Antisemitismus - Missionswerk Mitternachtsruf

mnr.ch

Antisemitismus - Missionswerk Mitternachtsruf

Hamas mit dem Rücken zur

Wand • 19

Israelische Firma beliefert

NATO • 21

ISRAEL

NACHRICHTEN AUS

NACHRICHTEN AUS

Nr. 11 – November 2013

Europas institutionalisierter

Antisemitismus

BETH-SHALOM


Mitternachtsruf

Freundestreffen

Sindelfingen

Stadthalle Sindelfingen, Schillerstrasse 23

Freitag, 01.11.2013

(Allerheiligen)

10.00 Uhr: Alexander Seibel

Alexander Seibel ist vollzeitlich, weltweit

tätiger Verkündiger des Evangeliums mit

Schwerpunkt Apologetik.

14.00 Uhr: Norbert Lieth

Norbert Lieth ist Verkündiger, Bibellehrer

und Vorstandsmitglied des Missionswerkes

Mitternachtsruf.

www.mnr.ch

Auch wieder mit

dabei: Hans-

Jürgen Braun

und sein rollender

Kindertreff.

Wir freuen uns auf Sie!

• MuSikALiScHe

uMrAHMuNg!

• BücHertiScH

Mit NeuHeiteN!


EDITORIAL 3

Liebe Israelfreunde

In der englischsprachigen israelischen Tageszeitung Jerusalem

Post schrieb der Reporter Michael Freund einen bemerkenswerten

Artikel mit dem Titel: «Gott in die israelische Armee zurückbringen.»

Er nahm teil an einer Abschlussfeier von Soldaten, die gerade ihre

Grundausbildung abgeschlossen hatten. Im Artikel beschreibt er

seine dabei aufgekommenen Gedanken wie folgt:

«Mit Bewunderung betrachtete ich die jungen Soldaten mit

unterschiedlicher Haut- und Haarfarbe von schwarz bis blond und

staunte, wie tatsächlich die Zerstreuten Israels aus aller Welt eingesammelt werden, obwohl

diesem erstaunlichen Prozess oft nicht genug Wertschätzung gegeben wird. Mit Spannung

erwartete ich die traditionellen Ansprachen über die Wichtigkeit des Militärdienstes und der

Verteidigung der Heimat, die bei solch einem Anlass üblicherweise vorgetragen werden. Meine

Erwartungen wurden leider nicht voll zufriedengestellt, weil die Reden mit wenig Ausdruck und

Begeisterung vorgetragen wurden.

Doch da war etwas, das ich nicht zu hören bekam, ein Wort, das so zentral in unserem

kollektiven und individuellen Leben ist, sodass ich in ungläubiges Staunen verfiel, nachdem

der Anlass zu Ende war.

Da war nicht ein einziger Hinweis auf Gott.

Viel Aufmerksamkeit wurde der Schlagkraft der israelischen Armee mit seinen technischen

Fähigkeiten und seinem militärischen Können gewidmet. Aber da war nicht das geringste Anklingen

von bescheidener Demut noch ein Wort des Dankes an den Allerhöchsten, der über

Sein Volk Israel wacht. Ich konnte es nicht glauben.»

Freund verwies auf amerikanische Soldaten, die ihren Treueeid mit den Worten «So wahr

mir Gott helfe» leisten. Auch britische Soldaten würden ihren Eid im Namen des allmächtigen

Gottes leisten. «Hat die jüdische Armee, die für ein Volk steht, aus dem so viele ihr Leben zur

Verherrlichung des Namens Gottes dahingegeben haben, plötzlich Gott vergessen?

Es kommt sogar noch schlimmer. Im ‹Jiskor›, dem Gedenkgebet für gefallene Soldaten,

wurde jede Nennung des Namens Gottes eliminiert. In einer skandalösen Entscheidung vor

zwei Jahren wurde entschieden, die traditionellen Worte ‹Möge der Herr seiner Seele gedenken›

mit ‹Möge Israel gedenken› zu ersetzen.»

Weiter meint Michael Freund: «Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich erwarte

keine Predigt von den militärischen Führern. Doch wenn es in westlichen Ländern allgemeine

Praxis ist, in militärischen Zeremonien den Namen Gottes zu nennen», fragt Freund, «warum

sollte es dann in Israel anders sein? Grosse Heerführer hätten vor Schlachten gebetet.»

«Eines der eindrücklichsten Beispiele in der neueren Geschichte ist der amerikanische

General George S. Patton im Zweiten Weltkrieg, der glaubte, dass jede erfolgreiche Strategie

Gott mit in Rechnung ziehen muss. Er sagte einmal: ‹Ich glaube ganz fest an das Gebet. Es

sind drei Dinge, durch die der Mensch erreicht, was er will: Durch Planung, Arbeit und Gebet.›

Als er anfangs Dezember 1944 die legendäre Ardennenoffensive plante und besorgt war,

dass schlechtes Wetter die Sache behindern könnte, unterbrach er die Planung und rief den

obersten Militärkaplan James O’Neil, um ein spezielles Gebet zusammenzustellen, für gutes

Wetter, aber auch für den Sieg über die Feinde, das wie folgt lautete:

‹Herr, schenke uns gutes Wetter. Erhöre uns in Deiner Gnade, die wir als Soldaten zu Dir rufen,

dass wir mit Deiner Kraft von Sieg zu Sieg schreiten, um die Tyrannei und Grausamkeit des Feindes

zu zerschlagen, um Deine Gerechtigkeit unter den Menschen und Völkern aufzurichten. Amen.›

Auf seine Anweisung hin wurden 250.000 Karten mit dem Gebet gedruckt und an alle

Soldaten verteilt, die unter seinem Kommando standen.»

Nach dem Sieg über das Schreckensregime Hitlers gab er nicht sich selbst, sondern Gott

die Ehre. Patton wusste, dass menschlicher Stolz schnell zu überheblicher Arroganz führt.

Und so meint Freund zum Schluss: «Es ist höchste Zeit, Gott zurückzuholen in die israelische

Armee, denn gerade jetzt, wo die Gefahren rund um Israel immer grösser werden, brauchen

wir Ihn mehr denn je.»

Im Aufblick zu Dem, der die rechte Hilfe ist, grüsst Sie herzlich mit Shalom

Ihr Fredi Winkler

Moral vs. politische Interessen im Syrienkonflikt

Seite 14

Israelis arbeiten mehr als Arbeitnehmer im Westen

Seite 22

Titel

4 Europas institutionalisierter Antisemitismus

5 Niederlande kündigen Projekt mit

Jerusalem

6 Die Wahrheit über Israelis und

Palästinenser im Westjordanland

7 Ban Ki-Moons Zickzackkurs

Hintergrundinformationen aus Israel

10 Kurzmeldungen

12 Israelisch-kenianische Kooperation

bei Terrorbekämpfung

13 Syrische Chemiewaffen und das

iranische Atomproblem

14 Moral vs. politische Interessen im

Syrienkonflikt

15 Wer profitiert vom unterlassenen

Schlag gegen Syrien?

19 Hamas mit dem Rücken zur Wand

20 Bündnis mit Ägypten wird

engmaschiger

21 Israelische Firma beliefert NATO

22 Israels Winzereien im Negev

22 Israelis arbeiten mehr als Arbeitnehmer

im Westen

24 Technion-Forscherin unter besten

Nachwuchswissenschaftlern der Welt

25 Deutsch-Israelische Kooperation

bei Krebsbehandlung

26 Israel verbessert ALS-Therapie

Bibel und Israel

28 Israel: Das sichere Zeichen der

Entrückung


4 TITEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Zu dieser

Ausgabe

Die Beiträge in dieser Ausgabe

dürften einerseits so manchen

Israelfreund betroffen machen,

andererseits auch ermutigen.

Wenn wir lesen, wie sehr Europa

gegen Israel ist, was jetzt die

Niederlande im Auftrag der EU

als erstes Land gegen Israel

unternommen haben und wie

der UN-Generalsekretär mit zwei

Gesichtern spricht, wenn es um

Israel geht, dann könnte man

verzweifeln. Doch zeigen andere

Artikel in dieser Ausgabe auch

Positives, wie zum Beispiel, dass

Ägypten und Israel heute auf

dem Gebiet der Sicherheit eng

zusammenarbeiten, was vor

Wochen noch völlig undenkbar

gewesen wäre. Das erinnert uns

an Jesaja 19,25. Oder wir lesen,

welch bahnbrechende Erfindungen

Israel hervorbringt, die zum

Wohlergehen und zur Gesundheit

der Menschheit dienen. Oder

wie Israel Kenia bei der Terrorbekämpfung

unterstützt, wie sehr

die Hamas, der schlimmste Feind

Israels, nun mit dem Rücken zur

Wand steht. Und schliesslich nehmen

wir zur Kenntnis, dass Syrien

alle chemischen Waffen zerstören

muss, was Israel sehr zugute

kommt. Da wird uns einmal mehr

bewusst, dass der Herr alle Fäden

in der Hand hat! Das gilt auch in

Bezug auf den Iran, wobei Israel

dessen neuer Führung misstraut.

Auch hier hat der Herr das letzte

Wort. Er kämpft für Sein Volk, wie

Er das schon immer getan hat

(2.Mo 14,14).

Fast scheint es wie in unserem

Glaubensleben: Auf der einen Seite

geht es durch Tiefen und viele

Anfechtungen, auf der anderen

Seite werden wir immer wieder

vom Herrn ermutigt, auf Ihn allein

zu vertrauen und im Glauben

neue Schritte zu wagen. Wenn Er

ermutigt, fühlen wir uns wie auf

«Tabors Höhen». Israel ist uns auf

vielen Gebieten ein Vorbild oder

auch ein warnendes Beispiel (vgl.

1.Kor 10,6.1) CM

Gastkommentar

Europas

institutionalisierter

Antisemitismus

Yuval Canfi ist den israelischen Lesern der Zeitung Yediot

Acharonot vor allem als Kommentator bekannt. In einem seiner

letzten Kommentare widmete er sich einem Thema, das Israelis

nachhaltig beschäftigt: Der in Europa teilweise tief verwurzelte

Antisemitismus.


HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL 5

«1929 erlebte die Welt die erste globale

Wirtschaftskrise. Schnell schwappte

die ‹Great Depression› von den USA

nach Europa, das von Inflation und Arbeitslosigkeit

getroffen wurde, was in

den Menschen grosse Ängste weckte.

Die NSDAP nutzte diese Situation politisch

aus, um die Massen hinter sich zu

vereinen. Sie präsentierte sich als eine

Alternative auf dem Weg aus der Wirtschaftskrise.

Dabei wurden die Juden

als einer der Gründe für die Lage an den

Pranger gestellt. Die Reinheit der Rasse

und die Ausgrenzung der Juden sollten

Deutschland und das deutsche Volk

heilen und aus der Krise herausführen.

90 Jahre später steht Europa erneut

vor dem Trümmerfeld einer Wirtschaftskrise.

Griechenland steht vor dem

Staatsbankrott, Spanien blickt auf eine

Arbeitslosenrate von 25 Prozent, Italien

versinkt in einem Schuldenberg und

der Euro steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Europa ist erneut erkrankt. Und

wie immer breiten sich in einem kranken

Körper weitere Viren aus.

Schon seit einigen Jahren kann man

fast in ganz Europa beobachten, dass

extremistische, ultra-nationale Gruppen

gleich Pilzsporen auf den ersten Regen

warten, um dann mit Lichtgeschwindigkeit

aus dem Boden zu spriessen. Sie

haben eine klare Ideologie: keine Juden,

keine Immigranten, keine Minderheiten.

Obwohl viele dieser Gruppen längst

als politische Parteien in ihren Ländern

präsent sind, konnten sie bisher nicht

an Macht gewinnen, denn schliesslich

steht ihre Ideologie im Widerspruch

zum westlich-demokratischen Denken.

Doch inzwischen erstarkt die Macht

dieser Gruppen und Parteien in ganz

Europa. Ihre Anführer schliessen die

Reihen, um ihre Länder vor dem ‹Untergang›

zu bewahren.

Diese Bewegungen und ihre Anführer

sind heutzutage, genauso wie in der

Vergangenheit, auf einen Sündenbock

angewiesen, um ihren Aufstieg zu sichern.

Wer eignet sich da besser als

die Juden? Antisemitismus liegt auf der

Hand, ist greifbar nahe, da er ohnehin

mehr oder weniger latent verbreitet ist.

Antisemitismus war nie ausgestorben,

ist einfach aus dem Schlummer zu erwecken,

man muss nur die richtige Gelegenheit

abwarten.

Einige Beispiele führen uns diese

grimmige Realität Europas deutlich vor

Augen. Dazu gehört die ‹Jobbik›-Partei,

die im ungarischen Parlament die drittgrösste

Partei ist und deren Vorsitzender

2012 dazu aufrief, die Juden seines Landes

als solche zu registrieren, weil sie

eine ‹nationale Bedrohung› seien. In Griechenland

macht die Partei ‹Goldene Morgendämmerung›

von sich reden. Diese

Partei, die bei den letzten Wahlen 18 von

300 Parlamentssitzen errang, benutzt

eine unzweifelhaft neo-nazistische Rhetorik.

Vor einigen Monaten gab sie kostenlos

Lebensmittel an die bedürftige Bevölkerung

ihres Landes aus. Es versteht sich

von selbst, dass Juden und Immigranten

nicht in den Genuss dieser Unterstützung

kamen. Solche rechtsradikalen, ultranationalen

Parteien findet man in ganz

Europa: in der Ukraine die ‹Svoboda› und

in Bulgarien die ‹Ataka›, doch auch in Belgien,

Frankreich, Österreich, Dänemark

und weiteren Staaten kennt man solche

Bewegungen bzw. Parteien sehr gut.

Es darf nicht überraschen, dass der

Antisemitismus in Europa angesichts

dieser Entwicklungen wieder salonfähig

geworden ist. Man findet ihn wieder in

Schulen, in der Unterhaltungsbranche

und sogar in den Justizsystemen. Weder

die Polizei als aufklärendes Instrument

noch die Staatsanwaltschaft als strafverfolgender

Arm der Justiz regten sich

grossartig nach dem Mord an drei Juden

in Toulouse im März 2012. Ähnlich in

Russland nach dem im vergangenen Juli

1929 erlebte die Welt die erste globale

Wirtschaftskrise. Die Reinheit der Rasse und

die Ausgrenzung der Juden sollten Deutschland

und das deutsche Volk heilen und aus der Krise

herausführen.

misslungenen Mordanschlag auf einen

Rabbiner. Sie schreitet auch nicht ein,

wenn in Spaniens Torero-Arenen Poster

mit Hitler-Parolen auftauchen, in Bulgarien

Popkünstler antisemitische Sprüche

von der Bühne verbreiten und in Frankreich

Schulkinder täglich von Kameraden

gemobbt werden, nur weil sie jüdisch

sind.

