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3R IFAT Special (Vorschau)

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04-05 | 2014<br />

ISSN 2191-9798<br />

<strong>IFAT</strong>, München<br />

05.-09. Mai 2014<br />

Besuchen Sie uns<br />

in Halle B5 an Stand 515<br />

Fachzeitschrift für sichere und<br />

effiziente Rohrleitungssysteme<br />

LESEN SIE IN DIESER AUSGABE:<br />

<strong>IFAT</strong> <strong>Special</strong><br />

Energieversorgungssysteme im Wandel<br />

Wasserversorgung<br />

Abwasserentsorgung<br />

Hausanschlusstechnik<br />

ErwartEn siE<br />

LösungEn,<br />

nicht nur produktE<br />

Halle A4 Stand Nr. 241/340<br />

www.avkmittelmann.com


4. Praxistag am 05. November 2014 in Rheine<br />

Wasserversorgungsnetze<br />

NEU<br />

Begleitende<br />

Ausstellung und<br />

Vorführungen<br />

Programm<br />

Moderation: Prof. Th. Wegener,<br />

iro Institut für Rohrleitungsbau, Oldenburg<br />

Wann und Wo?<br />

Block 1: Netzbetrieb - Analysieren und Optimieren<br />

Optimale fahrweise von Pumpen und Turbinen<br />

Dr. Gebhardt, aquatune, Aarbergen; Dr. Wolters, 3S Consult, München<br />

Rahmenbedingungen einer Zielnetzplanung<br />

Dr. Esad Osmancevic, RBS Wave GmbH, Stuttgart<br />

ISO 55 000 – Der Standard für das Asset Management<br />

Mike Beck, Fichtner Water & Transportation GmbH, Berlin<br />

Block 2: Strategien zur Netzspülung<br />

Reinigung einer Rohwasserleitung mit dem Impulsspülverfahren<br />

Carsten Utke, Berliner Wasserbetriebe, Berlin<br />

Auswahlkriterien für Spül- und Reinigungsverfahren<br />

Dominik Nottarp-Heim, Hessenwasser, Groß-Gerau;<br />

Dr. Christian Sorge, IWW, Biebesheim am Rhein<br />

Block 3: Armaturenwechsel und -instandhaltung<br />

Wechsel von Anbohrarmaturen bei Betriebsdruck<br />

N. N., Flintab GmbH, Brüsewitz<br />

Im Fokus: Armatureninstandhaltung<br />

Axel Sacharowitz, 3S Antriebe, Berlin<br />

Block 4: Druckprüfung von Rohrleitungen<br />

Fehlerhafte Druckprüfungen bei Wasserleitungen<br />

René Stangl, Hamm<br />

DVGW-Arbeitsblatt W 400-2 Druckprüfung von neu verlegten<br />

Rohrleitungen - Grundlagen, Verfahren, Anforderungen<br />

Jürgen Kurz, Esders GmbH, Haselünne<br />

Veranstalter:<br />

Veranstalter<br />

<strong>3R</strong>, iro<br />

Termin: Mittwoch, 05.11.2014,<br />

9:00 Uhr – 16:45 Uhr<br />

Ort:<br />

Zielgruppe:<br />

Rheine<br />

Mitarbeiter von Stadtwerken<br />

und Wasserversorgungsunternehmen,<br />

Dienstleister im Bereich<br />

Netzplanung, -inspektion und<br />

-wartung<br />

Teilnahmegebühr*:<br />

<strong>3R</strong>-Abonnenten<br />

und iro-Mitglieder: 410,- €<br />

Nichtabonnenten: 450,- €<br />

Bei weiteren Anmeldungen aus einem Unternehmen<br />

wird ein Rabatt von 10 % auf den jeweiligen<br />

Preis gewährt.<br />

Im Preis enthalten sind die Tagungsunterlagen<br />

sowie das Catering (2 x Kaffee, 1 x Mittagessen).<br />

* Nach Eingang Ihrer schriftlichen Anmeldung (auch per Internet<br />

möglich) sind Sie als Teilnehmer registriert und erhalten eine<br />

schriftliche Bestätigung sowie die Rechnung, die vor Veranstaltungsbeginn<br />

zu begleichen ist. Bei Absagen nach dem 24.<br />

Oktober 2014 oder Nichterscheinen wird ein Betrag von 100,- €<br />

für den Verwaltungsaufwand in Rechnung gestellt. Die Preise<br />

verstehen sich zzgl. MwSt.<br />

Block 5: Netzbetrieb - Überwachung<br />

Schallgeschwindigkeit im Rohrnetz<br />

Dirk Becker, Hermann Sewerin GmbH, Gütersloh<br />

Online Netzüberwachungssysteme zur Versorgungssicherheit<br />

Stefan Neuhorn, Hinni AG, Biel-Benken (CH)<br />

Erhöhte Rohrleitungsschwingungen in einem Wasserwerk<br />

Dr. Christian Jansen, KÖTTER Consulting Engineers GmbH & Co. KG<br />

Mehr Information und Online-Anmeldung unter<br />

www.praxistag-wasserversorgungsnetze.de<br />

Fax-Anmeldung: 0201-82002-40 oder Online-Anmeldung: www.praxistag-wasserversorgungsnetze.de<br />

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Straße/Postfach<br />

Land, PLZ, Ort<br />

Nummer<br />

✘<br />

Ort, Datum, Unterschrift


<strong>IFAT</strong> 2014 sprengt die<br />

Bestmarken<br />

Für fünf Tage dreht sich die Welt in München um die Themen Wasser-, Abwasser-,<br />

Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Vom 5. bis zum 9. Mai öffnen sich die Tore der Messe<br />

München zur weltweit größten Umwelttechnologiemesse. Rund 3.000 Aussteller<br />

aus dem In- und Ausland präsentieren auf über 230.000 m 2 neueste Produkte und<br />

Verfahren, seit Anfang Januar ist die Messe ausgebucht. Vor zwei Jahren besuchten<br />

über 125.000 Fachbesucher die Weltleitmesse, davon 50.000 Teilnehmer aus dem<br />

Ausland.<br />

Die Länder-Foren sind seit vielen Jahren fester Bestandteil des Rahmenprogramms der<br />

<strong>IFAT</strong>. In Kooperation mit dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz<br />

(StMUV) organisiert die Messe München in diesem Jahr u.a. Foren zu Indien, China<br />

und Mexiko/Mittelamerika. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau<br />

und Reaktorsicherheit (BMUB) nimmt sich in Zusammenarbeit mit German Water<br />

Partnership (GWP) der Besonderheiten des türkischen Marktes an. GWP organisiert<br />

zudem das zweite Länder-Forum Indien. Zum Rahmenprogramm gehören auch<br />

die Themen-<strong>Special</strong>s. In diesem Jahr werden Themen wie „Phosphor-Recycling“,<br />

„Ressourcenschutz durch Kreislaufwirtschaft“, „Nachhaltiges Wassermanagement“,<br />

„Wasser und Energie“ und „intelligent urbanization“ behandelt. Im Freigelände<br />

finden erstmalig auch fünf Live-Demonstrationen statt.<br />

<strong>3R</strong> wieder dabei<br />

Die aktuelle <strong>3R</strong>-Ausgabe widmet sich mit ihrer <strong>IFAT</strong>-Produkt-<strong>Vorschau</strong> und den<br />

weiteren Schwerpunkten intensiv und umfassend den Themen der Messe. Einige<br />

Produktneuheiten, die auf der <strong>IFAT</strong> präsentiert werden, finden Sie ab Seite 30.<br />

Einem Thema, das immer mehr Interesse findet, ist der Schwerpunkt „Energiesysteme<br />

im Wandel“ gewidmet. Dabei handelt es sich um die energetische Nutzung<br />

von Abwasserwärme. Eine stetig wachsende Zahl von ausgeführten Anlagen zeigt<br />

die Wirtschaftlichkeit dieser Technologie – eine intensive und fachlich korrekte<br />

Planung vorausgesetzt. Einen Überblick über die am Markt befindlichen Systeme<br />

gibt der Beitrag von Wolfram Stodtmeister ab Seite 78. Zentral ist das T h e m a<br />

„Sanierung“: Dr. René Thiele beschreibt z. B. die „Betrachtung<br />

der Statik bei Schachtsanierung“ nach dem RSV-Merkblatt<br />

6.2, Roland Wacker wirft einen Blick auf den „Umgang<br />

mit Qualität bei Kanalsanierungsmaßnahmen - Anspruch<br />

und Wirklichkeit“ und Dr. Jörg Sebastian berichtet über<br />

„Schlauchlinerprüfungen - Statistische Auswertung von<br />

über 28.000 Linerproben“.<br />

Ich wünsche allen Teilnehmern der <strong>IFAT</strong> 2014 eine<br />

interessante und lebendige Messe, viele konstruktive<br />

Gespräche und neue Anregungen und Ideen für den<br />

Berufsalltag. Besuchen Sie uns auf unserem Stand in<br />

Halle B5, Stand 515, Sie sind herzlich eingeladen.<br />

Nico Hülsdau<br />

Chefredakteur <strong>3R</strong><br />

04-05 | 2014 1


INHALT<br />

NACHRICHTEN<br />

10<br />

Fallbeispiele diskutieren und analysieren - Erfahrungsaustausch<br />

der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau in neuem Format<br />

32<br />

Eine Vielzahl an Neuerungen stellt die AVK Mittelmann Armaturen<br />

GmbH auf der diesjährigen <strong>IFAT</strong> aus<br />

INDUSTRIE & WIRTSCHAFT<br />

6 Hauptversammlung der VNG stimmt Übertragung der Aktien an die EWE zu<br />

6 Netzentwicklungsplan Gas 2014 legt Schwerpunkt auf die Umstellung von<br />

L-Gas auf H-Gas<br />

7 RelineEurope baut ersten GFK-UV-Liner in Israel ein<br />

8 Studie zum europäischen Markt für Kunststoff-Rohre<br />

8 AUMA im App Store<br />

9 NORMA Group erwartet solides Umsatzwachstum für 2014<br />

EDITORIAL<br />

1 „<strong>IFAT</strong> 2014 sprengt die<br />

Bestmarken“<br />

Nico Hülsdau<br />

VERBÄNDE<br />

10 RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau: Erfahrungsaustausche in neuem Format<br />

12 RSV-Arbeitskreis Grundstücksentwässerungsanlagen stellt neues Poster vor<br />

12 SKZ übernimmt Kunststoffprüflabor des TÜV SÜD in Frankfurt<br />

13 Zuverlässige Grundstücks entwässerung schützt Werte<br />

14 Haftungsfalle Hauseinführung<br />

PERSONALIEN<br />

14 Neue Beiratsmitglieder und Schriftleiter bei <strong>3R</strong><br />

16 Hans G. Huber verstorben<br />

16 Karl-Heinz Flick feiert 60. Geburtstag<br />

16 Dr. Fritz Holzwarth ist neuer Geschäftsführer des Vereins WASSER BERLIN e.V.<br />

17 Richtigstellung: EUROPIPE bestellt neue Geschäftsführer<br />

17 Reifenhäuser bleibt Vorsitzender des Ausstellerbeirates K 2016<br />

VERANSTALTUNGEN<br />

18 Erste <strong>IFAT</strong> Eurasia findet 2015 in Ankara statt<br />

18 7. Workshop Gasmengenmessung 2014<br />

19 WASSER BERLIN INTERNATIONAL optimiert Konzept<br />

20 Seminar zu grabenloser Sanierung im Mai<br />

20 Seminar zu Druckstößen in Rohrleitungen<br />

21 Normen und Regelwerke im Fokus des 3. Reparaturtags<br />

22 12. Schlauchlinertag: Etablierte Veranstaltung in neuem Gewand<br />

24 ptc als Treffpunkt der Pipelinebranche<br />

2 04-05 | 2014


46<br />

GFK ist ein vielseitig einsetzbarer Werkstoff, ob für den Rohrvortrieb, die<br />

Regenwasserbehandlung, die Abwasserentsorgung oder die Sanierung<br />

<strong>IFAT</strong>-PRODUKT-SPECIAL<br />

28 <strong>IFAT</strong> 2014 - Wachsen mit dem Trend<br />

30 Elektrische Stellantriebe in der Wasserwirtschaft<br />

32 Technische Weiterentwicklungen und Neuerungen bei<br />

Hydranten, Armaturen und Ventilen<br />

36 Moderne Unterflurhydranten für die Trinkwasserversorgung<br />

38 Spezielle Armaturen für die Abwasserindustrie<br />

40 Vielfältiges Produktportfolio mit zahlreichen<br />

Sortimentserweiterungen<br />

42 Neue Schutzmantelrohre ermöglichen Stumpfschweißen<br />

ohne abzumanteln<br />

44 Multi-Druckanbohrventil für PE-Druckrohrleitungen<br />

44 Druckvortriebsrohr DA 3270<br />

45 Doppelrohrsystem für Wasserschutzgebiete mit<br />

DiBt-Zulassung<br />

46 Neue Lösungen aus GFK für die Rohrleitungsbranche<br />

48 PU-Speziallösungen für den Korrosionsschutz<br />

50 Integrationsplattform zur Einbindung dezentraler<br />

Feldgeräte<br />

von Henrik Friedemann M.A.<br />

54 Leitungen präzise orten<br />

55 Neues Präzisions-Markierungssuchsystem und<br />

Bodenradarsystem<br />

56 Leckfrüherkennung mittels mit Hydrophon<br />

ausgerüsteter Hydranten<br />

58 Automatisierte Geräuschpegelüberwachung für die<br />

Trinkwasserversorgung<br />

60 Neues System für Schacht-in-Schacht-Sanierung<br />

61 Technologien für grabenlose Leitungssanierungen<br />

62 Erstmalig Heizwendel- und Stumpfschweißen mit nur<br />

einem Gerät<br />

62 Bereit für den Fels: Bohranlage mit Doppelrohrgestänge<br />

63 Neue WI-CNC-Steuereinheit an Stumpfschweißmaschine<br />

Mehr Schutz, mehr Sicherheit.<br />

Schutzmantelrohre<br />

mit Mantel stumpf<br />

verschweißen<br />

Ihre Vorteile:<br />

Y schnelleres Verarbeiten<br />

Y keine zusätzlichen Schweißnaht - Schutzsysteme notwendig<br />

Y durchgängiger Schutz der Oberfläche vor Kerben und Riefen<br />

Y uneingeschränkt zertifiziert nach PAS 1075 Typ 3<br />

Y Langzeit-Sicherheit von mindestens 100a bei<br />

sandbettloser und grabenloser Verlegung<br />

STUMPFSCHWEISSEN<br />

OHNE MANTELRÜCKSCHNITT<br />

EINZIGARTIGER VERARBEITUNGS-<br />

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04-05 | 2014 3


INHALT<br />

FACHBERICHTE<br />

78<br />

120<br />

Die Nutzung von Abwasserwärme etabliert sich als ein Baustein bei der<br />

Gestaltung der Energieversorgung von morgen<br />

Wie soll man vorgehen, um die Mängel bei Kanalsanierungsmaßnahmen<br />

zu minimieren? Antworten gibt der folgende Beitrag<br />

RECHT & REGELWERK<br />

64 DWA-Regelwerk<br />

65 DVGW-Regelwerk<br />

SERVICES<br />

20 Messen | Tagungen<br />

163 Buchbesprechung<br />

166 Seminare<br />

169 Marktübersicht<br />

176 Inserentenverzeichnis<br />

177 Impressum<br />

ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

68 Hybridnetze in urbanen Modellquartieren der D-A-CH-Region<br />

von DI Robert Hinterberger<br />

76 Grabenlose Dükerung von 110-kV-Hochspannungskabeln in polymeren Schutzrohrsystemen<br />

78 Energiewende auch im Wärmemarkt umsetzbar - Praxisbeispiele<br />

von Wolfram Stodtmeister<br />

82 Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für Immobilienakteure zum Einsatz der Energierückgewinnung<br />

aus Kanälen<br />

von Dipl.-Ing. M.Sc. M.Sc. Achim Hamann<br />

86 Abwasserwärmenutzung in Straubing: eine energieeffiziente Technologie setzt sich durch<br />

von Prof. Dr.-Ing. Oliver Christ, Dr.-Ing. Ralf Mitsdoerffer, Dipl.-Ing. Univ. Cristina Pop<br />

90 Wärme aus Abwasser und dem umgebenden erwärmten Erdreich nutzen<br />

von Bernhard Läufle<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

93 Wasserleitung von der Türkei nach Zypern<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

96 Das GompitZ-Modell für die Zustandsmodellierung von Abwassernetzen<br />

von Dipl.-Ing. Ingo Kropp, Prof. Dr.-Ing. Torsten Schmidt<br />

100 Druckklassengerechte Abzweige an PE-Leitungen ohne Unter brechung des Betriebs herstellen<br />

von Dipl.-Ing. Robert Eckert<br />

105 Die Grundstücksentwässerungsanlagen der Deutschen Bahn AG<br />

von Dipl.-Ing. Andreas Schreiber<br />

108 Im Schatten der Schwebebahn – Sanierung durch Erneuerung<br />

110 Neues Verbundrohrsystem bewährt sich bei ersten Praxiseinsätzen<br />

112 Kurvenvortrieb mit GFK-Rohren DN 2000 in Ivry-sur-Seine<br />

114 Bei der DB in Kassel sorgt INNOLET für sauberes Oberflächenwasser<br />

4 04-05 | 2014


80 jahre rohrschutz<br />

Korrosionsschutzsysteme<br />

für den Rohrleitungsbau<br />

147<br />

GFK-<br />

Beschichtungen<br />

Petrolatum-<br />

Bänder<br />

Klein aber effektiv: Mit Kleinbohranlagen lassen sich Leitungen auf engstem<br />

Raum sehr präzise verlegen, wie der Anwendungsbericht zeigt<br />

116 Betrachtung der Statik bei Schachtsanierung<br />

von Dr.-Ing. René Thiele<br />

120 Umgang mit Qualität bei Kanal sanierungsmaßnahmen – Anspruch<br />

und Wirklichkeit<br />

von Dipl.-Ing. Roland Wacker<br />

124 Schlauchlinerprüfungen Teil 4: Statistische Auswertung von über<br />

28.000 Linerproben<br />

von Dr. rer. nat. Jörg Sebastian<br />

130 DN 300 in einem Stück mit UV-Technik auf 354 m erfolgreich saniert<br />

132 Neue Anwendungsfelder für Quick-Lock-Montagesystem<br />

von Dipl.-Ing. Klaus W. König<br />

138 Rohrverbinder schützen Terminal neubau am Flughafen München<br />

HAUSANSCHLUSSTECHNIK<br />

140 Abwasser-Hausanschlüsse in PE: Problemlösungen für die Variablen<br />

Werkstoff, Dimensionen und Verbindungstechnik<br />

Dipl.-Ing. (FH) Kai Büßecker<br />

144 Praxiserfahrungen beim Breitband-Hausanschluss unter Nutzung<br />

vorhandener Infrastruktur<br />

von Dipl. - Ing. (FH) Ralf Schröder<br />

147 Flachbohrungen für den Glasfaserausbau<br />

148 Experten diskutieren Fragen zur Instandhaltung von GEA<br />

KORROSIONSSCHUTZ<br />

150 Werkstoffbezogene Begriffe der Instandhaltung und ihre Bedeutung<br />

für die Planung von Rohrleitungen<br />

von Hans Gaugler, Dipl.-Phys. Rainer Deiss, Dr. Hans-Jürgen Kocks<br />

158 Streustrombeeinflussung von Stahlrohrleitungen durch Gleichstrom-<br />

Nahverkehrsbahnen<br />

von Dipl.-Ing. Ulrich Bette, Dr. Manfred Menge<br />

resources. innovations. solutions.<br />

Messe München<br />

5.-9. Mai 2014<br />

Halle/Stand<br />

B5.524<br />

Bitumen-<br />

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Einbandund<br />

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Umhüllungsarbeiten an<br />

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04-05 | 2014


NACHRICHTEN INDUSTRIE & WIRTSCHAFT<br />

Hauptversammlung der VNG stimmt Übertragung der<br />

Aktien an die EWE zu<br />

Die Hauptversammlung der VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft<br />

(VNG AG) hat am 8. April einstimmig der Übertragung<br />

der Aktienanteile der Wintershall Holding GmbH in Höhe<br />

von 15,79 % auf den Mitgesellschafter EWE AG zugestimmt.<br />

In diesem Zusammenhang hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats,<br />

Dr. Rainer Seele, mit Wirkung zum 8. April 2014 den<br />

Vorsitz im Aufsichtsrat der VNG AG niedergelegt.<br />

Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat seit dem 8. April 2014<br />

interimsweise der 1. stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende,<br />

Holger Hanson, Geschäftsführer der Stadtwerke<br />

Neubrandenburg.<br />

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben Dr. Seele und der<br />

Wintershall als demnächst ausscheidende Aktionärin für<br />

ihr Engagement gedankt. „Dr. Seele hat mit seinem Engagement<br />

dazu beigetragen, dass die VNG AG ihre Strategie<br />

als Erdgasspezialist entlang der Wertschöpfungskette in<br />

den letzten Jahren konsequent fortführen konnte. Dafür<br />

gebührt ihm unser Dank“, betonte Hanson.<br />

Netzentwicklungsplan Gas 2014 legt Schwerpunkt auf<br />

die Umstellung von L-Gas auf H-Gas<br />

Quelle: Fernleitungsnetzbetreiber<br />

Ein Schwerpunkt im Netzentwicklungsplan (NEP) 2014 ist die<br />

sukzessive Umstellung von L-Gas-versorgten Gebieten auf<br />

H-Gas. Diese Fokussierung wird angesichts der abnehmenden<br />

Produktion von L-Gas in Deutschland und der ab 2020<br />

sinkenden L-Gas Exporte aus den Niederlanden notwendig.<br />

„Mit konkreten Aktivitäten zur praktischen Durchführung<br />

der Umstellung bleibt das Thema Versorgungssicherheit für<br />

die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber auch im neuen NEP<br />

ganz oben auf der Agenda“, so Inga Posch, Geschäftsführerin<br />

der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V.<br />

(FNB Gas). Größere Ausbaumaßnahmen sind insbesondere<br />

im Südosten und Nordwesten Deutschlands geplant (siehe<br />

rote Markierungen im Bild). Konkrete Beschreibungen aller<br />

Projekte können den veröffentlichten Projektsteckbriefen<br />

entnommen werden, die eine wichtige Neuerung des NEP<br />

2014 darstellen. Die BNetzA konsultiert nun nochmals alle<br />

Marktteilnehmer und veröffentlicht dann das Ergebnis.<br />

Eventuelle Ergänzungen und Änderungen werden danach<br />

von den FNB in den NEP 2014 eingearbeitet.<br />

Netzausbauvorschlag der FNB für den NEP 2014<br />

Zum Konsultationsverfahren<br />

Das Konsultationsdokument zum NEP 2014 war am 17.<br />

Februar 2014 auf der Internetseite „www.fnb.gas.de/netzentwicklungsplan“<br />

veröffentlicht worden. Im Rahmen einer<br />

dreiwöchigen Konsultation wurde den Marktteilnehmern<br />

Gelegenheit zur Äußerung gegeben. Zusätzlich zur Veröffentlichung<br />

im Internet fand auf Einladung der FNB am 24.<br />

Februar ein öffentlicher Workshop statt, bei dem der NEP<br />

erläutert und diskutiert wurde.<br />

Für die „insgesamt 49 schriftlichen Stellungnahmen, die<br />

eingegangen sind, und deren Anregungen im Entwurf des<br />

NEP 2014 berücksichtigt worden sind, bedankt sich Posch<br />

bei „allen Konsultationsteilnehmern für die außerordentlich<br />

offene und konstruktive Mitwirkung“ und ist zuversichtlich,<br />

dass damit ein valider Prozess in Gang gesetzt werden kann.<br />

KONTAKT: Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V. (FNB Gas),<br />

Berlin, Tel. +49 30 92102350, E-Mail: info@fnb-gas.de<br />

6 04-05 | 2014


INDUSTRIE & WIRTSCHAFT NACHRICHTEN<br />

RelineEurope baut ersten GFK-UV-Liner in Israel ein<br />

RelineEurope lieferte erstmals Alphaliner nach Israel. In Tel<br />

Aviv hat der neue Anwender und Partner des Liner-Herstellers<br />

im Dezember 2013 die ersten 400 m Alphaliner DN 180 bis<br />

DN 300 innerhalb einer Woche erfolgreich eingebaut. Dieses<br />

Projekt war auch die Premiere für den Einsatz von UV-lichthärtenden<br />

Schlauchlinern in Israel.<br />

Das Unternehmen aus Tel Aviv hatte im Sommer eine neue<br />

UV-Anlage REE2000-Mobile erworben und sein Team in<br />

Deutschland bei RelineEurope mit der Basisschulung für den<br />

Umgang mit dem UV-Equipment und Einbau des ALPHALI-<br />

NERs ausgebildet. Unter Beratung und mit Unterstützung von<br />

RelineEurope wurde diese Aushärteanlage in Israel mit dem<br />

zugehörigen Equipment ergänzt und in einen dafür vorbereiteten<br />

Lkw eingebaut.<br />

Der neue RelineEurope-Partner war bisher in den Bereichen<br />

Kanalreinigung, TV-Untersuchung sowie Tief- und Straßenbau<br />

tätig. Mit dem Alphaliner-System wurde die Sanierung mit<br />

UV-lichthärtenden GFK-Schlauchlinern neu in das Portfolio<br />

aufgenommen. Im November beauftragte die Stadt Tel Aviv<br />

die ersten zu sanierenden Haltungen.<br />

Der Auftrag wurde in der ersten Dezemberwoche ausgeführt.<br />

Innerhalb von fünf Arbeitstagen erneuerte die Kolonne insgesamt<br />

sechs Haltungen in drei Stadtteilen der israelischen<br />

Metropole. Zur Unterstützung und Beratung war bei diesem<br />

ersten Projekt ein Anwendungstechniker aus Deutschland<br />

vor Ort. Die intensive Schulung in der Alphaliner-Technologie<br />

zahlte sich aus. Schon am ersten Einbautag konnten die Mitarbeiter<br />

des neuen Anwendungspartners je einen Alphaliner<br />

in zwei Haltungen selbständig einbauen.<br />

Das erste Sanierungsprojekt in Israel mit UV-lichthärtenden<br />

Schlauchlinern stieß auf großes Interesse beim Bauherrn bzw.<br />

Kanalnetzbetreiber. Die Bauleiter und Inspektoren des Wasserund<br />

Abwassernetzes von Tel Aviv nutzen die Gelegenheit, um<br />

sich über die Technologie des für sie neuen Kanalsanierungssystems<br />

zu informieren. Auch der Direktor und Geschäftsführer<br />

des Netzbetreibers war vor Ort, um die Installationsarbeiten<br />

zu besichtigen. In den Gesprächen auf den Baustellen wurden<br />

vor allem der geringe Platzbedarf der Baustelleneinrichtung,<br />

die Flexibilität und Mobilität des gesamten UV-Equipments,<br />

vor allem aber die schnelle Einbauzeit positiv erwähnt. Auch<br />

die geringe Umweltbelastung und der schonende Umgang<br />

mit der Ressource Wasser beeindruckte.<br />

Das Alphaliner-System wird damit weltweit in 34 Ländern<br />

erfolgreich eingesetzt.<br />

<strong>IFAT</strong> 2014, München<br />

05. Mai – 09. Mai 2014.<br />

Freigelände: F5, Stand: 501/15<br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

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04-05 | 2014 7


NACHRICHTEN INDUSTRIE & WIRTSCHAFT<br />

Studie zum europäischen Markt für Kunststoff-Rohre<br />

Rohre aus Kunststoff werden in allen Bereichen immer beliebter.<br />

Das Marktforschungsinstitut Ceresana erwartet, dass der<br />

Umsatz in Europa von Kunststoffrohren im Jahr 2020 rund<br />

12,7 Milliarden Euro erreichen wird, da die Vorzüge für ihre<br />

Nutzung erheblich sind. Kunststoffrohre besitzen gegenüber<br />

anderen Materialien, etwa Aluminium, Beton, Gusseisen,<br />

Kupfer oder Stahl, deutliche Vorteile. Wegen ihres geringen<br />

Gewichts, der Beständigkeit gegen Korrosion und Chemikalien<br />

sowie der einfachen Handhabung, u. a. durch grabenlose Verlegetechniken,<br />

steigt ihre Bedeutung in allen Anwendungen.<br />

Vielseitige Einsetzbarkeit als Wettbewerbsvorteil<br />

Die Bedeutung der Anwendungsgebiete für die einzelnen<br />

Rohrtypen unterscheidet sich dabei deutlich. So sind Rohre aus<br />

Polyvinylchlorid (PVC) vergleichsweise günstig und kommen<br />

besonders für Abwasser, Trinkwasser und Kabelschutz zum<br />

Einsatz. Rohre auf Basis von Polypropylen (PP) und Polyethylen<br />

(PE) machen bei der Trinkwasserversorgung den PVC-Rohren<br />

zunehmend Konkurrenz; bei Anwendungen im Bereich der<br />

Gasversorgung und Industrie haben sie bereits eine wichtige<br />

Rolle eingenommen. Der Einsatz von Rohren aus anderen<br />

Kunststoffen, wie z. B. Polybutylen, Polyamid und Acrylnitril-<br />

Butadien-Styrol, wird in den nächsten Jahren ebenfalls deutlich<br />

zulegen. Durch den Einsatz von Verbundrohren aus mehreren<br />

Materialien, z. B. PE-X und Aluminium, können Eigenschaften<br />

von Rohren gezielt optimiert werden.<br />

Wichtigster europäischer Absatzmarkt für Kunststoffrohre<br />

im Jahr 2012 war Deutschland mit einem Anteil von rund<br />

13,5 % am Verbrauch. Danach folgten Russland, die Türkei,<br />

Frankreich und Italien. In der Vergangenheit profitierten viele<br />

osteuropäische Länder von der rasanten Entwicklung wichtiger<br />

Absatzmärkte für Kunststoffrohre. Aktuell befindet sich die<br />

Bauwirtschaft in vielen Staaten Europas allerdings in einer<br />

schwierigen Situation. Dennoch profitieren Kunststoffrohre<br />

von Substitutionseffekten auf Kosten anderer Materialien:<br />

Metall oder Beton werden weiterhin durch Kunststoffe ersetzt,<br />

die bessere Verarbeitungsmöglichkeiten bieten. Außerdem<br />

spielt der Preis für Rohmaterialien, z. B. Stahl oder Kupfer,<br />

eine entscheidende Rolle.<br />

Regionale Unterschiede innerhalb Europas<br />

Auf dem vergleichsweise gesättigten Markt in Westeuropa<br />

werden höherwertige Rohrtypen aus PE und PP verstärkt<br />

nachgefragt, während der Verbrauch von PVC-Rohren kaum<br />

noch wachsen wird. Insgesamt wird in den Ländern Westeuropas<br />

der Kunststoffrohr-Markt nicht mehr die Wachstumsraten<br />

erreichen, die vor der Wirtschaftskrise noch möglich<br />

waren. Jedoch stellt sich die Situation in den einzelnen<br />

Ländern Europas zum Teil sehr unterschiedlich dar. Während<br />

in Dänemark, Deutschland und der Schweiz mit einer vergleichsweise<br />

positiven Entwicklung zu rechnen ist, steht für<br />

einige südeuropäische Länder, wie z. B. Griechenland oder<br />

Spanien, kurzfristig keine wesentliche Erholung in Aussicht.<br />

In Osteuropa werden PVC-Rohre im Vergleich zum Westen<br />

auf absehbare Zeit höhere Zuwächse verzeichnen. Vor allem<br />

wegen des weiterhin hohen Nachholbedarfs beim Ausbau<br />

der Wasserver- und -entsorgungsnetze erwarten die Marktforscher<br />

für den Osten in Zukunft höhere Wachstumsraten<br />

des Kunststoffrohrverbrauchs, insbesondere in Russland und<br />

der Türkei.<br />

AUMA im App Store<br />

Bei AUMA gibt es die Gerätedokumentation<br />

per Smartphone<br />

Mit der neuen<br />

AUMA Support App<br />

lässt sich die Gerätedokumentation<br />

zu einem AUMA-<br />

Stellantrieb schnell<br />

und einfach beziehen.<br />

Nach Abscannen<br />

des DataMatrix-Codes<br />

auf dem<br />

Typenschild per<br />

Smartphone werden<br />

über die App<br />

die Betriebsanleitung,<br />

der Schaltplan,<br />

das technische<br />

Datenblatt und das<br />

Abnahmeprüfzeugnis<br />

des Antriebs beim AUMA-Server<br />

angefordert und auf das Smartphone<br />

heruntergeladen.<br />

AUMA-Stellantriebe werden zur<br />

Automatisierung von Industriearmaturen<br />

eingesetzt. Jedes Gerät wird<br />

auf Bestellung produziert, angepasst<br />

für die speziellen Anforderungen des<br />

Einsatzfalls. Dementsprechend individuell ist auch die zugehörige<br />

Gerätedokumentation. Unter Angabe der auf dem<br />

Typenschild abgedruckten Auftragsnummer können unter<br />

www.auma.com die zum Gerät gehörenden Unterlagen<br />

bezogen werden. Mit der neuen App geht das nun noch<br />

einfacher.<br />

Die AUMA Support App ist kostenlos und läuft auf dem<br />

Apple iPhone, iPad oder iPod Touch ab der Version iOS<br />

6.1. Der abgedruckte QR-Code führt direkt zu der App im<br />

Apple App Store.<br />

8 04-05 | 2014


NORMA Group erwartet<br />

solides Umsatzwachstum<br />

für 2014<br />

INDUSTRIE & WIRTSCHAFT NACHRICHTEN<br />

Besuchen Sie uns:<br />

<strong>IFAT</strong> 2014<br />

München, Deutschland<br />

5. – 9. Mai 2014<br />

Halle A4 Stand 437<br />

Die NORMA Group SE, ein internationaler Markt- und<br />

Technologieführer für hochentwickelte Verbindungstechnik,<br />

erzielte im Geschäftsjahr 2013 Höchstwerte bei<br />

Umsatz und Ergebnis. Der Umsatz des MDAX-Konzerns<br />

stieg in der Berichtsperiode um 5,1 % auf 635,5 Mio.<br />

Euro (2012: 604,6 Mio. Euro). Dazu haben die Akquisitionen<br />

aus den Jahren 2012 und 2013 mit 26,7 Mio. Euro<br />

beigetragen. Das um Akquisitionen bereinigte organische<br />

Wachstum lag bei 2,5 %. Das bereinigte betriebliche<br />

Ergebnis (bereinigtes EBITA) konnte 2013 trotz der<br />

schwierigen Rahmenbedingungen im europäischen Raum<br />

auf 112,6 Mio. Euro gesteigert werden (2012: 105,4 Mio.<br />

Euro), ein Zuwachs von 6,9 %. Die NORMA Group erzielte<br />

somit im Geschäftsjahr 2013 eine nachhaltig hohe operative<br />

EBITA-Marge auf Rekordniveau von 17,7 %. Das<br />

bereinigte Ergebnis je Aktie auf Basis der ausstehenden<br />

Aktien zum 31. Dezember 2013 hat das Unternehmen<br />

2013 gegenüber dem Vorjahr auf 1,95 Euro gesteigert<br />

(2012: 1,94 Euro).<br />

„2013 war ein weiteres erfolgreiches Jahr für die NORMA<br />

Group. Den konjunkturell bedingten schwachen Jahresstart<br />

konnten wir bis zum Jahresende wettmachen“,<br />

sagt Werner Deggim, Vorstandsvorsitzender der NORMA<br />

Group. „Die NORMA Group ist zukunftsfähig aufgestellt.<br />

Daher erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr 2014<br />

ein solides Wachstum.“ So wird erwartet, dass der Konzernumsatz<br />

im Jahr 2014 solide organisch rund 4 bis 7 %<br />

gegenüber 2013 wachsen wird. Zusätzliche Umsätze von<br />

rund 5 Mio. Euro ergeben sich aus den Akquisitionen<br />

des polnischen Unternehmens Variant S.A. und des australischen<br />

Unternehmens Guyco Pty. Ltd. im Jahr 2013.<br />

Solides Umsatzwachstum für 2014 erwartet<br />

Die NORMA Group rechnet aus heutiger Sicht damit, dass<br />

die Weltwirtschaft im Jahr 2014 mit einer höheren Rate<br />

als 2013 wachsen wird. Treiber sind hierbei vor allem die<br />

fortgeschrittenen Wirtschaftsregionen, von denen auch<br />

der Euroraum 2014 wieder auf einen moderaten Wachstumskurs<br />

zurückkehrt. Wachstumsimpulse werden auch<br />

aus den Entwicklungs-und Schwellenländern erwartet. Es<br />

wird mit wieder wachsenden Produktionsvolumina in den<br />

einzelnen Industrien gerechnet. Die NORMA Group geht<br />

von einer höheren Anzahl an Verbindungselementen und<br />

einer höheren Wertigkeit dieser Elemente aus. Insgesamt<br />

erwartet die NORMA Group, dass der Konzernumsatz im<br />

Jahr 2014 solide organisch rund 4 bis 7 % gegenüber<br />

dem Vorjahr wachsen wird.<br />

LEISTUNG AUF DAUER<br />

Elektrische Stellantriebe für die Wasserwirtschaft<br />

Zuverlässig, kraftvoll, effizient. AUMA bietet eine<br />

umfangreiche Palette von Stellantriebs- und<br />

Getriebe bau reihen.<br />

■ Automatisierung von allen Industriearmaturen<br />

■ Integration in alle gängigen Leitsysteme<br />

■ Hoher Korrosionsschutz<br />

■ Weltweiter Service<br />

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Lö sungen für<br />

die Wasserwirtschaft<br />

04-05 | 2014 9<br />

www.auma.com


NACHRICHTEN VERBÄNDE<br />

RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau: Erfahrungsaustausche<br />

in neuem Format<br />

Am 11. und am 19. Februar 2014 fanden in Werder (Berlin/<br />

Brandenburg) und in Erding (Bayern) die ersten Erfahrungsaustausche<br />

von Auftraggebern und Auftragnehmern zum Thema<br />

Kanalbau statt, und das mit einem neuen Konzept. Erstmals<br />

wurde eine Diskussion über ausgewählte praxisnahe Fallbeispiele<br />

aus der Sicht von Auftraggeber und Auftragnehmer im<br />

Dialog geführt. „Wie würden Sie entscheiden?“ lautete die<br />

Frage, mit der mögliche Schwachstellen im Baustellenalltag<br />

besprochen wurden. Als Beispiele hierfür dienten Themen<br />

wie fehlerhafte Planung und Ausschreibung, Mängel in der<br />

Bauausführung und mangelhafte Qualitätssicherung. Sie<br />

wurden vor dem Hintergrund der bestehenden technischen<br />

Regelwerke und der aktuellen Vergabe- und Vertragsordnung<br />

für Bauleistungen (VOB) exemplarisch aufgezeigt.<br />

Die Teilnehmer haben diese Art der Gesprächsführung durchweg<br />

positiv bewertet: Das neue inhaltliche Konzept gibt der<br />

Diskussion zwischen Auftraggebern, Planern und Auftragnehmern<br />

zum Thema Qualität und Qualifikation im Kanalbau<br />

neue Impulse – so der Tenor. Umfangreiche Unterlagen zu den<br />

Fallbeispielen, in denen die wichtigsten Fragen der Veranstaltung<br />

zusammengestellt wurden, dienen zur weiteren Vertiefung<br />

der Sachverhalte. Lösungsansätze zur Fehlervermeidung<br />

und der Umgang mit Nachtragsforderungen unter Bezug auf<br />

das Merkblatt DWA-M 806 zu zwei aktuellen Fallbeispielen<br />

wurden ebenfalls vorgestellt.<br />

Diskussion im Dialog<br />

Die fachliche Kompetenz der Prüfingenieure und ihre aus der<br />

täglichen Baustellenpraxis gewonnenen Erfahrungen stellen<br />

die Grundlage für das neue Format der Veranstaltungsreihe<br />

dar. Unterstützung kam zudem von Regierungsbaumeister<br />

Dipl.-Ing. Rüdiger Prestinari, Pforzheim, der beim Frage- und<br />

Antwortspiel die Sichtweise des Auftraggebers beleuchtet.<br />

Während in Werder bei Potsdam Kanalbau in offener Bauweise<br />

und Vortrieb die Schwerpunkte waren, stand im bayerischen<br />

Erding neben dem Kanalbau in offener Bauweise die grabenlose<br />

Sanierung im Fokus.<br />

Mit einem Vortrag über „Gütesicherung im Kanalbau: Sicherstellung<br />

der Qualität bei Ausschreibung, Bauüberwachung und<br />

Bauausführung“ eröffnete Dipl.-Ing. Hans-Christian Möser,<br />

ein vom Güteausschuss der Gütegemeinschaft beauftragter<br />

Prüfingenieur, die eintägige Veranstaltung. Hierbei wurden<br />

insbesondere die Eigenüberwachung als integraler Bestandteil<br />

von Fehlervermeidungssystemen beschrieben und die grundlegenden<br />

Anforderungen an die Beurteilungsgruppen ABAK,<br />

ABV und ABS (Ausschreibung und Bauüberwachung) erläutert.<br />

Daran schlossen sich typische Fallbeispiele aus dem Bereich<br />

Kanalbau in offener Bauweise an.<br />

Anforderungen nehmen zu<br />

Innerstädtische Tiefbaumaßnahmen stellen für den Auftraggeber<br />

anspruchsvolle Bauaufgaben dar. Komplexe Bauabläufe,<br />

ständig neue Anforderungen aus Regelwerken und Vorschriften<br />

müssen ebenso berücksichtigt werden wie der finanzielle<br />

und zeitliche Rahmen für Planung und Bauausführung. Ähnlich<br />

ist die Situation auf Seiten der Ingenieurbüros, die meist unter<br />

hohem Zeitdruck Planungen erstellen müssen. Mangelnde<br />

Erfahrung in der Bautechnik oder fehlende Systeme zur Qualitätssicherung<br />

bzw. Fehlervermeidung in Ausschreibung und<br />

Bauüberwachung können dabei zu erheblichen Konsequenzen<br />

für alle Beteiligten führen. Hinzu kommt noch eine unvollständige<br />

Datenermittlung für die Planung – etwa in Form<br />

von fehlenden Bodengutachten, optischer Inspektion oder<br />

Beweissicherungsmaßnahmen – die aus Kostengründen vom<br />

Quelle: Gütegemeinschaft Kanalbau<br />

Bild 1: Haftungsrisiken drohen: Eine mangelfreie Werkleistung<br />

kann von den beteiligten Baupartnern nur dann erbracht werden,<br />

wenn sie auf detaillierte Planungs- und Ausschreibungsunterlagen<br />

zurückgreifen können<br />

Bild 2: Umfangreiche Unterlagen zu den Fallbeispielen,<br />

in denen die wichtigsten Fragen der Veranstaltung<br />

zusammengestellt wurden, dienen zur weiteren Vertiefung der<br />

Sachverhalte<br />

10 04-05 | 2014


Auftraggeber nicht zusätzlich beauftragt werden. Folgerichtig stellt sich die Frage: Kann das mit<br />

der Ausführung der Arbeiten beauftragte qualifizierte Unternehmen die bis dahin gemachten<br />

Fehler auffangen? Eine mangelfreie Werkleistung kann von den beteiligten Baupartnern nur<br />

erbracht werden, wenn sie auf detaillierte Planungs- und Ausschreibungsunterlagen zurückgreifen<br />

können. Ihre Erstellung erfordert Kompetenz und Erfahrung. Systeme zur Qualitätssicherung<br />

tragen an dieser Stelle dazu bei, eine Baumaßnahme zum Erfolg zu führen. Letztlich fehlt es auf<br />

allen Seiten oft an qualifizierten Fachkräften, die über langjährige Erfahrung verfügen, so das<br />

Fazit von Prüfingenieur Walter und seinen Kollegen.<br />

Steckfittings Serie 19<br />

Die<br />

Produktvielfalt<br />

Triangulum Auftraggeber - Planer - Firma<br />

Vor diesem Hintergrund wurden die Inhalte der Erfahrungsaustausche neu zusammengestellt und<br />

allgemeine Ziele auf Grundlage der DIN EN 752:2008-04 definiert. In der Norm sind die Zielsetzungen<br />

für Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden festgelegt. Sie enthält desweiteren<br />

Leistungsanforderungen zum Erreichen dieser Zielsetzungen und Grundsätze für strategische<br />

und politische Aktivitäten zu Planung, Bemessung, Einbau, Betrieb, Wartung und Renovierung.<br />

Zu den Zielen für Auftraggeber, Planer und ausführende Unternehmen gehört es, das System so<br />

zu planen, zu bauen, zu betreiben, zu unterhalten und zu sanieren, dass die mit der Ableitung<br />

von Abwasser verbundenen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken ebenso minimiert werden wie<br />

Auswirkungen auf die Umwelt und die Funktionssicherheit. Gleiches gilt mit Blick auf die mit Bau,<br />

Betrieb, Unterhalt und Sanierung beschäftigten Personen. Darüber hinaus sind auch Nachhaltigkeitsaspekte<br />

zu berücksichtigen.<br />

Diese Ziele betreffen alle Phasen einer Baumaßnahme, von der Planung und Ausschreibung über<br />

die Wertung und Vergabe, die Ausführung und Bauüberwachung bis hin zur Abnahme und<br />

Gewährleistung. „Zu diesen Themenkomplexen hat jeder seine eigenen Erfahrungen und Sichtweisen“,<br />

weiß Prüfingenieur Dipl.-Ing. Sven Fandrich. „Auch mit der Abschätzung der Risiken.<br />

Deshalb wollen wir mit der Auswahl unserer Themen auf den Erfahrungsaustauschen auch die<br />

Bewusstseinsbildung für Risiken schärfen.“ Etwa mit Blick auf Ausführungsmängel und deren<br />

Ursachen. In der Diskussion zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern wurden bei den Erfahrungsaustauschen<br />

in Werder und Erding Lösungsansätze zur Fehlervermeidung beim Kanalbau<br />

in offener Bauweise, unterirdischem Vortrieb und bei der grabenlosen Sanierung aufgezeigt.<br />

Beim Kanalbau in offener Bauweise betraf dies u. a. die Wahl des Verbauverfahrens, die Kontrolle<br />

der Lastannahme, die Herstellung von Rohrbettung und Leitungszone, die Verfüllung und<br />

Verdichtung sowie die Feststellung von Rohrschäden bei der optischen Inspektion. Im fachlichen<br />

Frage- und Antwortspiel brachten Prestinari und Walter die Sichtweisen von Auftraggebern und<br />

Auftragnehmern stellvertretend auf den Punkt. Jeder Themenblock endete konsequent mit der<br />

Zusammenfassung der Ergebnisse. Im weiteren Verlauf wurde dann in gleicher Weise über die<br />

Erfahrung bei der Umsetzung von grabenlosen Sanierungsmaßnahmen diskutiert.<br />

Souveräner Umgang mit Nachträgen<br />

Mit Hinweisen zum Umgang mit Nachtragsforderungen auf der Basis der VOB/B und des Merkblattes<br />

DWA-M 806 greifen die Erfahrungsaustausche ein weiteres durchaus sensibles Thema<br />

auf. „Im Verlauf der praktischen Umsetzung eines Bauvorhabens kommt es häufig vor, dass<br />

zusätzliche oder geänderte Leistungen erbracht werden müssen“, erklärt Prestinari. Aus der<br />

hieraus erforderlichen Anpassung der Bauverträge können sich Vergütungsänderungen ergeben.<br />

Mit der Schilderung von Erfahrungen werden Lösungsansätze erörtert, wie Vergütungen für<br />

Nachtragsleistungen auf der Basis der VOB/B zwischen Bauherr und Unternehmer vereinbart<br />

werden können. Ziel des Themenblocks ist es, die Systematik der VOB/B mit den unterschiedlichen<br />

Nachtragsanlässen zu erläutern und insbesondere die Anforderungen an Vergütungsansprüche,<br />

ein Nachtragsangebot und eine Nachtragsprüfung zu definieren, um die Kommunikation zwischen<br />

den Vertragspartnern bis zum Abschluss einer Vergütungsvereinbarung zu verbessern.<br />

Das ist nicht nur hierbei gelungen, so die einvernehmliche Resonanz vieler Teilnehmer an den<br />

Erfahrungsaustauschen in Erding und Werder. Weitere Veranstaltungen sind in der Region Hannover<br />

(15. Mai), in Mülheim an der Ruhr (21. Mai) sowie im Herbst in Hessen und Thüringen geplant.<br />

Die sinnvolle Ergänzung zu unseren<br />

bewährten Klemmfittings Serie 18<br />

•<br />

Ausgereifte Steckverbindung<br />

zum Stecken von PE 80, PE 100 und<br />

PE-Xa-Rohren<br />

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Mit lösbarer Sicherung<br />

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Längskraftschlüssig<br />

KONTAKT: RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau, Bad Honnef<br />

Tel. +492224 9384-0, E-Mail: info@kanalbau.com, www.kanalbau.com<br />

Halle B5, Stand 330<br />

04-05 | 2014 11


NACHRICHTEN VERBÄNDE<br />

RSV-Arbeitskreis Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

stellt neues Poster vor<br />

v.l.n.r. Mario Brenner (Obmann des AK GEA), Thorsten Lingnau<br />

(Abwasser-Service-Volkner, Mitglied des AK), Horst Zech<br />

(Geschäftsführer RSV e.V.), Thorsten Stamm (Swietelsky Faber,<br />

Mitglied des AK)<br />

Der Arbeitskreis Grundstücksentwässerungsanlagen (AK<br />

GEA) des RSV-Rohrleitungssanierungsverband e.V. stellte<br />

im Rahmen eines Baustellenbesuches sein neues Poster<br />

vor. Der AK GEA, ein Zusammenschluss von Experten aus<br />

den Bereichen Ausführender Firmen der Kanalsanierung,<br />

Vertreter von Kommunen und Netzbetreibern sowie Planern<br />

beschäftigt sich seit Jahren mit dem Themenfeld der<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen. Ziel hierbei ist die<br />

Bewusstseinsbildung und fachliche Beratung für private<br />

Grundstückseigentümer genauso wie die Unterstützung<br />

der kommunalen Vertreter. Das nun aktuell vorgestellte<br />

Poster soll das Kernthema „Werterhalt von Immobilien“<br />

in den Fokus der Wahrnehmung bringen, denn hier liegt<br />

ein Hauptinteresse des Eigentümers. In den letzten Jahren<br />

wurden primär die gesetzlichen Fristen diskutiert, ohne den<br />

Substanzerhalt oder die durchaus alltäglichen Gefahren, die<br />

von Schäden im Abwassernetz ausgehen, hinreichend zu<br />

berücksichtigen. Mit Hilfe des grafisch plakativ gestalteten<br />

Posters können kommunale Vertreter genauso wie andere<br />

Fachleute aus dem Themenfeld der Entwässerungstechnik<br />

die Problematik schnell und einfach auch Nichtfachleuten<br />

vermitteln. Gerade auch im Hinblick auf die noch verstärkte<br />

Beratungsverpflichtung der Kommunen in der neuen<br />

Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (Süw VO Abw)<br />

in NRW, kann das Poster eine gute und einfache Hilfestellung<br />

bieten.<br />

Das in den letzten Jahren von DIN CERTCO aufgebaute,<br />

unabhängige Zertifizierungsverfahren für die Grundstückentwässerung,<br />

bildet einen Grundstein für die Gewährleistung<br />

qualitativ hochwertiger und wirtschaftlich sinnvoller<br />

Projektbearbeitungen durch zertifizierte Fachfirmen. Die<br />

Zertifizierung schützt den Eigentümer vor technisch fragwürdigen<br />

und unwirtschaftlichen Sanierungen.<br />

Das Poster „Wissen Sie wie es unter Ihrem Haus aussieht?“<br />

kann über die RSV-Geschäftsstelle bezogen werden.<br />

KONTAKT: RSV - Rohrleitungssanierungsverband e. V., Lingen (Ems),<br />

Dipl.-Volkswirt Horst Zech, Tel. +49 5963-9810877,<br />

E-Mail: rsv-ev@t-online.de<br />

Halle B5, Stand 421/526<br />

SKZ übernimmt Kunststoffprüflabor des<br />

TÜV SÜD in Frankfurt<br />

Zum Jahresbeginn 2014 hat<br />

das SKZ – das Kunststoff-<br />

Zentrum die Ausstattung des<br />

Kunststoffprüflabors der TÜV<br />

SÜD Chemie Service GmbH<br />

im Industriepark Frankfurt<br />

Höchst übernommen. Damit<br />

baut das SKZ seine Kapazitäten<br />

im Bereich der Rohrprüfung<br />

und mechanischen Prüfung<br />

weiter aus. Neben Prüfbecken<br />

und Druckstationen<br />

für Zeitstand-Innendruckprüfungen<br />

von Rohren konnten auch Geräte zur Prüfung der<br />

Spannungsrissbeständigkeit (Full Notch Creep Test) von<br />

Rohrwerkstoffen in das Prüflabor des SKZ integriert werden.<br />

Zu den weiteren Geräten zählen eine 250 kN-Zugprüfmaschine,<br />

Schlagpendel sowie diverse Werkzeugschränke und<br />

Laborwerkzeuge.<br />

Mit dem Kauf der Prüfgeräte konnte auch ein neues Arbeitsgebiet<br />

hinzugewonnen werden: In großen Umluftwärmeschränken<br />

werden zukünftig Berstdruck- und Zeitstand-<br />

Innendruckprüfungen an PTFE-Kompensatoren durchgeführt.<br />

Derartige Kompensatoren finden in der chemischen<br />

Industrie u. a. zum Ausgleich der thermischen Ausdehnung<br />

und zur Dämpfung von Schwingungs- und Vibrationsüber-<br />

12 04-05 | 2014


tragung in Industrierohrleitungen Anwendung. Als zukünftig einzige Prüfstelle<br />

für Kompensatoren kann das SKZ diese neuen Dienstleistungen ab sofort seinen<br />

Kunden anbieten.<br />

Ein echtes Unikat und eine Sehenswürdigkeit stellt der Historienprüfstand (Bild) dar,<br />

mit Rohren und Formteilen aus den Werkstoffen PTFE, POM, PP, PVC und PE, die<br />

zum Teil schon über 50 Jahre unter Innendruck geprüft werden. Diese Prüflinge<br />

verkörpern sozusagen den „lebenden“ Beweis der Gültigkeit des Arrheniusgesetzes<br />

bei der Extrapolation von Zeitstandkurven auf mindestens 50 Jahre. Das SKZ<br />

führt gerne den vom TÜV SÜD übernommenen und ursprünglich von der Firma<br />

Hoechst stammenden Historienprüfstand fort und trägt somit einen Teil dazu bei,<br />

die Kunststoffrohrindustrie zu unterstützen und die positive Entwicklung ihrer<br />

qualitativ hochwertigen Produkte am Markt zu begleiten.<br />

Anbohrarmaturen<br />

Modell 2013<br />

Das<br />

Programm<br />

KONTAKT: SKZ – Das Kunststoff-Zentrum, Würzburg, Dr. Jürgen Wüst<br />

Tel. +49 931 4104 238, E-Mail: j.wüst@skz.de<br />

Zuverlässige Grundstücksentwässerung<br />

schützt Werte<br />

Undichte Abwassersysteme können Boden und Grundwasser verunreinigen und im<br />

schlimmsten Fall die Trinkwassergewinnung gefährden. Normative Grundlagen und<br />

das Wasserhaushaltsgesetz verpflichten aus diesem Grund Hauseigentümer dazu,<br />

in einem bestimmten Zeitraum die Dichtigkeit ihrer Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

überprüfen zu lassen. Bei dieser Überprüfung ist vor allem Zuverlässigkeit<br />

und Sachkunde gefragt.<br />

Hauseigentümer, die sich bei der Suche nach einem Dienstleister am RAL Gütezeichen<br />

Grundstücksentwässerung orientieren, können sicher sein, dass die Arbeiten<br />

von kompetentem Personal und mit hochwertiger Technik ausgeführt werden. Der<br />

Geltungsbereich der RAL Gütesicherung wurde jetzt auf die Generalinspektion von<br />

Abscheideanlagen und die Sanierung von Abwasserbehandlungsanlagen erweitert.<br />

Fachfirmen, die berechtigt sind, für ihre Leistungen das RAL Gütezeichen Grundstücksentwässerung<br />

zu benutzen, haben sich verpflichtet, die Umweltverträglichkeit<br />

von Grundstücksentwässerungsanlagen zu verbessern und damit Verunreinigungen<br />

von Grundwasser, Gewässer und Boden entgegenzuwirken. Sie wollen damit einen<br />

Beitrag zum Umweltschutz leisten und zugleich Hauseigentümern dabei helfen,<br />

den Vermögenswert ihrer Immobilie zu erhalten und zu schützen. Voraussetzung<br />

für die Verleihung des RAL Gütezeichens ist die Einhaltung strenger Güte- und<br />

Prüfbestimmungen. Sie gelten insbesondere für die Erfahrung und Zuverlässigkeit<br />

des Personals, die Ausstattung der Betriebseinrichtungen und den technischen<br />

Stand der Geräte aber auch für eine stetig neutral durchgeführte Kontrolle der<br />

Leistungen auf der Baustelle.<br />

Höchste Qualität vom Neubau bis zur Sanierung<br />

Das RAL Gütezeichen Grundstücksentwässerung wird für die Herstellung, den baulichen<br />

Unterhalt, die Sanierung und die Prüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

verliehen. Es umfasst Kleinkläranlagen ebenso wie Abwassersammelgruben,<br />

Abwasserleitungen und -kanäle, Fettabscheideanlagen, Leichtflüssigkeitsabscheideanlagen<br />

und nunmehr auch Abscheideanlagen und Abwasserbehandlungsanlagen.<br />

Betriebe, die das RAL Gütezeichen benutzen, stellen sicher, dass Schmutz<br />

und Regenwasser in diesen Bereichen zuverlässig entsorgt werden.<br />

PE-Körper mit PE-Spitzende<br />

frei drehbar (360°)<br />

•<br />

Kein stagnierendes Wasser<br />

•<br />

Bleifreier Werkstoff im Bereich<br />

mit Mediumkontakt<br />

•<br />

Strömungsgünstig<br />

PLASSON GmbH<br />

KONTAKT: Gütegemeinschaft Grundstücksentwässerung e. V., Hennef,<br />

Krudenburger Weg 29 • 46485 Wesel<br />

Dirk Bellinghausen, Tel. +49 2242 872-0, E-Mail: bellinghausen@gs-ge.de<br />

Telefon: (0281) 9 52 72-0<br />

Telefax: (02 81) 9 52 72-27<br />

E-Mail: info@plasson.de<br />

04-05 | 2014<br />

Internet: www.plasson.de 13


NACHRICHTEN PERSONALIEN<br />

Haftungsfalle Hauseinführung<br />

Alle Öffnungen in Kellerwand oder Bodenplatte für die<br />

Hausversorgung müssen wasser-, gas- und luftdicht verschlossen<br />

sein. Das verlangen die gültigen Normen und<br />

Richtlinien. Im Schadensfall müssen Planer und Versorgungsunternehmen<br />

nachweisen, dass die Hauseinführung fachgerecht<br />

nach den gültigen Standards geplant und ausgeführt<br />

wurde. Prüfergebnisse und praktische Erfahrungen zeigen,<br />

dass Baustellenlösungen häufig die hohen Anforderungen<br />

nur unzureichend erfüllen. Eine rechtssichere Lösung sind<br />

geprüfte Hauseinführungssysteme. Sie gelten heute als<br />

Stand der Technik.<br />

Aufgegebener Bergbau, Flussbegradigungen und Tiefbauten,<br />

wie z. B. für U-Bahnen, verändern den Grundwasserstand.<br />

Hinzu kommen sintflutartige Regenfälle und<br />

steigende Hochwasserpegel. Das stellt an die Dichtheit<br />

von Hauseinführungen immer höhere Ansprüche. Ebenso<br />

wichtig ist die Gasdichtheit. Tritt über die Durchdringungen<br />

Schleichgas in das Gebäude, besteht die Gefahr einer Gasexplosion.<br />

Bei undichten Durchdringungen besteht zusätzlich<br />

die Gefahr unzulässiger Radongasanreicherung. Experten<br />

gehen davon aus, dass ca. 10 % der Lungenkrebsfälle auf<br />

Radongas aus dem Erdreich zurückzuführen sind. Eine weitere<br />

kritische Anforderung an Hauseinführungen ist die<br />

Scher- und Auszugsfestigkeit der Rohre und Kabel, denn<br />

Setzungen von Gebäude und Erdreich, aber auch Baggerarbeiten<br />

belasten die Versorgungsleitungen. Alle die oben<br />

genannten Anforderungen können improvisierte Lösungen<br />

häufig nicht erfüllen.<br />

Für geprüfte Hauseinführungssysteme sprechen auch wirtschaftliche<br />

Vorteile. So vereinfachen und verkürzen sie die<br />

Bauabwicklung und lassen – bei Verwendung von Leerrohren<br />

– jederzeit eine Nachbelegung oder einen Austausch<br />

zu, wenn neue technische Lösungen dieses erfordern.<br />

Der Einbau fachgerechter Hauseinführungen lässt sich<br />

jedoch nur realisieren, wenn sie rechtzeitig geplant und<br />

vorbereitet wurden. Leider zeigt die Praxis, dass dies häufig<br />

versäumt wird. Versorgungsunternehmen erfahren oft<br />

erst von dem geplanten Hausanschluss, wenn der Rohbau<br />

bereits steht. Um sich vor Haftungsansprüchen zu schützen,<br />

sollten ausführende Firmen in diesem Fall in geeigneter Form<br />

Bedenken anmelden.<br />

Mehr Informationen zu Hauseinführungssystemen finden<br />

sich auf der Homepage des FHRK unter www.fhrk.de.<br />

KONTAKT: Fachverband Hauseinführungen für Rohre und Kabel e.V.,<br />

Schwerin, Tel. +49 385 2088-8959<br />

E-Mail: info@fhrk.eu<br />

Neue Beiratsmitglieder und Schriftleiter bei <strong>3R</strong><br />

Die Fachzeitschrift <strong>3R</strong> gibt folgende personelle Veränderungen<br />

in ihrem Beirat und Schriftleiterkreis bekannt: Neu im Beirat<br />

der <strong>3R</strong> vertreten sind Inga Posch (Geschäftsführerin der Vereinigung<br />

der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V FNB Gas), sowie<br />

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer. Die <strong>3R</strong>-Schriftleitung<br />

verstärkt nun außerdem Helmut Roloff (Pressesprecher der<br />

Open Grid Europe GmbH) und Dr. Jörg Sebastian, Geschäftsführer<br />

der SBKS GmbH & Co. KG. Ausgeschieden aus dem<br />

Beirat sind dagegen Dietmar Bückemeyer, Stadtwerke Essen<br />

AG, sowie Dr. Wulf Lindner vom Erftverband. Für ihre langjährige<br />

Mitarbeit und ihr Engagement im Gremium der <strong>3R</strong><br />

bedankt sich der Verlag sehr herzlich.<br />

Helmut Roloff: Im Anschluss an sein<br />

Studium der Geographie und des Bauingenieurswesen<br />

(Straßenbau) an der<br />

Ruhr-Universität Bochum folgte eine<br />

Planungstätigkeit bei einer Kommune.<br />

Danach arbeitete er zehn Jahre im<br />

Umweltschutz und ist seit 15 Jahren<br />

in der Gaswirtschaft im Kommunikationsbereich<br />

tätig. Bei Open Grid<br />

Europe liegt der Schwerpunkt von Roloffs Tätigkeiten bei<br />

der kommunikativen Begleitung von technischen Projekten<br />

(Leitungs- und Verdichterbau) sei es bei der Erstellung<br />

von Informationsbroschüren, Fachtexten, Pressemitteilungen<br />

oder der Durchführung und Organisation von<br />

Informationsveranstaltungen im Rahmen von Genehmigungsverfahren.<br />

Dazu kommt die Ausübung der Funktion<br />

des Pressesprechers für Open Grid Europe und deren<br />

Beteiligungsgesellschaften.<br />

Inga Posch war nach ihrem Studienabschluss<br />

der Wirtschaftsgeographie<br />

mit Schwerpunkt internationaler,<br />

technischer und wirtschaftlicher<br />

Zusammenarbeit an der RWTH<br />

Aachen mehrere Jahre in Brüssel im<br />

Bereich der Europäischen Energiepolitik<br />

tätig. Nach der Begleitung<br />

verschiedener Europäischer Gesetzgebungsverfahren<br />

im Energiebereich hat Inga Posch durch<br />

anschließende Tätigkeiten in verschiedenen Positionen der<br />

deutschen und europäischen Energiewirtschaft Erfahrungen<br />

im operativen Geschäft gesammelt. Zu ihren Schwerpunkten<br />

gehörten dabei Regulierungsfragen und auch die<br />

Umsetzung rechtlicher Vorgaben innerhalb der Energieunternehmen.<br />

Posch ist seit April 2013 bei der Vereinigung der<br />

14 04-05 | 2014


Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V. tätig und leitet heute als Geschäftsführerin<br />

die Geschäftsstelle des FNB Gas in Berlin. Mit ihrem Team ist sie Ansprechpartnerin<br />

für Politik, Medien und Öffentlichkeit hinsichtlich aller Fragen des überregionalen<br />

Gastransports und bildet damit die Schnittstelle zu den deutschen<br />

Fernleitungsnetzbetreibern.<br />

Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V. (FNB Gas) ist der Zusammenschluss<br />

der Fernleitungsnetzbetreiber, also der großen überregionalen und<br />

grenzüberschreitenden Gastransportunternehmen, in Deutschland. Die zentrale<br />

Aufgabe von FNB Gas besteht darin, den fachlichen Austausch der Fernleitungsnetzbetreiber<br />

zu bündeln und zu koordinieren.<br />

Univ.-Prof. Dr. Karsten Körkemeyer: Über die wissenschaftlichen<br />

Stationen des Ingenieurstudiums in Bochum<br />

(Ruhr-Universität Bochum) und Aachen (RWTH Aachen), wo<br />

Körkemeyer seine Promotion am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft<br />

abschloss und eines zusätzlichen Studiengangs<br />

der Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure, war er in<br />

den 1990ern als Geschäftsführer mit an der Begründung<br />

des Ingenieurbüros Stein & Partner beteiligt. Große Erfahrungen<br />

und fachliche Kompetenz weist er im Bereich der<br />

Praxis rund um das Thema Rohrleitungstechnik und Leitungsbau vor, die er u. a.<br />

bei den ZÜBLIN Rohrwerken in Schermbeck und bei der BERDING Beton GmbH<br />

sammelte, wo er drei Jahre als Leiter für Technik und Entwicklung sämtlicher<br />

Werke in NRW tätig war.<br />

Anschließend lehrte Körkemeyer an der Hochschule Bochum. Ebenfalls am Standort<br />

Bochum ist Körkemeyer seit 2007 Handlungsbevollmächtigter der ZERNA<br />

Planen und Prüfen GmbH und Ansprechpartner für die cpc consultants, bevor<br />

er im Oktober 2009 als Lehrstuhlinhaber für Baubetrieb und Bauwirtschaft im<br />

Fachbereich ARUBI an die TU Kaiserslautern ging.<br />

Widerstandsfähig.<br />

Sicher.<br />

Wirtschaftlich.<br />

Wir freuen uns auf Sie:<br />

Halle B6, Stand 312<br />

Dr. rer. nat. Jörg Sebastian ist Gründer und Leiter der<br />

SBKS GmbH & Co. KG in St. Wendel und kann auf mehr als<br />

15 Jahre Erfahrung zurückblicken. Nach seiner Ausbildung<br />

zum Chemielaboranten und einem anschließenden Studium<br />

der Chemie an der Universität Gesamthochschule Kassel<br />

hat er dort im Jahr 1995 zunächst sein Diplom in Chemie<br />

und 1997 den Grad Dr. rer. nat. erlangt. Er besitzt neben<br />

seinen Qualifikationen als Prüfer für Verbundstoffe auch die<br />

Bestellung der IHK als öffentlich bestellter und vereidigter<br />

Sachverständiger. Dadurch kann er hinzugezogen werden,<br />

wenn es um Begutachtungen bei Schadensfällen oder Rechtsverfahren geht.<br />

Seit 2009 ist Dr. Sebastian Leiter der Überwachungs- und Zertifizierungsstelle im<br />

Auftrag des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), seit 2012 ausgebildeter<br />

NACE Inspector Level I.<br />

Verschiedene Lehrtätigkeiten im Bereich Werkstoffkunde/Materialprüfung –<br />

Kunststoffe, Harze, Gele und Verbundwerkstoffe an technischen Akademien<br />

und Fachhochschulen in ganz Deutschland gehören seit vielen Jahren zu seinen<br />

Aufgaben, genau wie Gremientätigkeiten, z. B. im GAEB Ausschuss 310,<br />

GEFTA, VSB, RSV AG Qualitätssicherung, DWA AG, im DIN NA 119-05-37 AA,<br />

ISO TC 138 SC8, CEN TC 155 WG 14.<br />

Dr. Sebastian betreibt auch wissenschaftliche Forschungsprojekte, wie z. B. das<br />

Projekt zu vergleichenden Messungen von Restmonomeren und mechanischen<br />

Kenndaten an duroplastischen Verbundwerkstoffen oder zur Aushärtekontrolle<br />

duroplastischer Matrizes durch Kopplung von DEA und Rheometern (noch in<br />

Arbeit), Langzeitstudien an verformten polymeren Rohrleitungsteilen, mechanische<br />

Untersuchungen und chemische Analysen (HS-GC, FTIR, HPLC) an gefüllten und<br />

ungefüllten Duroplasten und viele mehr.<br />

FRANK Sureline ® -Rohrsystem<br />

Limnion ® LIMA-1<br />

FRANK Kunststoff-Rohrsysteme:<br />

für jede Anwendung die<br />

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PE-Xa Material ermöglichen<br />

durch ihre sehr hohe Flexibilität eine<br />

schnelle und einfache Verlegung.<br />

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Mit unserem Rohrsystem aus rissbeständigem<br />

PE 100-RC Werkstoff bestehend aus<br />

Sureline ® -Rohren, nahtlosen Bögen und<br />

Heizwendelmuffen kann erstmals eine<br />

komplette Rohrleitung sandbettfrei verlegt<br />

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04-05 | 2014 15


NACHRICHTEN PERSONALIEN<br />

Hans G. Huber verstorben<br />

Plötzlich und unerwartet ist in<br />

der Nacht zum 15. März 2014 in<br />

Berching Dr.-Ing. E. h. Hans G.<br />

Huber, Aufsichtsratsvorsitzender<br />

und Seniorchef der Huber SE im<br />

Alter von 71 Jahren gestorben.<br />

Hans Huber hat seit seinem Eintritt<br />

in den elterlichen Betrieb 1967 das<br />

Unternehmen und den Aufbau der<br />

Huber-Gruppe maßgeblich geprägt<br />

und seine Entwicklung zu einem<br />

weltweit führenden Umwelttechnikunternehmen<br />

und zum Lösungsanbieter<br />

für die Wasser- und Abwasseraufbereitung<br />

vorangetrieben.<br />

Bei der DWA war Huber besonders<br />

Hans G. Huber ist verstorben engagiert im Fachausschuss „Internationale<br />

Zusammenarbeit“ und<br />

beim Thema Abwasserwiederverwendung, seit 2005 als<br />

Sprecher der entsprechenden Arbeitsgruppe. Von 2007 bis<br />

2010 war er Mitglied des DWA-Vorstands. Huber hat von<br />

1961 bis 1967 an der TU München Verfahrenstechnik studiert.<br />

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte<br />

er sich ehrenamtlich und war aktives Mitglied in vielen<br />

nationalen und internationalen Verbänden. Er wurde mit<br />

zahlreichen Auszeichnungen geehrt, die er stets auch als<br />

Anerkennung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter<br />

verstand, u.a. erhielt er den deutschen Umweltpreis, die<br />

Umweltmedaille des Freistaates Bayern und das Bundesverdienstkreuz<br />

sowie den Bayerischen Verdienstorden. Seit der<br />

Gründung des Umweltclusters Bayern im Jahr wirkte er bis<br />

2013 als Clustersprecher und wurde zuletzt zum Ehrenclustersprecher<br />

ernannt. Im Oktober 2007 wurde Hans Huber<br />

für seine außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet<br />

des technischen Umweltschutzes die Ehrendoktorwürde<br />

der TU München verliehen. Er war 2006 Initiator für die<br />

Gründung der „Huber Technology Stiftung“, deren Ziel<br />

es ist, das Bewusstsein um „das Element Wasser“ in der<br />

Öffentlichkeit zu erhöhen sowie den Nachhaltigkeitsgedanken<br />

zu symbolisieren.<br />

Karl-Heinz Flick feiert 60. Geburtstag<br />

Am 9. April 2014 wurde der Vorsitzende<br />

des Beirats und Mitglied des<br />

Vorstands der DWA, Bauass. Dipl.-Ing.<br />

Karl-Heinz Flick 60 Jahre alt - Grund<br />

genug, das „Gesicht von Steinzeug“<br />

kurz vorzustellen. Seine berufliche<br />

Laufbahn begann Flick in den 1980ern<br />

in der Steinzeug-Industrie, wo er als<br />

Leiter der Anwendungstechnik bei<br />

der Steinzeug GmbH und Steinzeug<br />

Abwassersysteme GmbH begann und<br />

später als Leiter Strategisches Marketing<br />

arbeitete. Zum 1. Januar 2001<br />

wurde Flick zum Geschäftsführer<br />

des Fachverbands Steinzeugindustrie<br />

bestellt. Hier umfasste seine Tätigkeit<br />

u. a. die Mitarbeit in den Normungsgremien. 2005 wurde<br />

ihm die Gesamt-Prokura für die Steinzeug Abwassersysteme<br />

GmbH erteilt. In der heutigen Steinzeug-Keramo GmbH ist er<br />

gleichzeitig Leiter des Competence Center, was ihn zum „Ersten<br />

Anwendungsingenieur“ des Hauses Steinzeug macht. Flick<br />

engagiert sich stark in der DWA, so ist er Mitglied des Vorstands<br />

seit 2006, des Beirats seit 2002, Mitglied und Sprecher<br />

in zahlreichen Fachgremien. Für sein langjähriges Engagement<br />

und seine Verdienste innerhalb der DWA-Fachgremien, der<br />

deutschen und europäischen Normung – z. B. als Leiter der<br />

deutschen Delegation beim CEN TC 165 Abwassertechnik oder<br />

als Leiter des Fachbereichs Abwassertechnik im DIN, sowie<br />

in Vorstand und Beirat der DWA, dessen Vorsitzender er ist,<br />

wurde er 2012 mit der DWA-Ehrennadel ausgezeichnet. Darüber<br />

hinaus ist Flick seit 2012 Vorsitzender der neugegründeten<br />

Gütegemeinschaft Grundstücksentwässerung.<br />

Dr. Fritz Holzwarth ist neuer Geschäftsführer des<br />

Vereins WASSER BERLIN e.V.<br />

Dr. Fritz Holzwarth ist seit dem 1. März 2014 neuer Geschäftsführer<br />

des Vereins WASSER BERLIN e.V. Er hat das Amt vom<br />

langjährigen Geschäftsführer Arnd Böhme übernommen.<br />

Holzwarth war seit 1991 beim Bundesministerium für<br />

Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU, seit<br />

Dezember 2013 BMUB) tätig und leitete seit 1996 die<br />

Unterabteilung Wasserwirtschaft. Er war an führender<br />

Stelle in zahlreichen wasserwirtschaftlichen Ämtern auf<br />

Bundesebene sowie europäischer und globaler Ebene für<br />

die Binnengewässer und den Meeresschutz zuständig.<br />

16 04-05 | 2014


FBS-Betonbauteile.<br />

Richtigstellung: EUROPIPE<br />

bestellt neue Geschäftsführer<br />

Bedauerlicherweise ist der Redaktion in Ausgabe <strong>3R</strong>-3/2014 ein Fehler<br />

unterlaufen. In der Personalnachricht „EUROPIPE bestellt zwei<br />

neue Geschäftsführer“ ist die mittlere Bildunterschrift nicht korrekt.<br />

Das mittlere Bild zeigt<br />

einen der beiden neuen<br />

Geschäftsführer, Dr. Andreas<br />

Liessem, und nicht wie in<br />

der Bildunterschrift vermerkt<br />

Dirk Czarnetzi. Wir bitten um<br />

Entschuldigung.<br />

Neben Dr. Michael Gräf, dem<br />

Vorsitzenden der Geschäftsführung,<br />

wurden mit Wirkung<br />

zum 1. Januar 2014<br />

zwei neue Geschäftsführer<br />

bestellt: Dr. Andreas Liessem<br />

(Bild) und Alexander Soboll.<br />

Dr. Liessem verantwortet die<br />

Ressorts Technik, IT, Investitionen<br />

und Produktentwicklung;<br />

Soboll übernimmt<br />

die Ressorts Vertrieb und<br />

Dr. Andreas Liessem<br />

Tochtergesellschaften.<br />

Reifenhäuser bleibt Vorsitzender<br />

des Ausstellerbeirates K 2016<br />

Die erste Sitzung des Ausstellerbeirates bildet schon jetzt den Auftakt<br />

zur K 2016, die vom 19. bis 26. Oktober 2016 in Düsseldorf stattfinden<br />

wird. Das Expertengremium kam zusammen, um mit der Planung für die<br />

weltweit bedeutende Fachmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie<br />

zu beginnen. Der Ausstellerbeirat unterstützt die Messe Düsseldorf bei<br />

den Vorbereitungen zur K 2016 und berät sie in konzeptionellen und<br />

organisatorischen Grundsatzfragen. Er setzt sich zusammen aus Vertretern<br />

der ausstellenden Industrie sowie der führenden Branchenverbände<br />

und repräsentiert das gesamte Angebotsspektrum der K 2016 – Maschinen-<br />

und Anlagenbau, Roh- und Hilfsstoffproduktion sowie Herstellung<br />

von Halbzeugen und Technischen Teilen aus Kunststoff und Kautschuk.<br />

Den Vorsitz des Ausstellerbeirates hat weiterhin Ulrich Reifenhäuser,<br />

Geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Maschinenbau-<br />

Unternehmens und Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und<br />

Gummimaschinen im VDMA, inne.<br />

Sein Stellvertreter bleibt Dr. Rainer Büschl, Innovation & Knowledge<br />

Management Performance Materials, BASF SE; er steht gleichzeitig an<br />

der Spitze des Konzeptionsausschusses. Den Organisationsausschuss<br />

leitet erneut Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbandes<br />

Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA.<br />

Hinterlassen Sie nachhaltig<br />

einen guten Eindruck.<br />

Bis zu 75 %<br />

weniger Energieaufwand*<br />

FBS-Betonteile werden energiesparend,<br />

umweltfreundlich und nachhaltig aus<br />

natürlichen Materialien hergestellt und<br />

sind langlebig sowie recycelbar. In ihrer<br />

Energiebilanz überzeugen sie bei der<br />

Herstellung mit einem vergleichsweise<br />

kleinen CO 2<br />

-Fußabdruck und erfüllen<br />

heute schon den „Buying Green“-Standard<br />

der EU-Kommission.<br />

* für die Herstellung eines Betonrohres gegenüber einem<br />

vergleichbaren Kunststoffrohr.<br />

Wir freuen uns auf Sie<br />

in Halle B5 331/430.


