die Marke Centenario gehört zu

José Cuervo, wird aber völlig

unabhängig produziert:

Gran Centenario – Reposado –

hellgoldener, abgelagerter Tequila

aus „100 Prozent Agave“.

1800 Anejo – „Reserva Antiqua“

– die lange gereifte Spitzenmarke

aus „100 Prozent Agave“.

Montezuma

38 %vol

Die in Atotonilco el Alto in der

Provinz Jalisco ansässige Destillerie

La Primavera ist Hersteller

von Montezuma Tequila. Montezuma

ist auf allen internationalen

Märkten vertreten und ist in den

USA eine der bekanntesten

Marken.

Montezuma Tequila wird in zwei

Qualitäten angeboten. Es gibt ihn

in der klassischen weißen Qualität

mit 38 %vol und als Aztec

Gold, goldgelb, mit 40 %vol.

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Olmeca

Sauza

Tequila Blanco

38 %vol

Sierra

Silver

38 %vol

Silla

Silver

38 %vol

Añejo

38 %vol

Der bis 2001 zu Seagram und

nun zu Pernod-Ricard gehörende

Olmeca Tequila ist eine der

erfolgreichsten Marken in den

USA. Olmeca wird auch in

Deutschland angeboten. Es gibt

ihn als Añejo mit 38 %vol und

Blanco mit 40 %vol. Beide sind

Klassiker ihrer Art und nach traditionellen

Verfahren mit den

modernsten Methoden destilliert.

Beide schmecken mild und

weich, der Blanco frisch und der

Añejo aromastark.

Sauza ist einer der großen

Namen der Tequila-Industrie.

Don Conobio Sauza – der Gründer

– wurde 1842 in Teocuitatlan,

90 Meilen südwestlich von Tequila,

geboren und begann 1858

für einen „Tequilero“ (Tequila-

Hersteller) zu arbeiten. Um 1860

begann er mit dem Tequila-Handel,

und bereits 1870 pachtete

er eine Destillerie. Dieser folgte

1873 der Erwerb einer Destillerie,

die noch heute ein Teil der

Sauza-Unternehmen ist. Sauza

belegt heute mit rund 36 Mio.

Flaschen den 2. Platz unter den

Tequila-Produzenten und den

27. Platz (2002) unter den meistverkauften

Spirituosen.

Die angebotenen Marken:

Sauza „Blanco“ – klassisch und

charaktervoll. Der meistverkaufte

Tequila in Mexiko.

Sauza Extra – „Gold“ – ein Reposado,

goldgelb, aromatisch und

mild, 38 %vol.

Sauza „Hornitos“ – „100 Prozent

Agave“ – Reposado – 40 %vol.

Der berühmte und renommierte

Sauza-Tequila. Reift 6 Monate in

großen Eichenholzfässern und

erhält dabei einen hellgoldenen

Farbton. Ein Spitzen-Destillat mit

ausgeprägtem Aroma.

Die Destillerie Sierra S.A. in Guadalajara/Jalisco

ist Hersteller von

Sierra Tequila, der in Deutschland

führenden Marke. Sierra

Tequila wird in drei Qualitäten

angeboten:

Sierra Silver – 38 %vol – ein

Blanco mit dem typischen Charakter

eines jungen Tequilas.

Sierra Gold – 38 %vol – goldgelb

und weich, charakteristisch und

aromatisch.

Sierra Antiguo Anejo – 40 %vol.

Durch seine Eichenholzfaßlagerung

erhält er seine tiefgoldene

Farbe und einen vollmundigen

Geschmack. Sierra Antiguo wird

in Flaschen mit aufwendiger

Glasprägung angeboten. Auf diesen

sind auf der Vorder- und

Rückseite der kreisförmige Mittelpunkt

eines Aztekenkalenders

dargestellt. Er zeigt das Gesicht

des Sonnengottes Tonatiuh.

Die 1835 in München gegründete

und heute in Erding bei München

produzierende ehemalige

„Likörmanufaktur“ Anton Riemerschmid

(siehe Escorial, Seite

190, und Sirup, Seite 265) war

das erste Unternehmen, das

Tequila nach Deutschland importierte.

Dies war 1957, und Tequila

war damals ein absoluter Exote

im deutschen Spirituosenangebot.

Als Tequila durch die Fußballweltmeisterschaft

1970 in

Mexiko auch bei uns etwas

bekannt wurde, begann der bis

heute erfolgreiche Aufstieg von

Tequila Silla. Zugleich produzierte

Riemerschmid den Würz-Drink

Sangrita und propagierte das

„zweihändige Trinken“. Dabei

trinkt man nach einem Schluck

Tequila ein Glas Sangrita. Sangrita

wird nach einem original mexikanischen

Rezept aus Orangen-,

Tomaten- und Zitronensaft, mit

Gewürzen und Chilisauce hergestellt.

Dem Sangrita „Classic“

steht der schärfer gewürzte,

feurigere „Picante“ zur Seite.

Tequila Silla, dessen Markenzeichen

ein Sattel (Silla) ist, wird

von Gonzalez & Gonzalez in Guadalajara

hergestellt. Er wird als

frischer, charaktervoller Silver

(Blanco) und als Gold (38 %vol),

hellgolden und mild-aromatisch

angeboten.

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