Das ist erst der Vorgeschmack, denn

in Europa ist der Antisemitismus wieder

gesellschaftlich akzeptiert, namhafte

Personen, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit

stehen, legitimieren den Antisemitismus,

der vielerorts zudem schon

längst wieder institutionalisiert ist. Einige

neunzig Jahre alte Phänomene scheinen

wiederzukehren, sodass die Frage

aufkommt: Wohin führt das Europa?»

Bearbeitung AN

Niederlande kündigen Projekt mit Jerusalem

Wir berichteten bereits im September über die neue EU-Richtlinie und die Implikationen für Israel. Nun sind

die ersten Konsequenzen spürbar, denn die niederländische Regierung setzte einen Konzern ihres Landes unter

Druck, ein Projekt aufzukündigen.

Früher einmal galten die Niederlande

als ein eherner Freund des Staates

Israel. Nun sind aber ausgerechnet

die Niederlande das erste europäische

Land, das auf die Umsetzung der neuen

EU-Richtlinie pocht. In Erinnerung sei

gerufen, was diese Richtlinie genau besagt:

In allen Verträgen, die ab 2014 mit

der EU geschlossen werden, muss die

israelische Regierung unterzeichnen,

dass die Abkommen ausschliesslich für

Israel in den Grenzen von 1967 gelten.

Damit sollen israelische Siedlungen im

Westjordanland, in Ostjerusalem und

auf den Golanhöhen aus künftigen För-


6 TITEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

derprogrammen ausgeschlossen werden.

Vor einigen Wochen setzte sich die

niederländische Regierung mit der

international tätigen Ingenieur-Beratungsfirma

Royal Haskoning in Verbindung.

Dieser niederländische Grosskonzern

hat einen Vertrag mit der Stadtverwaltung

Jerusalem geschlossen, um ein

Projekt zur Infrastrukturentwicklung

im Ostteil von Jerusalem umzusetzen.

Dieses Projekt zur Reinigung des stark

verseuchten Kidron-Flusses sollte zusammen

mit der Jerusalemer Firma für

Wasser und Abwasser umgesetzt werden.

Im Rahmen dieses Projekts sollte

in Ostjerusalem unter anderem ein modernes

Klärwerk entstehen, damit das

Kidron-Wasser nicht mehr so stinkt,

das an Dörfern vorbei in Richtung Totes

Meer fliesst. Da der Kidron im Ostteil

der Stadt liegt, sollte das Klärwerk dort

entstehen, im arabischen Teil von Jerusalem,

der bis 1967 unter jordanischer

Kontrolle stand.

In einer Mitteilung der Geschäftsleitung

von Royal Haskoning hiess es

nun: «Unsere Firma setzt ihre Projekte

in Einklang mit den international geltenden

Gesetzen um. Nach eingehenden

Beratungen mit unterschiedlichen

Gremien sind wir zu der Erkenntnis

gekommen, dass unsere Beteiligung

am Projekt der Stadtverwaltung Jerusalem

eine Verletzung des internationalen

Rechts darstellt, was uns dazu veranlasst,

unsere Beteiligung am Projekt

zurückzuziehen.»

Zwei Wochen vor dieser offiziellen

Mitteilung berichtete die israelische Tageszeitung

Haaretz über den Druck, den

die niederländische Regierung in dieser

Angelegenheit auf Royal Haskoning

ausübte. Zu diesem Zeitpunkt hatte

sich das israelische Aussenministerium

längst eingeschaltet, um mit der niederländischen

Regierung das Gespräch zu

suchen. Man wollte unbedingt versuchen,

die Aufkündigung der Beteiligung

von Royal Haskoning an dem für den

Umweltschutz und für alle in der Region

lebenden Menschen bedeutsamen

Projekt zu verhindern.

Die offiziellen israelischen Stellen

reagierten mit scharfen Worten auf die

Mitteilung von Royal Haskoning. Der

Sprecher des Jerusalemer Aussenministeriums,

Yigal Palmor, betonte, dass

das Projekt in keiner Weise das internationale

Recht verletze. «Hier wurde

eine Firma, die sich an einem wichtigen

Projekt beteiligen wollte, unter Druck

gesetzt. Es handelt sich um ein apolitisches

Projekt zugunsten der Lebensqualität

der Menschen der Region und

des Umweltschutzes, doch der Druck

hat eindeutig politisch gefärbte antiisraelische

Züge.» Darüber hinaus fügte

Palmor hinzu: «Die eigentlichen Opfer

dieses Rückzugs der niederländischen

Firma sind palästinensische Einwohner

in der Region um den Kidron, die unter

dem stinkenden Abwasser massiv zu

leiden haben. Uns ist schleierhaft, wie

diese Absage europäischen Interessen

dienlich sein soll.»

In Europa erntete die Absage der

Firma Royal Haskoning grosses Lob.

Viele offizielle Repräsentanten der EU

liessen zudem wissen, dass diese Linie

fortzusetzen und die EU-Richtlinie nicht

entsprechend der israelischen Bemühungen

abzuschwächen sei. Man habe

auf ihrer Einhaltung zu bestehen und

sogar zu pochen, so wie es die niederländische

Regierung im Falle des Projekts

in Ostjerusalem gegenüber Royal

Haskoning getan habe. Fünfzehn namhafte

aktive und ehemals aktive EU-Politiker

betonten dies in einem Schreiben.

Sie bekamen Rückenwind durch die palästinensische

Politikerin Hanan Ashrawi,

die sich von Anfang an gegen die

Pläne der Jerusalemer Stadtverwaltung

stark gemacht hatte. Sie betonte diesbezüglich

wiederholt in der Presse, dass

dieses Projekt ihrer Ansicht nach «die

israelische Vereinnahmung ganz Jerusalems

manifestiere». ZL

Die Wahrheit über Israelis und

Palästinenser im Westjordanland

In den Medien werden die israelischen Siedlungen immer wieder als

Enklaven dargestellt, die gleich Spitzen aus einer fremden Umgebung

herausragen. Dass sie unter anderem auch für Palästinenser begehrte Arbeitgeber

sind, wird vollkommen ausgeblendet.

Das Industriegebiet Barkan liegt in

Samaria, auf halbem Weg zwischen Tel

Aviv und Nablus, also im nördlichen

Westjordanland. Jeden Tag ist das Industriegebiet

Schauplatz für eine israelisch-palästinensische

Alltäglichkeit,

über die im Ausland nur wenig bekannt

ist. Das Industriegebiet ist der Arbeitsplatz

von rund 5.000 palästinensischen

Arbeitern. Viele sind hier bereits seit

Jahren, wenn nicht sogar seit Jahrzehnten

beschäftigt. Sie arbeiten Seite an

Seite mit Israelis. Sie verdienen den

in Israel gesetzlich zugesicherten Mindestlohn,

der mehr als doppelt so hoch

ist als ein in den palästinensischen

Autonomiegebieten üblicher Lohn. Die

meisten jedoch verdienen sehr viel mehr

als nur den Mindestlohn.

Doch nunmehr trübt eine dunkle

Wolke diesen Alltag. Nicht nur die in

Barkan, sondern auch in anderen israelischen

Siedlungen beschäftigten

Palästinenser müssen um ihre Arbeitsplätze

bangen. Die grosse Ironie an der

Geschichte ist, dass dies nicht auf Israel

zurückgeht, sondern auf die neue

EU-Richtlinie. Wegen dieser Richtlinie

könnten die Betriebe des Industriegebiets

Barkan vor wirtschaftlichen Problemen

stehen, sodass nicht nur die

israelischen, sondern auch die palästi-

Die holländische Regierung gab bereits an

einige in ihrem Land vertretende

Lebensmittelkonzerne – darunter auch Aldi und

Jumbo-Supermärkte – die Anweisung,

israelische Produkte, die in der Westbank

produziert werden, aus dem Sortiment zu

nehmen.


7

nensischen Arbeitnehmer – welche die

grosse Mehrheit der dort beschäftigten

Arbeitskräfte stellen – ihren Arbeitsplatz

verlieren könnten. Die Europäer

wollen nicht nur Fördergelder und

wirtschaftliche Kooperationen mit israelischen

Institutionen und Betrieben

einstellen, die sich im Westjordanland

befinden, sondern setzen auch den

Boykott von israelischen Produkten

aus der Region fort. So gab die holländische

Regierung bereits an einige

in ihrem Land vertretende Lebensmittelkonzerne

– darunter auch Aldi und

Jumbo-Supermärkte – die Anweisung,

israelische Produkte, die in der Westbank

produziert werden, aus dem Sortiment

zu nehmen.

Gerade den Industriepark Barkan,

der 1982 gegründet wurde und in dem

rund 120 Betriebe und Fabriken der

Plastik- und Metallverarbeitung sowie

der Lebensmittel- und Textilbranche

ansässig sind, könnte diese neue EU-

Richtlinie und der fortgesetzte Produktboykott

empfindlich treffen, denn

rund 80 Prozent der Waren gehen in den

Export. «Ich und meine Firma werden

den Boykott irgendwie überstehen»,

sagte Rafi Levy, der Geschäftsführer

der Textilfirma Mega Print. «Wir würden

den Produktionsstandort verlegen

und das irgendwie meistern, doch das

wäre für meine 50 palästinensischen

Arbeitnehmer eine Katastrophe. In den

palästinensischen Autonomiegebieten

haben sie kaum eine Chance, eine neue

Anstellung zu finden. Wer würde dann

ihre Familien ernähren? Die Europäische

Union?»

Dem stimmte einer der palästinensischen

Arbeiter der Firma zu. Der

30-jährige Amjad, der bereits seit 12

Jahren für die Firma arbeitet, meinte:

«Das wird auf unsere Kosten ausgetragen.

Meine Frau studiert. Wir haben

uns ein Haus gebaut und kürzlich sogar

ein Auto geleistet. Wenn die Fabrik

hier schliesst, dann stehe ich arbeitslos

auf der Strasse. Alle reden grossspurig

von der Bedeutung eines solchen Boykotts,

aber denkt jemand dabei an mich

und meine Familie und die anderen palästinensischen

Arbeiter?»

Er weiss, wovon er redet. Vor rund

einem halben Jahr wurden bereits 200

palästinensische Arbeiter des Industriegebiets

entlassen. Damals stellte

der Konzern Unilever die Produktion

dort ein und kurz darauf ging auch die

Firma MultiLock weg. Amjad hat von

keinem der Entlassenen gehört, dass er

eine neue Anstellung gefunden hätte.

Dazu sagte ein anderer Geschäftsführer

einer im Industriegebiet Barkan angesiedelten

Firma: «Wir sind der grösste

Arbeitgeber dieser Region. Mit fast

5.000 palästinensischen Angestellten,

die zudem weit über dem üblichen palästinensischen

Durchschnittslohn

verdienen, sind wir Ernährer von weitaus

mehr Familien. Doch noch mehr

als das: Dank des hiesigen Verdienstes

können sie sich Häuser bauen, Autos

kaufen und ihren Kindern eine höhere

Bildung ermöglichen. Wenn diese EU-

Richtlinie umgesetzt wird, dann wird

diese Region weiter verarmen. Armut

bedeutet nicht nur, materiell schlecht

gestellt zu sein, sondern auch keine

Hoffnung zu haben. Wir haben allzu oft

gesehen, dass das ein Faktor ist, der

zu Gewalt und Terror beitragen kann.

Warum nehmen die Europäer nicht

wahr, dass hier Israelis und Palästinenser

friedlich Seite an Seite arbeiten?»

ZL

Ban Ki-Moons Zickzackkurs

In einer Rede in Jerusalem räumte Ki-Moon ein, dass Israel von der UNO diskriminiert wird. Wenig später

dementierte er, eine Aussage solchen Inhalts gemacht zu haben. Zugleich war er gezwungen, sich mit einem

Skandal um die UNRWA-Feriencamps zu befassen.

Es war der sechste Besuch des amtierenden

UN-Generalsekretärs Ban

Ki-Moon in Israel und den palästinensischen

Autonomiegebieten. Während

dieses kurzen Aufenthaltes hielt er vor

israelischen Studenten in Jerusalem

eine Rede. Im Verlauf seines Vortrags

ging er unter anderem auf den Friedensprozess

im Nahen Osten ein und sagte:

«Das israelische und palästinensische

Volk sind Nachbarn und haben keine andere

Wahl, als in Harmonie und Frieden

nebeneinander zu leben.» Auf die Lage

in Syrien und Ägypten angesprochen,

zog er es vor, sich während seines Aufenthalts

in Israel lieber nicht dazu zu

äussern. Doch eine andere Aussage des

UN-Generalsekretärs hallte besonders

in den israelischen Nachrichten wider:

Ki-Moon räumte im Verlauf seines Vortrags

ein, dass die Vereinten Nationen

gegenüber Israel «voreingenommen» seien.

Israel würde in der internationalen

Organisation «diskriminiert» sagte er.

Israel sei einer von 193 Mitgliedsstaaten,

«folglich sollte Israel die gleichen

Rechte und Möglichkeiten (wie jeder

andere Mitgliedsstaat) haben, ohne Einseitigkeit,

ohne Diskriminierung. Das

ist der Grundcharakter der Vereinten

Nationen».

Israelis landauf, landab horchten

auf. Vielen mag durch den Kopf gegangen

sein: «Dass wir bei der UNO immer

wieder ungerechtfertigt ins Kreuzfeuer

geraten, lässt sich durch Abstimmungs-


8 TITEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

ergebnisse belegen, doch dass der Generalsekretär

dieser Organisation das

so offen und freimütig zugibt …» Denn

schliesslich hat die UNO allein 2012

insgesamt 21 Verurteilungen Israels

verabschiedet, sich aber nur dreimal zu

Menschenrechtsverletzungen in Syrien,

Nord-Korea und Iran zu Wort gemeldet.

Somit war Ki-Moons Äusserung für Israelis

wie eine Genugtuung. Doch diese

sollte nicht wirklich lange anhalten.

Kaum in New York zurück, dementierte

der UN-Generalsekretär, was er wenige

Tage zuvor in Jerusalem gesagt hatte.