NACHRICHTEN VERANSTALTUNGEN<br />

Erste <strong>IFAT</strong> Eurasia findet 2015 in Ankara statt<br />

Die erste Ausgabe der <strong>IFAT</strong> Eurasia findet vom 16. bis 18.<br />

April 2015 auf dem Gelände des Congresium International<br />

Convention & Exhibition Centre (CICEC) in Ankara<br />

statt. Durchgeführt wird die Veranstaltung von der neuen<br />

türkischen Tochtergesellschaft der Messe München, MMI<br />

Eurasia.<br />

Gerhard Gerritzen, stellvertretender Geschäftsführer der<br />

Messe München, erklärt: „Wir haben uns wegen der zentralen<br />

Lage und der Verzahnung mit der Politik bewusst<br />

für Ankara als Standort der <strong>IFAT</strong> Eurasia entschieden.<br />

Umweltmärkte sind allgemein stark an die jeweilige Regierung<br />

gekoppelt. Als Hauptstadt und politisches Zentrum<br />

der Türkei liegen in Ankara vor allem die Steuerung und<br />

Implementierung von modernen Umweltthemen – und<br />

aus neuen Gesetzesentwürfen resultiert anschließend der<br />

technologische Bedarf.“ Neben der Regierung haben in<br />

Ankara auch zahlreiche Verbände, Bildungseinrichtungen<br />

und Nichtregierungsorganisationen ihren Sitz.<br />

Die <strong>IFAT</strong> Eurasia ist die jüngste <strong>IFAT</strong>-Tochter und eine neue<br />

Umwelttechnologiemesse für den eurasischen Markt.<br />

Gerritzen erläutert: „Die Türkei hat eine ausgezeichnete<br />

geographische Lage und bildet das wirtschaftliche Einzugsgebiet<br />

in einem bisher wenig erschlossenen Markt.<br />

Ankara ist infrastrukturell hervorragend angebunden und<br />

macht die Messe für verschiedenen Industrien aus dem<br />

gesamten türkischen, aber auch vorderasiatischen Raum<br />

leicht zugänglich.“<br />

<strong>IFAT</strong> Eurasia als Erweiterung der <strong>IFAT</strong><br />

Die Messe München baut mit der neuen Veranstaltung<br />

in der Türkei ihr internationales Netzwerk im Umwelttechnologiesektor<br />

weiter aus: Für die Premierenausgabe<br />

der Veranstaltung rechnen die Organisatoren – die Messe<br />

München und deren Tochtergesellschaft MMI Eurasia – mit<br />

200 Ausstellern, 12.000 m2 Ausstellungsfläche und 7.000<br />

Besuchern.<br />

KONTAKT: www.ifat-eurasia.com<br />

7. Workshop Gasmengenmessung 2014<br />

Der „7. KÖTTER-Workshop Gasmengenmessung 2014“,<br />

der am 26. und 27. März in der KCE-Akademie in Rheine<br />

stattfand, bot zahlreichen Teilnehmern Gelegenheit, sich zu<br />

den Themen Gasmengenmessung, Gasanlagen, Gastechnik<br />

zu informieren und auszutauschen.<br />

Der von KÖTTER Consulting Engineers zusammen mit der<br />

TU Dortmund ausgerichtete Branchentreff richtet sein<br />

Programm aus Expertenvorträgen, begleitender Fachausstellung<br />

und praktischen Versuchen an Fachleute aus der<br />

Chemie-, Öl- und Gasindustrie, der Energieversorgung<br />

und der Anlagenplanung sowie an Verbände, Hersteller<br />

von Gasmengenmessgeräten, Serviceunternehmen und<br />

Genehmigungsbehörden.<br />

Bei der Auswahl der Referenten für das Vortragsprogramm<br />

wurde wieder viel Wert auf eine Mischung aus<br />

Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft gelegt. So präsentierte<br />

beispielsweise Herr Dr. Ulrich Wernekinck, RWE<br />

Metering GmbH, seine Erfahrungen zum Thema Biogas-<br />

Einspeiseprojekten. Außerdem berichtete Herr Dr. Rainer<br />

Kramer, Physikalisch Technische Bundesanstalt, über die<br />

Anforderungen von Smart Meter Gateways. Aus der Praxis<br />

referierte Herr Burkhard Alisch, Storengy Deutschland<br />

GmbH, über Anforderungen und Einsatz von Messtechnik<br />

bei Erdgasspeichern.<br />

Neben der begleitenden Fachausstellung, auf der Firmen<br />

ihre Produkte und Dienstleistungen dem Fachpublikum<br />

präsentieren konnten, sorgten auch die Versuchsvorführungen<br />

aus dem Hause KÖTTER zum Thema Schall-,<br />

Schwingungs- und Strömungstechnik für Abwechslung.<br />

Auf besonderes Interesse stieß dabei der Versuchsstand<br />

Gasmengenmessung. An diesem speziell für Schulungszwecke<br />

ausgelegten Aufbau kann an aktuellen Messgeräten<br />

demonstriert werden, wie deren Funktion z. B. durch<br />

Pulsationen oder Ultraschalllärm beeinträchtigt wird.<br />

Die etablierte Veranstaltungsreihe wird auch in Zukunft<br />

im gewohnten zweijährigen Rhythmus fortgeführt. Der<br />

„8. Workshop Gasmengenmessung“ ist für das Frühjahr<br />

2016 geplant.<br />

KONTAKT: KÖTTER Consulting Engineers, Rheine, Heike Nyhuis,<br />

Tel. +49 5971 9710-65<br />

E-Mail: heike.nyhuis@koetter-consulting.com<br />

18 04-05 | 2014


WASSER BERLIN INTERNATIONAL optimiert Konzept<br />

Vom 24. bis 27. März 2015 wird sich WASSER BERLIN INTER-<br />

NATIONAL in einem noch kompakteren Format präsentieren:<br />

Die Hallengliederung der Fachmesse orientiert sich<br />

künftig am Wasserkreislauf, der durch seinen 360°- Ansatz<br />

einerseits das Gesetz der Nachhaltigkeit symbolisiert und<br />

andererseits verdeutlicht, dass Wasser Berlin International<br />

Produkte, Dienstleistungen und Lösungen für alle Bereiche<br />

der Wasserwirtschaft anbietet. Fachbesuchern erleichtert<br />

er die Orientierung auf der Fachmesse.<br />

Der Wasser Berlin International-Kongress wird 2015<br />

erstmals in Form eines Hallenforums in die Fachmesse<br />

integriert und damit direkt in das Ausstellungsgeschehen<br />

eingebunden. Eine separate Kongressgebühr entfällt.<br />

Die konzeptionelle Ausrichtung des Kongresses wird<br />

gestrafft. Am 24. und 27. März 2015 werden in jeweils<br />

einer Session und am 25. und 26. März 2015 in jeweils<br />

zwei Sessions konzentriert aktuelle Themen aus Wasserwirtschaft,<br />

-industrie und -politik sowohl regional<br />

als auch international behandelt. Daneben werden die<br />

Fachsymposien, die die einzelnen Ausstellungsthemen<br />

inhaltlich vertiefen, in direkter Anbindung an das Messegeschehen<br />

stattfinden.<br />

Neben „No dig Berlin“, dem Fachmessesegment mit begleitendem<br />

Symposium zum „Grabenlosen Leitungsbau“, wird<br />

„Flood Management Berlin“ als weiteres eigenständiges<br />

Fachmessesegment aufgebaut. „Flood Management Berlin“<br />

beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Hochwasserschutz,<br />

Wasserbau und Katastrophenmanagement.<br />

Neu ist außerdem eine „Board Meeting Area“, die in naher<br />

Anbindung an Wasser Berlin International im Palais am<br />

Funkturm eingerichtet wird. Sie ermöglicht den Mitgliedern<br />

des Vereins Wasser Berlin, in ihrer Eigenschaft als Träger und<br />

Förderer der Veranstaltung, ihre Mitgliederversammlungen,<br />

Jahrestagungen und andere vereinsbezogene, interne Veranstaltungen<br />

durchzuführen und Wasser Berlin International<br />

dabei als fachlichen Rahmen zu nutzen.<br />

KONTAKT: www.wasser-berlin.de<br />

Innovativ & grabenlos - seit 1962<br />

GRUNDODRILL 18ACS<br />

Der King of Rock<br />

GRUNDOMAT- Erdraketen<br />

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Spülbohranlagen<br />

GRUNDORAM<br />

Stahlrohrrammen<br />

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Statisches Berstlining<br />

GRUNDOPIT -<br />

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GEODRILL - Bohranlagen zur<br />

Erdwärmegewinnung<br />

TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG · D-57356 Lennestadt<br />

Tel.: +49 2723 8080 · Email: marketing@tracto-technik.de · www.tracto-technik.de<br />

Wir stellen aus: <strong>IFAT</strong> München 5.-9. Mai 2014, Stand B5.135<br />

04-05 | 2014 19


NACHRICHTEN VERANSTALTUNGEN<br />

Messen und Tagungen<br />

<strong>IFAT</strong> 2014<br />

05.-09.05.2013 in München;<br />

info@ifat.de, www.ifat.de<br />

21. Fachmesse „Energieffizienz 2014“<br />

06.-08.05.2014 in Köln;<br />

t.limoni@agfw.de,<br />

www.agfw.de<br />

9th Pipeline Technology Conference<br />

12.-14.05.2014 in Berlin, Germany;<br />

www.pipeline-conference.com/<br />

forum fkks<br />

19.-22.05.2014 in Weimar;<br />

geschaeftsstelle@fkks.de,<br />

www.fkks.de<br />

Pipes in Infrastructure 2014<br />

20.-22.05.2014 in Düsseldorf, Germany;<br />

www.amiplastics.com/events<br />

9. Forum Industriearmaturen<br />

26.06.2014 in Essen;<br />

b.pflamm@vulkan-verlag.de,<br />

www.forum-industriearmaturen.de<br />

8. Praxistag Korrosionsschutz<br />

02.07.2014 in Gelsenkirchen;<br />

b.pflamm@vulkan-verlag.de,<br />

www.praxistag-korrosionsschutz.de<br />

wat 2014<br />

29.-30.09.2014 in Karlsruhe, www.wat-dvgw.de<br />

gat 2014<br />

30.09.-01.10.2014 in Karlsruhe, www.gat-dvgw.de<br />

4. Praxistag Wasserversorgungsnetze<br />

05.11.2014 in Essen;<br />

b.pflamm@vulkan-verlag.de,<br />

www.praxistagwasserversorgungsnetze.de<br />

Seminar zu grabenloser<br />

Sanierung im Mai<br />

In Deutschland gewährleisten mehr als 6.000 Wasserversorgungsunternehmen<br />

mit mehr als 400.000 km Druckrohrleitungen<br />

eine sichere Trinkwasserversorgung. Fast alle Abwasserentsorgungsunternehmen<br />

betreiben neben der Freispiegelkanalisation<br />

auch Abwasserdruckleitungen. So transportieren<br />

in Deutschland ca. 15.000 km Druckleitungen das Abwasser<br />

sicher zur Abwasserreinigung. Damit dies so bleibt, steht in<br />

einer zustandsorientierten Instandhaltung die grabenlose<br />

Sanierung von Druckleitungen im Vordergrund. Grabenlose<br />

Verfahren können entscheidend zu einer wirtschaftlichen,<br />

zeitsparenden und oftmals umweltschonenden Rehabilitation,<br />

Auswechslung und Neulegung von Rohrleitungen beitragen.<br />

In den letzten Jahren wurden für die Sanierung von Druckleitungen<br />

viele leistungsfähige Renovierungs- und Erneuerungsverfahren<br />

für die geschlossene Bauweise entwickelt und in<br />

die Praxis eingeführt. Mit diesen Techniken können Aufgrabungsarbeiten<br />

im öffentlichen Straßenraum auf ein Minimum<br />

begrenzt werden.<br />

Da die Grundlage jeder Sanierungs- bzw. Rehabilitationsplanung<br />

die technische Zustandsbewertung ist, sollen in diesem<br />

Seminar, das am 20. Mai 2014 in Gelsenkirchen stattfindet,<br />

Einblicke in die Schadensanalytik verschiedener Altrohrmaterialien<br />

von Wasserdruckleitungen gegeben werden. Weiter<br />

werden die Zulassungsbedingungen im Trinkwasserbereich<br />

vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die hygienischen<br />

Aspekte der Sanierung gelegt, z. B. bei der Reinigung vor<br />

und nach der Sanierung. Überlegungen zur statischen Berechnung<br />

von verklebten und nichtverklebten, den sogenannten<br />

„Stand alone“-Linern werden vorgestellt sowie Berstversuche<br />

an verschiedenen Schlauchlinern aufgezeigt. Alle gängigen<br />

Sanierungsverfahren sollen nicht nur vorgestellt, sondern auch<br />

hinterfragt werden. Zielgruppe für dieses Seminar sind Netzbetreiber,<br />

Tiefbaufirmen und Planungsbüros.<br />

KONTAKT: TAH - Technische Akademie Hannover e. V., Dr.-Ing. Igor Borovsky,<br />

E-Mail: borovsky@ta-hannover.de, www.ta-hannover.de<br />

Seminar zu Druckstößen in Rohrleitungen<br />

Transportenergiekosten sind ein großer Teil der Betriebskosten<br />

einer Produktionsanlage. Bei zu konservativer Auslegung<br />

von Rohrleitungssystemen und zu vielen veralteten Anlagenteilen<br />

ergeben sich sehr hohe Druckverluste und dadurch<br />

unnötig verbrauchte Energiemengen. Durch Optimierung<br />

der Prozesse kann ein Rohrleitungssystem bei einem tieferen<br />

Verständnis der Phänomene energie- und kosteneffizienter<br />

betrieben werden.<br />

Meist werden Druckstöße, Dampfschläge und Pulsationen<br />

in Rohrleitungen durch zu schnelles Schließen von Armaturen<br />

bei steigenden Durchsätzen verursacht. Leckagen<br />

in Rohrleitungssystemen verursachen Produktionsausfälle<br />

und werden oft durch Druckstöße in flüssigkeitsfördernden<br />

Leitungen wie auch Dampfschläge und Pulsationen in<br />

Dampf- und Gasnetzen ausgelöst. Auch hier hilft das tiefere<br />

Verständnis der Phänomene, Rohrleitungsnetze sicherer und<br />

bei größerer Verfügbarkeit wirtschaftlicher zu betreiben.<br />

Das zweitägige Intensiv-Seminar „Druckstöße, Dampfschläge<br />

und Pulsationen in Rohrleitungen“, das am am 30. Juni<br />

bis 1. Juli 2014 in Berlin stattfindet, zeigt Rohrleitungspla-<br />

20 04-05 | 2014


VERANSTALTUNGEN NACHRICHTEN<br />

nern, Instandhaltern und Betriebsingenieuren die in Rohrleitungen<br />

und Rohrleitungssystemen auftretenden Prozesse praxisgerecht<br />

und an konkreten Schadensfällen auf. Unterstützt von Videos<br />

werden Methoden zur Abschätzung von Gefahren und Risiken<br />

vermittelt, und vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von<br />

Schadensfällen werden erarbeitet.<br />

Die Vortragenden Dr.-Ing. Andreas Dudlik, Hydraulische Systeme<br />

- Beratung, Berechnung & Fortbildung, Mülheim, Prof. Dr. rer.<br />

nat. habil. Olaf Bleibaum, Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik,<br />

Hochschule Amberg-Weiden und Dipl.-Ing. Anatole von<br />

Lilienfeld-Toal, Technip Germany GmbH, Düsseldorf gestalten<br />

das Intensiv-Seminar in den Abschnitten: Grundlagen I - Druckstöße<br />

und Kavitationsschläge, Grundlagen II - Pulsationen: Druckpulsationen<br />

in Rohrleitungssystemen, Teil III: Versuchsplanung,<br />

Messtechnik, Vermeidungsmethoden, Teil IV: Computergestützte<br />

Berechnung für Betriebsstörungen und Schadensfälle - Anwendung<br />

und Grenzen.<br />

Die Veranstaltung richtet sich an Planungs- und Betriebsingenieure<br />

aus den Bereichen Kraftwerksbau, Chemie, Gas- und<br />

Wasserversorgung<br />

KONTAKT: Haus der Technik e.V., Essen , Dipl.-Ing. Brigitte Doleschel<br />

E-Mail: b.doleschel@hdt-essen.de, www.hdt-essen.de/rohrleitungen<br />

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Normen und Regelwerke im Fokus des 3. Reparaturtags<br />

Am 23. September 2014 wird in der Niedersachsenhalle<br />

des Hannover Congress Centrums (HCC) der 3. Deutsche<br />

Reparaturtag stattfinden. Beim diesjährigen Reparaturtag<br />

werden u. a. die Anforderungen aus den sich rasant ändernden<br />

Normen und Regelwerken im Vordergrund stehen:<br />

Was müssen Planer wissen, was muss bei der Planung von<br />

Sanierungen mit Reparaturverfahren beachtet werden?<br />

Der Deutsche Reparaturtag bietet kommunalen Netzbetreibern<br />

und Planern aus Ingenieurbüros ein Forum, sich<br />

über diese und andere Fragen intensiv auszutauschen. Die<br />

Technik hat natürlich auch im Veranstaltungsprogramm des<br />

Dritten Reparaturtags ihren festen Platz – zu den Punkten,<br />

die diskutiert werden sollen, zählen u. a. der Einsatz von<br />

Kunstharzen, die Einbindung von Zuläufen und Reparaturen<br />

von Großprofilen, Schächten und Sonderbauwerken. Die<br />

Auswahl des richtigen Verfahrens unter Risikogesichtspunkten<br />

steht ebenso auf der Hannoveraner Agenda wie der<br />

Umgang mit Mängeln: Was ist ein Mangel, wie beseitige ich<br />

ihn und wie kann ich bereits sanierte Bereiche reparieren?<br />

Des Weiteren soll es beim Dritten Deutschen Reparaturtag<br />

außerdem um die heikle Frage nach der angemessenen<br />

Honorierung der bei Reparaturverfahren erbrachten Ingenieurleistung<br />

gehen.<br />

KONTAKT: Verband zertifizierter Sanierungs-Berater e.V. (VSB), Hannover<br />

Dr.-Ing. Dipl.-Math. Igor Borovsky, Tel. +49 511 84869955,<br />

E-Mail: borovsky@sanierungs-berater.de, www.reparaturtag.de<br />

<strong>IFAT</strong> Stand-Nr. B5.411/510, 5. bis 9. Mai 2014<br />

04-05 | 2014 21


NACHRICHTEN VERANSTALTUNGEN<br />

12. Schlauchlinertag: Etablierte Veranstaltung in<br />

neuem Gewand<br />

Der Deutsche Schlauchlinertag hat sich als feste Größe in<br />

der Tiefbaubranche etabliert. Am 27. März 2014 fand das<br />

Fachforum bereits zum 12. Mal statt. Die diesjährige Tagung<br />

in Düsseldorf bot den rund 550 Teilnehmern nicht nur Bewährtes,<br />

sondern wartete mit einer Neuerung auf: Parallel zum<br />

Hauptprogramm mit angeschlossener Fachausstellung fand<br />

zum ersten Mal ein in zwei Themenblöcke aufgeteiltes Forum<br />

statt. Während der Vormittag ganz im Zeichen von Vorträgen<br />

zu Grundlagen der Schlauchlinertechnologie stand, bot das<br />

nachmittägliche Firmenforum den teilnehmenden Unternehmen<br />

Gelegenheit, ihre Neuentwicklungen vorzustellen. Zu den<br />

Schwerpunkten des Hauptprogramms gehörten Vorträge, die<br />

sich mit Fragen zu Recht und Ausschreibung auseinandersetzten.<br />

Auch die Themen Mängelbehandlung, Qualitätssicherung<br />

und ganzheitliche Sanierung spielten eine wichtige Rolle und<br />

gaben Impulse für eine offene und kritische Diskussion.<br />

Das Schlauchlining hat sich als wirtschaftlich und ökologisch<br />

sinnvolles Standardverfahren zur Kanalsanierung durchgesetzt,<br />

doch auch nach mehr als 40 Jahren in der praktischen Anwendung<br />

gibt es weiterhin Raum für Verbesserungen.<br />

Doch es gilt, nicht nur technische, planerische oder rechtliche<br />

Fragestellungen zu lösen, trotz Regelsetzung und VOB, die<br />

mittlerweile feste Rahmenbedingungen für das meistgenutzte<br />

Renovierungsverfahren geschaffen haben. Warum aber findet<br />

eines unserer größten volkswirtschaftlichen Anlagevermögen<br />

weiterhin nicht den Stellenwert, der ihm gebührt?<br />

Baustelle Öffentlichkeitsarbeit?<br />

Nach Düsseldorf kamen rund 550 angemeldete Teilnehmer.<br />

Für den Initiator des Schlauchlinertages, Dipl.-Ing. Franz<br />

Hoppe, und den Vorsitzenden der Technischen Akademie<br />

Hannover, Igor Borovsky, die für Programm und Inhalte des<br />

Forums verantwortlich sind, ein deutliches Zeichen für das<br />

ungebrochene Interesse, dessen sich die Veranstaltung im 12.<br />

Jahr ihres Bestehens erfreut. Gleichzeitig aber legte Hoppe den<br />

Finger in eine alte Wunde: „Nach wie vor gibt es technische<br />

Punkte, die nicht gelöst sind, und auch die mangelnde Bereitschaft<br />

zur Investition in den wichtigen Vermögensgegenstand<br />

Kanalisation stellt nach wie vor eine Herausforderung dar.“<br />

Dies sei aber ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und nicht<br />

nur auf das Objekt der Kanalisation beschränkt.<br />

Schwerpunkt Recht und Ausschreibung<br />

In einem Experten-Vortrag nahmen sich Dipl.-Ing. (FH) Markus<br />

Vogel von Vogel Ingenieure in Kappelrodeck und Rechtsanwalt<br />

Carsten Schmidt, LL.M. von der Düsseldorfer Kanzlei<br />

CLP Rechtsanwälte des Themenkomplexes „Der Bauvertrag:<br />

Planerische und rechtliche Gesichtspunkte zur Erreichung eines<br />

qualitativ hochwertigen Bauwerks“ an. Die Referenten zeigten<br />

auf, was es zu beachten gilt. Zunächst erläuterte Vogel den<br />

Stellenwert der Einbindung des Technischen Regelwerks. Er<br />

verwies in diesem Zusammenhang auf ein vom Oberlandesgericht<br />

Dresden bereits im Jahr 2010 gefälltes Urteil, in dem<br />

das Gericht als Ursache für einen Planungsfehler eine zum<br />

Zeitpunkt ihrer Abnahme dem aktuellen Stand der anerkannten<br />

Regeln der Technik nicht entsprechende Planung feststellt.<br />

„Genau die schuldet der Ingenieur aber grundsätzlich“, so<br />

Vogel. Außerdem hat er sich auf dem Laufenden zu halten<br />

und sein Werk auf die Übereinstimmung mit den neuesten<br />

Regeln der Technik zu überprüfen – unabhängig davon, ob<br />

die gesamten Planungs- und Leistungsphasen nach der Honorarordnung<br />

für Architekten und Ingenieure (HOAI) beauftragt<br />

worden sind oder nicht. Macht der Auftraggeber eine verbindliche<br />

Planungsvorgabe, muss der Ingenieur – falls nötig<br />

– unmissverständlich aufzeigen, dass das geplante Bauwerk<br />

schon im Moment seiner Errichtung nicht mehr den allgemein<br />

anerkannten Regeln der Technik entsprechen wird. Mit Blick<br />

auf die Sicherstellung der Planungsqualität merkte Vogel an:<br />

„Glasklare Regeln gibt es nicht, sie lassen sich aber ableiten<br />

aus den Forderungen der Vergabe- und Vertragsordnung<br />

für Bauleistungen.“ Woran es in der Praxis oft mangele, sei<br />

ausreichende Kompetenz in Vergabefragen. „In der Realität<br />

stoßen wir häufig auf völliges Unverständnis der formalen<br />

Voraussetzungen“, so Vogel.<br />

Fotos: TAH<br />

Bild 1: Rund 550 Teilnehmer, Referenten und Sponsoren<br />

nahmen am 12. Schlauchlinertag in Düsseldorf teil<br />

Bild 2: Die forumsbegleitende Ausstellung bot ausreichend<br />

Gelegenheit zum fachlichen Austausch<br />

22 04-05 | 2014


VERANSTALTUNGEN NACHRICHTEN<br />

Vorgaben ernst nehmen<br />

Von Erfahrungen aus der Praxis berichtete Rechtsanwalt Christian<br />

Schmidt in seinen Ausführungen zu rechtlichen Aspekten<br />

des Bauvertrags und dessen Bewertung: „Bitte nehmen Sie<br />

die Vorgaben der VOB ernst“, so sein Appell an Auftraggeber<br />

wie Auftragnehmer. Als Kardinalfehler bezeichnete der Rechtsexperte<br />

die Vermischung von Zuschlags- und Eignungskriterien:<br />

Schmidts Fazit: „Die Tage der ‚Nur-Preis’-Ausschreibungen<br />

sind gezählt.“ Zum Abschluss des Themenblocks widmete<br />

Dr.-Ing. Heinz Doll von der TÜV Rheinland LGA Bautechnik<br />

GmbH sich der Frage, welche Bedeutung dem Schlauchliner<br />

als einem statisch tragenden Element zukommt, und präsentierte<br />

Messergebnisse aus entsprechenden Versuchen.<br />

Außerdem informierte Doll über die neue DWA-A 143-2, die,<br />

so der Vortragende, aller Voraussicht aber keinen normativen<br />

Charakter haben werde.<br />

Gute Produktqualität<br />

Themenblock III stand ganz im Zeichen der Mängelbehandlung<br />

und Qualitätssicherung – sicher auch das ein Novum, dass<br />

eher unbequemen Sachverhalten ausreichend Platz eingeräumt<br />

wurde.<br />

„Die Qualität heutiger Liner ist insgesamt gut und die Prüfung<br />

der Dichtheit steht nicht mehr im Fokus“, sagt Dipl.-Ing.<br />

Andreas Haacker, Geschäftsführer des in Oststeinbek ansässigen<br />

Materialprüfungsinstitutes Siebert+Knipschild. Trotzdem<br />

sind Fehler in der Anwendung nicht auszuschließen. Zu den<br />

häufigsten Fehlern zählt die Faltenbildung, aber auch Härtungsdefizite<br />

und schlechte mechanische Eigenschaften als<br />

Resultat von Verdichtungs- und Tränkungsproblemen sind<br />

zu beobachten. Möglichkeiten zur Abhilfe gibt es viele, eine<br />

pauschale Empfehlung zugunsten einer bestimmten Vorgehensweise<br />

kann aber nicht abgegeben werden: „Entschieden<br />

werden muss stets mit Blick auf den Einzelfall“, so Haacker<br />

keineswegs pessimistisch.<br />

Fazit<br />

Allen Vorträgen gemein war die Feststellung, dass sich eine<br />

qualitativ hochwertige Ausführung mit guten Produkten in<br />

Form von einwandfreiem Betrieb und langer Lebensdauer<br />

auf jeden Fall rechnet.<br />

In diesem Sinne gibt es aber noch viel Gesprächsstoff –<br />

die Branche darf also gespannt sein, mit welchen Themen<br />

und Neuerungen das Informations- und Diskussionsforum<br />

Schlauchlinertag im nächsten Jahr aufwarten wird.<br />

KONTAKT: www.schlauchlinertag.de<br />

Europe’s Leading Conference and<br />

Exhibition on New Pipeline Technologies<br />

9th Pipeline Technology<br />

Conference<br />

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Conference 2010<br />

12-14 May 2014, Estrel Convention Center, Berlin, Germany<br />

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Euro Institute for Information<br />

and Technology Transfer<br />

04-05 | 2014 23


NACHRICHTEN VERANSTALTUNGEN<br />

ptc als Treffpunkt der Pipelinebranche<br />

Vom 12. bis 14. Mai 2014 findet die bereits neunte Pipeline Technology Conference (ptc) statt. Veranstaltungsort ist erstmalig<br />

Berlin nachdem der Standort Hannover für über 3000 Besucher zu klein geworden ist - ein Indiz für die starke Entwicklung<br />

der ptc. Die großen Themen für 2014 sind: Inline Inspection, Integrity Management, Corrosion/Coating Materials und<br />

Leak Detection. Neben großen Marktchancen für Baufirmen, Rohrhersteller sowie Technologie- und Serviceanbieter<br />

der Pipelinewirtschaft auf internationalen Märkten wird es natürlich auch Gelegenheit geben, sich auszutauschen,<br />

Projekte voranzubringen und spannende Vorträgen aus der Praxis zu hören.<br />

Über die Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten der Pipelineindustrie, die gerade auf dem europäischen<br />

Binnenmarkt vor großen Veränderungen steht, führte <strong>3R</strong> ein Fachgespräch mit dem Chef des Euro Institute for Information<br />

and Technology Transfer, EITEP, Dr. Klaus Ritter.<br />

Dr. Ritter: Das Institut war durch die Fusion zwischen DVGW<br />

und DELIWA Tochterunternehmen des DVGW geworden. Es<br />

lagen Seminar- und Trainingsaufträge für China und andere<br />

Brennpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung weltweit vor.<br />

Der Ansatz war, auf diesem Wege Erfahrungen und Technologien<br />

aus dem international hoch geschätzten Deutschland<br />

unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten an Schwellen- und<br />

Entwicklungsländer zu vermitteln.<br />

Nach anfänglich guten Erfolgen stellten sich zunehmend<br />

Schwierigkeiten ein, weil die finanzierenden Länder- und<br />

Bundesministerien eigene Strukturen aufbauten und weil die<br />

deutschen Unternehmen der Wasser- und Energiebranche<br />

zunehmend unter Druck gerieten (Unbundling) und ihre<br />

Mitarbeiter nicht mehr frei stellten.<br />

Gemeinsam mit der Messe Nürnberg (Water Middle East)<br />

und der Hannover Messe (Pipeline Technology Conference)<br />

wurden dann internationale Konferenzen mit Fachausstellungen<br />

entwickelt, die heute als eigenständige EITEP Events<br />

geführt werden und der EITEP eine gesunde wirtschaftliche<br />

Basis verschaffen. Wichtigstes Instrument dabei ist<br />

eine annähernd 30.000 Experten zählende internationale<br />

Datenbasis.<br />

<strong>3R</strong>: Die Pipeline Technology Conference ptc ist heute die<br />

wichtigste Veranstaltung der EITEP. Sie wird in Deutschland<br />

durchgeführt. Inwieweit erfüllt das Ihren anfänglichen Ansatz?<br />

Dr. Klaus Ritter, Chef des Euro Institute for Information and<br />

Technology Transfer, EITEP, hier bei seiner Eröffnungsrede der<br />

ptc 2013<br />

<strong>3R</strong>: Herr Dr. Ritter, die EITEP ist seit vielen Jahren als<br />

Berater und Anbieter von Seminaren für Schwellen- und<br />

Entwicklungsländer erfolgreich tätig. Heute liegen die<br />

Schwerpunkte bei der Durchführung von internationalen<br />

Konferenzen und Ausstellungen. Was war Ihre Motivation,<br />

als Sie 2002 dieses Institut vom DVGW übernahmen und<br />

warum spielen heute Konferenzen und Fachausstellungen<br />

im Portfolio der EITEP eine so wichtige Rolle?<br />

Dr. Ritter: In keinem anderen Land der Erde hat man so früh<br />

damit begonnen, ein besonderes Augenmerk auf die Instandhaltung<br />

und den Schutz der Netze für den Transport und die<br />

Verteilung von Wasser und Gas zu legen wie in Deutschland.<br />

Entsprechend niedrig sind die Verluste und die netzbedingten<br />

Unfälle.<br />

Bei den seit Jahren weltweit rasant wachsenden Rohrnetzen<br />

wird nicht nur die Vermeidung von Verlusten, sondern auch<br />

die Verlängerung von Standzeiten zunehmend bedeutungsvoll.<br />

Betreiber weltweit kommen deshalb gerne nach Deutschland,<br />

um hier zu erfahren, wie der Rohrnetzbetrieb zu optimieren<br />

ist, wie fehlerhafte Bereiche frühzeitig erkannt werden können<br />

und wie aufkommende Schäden optimal repariert werden<br />

können.<br />

Diese Fragestellungen stehen deshalb im Mittelpunkt der<br />

technischen Sessions, die mit jeweils etwa 40 Vorträgen den<br />

Schwerpunkt der ptc bilden.<br />

Beide Entwicklungen – Wachstum des internationalen Marktes<br />

und die guten Beispiele – haben dazu geführt, dass die<br />

ptc innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit anerkannten<br />

Umschlagplatz für Know How und Technologie im Pipelinebereich<br />

wurde.<br />

Davon profitieren in hohem Maße die Anbieter von Technologie<br />

und Dienstleistungen. Die ptc macht es ihnen leicht, neue,<br />

internationale Märkte zu erschließen. Diese revanchieren sich,<br />

indem sie als Sponsor oder Aussteller zur Finanzierung der<br />

Konferenz beitragen.<br />

<strong>3R</strong>: Im Zuge des Unbundlings sind Betreiber in Deutschland<br />

unter Druck geraten. Welche Rolle spielen sie bei der ptc?<br />

Dr. Ritter: Betreiber von Hochdrucknetzen in Deutschland<br />

engagieren sich in hohem Maße bei der ptc. Sie stellen vier<br />

24 04-05 | 2014


Mitglieder im Advisory Committee. Einer von diesen Vertretern ist jeweils Co-Chair des Komitees.<br />

Für die 7. und 8. Konferenz war dies Heinz Watzka, Open Grid Europe; ab der 9. Konferenz ist es<br />

Uwe Ringel, ONTRAS. Sie entscheiden damit in hohem Maße über die Inhalte der kommenden<br />

Konferenz.<br />

Eigentümer von Transportnetzen erwarten von ihrem Management, dass dieses die Pipelines sicher,<br />

effizient und konkurrenzfähig betreibt. Dazu ist es erforderlich, dass u.a. ein gut ausgebildetes und<br />

informiertes Personal zur Verfügung steht und die Chancen der Optimierung durch Berücksichtigung<br />

der technologischen und administrativen Entwicklung genutzt werden.<br />

Beides ist durch Erfahrungsaustausch mit anderen Betreibern, Anlagenproduzenten und mit Dienstleistern<br />

zu erreichen. Die optimale Plattform für diesen Erfahrungsaustausch stellen Konferenzen mit<br />

begleitenden Fachausstellungen dar. Vor allem unter Kostengesichtspunkten ist eine Konferenz in<br />

Deutschland sinnvoll, wenn deren Inhalte von deutschen Betreibern beeinflusst werden kann und<br />

zu der Betreiber sowie Technologie- und Dienstleistungsanbieter aus der ganzen Welt kommen.<br />

<strong>3R</strong>: Herr Dr. Ritter, bei Ihrer internationalen Arbeit stehen Ihnen Informationen weltweit zur<br />

Verfügung. Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation in der Pipelineindustrie?<br />

Dr. Ritter: Derzeit werden rund 25.000 km Pipelines jährlich weltweit verlegt. Immer geht es darum,<br />

den Bedarf von Industrie und Haushalten in den Regionen zu decken, die keine ausreichenden<br />

Ressourcen haben. Dies wird noch eine ganze Weile so weitergehen, weil der Energiehunger noch<br />

lange nicht gestillt ist. In den sich schnell entwickelnden Regionen der Erde wie Indien, China und<br />

Südamerika ist der Bedarf an Energie und damit an Pipelines ungebrochen. In Nordamerika, Europa,<br />

Russland usw. geht es um die interne Weitervernetzung. Es stehen also große Veränderungen für<br />

alle Regionen der Welt an:<br />

Für Erdgas zeichnet sich zumindest in Europa allerdings eine Umkehrung der Vorzeichen ab.<br />

Der nordamerikanische Markt wiederum ist aufgrund der Nutzung von shale gas derart übersättigt,<br />

dass die Preise extrem gesunken sind – es bleibt abzuwarten, bis amerikanische Produzenten<br />

in Form von LNG den europäischen Markt erreichen. Aber auch für Europa kann eine stärkere<br />

Produktion von shale gas erwartet werden.<br />

Für den Nahen Osten und Nordafrika gilt: Damit der Arabische Frühling Bestand haben soll, muss<br />

er wirtschaftliche Erfolge aufweisen. Dies kann aber nur geschehen, wenn man die eigenen<br />

Ressourcen, die vor der Küste von Ägypten und im Süden von Tunesien und Libyen liegen, nach<br />

Europa verkauft.<br />

Die mächtigen, bestehenden Gasströme aus Russland fließen bereits nach Mittel- und Westeuropa<br />

und werden ergänzt durch Nord Stream und demnächst durch South Stream.<br />

Trotz des Ausbaus der Erneuerbaren Energien, die den Bedarf an fossilen Energieträgern verringert,<br />

wird der europäische Gasmarkt zum Käufermarkt - mit allen Vorteilen bei den Gasverbrauchern.<br />

Die Erweiterung der Netze wird aber eher gefördert. Daher kann man generell sagen, dass der<br />

Pipelinemarkt weltweit weiter boomen wird.<br />

Hintergrund: Entwicklung der ptc<br />

Die Pipeline Technology Conference ist vor acht Jahren als begleitende Konferenz aus der Industriemesse<br />

Hannover Messe hervorgegangen und deckt alle Aspekte der Öl-, Gas- und Produkt-<br />

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04-05 | 2014 25


Impression vom der ptc 2013: Vortrag von Botas International<br />

pipeline-Industrie ab. Mittlerweile ist die ptc Europas größte<br />

internationale Pipelinekonferenz mit Messe und wird jährlich<br />

von über 3.000 Teilnehmern besucht. Vor allem die Zahl der<br />

teilnehmenden Pipelinebetreibergesellschaften ist in den letzten<br />

Jahren stark gestiegen. Für 2014 werden Delegationen<br />

von 50 verschiedenen Betreibergesellschaften erwartet. Der<br />

Anteil an internationalen Teilnehmern liegt hierbei wie auch bei<br />

den Ausstellern und Rednern traditionell bei weit über 50 %.<br />

Neben der reinen Veranstaltung im Frühjahr ist die ptc mittlerweile<br />

zu einer ganzjährigen Informationsplattform für die<br />

Pipelinewirtschaft gewachsen. So gibt es mittlerweile z. B. eine<br />

ptc-Seminarreihe mit Veranstaltungen in Hannover, Hamburg,<br />

Dubai und Tunis.<br />

Programmübersicht der 9. ptc<br />

Die 9. Pipeline Technology Conference wird unter der Leitung<br />

der Co-Chair Dr. Klaus Ritter und Uwe Ringel mit einem Meeting<br />

des mittlerweile 31 Personen aus acht Ländern umfassenden<br />

Advisory Committee (AdCo) eingeleitet. Das AdCo<br />

gestaltet die Inhalte der Konferenz und beschäftigt sich mit<br />

den dringenden Fragestellungen, die aus dem raschen Ausbau<br />

der Pipelineinfrastruktur weltweit entstehen.<br />

Außerdem berichten die Mitglieder über bevorstehende größere<br />

Pipelineprojekte in ihren Regionen.<br />

Mit dem Start der Ausstellung und „Opening“ am 12. Mai wird<br />

die ptc 2014 offiziell eröffnet. Ein Highlight am Eröffnungstag<br />

ist ein aktueller Statusbericht zu den besonderen Herausforderungen<br />

des South Stream Offshore Projektes, bevor es<br />

anschließend in neun „Technical Sessions“ geht.<br />

Die Konferenz beschließt eine Diskussionsrunde unter Leitung<br />

von Heinz Watzka zu den aktuellen Herausforderungen der<br />

Pipelineindustrie, die z.B. aus der Verpflichtung zum europäischen<br />

Binnenmarkt Gas entsteht und der “World Pipeline<br />

Outlook” mit Beiträgen internationaler Pipelinebetreibern.<br />

Nach der ptc schließen sich direkt mehrere Workshops und<br />

Seminare bis zum 16. Mai an.<br />

KONTAKT: EITEP - Euro Institute for Information and Technology Transfer in<br />

Environmental Protection, Hannover, Dennis Fandrich,<br />

Tel. +49 511 90992-22, E-Mail: fandrich@eitep.de<br />

www.pipeline-conference.com<br />

Pipeline Technology Conference 2014<br />

Sunday, 11 May Monday, 12 May Tuesday, 13 May Wednesday, 14 May Thursday, 15 May Friday, 16 May<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

13<br />

14<br />

15<br />

16<br />

17<br />

Registration<br />

Opening<br />

Plenary Session<br />

"European Pipeline Market"<br />

Lunch Break within the exhibition<br />

S 1:<br />

Inline<br />

Inspection<br />

S 2:<br />

Materials<br />

S 3:<br />

Compressor<br />

and<br />

Pump<br />

Stations<br />

Exhibition<br />

S 4:<br />

Integrity<br />

Management<br />

S 7:<br />

Corrosion /<br />

Coating<br />

S 5:<br />

Leak<br />

Detection<br />

S 8:<br />

Monitoring<br />

S 6:<br />

Planning<br />

and Construction<br />

Lunch Break within the exhibition<br />

S: 9:<br />

Offshore<br />

Technologies<br />

Exhibition<br />

Plenary Discussion<br />

"Pipelines in a rapidly changing world"<br />

Chair: Watzka<br />

Topics: Entsog, Shale Gas, LNG<br />

Plenary Session<br />

"World Pipeline Outlook: New<br />

Technologies in Operation"<br />

Lunch Break within the exhibition<br />

Post-Conference Workshops<br />

(free for ptc delegates)<br />

1) Sustainable Rehabilitation of<br />

Supply Pipelines applying Trenchless<br />

Replacement or Close-fit Lining<br />

method (Tracto Technik)<br />

2) Pipeline Leak Detection (Krohne)<br />

3) …<br />

Exhibition<br />

Seminars<br />

(registration required)<br />

1) In-Line Inspection of<br />

Transmission Pipelines<br />

(Part I)<br />

2) Geohazards and<br />

Geotechnics<br />

in Pipeline Engineering<br />

(Part I)<br />

3) …<br />

Seminars<br />

(registration required)<br />

1) In-Line Inspection of<br />

Transmission Pipelines<br />

(Part II)<br />

2) Geohazards and<br />

Geotechnics<br />

in Pipeline Engineering<br />

(Part II)<br />

3) ...<br />

18<br />

19<br />

Advisory Committee<br />

Meeting<br />

Get-together within the exhibition<br />

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26 04-05 | 2014


8. Praxistag<br />

Korrosionsschutz<br />

am 2. Juli 2014 in Gelsenkirchen<br />

PROGRAMM<br />

Moderation: U. Bette, Technische Akademie Wuppertal<br />

1. Über die physikalisch-chemische Bedeutung des IR-freien<br />

Potentials und alternative Verfahren zum Nachweis der<br />

Wirksamkeit des kathodischen Korrosionsschutzes<br />

Dr. M. Büchler, SGK Schweizerische Gesellschaft für Korrosionsschutz, Zürich<br />

2. Betrachtung zum Risiko von Wasserstoffversprödung an<br />

Rohrleitungsstählen auf Grund von Kathodischem Überschutz<br />

Dr. H.-G- Schöneich, Open Grid Europe GmbH, Essen<br />

3. Smart KKS: Intelligente KKS-Schutzstromeinspeisung zum<br />

Schutz wechselspannungsbeeinflusster Rohrleitungen<br />

gegen Wechselstromkorrosion<br />

M. Wendling, M. Müller, RBS Wave GmbH, Stuttgart<br />

4. Neue Technologien für die Überwachung, Steuerung und<br />

Wartung von Schutzanlagen und Messstellen beim KKS<br />

Th. Weilekes, Weilekes Elektronik GmbH, Gelsenkirchen<br />

5. Wechselstrombeeinflussung und deren Auswirkung auf die<br />

Planung und Ausführung von KKS-Anlagen am Beispiel der<br />

Südschiene Steiermark<br />

F. Mayrhofer, V&C Kathodischer Korrosionsschutz Ges.m.b.H., Pressbaum (A)<br />

6. IFO-Messung vs. Intensivmessung<br />

T. Basten, Evonik Industries AG, Marl<br />

7. Qualitätssicherung im passiven Korrosionsschutz -<br />

der Coating Inspector<br />

A. Graßmann, Open Grid Europe GmbH, Essen; Dr. Th. Löffler,<br />

Kebulin-Gesellschaft Kettler GmbH & Co. KG, Herten-Westerholt<br />

8. Langzeitpraxiserfahrungen beim passiven Korrosionsschutz<br />

G. Friedel, Denso GmbH, Leverkusen<br />

9. Ein neues Umhüllungskonzept für Mehrschichtumhüllungen<br />

von Stahlrohren<br />

Dr. H.-J. Kocks, Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen<br />

10. Streustrombeeinflussung von Stahlrohrleitungen durch<br />

Gleichstrom-Nahverkehrsbahnen<br />

U. Bette, TAW Technische Akademie Wuppertal, Wuppertal<br />

Wann WANN und UND Wo? WO?<br />

Veranstalter:<br />

<strong>3R</strong>, fkks<br />

Termin: Mittwoch, 2. Juli 2014,<br />

9:00 Uhr – 17:15 Uhr<br />

Ort:<br />

Zielgruppe:<br />

Veranstalter VERANSTALTER<br />

Veltinsarena, Gelsenkirchen,<br />

www.veltins-arena.de<br />

Mitarbeiter von Stadtwerken,<br />

Energieversorgungs- und<br />

Korrosionsschutzfachunternehmen<br />

Teilnahmegebühr * :<br />

<strong>3R</strong>-Abonnenten<br />

und fkks-Mitglieder: 410,- €<br />

Nichtabonnenten: 440,- €<br />

Bei weiteren Anmeldungen aus einem Unternehmen wird<br />

ein Rabatt von 10 % auf den jeweiligen Preis gewährt.<br />

Kombirabate sind nicht möglich.<br />

Im Preis enthalten sind die Tagungsunterlagen sowie<br />

das Catering (2 x Kaffee, 1 x Mittagessen).<br />

* Nach Eingang Ihrer schriftlichen Anmeldung (auch per Internet möglich) sind<br />

Sie als Teilnehmer registriert und erhalten eine schriftliche Bestätigung sowie<br />

die Rechnung, die vor Veranstaltungsbeginn zu begleichen ist. Bei Absagen<br />

nach dem 23. Juni 2014 oder Nichterscheinen wird ein Betrag von 100,- €<br />

für den Verwaltungsaufwand in Rechnung gestellt. Die Preise verstehen sich<br />

zzgl. MwSt.<br />

Mehr Information und Online-Anmeldung unter<br />

www.praxistag-korrosionsschutz.de<br />

Fax-Anmeldung: +49 201 82002-40 oder Online-Anmeldung: www.praxistag-korrosionsschutz.de<br />

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Ort, Datum, Unterschrift<br />

04-05 | 2014 27


SPECIAL<br />

<strong>IFAT</strong> 2014 - Wachsen mit dem Trend<br />

Die diesjährige <strong>IFAT</strong>, die vom 5. bis 9. Mai in München<br />

stattfinden wird, bricht ihre eigenen Rekorde: Auf über<br />

230.000 m 2 stellen rund 3.000 Unternehmen aus 50 Ländern<br />

ihre Produkte und Dienstleistungen den erwarteten<br />

125.000 Besuchern aus aller Welt vor.<br />

Damit bestätigt die <strong>IFAT</strong> als weltweit wichtigste Fachmesse,<br />

dass sie eine feste Größe in den Bereichen Wasser-, Abfallund<br />

Rohstoffwirtschaft ist, und wichtiger Impulsgeber für<br />

Lösungen bleibt. Außerdem steht die <strong>IFAT</strong> mit einer Wiederbeteiligungsquote<br />

der Aussteller von über 90 % für<br />

Kontinuität bei gleichzeitigem Wachstum, betrachtet man<br />

z. B. die hohe Flächennachfrage.<br />

Aufgrund der positiven Resonanz der letzten Jahre hat die<br />

<strong>IFAT</strong> nochmals an Attraktivität gewonnen, so dass sich auch<br />

zahlreiche neue Unternehmen auf der <strong>IFAT</strong> 2014 präsentieren<br />

wollen. Dabei reicht die Bandbreite der Aussteller<br />

von großen Fachverbänden bis hin zu hoch spezialisierten<br />

Technologie-Unternehmen und -Herstellern. Neben altbewährten<br />

Messeständen und Workshops wird es dieses<br />

Jahr auch auf dem neuen 8.000 m 2 großen Freigelände<br />

zahlreiche Aktions- und Demonstrationsflächen geben.<br />

Schonender Umgang mit Ressourcen spart Kosten<br />

Obwohl die Messe selbst stetig wächst, wird aber auf der<br />

<strong>IFAT</strong> 2014 auch die Frage gestellt, ob Wachstum bei immer<br />

knapper werdenden Rohstoffen überhaupt möglich ist. Bei<br />

der Diskussion dieser und ähnlicher Fragestellungen und<br />

dem Suchen nach neuen Ansätzen und Lösungen möchte<br />

die <strong>IFAT</strong> ihrer Verantwortung als Leitmesse für die gesamte<br />

Umwelttechnologiebranche gerecht werden. Daher bezieht<br />

sich ein großer Teil der Aussteller, Workshops und Seminare<br />

auf die sinnvolle Nutzung von Ressourcen, die z. B.<br />

in intelligenten Kreisläufen geschont werden können, und<br />

gleichzeitig langfristige und kosteneffiziente Planungen<br />

ermöglichen.<br />

Mit den GreenTec Awards, die in diesem Jahr erstmalig im<br />

Rahmen der Auftaktgala zur <strong>IFAT</strong> vergeben werden, sollen<br />

Unternehmen ausgezeichnet werden, deren Technologien,<br />

Produkte und Dienstleistungen einen Beitrag dazu leisten,<br />

die Umwelt und Ressourcen im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit<br />

zu schonen und Schadstoffe zu vermeiden und<br />

zu reduzieren. Dabei steht der Technologiefokus in enger<br />

Verbindung mit dem Effizienzbegriff, also der ökonomisch<br />

sinnvollen Umsetzung. Doch um das Ziel umzusetzen, Wohlstand<br />

mit Umweltverträglichkeit zu vereinbaren, sind in der<br />

modernen Industriegesellschaft neue Wege zu gehen und<br />

Lösungen zu finden.<br />

Wasser, Abwasser und Messtechnik<br />

In dem weiten Bereich der Wasser- und Abwasserbranche<br />

präsentieren sich die Aussteller als zukunftsfähig und innovationsfreudig:<br />

So werden z. B. auf dem Markt der Messtechnik<br />

verschiedene Verfahren der Leckage-Ortung vorgestellt,<br />

optimiert und benutzerfreundlich umgesetzt. Dabei<br />

steht vor allem eine einfache Auswertung von Messdaten<br />

per Webmodul, App oder das Definieren von Zustandserfassungen<br />

und -Alarmen per Interface im Vordergrund der<br />

Entwicklungen.<br />

Die Integration anderer Technologien, wie Smartphone<br />

oder Tablet, sollen die Anwendungen, wie z. B. Wasseranalyse<br />

oder Leckageortung, noch einfacher machen, um die<br />

Netze kosteneffizient instand zu halten und auf mögliche<br />

Ereignisse (Druckabfall, Stagnation o. ä.) schnell und sicher<br />

zu reagieren.<br />

Für den Bereich der Sanierungstechnik zeichnet sich auch<br />

eine Entwicklung ab: Aufgrund der bereits bestehenden<br />

hohen Effizienz finden die Weiterentwicklungen hier hauptsächlich<br />

in Details statt.<br />

Ähnliches gilt für die Kanalinspektion, wobei aber vor<br />

allem die Automatisierung im Bereich der Messtechnik<br />

zu erwähnen ist, die es z. B. ermöglicht,<br />

Bestandspläne automatisch zu erstellen,<br />

relevante Daten während der Inspektion<br />

zu erfassen und auszuwerten, so dass<br />

Ausfallzeiten verkürzt werden können<br />

und Sanierungen planbar und kostengünstiger<br />

durchzuführen sind.<br />

Einen Überblick über neue Produkte und<br />

Verfahren der <strong>IFAT</strong> 2014 haben wir für Sie<br />

im Folgenden zusammengestellt. Besuchen<br />

Sie uns doch auf der <strong>IFAT</strong> 2014.<br />

Wir freuen uns auf Sie!<br />

KONTAKT: <strong>3R</strong>-Redaktion<br />

Vulkan Verlag, Essen<br />

Halle B5, Stand 515<br />

28 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Weltleitmesse für<br />

Wasser-, Abwasser-, Abfallund<br />

Rohstoffwirtschaft<br />

5. - 9. Mai 2014, München<br />

für Sie auf der<br />

Das <strong>3R</strong>-Team freut sich auf<br />

ihren Besuch!<br />

Halle B5, Stand 515<br />

www.<strong>3R</strong>-rohre.de<br />

04-05 | 2014 29


PRODUKT-SPECIAL<br />

Elektrische Stellantriebe in der Wasserwirtschaft<br />

In den meisten prozesstechnischen Anlagen werden die<br />

Signale zwischen Aktoren und dem Leitsystem über Elektrokabel<br />

übertragen. Diese Methode erlaubt den schnellen<br />

Datenaustausch, ist sicher, kostengünstig, wartungsfrei<br />

und hat sich über die letzten 120 Jahre bewährt. Das alles<br />

gilt auch, wenn die Energieversorgung von Aktoren per<br />

Kabel erfolgt. Unter diesem Gesichtspunkt haben elektrische<br />

Stellantriebe eindeutige Vorteile gegenüber ihren<br />

pneumatischen und hydraulischen Pendants.<br />

Alles in einem Gehäuse<br />

Elektrische Stellantriebe sind in ihrer Funktionalität skalierbar.<br />

Die Bandbreite reicht vom einfachen Auf-/ Zu-Antrieb<br />

bis hin zum Antrieb, der selbständig eine Prozessregelung<br />

übernimmt und rechtzeitig und bedarfsgerecht Wartungsmaßnahmen<br />

beim Leitsystem anmahnt. Unabhängig<br />

von ihrer Ausstattung sind bei elektrischen Stellantrieben<br />

sämtliche Funktionalitäten in das Gerätegehäuse integriert.<br />

Dieses ist in der höchsten Schutzart IP 68 ausgeführt<br />

und bietet somit optimalen Schutz gegen das Eindringen<br />

von Staub und Feuchtigkeit.<br />

Wirksamer Korrosionsschutz<br />

Das in sich geschlossene Gehäuse bietet gute Voraussetzungen<br />

für einen wirksamen Korrosionsschutz. Da<br />

elektrische Stellantriebe unter allen klimatischen Bedingungen<br />

eingesetzt werden, haben die Hersteller in den<br />

vergangenen Jahren auf diesem Feld große Anstrengungen<br />

unternommen und Fortschritte erzielt. Maßgeblich<br />

waren hier die hohen Standards der Öl- und Gasindustrie.<br />

Dies kommt nun allen anderen Anwendungsbereichen<br />

zu Gute.<br />

Als besonders geeignet haben sich zweilagige Pulverbeschichtungen<br />

erwiesen. Sie sind nicht nur witterungsbeständig,<br />

sondern zeigen sich auch gegen mechanische<br />

Einflüsse widerstandsfähig. Im Gegensatz zur klassischen<br />

Nasslackierung, bei der das fertig montierte Gerät<br />

gespritzt wird, werden bei der Pulverlackierung die ein-<br />

Handbetätigung von elektrischen Stellantrieben bei speziellen Einbausituationen: Die Handbetätigung eines Stellantriebs bei<br />

Spannungsausfall ist nur dann vernünftig möglich, wenn das Notbetätigungselement gut zugänglich ist. Nicht immer sind AUMA-<br />

Stellantriebe so montiert, dass dies mit dem Standard-Handrad gewährleistet wird. AUMA hat für solche Situationen eine Reihe<br />

von Betätigungselementen im Angebot. Dazu zählen eine Handradverlängerung (Bild links), eine Kettenradlösung (Bild rechts) und<br />

verschiedene Adapter für Schraubernotbetrieb. Der Stellantriebshersteller zeigt diese Lösungen auf der <strong>IFAT</strong><br />

30 04-05 | 2014


®<br />

zelnen Gehäuseteile vor der Montage beschichtet.<br />

Muss dann bei der Installation vor Ort oder für Wartungsmaßnahmen<br />

das Stellantriebsgehäuse geöffnet<br />

werden, bleibt die Beschichtung unverletzt. Damit<br />

werden Ansatzpunkte für Korrosion vermieden. Da<br />

die Verbindungflächen zwischen den Gehäusedeckeln<br />

und dem Gehäuse mit beschichtet werden,<br />

sind auch diese optimal gegen Korrosion geschützt.<br />

DER BESTE<br />

SCHUTZ FÜR<br />

EIN GANZES<br />

LEBEN<br />

Zugegeben, wir haben von der Natur abgeschaut …<br />

Durchgängiges Stellantriebskonzept für alle<br />

Armaturen<br />

Das Spektrum unterschiedlicher Armaturenbauformen<br />

und Größen in der Wasserwirtschaft ist weit<br />

- von der kleinen Klappe im Wasserwerk bis hin<br />

zum Doppelkettenschütz in einem Wehr. Zumindest<br />

innerhalb einer Anlage ist es wünschenswert,<br />

hinsichtlich der Anbindung an das Leitsystem, der<br />

Installation, Inbetriebnahme und Bedienung bei<br />

den Stellantrieben Einheitlichkeit zu wahren. Neben<br />

dem einfacheren Umgang im Anlagenalltag bietet<br />

dies auch wirtschaftliche Vorteile, z. B. bei der<br />

Ersatzteilbevorratung.<br />

Modulare Stellantriebskonzepte bieten diese Einheitlichkeit<br />

über ein Drehmomentspektrum von 10 Nm<br />

bis zu nahezu 700.000 Nm. Erreicht wird dies durch<br />

klare Schnittstellen zwischen Elektronik und Mechanik,<br />

zwischen Motor und Getriebe sowie Sensorik<br />

und Getriebe. Durch die anwendungsspezifische<br />

Kombination dieser Grundbausteine entsteht im<br />

Werk der Antrieb, den der Kunde braucht.<br />

… um für Sie den besten Schutz zu schaffen!<br />

BESUCHEN SIE UNS!<br />

Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-,<br />

Abfall- & Rohstoffwirtschaft<br />

05. - 09.05.2014 l Halle: B5 l Stand: 420<br />

Blitzschutz<br />

In der Nähe von großen Wasserflächen, z. B. Becken<br />

in Kläranlagen, besteht eine erhöhte Gefahr für Blitzeinschläge.<br />

Auch wenn der Blitz nicht direkt einschlägt,<br />

können durch das elektrische Feld in den<br />

Signalleitungen Spannungen induziert werden, die<br />

die Elektronik von Feldgeräten und somit auch von<br />

Stellantrieben beschädigen. Eine Maßnahme um dies<br />

zu verhindern, sind Überspannungsschutzmodule,<br />

die Überspannungen bis zu 4 KV von der internen<br />

Elektronik fernhalten.<br />

Ganz verhindert werden Überspannungen, wenn zur<br />

Datenübertragung Lichtwellenleiter (LWL) verwendet<br />

werden. Lichtwellenleiter setzen den Einsatz eines<br />

Feldbussystems voraus und erfordern eine entsprechende<br />

Schnittstelle im Antrieb, die die Lichtsignale<br />

in die antriebsintern notwendigen elektrischen Signale<br />

umwandelt und umgekehrt.<br />

KONTAKT: AUMA Riester GmbH & Co. KG, Müllheim<br />

Tel. +49 7631 8090<br />

E-Mail: riester@auma.com<br />

Halle A4, Stand 437<br />

π DENSOLEN ®<br />

- PE/Butyl-Bandsysteme<br />

π DENSO ®<br />

- Petrolatum-Binden & -Massen<br />

Mehr unter:<br />

www.denso.de<br />

DENSO GmbH | Felderstraße 24 | 51344 Leverkusen | Germany<br />

+49 214 2602-0 | +49 214 2602-217 | sales@denso.de<br />

Mitglied bei:<br />

π DENSOLID ®<br />

- Polyurethanbeschichtungen<br />

π DEKOTEC ®<br />

- Schrumpfmanschetten<br />

DENSO ist seit 1922 als Erfinder und Pionier in den Bereichen passiver<br />

Korrosionsschutz für Rohrleitungen sowie innovativer Dichtmittel für den<br />

Straßen-, Gleis-, Ingenieur- und Kanalbau führend. DENSO steht für<br />

höchste Qualitätsstandards in Entwicklung, Produktion und Vertrieb –<br />

Made in Germany.<br />

Zertifiziert:<br />

Zertifiziert<br />

DIN EN ISO 9001<br />

04-05 | 2014 31


PRODUKT-SPECIAL<br />

Technische Weiterentwicklungen und Neuerungen bei<br />

Hydranten, Armaturen und Ventilen<br />

Zur <strong>IFAT</strong> hat der Armaturenhersteller AVK Mittelmann neben<br />

der Überarbeitung der Hydrantenserien 3 (Unterflurhydranten)<br />

auch die Überarbeitung der Hydrantenserien 5 und 6<br />

(Überflurhydranten) abgeschlossen. Hieraus resultiert der<br />

neue Serienname 7.<br />

Bei dieser Überarbeitung wurde darauf geachtet, bewährte<br />

Produktfeatures, wie z. B. die Umfahrtrennstelle am<br />

Überflurhydranten mit Titanbuchsen, beizubehalten, und<br />

weiterhin die Hydranten an die Anforderungen des europäischen<br />

Markts anzupassen. Alle Hydranten entsprechen der<br />

DIN EN 14399 für Unterflurhydranten bzw. DIN EN 14384<br />

für Überflurhydranten. Ab Sommer 2014 werden sämtliche<br />

neue Überflurhydranten der Serie 7 lieferbar sein und die<br />

alten Serien 5 und 6 ersetzen. Weiterhin erhältlich bleibt<br />

das Modell P5 in seiner Standardausführung.<br />

Technische Weiterentwicklungen, Baukastenprinzip<br />

und kompatible Ersatzteile<br />

Die neuen Überflurhydranten der Serie 7 verfügen über<br />

einige technische Verbesserungen im Vergleich zu ihren<br />

Vorgängermodellen. Wie beim doppelt abgesperrten<br />

Unterflurhydranten verfügen nun auch die Überflurhydranten<br />

über eine vollgummierte Kugelabdichtung. Auch<br />

die Gewindesacklöcher wurden bei den Kugelgehäusen<br />

ergänzt. Beides trägt zu einem verbesserten Korrosionsschutz<br />

bei. Dieser wurde ebenfalls an den inneren<br />

Übergängen zu den verschiedenen Abgängen optimiert.<br />

Letztere Verbesserung trägt zudem zu verbesserten Strömungseigenschaften<br />

bei.<br />

Die komplette Hydranten-Produktpalette ist weiterhin im<br />

Baukastenprinzip aufgebaut, Teile sind auch mit der Vorgängerserie<br />

kompatibel. So ist es möglich, die neuen Oberteile<br />

der Serie P7 auch auf den Unterteilen der Serie P5 zu<br />

montieren, und umgekehrt. Auch die unteren Gestänge<br />

mit dem Polyurethan beschichtetem Ventilkegel können<br />

in beiden Serien verbaut werden. Dies gilt ebenso wie<br />

auch bei der Serie L7 für die neuen Kugelgehäuse mit<br />

dem vollgummiertem Kugelabsperrring. Hier lassen sich<br />

sowohl die Mantelrohre der neuen Serie 7 auf die „alten“<br />

Kugelgehäuse Serie 3 (5) montieren als auch bei Bedarf die<br />

„neuen“ Kugelgehäuse der Serie 7 für die Hydranten der<br />

Vorgängerserie 3 (5) verwenden. Dies gibt den Kunden ein<br />

hohes Maß an Sicherheit bezüglich der Ersatzteilbeschaffung<br />

und Flexibilität bei benötigten Umbauten.<br />

So profitieren auch langjährige Kunden ohne Austausch<br />

des kompletten Hydranten von der Überarbeitung auf<br />

den jetzigen Stand. Wo dies aus konstruktiver Sicht nicht<br />

möglich war, kann man für die Kunden aber weiterhin<br />

für zumindest die nächsten 25 Jahre die Beschaffung von<br />

Ersatzteilen gewährleisten.<br />

Sämtliche Hydranten der 7er Serie sind nach wie vor auch<br />

mit Vollemaillierung (innen und außen Emaille) erhältlich.<br />

Das trägt gerade bei den Überflurhydranten zu einem<br />

noch höheren Korrosionsschutz bei. Zudem ist Emaille als<br />

Beschichtung besonders säureresistent, so dass auch lange<br />

Streuperioden im Winter mit aggressivem Streusalz der<br />

Farbe des Hydranten nichts anhaben können. Außenemaille<br />

ist außerdem auch besonders UV-resistent. Diese beiden<br />

Eigenschaften tragen zu einer höheren Farbechtheit bei<br />

als bei herkömmlichen Außenbeschichtungen. Gerade bei<br />

Überflurhydranten ist die Signalwirkung der Außenfarbe<br />

von zentraler Bedeutung.<br />

Die gesamte 7er Serie Über- und Unterflurhydranten erfüllt<br />

selbstverständlich alle Normforderungen bezüglich der<br />

Konstruktion, der mechanischen Eigenschaften, der Trinkwasserhygiene<br />

und den geforderten Mindestdurchflüssen,<br />

die - wie schon bei den<br />

Serien 3 und 5 - über den<br />

geforderten Mindeststandards<br />

liegen.<br />

Bild 1: F7 Schnittmodell Entwässerung geöffnet<br />

Hydranten nach<br />

allen europäischen<br />

Standards<br />

Als Tochterunternehmen<br />

der weltweit tätigen<br />

AVK Group mit Sitz<br />

in Dänemark ist es nun<br />

umso bedeutender, nicht<br />

lediglich mit länderspezifischen<br />

Einzellösungen<br />

aufzuwarten, sondern<br />

einen „Europäischen“<br />

Hydranten auf dem<br />

Markt zu haben, der alle<br />

32 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

unterschiedlichen nationalen Standards erfüllt.<br />

Die Überarbeitung des Hydrantenprogrammes<br />

wurde zudem dafür genutzt, weitere Verbesserungen<br />

sowie Kundenwünsche in die Konstruktion<br />

einfließen zu lassen und die Hydranten<br />

nach aktuellem Stand der Technik herzustellen.<br />

Dies beginnt bei der Auswahl der Gießverfahren<br />

und endet bei der Optimierung von Fertigungsprozessen<br />

zur Erhöhung der Qualität und der<br />

Verringerung von durch Fehler im Fertigungsprozess<br />

verursachten Kosten.<br />

Neuer Freistromhydrant „F7“ mit großem<br />

Entwässer ungsquerschnitt und enormen<br />

Durchflussleistungen<br />

Eine Neuerung im Hydrantenprogramm von AVK<br />

Mittelmann Armaturen ist der Freistromhydrant<br />

F7 (Bild 1). Durch den freien Durchfluss des Mediums<br />

erreicht er eine enorme Durchflussleistung<br />

Kv=216 m 3 /h. Der Betätigungsmechanismus liegt<br />

dabei außerhalb des Mediums. Deshalb ist der<br />

Hydrant auch für Wartungs- und Inspektionswerkzeuge<br />

frei zugänglich. Er ist besonders robust und<br />

gegenüber Fremdkörpern im Inneren unempfindlich.<br />

Er entleert selbsttätig und ist so konstruiert,<br />

dass er einen besonders großen Entwässerungsquerschnitt<br />

aufweist. Selbstverständlich ist der<br />

F7 nach GSK-Richtlinien mit Epoxidharzpulver<br />

beschichtet und neben einem senkrechten Flanschanschluss<br />

auch mit glattem Spitzende sowie<br />

Spitzende für BAIO erhältlich.<br />

TimeSaver-Kunststoffarmaturen aus PE 100<br />

Sämtliche AVK PE-Armaturen der „TimeSaver Valves“-<br />

Reihe (mit Ausnahme der Wafer Absperrklappe) sind für<br />

schnelles und direktes Stumpf- oder Elektroschweißverfahren<br />

in PE 100-Rohrsysteme konstruiert. Die Wellen<br />

und Scheiben der Absperrklappen sind aus Edelstahl<br />

A4 (AISI 316). Die Betätigung erfolgt über Handhebel<br />

<strong>3R</strong>_4-4_KGS-TK_182-62_Layout 1 04.03.14 19:47 Seite 1<br />

Bild 2: Absperrklappe mit<br />

Einschweißende<br />

Bild 4: Absperrklappe Wafertype<br />

Bild 3: Absperrklappe mit<br />

doppelwandigem Gehäuse<br />

Bild 5: Rückschlagklappe<br />

in da 63-160 sowie Schneckengetriebe ab da 200. Die<br />

Absperrklappen verfügen zudem über eine NBR Auskleidung,<br />

kombiniert mit einem Dichtring aus Epoxidharz. Sie<br />

sind standardmäßig für Rohraußendurchmesser von da<br />

63 bis da 315 mit einer Wanddicke von SDR 11 erhältlich<br />

(andere Wanddicken auf Anfrage).<br />

Die einschweißbaren Absperrklappen (Bild 2) verfügen<br />

über ein Gehäuse aus PE 100, das für viele flüssige und<br />

gasförmige Medien sowie unter anderem für chemische<br />

04-05 | 2014 33


PRODUKT-SPECIAL<br />

Anwendungen einsetzbar ist. Sie sind für schnelles und<br />

direktes Stumpf- oder Elektroschweißverfahren in PE 100<br />

Rohrsysteme konstruiert und bieten ein leckagefreies System,<br />

das keinen zusätzlichen Einsatz von Flanschadaptern<br />

oder sonstigen Abstandsstücken und damit verbundene<br />

Arbeitszeit erfordert.<br />

Die Absperrklappe mit doppelwandigem Gehäuse (Bild 3)<br />

verfügt über eine zweite Gehäusewand. Diese Gesamteinheit<br />

kann direkt in neue oder bereits existierende<br />

doppelwandige PE 100-Rohrsysteme eingeschweißt werden,<br />

so dass keine weiteren Schächte benötigt werden.<br />

Deshalb bieten diese speziellen Absperrklappen eine<br />

kosteneffektive Lösung mit einer einwandfreien Technik<br />

für zuverlässigen Schutz der Umwelt, z. B. durch wassergefährdende<br />

Flüssigkeiten.<br />

Die Absperrklappe Typ Wafer (Bild 4) ist konstruiert für<br />

den Einbau mit Flansch in geflanschte Rohrleitungssysteme,<br />

bestehend aus PE 100 oder metallischen<br />

Werkstoffen. Die Wafer Type Absperrklappe<br />

kann an die vorhandenen Flansche montiert<br />

werden. Die Absperrklappe Typ Wafer wird vor<br />

allem in den Anwendungen eingebaut, wo die<br />

chemische Resistenz von PE 100 zum Tragen<br />

kommt und ein schneller und einfacher Zugang<br />

zur Rohrleitung benötigt wird.<br />

Die Rückschlagklappen (Bild 5) sind für schnelles<br />

und direktes Stumpf- oder Elektroschweißverfahren<br />

in PE 100 Rohrsysteme konstruiert.<br />

Diese Produktreihe bietet eine vollständige<br />

Rückflussverhinderung. Die Klappen sind mit<br />

einem Gehäuse komplett aus PE 100 für eine<br />

besonders langjährige Funktion und Einsatzbereitschaft<br />

konstruiert.<br />

Bild 6: Bermad Air Valves-Produktfamilie<br />

Neue Be- und Entlüftungsventile<br />

Die seit vielen Jahren bestehende Kooperation<br />

zwischen AVK Mittelmann Armaturen und<br />

BERMAD wird in Kürze um eine umfassende<br />

Auswahl an Be- und Entlüftungsventilen (Bild 6)<br />

erweitert. Die neu entwickelten Be- und Entlüftungsventile<br />

ergänzen das bestehende Produktprogramm<br />

von Eigenmedium gesteuerten<br />

Regelventilen und sind neben dem Einsatz in Trinkwassernetzen<br />

ebenfalls im Abwasserbereich anwendbar. Beratende<br />

Ingenieure und Anwender haben somit die Möglichkeit, auf<br />

die technischen Anforderungen zugeschnittene Systeme<br />

und optimierte Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.<br />

Die neue Produktlinie deckt Be- und Entlüftungsventile aus<br />

Guss von DN 50 bis DN 200, sowie Ventile aus Kunststoff in<br />

den Nennweiten DN 20-50 ab. Besondere Merkmale sind<br />

höhere Durchflusskennwerte, Reduzierung von Leckagen,<br />

minimierte Sprüh-Effekte, vorinstallierter Schutz vor Druckstößen,<br />

wandlungsfähiges Design zum einfachen Einbau,<br />

eine robuste Konstruktion sowie DVGW-Zulassung.<br />

KONTAKT: AVK Mittelmann Armaturen GmbH, Wülfrath<br />

Tel. +49 2058 90101<br />

E-Mail: info@avkmittelmann.com<br />

Halle A4, Stand 241/340<br />

INFO<br />

Der Newsletter für<br />

die Rohrleitungsbranche<br />

Anmelden unter www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

GAS | WASSER | ABWASSER | PIPELINEBAU | SANIERUNG | KORROSIONSSCHUTZ | FERNWÄRME | ANLAGENBAU<br />

34 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

04-05 | 2014 35


PRODUKT-SPECIAL<br />

Moderne Unterflurhydranten für die<br />

Trinkwasserversorgung<br />

An Hydranten werden heutzutage vielfältige Anforderungen<br />

gestellt. Die Bereitstellung von Löschwasser im<br />

Brandfall ist das wichtigste Kriterium. Es lassen sich jedoch<br />

auch weitere Nutzungsmöglichkeiten durch besondere<br />

Konstruktionsmerkmale sinnvoll integrieren.<br />

Kriterien wie Langlebigkeit, Betriebssicherheit, geringer<br />

Wartungsaufwand und eine hohe Funktionalität<br />

waren für die nachfolgend näher dargestellten Varianten<br />

maßgebend.<br />

Freistrom-Unterflurhydrant<br />

Bei herkömmlichen Unterflurhydranten erfolgt die Wasserentnahme<br />

und Absperrung in einem Gussgehäuse. Die<br />

Absperrung wird hierbei vertikal über Spindelgestänge<br />

und Ventilkegel hergestellt. Beim Freistrom-Unterflurhydrant<br />

erfolgt die Absperrung über eine Steckscheibe<br />

aus nichtrostendem Stahl. Die Steckscheibe wird über<br />

Exzentermechanismus und Getriebe in einem Gehäuse,<br />

verschleißarm horizontal gegen feste metallische Anschläge,<br />

bewegt. Durch die Trennung von Betätigungs- und<br />

Mediumrohr ergeben sich in Offenstellung deutlich günstigere<br />

hydraulische Verhältnisse als bei Hydranten mit<br />

Ventilkegelabsperrung.<br />

Gemäß DIN EN 14339 sind 60 m 3 /h für einen Unterflurhydranten<br />

DN 80 bei 1 bar Druckverlust gefordert. Der<br />

a) b) c)<br />

a) Freistrom-Unterflurhydrant mit BAIO-Spitzende<br />

b) Unterflurhydrant höhenverstellbar mit BAIO-Spitzende<br />

c) Tele-Hydrant mit BAIO-Spitzende<br />

Freistrom-Unterflurhydrant leistet bei gleichen Prüfbedingungen<br />

153 m 3 /h, also mehr als das Doppelte der<br />

geforderten Durchflussmenge.<br />

Neben den Standardbaulängen für Rohrdeckungen von<br />

1,0 m bis 1,5 m ermöglicht die Bauweise durch die Trennung<br />

von Betätigungs- und Mediumrohr zudem die Herstellung<br />

von Sonderlängen. Ausführungsvarianten bis zu<br />

4,50 m wurden bereits umgesetzt.<br />

Um eine hohe Betriebssicherheit und zugleich eine lange<br />

Nutzungsdauer sicherzustellen, wird bei der Werkstoffauswahl<br />

besonders Wert auf den Korrosionsschutz<br />

gelegt. Mediumrohr und Schließelement sind aus nichtrostendem<br />

Stahl gefertigt. Die Gussbauteile sowie das<br />

Mediumrohr werden nach den Anforderungen der GSK<br />

Epoxid-pulverbeschichtet.<br />

Den Freistrom-Unterflurhydranten gibt es mit den etablierten<br />

Anschlussformen BAIO ® -Spitzende, Flansch und<br />

PE-Anschweißende. Seit diesem Jahr gibt es zusätzlich<br />

die innovative Anschlussvariante mit angegossenem<br />

Fußkrümmer. Die kompakte Bauweise dieser neuen<br />

Anschlussvariante reduziert die Totwassermenge auf ein<br />

Minimum und ermöglicht durch Einsparung eines Formstücks<br />

eine noch einfachere und schnellere Montage.<br />

Der angegossene Fußkrümmer kann standardmäßig mit<br />

BAIO ® -Spitzende bzw. zugfestem Losflansch bezogen<br />

werden.<br />

Alle Hawle Unterflurhydranten<br />

sind in<br />

der Trinkwasserversorgung<br />

für einen<br />

Betriebsdruck bis<br />

16 bar ausgelegt.<br />

Durch die einzigartige<br />

Konstruktion ergeben<br />

sich zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten.<br />

Dazu zählen z. B.<br />

das nachträgliche Einbinden<br />

des Freistrom-<br />

Unterflurhydranten<br />

auf Rohrleitungssysteme<br />

unter Betriebsdruck<br />

und Rohrnetzbeobachtung.<br />

An Endsträngen<br />

einer Leitung<br />

ermöglicht der freie<br />

Durchgang in Verbindung<br />

mit Fußkrümmern<br />

die Reinigung<br />

einer Rohrleitung mittels<br />

Schwammkugel<br />

(Molch).<br />

36 04-05 | 2014


Zudem gibt es die Möglichkeit, die Restentleerung von druckentlasteten<br />

Netzabschnitten über Sauglanzen durchzuführen, so dass<br />

das Wasser nicht ungenutzt ins Erdreich abgelassen wird.<br />

Höhenverstellbarer Freistrom-Unterflurhydrant<br />

Der höhenverstellbare Freistrom-Unterflurhydrant hat ein Mediumrohr<br />

aus nichtrostendem Stahl und eine Betätigungseinheit,<br />

die beide teleskopierbar sind. Die Verstellbarkeit liegt je nach<br />

Ausführung zwischen 300 bis 550 mm. Die Arretierung des<br />

Mediumrohres wird über einen Klemmmechanismus hergestellt.<br />

Das teleskopische Betätigungsrohr wird dabei sicher über die<br />

Kupplungsplatte gehalten.<br />

Der Absperrmechanismus, die fünf Anschlussformen und die<br />

zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten sind wie beim Standard-<br />

Freistrom-Unterflurhydranten auch beim höhenverstellbaren<br />

Unterflurhydranten gegeben.<br />

Tele-Hydrant ®<br />

Stehendes Wasser und Ablagerungen innerhalb von Straßenkappen<br />

bereiten seit jeher Probleme bei der Nutzung von Unterflurhydranten.<br />

Der sich bildende Schlamm verhindert das Versickern<br />

des Oberflächenwassers, kann im schlimmsten Fall in den Hydranten<br />

eindringen und damit die Betriebsfunktion stören. So<br />

können Standrohre oft erst nach Reinigung des Straßenkappen-<br />

Innenbereiches auf die Klauenkupplung aufgesetzt werden.<br />

Des Weiteren gibt es Bereiche, wo es sinnvoll erscheint, Überflurhydranten<br />

zu setzen, dies aber aufgrund der örtlichen Verhältnisse<br />

(Straßenbereich etc.) nicht möglich ist. Diese Herausforderungen<br />

waren ausschlaggebend für die Entwicklung eines Unterflurhydranten<br />

mit integriertem Standrohr, dem Tele-Hydranten ® .<br />

Für die Nutzung des Tele-Hydrant ® wird, nachdem der Straßenkappendeckel<br />

entfernt wurde, das integrierte Standrohr nach<br />

oben über das Niveau der Straßen- bzw. Geländeoberkante<br />

gezogen. Anschließend können die Abgänge am Standrohr in<br />

jede beliebige Stellung (360° drehbar) gebracht werden. Zum<br />

Öffnen und Schließen können, wie bei allen Unterflurhydranten,<br />

herkömmliche Schieberschlüssel nach DIN 3223 verwendet werden.<br />

Ein vorheriges Reinigen des Straßenkappen-Innenbereiches<br />

ist durch die Kapselung des Standrohres nicht erforderlich. Die<br />

Zugriffszeit ist entsprechend kurz.<br />

Nach der Wasserentnahme kann das Standrohr wieder in<br />

die Kappe abgesenkt werden. Der Hawle Tele-Hydrant ® ist<br />

somit in Bereichen mit erhöhtem Straßenverkehr und vor<br />

unbefugter Benutzung geschützt. Durch diese Bauweise ist<br />

der Hydrant auch bestens für Industrieanlagen geeignet.<br />

Ebenso wie bei den anderen beiden Unterflurhydranten kann<br />

auch der Tele-Hydrant ® mit den etablierten Anschlussformen<br />

BAIO ® -Spitzende, Flansch und PE-Anschweißende sowie mit<br />

der neuen Anschlussform angegossener Fußkrümmer mit BAIO ® -<br />

Spitzende bzw. zugfestem Losflansch angeschlossen werden.<br />

FRIAFIT ® -<br />

Abwassersystem:<br />

PRODUKT-SPECIAL<br />

Wirtschaftliche Erstellung<br />

von Hausanschlüssen und<br />

Straßenabläufen.<br />

FRIAFIT ® Abwassersattel<br />

ASA-VL<br />

Zur Anbindung von großvolumigen Anschlussleitungen<br />

d 225 mm an Hauptkanäle<br />

d 315 - d 710 mm aus PE-HD<br />

mit innovativer Vakuumspanntechnik<br />

FRIAFIT ® Anschluss-Stutzen<br />

ASA-MULTI<br />

Zum Anschluss von geschweißten,<br />

wurzelfesten PE-HD Anschlussleitungen<br />

d 160 mm an Hauptkanäle<br />

aus Steinzeug/Beton<br />

Herzlich Willkommen!<br />

Wir freuen uns auf<br />

Ihren Besuch zur<br />

Stand B6.127/226<br />

NEU!<br />

KONTAKT: HAWLE Armaturen GmbH, Freilassing<br />

Tel. + 49 8654 63030, E-Mail: info@hawle.de<br />

Halle A4, Stand 339/340<br />

04-05 | 2014 www.friafit.de · info-friafit@friatec.de 37


PRODUKT-SPECIAL<br />

Spezielle Armaturen für die Abwasserindustrie<br />

Abwässer aus Haushalten oder der Landwirtschaft enthalten<br />

andere Stoffe als Industrieabwässer. In der Lebensmittelindustrie<br />

hat Abwasser andere Zusammensetzungen als in der<br />

chemischen Industrie. Weil sich Abwässer jeglicher Norm<br />

oder Klassifizierung entziehen, sind Spezialarmaturen und<br />

Spezialwissen gefragt.<br />

Seit über 140 Jahren bietet VAG ein umfassendes, immer<br />

weiter ausgebautes Programm abwassergerechter Armaturen.<br />

Im Folgenden werden zwei Armaturen für die Abwasserindustrie<br />

näher beschrieben.<br />

Als Weiterentwicklung des VAG EROX ® -Spindelschiebers hat<br />

VAG nun den neuen VAG EROX ® plus-Spindelschieber im Programm.<br />

Er dient als Absperr- und Regulierarmatur mit offener<br />

oder geschlossener Rahmenkonstruktion aus Edelstahl zur<br />

Wandmontage. Seine besonders robuste Konstruktion mit<br />

neu entwickeltem, patentiertem Dichtsystem eignet sich<br />

bestens für Anwendungen mit höchsten Anforderungen an<br />

die Dichtigkeit im Abwasser, in kommunalen Kläranlagen, in<br />

Regenrückhaltebecken, im Hochwasser- und Havarieschutz<br />

sowie in Abwasseranlagen der Industrie und in Kraftwerken.<br />

Die Kompaktarmatur als selbsttragende Rahmenkonstruktion<br />

ist betriebsfertig vormontiert und ermöglicht daher eine<br />

schnelle Montage sowie Inbetriebnahme. Das neuentwickelte<br />

und patentierte Gleit-Keil-System sorgt nicht nur für<br />

niedrige Betätigungskräfte, sondern durch die Verpressung<br />

zwischen Schieberplatte und Profildichtung in der Endlage<br />

auch für eine verbesserte Dichtheit.<br />

Vorteile des VAG EROX ® plus-Spindelschiebers<br />

»»<br />

Druckstufen 6 mWS auf Vorder- und Rückseite<br />

»»<br />

Anwendungsgebiete: Wasser, Abwasser<br />

»»<br />

Robuste und steife Konstruktion des Rahmens<br />

und der Schieberplatte sorgen für eine hohe<br />

Betriebssicherheit.<br />

»»<br />

Standardausführung: Geschlossene Rahmenkonstruktion<br />

und Schieberplatte aus Edelstahl 1.4301, Spindel<br />

aus Edelstahl 1.4057, Spindelmutter aus zinkfreier,<br />

abwasserbeständiger Bronze<br />

»»<br />

Dichtungssystem: Abwasser und UV-beständiges EPDM<br />

»»<br />

Alle Edelstahlteile badgebeizt und passiviert<br />

»»<br />

verfügbar mit einem VAG REMO-Fernantriebssystem,<br />

mit Handrad, Elektroantrieb oder Pneumatikantrieb.<br />

Bild 1: VAG EROXplus-Spindelschieber in einer<br />

Abwasseranwendung<br />

Diese QR-Codes führen<br />

Sie direkt zu den<br />

Produktinformationen des<br />

Unternehmens<br />

Bild 2: VAG LIMU-STOP-Rückflussverhinderer in<br />

einer Abwasseranwendung<br />

38 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

VAG LIMU-STOP ® - Rückflussverhinderer<br />

Mit dem LIMU-STOP ® -Rückflussver hinderer ergänzt VAG<br />

sein umfangreiches Produktprogramm durch einen technisch<br />

hochwertigen, vielseitigen und anwenderfreundlichen<br />

Rückflussverhinderer im Nennweitenbereich von DN 50 bis<br />

DN 300 für das anspruchsvolle Premium-Marktsegment.<br />

Der LIMU-STOP ® -Rückflussverhinderer kann universell in der<br />

Abwassertechnik, der Wasseraufbereitung, in Industrie- und<br />

Kraftwerksanwendungen sowie in der Wasserverteilung eingesetzt<br />

werden. Bereits in der Standard-Ausführungsform<br />

mit innenliegender Welle, mit Hebel und Gewicht sowie<br />

einem zusätzlichen Edelstahlschutzkorb bietet er ein breites<br />

Anwendungsspektrum.<br />

Die Schrägsitzkonstruktion der Klappenscheibe mit einem<br />

Öffnungsgrad von mehr als 90 % garantiert einen äußerst<br />

geringen Widerstandsbeiwert und kurze Schließzeiten<br />

und ermöglicht den wirtschaftlichen Betrieb mit hoher<br />

Funktionssicherheit. Eine spezielle, flexible und gedämpfte<br />

Doppellagerung der Klappenscheibe schafft die technische<br />

Voraussetzung für eine zuverlässige Dichtwirkung.<br />

Die integrierte Anschlagdämpfung an der Klappenscheibe<br />

in Offenstellung sorgt für einen geräuscharmen Betrieb und<br />

schützt die Funktionskomponenten gegen Beschädigung.<br />

Die abgedichtete Wellenlagerung in speziell konstruierten<br />

Bronzelagern garantiert höchste Betriebssicherheit.<br />

Konstruktionsdetails wie Hängeösen an der Deckelverschraubung<br />

erleichtern die Montage in waagerechten und<br />

senkrechten Rohrleitungen bei individueller Hebelposition<br />

in Durchflussrichtung rechts oder links.<br />

Mit der großen Deckelkonstruktion und der schnell und vollständig<br />

herausklappbaren Scheibenaufhängung bietet der<br />

Rückflussverhinderer die Voraussetzung für einen vereinfachten,<br />

schnellen und minimalen Wartungsaufwand speziell<br />

im Abwassereinsatz. Durch die einfache und schnelle<br />

Demontage des Deckels auch bei eingebauter Armatur ist der<br />

problemlose Zugang zu allen innenliegenden Funktionsteilen<br />

zu Reparatur- oder Wartungszwecken sichergestellt. Der in<br />

einer speziellen Schwalbenschwanznut eingelegte einfache<br />

Dichtring ist leicht austauschbar und erlaubt bei Bedarf eine<br />

optimale und wirtschaftliche Instandhaltung der Armatur.<br />

Das Gehäuse wird in der werkseigenen Gießerei aus hochwertigem<br />

Gusseisen mit Kugelgrafit EN-JS 1030 (GGG-40)<br />

hergestellt. Die Ausführung aller Innenteile aus hochwertigem<br />

Edelstahl sowie die allseitige Epoxid-Beschichtung<br />

der Gehäuseteile in GSK-Qualität sorgen für Höchstmaß an<br />

Korrosionsschutz und eine lange Lebensdauer.<br />

KONTAKT: VAG-Armaturen GmbH, Mannheim<br />

Tel. +49 621 7490, E-Mail: info@vag-group.com<br />

Halle A4, Stand 141/240<br />

2013-02-27 Anzeige_182x125_Wasser.qxp 27.02.2014 09:20 Seite 1<br />

Sicherer Schutz für alle Bedingungen<br />

MAPEC ®<br />

Polyethylen<br />

Epoxidharzprimer<br />

Zementmörtel<br />

Stahlrohr<br />

Haftvermittler<br />

MAPEC ® Mehrschichtsystem<br />

Polypropylen oder Polyamid<br />

MAPEC ® mit FZM-N<br />

Faserzementmörtel<br />

MAPEC ® mit T-Rippe und FZM-S<br />

T-Rippe<br />

Salzgitter Mannesmann Line Pipe, mit Werken in Siegen und Hamm, ist<br />

ein weltweit aktiver, technologisch führender Partner für HFI (hochfrequenz-induktiv)-längsnahtgeschweißte<br />