Das wiederum erboste den israelischen

UN-Botschafter Ron Prosor so

sehr, dass er öffentlich harsche Kritik

an Ki-Moon übte: «Man muss nicht die

investigativen Fähigkeiten einer Agatha

Christi besitzen, um die einseitigen Verurteilungen

Israels durch die UNO festzustellen.

Israel ist seit 1949 Mitglied der

UNO, doch für 51 Jahre wurde meinem

Staat verweigert, irgendeinem Regionalausschuss

der Vereinten Nationen beizutreten.

Das wurde Israel erstmals im Jahr

2000 zugebilligt. Will da angesichts der

israelfeindlichen Resolutionen einer behaupten,

Israel würde nicht von diesem

internationalen Gremium diskriminiert?

Diese Einseitigkeit wird weiterhin so lange

bestehen, bis man sich öffentlich und

auf den höheren Entscheidungsetagen

der UNO damit auseinandersetzt.»

Fast im gleichen Zeitraum machte

ein Kurzfilm Schlagzeilen, der von einem

Team des «Nahum Bedein Zentrums für

Nahost-Politikstudien» zu den Feriencamps

der Hilfsorganisation UNRWA

(United Nations Relief and Work Agency)

gedreht wurde. In diesem Film, der

Einblicke in mehrere Feriencamps für

palästinensische Kinder ab dem Grundschulalter

gewährt, kommen Lehrer und

Sozialarbeiter, aber auch Kinder zu Wort.

Ein Mädchen sagte beispielsweise: «Hier

im Sommerferiencamp lernen wir, dass

wir Palästina befreien müssen …», während

in einem anderen Feriencamp ein

weiteres Mädchen aussagte: «Ich werde

die Juden besiegen. Sie sind eine Bande

von Ungläubigen und Christen …» Die

verantwortlichen Pädagogen erläutern

in dem Film, dass die Kinder «ihre Ursprünge

kennen lernen, mehr über die

Kultur der Nakba (Katastrophe, d.h. die

Folgen der Gründung des Staates Israel

für das palästinensische Volk) lernen».

Sie sollten zum Beispiel die Namen der

Orte kennen, aus denen ihre Vorfahren

flohen, um eines Tages «mit Macht und

Ehre (dorthin) zurückzukehren. Mittels

Erziehung und Dschihad werden wir zurückkehren».

Der Film wollte den Geldgebern der

UNRWA vor Augen führen, welche Indoktrination

sie fördern. (Die USA geben für

das UN-Hilfswerk, das schätzungsweise

4,6 Palästinenser unterstützt, 180 Millionen

und die EU fast 125 Millionen US-

Dollar.) Das jedoch wies die UNRWA sofort

harsch zurück. In einer Stellungnahme

hielt sie fest, dass die Feriencamps

zwar in Einrichtungen stattfänden, die

der Organisation unterstehen würden,

die Feriencamps selbst jedoch nicht von

ihr, sondern von einer «dritten Partei»

durchgeführt würden, von der man sich

inzwischen getrennt habe, da man «den

Schaden, den der Film der UNRWA und

den Vereinten Nationen zufügt», bedauere.

Interessant ist: Die UNRWA scheint

den Imageschaden zu bedauern, nicht

jedoch, dass bei den Feriencamps für palästinensische

Kinder jedes Jahr neu eine

judenfeindliche Indoktrination an der Tagesordnung

ist. AN

Israel in Gefahr

Mark a. Gabriel

Israel in Gefahr

Seit Jahrzehnten versuchen massgebliche

Staaten, allen voran die USA, das Nahost-

Problem zu lösen. Entscheidend dabei ist

der Konflikt zwischen der islamischen Welt

und Israel, was auch in der Haltung des Iran

deutlich wird – denn von Israel sind weder

Iraner noch Schiiten betroffen. Die eigentliche

Ursache liegt in der Lehre des Islam,

was der Autor durch zahlreiche Quellen belegt.

RESCH, Taschenbuch, 222 Seiten

Bestell-Nr. 170069

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Israel - immer wieder ein

besonderes Erlebnis!

Beth-Shalom

Israelreisen 2014

Jerusalem intensiv

9. bis 16. Februar 2014

mit Peter Malgo

Das Leben des

Propheten Elia

23. bis 30. März 2014

mit Fredy Peter

Frühlingsreise

1. bis 11. Mai 2014

mit Samuel Rindlisbacher

Pfingstreise

2. bis 12. Juni 2014

mit Norbert Lieth

Vier-Meere-Reise

27. Juni bis 6. Juli 2014

mit Conno Malgo

Jugendreise

3. bis 15. August 2014

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Badeferien

15. bis 24. August 2014

mit Jonathan Malgo

Aramäisch-

Arabische Reise

5. bis 13. Oktober 2014

mit Elia Morise

Wanderreise

19. bis 29. Oktober 2014

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Aktiv-Reise

2. bis 9. November 2014

mit Nathanael Winkler

Anmeldung & Infos

Schweiz:

Ringwiesenstrasse 12a

CH 8600 Dübendorf

Tel. 0041 (0)44 952 14 18

Fax 0041 (0)44 952 14 19

Deutschland:

Kaltenbrunnenstrasse 7

DE 79807 Lottstetten

Tel. 0049 (0)7745 8001

Fax 0049 (0)7745 201

E-Mail:

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Internet:

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www.beth-shalom.co.il


10 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Kurzmeldungen

• Insgesamt wuchs die Bevölkerung

seit dem vorherigen jüdischen Neujahr

um 1,8 Prozent: 163.000 Kinder

kamen zur Welt, 22.988 Neueinwanderer

und Rückkehrer wurden

registriert. Unter den 8.081.000

Einwohnern Israels sind 6 Mio. Juden.

Sie stellen 75 % der Bevölkerung.

Jeder 5. Bürger ist arabischer

Herkunft (1,67 Mio. Personen).

Hinzu kommen 345.000 (4,2 %)

nicht-arabische Christen, Angehörige

anderer Glaubensrichtungen und

Religionslose.

• Die internationale Ratingagentur

Moody’s bestätigte die Kredit- und

Investitionswürdigkeit Israels auf

der Stufe A1 und bescheinigte dem

Land stabile wirtschaftliche Aussichten.

• Das im Februar von der israelischen

Armee an der Grenze zu Syrien

eingerichtete Feldlazarett ist

ausgelastet. Auch die israelischen

Krankenhäuser im Norden behandeln

immer mehr syrische Patienten

– sowohl Zivilisten (vor allem

Kinder) als auch Rebellen. Die Kosten

für diese unbürokratische Hilfe

gehen bereits in Millionenhöhe.

• Die US-Zeitung Boston Globe erklärte

Tel Aviv nach dem kalifornischen

Silicon Valley zur weltweit zweitbesten

Stadt für technische Start-

Ups. Los Angeles kam auf Platz 3.

• Kürzlich wurde die Negev-Stadt

Mitzpe Ramon zum Schauplatz eines

Meteorsturms. Öffentliche Gebäude

der Stadt blieben unbeleuchtet,

um störende Lichtquellen zu

vermeiden. Zahllose Israelis reisten

aus dem ganzen Land an, um das

Naturereignis zu bestaunen.

• Yitzhak Pundak diente im Unabhängigkeitskrieg

1948 als Offizier.

Im Alter von 100 Jahren wurde er

nun endlich in den Rang eines Generalleutnants

gehoben. Mit dieser

Beförderung löste der gegenwärtige

Generalstabschef Gantz ein Versprechen

Moshe Dayans von 1954

ein.

• Die israelische Regierung folgte

den Plänen des Umweltministeriums

zur Abgasreduktion. Alte

Fahrzeuge sollen aus dem Verkehr

gezogen, Pendler zur Nutzung der

öffentlichen Verkehrsmittel ermuntert

und im Nahverkehr vermehrt

Busse mit Erdgasantrieb eingesetzt

werden. Darüber hinaus denkt man

an Vergünstigungen für Fahrer von

Autos mit Hybridantrieb.

• Laut einer Studie der Universität

Tel Aviv kann man im Speichel

von Handy-Benutzern ein erhöhtes

Krebsrisiko nachweisen. In der

Speicheldrüse von Viel-Telefonierern

(mehr als 8 Std. täglich) lässt

sich oxidativer Stress nachweisen,

der zu Zellschäden führt und als ein

wichtiger Risikofaktor für Krebs

gilt.

• 3,8 Mio. Israelis besuchen Facebook

mindestens ein Mal im Monat.

Wie aus den Facebook-Statistiken

weiter hervorgeht, sind 2,7 Mio. Israelis

täglich in dem sozialen Netzwerk

unterwegs.

• Da Israel ein extrem junges Land

ist, bringt der Beginn eines neuen

Schuljahres immer viel Wirbel. Dieses

Jahr wurden 140.000 Kinder

eingeschult. Von den 8 Mio. Bürgern

sind rund 1,5 Mio. im Schulalter.

• Um sich einen bedeutenden Anteil

der weltweiten Online-Videowerbung

zu sichern, erwarb AOL die

israelische Firma Adap.TV. Mit 405

Mio. Dollar ist dies der grösste Zukauf

des Konzerns, der vor 15 Jahren

die ersten innovativen Firmen

in Israel zu erwerben begann.

• In Aschdod wurde eine Befestigungsanlage

der Philister ausgegraben,

die in das 8. Jahrhundert

v.Chr. datiert. Vor Ort entdeckten

Archäologen auch Fundstücke

aus hellenistischer Zeit (nach 333

v.Chr.).

• Das Mädchen Inbar sollte mit anderen

todkranken Kindern zu Behandlungen

in die USA geflogen werden,

doch kurz vor Abflug fehlte der Reisepass

der 11-jährigen Krebskranken.

Das Flugzeug war schon in

Startposition, als ein Kind an Bord

den Pass in seinem Rucksack entdeckte.

So wurde der Start abgebrochen,

um das Mädchen doch noch

mitzunehmen.

• Das schwedische Königspaar liess

sich von einem Flüchtling aus dem

Irak einen Schal umlegen. Nach

Veröffentlichung des Fotos wurde

klar, dass eine anti-israelische Parole

darauf stand: «Al-Aqsa gehört

uns und nicht deren (jüdischen)

Tempel.» Viele Schweden empörten

sich über den Missbrauch des

Königspaares für palästinensische

Propaganda.

• Die israelische Tennisvereinigung

(ITA) wurde in Belgien zu einer

Geldstrafe von 10.000 Euro verdonnert.

Ein Davis-Cup-Spiel musste

verlegt werden, da es auf Jom

Kippur (Versöhnungstag) gefallen

wäre. Die israelische Nationalmannschaft

hatte sich geweigert,

an diesem jüdischen Feiertag anzutreten.

• Das Einkaufszentrum Ramat Aviv

ist das teuerste Israels und steht an

35. Stelle weltweit, da die dortigen

Mietpreise als die höchsten für den

Einzelhandel gelten.

• Beim Raketenbeschuss aus dem

Libanon auf den Norden Israels

wurde ein von deutschen Christen

betriebenes Erholungsheim für Holocaust-Überlebende

in Shave Zion

beschädigt. Menschen kamen nicht

zu Schaden. Inzwischen stellte der

Libanon drei für den Beschuss Verantwortliche

vor ein Militärgericht.

Begründung: Sie hätten die Staatssicherheit

gefährdet.

• Ein palästinensischer Hacker legte

die private Facebook-Seite von

Mark Zuckerberg, dem Begründer

der Plattform, lahm. Nach Angaben

des Hackers, der sich als Khalil zu

erkennen gab, interessierte es ihn

nicht, dass Zuckerberg Jude sei, er

habe «nur auf eine Sicherheitslücke

hinweisen wollen».

• Während der Zuspitzung der Lage

in Syrien nahm die israelische Armee

die 6. Batterie des Raketenabwehrsystems

Iron Dome in Betrieb.

Alle Batterien wurden einstweilen

im Norden und im Zentrum stationiert.

• Infolge von mehreren Zwischenfällen

mit Todesfolgen muss Israels

Wach- und Sicherheitspersonal

laut einem neuen Gesetz die Feuerwaffen

zukünftig am Arbeitsplatz

lassen. Derzeit befinden sich in Israel

etwa 290.000 Feuerwaffen im

Privatbesitz.

• Staatspräsident Peres wurde vom

Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger

für sein Lebenswerk

ausgezeichnet.

• Yarden Gerbi ist Israels erste Judo-

Weltmeisterin. Sie sicherte sich in

Brasilien im Finale in nur 43 Se-


11

kunden den Sieg gegen ihre französische

Rivalin.

• Israel gewährte für die Bewohner

der Westbank erneut umfassende

Erleichterungen zum Ramadan:

Öffnungszeiten der Grenzübergänge

wurden verlängert, Passierbedingungen

für gewisse Bevölkerungsgruppen

gelockert, 180.000

Personen der Besuch von engen

Verwandten in Israel gestattet sowie

schätzungsweise 1 Mio. palästinensische

Besucher in Israel gezählt,

vorwiegend an den Stränden,

da die Westbank keinen Zugang

zum Meer hat.

• Amos-4, der bislang grösste, 4,3

Tonnen schwere und technisch

anspruchsvollste Satellit aus israelischer

Produktion, trat vom

Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan

seine Reise ins All an. Er

soll als leistungsstarker Satellit

verschiedene interaktive und mobile

Dienste übertragen.

• Israel, Griechenland und Zypern

unterzeichneten ein Abkommen zur

Kooperation und zum gemeinsamen

Schutz der Gasvorkommen im Mittelmeer.

Innerhalb von drei Jahren

soll ein Kabel zur Verbindung der

Stromnetze von Israel über Zypern

bis nach Kreta gelegt werden, das

die Lieferung von Energie nach Europa

ermöglicht.

• Der ehemalige israelische Ministerpräsident

Ariel Sharon wurde

im Sheba-Krankenhaus operiert.

Die Ernährungsröhren Sharons,

der seit mehr als sechs Jahren im

Koma liegt, mussten neu gelegt

werden.

• Obwohl Sukkot (Laubhüttenfest) in

den September fiel, gab es in weiten

Teilen des Landes, das heisst im

Norden und im Zentrum, den ersten

Regen der Saison, der auf Hebräisch

eine eigene Bezeichnung hat,

die der Bibel entstammt: HaYoreh

(5.Mo 11,14).

• Eine Umfrage ergab, dass rund drei

Viertel aller jüdischen Israelis beabsichtigte,

an Jom Kippur zu fasten.