Stahlrohre. Dazu gehören zementmörtelausgekleidete<br />

Trink- und Abwasserleitungsrohre, Rohre für Gas- und<br />

Ölpipelines, Rohre für den Maschinen- und Anlagenbau sowie Ölfeldrohre,<br />

Fernwärmerohre und Konstruktionsrohre.<br />

Produktionsprogramm für Trink- und Abwasserleitungsrohre:<br />

• Außendurchmesser von 114,3 mm (4½") bis 610 mm (24")<br />

• Wanddicken von 3,2 mm (0,126") bis 25,4 mm (1")<br />

• Schweiß- und Klemmverbindungen, Einsteckschweißmuffen<br />

• Zementmörtel-Auskleidung<br />

• MAPEC ® Kunststoffumhüllung<br />

– Polyethylen (PE)- oder Polypropylen (PP)-Umhüllung, ggf. mit<br />

Faserzementmörtel-Ummantelung (FZM-S) oder GFK-Ummantelung<br />

– Weitere Kunststoffmehrschichtsysteme mit Kombinationen von<br />

Polyethylen (PE) mit Polypropylen (PP) oder Polyethylen mit<br />

Polyamid (VESTAMID ® )-Decklagen<br />

• Abhängig von der Verlegung steht eine Bandbreite spezieller Umhüllungen<br />

zur Verfügung: Längsrippe, Rough Coating, T-Profil mit FZM-S etc.<br />

Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH<br />

In der Steinwiese 31 · 57074 Siegen, Germany<br />

Tel: +49 271 691-0 · Fax: +49 271 691-299<br />

info@smlp.eu · www.smlp.eu<br />

05. – 09. Mai 2014<br />

Besuchen Sie uns in<br />

Halle 6, Stand 349<br />

04-05 | 2014 39


PRODUKT-SPECIAL<br />

Vielfältiges Produktportfolio mit zahlreichen<br />

Sortimentserweiterungen<br />

Auf der <strong>IFAT</strong> 2014 präsentiert die PLASSON GmbH neben<br />

dem vielfältigen Produktprogramm auch zahlreiche<br />

Sortimentserweiterungen.<br />

Bild 1: Ventil-Anbohrarmaturen PLASS 360<br />

SmartFuse-Elektroschweißfittings<br />

Im Anwendungsfeld des Elektroschweißens verfügt PLAS-<br />

SON seit vielen Jahren über das SmartFuse-System, das die<br />

sichere und kostengünstige Verbindung von PE 80, PE 100,<br />

PE 100 RC und PE-Xa-Rohren ermöglicht. Neben dem<br />

umfangreichen Fittingprogramm finden Besucher modernste<br />

Schweißgeräte, die u. a. den hohen Anforderungen der<br />

Bauteilrückverfolgung gerecht werden. Durch Weiterentwicklungen<br />

wird das Sortiment fortlaufend um verschiedene<br />

Neuerungen erweitert, z. B. um die Dimensionsergänzung<br />

der Muffen bis d 800 mm. Die neuen Schweißsättel<br />

mit Anschlussstutzen für den Großrohrbereich aus PE 80<br />

und PE 100 sind sowohl in der Neuverlegung als auch für<br />

den nachträglichen Anschluss von Zu- und Abgangsleitungen<br />

geeignet. Als Innovation ist der neue Flex-Fixierblock<br />

(Bild 2) zu nennen, der das Zusammenziehen von PE-Rohren<br />

aufgrund von Temperaturschwankungen verhindert. Der<br />

Fixierblock kann axiale Zug- und Schubkräfte aufnehmen<br />

und ist für unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten geeignet.<br />

Er lässt sich beispielsweise als Auszugssicherung, zur Fixierung<br />

von Sinkgewichten oder für den Einsatz als Fixpunkt<br />

in gegossenen Betonwänden verwenden. Der Fixierblock<br />

ist für PE-Rohre von da 160-1600 mm und zur Aufnahme<br />

von Kräften bis 31 kN pro Fixierblock geeignet.<br />

Ventilanbohrarmaturen PLASS 360<br />

Das bereits auf dem Markt bewährte Programm der Ventil-<br />

Anbohrarmaturen PLASS 360 (Bild 1) mit oder ohne integrierte<br />

Hilfsabsperrung ist konstruktiv und konzeptionell<br />

auf ein hohes Maß an Betriebssicherheit ausgelegt. Die<br />

PLASSON GmbH bietet die Ventil-Anbohrarmaturen für die<br />

verschiedenen Rohrarten Duktilguss, Stahl, AZ, PVC sowie<br />

PE an. Abhängig von der Ausführung sind die Armaturen<br />

für den Gas- und Wasserbereich einsetzbar. Zusätzlich zu<br />

den bestehenden Abmessungen d 32 und d 40 mm wurde<br />

die Ausführung d 63 mm sowie weiteres Werkzeug neu in<br />

das Produktsortiment aufgenommen.<br />

Das Produkt kennzeichnet sich durch einen um 360°<br />

schwenkbaren PE-Stutzen aus, der sich entsprechend der<br />

Einbausituation ausrichten lässt. Sämtliche Einzelkomponenten<br />

der Armatur wurden dahingehend konzipiert, dass<br />

kein stagnierendes Wasser die Trinkwasserqualität belastet.<br />

Die teleskopierbare Einbaugarnitur bildet zusammen mit der<br />

Armatur eine fest verschraubte Einheit, die ohne Verstiftung<br />

an der Kuppelmuffe arbeitet. Durch den integrierten<br />

PE-Abgangsstutzen ist eine direkte Anbindung mit den<br />

bekannten PLASSON Klemm-, Steck- oder Elektroschweißfittings<br />

möglich. Korrosionsanfällige Gewindeübergänge<br />

entfallen. Die kompakte und universelle Anbohrarmatur<br />

wird den kontinuierlich wachsenden Anforderungen des<br />

Marktes gerecht.<br />

Bild 2: Flex-Fixierblock<br />

LightFit-Abwasserprogramm<br />

Die Zielsetzung des PLASSON LightFit-Abwasserprogrammes<br />

für drucklose Entsorgungsleitungen aus PE 80 und<br />

PE 100 ist das „vollverschweißte Abwassersystem“. In<br />

dem umfangreichen Programm<br />

findet der Anwender neben<br />

Muffen auch flexible Winkel<br />

und Anschlusssättel, die in<br />

der Praxis ein Höchstmaß<br />

an Arbeitserleichterung<br />

und Zeitersparnis bieten.<br />

Übergänge auf unterschiedliche<br />

Werkstoffe<br />

sowie passende Formteile<br />

und Bögen aus PE<br />

runden das Programm ab.<br />

Die neuen LightFit-Schweißwinkel<br />

in der Farbe Hellgrau<br />

ermöglichen den einfachen<br />

und platzsparenden Rich-<br />

Bild 3: LightFit Muffe<br />

d 800 mm<br />

40 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

tungswechsel bei Hausanschlussleitungen aus PE 80 und<br />

PE 100. Durch Dimensionserweiterungen im gesamten<br />

Programm sind u. a. die LightFit-Elektroschweißmuffen<br />

bereits bis zur Dimension von d 800 mm (Bild 3) und<br />

die LightFit-Schachtanschlüsse bis d 630 mm verfügbar.<br />

Zudem erweitern die neuen LightFit-Anschlusssättel d 560-<br />

710 mm x 160 mm die Anschlusslinie aus dem PLASSON<br />

LightFit-Programm. Mit nunmehr fünf Anschlusssätteln kann<br />

der Hauptleitungsdimensionsbereich von d 200-710 mm<br />

abgedeckt werden.<br />

Serie 19/Serie 18<br />

Als Verbindungsspezialist für PE-Rohre bietet PLASSON mit<br />

dem Steckfitting-Programm „Serie 19“ für die Verbindung<br />

von Trinkwasserrohren eine innovative Produktlinie an. Die<br />

Steckfittings der neuen Serie 19 (Bild 4) wurden speziell für<br />

den Einsatz in der Trinkwasserversorgung konzipiert. Basierend<br />

auf den Erfahrungen der PLASSON-Serie 18 Klemmfittings<br />

wurde in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern<br />

Bild 4: Steckfittings-Serie 19<br />

ein praxisorientiertes Anwendungsprofil erstellt und umgesetzt.<br />

Zusammen mit den Klemmfittings der Serie 18 bietet<br />

PLASSON ein weiteres umfangreiches Bauteilprogramm<br />

für vielfältige Anwendungen in der Wasserversorgung an.<br />

KONTAKT: PLASSON GmbH, Wesel<br />

Tel. +49 281 95272-0<br />

E-Mail: info@plasson.de<br />

Halle B6, Stand 337/436<br />

MULTI Multisensorik - direkt in der Leitung<br />

PHYSIK<br />

Temperatur<br />

Durchfluss<br />

Druck<br />

Leitfähigkeit<br />

OPTIK<br />

Trübung<br />

Farbe<br />

CHEMIE<br />

Freies Chlor<br />

Mono Chloride<br />

Sauerstoff gelöst<br />

pH-Wert<br />

ORP (Redox)<br />

Ammonium oder<br />

Fluoride oder<br />

Nitrate<br />

Hinni<br />

Sie finden uns an der<br />

<strong>IFAT</strong> vom 5. - 9. Mai<br />

2014 in Halle A1, bei<br />

Düker am Stand<br />

221/320.<br />

Hinni AG<br />

Hydranten + Service<br />

Gewerbestrasse 18 Tel. +41 61 726 66 00 www.hinni.ch<br />

CH-4105 Biel-Benken Fax +41 61 726 66 11 info@hinni.ch<br />

Früherkennung von Wasserverlusten im Netz<br />

Frühwarnung vor Infrastrukturschäden<br />

Leckerkennung (24h x 365 Tage)<br />

Bringsystem - kein Auslesen vor Ort<br />

Erkennung von Wasserbezügen am Hydrant<br />

Füllstandskontrolle am Hydrant<br />

04-05 | 2014 41


PRODUKT-SPECIAL<br />

Neue Schutzmantelrohre ermöglichen<br />

Stumpfschweißen ohne abzumanteln<br />

Einfacher zu verarbeiten, einfacher zu verschweißen und<br />

erhöhte Sicherheit – das sind die drei wesentlichen Vorteile<br />

des neuen Schutzmantelrohres egeplast SLM ® 3.0. Basis<br />

ist ein modifizierter Schutzmantel aus einem speziellen<br />

PEplus, der das direkte Stumpfschweißen ohne Mantelrückschnitt<br />

erlaubt und noch abriebfester ist als der bisherige<br />

Schutzmantel aus mineralverstärktem Polypropylen.<br />

Die optimierte Mantelschicht macht das Rohrsystem flexibler<br />

und vereinfacht das Handling und die Verarbeitung.<br />

Darüber hinaus schmiegt sich der Mantel besser an<br />

das Kernrohr. Dies führt zu einer verbesserten Haft- und<br />

Scherfestigkeit bei gleichzeitig besserer Schälbarkeit bei<br />

Einbindungen, Hausanschlüssen etc. Das medienführende<br />

Druckrohr besteht aus PE 100-RC, dessen besondere<br />

Eigenschaft – die Resistenz gegenüber Spannungsrissen<br />

– an jeder verwendeten Rohstoffcharge geprüft<br />

und von unabhängiger Prüfstelle bestätigt wird (FNCT<br />

Wert > 8760 h). Das neue SLM ® 3.0 lässt sich sicher unter<br />

Einhaltung aller DVS-Parameter verschweißen, ohne den<br />

Schutzmantel entfernen zu müssen, denn das neu entwickelte<br />

Mantelmaterial PEplus ist nach gleichen Parametern<br />

gemäß DVS 2207-1 mit einem Fügedruck von<br />

0,15 N/mm 2 schweißbar. Somit gehören Mantelrückschnitt<br />

oder nachträgliches Aufbringen von Schutzsystemen beim<br />

Heizelement-Stumpfschweißen der Vergangenheit an.<br />

Gute Schutzeigenschaften: Das Plus an Sicherheit<br />

Bei grabenloser Verlegung besteht die Gefahr von Beschädigungen<br />

des Rohres durch Riefen und Kerben. Beim<br />

SLM ® 3.0 sorgt der additive Schutzmantel aus PEplus für<br />

Riefenfreiheit und somit für ein unbeschädigtes Kernrohr<br />

nach Transport, Handling und Verlegung, auch unter<br />

härtesten Bedingungen. Eine Beschädigung des medienführenden<br />

Druckrohres wird ausgeschlossen, da das<br />

SLM ® 3.0 eine extrem hohe, deutlich verbesserte Abriebfestigkeit<br />

und Beschädigungsresistenz besitzt.<br />

Aufbau<br />

PE-Rohre mit nur integrierten<br />

Schutzeigenschaften,<br />

PAS 1075 Typ 1 oder 2<br />

PE-Rohre mit zusätzlichem Schutzmantel aus PP,<br />

PAS 1075 Typ 3<br />

SLM® 3.0, PE-Rohre mit zusätzlichem Schutzmantel<br />

aus PEplus, PAS 1075 Typ 3<br />

Druckrohrwerkstoff<br />

(Normrohr)<br />

Werkstoff des<br />

zusätzlichen<br />

Schutzmantels<br />

Stumpfschweißen<br />

unter Einhaltung<br />

der DVS-Parameter<br />

Heizwendelschweißen<br />

Lebensdauer<br />

Recycling<br />

PE 100-RC* PE 100-RC PE 100-RC<br />

kein zusätzlicher Schutzmantel<br />

vorhanden<br />

Ja<br />

Riefen und Kratzer in der<br />

Oberfläche können eine<br />

sichere Verschweißung<br />

verhindern.<br />

Nein, das Druckrohr wird<br />

bereits während der Verlegung<br />

beschädigt!<br />

Polypropylen (PP)<br />

Nein, nur mit Mantelrückschnitt<br />

- Risiko der Verunreinigung der PE-Fügeebene durch PP<br />

- PE und PP erfordern gemäß DVS unterschiedliche<br />

Fügedrücke<br />

Da die Oberflächen im Schweißbereich durch den<br />

Schutzmantel vor Kratzern und Verunreinigungen<br />

geschützt waren, findet der Schweißer nach der Entfernung<br />

des Mantels optimale Schweißbedingungen vor.<br />

Ja, der Schutzmantel schützt vor Beschädigungen<br />

Polyethylen „PEplus“<br />

Ja, werkstoffhomogener Rohraufbau ermöglicht<br />

Schweißen ohne Mantelrückschnitt<br />

Da die Oberflächen im Schweißbereich durch den<br />

Schutzmantel vor Kratzern und Verunreinigungen<br />

geschützt waren, findet der Schweißer nach der Entfernung<br />

des Mantels optimale Schweißbedingungen<br />

vor.<br />

Ja, der Schutzmantel schützt vor Beschädigungen<br />

Schutzmantelrohre und Rohre mit integrierten Schutzeigenschaften können wie jedes andere PE-Rohr dem über den Kunststoffrohrverband<br />

organisierten Recyclingprozess wieder zugeführt werden.<br />

Tabelle: Vorteile des SLM ® 3.0 im Vergleich zur alten Schutzmantelrohrgeneration sowie zu Rohren mit nur integrierten<br />

Schutzeigenschaften<br />

*Die mechanischen Eigenschaften von ein-, zwei- und dreischichtigen Rohrkonstruktionen sind gleichwertig<br />

42 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Freistrom-Unterflurhydrant<br />

mit angegossenem Fußkrümmer<br />

Die neue, direkt schweißbare<br />

Generation SLM ® 3.0 ist mit<br />

grünen Dreifachstreifen auf<br />

dem Schutzmantel gekennzeichnet.<br />

Das egeplast<br />

SLM ® 3.0 wird den Vorgänger<br />

SLM ® RCplus ersetzen.<br />

egeplast wird in Zukunft<br />

alle Schutzmantelrohrsysteme<br />

mit dieser Schutzschicht<br />

ausstatten. Das neue Schutzmantelrohr<br />

ist DVGW-zugelassen<br />

und erfüllt zusätzlich<br />

alle technischen Anforderungen<br />

der PAS 1075 an Rohre<br />

mit Schutzmantel (Typ 3),<br />

überwacht und zertifiziert<br />

vom TÜV SÜD.<br />

egeplast hat vor über 20<br />

Jahren mit der Entwicklung<br />

von Schutzmantelrohrsystemen<br />

begonnen. Ziel ist<br />

– damals wie heute – ein<br />

100%iger Schutz des Neurohres:<br />

Ein in der geschlossenen<br />

Bauweise eingezogenes Rohr muss genau so unbeschädigt in Betrieb<br />

gehen wie ein in offener Bauweise verlegtes Rohr. Die langfristige Betriebssicherheit<br />

für eine Nutzungsdauer von 100 Jahren muss gegeben sein.<br />

Merkmale:<br />

• kompakte Bauweise<br />

• geringe Totwassermenge<br />

• große Durchflussmenge und geringer<br />

Druckverlust durch freien Durchgang<br />

• Steckscheibenabsperrung mit festen<br />

Anschlägen in Auf-/Zu-Stellung<br />

• bewegliche Verbindung, dadurch Abbau<br />

von Spannungen<br />

• Anschlussvarianten:<br />

- zugfeste, bewegliche Tauschflansche<br />

- BAIO ® -Spitzende<br />

• zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten:<br />

- Rohrnetzbeobachtung<br />

- Rohrreinigung<br />

- Leitungsentleerung<br />

- Leitungsortung durch Einführmöglichkeit<br />

von Ortungskabeln<br />

• Medium: Trinkwasser<br />

• max. Betriebsdruck: 16 bar<br />

• Nennweite: DN 80<br />

KONTAKT: egeplast international GmbH, Greven, Dr.-Ing. Thorsten Späth<br />

Tel: +49 2575 9710-266, E-Mail: thorsten.spaeth@egeplast.de<br />

Hawle Armaturen GmbH<br />

Halle B6, Stand 437/536<br />

Liegnitzer Straße 6<br />

83395 Freilassing<br />

Deutschland<br />

Tel.: +49 8654 6303-0<br />

04-05 | 2014<br />

www.hawle.de<br />

43


PRODUKT-SPECIAL<br />

Multi-Druckanbohrventil für PE-Druckrohrleitungen<br />

In der PE-Rohrtechnik wird<br />

ein Hausanschluss immer<br />

häufiger mit aufgeschweißten<br />

Druckanbohrventilen realisiert.<br />

Die Firma EWE-Armaturen,<br />

einer der führenden<br />

Hersteller von Anbohrarmaturen,<br />

hat bereits seit 1994<br />

ein Druckanbohrventil für den<br />

Einsatz in PE-Druckrohrleitungen<br />

im Lieferprogramm. 2012<br />

wurde diese Armatur komplett<br />

überarbeitet und präsentiert<br />

sich noch kompakter<br />

und leistungsfähiger als das<br />

Vorgängermodell.<br />

Die Anbohrung erfolgt hier<br />

durch Drehen der Betriebsspindel<br />

mit einem Bohrschneider,<br />

bestehend aus<br />

A4-Duplex-Edelstahl für höchsten Korrosionsschutz. Durch<br />

den eigenentwickelten und langjährig bewährten EWE-<br />

Wellenschliff garantiert der Bohrschneider eine spanlose<br />

Anbohrung mit einem auffällig geringen Drehmoment.<br />

Um auch im Betrieb eine langfristige Funktionssicherheit<br />

zu gewährleisten, erfolgt der Antrieb über ein unempfindliches<br />

Rundgewinde. Der konische Ventilteller mit PTFE-<br />

Weichdichtung ist mit dem Bohrschneider rotierend, jedoch<br />

drehmomentfrei verbunden. Während des Schließens dreht<br />

sich die Dichtung nicht mit, sie wird nur in den Ventilsitz<br />

gepresst und zerreibt sich nicht durch Drehung auf dem Sitz.<br />

Durch die zahlreichen Optimierungen im Inneren des Ventils<br />

erreicht diese kleine Armatur heute Durchflusswerte, die<br />

früher größere Vorgängerversionen hatten.<br />

Um den hohen Ansprüchen in der Wasser- und Gasversorgung<br />

gerecht zu werden, kommen in der Armatur hochwertige<br />

und korrosionsfeste Werkstoffe wie bleifreies Silicium-<br />

Messing, Edelstahl und PE-100 zum Einsatz.<br />

Der Abgang hat einen langen PE-Stutzen in den Standardgrößen<br />

von d 32 oder d 40 mm. Eine Anpassung an andere<br />

Hausanschlussleitungsdimension wird durch PE-Schweißmuffen<br />

realisiert.<br />

Das EWE-Multi-Druckanbohrventil wird angeboten mit den<br />

Schweißschellen der gängigen Schweiß-Systeme FRIALEN<br />

und +GF+ ELGEF Plus.<br />

Neben dem Multi-Druckanbohrventil stehen dem Anwender<br />

noch eine Vielzahl weiterer PE-Anbohrarmaturen zur<br />

Verfügung. Hierzu zählen mechanische und schweißbare<br />

Verbindungssysteme sowie verschiedene Absperrarmaturen,<br />

wie Ventile, Schieber, Kugelhähne oder Keramikscheibenschieber,<br />

die im Baukastenprinzip kombiniert werden.<br />

KONTAKT: Wilhelm Ewe GmbH & Co.KG, Braunschweig<br />

Tel. +49 531 37005-0, E-Mail: info@ewe-armaturen.de<br />

Halle A4, Stand 237<br />

Druckvortriebsrohr DA 3270<br />

Als Hersteller von<br />

hochwertigen Rohrsystemen<br />

aus GFK<br />

(glasfaserverstärkter<br />

Kunststoff) für die<br />

Ver- und Entsorgung<br />

sowie die Industrie<br />

wartet HOBAS auf<br />

der <strong>IFAT</strong> mit einer<br />

Neuerung auf.<br />

Die originalen<br />

HOBAS GFK-Schleuderrohre<br />

werden seit<br />

Anfang der 1980er<br />

Jahre in Vortriebsprojekten<br />

für Druck- und<br />

Freispiegelleitungen eingesetzt. Im Fokus der diesjährigen<br />

<strong>IFAT</strong> steht ein HOBAS Druckrohr DA 3270, das für die Verlegung<br />

mittels Vortrieb geeignet ist. Dank des speziellen<br />

Rohrdesigns und der außenbündigen FWC-Kupplung kann<br />

HOBAS solche Druckleitungen anbieten. Sie halten zum<br />

einen hohen Presskräften beim Vortrieb stand und sind z. B.<br />

für einen Systeminnendruck von PN 6 ausgelegt – eine 2-in-<br />

1 Lösung. Ein Mantel oder Trägerrohr ist nicht notwendig.<br />

Ein weiteres Highlight auf dem Stand wird das Modell eines<br />

Entlastungssystems für Mischwasserkanäle (Combined<br />

Sewer Overflow, CSO) sein, das als modulares Kompaktbauwerk<br />

werksseitig hergestellt wird. Bei Trockenwetter stellt<br />

es einen herkömmlichen Abwasserkanal dar, bei starkem<br />

Regen verhindert es eine Überlastung des Systems, indem<br />

es grobstoffliche Verunreinigungen getrennt zur Kläranlage<br />

abführt und das grobstofffreie Abwasser in einen Stauraum<br />

oder in den Vorfluter leitet.<br />

Zudem werden auch die bewährten, nicht kreisrunden<br />

HOBAS Profile zur Sanierung von Altkanälen zu sehen sein.<br />

KONTAKT: HOBAS Rohre GmbH, Trollenhagen<br />

Wilfried Sieweke, Tel. +49 395 4528-0<br />

E-Mail: wilfried.sieweke@hobas.com<br />

Halle B6, Stand 245/340<br />

44 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Doppelrohrsystem für Wasserschutzgebiete mit<br />

DiBt-Zulassung<br />

Bild 1: Rohrsystem Secutec<br />

Bild 2: Betonschutzplatte HydroClick<br />

Die Frank GmbH und AGRU Kunststofftechnik GmbH präsentieren<br />

auf ihrem Gemeinschaftsstand in München ihre neuen<br />

Produkte zum Thema Trinkwasserversorgung und Grundwasserschutz<br />

wie das Doppelrohrsystem PKS ® -Secutec für<br />

Wasserschutzgebiete mit DiBt-Zulassung.<br />

Das PKS ® -Secutec ist ein speziell für die Leckageüberwachung<br />

entwickeltes Rohrsystem in den Dimensionen DN 300 bis<br />

3.500. Es verfügt über einen Zwischenraum zwischen der<br />

medienführenden Innenschicht und der Außenschicht, der als<br />

Kontrollraum für gängige Überwachungsverfahren genutzt<br />

werden kann. PKS ® -Secutec eignet sich somit für überwachungspflichtige<br />

Anwendungen, wie z. B. beim Umgang mit<br />

grundwassergefährdenden Medien.<br />

Außerdem verfügt es als erstes Rohrsystem dieser Art über<br />

eine DiBt-Zulassung und ist eine kostensparende Alternative<br />

zu vergleichbaren Systemen wie z. B. Doppelrohre > DN 300.<br />

Speziell für die Sanierung: das HydroClick-System<br />

Mit dem HydroClick-System aus PE lassen sich sanierungsbedürftige<br />

Hochbehälter schnell und effizient instand setzen.<br />

Bereits vorhandene Auskleidungen wie z. B. mineralische<br />

Fliesen- oder Chlor-Kautschuk-Beschichtungen müssen nicht<br />

zwangsläufig entfernt werden. Allein ein statisch tragfähiger<br />

Untergrund genügt, um die HydroClick-Platte anzubringen.<br />

KONTAKT: FRANK GmbH, Mörfelden-Walldorf<br />

Tel. +49 6105-4085-0, E-Mail: info@frank-gmbh.de<br />

Halle B6, Stand 312<br />

GFK-Rohrsysteme für die grabenlose Verlegung<br />

Besuchen Sie uns auf der<br />

<strong>IFAT</strong> 5.-9.5.2014<br />

Stand 245/340 Halle B6<br />

Vortrieb I Relining I Sonderprofile<br />

HOBAS Rohre GmbH l Gewerbepark 1 l 17039 Trollenhagen l T +49.395.45 28 0 l F +49.395.45 28 100 l www.hobas.de<br />

04-05 | 2014 45


PRODUKT-SPECIAL<br />

Neue Lösungen aus GFK für die<br />

Rohrleitungsbranche<br />

AMIANTIT präsentiert sich als echter GFK-Rohr-<br />

Vollsortimenter mit wichtigen Innovationen<br />

Mit GFK-Großprofilrohren der Baureihe AMIREN dringt<br />

die AMIANTIT-Gruppe jetzt in neue Größenordnungen<br />

vor. Künftig sind unterschiedlichste Sonderprofile mit<br />

Spannweiten von bis zu 4500 mm herstellbar. Dass der<br />

konstruktiven Kreativität mit den Möglichkeiten des<br />

AMIREN-Systems keine Grenzen mehr gesetzt sind,<br />

illustriert auf dem AMIANTIT-Stand das Modell eines<br />

Haubenprofils mit integrierter Trockenwetterrinne. Auch<br />

begehbare Sonderprofile, die gleich mit Berme geliefert<br />

werden, sind ab sofort möglich. Grenzen gesetzt sind der<br />

AMIREN-Technologie künftig allenfalls durch die Logistik<br />

des Transports zur Baustelle.<br />

Innovation für den Rohrvortriebs-Markt:<br />

AMIJACK<br />

Mit der Präsentation der Vortriebsrohr-Produktserie<br />

AMIJACK schließt die AMIANTIT-Gruppe in München<br />

die letzte Lücke im Portfolio und ist jetzt weltweiter<br />

Vollsortimenter in Sachen GFK-Rohr. Aus der Optimierung<br />

der verfügbaren Produktionsverfahren für GFK-Rohre ist<br />

ein mehrschichtiges Verbundrohr hervor gegangen, das<br />

problemlos in der Lage ist, die beim gesteuerten Vortrieb<br />

auftretenden Kräfte aufzunehmen. AMIJACK zeichnet sich<br />

durch außergewöhnliche Ringsteifigkeiten (von SN 32.000<br />

bis zu SN 1.000.000!) und extrem glatte Innen- und<br />

Außenflächen aus, und ist auch deshalb für sehr große<br />

Vortriebswege geeignet. Das im Vergleich zu Stahlbeton-<br />

Rohren gleicher Kapazität geringere spezifische Gewicht<br />

des GFK-Rohrs hat den entscheidenden Vorteil, dass die<br />

zum Vortrieb des kontinuierlich wachsenden Rohrstranges<br />

notwendigen Kräfte reduziert werden. Es kann beim<br />

Einbau mit weniger Zwischenpress-Stationen gearbeitet<br />

werden, was den Bauablauf schneller und Projekte im<br />

Ganzen wirtschaftlicher macht.<br />

„Geistesblitz“ für die Regenwasserbehandlung:<br />

AMISCREEN<br />

Wirkungsvollen Systemen der Regenwasserbehandlung<br />

kommt angesichts häufigerer Starkniederschläge<br />

wachsende Bedeutung zu. Eine Schlüsselrolle kommt den<br />

Rechensystemen zu, die das bei Überstau abgeschlagene<br />

Niederschlagswasser nach den gesetzlichen Vorgaben<br />

von Grobstoffen reinigen. Das klassische Modell<br />

„Überlaufschwelle mit Kamm-, Sieb oder sonstigen<br />

Rechen“ benötigt viel Platz und neigt aufgrund hoher<br />

Abflussgeschwindigkeiten zur Verstopfung durch die<br />

ausgefilterten Grobstoffe. Daraus folgen Ausfälle und<br />

hoher Wartungsaufwand. Mechanisch selbstreinigende<br />

Rechensysteme wiederum sind verschleiß- und<br />

wartungsintensiv und verbrauchen Fremdenergie. Vor<br />

Foto: Amitech Germany GmbH<br />

Bild 1: Innenansicht eines AMISCREEN-Stauraumkanals<br />

46 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

diesem Hintergrund wurde das patentierte Stauraum-<br />

Kanalsystem AMISCREEN entwickelt, das den<br />

Regenüberlauf hoch wirkungsvoll und wirtschaftlich<br />

reinigt. Im AMISCREEN-Stauraumkanal werden axial<br />

installierte, vollflächig perforierte Rückhalterohre<br />

integriert, die durch die Stirnwand des Behälters in<br />

das Entlastungsbauwerk münden. Die rechnerischkonstruktive<br />

Abstimmung zwischen der Hydraulik des<br />

Stauraums im Betriebsfall und der Durchfluss- bzw.<br />

Filterkapazität der installierten Rückhalterohre hängt<br />

maßgeblich von der Durchgangsgeschwindigkeit des<br />

Wassers durch die Perforation des Rückhalterohrs ab.<br />

Nur bei geringen Geschwindigkeiten und ungestörter<br />

Sedimentation im Stauraum ist ausgeschlossen,<br />

dass sich in den Öffnungen Partikel verkeilen und<br />

den Rechen letztlich verstopfen. Zielgröße für die<br />

Auslegung des Stauraumkanals ist daher eine maximale<br />

Durchflussgeschwindigkeit von 0,03 m/s.<br />

Bei Füllung des Stauraums steigt der Wasserspiegel an<br />

und die Filterrohre werden langsam überflutet. Dabei<br />

fließt das Mischwasser durch die Perforation ein, wird<br />

in Abhängigkeit von der Struktur des Filters mechanisch<br />

gereinigt und verlässt das System durch das Rückhalterohr<br />

und über eine separate Kammer des Entlastungsbauwerks.<br />

Die am „Rückhalterohr“ abgeschöpfte Schmutzfracht<br />

schwimmt auf oder sedimentiert und sammelt sich bei<br />

fallendem Wasserstand in der Sohle des Stauraums. Im<br />

Trockenwetterbetrieb des Kanals läuft das Sediment zur<br />

Kläranlage ab. Das System ist verschleißfrei, wartungsarm<br />

und außerdem eine echte Null-Energie-Lösung.<br />

Neue Kupplung: FLOWTITE „kriegt die Kurve“ mit<br />

FPCA<br />

Das GFK-System FLOWTITE, der Rohr-Klassiker der<br />

AMIANTIT-Gruppe für Freigefälle und Druckleitungen,<br />

wartet zur <strong>IFAT</strong> mit einer wichtigen Erweiterung im Detail<br />

auf. Die neuartige FPCA-Steckkupplung, ermöglicht in<br />

Verbindung mit angeschrägten Enden der FLOWTITE-<br />

Rohre, eine Abwinkelung der Rohre von bis zu 3°, und<br />

Bild 2: Mit der neuen FPCA-Steckkupplung sind jetzt Abwinkelungen von<br />

bis zu 3° bei der Verlegung von GFK-FLOWTITE-Rohren realisierbar<br />

das völlig Nennweiten unabhängig bis zur aktuellen<br />

FLOWTITE-Maximalnennweite DN 4000. Mit FPCA-<br />

Kupplungen lassen sich GFK-Rohrtrassen beliebigen<br />

Durchmessers ab sofort auch „um die Kurve“ verlegen.<br />

Bedarf danach besteht vor allem bei Triebwasser-<br />

Druckleitungen von Wasserkraftwerken. Diese folgen<br />

aufgrund topografischer Zwänge meist stark kurvigen<br />

Verläufen. Mit dem neuen, kurvengängigen System kann<br />

nun auf Rohrbögen in der Trasse und ihre Sicherung<br />

durch bau- und kostenintensive Beton-Widerlager ohne<br />

Senkung des Sicherheitsstandards verzichtet werden – ein<br />

großer Schritt in Richtung eines wirtschaftlich optimierten<br />

Druckleitungsbaus.<br />

KONTAKT: Amitech Germany GmbH, Mochau, Sophie Schubert<br />

Tel. +49 3431 7182-10, E-Mail: presse@amitech-germany.de<br />

Halle B6, Stand 323/420<br />

Foto: Amitech Germany GmbH<br />

Schnell. Genau. Unvergleichlich. Aus eigener Herstellung.<br />

Für alles eine Lösung. Wir sind die Spezialisten, wenn es um Verbindungstechnik geht.<br />

Broschüren können Sie<br />

gerne anfordern unter:<br />

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Edisonstraße 4<br />

D-63477 Maintal<br />

Tel.: +49 (61 81)4 03-0<br />

Fax: +49 (61 81)4 03-210<br />

mail: infrastructure.info@normagroup.com<br />

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04-05 | 2014<br />

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PRODUKT-SPECIAL<br />

PU-Speziallösungen für den Korrosionsschutz<br />

Die DENSO GmbH in Leverkusen ist führender Anbieter<br />

von Speziallösungen für den Korrosionsschutz, u. a. auch<br />

auf Polyurethanbasis. Bei der DENSOLID ® -Produktpalette<br />

handelt es sich um zweikomponentige Beschichtungslösungen,<br />

die optimalen Schutz bei herausragender<br />

Anwendungsfreundlichkeit und Verfahrenssicherheit<br />

bieten. Sie umfasst Heißspritzbeschichtungen, Streichbeschichtungen,<br />

Beschichtungen für die Nachumhüllung<br />

bei grabenloser Rohrverlegung, Rohrpressungen<br />

im Spülbohr- oder Ramm- und Pressverfahren sowie<br />

Sonderlösungen auf PU-Basis für Kunststoffrohre oder<br />

Boden-Luft-Übergänge. Neu im Produktportfolio befindet<br />

sich die DENSOLID ® -Isolierplatte.<br />

Eigenschaft Einheit Typischer<br />

Wert<br />

Prüfmethode<br />

Zugfestigkeit N/mm 2 >25 DIN EN ISO 527-3<br />

Bruchdehnung % >600 DIN EN ISO 527-3<br />

Härte Shore D 40 DIN ISO 7619-1<br />

Elektrische<br />

Durchschlagfestigkeit<br />

Spezifischer Durchgangswiderstand<br />

kV >35 -<br />

Ω m 3 x 10 11 DIN IEC 93<br />

Typische Produkteigenschaften der DENSOLID ® -Isolierplatte<br />

DENSOLID ® -Isolierplatte<br />

Die neue DENSOLID ® -Isolierplatte aus Polyurethan sorgt<br />

mit ihren elektrisch hochisolierenden Eigenschaften für<br />

eine zuverlässige elektrische Trennung zwischen kathodisch<br />

geschützten Rohrleitungen und Fundamenten aus<br />

Beton. Spannungstrichter werden durch diese Isolierung<br />

vermieden bzw. erheblich reduziert.<br />

Durch die vernetze Molekülstruktur des Polyurethans<br />

ergibt sich eine deutlich höhere mechanische Belastbarkeit<br />

sowie ein geringer Kriechfluss und damit eine<br />

höhere Dauerhaftigkeit als alternative Isolierplatten aus<br />

anderen Werkstoffen. Darüber hinaus zeichnet sich die<br />

DENSOLID ® -Isolierplatte durch eine sehr gute thermische<br />

und chemische Beständigkeit aus.<br />

Aufgrund der Flexibilität lässt sich die Isolierplatte sowohl<br />

für die Isolierung von Armaturen-Fundamenten (Schieberfüße)<br />

als auch für die Isolierung von Rohrleitungen<br />

an Kabelkreuzungen sowie als Wurzelschutzmatte<br />

verwenden.<br />

Verarbeitung<br />

Die Isolierplatte misst 1m x 1m x 5mm und wiegt 5 kg,<br />

weitere Dimensionen sind auf Anfrage erhältlich. Sie<br />

wird zwischen Betonfundament und Armaturenfuß eingefügt,<br />

wie beispielsweise in der Guideline GL 263-501<br />

der Open Grid Europe, RWE, Thyssengas und Verbundgas<br />

beschrieben.<br />

Eine gute Haftverbindung der DENSOLID ® -Isolierplatte<br />

zur Stahloberfläche wird mit dem Polyurethan-Beschichtungsmaterial<br />

DENSOLID ® -FK2-C erreicht.<br />

Dabei sollte die Isolierplatte leicht angeraut und von allen<br />

losen Bestandteilen gesäubert werden.<br />

Bewährt hat sich ferner der Verguss von Schieberfußfundamenten<br />

mit TOK ® -MELT, einer Vergussmasse aus<br />

polymervergütetem Bitumen, der für einen zusätzlichen<br />

Schutz und Isolierung des Fundamentes sorgt.<br />

Für den Korrosionsschutz von Hülsrohren empfiehlt das<br />

in der Korrosionsschutztechnologie führende Leverkusener<br />

Unternehmen den Verguss mit der dauerplastischen<br />

DENSO ® -KS-Masse.<br />

KONTAKT: DENSO GmbH, Leverkusen<br />

Tel. +49 214 2602-0<br />

E-Mail: info@denso.de<br />

Halle B5, Stand 420<br />

48 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

FBS-Gemeinschaftsstand auf der <strong>IFAT</strong> 2014<br />

„Mit FBS-Betonbauteilen hinterlassen<br />

Sie nachhaltig einen guten<br />

Eindruck“ heißt das übergeordnete<br />

Motto der Fachvereinigung<br />

Betonrohre und Stahlbetonrohre<br />

e.V. (FBS) und ihrer Mitgliedsfirmen<br />

auf der <strong>IFAT</strong> 2014. Auf einer<br />

rund 400 m 2 großen Ausstellungsfläche<br />

erhalten Besucher<br />

aktuelle Informationen rund um<br />

Nachhaltigkeit, Betone, moderne<br />

Anwendungs- und Fertigungstechnologien<br />

sowie Betonbauteile<br />

für die Kanalisation, die den<br />

veränderten Klimabedingungen<br />

und Umweltansprüchen genügen.<br />

Mit dabei: BERDING BETON GmbH, BFS Betonfertigteile<br />

Systeme GmbH, Betonwerk Müller GmbH &<br />

Co.KG, Finger Baustoffe GmbH, Josef Schnurrer GmbH<br />

& Co.KG, Hawkeye Pedershaab, Hans Rinninger & Sohn<br />

GmbH & Co.KG und die Schlosser-Pfeiffer GmbH.<br />

Geballte FBS-Qualität unter einem Dach<br />

Seit über 25 Jahren setzen sich die FBS und ihre Mitglieder<br />

für einen hohen Qualitätsstandard von Betonrohren und<br />

-schächten ein. Das FBS-Qualitätszeichen steht für ein<br />

Höchstmaß an Fertigungs- und Produktqualität bei der<br />

Herstellung von Betonbauteilen. Besondere Aufmerksamkeit<br />

gilt hierbei den Aspekten der Nachhaltigkeit. Hierzu<br />

zählt u. a. die Verwendung von ökologisch günstigen<br />

Werkstoffen für den Bau von Abwasserleitungen und<br />

-kanälen. Bei der Kanalinstandhaltung ist es in vielen<br />

Inserat mit Fußrohr Glocke/Muffe<br />

Fällen nachhaltiger, einen Kanal zu erneuern, anstatt<br />

ihn zu sanieren.<br />

Auch die FBS-Hochschuleninitiative ist wieder Thema in<br />

München. Studierende werden mit dem Vortragspaket<br />

„Planung, Bau und Betrieb von Abwasserleitungen und<br />

-kanälen“ nachhaltig gefördert. Auf dem Messestand finden<br />

eine Reihe von Fachvorträgen statt. Eingeladen sind<br />

Vertreter aus Kommunen und Tiefbauämtern, Ingenieurbüros,<br />

bauausführenden Unternehmen und Verbänden<br />

sowie Universitäten, Hoch- und Fachschulen.<br />

KONTAKT: FBS - Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V., Bonn<br />

Tel. +49 228 95456-54, E-Mail: bettina.friedrichs@fbsrohre.de<br />

Halle B5, Stand 331/430<br />

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Telefon: (+49) 7841 204 115 | www.beton-mueller.de<br />

Einfacher Einbau


PRODUKT-SPECIAL<br />

Integrationsplattform zur Einbindung<br />

dezentraler Feldgeräte<br />

Der Betrieb von Verteilungsnetzen unterliegt derzeit einem tiefgreifenden Wandel. Als Teil der kritischen Infrastruktur<br />

stehen hohe Sicherheitsanforderungen zunehmendem Kostendruck gegenüber. Die Aufgabe von SCADA-Systemen ist, eine<br />

effiziente Steuerung des Netzes zu gewährleisten. Zur Optimierung des Systems stehen Betreiber von Versorgungsnetzen<br />

vor drei wesentlichen Aufgaben: zum einen das Netz-Monitoring, also das Sammeln und Aufbereiten von Betriebsdaten,<br />

dann die Einbindung der Betriebsdaten in die zentrale Leitstandsoftware und schließlich die Automatisierung des Netzes<br />

auf Basis der Betriebsdaten. Die 3S-Integrationsplattform deckt alle diese Leistungsbereiche durch den Einsatz modernster<br />

Technologie ab. Dezentrale Feldgeräte können sicher, verlässlich und flexibel in SCADA-, ERP-, und GIS-Systeme integriert<br />

werden.<br />

Anforderungen an die Integrationsplattform<br />

Sensoren, Zähler, Pumpen und Armaturenstellantriebe sind<br />

seit langem Bestandteile des Anlagenbetriebs. Allerdings<br />

erforderten diese bisher eine sehr aufwändige Infrastruktur<br />

für die Stromversorgung und den Datentransfer. Seit einigen<br />

Jahren setzen sich verstärkt dezentrale Lösungen durch, bei<br />

denen die Daten über Funknetze übermittelt werden. Für die<br />

Leitstandintegration bleibt jedoch in den meisten Fällen ein<br />

Bild 1: 3S Erdeinbau: Auf Kabelanschlüsse und<br />

Schachtbauwerk kann verzichtet werden<br />

Stromnetzanschluss erforderlich, z. B. für den Betrieb einer<br />

SPS. Die 3S x-active Integrationsplattform ermöglicht die<br />

mobile, kabellose bidirektionale Integration von dezentralen<br />

Feldgeräten direkt in die existierende Leitstandsoftware des<br />

SCADA-Systems des Betreibers. Da gleichzeitig mit einer<br />

3S-Telemetric Unit 3S-TU ausgestattete Feldgeräte – inklusive<br />

der Stellantriebe für erdverlegte Armaturen – vollständig<br />

akkubasiert arbeiten, sind zukünftig keinerlei Kabel mehr<br />

erforderlich. Gleichzeitig wird eine den hohen Anforderungen<br />

entsprechende Sicherheitsarchitektur gewährleistet. Neben<br />

dem SCADA-System kann die x-active-Integrationsplattform<br />

auch Daten von Feldgeräten anderer Systeme wie ERP, GIS<br />

oder Work-Force-Management zur Verfügung stellen.<br />

Bausteine der Integrationsplattform<br />

Die Integrationsplattform ist modular aufgebaut und<br />

besteht aus mehreren Komponenten. Die zentrale Plattform<br />

zur Integration von dezentralen Feldgeräten in Kundensysteme<br />

ist der x-active Server. Über die Telemetric<br />

Units (TU) werden die Feldgeräte eingebunden. Die TUs<br />

sind Mobilfunk-Einheiten (RTU) inklusive x-active Client-<br />

Software und Mikrocontroller zur Übertragung, Speicherung<br />

und Auswertung der Daten zwischen dem Server<br />

und den Feldgeräten. Feldgeräte können mit Akkuenergie<br />

versorgte Armaturenstellantriebe, Sensoren, Zähler, Schalter<br />

oder Drittgeräte sein. Die dezentralen 3S-Stellantriebe<br />

kommen ohne Datenkabel und Stromnetzanschluss aus, da<br />

sie im normalen Stellbetrieb über ein Jahr ohne Aufladen<br />

des Akkus betrieben werden können. Dabei ist auch kein<br />

Bau eines aufwändigen Schachtbauwerks nötig, da die<br />

Antriebe direkt im Erdreich auf einer verdrehsicheren Trageplatte<br />

verbaut werden, und das auch bei nachträglicher<br />

Automatisierung ohne Versorgungsunterbrechung (Bild 1).<br />

Auf Seite der Kundensysteme können das SCADA-System<br />

inklusive Leitstandsoftware, ERP, GIS, Work-Force Management<br />

oder System-Management verbunden werden. Die<br />

Schnittstellen zu Kundensystemen werden Standardmäßig<br />

über SOAP und OPC-DA gelöst, OPC-Erweiterungen<br />

sowie kundenspezifische Schnittstellen sind auf Wunsch<br />

verfügbar.<br />

50 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Bild 2: Der Funktionsumfang des x-active-Servers macht ihn zu einer leistungsfähigen Integrationsplattform<br />

x-active Server<br />

Das Herzstück der x-active-Integrationsplattform ist die<br />

x-active M2M-Technologie der ettex GmbH aus Berlin,<br />

bestehend aus Server- und Client-Software. Der Server<br />

ermöglicht die bidirektionale Einbindung von Mobilfunk-<br />

Einheiten, kurz RTUs, in Kundensysteme. Die Integration<br />

in Kundensysteme kann über die bewährten SOAP oder<br />

OPC DA-Schnittstellen erfolgen. Erweiterungen des OPC-<br />

Standards sowie kundenspezifische Schnittstellen sind auf<br />

Wunsch möglich. Auf Kunden-Hardware installiert und vom<br />

Kunden administriert, werden die Informationen der Feldgeräte<br />

und die Befehle aus dem System vom Server verwaltet<br />

und über das Mobilfunknetz ausgetauscht. Eine extrem<br />

leistungsfähige Sicherheitsarchitektur von End-to-End-Verschlüsselung<br />

bis hin zur vom Bundesamt für Sicherheit in der<br />

Informationstechnik zertifizierten Hardware-Verschlüsselung<br />

gewährleistet die Sicherheit. Die x-active-Technologie ist<br />

ein mächtiges Werkzeug, um effizient, sicher und flexibel<br />

Remote-Feldgeräte, Drittgeräte oder Drittsysteme in<br />

bestehende Kunden-Computersysteme zu integrieren, sie<br />

geeignet zu erweitern und so die Leistungserstellung zu<br />

optimieren.<br />

Telemetric Units<br />

Die 3S Telemetric Unit (3S TU) enthält ein Mobilfunkmodem<br />

sowie einen Microcontroller mit der x-active-Client Software.<br />

Durch den Mikrocontroller kann die TU mehr als sicher<br />

Daten auszutauschen. So können Sensordaten gespeichert,<br />

ausgewertet und transaktionssicher übertragen werden.<br />

Grenzwertüberschreitungen und Soll-Ist-Abweichungen<br />

werden erfasst und an das zentrale Computersystem übermittelt.<br />

Eine spezielles Feature der TU ist die Leitstandintegration<br />

von 3S-Armaturenstellantrieben. Stellbefehle sowie<br />

umfangreiche Statusrückmeldungen können bidirektional<br />

übermittelt werden.<br />

Feldgeräte<br />

Endgeräte im Feld können alle Sensoren, Zähler oder<br />

Messungen sein, die digitale Daten erzeugen. Dazu<br />

gehören Druckmessungen, Durchflussmessungen und<br />

Verbrauchsmessungen, Temperaturmessungen oder<br />

Füllstände. Zusätzlich können Armaturenstellantriebe<br />

Endgeräte sein, die durch den Energy Save Modus mit<br />

Akkus betrieben über ein Jahr ohne Nachladen Armaturen<br />

automatisieren können. Darüber hinaus können auch<br />

Feldgeräte von Drittanbietern oder sogar Drittsysteme<br />

integriert werden wie z. B. Smart Phones, Tough Books<br />

oder Leckage-Überwachungssysteme.<br />

Alle Feldgeräte können dank der 3S-Energy Save Technology<br />

ohne Stromnetzanschluss mit Akkus betrieben werden<br />

– und sind trotzdem jederzeit bidirektional in die Leitstandsoftware<br />

eingebunden. Ein innovatives Akkumanagement<br />

in Kombination mit extrem sparsamer Hardware sorgt für<br />

die drastische Reduzierung des Stand-by-Verbrauchs der<br />

Endgeräte und ermöglicht so extrem lange Standzeiten<br />

der Akkus. Darüber hinaus können die Akkus mit einem<br />

Energy Harvesting-System verbunden werden. Ein Photovoltaikmodul,<br />

eine kleine Windkraftanlage oder im Fernwärmebereich<br />

ein Thermogenerator sorgen dann dafür,<br />

dass die Akkus sukzessive nachgeladen werden.<br />

04-05 | 2014 51


PRODUKT-SPECIAL<br />

Bild 3: Skalierbarkeit und Flexibilität sind wichtige Systemeigenschaften des x-active-Servers<br />

Bild 4: Die Customer Template Engine<br />

Bild 5: Die Customer Rules Engine<br />

Effizienzsteigerung: Realtime Netz-<br />

Monitoring und Automatisierung<br />

Der x-active-Server wurde als leistungsfähige<br />

Integrationsplattform auf Basis<br />

vieler Jahre Erfahrung mit den Herausforderungen<br />

eines M2M-Systems entwickelt.<br />

Die in der Architektur des Systems<br />

verankerten Hauptmerkmale bilden die<br />

Grundlage für eine auf jeden Kunden<br />

zugeschnittene Lösung (Bild 2). Der<br />

x-active-Server ist ein ideales Instrument,<br />

vorhandene Kundensysteme flexibel und<br />

effizient zu erweitern, indem zusätzliche<br />

Daten aus dem Feld direkt im Kundensystem<br />

zur Verfügung stehen. Um dies zu<br />

realisieren, verfügt der Server u. a. über<br />

folgende Komponenten.<br />

Über die Client Connectoren können<br />

sämtliche Feldgeräte, die mit 3S-TUs und<br />

x-active-Client ausgestattet sind, aber<br />

auch Geräte mit Drittanbieter-Protokollen<br />

in das zentrale System des Netzanbieters<br />

integriert werden. Die Systemarchitektur<br />

ermöglicht die einfache Skalierbarkeit des<br />

Systems, so dass bis zu 5.000 und mehr<br />

unterschiedliche Clients integriert werden<br />

können (Bild 3). Zusätzlich können<br />

Drittsysteme integriert werden wie z. B.<br />

Leckage-Ortungssysteme, so dass die<br />

gesamte Netzsteuerung aus einem zentralen<br />

Computersystem heraus erfolgt.<br />

Die Customer Template-Engine interpretiert<br />

die empfangenen Daten und stellt<br />

sie dem Leitstand zur Verfügung (Bild 4).<br />

Die Customer Rules Engine transformiert<br />

regel- und schablonenbasierend Daten<br />

in kundenspezifische Formate. Sind<br />

Daten aus Feldgeräten im ERP-System<br />

erforderlich wie z. B. Verbrauchsdaten,<br />

dann kann der Server diese Daten selektieren,<br />

aufbereiten und die Daten ans<br />

ERP-System so übergeben, dass direkt<br />

Rechnungen generiert werden können<br />

(Bild 5).<br />

Die Protokoll-Konverter Unit realisiert die<br />

Anbindung verschiedener Kundensysteme<br />

mit Hilfe der notwendigen Protokolle.<br />

Offene und dokumentierte Schnittstellen<br />

garantieren Investitionsschutz für den<br />

Kunden.<br />

Der x-active-Server verfügt über weitere<br />

Eigenschaften, die entscheidende<br />

Vorteile gegenüber anderen Lösungen<br />

bieten. Die Kommunikation erfolgt über<br />

kostengünstiges, hocheffizientes Sendeprotokoll<br />

durch geringe Datenmengen,<br />

da das Protokoll für den Einsatz<br />

52 04-05 | 2014


im Mobilfunk optimiert wurde. Sowohl auf Seite der<br />

Kunden-IT als auch auf seitens der Geräte sind einfache<br />

Erweiterungsmöglichkeiten mit Hilfe eines Plug in-Systems<br />

möglich. Zugleich ist ein einfacher Aufbau von redundanten<br />

Systemen möglich. Ein Remote-Factory-Reset<br />

der Feldgeräte ist vorgesehen. Die Feldgeräte können<br />

remote-konfiguriert und inspiziert werden. Ebenso sind<br />

Softwareaktualisierungen aus der Ferne möglich. Dadurch<br />

entfallen aufwändige Inspektionen und Servicearbeiten<br />

im Feld. Alarmmeldungen via Leitstand, E-Mail oder sogar<br />

Notrufe bei Grenzwertüberschreitungen oder Soll-Ist-<br />

Abweichungen können implementiert werden.<br />

Zuverlässigkeit und Sicherheit des Systems<br />

Die x-active-Kommunikationsplattform ist für die Steuerung<br />

kritischer Infrastruktur der Wasser-, Gas- und Öl-<br />

Verteilung entwickelt worden und erfüllt damit hohe<br />

Anforderungen an seine Zuverlässigkeit. Die Eigenschaften<br />

des Systems sind zum einen ein transaktionssicheres<br />

Datenprotokoll zwischen dem x-active-Server und den<br />

x-active-Clients, zum anderen eine hohe Ausfallsicherheit<br />

durch die Möglichkeit der Implementierung von Systemredundanzen.<br />

Durch die Skalierbarkeit des Systems sind<br />

einfache Erweiterungen möglich. Auch das Gesamtsystem<br />

lässt sich leicht überwachen, wie z. B. durch Logfiles und<br />

Schwellwert-Überwachung. Ein Zwischenpuffer existiert<br />

sowohl für Daten als auch für Meldungen auf Serverund<br />

Client-Seite. Alarmmeldungen von Geräten können<br />

gegenüber normalen Statusmeldungen priorisiert werden.<br />

Auto Discovery und Auto Provisioning der Geräte<br />

steht ebenfalls zur Verfügung und zusätzliche Feldgeräte<br />

können ohne Integrationsaufwand im System implementiert<br />

werden.<br />

Schließlich ist neben der Verlässlichkeit insbesondere die<br />

Datensicherheit ein wichtiger Faktor beim Betrieb kritischer<br />

Infrastruktur. Die 3S-x-active-Integrationsplattform<br />

trägt diesen Anforderungen durch eine End-to-End-Verschlüsselung<br />

mit den Feldgeräten Rechnung. Mit einem<br />

privatem Zugangspunkt (APN) des Mobilfunk-Betreibers<br />

wird die direkte Integration von Feldgeräten in das Kundensystem<br />

gewährleistet. Zusätzlich ist eine vom Bundesamt<br />

für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte<br />

Hardware-Verschlüsselung möglich.<br />

Die neue Generation<br />

der Mantelfehlerortung<br />

vLocDM2<br />

Präzise Ortung von Mantelfehlern<br />

an KKS-geschützten Rohrleitungen<br />

Für Fernleitungen als auch in Ortsnetzen<br />

Ortungsmessdaten mit GPS-Position<br />

Walk-Back-Funktion<br />

2.24m Log 999<br />

70.2 104m<br />

74dB<br />

Hauptdisplay<br />

Walk-Back-Funktion<br />

8kHz<br />

HENRIK FRIEDEMANN M.A.<br />

3S Antriebe GmbH, Berlin<br />

Tel. +49 30 7007764-0<br />

E-Mail: h.friedemann@3s-antriebe.de<br />

Halle A4, Stand 426<br />

AUTOR<br />

SebaKMT<br />

Dr.-Herbert-Iann-Str. 6<br />

96148 Baunach<br />

T +49 (0) 95 44 - 6 80<br />

F +49 (0) 95 44 - 22 73<br />

sales@sebakmt.com<br />

www.sebakmt.com<br />

04-05 | 2014 53


PRODUKT-SPECIAL<br />

Leitungen präzise orten<br />

Bei Betrieb und Instandhaltung von Rohr- und Kabelnetzen<br />

ist die Dokumentation der Leitungslagen häufig lückenhaft.<br />

Zudem verlaufen Leitungen nicht nur im urbanen<br />

Umfeld unter Straßen, Plätzen und Wegen, sondern auch<br />

in unbebautem Gebiet. Die genaue Kenntnis der jeweiligen<br />

Leitungslage reduziert den Instandhaltungsaufwand<br />

und vermeidet zuverlässig Fehl- oder Sondierungsgrabungen.<br />

Die Produkte zur Leitungsortung von SEWERIN<br />

bieten umfangreiche Lösungen für unterschiedliche<br />

Arbeitssituationen.<br />

Ortung leicht gemacht<br />

Das Aushängeschild im Bereich Rohr- und Kabelortung des<br />

Unternehmens ist das neue UT 9000. Seit kurzem ergänzt<br />

zusätzlich das UT 830 das Produktportfolio. Beide Geräte<br />

zeichnen sich durch ein neues, ergonomisches Design und<br />

zahlreiche technische Features aus, die dem Anwender die<br />

Arbeit deutlich erleichtern. Das „Raumwunder“ UtiliTrac mit<br />

dem zusammenfaltbaren Gehäuse und dem, in den Koffer<br />

integrierten Generator, stellt eine weitere, platzsparende<br />

Lösung dar.<br />

Glasfaser-Sonden-Systeme, die sowohl mit dem UT 9000<br />

als auch dem UtiliTrac zum Einsatz kommen, ermöglichen<br />

die Ortung von nicht-metallischen Leitungsverläufen in<br />

Gas- und Wasserrohrnetzen sowie im Abwassernetz. Dieses<br />

umfangreiche Geräteprogramm erfüllt die Anforderungen<br />

ganz verschiedener Anwender auf unterschiedlichen<br />

Märkten.<br />

Das UT 9000 besticht durch ausbalancierte Technik, ist<br />

leicht und dennoch robust. Zudem überzeugt es mit einem<br />

hochauflösenden und auch unter starker Sonneneinstrahlung<br />

hervorragend ablesbaren Display und einer gut strukturierten,<br />

schnell verständlichen Menüführung zur intuitiven<br />

Handhabung.<br />

Das UT 9000 ist mit seinen mehr als 70 Frequenzen eines<br />

der flexibelsten Leitungsortungsgeräte am Markt. Mit der<br />

Möglichkeit, vor der Besendung einer Leitung die vorhandenen<br />

Umgebungsfrequenzen zu scannen, bietet das<br />

UT 9000 Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Frequenz.<br />

Unerwünschte Störfelder werden erfolgreich unterbunden,<br />

und das Orten von versehentlich mit besendeten Leitungen<br />

vermieden.<br />

Via Funkkommunikation zwischen Empfänger und Generator<br />

können Sendeleistung und Frequenzen zur optimalen<br />

Ortung angepasst werden. Mit einem der leistungsstärksten<br />

Generatoren überzeugt das UT 9000 gerade bei der Ortung<br />

sehr langer Leitungsabschnitte.<br />

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten<br />

Auch Betreiber von Kabelnetzen und deren Wartungspersonal<br />

werden die Vorzüge des UT 9000 schnell zu schätzen<br />

wissen. Denn das Gerät eignet sich nicht nur zur Suche der<br />

Leitungen, sondern kann auch bei der Kabelfehlersuche<br />

effektiv eingesetzt werden.<br />

Das UT 830 ermöglicht mit der Ortungsfrequenz von<br />

83 kHz die punktgenaue Lokalisation einer Leitung über<br />

isolierte Anschlussstellen hinaus. Es ist daher besonders für<br />

die Ortung erdverlegter Gas- und Wasserleitungen geeignet.<br />

Die vollautomatische Tiefenmessung ermöglicht den<br />

genauen Überblick über die Leitungslage. Die Detektion von<br />

Haupt- und abgehenden Leitungen gelingt mit dem UT 830<br />

spielend einfach. Die Möglichkeit zur passiven Ortung von<br />

Strom- und KKS-Leitungen macht es auch im Baugewerbe<br />

zum idealen Begleiter.<br />

Die einfache Bedienung des UT 830 reduziert Trainingszeiten<br />

drastisch. Auch wenig erfahrenen Anwendern eröffnet<br />

sich das Bedienkonzept nahezu intuitiv. Die schnelle<br />

und zuverlässige optische Darstellung von Richtungspfeilen<br />

oberhalb der zu ortenden Leitung ist einzigartig. Die<br />

PEAK-Funktion ist eine zusätzliche Besonderheit. Mit dieser<br />

Funktion werden auf Knopfdruck alle umgebenden Leitungen<br />

ausgeblendet, die aufgrund der hohen Frequenz mit<br />

besendet werden.<br />

Bereits seit einigen Jahren setzt der UtiliTrac Maßstäbe in<br />

der Rohr- und Kabelortung. Das zusammenfaltbare Gerät<br />

zeigt dem Anwender die Lage der gesuchten Leitung dreidimensional<br />

an. Der Koffer beherbergt außerdem den Generator.<br />

Mit einem Gesamtgewicht von weniger als 7 kg ist der<br />

UtiliTrac absolut feldtauglich für jeden Anwender, der im<br />

Feld oder auf Baustellen Rohr- oder Kabelnetze zu orten hat.<br />

KONTAKT: Hermann Sewerin GmbH, Gütersloh<br />

Tel. +49 5241 9340, E-Mail: info@sewerin.com<br />

Halle A5, Stand 319/418<br />

54 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Neues Präzisions-Markierungssuchsystem und<br />

Bodenradarsystem<br />

Radiodetection zeigt auf der <strong>IFAT</strong> eine Reihe neuer Produkte.<br />

Zum ersten Mal wird die neue Serie von Präzisions-Markierungssuchsystemen<br />

und das neue RD1000 TM +-Bodenradar-<br />

System präsentiert. Pearpoint demonstriert das aktualisierte<br />

P350 flexitrax TM -System und den zum Verkauf bereits voll<br />

ausgestatteten Inspektions-Van.<br />

Das aktualisierte P350 flexitrax bietet Inspektionsprofis ein<br />

portables und kostengünstiges Fahrwagensystem. Das System<br />

ist einfach zu bedienen und dank seiner intuitiven Benutzeroberfläche<br />

und der einfachen Ein-Tasten-Bedienung für Videound<br />

Fotoaufzeichnungen zu verwenden. Das P350 flexitrax<br />

ist so klein, dass es in den Kofferraum eines Autos passt. Das<br />

System kann in einem Transporter oder LKW montiert werden<br />

und vor Ort mit seinem transportablen Fahrwagendesign auch<br />

außerhalb der Reichweite des Fahrzeugs genutzt werden. Einmal<br />

vor Ort, ist das System schnell und einfach zu installieren<br />

und einzusetzen. Mit dieser Funktion in Kombination mit<br />

seinem ergonomischen Design und der Portabilität bedeutet<br />

das, dass Unternehmen die Kosten pro Einsatz mit wenig<br />

erforderlichem Training senken können und P350 flexitrax für<br />

einen Ein-Personen-Einsatz genutzt werden kann.<br />

Das System kann außerdem als Van-basierendes Inspektionssystem<br />

unter Nutzung der motorisierten Trommel und des<br />

zugehörigen Inspektionsequipments genutzt werden. Pearpoint<br />

bietet auch Van-Optionen für Mainline-Inspektionssysteme<br />

an, deren Innenausstattung vollständig nach Kundenwünschen<br />

gestaltet werden können. Schränke und Arbeitsplatten<br />

werden standardmäßig zusammen mit geräuschdämmenden<br />

Wänden, sicherem und bequemen „Durchgeh“-Design, einer<br />

Menge von On-Board-Power entweder mit Generator oder<br />

Gleichstrom-Wechselstrom-Konverter sowie Werkzeugen und<br />

Geräten für die mobile Speicherung ausgelegt.<br />

Für Techniker, die auf der Suche nach qualitativ hochwertigen<br />

und robusten Inspektionsprodukten sind, ist das P340 flexiprobe<br />

TM -Schubkabel-Kamera-Inspektionssystem das System,<br />

das USB-Flash-Laufwerk-Konnektivität sowie ultra-robuste<br />

25 mm- und 50 mm-Kameras mit hoher Auflösung bietet.<br />

Präzisions-Markersuchsysteme<br />

Die neue Reihe von Präzisionssuchsystemen basiert auf der<br />

Ergonomie der RD7000+ TM und RD8000 TM -Plattformen, und<br />

bietet die Möglichkeit zur RF-Marker-Erkennung, die auch als<br />

EMS oder Omnimarker bekannt sind. Mit einem automatischen<br />

Tiefenmesssystem, das einen 2-Schritt-Prozess unnötig macht,<br />

ausgerüstet, und der Kombination von Versorgungs- und<br />

Markerortungsmodus, ist der neue Markerempfänger schneller<br />

und dabei genauer in den Auswertungen. Die Anbindung an<br />

Karten und GIS-Systemen ist dank der integrierten GPS-Option<br />

und bequemen Bluetooth ® und USB-Konnektivität einfach.<br />

Die optionale interne GPS-Funktion der RD8000-Auswahl<br />

ermöglicht Profis die Lokalisierung von Positionsdaten und<br />

Messungen, ohne zusätzliche Ausrüstung.<br />

Erddurchdringendes Radarsystem<br />

Das neue RD1000+ wird erstmalig auf der Messe als leistungsstarke<br />

Ergänzung der Vermessungs-Dienstprogramme gezeigt.<br />

Es beinhaltet Radartechnik und bietet ein optisches Bild der<br />

unterirdischen Eigenschaften. Mit dem RD1000+ kann der<br />

Anwender ein Rohr oder Kabel in seinem topographischen<br />

Kontext sehen. Der Vorteil gegenüber einem herkömmlichen<br />

elektromagnetischen Empfänger ist, dass das RD1000+ auch<br />

nicht-leitende Materialien wie Kunststoffrohre erkennen kann.<br />

Neben den neuen Produkten wird eine bewährte Auswahl an<br />

Systemen zur Kabelschädenvermeidung gezeigt.<br />

KONTAKT: Radiodetection, Emmerich am Rhein<br />

Tel. +44 117 9767776, E-Mail: marion.giesbers@spx.com<br />

Halle B4, Stand 426<br />

Automatisierung von Armaturen ohne<br />

> Schachtbauwerk<br />

> Stromnetzanschluss<br />

> SPS oder Datenkabel<br />

> Versorgungsunterbrechung<br />

5.–9. Mai, 2014<br />

MESSE MÜNCHEN<br />

3s-antriebe.de - blog.3s-antriebe.com<br />

Besuchen Sie uns:<br />

04-05 | 2014 Halle A4, Stand 426 55<br />

info@3s-antriebe.de +49 (30) 7007764-0


PRODUKT-SPECIAL<br />

Leckfrüherkennung mittels mit Hydrophon<br />

ausgerüsteter Hydranten<br />

HINNI stellt auf der <strong>IFAT</strong> 2014 das automatisch meldende,<br />

permanent installierte akustische Überwachungssystem auf<br />

Hydrophon-Basis LORNO vor, das - installiert in Hydranten,<br />

mit Anbindung an Webapplikation - die Verantwortlichen<br />

in Bezug auf Früherkennung von Leckagen, Massnahmen<br />

und deren Dokumentation sinnvoll unterstützt. Besondere<br />

Vorteile dieser Technik bestehen darin, dass die Funktion<br />

unabhängig vom Rohrmaterial (z. B. PE), von Strom- oder<br />

Datenkabeln ist. Die Hydranten bleiben nach Einbau der<br />

Sensorik voll funktionsfähig.<br />

Zur Vermeidung von Infrastrukturschäden, zur Minimierung<br />

von Wasserverlusten und zur Kostenoptimierung durch koordinierte<br />

Baumaßnahmen bei Reparaturen hat die aktive Leckkontrolle,<br />

die Geschwindigkeit von Reparaturen, Infrastrukturmanagement,<br />

Anwendung von Wasserverlustanalysen<br />

und Druckwassermanagement, einen massgeblichen Einfluss.<br />

Bei der Entwicklung von LORNO war es vor allem wichtig,<br />

die vielfältigen Aufgaben der Verantwortlichen durch ein<br />

webbasiertes Managementsystem zu erleichtern. Das System<br />

besteht aus folgenden Komponenten: eine automatisch<br />

meldende Leckschwellenüberschreitung durch Analyse der<br />

Schallwellen, eine Dokumentation der verbauten Armaturen<br />

mit Verlinkung auf GIS, Aufgabenverwaltung, -kontrolle<br />

und deren Dokumentation, eine automatische Selbstüberwachung<br />

des Systems und ein bi-direktionales Funknetz.<br />

Das System wird in bestehende Trinkwasserleitungsnetze<br />

nachgerüstet, indem Hydranten mit den Komponenten<br />

Hydrophon, Elektronikeinheit und Funkmodul ausgerüstet<br />

werden. In der Schweiz ist das System bereits in über 70<br />

Städten und Gemeinden sowie am Flughafen in Zürich<br />

erfolgreich im Einsatz. In der Praxis hat es zu einer deutlichen<br />

Verbesserung in Bezug auf Infrastrukturschäden,<br />

Wasserverlust und Armaturenüberwachung geführt.<br />

Lecküberwachung auch in PE-Rohren<br />

Durch den Ausbau von gemischten Netzen aus Kunststoff und<br />

Guss wird die herkömmliche Leckage-Ortung mit Akustik-<br />

Loggern vielfach erschwert, da die Schallübertragung an den<br />

Rohren oder Armaturen durch Dämpfung in Kunststoffrohren<br />

schlecht zu lokalisieren ist. Leckagen in Trinkwasserleitungen<br />

verursachen durch das an der Leckstelle unter hohem Druck<br />

ausströmende Wasser Leckgeräusche. Diese Geräusche breiten<br />

sich im Wasser über weite Distanzen aus und sind über geeignete<br />

Sensoren auf der Rohrwandung, auf angeschlossenen<br />

Armaturen und insbesondere im Wasser messbar.<br />

LORNO misst den Schall direkt mit einem Hydrophon im Medium<br />

Wasser und nicht wie in Akustikloggern üblich über den<br />

Umweg der Rohrwandungen mit einem Vibrationsaufnehmer<br />

(Accelerometer). Dabei kommt zum Tragen, dass das an<br />

der Leckstelle unter Druck austretende Wasser nicht nur die<br />

Rohrwandung zum Schwingen bringt, sondern hauptsächlich<br />

Druckpulsationen in die Wassersäule einleitet, die sich darin<br />

in einem tieffrequenten Bereich als longitudinale Druckwellen<br />

über weite Distanzen ausbreiten können.<br />

Die Schallübertragung bei Kunststoffrohren im Medium<br />

Wasser ist dabei fast unverändert gut, es verändert sich<br />

lediglich die Frequenz der Schallwellen.<br />

Um eine Unabhängigkeit vom verbauten<br />

Rohrmaterial zu erreichen, wird das<br />

Hydrophon direkt in das Medium Wasser<br />

verbaut. Im LORNO-System wird der<br />

Hydrant als Mess-System eingesetzt. Das<br />

Hauptventil des Hydranten wird dabei<br />

durch ein Ventil mit integriertem Hydrophon<br />

ausgetauscht. Das Hydrophon<br />

wird mit einem Kabel mit der notwendigen<br />

Elektronikeinheit sowie dem Funkmodul<br />

verbunden.<br />

Bei Eintreten eines Ereignisses wird<br />

dies über das Funkdatennetz an das<br />

webbasierte System gesendet und ist<br />

somit für den Verantwortlichen ohne<br />

Vor-Ort-Begehung sichtbar. Alle Meldungen<br />

können ebenso parallel über<br />

vordefinierte Empfänger per SMS oder<br />

E-Mail verschickt werden.<br />

Das Datennetz besteht aus den Funkmodulen<br />

am Hydranten, Repeatern, die sich<br />

selbstständig organisieren, einer PCU als<br />

Datenübermittler zwischen Funk und<br />

56 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Festnetz sowie einer LCU als logische Zentrale mit dem<br />

Datenserver und der Datenbank verbunden.<br />

Im LORNO-Messmodul ist die Auswerte- und Kommunikationseinheit<br />

des Hydranten enthalten. Es registriert den gemessenen<br />

Wasserschall über das angeschlossene Hauptventil und<br />

die Wasserbezüge und den Füllstand am überwachten Hydranten<br />

über den integrierten Schwimmerschalter.<br />

Mittels FFT-Analyse werden die gemessenen Geräusche in<br />

Geräuschspektren umgerechnet und mit dem zu erwartenden<br />

Hintergrundrauschen verglichen. Leckerkennungsalgorithmen<br />

verarbeiten die gemessenen Daten und lösen eine<br />

Leckmeldung aus, sobald ein Leck erkannt wurde.<br />

Der Zustand des integrierten Schwimmerschalters wird ebenfalls<br />

durch das Messmodul überwacht. Bei einem neuen Wasserbezug<br />

oder wenn der Hydrant über längere Zeit nicht entleert<br />

wird, wird eine entsprechende Meldung (Wasserbezug<br />

oder Hydrant nicht entleert) erstellt.<br />

Um die Ausrüstung von unterschiedlichen Hydranten-<br />

Modellen zu gewährleisten, existieren Messmodule in unterschiedlichen<br />

mechanischen Ausführungen. Allen Varianten<br />

ist gemein, dass sie einen integrierten Transceiver, einen<br />

Schwimmerschalter, einen Anschluss für den Hydrofonsensor<br />

und eine Batterie beinhalten. Zudem umfassen alle<br />

Varianten ein massives, druckwasserdichtes metallisches<br />

Gehäuse.<br />

Eine Intervention vor Ort für das Auslesen von Messdaten<br />

oder für die Konfiguration von Modulen ist im Normalbetrieb<br />

nicht notwendig. Einstellungen, z. B. das Einstellen von<br />

Parametern für die automatische Erkennung einer Leckage<br />

oder das Einstellen von Parametern, können über die Web-<br />

Benutzerschnittstelle vorgenommen werden.<br />

Das System ist für einen wartungsfreien Betrieb über mehrere<br />

Jahre ausgelegt. Kritische Zustände, die eine Intervention<br />

vor Ort notwendig machen, werden durch das System,<br />

mittels detaillierten Systemmeldungen gemeldet.<br />

Webbasiertes Managementsystem<br />

Alle wichtigen Ereignisse sind auf einem Blick im<br />

Webmodul ersichtlich. Notwendige Analysen, wie<br />

z. B. alte Leckagen, durchgeführte Wartungen<br />

oder Reparaturen, vergangene<br />

und aktuelle Leckagen lassen sich am<br />

Rechner durchführen.<br />

Sind Massnahmen zur Leckbeseitigung<br />

zu definieren, werden diese per<br />

Ticket dokumentiert und überwacht.<br />

Massnahmeneinleitungen, die über<br />

ERP-Systeme organisiert werden, können<br />

ebenfalls verarbeitet werden.<br />

Erfahrungen<br />

Vielfach werden mit diesem permanenten Überwachungssystem<br />

Leckagen aufgedeckt, die zunächst<br />

noch sehr klein sind. Dadurch können größere<br />

Folgeschäden vermieden werden. Leckstellen<br />

können dadurch frühzeitig erkannt werden<br />

und wirtschaftlich während der normalen<br />

Arbeitszeiten beseitigt werden.<br />

Ein System mit Datenloggern, das auf Wasserleitungen<br />

und Armaturen aufgesetzt wird,<br />

erfordert im Falle von Kunststoffleitungen eine<br />

hohe Dichte an Loggern im Netz, die bei einer<br />

Wirtschaftlichkeitsberechnung im Vergleich zu LORNO<br />

zu berücksichtigen ist.<br />

Ein unschätzbarer Vorteil ist die Dokumentation von historischen<br />

Daten, die bei einer Beurteilung von Netzen und<br />

deren Erneuerungsstrategien von großem Nutzen sind.<br />

Bei neueren Ansätzen zur risikobasierten Erneuerungsstrategien<br />

(Forschungsprojekt DVGW), empfiehlt es sich,<br />

Risikomodelle und Modelle zur Verteilung austretender<br />

Wassermengen zu modellieren. Daraus können Überflutungsszenarien<br />

in Bereichen mit hohem Risiko belasteten<br />

Zonen gerechnet werden. Solche, in fast jeder Wasserversorgung<br />

vorkommenden Zonen, können mit LORNO als<br />

Quasi-Objektschutz bestens überwacht werden und im<br />

Schadensfall kann durch die automatische Übermittlung<br />

per SMS oder Mail schnell reagiert werden.<br />

KONTAKT: HINNI AG, Biel-Benken (CH), Stefan Neuhorn<br />

Tel. +41 61 726 66 00, E-Mail: stefan.neuhorn@hinni.ch<br />

Halle A1, Stand 221/320<br />

Betrieb und Instandhaltung von Rohrnetzen<br />

Auslegen / Berechnen / Analysieren / Optimieren<br />

Fahrweisen / Regelungen / Zusammenhänge / Dynamik / Druckstoß<br />

Asset-Strategien / Spülplanung / Zielnetzplanung / Energieeffizienz<br />

3S Consult GmbH — mehr als 25 Jahre Engineering und Software — www.3sconsult.de<br />

04-05 | 2014 57


PRODUKT-SPECIAL<br />

Automatisierte Geräuschpegelüberwachung für die<br />

Trinkwasserversorgung<br />

Automatisierte Überwachungssysteme werden allgemein<br />

als der Pfad zu einer modernen Trinkwasserversorgung<br />

angesehen. Dabei liegen die Hauptaufgaben eines Überwachungssystems<br />

nicht nur in einer Zeitersparnis, sondern auch<br />

in der Vermeidung unnötiger Kosten und dem effizienten<br />

Einsatz wertvoller Ressourcen.<br />

Eine der letzten großen Neuerungen im Bereich der Netzüberwachung<br />

bieten so genannte Geräuschpegellogger-<br />

Netzwerke (Logger-Netzwerke). Diese ersetzen das zeitaufwändige<br />

Patrouillieren der Logger durch einen selbstständigen<br />

Datentransfer in die Leitstelle.<br />

Neben der effizienten Datenübertragung bieten Logger-<br />

Netzwerke den Komfort, neue Leckagen nahezu ohne Zeitverlust<br />

zu identifizieren, vorhandene Leckagen einzugrenzen<br />

und zu lokalisieren. Somit sind diese Netzwerke eine<br />

Möglichkeit, Wasserverluste in dem Versorgungsnetz, in<br />

dem sie installiert sind, dauerhaft und nachhaltig zu senken.<br />

Leckageortung durch Logger-Netzwerke<br />

Logger-Netzwerke bestehen in der Regel aus einer größeren<br />

Anzahl Geräuschpegellogger, die per Kurzstreckenfunk mit<br />

einer Netzwerk-Zentrale verbunden sind. Diese Zentrale<br />

übermittelt die in der Nacht aufgezeichneten Messwerte<br />

(Geräuschpegel und Frequenz) täglich per GSM/GPRS zu<br />

einem FTP-Server. Von dort kann der Anwender die Daten<br />

analysieren, protokollieren und benutzen, um die nächsten<br />

Schritte zur Leckageortung einzuleiten. Auf diese Weise<br />

bieten Logger-Netzwerke einen täglichen „Fingerabdruck“<br />

der Geräuschpegel im gesamten Versorgungsnetz.<br />

Obwohl diese täglich aktuelle Übersicht über den Netzzustand<br />

bereits eindrucksvoll das Potenzial eines Logger-<br />

Netzwerks darstellt, ist die neueste Generation dieser Systeme<br />

nicht mehr „nur“ auf die Übertragung der nächtlichen<br />

Daten von Geräuschpegel und Frequenz beschränkt. Sie<br />

bietet vielmehr die Möglichkeit, anhand der vorhandenen<br />

Messdaten eine gezielte Vorortung mittels einer Korrelation<br />

vorzunehmen. Im Ergebnis muss eine Leckage vor Ort<br />

lediglich mit einer Punktortung bestätigt werden, was eine<br />

deutliche Verkürzung des Zeitaufwandes für eine Leckageortung<br />

darstellt.<br />

Möglich wird das, indem der Anwender sich „echte“ Geräusche,<br />

die während der Messung aufgezeichnet wurden,<br />

übermitteln lässt. Dank einer genauen Synchronisierung<br />

dieser Daten, stehen sie dem Nutzer nicht einfach nur zum<br />

Anhören zur Verfügung, sondern lassen sich untereinander<br />

korrelieren, um eine exakte Lokalisierung einer Leckage<br />

vorzunehmen. Diese Form der Korrelation, die aus technischer<br />

Sicht eine „Offline-Korrelation“ darstellt (nachträgliche<br />

Korrelation), wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch<br />

„Netzwerk-Korrelation“ genannt.<br />

Bemerkenswerterweise sind diese Korrelationen nicht nur<br />

vergleichbar mit der Genauigkeit eines Feld- oder Laptop-<br />

Korrelators, sondern in gewissen Situationen sogar noch<br />

genauer. Die Gründe dafür liegen in einigen der Vorteile,<br />

die bei herkömmlichen Feldgeräten wegen des erhöhten<br />

Aufwands entweder selten genutzt werden oder gar nicht<br />

gegeben sind.<br />

Vorteile des Logger-Netzwerkes<br />

Einer der größten Vorteile eines Logger-Netzwerks besteht<br />

in der automatisierten und effizienten Übertragung der<br />

Messdaten, die ein manuelles Vororten nicht mehr not-<br />

58 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

wendig macht. Allerdings stellt die Messzeit der Logger<br />

ebenfalls einen der deutlichsten Vorzüge dar.<br />

Die Geräuschpegellogger messen allgemein in der Nacht<br />

zu einer Zeit, in der Wasserverbrauch und Umweltgeräusche<br />

ihr Tagesminimum erreichen. Auf diese Weise sind<br />

die Geräuschdaten, die zu einer Korrelation herangezogen<br />

werden, nahezu frei von störenden Umgebungsgeräuschen.<br />

Zwar wird auch mit Feldkorrelatoren nachts gemessen,<br />

wenn störende Einflüsse eine akkurate Messung bei Tag<br />

verhindern, allerdings bedeutet dies immer einen erhöhten<br />

Aufwand an Ressourcen.<br />

Ein weiterer Vorteil der Netzwerk-Korrelation liegt in der<br />

großen Anzahl der Messstellen, die für eine Vorortung<br />

herangezogen werden können. Während mit einem Feldkorrelator<br />

Schallaufnehmer und Sender umgesetzt werden<br />

müssen, um etwa eine erste Korrelation zu bestätigen,<br />

wird in einem Netzwerk einfach ein weiterer Logger in die<br />

Analyse mit eingebunden.<br />

Die Vorteile eines Logger-Netzwerks bestehen vor allem in<br />

der Möglichkeit, sich eine tagesaktuelle Ansicht des Netzzustandes<br />

anzusehen, Leckagen und deren Position ohne<br />

Zeitverlust direkt zu erkennen und der daraus entstehenden<br />

Zeitersparnis durch Wegfallen der Logger-Patrouillen. Durch<br />

den Einsatz von Logger-Netzwerken lassen sich Wasserverluste<br />

dauerhaft reduzieren bei einer gleichzeitigen kosteneffizienten<br />

Übertragung der Messdaten.<br />

Fazit<br />

Logger-Netzwerke mit integrierter Korrelationsfunktion<br />

zeichnen sich typischerweise durch ein äußerst benutzerfreundliches<br />

Softwarepaket aus, das selbst von Neulingen<br />

schnell erlernt und verwendet werden kann. Neben<br />

historischen Daten und Diagnosefunktionen stehen dem<br />

Anwender auch interaktive Karten des gesamten Netzwerks<br />

zur Verfügung, die eine Einbindung von auf GPS-basierenden<br />

Netzwerkplänen (aus Auto-CAD oder GIS-Systemen)<br />

ermöglichen.<br />

Alles in allem bieten automatisierte Überwachungssysteme wie<br />

ein „korrelierendes Logger-Netzwerk“ eine nie dagewesene<br />

Möglichkeit, ein Versorgungsnetz dauerhaft zu überwachen<br />

und dafür zu sorgen, Wasserverluste nachhaltig zu reduzieren.<br />

Dass diese Systeme schon heute verfügbar sind und erfolgreich<br />

eingesetzt werden, zeigt, dass diese Technologie in einer<br />

zukunftsorientierten Wasserversorgung nicht mehr fehlen darf.<br />

KONTAKT: SebaKMT Seba Dynatronic ® Mess- und Ortungstechnik GmbH,<br />

Baunach, Mark Behringer<br />

Tel. +49 9544 687372, E-Mail: behringer.m@sebakmt.com<br />

Halle A5, Stand 502<br />

04-05 | 2014 59


PRODUKT-SPECIAL<br />

Neues System für Schacht-in-Schacht-Sanierung<br />

Bild 1: Bei der Schacht-in-Schacht-Sanierung wird in<br />

den bestehenden Betonschacht ein AWASCHACHT der<br />

nächstkleineren Nennweite eingesetzt<br />

Bild 2: Mit dem Mikrokabelrohrsystem stellt REHAU eine Lösung aus dem<br />

Bereich Telekommunikation vor<br />

REHAU stellt u. a. das Schachtprogramm AWASCHACHT<br />

vor. Mit den Schächten DN 1.000, 800 und 600 sowie<br />

passenden Rohr- und Anschlusssystemen aus hochwertigem<br />

Polypropylen bietet der Polymerspezialist für jede<br />

Anwendung eine bedarfsgerechte Lösung. Umfassende<br />

Serviceleistungen runden das Programm ab.<br />

REHAU arbeitet in der Kanaltechnik stetig an Weiterentwicklungen<br />

und präsentiert deshalb ein neues Verfahren zur<br />

Sanierung von korrodierten oder undichten Betonschächten<br />

vor. Bei der Schacht-in-Schacht-Sanierung wird in den<br />

bestehenden Betonschacht ein AWASCHACHT der nächstkleineren<br />

Nennweite eingesetzt. Der alte Schacht verbleibt<br />

als sogenannte „verlorene Schalung“ im Boden. Das vorhandene<br />

und meist beschädigte Gerinne wird ausgestemmt<br />

und durch ein präzise vorgefertigtes PP-Gerinne ersetzt.<br />

Mittels Absperrblasen wird das AWASCHACHT-Unterteil<br />

schließlich sohlgleich zum Kanalrohr ausgerichtet. Der noch<br />

verbleibende Ringspalt zwischen neuem und altem Schacht<br />

wird mit hydraulisch abbindendem Spezialvergussmörtel<br />

ausgegossen. Es entsteht ein neuer, wasserdichter Schacht,<br />

der nicht nur statisch selbsttragend, sondern auch chemisch<br />

und thermisch belastbar ist - eine wirtschaftliche und vor<br />

allem dauerhafte Lösung.<br />

Die langjährig bewährten Hochlastkanalrohrsysteme AWA-<br />

DUKT PP SN10 und AWADUKT HPP SN16 setzen ebenfalls<br />

neue Maßstäbe - und das nicht nur in Bezug auf die Erfüllung<br />

der Eigenschaften der Norm DIN EN 1852.<br />

Eine universelle Verbindung von Kanalrohrsystemen fast aller<br />

Materialien und Durchmesser stellt REHAU mit AWADUKT<br />

FLEX CONNECT vor. Die neue Rohrkupplung ist mit nur acht<br />

Produktvarianten für den Abmessungsbereich DN 110 bis<br />

DN 630 für jeden Anwendungsfall gewappnet. Egal, ob Beton,<br />

Steinzeug, Guss, PVC oder PP mit gewellter, gerippter oder<br />

glatter Oberflächenstruktur, Leitungen können im Handumdrehen<br />

miteinander verbunden werden. Ein teurer Stillstand<br />

der Baustelle kann so verhindert werden. Durch die zusätzliche<br />

Q-TE-C-Dichtung und die höheren Einstecktiefen im Vergleich<br />

zu herkömmlichen Standardkupplungen setzt AWADUKT<br />

FLEX-CONNECT Maßstäbe beim Thema Sicherheit.<br />

Lösungen für die Regenwasserbewirtschaftung<br />

Für den schonenden Umgang mit der kostbaren Ressource<br />

Wasser präsentiert REHAU verschiedene Systeme für<br />

die Regenwasserbewirtschaftung. So zeigt das Unternehmen<br />

z. B. seine bewährten Speichersysteme RAUSIKKO<br />

Box als komplettes und variables System mit den passenden<br />

Systemschächten. Da das Niederschlagswasser von<br />

Verkehrsflächen erhebliche Belastungen aufweist, ist es<br />

notwendig, dieses vor der Versickerung oder Einleitung<br />

in die Vorflut zu reinigen. Hierfür werden die geprüften<br />

Systeme zur Vorbehandlung von Niederschlagwasser<br />

vorgestellt. Zudem können die Besucher der <strong>IFAT</strong> den<br />

neuen polymeren Straßenablauf RainSpot kennenlernen,<br />

der aufgrund seines Materials und Aufbaus besonders<br />

robust und verlegefreundlich ist.<br />

Telekommunikation und kommunale<br />

Wärmeversorgung<br />

Der voranschreitende Breitbandausbau und die Installation<br />

von Nahwärmenetzen sind für Kommunen derzeit<br />

besonders wichtige Themen. REHAU stellt hierzu im<br />

Rahmen der Messe durchdachte Lösungen, wie z. B. das<br />

Mikrokabelrohrsystem oder das Nahwärmerohrsystem<br />

RAUTHERMEX vor.<br />

KONTAKT: REHAU AG + Co, Erlangen, Tanja Nürnberger<br />

Tel. +49 9131 92-5496, E-Mail: tanja.nuernberger@rehau.com<br />

Halle B6, Stand 221/320<br />

60 04-05 | 2014


Technologien für grabenlose<br />

Leitungssanierungen<br />

Anlässlich der <strong>IFAT</strong> 2014 in München präsentiert die Diringer &<br />

Scheidel auf 144 m² Standfläche eine breitgefächerte Produktpalette<br />

für alle gängigen Verfahren der grabenlosen Leitungssanierung.<br />

Zu den Ausstellungsschwerpunkten auf dem neu gestalteten<br />

Messestand, der mit der D&S Rohrsanierung, der Pipe-Robo-Tec<br />

GmbH & Co. KG und der schweizerischenGfenntech AG geballtes<br />

Sanierungs-Know-how unter einem gemeinsamen Dach vereint,<br />

zählt neben dem sogenannten RS Blue-Line-Verfahren die<br />

RedEx ® -Manschettentechnik.<br />

Wichtigster Baustein des speziell für die Sanierung von Trinkwasser-,<br />

Kraftwerk-, Löschwasserleitungen und Rohrleitungen in der<br />

industriellen Produktion entwickelten RS-BlueLiner ® -Systems ist<br />

ein elastischer Glas-Filz-Schlauch mit allen erforderlichen Zulassungen,<br />

auch für den Trinkwassereinsatz. Der üblicherweise für<br />

Nennweiten von DN 100 bis DN 1.000 und in Wanddicken von<br />

5 bis 21 mm produzierte Schlauch wird in einer mobilen, eigens<br />

für dieses System entwickelten Tränkanlage vor Ort mit einem<br />

2-Komponenten-Epoxidharz getränkt.<br />

Ein Vorteil des Liners ist seine Bogengängigkeit bis 45°, bei Radien<br />

> 3 D auch mehr. So ist der Liner auch für die Sanierung von<br />

Dückerleitungen einsetzbar. Aufwändige Mess- und Regeltechnik<br />

garantiert kontrollierte Verfahrensabläufe, prozessrelevante Daten<br />

wie Tag, Uhrzeit, Komponententemperatur und Kalibrierparameter<br />

wie Rollenabstand, Antriebsgeschwindigkeit und Vakuumdruck<br />

werden dabei kontinuierlich aufgezeichnet. D&S-Geschäftsführer<br />

Dipl.-Ing. Stefan Schikora: „Mit der Aufnahme des RS Blue-Line-<br />

Verfahrens in unser Portfolio reagieren wir auf die verstärkte Nachfrage<br />

nach bogengängigen Sanierungstechniken im Druckbereich<br />

und unterstreichen unseren Anspruch, unseren Kunden wirtschaftliche,<br />

speziell auf ihren Bedarf zugeschnittene Komplettlösungen<br />

auf höchstem Qualitätsniveau und für sämtliche gängigen Verfahren<br />

für die Sanierung unterirdischer Leitungsinfrastruktur zu<br />

bieten – vom Berstlining über Compact Pipe, DS CityLiner, DynTec,<br />

Haus- und Industrieliner bis hin zu Robotertechnik, UV-Liner und<br />

Zementmörtelauskleidung.“<br />

Manschettentechnik für begehbare Rohrleitungen<br />

Mit der RedEx ® -Innendichtmanschette bietet Pipe-Robo-Tec seinen<br />

Kunden jetzt erstmals auch eine Lösung für begehbare Rohrleitungen<br />

in Nennweitenbereichen von DN 800 bis DN 6000. Die<br />

RedEx ® -Innendichtmanschette eignet sich für den Einsatz in Temperaturbereichen<br />

zwischen -20 °C und 140 °C und für verschiedenste<br />

Medien wie Trinkwasser, Brauchwasser, Abwasser, Salzwasser,<br />

Öl, Gas, Laugen und Säuren. Darüber hinaus kann die RedEx ® -<br />

Innendichtmanschette als Liner-Endmanschette (LEM) DN 200-1200<br />

eingesetzt werden.<br />

KONTAKT: Diringer & Scheidel Rohrsanierung GmbH & Co.KG , Mannheim<br />

Tel. +49 621 8607 440, E-Mail: rohrsan@dus.de<br />

Halle B5, Stand 411/510<br />

Besuchen Sie uns<br />

auf der <strong>IFAT</strong>!<br />

Halle B6, Stand 323/420<br />

Rohrsysteme<br />

aus GFK<br />

von Amitech<br />

Flowtite-Rohre bestehen aus glasfaserverstärktem<br />

Polyesterharz,<br />

kurz GFK.<br />

GFK ist extrem leicht, enorm fest<br />

und erstaunlich flexibel. Aus GFK<br />

bauen Ingenieure rund um den<br />

Globus Flugzeuge, Schiffe, hoch<br />

beanspruchte Teile im Fahrzeugbau,<br />

und wir bauen daraus Rohre<br />

für Ihre Ansprüche.<br />

Flowtite-Rohre eignen sich für alle<br />

Druck- und drucklosen Anwendungen,<br />

in denen traditionell<br />

Guss-, Stahl-, Stahlbeton oder<br />

Steinzeugrohre eingesetzt werden.<br />

Amitech Germany GmbH · Am Fuchsloch 19 ·<br />

04720 Mochau · Tel.: + 49 34 31 71 82 - 0 ·<br />

Fax: + 49 34 31 70 23 24 · info@amitech-germany.de ·<br />

www.amitech-germany.de<br />

A Member of the<br />

Group<br />

Weitere Informationen unter www.amiantit.com<br />

04-05 | 2014 61


PRODUKT-SPECIAL<br />

Erstmalig Heizwendel- und Stumpfschweißen<br />

mit nur einem Gerät<br />

Die HÜRNER WeldControl EF stellt eine echte Revolution in<br />

der Schweißtechnik dar: Sie ermöglicht sowohl das Verbinden<br />

zweier PE-Rohre durch E-Fitting Schweißen als auch<br />

das Verbinden zweier PE-Rohre durch Stumpfschweißen,<br />

und ist dabei klein, kompakt und äußerst baustellentauglich.<br />

Die Ingenieursleistung liegt darin, die Heizwendelschweißtechnik<br />

mittels eines neu entwickelten Micro-Controllersystems<br />

in das Hydraulikgehäuse zu integrieren. Somit funktioniert<br />

die Hydraulikeinheit einerseits wie die bekannte<br />

HÜRNER WeldControl, die den Anwender semiautomatisch<br />

durch den Stumpfschweißvorgang mit allen Raffinessen wie<br />

ISO-Protokollierung etc. führt. Zusätzlich kann der Schweißer<br />

durch einfaches Kontaktieren des Schweißkabels vom<br />

Stumpfschweißmode in den Heizwendelschweißmode EF<br />

wechseln. Nun hat er praktisch ein Heizwendelschweißgerät<br />

der HST 300 Print+ Generation vor sich, d. h. er kontaktiert<br />

wie gewohnt das Schweißkabel an den Kontakten der<br />

EF-Muffe und startet nach Einlesen des Barcodes mittels<br />

Scanner den Schweißvorgang. Alle Fähigkeiten der HST 300<br />

Print+2.0-Geräte wie z. B. das automatische ISO-konforme<br />

Protokollieren und eine hundertprozentige Schweißüberwachung<br />

inklusive<br />

dem<br />

Ausdruck<br />

im PDF-<br />

Format sind<br />

verfügbar.<br />

Die WeldControl EF bietet somit erstmalig die einfachste<br />

Lösung für den Benutzer, der eine Rohrstrecke mit beiden<br />

etablierten Schweißmethoden verbinden muss. Dabei ist<br />

die zentrale Bedieneinheit von der Bemaßung so handlich<br />

gehalten, dass sie fast als ein „normales“ Heizwendelschweißgerät<br />

angesehen werden könnte. Parallel kann<br />

diese an die Grundmaschine angeschlossen werden und<br />

sich in eine Stumpfschweißmaschine „verwandeln“. Das<br />

getrennte Bereitstellen von beiden Gerätetechniken entfällt<br />

und der meist eng bemessene Platz im Graben bleibt<br />

optimal genutzt.<br />

KONTAKT: HÜRNER Schweißtechnik GmbH, Mücke<br />

Tel. +49 6401 91270, E-Mail: info@huerner.de<br />

Halle B6, Stand 102<br />

Bereit für den Fels: Bohranlage mit Doppelrohrgestänge<br />

Um der Herausforderung im Gestein gewachsen zu sein,<br />

ist die Vermeer D36x50DR Navigator ® -Felsbohranlage mit<br />

einem Doppelrohrgestänge für Felsbohrungen ausgestattet.<br />

Die Maschine zeichnet sich durch ein in dieser Klasse unübertroffenes<br />

inneres Drehmoment von 2.034 Nm aus und ermöglicht<br />

somit ein langsameres Rotieren, das die Lebensdauer des<br />

Bohrmeißels erhöht und die Betriebskosten senkt. Angetrieben<br />

von einem 103 kW (140 PS) John Deere-Turbo-Dieselmotor<br />

leistet die Maschine eine Vorschub-/Rückzugskraft von 169 kN.<br />

Durch das Doppelrohrgestänge, das den Fluss der Bohrflüssigkeit<br />

zwischen Innen- und Außengestänge sowie durch das<br />

Innengestänge ermöglicht, wird eine maximale Förderleistung<br />

der Suspension von 265 l/min und ein Spüldruck von 34,5 bar<br />

erreicht. Dadurch ist der effiziente Austrag des Bohrkleins auch<br />

bei größeren Aufweitungen gewährleistet und dem Bohrkopf<br />

steht eine größere Spülungsmenge zur Verfügung.<br />

Die Umrüstung von der Felsbohr- zur Standardbohranlage ist<br />

mit wenigen Handgriffen möglich. Bohrstangen oder Antriebsflansch<br />

müssen nicht ausgetauscht werden. Die D36x50DR<br />

Serie II ist mit 152,4 m Firestick-Bohrstangen ausgestattet.<br />

Mit einem exklusiven Doppelrohrgestänge treibt das Innengestänge<br />

den Bohrkopf an, während das Außengestänge die<br />

Steuerung übernimmt und für eine optimale Rotation beim<br />

Aufweiten sorgt. Für verschiedenste Bodenbeschaffenheiten<br />

kann die Maschine mit einer Vielzahl von Bohrköpfen, sowie<br />

speziell für das Doppelrohrgestänge gefertigten Sendergehäusen<br />

bestückt werden.<br />

Eine als Sonderzubehör erhältliche klimatisierte Fahrerkabine<br />

optimiert den Bedienerkomfort und bietet Schutz vor der Witterung.<br />

Das Firestick-Doppelrohrgestänge mit einem Außendurchmesser<br />

von 73 mm, sowie einem Innendurchmesser von<br />

42 mm ist mit 3 m langen Bohrstangen erhältlich.<br />

KONTAKT: Vermeer, Goes (NL)<br />

Tel. +31 113 272700, E-Mail: info@vermeer.com<br />

Halle C1, Stand 403/502<br />

62 04-05 | 2014


PRODUKT-SPECIAL<br />

Neue WI-CNC-Steuereinheit an Stumpfschweißmaschine<br />

Die neue Steuereinheit WI-CNC von Widos ist nicht nur eine<br />

Modellpflege der bewährten CNC 3.0/3.5, sondern eine komplette<br />

Neuentwicklung, vollgepackt mit neuester Technik, die<br />

Widos in WI-CNC umbenannt hat.<br />

Die WI-CNC ist für Kunden und Anwender der CNC aufgrund<br />

der Modularität, die den Einsatz für verschiedene Maschinenmodelle<br />

möglich macht, ein echter Fortschritt gegenüber dem<br />

alten Modell.<br />

Die WI-CNC kann an die Grundmaschinenmodelle<br />

WIDOS 4400, WIDOS 4600, WIDOS 4900 und WIDOS 5100<br />

angeschlossen werden und deckt damit die Rohrdurchmesser<br />

von d 50 mm bis d 450 mm ab - bei einer einheitlichen<br />

230 V-Stromversorgung.<br />

Auch das Schweißen wird noch einfacher, da alle Daten über<br />

ein großes, intuitiv geführtes Touchdisplay eingegeben werden.<br />

Das entspiegelte, farbige 7“-Touchdisplay ist geneigt eingebaut,<br />

so dass die neu gestaltete Oberfläche selbst bei direkter<br />

Sonneneinstrahlung noch gut abzulesen ist. Die Bedienoberfläche<br />

wurde konsequent auf intuitive Bedienung getrimmt.<br />

Die Kommunikation zwischen Bediener und WI-CNC erfolgt<br />

mit großen, klaren und teilweise animierten Symbolen samt<br />

optischer Anzeige von Prozessfortschritten.<br />

Neue Hydraulikdruckregelung<br />

Durch das Entkoppeln<br />

von elektrischer Antriebseinheit<br />

und hydraulischer<br />

Druckregelung kann die<br />

Dauerlast deutlich abgesenkt<br />

und trotzdem ein<br />

höherer Maximaldruck<br />

erreicht werden. Der<br />

Stromverbrauch sinkt gegenüber der herkömmlichen Hydraulik.<br />

Durch die geringeren Wärmeverluste wird das Hydrauliköl<br />

kaum erwärmt und somit die eingesetzten Ressourcen<br />

und das gesamte System deutlich geschont. Die auf- und<br />

absteigenden Drücke erlauben die Verwendung in allen<br />

bekannten Schweißstandards. Durch die große Regelspanne<br />

bei der Geschwindigkeit kann sie an den unterschiedlichsten<br />

Grundmaschinen und für die verschiedensten Rohrmaterialien<br />

eingesetzt werden.<br />

Die akustische Begleitung des Schweißprozesses mit unterschiedlichen<br />

Signalen und Lautstärken schafft Sicherheit und<br />

informiert den Schweißer über bevorstehende und automatische<br />

Bewegungen.<br />

Durch den Einbau von zwei USB Ports, die z. B. als Schnittstelle<br />

zum Auslesen des Schweißprotokolls oder zur Dateneingabe<br />

über Barcode dienen oder für den Anschluss von Kleingeräten<br />

wie USB-Ventilatoren oder -Lampen, wird das Gerät noch<br />

flexibler.<br />

Weil Schweißabläufe nicht nur nach DVS, sondern auch nach<br />

anderen Normen, wie ISO, WIS, ASTM u. a. zu programmieren<br />

sind, die jederzeit im Menü abgerufen werden können, kann<br />

die WI-CNC weltweit für alle Schweißstandards eingesetzt<br />

werden.<br />

KONTAKT: WIDOS Wilhelm Dommer Soehne GmbH, Ditzingen<br />

Tel. +49 7152 99390, E-Mail: bernd.klemm@widos.de<br />

Halle B6, Stand 308<br />

Kunststoff-Schweißtechnik<br />

Vertrauen Sie auf Erfahrung die Ihresgleichen sucht!<br />

Elektromuffenschweißen<br />

Qualität<br />

Innovation<br />

Service weltweit<br />

Moderne<br />

Kunststoffschweißmaschinen<br />

zum<br />

rationellen<br />

Verschweißen<br />

von Rohren bis<br />

DA 2600 mm,<br />

sowie Tafeln und<br />

Formteilen.<br />

Sonderschweißmaschinen<br />

für<br />

Serienteile aus<br />

Thermoplasten auf<br />

Kundenwunsch.<br />

Wir stellen aus:<br />

<strong>IFAT</strong> München<br />

Halle B6 Stand 308<br />

Stumpfschweißen für metrische/Inch Anwendungen<br />

Muffenschweißen für Installateure<br />

WIDOS<br />

Wilhelm Dommer Söhne GmbH<br />

Einsteinstraße 5<br />

D-71254 Ditzingen-Heimerdingen<br />

Telefon +49 (0) 71 52 / 99 39-0<br />

Telefax +49 (0) 71 52 / 99 39 40<br />

www.widos.de · info@widos.de<br />

04-05 | 2014 63


DWA RECHT & REGELWERK<br />

Regelwerk<br />

A 161 „Statische Berechnung von Vortriebsrohren“<br />

Zur statischen Berechnung von Vortriebsrohren<br />

haben die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft,<br />

Abwasser und Abfall e. V. (DWA) und der<br />

DVGW das Arbeitsblatt DWA-A 161 bzw. DVGW<br />

GW 312 überarbeitet. Für die Neufassung wurden<br />

die bodenmechanischen Modellvorstellungen<br />

überprüft und dem derzeitigen Erkenntnisstand<br />

angepasst.<br />

Die überarbeitete Fassung enthält folgende Änderungen<br />

und Ergänzungen:<br />

»»<br />

Kunststoffe wurden als Rohrwerkstoffe zur<br />

Anwendung beim Vortrieb aufgenommen.<br />

»»<br />

Für die steuerbaren und nichtsteuerbaren Verfahren<br />

(vgl. DWA-A 125 bzw. DVGW GW 304) wurden<br />

die maßgebenden Belastungszustände (Einwirkungen)<br />

detailliert angegeben.<br />

»»<br />

Die Ermittlung von Bodenkennwerten für Locker- und<br />

Festgestein wurde überarbeitet. Für die Anpassung der<br />

Bodenkennwerte eines geotechnischen Berichts an die<br />

spezielle Situation des Vortriebs werden Faktoren als<br />

Richtwerte angegeben. Die Bodenkennwerte sowie die<br />

bodenmechanischen Kenngrößen, mit denen die Erdlast<br />

weiterhin nach dem Silomodell ermittelt wird, werden in<br />

Abhängigkeiten von der Lagerungsdichte bzw. Konsistenz<br />

der Böden als Richtwerte angegeben.<br />

»»<br />

Die Beschreibung der Belastungsfälle wurde an das<br />

Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127 angepasst.<br />

»»<br />

Die Mindestschnittkraftbemessung zur Berücksichtigung<br />

von Führungskräften (bisher nur für den geradlinigen Vortrieb<br />

geregelt) wurde für Kurvenfahrten ergänzt.<br />

»»<br />

Für Wanddicken/Radius-Verhältnisse wurden zusätzlich<br />

Mindestwerte angegeben.<br />

»»<br />

Auch für gekrümmte Trassen wurden für die zulässigen<br />

Axialkräfte beim Vortrieb Formeln entwickelt,<br />

die Steuerbewegungen sowie zulässige Toleranzen<br />

für die Rechtwinkligkeit der Stirnflächen der Rohre<br />

berücksichtigen.<br />

»»<br />

Für die Druckübertragungsringe wurden Empfehlungen<br />

zur Ermittlung des Druckspannungs-Stauchungsverhaltens<br />

unter zyklischer Belastung sowie Anhaltswerte für<br />

die E-Moduln der Druckübertragungsringe angegeben.<br />

»»<br />

Für Vortriebsrohre im Festgestein und Übergangsbereich<br />

(Lockergestein/Festgestein) wurden Angaben für Belastungen<br />

quer zur Rohrachse und für das mögliche rechnerische<br />

Auflager des Rohres gemacht.<br />

»»<br />

Punktlasten können je nach Bodenart oder Einbauverfahren<br />

auftreten. Für Punktlasten wurden keine konkreten<br />

Annahmen, mechanische Modelle und Einwirkungen<br />

NEUERSCHEINUNG<br />

angegeben. Hierzu sollten bei Bedarf besondere Überlegungen<br />

angestellt werden.<br />

»»<br />

Für fluidgefüllte Druckübertragungsringe wurden die erforderlichen<br />

Nachweise zusammengestellt.<br />

»»<br />

Die Stabilitätsnachweise in der Querrichtung der Rohre<br />

wurden mit Vereinfachungen den Festlegungen in Arbeitsblatt<br />

ATV-DVWK-A 127 angepasst und durch den Nachweis<br />

in axialer Richtung ergänzt.<br />

»»<br />

Der Nachweis der Vergleichsspannungen wurde für anisotrope<br />

Werkstoffe mit unterschiedlichen Zug- und Druckfestigkeiten<br />

erweitert.<br />

»»<br />

Die in der 1. Auflage enthaltenen Bemessungstabellen für<br />

Stahlrohre wurden nicht beibehalten.<br />

»»<br />

Die Nachweise gegen Ermüdung unter nicht vorwiegend<br />

ruhenden Lasten wurden überarbeitet.<br />

»»<br />

Druck- und zugkraftschlüssige Verbindungen wurden<br />

aufgenommen.<br />

»»<br />

Das Arbeitsblatt wurde auf das Teilsicherheitskonzept<br />

umgestellt.<br />

»»<br />

Bei Verkehrslasten wird der horizontale Anteil<br />

berücksichtigt.<br />

»»<br />

Für die Straßenverkehrslasten wird der DIN-Fachbericht<br />

101 zugrunde gelegt. Die bisherigen Straßenverkehrslasten<br />

SLW60, SLW30 und LKW12 entfallen.<br />

»»<br />

Für die Eisenbahnverkehrslasten (LM 71) wurden dynamische<br />

Stoßbeiwerte nach dem DIN-Fachbericht 101<br />

angegeben.<br />

»»<br />

Beim Ermüdungsnachweis unter nicht vorwiegend ruhender<br />

Belastung darf der dynamische Spannungsanteil unter<br />

Berücksichtigung des horizontalen Erddrucks aus Verkehr<br />

berechnet werden. Die zulässige Schwingbreite 2σA muss<br />

für jeden Werkstoff mit Hilfe von Wöhler-Kurven ermittelt<br />

werden. Bei Eisenbahn-verkehrslasten muss die zulässige<br />

Schwingbreite 2σA für 1 × 10 8 Lastwechsel und bei den<br />

anderen Verkehrslasten für 2 × 10 6 Lastwechsel bestimmt<br />

werden.<br />

In Arbeit befindet sich derzeit ein eigenständiges Arbeitsblatt<br />

DWA-A 127-10, in dem Kennwerte der Rohrwerkstoffe zur<br />

statischen Berechnung von Vortriebsrohren, Abwasserleitungen<br />

und -kanälen festgeschrieben werden. Bis zum Erscheinen<br />

dieses Arbeitsblattes bleibt der Anhang A des Arbeitsblattes<br />

DWA-A 161 gültig. Der Anwender muss daher im Einzelfall<br />

prüfen, ob die angegebenen Werkstoffkennwerte, speziell bei<br />

den Kunststoffrohren, zutreffend sind.<br />

Zielgruppe des Arbeitsblattes sind die mit der statischen<br />

Berechnung von Vortriebsrohren und Planung von grabenlosen<br />

Baumaßnahmen befassten Fachleute in Kommunen,<br />

Verbänden, Planungsbüros und Behörden.<br />

Ausgabe 3/2014, EUR 66,40 für DWA-Mitglieder, EUR 83 für Nicht-Mitglieder<br />

64 04-05 | 2014


RECHT & REGELWERK DVGW<br />

W 316 Entwurf „Qualifikationsanforderungen an Fachunternehmen für<br />

Planung, Bau, Instandsetzung und Verbesserung von Trinkwasserbehältern“<br />

NEUERSCHEINUNG<br />

Die Erhaltung der Trinkwasserbeschaffenheit in chemischer,<br />

physikalischer und mikrobiologischer Hinsicht hat<br />

innerhalb eines Wasserversorgungssystems entscheidende<br />

Bedeutung. In diesem System übernimmt die Wasserspeicherung<br />

eine wichtige Funktion. Die regelgerechte<br />

Instandhaltung der Wasserbehälter ist Grundlage für eine<br />

einwandfreie Wasserqualität und einen störungsfreien<br />

Betrieb. Die Wasserversorgungsunternehmen können den<br />

ihnen, insbesondere in der Trinkwasserverordnung und<br />

der DIN 2000 „Zentrale Trinkwasserversorgung: Leitsätze<br />

für Anforderungen an Trinkwasser; Planung, Bau, Betrieb<br />

und Instandhaltung der Versorgungsanlagen”, gestellten<br />

Aufgaben sowie den in DVGW-Arbeitsblatt W 1000<br />

„Anforderungen an Trinkwasserversorgungsunternehmen”<br />

vorgegebenen Strukturen nur gerecht werden, wenn bei<br />

Instandsetzungsarbeiten Mitarbeiter oder Unternehmen<br />

eingesetzt werden, die über die erforderlichen Qualifikationen<br />

verfügen.<br />

Im DVGW-Arbeitsblatt W 316 werden die dem Stand<br />

der Technik angepassten Qualifikationsanforderungen<br />

und Qualifikationskriterien an Fachunternehmen festgelegt,<br />

die im Bereich Planung, Bau und Instandsetzung<br />

von Trinkwasserbehältern tätig sind. Dieses Arbeitsblatt<br />

ersetzt die DVGW-Arbeitsblätter W 316-1:2004-03 und<br />

W 316-2:2004-03. Es wurden folgende Änderungen<br />

vorgenommen:<br />

»»<br />

Erweiterung des Anwendungsbereiches: Planung, Bau,<br />

Instandsetzung<br />

»»<br />

Erweiterung der Zielgruppen: Fachfirmen, Fachplaner<br />

»»<br />

as Arbeitsblatt besteht nur noch aus einem Teil: Die<br />

formalen, sachlichen und personellen Anforderungen<br />

sind in einem Arbeitsblatt zusammengefasst<br />

»»<br />

Prüfungsordnung<br />

»»<br />

Anforderungen an Experten zur Prüfung und Schulung<br />

»»<br />

Spezialisierung bzw. Differenzierung in Tätigkeitsfelder<br />

der Fachfirmen<br />

»»<br />

spezialisierte Anforderungen an Fachkraft und Fachaufsicht<br />

entsprechend dem Tätigkeitsfeld<br />

»»<br />

Berücksichtigung von Qualitätsmanagementsystemen<br />

»»<br />

Mindestanzahl von Fachkräften und Fachaufsichtspersonen<br />

in Abhängigkeit der Unternehmensgröße<br />

Ausgabe 2/2014, EUR 38,59 für DVGW-Mitglieder, EUR 51,46 für Nicht-Mitglieder<br />

GW 15 „Nachumhüllungen von Rohrleitungen, Armaturen und Formstücken -<br />

Qualifikationsanforderungen an den Umhüller“<br />

NEUERSCHEINUNG<br />

Das technische Komitee G-TK-1-10 „Außenkorrosion“<br />

hat die Überarbeitung des DVGW-Arbeitsblattes GW 15<br />

„Nachumhüllungen von Rohrleitungen, Armaturen und<br />

Formstücken - Qualifikationsanforderungen an Umhüller“<br />

abgeschlossen. Um den neu entstandenen Normen auf<br />

internationaler und nationaler Ebene gerecht zu werden,<br />

wurde die Anpassung des DVGW-Arbeitsblattes notwendig.<br />

Es beinhaltet die Anforderungen an die Qualifikation<br />

von Umhüllern. Die Werksumhüllung von Rohren erfordert<br />

eine sachgerechte Nachumhüllung von unbeschichteten<br />

Rohrverbindungen, Bauteilen und Fehlstellen auf der Baustelle.<br />

Für Nachumhüllungen stehen verschiedene Umhüllungsmaterialien<br />

zur Verfügung. Die Nachumhüllung auf<br />

der Baustelle erfordert vom Umhüller sowohl Sachkunde<br />

über die Umhüllungsmaterialien als auch die Fähigkeit zur<br />

fachgerechten Anwendung dieser Materialien.<br />

Die Anwendung dieses Arbeitsblattes stellt sicher, dass die<br />

Schulung und Prüfung der Umhüller nach einheitlichen<br />

Verfahren und Inhalten durchgeführt wird und Umhüller<br />

nach bestandener Prüfung die für eine qualitätsgerechte<br />

Ausführung und Kontrolle der Arbeiten erforderliche Fachkenntnis<br />

und Handfertigkeit besitzen.<br />

Der Anwender hat zudem die Möglichkeit, sich zu spezialisieren.<br />

Zusätzlich zu den allgemein erforderlichen Grundlagen<br />

kann optional aufbauend eine weitergehende Spezialisierung<br />

für bestimmte Nachumhüllungsmaterialien erfolgen.<br />

Gegenüber DVGW-Arbeitsblatt GW 15:2007-01 wurden<br />

folgende Änderungen vorgenommen:<br />

»»<br />

Der Inhalt wurde aktualisiert.<br />

»»<br />

Anforderungen an die Ausbildungsstätten werden erstmalig<br />

festgelegt.<br />

»»<br />

Die Prüfungsordnung zur Ausbildung wurde aktualisiert.<br />

»»<br />

Anforderungen an Ausbilder werden benannt.<br />

»»<br />

Möglichkeiten des Nachweises der Qualifikation: Beispielsweise<br />

wurden bisher von den Ausbildungsstätten<br />

sogenannte Umhüllerausweise ausgestellt. Dabei wurde<br />

die vollständige Einhaltung der Anforderungen der Bildungsstätte<br />

geprüft. Dies ist im neuen Arbeitsblatt nicht<br />

zwingend gegeben, kann aber weiterhin so praktiziert<br />

werden. Die Form des Nachweises wird freigestellt.<br />

Ausgabe 3/2014, EUR 22,27 für DVGW-Mitglieder, EUR 29,69 für Nicht-Mitglieder<br />

04-05 | 2014 65


DVGW RECHT & REGELWERK<br />

G 5600-1 Korrekturblatt zur Technischen Prüfgrundlage G 5600-1<br />

„Werkstoffübergangsverbinder aus Metall für Gasrohrleitungen aus<br />

Polyethylen; Anforderungen und Prüfungen“<br />

KORREKTUR<br />

Erst während der Praxis zeigt sich die gänzliche Anwendbarkeit<br />

eines Regelwerkes. So wurde ersichtlich, dass bei<br />

der Durchführung der Prüfungen laut Tabelle 1 der DVGW-<br />

Prüfgrundlage G 5600-1 die gewählte Reihenfolge nicht<br />

praxistauglich war und die Tabelle dahingehend überarbeitet<br />

werden musste. Bei der Prüfung der Ausreißsicherheit (4.8)<br />

wurde diese, wegen der in der Praxis nicht auftretenden<br />

hohen Kräfte, auf Werkstoffübergangsverbinder mit PE-<br />

Rohraußendurchmesser d ≤ 63 mm beschränkt. Mehrere<br />

Formulierungen wurden ebenfalls überarbeitet.<br />

Ausgabe 2/2014, kostenlos<br />

G 265-1 „Anlagen für die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas in<br />

Gasversorgungsnetze; Teil 1: Planung, Fertigung, Errichtung, Prüfung und<br />

Inbetriebnahme“<br />

NEUERSCHEINUNG<br />

Nachdem sich die DVGW-Prüfgrundlage VP 265-1 über fünf<br />

Jahre bei der Planung, Fertigung, Errichtung, Prüfung und<br />

Inbetriebnahme von Biogas- Aufbereitungs- und Biogas-Einspeiseanlagen<br />

in der Praxis bewährt hat, wurde diese Prüfgrundlage<br />

grundlegend überarbeitet, erweitert und in das<br />

jetzt vorliegende Arbeitsblatt G 265-1 überführt.<br />

Ziel der Überarbeitung war es, die praktischen Erfahrungen bei<br />

der Anwendung der Prüfgrundlage in das vorliegende Arbeitsblatt<br />

einfließen zu lassen. Außerdem wurden Anpassungen<br />

an geänderte Gesetze (EnWG und BImSchG), Verordnungen<br />

(z. B. GasNZV, GasHDrLtgV, 4. BImSchV), berufsgenossenschaftliche<br />

Vorschriften und Regeln sowie Regeln der Technik<br />

vorgenommen.<br />

Der Anwendungsbereich des Arbeitsblattes wurde um<br />

Rückspeiseanlagen erweitert, mit denen Gas in vorgelagerte<br />

Netze zurückgespeist wird. Solche Anlagen werden<br />

z. B. benötigt, wenn das aufnehmende Netz bei geringer<br />

Abnahme das eingespeiste Biogas nicht vollständig aufnehmen<br />

kann. Ebenso wurden Biogase aus nicht fermentativen<br />

Quellen, wie z. B. aus Wasserstoff synthetisch erzeugtes<br />

Methan, die hinsichtlich ihrer stofflichen Bestandteile<br />

und gastechnischen Kenndaten den Anforderungen<br />

der Arbeitsblätter G 260 und G 262 entsprechen, in den<br />

Anwendungsbereich mit aufgenommen. Damit wird der<br />

Entwicklung der Power-to-Gas-Anlagen Rechnung getragen,<br />

die bereits 2011 auch Eingang in die Definitionen<br />

der Begriffe „Gas“ und „Biogas“ des Energiewirtschaftsgesetzes<br />

gefunden haben. Anlagen zur Einspeisung von<br />

Wasserstoff sind allerdings nicht Gegenstand des vorliegenden<br />

Dokumentes. Für diese Anlagen wird aufgrund der<br />

abweichenden stofflichen Eigenschaften von Wasserstoff<br />

ein eigenes DVGW-Merkblatt erstellt.<br />

Im Arbeitsblatt G 265-1 sind die Mindestanforderungen an die<br />

technische Sicherheit der zur Nutzbarmachung des Biogases<br />

von der Aufbereitungsanlage über die Verdichtung, Druckregelung,<br />

Konditionierung und Messung bis zur Einspeisung<br />

in das Gasversorgungsnetz als Zusatz- bzw. Austauschgas<br />

erforderlichen Anlage und deren Komponenten zusammenfassend<br />

dargestellt. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf die<br />

notwendigen Abstimmungen zwischen den in der Regel<br />

unterschiedlichen Betreibern der Anlagen gelegt. Der Begriff<br />

der Konditionierungsanlage als eigenständige Einheit wurde<br />

gestrichen. Konditionierungsanlagen sind nach Festlegung der<br />

GasNZV Bestandteil der Biogas-Einspeiseanlage. Die funktionalen<br />

Anforderungen an Verdichteranlagen wurden umfassend<br />

formuliert. Eine Arbeitshilfe zur Spezifikation von Verdichteranlagen<br />

wurde als neuer informativer Anhang aufgenommen. Die<br />

Anforderungen an Verdichter können sinngemäß auch für die<br />

der Biogasaufbereitungsanlage vorgeschalteten Gebläse angewendet<br />

werden. Die Beispiele zur Ex-Zonen-Einteilung wurden<br />

überarbeitet und ergänzt. Es ist vorgesehen, diese Beispiele<br />

in die EX-RL-Beispielsammlung der BG RCI aufzunehmen. Ein<br />

umfassendes Prüfschema für die Prüfung der Anlagen wurde<br />

als normativer Anhang aufgenommen. Zusätzlich wurden die<br />

Bewertungsstufen für die Prüfungen festgelegt.<br />

Mit dem neuen Arbeitsblatt G 265-1 steht den Herstellern,<br />

Prüfern und Betreibern von Biogas-Aufbereitungs- und Einspeiseanlagen<br />

nun eine erstmals anerkannte Regel der Technik zur<br />

Verfügung, die den derzeitigen Stand der Technik in Hinblick<br />

auf die technische Sicherheit dieser Anlagen beschreibt. Hinsichtlich<br />

der Anforderungen an die Einspeisung von Biogas in<br />

Netze zur Versorgung der Allgemeinheit mit Gas, sind darüber<br />

hinaus u. a. die DVGW-Arbeitsblätter G 260, G 262 und<br />

G 2000 zu beachten.<br />

Ausgabe 3/2014, EUR 45,59 für DVGW-Mitglieder, EUR 60,78 für Nicht-Mitglieder<br />

Besuchen Sie uns auf der <strong>IFAT</strong> in München<br />

Halle B5, Stand 515<br />

66 04-05 | 2014


RSV-Regelwerke<br />

RSV Merkblatt 1<br />

Renovierung von Entwässerungskanälen und -leitungen<br />

mit vor Ort härtendem Schlauchlining<br />

2011, 48 Seiten, DIN A4, broschiert, € 35,-<br />

RSV Merkblatt 2<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und -kanälen mit<br />

Rohren aus thermoplastischen Kunststoffen durch<br />

Liningverfahren ohne Ringraum<br />

2009, 38 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 2.2<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und -kanälen mit<br />

vorgefertigten Rohren durch TIP-Verfahren<br />

2011, 32 Seiten DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 3<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und -kanälen durch<br />

Liningverfahren mit Ringraum<br />

2008, 40 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 4<br />

Reparatur von drucklosen Abwässerkanälen und<br />

Rohrleitungen durch vor Ort härtende Kurzliner (partielle Inliner)<br />

2009, 20 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 5<br />

Reparatur von Entwässerungsleitungen und Kanälen<br />

durch Roboterverfahren<br />

2007, 22 Seiten, DIN A4, broschiert, € 27,-<br />

RSV Merkblatt 6<br />

Sanierung von begehbaren Entwässerungsleitungen und<br />

-kanälen sowie Schachtbauwerken - Montageverfahren<br />

2007, 23 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RECHT www.vulkan-verlag.de<br />

& REGELWERK DVGW<br />

RSV Merkblatt 6.2<br />

Sanierung von Bauwerken und Schächten<br />

in Entwässerungssystemen<br />

2012, 41 Seiten, DIN A4, broschiert, € 35,-<br />

RSV Merkblatt 7.1<br />

Renovierung von drucklosen Leitungen /<br />

Anschlussleitungen mit vor Ort härtendem Schlauchlining<br />

2009, 30 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 7.2<br />

Hutprofiltechnik zur Einbindung von Anschlussleitungen –<br />

Reparatur / Renovierung<br />

2009, 31 Seiten, DIN A4, broschiert, € 30,-<br />

RSV Merkblatt 8<br />

Erneuerung von Entwässerungskanälen und -anschlussleitungen<br />

mit dem Berstliningverfahren<br />

2006, 27 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 10,<br />

Kunststoffrohre für grabenlose Bauweisen<br />

2008, 55 Seiten, DIN A4, broschiert, € 37,-<br />

RSV Information 11<br />

Vorteile grabenloser Bauverfahren für die Erhaltung und<br />

Erneuerung von Wasser-, Gas- und Abwasserleitungen<br />

2012, 42 Seiten DIN A4, broschiert, € 9,-<br />

Auch als<br />

eBook<br />

erhältlich!<br />

Jetzt bestellen!<br />

WISSEN FÜR DIE<br />

ZUKUNFT<br />

Faxbestellschein an: +49 201 / 82002-34 Deutscher Industrieverlag oder GmbH abtrennen | Arnulfstr. und 124 im | Fensterumschlag 80636 München einsenden<br />

Ja, ich / wir bestelle(n) gegen Rechnung:<br />

___ Ex. RSV-M 1 € 35,-<br />

___ Ex. RSV-M 2 € 29,-<br />

___ Ex. RSV-M 2.2 € 29,-<br />

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Brief, Fax, E-Mail) oder durch Rücksendung der Sache widerrufen. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform.<br />

Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs oder der Sache an die Vulkan-Verlag GmbH,<br />

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Nutzung personenbezogener Daten: Für die Auftragsabwicklung und zur Pflege der laufenden Kommunikation werden personenbezogene Daten erfasst und gespeichert. Mit dieser Anforderung erkläre ich mich damit einverstanden, dass ich<br />

von DIV Deutscher 04-05 Industrieverlag | 2014 oder vom Vulkan-Verlag per Post, per Telefon, per Telefax, per E-Mail, nicht über interessante, fachspezifische Medien und Informationsangebote informiert und beworben werde.<br />

67<br />

Diese Erklärung kann ich mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen.<br />

✘<br />

XFRSVM2014


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Hybridnetze in urbanen Modellquartieren<br />

der D-A-CH-Region<br />

Eine der größten Herausforderungen in Europa ist der Umbau des Energiesystems in Richtung 100 % erneuerbare<br />

Energie. Aufgrund der stochastischen Natur der neuen Einspeiser wird dabei der Energiespeicherung eine immer<br />

wichtigere Rolle zukommen, je höher der Anteil der Erneuerbaren wird. Im Gegensatz zu Strom ist die Speicherung<br />

gasförmiger Energieträger und von Wärme einfach und kostengünstig möglich. Durch eine intelligente Verknüpfung der<br />

Strom-, Erdgas- und Fernwärmenetze (Hybridnetze) können einzelne Elemente der Erdgas- und Fernwärmesysteme zu<br />

funktionalen „Stromspeichern“ werden, in denen sehr große zusätzliche Energiemengen gespeichert werden können, um<br />

nicht nur kurzfristige Stromüberschüsse, sondern auch Windflauten von mehreren Wochen oder saisonale Schwankungen<br />

ausgleichen zu können. Weitere Synergieeffekte lassen sich z. B. durch die Verschränkung mit kommunalen Infrastrukturen,<br />

z. B. Trink- und Abwassernetze und -systeme, erschließen [1].<br />

Hybride Speicher- und Umwandlungstechnologien<br />

Im Kontext von hybriden Systemen konnten in mehreren<br />

Vorprojekten [2], [3] eine Vielzahl vielversprechender<br />

Umwandlungs- und Speichertechnologien identifiziert<br />

werden, die unterschiedliche technische und wirtschaftliche<br />

Potentiale aufweisen und stark von den jeweiligen<br />

örtlichen Gegebenheiten abhängig sind. Die wichtigsten<br />

davon werden folgend angeführt und sind u. a. in [4] und<br />

[5] näher beschrieben.<br />

Gas to Power (G2P)<br />

Bei G2P-Technologien handelt es sich um klassische, gasbetriebene<br />

KWK-Anlagen oder reine Spitzenlastkraftwerke.<br />

Im Kontext von Hybridnetzen ist vor allem die zeitliche<br />

Entkopplung der Strom- von der Wärmeproduktion entscheidend.<br />

Bei Entnahme-Kondensationsturbinen ist dies<br />

im beschränkten Ausmaß durch die Umschaltung von Kondensations-<br />

auf KWK-Betrieb (und vice versa) zwar ohnehin<br />

möglich. Ansonsten sind zur zeitlichen Entkopplung Speichereinrichtungen<br />

nötig, die als große Fernwärmespeicher<br />

oder auch als dezentrale Anlagen ausgeführt sein können.<br />

Die Nutzung der Speicherfähigkeit der Fernwärmenetzinfrastruktur<br />

durch intelligente („smarte“) Steuermechanismen<br />

ist eine weitere Möglichkeit.<br />

Power to Gas (P2G)<br />

Unter P2G versteht man die Umwandlung von elektrischem<br />

Strom in gasförmige Energieträger. So kann mittels großtechnischer<br />

Elektrolyseverfahren aus anderweitig nicht nutzbarem<br />

Strom Wasserstoff erzeugt werden. Bevorzugt sollte<br />

Wasserstoff zwar direkt in der industriellen und chemischen<br />

Prozesstechnik genutzt werden bzw. als gut speicherbarer<br />

Kraftstoff für zukünftige Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellen<br />

eingesetzt werden. Wasserstoff kann aber auch entweder,<br />

wenn auch nur in begrenzten Mengen, direkt in die<br />

Erdgasnetze eingespeist oder unter Zugabe von CO 2<br />

über<br />

den Sabatier-Prozess in Methan umgewandelt werden. Die<br />

gasförmigen Energieträger können dann über die bestehende<br />

Erdgasinfrastruktur transportiert und in den vorhandenen<br />

Untertagespeichern auch saisonal gespeichert werden.<br />

Power to Heat (P2H)<br />

Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energiequellen<br />

kann alternativ auch direkt am Wärmemarkt verwertet werden.<br />

Dies kann zentral im Fernwärmenetz, beispielsweise<br />

mittels Elektrodenheizkesseln, über dezentrale Lösungen<br />

oder in Kombination mit saisonalen Wärmespeichern erfolgen.<br />

In Kombination mit intelligent gesteuerten Wärmepumpen<br />

kann der Gesamtwirkungsgrad deutlich gesteigert<br />

werden.<br />

Hybride Verbraucher/Erzeuger<br />

Unter hybriden Verbrauchern/Erzeugern werden solche<br />

verstanden, die alternativ durch unterschiedliche Energieträger<br />

oder -netze versorgt werden. Bekannt sind<br />

hybride Wärmeerzeuger im Zusammenhang mit solarthermischen<br />

Anlagen: Bei mangelnder Sonneneinstrahlung<br />

können diese auf eine Wärmeerzeugung mit Gas oder<br />

Öl umstellen. Aber auch viele industrielle Prozesse, die<br />

üblicherweise mit Erdgas betrieben werden, können zeitweise<br />

(z. B. durch Vorwärmestufen) auch mit elektrischem<br />

Strom betrieben werden.<br />

Neben typischen Wärme- oder Schmelzprozessen in der<br />

Industrie können selbst klassische Gaskesselanlagen in<br />

Haushalten oder Gewerbebetrieben mit einem zusätzlichen<br />

Heizwiderstand ausgestattet oder die Verdichterstationen<br />

bzw. Gasreduzierstationen in den Erdgasnetzen<br />

alternativ mit Gas oder Strom betrieben werden. Die<br />

Möglichkeiten des Lastmanagements werden dadurch<br />

deutlich erweitert.<br />

Synergieeffekte mit kommunalen Infrastrukturen<br />

Insbesondere im Zusammenspiel mit kommunalen Verbrauchern<br />

und Infrastrukturen können zusätzliche Flexibilitäten<br />

für hybride Speicherlösungen generiert werden. So können<br />

etwa die in Trink- und Abwassersystemen vorhandenen<br />

Pumpenanlagen entsprechend dem Stromangebot gesteuert<br />

werden. Eine intelligente Steuerung vorausgesetzt,<br />

68 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

können damit ganze Trinkwassernetze ähnlich wie Pumpspeicherkraftwerke<br />

betrieben werden. Des Weiteren kann<br />

beispielsweise mittels Wärmepumpen die Abwärme aus<br />

dem Kanalnetz in Fern- oder Nahwärmesystemen genutzt<br />

oder Erdgasentspannungs-, KWK-Anlagen und/oder Fernkältenetze<br />

miteinander kombiniert werden.<br />

Quelle: New Energy<br />

Integration solar-/geothermischer Einspeiser<br />

In einem Gesamtportfolio von Umwandlungs- und (hybriden)<br />

Speichertechnologien spielen neben klassischen Pumpspeicherkraftwerken<br />

und funktionalen Stromspeichern auch<br />

die Integration von solarthermischen oder geothermischen<br />

Einspeisern in die Wärmenetze sowie saisonale Wärmespeicherlösungen<br />

eine ebenfalls wichtige Rolle.<br />

Verschränkung unterschiedlicher<br />

Technologien (Beispiele)<br />

Zur Nutzung der unterschiedlichen Umwandlungs- und<br />

Speicheroptionen müssen die unterschiedlichen Netze<br />

und Systeme sowohl technisch wie in Hinblick auf die<br />

Ermöglichung von Geschäftsmodellen miteinander verknüpft<br />

werden. Das ist ohne den Einsatz neuer, innovativer<br />

IKT-Lösungen nur schwer möglich. Diese Lösungen<br />

müssen eine Vielzahl von Steuer- und Optimierungsaufgaben<br />

übernehmen, um sowohl den laufenden Betrieb, das<br />

betriebswirtschaftliche Optimum wie die Systemstabilität<br />

sicherzustellen.<br />

Die interessantesten Möglichkeiten zur Steigerung der Systemeffizienz<br />

finden sich an den Verschneidungspunkten der<br />

unterschiedlichen Netze und Systeme sowie am Netzrand<br />

[2]. Kaskadische Nutzungen bieten sich vor allem dort an,<br />

wo der jeweilige Energieträger einer Energieumwandlung<br />

unterzogen wird oder sein Spannungs-, Druck- oder Temperaturniveau<br />

verändert. Des Weiteren müssen dezentrale<br />

Energieerzeugungstechnologien in die übergeordneten<br />

Netze integriert werden.<br />

Folgend werden beispielhaft einige Anwendungsfälle<br />

hinsichtlich dieser Integration unterschiedlicher Energiesysteme<br />

und Infrastrukturen im urbanen Kontext und die<br />

diesbezüglichen Einsatzmöglichkeiten für IKT-Lösungen<br />

diskutiert.<br />

Beispiel 1: Verwertung von Überschussstrom durch<br />

Methansierung<br />

Eine der zentralen Herausforderungen der Energiewende<br />

ist die möglichst effiziente Nutzung bzw. Speicherung jenes<br />

Stromes, der zum Zeitpunkt dessen Anfalls nicht verbraucht<br />

werden kann. Eine der langfristig aussichtsreichsten Optionen<br />

für eine Langfristspeicherung ist die Methanisierung,<br />

d. h. die Umwandlung von Überschussstrom in Methan<br />

(Erdgas).<br />

Die einzelnen Stufen dieser Umwandlung sind in Bild 1 dargestellt.<br />

Während die Technologien hinsichtlich der ersten<br />

Stufe, der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse,<br />

bereits seit Jahrzehnten technisch ausgereift sind, erfordert<br />

die zweite Stufe, die Umwandlung von Wasserstoff<br />

und CO 2<br />

in Methan und Wasser durch eine katalytische<br />

Bild 1: Prinzipschema der Methanisierung von Überschussstrom<br />

Reaktion, noch einige Jahre an Entwicklungsarbeit bis hin<br />

zur Marktreife 1 .<br />

Bei der Methanisierung von Überschussstrom handelt es<br />

sich aber nur auf den ersten Blick vorwiegend um verfahrenstechnische<br />

Fragestellungen. Insbesondere im „Smart<br />

Cities“-Kontext ist die Integration und Anbindung an unterschiedliche,<br />

bereits vorhandene Systeme und Infrastrukturen<br />

von Interesse.<br />

Während sich für die Verwertung von Überschussstrom aus<br />

Offshore-Windparks eher Großanlagen in der Nähe der großen<br />

Salzkavernenspeicher im Norden Deutschland eignen,<br />

könnte die Integration von Überschussstrom aus PV-Anlagen<br />

auch durch kleinere, dezentrale Methanisierungsanlagen<br />

erfolgen, die jedoch aus Effizienzüberlegungen in bestehende<br />

(kommunale) Infrastrukturen zu integrieren wären.<br />

Diesbezüglich sind folgend Möglichkeiten zur Ein- bzw.<br />

Anbindung von Methanisierungsanlagen an diese, beispielhaft<br />

für kommunale Kläranlagen, angeführt:<br />

»»<br />

Einblasen des bei der Elektrolyse anfallenden Sauerstoffs<br />

in die Klärbecken (anstelle von Luft); alleine dadurch<br />

kann der Stromverbrauch der Gebläse auf ein Fünftel<br />

reduziert werden 2 . Alternativ kann der Sauerstoff auch<br />

stofflich genutzt werden, z. B. als technisches Gas.<br />

»»<br />

Einbindung der großen Stromverbraucher der Kläranlage<br />

(Gebläse, Pumpen) in ein Lastmanagementsystem.<br />

Die Strombezugskosten können dadurch, vor allem<br />

bei Einbeziehung der bei größeren Anlagen ohnehin<br />

vorhandenen, mit Klärgas betriebenen KWK-Anlagen<br />

(Eigenstromerzeugung), erheblich reduziert werden.<br />

Entscheidendes Auslegungskriterium ist die Speicherkapazität<br />

des zumeist bereits vorhandenen Gasspeichers<br />

für das Klärgas.<br />

1 Der Sabatier Prozess ist seit mehr als 100 Jahren bekannt, wurde aber bisher<br />

mangels Anwendungszweck noch nicht im großtechnischen Maßstab<br />

eingesetzt.<br />

2 Dies liegt an der Reduktion des Volumenstroms auf ein Fünftel, da Sauerstoff<br />

anstatt Luft in die Klärbecken eingeblasen wird.<br />

04-05 | 2014 69


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Quelle: Energy Research Austria<br />

Eine solche Verschränkung ist nicht nur<br />

bei Kläranlagen, sondern insbesondere<br />

auch bei industriellen Großverbrauchern<br />

möglich. Produkte bzw. Zwischenprodukte<br />

der Methanisierung können an verschiedenen<br />

Schnittpunkten der Verbundnetze<br />

eingespeist bzw. mit diesen verschränkt<br />

werden. Ein mögliches system of systems<br />

bzw. Teilsystem eines Hybridnetzes ist in<br />

Bild 2 dargestellt.<br />

Voraussetzung dafür sind real-time-fähige<br />

IKT-Lösungen als verbindende Elemente<br />

zwischen den einzelnen Infrastrukturen.<br />

Diese Lösungen müssen eine Vielzahl von<br />

Steuer- und Optimierungsaufgaben übernehmen,<br />

um sowohl den laufenden Betrieb,<br />

das betriebswirtschaftliches Optimum als<br />

auch die Systemstabilität sicherzustellen.<br />

Bild 2: Integration von Strom-, Erdgas- und Wärmenetzen<br />

»»<br />

Die Elektrolysestufe ist teillastfähig und eignet sich daher<br />

besonders gut für die Bereitstellung von Ausgleichsbzw.<br />

Regelenergie [2].<br />

»»<br />

Insbesondere bei Aufbereitung des Klärgases auf<br />

Erdgasqualität, z. B. bei Netzeinspeisung oder lokalen<br />

Biomethantransportlösungen wie in Schweden,<br />

kann das bei der Methanaufbereitung anfallende CO 2<br />

direkt in der Methanisierungsstufe verwendet und<br />

dadurch Zusatzkosten (z. B. bei Abtrennung von CO 2<br />

aus der Luft durch das Membranverfahren) vermieden<br />

werden.<br />

»»<br />

Der Sabatier-Prozess ist exotherm; d. h. es wird Wärme<br />

frei. Die Abwärme kann zur Beheizung der Klärbecken<br />

verwendet und der Gesamtwirkungsgrad weiter<br />

gesteigert werden.<br />

Durch diese Integration unterschiedlicher Energieträger,<br />

Stoffströme und Zwischenprodukte (H 2<br />

, O 2<br />

, Rohgas) mit<br />

Hilfe IKT-gestützter Steuer- und Regelmechanismen können,<br />

neben der Ermöglichung der Nutzung von Überschussstrom,<br />

insbesondere folgende Ziele erreicht werden:<br />

»»<br />

Maximierung Gesamtwirkungsgrad der Anlagen (technisches<br />

Optimum)<br />

»»<br />

Verwertung aller Nebenprodukte (z. B. O 2<br />

, CO 2<br />

) sowohl<br />

bei Methanisierungs- wie auch Kläranlage (in allen<br />

Prozessschritten)<br />

»»<br />

Sicherstellung der Betriebssicherheit (z. B. hinsichtlich<br />

Reinigungsleistung der Klärbecken, trotz getaktetem<br />

Betrieb der Gebläse)<br />

»»<br />

Herstellung eines wirtschaftlichen Optimums, insbesondere<br />

durch Minimierung von Strombezugskosten<br />

und Optimierung der Polygeneration (Maximierung<br />

Wertschöpfung)<br />

Beispiel 2: Verwertung von<br />

Überschussstrom in Fern- oder<br />

Nahwärmenetzen<br />

Die Integration der Energieträger Strom,<br />

Wärme, Erdgas kann auch auf andere Art<br />

und Weise, nicht nur durch Methanisierung, erfolgen. Im<br />

urbanen Kontext ist das vor allem die Verwertung von<br />

Überschussstrom in Wärmenetzen, etwa in klassischen<br />

P2H-Anlagen.<br />

Eine weitere Anlagenkonfiguration ist in Bild 3 sehen. Die<br />

einzelnen Komponenten sind technologisch ausgereift, Herausforderung<br />

ist jedoch die technische sowie wirtschaftliche<br />

Gesamtoptimierung sowie IKT-mäßige Steuerung.<br />

Die wesentlichen Elemente einer Verwertung von Überschussstrom<br />

durch ein solches „smartes“ Wärmenetz sind:<br />

»»<br />

Durch solarthermische Großanlagen wird Wärmeenergie<br />

gewonnen und in ein lokales Nahwärmenetz eingespeist.<br />

Um den solaren Deckungsgrad zu erhöhen, wird ein<br />

saisonaler Wärmespeicher in das Wärmenetz integriert.<br />

»»<br />

Falls Überschussstrom aus Windkraft oder Photovoltaik<br />

zur Verfügung steht, wird dieser in Wärme umgewandelt<br />

und entweder in das Wärmenetz oder den<br />

Wärmespeicher abgegeben. Diese Umwandlung kann<br />

bei minimalen Investitionskosten – etwa durch einen<br />

einfachen Heizwiderstand geschehen [2], [6]. Alternativ<br />

kann eine Wärmepumpe betrieben werden, um den<br />

Gesamtwirkungsgrad zu erhöhen.<br />

»»<br />

Zusätzlich kommt eine gasbetriebene KWK-Anlage zum<br />

Einsatz. Diese dient zur (teilweisen) Abdeckung des lokalen<br />

Strombedarfs, liefert aber auch Systemdienstleistung<br />

in das Netz (Ausgleichs-/Regelenergie). Da die Abwärme<br />

durch den saisonalen Wärmespeicher komplett genutzt<br />

werden kann, ist ein stromgeführter Betrieb der KWK-<br />

Anlage möglich und ein hoher Gesamtwirkungsgrad<br />

erzielbar.<br />

»»<br />

Die Spitzenlastabdeckung bzw. das Backup kann durch<br />

einen Spitzenlastkessel oder durch die Anbindung an<br />

ein übergeordnetes Fernwärmenetz erfolgen.<br />

70 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

Beispiel 3: Verschränkung der<br />

Abwasserinfrastruktur mit<br />

Wärme-/Kältenetzen<br />

Auch Abwasserinfrastrukturen<br />

können in ein solches „smartes“<br />

Wärmenetz mit einbezogen werden.<br />

Die Möglichkeiten der Integration<br />

sind vielfältig. Diese reichen<br />

von der direkten Einbindung in das<br />

Fernwärmenetz mittels Großanlagen<br />

(vor allem in Skandinavien<br />

angewandt) bis hin zur Errichtung<br />

eigener Nahwärmenetze.<br />

Im Kontext von Hybridnetzen wäre<br />

die reine Energiegewinnung durch<br />

Nutzung der Wärme aus dem<br />

Kanalnetz jedoch zu kurz gegriffen.<br />

Ähnlich wie bei dem vorherigen<br />

Beispiel geht es um Integration<br />

von Netzen und Systemen unterschiedlicher<br />

Energieträger. Mögliche<br />

Systemkomponenten eines solchen<br />

Systems sind:<br />

»»<br />

Nutzung der Abwärme aus<br />

dem Kanalnetz zur Wärmegewinnung; dazu kann eine<br />

Strom- oder Gaswärmepumpe verwendet werden. Die<br />

höchste Wirtschaftlichkeit wird erzielt, wenn zugleich<br />

Kälte erzeugt wird.<br />

»»<br />

Kombination mit einer (gasbetriebenen) KWK-Anlage,<br />

die stromgeführt betrieben wird, so dass die Abwärme<br />

zu 100 % genutzt werden kann.<br />

»»<br />

Ähnlich wie im vorigen Beispiel erfolgt die Steuerung<br />

der Wärmepumpe bzw. KWK-Anlage entsprechend dem<br />

wirtschaftlichen Optimum.<br />

»»<br />

Das Wärmenetz wird durch (dezentrale) solarthermische<br />

Anlagen ergänzt, die in das Gesamtsystem (Netz)<br />

integriert werden.<br />

»»<br />

Einsatz eines größeren Wärmespeichers, ergänzt durch<br />

mehrere kleinere, dezentrale Wärmespeicher, die jedoch<br />

primär der Spitzenlastabdeckung dienen. Durch die<br />

Kombination von einem Großspeicher und dezentralen,<br />

kleineren Pufferspeichern sowie entsprechende Auslegung<br />

des Wärmenetzes können sowohl Investitions- wie<br />

Betriebskosten deutlich reduziert werden 3 .<br />

Auch in einer solchen Anlagenkonfiguration müssen IKT-<br />

Lösungen die Steuerung und Regelung übernehmen und<br />

die technische und wirtschaftliche Optimierung sicherstellen.<br />

Entscheidende Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit<br />

dieser Systemkonfiguration sind Anpassungen im<br />

Stromnetztarifschema, da nur so die volkswirtschaftlich<br />

sinnvolle Verwertung von „Überschussstrom“ auch aus<br />

betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist.<br />

3 Erfahrung mit der Systemintegration von dezentralen Wärmespeichern<br />

gibt es vor allem in Japan; dadurch können sowohl Pumpleistung wie auch<br />

Wärmeverluste deutlich verringert werden. Siehe dazu auch Neighboring<br />

Cogeneration Systems in [7].<br />

Bild 3: Nutzung von Überschussstrom in einem “smarten” Wärmenetz<br />

Weitere Voraussetzung ist, dass die Marktakteure einen<br />

dynamischen bzw. zeitabhängigen Energietarif anbieten.<br />

Ebenso sollte das Pooling mehrerer Anlagen zum Anbieten<br />

von Ausgleichs- bzw. Regelenergie möglich sein.<br />

Beispiel 4: Einbindung von Wasserinfrastrukturen<br />

in ein „smartes“ Stromnetz<br />

Trink- und Abwassersysteme gehören oftmals zu den<br />

größten kommunalen Stromverbrauchern. Diesbezüglich<br />

bieten sich die Steuerung der Pumpen und deren<br />

Einbindung in ein Smart grids-Gesamtsystem an. Dies<br />

kann bereits unter den derzeitigen Rahmenbedingungen<br />

wirtschaftlich sein.<br />

Lastverschiebung bei elektrischen Großverbrauchern,<br />

wie insbesondere bei kommunalen Einrichtungen, kann<br />

sowohl Strombezugskosten senken als auch den CO 2<br />

-<br />

Fußabdruck deutlich reduzieren. Die im Systemkontext<br />

notwendigen (Wasser-)Speicher sind bereits vorhanden.<br />

Entscheidend ist die Real-time-Steuerung der Pumpensysteme,<br />

abhängig von Stromangebot bzw. von sonstigen<br />

externen Parametern (z. B. Wetter- und darauf aufbauend<br />

Verbrauchsprognosen).<br />

Voraussetzung dafür ist, neben dem Einsatz von geeigneten<br />

IKT-Lösungen, dass von den Energielieferanten<br />

dynamische Stromtarife angeboten werden. In den USA<br />

sind Sondertarife für kommunale Verbraucher zur Verschiebung<br />

von Pumpleistung, im Gegensatz zu Österreich<br />

und Deutschland, gängige Praxis.<br />

Die Möglichkeiten zur Systemintegration von Stromsystem<br />

und Wasserinfrastrukturen gehen jedoch über elektrische<br />

Lastverschiebung weit hinaus. So können etwa die in<br />

Trinkwassernetzen üblicherweise verwendeten Kreiselpumpen<br />

auch im Umkehrbetrieb zur Stromerzeugung<br />

Quelle: New Energy<br />

04-05 | 2014 71


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Windkraftpotential (Region)<br />

Solarpotential (Region)<br />

Geothermisches Potential<br />

Verfügbarkeit von Gasspeichern<br />

und Transportinfrastrukturen<br />

Dichte Fernwärmenetze,<br />

Verfügbarkeit von KWK-Anlagen<br />

Gesamtbewertung und qualitatives<br />

Ranking (von – 5 bis +5) 1<br />

Berlin + +/- + + + +(4)<br />

Hamburg + - +/- + + +(2)<br />

München - + + + + +(3)<br />

Wien + + +/- + + +(4)<br />

Zürich - + +/- - + +/-(0)<br />

Legende: + überdurchschnittlich;<br />

+/- durchschnittlich;<br />

- unterdurchschnittlich<br />

1 Jedes überdurchschnittlich wird mit +1, jedes unterdurchschnittlich mit -1,<br />

jedes durchschnittlich mit Null bewertet und danach aufsummiert.<br />

Tabelle 1: Qualitative Bewertung und Vergleich von Potentialen zu<br />

Umsetzung von Hybridnetzen in ausgewählten Stadtregionen<br />

(Quelle: eigene Darstellung)<br />

verwendet werden 4,5 . Auch wenn der Wirkungsgrad geringfügig<br />

niedriger als bei klassischen Trinkwasserturbinen ist,<br />

sind die Investitionskosten aufgrund der hohen Stückzahlen<br />

– Kreiselpumpen werden weltweit in großer Zahl in praktisch<br />

jedem Trinkwassernetz eingesetzt – um vieles geringer<br />

und die Wirtschaftlichkeit dadurch meist höher.<br />

Letztlich können Trinkwassersysteme damit ähnlich wie<br />

„große“ Pumpwasserkraftwerke betrieben werden. Während<br />

die günstigen Off-Peak-Zeiten für den Betrieb der<br />

Pumpen genützt werden, kann zu Peak-Zeiten teurer Spitzenstrom<br />

in das Netz geliefert werden. Für die notwendige<br />

Steuerung sind jedoch kostengünstige IKT-Lösungen (Mess-,<br />

Steuer- und Regeleinrichtungen) notwendig.<br />

Grobanalyse von fünf Städten in der<br />

D-A-CH-Region<br />

Das Konzept von Hybridnetzen wurde bisher vorwiegend<br />

theoretisch diskutiert bzw. lediglich in Teilaspekten oder<br />

Einzelprojekten umgesetzt. Größere Demoprojekte zu Hybridnetzen,<br />

ähnlich wie die E-Energy-Modellregionen im<br />

Smart Grids-Bereich, wurden hingegen noch nicht realisiert.<br />

Da die Möglichkeiten und der Nutzen von Hybridnetzen<br />

stark von lokalen bzw. regionalen Rahmenbedingungen<br />

abhängig sind, wurde in einem Vorprojekt untersucht,<br />

4 Diese Pumpenbetriebsweise darf nicht mit (klassischen) Trinkwasserturbinen<br />

verwechselt werden. Diese sind Stand der Technik und werden in<br />

Österreich beispielsweise von den Wiener Wasserwerken oder in kleineren<br />

Kommunen wie z. B. St. Johann oder Bludenz zur Stromerzeugung eingesetzt.<br />

Aufgrund der geringen Stückzahlen sind die Investitionskosten aber<br />

relativ hoch, was deren wirtschaftlichen Einsatz erschwert.<br />

5 Diese Betriebsweise wird nur von bestimmten Gerätetypen bzw. Herstellern<br />

unterstützt.<br />

in welchen Städten bzw. urbanen Ballungsräumen der<br />

D-A-CH-Region – aus technischen und wirtschaftlichen<br />

Gesichtspunkten – bei Umsetzung zukünftiger Hybridnetze<br />

die höchste Systemeffizienz und der größte Nutzen zu<br />

erwarten sind.<br />

Diesbezüglich wurde in fünf ausgewählten städtischen<br />

Ballungsgebieten der D-A-CH-Region – Berlin, Hamburg,<br />

München, Wien und Zürich – untersucht,<br />

»»<br />

welche Potentiale für erneuerbare Energieerzeugung in<br />

der Stadtregion (inklusive Umland) zur Verfügung stehen,<br />

»»<br />

mit welchen (hybriden) Umwandlungs- und Speichertechnologien<br />

diese Potentiale sinnvoll in das regionale<br />

Energiesystem integriert werden können,<br />

»»<br />

welche Rolle vorhandene Infrastrukturen (Erdgasspeicher,<br />

Fernwärmenetze, etc.) dabei spielen können sowie<br />

»»<br />

die relevanten technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen<br />