An dem Tag war es in Israel

besonders heiss und drückend, sodass

in diesem Jahr sehr viel mehr

Sanitätereinsätze, nämlich 2.566,

erforderlich waren. AN

Herzliche

Einladung …

11

Nathanael Winkler

spricht in

Wymeer

Freie evangelische Bibelgemeinde Boen

Wymeerster Hauptstrasse 4

DE 26831 Wymeer

Fr. 01.11.2013, 19.30 Uhr

Thema: Faszination biblischer

Prophetie (Jesaja 7)

Sa. 02.11.2013, 19.30 Uhr

Thema: Israel und die Dreieinigkeit

So. 03.11.2013, 10.00 Uhr

Thema: Am Anfang war das Wort

Immer auf dem neuesten Stand:

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12 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Politik

Israelisch-kenianische Kooperation bei

Terrorbekämpfung

Vor einigen Wochen richtete sich das Augenmerk der Welt auf den schrecklichen Terrorakt in Kenia. Erneut sind

dafür extremistische Islamisten verantwortlich. Wieder kam Israel als Anti-Terror-Experte in die Schlagzeilen.

Unzählige Tote und Verletzte sind

die Bilanz eines Terroraktes im Einkaufszentrum

Westgate in Nairobi,

Kenia. Eine Zelle der islamistischen

Shabab-Milizen wollte das Eingreifen

der kenianischen Armee in Somalia

rächen. Laut ausländischen Medienberichten

gelang es den kenianischen

Sicherheitsbehörden wegen der engen

Beratung mit israelischen Anti-Terror-

Experten letztlich, das Einkaufszentrum

zu stürmen. Die britische Zeitung

The Guardian vermeldete, dass

israelische Spezialisten eine zentrale

Rolle bei der Durchführung der Befreiungsaktion

der Geiseln gespielt haben

Die Israelis sollen eine sehr viel

bedeutsamere Rolle als die

Sicherheitskräfte anderer Nationen

übernommen haben, die Kenia in dieser

Krise ebenfalls zur Seite standen.

Ausländische Spezialisten bei ihre Ankunft.

sollen. Sie sollen eine sehr viel bedeutsamere

Rolle als die Sicherheitskräfte

anderer Nationen übernommen haben,

die Kenia in dieser Krise ebenfalls zur

Seite eilten. Laut der britischen Quelle

haben israelische Experten die kenianischen

Truppen bei ihrem Vorgehen

angeleitet und zudem bei der Notfallversorgung

der Verletzten geholfen.

Seitens der israelischen Regierung bestätigte

ein hochrangiger Beamter die

Richtigkeit dieser Angaben. Die Nachrichtenagentur

Reuters berichtete, dass

israelische Experten Kenia halfen, «die

Verhandlungen mit den Terroristen zu

führen». Beide Quellen wiesen zudem

darauf hin, dass israelische Experten

lediglich in beratenden Funktionen,

nicht jedoch in die Aktionen der kenianischen

Armee selbst involviert waren.

Für Israelis ist die enge Kooperation

mit Kenia keine Neuigkeit. Schon

seit vielen Jahren pflegen beide Staaten

enge Beziehungen, dies vor allem auch

Bibelwoche 02. bis 07.02.2014

mit Jan Eisses

Thema: Das Buch Daniel

Die Woche findet statt im

Freizeit- und Erholungs heim Siegwinden 2

DE 36166 Haunetal

Sonntag, Anreise ab 17:00. Versammlungen jeweils

10:00, 15:30 und 19:30.

Interessenten können sich direkt im Freizeitheim informieren.

Tel: 0049 6673 789, E-Mail: info@siegwinden.de

im sicherheitspolitischen Bereich. Diese

Beziehungen wurden unter anderem

durch die WikiLeaks-Veröffentlichung

von geheimen Dokumenten bekannt.

Aus den Dokumenten wird ersichtlich,

dass Kenia «Israel als strategischen

Partner» bezeichnet, der «unsere Werte

teilt und somit ein Gegengewicht zu

den Entwicklungen in unseren Anrainerstaaten

darstellt».

Kenia war mehrmals Schauplatz

von islamistischen Terroranschlägen,

die auch israelische Ziele ins Visier

nahmen. 2002 war in Kenia ein terrorgeprägtes

Jahr. Zunächst wurde ein

Anschlag von mutmasslichen Al-Qaida-

Terroristen auf ein Hotel in Mombasa

verzeichnet, bei dem 13 Menschen ums

Leben kamen. Dann kam es zum Versuch,

ein israelisches Flugzeug der Firma

Arkia mit fast 300 Passagieren an

Bord abzuschiessen. Für Israel wurde

damals klar, dass man diesem afrikanischen

Land sicherheitspolitisch zur

Seite stehen muss. Israel gewährte

Kenia umfassende Hilfe bei der Anti-

Terrorausbildung von Spezialeinheiten

und stellte moderne Technologie der

Sicherheitsindustrie zur Verfügung.

Dass diese Entscheidung richtig

war, zeigte das Aufgreifen von zwei

iranischen Angehörigen der Revolutionsgarden

im Juni 2012 in Nairobi. Bei

den Männern wurde damals eine grosse

Menge Strengstoff gefunden. Die

Ermittlungen ergaben, dass israelische

Diplomaten die Zielscheibe waren. Ein

pikantes Detail der israelisch-kenianischen

Kooperation kam während des

Prozesses, der den beiden Iranern gemacht

wurde, ans Licht: Sie behaupteten,

im kenianischen Gefängnis von

Israelis verhört worden zu sein.

Israel und Kenia nahmen 1963 diplomatische

Beziehungen auf. Israel

gewährt dem Land seither umfangreiche

Entwicklungsberatung in den Bereichen

Agrarwirtschaft, kommunale

Entwicklung und Bildung. Wiederholt

leistete Israel nach Unglücken in Kenia

medizinische Notfallhilfe. ZL


13

Politik

Dieser neue iranische

Präsident, Rohani ist doch ein

ganz freundlicher Typ.

«Kampagne des Lächelns»

Auf den ersten Blick scheint es, als

habe man im Iran verstanden, was die

diplomatische Lösung in der Syrienfrage

für das eigene Land heisst. Die

versöhnlichsten Töne kamen vom spirituellen

Wortführer des islamischen Regimes

im Iran, Ajatollah Chamenei. Er

gewährte ein erstes Exklusivinterview

ausschliesslich für Journalisten aus

dem Westen. «Ich glaube fest an das,

was schon vor Jahren als ‹heldenhafte

Nachgiebigkeit› bezeichnet worden ist.

Nachgiebigkeit, Nachsicht – das ist doch

kein Problem. Auf manchen Gebieten

ist das eine gute Sache», so Chamenei,

der früher ganz andere Töne anschlug.

In Israel führt man das auf die

neue politische Linie des Nachfolgers

von Mahmud Ahmadinedschad zurück.

Der neue Präsident Hassan Rohani hat

eine «Kampagne des Lächelns» gestartet,

wie man das in Israel bezeichnet.

So beteuerte er in einem Interview für

den US-Nachrichtensender NBC: «Wir

haben niemals nach einer Atombombe

gestrebt.» Dem schloss sich auch

Ali Akbar Salehi an, der früher einmal

als Vizepräsident und Aussenminister

amtierte, heute jedoch Leiter der iranischen

Atombehörde ist. Er gab an, dass

sein Land die Menge des angereicherten

Urans um 42 Prozent verringert

habe, da man die atomare Technologie

ausschliesslich für zivile Zwecke nutzen

wolle.

Schon vor diesen öffentlichen, vorwiegend

an den Westen gerichteten Bekundungen

hatte US-Präsident Barack

Syrische Chemiewaffen und

das iranische Atomproblem

US-Präsident Obama hatte eine klare rote Linie benannt.

Schiffe der US Navy waren aufgezogen. Dennoch blieb der

Schlag gegen Syrien aus. Vielmehr zogen bei der diplomatischen

Lösung die Russen mit am Strang. Was ziehen die

Iraner daraus für Lehren?

Obama deutlich gesagt, dass sein Land

immer zu Gesprächen bereit sei, doch es

am Iran liege, zuvor zu beweisen, dass

die Nutzung von Atomkraft ausschliesslich

zivilen Zwecken dienen soll. Wenngleich

nicht offiziell bestätigt, sind sich

Politikexperten sicher: Diese beiden öffentlichen

Bekundungen deuten darauf

hin, dass der Iran und die USA längst

geheime Verhandlungen führen, um den

Konflikt auf diplomatischem Wege zu

lösen.

Die iranische Führungsschicht hat

eine andere Richtung der Öffentlichkeitsarbeit

eingeschlagen. Sie ist darauf

ausgerichtet, Vertrauenswürdigkeit

zu wecken. Israel nimmt das dem

Iran jedoch nicht ab. Man glaubt an

eine ausgeklügelte Show, bei der der

Iran den Westen einlullt und dennoch

klammheimlich mit atomaren Bestrebungen

fortfährt. Israel wies darauf

hin, dass der Iran in der Vergangenheit

mehr als nur einmal dabei erwischt

wurde, mit einem breiten Lächeln auf

den Lippen intrigante Lügen verbreitet

zu haben.

In Israel ist man der Überzeugung,

dass der Iran diese Taktik eingeschlagen

hat, weil das Land nur noch einen

kleinen Schritt von seinem eigentlichen

Ziel entfernt ist und kurz davor

steht, tatsächlich atomare Schlagkraft

zu erlangen. Daher machte Netanjahu

einerseits deutlich, dass er gewisse

Bedingungen aufstellen würde, um die

diplomatischen Verhandlungen als erfolgreich

bezeichnen zu können, doch er

fügte andererseits zwischen den Zeilen

hinzu, dass Israel weiterhin gewillt sei,

einen Alleinschlag gegen das iranische

Atomwaffenprogramm auszuführen.

Bei einer Zeremonie der israelischen

Marine, auf der Wehrdienstleistende

ihre Offiziersabzeichen erhielten, sagte

er unter anderem: «Ich habe während

meiner Dienstzeit als Ministerpräsident

immer eine Linie verfolgt, die jetzt vielleicht

noch sehr viel aktueller ist als in

der Vergangenheit: Wir können uns nur

auf uns selbst verlassen. Israel muss

immer und beständig in der Lage sein,

sich selbst verteidigen zu können.»

Unterdessen unternehmen die USA

grosse Anstrengungen, Israel wissen zu

lassen, dass man die militärische Option

gegen den Iran keineswegs aus den

Augen verloren hat. Man stehe dazu,

dass der Iran nicht in den Besitz atomarer

Waffen kommen dürfe und es einen

Zeitpunkt gebe, an dem man die Uhr

nicht wieder zurückdrehen könne. Zugleich

wird auf Israel weiterhin Druck

ausgeübt, damit es nicht nur über eine

militärische Option nachdenkt. Aus israelischer

Sicht bedeutet dies auf jeden

Fall eines: Die Zeit arbeitet weiter zugunsten

des Iran. ZL


14 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Politik

Moral vs. politische Interessen im Syrienkonflikt

Namhafte israelische Kommentatoren beschäftigten sich in Pressekommentaren mit den Vorgängen in Syrien,

der Haltung der internationalen Staatengemeinschaft und den Auswirkungen für Israel.

Herzliche

Einladung …

Samuel

Rindlisbacher

spricht in

Stadthagen

Freievangelische Gemeinde,

Vornhäger Strasse 67,

DE 31655 Stadthagen

So. 10.11.2013, 10.30 Uhr

Thema:

Wir aber predigen

Christus

Der israelische Journalist Eldad

Beck schreibt unter anderem für Yediot

Acharonot und beschäftigte sich mit den

«Lehren für Israel aus der Tragödie in

seinem Nachbarland». Er hielt unter anderem

fest: «Anfang der 1960er-Jahre,

als die ägyptische Armee im jemenitischen

Bürgerkrieg intervenierte, benutzte

sie Chemiewaffen. Die Welt schwieg.

Später rüstete Ägypten Syrien und den

Irak mit diesen Waffen aus. Die Welt

schwieg weiter. In den 1980er-Jahren,

im Iran-Irak-Krieg, setzten beide Seiten

C-Waffen ein. Die Welt schwieg. Und sie

schwieg weiter, als Saddam Hussein

1988 solche Waffen gegen die kurdische

Bevölkerung seines Landes einsetzte.

2004 benutzten syrische Sondereinheiten

C-Waffen gegen die Bevölkerung von

Darfur im Sudan. Die Welt schwieg.

Seit geraumer Zeit gibt es Beweise

dafür, dass das Ba’ath-Regime in Syrien

C-Waffen gegen seine eigene Bevölkerung

gebraucht. Jetzt, viel zu spät,

könnten die USA und ein paar Alliierte

aus Europa und dem Nahen Osten darauf

militärisch reagieren. Viel zu spät

für die über 100.000 Menschen, die bisher

ihr Leben im syrischen Bürgerkrieg

verloren haben.

Israel kann für sich nur eine Lehre

aus der syrischen Tragödie ziehen: Es

darf sich niemals auf die Weltgemeinschaft

oder den Westen verlassen. (…)

Vorschläge internationaler Garantien

für die Sicherheit Israels im Rahmen einer

möglichen Friedenslösung darf man

nicht ernst nehmen. Denn sollte Israel

angegriffen werden, wird die Welt wieder

das tun, was sie am besten kann:

schweigen.

Der Nahe Osten ist die einzige Region

der Welt, in der seit Ende des Zweiten

Weltkrieges regelmässig Massenvernichtungswaffen

benutzt wurden,

ohne dass die Welt darauf reagiert hat.

Wenn der Iran also erklärt, dass Israel

verschwinden muss, und sich gleichzeitig

nuklear hochrüstet, muss man davon

ausgehen, dass das iranische Regime

auch meint, was es sagt. Israel kann

und darf nur sich selbst trauen. Solange

der Nahe Osten sich nicht radikal geändert

hat, muss das so bleiben.»

Der emeritierte Politologie-Professor

Shlomo Avineri führte bei einem

Vortrag in Jerusalem aus, dass das Zögern

der Amerikaner an der Notwendigkeit

liege, Rücksicht auf die Russen zu

nehmen oder unvorhersehbare Folgen

eines Militärschlags abzuwägen. Zudem

erwähnte er in diesem Zusammenhang

die «klassische Schwäche» der Europäer.