Beschränkungen analysiert.<br />

Die Potentiale und der mögliche Nutzen von Hybridnetzen/-<br />

systemen wurden für die unterschiedlichen städtischen<br />

Ballungsgebiete qualitativ bewertet und jene Standortfaktoren,<br />

die die wirtschaftliche Machbarkeit von Hybridnetzen/-<br />

systemen begünstigen, identifiziert und eingehend diskutiert.<br />

Die Ergebnisse dieser ersten Analysen wurden in [8]<br />

detaillierter dargestellt und diskutiert.<br />

So wurden dabei beispielsweise die Potentiale für erneuerbare<br />

Energieerzeugung sowie die Erdgas-/Fernwärmeinfrastrukturen<br />

in den ausgewählten Stadtregionen Berlin,<br />

Hamburg, München, Wien und Zürich miteinander verglichen<br />

und qualitativ bewertet (siehe Tabelle 1).<br />

So sind die Städte Hamburg, Berlin und Wien bezüglich<br />

des Windkraftpotentials gegenüber München und Zürich<br />

klar bevorzugt. Hinsichtlich der Solarpotentiale sieht es<br />

umgekehrt aus. Die südlicher gelegenen Städte München,<br />

Wien und Zürich haben einen deutlichen Vorteil gegenüber<br />

Berlin, vor allem aber gegenüber Hamburg. Im Unterschied<br />

zu Hamburg hat Berlin und die umliegende Region Brandenburg<br />

durchaus noch ein attraktives Solarpotential.<br />

Betreffend die geothermischen Potentiale hat München die<br />

mit Abstand besten Voraussetzungen. Der geothermische<br />

Gradient ist aber auch in Wien und Berlin nicht ungünstig,<br />

auch wenn es in Wien Unsicherheit wegen der im Stadtteil<br />

Aspern abgebrochenen Tiefenbohrungen gibt.<br />

Bezüglich der Verfügbarkeit bzw. Nähe zu Gasspeichern<br />

haben sowohl Berlin, Hamburg, München und Wien hervorragende<br />

Voraussetzungen. So sind etwa direkt im Stadtgebiet<br />

von Berlin und Hamburg erhebliche Gasspeicherkapazitäten<br />

vorhanden. Neben dem neuen Röhrenspeicher<br />

der Wien Energie stehen in Wien Umgebung ebenfalls sehr<br />

hohe Speicherkapazitäten zur Verfügung.<br />

Die Schweiz bzw. der Standort Zürich verfügt aufgrund<br />

der schlechten geologischen Eignung hingegen über<br />

keine wesentlichen Speicherkapazitäten, ist jedoch über<br />

das europäische Erdgastransportnetz gut an die Nachbarländer<br />

und die dortigen Speicher angebunden. Alle fünf<br />

Städte verfügen über ein gut ausgebautes Fernwärmenetz,<br />

was eine einfache Verwertung von Überschussstrom im<br />

72 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

Bild 4: Modellquartier Berlin Adlershof<br />

(Quelle: IBA Hamburg; www.luftbilder.de<br />

(links u. Mitte), Martin Kunze (rechts))<br />

(Quelle: WISTA/EnEff:Stadt)<br />

Bild 5: Best Practice Energieprojekte in Hamburg Wilhelmsburg<br />

Wärmesektor möglich macht. Aus dem Gasnetz gespeiste<br />

KWK-Anlagen könnten dann die Versorgung mit Strom<br />

und Wärme zu Zeiten der Nichtverfügbarkeit von Sonne<br />

und Wind übernehmen.<br />

Bezüglich dieser ersten (qualitativen) Analyse ist festzuhalten,<br />

dass alle fünf untersuchten Städte bzw. städtischen<br />

Regionen über interessante Potentiale zur Umsetzung von<br />

Hybridsystemen verfügen. Das Ranking in Tabelle 1 zist<br />

daher bloß als „qualitativer“ Indikator zu verstehen, um die<br />

Vielzahl von Möglichkeiten für einzelne Technologienkombinationen<br />

aufzuzeigen.<br />

Insbesondere zeigt sich das besondere Potential der Region<br />

Berlin-Brandenburg und der Ostregion rund um Wien, da im<br />

Unterschied zu den meisten anderen Regionen ein großes<br />

Windkraft- wie Solarpotential vorhanden ist und die vorhandenen<br />

Infrastrukturen (Erdgas, Fernwärme) eine vielfältige<br />

Nutzung von Überschussstrom möglich machen. In anderen<br />

Stadtregionen ist die Vielfalt des Angebotes an erneuerbarer<br />

Energie (z. B. kaum Windkraftpotential rund um München;<br />

deutlich geringere Sonnenstunden im Norden Deutschlandes<br />

rund um Hamburg) teilweise merklich geringer.<br />

Das Ranking von Zürich ist allerdings nicht als „schlecht“<br />

zu interpretieren, insbesondere da in diesem qualitativen<br />

Ranking nur jene Aspekte berücksichtigt wurden, die hinsichtlich<br />

der Ermöglichung der vermehrten Integration von<br />

erneuerbarem Strom relevant sind. Hybridnetze und -systeme<br />

haben auch Potentiale zur sonstigen Erhöhung der<br />

Gesamtsystemeffizienz bzw. der Optimierung von kommunalen<br />

Infrastrukturen [5], was in dieser ersten Analyse<br />

nicht berücksichtigt wurde. In dieser Hinsicht ist die Schweiz<br />

in vielen Aspekten Best Practice-Beispiel für die gesamte<br />

D-A-CH-Region, wie etwa bei der Abwasserwärmenutzung,<br />

beim Einsatz von Erdgasentspannungsanlagen oder der<br />

Energieoptimierung von kommunalen Kläranlagen.<br />

Transnationales F&E-Projekt zu<br />

Hybridnetzen in der D-A-CH-Region 6<br />

Auf Basis dieser Vorarbeiten werden nun im transnationalen<br />

Projekt INFRA-PLAN drei Modellquartiere in Berlin, Graz<br />

und Hamburg durch Energieträger übergreifende Analysen<br />

in den Kontext gesamtstädtischer Infrastrukturplanungen<br />

gesetzt sowie weitere Demonstrations- und Umsetzungsprojekte<br />

zum Thema Hybridnetze vorbereitet.<br />

Das Projektvorhaben wird im Rahmen der Smart Grids/<br />

Smart Cities D-A-CH-Kooperation (Deutschland, Österreich,<br />

Schweiz) durchgeführt und von österreichischer Seite durch<br />

die ENERGY RESEARCH AUSTRIA koordiniert, unterstützt<br />

durch die Technischen Universitäten Wien und Graz. Ein<br />

weiterer wichtiger Kernpartner ist die Energie Steiermark,<br />

die auch die energierelevanten Arbeiten des Smart Cities<br />

Leitprojektes in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs,<br />

verantwortet. Neben dem dortigen Projektgebiet Graz<br />

Mitte werden in diesem Projekt insbesondere die deutschen<br />

Modellquartiere in Berlin Adlershof (Bild 4) und in<br />

Hamburg Wilhelmsburg (Bild 5) untersucht.<br />

So ist der Standort Berlin Adlershof mit einer Fläche von<br />

420 ha einer der größten innerstädtischen Entwicklungsge-<br />

6 Nähere Informationen zu diesem Projekt finden sich auf der Internetseite<br />

http://www.infra-plan.eu.<br />

04-05 | 2014 73


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Quelle: EEG/TU Wien<br />

Bild 6: Konkurrenz der leitungsgebundenen Energieinfrastrukturen<br />

biete Europas und hat sich in den letzten Jahren zu einem<br />

der erfolgreichsten Standorte für Hochtechnologie entwickelt.<br />

In Adlershof haben sich bisher mehr als 800 Unternehmen<br />

und 17 wissenschaftliche Einrichtungen niedergelassen.<br />

Insgesamt wohnen, arbeiten und studieren dort mehr als<br />

21.000 Menschen.<br />

Der Standort wächst weiterhin sehr stark. Ohne weitere<br />

Maßnahmen würde sich der Energiebedarf durch<br />

Nachverdichtung und Neuansiedlung bis zum Jahr 2020<br />

nahezu verdoppeln. Vor diesem Hintergrund wird ein<br />

umfassendes Energiekonzept entwickelt, damit der Primärenergieverbrauch<br />

massiv gesenkt werden kann.<br />

Ein weiteres im Rahmen dieses Projektes betrachtetes<br />

Modellquartier ist der Stadtteil Hamburg Wilhelmsburg.<br />

Die Energieversorgung soll in Richtung erneuerbare Energie<br />

umgestaltet und neue Ansätze zur Steigerung der<br />

Energieeffizienz erprobt werden. Derzeit werden dort<br />

im Rahmen der Internationalen Bauausstellung bereits<br />

mehr als 50 Einzelprojekte umgesetzt.<br />

Eines dieser Projekte ist der sogenannte Energiebunker. Der<br />

ehemalige Flakbunker in Wilhelmsburg wird zu einer lokalen<br />

Energiezentrale auf Basis erneuerbarer Energie umgebaut.<br />

Mit einer Solarhülle, einer intelligenten Verknüpfung der<br />

Energieerzeugung aus unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen<br />

sowie der Abwärme aus einem benachbarten<br />

Industriebetrieb wird ein Großteil des umliegenden Stadtteils<br />

mit Wärme versorgt und gleichzeitig Strom erzeugt.<br />

Zentrale Innovation dabei ist ein großer Wärmespeicher.<br />

Aufgrund dessen Pufferwirkung wird eine starke Reduktion<br />

der zu installierenden thermischen<br />

Erzeugerleistung erreicht<br />

und der wirtschaftliche Einsatz von<br />

erneuerbaren Energien ermöglicht.<br />

Das Konzept ist weltweit einmalig.<br />

An ihm werden Erkenntnisse über<br />

die Praxistauglichkeit der eingesetzten<br />

Regel- und Hydrauliktechnologien<br />

gesammelt.<br />

Obwohl es sich bei den genannten<br />

Modellquartieren um die innovativsten<br />

Energie- und Stadtteilprojekte<br />

in Europa handelt, kommt<br />

es auch bei diesen zu Zielkonflikten<br />

zwischen den Betreibern der<br />

einzelnen Energieinfrastrukturen<br />

sowie mit übergeordneten Infrastrukturplanungen.<br />

Das ist zugleich<br />

die Motivation für das Projektvorhaben<br />

INFRA-PLAN.<br />

So stehen in städtischen Ballungsgebieten<br />

unterschiedliche,<br />

leitungsgebundene Energieinfrastrukturen<br />

zur Verfügung. Neben<br />

dem Stromnetz sind dies Erdgas-,<br />

Fernwärme- und teilweise Fernkältenetze,<br />

die im Niedertemperaturbereich<br />

jedoch immer mehr<br />

in Konkurrenz zueinander treten, da die Wärmelasten<br />

durch neue Gebäudestandards und Energieeffizienzmaßnahmen<br />

(thermische Sanierungen) laufend geringer<br />

werden. Zugleich werden vermehrt solarthermische und<br />

PV-Anlagen sowie Wärmepumpen eingesetzt, die in das<br />

Gesamtenergiesystem integriert werden müssen und zu<br />

einem verminderten Energiebezug aus den übergeordneten<br />

Netzen führen.<br />

Durch diesen Rückgang der Wärmelasten wird die Wirtschaftlichkeit<br />

der einzelnen Netzinfrastrukturen, insbesondere<br />

von Erdgas und Fernwärme, immer schwieriger<br />

darstellbar. Diese zunehmende Konkurrenz der leitungsgebundenen<br />

Infrastrukturen ist in Bild 6 symbolhaft<br />

dargestellt.<br />

Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen werden die<br />

bestehenden wie geplanten Energieinfrastrukturen in den<br />

drei Modellquartieren im Detail analysiert. Dies erfolgt<br />

Energieträger übergreifend (Strom, Erdgas, Wärme),<br />

wobei die unterschiedlichen Ausbau- und Investitionsszenarien<br />

sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher<br />

Hinsicht miteinander verglichen werden.<br />

Des Weiteren erfolgt eine vergleichende Analyse der<br />

Modellquartiere untereinander. Der wichtigste Schritt<br />

ist jedoch die Verknüpfung der lokalen Vorhaben mit<br />

den gesamtstädtischen Energiekonzepten sowie den<br />

Infrastrukturplanungen der unterschiedlichen Netz- und<br />

Infrastrukturbetreiber.<br />

Für die dazu notwendigen Planrechnungen und Szenarioanalysen<br />

wird ein neuartiges Multi-Grid-Simulationstool<br />

74 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

eingesetzt, das im Rahmen von europäischen Forschungsprojekten<br />

entwickelt wurde. Da alle Energieträger und<br />

-netze gleichzeitig betrachtet werden, können Zielkonflikte<br />

zwischen Modellquartieren und gesamtstädtischer<br />

Infrastrukturplanung frühzeitig identifiziert und mögliche<br />

Lösungsoptionen aufgezeigt werden.<br />

Kernstück des verwendeten Planungstools ist ein operatives<br />

Energie-Systemmodell, das wiederum aus unterschiedlichen<br />

Sub-Modulen für jeden einzelnen Energieträger<br />

besteht. Durch die detaillierte Modellierung aller<br />

relevanten Netzwerk-Technologien sowie dezentralen<br />

Energieerzeugungstechnologien und dessen Abbildung in<br />

einer Simulationsumgebung ist die gleichzeitige Betrachtung<br />

mehrerer Energieträger und Netzinfrastrukturen<br />

möglich. Dies wird ergänzt um ein Investitionsmodell, in<br />

dem Betriebskosten und ökologische Kosten für verschiedene<br />

Zeitsegmente und Energiesystem-Designs errechnet<br />

werden können. Dies wird dazu verwendet, um mögliche<br />

Investitionsvarianten miteinander zu vergleichen.<br />

Dadurch können Investitionen in die Infrastruktur über<br />

einen Planungshorizont von 30 Jahren und mehr optimiert<br />

werden [9].<br />

Die Ergebnisse fließen dann als strategische Entscheidungsgrundlage<br />

in die Projektplanungen in den jeweiligen<br />

Modellquartieren ein und tragen dazu bei, Investitions-<br />

Fehlentscheidungen bei kapitalintensiven (Verteilnetz-)<br />

Infrastrukturen zu vermeiden.<br />

Zugleich werden, in Zusammenarbeit mit den lokalen<br />

Akteuren (Entwicklungsgesellschaften, Infrastrukturbetreiber,<br />

Stadtverwaltungen), weiterführende Demonstrations-<br />

und Umsetzungsprojekte für die Umsetzung<br />

von Energie-Hybridnetzen vorbereitet. Ein besonderer<br />

Schwerpunkt liegt dabei auf hybriden/funktionalen<br />

Energiespeicherlösungen.<br />

Demonstrationsprojekte in Modellquartieren, die nicht in<br />

eine solche integrierte Energie- und Infrastrukturplanung<br />

eingebettet sind, mögen zwar im Einzelfall gelungene<br />

technische showcases sein, werden aber nur in wenigen<br />

Fällen einen tatsächlichen Mehrwert im Sinne der Erhöhung<br />

der Gesamtenergieeffizienz liefern können.<br />

Nächste Schritte<br />

Durch die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von<br />

INFRA-PLAN sollen die Grundlagen für die Teilnahme an<br />

der europäischen SET-Plan Initiative und die Berücksichtigung<br />

bei sonstigen europäischen Fördermechanismen<br />

geschaffen und in Folge zusätzliche Fördermittel für weitere<br />

Umsetzungsprojekte in den beteiligten Modellquartieren<br />

eingeworben werden.<br />

Neben dem Erkenntnisgewinn hinsichtlich von Hybridnetzen<br />

und -systemen soll zusätzlich ein laufender Wissensaustausch<br />

zwischen den unterschiedlichen Städten bzw.<br />

Modellquartieren ermöglicht werden. Auch weitere Städte<br />

und Stadtwerke sollen von den Erfahrungen profitieren. Im<br />

nächsten Schritt soll der Erfahrungsaustausch auf zusätzliche<br />

Städte bzw. Quartiere in Österreich, Deutschland und<br />

der Schweiz ausgeweitert werden.<br />

Danksagung<br />

Die Arbeiten zu diesem Beitrag erfolgten im Rahmen mehrerer<br />

Forschungsprojekte, die innerhalb der österreichischen<br />

Forschungsförderprogramme „Energie der Zukunft“, „Neue<br />

Energien 2020“ und „e!mission“ durchgeführt, durch das<br />

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie<br />

(BMVIT) und den Klima- und Energiefonds (KLIEN) gefördert<br />

und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft<br />

abgewickelt wurden.<br />

Literatur<br />

[1] Hinterberger, R.: Hybridnetze für die Energiewende.<br />

Diskussionspapier. Ergänzungsvorschläge zum Basispapier des<br />

acatech-Workshops zur Identifikation der wissenschaftlichen<br />

Leitfragen. Wien 2012.<br />

[2] Hinterberger, R.; et al: Endbericht zu FFG-Projekt Nr. 815756,<br />

Programmlinie Energie der Zukunft. Wien 2011.<br />

[3] Hinterberger, R; Pamer, V.: Von Smart Grids zu Smart Cities.<br />

Intelligente Energienetze und Infrastrukturen in der Stadt von<br />

morgen am Beispiel Liesing Mitte. Proceedings zum 12. Symposium<br />

Energieinnovationen an der TU Graz. Graz 2012.<br />

[4] Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Hrsg.):<br />

Hybridnetze für die Energiewende. Positionspapier der acatech.<br />

Berlin/München 2013.<br />

[5] Hinterberger, R.; Kleimaier, M.: Energieversorgung der Zukunft:<br />

Intelligente Gasnetze und Energie-Hybridnetze. In: Aqua&Gas.<br />

Verbandsorgan des Schweizerischen Vereins des Gas- und<br />

Wasserfaches SVGW, Ausgabe Nr. 10/2012. Zürich 2012.<br />

[6] Kleimaier, M.; Schwarz, J.: Elektro-Speicherheizung – neue<br />

Anwendung statt Verbot. Energiewirtschaftliche Tagesfragen<br />

59. Jg. (2009) Heft 5. Essen 2009.<br />

[7] Yamaguchi, H.; et al: An Economical Thermal Network<br />

Cogeneration System for Apartment Buildings (Neighbouring<br />

Cogeneration system). Proceedings of IRIC - International Gas<br />

Union Research Conference. Paris 2008.<br />

[8] Hinterberger, R.; Kleimaier, M.: Identifikation von Möglichkeiten<br />

zur Realisierung von Hybridnetzen (Strom, Gas, Wärme) in 5<br />

ausgewählten Städten der D-A-CH Region. Proceedings zum<br />

VDE/ETG Kongress 2013. Berlin 2013.<br />

[9] Auer, H.; et. al.: Synthesis of Results from the Regional Scenario<br />

Studies. FP7 Projekt Nr. 218960. Deliverable 2. 10. Wien 2010<br />

DI ROBERT HINTERBERGER<br />

NEW ENERGY Capital Invest GmbH<br />

ENERGY RESEARCH AUSTRIA, Wien,<br />

Österreich<br />

Tel. +43 1 33 23560-3060<br />

AUTOR<br />

E-Mail: Robert.Hinterberger@energyinvest.at<br />

04-05 | 2014 75


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Grabenlose Dükerung von 110-kV-Hochspannungskabeln<br />

in polymeren Schutzrohrsystemen<br />

Auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Pütnitz (Ribnitz/Damgarten) installierte der Solarmodulhersteller Solarworld AG ein neues<br />

Solarkraftwerk mit einer Leistung von 21,3 Megawatt pro Jahr. Auf 37 Hektar wurden dazu 88.000 Module installiert. Um<br />

das Kraftwerk mit dem bestehenden Stromnetz zu verbinden, erwies sich die Querung des Barther Bodden als die effektivste<br />

Trassenwahl. Dazu musste der Bodden im Horizontal-Spülbohrverfahren auf rund 1.600 m Länge und bis zu 30 m Tiefe durch<br />

die Firma Beermann Bohrtechnik GmbH, unterquert werden.<br />

Um das neue Solarkraftwerk in Pütnitz mit dem bestehenden<br />

Netz zu verbinden, wurde der Barther Bodden (Bild 1) mit<br />

einem temperaturbeständigen Schutzrohr für die Verlegung<br />

einer 110-kV-Hochspannungsleitung gequert. Die Dükerung<br />

des Boddens auf rund 1.600 m Länge und in bis zu 30 Tiefe<br />

realisierte die Firma Beermann mit dem Horizontal-Spülbohrverfahren.<br />

Für die zu verlegenden sechs Hochspannungskabel<br />

wurden zwei Bündel á drei Schutzrohre in autarken Trassen<br />

vorgesehen. Hierfür mussten zwei Bohrungen realisiert werden.<br />

Aufgrund von schwierigen Bodenverhältnissen und in der<br />

Annahme, dass der Rohreinzug von diesen geprägt werden<br />

wird, entschied man sich, die gebohrten Kanäle mit je einem<br />

Stahlschutzrohr zu stabilisieren und die eigentlichen Kabelschutzrohre<br />

in diese einzuziehen. Als direkten Schutz für die<br />

110-kV-Kabel wurden hochtemperaturbeständige, polymere<br />

Schutzrohre der Dimension 110 x 10,0 mm gewählt. Diese<br />

Schutzrohre wurden zu je drei Stück in die beiden stabilisierten<br />

Trassen eingezogen.<br />

Horizontalspülbohrverfahren<br />

Das Horizontalbohrspülverfahren (auch HDD - Horizontal<br />

Directional Drilling genannt) erfolgt im ersten Schritt durch den<br />

Vortrieb eines Pilotbohrstranges. Durch die an der Bohrkopfspitze<br />

unter hohem Druck austretende Bentonit-Suspension<br />

(Bentonit = pulverförmiges, quellfähiges Tonmaterial) wird<br />

der Boden gelöst. Das PE-HD-Rohr wird von der Zielbaugrube<br />

aus durch Zurückholen des Pilotstranges in die Startbaugrube<br />

eingezogen. Gleichzeitig wird zur Stützung der Bohrlochwandung<br />

und zur Verringerung des Reibungswiderstandes<br />

Bentonit-Suspension eingebracht.<br />

Bauausführung<br />

Vorbereitung<br />

Durch die Firma Beermann Bohrtechnik GmbH wurde mit dem<br />

Aushub der Startgrube auf der gegenüberliegenden Seite<br />

des Boddens begonnen. Die Boddendükerung wurde dabei<br />

mit einer 250-t-Spülbohranlage durchgeführt (Bild 2). Unter<br />

schwierigsten Bodenbedingungen und widrigen Wetterbedingungen<br />

wurden zwei Stahlschutzrohre unter dem Bodden<br />

eingebracht. Während dieses Vorgangs wurde bereits mit der<br />

Anlieferung von sechs Großtrommeln der Firma Gerodur mit<br />

hochtemperaturbeständigem EMDS-Schutzrohr der Hochleistungsklasse<br />

LHT ® begonnen (Bild 3). Gefertigt sind diese<br />

Bild 1: Barther Bodden<br />

Bild 2: 250 t-Bohranlage der Fa. Beermann<br />

76 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

Schutzrohre nach DIN 8074, ISO 24033 und KIWA BRL-<br />

KQ 17601. Anschließend konnte auf dem Flugplatzgelände<br />

Pütnitz die Zielgrube geöffnet werden.<br />

Das gewählte Rohrmaterial<br />

Aufgrund der hohen Temperaturbelastungen, die die Hochspannungsleitung<br />

im Betrieb verursacht, war es notwendig,<br />

Temperaturen von bis zu 95 °C bei der Materialauswahl<br />

zu berücksichtigen (Bild 4). Herkömmliche polymere<br />

Schutzrohre wie PE-HD, PE 80 oder PE 100 sind für Dauergebrauchstemperaturen<br />

> 45 °C ungeeignet, da durch<br />

thermooxydative Alterung das Schutzrohr versprödet und<br />

keinen ausreichenden Schutz über die geplante Nutzungsdauer<br />

bietet. Darüber hinaus sollte das Schutzrohr auch<br />

über geringe Wandrauigkeit verfügen, um Reibungskräfte<br />

beim Einzug des Schutzrohres sowie des Hochspannungskabels<br />

zu minimieren. Diese Eigenschaften können nur<br />

mit einem temperaturstabilisiertem Schutzrohr der Hochleistungsklasse<br />

LHT ® erreicht werden. Neben einer hohen<br />

thermischen Beständigkeit von -40 °C bis +95 °C besitzt<br />

das LHT ® -Schutzrohr ebenfalls eine geringe Wandrauigkeit.<br />

Die Lieferung erfolgte auf Großtrommeln mit Baulängen<br />

von 1.100 m, somit konnte die Anzahl der Schweißungen<br />

pro Rohrstrang auf je eine minimiert werden.<br />

Einzug der Rohrleitung<br />

Der Einzug der Rohrleitung erfolgte durch die Firma SAG<br />

GmbH mit Unterstützung der Firma Tias Tiesler Tiefund<br />

Hochbau GmbH, die für die gesamte Ausführung<br />

des Projektes verantwortlich zeichnete. Dabei wurden<br />

jeweils drei Rohre als Bündel eingezogen (Bild 5). Trotz<br />

der enormen Länge der Trasse konnten die Rohrbündel<br />

mit einer moderaten Zugkraft von durchschnittlich 5 t<br />

und Zugkraftspitzen bis 7,5 t eingezogen werden. Während<br />

der Einzugsarbeiten wurden im Bereich Rostocker<br />

Landstraße weitere Schutzrohre der Hochleistungsklasse<br />

LHT ® im offenen Graben eingebracht. Hier konnte vor<br />

allem durch die guten Schweißeigenschaften der Rohre<br />

ein schneller Baufortschritt realisiert werden. Der Einzug<br />

der Hochspannungskabel erfolgte ebenfalls über die<br />

Firma SAG GmbH. Dank der geringen Innenwandrauigkeiten<br />

sowie der wegfallenden Schweißnähte durch<br />

die enorme Baulänge konnte das Einziehen der Kabel<br />

ebenfalls zügig umgesetzt werden.<br />

Resümee<br />

Durch die Entscheidung zur Nutzung des EMDS-Schutzrohrsystems<br />

der Hochleistungsklasse LHT ® konnten sowohl<br />

Zeit- und Kostenvorteile bei der Verlegung als auch bei der<br />

Anwendung im Zeitraum von Januar bis Mai 2013 voll ausgeschöpft<br />

werden. Eine Senkung der Einzugskosten ergibt<br />

sich insbesondere durch große Baulängen. Ein weiterer Vorteil<br />

des EMDS-Schutzrohres ist die volle Flexibilität und Eignung<br />

zur wie hier erfolgten grabenlosen Verlegung, auch bei tiefen<br />

Temperaturen. Die Schutzfunktion für die Hochspannungskabel<br />

kann über die volle Lebensdauerfunktion aufrechterhalten<br />

werden. Darüber hinaus steht nach Ablauf der Nutzungsdauer<br />

Bild 3: LHT ® -Schutzrohr auf Großtrommeln<br />

Bild 4: Wärmedichtesimulation einer 110 kV-Trasse in<br />

160 SDR11 PE-Schutzrohren<br />

Bild 5: LHT ® -Schutzrohrbündel beim Einzug<br />

der verlegten Kabel ein intaktes Schutzrohrsystem, das einen<br />

erneuten Einzug neuer Hochspannungskabel gerecht wird.<br />

KONTAKT: Gerodur MPM Kunststoffverarbeitung GmbH & Co.KG, Neustadt,<br />

Sven Lindner, Tel. +49 3596 5833-71, E-Mail: s.lindner@gerodur.de<br />

Halle B6, Stand 137/236<br />

04-05 | 2014 77


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Energiewende auch im Wärmemarkt<br />

umsetzbar - Praxisbeispiele<br />

Im Gegensatz zur rasanten Entwicklung bei der „elektrischen“ Energiewende hin zu grüner Stromerzeugung stagniert die<br />

Entwicklung bei der Wärme auf niedrigem Niveau. So lag der Anteil regenerativer Energie im deutschen Wärmemarkt in<br />

den Jahren 2010, 2011 und 2012 unverändert knapp unter 10,5 % [1] Was hat das mit der <strong>IFAT</strong> zu tun? Ganz einfach: Unser<br />

Abwasser, ein Hauptthema der <strong>IFAT</strong>, ist das „Erdöl der Städte“ [2], eine unerschöpfliche Wärmequelle mit riesigem Potenzial.<br />

Über die Wärmequelle Abwasser wird in letzter Zeit zunehmend häufig berichtet, unter anderem in der <strong>3R</strong> 1-2/2014.<br />

Die ersten Anlagen, die Wärme aus Abwasser nutzen, stammen<br />

bereits aus den frühen 1980er Jahren, so eine Anlage mit<br />

Wärmeübertragern auf der Kanalsohle in Basel-Bachgraben<br />

[3], die 1982 in Betrieb ging und heute nach wie vor läuft, oder<br />

ein Doppelrohr-Wärmeübertrager an einer Abwasserdruckleitung<br />

in Ost-Berlin (Dez. 1983) [4], der zwar nach rund 20<br />

Jahren außer Betrieb ging, allein in Berlin aber bis heute drei<br />

Nachfolgeanlagen gleicher Technologie hervorgebracht hat.<br />

Deutschlandweit gibt es inzwischen rund 40 Anlagen sowie<br />

eine ganze Reihe unterschiedlicher Technologien und Hersteller,<br />

die fast alle auf der <strong>IFAT</strong> vertreten sind und in der Folge<br />

kurz vorgestellt werden sollen.<br />

Kanal-Wärmeübertrager<br />

Die bei der Abwasserwärmenutzung bisher am häufigsten<br />

eingesetzten Wärmetauscher bestehen aus rostfreiem Edelstahl.<br />

Sie werden auf die Kanalsohle gebaut und reduzieren<br />

somit den freien Querschnitt des Kanals.<br />

Für den nachträglichen Einbau auf die Kanalsohle sind seit<br />

1982 Edelstahl-Wärmeübertrager im Einsatz. Die Form der<br />

Wärmeübertrager kann an alle gängigen, begehbaren Profile<br />

(Kreis, Ei, Maul, Rechteck) angepasst werden. Bild 1 und<br />

Bild 2 zeigen Beispiele der Firmen Uhrig (<strong>IFAT</strong>: Halle B4.108)<br />

und KASAG (<strong>IFAT</strong>: Halle B3.228).<br />

Für nicht begehbare Abwasserkänäle kleiner DN 800 können<br />

neu entwickelte Einschubsysteme eingesetzt werden (Bild 3).<br />

Der Wärmeübertrager besteht aus 1 bis 3 m langen Modulen.<br />

Die entzogene Wärme wird auf die im Wärmeübertrager<br />

zirkulierende Sole übertragen. Die Sole gelangt über zwei<br />

erdverlegte Verbindungsleitungen vom Schacht in die Heizzentrale<br />

und wieder zurück.<br />

Abwasser- und Erdwärmenutzung für neue Kanäle<br />

Die Fa. Frank GmbH (<strong>IFAT</strong>: Halle B6.312) hat ein Rohrsystem<br />

zur Nutzung der Erd- und Abwasserwärme entwickelt.<br />

Das Rohrsystem nutzt die Vorteile der Erdwärmegewinnung<br />

und der Abwasserwärme, indem neben dem Abwasser auch<br />

der umgebende Boden in der Rohrleitungszone für den Wärmeentzug<br />

verwendet wird (Bild 4). Die Verteilung der Sole<br />

geschieht in Verteilerschächten. In den Phasen, in denen die<br />

Wärmepumpe ruht, wird das umgebene Erdreich thermisch<br />

regeneriert. Die Regeneration wird durch das relativ warme<br />

Abwasser beschleunigt.<br />

Wärmegewinnung bei Inline-Sanierung<br />

Für kleine Leistungen kann ein Kunststoffwärmeübertrager<br />

der Fa. Brandenburger (<strong>IFAT</strong>: Halle B4.454) verwendet<br />

werden. Dieser kann wie bei der Schlauchliner-Sanierung<br />

Foto: ECO.S<br />

Foto: Kobel / ECO.S<br />

Grafik: Uhrig<br />

Bild 1: Abwasserwärmeübertrager (Berlin 2006) Bild 2: Abwasserwärmeübertrager (Bienningen 2002)<br />

Bild 3: Einschub-<br />

Abwasserwärmeübertrager<br />

78 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

Bild 4a: Wickelrohr-Wärmeübertrager<br />

Bild 5: Heatliner<br />

auch in sehr kleine, nicht begehbare Kanäle eingezogen<br />

werden (siehe Bild 5).<br />

Doppelrohr<br />

Mit Doppelrohr-Wärmeübertragern können auch große<br />

Leistungen übertragen werden. So läuft in Berlin eine Anlage<br />

mit 1,5 MW thermischer Leistung aus Abwasser mit<br />

einem Wärmeübertrager aus Stahlrohr. Auf der <strong>IFAT</strong> ist mit<br />

Saint-Gobain PAM Deutschland (<strong>IFAT</strong>: Halle A1.129/228;<br />

Bild 6) der Hersteller eines Wärmeüberträgers aus Gussrohr<br />

vertreten.<br />

Wärmegewinnung außerhalb des Kanals<br />

Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren Systeme entwickelt,<br />

die dem Abwasser seine Energie außerhalb des<br />

Kanals entziehen.<br />

Externer Wärmeübertrager<br />

Eine Möglichkeit der Abwasserwärmegewinnung außerhalb<br />

des Kanals ist die Installation eines Bypasses mit Abwasserpumpe,<br />

Siebanlage und externem Wärmeübertrager der<br />

Firma Huber SE (<strong>IFAT</strong>: Halle A2.333/532). Hierbei befindet<br />

sich der Wärmeübertrager in der Heizzentrale (Bild 7).<br />

Zunächst wird über einen neu zu bauenden Entnahmeschacht<br />

ein Teilstrom des Abwassers aus dem Abwasserkanal<br />

entnommen. Mit einer nachfolgenden Siebanlage<br />

werden die Grobstoffe zurückgehalten. Anschließend wird<br />

das gesiebte Abwasser auf den Wärmeübertrager geleitet.<br />

In diesem erfolgt die Erwärmung des Wärmeträgers. Dieser<br />

wird dann in die Wärmepumpe geleitet. Das abgekühlte<br />

Abwasser fließt unter Mitnahme des Siebgutes zurück in<br />

den Abwasserkanal.<br />

Wärmepumpe mit Direktverdampfer<br />

Eine Abwasser-Wärmepumpe kann auch mit einem Direktverdampfer<br />

betrieben werden (König-Wärmepumpen, <strong>IFAT</strong>:<br />

Halle B1.209). Ein Direktverdampfer ist ein Wärmeübertrager,<br />

der direkt von der Wärmequelle, d. h. in diesem Fall<br />

vom Abwasser, durchströmt wird. Das Abwasser gelangt<br />

über den Entnahmeschacht und zwei erdverlegte Verbin-<br />

Foto: Saint-Gobain PAM Deutschland<br />

Grafik: Huber<br />

Foto: Frank<br />

Foto: Frank<br />

Foto: ECO.S<br />

Bild 4b: Verteilerschacht<br />

Bild 6: Doppelrohr-Wärmeübertrager<br />

Bild 7: Schema Abwasserwärmenutzung mit externem<br />

Wärmeübertrager<br />

04-05 | 2014 79


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Grafik: ECO.S<br />

In Grevesmühlen und Zweibrücken nutzt die Direktverdampfer-Wärmepumpe<br />

das Abwasser aus Druckleitungen.<br />

Für Druckleitungen gibt es aber noch weitere Hersteller von<br />

Abwasserwärmeübertragern.<br />

Abwasserdruckleitungen<br />

Kommunales Abwasser wird häufig über längere Distanzen<br />

zur Kläranlage gepumpt. Gleiches gilt für spezielle Industrieabwässer<br />

(Direkteinleiter). So wird in Ostfriesland die<br />

Wärme im Abwasser einer Molkerei mit einem Wärmeübertrager<br />

der Fa. HST Systemtechnik (<strong>IFAT</strong>: Halle A1.333)<br />

genutzt (Bild 9).<br />

Ebenfalls für „schwierige“ Abwässer in Frage kommen Wärmeübertrager<br />

von Jaske & Wolf (<strong>IFAT</strong>: Halle A2.421), die<br />

automatische Reinigungszyklen realisieren können (Bild 10).<br />

Auch die oben erwähnten Doppelrohr-Wärmeübertrager<br />

sind natürlich in Druckleitungen einsetzbar.<br />

Bild 8: Schema Abwasserwärmenutzung mit Direktverdampfer<br />

dungsleitungen vom Abwasserkanal in die Heizzentrale und<br />

wieder zurück. Im Entnahmeschacht wird eine Tauchmotorpumpe<br />

installiert (Bild 8).<br />

Bei dem System der Direktverdampfung entfällt im Vergleich<br />

zu den anderen Varianten ein Wärmeübertrager.<br />

Das erhöht die Effizienz der Wärmepumpe um bis zu 15 %.<br />

Dies bedeutet: Gleiche Nutzwärme bei 15 % niedrigerem<br />

Stromverbrauch.<br />

Anlagen mit Direktverdampfer-Wärmepumpe sind seit 2010<br />

beim Zweckverband Grevesmühlen und seit Anfang 2014<br />

beim UBZ Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken und in<br />

Regensburg in Betrieb. In Köln wird eine Anlage mit rund<br />

600 kW Wärmepumpenleistung gebaut.<br />

Fazit<br />

Alle beschriebenen Systeme haben spezifische Vor- und<br />

Nachteile, mit allen gibt es inzwischen zumindest kurze,<br />

zum Teil auch jahrzehntelange Betriebserfahrungen im<br />

kommerziellen Einsatz.<br />

Und die Entwicklung geht weiter. So gilt die „alte“ Vorgabe,<br />

dass die Wärmegewinnung aus Abwasser nur in begehbaren<br />

Kanälen von DN 800 und größer möglich sei, schon<br />

seit geraumer Zeit nicht mehr. Auch die Untergrenze beim<br />

Trockenwetterabfluss von 15 l/s ist inzwischen bei einer<br />

Reihe von Anlagen erfolgreich unterschritten, dem Autor<br />

sind Anlagen bekannt, die auch mit 6 l/s noch einwandfrei<br />

arbeiten.<br />

Parallel tragen die Verbesserung der Montagefreundlichkeit<br />

und die Forschung an sielhautmindernder Oberflächengestaltung<br />

[5] über sinkende Investitionskosten ebenfalls zur<br />

Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und damit zur Verbreitung<br />

dieser nach wie vor hochinnovativen Regenerativenergie<br />

bei.<br />

Und auch auf der Nutzungsseite wird an der Effizienz der<br />

Wärmepumpensysteme gearbeitet. So werden in Aachen<br />

Bild: HST Systemtechnik GmbH<br />

Bild 9: Doppelrohr-Wärmeübertrager<br />

Bild 10: Mehrfachrohr-in-Rohr-Wärmeübertrager<br />

Bild: Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH<br />

80 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

zurzeit Wohnungsaltbauten saniert, in denen durch Abwasser-Wärmepumpen<br />

mit maximalen Vorlauftemperaturen<br />

von 50 °C nicht nur geheizt, sondern auch hygienisch einwandfreies<br />

Warmwasser erzeugt wird [6].<br />

Perspektive für Wärme und Strom<br />

Nicht zufällig waren „Hybridnetze“ zentrales Thema beim<br />

diesjährigen Oldenburger Rohrleitungsforum. Die zunehmende<br />

Verschränkung von Strom- und Wärmemarkt ist<br />

für die Energiewende unabdingbar. Und auch die Abwasserwärme<br />

profitiert davon: Mit jedem Anstieg der Stromproduktion<br />

aus regenerativen Quellen wird der Strom für<br />

Wärmepumpen sauberer. Gleichzeitig werden Wärmepumpen<br />

und ihre zugehörigen Wärmeverbraucher potenzielle<br />

Strompuffer. In jedem Fall werden Wärmetechnologien<br />

wie Abwasserwärmepumpen im Zuge der Energiewende<br />

an Bedeutung gewinnen – die <strong>IFAT</strong> bietet einen einmaligen<br />

Überblick über die verschiedenen Technologien.<br />

Literatur<br />

[1] Quellen: BMU –EI1 Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik<br />

(AGEE-Stat)/Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. (AGEB);<br />

Stand Sept. 2013<br />

[2] Dr. Franz Schulz, Bürgermeister von Berlin Friedrichshain-<br />

Kreuzberg, anlässlich der Einweihung der ersten<br />

Abwasserwärmepumpe östlich der Rheinschiene im Kreuzberger<br />

Leibniz-Gymnasium im September 2006<br />

[3] Müller, Stodtmeister, Kobel: Energie stinkt nicht. Contracting &<br />

Wärmedienst 6/2001, S. 30ff<br />

[4] Bartmann, Harald; Lang, Jürgen: Großwärmepumpenanlage mit<br />

Abwasserwärmenutzung. Technik am Bau 1/1987, S. 39f.<br />

[5] Mark Biesalski: Funktionsweise und Erfahrungen mit modernen<br />

Kanal-Wärmetauschersystemen, <strong>3R</strong> 1-2/2014, S. 92ff<br />

[6] ECO.S Energieconsulting: Ausführungsplanung Wiesental,<br />

Ratingen 2013, unveröffentlicht, Auskunft über den Autor.<br />

WOLFRAM STODTMEISTER<br />

ECO.S Energieconsulting Stodtmeister,<br />

Berlin<br />

Tel. +49 30 25930-960<br />

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2014 81<br />

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FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für<br />

Immobilienakteure zum Einsatz der<br />

Energierückgewinnung aus Kanälen<br />

Damit der Wachstumspfad zur Abwasserwärmenutzung im deutschen Kanalnetz beibehalten und das energetische<br />

Erwartungspotential maximiert wird, sind insbesondere die verantwortlichen privaten Immobilienakteure zu überzeugen.<br />

Diesen sind als Entscheidungsgrundlage wirtschaftliche Instrumente und Vergleiche aufzuzeigen. Den Kommunen,<br />

Ingenieurbüros und Abwasserbetreibern sollen daher nachfolgend Instrumente zu Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dargelegt<br />

werden, die aus Sicht von Immobilienakteuren relevante Entscheidungsgrundlagen sein können. Diese Instrumente<br />

sollen die Akteure der Siedlungswasserwirtschaft in die Lage versetzen den Investoren im Hochbau die Vorteile der<br />

Abwasserwärmenutzung dokumentieren zu können.<br />

Zunächst werden zwei Modelle zu Investitionskostenabschätzungen<br />

vorgestellt. Danach wird der wirtschaftliche<br />

Einsatzbereich der Abwasserwärmenutzung mit Hilfe einer<br />

Gebäudetypologie und Jahreskostenbetrachtung aufgezeigt.<br />

Modell 1 berücksichtigt die Investitionskosten zur Heiztechnik<br />

mit Abwasserwärmenutzung bei realisierten Projekten<br />

und somit bei Bestandsgebäuden. Das Modell kann bereits<br />

in der frühen Vorplanungsphase erste Kostenschätzungen<br />

zu Investitionen im Bestand vereinfachen.<br />

Modell 2 berücksichtigt bei Neubauprojekten die notwendigen<br />

Investitionskosten in die Gebäudehülle und<br />

die Heiztechnik, die zur Einhaltung der Energieeinsparverordnung<br />

(EnEV 2009) und des Erneuerbare Energien<br />

Wärmegesetzes (EEWärmeG) führen. Dabei werden<br />

zwecks Kostenvergleichs beim Modell 2 zusätzlich zu<br />

den Kostenfunktionen der Abwasserwärmenutzung auch<br />

Kostenfunktionen zu den alternativen Möglichkeiten<br />

gemäß EnEV und EEWärmeG aufgezeigt. Die Variante<br />

Bild 1: Investitionskosten (EUR/kWh/a) zur Abwasserwärmenutzung bei<br />

Bestandgebäuden<br />

„EnEV-15 %“ sieht die Unterschreitung der EnEV um 15 %<br />

als Ersatzmaßnahme nach EEWärmeG vor. Dabei sind<br />

insbesondere höhere Investitionen in die Gebäudehülle<br />

notwendig, wobei weiterhin fossile Brennstoffe eingesetzt<br />

werden. Die Variante „Umweltwärme“ berücksichtigt<br />

den Einsatz von Luft-Wärmepumpen, und die Variante<br />

„Holzpellets“ betrachtet die Nutzung fester Biomasse.<br />

Dadurch stehen dem Immobilienakteur zu vier Varianten<br />

Kostenvergleiche zur Verfügung, die zur Einhaltung der<br />

ordnungsrechtlichen Belange zum Wärmeschutz bzw.<br />

zum Einsatz erneuerbarer Energien beim Neubau von<br />

Immobilien führen. Zusätzlich zu den Investitions- bzw.<br />

Kapitalkosten werden beim Modell 2 Betriebskosten und<br />

resultierende Jahreskosten zu den Varianten berücksichtigt.<br />

Dadurch können die wirtschaftlichen Einsatzbereiche<br />

der Abwasserwärmenutzung in Abhängigkeit von<br />

unterschiedlichen Objekttypen im Vergleich zu den drei<br />

übrigen Varianten aufgeführt werden.<br />

Modell 1, Investitionskosten<br />

Heiztechnik mit<br />

Abwasser wärmenutzung bei<br />

Bestandsgebäuden<br />

Bild 1 zeigt eine Kostenfunktion zur<br />

Realisierung der vollständigen Technik<br />

(Wärmetauscher, Wärmepumpe usw.),<br />

die zum Betrieb der Abwasserwärmenutzung<br />

im Gebäudebestand (in EUR/<br />

kWh/a) benötigt wird. Die alternativen<br />

Potenzfunktionen in EUR/kW Wärmepumpenleistung<br />

und EUR/m 2 beheizte<br />

Fläche lauten:<br />

y = 4.308,24 ∙ x 0,7955 (EUR/kW)<br />

y = 1.664,95 ∙ x 0,592 (EUR/m 2 )<br />

Diese Funktionen sollen eine erste<br />

Kostenschätzung ermöglichen. In den<br />

Kostenfunktionen ist die Umsatzsteuer<br />

(MwSt.) bereits enthalten.<br />

82 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

Modell 2, Investitionskosten in Heiztechnik<br />

und Gebäudehülle zur Einhaltung der<br />

EnEV 2009 und des EEWärmeG‘s bei<br />

Neubauten<br />

Nachfolgende Funktionen können zu Kostenschätzungen<br />

der aufgeführten vier Varianten im Neubaubereich<br />

angesetzt werden. Die Funktionen zu<br />

den Investitionskosten am thermischen Anteil der<br />

Gebäudehülle und zur Heizzentrale für die vier<br />

Varianten werden in Bild 2 aufgezeigt. Die Kostenfunktionen<br />

zu den Varianten lauten wie folgt:<br />

Variante EnEV-15 %:<br />

y = 26,157 ∙ x 0,7624 (EUR/kWh/a)<br />

Variante Abwasserwärme:<br />

y = 11,574 ∙ x 0,8156 (EUR/kWh/a)<br />

Variante Umweltwärme:<br />

y = 9,379 ∙ x 0,8127 (EUR/kWh/a)<br />

Variante Holzpellets:<br />

y = 20,747 ∙ x 0,7511 (EUR/kWh/a)<br />

In diesen Investitionskostenfunktionen ist keine<br />

Umsatzsteuer (MwSt.) enthalten. Bezogen auf m 2<br />

beheizte Fläche lassen sich die Kostenfunktionen<br />

für die Varianten wie folgt beschreiben:<br />

Variante EnEV-15 %:<br />

y = 572,08 ∙ x 0,7275 (EUR/m 2 )<br />

Variante Abwasserwärme:<br />

y = 355,27 ∙ x 0,7943 (EUR/m 2 )<br />

Variante Umweltwärme:<br />

y = 258,73 ∙ x 0,7983 (EUR/m 2 )<br />

Variante Holzpellets:<br />

y = 540,12 ∙ x 0,7109 (EUR/m 2 )<br />

800.000<br />

700.000<br />

600.000<br />

500.000<br />

400.000<br />

300.000<br />

200.000<br />

100.000<br />

0<br />

EUR<br />

Investitionskosten Gebäudehülle und Heiztechnik, Modell 2<br />

y = 11,574x 0,8156<br />

R² = 0,7803<br />

y = 9,379x 0,8127<br />

R² = 0,7288<br />

Vergleich der Investitionskosten zur<br />

Heiztechnik bei Neubauten anhand von<br />

vier Varianten<br />

Gemäß Modell 2 lassen sich die unterschiedlichen<br />

Investitionskosten für die vier aufgezeigten<br />

Varianten zur Heiztechnik für Neubauprojekte<br />

unter Berücksichtigung der Umsatzsteuer und<br />

bezogen auf m 2 beheizte Fläche mit Hilfe von<br />

Bild 3 darstellen (Abwasserwärmenutzung in<br />

rot).<br />

Demnach lautet die Kostenfunktion für die Technik<br />

zur Abwasserwärmenutzung bei Neubauten:<br />

y = 471,01 ∙ x 0,7187 (EUR/m 2 )<br />

Werden hinsichtlich der Investitionskosten zur<br />

Abwasserwärmenutzung die beiden Modellansätze<br />

zu Bestandsimmobilien und Neubauten<br />

verglichen, erscheint es am sinnvollsten, als<br />

Bezugsgröße „m 2 beheizte Fläche“ zu berücksichtigen.<br />

Dies ist damit begründbar, da der<br />

Wärmeenergiebedarf in kWh/a gemäß den<br />

Bestandsprojekten auf tatsächlichen Verbräuchen<br />

(Modell 1) basiert und die Wärmemengen<br />

zu Modell 2 aus den EnEV-Bilanzierungen zu den<br />

Objekttypen resultieren. Für erste Investitionsy<br />

= 26,157x 0,7624<br />

R² = 0,8228<br />

y = 20,747x 0,7511<br />

R² = 0,841<br />

0 100.000 200.000 300.000 400.000 500.000<br />

Bild 2: Kostenfunktionen in EUR/kWh/a zu vier Varianten gemäß EnEV und<br />

EEWärmeG, Neubau<br />

400.000<br />

350.000<br />

300.000<br />

250.000<br />

200.000<br />

150.000<br />

100.000<br />

50.000<br />

0<br />

EUR<br />

Kosten Heiztechnik, Modell 2<br />

y = 471,01x 0,7187<br />

R² = 0,9391<br />

y = 931,1x 0,4322<br />

R² = 0,804<br />

y = 567,74x 0,6681<br />

R² = 0,9278<br />

y = 395,29x 0,6624<br />

R² = 0,9315<br />

0 2000 4000 6000 8000 10000 12000<br />

Bild 3: Kostenfunktionen zur vier alternativen Heiztechniken in EUR/m 2 inkl. MwSt.<br />

70.000<br />

60.000<br />

50.000<br />

40.000<br />

30.000<br />

20.000<br />

10.000<br />

0<br />

EUR/a<br />

y = 53,135x 0,8086<br />

R² = 0,7847<br />

y = 54,45x 0,7857<br />

R² = 0,7788<br />

y = 57,034x 0,7696<br />

R² = 0,7739<br />

y = 83,9x 0,7367<br />

R² = 0,777<br />

0 1000 2000 3000 4000 5000 6000<br />

Bild 4: Jahreskostenvergleich zu Objekttypen Wohnen, Büro, Schule, Kindergarten<br />

und Hotel<br />

EnEV-15%<br />

Abwasser<br />

Luft<br />

Holzpellets<br />

kWh/a<br />

EnEV-15%<br />

Abwasser<br />

Luft<br />

Holzpellets<br />

m 2<br />

EnEV-15%<br />

Abwasser<br />

Luft<br />

Holzpellets<br />

m 2<br />

04-05 | 2014 83


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

EUR/a/m 2<br />

Wohnen bis 250 m2<br />

Schule bis 3000 m2<br />

4,00<br />

Wohnen bis 400 m2<br />

3,00<br />

Hotel bis 5000 m2<br />

2,00<br />

Wohnen bis 700 m2<br />

1,00<br />

0,00<br />

Kindergarten bis 1000 m2<br />

-1,00<br />

Wohnen bis 1700 m2<br />

-2,00<br />

-3,00<br />

-4,00<br />

Handel 25000 m2<br />

Wohnen bis 6000 m2<br />

Handel 9000 m2<br />

Einzelhandel bis 4000 m2<br />

Einzelhandel bis 2000 m2<br />

Büro bis 1800 m2<br />

Büro bis 5000 m2<br />

Großhandel bis 700 m2<br />

EUR/a/m 2<br />

Wohnen bis 250 m2<br />

Schule bis 3000 m2<br />

8,00<br />

7,00<br />

Wohnen bis 400 m2<br />

6,00<br />

Hotel bis 5000 m2<br />

5,00<br />

4,00<br />

Wohnen bis 700 m2<br />

3,00<br />

2,00<br />

1,00<br />

Kindergarten bis 1000 m2<br />

0,00<br />

Wohnen bis 1700 m2<br />

-1,00<br />

-2,00<br />

-3,00<br />

-4,00<br />

Handel 25000 m2<br />

Wohnen bis 6000 m2<br />

Handel 9000 m2<br />

Einzelhandel bis 4000 m2<br />

Einzelhandel bis 2000 m2<br />

Büro bis 1800 m2<br />

Büro bis 5000 m2<br />

Großhandel bis 700 m2<br />

kostenabschätzungen zur Abwasserwärmnutzung können<br />

folgende Ansätze (inkl. MwSt.) angewendet werden:<br />

Bestandsobjekte: y = 1.664,95 ∙ x 0,592 (EUR/m 2 )<br />

Neubauprojekte: y = 471,01 ∙ x 0,7187 (EUR/m 2 )<br />

Ein Vergleich der Investitionskosten zu unterschiedlichen Varianten,<br />

wie in Bild 3 aufgeführt, stellt jedoch noch keine ausreichende<br />

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dar. Aufgrunddessen<br />

werden zusätzlich Jahreskostenfunktionen bei Neubauprojekten<br />

verglichen (Bild 4), damit dem verantwortlichen Immobilienakteur<br />

eine umfängliche Entscheidungsgrundlage vorliegt.<br />

Vergleich der Jahreskosten zur Abwasserwärmenutzung<br />

mit drei Varianten<br />

Die Regressionsfunktionen zu Jahreskosten für Neubauprojekte<br />

werden auf m 2 beheizte Fläche bezogen. In Bild 4<br />

EnEV-15%<br />

Abwasser<br />

Luft<br />

Holzpellets<br />

Bild 5: Wirtschaftliche Einsatzgrenzen der Abwasserwärmenutzung im Vergleich zu drei weiteren<br />

Varianten bezogen auf m 2 beheizte Fläche<br />

EnEV-15%<br />

Abwasser<br />

Luft<br />

Holzpellets<br />

Bild 6: Wirtschaftliche Einsatzgrenzen der Abwasserwärmenutzung bezogen auf m 2 beheizte<br />

Fläche bei Variation der Grundlagen<br />

sind die Jahreskostenfunktionen am<br />

Beispiel von Wohnobjekten, Büros,<br />

Schulen, Kindergärten und Hotels<br />

dargestellt. Die Kosten wurden auf<br />

Grundlage von Referenzobjekten<br />

ermittelt.<br />

Einsatzbereich für Abwasserwärmenutzung<br />

im Vergleich zu drei<br />

Varianten<br />

Bild 4 verdeutlicht, dass die Abwasserwärmenutzung<br />

im Vergleich zur Variante<br />

Biomassenverbrennung (Holzpellets)<br />

und Ersatzmaßnahmen an der Gebäudehülle<br />

(EnEV-15 %) wirtschaftlicher<br />

ist. Dieser Vergleich lässt sich bei einem<br />

Bezug auf Objekttypen sinnvoll in einem<br />

Netzdiagramm aufzeigen. In Bild 5 ist<br />

das Netzdiagramm für definierte Grundlagen<br />

aufgeführt. In Bild 6 ist das Netzdiagramm<br />

bei folgenden Variationen<br />

(Sensitivitätsanalyse) der Berechnungsrundlagen<br />

dargestellt:<br />

»»<br />

Investitionskosten Gebäudehülle:<br />

+20 %,<br />

»»<br />

Investitionskosten Wärmetauscher<br />

und Wärmepumpen:<br />

-20 %<br />

»»<br />

Kapitalzinsen: 5 % statt 6 %<br />

»»<br />

Förderungsanteil bei Variante<br />

Abwasserwärmenutzung:<br />

30 %<br />

»»<br />

Steigerung Energiepreise: Heizöl<br />

und Pellets: +20 %, Strom:<br />

+10 %<br />

»»<br />

verlängerte Nutzungsdauer:<br />

Wärmetauscher im Kanal und<br />

Gebäudehülle auf 40 Jahre,<br />

Wärmepumpen und Kesselanlagen<br />

werden nach 20<br />

Jahren ersetzt<br />

Im Netzdiagramm (Bild 5) wird verdeutlicht,<br />

bei welchen Gebäudetypen die Varianten<br />

„EnEV-15 %“, „Luftwärme“ und „Holzpellets“ oberhalb<br />

oder unterhalb der Variante „Abwasserwärme“ liegen.<br />

Daher kann der wirtschaftliche Einsatzbereich der Abwasserwärmenutzung<br />

aufgrund der Jahreskosten bis auf den<br />

Bereich der großflächigen Einzelhandels- und Handelsobjekte<br />

festgestellt werden. Die Variante „Luftwärme“ ist<br />

größtenteils wirtschaftlicher bzw. in etwa deckungsgleich<br />

zur Abwasserwärmenutzung. Diese Variante stellt jedoch<br />

aufgrund anderer betrieblicher Aspekte (z. B. bivalente<br />

Anlage bzw. Nachheizung, eventuell höherer Verschleiß bei<br />

Wärmepumpen, eventuell höhere Geräuschentwicklung)<br />

nur bedingt eine Alternative dar, wenn die Abwasserwärmenutzung<br />

grundsätzlich beim betrachteten Gebäudestandort<br />

technisch machbar ist, bzw. sie ist bevorzugt bei kleineren<br />

84 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

Anlagen umzusetzen.<br />

Werden die Berechnungsgrundlagen<br />

wie oben aufgeführt variiert, zeigen<br />

sich deutliche Verschiebungen der<br />

Jahreskosten zugunsten der Abwasserwärmenutzung<br />

(Bild 6). Auch<br />

bei großflächigen Handelsprojekten<br />

haben sich die Jahreskosten der<br />

drei Varianten den Jahreskosten zur<br />

Abwasserwärmenutzung angenähert<br />

und können als vergleichbar bezeichnet<br />

werden. Bei den anderen Objekttypen<br />

ist die Abwasserwärmenutzung<br />

teilweise deutlich wirtschaftlicher als<br />

die drei aufgeführten Varianten. Falls<br />

zusätzlich ein höherer Zinssatz als die<br />

hier angesetzten 5 % betrachtet wird,<br />

vergrößern sich die Kostendifferenzen<br />

weiter.<br />

Grundsätzlich ist demnach für ein<br />

konkretes Projekt festzuhalten, dass<br />

die Abwasserwärmenutzung nicht<br />

nur technisch, sondern auch wirtschaftlich<br />

eine Alternative für jeden<br />

Objekttyp darstellen kann. Spezifische<br />

Kostenuntersuchungen sind im Einzelfall<br />

anzustellen.<br />

Zusammenfassung<br />

Der wirtschaftliche Einsatzbereich der Abwasserwärmenutzung<br />

kann auf Basis einer durchgeführten Sensitivitätsanalyse<br />

folgenden Gebäudetypen zugeordnet werden:<br />

»»<br />

Wohngebäude<br />

»»<br />

Hallen für Großhandel und Gewerbe<br />

»»<br />

Kindergärten<br />

»»<br />

Hotels<br />

»»<br />

Schulen<br />

Je nach Kombination der beeinflussenden Faktoren können<br />

auch bei nachstehenden Objekttypen wirtschaftliche Rahmenbedingungen<br />

vorliegen:<br />

»»<br />

Büro- und Verwaltungsgebäude<br />

»»<br />

Eingeschossige Handels-, Gewerbe-, und<br />

Logistikgebäude<br />

»»<br />

Zweigeschossige Handels-, Gewerbe-, und<br />

Logistikgebäude<br />

Bild 7: Einsatzbereiche der Abwasserwärmenutzung und beeinflussende Faktoren<br />

Abwasserwärme generell eine wirtschaftliche Variante dar.<br />

Bei den übrigen Objekttypen sind die beeinflussenden Faktoren<br />

konkreter zu untersuchen, wobei sich auch bei diesen<br />

Gebäudetypen die Abwasserwärmenutzung als die wirtschaftlichste<br />

Variante herausstellen kann. In Bild 7 verdeutlicht<br />

die Farbskala (von grün nach rot) die zu untersuchende<br />

Anzahl der beeinflussenden Faktoren hinsichtlich einem<br />

wirtschaftlichen Einsatz der Abwasserwärmenutzung.<br />

Literatur<br />

[1] Hamann Achim, Nachhaltige Immobilienwirtschaft am Beispiel<br />

der Abwasserwärmenutzung - Technische Grundlagen,<br />

Sachstand in Deutschland und wirtschaftliche Vergleiche unter<br />

Berücksichtigung der Anforderungen des EEWärmeG‘s und der<br />

EnEV, Oldenbourg Industrieverlag München, 2012<br />

AUTOR<br />

Mit Bild 7 steht für Investitionsentscheider ein abschließendes<br />

Instrument zur Abschätzung der ökonomischen Verhältnisse<br />

bei der Abwasserwärmenutzung zur Verfügung.<br />

Den Handelsflächen können bei gleichen Randbedingungen<br />

auch Gewerbe- und Logistikhallen zugeordnet werden.<br />

Hinsichtlich der untersuchten Gebäudetypen (Wohnanlagen,<br />

Kindergarten, Schule, Hotel und Hallen) stellt die<br />

Dipl.-Ing. M.Sc. M.Sc. ACHIM HAMANN<br />

RS-Plan AG, Bad Kreuznach<br />

Tel. +49 671 483386-39<br />

E-Mail: achim.hamann@rs-plan.com<br />

04-05 | 2014 85


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Abwasserwärmenutzung in Straubing:<br />

eine energieeffiziente Technologie<br />

setzt sich durch<br />

Die Zeiten vermeintlich „billiger“ Energie sind in Anbetracht des Klimawandels, der Ressourcenverknappung, der<br />

Umweltgefahren bei Förderung und Transport von Primärenergieressourcen sowie der nicht beantworteten Entsorgungsfrage<br />

bei der Kernenergie sicher vorbei und es müssen – alleine schon im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen – Wege<br />

gefunden werden, um vorhandene Energiepotenziale verfügbar zu machen. Die Abwasserwärmenutzung ist dabei ein<br />

Mosaikstein, um die notwendige Energiewende zu schaffen. Durch diese Technik können seriös geschätzt zwischen 2<br />

und 4 % des häuslichen und gewerblichen Wärmeenergiebedarfs gedeckt werden. Das klingt nicht viel, entspricht aber<br />

dennoch rund 1,5 Mio. Haushalten in Deutschland.<br />

Die Technik der Abwasserwärmenutzung findet in den<br />

letzten Jahren durch eine vermehrte Realisierung und den<br />

erfolgreichen Betrieb einiger Anlagen eine breite Zustimmung<br />

bei potenziellen Bauherren wie Tiefbauämtern,<br />

Abwasserverbänden oder Stadtwerken.<br />

Die Stadt Straubing hat sich zum Ziel gesetzt, CO 2<br />

-Emissionen<br />

und den Verbrauch von Primärenergie – so weit wie<br />

technisch und wirtschaftlich unter Nachhaltigkeitsaspekten<br />

möglich – zu reduzieren.<br />

Im Rahmen der energetischen Gebäudesanierung eines<br />

Wohnkomplexes der städtischen Wohnungsbaugesellschaft<br />

in der Sudetendeutschen Straße sollen so – neben der passiven<br />

Einsparung durch Dämmmaßnahmen – auch die aktiven<br />

Einsparpotenziale bei der Wärmeerzeugung ausgeschöpft<br />

werden.<br />

Bild 1: Bestehender und während der Bauphase an Gurten fixierter<br />

Hauptsammler, um den der Abwasserentnahme-, Sieb- und Rückführ-<br />

Schacht betoniert wurde<br />

Aufgrund der vorteilhaften Lage des Kanalhauptsammlers,<br />

der unmittelbar an dem Wohnkomplex vorbei führt, fiel die<br />

Entscheidung nach Prüfung weiterer regenerativer Formen<br />

an Heizungstechnik, auf die Nutzung des dort vorhandenen<br />

Potenzials der Wärme im Abwasser.<br />

Eine Machbarkeitsstudie zur Abwasserwärmenutzung an<br />

diesem Standort konnte zeigen, dass diese Technik nicht<br />

nur ökologisch, sondern auch im hohen Maße ökonomisch<br />

umsetzbar ist. Das Planungsteam, bestehend aus Ingenieuren<br />

der Bereiche Tiefbau, Siedlungswasserbau, Verfahrens-,<br />

aber auch der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, hat<br />

dann im Rahmen der Vor-, Entwurfs- und Ausführungsplanungen<br />

ein Konzept entwickelt, bei dem die Wärme aus<br />

dem Abwasser nach dessen Siebung im Kanal entnommen<br />

und über einen Bypass-Wärmetauscher der Wärmepumpenanlage<br />

zugeführt wird.<br />

Die ausgeführte Anlagentechnik ist nunmehr seit November<br />

2010 in Betrieb und schafft dabei – gemessen an einer<br />

konventionellen Gas-Brennwert-Heizung – eine CO 2<br />

-Reduzierung<br />

von rund 23 % [1]. Da die Anlage aufgrund weiterer<br />

anstehender Gebäudesanierungen in dem Gebiet für nahezu<br />

die doppelte Menge an Haushalten ausgelegt wurde,<br />

ist nach deren Anschluss nach den heutigen Betriebsergebnissen<br />

ein äußerst wirtschaftliches Resultat zu erwarten.<br />

Planung<br />

Bei der Planung von Anlagen zur Abwasserwärmenutzung<br />

spielen für den wirtschaftlichen Anlagenbetrieb eine Reihe<br />

Randbedingungen eine wesentliche Rolle. Für eine Vorprüfung<br />

können die folgenden fünf Punkte zusammengefasst<br />

werden [2]:<br />

1. Abwassermenge von mindestens 5.000 Einwohnern<br />

2. Ausreichend großer Wärme-Abnehmer von mindestens<br />

150 kW (z. B. Rathäuser, Verwaltungsgebäude,<br />

Schulen, Kindergärten, Hotels, Heime, Sporthallen)<br />

3. Kurze Entfernung der Wärmeabnehmer zur Kanalisation<br />

(100 m in bebauten, 300 m in unbebauten<br />

Gebieten)<br />

86 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

4. Fehlen „konkurrierender“ Energieträger wie<br />

Fernwärme<br />

5. Vorhandene oder beabsichtigte Planung einer<br />

Kanalsanierung<br />

Diese Punkte können über das Kanal-GIS in eine so genannte<br />

Energiekarte übertragen werden, um mögliche Standorte<br />

für diese Technik zu identifizieren.<br />

Wenn diese Voraussetzungen für ein Projekt erfüllt sind,<br />

kann das Wärmetauschersystem geplant werden. Der Markt<br />

bietet hierzu zwei unterschiedliche Systeme an:<br />

»»<br />

im Kanal verlegte und vom Abwasser überströmte<br />

Rinnenwärmetauscher, die eine hohe Abflusskapazität<br />

voraussetzen, da hierbei der Fließquerschnitt eingeschränkt<br />

wird<br />

»»<br />

im Bypass zum Kanal aufgestellte Wärmetauscher mit<br />

automatisierter Feststoffentnahme und Biofilmreinigung,<br />

die keine Einschränkungen des Kanalsystems<br />

bewirken.<br />

Aufgrund der eingeschränkten Abflusskapazität in dem<br />

DN 1.400-Hauptsammler an der Straubinger Sudetendeutschen<br />

Straße kam eine weitere Querschnittsverringerung<br />

durch den Einbau von Rinnenwärmetauschern nicht in<br />

Frage, so dass die weiteren mit dem externen Bypass-System<br />

fortgesetzt wurden.<br />

Hierzu war es notwendig, das Abwasser über eine Siebanlage<br />

in den Bypass-Wärmetauscher zu pumpen und das<br />

wärmeabgereicherte Wasser zusammen mit dem entnommenen<br />

Siebgut in den Hauptsammler zurückzuführen. Um<br />

diese Anforderung zur erfüllen, wurde um den bestehenden<br />

Hauptsammler ein Schachtbauwerk errichtet, das die Siebanlage<br />

und den Rückfluss integriert. Bautechnische Besonderheit<br />

war hierbei, dass der bestehende Sammler innerhalb<br />

des Schachtbauwerks an Gurten aufgehängt wurde<br />

und so der Kanalbetrieb während der Bauarbeiten nicht<br />

beeinträchtigt wurde, da um den aufgehängten Sammler<br />

in der umspundeten, trockenen Baugrube betoniert werden<br />

konnte (Bild 1). Durch diese Bauweise konnte der Aufwand<br />

für Abwasserhaltung sowie An- und Umschlussarbeiten<br />

deutlich im Vergleich zu anderen Kanalbauverfahren reduziert<br />

werden.<br />

In einem weiteren Schritt wurden parallel die Ausführung<br />

und die Hydraulik des Wärmepumpenheizsystems geplant.<br />

Da 20 Wohneinheiten bereits ein Jahr vor der Planung der<br />

Abwasserwärmenutzungsanlage wärmetechnisch saniert<br />

und dabei mit konventionellen Heizkörpern ausgestattet<br />

wurden, deren Vorlauftemperaturen bei mindestens 55 °C<br />

liegt, musste hierfür eine eigene Wärmepumpe vorgesehen<br />

werden, die – energetisch nicht optimal – mit der hohen<br />

Vorlauftemperatur betrieben wird. Alle weiteren 82 Wohneinheiten<br />

konnten dann mit einer Fußbodenheizung ausgerüstet<br />

werden, die durch eine Wärmepumpe mit einem<br />

energetisch vorteilhaften 35 °C-Vorlauf gespeist wird.<br />

Die Warmwasserversorgung erfolgt in einem separaten<br />

Nahwärmestrang, in dem das über die zentral durch die<br />

Wärmepumpe aufgeheizte Frischwasser durch ein Gasbrennwertgerät<br />

auf die erforderliche Temperatur von 65 °C<br />

aufgeheizt wird, so dass eine ausreichende Legionellen-<br />

Bild 2: Vereinfachtes Heizungsschema für die Abwasserwärmenutzungsanlage<br />

in der Straubinger Sudetendeutschen Straße<br />

Prophylaxe gewährleistet ist. In Bild 2 ist das vereinfachte<br />

Heizungs- und Warmwasserbereitungsschema mit den<br />

Leistungs- und Temperaturdaten dargestellt.<br />

Mit dieser Anlagenkonfiguration bestehend aus Abwassersiebung<br />

und -entnahme, Bypass-Wärmetauscher, Wärmepumpe<br />

mit Spitzenlast-Gasbrennwertkessel, Wärmepuffer<br />

und Heizungshydraulik kann eine Gesamtwärmemenge<br />

von 500.000 kWh erzeugt werden. Davon werden rund<br />

65 % dem Abwasser entnommen, weitere 25 % werden<br />

in Form von preiswertem Wärmepumpenstrom eingesetzt.<br />

Lediglich 10 % der Heizwärme sind zur Spitzenlastabdeckung<br />

für besonders kalte Tage konventionell über Erdgas<br />

abzudecken.<br />

Ausrüstung<br />

Ein völlig neuartiger Weg im Bereich der Abwasserwärmenutzung<br />

wird im Projekt Straubing mit dem von der Fa.<br />

Huber SE aus Berching entwickelten ThermWin ® -Verfahren<br />

(Bild 3) beschritten. In diesem Fall erfolgt die Wärmerückgewinnung<br />

aus Abwasser durch einen außerhalb<br />

04-05 | 2014 87


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Bild 3: ThermWin ® -Verfahren zur Abwasserwärmenutzung<br />

Bild 4: Abwasserwärmetauscher Huber-RoWin<br />

des Kanals angeordneten Wärmetauscher. Hierzu wird<br />

zunächst ein Teilstrom des Abwassers aus dem Kanal entnommen<br />

und auf eine Siebstufe geleitet, die die im Abwasser<br />

enthaltenen Grobstoffe zurückhält. Anschließend wird<br />

das gesiebte Abwasser auf den oberflur aufgestellten<br />

Wärmetauscher geführt, der im Freispiegel durchflossen<br />

wird. Nach Durchströmen des Wärmetauschers wird das<br />

Abwasser unter Mitnahme der in der Siebstufe zurückgehaltenen<br />

Grobstoffe wieder in den Abwasserkanal unterhalb<br />

der Entnahmestelle eingeleitet.<br />

Kommunales Abwasser besitzt aufgrund der Inhaltsstoffe<br />

die Eigenschaft, einen Biofilm – auch Sielhaut genannt – zu<br />

bilden. Dieser Biofilm kann die Wärmeübertragungsleistung<br />

um bis zu 60 % reduzieren, die bei der Dimensionierung<br />

der Tauscherfläche zu berücksichtigen ist. Dies<br />

ist insbesondere bei Wärmetauschersystemen der Fall, die<br />

über keine selbstständige Reinigungsmöglichkeit verfügen.<br />

Als Gegenmaßnahmen können folgende Maßnahmen<br />

ergriffen werden, um die Biofilmbildung zu reduzieren:<br />

»»<br />

Vergrößerung der Wärmetauscherfläche<br />

»»<br />

Spülintervalle mittels Schwallspülung<br />

»»<br />

Einsatz eines erweiterbaren Systems<br />

Eine Vergrößerung der Wärmetauschfläche hat einen signifikanten<br />

Einfluss auf die Investitionen, was sich in der<br />

Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems widerspiegelt. Ebenso<br />

wird die systemspezifische Hydraulik im Sekundärkreis<br />

zwischen dem Wärmetauscher und der Wärmepumpe<br />

durch erhöhte Druckverluste aufgrund der Biofilmbildung<br />

nachteilig beeinflusst. Auch bei Einsatz einer intensiven<br />

Spülung reduziert sich erfahrungsgemäß die Wärmetauscherleistung<br />

dennoch um rund 20 %.<br />

Eine Minimierung des Biofilm-Einflusses kann nur erfolgen,<br />

wenn dieser regelmäßig und präventiv von den<br />

Wärmetauscherflächen entfernt wird. Hierzu können<br />

automatisch gereinigte Wärmetauschersysteme eingesetzt<br />

(Bild 4). Der Vorteil eines solchen Systems ist, dass<br />

dieses optimal dimensioniert werden kann und die Wärmepumpe<br />

dauerhaft in einem energetisch günstigen<br />

Bereich arbeitet.<br />

Wie bereits erwähnt, wurde die Abwasserwärmenutzung<br />

im dargestellten Projekt mit Hilfe des ThermWin ® -<br />

Verfahrens geplant und umgesetzt. In der Nähe der zu<br />

beheizenden Wohngebäude verläuft ein Sammler zur<br />

zentralen Kläranlage, der im Nachtminimum mindestens<br />

ca. 120 l/s Abwasser ableitet. Im Bereich einer Verkehrsinsel,<br />

unter der der Sammler entlang fließt, wurde der<br />

beschriebene Entnahmeschacht angeordnet, in dem eine<br />

Siebanlage integriert ist, um die oberirdisch aufgestellten<br />

Wärmetauscher (Bild 5) vor Grobstoffen zu schützen.<br />

Ein Teil des Abwassers wird aus dem Kanal über eine<br />

Überlaufschwelle abgeleitet und mit zwei Pumpen über<br />

eine Strecke von 100 m zum Technikgebäude gefördert.<br />

Im Technikgebäude sind neben den Wärmetauschern auch<br />

die Wärmepumpen sowie die gesamte Steuerungs- und<br />

Regelungstechnik angeordnet. Anschließend fließt das<br />

abgekühlte Abwasser über einen nahegelegenen Abwasserkanal<br />

wieder zurück in den Sammler.<br />

Betrieb<br />

Der Entwässerungsbetrieb der Stadt Straubing ist für den<br />

Unterhalt der Abwasserwärmenutzung verantwortlich. Die<br />

Anlage wurde im November 2010 in Betrieb genommen.<br />

Während dieser Zeit lief die Anlage nach wenigen Variationen<br />

von Betriebseinstellungen störungsfrei.<br />

Es zeigte sich in der Praxis, dass die Wärmepumpen nicht<br />

ohne den Einsatz von Frostschutz betrieben werden können,<br />

da bei Schneeschmelze die Abwassertemperatur bis<br />

5 °C absinken kann, so dass die Wärmepumpe wegen<br />

des Gefrierschutzes abschalten würde. Somit musste dem<br />

Heizkreislauf Glykol zugegeben werden, was den Wär-<br />

88 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

meübergang und somit den Wirkungsgrad der Anlage<br />

geringfügig verringert.<br />

Um der Geruchproblematik vorzubeugen, ist es zudem<br />

empfehlenswert, bei Schachtöffnungen abgedichtete<br />

Kanaldeckel zu verwenden.<br />

Auch die Auslegung der Wärmepumpen verlangt höchste<br />

Aufmerksamkeit. Sind die Pumpen zu groß dimensioniert,<br />

ergeben sich sehr kurze Ein- und Ausschaltintervalle, was<br />

die Effizienz der Pumpen verringert. Sind sie mit einer zu<br />

geringen Leistung dimensioniert, können die Wohnungen<br />

nicht ausreichend beheizt werden. Die Heizwert-Berechnung<br />

für das jeweilige Objekt ist daher von ausschlaggebender<br />

Bedeutung, um die Zahl der Volllaststunden für<br />

die Wärmepumpe zu maximieren.<br />

Ebenso zeigt sich im Betrieb, dass ein hydraulischer<br />

Abgleich der Heizungsanlagen, der in Straubing erst in<br />

der dritten Heizsaison erfolgten konnte, einen wesentlichen<br />

Einfluss auf die Jahresarbeitszahl und damit die<br />

Wirtschaftlichkeit der Anlage ausübt.<br />

Zusammenfassung und Ausblick<br />

Die Stadt Straubing hat sehr frühzeitig erkannt, dass der<br />

Standort „Sudetendeutsche Straße“ zusammen mit den<br />

dort ohnehin geplanten Sanierungsarbeiten, ideale Voraussetzungen<br />

für die Abwasserwärmenutzung bietet.<br />

Am 9. Mai 2011 wurde die Anlage durch Staatsminister Dr.<br />

Markus Söder von offizieller Seite in Betrieb genommen.<br />

Zuvor hat die Anlage jedoch schon seit November 2010<br />

gezeigt, dass die Technik auch bei einem extrem langen und<br />

harten Winter (2010/2011) zuverlässig und umweltschonend<br />

die 102 Wohnungen in der Sudetendeutschen Straße mit<br />

Heizwärme versorgen kann.<br />

Voraussetzung dafür war jedoch die sorgfältige Planung<br />

und ein reibungsloses Zusammenspiel der erforderlichen<br />

Fachdisziplinen insbesondere im Bereich des Tiefbaus und<br />

der Heizungs- und Lüftungsplanung.<br />

Aufgrund der herausragenden Bedeutung, der großen Innovation<br />

und des Vorbildcharakters der Anlage in Straubing<br />

wurde das Projekt im Jahr 2010 als Leuchtturm-Projekt<br />

des UmweltCluster Bayern ausgezeichnet. Im Jahr 2012<br />

wurden das Projektteam bestehend aus den Autoren und<br />

dem Hersteller der Wärmetauschertechnik, die Firma Huber<br />

SE, zudem mit dem 1. Platz des Bayerischen Energiepreises<br />

in der Kategorie „Energiekonzepte und Initiativen“<br />

ausgezeichnet.<br />

Nachdem die Anlage seit nunmehr vier Heizperioden<br />

zuverlässig, CO 2<br />

-mindernd und wirtschaftlich Wärme für<br />

eine ganze Wohnsiedlung erzeugt, hat sich diese energieeffiziente<br />

Technologie auch deutschlandweit durchgesetzt,<br />

wie die Vielzahl von Projekten in Hagen, Hamburg oder<br />

Berlin zeigt.<br />

Literatur<br />

[1] Jung, R., Weger, A., Franke, M.: Abschlussbericht zur<br />

wissenschaftlichen Begleitung der Abwasserwärmenutzungsanlage<br />

Sudetendeutsche Straße in Straubing;<br />

Lehrstuhl für Rohstoff- und Energietechnologie, Technische<br />

Bild 5: Abwasserwärmetauscher im Technikgebäude<br />

Universität München in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-<br />

Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT,<br />

Sulzbach-Rosenberg; Auftraggeber Eigenbetrieb Straubinger<br />

Stadtentwässerung und Straßenreinigung, Straubing, 2. August<br />

2013, unveröffentlicht<br />

[2] Christ, O., Mitsdoerffer, R., 2013: Energie aus Abwasser –<br />

ein Leitfaden für Kommunen; Publikation des Bayerischen<br />

Landesamts für Umwelt (LfU), Augsburg, 2013<br />

AUTOREN<br />

Prof. Dr.-Ing. OLIVER CHRIST<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,<br />

Fakultät Umweltingenieurwesen, Fachgebiet<br />

Siedlungswasserbau, Weidenbach<br />

Tel. +49 9826 654-229<br />

E-Mail: oliver.christ@hswt.de<br />

Dr.-Ing. RALF MITSDOERFFER<br />

GFM Beratende Ingenieure GmbH,<br />

München<br />

Tel. + 49 89 3801 7814<br />

E-Mail: mits@gfm.com<br />

Dipl.-Ing. Univ. CRISTINA POP<br />

Eigenbetrieb Straubinger Stadtentwässerung<br />

und Straßenreinigung, Tiefbauamt,<br />

Straubing<br />

Tel. +49 9421 944-444<br />

E-Mail: cristina.pop@straubing.de<br />

04-05 | 2014 89


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

Wärme aus Abwasser und dem<br />

umgebenden erwärmten Erdreich nutzen<br />

Unser Abwasser wird mittlerweile immer stärker als mögliche Wärmequelle gesehen. Über Wärmepumpen und<br />

Kältemaschinen kann diese immense Wärmequelle heute wirtschaftlich erschlossen werden. Nachdem Strom, aufgrund des<br />

steigenden Anteils der regenerativen Erzeugung, immer umweltfreundlicher wird, ist der Einsatz von elektrisch betriebenen<br />

Wärmepumpen und der zusätzlich gewonnenen Umweltenergie aus dem Abwasserkanal und dem umgebenden,<br />

erwärmten Erdreich eine interessante zukunftsfähige Technologie. Eines der am Markt befindlichen Systeme ist das PKS-<br />

Thermpipe ® der Firma Frank GmbH aus Mörfelden, das im Folgenden vorgestellt wird.<br />

Die Wärmequelle Abwasser<br />

Die Menge an regenerativer Energie ist in der Summe gesehen<br />

weltweit prinzipiell unerschöpflich. Da Energie gemäß dem<br />

Energieerhaltungssatz nie verloren geht, ist es eine technische,<br />

wirtschaftliche und ökologische Herausforderung diese in<br />

einem Zustand der Wiedernutzbarkeit zu erhalten. Durch<br />

Rückgewinnungsmöglichkeiten soll sich der Energiekreislauf<br />

ständig schließen. Energieverluste stellen keine Vernichtung<br />

von Energie dar, sondern lediglich Umwandlungen in nicht<br />

nutzbare Energie, sogenannte Anergie.<br />

Das Erdreich um die Abwasserkanäle nimmt ständig die<br />

Wärmeenergie des Abwassers auf (Wärmeverlust) und fungiert<br />

quasi als „Anergiespeicher“.<br />

Häusliches Abwasser verlässt das Eigenheim in Richtung<br />

öffentliche Kanalisation mit einer durchschnittlichen<br />

Temperatur von 22 °C (bei industriellem Abwasser liegen<br />

die Temperaturen teilweise noch höher). Bis zur Kläranlage<br />

kühlt sich das Abwasser in der Regel auf 10 bis 16 °C ab.<br />

Dabei gibt das Abwasser die Temperatur an das umgebende<br />

Erdreich ab. Jeder Liter Abwasser verliert so bis zu<br />

12 Kelvin, das sind rund 13 Wh, an das Erdreich. Gängige<br />

Abwasserwärmerückgewinnungssysteme, ohne Einbindung<br />

des Erdreichs, gewinnen bisher lediglich aus dem Abwasser<br />

die Energie. Um die Biologie auf den Kläranlagen nicht zu<br />

stören, liegt die mögliche Entwärmung des Abwassers durch<br />

diese Wärmerückgewinnungssysteme im Bereich von 1 K.<br />

Das darüber liegende große Anergiepotenzial bleibt so noch<br />

ungenutzt.<br />

Das „System“ PKS-Thermpipe ®<br />

Die PKS-Thermpipe-Rohre ® sind querschnittsfreie<br />

Abwasser-Wickelrohre, die eine Grundwand besitzen,<br />

sowie außenliegende Stützschläuche zur statischen<br />

Lastaufnahme des Erdreichs. Die Stützschläuche werden<br />

mit einem Wärmeträgermedium (Glykolgemisch oder<br />

Wasser) durchströmt. Dieses Wärmeträgermedium führt<br />

die im Abwasserkanalbereich entzogene Wärme an eine<br />

Wärmepumpe (oder Kältemaschine), die das niedrige<br />

Temperaturniveau mittels eines Verdichters auf höhere<br />

Heiztemperaturen zur Gebäudeheizung bringt.<br />

Bild 1: Abwassertemperaturverlauf im Kanal Bild 2: Das System PKS-Thermpipe ®<br />

90 04-05 | 2014


ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL FACHBERICHT<br />

Das PKS-Thermpipe ® entzieht direkt Wärme aus dem<br />

Abwasser ohne Staustellen und zusätzlich entnimmt es<br />

gleichzeitig die Energie aus dem umgebenden erwärmten<br />

Erdreich. Rund 20 % der Wärmeenergie entstammen<br />

aus dem Abwasser direkt und etwa 80 % aus dem vom<br />

Abwasser erwärmten Erdreich. Das Erdreich mit seiner Speicherfunktion<br />

ist gerade in den Fällen wichtig, wenn diskontinuierlich<br />

Abwasser mit unterschiedlichen Temperaturhöhen<br />

anfällt. Man kann über die Pufferwirkung eine relativ<br />

gleichbleibende und verlässliche Wärmeentzugsleistung<br />

erzielen. Das Erdreich wird thermisch laufend durch nachfließendes<br />

Abwasser in den Abwasserrohren regeneriert.<br />

Bei hohen Abwassertemperaturen, z. B. aus industriellem<br />

Prozessabwasser mit über 30-40 °C, kann Trinkwasser auch<br />

ohne Wärmepumpeneinsatz vorerwärmt werden. Benötigt<br />

man die Abwasserwärmerückgewinnung zu Gebäude- oder<br />

Prozessheizzwecken mit entsprechendem Vorlauftemperaturniveau,<br />

werden eine oder mehrere Wärmepumpen<br />

eingesetzt.<br />

Das PKS-Thermpipe ® ist im Grunde eine optimierte waagrechte<br />

Geothermiesonde und verwendet als Wärmequelle höhere<br />

Temperaturen gegenüber der klassischen Geothermie. Aus<br />

diesem Grund sind auch die Wirkungsgrade (Leistungszahlen)<br />

der Wärmepumpen mit dem PKS-Thermpipe ® höher. Sofern<br />

ein Kanalneubau ansteht sind die Mehrkosten, um neben<br />

der Abwasserentsorgung auch die Wärme zu nutzen, relativ<br />

gering.<br />

Ein weiterer vorteilhafter Aspekt ist, dass Gebäude mit<br />

dem PKS-Thermpipe ® über reversible Wärmepumpen oder<br />

Kältemaschinen effektiv gekühlt werden können. Passives<br />

Kühlen ist ebenso auch ohne maschinellen Einsatz möglich.<br />

Im Sommer wird die aus den Gebäuden entzogene Wärme<br />

(Kühlung) an das Erdreich und an das Abwasser abgegeben.<br />

Aufgrund der höheren Temperaturdifferenz im Vergleich zu<br />

elektrisch betriebenen Außenluftklimaanlagen werden dabei<br />

höhere Leistungszahlen erreicht. Das zusätzliche Aufheizen<br />

der Innenstädte im Sommer aufgrund der wärmeabgebenden<br />

Klimageräte kann über die erdreichgebundene Wärmeabfuhr<br />

umweltfreundlich umgangen werden. Der in das Erdreich<br />

eingespeiste Wärmeenergieanteil steht im winterlichen Heizfall<br />

unter bestimmten Konstellationen wieder zur Verfügung.<br />

Erhöhen der Energiespeicherfähigkeit<br />

Zur Verbesserung der Energiespeicherfähigkeit des Erdreichs,<br />

ist der Einsatz von thermisch optimierten Verfüllbaustoffen<br />

möglich. Diese flüssig in den Rohrgraben eingebrachten<br />

Baustoffe härten spatenstichfest und formschlüssig um<br />

das PKS-Thermpipe ® -Rohr aus. Sie sind hinsichtlich der<br />

spezifischen Wärmekapazität und der Wärmeleitfähigkeit<br />

optimiert und weisen bessere Werte als die gängigen<br />

Einsandungen und das natürliche Erdreich auf. Durch die<br />

Formschlüssigkeit zum Wärmetauscher entstehen keine<br />

wärmeübergangsbehindernden Lufteinschlüsse. Auch die<br />

statische Ankopplung an das Erdreich wird verbessert.<br />

Befinden sich die Abwasserleitungen im Bereich des<br />

Grundwassers, erhöht sich die Effizienz des Gesamtsystems<br />

aufgrund der erhöhten Energieaufnahmefähigkeit.<br />

Bild 3: PKS-Thermpipe ® Heerenveen DH 600<br />

Bild 4: PKS-Thermpipe ® Winnenden DN 1500<br />

Bild 5: PKS-Thermpipe ® DN 500 mit Passstück<br />

04-05 | 2014 91


FACHBERICHT ENERGIEVERSORGUNGSSYSTEME IM WANDEL<br />

»»<br />

Heizleistung: 22,7 kW<br />

»»<br />

Entzugsleistung: 18,5 kW<br />

Anlage in Dax (Frankreich), Eco Quartier du<br />

Mousse, (Bild 6)<br />

Anlagedaten:<br />

»»<br />

PKS-Thermpipe ® DN 800: 144 m<br />

»»<br />

Heizkreise: 24<br />

»»<br />

Trockenwetterabfluss: 138 l/s<br />

»»<br />

Temperatur im Abwasser: 16-27 °C<br />

»»<br />

Entzugsleistung: 120 kW<br />

»»<br />

Heizleistung: 147 kW<br />

»»<br />

Wärmebedarf: Deckungsgrad mit Thermpipe (90 %),<br />

Rest Gasbrennwert (10 %)<br />

Bild 6: PKS-Thermpipe ® DN 800, Verteilerschacht mit 24 Heizkreisen in<br />

Dax, Frankreich<br />

Beispiele ausgeführter Anlagen<br />

Anlage in Winnenden, Kläranlage Zipfelbachtal,<br />

(Bild 4)<br />

Anlagendaten:<br />

»»<br />

PKS-Thermpipe ® DN 1500: 60 m<br />

»»<br />

Heizkreise: 10<br />

»»<br />

Trockenwetterabfluss: 40 l/s<br />

»»<br />

Abwassertemperatur im Winter: 13 °C<br />

»»<br />

Heizleistung: 43 kW<br />

»»<br />

Entzugsleistung: 34,4 kW<br />

»»<br />

Wärmepumpen-Vorlauftemperatur: 50 °C<br />

»»<br />

Wärmepumpen-Rücklauftemperatur: 40 °C<br />

»»<br />

Soleeintrittstemperatur: 6 °C<br />

»»<br />

Soleaustrittstemperatur: 3 °C<br />

»»<br />

COP bei Auslegung: 5,0<br />

Anlagen in Heerenveen (Niederlande), (Bild 3)<br />

Anlagendaten (vier Einzelanlagen):<br />

»»<br />

Anlage 1: 60 m Thermpipe DN 800; 50 kW<br />

Entzugsleistung, ca. 70 kW Heizleistung<br />

»»<br />

Anlage 2: 60 m Thermpipe DN 700; 45 kW<br />

Entzugsleistung, ca. 60 kW Heizleistung<br />

»»<br />

Anlage 3: 60 m Thermpipe DN 700; 45 kW<br />

Entzugsleistung, ca. 60 kW Heizleistung<br />

»»<br />

Anlage 4: 60 m Thermpipe DN 600; 38 kW<br />

Entzugsleistung, ca. 52 kW Heizleistung<br />

Anlage in Weimar Wimaria Sportzentrum, (Bild 5)<br />

Anlagendaten:<br />

»»<br />

PKS-Thermpipe ® DN 500: 36 m<br />

»»<br />

Trockenwetterabfluss: 7,5 l/s<br />

»»<br />

Heizkreise: 3<br />

Fazit und Ausblick<br />

»»<br />

Erdreichgebundene Abwasserwärmetauscher speichern<br />

die Energie aus Abwasser und stellen diese bei Bedarf<br />

wieder zur Verfügung. Sie sind so auch ein bedeutender<br />

Baustein im Smart Grid und entlasten die Stromnetze.<br />

»»<br />

Selbst erzeugter überschüssiger Strom, z. B. aus einer<br />

Photovoltaikanlage, kann über reversible Wärmepumpen<br />

in Wärme umgewandelt und im kanalumgebenden<br />

Erdreich zwischen gespeichert werden. Die<br />

Wärmepumpen-Heizungspuffer in den Gebäuden<br />

helfen zusätzlich die Lastspitzen des Stromnetzes zu<br />

kompensieren.<br />

»»<br />

Stauraumkanäle aus PKS-Thermpipe ® -Rohren<br />

(Abwasserreservoire) können gezielt bei Stromlasttiefen<br />

auf niedrigem Temperaturniveau als Wärmespeicher<br />

verwendet werden.<br />

»»<br />

Erdreichgebundene Abwasserwärmenutzungsanlagen<br />

können im Altbau oder in Nah- und Fernwärmenetzen<br />

einen überaus großen einspeisenden Energieanteil über<br />

die Anhebung des Heizungsrücklaufs wirtschaftlich und<br />

ökologisch übernehmen.<br />

»»<br />

Thermische Aktivierung von Infrastruktur als<br />

Einsparmöglichkeit für Kommunen ist ein weites Feld. So<br />

kann Abwasserwärme z.B. genutzt werden zur passiven<br />

(ohne Wärmepumpenunterstützung) Eisfreihaltung von<br />

öffentlichen Plätzen, Gehwegen, Bahnsteigen, Weichen<br />

usw..<br />

BERNHARD LÄUFLE<br />

Frank GmbH, Mörfelden-Walldorf<br />

Tel. +49 6105 4085-209<br />

E-Mail: b.laeufle@frank-gmbh.de<br />

Halle B6, Stand 312<br />

AUTOR<br />

92 04-05 | 2014


WASSERVERSORGUNG PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

Wasserleitung von der Türkei nach Zypern<br />

PE 100-Transportleitung d 1600 und deren technische Flanschlösung<br />

Die Verwendung von Polyethylen-Druckrohrleitungen wird international immer angesehener und anspruchsvoller. Die<br />