Widersprüchliche Aussagen der

Briten und Franzosen würden von der

Unfähigkeit Europas zeugen, an einem

Strang zu ziehen. Dies sei bereits im

Kosovo-Krieg deutlich geworden. Er

verwies darauf, dass den Amerikanern

durch Nichtstun in dieser Angelegenheit

ein Verlust ihrer Glaubwürdigkeit

droht. Nicht nur enge Verbündete wie

Israel, sondern auch Japan und Südkorea

könnten an der Zuverlässigkeit

ihres Verbündeten zweifeln. Seiner Ansicht

nach bröckelt auch in der arabischen

Welt das Vertrauen in die USA.

Nachdem die diplomatische Lösung

der Frage um die Giftgasdepots in Syrien

auf dem Tisch lag, hielt sich US-Aussenminister

John Kerry in Israel auf. Im

Anschluss an ein Zusammentreffen mit

Kerry sagte Israels Ministerpräsident

Benjamin Netanjahu: «Wir verfolgen die

US-amerikanischen Anstrengungen, die

Chemiewaffen des syrischen Regimes zu

beseitigen, genau und wir unterstützen

diese Bemühungen. Diese Waffen müssen

Syrien abgenommen werden, auch

zur Sicherheit der ganzen Region. Die

Welt muss dafür sorgen, dass radikale

Regime keine Massenvernichtungswaffen

besitzen, wie wir in Syrien erneut

erfahren mussten. Schurkenstaaten,

die solche Waffen besitzen, werden sie

auch benutzen. Die Entschlossenheit

der Weltgemeinschaft gegenüber Syrien

wird einen unmittelbaren Einfluss auf

den Patron Syriens haben, den Iran. Der

Iran muss um die Konsequenzen seiner

beständigen Missachtung der Weltgemeinschaft

bezüglich des Strebens nach

Nuklearwaffen wissen. Die Erkenntnis

der letzten Tage entspricht dem, was

ich schon seit Längerem immer wieder

sage: Wenn Diplomatie eine Chance

haben will, braucht sie zugleich eine

glaubwürdige militärische Drohung.

Was für Syrien gilt, gilt auch für den

Iran.» In Israel herrscht Skepsis. Viele

bezweifeln, dass es möglich sein wird,

die Giftgasvorräte aus Syrien herauszuschaffen.

AN

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15

Politik

Wer profitiert vom unterlassenen Schlag gegen Syrien?

Den grausamen Einsatz chemischer Kampfstoffe in Syrien bezahlten 1.200 Menschen, darunter 400 Kinder, mit

dem Leben. Zunächst sah es nach einem Militärschlag des Westens gegen das Assad-Regime aus. Jetzt spricht

die Diplomatie, jedoch zum Vorteil welcher Seite?

Der grosse Gewinner der von Russland

vorgeschlagenen diplomatischen

Lösung ist vor allem Russland selbst.

Das Land konnte sich mitten in einem

zu eskalieren drohenden Konflikt als

rational agierender Staat präsentieren,

der eine militärische Konfrontation im

Nahen Osten, von der keiner gewusst

hätte, wohin sie führen würde, durch

diplomatische Mittel verhindert hat.

Zugleich hat Russland dadurch seinen

syrischen Bündnispartner vor dem Untergang

bewahrt. Syrien erfüllt für die

Russen eine wichtige Rolle, da dieses

Land ihnen einen ungehinderten Zugang

zum Mittelmeer gewährt. Auf der

grossen politischen Bühne kommt für

die Russen ein weiterer sehr bedeutsamer

Aspekt hinzu: Nach vielen Jahren

konnten sie wieder unter Beweis stellen,

dass sie weiterhin ein wichtiger

globaler Spieler sind, eine Weltmacht.

Für die USA bedeutet jeder Erfolg,

den die Russen im Nahen Osten verbuchen,

auf den ersten Blick einen Minuspunkt.

Tatsächlich stand US-Präsident

Barack Obama vor einem schwerwiegenden

Dilemma. Zum einen hatte er

verkündet, dass der Einsatz von Giftgas

in Syrien eine Art Überschreitung

der roten Linie darstellt und nicht ohne

Gegenmassnahme hingenommen werden

kann. Zum anderen verfolgt er eine

grundsätzlich von seinen Landsleuten

befürwortete Politik der geringeren

Einmischung – vor allem der militärischen

Intervention – der USA in internationale

Konflikte. Somit kann auch

er aufgrund der russischen Initiative

und trotz unterlassenem Handeln einen

Pluspunkt verbuchen. Er bekommt

zudem etwas, was er schon lange wollte:

Assad muss seine Arsenale öffnen

und die unkonventionellen Kampfstoffe

herausrücken. Ausserdem erlangte

Obama dieses ihm am Herzen liegende

Ziel, ohne dabei das Leben von US-Bürgern

zu gefährden.

Auch wenn die Sache noch nicht

ausgestanden ist, dürfte auch der syrische

Diktator Bashar Assad tief durchgeatmet

haben. Trotz aller Drohungen,

Für Israel bedeutet das zwar, Assad weiterhin an der Macht zu sehen, sich aber nicht mit einer

Herrschaft von radikal-islamistischen Gruppierung a la Al-Qaida vor der eigenen Haustür befassen

zu müssen.

die er während der Zuspitzung des Konflikts

– vor allem gegen Israel – ausgestossen

hat, weiss er sehr wohl, dass

ein militärisches Eingreifen des Westens

mit grosser Wahrscheinlichkeit

das Ende seiner Herrschaft bedeutet

hätte. Somit ist er dank der russischen

Initiative weiterhin Präsident Syriens.

Wenngleich seine Position geschwächt

ist, regiert er weiter.

Auch Israel kommt auf seine Kosten,

zumindest zwischenzeitlich. Zu

wissen, dass die chemischen Kampfstoffe

aus Syrien entfernt werden sollen,

bedeutet für das Land einen wichtigen

strategischen Erfolg. Assads Syrien

ist und bleibt ein Israel feindlich gesinntes

Land, doch ohne solche unkonventionellen

Kampfstoffe wird aus dem

mächtigen Feind ein schwächerer Gegner,

der eine weniger grosse Gefahr für

den jüdischen Staat darstellt. Eine solche

Schwäche wirkt sich auch auf die

Bündnispartner Syriens in der Region

aus, sprich den Iran sowie die vom Iran

gestützte Hisbollah-Miliz im Libanon.

Doch trotz dieser durchaus positiven Effekte

kommt dadurch der schreckliche

Bürgerkrieg in Syrien nicht zu einem

Ende. Für Israel bedeutet das zwar, Assad

weiterhin an der Macht zu sehen,

sich aber nicht mit einer Herrschaft von

radikal-islamistischen Gruppierung a la

Al-Qaida vor der eigenen Haustür befassen

zu müssen.

Leidtragender dieser Entwicklung

ist allerdings das syrische Volk, das weiterhin

unter den fortgesetzten Kämpfen

leiden wird. Für das syrische Volk ist

der Ausblick in jeder Hinsicht grimmig.

Bleibt Assad an der Macht, werden die

syrischen Bürger nach wie vor seinem

eisernen Griff ausgesetzt sein. Kommen

die Rebellen an die Macht, so stellt das

kein Ende der Gewalt in Aussicht, vermutlich

sogar eher das Gegenteil.

Auf lange Sicht könnten die Vorgänge

in Syrien allerdings auch Israel

teuer zu stehen kommen. Sofort mit

Unterzeichnung des diplomatischen Abkommens

zwischen Russen und Amerikanern

und der Einwilligung Assads,

die Arsenale der unkonventionellen

Kampfstoffe zu räumen, wandten sich

verschiedenste internationale Gremien

an Israel und forderten vom jüdischen

Staat ebenfalls die Herausgabe aller

derartigen Kriegsmittel. ZL


Mitternachtsruf Alle Termine im Überblick

Agenda vom 01.11. bis 31.12.2013

Änderungen vorbehalten. Die Agenda im Internet, immer aktuell: www.mitternachtsruf.ch

Büchertisch vorhanden B

LivestreAm auf live.mnr.ch

Handzettel erhältlich

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Deutschland: 07745 8001

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Organisierter Kinderhütedienst

H

K

Fr 01.11. 10:00 DE 71065 Sindelfingen MNR-FREuNDEStREFFEN Stadthalle Sindelfingen, Schillerstrasse 23 Alexander Seibel B H K

Fr 01.11. 14:00 DE 71065 Sindelfingen MNR-FREuNDEStREFFEN Stadthalle Sindelfingen, Schillerstrasse 23 Norbert Lieth B H K

Fr 01.11. 19:30 DE 26831 Wymeer Freie evangelische Bibelgemeinde Wymeer/Boen, Wymeerster Hauptstr. 4 Nathanael Winkler B H

Sa 02.11. 19:30 DE 26831 Wymeer Freie evangelische Bibelgemeinde Wymeer/Boen, Wymeerster Hauptstr. 4 Nathanael Winkler B H

So 03.11. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Markus Wüthrich K

LivestreAm So 03.11. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Norbert Lieth B K

So 03.11. 10:00 DE 26831 Wymeer Freie evangelische Bibelgemeinde Wymeer/Boen, Wymeerster Hauptstr. 4 Nathanael Winkler B H

Do 07.11. 19:30 DE 36251 Bad Hersfeld Johann-Sebastian-Bach-Haus, Nachtigallenstr. 7 Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Fr 08.11. 19:30 DE 34117 Kassel CVJM Kassel, Wolfsschlucht Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Sa 09.11. 15:00 DE 30177 Hannover Arche Hannover Evang.-Freikirchliche Gemeinde, Gertrud-Greising-Weg 2 Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

So 10.11. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Marcel Malgo K

LivestreAm So 10.11. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Nathanael Winkler B K

So 10.11. 10:30 DE 31655 Stadthagen Freievangelische Gemeinde, Vornhäger Strasse 67 Samuel Rindlisbacher B H

So 10.11. 16:00 DE 09376 Oelsnitz/Erzgebirge Stadthalle Oelsnitz, Rathausplatz 3 Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Mo 11.11. 19:30 DE 99089 Erfurt CVJM Gästehaus, Gerberstrasse 14a Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H


Di 12.11. 19:30 DE 80637 München Innere Mission München, Landshuter Allee 40 Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Mi 13.11. 20:00 DE 73340 Amstetten Gemeindehalle, Im Burrach, Ortsteil: Hofstett-Emerbuch Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Do 14.11. 19:30 DE 74072 Heilbronn Schiesshaus Heilbronn, Frankfurter Str. 65 Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Fr 15.11. 19:30 CH 3600 thun Paulus Kapelle (EMK), Klosestrasse 10 Nathanael Winkler B H

Sa 16.11. 14:00 NL 3941 KA Doorn Brandpuntkapel (Gebouw van Het Zoeklicht), Postweg 18 Norbert Lieth, Jonathan Malgo B H

Sa 16.11. 17:00 74321 Bietigheim-Bissingen Friedenskirche, Bolzstr. 14 Elia Morise B H

So 17.11. 10:30 DE 71636 Ludwigsburg FEG Ludwigsburg, Friedenstrasse 35 Elia Morise B H

LivestreAm So 17.11. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Marcel Malgo B K

So 17.11. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Nathanael Winkler K

So 17.11. 15:00 FR 67100 Strasbourg Centre Culturel Marcel Marceau, Place Albert Schweitzer Thomas Lieth B H

So 17.11. 16:00 DE 79618 Rheinfelden Schloss Beuggen, Evangelische Tagungs- und Begegnungsstätte Nathanael Winkler B H

So 24.11. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Norbert Lieth K

LivestreAm So 24.11. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Samuel Rindlisbacher B K

LivestreAm So 01.12. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Elia Morise B K

So 01.12. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Samuel Rindlisbacher K

So 01.12. 10:15 CH 8192 Zweidlen-Glattfelden Spinnerei-Lettenstrasse Fredy Peter B H

Sa 07.12. 18:30 56068 Koblenz Christuskirche, Hohenzollernstrasse 2 Elia Morise B H

So 08.12. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Marcel Malgo K

So 08.12. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Norbert Lieth B K

So 15.12. 10:00 DE 46284 Dorsten Evangelisch-Freikirchliche Baptistengemeinde, An der Molkerei 19 Elia Morise B H

So 15.12. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Marcel Malgo K

LivestreAm So 15.12. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Samuel Rindlisbacher B K

Mo 16.12. 19:30 CH 8600 Dübendorf WEiHNACHtSKONZERt Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 the Geneva international Christian Choir and Orchestra

So 22.12. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Andreas Graber K

So 22.12. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Nathanael Winkler B K

Mi 25.12. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Marcel Malgo K

LivestreAm Mi 25.12. 10:00 CH 8600 Dübendorf WEiHNACHtSFESt-GOttESDiENSt Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Thomas Lieth B H K


18 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Israel im Posterformat

Nachrichten aus • 11/2013

Ein Israelkalender der Extraklasse. 12 wunderschöne,

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erinnern Sie an das Land, um das Gott selbst besorgt ist.

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19

Politik

Hamas mit dem Rücken zur Wand

In einem Leitartikel für die renommierte israelische Tageszeitung Haaretz widmet sich Amos Harel der Situation

der Hamas im Gazastreifen. Er zeigt auf, wieso die Isolation der Hamas erneute Übergriffe auf Israel wahrscheinlich

macht.

«Ägypten erhöht seinen Druck auf

die Hamas im Gazastreifen. Kairo fordert

von ihr, Anschläge gegen Israel

sowie die Hilfe für die im Sinai gegen

Ägypten kämpfenden islamistischen

Organisationen zu unterbinden. Mussa

Abu Marsuk, Vize der politischen

Hamas-Führung, schrieb kürzlich auf

seiner Facebook-Seite, dass das palästinensische

Volk vor einer dritten Intifada

stehe, denn die PA-Führung in Ramallah

habe versagt, dem Volk die Unabhängigkeit

zu bringen. Daran würden auch die

Friedensbemühungen von US-Aussenminister

Kerry nichts ändern.

Der militärische Umsturz in Kairo

im Juli mischte tatsächlich die strategischen

Karten neu. Die Hamas ist die

eigentlich Leidtragende dieser neuen

Konstellationen. Kairo bringt fast jeden

Tag neue Anschuldigungen gegen sie

vor. Man beschuldigt sie, gegen Ägypten

zu kämpfen, die islamistischen Gruppen,

die im Sinai agieren, zu unterstützen und

sogar selbst Kämpfer zu entsenden. Die

ägyptischen Sicherheitsbehörden gaben

unter anderem bekannt, dass unter den

130 von ihrer Armee im Sinai ermordeten

islamistischen Terroristen rund 39

Einwohner des Gazastreifens waren.