Gründe dafür sind vielschichtig, angefangen mit der hervorragenden Beständigkeit gegen Korrosion, der Flexibilität der<br />

PE 100-Rohre und den sich dadurch ergebenen Verlege- und Kostenvorteilen.<br />

Mit dem Bau der 80 km langen Trinkwasserleitung quer<br />

durch das Mittelmeer werden neue Maßstäbe in der Wasserversorgung<br />

gesetzt. Die von der Türkischen Republik<br />

Nordzyperns (TRNC) dringend benötigte Wasserleitung<br />

führt vom türkischen Festland (Provinz Mersin) zum türkischen<br />

Teil der Insel Zypern. Für das TRNC-Project werden<br />

500 m lange PE-Rohrstränge in einem Stück hergestellt und<br />

ca. 250 m unter dem Meeresspiegel freischwebend verlegt.<br />

Eine sonst übliche Verlegung am Meeresgrund war bei<br />

diesem Projekt nicht die erste Wahl. Einer der Gründe dafür<br />

sind die Tiefen der Verlegungsstrecke von bis zu 1.400 m<br />

unter dem Meeresspiegel, die von vielen Unterseeklippen<br />

überzogen sind.<br />

Die Planung des Projektes ist bereits mehr als 15 Jahre<br />

alt. Bereits 1998 wurde der Alaköprü-Damm auf der türkischen<br />

Seite geplant. Die Verlegung der PE 100-Druckrohrleitung<br />

ist nur der Abschluss einer längeren Prozesskette.<br />

In den Bergen, nordöstlich der Mittelmeerstadt<br />

Anamur, begann 2011 der Bau des Alaköprü-Dammes,<br />

der zusätzlich zur Stromgewinnung mittels Wasserkraftwerk<br />

genutzt werden soll und das benötigte Wasser<br />

aufstaut. Von dort aus führt eine Leitung das Wasser<br />

zum Pumpwerk der Stadt Anamur, von wo aus die PE-<br />

Druckleitung in das Mittelmeer eintritt. Nach der ca.<br />

80 km Meeresüberquerung trifft die PE-Druckleitung auf<br />

das Festland der Türkischen Republik Nordzyperns. Dort<br />

wird das Wasser in das ca. 3 km entfernte Reservoir des<br />

Geçitköy-Damms gepumpt.<br />

Das einmalige PE-Projekt beginnt dort, wo in unmittelbarer<br />

Nähe zum Auffangbecken von Taşucu bereits seit<br />

vielen Monaten auf drei Extruder-Anlagen parallel die<br />

PE 100-Druckrohre mit einem Außendurchmesser von<br />

1.600 mm und der benötigten Länge von je 500 m hergestellt<br />

werden. Dies führt nicht nur zu Kostenvorteilen,<br />

sondern ist auch für viele Projekte ein gewünschter und<br />

vorgeschriebener Sicherheitsvorteil. Diese Länge ergab<br />

Bild 1: Aufbau der Meeresüberquerung zwischen der Türkei und Zypern<br />

04-05 | 2014 93


PROJEKT KURZ BELEUCHTET WASSERVERSORGUNG<br />

Bild 2: Links: Bereits gefertigter Vorschweißbund bei REINERT-RITZ, rechts: Vorschweißbund inklusive Stahlkammerung,<br />

Rohrverlängerung und Versteifung<br />

sich aus der Tatsache, weil PE-Rohre normalerweise aufgrund<br />

ihrer speziellen Dichte unter 1 g/cm -3 auf dem Wasser<br />

schwimmen würden. Zusammen mit der niedrigeren<br />

Dichte von Frischwasser, gegenüber dem Meerwasser,<br />

führt dies zu enormen Auftriebskräften. Dem entgegen<br />

wirken die Verbindungspunkte der Rohre, bestehend aus<br />

je zwei Flanschverbindung und einem Stahlbogens, an<br />

dem diese Flanschverbindung befestigt wird. Die Stahlbögen<br />

mit einer Abmessung von 1.514 mm Außendurchmesser,<br />

einem Biegeradius von 8.000 mm und einem<br />

Biegewinkel von 30° wiegen allein ohne Anschlussstücke<br />

ca. 10 Tonnen. Mit den zwei Anschlussstücken beläuft<br />

sich das Gewicht auf ca. 13 Tonnen. Die Stahlbögen, die<br />

auch als Fix- und Ankerpunkte dienen, werden mittels<br />

Stahlseil anschließend auf 250 m Tiefe heruntergezogen<br />

und am Meeresboden verankert (Bild 1), womit die<br />

Besonderheit des Projektes noch besser veranschaulicht<br />

werden kann.<br />

Die speziell hergestellten Verbindungselemente werden<br />

vor Ort an die langen PE-Rohre angeschweißt und mittels<br />

eines dafür vorgesehenen Stahlflansches an die Stahlbögen<br />

angeschraubt. Anschließend wird diese Verbindung als<br />

Fix- und Ankerpunkte mittels Stahlseilen am Meeresboden<br />

verankert. Die Herausforderung für REINERT-RITZ bestand<br />

darin, mit ihrem Produkt die PE-Rohre und Stahlbögen sicher<br />

und dauerhaft zu verbinden, so dass ihr auch die widrigen<br />

Verhältnisse im Mittelmeer der Verbindung nichts anhaben<br />

können. In ca. 250 m Tiefe entstehen bei dieser Konstruktion<br />

folgende technische Herausforderungen: Auftriebskräfte<br />

der PE 100-Rohrleitung; dynamische und starke Meeresströmungen,<br />

hohes Schiffs- und U-Boot-Verkehrsaufkommen<br />

sowie mögliche Erdbeben und 7 bar Betriebsdruck.<br />

Entscheidung für hohe Qualität und Sicherheit<br />

Als Spezialist für Halbzeuge und druckklassengerechte Formteile,<br />

insbesondere für große Abmessungen bis zu einem Außendurchmesser<br />

von d 2000 mm, ist das nordhorner Unternehmen<br />

der richtige Partner für anspruchsvolle Problemlösungen.<br />

Die Erfahrung von über 40 Jahren im Kunststoffbereich und<br />

das ausgeprägte Qualitätsbewusstsein waren die ausschlaggebenden<br />

Argumente für die Zusammenarbeit des Projektplaners<br />

mit REINERT-RITZ. Angefangen mit dem hochwertigen<br />

Granulat für die Herstellung der Halbzeuge bis hin zum fertigen<br />

Bauteil konnte das Unternehmen mit einer lückenlosen<br />

Qualitätssicherung die hohe Fertigungsqualität garantieren,<br />

die für die Realisierung und Umsetzung des anspruchsvollen<br />

Projektes unerlässlich ist. Das hohe Qualitätsdenken wurde<br />

vor allem von der Gasindustrie in Deutschland mit geprägt.<br />

Sie gehörte bereits historisch zu den ersten Anwendern von<br />

PE, um die hohe Biegebelastbarkeit des Werkstoffes in Bergsenkungsgebieten<br />

zu nutzen. Erst danach haben, innerhalb<br />

von nur 50 Jahren, die Sicherheits- und Kostenvorteile PE zur<br />

Marktführerschaft in der Versorgungstechnik geführt.<br />

Somit ist nicht verwunderlich, dass bereits mehr und mehr<br />

positive Erfahrungen bei der Verwendung von PE-Druckrohrsystemen<br />

bei großen Industrie-Feuerlöschsystemen und<br />

Kraftwerksanlagen vorliegen, wozu auch die Nuklearindustrie<br />

gehört.<br />

Für diese voll druckbelastbaren Formteile gibt es zwei Fertigungsverfahren,<br />

den Spritzguss oder die Zerspanung von<br />

Halbzeugen. Bei diesen Verfahren werden die von REINERT-<br />

RITZ hergestellten Hohl- und Vollstäbe verwendet. Diese<br />

Fertigungsmethode garantiert ein Produkt mit über 40<br />

Jahren Erfahrung in Design sowie Verarbeitung, das frei<br />

von Lunkern ist.<br />

94 04-05 | 2014


WASSERVERSORGUNG PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

Lösung des komplexen Flanschkonzeptes<br />

Für die Herstellung der speziellen Flanschverbindungen<br />

werden im ersten Schritt Hohlstäbe in einer Größe von<br />

1.900/1.400 mm und einer Wanddicke von ca. 250 mm<br />

produziert. Die anschließende Bearbeitung erfolgt mittels<br />

einer Fräsmaschine. Diese kann Formteile bis zu einer Größe<br />

von 2.800 x 1.500 x 4.800 mm bearbeiten. Eine besondere<br />

Herausforderung bestand in der für PE-Rohrleitungsteile<br />

großen Dimension und sehr genauen Maßhaltigkeit von<br />

-0,0 mm sowie +0,5 mm. Der fertige PE 100-Bund wird<br />

in der Türkei formschlüssig in zwei Stahl- Flanschschalen<br />

eingefasst, in die er sich perfekt einfügen muss. Die mit<br />

hoher Genauigkeit gefertigten Flanschverbindungen werden<br />

auf einem Spezialschiff mit jeweils 24 Verbindungsbolzen<br />

beidseitig an den Stahlbogen montiert. Anschließend erfolgt<br />

die Verankerung auf dem Meeresgrund, um die Druckrohrleitung<br />

auf durchschnittlich 250 m Tiefe frei schweben zu<br />

lassen.<br />

Fazit<br />

Voraussetzung für das erfolgreiche Gelingen des Projektes<br />

war, ein Formteil aus PE 100 für die höchstanspruchsvolle<br />

und innovative Flanschlösung zu realisieren, das sicher und<br />

dauerhaft Stahl und PE 100 verbindet. Vor allem die extremen<br />

dynamischen Belastungen, denen die Flanschverbindung<br />

im Meer ausgesetzt ist, wurden bei der Entwicklung<br />

berücksichtigt. Die gute Kommunikation und Zusammenarbeit<br />

zwischen REINERT-RITZ und den Projektplanern führten<br />

zu einer erfolgreichen Installation vor Ort und geben ein<br />

Höchstmaß an Vertrauen in die dauerhafte Sicherheit der<br />

Flanschverbindung.<br />

KONTAKT: REINERT-RITZ GmbH, Nordhorn, Tel. +49 5921 83470,<br />

E-Mail: contact@reinert-ritz.com, www.reinert-ritz.com<br />

Halle B6, Stand 143<br />

Bild 3: 500 m Rohrsegment in der Türkei<br />

INFO<br />

Der Newsletter für<br />

die Rohrleitungsbranche<br />

Anmelden unter www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

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04-05 | 2014 95


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Das GompitZ-Modell für die Zustandsmodellierung<br />

von Abwassernetzen<br />

Für strategische, aber auch operative Planungsaufgaben in der Stadtentwässerung ist es von enormem Vorteil, die<br />

Zustandsentwicklung der Kanalnetze zu kennen. Auf Basis aktueller Zustände aus der Inspektion kann mit Hilfe von<br />

Alterungsmodellen der Zustand von Kanälen prognostiziert werden. In Deutschland und international wurden in den letzten<br />

Jahren verschiedene Modellansätze hierzu entwickelt. Im vorliegenden Fachbeitrag werden das GompitZ-Alterungsmodell<br />

und dessen Anwendungsspektrum - Ermittlung von Restnutzungsdauern, Sanierungsprioritäten und Inspektionsplänen<br />

- durch die Implementierung in die Software KANEW-Z vorgestellt.<br />

Einleitung<br />

Entwässerungsnetze sind Teil der stadttechnischen Infrastruktur<br />

und erfüllen wichtige siedlungsfunktionale Aufgaben<br />

wie den sicheren Abtransport von Schmutz- und<br />

Regenwasser. Die Netze stellen mit ihren Leitungen, Kanälen<br />

und Anlagen ein bedeutendes Vermögen dar, das allein<br />

im Bereich der öffentlichen Kanalisation einen geschätzten<br />

Wiederbeschaffungswert von etwa 687 Milliarden Euro<br />

hat und damit das Doppelte des Bundeshaushaltes 2014.<br />

Die Angaben in der Literatur schwanken stark, abhängig<br />

vom Ansatz der spezifischen Wiederbeschaffungskosten<br />

und der Einbeziehung von Anlagenteilen. Die vorgenannte<br />

Zahl bezieht sich auf die DWA-Umfrage zum Zustand der<br />

Kanalisation 2009 [1].<br />

Im allgemeinen öffentlichen Bewusstsein spielen diese Zahlen<br />

oft nur eine untergeordnete Rolle, da diese Werte im<br />

wahrsten Sinne des Wortes vergraben sind. Verschleiß,<br />

Funktionsstörungen und Schäden an Entwässerungsnetzen<br />

werden vom Bürger nur selten wahrgenommen, es<br />

sei denn der Kanal unter einer Straße bricht ein oder es<br />

kommt zu Geruchsbelästigungen. Fachleute gehen allerdings<br />

davon aus, dass durchschnittlich etwa ein Fünftel der<br />

Kanäle dringend sanierungsbedürftig sein [1]. Oft sind die<br />

Budgets für Instandhaltungsinvestitionen der Kommunen<br />

zumeist nicht ausreichend, um kurzfristig eine komplette<br />

Schadensbeseitigung zu ermöglichen. Es ist deshalb erforderlich,<br />

die vorhandenen Mittel effizient und zielorientiert<br />

einzusetzen. Darüber hinaus hilft die Kenntnis über die<br />

mittel- und langfristige Zustandsentwicklung zur Einplanung<br />

finanzieller Mittel in der Zukunft. Ein wesentliches Werkzeug<br />

ist hierbei die Anwendung von Alterungsmodellen, die die<br />

Zustandsentwicklung einzelner Netzelemente mathematisch<br />

abbilden und dadurch eine Prognose ermöglichen.<br />

Zustandsklassifizierung<br />

Eine Voraussetzung für die Anwendung von Alterungsmodellen<br />

ist die Zustandsklassifizierung der Haltungen anhand<br />

von Inspektionsbefunden. Zustandsdaten beschreiben<br />

bei Entwässerungsnetzen den zum Inspektionszeitpunkt<br />

festgestellten baulichen Zustand. Zustände werden meist<br />

durch Zustandsklassen beschrieben in Bandbreiten von<br />

sehr gut (= neu) bis sehr schlecht (= Ende der Nutzungsdauer<br />

erreicht, sofortiger Handlungsbedarf). Die Anzahl<br />

der Zustandsklassen kann hierbei variieren, üblich für<br />

Kanalnetze sind 4-6 Zustandsklassen. Im DWA-Merkblatt<br />

M-149-3 ist eine solche prioritätsorientierte Zustandsklassifizierung<br />

beschrieben [2].<br />

Für eine optimale Modellbildung sollte eine Zustandsklassifizierung<br />

verwendet werden, die auf der gesamten<br />

Substanz einer Haltung beruht und sich nicht vorrangig<br />

am schwerwiegendsten Einzelschaden orientiert. Ein<br />

möglicher Ansatz zur Bestimmung der Substanzklasse ist<br />

im Anhang des „Leitfaden zur strategischen Sanierungsplanung“<br />

[3] beschrieben. Weiterhin repräsentiert das<br />

sogenannte Bietigheimer Modell [4] eine Möglichkeit der<br />

Substanzklassifizierung.<br />

Bild 1: Übergang Analyserahmen für eine integrierte Netzstrategie<br />

Bild 2: Beschreibung der Gompertzfunktion im<br />

Gompertz-Alterungsmodell<br />

96 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Das GompitZ-Alterungsmodell<br />

Die Zustandsverschlechterung bzw. Alterung wird durch<br />

den Übergang von einem Zustand in den nächst schlechteren<br />

modelliert. Die Wahrscheinlichkeit eines Übergangs<br />

von einer Zustandsklasse in die nächst schlechtere wird<br />

dabei durch eine mehrparametrige Zustandsübergangsfunktion<br />

(ZÜF) beschrieben. Bild 1 zeigt diesen Ansatz<br />

exemplarisch für die drei Zustandsklassen A, B und C.<br />

Das Gompitz-Modell wurde vor mehr als zehn Jahren<br />

im Rahmen des EU-Forschungsprojektes CARE-S entwickelt,<br />

an dem u.a. das Institut Stadtbauwesen und<br />

Straßenbau der Technischen Universität Dresden beteiligt<br />

gewesen war. Mit Hilfe eines Semi-Markov-Modells werden<br />

Zustandsübergangsfunktionen mathematisch durch<br />

Gompertz-Funktionen beschrieben. Die Parameter der<br />

Funktion sind die Alterungsgeschwindigkeit bestimmende<br />

Faktoren. In Bild 2 ist die im Alterungsmodell verwendete<br />

Gompertz-Funktion nach Le Gat [6] dargestellt.<br />

Einflussfaktoren auf die Zustandsentwicklung können<br />

einerseits die individuellen Charakteristiken der Haltungen,<br />

wie z. B. Material, Bauperiode, Verlegetiefe, Profilart<br />

bzw. Nennweite oder auch das Abwassersystem<br />

(Schmutzwasser, Regenwasser, Mischwasser), sein und<br />

andererseits lokale Einflussfaktoren, wie z. B. Lage im<br />

Grundwasser, Bodenart oder aufliegende (Verkehrs-)<br />

Lasten.<br />

Anwendungsspektrum<br />

DIN EN 752 [5] fordert ein koordiniertes Management von<br />

Planung, Bemessung, Bau, Sanierung, Betrieb und Unterhalt<br />

aller Systeme aus Abwasserleitungen und -kanälen. Dazu<br />

gehört auch eine langfristige Sanierungsstrategie, die in<br />

verschiedenen Detaillierungsstufen aufgestellt werden kann.<br />

Durch den Einsatz von Alterungsmodellen kann zunächst<br />

der bauliche Zustand aus Inspektionen verschiedener Zeitpunkte<br />

auf einen Stichtag hochgerechnet und fortgeschrieben<br />

werden. Hierbei kann auch der potenzielle Zustand<br />

von noch nicht inspizierten Haltungen ermittelt werden.<br />

Technische und wirtschaftliche Auswirkungen unterschiedlicher<br />

Sanierungsstrategien können im Anschluss simuliert<br />

werden.<br />

Die haltungsscharfe Zustandsprognose kann außerdem zur<br />

Festlegung einer selektiven Inspektionsstrategie verwendet<br />

werden. Dabei wird vom üblicherweise festen Inspektionsturnus<br />

abgewichen und stattdessen haltungsscharf<br />

der nächste Termin beim wahrscheinlichen Erreichen eines<br />

definierten Interventionszustands festgelegt.<br />

Aus der Zustandsprognose lässt sich ebenfalls eine noch<br />

vorhandene Restnutzungsdauer ableiten. Mit deren Hilfe<br />

können verschiedene Wertdefinitionen berechnet werden<br />

(z. B. Substanzwert, Restbuchwert), die wiederum zur Erstellung<br />

von Eröffnungsbilanzen und Gebührenrechnungen<br />

benötigt werden.<br />

Bild 3: Analyserahmen des GompitZ-Ansatzes<br />

Praktische Anwendung<br />

Das GompitZ-Alterungsmodell wurde in der Software<br />

KANEW-Z implementiert. Damit steht ein Tool zur Verfügung,<br />

mit dem man die Zustandsentwicklung für Entwässerungsnetze<br />

simulieren kann zur Unterstützung von<br />

strategischen und operativen Planungsaufgaben. KANEW-Z<br />

ist eine Neuentwicklung des im Rahmen eines Forschungsvorhabens<br />

an der TU Dresden entwickelten Programms<br />

GompSoft [7]. Der Ablauf der gesamten Modellanwendung<br />

ist in Bild 3 dargestellt.<br />

Voraussetzung für die Modellierung sind mindestens<br />

Angaben zu Baujahr und Länge für jede einzelne Haltung.<br />

Darüber hinaus dienen weitere Angaben (z. B. Material,<br />

Abwasserart, Profilart) einer differenzierteren Betrachtung<br />

zur Verbesserung der Modellergebnisse. Neben den<br />

Bestandsdaten ist eine Zustandsklassifizierung für einen<br />

repräsentativen Anteil des Netzes Voraussetzung für die<br />

Modellbildung und -kalibrierung. Für Haltungen, die noch<br />

nicht inspiziert worden sind, kann anschließend mit dem<br />

Modell der wahrscheinliche Zustand ermittelt werden.<br />

Innerhalb der Modellbildung werden zunächst alterungsbeeinflussende<br />

Faktoren identifiziert. Das Netz kann hierzu in<br />

Cluster mit ähnlichem Alterungsverhalten unterteilt werden.<br />

Typische Merkmale für eine Unterteilung sind Materialarten<br />

und Bauperioden. Andererseits können Einflussfaktoren<br />

– insbesondere solche mit numerischer Ausprägung wie<br />

beispielsweise Tiefenlage, Überdeckung oder Nennweite<br />

– auch direkt im Modell in den Einflussfaktorenvektoren<br />

Z0 und Z1 der mathematischen ZÜF berücksichtigt werden<br />

(siehe Bild 2). Jeder Einflussfaktor wird mit Hilfe eines Chi-<br />

Square-Tests auf seine Signifikanz bezüglich des Alterungsverhaltens<br />

geprüft. Die Qualität der Kalibrierung kann u. a.<br />

mit graphischen Hilfsmitteln durch die Erstellung von Abweichungsprofilen<br />

zwischen empirischen und prognostizierten<br />

04-05 | 2014 97


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 4: Abweichungsprofil für eine Zustandsübergangsfunktion<br />

Bild 5: Entwicklung der Substanzklassenanteile im Prognosezeitraum<br />

Werten (Bild 4) und durch die Berechnung verschiedener<br />

Anpassungskennziffern geprüft werden.<br />

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Validierung über eine<br />

Monte-Carlo-Simulation. Hierbei werden mehrere Kalibrierungen<br />

automatisch durchgeführt. Bei jedem einzelnen Kalibrierungslauf<br />

wird zufällig ein Anteil der bekannten Zustandsklassifizierung<br />

– i.d.R. 70 % – für die Kalibrierung verwendet.<br />

Das so kalibrierte Modell wird anhand der verbleibenden 30<br />

% bekannter Zustandsdaten validiert, d. h. es findet eine<br />

Überprüfung statt inwieweit die mit dem Modell prognostizierten<br />

individuellen Zustände mit den tatsächlichen Zuständen<br />

übereinstimmen. Das Modell mit der besten Übereinstimmung<br />

kann dann für die anschließenden Simulationen verwendet<br />

werden.<br />

Je nach Ausprägung der berücksichtigten Charakteristika werden<br />

so haltungsindividuelle ZÜF aufgestellt, die das Alterungsverhalten<br />

unter Berücksichtigung relevanter Einflussfaktoren<br />

abbildet. Auf Grundlage dieser Funktionen kann – ausgehend<br />

vom Ausgangszustand – für jeden Zeitpunkt im Prognosezeitraum<br />

ein Zustandsvektor berechnet werden. Der Zustandsvektor<br />

beinhaltet die Wahrscheinlichkeiten, mit der ein Element<br />

sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten<br />

Zustandsklasse befindet. Der jährliche, haltungsindividuelle<br />

Zustandsvektor ist das entscheidende<br />

Element für die weitere Auswertung, da aus ihm<br />

für jeden Zeitpunkt eine zu erwartende Zustandsklasse<br />

ermittelt werden kann. Bild 5 zeigt exemplarisch<br />

eine Zustandsentwicklung auf Netzebene<br />

für einen Zeitraum von 40 Jahren.<br />

Netzbetreiber können eine durchschnittliche<br />

Interventions-Zustandsklasse oder Grenzwahrscheinlichkeiten<br />

für bestimmte Zustandsklassen<br />

definieren, durch deren Erreichen Handlungen<br />

initiiert werden. Dies sind in der Regel Erst- oder<br />

Folge-Inspektionen, auf deren Grundlage dann<br />

gegebenenfalls konkrete Sanierungsmaßnahmen<br />

eingeleitet werden. Auf diese Art lässt<br />

sich haltungsindividuell ein sinnvoller Inspektionszeitpunkt<br />

bestimmen. Tritt eine Haltung mit<br />

einer bestimmten Wahrscheinlichkeit in einen<br />

schlechteren als den definierten Mindestzustand<br />

ein, zeigt dies das Ende der Nutzungsdauer an.<br />

Die Differenz aus dem aktuellen Alter und dem<br />

Prognosejahr, in dem der geforderte Mindestzustand<br />

unterschritten wird, ergibt dann die<br />

Restnutzungsdauer.<br />

Ist die Restnutzungsdauer bekannt, lassen sich<br />

weitere Größen wie beispielweise Substanzwerte<br />

oder Investitionsbudgets auf Basis von Wiederbeschaffungswerten<br />

berechnen.<br />

Auf Netz- oder Teilnetzebene lassen sich langfristige<br />

Sanierungsstrategien ableiten, in denen<br />

unterschiedliche Sanierungslängen, Budgets und<br />

deren Konsequenzen simuliert werden können.<br />

Die anzuwendende Sanierungsart kann in der<br />

Regel erst unter Berücksichtigung weiterer haltungsscharfer<br />

Analysen bestimmt werden.<br />

Das GompitZ-Alterungsmodell wurde bisher mehrfach in Kommunen<br />

in NRW bei der Ermittlung des Anlagevermögens im<br />

Rahmen der Einführung der Doppik eingesetzt. International<br />

gibt es Anwendungen u. a. in Oslo, Montreal und Anchorage.<br />

Seit 2011 wird das Modell als Softwarelösung durch die 3S<br />

Consult GmbH weiterentwickelt und zur Bearbeitung von<br />

Fragen des Infrastrukturmanagements eingesetzt.<br />

Zusammenfassung und Ausblick<br />

Das vorgestellte GompertZ-Alterungsmodell stellt einen<br />

wichtigen Baustein zur Unterstützung von operativen und<br />

strategischen Planungsaufgaben - Inspektionsplanung, Investitionsplanung,<br />

Sanierungsplanung - in der Stadtentwässerung<br />

dar. Das in KANEW-Z implementierte Modell ist gegenwärtig<br />

Gegenstand des Forschungsprojektes SEMA (Sewer deterioration<br />

model for asset management strategy) in Kooperation mit<br />

dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH. Dabei werden<br />

Eignung, Robustheit und Qualität des Ansatzes geprüft. Es<br />

werden die Auswirkungen von unterschiedlicher Datenqualität,<br />

Stichprobenumfang und verschiedenen Einflussfaktoren auf<br />

die Qualität von Alterungsprognosen geprüft. Grundlage für<br />

die Analysen sind Netzdaten von Kommunen in Deutschland<br />

98 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

und Frankreich. Ziel des Projektes sind Aussagen über Mindestanforderungen<br />

an Datenqualität und -quantität für eine<br />

zuverlässige Anwendung eines Alterungsmodells.<br />

Neben den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten im Bereich<br />

der Stadtentwässerung eignet sich das Modell auch für den<br />

Einsatz in Versorgungsnetzen, wo neben den allgegenwärtigen<br />

Schadensstatistiken zunehmend auch weitere Zustandsinformationen<br />

gesammelt werden, z. B. bei Materialuntersuchungen<br />

an Leitungen oder Thermografieanalysen in der<br />

Fernwärmeversorgung.<br />

Literatur<br />

[1] Berger, C.; Falk, C.: Zustand der Kanalisation – Ergebnisse der<br />

DWA-Umfrage 2009. KA – Korrespondenz Abwasser, Abfall.<br />

01/2011. GFA. S. 26-41 (2011)<br />

[2] DWA-Merkblatt M 149-3 „Zustandserfassung und -beurteilung<br />

von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden, Teil 3:<br />

Zustandsklassifizierung und -bewertung“ (2007-11)<br />

[3] DWA (Hrsg.): Leitfaden zur strategischen Sanierungsplanung –<br />

DWA Themenheft T4/2012. Hennef, 2012<br />

[4] Hochstrate, K.: Substanzwertorientierte Zustandsklassifizierung<br />

von Kanälen – Das Bietigheimer Modell. Korrespondenz Abwasser<br />

- Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall (46) Nr. 2, 1999 (de)<br />

[5] DIN EN 752 „Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden“<br />

(2008)<br />

[6] Le Gat: Modelling the Deterioration Process of Drainage Pipelines.<br />

Paper for the Urban Water Congress. Urban Water Journal,<br />

Volume 5, Issue 2 (2006) pages 97-106<br />

[7] Schmidt, T.: Modellierung von Kanalalterungsprozessen auf<br />

der Basis von Zustandsinformationen. Dresdner Beiträge zum<br />

Stadtbauwesen. Dissertation an der Fakultät Bauingenieurwesen<br />

der TU Dresden, 234 Seiten, 2009<br />

Dipl.-Ing. INGO KROPP<br />

3S Consult GmbH, Büro Dresden<br />

Tel. +49 351 48245-31<br />

E-Mail: kropp@3sconsult.de<br />

AUTOREN<br />

Prof. DR.-ING. TORSTEN SCHMIDT<br />

Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachbereich<br />

Wasser- und Kreislaufwirtschaft<br />

Tel. +49 391 886-4679<br />

E-Mail: torsten.schmidt@hs-magdeburg.de<br />

www.fachverband-steinzeug.de<br />

Steinzeugrohre –<br />

Qualität für Generationen<br />

04-05 | 2014 99


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Druckklassengerechte Abzweige<br />

an PE-Leitungen ohne Unter brechung<br />

des Betriebs herstellen<br />

Neuartige Sattelformstücke eröffnen komfortable und wirtschaftliche Möglichkeiten für die Montage von Abzweigen<br />

oder Be- und Entlüftungen an PE-Rohrleitungen. In Verbindung mit einer Schleusenarmatur können Abzweige sogar<br />

ohne Betriebsbeeinträchtigung im sogenannten „Hot tapping“ der Hauptleitung realisiert werden. Darüber hinaus lassen<br />

sich Rohrleitungen mit lokal einzugrenzenden Schäden, wie z. B. unzulässig tiefe Kratzer oder Riefen in der Rohrwand<br />

bis hin zur Rohrpenetration mit sogenannten „Reparaturpatches“ ohne Heraustrennen der Schadstelle und aufwändiges<br />

Einbinden eines Passstücks instandsetzen.<br />

Herstellung von Abzweigen<br />

Praxis der Einbindung an Versorgungsleitungen<br />

Um groß dimensionierte Abzweige herstellen zu können,<br />

mussten bislang T-Stücke eingebaut werden. Mit wachsendem<br />

Rohrdurchmesser steigen hierbei die Kosten für die in<br />

der Regel manuell in Kleinstserien hergestellten Formstücke<br />

überproportional. Hinzu kommen die Aufwendungen für<br />

die Einbindungstechnik und vor allem für die Unterbrechung<br />

des Leitungsbetriebs.<br />

Hauptrohr<br />

d 1<br />

[mm]<br />

SDR11-SDR33<br />

Abzweig<br />

d 2<br />

[mm]<br />

SDR11<br />

Druckstufe<br />

[bar]<br />

d315 d225 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d355 d225 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d450 d225 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d500 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d560 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d630 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d710 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d800 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d900 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d1000 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

d1200 d160 G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

Abzweig<br />

d 2<br />

[mm]<br />

SDR11<br />

d250<br />

d250<br />

d250<br />

d225<br />

d225<br />

d225<br />

d225<br />

d225<br />

d225<br />

d225<br />

d225<br />

Druckstufe<br />

[bar]<br />

G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

G: MOP10<br />

W/P: PFA16<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: MOP5<br />

W/P: PFA10<br />

G: Gas - W/P Trinkwasser- oder Druckleitung für flüssiges Medium,<br />

MOP: Max. zul. Betriebsdruck - PFA: max. zul. Bauteilbetriebsdruck<br />

Andere Abmessungen / Druckstufen auf Anfrage<br />

Tabelle 1: Programmumfang für Stutzensattel SA-XL<br />

Einen Leitungsabschnitt für Einbindungsarbeiten in Gas- und<br />

Wasserversorgungssystemen trennen zu müssen, ist immer<br />

mit großem Aufwand verbunden (Bild 1), insbesondere durch<br />

»»<br />

den erheblichen Zeitbedarf<br />

»»<br />

den Umfang der Tiefbaumaßnahmen und das Wiederherstellen<br />

der Oberflächen<br />

»»<br />

das erforderliche Absperrequipment sowie<br />

»»<br />

den Formteilbedarf für den ggf. erforderlichen Bypass<br />

zur Aufrechterhaltung der Versorgung und für die<br />

eigentliche Einbindung.<br />

Aber nicht nur der finanzielle Aspekt ist hier von Bedeutung:<br />

Ziel kundenorientierter Leitungsbetreiber muss es sein,<br />

Beeinträchtigungen des Betriebs im privaten wie industriellen<br />

Bereich möglichst gering zu halten.<br />

Stutzenschellen SA-XL: High Volume Abzweige<br />

herstellen<br />

„Think big“: Problemlösung für große Dimensionen<br />

FRIALEN XL Stutzensättel SA-XL (Bild 2) ermöglichen<br />

die Anbindung von abzweigenden Leitungen an große<br />

Rohrdurchmesser im Bereich von d 315 bis d 1200<br />

(Tabelle 1). Auch für Zwischengrößen, wie sie bei Rohren in<br />

der Sanierung mit Durchmessern außerhalb des Standards<br />

erforderlich sein können, lassen sich die Sattelformstücke<br />

einsetzen.<br />

Auslegung der Schweißzone<br />

Die freiliegende Heizwendel in der Sattelschweißzone<br />

ermöglicht eine optimale Wärmeübertragung auf das Rohr<br />

während des Schweißvorgangs. Da die Rohroberfläche<br />

direkt aufgeschmolzen wird, erfolgt dabei eine verbesserte<br />

Materialdurchmischung der beiden Fügepartner.<br />

Dadurch wird die Fügefläche vergrößert und das gegenseitige<br />

Durchdringen der Molekülketten verbessert. Auch<br />

unter rauen Baustellenbedingungen wird eine sehr gute<br />

Schweißqualität mit hoher Festigkeit erreicht.<br />

Für zusätzliche Sicherheit sorgt die Größe der Schweißfläche<br />

im Vergleich zur druckbeaufschlagten Fläche.<br />

100 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Bild 1: Kostspielig: Einbindung eines Abzweigs in eine Gasleitung d 500 Bild 2: Erstellung eines Abzweigs auf einer Gasleitung d 315<br />

unter Betriebsdruck mit dem FRIALEN Stutzensattel SA-XL.<br />

Als Schleusenarmatur wird ein FRIALEN-Kugelhahn eingesetzt<br />

Die extra breite Schweißzone führt zu geringen spezifischen<br />

Spannungen sowohl unter Betriebsdruck als<br />

auch unter den äußeren Lasten aus den Einbau- und<br />

Betriebsbedingungen.<br />

Vakuumspanntechnik: Neue Wege für eine anwendungsfreundliche<br />

und zuverlässige Montage<br />

Einfache Montage, komfortable Handhabung und kurze<br />

Verarbeitungszeit sind die Ziele für eine Entwicklung optimierter<br />

Formstücken im Hinblick auf eine baustellegerechte<br />

Aufspanntechnik von großen Sattelbauteilen: Die herkömmliche<br />

Montage für Sattelarmaturen mit Unterschelle oder<br />

einem Gurt erfordert einen rundumgreifenden Zugang am<br />

Rohr. Durch die speziell für SA-XL entwickelte Aufspanntechnik<br />

wird nur der Zugang zur überdeckten Sattelfläche<br />

benötigt. Oft ist der Zugang zum Rohr nur eingeschränkt<br />

möglich, z. B.<br />

»»<br />

in engen Baugruben<br />

»»<br />

bei bestehenden Leitungen, vor allem mit großem<br />

Nenndurchmesser, wo die Bettung der Leitungszone<br />

nicht unnötig gestört werden soll<br />

»»<br />

für einen Anschluss in 12-Uhr-Position<br />

»»<br />

bei mit Inlinern sanierten Leitungen, wo nur Fensterzugang<br />

zum Inliner besteht (Bild 3)<br />

unbestimmt. Der Schweißsattel muss genügend Flexibilität<br />

aufweisen, um diese Situation sicher abdecken<br />

zu können.<br />

»»<br />

Der Zugang zum Inliner besteht nur durch ein Fenster<br />

im alten Gussrohr. Die Baugrube ist sehr eng, so dass<br />

keine Möglichkeit einer alternativen Positionierung des<br />

Sattels besteht.<br />

»»<br />

Ein Scheitern der Sattelmontage wäre mit enormen<br />

Folgekosten verbunden<br />

Die zur Schweißung und zum Aufbau des Fügedrucks erforderliche<br />

Aufspannkraft des Sattels wird durch Vakuum aufgebracht.<br />

Hierfür ist in der Sattelschale ein umlaufendes<br />

Dichtelement integriert. Dieses Dichtelement ist so ausge-<br />

Praxisbeispiel zum Zugang über einen Fensterschnitt (Bild 3):<br />

Nach der Sanierung einer alten Guss-Abwasserdruckleitung<br />

im Swagelining-Verfahren soll an den PE-Inliner d 1030 mm,<br />

SDR17 ein Abzweig erstellt werden.<br />

Hierfür stellen sich zwei Probleme:<br />

»»<br />

Das PE-Rohr wurde nicht mit einem Standarddurchmesser<br />

produziert. Während des Einzugs in die Altleitung<br />

wurde das Rohr verformt und hat sich anschließend<br />

wieder zurückgestellt. Der tatsächliche Durchmesser des<br />

Rohres nach dem Einbau ist im Bereich des Anschlusses<br />

Bild 3: Kein Raum für Experimente, alles muss auf Anhieb klappen:<br />

extrem beengte Platzverhältnisse, unbestimmter Rohrdurchmesser, kein<br />

Rundumgriff, da nur Fensterzugang zum Inliner<br />

04-05 | 2014 101


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 4: Prinzip der Vakuum-Sattelspanntechnik<br />

Bild 5: Die Vakuum-Aufspannung erfolgt durch den<br />

Presskolben und VACUSET XL: Eine gekapselte Venturi-Düse<br />

mit Manometer und den Anschlussschläuchen<br />

legt, dass sowohl die typischen Bearbeitungsspuren durch<br />

das Schälen der Rohroberfläche überbrückt werden als auch<br />

Rohrovalität ausgeglichen wird. Der Abgangsrohrstutzen<br />

wird durch einen Presskolben verschlossen (Bild 4).<br />

Der zur Aufspannung der SA-XL erforderliche Unterdruck wird<br />

durch eine Venturi-Düse mit Hilfe eines baustellenüblichen<br />

Kompressors erzeugt. Das erforderliche Equipment ist anwenderfreundlich<br />

zusammengefasst als VACUSET XL (Bild 5) und<br />

wird zusammen mit dem Presskolben eingesetzt.<br />

Der Unterdruck führt in Abhängigkeit der Dimension zu einer<br />

Aufspannkraft zwischen 5 und 10 kN, so dass die Sattelschale<br />

passgenau am Rohr anliegt. Dies ermöglicht sehr kurze<br />

Schweißzeiten und infolgedessen kurze Abkühlzeiten. Die<br />

Wiederinbetriebnahme der Leitung kann daher sehr schnell<br />

erfolgen.<br />

Die Fixierung des Sattels kann an jeder beliebigen Position auf<br />

dem Rohr erfolgen. Für die Vakuumspanntechnik ist nur ein<br />

geringer Bedarf an Zubehör erforderlich, vor allem jedoch werden<br />

der Platzbedarf im Rohrgraben und der Zugang zum Rohr<br />

minimiert. Baustellenübliche Ovalitäten und Formabweichungen<br />

des Rohres werden durch die Spanntechnik überbrückt.<br />

Anbohrung der drucklosen Hauptleitung<br />

Mit dem Anbohrset FWAB XL lassen sich auch dickwandige<br />

Rohre mit geringem Kraftaufwand anbohren (Bild 6).<br />

Hierzu wird eine Lochsäge eingesetzt, die mit einer Bohrmaschine<br />

angetrieben wird. Das Anbohrset FWAB XL ist<br />

abgestimmt auf die Systemanforderungen im Hinblick auf<br />

einen maximalen, nahezu absatzfreien Anbohrdurchmesser,<br />

auf die maximale Rohrwanddicke (Bild 7) sowie Länge<br />

des Anbohrgestänges. Der Anbohrdurchmesser ist nahezu<br />

rohrgleich mit dem Abgangsstutzen, so dass Druckverluste<br />

minimal bleiben.<br />

Anbohrung der Hauptleitung unter Betriebsdruck<br />

Die Anbohrung unter Betriebsdruck erfordert neben dem<br />

geeigneten Anbohrequipment eine Schleusenarmatur<br />

(Bild 8).<br />

Kriterium / Verfahren Einbindung T-Stück Montage eines Stutzensattels<br />

Tiefbau<br />

Baustellensicherung,<br />

Verkehrsbeeinträchtigung<br />

Wiederherstellung der<br />

Oberfläche<br />

Außerbetriebnahme,<br />

Entleerung der Leitung<br />

Zeitaufwand, Dauer der<br />

Betriebsunterbrechung<br />

Große Baugrube erforderlich, ggf. zusätzliche<br />

Ausschachtung für Bypass<br />

Hoher Aufwand,<br />

entsprechend Tiefbau<br />

Hoher Aufwand,<br />

entsprechend Tiefbau<br />

Erforderlich, ggf. Sicherheitsabsperrungen,<br />

Alternativ: Bypass<br />

Hoch, durch Entleerung der Leitung und<br />

Einbindung des T-Stücks<br />

Kopfloch ausreichend<br />

Geringer Aufwand,<br />

entsprechend Tiefbau<br />

Geringer Aufwand,<br />

entsprechend Tiefbau<br />

Inbetriebnahme unter Betriebsdruck möglich<br />

Inbetriebnahme innerhalb einer Stunde möglich, komplett<br />

ohne Unterbrechung des Leitungsbetriebs<br />

Gerätebedarf, Werkzeug Standard Geringer Zusatzbedarf: Vakuumtechnik, Bohrtechnik<br />

Tabelle 2: Herstellen eines Abzweigs: Gegenüberstellung der Verfahren<br />

102 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Bild 6: Anbohrung eines Rohres d 900/SDR17 im drucklosen<br />

Zustand<br />

Bild 7: Bohrkern d 900/SDR17 mit einer Wanddicke von ca.<br />

53 mm mit Hilfe des FWAB XL-Anbohrsets<br />

Die Schnittstelle des Anbohrequipments zum Sattel muss<br />

vorher definiert sein, entweder mit geeigneten Klemmbacken<br />

am PE-Rohrstutzen (Bild 9) oder über eine<br />

Flanschverbindung.<br />

Aufgrund der erheblichen Kräfte, die bei hohem Betriebsdruck<br />

wirken können, muss das Anbohrgerät für diesen<br />

Einsatzzweck geeignet sein. Grundsätzlich bedarf das „Hot<br />

tapping“ ausgebildetes Personal und entsprechende Vorsichtmaßnahmen<br />

müssen berücksichtigt werden.<br />

Stutzenschelle und T-Stück: Gegenüberstellung<br />

Die Einbindung einer Abzweigleitung mittels Stutzenschelle<br />

ist nicht nur aus wirtschaftlichen und anwendungstechnischen<br />

Aspekten vorteilhaft (Tabelle 2). Auch die Verarbeitung<br />

erfolgt sehr schnell.<br />

Für die Herstellung eines Abgangsstutzens nach Tabelle 2 können<br />

pauschal folgende Zeitbedarfe zugrunde gelegt werden:<br />

• Vorbereitung der Schweißfläche, Entfernen der Oxidschicht,<br />

Reinigung<br />

10 min<br />

• Aufspannen des Sattels, Kontaktieren mit Schweißgerät,<br />

Schweißen<br />

10 min<br />

• Abkühlung (drucklos) bis Anbohrung nach Ende<br />

Schweißzeit:<br />

10 min<br />

• Druckbeaufschlagung / Druckprüfung nach Ende<br />

Schweißzeit, bzw. Anbohrung unter Betriebsdruck:<br />

60 min<br />

Reparatur von lokal begrenzten Schäden an der<br />

Rohrwand<br />

Kleine Schäden an PE-Rohrleitungen, verursacht beim Transport<br />

oder durch Unachtsamkeit können extrem kostspielig<br />

werden.<br />

Eine neu verlegte PE-Trinkwasserleitung d 450 wurde kurz<br />

nach Inbetriebnahme während weiterer Tiefbaumaßnahmen<br />

durch eine Baggerschaufel beschädigt (Bild 10). Der Scha-<br />

Bild 8: Die Stutzenschelle SA-XL d 355 wurde auf die<br />

druckführende Leitung aufgeschweißt und mit einer FRIALOC<br />

PE-Absperrarmatur verbunden. FRIALOC dient als Schleusenarmatur<br />

während der Anbohrung und später im Betrieb als Absperrschieber<br />

der abzweigenden Leitung<br />

Bild 9: Das Anbohrequipment<br />

wurde hier<br />

mit Klemmbacken am<br />

Rohrstutzen verbunden.<br />

Nach der Anbohrung wird<br />

die Armatur geschlossen,<br />

das Anbohrequipment<br />

demontiert. Das noch<br />

austretende Medium<br />

ist auf das Volumen im<br />

Rohrstutzen bis zum<br />

Absperrelement begrenzt<br />

04-05 | 2014 103


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 10: Typische Schäden an einer PE-Rohrleitung,<br />

verursacht durch einen Bagger. Riefen, die tiefer als 10 % der<br />

Rohrwanddicke sind, erfordern eine Reparatur<br />

Bild 11: Alternativ zu einem Rohr-Passstück kamen<br />

Reparatursättel zum Einsatz. Ohne Betriebsunterbrechung war<br />

die Rohrleitung in wenigen Minuten Instand gesetzt.<br />

den war nur oberflächlich und Wasser trat nicht aus. Um<br />

einem möglichen vorzeitigen Ausfall an der Schadensstelle<br />

vorzubeugen war eine Reparatur erforderlich. Für die Einbindung<br />

eines Passstücks hätte die komplette Leitung außer<br />

Betrieb genommen werden müssen. Die Versorgung der<br />

privaten Kunden und der angeschlossenen Industriebetriebe<br />

wäre über längere Zeit unterbrochen gewesen. Aufgrund<br />

der Abstände zwischen den Streckenschiebern hätten 2 km<br />

der Rohrleitung außer Betrieb und ein Volumen von ca.<br />

250 m 3 Trinkwasser abgeleitet werden müssen.<br />

Eine willkommene Alternative zum Einsetzen eines Rohr-<br />

Passstücks war daher der Vorschlag zur Reparatur mittels<br />

Sattelschalen (Bild 11).<br />

Fazit<br />

Mit PE-Rohren in großen Dimensionen sind in einer Vielzahl<br />

von Anwendungsbereichen ausgezeichnete Erfahrungen<br />

gesammelt worden. Die Vorteile des Werkstoffs und die<br />

Verbindungstechnik, das Heizwendelschweißverfahren,<br />

lassen ein technisches und wirtschaftliches Optimum hinsichtlich<br />

Verlegung, Betrieb und Nutzungsdauer erwarten.<br />

Neue Formteile und innovative Montagetechniken – wie<br />

hier am Beispiel der Stutzensschelle XL und der Vakuumspanntechnik<br />

dargestellt – schöpfen Kosteneinsparungspotentiale<br />

aus und erhöhen so zusätzlich die Attraktivität von<br />

PE-Rohrsystemen – auch im Großrohrbereich.<br />

Literatur<br />

[1] DVGW-W 400: Technische Regeln Wasserverteilung (TRWV),<br />

Teil 2: Bau und Prüfung von Wasserverteilungsanlagen, 09/2004<br />

[2] DVGW-G 472: Gasrohrleitungen aus PE 80, PE 100 und PE-Xa –<br />

Errichtung, 08/2000<br />

[3] DVGW-Arbeitsblatt GW 335: Kunststoffrohrleitungssysteme in<br />

der Gas- und Wasserverteilung, Anforderungen und Prüfungen<br />

- Teile A2, B2<br />

[4] Eckert, Robert: PE-Großrohre im Handumdrehen verbinden: Eine<br />

neue Generation der Heizwendelschweißtechnik, <strong>3R</strong> international,<br />

Heft 3/2011<br />

[5] Eckert, Robert: Heizwendelschweißtechnik als Mittel zur<br />

Kostensenkung im Rohrleitungsbau?, Energie Wasser Praxis,<br />

Juni 2001<br />

[6] Eckert, Robert: Der Einsatz der Heizwendelschweißtechnik bei<br />

PE-Rohren in großen Nennweiten bis d 710, <strong>3R</strong> international,<br />

Heft 4-5/2004<br />

[7] „FRIALEN ® -Sicherheitsfittings, Montageanleitung für Großrohre<br />

und Reliningtechnik“, 2006<br />

[8] Eckert, Robert: Integration, shut-off and repair technology for PE<br />

pipe systems, Plastics Pipes XII, Mailand, 2004<br />

Dipl.-Ing. ROBERT ECKERT<br />

FRIATEC AG, Mannheim<br />

Tel. +49 172 6425799<br />

E-Mail: robert.eckert@friatec.de<br />

Halle B6, Stand 127/226<br />

AUTOR<br />

104 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Die Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

der Deutschen Bahn AG<br />

Der DB Konzern auf einen Blick<br />

Der Deutsche Bahn Konzern ist ein internationaler<br />

Anbieter von Mobilitäts- und Logistikdienstleistungen<br />

und agiert weltweit in über 130 Ländern. Rund 300.000<br />

Mitarbeiter, davon rund 194.000 in Deutschland, setzen<br />

sich täglich dafür ein, Mobilität und Logistik für die Kunden<br />

sicherzustellen und die dazugehörigen Verkehrsnetze auf<br />

der Schiene, der Straße, zu Wasser und in der Luft effizient<br />

zu steuern und zu betreiben (Bild 1).<br />

Kern des Unternehmens ist das Eisenbahngeschäft in<br />

Deutschland mit nahezu 5,4 Millionen Kunden täglich<br />

im Schienenpersonenverkehr und mehr als 670 Tausend<br />

Tonnen beförderter Güter pro Tag. Rund zwei Millionen<br />

Kunden sind täglich mit Bussen der DB AG in Deutschland<br />

unterwegs. Insgesamt wickelt das Unternehmen auf seinem<br />

modernen, rund 34.000 km langen und für Wettbewerb<br />

geöffneten Streckennetz täglich über 30.000 Zugfahrten<br />

ab. Die Anzahl der Personenbahnhöfe beträgt rund<br />

5.700. Darüber hinaus werden in den Geschäftsfeldern<br />

Personenverkehr sowie Transport und Logistik eine Vielzahl<br />

von Fahrzeugwartungs- und instandhaltungsanlagen<br />

insbesondere für Busse und Schienenfahrzeuge betrieben.<br />

Zudem ist die DBAG der 5. größte Energieversorger in<br />

Deutschland – die Energiebereitstellung p. a. entspricht<br />

dem Verbrauch des Großraums Berlin.<br />

Im Personenverkehr befördert<br />

der DB-Konzern europaweit (inkl.<br />

Deutschland) in seinen Zügen<br />

und Bussen über 11 Millionen<br />

Personen pro Tag. Im Bereich<br />

Transport und Logistik werden<br />

im europäischen Netzwerk pro<br />

Jahr rund 400 Millionen Tonnen<br />

Güter auf der Schiene und über 95<br />

Millionen Sendungen auf der Straße<br />

transportiert. In den weltweiten<br />

Netzwerken werden rund 1,1<br />

Millionen Tonnen Luftfracht und<br />

über 1,9 Millionen TEU Seefracht<br />

abgewickelt.<br />

Im Geschäftsjahr 2012 betrug<br />

der um Sondereffekte bereinigte<br />

Umsatz des DB-Konzerns rund<br />

39,3 Milliarden Euro und das<br />

um Sondereffekte bereinigte<br />

operative Ergebnis (EBIT) rund 2,7<br />

Milliarden Euro. Die Strategie des<br />

DB-Konzerns hat die Stärkung und<br />

den Ausbau seiner Markpositionen<br />

Bild 1: Die Geschäftsfelder der DB AG<br />

zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im<br />

Fokus. Zudem ist nachhaltiges Handeln und nachhaltiger<br />

Erfolg ein wesentlicher Faktor zur Sicherstellung<br />

seiner Zukunftsfähigkeit und damit dem erfolgreichen<br />

Fortbestand des Unternehmens.<br />

Die Grundstücksentwässerungsanlagen der DB AG<br />

Die DB bewirtschaftet in Deutschland eine Fläche von<br />

rund 1.300 km² und ist damit, neben dem Bund, den<br />

Ländern und Kommunen, einer der größten Eigentümer<br />

von Grundstücken, Gebäuden und baulichen Anlagen sowie<br />

Infrastrukturanlagen in Deutschland. Bei den Betriebs-,<br />

Produktions- und Dienstleistungsprozessen der einzelnen<br />

Konzerngesellschaften wird Trink- und/oder Brauch- bzw.<br />

Betriebswasser benötigt und es fallen bei dessen Gebrauch<br />

Abwässer sowie Niederschlagswasser von abflusswirksamen<br />

Flächen an.<br />

Für die Absicherung einer regel konformen Abwasserentsorgung<br />

(inkl. Sammlung, Vorbehandlung und<br />

Ableitung) betreiben die Konzerngesellschaften der DB<br />

AG Grundstücksentwässerungsanlagen (GEA) mit einer<br />

Länge von rund 4.500 km. Zusätzlich werden besondere<br />

Entwässerungsanlagen wie z.B. für die Tunnel- und<br />

Brückenentwässerungen sowie für die Entwässerung des<br />

Bahnkörpers (für rund 34.000 km Fahrweg) betrieben.<br />

04-05 | 2014 105


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 2: 3-Stufen Kanalprogramm und Kanalmanagement Regelbetrieb der DB AG<br />

Das 3-Stufen Kanalprogramm<br />

der DB AG<br />

Die systematische und einheit liche Bearbeitung aller<br />

Grundstücks entwässerungsanlagen der DB AG in<br />

Deutschland erfolgt im 3-Stufen Kanalprogramm (Bild 2).<br />

In diesem Programm werden alle GEA erfasst (Stufe<br />

1); gereinigt, inspiziert, vermessen und bewertet<br />

(Stufe 2) und bei Bedarf saniert (Stufe 3). Nicht mehr<br />

betriebsnotwendige Anlagen werden regelkonform<br />

stillgelegt. Im Zuge der Abarbeitung des Programms<br />

erfolgt ebenso eine Optimierung der weiterhin<br />

betriebsnotwendigen Anlagen.<br />

Die im 3-Stufen Kanalprogramm verankerte Sanierungsstrategie<br />

verfolgt nachfolgende Ziele:<br />

Technische Ziele<br />

»»<br />

Erhalt bzw. Wiederherstellung der Dichtigkeit<br />

(rechtliches Erfordernis zur Vermeidung von<br />

Schutzgutgefährdungen)<br />

»»<br />

Erhalt bzw. Wiederherstellung der Standsicherheit<br />

(insbesondere im Zusammenhang mit<br />

Eisenbahnbetriebsanlagen)<br />

»»<br />

Erhalt bzw. Wiederherstellung der Funktionssicherheit<br />

(Betriebssicherheit)<br />

Betriebswirtschaftliche Ziele<br />

»»<br />

Vermeidung von Vermögensverzehr sowie Erhalt und<br />

Erhöhung des Substanzwertes<br />

»»<br />

Wirtschaftliche Inanspruchnahme der DB-Rückstellung<br />

„Ökologische Altlasten“<br />

Berücksichtigung standortbezogener<br />

Rahmenbedingungen<br />

»»<br />

Berücksichtigung der rechtlichen<br />

Standortrahmenbedingungen<br />

»»<br />

Berücksichtigung der bautechnischen sowie<br />

der geologischen bzw. hydrogeologischen<br />

Standortrahmenbedingungen<br />

»»<br />

Berücksichtigung der Nutzungskonzepte der<br />

Eigentümer bzw. Betreiber oder Einleiter<br />

»»<br />

Verwendung zugelassener bzw. geregelter<br />

Bauverfahren und -produkte entsprechend dem<br />

Einbaubereich und der statischen Erfordernisse in<br />

Abhängigkeit vom Schadensbild<br />

Nachhaltigkeit<br />

»»<br />

Entwicklung und Umsetzung von Lösungen, die<br />

nachhaltig (betriebs-) sicher, nachhaltig finanzierbar<br />

und nachhaltig ökologisch sind.<br />

Bild 3 Lastausbreitungsbereiche von Eisenverkehrslasten<br />

(Quelle: DB Richtlinie 836 „Erdbauwerke und sonstige geotechnische Bauwerke planen, bauen und instand halten“)<br />

106 04-05 | 2014


erfüllt Anforderungen DBS 918 064<br />

Nach standortweisem Abschluss des 3-Stufen Kanalprogramms erfolgt sukzessive<br />

die Übernahme der einzelnen Standorte in den Regelbetrieb.<br />

Verwendung von Bauverfahren und –produkten<br />

Die Grundstücksentwässerungsanlagen der Deutschen Bahn AG sind in der Regel<br />

Betriebsanlagen der Eisenbahnen des Bundes und unterliegen somit eisenbahnrechtlichen<br />

Gesetzen und Verordnungen, insbesondere dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG)<br />

sowie der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO). Verwaltungsvorschriften und<br />

Richtlinien der zuständigen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde, dem Eisenbahn-<br />

Bundesamt, müssen ebenso beachtet werden wie das DB-interne Regelwerk sowie<br />

das fachspezifische Regelwerk (u.a. DIN, DWA-Regelwerk) rund um die Sanierung von<br />

Abwasseranlagen.<br />

Das Eisenbahn-Bundesamt veröffentlicht eigene Listen – die Eisenbahnspezifische<br />

Liste Technischer Baubestimmungen (ELTB) und die Eisenbahnspezifische Bauregelliste<br />

(EBRL) – welche die allgemeingültigen Listen verbindlich ergänzen.<br />

Die ELTB enthält technische Regeln, die bei der Auslegung des §2 Abs. 1 der EBO<br />

„Anforderungen an die Sicherheit und Ordnung“ regelmäßig heranzuziehen sind.<br />

Die Eisenbahnspezifischen Bauregellisten für Bauprodukte mit eisenbahnspezifischen<br />

Anforderungen (EBRL) sind als Ergänzung zu den bestehenden Bauregellisten A, B und<br />

der Liste C des Deutschen Instituts für Bautechnik BRL (DIBt) zu verstehen. Die BRL<br />

(DIBt) gelten für den Bereich der Eisenbahnen des Bundes uneingeschränkt, sofern sie<br />

nicht durch die EBRL geändert oder ergänzt werden.<br />

Der Einbaubereich von Abwasseranlagen in Bezug zu Eisenbahnverkehrsanlagen hat<br />

unmittelbaren Einfluss auf die Anforderungen an die eingesetzten Bauverfahren und<br />

-produkte (Bild 3).<br />

So müssen Abwasseranlagen (im Wesentlichen Rohre), die sich im inneren<br />

Lastausbreitungsbereich von Eisenbahnverkehrslasten befinden, besonderen<br />

Anforderungen insbesondere im Hinblick auf die Standsicherheit genügen. Besondere<br />

Bedeutung kommt dem Nachweis der Ermüdungsfestigkeit (Dauerschwingfestigkeit)<br />

zu. Die Schwingbreite ist dabei für 10 8 Lastwechsel zu ermitteln. Ebenso gibt es für<br />

die vertikale Verformung der Rohre (Scheitelverformung) strenge Vorgaben (max. 2<br />

% des Rohrdurchmessers bzw. max. 10 mm).<br />

Steinzeugrohre, Stahlbetonrohre und Stahlrohre dürfen auf Basis der EBRL im inneren<br />

Lastausbreitungsbereich von Eisenbahnverkehrslasten verwendet werden. Betonrohre,<br />

Gussrohre und GfK-Rohre sind nicht in der EBRL enthalten und besitzen keine Zulassung<br />

des EBA für den Einbau im inneren Lastausbreitungsbereich von Eisenbahnverkehrslasten.<br />

Polymerbetonrohre und Kunststoffrohre (PE; PP) bestimmter Hersteller verfügen über<br />

eine Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes und können auf dieser Basis im inneren<br />

Lastausbreitungsbereich von Eisenbahnverkehrslasten eingebaut werden.<br />

Außerhalb des Lastausbreitungsbereiches von Eisenbahnverkehrslasten steht eine<br />

Vielzahl von Sanierungsverfahren (Reparatur, Renovierung, Erneuerung) mit allgemeinen<br />

bauaufsichtlichen Zulassungen bzw. Prüfzeugnissen zur Auswahl. Für einen Einsatz<br />

im inneren Lastausbreitungsbereich von Eisenbahnverkehrslasten müssen jedoch o.<br />

g. Anforderungen zwingend erfüllt sein. Die Standsicherheit der Rohre und damit die<br />

Sicherheit des Fahrweges hat bei der Deutschen Bahn AG oberste Priorität.<br />

Für weitergehende Informationen oder Anfragen steht der Autor gern zur Verfügung.<br />

Zur Entwässerung<br />

von Bahnanlagen<br />

im äußeren Druckbereich<br />

und außerhalb<br />

des Druckbereichs von<br />

Eisenbahnverkehrslasten<br />

AUTOR<br />

Dipl.-Ing. ANDREAS SCHREIBER<br />

Deutsche Bahn AG, DB Immobilien, Sanierungsmanagement, Berlin<br />

Vorsitzender des Beirates des Rohrleitungssanierungsverbandes e.V.<br />

Mitglied im Beirat der DWA<br />

Tel. +49 30 297 64653<br />

E-Mail: andreas.schreiber@deutschebahn.com<br />

Funke Kunststoffe GmbH<br />

Tel.: 02388 3071-0<br />

www.funkegruppe.de<br />

04-05 | 2014 107


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ABWASSERENTSORGUNG<br />

Im Schatten der Schwebebahn<br />

– Sanierung durch Erneuerung<br />

Im Sommer vergangenen Jahres starteten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) mit der Fortführung der in 2012<br />

begonnenen aufwändigen Kanalsanierungsmaßnahmen nach dem Entwässerungskonzept im Stadtteil Vohwinkel.<br />

Bereits 800 m Sanierung zwischen „Bruch“ und „Hammerstein“ sind in nur 5 ½ Wochen abgeschlossen worden,<br />

jetzt standen rund 520 m in der Kaiserstraße auf dem Plan.<br />

Erneuerung mit Querschnittsvergrößerung<br />

Kanalsanierung bedeutet in Wuppertal-Vohwinkel Erneuerung:<br />

Erneuerung von rund 100 Jahre alten Steinzeugrohren,<br />

die zwar noch völlig intakt, aber für die heutigen<br />

Anforderungen deutlich unterdimensioniert sind. Überflutungen<br />

im Vohwinkeler Zentrum und voll gelaufene Keller<br />

durch Starkregen oder länger anhaltende Niederschläge<br />

überforderten in den letzten Jahren immer wieder das alte<br />

Kanalsystem mit Rohrdurchmessern von DN 300.<br />

Die WSW sahen zur Notwendigkeit der Querschnittsvergrößerung<br />

der Kanalrohre keine Alternative zur Erneuerung<br />

im offenen Graben und waren sich bewusst, dass die dafür<br />

notwendige Großbaustelle für den Durchgangsverkehr, für<br />

die dortigen Geschäfte und für die Anwohner Belastungen<br />

mit sich bringt. Ihre Projektplanung und -organisation und<br />

letztlich auch ihre Zielerreichung sowie die Arbeit der ausführenden<br />

Bauunternehmen, verdienen große Beachtung.<br />

In nur drei Wochen Bauzeit erfolgten die Sperrung einer<br />

Fahrbahnrichtung und Anlegen der Umleitung, der Aufbau<br />

der Abwasserüberleitungen, das Abfräsen der Straßenoberfläche,<br />

das Ausheben des Grabens (4,50 bis 3,00 m),<br />

520 m Ausbaggern der alten Steinzeugrohre DN 300 (bei<br />

parallel liegender Gashochdruckleitung!), 520 m Einbau<br />

neuer Steinzeugrohre DN 600 (im Durchschnitt 12 m/<br />

Tag) und die Sicherung von drei Schwebebahnstützen mit<br />

Spritzbeton-Verbau (Versetzung der Trasse).<br />

Bild 1: Es sieht unübersichtlich und eng aus, aber jeder weiß, was<br />

er zu tun hat, denn die Zeit ist knapp<br />

Bild 2: Noch läuft der Schwebebahnverkehr während der<br />

Einbauarbeiten, doch auch er musste für kurze Zeit durch<br />

Busersatzverkehr eingetauscht werden<br />

108 04-05 | 2014


Bild 3: Die ersten Steinzeugrohre DN 600 der 520 m langen<br />

Trasse werden eingebaut<br />

Um den vorgegebenen knappen Zeitplan von drei<br />

Wochen einzuhalten, wurden auch Nachtarbeiten notwendig,<br />

sodass drei Bauunternehmen im Schichtbetrieb<br />

die Erneuerung des Kanals vorantrieben.<br />

Ziel sicher erreicht<br />

Wie schon im Jahr zuvor, in dem die Erneuerung von<br />

800 m Kanal in 5 ½ Wochen mit drei Kolonnen realisiert<br />

werden konnten, blieb auch die Fertigstellung<br />

dieses Bauabschnitts exakt im Plan. Die Kosten von rund<br />

1,2 Mio. Euro sind gut angelegt: Projektleiter Mathias<br />

Sommerauer ist überzeugt, dass auch die neuen<br />

Rohre wieder sicher und gut 100 Jahre genutzt werden<br />

können, „weil sie sehr widerstandsfähig, lange haltbar<br />

und dauerhaft stabil und dicht sind. Auch die Baulänge<br />

der Rohre von 2,50 m hat uns überzeugt, sie sind gut<br />

handhabbar.“<br />

Von der Schwebebahn sieht man heute in Wuppertal-<br />

Vohwinkel hinab auf die nun wieder viel befahrene<br />

Kaiserstraße und weiß jetzt: Der nächste Starkregen<br />

wird sie und die Keller der Anlieger nun nicht mehr<br />

überfluten.<br />

KONTAKT: Steinzeug-Keramo GmbH, Frechen, Andreas Becker,<br />

Tel. +49 171 5059271, E-Mail: a.becker@steinzeug-keramo.com,<br />

Halle F5, Stand 512/15<br />

Fotos: Steinzeug-Keramo GmbH<br />

ABWASSERENTSORGUNG PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

7. Fachkongress<br />

Dienstag, 17.06.2014<br />

Mittwoch, 18.06.2014<br />

smart energy 2.0<br />

Intelligente Lösungen für die Energiewende<br />

17. – 18.06.2014, Essen • ATLANTIC Congress Hotel Essen<br />

www.gwf-smart-energy.de<br />

Programm-Übersicht<br />

Moderation Dr.-Ing. Ulrich Wernekinck<br />

Themenblock 1 Politischer Rahmen und Standardisierung<br />

• Einführung: Status Quo der Energiewende<br />

• Energiewende aus Sicht der Energiewirtschaft<br />

• Der neue Rahmen des gesetzlichen Messwesens<br />

Themenblock 2 Energiespeicher<br />

• Lastmanagement zur Systemflexibilisierung<br />

• Stationäre Energiespeicher: Stabilisierender Beitrag zur Energiewende<br />

• Erste Erfahrungen aus PtG-Pilotprojekten<br />

• Entwicklung eines intelligenten Niederspannungsnetzes<br />

mit dem Smart Operator<br />

Themenblock 3 Smart Meter Gateway<br />

• Technische Richtlinien für das Smart Meter Gateway<br />

• FNN-Projekt „Messsystem 2020“<br />

• Weiterentwicklung der Technischen Richtlinie<br />

für das Smart Meter Gateway<br />

• Mindestanforderungen zum Betrieb beim Gatewayadministrator<br />

• Smart Meter aus Kundensicht<br />

Moderation Dr. rer. nat. Norbert Burger<br />

Themenblock 4 Gasbeschaffenheit<br />

• Zukünftige Gasbeschaffenheit in Europa<br />

• Die neue Gasgruppe K in den Niederlanden –<br />

ein neuer strategischer Ansatz<br />

• L-/H-Gas-Anpassung in Deutschland –<br />

Konsequenz der Änderung der Gasdarbietung aus Groningen<br />

Themenblock 5 Konsequenzen für die Komponenten- und<br />

Geräteindustrie<br />

• Auswirkung von Gasbeschaffenheitsschwankungen<br />

auf Industrieprozesse<br />

• Harmonisierung des Wobbe-Index in Europa: Chancen und Risiken -<br />

Reaktion der europäischen Industrie<br />

• Gasbeschaffenheitsmanagement in der (industriellen) Gasverwendung<br />

• Trends in der Gasbeschaffenheitsmessung<br />

MIT REFERENTEN VON: BDEW, BSI, RWE, E.ON, DBI, GWI, RMG, ELSTER, u.a.<br />

Kurzfristige Programmänderungen behalten wir uns vor.<br />

Wann und Wo?<br />

Termin:<br />

• Dienstag, 17.06.2014,<br />

09:00 – 17:15 Uhr Tagung | Ausstellung<br />

ab 19:00 Uhr Abendveranstaltung<br />

• Mittwoch, 18.06.2014,<br />

09:30 – 16:30 Uhr Tagung | Ausstellung<br />

Ort:<br />

ATLANTIC Congress Hotel Essen, Norbertstraße 2a, 45131 Essen<br />

www.atlantic-congress-hotel-messe-essen.de<br />

Zielgruppe:<br />

Mitarbeiter von Stadtwerken,<br />

Veranstalter<br />

Energieversorgungs unternehmen,<br />

Verteilnetz betreibern,<br />

Softwareunternehmen und der<br />

Geräte industrie<br />

Teilnahmegebühr:<br />

gwf-Abonnenten /<br />

figawa-Mitglieder: 800,00 €<br />

Firmenempfehlung: 800,00 €<br />

Nichtabonnenten/-mitglieder: 900,00 €<br />

Sponsored by<br />

Bild: Initiative Pro Smart Metering<br />

Mehr Information und Online-Anmeldung unter<br />

04-05 | 2014 www.gwf-smart-energy.de<br />

109


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ABWASSERENTSORGUNG<br />

Neues Verbundrohrsystem bewährt<br />

sich bei ersten Praxiseinsätzen<br />

In 2013 brachte die Beton Müller GmbH ein neues Rohrsystem auf den Markt: das Verbundrohrsystem Perfect Pipe. Dabei<br />

handelt es sich um ein Betonrohr mit integriertem dünnwandigen PE-Liner. Mittlerweile wurden bereits über 2,5 km dieses<br />

Systems auf verschiedenen Baustellen eingesetzt. Die positiven Erfahrungen beim Einbau bestätigten die Erwartungen<br />

der Bauunternehmen und der Auftraggeber.<br />

Baumaßnahme in Gaggenau<br />

Im Zuge der Erschließung des Neubaugebietes im Stadtteil<br />

Heil in Gaggenau plante die Kommune ein Trennsystem<br />

zur Abführung des Regen- bzw. Schmutzwassers. Für den<br />

Regenwassersammler war ein Stahlbetonrohr DN 800 vorgesehen,<br />

um auch bei Starkregenereignissen das Regenwasser<br />

sicher abführen zu können. Der Schmutzwasserkanal sollte<br />

ursprünglich in Kunststoff ausgeführt werden. „Aufgrund<br />

eines Sondervorschlags des bauausführenden Unternehmens<br />

Weiss entschlossen wir uns, auf einigen Teilstrecken<br />

erstmalig das neue Rohrsystem Perfect Pipe einzusetzen<br />

und zu testen“, erläutert Monika Fritz-Wörner, die für die<br />

Straßenplanung der Stadt Gaggenau und die Betreuung<br />

der Baumaßnahme verantwortlich ist. Der Sondervorschlag<br />

sah vor, 180 m DN 250 für den Schmutzwasserkanal sowie<br />

kurze Abschnitte in DN 300, DN 500 und DN 600 für den<br />

Regenwasserkanal einzubauen, um Erfahrungen mit der<br />

kompletten Nenneweitengruppe 1 des Perfect Pipe-Systems<br />

sammeln zu können.<br />

Die Baubedingungen waren für eine hohe Verlegeleistung<br />

wenig geeignet. Weicher Sandstein, hochstehende Lehmschichten<br />

und Schichtenwasser erschwerten den Einbau<br />

der Rohre erheblich. Der vor Beginn der Baumaßnahme<br />

einsetzende Dauerregen weichte den Boden zusätzlich auf.<br />

Dank der Perfect Pipe-Systemeigenschaften konnten die<br />

Rohre dennoch zügig und sicher eingebaut werden. Zum<br />

sicheren Transport auf der Baustelle und Absenken in die<br />

Baugrube tragen z. B. die beiden in das Rohr integrierten<br />

Kugelkopfanker bei, an die die Transportkette eingehakt<br />

wird (Bild 1, links). Nach dem Absetzen auf dem Planum<br />

im Rohrgraben lässt sich die Kette mühelos entfernen. Ein<br />

Verrutschen oder Abkippen des Rohres während des Transportes<br />

ist damit ausgeschlossen.<br />

Die Kontur des Fußrohres mit der speziellen Mittelaussparung<br />

ermöglicht eine vergleichsweise einfache Herstellung<br />

der Bettung. Ein ebenes, einfach verdichtetes Planum ist<br />

auch bei geringem Leitungsgefälle ausreichend, um das<br />

vorgegebene Gefälle exakt einzuhalten. Die Rohre werden<br />

mit dem sogenannten Connector, einer Steckverbindung,<br />

die eine nachgewiesene Dichtheit bis 2,5 bar garantiert,<br />

verbunden. Dies erspart das Erstellen von Mulden, wie sie<br />

bei Glockenmuffen benötigt werden.<br />

Aufgrund der detaillierten Vorplanung für das Baugebiet in<br />

Heil, die eine exakte Lage der Hausanschlüsse angab, konnten<br />

die Anschlussstutzen bereits im Werk bei der Produktion<br />

der Rohre integriert werden. Dabei wird ein PE-Stutzen<br />

direkt mit dem Inliner verschweißt und anschließend mit einbetoniert<br />

- daraus ergibt sich ein perfekter systemintegraler<br />

Anschluss. Alternativ können Seitenzuläufe auf der Baustelle<br />

natürlich mit den handelsüblichen Anschlussstutzen, wie<br />

Bild 1: Die im Perfect Pipe-Rohr integrierten Kugelkopfanker ermöglichen ein sicheres und einfaches Transportieren der Rohre<br />

auf der Baustelle und Absenken in die Baugrube. Eine Zwickelverdichtung ist aufgrund der Rohrgeometrie nicht notwendig - die<br />

häufigste Schadensursache im Rohrleitungsbau damit eliminiert<br />

Foto: SCHLÜSSELBAUER TECHNOLOGY GmbH & Co KG<br />

110 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

z. B. dem Fabekun-Sattelstück von Funke, realisiert werden.<br />

Einen weiteren Vorteil beschreibt Oliver Weiss, Juniorchef<br />

des Bauunternehmens Weiss: „Bei der Verwendung des<br />

Perfect Pipe-Systems ist aufgrund der Geometrie des Rohres<br />

eine Zwickelverdichtung nicht erforderlich. Außerdem ist<br />

der Einsatz von grobkörnigem Material bis 0/45 im Bettungsbereich<br />

möglich, was in vielen Fällen den Einsatz des<br />

Bodenaushubs erlaubt. Das spart natürlich Kosten und Zeit.“<br />

Baumaßnahme in Achern<br />

In Achern waren für die Erschließung eines Neubaugebietes<br />

ein Regenwasserkanal DN 300 bis 500 (200 m Perfect<br />

Pipe ohne Inliner) und ein Schmutzwasserkanal DN 250<br />

(200 m HS-Rohre der Firma Funke) zu verlegen. Die Bodenverhältnisse<br />

sind dort schwierig: hohe bzw. wechselnde<br />

Grundwasserstände, z. T. bis Oberkante des Geländes.<br />

Entsprechend war nur eine geringe Überdeckung über dem<br />

Regenwasserkanal eingeplant, so dass die einzusetzenden<br />

Rohre hohe statische Lasten insbesondere während des<br />

Baustellenbetriebes tragen müssen. Darüber hinaus sollte<br />

gewährleistet sein, dass das Rohrsystem gegen eindringendes<br />

Grundwasser dicht ist. Eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit,<br />

wie beim Schmutzwasserkanal in Gaggenau, war<br />

jedoch nicht erforderlich. Der Auftraggeber, die KBB Kommunalberatung<br />

und Bauerschließung Baden-Baden, wählte<br />

aus den genannten Gründen das Perfect Pipe-Rohr ohne<br />

Inliner. Das leichte und sicher Handling der Rohre sowie<br />

die einfache Herstellung des Planums sowie des Einbaus<br />

des Connectors überzeugten auch in Aachern. Eine kleines<br />

Detail der Rohrgeometire fiel auf dieser Baustelle noch ins<br />

Auge: die hervorragende Stapelbarkeit der Rohre auf dem<br />

Rohrlager durch die ebene Lagerfläche am Rohrscheitel.<br />

Foto: SCHLÜSSELBAUER TECHNOLOGY GmbH & Co KG<br />

Fazit<br />

Die Einführung eines neuen Rohrsystems in einen etablierten<br />

Markt ist sicher nicht leicht, weiß Joachim Strack, Geschäftsführer<br />

der Beton Müller GmbH. „Dennoch haben wir den<br />

Schritt gewagt, da die Grundkonzeption des System viele<br />

Vorteile gegenüber den etablierten Rohrsystemen bietet.<br />

Die Erfahrungen in 2013 mit über 2,5 km Verlegeleistung<br />

und dem positiven Feedback der Bauunternehmen und<br />

auch Auftraggeber bestätigen unsere Erwartungen. Für<br />

2014 planen wir, den Absatz auf über 10 km zu erhöhen“,<br />

so Strack weiter.<br />

Auf der <strong>IFAT</strong> erstmalig zu sehen<br />

Um Perfect Pipe-Rohre in noch größeren Nennweiten anbieten<br />

zu können, hat die Beton Müller GmbH in den letzten<br />

Monaten ihre Produktionsanlage erweitert. Das komplette<br />

System ist nun bis DN 1.200 lieferbar. Auf der <strong>IFAT</strong> wird<br />

erstmalig ein Perfect Pipe-Rohr DN 800 dem Fachpublikum<br />

präsentiert.<br />

KONTAKT: Beton Müller GmbH, Achern, Tel.: +49 7841 204-0,<br />

E-Mail: info@beton-mueller.de, www.mueller-schachttechnik.de<br />

Halle B5, Stand 331/430<br />

Bild 2: In Achern wurde Perfect Pipe ohne Liner als Regenwasserkanal<br />

eingebaut. Einer der Systemvorteile des Perfect Pipe ist die Rohrverbindung<br />

über den Connector, der eine Dichtheit bis 2,5 bar gewährleistet und damit<br />

auch den Einsatz des Rohres in Wassergewinnungsgebieten zulässt<br />

04-05 | 2014 111


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ABWASSERENTSORGUNG<br />

Kurvenvortrieb mit GFK-Rohren<br />

DN 2000 in Ivry-sur-Seine<br />

Die Projektgesellschaft der Pariser Bauherrschaft und Straßenbauherrschaft (Société d‘Etudes, de Maîtrise d‘Ouvrage et<br />

d‘Aménagement Parisienne SEMAPA) koordiniert Entwicklungsprojekte im 13. Pariser Verwaltungsbezirk. Im Rahmen<br />

eines unlängst am Südufer der Seine umgesetzten Regenwasseraufbereitungsprojektes wurden 205 m HOBAS GFK-Rohre<br />