Letzten Monat beschossen ägyptische

Soldaten einen Hamas-Stützpunkt

an der Grenze bei Rafah. Zudem

wurden Fischer aus dem Gazastreifen

durch Feuer der ägyptischen Marine

daran gehindert, sich der Küste des

Sinai zu nähern. Der Rafah-Grenzübergang

zwischen dem Gazastreifen und

Ägypten wurde um diese Zeit nur noch

sporadisch geöffnet. Diesen passierten

zuvor täglich mehr als 1.300 Reisende,

nun wurden im besten Fall 350 abgefertigt.

Infolge eines Anschlags von Islamisten

auf eine ägyptische Stellung

im Sinai wurde die Grenze dann wieder

einmal vollständig gesperrt. Ägypten

gestattet den Hamas-Ministern nicht

mehr, nach Kairo zu reisen und hat

auch die meisten Schmuggeltunnel

bereits zerstört. Gegenwärtig werden

sogar Häuser in Grenznähe abgerissen,

sodass sie nicht als Deckung für

neue Schmuggeltunnel

dienen können. (…)

Die Ägypter gewähren

nur noch einen Teil

der zugesicherten Benzin-Lieferungen.

Bei Israel

möchte die Hamas

nicht bestellen, weil das

Benzin dort viel zu teuer

ist. Auf Anweisung der

Hamas geht ein Grossteil

der Lieferungen direkt

zum zentralen Stromkraftwerk

des Gazastreifens.

Daher funktioniert

der Autobusverkehr

nicht mehr vollständig

und an Tankstellen

kommt es zu Engpässen.

Privatleute müssen vor

dem Tanken ausserdem

erst einmal nachweisen, dass sie bei der

Hamas keine Steuerschulden haben. (…)

Auch andere Güter aus Ägypten bleiben

rar, was der Hamas, die darauf grosszügig

Steuern zu erheben pflegte, ein gewaltiges

Loch in die Kasse reisst.

Die Bevölkerung ist unzufrieden und

wendet sich ab, was der Hamas nicht

wenig Kopfzerbrechen bereitet; denn

Organisationen, die der Fatah und somit

der Palästinensischen Autonomiebehörde

(PA) nahestehen, erstarken. Zudem

nimmt die Bevölkerung wahr, dass Israel

beispielsweise die Lieferkontingente

von Baustoffen für Privathaushalte aufgestockt

hat und bekanntgab, dass dies

auf Bitten von PA-Präsident Mahmud

Abbas geschah.

Die Hamas ist immer mehr isoliert:

Die guten Beziehungen zu Ägypten sind

dahin, mit dem Iran hat sie sich bereits

zuvor zerstritten und auch die einst guten

Beziehungen zur Türkei und zu Katar

sind nicht mehr das, was sie einmal

waren. Die Hamas-Führung steht mit

dem Rücken an der Wand und die ausgesandten

Botschaften deuten untypischer

Weise auf eine völlige Ratlosigkeit angesichts

dieser neuen Situation. (…)

Eine Möglichkeit an der Macht zu

bleiben, nämlich den Versöhnungsversuch

mit der PA erneut aufzunehmen,

scheint kaum eine Option zu sein, da

sich die PA-Leitung mitsamt Fatah offen

hämisch über die Notlage der Hamas

freut. Eine zweite Möglichkeit besteht

darin, den Ägyptern die Stirn zu bieten.

Die dritte offenstehende Option passt

jedoch viel besser zu den bisherigen

Verhaltensmustern der Hamas-Führung:

den aktiven Kampf gegen Israel erneut

intensivieren.

Somit sind sich Israels Armee und

Nachrichtendienste sicher, dass man

sich von der gegenwärtigen Ruhe an der

Grenze zum Gazastreifen nicht täuschen

lassen darf. Zwar leidet die Hamas unter

einem Mangel an Waffennachschub,

doch über die Jahre hat diese Organisation

bewiesen, Kurzstreckenraketen auch

selbst konstruieren zu können. Ausserdem

glaubt man, dass wieder verstärkt

Tunnel in Richtung Israel gegraben werden,

um erneut zu versuchen, (…) israelische

Soldaten und Zivilisten in den

Gazastreifen zu entführen. Dazu hiess

es seitens eines hochrangigen Generals

des israelischen Süd-Kommandos: ‹Wir

sind auf alles vorbereitet.›»

Bearbeitung AN


20 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Politik

Bündnis mit Ägypten wird engmaschiger

Während die Augen der Welt auf Syrien gerichtet sind, tut sich in einer anderen Ecke des Nahen Ostens ein

völlig neues Bündnis auf, das in den letzten Wochen immer engmaschiger wurde: eine Bündniskooperation

zwischen Israel und der ägyptischen Armee.

Weder Israel noch Ägypten haben ein

Interesse daran, dass über ihre enorm

aufgewerteten und sehr viel intensiveren

Beziehungen geredet wird. Viele Kooperationsdetails

werden verschwiegen.

Dennoch liegt inzwischen auf der Hand,

dass es sich beim Militärbündnis zwischen

Israel und Ägypten nicht nur um

taktische Absprachen bei einzelnen Operationen

handelt. Vielmehr geht es um

gemeinsame strategische Interessen.

Diese geteilten Interessen sind derart

bedeutsam, dass Israel in Washington

sogar die jüdische Lobby aufgerufen

hat, bei der US-Administration zugunsten

der Ägypter vorzusprechen. Israel

hat ein grosses Interesse daran, dass

die US-amerikanischen Gelder, auf die

Ägypten dringend angewiesen ist, weiter

in das Land am Nil fliessen und dass

Washington von seiner Zurückhaltung

wegen der Vorgänge rundum die Absetzung

des ehemaligen Präsidenten Mursi

abrückt.

Nach dem Sturz Mubaraks 2011

herrschte zunächst Ungewissheit bezüglich

der weiteren Entwicklung der Beziehungen.

Mit der Wahl des Muslimbruder-Anhängers

Mursi durchliefen die Beziehungen

zwischen Israel und Ägypten

dann schwere Prüfungen. Mursi machte

aus seiner Sympathie für die Hamas

im Gazastreifen kein Geheimnis. Laut

der Anklage, die kürzlich gegen Mursi

in Kairo erhoben wurde, soll er der Hamas

sogar geheime Staatsinformationen

zugespielt haben, die die Sicherheitsinteressen

Ägyptens verletzten. Sollte

es sich dabei, so wie man in Israel annimmt,

auch um Informationen über die

Biblische Prophetie

zum Staunen

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21

im Sinai aktiven Terrorzellen handeln,

könnten die Informationen auch zu Israels

Nachteil weitergereicht worden sein.

Doch mit Mursis Absetzung verlor

die Hamas einen der letzten Verbündeten

in der Region. Sie ist in Bedrängnis

geraten. Inzwischen beschuldigt die

ägyptische Militärregierung die Hamas

öffentlich, islamistischen Terroristen

im Kampf gegen Ägypten zur Seite zu

stehen. Ägypten hält die Hamas in einer

Art Würgegriff, damit niemand vom

Territorium des Gazastreifens aus gegen

Israel vorgeht. Die Ägypter wollen keine

weitere Front in der Region, an der sie

zu kämpfen haben. Das ist ein Aspekt

des neuen strategischen Bündnisses.

Die Sinai-Halbinsel, die im Jom-

Kippur-Krieg vor 40 Jahren schwerste

Kämpfe zwischen israelischen und

ägyptischen Soldaten sah, ist heute die

zweite Front, die im neuen israelischägyptischen

Bündnis eine zentrale Rolle

spielt. Dort tummeln sich Tausende

bewaffnete Extremisten unterschiedlicher

radikal-islamistischer Gruppierungen,

die man sowohl in Israel als

auch in Ägypten als Feinde betrachtet.

Israelische Nachrichtendienste haben

bisher 15 solche, im Sinai aktive

Gruppen identifiziert. Die Terroristen

kommen vorwiegend aus dem Jemen,

Saudi-Arabien und Libyen, denen sich

Beduinen des Sinai sowie Kämpfer aus

dem Gazastreifen angeschlossen haben.

Sie verfolgen ein übergeordnetes

Ziel: die Errichtung eines islamischen

Staates. Sie greifen alle an, die sich ihnen

in den Weg stellen. Sie ermorden

nicht nur ägyptische Soldaten, sondern

auch Zivilisten. Im Kampf gegen diese

Terrorzellen setzt Ägypten – mit Israels

Zustimmung – erstmals seit dem

Camp-David-Abkommen von 1979 wieder

Boden- und Luftwaffeneinheiten

im Sinai ein. Israel ist selbst nicht auf

ägyptischem Hoheitsgebiet aktiv, doch

es ist bekannt, dass hochrangige israelische

Offiziere inzwischen vermehrt zu

Unterredungen nach Kairo reisen. Der

israelische Nachrichtendienst Shabak

verfolgt die Lage ebenfalls sehr genau.

Um diese nachrichtendienstliche Arbeit

bewältigen zu können, wurde eine neue

Einheit ins Leben gerufen, die wohl

auch eng mit den ägyptischen Kollegen

zusammenarbeitet. ZL

Wirtschaft

Israelische Firma beliefert NATO

Israel gilt als ein Land, das hervorragende Hightech-Innovationen hervorbringt. Die Anforderungen der modernen

Sicherheitsindustrie machen das Land daher zu einem führenden Lieferanten von Sicherheitselektronik. Davon

möchte auch die NATO profitieren.

Israel veräussert vor allem moderne

elektronische Sicherheitssysteme

im Ausland, die zumeist von Armeen

zwecks Terrorbekämpfung erworben

werden. Jetzt steht auf der Käuferliste

für hochmoderne Sicherheitssysteme

aus der israelischen Ideenschmiede

auch die NATO. Kürzlich setzte sich die

israelische Firma Netline Communications

Technologies bei einer Ausschreibung

der NATO gegenüber anderen

internationalen Bewerbern durch. Nun

wird Netline der NATO ihr System «C-

Guard Slider» verkaufen.

Auf ihrer Homepage führt die Firma

zu ihren Systemen Folgendes aus:

«Mittels Radiowellen kontrollierbare

Sprengsätze sind die bevorzugte Wahl

von Terroristen in Kampfzonen. Solche

Sprengsätze werden per Fernbedienung

gezündet. Unsere Firma hat Systeme

entwickelt, die dazu in der Lage sind,

die Fernbedienungssequenzen solcher

Sprengsätze effektiv zu stören.» Bei

dem von der NATO bestellten System,

das ehemalige Elitesoldaten in der Firma

entwickelten, handelt es sich um ein

transportables System. Es wiegt wenig

und kann somit von einem einzelnen

Soldaten auch bei Einsätzen im freien

Feld mitgeführt werden. Die Module

dieses Systems können einfach

gewechselt und umprogrammiert

werden, um sie den unterschiedlichen

Gegebenheiten der Ausseneinsätze

anzupassen. Das System

ist zudem bei jedem Wetter einsetzbar

– ob bei einem Sandsturm oder

bei schwerem Regen. Selbst bei nachhaltigen

Erschütterungen funktioniert

es weiterhin einwandfrei. Zudem kann

die Firma dieses System an besondere

Kundenwünsche anpassen.

Zum System gehört auch «Hawk

AI», ein modernes Kommunikationsabhörsystem,

das vor allem das Abhören

von Handyfrequenzen und deren genaue

Ortung ermöglicht. Darüber hinaus ist

«Hawk AI» in der Lage, ein spezifisches

Mobiltelefon zu blockieren, sodass keine

ausgehenden Gespräche geführt und

auch keine Anrufe entgegengenommen

werden können. Das System kann beispielsweise

in Militärfahrzeugen installiert

werden, ist aber auch in mobiler

Form erhältlich.

Die Innovationen der israelischen

Firma Netline bestechen im Vergleich

zu ähnlicher Technologie anderer Firmen

durch ihre Kompaktheit. Die Systeme

wiegen wenig und sind so gross,

dass ein Mann sie bequem tragen kann.

Abgesehen

von ihrer Wetterbeständigkeit

sind sie auch noch

einfach zu bedienen.

Das steigert ihre Konkurrenz- wie auch

ihre Einsatzfähigkeit nachhaltig.

Nicht bekannt wurde, wie umfangreich

der Lieferauftrag der NATO ist.

Dennoch kommt diesem Lieferauftrag

in einer Zeit, da die EU Israel immer

umfassender zu boykottieren versucht,

ein ganz besonders prestigevoller Stellenwert

zu. ZL


22 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Gesellschaft

Israels Weinbauern im Negev

Die Weinproduktion des Staates Israel boomt. Immer mehr Winzerbetriebe bauen ihre edlen Tropfen ausgerechnet

in der Wüste an. Gerade diese Reben, die in einer unwirtlichen Umgebung wachsen, erregen international Aufsehen.

Noch vor zwei Jahrzehnten galt die

israelische Weinproduktion als mittelmässig,

wenn nicht sogar als minderwertig.

Inzwischen hat sich das grundlegend

geändert. Es wurden immer

mehr israelische Winzerbetriebe gegründet,

die den bestehenden Traditionsbetrieben

hochwertige Weine entgegensetzten.

Inzwischen zählt das Land

250 Winzerbetriebe, darunter auch viele

kleinere Boutiquewinzerbetriebe. Sie

produzieren jährlich rund 36 Millionen

Flaschen Wein und fahren pro Jahr Exporterträge

in Höhe von rund 20 Millionen

Euro ein. Trotzdem bestreiten

die israelischen Weine auf dem internationalen

Markt lediglich ein Kontingent

von 0,02 Prozent. Frankreich und Italien

bringen es zum Beispiel auf je rund

15 Prozent.

Interessant ist jedoch nicht der

Marktanteil, sondern die inzwischen

hochwertige Qualität der israelischen

Weine. Verschiedene Winzer können auf

internationale Auszeichnungen stolz

sein. Mittlerweile findet kein internationaler

Wettbewerb mehr ohne Teilnahme

israelischer Winzer statt, die fast immer

mit der einen oder anderen Auszeichnung

nach Hause kommen.

Mittlerweile macht die Negev-

Wüste, die rund 60 Prozent des israelischen

Territoriums ausmacht, in dieser

Angelegenheit von sich reden. In

der Negev-Wüste bestehen bisher zwar

nur rund fünf Prozent der Winzer des

Landes, doch gerade der besondere Geschmack

der hier produzierten Weine

lässt die Fachwelt aufhorchen. Dazu

hiess es im Internetnachrichtenportal

Ynet: «Das harsche Klima dieser Region

verleiht den Weinreben eine besondere

Qualität, die man sonst nirgendwo erzeugen

kann. Die extreme Trockenheit

und die Tropfenbewässerung sind für

eine bessere Kontrolle der Wasserzufuhr

verantwortlich, was die Qualität

positiv beeinflusst. Ausserdem sind nur

selten Pestizide erforderlich, da viele

Weinschädlinge im ariden Wüstenklima

nicht überleben können. Hinzu kommt,

dass der drastische Unterschied zwischen

Tag- und Nachttemperaturen den

Säuregehalt ausbalanciert.»

Somit machen einige Weinbauern

des Negev den grösseren im Norden des

Landes – in Galiläa und auf dem Golan

– längst Konkurrenz, wie zum Beispiel

dem noch gar nicht so lange bestehenden

Winzerbetrieb Midbar in der Region

von Arad, dem 1999 eröffneten Winzerbetrieb

von Sde Boker, dem bereits mit

mehreren Auszeichnungen gekrönten

Winzer Yatir in den judäischen Bergen

sowie dem Winzer Rajum bei Mitzpe Ramon.

AN

Gesellschaft

Israelis arbeiten mehr als Arbeitnehmer im Westen

Während Israelis durch ihren Ideenreichtum glänzen und das Land zahllose bemerkenswerte Geschäftsinitiativen

vorzuweisen hat, leidet die Produktivität des Gesamtarbeitsmarktes unter zu vielen Arbeitsstunden.

Das Taub-Zentrum für sozial-politische

Studien in Israel ist ein namhaftes,

unabhängiges israelisches Forschungszentrum.

Kürzlich legte einer der Wissenschaftler,

die am Taub-Zentrum

wirken, eine interessante Studie vor,

die einige Probleme des israelischen

Arbeitsmarktes im Vergleich zu anderen

westlichen Ländern erläutert. Der

Direktor des Taub-Zentrums, Prof. Dan

Ben-David, zeichnet für diese Studie

verantwortlich, aus der hervorgeht,

dass die allgemeine Produktivität der

Arbeitnehmer in Israel unter den langen

Arbeitszeiten leidet. Darüber hinaus

werden in der Studie weitere Faktoren

angeführt, warum Israel im Vergleich

der Arbeitsproduktivität hinter anderen

führenden westlichen Ländern zurücksteht.

Dafür verantwortlich ist unter

anderem die Bürokratie.

Israelis stehen im Jahr 14 bis 15 Urlaubstage

zu. Zugegeben, es kommen

eine Menge Feiertage hinzu, doch ein

Arbeitgeber ist lediglich zur Vergütung

von maximal 19 Urlaubstagen jährlich

verpflichtet, und das nur, wenn ein

Arbeitnehmer viele Jahre an seinem

Arbeitsplatz tätig ist. Damit fallen die

den Israelis gewährten Urlaubstage

weit hinter den europäischen Standard

zurück; wenngleich vielleicht tröstlich

ist, dass Israelis immer noch mehr

Urlaub als Arbeitnehmern in den USA

zusteht. Doch ein weiterer Faktor unterscheidet

den israelischen Arbeitsmarkt

von den Verhältnissen auf dem

europäischen Arbeitsmarkt: die langen

Arbeitszeiten.

Eine Standardarbeitswoche in Israel

beläuft sich auf mindestens 43 Stunden.

Die Anzahl der jährlich von einem

Arbeitnehmer in Israel geleisteten Arbeitsstunden

ging im Laufe der letzten

Jahrzehnte schon ein wenig zurück. Sie

fiel von rund 2.100 jährlichen Arbeitsstunden

um 1970 auf 1.900 Stunden

im Jahr 1990. Allerdings kletterte die

Stundenzahl bis 1995 wieder auf über

2.000 jährlich und liegt inzwischen bei

ca. 1.920 Stunden. In den G-7-Staaten

ist eine vollkommen andere Entwicklung

zu beobachten. Dort fiel die Zahl

der pro Jahr durchschnittlich von einem

Arbeitnehmer geleisteten Arbeitsstunden

kontinuierlich von 2.000 auf 1.650

Stunden. Dazu sagte Prof. Ben-David:

«Im Vergleich zu anderen westlichen

Ländern arbeiten weniger Erwachsene

der israelischen Gesellschaft; diese

jedoch arbeiten im Jahresdurchschnitt

sehr viel mehr Stunden.» Dass im Vergleich

weniger israelische Erwachsene


23

Obwohl Israelis viele Stunden

arbeiten, ist die allgemeine

Stundenproduktivität sehr viel

niedriger als in den G-7-Ländern oder

einigen anderen westlichen Ländern.

Ausserdem wird in der Studie auf

einen weiteren problematischen

Punkt hingewiesen: die enorme

Bürokratie.

auf dem Arbeitsmarkt integriert sind,

das Land jedoch eine sehr gute Beschäftigungsquote

vorzuweisen hat, liegt daran,

dass viele Angehörige einiger Bevölkerungsgruppen

gar nicht als arbeitssuchend

registriert sind, wie zum Beispiel

ultraorthodoxe Männer als auch Frauen

der arabischen Gesellschaft.

Obwohl Israelis viele Stunden arbeiten,

ist die allgemeine Stundenproduktivität

sehr viel niedriger als in den

G-7-Ländern oder einigen anderen westlichen

Ländern. Ausserdem wird in der

Studie auf einen weiteren problematischen

Punkt hingewiesen: die enorme

Bürokratie. Die Bürokratie der Behörden

zieht weitere Kraft aus der Produktion

von Gütern und aus Dienstleistungsbereichen

ab. Um in Israel ein Geschäft

oder einen Betrieb zu gründen, muss

man zum Beispiel 34 Arbeitstage investieren,

während der Durchschnitt in den

OECD-Ländern gerade einmal bei 13 Tagen

liegt.

Somit liegt auf der Hand, dass sich Israels

Ideenschmiede durchaus auch einmal

anderen Bereichen als Hightech und

Technologie widmen könnte, um einige

dieser Eckdaten zu verbessern. AN

Tagung MNR Strasbourg

DLM

>>>

Herzlich willkommen

zum Freundestreffen des Mitternachtsruf in

Strasbourg

Centre Culturel Marcel Marceau, Place Albert Schweitzer

FR 67100 Strasbourg

Sonntag, 17.11.2013, 15.00 Uhr

Herzlich

willkommen!

Thomas Lieth spricht über das Thema:

Der Zorn Gottes

Dieser Vortrag wird ins Französische übersetzt.

• Grosser Büchertisch mit Neuheiten!


24 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Wissenschaft

Technion-Forscherin unter besten

Nachwuchswissenschaftlern der Welt

Dr. Kira Radinsky begann im Alter von 15 Jahren am Technion zu studieren. Mit Abschluss ihrer Promotion

wurde sie jetzt in die Liste der 35 besten Nachwuchswissenschaftler der Welt aufgenommen.

Laut einer Liste der renommierten

US-amerikanischen Elite-Universität

MIT gehört Dr. Kira Radinsky im

Jahr 2013 zu den 35 herausragendsten

Nachwuchswissenschaftlern der

Welt. Die 26-Jährige, die gerade erst

ihre Promotion am Technion Haifa

abgeschlossen hat, setzte sich gegen

einige Hundert Kandidaten durch. Sie

wurde als «herausragende Innovatorin

für ihre aussergewöhnliche Arbeit

im Bereich der Softwareentwicklung»

geehrt. In der Zeitschrift MIT Technology

Review schrieb dazu der Chefredakteur

Jason Pontin: «Über die

Jahre haben wir immer wieder Nachwuchswissenschaftler

geehrt, deren

nachfolgende Erfolge bestätigen, dass

unsere Auswahl richtig war. Darunter

sind heutzutage namhafte Wissenschaftler

und auch Geschäftsleute.

Am besten bekannt sein dürfte der

Name Mark Zuckerberg, der Gründer

von Facebook. Die von uns zu den

besten Nachwuchswissenschaftlern

ernannten Forscher unter 35 Jahren,

bilden eine auserlesene Liste. Dr. Kira

Radinsky kann stolz auf diese Auszeichnung

sein.»

Man kann durchaus sagen, dass

nicht nur sie, sondern auch die angesehene

technische Hochschule Israels

auf diese Ehrung stolz sein darf. Das

Technion förderte Radinsky seit ihrem

15. Lebensjahr. Damals qualifizierte

sich die Schülerin für das Exzellenten-

Programm der Universität und machte

noch vor ihrem Schulabschluss eine

Wikipedia

Neue Verteil-CD

Stille Nacht

Die neue Verteil-CD ist da. Erzählt wird die Geschichte der

Entstehung des Liedes «Stille Nacht» und was es uns heute

noch zu sagen hat. Ergänzt wird sie mit zwei wunderschönen

Versionen dieses bekannten Liedes.

Die CD ist evangelistisch und sehr geeignet zum Weitergeben.

Nutzen Sie die Weihnachtszeit, um Ihre Freunde, Verwandten

und Arbeitskollegen zu beschenken.

Audio-CD, Bestell-Nr. 130081

nur CHF 1.50, EUR 1.00


25

Ausbildung zur Informatikerin. Im Verlauf

ihrer Studien entwickelte sie eine

neue Vorhersagemethode, die eine bis

zu 80 Prozent korrekte Vorhersage zulässt.

Ihr ging es dabei beispielsweise

darum, vorhersagen zu können, wann

die Gefahr einer Choleraseuche besteht.

Dafür baute sie eine Datenbank

mit Angaben aus Publikationen auf,

die bis zu 500 Jahre in die Vergangenheit

zurückreichen. Bei dieser Arbeit

entdeckte sie unter anderem die enge

Verbindung zwischen verschiedenen

Faktoren. So kam sie beispielsweise

darauf, dass besonders viele derartige

Epidemien auf eine Kombination von

Dürre und Stürmen zurückzuführen

sind. Im Verlauf der Entwicklung ihrer

Software arbeitete sie mit der Microsoft-Forschungsabteilung

in den USA

zusammen. Längst steht sie mit ihrer

Entwicklung mit grossen Institutionen

in Kontakt, die sich mit Fragen der

Weltgesundheit beschäftigen.

Schliesslich gründete sie Sales-

Predict und schaffte es zusammen mit

einem Partner, rund eine Million US-

Dollar von Investoren aufzutreiben.

Ihre neue Firma analysiert zukünftige

Verkäufe, sodass die Kunden, die sich

der Software von Dr. Radinsky bedienen,

auf Grundlage dieser Erkenntnisse

Veränderungen ihrer Verkaufsstrategie

vornehmen konnten. Alle Kunden

der von Dr. Radinsky gegründeten

Firma steigerten bereits ihre Profite.

Dass diese junge Israelin viel Potenzial

hat, bestätigt auch einer ihrer

Professoren vom Technion. «Kira verbindet

in sich einen scharfen Intellekt,

Kreativität und vor allem auch Neugierde,

was eine seltene, aber für herausragende

Innovatoren charakteristische

Kombination ist. Sagen andere, dass

ein Problem nicht lösbar ist, so macht

sie sich erst recht daran, innovative Lösungsalternativen

zu finden.» ZL

Medizin

Deutsch-Israelische Kooperation bei Krebsbehandlung

Die israelische Firma Compugen forscht in einem bahnbrechenden Bereich der Krebstherapie und schloss kürzlich

ein strategisch bedeutendes Kooperationsabkommen mit einer Tochtergesellschaft der deutschen Bayer AG ab.

Die israelische Firma Compugen ist

ein Pharmaforschungsunternehmen,

das sich bereits seit 1993 auf ganz bestimmte

Bereiche der biotechnologischen

Forschung spezialisiert hat. Dazu

gehört unter anderem die Erforschung

der antikörpergestützten Krebs-Immuntherapie,

der sich die onkologische Forschung

immer mehr zuwendet. Vor dem

Hintergrund ihrer erfolgreichen Entwicklungen

in diesem Bereich konnte

Compugen ein Kooperationsabkommen

mit einer Tochtergesellschaft des Leverkusener

Pharmariesen Bayer AG abschliessen.

Das Abkommen hat sowohl

in Fachkreisen als auch in Wirtschaftsmagazinen

Aufsehen erregt und eröffnet

Krebspatienten eine vollkommen neue

Therapiemöglichkeit. Diese liegt allerdings

noch in der Zukunft, da sich die

Entwicklungen von Compugen noch im

vorklinischen Entwicklungsstadium befinden.

So hat Compugen noch nicht einmal

mit der Planung von klinischen Testreihen,

die etliche Jahre in Anspruch

nehmen und an die sich die Genehmigungsverfahren

anschliessen werden,

begonnen. Trotzdem stellt der Vertrag

mit Bayer Healthcare bereits einen

wichtigen Durchbruch dar. Im Zentrum

dieses Vertrags stehen zwei von Compugen

entwickelte Substanzen, die einen

neuen Ansatz in der Krebstherapie erschliessen.

Diese Substanzen sollen

Diese Substanzen sollen eine

antikörpergestützte Krebstherapie

ermöglichen, bei der das körpereigene

Abwehrsystem – unser Immunsystem –

dazu angeregt werden soll, den

Krebstumor aktiv zu bekämpfen.

eine antikörpergestützte Krebstherapie

ermöglichen, bei der das körpereigene

Abwehrsystem – unser Immunsystem

– dazu angeregt werden soll, den Krebstumor

aktiv zu bekämpfen. Bei den gegenwärtig

umgesetzten Bekämpfungsformen

einer Krebserkrankung wird

zumeist direkt gegen die Krebszellen

Aller guten Dinge sind…

Volltanken

3 Jahre Bibelschule

Praxisnahe Ausbildung

vorgegangen. Das führt oftmals dazu,

dass die bekämpften Krebszellen eine

Resistenz entwickeln und zugleich das

körpereigene Abwehrsystem des be-

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im deutschsprachigen

Raum

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1

2

3


26 HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

troffenen Patienten in Mitleidenschaft

gezogen wird.

In der onkologischen Forschung ist

man bereits seit langer Zeit fieberhaft

damit beschäftigt, die Krebs-Immuntherapie

weiter zu erforschen, weil man beobachten

konnte, dass sie bessere und

vor allem langanhaltendere Ergebnisse

erbringt, die die Überlebensstatistiken

von Krebspatienten dramatisch verbessern.