DN 2000 (DA 2160) unter dem Kai von Ivry-sur-Seine vorgetrieben.<br />

SEMAPA ist damit beauftragt, 130 ha in einer südlich der<br />

Seine gelegenen Zone von Paris neu zu gestalten: Wohn-,<br />

Büro- und Geschäftsflächen, Schulen und Infrastruktur sollen<br />

entstehen und die Linie 10 der Pariser Metro ausgebaut<br />

werden. In diesem Zusammenhang wurde der 7,8 Millionen<br />

Euro umfassende Bau eines Systems zur Regenwasserbehandlung<br />

und -speicherung geplant. Das Regenwasser<br />

wird hier gereinigt, bevor es in die Seine fließt. Das System<br />

verläuft unter dem Kai von Ivry-sur-Seine und besteht aus<br />

einer Freispiegelleitung DN 2000 sowie einem Überlauf,<br />

der Wasser bei Flutereignissen an der Seine aufnimmt. Die<br />

Entscheidung, die Rohre grabenlos durch Vortrieb zu verlegen,<br />

ergab sich aus den Rahmenbedingungen vor Ort.<br />

Zunächst erforderte das hohe Verkehrsaufkommen am<br />

Kai von Ivry-sur-Seine eine Verlegemethode, die den Verkehrsfluss<br />

möglichst wenig behindert. Die Positionen des<br />

Sedimentations- sowie des Auslaufschachts am Beginn und<br />

Ende der geplanten Rohrleitung machten eine Verlegung<br />

der Leitung in 8-10 m Tiefe über eine Länge von 205 m<br />

notwendig. Im offenen Graben wäre diese Tiefe nur schwer<br />

zu bewältigen gewesen und hätte auch ein hohes Risiko mit<br />

sich gebracht: Der Untergrund ist in diesem Areal durch die<br />

Pfeiler der Ringstraßenviadukte, Benzintanks von Tankstellen<br />

sowie zwei Schlitzwände verbaut und der Grundwasserspiegel<br />

schwankt zwischen 0 und 5 m unter Geländeoberkante.<br />

Darüber hinaus boten sich die beiden geplanten Schächte<br />

als Start- und Zielbaugrube für die Vortriebsmaschine an.<br />

Da HOBAS GFK-Vortriebsrohre eine geringere Wanddicke im<br />

Vergleich zu anderen Rohrmaterialien bei gleichem Außendurchmesser<br />

haben, konnte für den Vortrieb eine kleinere<br />

Vollschnittmaschine verwendet werden. Die glatte Oberfläche<br />

und der konstante Außendurchmesser der GFK-Rohre<br />

machten eine hohe Verlegeleistung bei gleichzeitig geringen<br />

Vortriebskräften möglich. Neben verschiedenen internationalen<br />

Zertifikaten tragen die GFK-Rohre von HOBAS in<br />

Frankreich auch das CSTBat-Gütesiegel und erfüllen somit<br />

die strengen Qualitätsstandards des Französischen „Centre<br />

Scientifique et Technique du Bâtiment“ (Wissenschaftliches<br />

und Technisches Zentrum des Bauwesens).<br />

Horizontale und vertikale Bögen mit Gefälle<br />

Die Herausforderung des Vortriebsprojekts bestand darin,<br />

die Rohrleitung in einer Kurve vorzutreiben, vorbei an den<br />

Pfeilern, Benzintanks und durch die Schlitzwände hindurch:<br />

Bild 1: Die Firma Ludwig Pfeiffer Microtunnel führte den Vortrieb mit<br />

HOBAS GFK-Rohren DN 2000 (DA 2160) durch<br />

Bild 2: Rohrlager der HOBAS GFK-Rohre entlang der<br />

vielbefahrenen Straße<br />

112 04-05 | 2014


Nachhaltig<br />

bauen<br />

Vermögen<br />

erhalten<br />

Bild 3: Die Rohrleitung verläuft unterhalb des Kais von<br />

Ivry-sur-Seine (Paris)<br />

Es galt, zwei horizontale Bögen mit Radii von 500 und 400 m sowie einen<br />

vertikalen Bogen mit einem Gefälle von 0,5 % auf 1 % umzusetzen. Es<br />

wurden Rohre mit 2 m Baulänge geliefert, um die maximale zulässigen<br />

Abwickelungen im Kurvenbereich einzuhalten.<br />

HOBAS GFK-Rohre sind ideal für den Kurvenvortrieb, da sie eine gleichmäßige<br />

Kraftübertragung ohne Druckübertragungsringe aus Holz ermöglichen.<br />

Dabei mussten aufgrund der kleinen Radien die zulässigen Vortriebskräfte<br />

im Kurvenbereich reduziert werden. In diesem Projekt betrugen die<br />

zulässigen Vortriebskräfte in Abhängigkeit von den Radii 5530 kN und<br />

6549 kN (im Vergleich zu 8845 kN bei einem geraden Vortrieb).<br />

Die Firma Ludwig Pfeiffer Microtunnel wählte für den sandigen, kiesigen<br />

und lehmigen Boden einen optimal angepassten Bohrkopf. Die Vortriebsexperten<br />

von Ludwig Pfeiffer dirigierten die Vortriebsmaschine mit großer<br />

Präzision vom Anfang bis zum Ende der Trasse. Dank der optimalen Eigenschaften<br />

der Vortriebsrohre musste nie mit mehr als 1570 kN vorgepresst<br />

werden – ein Wert, der deutlich unter der berechneten Maximalkraft liegt.<br />

Mit präzisem Timing und genauer Koordination von Personal und Rohrlieferungen<br />

konnten die Vortriebsarbeiten innerhalb von zwei Wochen<br />

abgeschlossen werden.<br />

KONTAKT: HOBAS Rohre GmbH, Trollenhagen, Wilfried Sieweke,<br />

Tel. +49 395 4528-0, E-Mail: wilfried.sieweke@hobas.com, www.hobas.de<br />

Halle B6, Stand 245/340<br />

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04-05 | 2014 113


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bei der DB in Kassel sorgt INNOLET<br />

für sauberes Oberflächenwasser<br />

Das Werk Kassel gilt als eines der modernsten Werke der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH. Auf dem rund 170.000 m 2<br />

großen Gelände werden die Dieseltriebzüge des Nahverkehrs aus allen Teilen Deutschlands nach einer Million Laufkilometern<br />

bzw. spätestens alle acht Jahre generalüberholt. Aber auch Modernisierungen, Bedarfs- und Unfallinstandsetzungen der<br />

Verbrennungstriebwagen werden hier durchgeführt – Arbeiten also, bei denen Schmierstoffe, Tropföl und Metallabrieb<br />

auch auf dem Außenareal vorzufinden sind. Damit das derart belastete Niederschlagswasser bereits dort gereinigt wird, wo<br />

es anfällt, hat sich die DB Netz AG jetzt für das INNOLET ® -System der Funke Kunststoffe GmbH entschieden. Konsequent<br />

hat die W. Hundhausen Bauunternehmung GmbH fünf Straßeneinläufe mit diesem System ausgestattet.<br />

Das Werk Kassel ist für die DB Fahrzeuginstandhaltung<br />

GmbH wegen seiner Modernität ein Vorzeigeobjekt. Auch<br />

unterirdisch soll das rund 170.000 m 2 große Gelände jetzt<br />

„auf Vordermann“ gebracht werden. „Die Kanäle auf dem<br />

Werksgelände sind zum Teil 100 Jahre alt. „Mit Hilfe der<br />

Daten aus dem Kanalkataster und der Ergebnisse aus einer<br />

Kamerabefahrung haben wir einen Sanierungsplan für das<br />

TV-befahrene Areal erstellt“, erzählt Dipl.-Ing. Michael Krause,<br />

Geschäftsführer des Planungsbüros KMO Ingenieure<br />

GmbH. Demnach soll die W. Hundhausen Bauunternehmen<br />

GmbH, die den Zuschlag für die Tiefbauarbeiten für die ersten<br />

beiden Bauabschnitte inklusive des Neubaus der Abwasservorbehandlungsanlage<br />

mit Betriebsgebäude bekommen<br />

hat, insgesamt rund 9.500 m befahrenen Kanal mit ca. 200<br />

Haltungssanierungen ausführen. Das Leitungsnetz auf dem<br />

Werksgelände besteht aus Abschnitten mit Trennsystem,<br />

Abschnitten mit Mischsystem und industriellen Kanälen. Die<br />

Abwasservorbehandlungsanlage, die Ende dieses Jahres ans<br />

Netz gehen wird, soll das gesamte anfallende industrielle<br />

Abwasser auf dem Gelände sammeln und erst nach einer<br />

Behandlung in das Kanalnetz der Stadt Kassel einleiten.<br />

Dezentrale Niederschlagswasserbehandlung<br />

Da die Anlage vorwiegend für industrielle Abwässer gedacht<br />

ist, hat der Planer zusammen mit den Auftraggebern von der<br />

DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH und der DB Netz AG eine<br />

separate Lösung für das Niederschlagswasser gesucht – und<br />

bei der Funke Kunststoffe GmbH auch gefunden: An fünf<br />

Stellen, wo verstärkt Verunreinigungen durch den Werksbetrieb<br />

auftreten, werden die Straßenabläufe zusätzlich mit<br />

INNOLET-Filtern ausgestattet. Die Funktionsweise ist einfach,<br />

das Ergebnis spricht aber für sich: Das Oberflächenwasser von<br />

den befestigten Flächen durchfließt zunächst einen Grobfilter,<br />

der größere Bestandteile wie Blätter zurückhält. Durch seitli-<br />

Bild 1: Im Werk Kassel der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH werden<br />

Dieseltriebzüge des Nahverkehrs repariert und modernisiert – im Bild zu sehen sind<br />

Drehgestelle. Das gesamte Gelände umfasst 170.000 m 2<br />

Bild 2: Das INNOLET ® -System im Überblick (v.l.):<br />

die Abdeckmatte aus Gummi für die Auflage der<br />

Gussabdeckung, der Grobfilter, der Einsatz, die<br />

Filterpatrone und das Substrat<br />

114 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

Fotos: Funke Kunststoffe GmbH<br />

Bild 3: Als Erstes wird der Einsatz für das INNOLET ® -<br />

System in den Straßenablauf eingebracht<br />

Bild 4: Der Grobfilter wird auf die<br />

Filterpatrone im Einsatz gesetzt<br />

Bild 5: Die Filterpatrone wird in den<br />

Einsatz eingebracht<br />

che Öffnungen gelangt das Niederschlagswasser dann in die<br />

darunter liegende Filterpatrone, die mit einem Substrat gefüllt<br />

ist. Hier werden mitgeführte gelöste Schwermetalle, Öl sowie<br />

organische Substanzen adsorbiert. „Das Regenwasser, das<br />

über die Bereiche rund um die Lagerplätze und Werkhallen<br />

fließt, ist meist durch Schmierstoffe, Tropföl und Metallabrieb<br />

belastet. Eine dezentrale Niederschlagswasserbehandlung,<br />

wie sie das System INNOLET ® leistet, ist deshalb für uns<br />

optimal. Besonders der spezielle Öladsorber des Substrats ist<br />

hilfreich“, so Projektleiter Michael Fleck von der Regionalen<br />

Instandsetzung des Regionalbereichs Südost der DB Netz<br />

AG. „Neben der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz hat<br />

der Einsatz für uns auch klare wirtschaftliche Vorteile, denn<br />

in der neuen Abwasserbehandlungsanlage sollen nur die<br />

industriellen Abwässer gereinigt werden. Die Filter in den<br />

Straßeneinläufen helfen, die Anlage zu schonen“, ergänzt<br />

Dipl.-Ing. Ulrich Zeidler vom Anlagen- und Gebäudemanagement,<br />

Infrastrukturprojekte der DB Fahrzeuginstandhaltung<br />

GmbH. „Das Regenwasser wird da gereinigt, wo es anfällt<br />

und das ohne zusätzliche Energie, denn das INNOLET®-<br />

System nutzt das Gefälle zwischen der Straßenoberkante<br />

und der Kanalisation aus.“<br />

Besonders hohe Ölbindefähigkeit<br />

5,8 l Öl, das haben Untersuchungen ergeben, kann<br />

eine durchnässte, große Filterpatrone für einen Aufsatz<br />

500 x 500 mm aufnehmen. „Die Ölbindefähigkeiten des<br />

Systems sind dabei besonders gut. Betreiber müssen aber<br />

dennoch nicht befürchten, dass sich hinter dem Substrat<br />

hohe Kosten verstecken“, betont Funke-Fachberater Dipl.-<br />

Ing. Martin Ritting. „Die Standzeit des Substrats beträgt<br />

im Normalfall ein Jahr. So lassen sich die Kosten gut und<br />

überschaubar kalkulieren.“ Muss das Substrat ausgetauscht<br />

werden, sind nur wenige Handgriffe erforderlich: Nachdem<br />

der Gussrost des Straßeneinlaufs herausgenommen und<br />

der Grobfilter entfernt und gereinigt worden ist, wird die<br />

Filterpatrone aus dem Einsatz entnommen, die Ringmutter<br />

gelöst und der Deckel abgenommen. Das alte Substrat wird<br />

entfernt. Wenn alle Komponenten gereinigt sind, wird die<br />

Filterpatrone wieder zusammengesetzt und das Substrat<br />

in den Ringraum eingefüllt, bis die Filterpatrone bis zur<br />

Oberkante gefüllt ist. Jetzt wird sie wieder verschlossen<br />

und in den Straßenablauf eingesetzt. Anschließend kommt<br />

der Grobfilter auf die Filterpatrone, und der Straßenablauf<br />

wird mit dem Gussrost verschlossen. „Auch der Einbau<br />

selbst ging schnell und kinderleicht. Wichtig ist nur, dass<br />

man auf die Zentrierung der Filterpatrone achtet und die<br />

Einbauhöhe von 70 cm ab Auflage des Einsatzes berücksichtigt“,<br />

erläutert der Projektleiter für Gleis- und Industriebau<br />

Dipl.-Ing. (FH) Stefan Stücher von der bauausführenden W.<br />

Hundhausen Bauunternehmung GmbH.<br />

IKT-getestet<br />

Das Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) hat INNO-<br />

LET ® eingehend getestet. Das Produkt hat in praxisnahen<br />

Tests seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt und belegt,<br />

dass die Behandlung des Niederschlagswassers hierdurch<br />

vergleichbar ist mit der in einer zentralen Anlage, wie z. B.<br />

einem Regenklärbecken. Die Ergebnisse der Tests waren<br />

so überzeugend, dass das IKT INNOLET ® das Siegel „IKTgeprüft<br />

gemäß Trennerlass“ verliehen hat. Auch in Kassel<br />

sind alle Beteiligten zufrieden mit der Entscheidung für<br />

dieses System. Jetzt will man hier eigene Erfahrungen mit<br />

dem Produkt sammeln.<br />

KONTAKT: Funke Kunststoffe GmbH, Hamm-Uentrop, Tel. +49 2388 3071-0,<br />

E-Mail: info@funkegruppe.de, www.funkegruppe.de<br />

Halle B6, Stand 211<br />

04-05 | 2014 115


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Betrachtung der Statik bei<br />

Schachtsanierung<br />

Es gibt rund 10 Millionen Schachtbauwerke in Deutschland. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Abwassernetze und<br />

damit ebenso wichtig wie der Abwasserkanal selbst. Vielmehr noch sind Schächte weitaus stärkeren Beanspruchungen<br />

ausgesetzt als der im Erdreich liegende Kanal, denn über die Schachtabdeckung werden oft direkt Kräfte in den<br />

Schacht eingeleitet. Für eine ganzheitliche Betrachtung der Sanierung sind damit neben der Sanierung von Kanälen<br />

und Rohrleitungen auch die Sanierung von Schächten und Bauwerken und dabei insbesondere die Statik zu betrachten.<br />

Dieser Beitrag beruht auf dem RSV-Merkblatt 6.2 „Sanierung von Bauwerken und Schächten in Entwässerungssystemen -<br />

Reparatur/Renovierung“ [1]. Das Merkblatt beinhaltet Hinweise zum Standsicherheitsnachweis von Sanierungsmaßnahmen<br />

an Schächten und Bauwerken für Freispiegelleitungen von Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanälen im öffentlichen<br />

und privaten Bereich. Bei Abwasserreinigungsanlagen, Pumpwerken und Sammelgruben kann unter Berücksichtigung der<br />

dort vorhandenen spezifischen Eigenschaften des Abwassers der vorliegende Beitrag sinngemäß angewendet werden.<br />

Besonderheiten beim Ingenieurbauwerk Schacht<br />

Ein typischer Schachtaufbau ist in Bild 1 dargestellt.<br />

Schachtbauwerke besitzen die Besonderheit – im Gegensatz<br />

zur erdverlegten Rohrleitung – direkt durch Straßenverkehr<br />

belastet zu werden. Die vertikalen Belastungen sind im<br />

Bild 1 durch blaue Pfeile gekennzeichnet. Der Schacht hat<br />

dabei die Funktion, die Belastung von der Abdeckung über<br />

den Schachtkörper und das Schachtunterteil in den Boden<br />

abzutragen.<br />

Bild 1: Konstruktiver Aufbau und Lastabtrag<br />

Die Verkehrsbelastung wird über die Schachtabdeckung<br />

eingetragen. Schachtabdeckungen sind gemäß DIN EN 124<br />

[2] in sechs Gruppen A 15 bis F 900 eingeteilt. In Abhängigkeit<br />

der maximalen statischen Radlast ist planungsseitig die<br />

entsprechende Gruppe zu wählen. Üblicherweise werden<br />

im Straßenbereich Abdeckungen der Gruppe 4 und damit<br />

der Klasse D 400 eingesetzt.<br />

Die Straße, in der sich der Schacht befindet, wird einer Straßenbauklasse<br />

zugeordnet. Diese Straßenbauklasse ergibt<br />

sich aus der bemessungsrelevanten dynamischen Beanspruchung<br />

– der Anzahl der äquivalenten 10-t-Achsübergänge.<br />

Daraus definieren sich für den Straßenaufbau die jeweiligen<br />

Schichtdicken, z. B. Dicke der Tragschicht.<br />

Der maßgebende Unterschied in der Auslegung zwischen<br />

Straße und Schachtabdeckung besteht darin, dass der Straßenaufbau<br />

verkehrsbedingt festgelegt wird, d. h. also nach<br />

dynamischer Belastung. Die Abdeckung hingegen bemisst<br />

sich nach der maximal statisch auftretenden Last, selbst<br />

wenn diese eventuell nur einmalig auftritt.<br />

Erschwerend kommt hinzu, dass mit steigendem Verkehrsaufkommen<br />

auch die dynamische Belastung (Schwingung,<br />

Vibration) auf den Schachtdeckel und damit auf den gesamten<br />

Schachtkopf und Schacht steigt. Die Schächte liegen<br />

üblicherweise in Ortslagen, in denen die Straßenführung<br />

durch Kurven, Einmündungen, Kreuzungen sowie ausgeprägtem<br />

Längs- und Quergefälle charakterisiert ist. Damit<br />

finden durch den Verkehr vermehrte Lenkbewegungen<br />

und häufiges Verzögern bzw. Beschleunigen statt. Dies<br />

führt zu zusätzlichen Belastungen, die über die Abdeckung<br />

in den Schacht direkt eingetragen werden, dargestellt in<br />

Bild 1 durch den grünen Pfeil und das Moment im Bereich<br />

der Schachabdeckung. Verstärkt werden diese Einwirkungen,<br />

wenn es teils auch zu geringen Setzungen seitlich<br />

des Schachtes kommt (horizontale grüne Pfeile seitlich der<br />

Abdeckung in Bild 1).<br />

Diese grundsätzlichen Betrachtungen des in Bild 1 rot<br />

umrandeten Lasteintragungsbereiches sind bei der Wahl<br />

des Sanierungsverfahrens durchzuführen.<br />

116 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Altschachtzustand<br />

Beschreibung<br />

0 Sanierung nur erforderlich, da neue Belastung (statisch und/oder durch Medium) erwartet werden<br />

|<br />

||<br />

|||<br />

|||a<br />

Tabelle 1: Altschachtzustände nach [1]<br />

Altschacht allein tragfähig (z.B. Undichtigkeiten in Schachtverbindung, Wandung; keine Risse, ausgenommen<br />

Haarrisse)<br />

Altschacht-Bodensystem ist allein tragfähig (z.B. vertikale Längsrisse mit geringer Schachtverformung bei überprüfter<br />

funktionsfähiger seitlicher Bettung; bestätigt durch Langzeitbeobachtung bzw. Rammsondierung)<br />

Schacht-Bodensystem langzeit allein nicht mehr tragfähig; deutliche Verformungen; horizontale Risse bzw. Abplatzungen<br />

in den Schachtfugen; gegenüber Altschachtzustand || wird die Sanierung auch durch Erd- sowie horizontale<br />

und vertikale Verkehrslasten beansprucht<br />

Standsicherheit des Altschachtes nicht mehr gegeben (große Fehlstellen, geringe oder keine Altwanddicke). Eine<br />

Begehung ist nicht mehr möglich (UVV)<br />

Standsicherheitsnachweis nach RSV-Merkblatt 6.2<br />

Grundlagen<br />

Unter Schachtsanierung versteht man Verfahren, mit denen<br />

schadhafte Schächte und Bauwerke in Entwässerungssystemen<br />

wieder instandgesetzt werden können. Dabei werden<br />

verschiedene Verfahren der Reparatur, der Renovierung<br />

oder einer Kombination aus Reparatur und Renovierung<br />

eingesetzt. Neben der Wahl des geeigneten Verfahrens ist<br />

auch die Auswahl der Abdichtungs- und Beschichtungsmaterialien<br />

für den nachhaltigen Erfolg einer Sanierungsmaßnahme<br />

entscheidend [1]. Nur dann ist sichergestellt,<br />

dass die in den technischen Regelwerken gestellten drei<br />

grundlegende Anforderungen<br />

»»<br />

Standsicherheit<br />

»»<br />

Betriebssicherheit<br />

»»<br />

Dichtheit<br />

nicht nur durch neue, sondern auch durch sanierte Schächte<br />

eingehalten werden.<br />

Um der Anforderung nach ausreichender Standsicherheit<br />

zu entsprechen, ist grundsätzlich der Zustand der Schächte/<br />

Bauwerke und der Sanierungsmaßnahme aus statischer<br />

Sicht zu betrachten.<br />

Die DWA-Regelwerke ATV-DVWK-A 127 und ATV-M 127,<br />

Teil 2 (Januar 2000) können nicht direkt zur Führung von<br />

Standsicherheitsnachweisen von Schächten, Bauwerken und<br />

deren Sanierung angewendet werden. Möglichkeiten der<br />

Nachweisführung sind im RSV-Merkblatt 6.2 [1] beschrieben<br />

und werden nachfolgend wiedergegeben.<br />

Altschachtzustände<br />

Zur Beurteilung des statischen Erfordernisses einer Sanierungsmaßnahme<br />

ist vorab die Standsicherheit des Altschachtes<br />

zu überprüfen. Zur Eingruppierung der Standsicherheit<br />

der Altschächte sind folgende Zustände definiert<br />

(siehe Tabelle 1):<br />

Erweiterte Zustandserfassung und -bewertung<br />

Der planerischen Sorgfalt ist nicht damit Genüge getan,<br />

den Altschacht pauschal als nicht mehr tragfähig in die<br />

Altschachtzustände III und IIIa einzustufen. Bei Vernachlässigung<br />

der Altschachtzustände 0, I und II entfallen<br />

wirtschaftliche und dauerhafte Lösungsmöglichkeiten.<br />

Im Zweifelsfall sollte der Altschacht statisch berechnet<br />

werden. Dies hat unter Berücksichtigung beispielsweise<br />

der Restwanddicke sowie der vertikalen und horizontalen<br />

Belastungen zu erfolgen.<br />

In diesem Zusammenhang kann es erforderlich sein, eine<br />

erweiterte Zustandserfassung aus statischer Sicht durchzuführen.<br />

Den empfohlenen Umfang legt das RSV-M 6.2 fest:<br />

1. Untersuchung der Bausubstanz<br />

1.1 Restwanddicken (z. B. Kernbohrung)<br />

1.2 Prüfung der Oberflächenzugfestigkeit an den Betonoberflächen<br />

bzw. Mauerwerksoberflächen (Prüfverfahren<br />

nach DIN 1048-2) mit dessen Hilfe die Oberflächenzugfestigkeit<br />

von oberflächennahen Schichten beurteilt<br />

werden kann. Die Prüfung dient dazu, festzustellen,<br />

in welcher Weise die Oberfläche für eine erfolgreiche<br />

Sanierung vorbehandelt werden muss sowie einen Referenzwert<br />

für die Haftzugfestigkeit für Beschichtungen<br />

zu erhalten.<br />

1.3 Prüfung der Druckfestigkeit, die direkt für das Tragverhalten<br />

und die Dauerhaftigkeit der Schächte maßgebend<br />

ist. Die Ermittlung der Druckfestigkeit kann zerstörungsfrei<br />

mit Hilfe des Betonprüfhammers ermittelt<br />

werden.<br />

1.4 Materialgüte (z. B. Schwefelgehalt, Chloridgehalt,<br />

Carbonatisierungstiefe, Bewehrungskorrosion)<br />

2. Ermittlung der Randbedingungen<br />

2.1 Erdlasten (einschließlich anstehender Baugrund)<br />

2.2 Verkehrslasten<br />

2.3 Grundwasserstände<br />

2.4 vorhandene Bebauung in Schachtnähe.<br />

Der genaue Umfang der erweiterten Zustandserfassung<br />

ist im Einzelfall zu prüfen.<br />

Nachweisführung<br />

Verfahren ohne/mit Erhöhung der Standsicherheit<br />

Die Altschachtzustände 0, I und II sind sanierungsfähig<br />

mit Verfahren, die die vorhandene Standsicherheit des Altschachtes<br />

nutzen. Verfahren, die zur Erhöhung der Standsicherheit<br />

des Altschachtes führen, können darüber hinaus<br />

auch bei den Altschachtzuständen III und IIIa angewendet<br />

werden.<br />

04-05 | 2014 117


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Die folgenden Einwirkungen bzw. Lasten wirken auf das<br />

Sanierungsverfahren bei einer ausreichenden Standsicherheit<br />

des Altschachtes:<br />

»»<br />

Eigenlasten Sanierungsverfahren<br />

»»<br />

Wasseraußendruck p a<br />

»»<br />

Innendruck p i<br />

»»<br />

Temperaturänderung ΔT<br />

Darüber hinaus wirken auf Sanierungsverfahren ohne<br />

ausreichende Standsicherheit des Altschachtes folgende<br />

Lasten:<br />

»»<br />

Erdlasten<br />

»»<br />

Verkehrslasten<br />

»»<br />

Eigenlasten Altschacht<br />

Es sind die aus der Rohrsanierung bekannten Imperfektionen<br />

zusätzlich zu berücksichtigen:<br />

»»<br />

örtliche Vorverformung<br />

»»<br />

Spaltbildung<br />

»»<br />

Gelenkringvorverformung<br />

Verfahrensgruppen A, B und C<br />

In der Schachtsanierung sind aus statischer Sicht drei Verfahrensgruppen<br />

unabhängig vom eingesetzten Material<br />

zu unterscheiden.<br />

1. Verfahren A (mit flächigem Haftverbund): i.d.R.<br />

Beschichtungen, die abdichtend wirken, keine oder<br />

nur eine geringe Eigenstandfestigkeit aufweisen, die<br />

Stabilität der Beschichtung wird über Haftzugfestigkeit<br />

am Altschacht erreicht<br />

2. Verfahren B (mit punktuellen Verankerungen): i.d.R.<br />

Beschichtungen, die abdichtend wirken, eine mittlere<br />

Eigenstandfestigkeit aufweisen, die Stabilität der<br />

Beschichtung wird über die punktuellen Halterungen<br />

am Altschacht erreicht<br />

3. Verfahren C (ohne Haftverbund): i.d.R. eigenständig<br />

tragende Auskleidungen, die rechnerisch keinen statischen<br />

Verbund zum Altschacht aufweisen<br />

In Abhängigkeit der genannten Verfahrensgruppe und der<br />

im folgenden Kapitel betrachteten Einbaustelle im Schacht<br />

sind unterschiedliche Nachweise erforderlich.<br />

Nachweisstellen<br />

a) Schachtkopf<br />

Ein gesonderter Nachweis des Schachtkopfes ist nur in<br />

Ausnahmefällen technisch und wirtschaftlich vertretbar.<br />

Ein allgemein gültiger Rechenalgorithmus für diese Ausnahmefälle<br />

ist nicht zweckmäßig. Es haben sich darüber<br />

hinaus eine Vielzahl von Sanierungsverfahren für den<br />

Schachtkopf etabliert, die einen entsprechenden Nachweis<br />

besitzen. Ausführungen enthält ebenfalls RSV-M 6.2.<br />

b) Schachtkörper<br />

Die folgenden Nachweise (Tabelle 2) sind am vertikalen<br />

Schacht zu führen.<br />

c) Schachtunterteil<br />

Das Schachtunterteil ist gemäß den örtlichen Gegebenheiten<br />

statisch zu betrachten. Die vertikalen Teile des Schachtunterteils<br />

sind gemäß Tabelle 2 nachzuweisen. Die Nachweisführung<br />

für die horizontalen, Teile wie z. B. für den<br />

Auftritt, erfolgt gemäß Tabelle 3.<br />

Beispiel Nachweiskonzept<br />

Folgendes Beispiel soll das Nachweiskonzept erläutern.<br />

Eingangsbedingungen:<br />

»»<br />

Altschacht-Bodensystem ist allein tragfähig<br />

»»<br />

Schachtauskleidung mit GFK-Platten, befestigt mit<br />

Dübeln<br />

Nachweis / Verfahren A B C<br />

Haftzugfestigkeit * A n<br />

> γ * pa X – –<br />

Auszugskraft Haltepunkte<br />

> γ * pa / (gehaltene Fläche)<br />

– X –<br />

Spannung σ X {1} X {2} X<br />

Verformung δ X {1} X {2} X<br />

Auftrieb – – {3} X<br />

Beulen X {4} X {2} X<br />

A n<br />

[%] ist die nutzbare Fläche, an der das System haftet; hier sind insbesondere zu berücksichtigen:<br />

Schachtringverbindungen, Rissweiten und ähnliches<br />

γ [–] der vom Verfahren vorgegebene Sicherheitsbeiwert<br />

{1} in den zu überbrückenden Bereichen ohne Haftverbund<br />

{2} in den zu überbrückenden Bereichen<br />

{3} über Abscheren der punktuellen Halterung<br />

{4} nur bei großen zu überbrückenden Bereichen ohne Haftverbund<br />

Tabelle 2: Nachweise am vertikalen Schachtkörper [1]<br />

118 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Nachweis / Verfahren A B C<br />

Haftzugfestigkeit * A n<br />

> γ * pa X – –<br />

Auszugskraft Haltepunkte<br />

> γ * pa / (gehaltene Fläche)<br />

– X –<br />

Spannung σ X {1} X {2} X<br />

Verformung δ X {1} X {2} X<br />

Auftrieb X {5} – {6} X<br />

Beulen X {4} X {2} X<br />

Erklärungen siehe Tabelle 2<br />

{5} Nachweis über Haftzugfestigkeit<br />

{6} über Auszugskraft der punktuellen Verankerung bereits nachgewiesen<br />

Tabelle 3: Nachweise am horizontalen Schachtunterteil [1]<br />

Daraus folgt:<br />

Altschachtzustand:<br />

Sanierungsverfahren:<br />

II<br />

Verfahrensgruppe B (punktuelle<br />

Verankerungen)<br />

Folgende Nachweise sind mindestens am vertikalen Schachtkörper<br />

erforderlich.<br />

F<br />

γ<br />

p a<br />

A F<br />

Auszugskraft eines Haltepunktes<br />

der vom Verfahren vorgegebene Sicherheitsbeiwert<br />

Wasseraußendruck, bei Altschachtzustand<br />

II bestimmt durch den Grundwasser- bzw.<br />

Ersatzwasserstand<br />

die umlaufend um den Haltepunkt zugehörende<br />

gehaltene Fläche<br />

Die zulässige maximale Auszugskraft ergibt sich über den<br />

Nachweis der Dübelauszugskraft am Altschacht. Dieser Kennwert<br />

ist abhängig vom Typ der verwendeten Dübel und der<br />

Werkstoffeigenschaften des Altschachtes.<br />

Damit bestehen zwei mögliche Nachweisstellen am vertikalen<br />

Schachtmantel:<br />

»»<br />

an der Stelle mit dem höchsten Wasseraußendruck<br />

»»<br />

an der Stelle mit den geringsten Auszugskräften; wichtig<br />

vor allem wenn der Altschacht aus mehreren Werkstoffen<br />

besteht<br />

Im Ergebnis dieser Nachweise sind die Abstände der Haltepunkte<br />

so zu wählen, dass die Belastung durch Außendruck<br />

mittels Auszugskraft aufgenommen werden kann.<br />

Die Spannungs-, Verformungs- bzw. Beulnachweise sind<br />

gemäß den vorhandenen Abständen zwischen den Haltepunkten<br />

in Abhängigkeit der Langzeit-Materialeingenschaften und<br />

der Dicke der GFK-Platten zu führen. Aus diesen Nachweisen<br />

kann sich ergeben, dass die Abstände der Dübel zu verkleinern<br />

sind. Eine Vergrößerung der Abstände ist nicht zulässig, da der<br />

Nachweis der Auszugkraft ebenfalls erbracht werden muss.<br />

Die entstehende Auftriebskraft ist über das Abscheren der<br />

Dübel sowohl im Dübel selbst (z. B. über das Herstellerdatenblatt)<br />

als auch in den GFK-Platten nachzuweisen.<br />

Dieses Nachweiskonzept erfolgt analog für die vertikalen<br />

Bereiche des Schachtunterteils. Für die horizontalen Bereiche<br />

(Schachtboden) ist Tabelle 3 maßgebend. Hinzuweisen ist auf<br />

den entfallenen Auftriebsnachweis der horizontalen Bereiche,<br />

da dieser bereits mit den Auszugskräften nachgewiesen ist.<br />

Zusammenfassung<br />

Mit dem RSV-Merkblatt 6.2 existiert eine Handlungsempfehlung<br />

für den Umgang mit den erforderlichen Standsicherheitsnachweisen<br />

„Altschacht“ und „Sanierungsverfahren“.<br />

Darüber hinaus gibt dieses Merkblatt einen Überblick über<br />

den Stand der Technik für Verfahren zur Schachtsanierung<br />

einschließlich der zugehörenden Qualitätsstandards. Die<br />

ganzheitliche Betrachtung von der Planung bis zur Abnahme<br />

steht im Vordergrund. Es wird auch auf die Besonderheiten<br />

beim Lasteintrag verwiesen, die in den Normativen zum<br />

Schacht bisher ungenügend berücksichtigt sind.<br />

Literatur<br />

[1] RSV-Merkblatt 6.2 „Sanierung von Bauwerken und Schächten<br />

in Entwässerungssystemen – Reparatur / Renovierung –<br />

Anforderungen, Gütesicherung und Prüfung“; September 2012.<br />

[2] DIN EN 124 „Aufsätze und Abdeckungen für Verkehrsflächen –<br />

Baugrundsätze, Prüfungen, Kennzeichnung, Güteüberwachung“;<br />

August 1994.<br />

Dr.-Ing. RENÉ THIELE<br />

AUTOR<br />

SRT Sachverständigengesellschaft für Rohrleitungstiefbau<br />

mbH, Markranstädt<br />

Tel. +49 34205 17388<br />

E-Mail: Thiele@Rohr-Gutachter.de<br />

www.Rohr-Gutachter.de<br />

04-05 | 2014 119


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Umgang mit Qualität bei Kanalsanierungsmaßnahmen<br />

– Anspruch<br />

und Wirklichkeit<br />

Wenn man von Qualität spricht, meint man üblicherweise eine hohe Qualität und denkt an Qualitätssiegel usw. Der<br />

Begriff „Qualität“ kommt vom Lateinischen: „qualitas = Beschaffenheit, Eigenschaft“. Auch im Duden wird Qualität als<br />

„Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften, Beschaffenheit“ definiert. Eine Leistung oder ein Produkt hat demzufolge<br />

entsprechende Qualität, wenn sie in der Beschaffenheit und den Eigenschaften der Bestellung entspricht nicht mehr und<br />

nicht weniger. Auch eine qualitativ hochwertige Kanalsanierung kann für den jeweiligen Anwendungsfall ungeeignet<br />

sein und versagt vorzeitig. Umgekehrt ist eine Sanierung nicht dauerhaft, wenn der Qualitätsanspruch im Bauvertrag<br />

nicht klar definiert wird und deshalb weniger Qualität geliefert wird als erwartet.<br />

Wenn Kanäle oder Sanierungen lange vor der erwarteten Nutzungsdauer so aussehen, wie in Bild 1 und Bild 2 gezeigt,<br />

ist in der Kette der Qualitätssicherung etwas schief gelaufen. Es kann sich jeweils um einen Planungsfehler, aber auch um<br />

einen Ausführungsfehler handeln. Im nachfolgenden Fachbericht soll der Zusammenhang zwischen den Randbedingungen<br />

und der Qualität des Sanierungsergebnisses sowie die Anforderungen an die Beteiligten (Kanalnetzbetreiber, Planer und<br />

ausführende Firma) beschrieben werden.<br />

Einleitung<br />

Bei einem Kanalnetz handelt es sich meist um das größte<br />

Anlagevermögen einer Kommune. Um ein Gefühl für die<br />

Größenordnung zu bekommen, sei folgendes Rechenbeispiel<br />

angeführt: Legt man einen durchschnittlichen Wiederbeschaffungswert<br />

von nur 1.000 € je m Kanal zugrunde,<br />

beträgt der Wiederbeschaffungswert 1.000.000 € je km.<br />

Nimmt man an, dass alle Kanäle so gebaut wären, dass sie<br />

100 Jahre halten, ohne dass Sanierungsarbeiten erforderlich<br />

sind und eine lineare Altersverteilung von 0 bis 100 Jahren<br />

hätten, würde das bedeuten, dass 10.000 € pro Jahr<br />

und km Kanalnetz investiert werden müssten, um jeweils<br />

1 % des Kanalnetzes erneuern zu können, um das Durchschnittsalter<br />

konstant zu halten. Bei einem 100 km langen<br />

Kanalnetz sind das 1.000.000 € pro Jahr.<br />

Die Erfahrung zeigt, dass wir weit davon entfernt sind, dass<br />

die vorhandenen Kanäle 100 Jahre halten und im Übrigen<br />

noch einen Investitionsstau aus den Jahren, in denen in die<br />

Instandhaltung nicht investiert wurde, vor uns herschieben.<br />

Das bedeutet, dass eine jährliche Investition von 1 %<br />

des Wiederbeschaffungswertes nicht ausreicht, um eine<br />

Verbesserung des Zustands des Kanalnetzes zu erreichen.<br />

Bild 1: Eingestürzter Kanal<br />

Bild 2: Nicht fachgerechter Kurzliner<br />

120 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Selbstverständlich sind Gebührenerhöhungen, um diese<br />

immensen Investitionen tätigen zu können, nicht populär,<br />

aber unumgänglich, da notwendige, aber nicht getätigte<br />

Investitionen sonst auf die kommenden Generationen<br />

verlagert werden. Denselben Effekt hat es auch, wenn die<br />

Investitionen über Kredite mit jahrzehntelangen Laufzeiten<br />

getätigt werden oder, um die Gebühren nicht erhöhen zu<br />

müssen, die Abschreibungsdauern zu hoch angesetzt werden.<br />

Auch hierbei werden die nachfolgenden Generationen<br />

überdurchschnittlich belastet.<br />

Deshalb ist es umso wichtiger, dass bei Kanalneubauten,<br />

-erneuerungen und Sanierungen sehr hohe Qualitätsstandards<br />

gesetzt werden, um sowohl beim Neubau als auch<br />

bei der Sanierung möglichst lange Nutzungsdauern erzielen<br />

zu können.<br />

Größere Kanalnetzbetreiber haben in der Regel die entsprechende<br />

Fachkompetenz, um Planungen selber überprüfen<br />

und die Bauüberwachung überwachen zu können. Sollte<br />

die Fachkompetenz nicht vorhanden sein (z. B. bei kleinen<br />

Netzbetreibern) wäre ein Kanalnetzbetreiber schlecht<br />

beraten, wenn er alle planerischen und überwachenden<br />

Tätigkeiten für eine Maßnahme von einem Ingenieurbüro<br />

durchführen lassen würde, ohne die Leistung zu überwachen<br />

oder überwachen zu lassen.<br />

Die Erfahrung zeigt, dass viele Mängel beim Kanalbau und<br />

der Kanalsanierung, die der Kanalnetzbetreiber bei einer<br />

späteren Routineuntersuchung feststellt, auch an einer<br />

unqualifizierten Planung oder einer mangelhaften Bauüberwachung<br />

liegen können.<br />

Wird zum Beispiel die Dichtigkeitsprüfung und die TV-<br />

Abnahmebefahrung in die Leistung der ausführenden Firma<br />

integriert, und die Bauüberwachung ist bei Ausführung<br />

dieser Leistungen nicht durchgehend vor Ort, so besteht<br />

die Gefahr der Manipulation. Wird dann infolge Zeitmangel<br />

die Abnahmebefahrung auch nur stichprobenweise<br />

angesehen, können Mängel übersehen und die Leistung<br />

trotz Mängeln abgenommen werden. Entgegen der weit<br />

verbreiteten Meinung können diese „übersehenen“ Mängel<br />

zum Ende der Frist für Mängelbehebung nicht mehr<br />

gegenüber der ausführenden Firma reklamiert werden, da<br />

sie ja so abgenommen wurden.<br />

Bei der Abnahme von Kanalsanierungsmaßnahmen sind<br />

sich die Beteiligten immer wieder uneinig darüber, ob das<br />

Sanierungsergebnis zufriedenstellend ist oder nicht. Es stellen<br />

sich dann viele Fragen: Liegt tatsächlich ein Mangel vor?<br />

Was ist überhaupt ein Mangel? Wer ist für den Mangel<br />

verantwortlich? Wer entscheidet hierüber? Wie soll mit<br />

dem Mangel umgegangen werden? Soll ein Gutachter eingeschaltet<br />

werden?<br />

Was ist ein Mangel?<br />

Bevor man sich Gedanken über Mängelbeseitigung und<br />

Mängelbehebung machen kann, muss zuerst einmal definiert<br />

werden, was ein Mangel ist.<br />

Öffentliche Auftraggeber müssen die VOB als Vertragsgrundlage<br />

vereinbaren. Hier ist in § 13 Abs. 1 VOB/B [1]<br />

beschrieben, „dass eine Leistung frei von Sachmängeln ist,<br />

Bild 3: Fehlbohrung in einem Schlauchliner<br />

wenn sie die nach dem Vertrag vorausgesetzte Beschaffenheit<br />

aufweist. War die Beschaffenheit nicht definiert, ist<br />

die Leistung dann frei von Sachmängeln, wenn sie sich für<br />

die gewöhnliche Verwendung eignet, die bei Werken der<br />

gleichen Art üblich ist und die der Auftraggeber nach der<br />

Art der Leistung erwarten kann.“<br />

Ob ein Mangel vorliegt, kommt also zunächst darauf an,<br />

was im Vertrag vereinbart wurde. Sind dort klare Vorgaben<br />

z. B. zu den zugelassenen Materialien, statischen Anforderungen,<br />

Toleranzen für Wanddicke und Materialkennwerte,<br />

maximale Größe von Falten usw. festgelegt, so liegt ein<br />

Mangel vor, wenn die Leistung hiervon abweicht.<br />

Umgang mit einem Mangel<br />

Nach § 13 Abs. 5 Nr. 1 VOB/B [1] ist der Auftragnehmer<br />

verpflichtet, auf Verlangen des Auftraggebers Mängel zu<br />

beseitigen, es sei denn die Mängelbeseitigung ist entsprechend<br />

§ 13 Abs. 6 VOB/B [1] unzumutbar oder würde einen<br />

unverhältnismäßig hohen Aufwand verursachen. In diesem<br />

Fall kann die Vergütung gemindert werden.<br />

Eine Fehlbohrung in einem Schlauchliner (Bild 3) ist ein<br />

Mangel, auch wenn dies in den Vertragsunterlagen nicht<br />

explizit beschrieben ist, da die „gewöhnliche Verwendung“<br />

eingeschränkt ist, weil der Liner an dieser Stelle undicht ist.<br />

Da der Einbau eines neuen Liners wegen einer Fehlbohrung<br />

ein unverhältnismäßig hoher Aufwand wäre, kann dies vom<br />

Auftraggeber nicht verlangt werden. Wird die Fehlbohrung<br />

vom Auftragnehmer repariert, erfüllt der Liner zum Zeitpunkt<br />

der Abnahme die „gewöhnliche Verwendung“ und<br />

ist somit im Sinne der VOB mängelfrei. Diese Reparaturstelle<br />

hat aber voraussichtlich eine kürzere Nutzungsdauer als der<br />

Schlauchliner und wird zu einem späteren Zeitpunkt Zusatzkosten<br />

beim Kanalnetzbetreiber verursachen. Nach Ablauf<br />

der Frist für Mängelbeseitigung können diese Zusatzkosten<br />

allerdings nicht mehr geltend gemacht werden. Die Forderung<br />

einer Wertminderung seitens des Auftraggebers zum<br />

Zeitpunkt der Abnahme läuft ins Leere, weil der Mangel ja<br />

behoben wurde und der Liner seine Funktion erfüllt.<br />

Wie soll also hiermit umgegangen werden? Erfüllt ein<br />

Schlauchliner in statischer Hinsicht nicht die Anforderungen<br />

04-05 | 2014 121


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 4: Reparaturstelle in einem Schlauchliner (im Scheitel)<br />

Bild 5: Längsfalte im Schlauchliner<br />

(z. B. bei einer zu geringen Wanddicke) kann dieser Mangel<br />

weder beseitigt werden noch ist eine Wertminderung<br />

angebracht.<br />

Hier kommt nur ein neuer Liner in Betracht. Dabei stellt sich<br />

die Frage, wer verantwortlich und regresspflichtig ist. Wurde<br />

der Liner entgegen den Vertragsbedingungen zu dünn<br />

eingebaut, liegt der Fehler beim ausführenden Unternehmen.<br />

Wurde seitens des Ingenieurbüros für die Wanddicke<br />

als Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen (ZTV) das<br />

Merkblatt DWA-M 144-3 [2] mit den Regelstatiktabellen<br />

in den Vertragsbedingungen vorgegeben, weichen die tatsächlichen<br />

Randbedingungen von den in den Regelstatiktabellen<br />

zugrundegelegten Randbedingungen ab und ist<br />

der Liner deshalb zu dünn, liegt die Verantwortung beim<br />

Ingenieurbüro.<br />

Beispiel 1<br />

Ein nicht mehr in Betrieb befindlicher Zulauf wurde nach<br />

dem Schlauchlinereinbau versehentlich geöffnet und dann<br />

mittels Robotertechnik wieder verschlossen (siehe Bild 4).<br />

Die „gewöhnliche Verwendung“ war damit gewährleistet.<br />

Wenn diese Reparaturstelle vor Ablauf der Frist zur Mängelbeseitigung<br />

undicht wird, wie Bild 4 zeigt, muss nachsaniert<br />

werden. Wenn die Reparaturstelle erst nach Ablauf der Frist<br />

für Mängelbeseitigung undicht wird, kann die ausführende<br />

Firma und auch das Ingenieurbüro nicht mehr in Regress<br />

genommen werden. Deshalb sollte in den Vertragsunterlagen<br />

genau definiert werden, was als Mangel anzusehen<br />

ist und welche Sanktionen Mängel nach sich ziehen, also<br />

wie z. B. eine Fehlbohrung instandzusetzen ist und welcher<br />

Betrag zusätzlich als Wertminderung für spätere Nachsanierungen<br />

von der Schlussrechnung abgezogen wird.<br />

Beispiel 2<br />

Dass der Liner in Bild 5 eine Längsfalte hat, ist unstrittig.<br />

Die „gewöhnliche Verwendung“ ist aber durch die Falte<br />

nicht eingeschränkt, wenn hierdurch keine hydraulischen<br />

oder statischen Probleme zu erwarten sind. In den Vertragsunterlagen<br />

war eine maximale Faltengröße definiert,<br />

die hier deutlich überschritten wurde. Insofern steht diese<br />

vertragliche Vereinbarung über der „gewöhnlichen Verwendung“.<br />

Somit liegt ein Mangel vor. Wie soll aber hiermit<br />

umgegangen werden? Die Falte stellt entsprechend dem<br />

Vertrag einen Mangel dar und ist nach § 13 Abs. 5 VOB/B<br />

[1] zu beheben. Die Forderung, einen neuen Schlauchliner<br />

einzubauen, wäre unverhältnismäßig, da sich die Falte<br />

nur auf wenige Meter beschränkt. Eine Reparaturstelle im<br />

Schlauchliner ist eine potentielle Schwachstelle, die vorzeitig<br />

erneuten Sanierungsbedarf mit entsprechenden Kosten<br />

nach sich ziehen wird, die aber zum Zeitpunkt der Abnahme<br />

nicht als Wertminderung geltend gemacht werden können,<br />

wenn sie nicht vereinbart wurden.<br />

Ein Universalrezept, ob die Falte verbleiben oder entfernt<br />

werden soll, kann hier nicht gegeben werden, das ist im<br />

Einzelfall zu entscheiden. Wichtig ist deshalb, in den Vertragsunterlagen<br />

nicht nur zulässige Toleranzen festzulegen,<br />

sondern auch die sich für den Auftragnehmer ergebenden<br />

Konsequenzen bei Überschreitung der Toleranzen<br />

festzuschreiben.<br />

Wären hydraulische oder statische Probleme zu erwarten, ist<br />

die Frage der Verhältnismäßigkeit nicht mehr entscheidend.<br />

Hier wäre auf jeden Fall ein neuer Liner einzubauen, da in<br />

dem Fall auch eine Wertminderung, unabhängig davon ob<br />

sie vereinbart wurde, nicht in Betracht käme.<br />

Vorgehensweise zur Mängelminimierung bei<br />

Kanalsanierungsmaßnahmen<br />

Der erste Schritt für eine qualitativ hochwertige Sanierungsleistung<br />

ist die Auswahl eines geeigneten Fachplaners.<br />

Oberste Priorität sollte dabei die Qualifikation des Planers<br />

haben und nicht z. B. das niedrigste Honorarangebot. Der<br />

Umfang der Sanierungsleistung ist vom Kanalnetzbetreiber<br />

auf Basis der DIN EN 14654-2 [3] und z.B. der VSB-Empfehlung<br />

0.1 [4] vorzugeben.<br />

Im zweiten Schritt erfolgt auf Basis der Sanierungsplanung<br />

im Rahmen einer VOB-konformen Ausschreibung die Auswahl<br />

einer geeigneten Fachfirma. Entsprechend VOB [1] ist<br />

für die Entscheidung nicht nur der niedrigste Angebotspreis<br />

122 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

entscheidend. Die heranzuziehenden Kriterien für die Entscheidung<br />

sind in § 16 Abs. 6 Nr. 3 VOB/A [1] aufgelistet.<br />

In der Ausschreibung sind die Anforderungen zu definieren,<br />

zulässige Grenzwerte vorzugeben und die Konsequenzen<br />

bei Nichteinhaltung der Grenzwerte festzuschreiben.<br />

Im dritten Schritt ist dann seitens des bauüberwachenden<br />

Büros die Leistung der ausführenden Firma zu überwachen<br />

und mit dem Leistungssoll abzugleichen.<br />

Es gehört zu den Aufgaben des Netzbetreibers, sowohl<br />

die Leistung des Ingenieurbüros als auch die Leistung der<br />

ausführenden Firma in den vorgenannten Schritten zu<br />

überwachen.<br />

Ein Kanalnetzbetreiber, der selbst personell oder fachlich<br />

(z. B. kleine Netzbetreiber) nicht in der Lage ist, die Leistung<br />

seines beauftragten Ingenieurbüros zu überwachen,<br />

sollte spätestens ab der Entwurfsphase bis zum Ablauf<br />

der Verjährungsfrist für Mängelansprüche immer einen<br />

weiteren Fachkundigen zur Überwachung der Leistung des<br />

Ingenieurbüros einschalten. Das größte Einsparpotential für<br />

eine Baumaßnahme liegt ohnehin in der Planungsphase, da<br />

durch eine alle Alternativen berücksichtigende Planung mit<br />

Variantenuntersuchung usw. das größte Einsparpotential<br />

besteht. Die Kopplung der Honorare in der HOAI an die<br />

Baukosten ist nicht per se dafür prädestiniert, die Baukosten<br />

so niedrig wie möglich zu halten. Schon allein aus diesem<br />

Grund sollte ein Kanalnetzbetreiber einen zusätzlichen<br />

externen Berater einschalten, damit auch Varianten mit<br />

günstigeren Baukosten die ihnen zustehende Aufmerksamkeit<br />

verliehen bekommen oder um die Planung aus<br />

einem weiteren Blickwinkel zu betrachten. Das sind zwar<br />

zusätzliche Kosten, die sich aber langfristig amortisieren.<br />

Erreicht ein Kanalneubau oder eine Kanalsanierung nicht<br />

die erwartete Nutzungsdauer, können die Verantwortlichen<br />

nicht mehr in Regress genommen werden, unabhängig<br />

davon, ob die Ursache ein Planungsfehler, ein Ausführungsfehler<br />

oder ein Bauüberwachungsfehler war. Die zusätzlichen<br />

Kosten für eine erneute Sanierung muss der Gebührenzahler<br />

tragen. Und diese Kosten sind weitaus höher,<br />

als die Zusatzkosten für die Einschaltung eines externen<br />

Beraters.<br />

Schon allein, um dieses Risiko zu minimieren, sollte es im<br />

Interesse des Netzbetreibers liegen, entweder die Leistung<br />

des Ingenieurbüros und der ausführenden Firma selbst zu<br />

kontrollieren oder hierfür begleitend einen Sachverständigen<br />

einzuschalten.<br />

Im Hochbau ist die Vorgehensweise, von Anfang an<br />

begleitend einen Bausachverständigen einzuschalten, weit<br />

verbreitet.<br />

Fazit<br />

Ein Kanalnetzbetreiber sollte Planungen und Ausschreibungen<br />

von Sanierungsleistungen nur von speziell dafür<br />

ausgebildeten Fachleuten durchführen lassen. Da es sich<br />

bei Kanalrenovierungen ebenso wie beim Kanalneubau<br />

um Investitionen handelt, die über mehrere Generationen<br />

ihre Funktion erfüllen sollen, Regressansprüche aber<br />

nur wenige Jahre geltend gemacht werden können, ist ein<br />

hoher Qualitätsstandard umso wichtiger. Deshalb reicht es<br />

nicht aus, dass das Ingenieurbüro die ausführende Firma<br />

überwacht, sondern die Leistung des Ingenieurbüros (Planung<br />

und Bauüberwachung) muss genauso entweder vom<br />

Netzbetreiber selber oder einem von ihm beauftragten<br />

Fachmann überwacht werden. Genauso wie die optische<br />

Inspektion im Rahmen der Abnahme der Sanierungsleistung<br />

nicht Bestandteil des Auftrags der ausführenden Firma sein<br />

darf, darf auch die Auswertung dieser optischen Inspektion<br />

und insbesondere auch der optischen Inspektion zum Ende<br />

der Frist für Mängelansprüche nicht alleinige Aufgabe des<br />

bauüberwachenden Büros sein. Der Netzbetreiber sollte sich<br />

diese Unterlagen und Videos entweder selber anschauen<br />

oder diese von einem neutralen Fachmann begutachten<br />

lassen. Das ist die letzte Möglichkeit, bei der er Ansprüche<br />

gegen die ausführende Firma oder das Ingenieurbüro geltend<br />

machen kann. Später kann er höchstens auf Kulanz<br />

hoffen, hat aber keine rechtlichen Ansprüche mehr.<br />

Sowohl an die Leistung des Ingenieurbüros als auch an<br />

die Leistung der ausführenden Firma sind entsprechende<br />

Anforderungen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung<br />

der Anforderungen in den Verträgen zu stellen. Nur was<br />

vertraglich explizit vereinbart war, lässt sich hinterher auch<br />

einfordern, ansonsten hat der Auftraggeber nur Anspruch<br />

auf eine Leistung, die nur für die gewöhnliche Verwendung<br />

geeignet ist und kann seine Ansprüche nicht geltend<br />

machen.<br />

Literatur<br />

[1] Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB), Teile A,<br />

B, C, Ausgabe 2012, Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss<br />

für Bauleistungen herausgegeben vom DIN Deutsches Institut für<br />

Normung e.V., Vertrieb Beuth Verlag GmbH, Berlin<br />

[2] DWA-M 144-3: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen<br />

(ZTV) für die Sanierung von Entwässerungssystemen außerhalb<br />

von Gebäuden, Teil 3: Renovierung mit Schlauchliningverfahren<br />

(vor Ort härtendes Schlauchlining) für Abwasserkanäle, DWA<br />

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall<br />

e.V. Hennef, November 2012<br />

[3] DIN EN 14654-2: Management und Überwachung von<br />

betrieblichen Maßnahmen in Abwasserleitungen und -kanälen<br />

– Teil 2: Sanierung; DIN Deutsches Institut für Normung e.V.,<br />

Vertrieb Beuth Verlag GmbH, Berlin, Januar 2011<br />

[4] VSB-Empfehlung 0.1: Ingenieurleistungen bei der<br />

Kanalsanierungsplanung, VSB Verband zertifizierter Sanierungs-<br />

Berater für Entwässerungssysteme e.V., Wöhlerstraße 42,<br />

Hannover, August 2009<br />

Dipl.-Ing. ROLAND WACKER<br />

Ingenieurbüro Wacker, Auenwald<br />

Tel. +49 7191 367723-0<br />

E-Mail: info@wacker-ib.de<br />

AUTOR<br />

04-05 | 2014 123


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Schlauchlinerprüfungen Teil 4:<br />

Statistische Auswertung von über<br />

28.000 Linerproben<br />

Die Statistik ist eine sehr gefällige Dame. Nähert man sich ihr mit entsprechender Höflichkeit, dann verweigert sie<br />

einem fast nie etwas. (Edouard Herriot (1872-1957), frz. Politiker)<br />

Teil 1 dieser Veröffentlichungsreihe zu Schlauchlinerprüfungen hat einen Überblick zum Thema gegeben, Teil 2 widmete<br />

sich der Bestimmung der mechanischen Kenndaten und Teil 3 beschäftigte sich mit der thermischen Analyse. In diesem<br />

vorliegenden Teil 4 werden nun knapp 30.000 Linerprüfungen statistisch ausgewertet.<br />

Wie in den Teilen 1, 2 und 3 dieser Veröffentlichungsreihe<br />

zu Schlauchlinerprüfungen bereits dargelegt, stellt<br />

die Qualitätssicherung an diesen vor Ort härtenden Produkten<br />

eine wesentliche Komponente zur Überwachung<br />

dar. Allerdings ist es mit dem reinen Prüfen allein nicht<br />

getan. Die Auswertung dieser Prüfergebnisse ist gerade<br />

im Hinblick auf Fehlersuche oder Analyse ein mächtiges<br />

Instrument.<br />

Sehr oft wird den Analyseergebnissen wenig Beachtung<br />

geschenkt. Ein reines „Bestanden“ oder „Nicht bestanden“<br />

ist für den Standardanwender in den meisten Fällen<br />

vollkommen ausreichend. Ernsthafte Qualitätssicherung<br />

zur Verbesserung von Produkten bzw. Arbeitsabläufen<br />

kann mit einer solchen Einstellung allerdings nicht erreicht<br />

werden. Wertet man die Daten jedoch aus, so können<br />

beim Vorliegen einer genügend großen Datenmenge<br />

Tendenzen erkannt und zur Prozessoptimierung genutzt<br />

werden. Selbstverständlich lässt die Mathematik auch statistische<br />

Berechnungen mit wenigen Prüfergebnissen zu.<br />

Allerdings sollte hier die Sinnhaftigkeit überprüft werden,<br />

da die Aussagewahrscheinlichkeit dieser Resultate doch<br />

stark eingeschränkt ist.<br />

Da die Fa. SBKS GmbH & Co. KG bereits seit geraumer<br />

Zeit mit Datenbanken arbeitet, war es nun an der Zeit,<br />

eine statistische Auswertung von Linerprüfungen über<br />

die letzten Jahre zu starten. Insgesamt standen für die<br />

Datenanalyse 28.700 Linerprüfungen zur Verfügung.<br />

Hierbei zeigte sich zunächst die erste große Hürde. Eine<br />

umfassende Betrachtung macht nur dann Sinn, wenn<br />

alle relevanten Daten angegeben wurden. Wie in Bild 1<br />

dargestellt, wurde bei 83,5 % aller Proben der Hersteller<br />

und bei 62 % das System angegeben. Lediglich bei<br />

55 % aller gelieferten Schlauchlinerproben wurden alle<br />

prüfungsrelevanten Angaben seitens der Auftraggeber<br />

geliefert.<br />

Um eine sinnvolle Bewertung des Produkts nach der<br />

jeweiligen Zulassung (z. B. allgemeine bauaufsichtliche<br />

Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik,<br />

Bild 1: Anzahl der Prüfungen<br />

Bild 2: Verteilung der statistischen Untersuchung<br />

124 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

DIBt) durchführen zu können, müssen dem Prüflabor<br />

selbstverständlich alle produktrelevanten Daten, wie z. B.<br />

statisch tragende Wandstärke bzw. vertraglich vereinbarte<br />

Verschleißschichten, mitgeteilt werden. Eine Quote von<br />

~55 % aller Prüfungen, die eine vollständige Dokumentation<br />

enthalten, ist hierbei sicherlich verbesserungswürdig.<br />

Prüfstücke, die in Form und Größe einer Zigarettenschachtel<br />

sehr ähnlich sehen, ohne irgendwie geartete Dokumentation,<br />

sind zwar nicht die Regel, kommen aber durchaus<br />

vor. Ohne Probendokumentation kann das Prüflabor zwar<br />

Materialwerte feststellen, die sinnvolle Bewertung kann<br />

dann vielleicht noch vom Orakel von Delphi vorgenommen<br />

werden, gehört aber auf jeden Fall in den Bereich<br />

der Phantasie.<br />

Die zur statistischen Auswertung herangezogenen 15.875<br />

Datensätze teilen sich wie folgt auf (Bild 2):<br />

Bild 3: Überprüfung der Wasserdichtheit<br />

Gesamtübersicht<br />

Bevor die statistische Auswertung en détail stattfindet, soll<br />

zunächst eine grobe Übersicht über die durchgeführten<br />

Untersuchungen an den Linersystemen UP-GF (ungesättigter<br />

Polyesterharz-Glasfaser), UP-SF (ungesättigtes Polyesterharz-Synthesefaser)<br />

und EP-SF (Epoxidharz-Synthesefaser)<br />

vorgenommen werden.<br />

1. Dichtheitsprüfung<br />

Die Überprüfung der Wasserundurchlässigkeit einer<br />

Schlauchlinerprobe gehört zu dem Standardprüfumfang,<br />

so dass als Grundlage zur statistischen Auswertung<br />

15.875 Dichtheitsprüfungen herangezogen werden<br />

konnten. Die Überprüfung wurde gemäß Arbeitsblatt<br />

DWA-A 143-3 in Anlehnung an DIN EN 1610<br />

durchgeführt.<br />

Bild 3 zeigt einen Gesamtanteil von 3 % an undicht<br />

geprüften Linerproben. Allerdings ist der Anteil an nicht<br />

beauftragten Untersuchungen der Wasserdichtheit mit<br />

30 % doch recht hoch zu bewerten. Hier besteht noch<br />

Handlungsbedarf.<br />

Gerade im Vergleich der einzelnen Systeme (Bilder 4-6)<br />

zeigen sich hierbei deutliche Unterschiede, wobei der<br />

Anteil an nicht geprüften GF-UP Systemen mit 41 % extrem<br />

hoch ist, was natürlich zu einer Verzerrung des Bildes<br />

beitragen kann.<br />

2. Mechanische Prüfung<br />

Zur Bestimmung der mechanischen Eigenschafen<br />

wird im Regelfall der Drei-Punkt-Biegeversuch nach<br />

DIN EN ISO 178 modifiziert durch die DIN EN SO 11296-<br />

4 und die DWA-A 143-3 durchgeführt. Als Ergebnis erhält<br />

man bei dieser Untersuchung der Elastizitätsmodule die<br />

Biegespannung und quasi als „Abfallprodukt“ die Wandstärke<br />

(siehe Teil 2 dieser Veröffentlichungsreihe). Diese<br />

Werte sind die Grundlage einer jeden Baustellenüberwachung<br />

und spiegeln die Güte des entstandenen Produkts<br />

Schlauchliner wider.<br />

Der Elastizitätsmodul als Größe, die den Aushärte- und<br />

Verdichtungszustand bzw. die Zusammensetzung cha-<br />

Bild 4-6: Vergleich der Dichtheitsprüfung der Systeme<br />

04-05 | 2014 125


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 7: Gesamtstatistik E-Modul<br />

Bild 8: Gesamtstatistik Biegespannung<br />

rakterisiert, ist eine Grundeigenschaft, die bei einer<br />

Dimensionierung gegen Beulung (Wasseraußendruck)<br />

zwingend notwendig ist. Ist der E-Modul zu niedrig,<br />

erhöht sich zwangsläufig die Neigung des Materials zum<br />

Kriechen, was die Langzeiteigenschaften negativ beeinflusst<br />

(Bild 7).<br />

Die Biegespannung gibt grob ein Maß für die Verdichtung<br />

des Materials wider, ist also ein Indikator für die korrekte<br />

Kompression des Schlauchliners im Altrohr während des<br />

Einbaus (Bild 8).<br />

Nicht zuletzt spiegelt die Wandstärke in Verbindung mit<br />

den mechanischen Kenndaten natürlich die Summe aller<br />

statischen Belange wider (Bild 9).<br />

Als Grundlage für die Gesamtauswertung dienen die<br />

15.875 Prüfungen, die vollständig zuordenbar sind. Demnach<br />

zeigen 3 % dieser Proben eine Undichtigkeit, 13 %<br />

einen mangelhaften E-Modul, 7 % eine ungenügende<br />

Biegespannung und ~5 % eine Wandstärke, die nicht<br />

den vertraglichen Vereinbarungen entspricht.<br />

Bild 9: Gesamtstatistik Wandstärke<br />

An dieser Stelle erscheint in anderen Veröffentlichungen<br />

gerne eine Darstellung, in der einzelne Firmen oder Produkte<br />

in Bezug auf ihren momentanen Stand bewertet<br />

werden. Auf diese Art der Darstellung wird hier verzichtet,<br />

da lediglich Systeme bzw. eine Auflistung nach den<br />

Materialkenngruppen nach DWA-M 144-3 erfolgt. Die<br />

Darstellung einzelner Firmenergebnisse wäre im Zuge<br />

dieser datenbankgestützten, statistischen Auswertung<br />

zwar relativ einfach zu bewerkstelligen, erscheint mir<br />

allerdings als weder sinnvoll noch zielführend.<br />

Die Statistik ist wie eine Laterne im Hafen. Sie dient<br />

dem betrunkenen Seemann mehr zum Halt als zur<br />

Erleuchtung. (Hermann Josef Abs (1901-1994), dt.<br />

Bankier)<br />

Die Auswertung nach Materialkenngruppen der<br />

DWA-M 144-3<br />

Die DWA hat mit ihrem Merkblatt DWA-M 144-3 „Zusätzliche<br />

technische Vertragsbedingungen (ZTV) für die Sanierung<br />

von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden<br />

– Teil 3: Renovierung mit Schlauchliningverfahren für<br />

Abwasserkanäle“ die Grundlage für die Einteilung der<br />

Linersysteme in Materialkenngruppen geschaffen. Diese<br />

Einteilung soll Systeme ähnlicher Bauart und ähnlicher<br />

mechanischer Kenndaten zusammenfassen, um eine Vereinfachung<br />

herbeizuführen.<br />

Die Synthesefaser-Linersysteme sind in Tabelle 1 der<br />

DWA-M 144-3 in die Gruppen 1-7, die Systeme auf Basis<br />

von Glasfasern in die Gruppen 8-18 eingeteilt. Die Tabelle<br />

enthält den Langzeit E-Modul und die (Langzeit) Biegespannung<br />

als Einteilungsgrundlage.<br />

Diese Materialkenngruppen sollen nun als Auswertegrundlage<br />

dienen.<br />

Wie aus Tabelle 1 und Tabelle 2 ersichtlich ist, liegt keine<br />

gleichmäßige Verteilung über die einzelnen Materialkenngruppen<br />

vor. So sind die Gruppen 2, 8, 10, 12 und 18<br />

126 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

E-Modul (nach Vorgabe der jeweiligen DIBt-Zulassung)<br />

Kenngruppe bestanden nicht bestanden ohne Bewertung nicht beauftragt Gesamt<br />

Kenngruppe 1<br />

Kenngruppe 2<br />

Kenngruppe 3<br />

Kenngruppe 4<br />

Kenngruppe 5<br />

Kenngruppe 6<br />

Kenngruppe 7<br />

Kenngruppe 8<br />

Kenngruppe 9<br />

Kenngruppe 10<br />

Kenngruppe 11<br />

Kenngruppe 12<br />

Kenngruppe 13<br />

Kenngruppe 14<br />

Kenngruppe 15<br />

Kenngruppe 16<br />

Kenngruppe 17<br />

Kenngruppe 18<br />

Kenngruppe 19<br />

Kenngruppe 20<br />

Kenngruppe 21<br />

Gesamt 11.551 1.592 141 3.756 17.040<br />

Tabelle 1: Statistische Auswertung nach Materialkenngruppen<br />

Tabelle 2: Statistische Auswertung nach Materialkenngruppen<br />

04-05 | 2014 127


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Bild 10: Prozentuale Verteilung E-Modul bestanden nach<br />

Materialkenngruppen<br />

Bild 11: Prozentuale Verteilung Biegespannung bestanden nach<br />

Materialkenngruppen<br />

bisher von keinem System belegt, wohingegen die häufig<br />

vertretenen Materialkenngruppen durchaus über 15 %<br />

Marktanteil besitzen.<br />

Betrachtet man die prozentuale Verteilung der mechanischen<br />

Prüfungen bezogen auf die Materialkenngruppen,<br />

ergibt sich folgendes Bild, dargestellt in Bild 10 und<br />

Bild 11.<br />

Da jede statistische Auswertung von der Anzahl der auswertbaren<br />

Messergebnissen lebt, ist die Frage nach der<br />

Repräsentativität der Ergebnisse bei einer Probenanzahl<br />

kleiner als ca. 250-300 berechtigt. Mathematische Modelle,<br />

wie sie z. B. für die Berechnung des 5 %-Quantil-<br />

Werts bei 75%-iger Aussagewahrscheinlichkeit angewendet<br />

werden (siehe Zulassungsgrundsätze), liefern<br />

zwar das Grundgerüst für eine statische Betrachtung,<br />

da jedoch jeder Verbundwerkstoff (Schlauchliner) einer<br />

natürlichen Schwankung unterliegt, kann eine sinnvolle<br />

statistische Aussage nur über eine große Anzahl auswertbarer<br />

Ergebnisse erfolgen.<br />

Statistik ist ein Verfahren, welches es gestattet,<br />

geschätzte Größen mit der Genauigkeit von<br />

Hundertstelprozent auszudrücken. (Helmar Nahr (*1931),<br />

dt. Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler)<br />

Bild 12: Abruf der aktuellen Daten<br />

Bild 13: Onlinestatistik<br />

128 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Fazit<br />

Jede statistische Langzeitauswertung lebt selbstverständlich<br />

von der Pflege der Datensätze und von der Fragestellung,<br />

die diese statistische Auswertung beantworten soll. So<br />

ist für eine ausführende Firma das Herunterbrechen der<br />

gesammelten Daten auf die einzelnen Sanierungskolonnen<br />

durchaus sinnvoll, um eventuell vorhandene Defizite aufzudecken,<br />

wohingegen die Auswertung auf kommunaler<br />

Ebene eher den Vergleich und die Analyse verschiedener<br />

Firmen und Produkte zum Ziel hat.<br />

Um das Einpflegen und Auswerten der Prüfungsdaten zu<br />

vereinfachen, hat die SBKS GmbH & Co. KG ein Tool (App)<br />

entwickelt, dass tagesaktuell die Ergebnisse der Linerprüfungen<br />

online abrufen, speichern und auswerten kann.<br />

So wird es in Zukunft einfach sein, seine Prüfberichte und<br />

Probenfotos online per PC, Tablet oder Smartphone abzurufen<br />

(Bild 12) und direkt eine statistische Auswertung über<br />

die Gesamtprobenanzahl und selbstverständlich auch über<br />

die Einzelprüfung (Stichwort „z-score“) durchzuführen. Der<br />

direkte Zugriff auf das Prüfgeschehen schafft hierbei Transparenz<br />

und verkürzt die Laufzeit der erstellten Prüfberichte.<br />

So stehen z. B. zum Filtern der Probeergebnisse verschiedene<br />

Funktionen zur Verfügung, um selektiv Einzelergebnisse<br />

betrachten zu können. Ist die Probe noch in Arbeit, wird dies<br />

angezeigt. Nach Abschluss der Prüfungen und der Endkontrolle<br />

werden die ermittelten Ergebnisse in der Datenbank<br />

freigeschaltet und können sofort online abgerufen werden.<br />

Durch das kundenbezogene Speichern der Analyseergebnisse<br />

kann selbstverständlich auch jederzeit eine statistische<br />

Auswertung der Prüfungsdaten erfolgen und z. B. für Präsentationszwecke<br />

angezeigt werden.<br />

Die so übermittelten Daten und statistischen Auswertungen<br />

sollen letztlich dazu beitragen, die Materialprüfungen<br />

an Schlauchlinersystemen schneller und transparenter zu<br />

Themenübersicht 2013/2014<br />

Schlauchlinerprüfungen - Teil 1: Überblick<br />

<strong>3R</strong>, Ausgabe 11-12/2013, S. 78-81<br />

Schlauchlinerprüfungen - Teil 2: Bestimmung der<br />

mechanischen Kenndaten<br />

<strong>3R</strong>, Ausgabe 1-2/2014, S. 104-107<br />

Schlauchlinerprüfungen - Teil 3: Die thermische Analyse<br />

<strong>3R</strong>, Ausgabe 3/2014, S.<br />

Schlauchlinerprüfungen - Teil 4: Statistische Auswertung<br />

von ca. 30.000 Linerprüfungen<br />

<strong>3R</strong>, Ausgabe 4-5/2014<br />

Schlauchlinerprüfungen - Teil 5: Die chemische Analyse<br />

<strong>3R</strong>, Ausgabe 6/2014, erscheint am 18.06.2014<br />

machen und den Prüfergebnissen die Chance zu geben,<br />

aus dem Schattendasein eines verstaubten Ordners herauszutreten<br />

(Bild 13).<br />

AUTOR<br />

Dr. rer. nat. JÖRG SEBASTIAN<br />

SBKS GmbH & Co. KG, St. Wendel<br />

Tel. +49 6851 80008-30<br />

E-Mail: dr.sebastian@sbks.de<br />

INFO<br />

Der Newsletter für<br />

die Rohrleitungsbranche<br />

Anmelden unter www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

GAS | WASSER | ABWASSER | PIPELINEBAU | SANIERUNG | KORROSIONSSCHUTZ | FERNWÄRME | ANLAGENBAU<br />

04-05 | 2014 129


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ABWASSERENTSORGUNG<br />

DN 300 in einem Stück mit UV-Technik<br />

auf 354 m erfolgreich saniert<br />

Die Gemeinde Nordstemmen saniert seit Jahren planmäßig<br />

die vorhandenen Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanäle<br />

mit Schlauchliner-Technik. 2012 und 2014 wurden insgesamt<br />

2,7 km des betagten Abwassernetzes der Gemeinde<br />

für die kommenden Generationen fit gemacht. Der am 11.<br />

Februar 2014 sanierte Kanalabschnitt der Schmutzwasser-Transportleitung<br />

galt mit einer Länge von 354 m als<br />

besonders anspruchsvoll, da er quer unter einem Acker<br />

verläuft. Dieser durfte nur mit leichtem Gerät befahren<br />

werden. Unter diesen schwierigen Bedingungen sanierte<br />

die Firma Arkil Inpipe GmbH den 354 m langen Abschnitt<br />

des Mischwasserkanals mit dem Berolina-Liner System.<br />

Da die übliche Kabellänge eines Aushärteequipments<br />

von ca. 250 m hierfür nicht ausreichend ist, plante man<br />

die Aushärtung von beiden Seiten. Es wurde hierbei eine<br />

9x1000 Watt Aushärteanlage der Firma Arkil Inpipe eingesetzt.<br />

Die insgesamt fünf Zwischenschächte wurden mit<br />

dem Berolina-Liner überfahren und blieben verschlossen.<br />

Nach der Sanierung verwendete man einen Spezialmörtel,<br />

um die beiden Liner-Enden an den Schacht anzubinden. Mit<br />

der Sanierung dieses Kanalabschnittes konnte das gesamte<br />

Sanierungsprojekt in der Gemeinde Nordstemmen erfolgreich<br />

abgeschlossen werden.<br />

Vorbereitung<br />

Aufgrund der Bodengegebenheiten konnte die Sanierung nur<br />

in der Winterperiode durchgeführt werden. Im Sommer ist das<br />

Feld mit Zuckerrüben bestellt, so dass die Zwischenschächte<br />

nicht zugänglich sind. Nur mit einem leichten Minibagger<br />

konnten die Schachtdeckel, die sich bis zu 1,5 m unterhalb der<br />

Oberfläche befinden, freigelegt werden. Leider spielte auch das<br />

Wetter nicht mit. Bei der Planung wurde explizit der frostreiche<br />

Monat Februar ausgewählt. Aber milde Temperaturen und<br />

enorm viel Regen weichten den Boden stark auf. Um ein<br />

Einsinken der bis zu 18 Tonnen schweren Einbaufahrzeuge<br />

am Startschacht zu verhindern, wurden Holzbohlen bis<br />

zum Schacht ausgelegt. Der zu sanierende Kanalabschnitt<br />

wurde vom Netz mittels Absperrblase getrennt. Das sich<br />

ansammelnde Abwasser wurde durch ein Saugfahrzeug mit<br />

einem Fassungsvermögen von 18 m 3 abgesaugt und in einen<br />

500 m entfernten Hauptkanal DN 700 wieder abgepumpt.<br />

Dieser Vorgang musste während des ca. 16-stündigen Einbaus<br />

in zwei Schichten, mehrfach wiederholt werden.<br />

Sanierung der Haltung<br />

Durch die besonderen Bodenverhältnisse auf dem Acker<br />

konnten die Schächte nicht direkt angefahren werden<br />

und der Transportkanal nicht wie üblich von Haltung<br />

zu Haltung saniert werden. Die praktikable Lösung<br />

war ein Liner von 354 m Länge in einem Stück, der<br />

über fünf Zwischenschächte eingezogen wurde. Die in<br />

Velten bei Berlin ansässige Firma BKP Berolina Polyester<br />

GmbH & Co. KG kann theoretisch endlos lange GfK-<br />

Schlauchliner produzieren. Der vier Millimeter dicke und<br />

ca. 2,6 t schwere Berolina-Liner wurde auf einer drei Meter<br />

langen Holzpalette mit einer Gesamthöhe von 2,50 m<br />

angeliefert. Diese Verpackungseinheit forderte einen<br />

speziellen Transport bis ins Lager von Arkil nach Hannover.<br />

Bild 1: Mit Hilfe eines Förderbandes wurde der 354 m lange Berolina-<br />

Liner in den zu sanierenden Mischwasserkanal eingezogen<br />

Bild 2: Die Schutzfolie wurde am Berolina-Liner befestigt –<br />

das „Gesamtpaket“ wurde zusammen in den 354 m langen<br />

Abwasserkanal eingezogen<br />

130 04-05 | 2014


Bild 3: Der Einziehvorgang des 354 m langen Liners<br />

hat fast eine Stunde gedauert<br />

Bild 4a: Der Berolina-Liner beim<br />

Einziehvorgang in einem der fünf<br />

Zwischenschächte<br />

Bild 4b: Um ein Überdehnen des Liners<br />

beim Kalibriervorgang zu verhindern, wurde<br />

der Berolina-Liner im Zwischenschacht mit<br />

einer „Jeanskappe“ gesichert<br />

Am Tag der Sanierung wurde der Berolina-Liner auf einen<br />

Pritschen-LKW verladen und „just-in-time“ an die Baustelle<br />

geliefert. Vor dem Einzug des Liners in den Startschacht<br />

wurden alle Haltungen von groben Ablagerungen mit Hilfe<br />

eines Spülfahrzeugs gereinigt. Der Einzug erfolgte mittels<br />

einer gesteuerten Winde. Zum Schutz des Liners wurde auf<br />

voller Länge eine Schutzfolie mit in den Kanal gezogen, um<br />

die Außenfolie des Liners nicht zu verletzen.<br />

Nachdem der Einziehvorgang erfolgreich beendet war,<br />

wurde das Aushärtefahrzeug direkt über den Schacht in<br />

Position gebracht. Durch eine Bodenöffnung am Heck des<br />

Fahrzeuges wurde das sogenannte „Knie“ herabgelassen.<br />

Hierbei handelt es sich um eine Vorrichtung, die mit dem<br />

bereits in der Haltung liegenden Liner verbunden wird.<br />

Durch diese Vorrichtung wird mit Verdichter-Technik<br />

kontrolliert Luft gegeben. Der Kalibriervorgang wird in allen<br />

Teilschritten exakt vorgabegerecht durchgeführt, damit der<br />

Liner Zeit hat, sich zu „entfalten“ und sich regelrecht an der<br />

Rohrwandung anzuschmiegen. Damit der Liner hierbei in<br />

den Zwischenschächten nicht überdehnt, wurde durch die<br />

Einbaukolonne in diesen Bereichen um den Berolina-Liner<br />

je eine „Jeanskappe“ mit Reißverschluss als Stützstrumpf<br />

montiert. Diese Vorsichtsmaßnahme verhindert das<br />

Überdehnen des Liners und wird nach Beendigung der<br />

Aushärtung nicht entfernt. Nachdem der Berolina-Liner<br />

erfolgreich mittels Luftdruck aufgedehnt wurde, zog<br />

Kolonnenführer Michael Wollenhaupt die Lichtquelle durch<br />

das „Knie“, unter Aufrechterhaltung des Innendruckes,<br />

200 m in Richtung Startschacht. Anschließend härtete man<br />

das erste Teilstück des Berolina-Liners mit UV-Technik aus.<br />

Danach wurde das Einbaufahrzeug mit der Lichttechnik<br />

umgesetzt und die gleiche Prozedur noch einmal von der<br />

anderen Seite auf einer Länge von ca. 160 m wiederholt.<br />

Mit dieser Maßnahme stellte man sicher, dass die gesamten<br />

354 m gerade im Mittelbereich ausreichend überlappend<br />

ausgehärtet wurden. Mit einer Aushärtegeschwindigkeit<br />

von 60 m/Stunde wurde der Liner so innerhalb von ungefähr<br />

sechs Stunden erfolgreich ausgehärtet. Das erfahrene und<br />

eingespielte Einbau-Team der Firma Arkil Inpipe stellte in<br />

Zusammenarbeit mit dem Anwendungstechniker der BKP<br />

sicher, dass es während des Kalibriervorgangs und der<br />

Aushärtung zu keinerlei Problemen oder Verzögerungen kam.<br />

Nachbereitung<br />

Nachdem beide Aushärtungen beendet waren, wurde<br />

die Dichtheitsprüfung erfolgreich durchgeführt. Die<br />

Liner-Enden wurden an die jeweiligen Endschächte<br />

angebunden. Aufgrund der besonderen Länge des<br />

Kanals und der Lage unter einem Acker, hat man sich<br />

dafür entschieden den Liner in den Zwischenschächten<br />

nicht aufzuschneiden, die Schächte wieder ca. 1,5 m unter<br />

Terrain mit Betonabdeckungen zu verschließen und die<br />

Baugruben im Acker ordnungsgemäß zu verfüllen. Die<br />

Zwischenschächte befanden sich vor der Sanierung bereits<br />

bis zu 1,5 m unterhalb des Ackers und werden es nun<br />

auch zukünftig bleiben. Die anschließende TV-Befahrung<br />

dokumentierte für alle Beteiligten den ordnungsgemäßen<br />

Einbau und ein fehlerfreies Sanierungsergebnis.<br />

Ausblick<br />

Durch exakte Vorbereitung, abgestimmte Produktionsabläufe<br />

und langjährige Erfahrung beim Einbau solcher<br />

außergewöhnlichen Liner, ist es den beiden Firmen BKP<br />

Berolina und Arkil Inpipe GmbH gelungen, ihr Know How<br />

beim Einbau von UV-härtenden Linern gewinnbringend zu<br />

nutzen. Um zukünftig besonders lange Sanierungsstrecken<br />

problemlos aushärten zu können, bestückt die Firma Arkil<br />

Inpipe GmbH aktuell eine UV-Anlage mit einem neuen<br />

UV-Aushärtekabel mit einer Länge von 320 m. Torsten<br />

Schamer, Geschäftsführer der Arkil Inpipe GmbH betont:<br />

„Diese Maßnahme gibt uns die Möglichkeit in Zukunft<br />

sogar bis zu 600 m Kanaltrasse in einem Stück mit<br />

UV-Technik auszuhärten.“<br />

KONTAKT: Arkil Inpipe GmbH, Hannover, Torsten Schamer,<br />

Tel. +49 51195 995-0, E-Mail: info@arkil.de<br />

Halle B5, Stand 419<br />

BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG, Velten,<br />

Tel. +49 330420 88-100, E-Mail: info@bkp-berolina.de<br />

Halle B4, Stand 208<br />

04-05 | 2014 131


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Neue Anwendungsfelder für Quick-<br />