Dies gilt insbesondere für Patienten,

die unter schwer behandelbaren Tumoren

leiden, sowie für Patienten, die

an einer Krebsform erkrankt sind, die

sich in Metastasen im ganzen Körper

ausbreitet, sprich Betroffene, die nur

noch wenig Aussicht auf eine Genesung

haben. Die von Compugen entwickelten

Substanzen stellten sich als bedeutsam

bei der zielgerichteten Steuerung des

Immunsystems heraus, sodass es nicht

mehr vom Krebs unterdrückt wird, sondern

vielmehr aktiv den Kampf gegen

den Krebs aufnimmt.

Das zwischen Compugen und Bayer

Healthcare geschlossene Abkommen bezieht

sich auf die weitere Erforschung,

Entwicklung und Kommerzialisierung

dieser beiden Substanzen. Der Vertrag

spricht Bayer Healthcare die vollen

Rechte an der weiteren Entwicklung und

weltweiten Vermarktung zu. Nach einer

Vorauszahlung von zehn Millionen US-

Dollar (rund 7,8 Millionen Euro) winken

der in Tel Aviv ansässigen Firma Compugen

weitere potenzielle Zahlungen, die

laut Firmenangaben in einer Grössenordnung

von bis zu 500 Millionen US-Dollar

rangieren können. ZL

Medizin

Israel verbessert ALS-Therapie

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Die moderne

Medizin kann diese heimtückische Erkrankung nicht heilen. Mit ALS beschäftigt sich eine bahnbrechende

israelische Forschungsstudie.

Wikipedia

Hadassah-Klinikum in Jerusalem

Es handelt sich um eine durchaus

als selten zu bezeichnende Krankheit.

Von 100.000 Menschen erkranken jährlich

ein bis drei an ALS. Die Ursache

dieser Erkrankung, die mehr bei Männern

als bei Frauen und zumeist zwischen

dem 50. und 70. Lebensjahr auftritt,

ist unbekannt. Ausserdem ist die

Diagnose ein Problem, da insbesondere

im Anfangsstadium ein sehr variables

Krankheitsbild auftreten kann. Die bisherigen

Behandlungsmethoden sind nur

mässig erfolgreich. In jedem Fall ist es

eine fatal verlaufende Erkrankung. Die

Überlebenszeit beträgt durchschnittlich

etwa drei bis fünf Jahre.

Schon seit mehreren Jahren beschäftigen

sich Experten des Hadassah-Klinikums

in Jerusalem mit der Erforschung

von ALS. Ihnen gelang nunmehr ein

aufsehenerregender Durchbruch, denn

sie sind die ersten medizinischen Wissenschaftler

der Welt, denen es gelang,

den Krankheitsverlauf zu stoppen und

sogar eine gewisse Besserung des Gesundheitszustandes

von Betroffenen

hervorzurufen.

Die Studie untersteht der Firma

Brainstorm, die sich mit Stammzellenforschung

beschäftigt. An einer

der Testphasen dieser Studie, die von

Prof. Dimitrios Karussis von der neurologischen

Abteilung des Hadassah-

Klinikums Jerusalem geleitet wird,

nahmen zunächst rund zwei Dutzend

Probanden teil. Ihnen wurden aus dem

Rückenmark Stammzellen entnommen,

die im Labor einer chemischen Behandlung

unterzogen wurden, sodass

sie sich zu Nervenzellen entwickelten.

Nachfolgend wurden diese Zellen den

Probanden mittels einer Injektion wieder

direkt ins Rückenmark zugeführt.

Diese neuen Nervenzellen setzten ein

Wachstumshormon ab, das den im Rückenmark

vorhandenen Nervenzellen

zukam, Entzündungen hemmte und den

degenerativen Prozess, den Nervenzellen

aufgrund von ALS durchlaufen, verlangsamte

und in einigen Fällen sogar

gänzlich zum Halten brachte.

Laut Pressemitteilungen der Firma

Brainstorm handelt es sich um eine sehr

erfolgreiche klinische Testreihe, die einen

wesentlichen Durchbruch in der Behandlung

von ALS in Aussicht stellt. Zu

diesem Erfolg trägt zudem massgeblich

bei, dass in einigen Fällen sogar eine

Von Probanden wurden aus

dem Rückenmark

Stammzellen entnommen,

die im Labor einer

chemischen Behandlung

unterzogen wurden, sodass

sie sich zu Nervenzellen

entwickelten. Nachfolgend

wurden diese Zellen den

Probanden mittels einer

Injektion wieder direkt ins

Rückenmark zugeführt.

Besserung des Krankheitsbildes beobachtet

werden konnte. Solche Erfolge

wurden bisher noch nie bei irgendwelchen

durchgeführten klinischen Tests

verzeichnet.

Die Firma gab bekannt, dass die klinischen

Testreihen demnächst in den

USA fortgesetzt werden sollen. Dennoch

bleiben noch viele Fragen offen, so

hat man zum Beispiel keine Ahnung, ob

die Verlangsamung und Verbesserung

des Krankheitsbildes von Dauer sind

und tatsächlich langfristige Hoffnung

für ALS-Patienten bringen. ZL


1. Januar 2014 • 14:30

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Norbert Lieth spricht über das Thema:

Die

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28 Bibel und Israel

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Israel:

Das sichere Zeichen

der Entrückung

Von Arno Froese

«Darum seid auch ihr bereit! Denn

der Sohn des Menschen kommt zu einer

Stunde, da ihr es nicht meint» (Lk

12,40).

Dieser kurze Vers macht jegliche

Suche nach einem Zeichen für die kommende

Entrückung überflüssig. Jesus

sagt einfach, dass er kommen wird,

wenn «ihr es nicht meint». Warum habe

ich diesen Beitrag «Israel: Das sichere

Zeichen der Entrückung» genannt,

wenn es doch keine Zeichen für dieses

zukünftige Ereignis gibt? Weil wir ein

indirektes Zeichen haben, das einerseits

andeutet, dass Gott einen Ersatz

für die Gemeinde vorbereitet, und andererseits

auf das Ende der Gemeinde

hinweist.

Wer die Bibel liest, weiss, dass Israel

Gottes auserwähltes Volk auf Erden

ist. Darüber hinaus wissen wir, dass

Israel den Messias abgelehnt hat. Aus

diesem Grund hat Gott Israel zur Seite

gestellt und es nicht länger als Instrument

gebraucht, um der Welt sein Gericht,

sein Licht und seine Errettung

zu bringen. Beachten Sie, dass ich «zur

Seite gestellt» sagte, nicht «verworfen»

oder «ersetzt.» Die Gemeinde, die in

erster Linie aus Gläubigen aus den Nationen

besteht, ist Gottes Sprachrohr,

durch das er heute sein Heil verkündet.

Die Botschaft der Gemeinde lautet:

«Komm zu Jesus und lass dich erretten.»

Diese Botschaft wird seit fast 2000 Jahren

verkündet.

Aufgrund der klaren Lehre des alten

Bundes wissen wir, dass Gott seinem

Volk einen neuen Bund verheissen

hat. Die Propheten beschrieben die

Einzelheiten dieses Bundes, der durch

den Herrn Jesus Christus eingesetzt

wurde. Allerdings – und es ist äusserst

wichtig, dass wir das verstehen – enthält

der neue Bund keine physischen,

geographischen, politischen oder materiellen

Verheissungen. Diese wurden

dem Volk Israel unter dem alten Bund

gegeben.

Gott hat verheissen, dass Israel allen

Völkern der Welt Licht bringen würde.

Da das in der Vergangenheit noch

nicht der Fall war, können wir sicher

sein, dass die ursprünglichen Grenzen

Israels wiederhergestellt werden, um

diese Prophezeiung zu erfüllen. Letzten

Endes werden die Juden eine Führungsposition

auf der Erde übernehmen. 5.

Mose 14,2 sagt: «Denn ein heiliges Volk

bist du für den Herrn, deinen Gott, und

dich hat der Herr erwählt, dass du ihm

ein Volk des Eigentums seist unter allen

Völkern, die auf Erden sind.»

Das stellt ein Problem dar: zwei

Gruppen von Menschen sollen das Licht

der Welt sein.

Deshalb müssen wir uns zuerst die

Frage beantworten: «Ist Israel heute

ein Licht für die Nationen?» Absolut

nicht. Geistlich gesehen befindet sich


29

Israel in der Dunkelheit. Man kann kein

Licht für andere sein, wenn man selbst

in der Dunkelheit ist. Der Apostel Paulus

schrieb den Römern: «Hinsichtlich

des Evangeliums sind sie zwar Feinde

um euretwillen …» (Röm 11,28). Aber

diese Tatsache hebt keineswegs Gottes

ewige Verheissung auf, dass Israel ein

Licht für die Nationen sein wird: «Es ist

zu gering, dass du mein Knecht bist, um

die Stämme Jakobs aufzurichten und die

Bewahrten aus Israel wiederzubringen;

sondern ich habe dich auch zum Licht

für die Heiden gesetzt, damit du mein

Heil seist bis an das Ende der Erde!»

(Jes 49,6). Das garantiert uns, dass Israel

zukünftig noch zu einem Licht für

die Welt wird.

Jesus sagte zu der Gemeinde: «Ihr

seid das Licht der Welt» (Mt 5,14). Seit

nahezu 2000 Jahren bringt die Gemeinde

Licht in diese Welt wie eine Fackel

Gottes. Sie hat das Licht den Menschen

gebracht, die in geistlicher Finsternis

leben. Der Heilige Geist hat Millionen

von Menschen ihrer Sünden überführt

und sie wurden zum «Reich des Lichts»

hinzugefügt.

Wir sollten an dieser Stelle erwähnen,

dass wir nicht für die Welt als Ganzes,

sondern für Einzelne ein Licht sind.

Weder die Schrift noch die Kirchengeschichte

berichten davon, dass eine

ganze Nation zur gleichen Zeit errettet

wurde. Das ist noch nie vorgekommen

und wird es in der Welt auch nicht geben.

Daher sehen wir, dass es eine zweifache

Aufgabe ist, ein Licht für die Welt

zu sein: die Gemeinde ist es für Einzelpersonen

und Israel für die Nationen.

Wir wissen, dass der Herr Jesus

Christus das Licht der Welt ist. Sein

Licht, das die Gläubigen ausstrahlen,

dringt in das Herz von Sündern. Aber

Jesus hat auch verheissen, dass die

Gemeinde in seine Gegenwart kommen

soll. Somit sind wir also nur eine begrenzte

Zeit Lichtbringer in dieser Welt.

Es fing zu Pfingsten an und wird bis zu

unserer Entrückung andauern. Dann

wird die Welt echte Finsternis erleben.

Dem Betrug des Teufels, dem Vater der

Lüge, wird nichts mehr im Wege stehen.

Wann ist unsere Aufgabe getan?

Wenn die letzten Menschen aus den Nationen

zur Gemeinde hinzugefügt sind.

Dann werden wir in die Gegenwart des

Herrn entrückt.

Wann wird Israel seine Berufung

als Licht der Welt erfüllen? Wenn Israel

geistlich wiederhergestellt ist.

Historisch gesehen war es unmöglich,

dass Israel wieder zu einer Nation

werden würde, da die Juden in der

ganzen Welt versprengt waren. Sie

konnten nicht in das Land Israel zurückkehren,

da sie in einem Land, das

im Grunde aus einer Wüste bestand,

nicht hätten überleben können. So traf

Gott die nötigen Vorbereitungen, damit

die Juden bei ihrer Rückkehr nach Israel

nicht nur in der Lage waren, sich selbst

zu ernähren, sondern auch zu einem bestimmenden

Faktor in diesem Teil der

Welt wurden.

In ähnlicher Weise versicherte der

Herr Jesus seiner Gemeinde, dass er für

sie Vorbereitungen treffen würde: «Euer

Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott

und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters

sind viele Wohnungen; wenn nicht,

so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe

hin, um euch eine Stätte zu bereiten.

Und wenn ich hingehe und euch eine

Seit nahezu 2000 Jahren bringt die Gemeinde Licht in diese Welt wie eine Fackel Gottes.


30 HINTERGRUNDINFORMATIONEN Bibel und Israel

AUS ISRAEL

Nachrichten aus Israel • 11/2013

Ihr aber, ihr Berge Israels, lasst eure Zweige sprossen und tragt eure Frucht für mein Volk Israel;

denn sie sollen bald heimkehren!

Stätte bereite, so komme ich wieder und

werde euch zu mir nehmen, damit auch

ihr seid, wo ich bin» (Joh 14,1–3). Im

Fall Israels bereitete der Herr das Land

für das Volk vor: «Ihr aber, ihr Berge Israels,

lasst eure Zweige sprossen und

tragt eure Frucht für mein Volk Israel;

denn sie sollen bald heimkehren!» (Hes

36,8). Hesekiel 36,4 enthält faszinierende

Details über das ganze Land Israel:

«Darum, o ihr Berge Israels, hört das

Wort Gottes, des Herrn! So spricht Gott,

der Herr, zu den Bergen und Hügeln, zu

den Gründen und Tälern, zu den öden

Trümmern und verlassenen Städten, die

den übrigen Heidenvölkern ringsum zum

Raub und zum Gespött geworden sind.»

Vergessen Sie nicht, es war ein trostloses

und verlassenes Land, das sogar

«den übrigen Heidenvölkern ringsum

Dass die Juden nach Israel zurückkehren,

einen modernen, fortschrittlichen Staat

aufbauen und zu einer treibenden Kraft im

Nahen Osten geworden sind, zeigt deutlich,

dass das Ende der Gemeinde eingeläutet ist.

Bild: Tel-Aviv

zum Raub und zum Gespött» geworden

war. Das ist eine Tatsache, die anhand

der jüngsten Geschichte mit Sicherheit

belegt werden kann.

Seit der Neugründung des politischen

Staates Israel im Mai 1948 ist dieses

Land zur Erfüllung biblischer Prophetie

geworden – ein Wunder in den Augen all

derer, die sich die Zeit genommen haben,

sich mit dem Volk und dem Land ehrlich

zu beschäftigen. Dass die Juden nach

Israel zurückkehren, einen modernen,

fortschrittlichen Staat aufbauen und zu

einer treibenden Kraft im Nahen Osten

geworden sind, zeigt deutlich, dass das

Ende der Gemeinde eingeläutet ist.

Auszug aus dem Buch Das Geheimnis der

Entrückung von Arno Froese; bestellen Sie das

Buch jetzt beim Verlag Mitternachtsruf!

Nachrichten aus Israel ®

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Die «Nachrichten aus Israel» erscheinen auch in

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Do. 14.11.2013, 19:30

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