Lock-Montagesystem<br />

Der runde Querschnitt eines Rohres ist statisch gesehen ein Idealfall. Fachgerecht im Untergrund eingebaut, verträgt er<br />

viel Druck von oben. Natürlich muss das Material mit seiner Duktilität für den Verwendungszweck passend sein. Dennoch,<br />

Widrigkeiten auf der Baustelle führen gelegentlich zu Schäden, die nicht vorhersehbar sind. Gefragt sind dann Lösungen,<br />

die nachträglich dauerhafte Abhilfe schaffen. In der Kanalsanierung bereits bewährt, kommt Quick-Lock nun für den Einsatz<br />

weiterer Aufgaben infrage: Anbinden von Kunststoffschächten an das Altrohr, Sanieren von Kabeldurchführungen und<br />

Abdichten von Filterstrecken in Trinkwasserbrunnen. Im Folgenden wird von Erfahrungen aus Deutschland, Österreich<br />

und Australien berichtet.<br />

Anwendungsfall Schachtanbindung<br />

Die Anbindung von Kunststoffschächten DN 800 PE an das<br />

Abwasser führende Altrohr mit DN 150 bis einschließlich<br />

DN 300 wurde bei drei Projekten in Ostfriesland und im<br />

Oldenburger Raum mit Quick-Lock ausgeführt. Wegen<br />

des aggressiven Abwassers war klar, dass hier keine<br />

korrosionsanfälligen Materialien verbaut werden dürfen.<br />

Die Auftraggeber entschieden sich für eine Kanalsanierung<br />

mit Schachterneuerung nach der Schacht-in-Schacht-<br />

Methode, geplant und vorbereitet durch Matthias Krein<br />

von der ARGO-Ingenieurgemeinschaft und ausgeführt von<br />

der BERKEL Rohrtechnik GmbH.<br />

Rüdiger Berkel erinnert sich: „Wir haben zusätzlich im<br />

Kanalrohr Anschlüsse stillgelegt und Fehlbohrungen nach<br />

Einbau von GFK-Inlinern wieder verschließen müssen, was<br />

ebenfalls mit Quick-Lock wirklich problemlos zu machen ist“.<br />

Ingenieur Krein ist Ausbilder für Abwassermeister<br />

(Kanalsanierung und Kanalbetrieb) und bezeichnet sich zu<br />

30 % als Planer und zu 70 % als Ausführungs-Praktiker. Seit<br />

1996 ist er in der Kanalsanierung Abwasser/Regenwasser<br />

aktiv. Seine guten Erfahrungen mit Quick-Lock stützen sich<br />

auf den erfolgreichen Einsatz bei 20 Abwasserschächten<br />

bzw. 40 Anbindungen. „Es gibt dafür kein besseres<br />

Testgebiet als Ostfriesland - wegen der extremen<br />

Bedingungen durch 3 bis 4 m Grundwasserdruck“, so Krein.<br />

„Mit den sonst üblichen Anbindungstechniken habe ich<br />

bei Arbeiten im Grundwasser bisher nur wenig brauchbare<br />

oder aber katastrophale Ergebnisse erzielt. Bei Quick-<br />

Lock allerdings, das ich als Reparatursystem schon lange<br />

beobachte, stimmt nun wirklich der Ansatz in Bezug auf<br />

gute Handhabung und zuverlässige, dauerhafte Funktion.<br />

Ich erwarte aufgrund des verwendeten Materials selbst<br />

unter den strengen Bedingungen in Ostfriesland mindestens<br />

20 bis 30 Jahre Dichtigkeit.“<br />

Kanalsanierung, Beispiel Stadt Weener<br />

Die Schachtbauwerke entlang der Hauptstraße nach<br />

Stapelmoor wurden Anfang der 1980er Jahre aus<br />

Grafik: Uhrig Kanaltechnik<br />

Bild 1: Sanierung von Versorgungsleitungen für Trinkwasser. Partielle Schäden in horizontalen Druckrohren oder vertikalen<br />

Brunnenverrohrungen lassen sich mit Quick-Lock reparieren<br />

132 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Betonformteilen gebaut. Die Bauwerke sind zwischen<br />

2,5 m und 3,5 m tief und liegen direkt neben der<br />

Kreisstraße (zum Teil im Fuß-/Radweg und zum Teil in<br />

der Grabenböschung). Ab einer Tiefe von ca. 1,0 m ist<br />

der Boden mit Grundwasser gesättigt und fließfähig.<br />

Die Kanalisationsanlage wird durch die Pumpwerke<br />

„Möhlenweg“ und „Meentelandsweg“ mit stark<br />

angefaultem Abwasser belastet. Im Sanierungsabschnitt<br />

havarierte im Jahre 2008 eine aus Beton hergestellte<br />

Schmutzwasserhaltung. Nur durch eine eilig durchgeführte<br />

Sanierung mit einem GFK-Inliner konnte eine vollständige<br />

Erneuerung in offener Bauweise verhindert werden. Zum<br />

damaligen Zeitpunkt waren die Schachtbauwerke durch<br />

die biogene Schwefelsäurekorrosion deutlich angegriffen,<br />

jedoch noch nicht sanierungsbedürftig. In den folgenden<br />

Jahren verschlechterte sich der Bauwerkszustand aber<br />

deutlich. Im Jahr 2011 wurde Einsturzgefahr und somit<br />

dringlicher Sanierungsbedarf festgestellt.<br />

Aufgrund der Bautiefe, des hohen Grundwasserstandes,<br />

des fließfähigen Bodens und der unmittelbaren Nähe zur<br />

Kreisstraße wäre die Erneuerung in offener Bauweise sehr<br />

teuer geworden. Stattdessen hat sich die Stadt Weener für<br />

die Erneuerung der Schachtbauwerke mit der Schacht-in-<br />

Schacht-Methode entschieden. Die Lebensdauer der neuen<br />

PE-Schächte beträgt nach Herstellerangaben 80 bis 100<br />

Jahre. Als verbindendes Element zwischen PE-Schacht und<br />

GFK-Liner kamen Quick-Lock V4A-Edelstahlmanschetten<br />

mit EPDM-Kompressionsdichtung zum Einsatz.<br />

Kanalsanierung, Beispiel Gemeinde Moormerland<br />

Die Voraussetzungen waren ähnlich wie in Weener.<br />

Die Schachtbauwerke entlang der Uthuser Straße<br />

wurden Ende der 1970er Jahre aus Betonformteilen<br />

gebaut. Die Bauwerke sind zwischen 2 m und 4 m<br />

tief und liegen direkt neben der Kreisstraße im Fuß-/<br />

Radweg. Auch hier ist der Boden ab einer Tiefe von<br />

ca. 1,0 m mit Grundwasser gesättigt und fließfähig.<br />

Die Kanalisationsanlage wird durch das Pumpwerk<br />

„Kurzer Weg“ mit stark angefaultem Abwasser belastet<br />

- ebenfalls wie bei der Kanalsanierung in Weener. Im<br />

Jahre 2012 havarierte eine aus Betonrohren hergestellte<br />

Schmutzwasserhaltung im Sanierungsabschnitt. Das<br />

angefaulte Abwasser hatte den Betonkanal so stark<br />

angegriffen, dass dieser zusammenbrach. Eine Sanierung<br />

ohne Bagger war jetzt nicht mehr möglich. Der Kanal<br />

musste mit großem Aufwand erneuert werden. Damit<br />

nicht weitere Kanäle zusammenbrechen, beschloss<br />

die Gemeinde Moormerland eilig eine Sanierung<br />

mit GFK-Inlinern. Die Erfahrung aus benachbarten<br />

Kommunen zeigt, dass unmittelbar nach der Sanierung<br />

der Kanalrohre die Schachtbauwerke durch die<br />

biogene Schwefelsäurekorrosion verstärkt angegriffen<br />

werden. Zum Teil war an den Unterteilen schon jetzt<br />

ein sehr starker Materialverlust festzustellen. Um auch<br />

hier einer Havarie vorzubeugen, entschied sich der<br />

Netzbetreiber zur Sanierung der Schachtbauwerke mit<br />

der Schacht-in-Schacht-Methode.<br />

Kanalsanierung, Beispiel Stadt Wildeshausen<br />

Die Zulaufhaltungen zur Pumpstation „Landskrone“<br />

wurden Anfang der 1960er Jahren aus Steinzeugrohren<br />

gebaut. Es fließen ca. 25 % der Abwässer der Stadt<br />

Wildeshausen durch diese Haltungen. Die Rohre<br />

liegen in einer Tiefe von bis zu 4,5 m im rückwärtigen<br />

Grundstücksbereich der Pumpstation. Die Zugänglichkeit<br />

bzw. Anfahrbarkeit ist nur über einen schmalen und<br />

leicht befestigten Radwanderweg möglich. Ein weiteres<br />

Hindernis stellt eine schmale Holzbrücke dar. Diese darf mit<br />

maximal 16 Tonnen belastet werden. Der Kanalabschnitt<br />

wird im Westen und im Osten vom Fluss Hunte<br />

eingeschlossen. Unmittelbar über dem Kanal verläuft<br />

der unter Wasser stehende Stadtgraben. Ab einer Tiefe<br />

von ca. 1,5 m ist der Boden mit Grundwasser gesättigt<br />

und fließfähig. Der Stadt Wildeshausen war klar, dass im<br />

Falle eines Rohrbruches große Abwassermengen in die<br />

Hunte fließen würden und eine schnelle Reparatur unter<br />

den problematischen Bedingungen nicht möglich wäre.<br />

Deshalb wurde der Kanalabschnitt vorsorglich mit einer<br />

Kanalkamera untersucht. Undichte Rohrverbindungen,<br />

Risse und Scherben mit eindringendem Wasser waren<br />

das typische Schadenbild der Steinzeugkanalisation. Hier<br />

war eine Sanierung einschließlich Schachterneuerung<br />

dringend erforderlich und wurde mit Hilfe der Quick-Lock<br />

Technik auch zügig durchgeführt.<br />

Bild 2: Quick-Lock, Montagesystem aus V4A und einer EPDM-<br />

Kompressionsdichtung zum Abdichten von Schadstellen im Rohr oder<br />

zum Verschließen von Altanschlüssen sowie zur Schachtanbindung von<br />

Inlinern, in wenigen Minuten durch Packer platziert<br />

Foto: Uhrig Kanaltechnik<br />

04-05 | 2014 133


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Foto: Hauff-Technik<br />

Zeichnung: ARGO Ingenieurgemeinschaft<br />

Foto: Hauff-Technik<br />

Bild 4: Sanierung von Leerrohren für Kabeldurchführung bei einem<br />

großen Bauvorhaben in Perth/Australien mit Quick-Lock<br />

Bild 3: Prinzipskizze als Längsschnitt zur Kanalsanierung in<br />

Wildeshausen/Niedersachsen mit Schacht-in-Schacht-Bauweise. Altrohr<br />

und Anschlüsse sind mit Quick-Lock dauerhaft angebunden, teilweise in<br />

Form einer Liner-Endmanschette eingebaut<br />

Bild 5: Anbindung von Linersystemen an Rohre und<br />

Bauwerke in den Nennweiten DN 150 bis DN 600. Quick-Lock<br />

Linerendmanschette in den Baulängen 250 und 300 mm. Hier im<br />

Einsatz bei der Sanierung eines Leerrohres für Kabeldurchführung<br />

Projektdaten<br />

»»<br />

Stadt Weener: Insgesamt wurden sechs Schachtbauwerke<br />

erneuert und ein Schacht außer Betrieb genommen. Die<br />

Baukosten betrugen rund 9.100 €/Schacht, die Bauzeit<br />

drei Wochen.<br />

»»<br />

Gemeinde Moormerland: Insgesamt wurden acht Schachtbauwerke<br />

erneuert und fünf Schachtbauwerke außer<br />

Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen ca. 10.800€/<br />

Schacht für die Erneuerung und ca. 500 €/Schacht für die<br />

Außerbetriebnahme. Durch die Außerbetriebnahme der<br />

Schachtbauwerke wurden ca. 55.000 € Sanierungskosten<br />

eingespart. Die Bauzeit betrug fünf Wochen.<br />

»»<br />

Stadt Wildeshausen: Insgesamt wurden zehn<br />

Anschlusskanäle, 300 m Kanal und fünf Schachtbauwerke<br />

erneuert sowie fünf Schachtbauwerke außer Betrieb<br />

genommen. Die gesamten Baukosten betrugen etwa<br />

600 €/m Hauptkanal. Damit die Sanierungsarbeiten<br />

durchgeführt werden konnten, wurde als Provisorium<br />

eine 280 m lange Abwasserüberleitung DN 250 für<br />

100 l/s mit mehreren Rohrbrücken gebaut. Die Bauzeit<br />

betrug sechs Wochen, verteilt auf vier Monate.<br />

Vorgehensweise bei der Schacht-in-Schacht-Methode<br />

(Bild 3):<br />

1. Oberflächenbelag aufnehmen und Konus entfernen<br />

2. Schacht reinigen<br />

3. Schacht entkernen, d. h. Steigeisen und Gerinne<br />

entfernen<br />

4. Unterteil setzen und fachgerechte Rohranbindung mit<br />

Quick-Lock herstellen<br />

5. Oberteil setzen und Ringspalt verdämmen<br />

6. Konus setzen und fachgerecht verdichten<br />

7. Schachtabdeckung setzen und Oberflächenbelag<br />

schließen<br />

Anwendungsfall Kabeldurchführung<br />

Die Sanierung der Kabeldurchführung aus dem Hause<br />

Hauff Technik, Hermaringen, bei einer Großbaustelle in<br />

134 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG FACHBERICHT<br />

Perth (Australien) konnte mit einer modifizierten Quick-<br />

Lock-Manschette preiswert und professionell durchgeführt<br />

werden (Bild 4 und Bild 5). Die fachgerechte Verfüllung<br />

im Leitungsbau stellt beteiligte Unternehmen zunehmend<br />

vor große Herausforderungen. „Wird nicht oder nur<br />

unzureichend verfüllt, können Anschlusskomponenten wie<br />

unsere Kabeldurchführungen beschädigt werden“, so Ralf<br />

Kurz, Leiter Technik bei Hauff.<br />

Solche Problemfälle treten dann auf, wenn Rohrtrassen<br />

mit ihrem Eigengewicht unzulässige Scherkräfte auf<br />

die Umgebung ausüben. Bisher konnte dann nur<br />

noch auf der Gebäudeinnenseite mit dem Einbau<br />

einer Gummipressdichtung reagiert werden. Dennoch<br />

blieb das beschädigte Leerrohr dem Wassereintritt<br />

schutzlos ausgeliefert. Stattdessen kann nun mit der<br />

maßgeschneiderten Quick-Lock-Sanierungsmanschette der<br />

Rohrübergang zeitnah instandgesetzt werden, falls noch<br />

keine Kabel gezogen wurden. Das Rohr bleibt so in seiner<br />

ursprünglichen Funktion erhalten.<br />

Anwendungsfall Brunnenabdichtung<br />

Die Treibacher Industrie AG mit Sitz in Althofen/<br />

Kärnten (Österreich) nutzt firmeneigenes Grundwasser.<br />

Für den Betrieb mit ca. 750 Mitarbeitern liefert der<br />

Brunnen bei einer Schüttung von 90 Liter pro Sekunde<br />

das gesamte Trinkwasser. Er wird über verschiedene<br />

Grundwasserhorizonte gespeist. Einer davon, so wurde<br />

festgestellt, war für die Nutzung als Trinkwasserquelle nicht<br />

mehr geeignet. Wie aber sollte der Wassereintritt über<br />

das Filterrohr DN 600 aus diesem Abschnitt unterbunden<br />

werden?<br />

Christoph Ober, Bauleiter für Rohrsanierung bei der<br />

hier beauftragten HF Rohrtechnik aus Linz weiß, dass<br />

„bislang in einem solchen Fall ein neues Rohr in den<br />

Untergrund geschlagen wurde – unter erheblichem<br />

finanziellen Aufwand!“ Stattdessen hat Ober es mit<br />

seiner Firma gewagt, eine Abdichtung des vorhandenen<br />

Filterrohres zu projektieren. Allerdings wollte man bei<br />

einem solchen Pilotprojekt die kompetenten, am Markt<br />

verfügbaren Kräfte bündeln und hat Aquanova „ins<br />

Boot“ geholt. Geschäftsführer Mag. Thomas Franta hat<br />

das Bauvorhaben mit seiner für diesen Fall geeigneten<br />

Unterwasserkamera im Auftrag der HF Rohrtechnik<br />

unterstützt.<br />

Auf einer Höhe von ca. 13 m wurde Quick-Lock mit exakt<br />

geplanter Überlappung im vertikalen Filterrohr installiert<br />

(Bild 6 und Bild 7). Dadurch ist ein durchgehender,<br />

dichter Abschnitt erzeugt worden, der das Eindringen<br />

des nicht erwünschten Wassers verhindert. Die präzise<br />

Positionierung der einzelnen Manschetten, mit einer<br />

Einzellänge von jeweils 50 cm, erfolgte mit einem<br />

Lasergerät, das der Hersteller von Quick-Lock ebenso wie<br />

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04-05 | 2014 135


FACHBERICHT ABWASSERENTSORGUNG<br />

Grafik: Uhrig Kanaltechnik<br />

Foto: HF Rohrtechnik<br />

Bild 6: Sanierung von Versorgungsleitungen für Trinkwasser. Partielle Schäden<br />

in horizontalen Druckrohren oder vertikalen Brunnenverrohrungen lassen sich<br />

mit Quick-Lock reparieren.<br />

Bild 7: Die Abdichtung der Filterstrecke im<br />

Trinkwasserbrunnen DN 600 wurde in Althofen/Kärnten auf<br />

einer vertikalen Länge von 13 m mit Quick-Lock ausgeführt.<br />

den automatisch gesteuerten Packer für die Montage zur<br />

Verfügung stellt. Wir haben „Neuland beschritten“, erklärt<br />

Mark Biesalski, Geschäftsführer der Uhrig-Kanaltechnik<br />

GmbH. „Packer und Laser werden sonst bei Reparaturen<br />

an Brunnenrohren für Einzelmaßnahmen eingesetzt.<br />

Das Besondere hier war die lange Strecke von 13 m mit<br />

überlappender Montage“.<br />

So mussten für jede der abgesenkten Manschetten<br />

Gewichte am Packer befestigt werden. Mit dem nach<br />

erfolgreicher Montage sorgfältig emporgezogenen Gerät<br />

kamen auch die Gewichte wieder ans Tageslicht und<br />

konnten erneut verwendet werden. Der Auftraggeber<br />

hat tatsächlich viel Geld gespart, da kein zusätzliches<br />

neues Filterrohr geschlagen werden musste. „Die<br />

Sanierung war ein voller Erfolg, der Wassereintritt aus dem<br />

betroffenen Bereich wurde nachweislich unterbunden“,<br />

sagt Reinhold Höfferer, der zuständige leitende Ingenieur<br />

dieser Maßnahme von Seiten der Bauherrschaft Treibacher<br />

Industrie AG.<br />

Literatur<br />

[1] Klaus W. König: Schlauchlinerendmanschetten, Pilotprojekt in<br />

Kassel. In: Wasserwirtschaft Wassertechnik (wwt) 4/2013<br />

[2] Partielle Sanierung auf höchstem Niveau. Broschüre zur Rohr-<br />

Innensanierung und zu Linerendmanschetten. Uhrig Kanaltechnik<br />

GmbH, Geisingen, 2014<br />

[3] www.quick-lock.de<br />

[4] www.uhrig-bau.de<br />

Dipl.-Ing. KLAUS W. KÖNIG<br />

Sachverständigen- und Fachpressebüro,<br />

Überlingen<br />

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136 04-05 | 2014


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137<br />

Diese Erklärung kann ich mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen.


PROJEKT KURZ BELEUCHTET ABWASSERENTSORGUNG<br />

Rohrverbinder schützen Terminalneubau<br />

am Flughafen München<br />

Seit 2012 laufen die Bauarbeiten am neuen Satellitenterminal am Münchener Flughafen „Franz-Josef Strauß“. 2015 soll die<br />

Erweiterung des Terminal 2 fertiggestellt werden und rund 11 Millionen Passagiere abfertigen können. Der Neubau entsteht<br />

durch Aufstockung und Vergrößerung der vorhandenen Gepäcksortierhalle – ein sensibler Bereich, der über die gesamte<br />

Bauzeit in Betrieb bleibt. Seit Mai 2013 installiert die Caverion Deutschland GmbH aus München im ca. 126.000 m 2 großen<br />

Neubau Heizungs- und Kälteanlagen, die Sanitär- und Feuerlöschtechnik sowie die Elektrotechnik. Bei der Installation<br />

der gesamten Schmutzwasser- und Regenwasserleitungen setzen die Experten für technische Gebäudeausrüstung und<br />

Facility Services auf die Verbindungstechnik der NORMA Group.<br />

Von den insgesamt 32 km Rohrleitungen für Kondensat,<br />

Trinkwasser und Schmutzwasserentlüftung verlegt Caverion<br />

auch Gussrohre für Regen- und Schmutzwasser. An den<br />

Trennstellen der muffenlosen Gussrohre setzt das Unternehmen<br />

mehrere Tausend Rohrverbinder der NORMA Group<br />

ein. Andreas Müller, Baustellenleiter für den Bereich Sanitär<br />

bei Caverion, sagt: „Wir arbeiten schon seit Jahrzehnten mit<br />

diesen Rohrverbindern. Sie haben sich in vielen Bauvorhaben<br />

als zuverlässig erwiesen.“ Burkhard Nowack, der bei<br />

der NORMA Group für den Vertrieb der Lösungen für Infrastructure<br />

verantwortlich ist, ergänzt: „Unsere Verbindungen<br />

haben sich bereits in zahlreichen Projekten bewährt und<br />

halten z. B. das Abwassersystem im Fußball-EM-Stadion in<br />

Kiew auch bei hoher Auslastung dicht. Im Entwässerungssystem<br />

des Parkhauses am Frankfurter Flughafen tragen<br />

sie dazu bei, parkende Autos vor Wasserschäden durch<br />

Starkregen zu schützen.“ Andere Referenzprojekte sind die<br />

Messehallen in Frankfurt, die Elbphilharmonie in Hamburg<br />

oder das Einkaufszentrum Milaneo in Stuttgart. Bei allen<br />

Projekten war der Anspruch auf Sicherheit und Zuverlässigkeit<br />

ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium für unsere<br />

Verbinder und Krallen.<br />

Bau bei laufendem Betrieb<br />

Die Arbeiten im Bereich der Gepäcksortierhalle, die sich im<br />

sogenannten „critical part“ – dem sicherheitsempfindlichen<br />

Bild 1: Einfache Montage der NORMACONNECT DCS Universal-<br />

Kralle mit Sichtkontrolle<br />

Bild 2: Caverion-Mitarbeiter montiert den NORMACONNECT<br />

DCS Rapid Verbinder bis auf Block<br />

138 04-05 | 2014


ABWASSERENTSORGUNG PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

Bereich des Flughafens – befindet, stellt eine besondere Herausforderung<br />

an die Sicherheit auf der Baustelle dar, weil<br />

hier weiterhin die Koffer am Flughafen abgefertigt werden.<br />

Andreas Müller erklärt: „Gerade in Gebäuden, bei denen<br />

während des Baus wichtige Bereiche in Betrieb bleiben, ist<br />

eine zuverlässige Verbindung unserer Rohre das A und O.<br />

Wasserlecks können große Schäden an der Elektronik verursachen<br />

und zu Betriebsausfällen führen. So etwas darf in der<br />

Gepäckabfertigung nicht passieren.“<br />

Schutz bieten die Rapid-Verbinder sowie die Universal- und<br />

Kombi-Krallen der NORMA Group. An den Gussrohren werden<br />

Rohrverbinder der Durchmesser 50 bis 300 eingesetzt. Da sich<br />

bei starkem Regen in den Leitungsabschnitten ein Rückstau<br />

bilden kann und dadurch ein höherer Druck herrscht, werden<br />

die Leitungsteile an den Richtungsänderungen und gefährdeten<br />

Teilen zusätzlich mit Kombi- und Universal-Krallen der<br />

Durchmesser 50 bis 300 gegen ein Auseinandergleiten der<br />

Rohrleitungen gesichert. Die Kralle hat eine sehr gute Längskraftschlüssigkeit<br />

und durch die gehärtete Kralleneinlage einen<br />

festen Halt auf dem Rohr. So halten z. B.l die Universal-Krallen<br />

bei einem Rohrdurchmesser 100 die Guss-Rohrleitungen bei<br />

einem Druck bis zu 10 bar zusammen. Darüber hinaus erfüllen<br />

die Verbindungselemente die strengen Brandschutzrichtlinien<br />

von Flughafenbetreibern.<br />

Einfache und schnelle Montage<br />

Auch bei der Montage der Verbindungselemente spielt die<br />

Sicherheit eine große Rolle, denn Fehlmontagen können zum<br />

Versagen der Verbindung führen. „Unsere Monteure ziehen<br />

die NORMA Verbinder einfach mit einem Akkuschrauber bis<br />

auf Block an“, sagt Müller, „das geht schnell und sie haben<br />

durch die Blockmontage sofort eine Sichtkontrolle hinsichtlich<br />

der Funktion des Verbinders – ist der Verschluss am Anschlag,<br />

ist die Montage sicher ausgeführt und die Verbindung dicht.“<br />

Insgesamt montieren zu Spitzenzeiten rund 100 Mitarbeiter<br />

von Caverion Rohrleitungen am Münchener Flughafen. Das<br />

Verlegen der Rohre verläuft zügig und reibungslos. Allerdings<br />

sind in den Schächten, in denen die Regen- und Schmutzwasserrohre<br />

verlaufen, einige Höhenmeter zu überwinden.<br />

Bevor die Rohre samt Verbinder montiert werden können,<br />

Bild 3: NORMACONNECT DCS Rapid und CE/CV, die<br />

zuverlässig dichte Verbindung für Gussrohre in der<br />

Gebäudeentwässerung<br />

müssen zunächst Arbeitsbühnen aufgebaut werden. Umso<br />

wichtiger für das Zeitmanagement ist es, dass die Montage<br />

der Verbinder zügig vonstattengeht. Die Verbinder lassen sich<br />

einfach anbringen, weil sie nur wenige Schrauben haben, der<br />

Rapid-Verbinder sogar nur eine. Das geht dann schnell, sauber<br />

und ordentlich, vor allem aber halten die Verbinder dicht.<br />

KONTAKT: NORMA Group SE, Maintal, Tel. +49 6181-403-0,<br />

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04-05 | 2014 139


FACHBERICHT HAUSANSCHLUSSTECHNIK<br />

Abwasser-Hausanschlüsse in PE: Problemlösungen<br />

für die Variablen Werkstoff,<br />

Dimensionen und Verbindungstechnik<br />

Die Kanalisation in Deutschland ist ca. 540.000 km lang. Nach Schätzungen von Fachleuten sind die privaten Kanalleitungen<br />

gar mehr als doppelt so lang, rund 1,0 bis 1,3 Mio. km. Sie sind unter Gärten, Garagen, Gehwegen und Straßen verlegt<br />

und leiten das häusliche Abwasser getrennt oder mit Regenwasser gemischt in den öffentlichen Kanal. Diese Leitungen<br />

stellen für den privaten Betreiber einen immensen Vermögenswert dar. Umso erstaunlicher ist, dass diese sogenannten<br />

Hausanschlüsse wenig Aufmerksamkeit finden. Dabei steht es um sie darüber ist sich die Fachwelt einig - nicht gut, ca.<br />

50 %, so schätzt man, sind undicht und müssen saniert werden. „Rohrrisse“ und „schadhafte Anschlüsse“ sind mit je<br />

20 % die häufigsten Schadensfälle (Bild 1). Gründe genug, diesen Übergangsbereich von den privaten Abwasserleitungen<br />

zum öffentlichen Sammler genauer zu betrachten. Die genannten Schadensbilder sind typisch für biegesteife, spröde<br />

Rohrwerkstoffe wie Steinzeug oder Beton. Kunststoffrohre hingegen setzen den Beanspruchungen Flexibilität entgegen:<br />

Biegeweiche Rohre können sich verformen, ohne ihre Leistungsfähigkeit einzubüßen. Auch in der Hausanschlusstechnik<br />

gewährleisten Systeme aus Kunststoff einen zuverlässigen Betrieb.<br />

Kunststoffrohre und -formstücke für die<br />

Hausanschlusstechnik<br />

Im Hausanschlussbereich werden Rohre und Formstücke<br />

aus PVC, PP und PE eingesetzt. Die Verbindungstechnik für<br />

PVC- und PP-Rohre und -Formstücke basiert auf elastomergedichteten<br />

Steckmuffen.<br />

Der Werkstoff PE wird hauptsächlich geschweißt, wodurch<br />

eine materialhomogene Verbindung entsteht, die keine<br />

zusätzlichen Dichtelemente erfordert. Geschweißte Hausanschlüsse<br />

aus PE ermöglichen den Bau und Betrieb eines<br />

äußerst robusten und widerstandsfähigen, dauerhaft dichten<br />

und langlebigen Kanalrohrsystems.<br />

Der Werkstoff Polyethylen<br />

Im Wasserhausanschlussbereich werden PE-Rohre bereits<br />

seit über 50 Jahren eingesetzt. Mit der Einführung von Polyethylen<br />

der dritten Generation – PE 100 – stieg infolge der<br />

höheren mechanischen Beanspruchbarkeit und Festigkeit<br />

Bild 1: DWA-Umfrage 2009: Ein Großteil der Schäden befinden sich im Hausanschlussbereich<br />

die Akzeptanz des Werkstoffs in der Wasserverteilung auch<br />

in größeren Nennweiten.<br />

In der Gasverteilung sind PE-Rohrsysteme bereits seit Mitte<br />

der 1970er Jahre im Einsatz und stellen heute den Standard-<br />

Rohrwerkstoff dar.<br />

Vor allem im Bereich der Druckentwässerung und zunehmend<br />

auch in der Kanalisation werden PE 100-Rohrleitungen mit<br />

sehr guten Erfahrungen seit Jahren flächendeckend betrieben.<br />

Was bedeutet der Einsatz eines geschweissten<br />

Hausanschlusses für den Betreiber?<br />

Die flexiblen Rohrleitungen nehmen sowohl statische als auch<br />

dynamische Lasten aus der Einbausituation auf. Wo spröde,<br />

bruchempfindliche Werkstoffe durch Punkt- oder Linienlasten<br />

längst versagen, bleibt der PE-Kanal funktionsfähig.<br />

Durch das Heizwendelschweißverfahren wird eine homogene<br />

Materialverbindung zwischen Rohr und Formstück erzeugt.<br />

Das geschweißte Rohrsystem besteht im Gegensatz zu konventionellen<br />

Rohrleitungen mit Steckmuffen<br />

nicht mehr aus Einzelkomponenten,<br />

sondern aus einem einzigen<br />

homogenen Rohrstrang.<br />

Der Verbindungsbereich ist sohlengleich,<br />

weist eine hydraulisch optimale<br />

glatte Oberfläche auf, ohne<br />

Muffenspalt, ohne Wulst und ohne<br />

Versatz. Der Abfluss wird nicht behindert,<br />

Ablagerungen, Blockaden und<br />

Funktionsstörungen im Kanal werden<br />

von vornherein vermieden.<br />

Hausabfluss-Anschlüsse werden<br />

durch Abwasser-Sattelformstücke<br />

aufgeschweißt und so homogen mit<br />

dem Sammler verbunden.<br />

140 04-05 | 2014


HAUSANSCHLUSSTECHNIK FACHBERICHT<br />

Bild 2: Materialhomogener Anschluss eines<br />

Straßeneinlaufes<br />

Bild 3a: Detail des Versuchsaufbaus mit vier<br />

Abwassersätteln vor der Überschüttung<br />

Bild 3b: Blick in das Kanalinnere: Glatte,<br />

versatzfreie Einläufe; helle Innenschicht<br />

unterstützt die TV-Inspektion<br />

Straßeneinläufe können analog angeschlossen werden.<br />

Dadurch entsteht ein komplett geschweißtes System<br />

(Bild 2).<br />

Die eigentlich als „Störgröße“ auffällige Rohrverbindung<br />

übertrifft bei Heizwendelschweißverbindungen die Festigkeit<br />

des Rohres.<br />

In der Praxis bedeutet das: Die Schweißverbindung ist resistent<br />

gegenüber Wurzeleinwuchs. Die Mechanismen des<br />

Wurzeleinwuchses beruhen nach neuen Erkenntnissen auch<br />

bei dichten Rohrverbindungen nicht auf dem Vorhandensein<br />

von Wasser in der Rohrleitung, sondern auf der im Bereich<br />

der Rohrbettung bevorzugten Wuchsrichtung der Wurzel.<br />

Die Sandbettung bietet dem Wurzelwachstum geringeren<br />

Widerstand als der gewachsene Boden. Dem Rohr folgend<br />

stößt der Trieb früher oder später auf eine Muffe. Bei<br />

Schweißverbindungen haben Wurzeln auch im Bereich der<br />

Verbindungsstelle keine weitere Wachstumsmöglichkeit und<br />

der Trieb geht aufgrund des Nährstoffmangels ein.<br />

Anschlüsse von Abflussleitungen werden homogen an den<br />

Sammler angeschlossen: Es ist keine Elastomerdichtung<br />

erforderlich, da das System nachweislich dicht gegen innere<br />

und äußere Drücke ist, die erwartete Nutzungsdauer ist<br />

gleich dem Rohr (Bild 3a und Bild 3b).<br />

Prüfung von Abwassersätteln auf Dichtheit bei<br />

Außenwasserdruck belastung, IKT-Prüfbericht<br />

Nr. P02609<br />

Abwassersysteme müssen grundsätzlich dicht sein. Sowohl<br />

Exfiltrationen von Abwasser als auch Infiltrationen von<br />

anstehendem Grundwasser, dem so genannten Fremdwasser,<br />

sind unzulässig. Fremdwasser reduziert durch Verdünnung<br />

und durch die Vergrößerung des Abflussvolumens<br />

die Reinigungsleistung von Abwasserreinigungsanlagen.<br />

Die Dichtheit gegenüber Außenwasserdruck ist daher von<br />

besonderer Bedeutung. Diese Forderung ist in den einschlägigen<br />

DIN-Normen, beispielsweise der DIN 4060 formuliert.<br />

Demnach müssen Verbindungen erdverlegter Kanäle, Leitungen<br />

und Schächte bei einem inneren und äußeren Druck<br />

von 0 bis 0,5 bar dauerhaft dicht sein.<br />

Bei einem Großversuch des IKT – Institut für unterirdische<br />

Infrastruktur in Gelsenkirchen – wurde dieser Nachweis, der<br />

in der Regel in der Praxis nicht durchgeführt wird, erbracht.<br />

Zunächst wurden vier Abwassersättel d 355/d 160 an einem<br />

PE-Kanalrohr d 355 montiert und danach mit Innendruck<br />

nach DIN 1610 positiv geprüft. Anschließend erfolgte die<br />

Überschüttung bis zu einer Höhe von 5,5 m.<br />

Ein Jahr später wurde das Versuchsbecken geflutet, um das<br />

anstehende Grundwasser zu simulieren. Der daraus resultierende<br />

Außendruck von 0,55 bar an den Verbindungsstellen<br />

wurde über 120 Stunden aufrechterhalten. Nach Ablauf der<br />

Prüfungszeit konnte kein eindringendes Wasser beobachtet<br />

werden. Damit wurde die Dichtheit des Systems bestätigt.<br />

Anbindung der Hausanschlussleitung<br />

Abwassersattel mit Abgang d 160, Anschluss an<br />

PE-Rohre<br />

Der Abwassersattel ermöglicht den Anschluss der PE-Hausabflussleitung<br />

d 160 an den PE-Kanal in den Dimensionen<br />

d 200 bis d 630. Die Verbindung erfolgt jeweils für Sattel<br />

und Hausabfluss - im Heizwendelschweißverfahren.<br />

Ein Trennen der Rohrleitung für die Einbindung von<br />

Anschlüssen ist nicht mehr erforderlich. Vor allem bei den<br />

sogenannten „Close-Fit“-Sanierungsverfahren, z. B. Compact<br />

Pipe, U-Liner oder Swage-Lining ist das ein essentieller<br />

Vorteil, da Rohrverbindungen besonders anspruchsvoll sind.<br />

Die Verarbeitung erfolgt mit dem speziell entwickelten Aufspann-<br />

und Anbohrgerät FWFIT. Der Abwassersattel wird auf<br />

das Rohr aufgespannt, dann geschweißt und anschließend<br />

wird der Durchgang zum Rohr ausgefräst (Bild 4). Das ausgefräste<br />

Rohrstück wird dabei vom Aufspann- und Anbohrgerät<br />

FWFIT festgehalten und mit dem Gerät entnommen.<br />

Es entsteht ein sohlengleicher Abfluss, innen glatt und<br />

ohne Abflusshindernisse, wie der Schnitt durch die Bauteilkombination<br />

(Bild 5) zeigt. Danach wird die Hausanschlussleitung<br />

mit dem Abwassersattel verbunden. Hierfür<br />

stehen spezielle Bogenformstücke zur Verfügung, die aufgrund<br />

ihrer hellen Farbe eine durchgehende Auswertung<br />

bei der Inspektion durch eine Kamerabefahrung ermöglichen<br />

(Bild 5 und Bild 6).<br />

Abwasser-Übergangssattel, Anschluss an PVC- und<br />

PP-Rohre<br />

Der Abwasser-Übergangssattel ermöglicht den direkten<br />

Übergang vom PE-HD-Hauptsammler zur Hausanschlussleitungen<br />

aus PVC/PP DN 150. Die Steckmuffe hat eine<br />

04-05 | 2014 141


FACHBERICHT HAUSANSCHLUSSTECHNIK<br />

Bild 4: Anbohrvorgang mit FWFIT<br />

Bild 5: Schnittmodell des Abwassersattels<br />

mit den Verbindungen Sattel-Rohr und<br />

Abgang-Hausanschluss<br />

Bild 6: Anschluss mit Abwassersattel und -bogen<br />

SBR-Lippendichtung und zur sicheren Führung des Rohres<br />

eine große Einstecktiefe (Bild 7).<br />

Sanierung: Anbindung an PE-Inlinern<br />

Bei den sogenannten Close-Fit-Verfahren legt sich ein PE-<br />

Inliner möglichst passgenau und spaltfrei an den bestehenden<br />

Querschnitt des Altrohres an. Damit weichen diese von<br />

den Standardaußendurchmessern ab. Durch die vorhandenen<br />

Schädigungen, meist Längsrisse und Abrasionen im<br />

Sohlbereich, können diese Ovalitäten aufweisen. Damit ist<br />

die geometrische Form weitgehend undefiniert.<br />

Zudem werden die bestehenden Hausanschlüsse vorab für<br />

den Notabfluss robotergesteuert geöffnet (Bild 8).<br />

Die Arbeitsräume sind in der Regel äußerst beengt.<br />

Unter Berücksichtigung all der genannten variablen Einflussgrößen<br />

wurde eine Sonderaufspanntechnik entwickelt,<br />

die intelligent auf diese wechselnden Erfordernisse und<br />

Gegebenheiten reagieren kann (Bild 9).<br />

Die bereits erstellte Öffnung wird dabei mittels Kippdübel<br />

zur Aufspannung genutzt. Mit einem innen liegenden Luftschlauch<br />

wird der Schmelzdruck optimal gesteuert. Durch<br />

die reihum angebrachten Adapterschrauben kann vor der<br />

Schweißung nochmals manuell justiert werden.<br />

Durch dieses eigens entwickelte ASATOP-Aufspanngerät<br />

können nun auch Abwassersättel auf Inlinern sicher und<br />

zuverlässig verarbeitet werden.<br />

Abwassersattel mit Abgang d 225<br />

Der neue Abwassersattel mit Abgang d 225 ermöglicht das<br />

nachträgliche Erstellen von großvolumigen Anschlussleitungen<br />

d 225/DN 200 ohne großen Zeitaufwand durch Sperren<br />

und Trennen des Hauptkanals von d 315 bis d 710 (Bild 10).<br />

Die zur Schweißung und zum Aufbau des Fügedruckes<br />

erforderliche Aufspannkraft des Sattels wird durch Vakuum<br />

aufgebracht. Die Fixierung des Sattels kann an jeder<br />

beliebigen Position auf dem Rohr erfolgen.<br />

Durch die speziell entwickelte Aufspanntechnik wird nur der<br />

Zugang zur überdeckten Sattelfläche benötigt. Hierzu sind<br />

nur ein baustellenüblicher Kompressor und das VACUSET XL<br />

erforderlich. Typische Ovalitäten und Formabweichungen<br />

des Rohres können durch diese Spanntechnik überbrückt<br />

werden.<br />

Bild 7: Übergangssattel ASA-TL/KG: Wenn schon nicht PE<br />

geschweißt, dann werden andere Kunststoffe eingesetzt,<br />

hier KG-Variante für den Übergang auf PP/PVC<br />

Bild 8: Freigelegter Inliner mit Notabfluss in<br />

Fensteröffnung<br />

Bild 9: Abwassersattel montiert mit<br />

kompaktem Aufspanngerät ASATOP<br />

142 04-05 | 2014


HAUSANSCHLUSSTECHNIK FACHBERICHT<br />

Bild 10: Mit VACUSET XL aufgespannter Abwassersattel<br />

d 225<br />

Bild 11a: Richtungswechsel mit<br />

Abwasserbogen ABM 15°<br />

Bild 11b: Anschluss-Stutzen mit Abgang vor der<br />

Bearbeitung<br />

Gerade bei Anbindungen an bestehende Leitungen wird<br />

die Bettung der Leitungszone dadurch nur im unbedingt<br />

notwendigen Ausmaß gestört. Die Anbohrung erfolgt<br />

absatzfrei mit einer an den Innendurchmesser des Abgangs<br />

angepassten Lochsäge. Ein hydraulisch optimierter Abfluss<br />

ist damit gewährleistet.<br />

Weitere Formteile für den Hausanschlussbereich<br />

Abwasserbögen<br />

Die Abwasserbögen ABM und ABMS d 160/DN 150 werden<br />

für Richtungswechsel in Schmutz- und Mischwasseranschlussleitungen<br />

eingesetzt (Bild 11a). Durch die Ausführung<br />

ABM (Muffe/Muffe) bzw. ABMS (Muffe/Rohrstutzen)<br />

und die Winkeleinteilungen 15°, 30° und 45° ist eine komfortable<br />

Leitungsführung möglich. Durch Mehrfachanwendung<br />

können z. B. auch Winkel 60º, 90º usw. erreicht werden.<br />

Gerade im beengten Hausanschlussbereich ermöglicht<br />

die kompakte Konstruktion eine zeitsparende Verlegung.<br />

Die Bögen weisen zur sicheren Abwasserableitung eine<br />

glatte, hydraulisch optimierte Innenkontur aus und bieten<br />

bei Verwendung von Rohren SDR 17/17,6 einen sohlengleichen<br />

Durchgang. Die helle Oberfläche ermöglicht optimale<br />

Sicht bei der TV-Inspektion.<br />

Anbindung an Steinzeug und Beton<br />

Der Anschluss-Stutzen d 160/DN 150 wird zur Anbindung<br />

von geschweißten PE-HD-Hausanschlussleitungen oder Seitenzuläufen<br />

an Steinzeug- oder Betonrohre eingesetzt und<br />

ermöglicht einen wirtschaftlichen Anschluss bei Neuverlegung<br />

wie auch Sanierung ohne Trennung oder komplette<br />

Freilegung des Hauptkanals (Bild 11b).<br />

Die Anbohrung des Steinzeug- bzw. Betonrohres wird mit<br />

üblichen Kernbohrgeräten, Bohrkrone mit standardisiertem<br />

Anbohrdurchmesser d = 172 mm durchgeführt.<br />

Die Montage erfolgt durch eine mechanische Aufspannung<br />

mit elastomerer Abdichtung. Mit einer Muffe oder einem<br />

Abwasserbogen wird der Stutzen direkt mit der Anschlussleitung<br />

geschweißt: dicht, längskraftschlüssig und wurzelfest.<br />

Mit der Anbindung von vorab geschweißten Rohretagen<br />

können Fremdleitungen zeitsparend überwunden werden.<br />

Fazit und Ausblick<br />

Seit nun fünf Jahrzehnten bewährt sich der Einsatz von Polyethylen<br />

im Rohrleitungsbau der druckführenden Systeme<br />

der Gas- und Wasserversorgung. Aufgrund der offensichtlichen<br />

Materialvorteile bei der Verlegung, im Betrieb und<br />

auch unter wirtschaftlichen Kriterien, werden seit über 20<br />

Jahren im Abwasserbereich geschweißte PE-Rohrsysteme<br />

mit sehr guten Erfahrungen eingesetzt.<br />

Besonders im Hausanschlussbereich bieten PE-Rohrsysteme<br />

intelligente Lösungen für die dringend geforderte Instandsetzung,<br />

vor allem aber für die zukünftige, nachhaltige<br />

Schadensvermeidung.<br />

Das Heizwendelschweißen ist gängige Praxis für die Verbindungstechnik,<br />

das Verfahren und die eingesetzten Bauteile<br />

haben sich auch unter den rauen Bedingungen des<br />

Kanaltiefbaus bewährt.<br />

Ein breites Formteilsortiment wurde über zwei Jahrzehnte<br />

hinweg entwickelt. Damit stehen dem Anwender Problemlösungen<br />

für nahezu alle in der Praxis vorkommenden<br />

Einbauanforderungen zu Verfügung. Dieser dynamische<br />

Prozess hält bis heute an. Die weitere Entwicklung bleibt<br />

spannend, die Praxisanforderungen verändern sich. Jedoch<br />

ist sicher, dass auch in Zukunft kluge, technische Lösungen<br />

gefragt sein werden.<br />

Dipl.-Ing. (FH) KAI BÜSSECKER<br />

FRIATEC AG, Mannheim<br />

Tel +49 621 486-1896<br />

E-Mail: kai.buessecker@friatec.de<br />

Halle B6, Stand 127/226<br />

AUTOR<br />

04-05 | 2014 143


FACHBERICHT HAUSANSCHLUSSTECHNIK<br />

Praxiserfahrungen beim Breitband-<br />

Hausanschluss unter Nutzung<br />

vorhandener Infrastruktur<br />

Der Ausbau des schnellen Internets wird in Deutschland immer mehr zu einem wichtigen Entscheidungsfaktor für die<br />

Attraktivität eines Wohngebiets oder Firmenstandorts. Dies ist ein weltweiter Trend: Die Verfügbarkeit modernster<br />

Kommunikationstechnik gewinnt für die Zukunft eines Wirtschaftsstandorts zunehmend an Bedeutung. So werden immer<br />

leistungsfähigere Telekommunikationsnetze für die Telefonie, Internetnutzung oder für HD-Fernsehen benötigt, um den<br />

Austausch der stetig wachsenden Datenmengen bewältigen zu können.<br />

Nachhaltig können steigende Anforderungen an leistungsfähige<br />

Telekommunikationsnetze nur mit Hilfe der Glasfasertechnologie<br />

realisiert werden. Der Ausbau von NGA-Netzen<br />

(Next-Generation-Access) ist bereits heute eine der zentralen<br />

gesellschaftlichen Aufgaben. Eine Aufgabe, der wir<br />

uns heute stellen müssen, um morgen nicht vom enormen<br />

Bedarf an Datentransportkapazität überrollt zu werden.<br />

Denn der Umfang dieser Aufgabe ist gewaltig.<br />

Der Breitbandausbau ist häufig bereits bis in Städte und<br />

Gemeinden vorangeschritten und bedient sich dann der<br />

bestehenden Telekommunikations-Infrastruktur. Diese<br />

Kapazität ist jedoch begrenzt und wird – auch mit neuen<br />

technischen Kniffen – schon bald an ihre Grenzen stoßen.<br />

Oft wurden im Zuge von Tiefbaumaßnahmen bereits zusätzliche<br />

Leerrohre, die zukünftig Glasfaserkabel aufnehmen<br />

sollen, mit eingebaut<br />

Der letzte Schritt zum Kunden, also die Anbindung des<br />

Glasfasernetzes an die privaten Haushalte (FTTH = Fiber to<br />

the Home), wird auch „letzte Meile“ genannt. Dabei wird<br />

bei der herkömmlichen Verlegung ein Leerrohr in offener<br />

Bauweise vom zentralen Verteiler in die Straße und zum<br />

Haus des Kunden gelegt. Durch das Leerrohr wird später die<br />

Glasfaser eingeblasen und in das Gebäude geführt. Allein<br />

für diese „letzte Meile“ fallen ca. 35 % der gesamten Ausbaukosten<br />

an. Wegen des hohen Investitionsbedarfs findet<br />

der Ausbau der Glasfaserhausanschlüsse nicht überall die<br />

erforderliche Verbreitung. Hohe Ausbaukosten führen zu<br />

einer geringen Akzeptanz bei potenziellen Investoren. Aus<br />

Kostengründen werden daher zu wenige Neuanschlüsse<br />

realisiert. Gleichzeitig müsste aber der Ausbau eines leistungsfähigen<br />

Glasfasernetzes vorangetrieben werden. Mit<br />

dem entstehenden Druck zum Handeln wächst auch der<br />

Druck für wirtschaftlichere Lösungen und damit für neue<br />

Ansätze. Einen Ansatz bietet die Nutzung der bereits bestehenden<br />

Infrastruktur in Form von Gas- oder Trinkwasser-<br />

Hausanschlussleitung (Bild 1 und Bild 2).<br />

Genau dies verfolgen erfahrene Praktiker, wie die Versorgungsbetriebe<br />

EWE Netz GmbH, Oldenburg, oder SWB<br />

Regional GmbH, Adenau. Die FRIATEC AG hat diese visionären<br />

Ansätze aufgenommen und hierfür eine praxisgerechte<br />

Lösung erarbeitet: Ein innenliegender, druckdicht in die<br />

Gas- oder Trinkwasser-Hausanschlussleitung eingebunde-<br />

Bild 1: Gashausanschlussleitung mit integriertem Bypass für<br />

das Breitbandkabel<br />

Bild 2: Trinkwasser-Hausanschlussleitung mit integriertem Bypass für<br />

das Breitbandkabel<br />

144 04-05 | 2014


HAUSANSCHLUSSTECHNIK FACHBERICHT<br />

Bild 3: Wasser-Hausanschluss vor der<br />

Leerrohr-Installation<br />

Bild 4: Vom Gebäude aus wird das Leerrohr in die<br />

Hausanschlussleitung eingefädelt<br />

Bild 5: Wasser-Hausanschluss mit<br />

Leerrohr nach Wiederinbetriebnahme<br />

ner Bypass der zur Aufnahme von Glasfaserkabeln dient.<br />

Für die Einbindung dieses Innenrohrs wurde ein speziell<br />

abgestimmtes FRIANET Leerrohr-Anschlussset entwickelt.<br />

Die Vorteile dieser Technik liegen auf der Hand:<br />

»»<br />

stark reduzierte Kosten für Tiefbauarbeiten<br />

»»<br />

deutliche Zeitersparnis gegenüber der offenen<br />

Verlegung<br />

»»<br />

geringe Beeinflussung des vorhandenen Kundengrundstücks<br />

und der bestehenden Oberflächen.<br />

Bei besonderen Praxiseinsätzen konnte das Verfahren seine<br />

Vorteile und Wirtschaftlichkeit unter Beweis stellen.<br />

Praxisfall 1: Glas in Wasser<br />

Bei einer Installation in Puurs (Belgien) in der Nähe von<br />

Antwerpen wurde ein Firmengebäude durch Nutzung der<br />

Trinkwasser-Hausanschlussleitung, d 90, PE 100, SDR 11 in<br />

kürzester Zeit an ein leistungsfähiges Glasfasernetz angeschlossen.<br />

Dabei konnte ohne nennenswerte Tiefbauarbeiten<br />

eine Rohrleitungslänge von ca. 40 m inklusiv zweier<br />

90°-Abwinklungen überwunden werden. Das Leerrohr<br />

d 7 x 1,5 mm wurde dabei vom Anschlussraum aus mittels<br />

Unterdruck in die Hausanschlussleitung eingezogen (Bild 4).<br />

Danach wurde mit dem FRIANET-Leerrohr-Anschlussset<br />

Wasser das Leerrohr d 7 x 1,5 mm mit der bewährten Heizwendelschweißtechnik<br />

homogen, dauerhaft und druckdicht<br />

in die Hausanschlussleitung eingebunden.<br />

Bei der Installation des FRIANET Leerrohr-Anschlusssets<br />

kann auf die jeweilige Anschlusssituation vor Ort individuell<br />

eingegangen werden. Durch das umfangreiche FRIALEN-<br />

Lieferprogramm an Formteilen können alle Einbauvarianten<br />

nahezu ohne Beeinträchtigungen der Hausanschlusssituation<br />

bewältigt werden.<br />

Nach Ablauf der Abkühlzeit für die Heizwendelformteile<br />

wurde durch das Leerrohr d 7 x 1,5 mm das Glasfaserkabel<br />

vom Kopfloch aus in das Gebäude geblasen.<br />

Die Anbindung des Gebäudes an ein leistungsfähiges Glasfasernetz<br />

konnte nach ca. drei Stunden mit Erfolg beendet<br />

werden (Bilder 3-8).<br />

Bild 6: Kopfloch mit Einbindungsstelle des<br />

Leerrohrs an der Trinkwasserleitung<br />

Bild 7: Verbinden des Leerrohrs mit Anschlussleitung<br />

für Glasfaser<br />

Bild 8: Einblasen der Glasfaser<br />

04-05 | 2014 145


FACHBERICHT HAUSANSCHLUSSTECHNIK<br />

Bild 9: Einrichten des Kopflochs, keine Beeinträchtigung des<br />

Werksverkehrs<br />

Bild 10: Einbringen des Leerrohrs in die Hausanschlussleitung<br />

Die Trinkwasserqualität nach Einbau wurde exemplarisch<br />

durch Prof. Dr. Exner, Hygieneinstitut der Universität Bonn,<br />

untersucht [1]. Bei Einhaltung der hygienischen Anforderungen<br />

waren keine negativen Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität<br />

feststellbar. Auch bei dieser Maßnahme wurde<br />

während der Verlegung besonders auf Hygiene geachtet.<br />

Nach dem Einbau wurden Wasserproben entnommen<br />

und im Labor untersucht. Die Proben waren ohne Befund<br />

und bestätigen die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse des<br />

Hygieneinstituts.<br />

Praxisfall 2: Glas in Gas<br />

Bei einer Sonder-Verlegung in Langenfeld, Nordrhein-<br />

Westfalen wurde die Anbindung eines Industriekomplexes<br />

an das Glasfasernetz durch eine bestehende Gas-<br />

Hausanschlussleitung, d 63, PE 100, SDR 11 realisiert<br />

(Bilder 9-12). Dabei wurden insgesamt drei unterschiedliche<br />

Anschlüsse über Anschlussleitungslängen von 18,<br />

46 und 90 m hergestellt.<br />

Das Leerrohr d 16 x 3,0 mm konnte dabei ohne Hilfsmittel<br />

manuell auch über die größeren Leitungslängen in die<br />

Anschlussleitung geschoben werden (Bild 10) .<br />

Da nach den Technischen Regeln des DVGW ein Zugang<br />

der Kunststoff-Gasleitung zum Haus nicht zulässig ist,<br />

muss das Leerrohr d 16 x 3,0 mm über eine separate<br />

Hauseinführung in das Gebäude eingeführt werden.<br />

Daher ist ein zweites Kopfloch erforderlich, um das Leerrohr<br />

aus der Hausanschlussleitung wieder auszuschleusen.<br />

Sowohl das Einbringen des Leerrohres (Bild 11) als<br />

auch das Ausschleusen aus der Hausanschlussleitung<br />

(Bild 12) erfolgt mit dem FRIANET-Leerrohr-Anschlussset<br />

Gas.<br />

Bild 11: Kopfloch 1: Einbringen des Leerrohrs in die<br />

Hausanschlussleitung<br />

Bild 12: Kopfloch 2: Vor der Gas-Hauseinführung: Ausschleusen<br />

des Leerrohrs aus der Hausanschlussleitung<br />

146 04-05 | 2014


HAUSANSCHLUSSTECHNIK PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

Das Leerrohr d 16 x 3,0 mm wird mit der bewährten Heizwendelschweißtechnik<br />

homogen und dauerhaft gasdicht<br />

in die Anschlussleitung eingebunden. Nach Ablauf der<br />

Abkühlzeit für die Heizwendelformteile kann das Glasfaserkabel<br />

in das Leerrohr eingeblasen werden.<br />

Fazit<br />

Diese beiden Praxisbeispiele für Leerrohrverlegungen in<br />

eine Trinkwasser- bzw. Gashausanschlussleitung verdeutlichen<br />

das Potential dieser Methode für den flächendeckenden<br />

Breitbandausbau:<br />

»»<br />

Reduzierung der Anschlusskosten um bis zu 90 %.<br />

»»<br />

Der eigentliche Leerrohr-Anschluss erfordert weniger<br />

als eine Stunde.<br />

»»<br />

Die Oberflächen, Firmenzufahrten, Werksverkehrswege<br />

oder private Gartenflächen bleiben praktisch<br />

unberührt.<br />

Endlich kann es gelingen, Glasfaseranschlüsse auch wirtschaftlich<br />

attraktiv anzubieten und damit den dringenden<br />

flächendeckenden Breitbandausbau für Nutzer aus<br />

Industrie, Gewerbe, für Dienstleister oder im privaten<br />

Bereich zu forcieren. Mehr Informationen finden Sie unter<br />

www.frialen.de<br />

Literatur<br />

[1] Prof. Dr. M. Exner; Dr. K. Behringer: Bericht „Hygienischmikrobiologische<br />

Untersuchungen zum Einfluss des<br />

Wasserfasersystems (WFS) auf die Wasserqualität einer<br />

Trinkwasserversorgung“, 2012. Institut für Hygiene und<br />

Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn.<br />

Dipl. - Ing. (FH) RALF SCHRÖDER<br />

Produktmanagement<br />

FRIATEC Aktiengesellschaft, Mannheim<br />

Tel. +49 621 486-1712<br />

E-Mail: ralf.schroeder@friatec.de<br />

Halle B6, Stand 127/226<br />

AUTOR<br />

Flachbohrungen für den Glasfaserausbau<br />

Mit der kompakt gebauten und wendigen Kleinbohranlage GRUNDODRILL 4X lassen sich Flachbohrungen für den<br />

Glasfaserausbau einfach und sicher ausführen. Dabei entfallen aufwändige Tiefbauarbeiten und die Kosten für die<br />

Baugruben werden reduziert. Das Bohrgerät ist rasch ausgerichtet und kann sofort starten, die Bohrlängen liegen<br />

zwischen 30 m und 120 m.<br />

Im münsterländischen Ahaus und Umgebung werden für<br />

das Glasfaserkabelnetz der Bornet GmbH Borken insgesamt<br />

60 km Glasfaserkabel verlegt. Knapp die Hälfte der Kabelstrecke<br />

(ca. 30 km) ist bereits verlegt und befindet sich im<br />

Boden. Mit der Verlegung der restlichen Glasfaserkabel<br />

soll erst begonnen werden, wenn mindestens 40 % der<br />

Hauseigentümer den Auftrag für den Anschluss erteilen.<br />

Da die Kabeltrasse also bereits vollständig gebaut wurde,<br />

erfolgt die Verlegung konsequent in grabenloser Bauweise.<br />

Von dieser Technik profitieren in dem Fall alle Beteiligten:<br />

die Versorger, die mit Planungssicherheit arbeiten können;<br />

die Arbeitstrupps, die effizient und zeitsparend arbeiten<br />

können; und die Hauseigentümer, die nur mit relativ kleinen<br />

Baustellen belastet werden. Es lohnt sich also, auf die<br />

Vorteile der grabenlosen Bauweise hinzuweisen.<br />

Das Glasfasernetz in Ahaus basiert auf Schutzrohren von<br />

DN 50 bzw. DN 40, die mit neun bzw. sieben Microducts<br />

à 10 mm Durchmesser belegt sind und in denen die Glasfaserkabel<br />

installiert werden. Die Trasse verläuft im Gehweg,<br />

direkt unterhalb des Schotterbettes und damit 35 bis 40 cm<br />

unter Straßenoberkante.<br />

Bild 1: GRUNDODRILL 4X bei der Pilotbohrung<br />

04-05 | 2014 147


Bild 2: Die Trasse verläuft im Gehweg direkt unterhalb<br />

des Schotterbettes<br />

Mit der kompakt gebauten und wendigen Kleinbohranlage<br />

GRUNDODRILL 4X, die in Ahaus im Einsatz ist, lassen<br />

sich diese Flachbohrungen einfach und sicher ausführen.<br />

Bei Flachbohrungen entfallen aufwändige Tiefbauarbeiten<br />

und die Kosten für die Baugruben werden reduziert. Das<br />

Bohrgerät ist rasch ausgerichtet und kann sofort starten.<br />

Die Bohrlängen liegen zwischen 30 m und 120 m. Am Ziel<br />

wird der Bohrkopf durch einen Aufweitkopf ersetzt und das<br />

Rohr mit einem Ziehstrumpf eingezogen. Die kleinen Startoder<br />

Zielgruben sind so geplant, dass sie gleichzeitig als<br />

Grube für einen Hausanschluss genutzt werden können. Der<br />

Hausanschluss selbst wird mit Erdraketen hergestellt. Damit<br />

ist die grabenlose Verlegung weitgehend sichergestellt.<br />

Die Firmen Kemper aus Reken und Eggert aus Heek arbeiten<br />

mit mehreren Bohrtrupps als Subunternehmer für<br />

die Firma Heming, Stadtlohn. Beide Firmen setzen den<br />

GRUNDODRILL 4X mit Erfolg ein. Erfolg definieren sie über<br />

hohe Tagesleistungen.<br />

Bild 3: Neun Pipes finden Platz im Schutzrohr. Später wird<br />

noch das Glasfaserkabel eingeblasen.<br />

Winfried Leusbrock, Geschäftsführer der Firma Eggert<br />

GmbH ergänzt: „Der Grundodrill 4X ist schnell einsetzbar<br />

und nimmt im Straßenraum wenig Platz ein. Außerdem sind<br />

die geringen Betriebskosten und der geringe Bohrspülungsverbrauch<br />

ein großer Vorteil. Auch wenn das Gestänge händig<br />

eingelegt werden muss, arbeiten die Bediener gerne mit<br />

diesem Bohrgerät. Deshalb haben wir eine zweite Anlage<br />

geordert.“ Die Methode der grabenlosen Bauweise und die<br />

dazugehörigen Geräte scheinen sich also bezahlt gemacht<br />

zu haben. So stellt Leusbrock optimistisch fest, dass die<br />

Auslastung der Bohranlagen, darunter eine GRUNDODRILL<br />

15 XP, bis weit in das laufende Jahr gewährleistet ist.<br />

KONTAKT: TRACTO-TECHNIK GmbH & Co.KG, Lennestadt<br />

Tel. +49 2723 808210<br />

E-Mail: guenter.naujoks@tracto-technik.de<br />

Halle B5, Stand 135<br />

Experten diskutieren Fragen zur<br />

Instandhaltung von GEA<br />

Ein Kreis von Experten traf sich erstmals im November 2013, um über zentrale Fragen der Instandhaltung von<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen zu diskutieren. Der Expertenkreis GEA ist sich u. a. darüber einig, dass nicht nur<br />

aus der Beratungsverpflichtung enorme Aufgaben auf die Kommunen zukommen, die zielgerichtet auszugestalten und<br />

umzusetzen sind. In diesem Beitrag wird das Umsetzungskonzept der Stadt Lünen vor dem Hintergrund des rechtlichen<br />

Rahmens der neuen Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abwasser NRW) vorgestellt.<br />

Überwachungsfristen in NRW<br />

Aus der neuen Gesetzes- und Verordnungslage in NRW zur<br />

Überprüfung der Zustands- und Funktionsfähigkeit privater<br />

Abwasserleitungen haben sich neue Anforderungen<br />

ergeben. Danach sind Abwasserleitungen industriell und<br />

gewerblich genutzter Grundstücke in Wasserschutzgebieten<br />

bis zum 31. Dezember 2015 erstmalig auf Zustand und<br />

Funktion zu prüfen, soweit die Leitungen vor 1990 errichtet<br />

worden sind. Außerhalb von Wasserschutzgebieten gilt der<br />

31. Dezember 2020 als spätester Prüftermin.<br />

Auch Eigentümer bebauter Grundstücke sind betroffen. Die<br />

neuen Regelungen verpflichten Grundstückseigentümer<br />

in Wasserschutzgebieten dazu, ihre Abwasseranlagen bis<br />

Ende 2020 erstmals prüfen zu lassen, soweit nur häusliches<br />

Abwasser abgeleitet wird und diese Anlagen nach 1965<br />

errichtet worden sind. Ältere Abwasserleitungen sind erstmalig<br />

bis zum 31. Dezember 2015 zu prüfen. Für außerhalb<br />

von Wasserschutzgebieten gelegene private Abwasserleitungen<br />

werden keine landesrechtlichen Prüftermine mehr<br />

vorgegeben, jedoch bleibt die Pflicht zur Überwachung auch<br />

148 04-05 | 2014


HAUSANSCHLUSSTECHNIK PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

dieser privaten Abwasserleitungen bestehen. Hier hat der<br />

Grundstückseigentümer insbesondere die Vorgaben der DIN<br />

1986-30 zu beachten. Für diese Fälle können die Kommunen<br />

per Satzung entsprechende Regelungen beschließen.<br />

Hervorzuheben ist weiter, dass Kommunen Kraft der neuen<br />

Verordnung künftig zur Beratung der Eigentümer bebauter<br />

Grundstücke verpflichtet sind. Aktuell arbeiten viele Kommunen,<br />

vor allem in NRW, an Handlungskonzepten, die in<br />

politischen Gremien abzustimmen sind. Im Folgenden wird<br />

exemplarisch das Konzept der Stadt Lünen vorgestellt.<br />

Umsetzungsbeispiel Stadt Lünen<br />

Zentrales Element für das Lünener Konzept ist der Umgang<br />

mit privaten Grundstücksanschlussleitungen im öffentlichen<br />

Raum. Auf Basis des § 53c LWG, NRW wird im ersten Schritt<br />

eine Teilprüfung der Grundstücksanschlussleitungen im öffentlichen<br />

Verkehrsraum gebührenfinanziert durchgeführt. Der<br />

SAL-Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR führt dazu<br />

aus: „Jeder Grundstückseigentümer wird über das Ergebnis<br />

dieser Teilprüfung informiert. Die öffentlichen und privaten<br />

Leitungen bewerten wir einheitlich, setzen aber unterschiedliche<br />

Schwerpunkte. Bei Schadensfreiheit einer Grundstücksanschlussleitung<br />

gehen wir aufgrund unserer praktischen<br />

Erfahrungen von einer Schadensfreiheit der gesamten privaten<br />

Entwässerungsanlage aus. Im Vorfeld informieren wir die<br />

Bürger über unser Vorgehen. Sie können die Zustandsprüfung<br />

mitverfolgen und bei einem Schadensbefund der Anschlussleitung<br />

die weiteren Leitungsbereiche auf dem Grundstück im<br />

Rahmen einer privaten Beauftragung mitbefahren lassen. Das<br />

ist nicht nur praktischer, sondern auch kostengünstiger als eine<br />

separate private Beauftragung, da der öffentliche Kanalnetz-<br />

Betreiber beteiligt ist und dies Sicherheit gibt.<br />

Die konkrete Bewertung wird anhand eines dreistufigen Aussiebverfahrens<br />

durchgeführt. Die Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

werden vorher in verschiedene Schadensgruppen<br />

eingeteilt (hoch, mittel oder gering). Nur Anlagen mit gravierenden<br />

Schäden müssen umgehend saniert werden (der<br />

gegenwärtige Erfahrungswert liegt hier bei rund 17 % der<br />

geprüften Grundstücke). In Stufe 2 erfolgt eine individuelle<br />

Risikoermittlung nach Sanierungsklassen. Die örtliche und die<br />

hydraulische Situation, die Lage der Abwasserleitungen im Verkehrsraum<br />

sowie örtliche Probleme im öffentlichen Kanalnetz<br />

werden berücksichtigt. Nach dem Ampelprinzip erhält jedes<br />

Grundstück eine Sanierungsklasse. In Stufe 3 werden die Sanierungsnotwendigkeit<br />

beurteilt und Fristen zur Sanierung festgelegt:<br />

Dabei bedeutet Grün, dass keine Sanierung erforderlich<br />

ist. Bei Gelb werden eine Sanierung und eine entsprechende<br />

Frist als Empfehlung ausgesprochen. Bei Rot liegen schwere<br />

Schäden vor, die eine Sanierung innerhalb einer Fristvorgabe<br />

erfordern. Für eine dringend erforderliche Sanierung sprechen<br />

Indikatoren, wie etwa permanenter Fremdwasserfluss oder<br />

Rattenbefall. Nicht zu sanierende Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

werden bei Widerholungsprüfung neu bewertet.<br />

Die hochwertige individualisierte Beratung ist eine gesetzlich<br />

verankerte Pflicht der Kommunen (§ 53, 1e LWG, §§ 60 und<br />

61 WHG). Sie ist innerhalb der Verwendung der Abwassergebühren<br />

als inkludierter Kostenpunkt vorgesehen (§ 53c LWG).<br />

Vorgehensweise der Stadt Lünen beim Thema „Instandhaltung von<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen“<br />

In Lünen setzt man deshalb auf „Mündigkeit statt Zwang“<br />

/ Verbraucherschutz und somit zentral auf eine fundierte,<br />

zielgruppengerechte und individuelle Beratung.<br />

Die neuen Gesetze zur privaten Grundstücksentwässerung<br />

stellen Bürger nicht länger unter Generalverdacht, legen erstmals<br />

Regeln der Technik fest und räumen den Kommunen<br />

mehr Mitbestimmungsrechte ein. Daraus ergibt sich für den<br />

Einzelfall die Möglichkeit, auf spezifische örtliche Randbedingungen<br />

besser einzugehen. Die Mitarbeiter der SAL freuen<br />

sich über diese Entwicklung: „Wir haben unser Beratungssystem<br />

vor dem Hintergrund der Gesetzesnovellierung noch<br />

weiter verfeinert. Die Grundstücksanschlussleitung dient uns<br />

dabei als Kontaktleitung zwischen Kommune und Grundstückseigentümer.“<br />

Es wird deutlich, dass der SAL-Stadtbetrieb<br />

Abwasserbeseitigung Lünen AöR ein rundum positives Fazit<br />

aus den Umsetzungsmöglichkeiten der neuen gesetzlichen<br />

Anforderungen zieht.<br />

Zum Expertenkreis GEA-Gipfel gehören aktuell:<br />

»»<br />

Dipl.-Ing. Dirk Bellinghausen, Güteschutz Grundstücksentwässerung,<br />

Hennef<br />

»»<br />

Dipl.-Ing. Mario Brenner, Ingenieurbüro Brenner,<br />

Hennef<br />

»»<br />

Dipl.-Ing. Claus Externbrink, SAL-Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung<br />

Lünen AöR, Lünen<br />

»»<br />

Dr.-Ing. Marco Künster, Güteschutz Kanalbau, Bad<br />

Honnef<br />

»»<br />

Gerhard Treutlein, VDRK - Verband der Rohr- und<br />

Kanal-Technik-Unternehmen e.V., Kassel<br />

»»<br />

Dr.-Ing. Michael Scheffler, Sachverständigen- und<br />

Ingenieurbüro für Gebäude- und Grundstücksentwässerung,<br />

Kassel<br />

»»<br />

Dipl.-Ing. Marco Schlüter, IKT - Institut für Unterirdische<br />

Infrastruktur, Gelsenkirchen<br />

»»<br />

Dipl.-Volkswirt Horst Zech, RSV-Rohrleitungssanierungsverband,<br />

Lingen (Ems)<br />

KONTAKT: RSV - Rohrleitungssanierungsverband e.V., Lingen (Ems)<br />

Tel. +49 5963 9810877, E-Mail: rsv-ev@t-online.de, www.rsv-ev.de<br />

Halle B5, Stand 135<br />

Quelle: SAL - Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen AöR<br />

04-05 | 2014 149


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

Offizielle Verlautbarung<br />

des TK Außenkorrosion<br />

Werkstoffbezogene Begriffe der<br />

Instandhaltung und ihre Bedeutung<br />

für die Planung von Rohrleitungen<br />

Die Veröffentlichung von Regelwerken der jüngeren Vergangenheit zeigt speziell in der aktuellen Fragestellung der<br />

Instandhaltungsplanung von Rohrleitungsnetzen eine nicht zu unterschätzende Begriffsverwirrung, die sowohl dem<br />

Hersteller als auch dem Anwender Probleme bereiten und gegebenenfalls die Sinnhaftigkeit der dort verankerten<br />

Verfahrensweisen in Frage stellt. Dieser Fachbeitrag soll solche Unstimmigkeiten verdeutlichen und damit Hilfestellung<br />

für eine später vorgesehene Revision dieser Regelwerke bieten.<br />

Einleitung<br />

Der Wandel von einer ausfallorientierten bzw. korrektiven<br />

zu einer präventiven oder gar zustandsorientierten Form<br />

der Instandhaltung bedeutet für den Betreiber von Leitungen<br />

und Leitungsnetzen eine nicht zu unterschätzende<br />

Herausforderung. Während im Falle kathodisch geschützter<br />

Leitungen mit Hilfe der Messdaten eine Instandhaltungsplanung<br />

realisiert werden kann, sind im Falle nicht kathodisch<br />

geschützter Rohrleitungen aussagekräftige Zustands- und<br />

Schadensdaten erforderlich, um auf statistischer Basis eine<br />

Instandhaltungsplanung umzusetzen.<br />

Im Rahmen der Instandhaltungsplanung von Leitungsnetzen<br />

wird das Nutzungsverhalten von Bauteilen und Werkstoffen<br />

im DVGW-Merkblatt G 403 bzw. dem DVGW-Arbeitsblatt<br />

W 403 sowie den dazugehörenden Regelwerken zur Erfassung<br />

der erforderlichen Daten, den DVGW-Arbeitsblättern<br />

G 402 und W 402 behandelt [1], [2], [3], [4]. Während sich<br />

bei kathodisch geschützten Leitungen der Handlungsbedarf<br />

für Instandsetzungsmaßnahmen weitgehend direkt aus<br />

Messergebnissen ableiten lässt, ist die Maßnahmenplanung<br />

bei nicht kathodisch geschützter Leitungen derzeit<br />

auf die Auswertung von Schadenstatistiken angewiesen. Zur<br />

Beschreibung des Nutzungsverhaltens im Sinne der Arbeitsblätter<br />

G 402 und W 402 müssen bei nicht kathodisch<br />

geschützten Leitungen in den Schadenstatistiken nicht nur<br />

die jeweilige Bauteilausführungen Berücksichtigung finden.<br />

In den Schadenstatistiken muss darüber hinaus auch das<br />

Bauteilversagen auf die jeweilige Nutzungsdauer bezogen<br />

sein. In Abhängigkeit von Schadensrate und Nutzungsdauer<br />

ergibt sich dann eine empirische Funktion, die das<br />

Nutzungsverhalten beschreibt. Im Zusammenhang mit einer<br />

Instandhaltungsplanung sind dabei nicht nur Begrifflichkeiten<br />

wie Betriebsfähigkeit, Lebensdauer und Nutzungsdauer<br />

sondern auch Begriffe wie Beschädigung, Schaden oder das<br />

Versagen des Bauteils gegeneinander abzugrenzen.<br />

Begrifflichkeiten der Instandhaltungsplanung<br />

Betriebsfähigkeit<br />

Unter der Betriebsfähigkeit ist die Zeit zu verstehen, in der<br />

ein Bauteil oder ein Werkstoff die für eine Anwendung<br />

erforderlichen Leistungsmerkmale bietet und im Rahmen<br />

Bild 1 und 2: Baggerzahnangriff an einer polyethylenumhüllten Gasleitung aus Stahl und einer Polyethylenleitung<br />

150 04-05 | 2014


KORROSIONSSCHUTZ FACHBERICHT<br />

Bild 3: Riss eines versprödeten PE-Rohres unter Punktlagerung<br />

Bild 4: Spongiose bei einem<br />

Graugussrohr<br />

seiner Auslegung betrieben werden kann. Anorganische<br />

Werkstoffe wie Guss, Stahl, Beton, Asbestzement oder<br />

Steinzeug haben unter der überwiegend ruhenden Beanspruchung<br />

einer erdverlegten Rohrleitung eine unendliche<br />

Betriebsfähigkeit. Aus diesem Grunde sind in den technischen<br />

Lieferbedingungen für diesen Anwendungsbereich<br />

auch keine Zeitstanduntersuchungen vorgesehen.<br />

Die mechanischen Eigenschaften bleiben unverändert.<br />

Bei Rohren aus organischen Werkstoffen wie beispielsweise<br />

Polyethylen wird die Betriebsfähigkeit nach DIN 8075<br />

ermittelt [5]. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese<br />

Betriebsfähigkeit nicht wie bei anorganischen Werkstoffen<br />

die Gesamtheit der mechanischen Eigenschaften umfasst,<br />

sondern auf den Festigkeitsaspekt eingeschränkt ist (siehe<br />

Erläuterungen [5]).<br />

Zur Betriebsfähigkeit eines Bauteils können dementsprechend<br />

von einem Hersteller oder Prüfinstitut Angaben zur<br />

Verfügung gestellt werden. Für Wasserverteilungsanlagen<br />

wird laut DIN EN 805 eine planerische Nutzungsdauer<br />

von mindestens 50 Jahren angesetzt, eine Forderung die<br />

letztlich nur durch den Einsatz von Bauteilen erfüllt werden<br />

kann, die mindestens über eine ebenso große Betriebsfähigkeit<br />

verfügen [6].<br />

Lebensdauer<br />

Im Gegensatz zur Betriebsfähigkeit wird die Lebensdauer<br />

von Bauteilen begrenzt durch Faktoren wie produktionsbedingte<br />

Materialunterschiede, die Sorgfalt einer Verlegung,<br />

die Betriebs- bzw. Umgebungsbedingungen eines Bauteils<br />

und im Falle der Rohrleitungen auch durch äußere Beanspruchungen<br />

und Fremdeinwirkungen (Bild 1 und Bild 2). Damit<br />

sind sicher nicht einzelne Ereignisse wie z. B. der einzelne<br />

Baggerschaden entscheidend. Hier geht es letztlich um die<br />

Häufigkeit von Schäden, die sich aus den Schadenstatistiken<br />

ableiten lässt.<br />

Im Falle der Rohrleitungen gilt, dass ein Bauteilschaden<br />

unabhängig vom Werkstoff maßgeblich auf eine Kombination<br />

von Korrosion bzw. Alterung und äußeren Einwirkungen<br />

zurückzuführen ist. Bei einigen Werkstoffen ist lediglich<br />

eine Umkehrung der Kausalität zu berücksichtigen. Während<br />

beispielsweise beim korrosionsgeschützten umhüllten<br />

Stahlrohr ein Korrosionsschaden üblicherweise das Ergebnis<br />

einer äußeren Einwirkung und damit einer Beschädigung der<br />

Umhüllung ist, wird bei Werkstoffen wie Polyethylen und<br />

PVC die, aufgrund der geringen Festigkeit ohnehin schon<br />

größere Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einwirkungen,<br />

im Falle einer Werkstoffversprödung noch verstärkt. Das<br />

spröde Werkstoffverhalten ergibt sich im Laufe der Zeit<br />

durch Korrosion oder Alterung des Werkstoffes (Bild 3).<br />

Der Zeitraum bis zur Versprödung des Materials ist dabei<br />

nicht mit der auf die Festigkeit bezogene Betriebsfähigkeit<br />

des Materials zu verwechseln (s. o.). Schaut man sich dazu<br />

beispielsweise die Zeitstandsinnendruckkurven der ersten<br />

Kunststoffrohrgeneration an, wird klar, dass diese mit Blick<br />

auf eine durch Extrapolation ermittelte Betriebsfähigkeit von<br />

50 Jahren bis in den Sprödbruchbereich hinein kalkuliert ist;<br />

vergleiche z. B. Bild 1 in [7] mit Bild 4 in [8].<br />

Ähnliches gilt prinzipiell für den Grauguss. Die Bruchanfälligkeit<br />

kann im Laufe der Zeit durch die Spongiose<br />

zunehmen (Bild 4). Die Spongiose ist eine Schadensform<br />

bei der Eisen aus dem Werkstoffgefüge herausgelöst wird.<br />

Aufgrund des hohen Kohlenstoffgehaltes im Grauguss<br />

verbleibt ein praktisch formgleiches Grafitgefüge ohne<br />

die erforderlichen Materialfestigkeiten. Diese zumeist<br />

muldenförmige Werkstoffschädigung hat im Falle von<br />

Setzungen, Punkt- oder dynamischen Lasten eine entsprechende<br />

Kerbwirkung und begünstigt den Bruch des<br />

Materials. Auch im Falle der Bauteile aus Faserzement<br />

nimmt die Bruchanfälligkeit zu, wenn im sauren Boden<br />

die Mörtelmatrix zersetzt wird.<br />

04-05 | 2014 151


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

Bild 5: Zusammenhang der Begrifflichkeiten zum Nutzungsverhalten und der Instandhaltungsplanung<br />

die mittleren Instandsetzungskosten die<br />

Reinvestitionskosten übersteigen . Diese<br />

angestrebte Nutzungsdauer sollte dem<br />

optimalen Ersatz- bzw. Rehabilitationszeitpunkt<br />

entsprechen, sofern nicht<br />

andere betriebsbedingte Gründe die<br />

Nutzungsdauer einschränken oder ggf.<br />

auch ausweiten. Solche betriebsbedingten<br />

Gründe liegen vor, wenn beispielsweise<br />

im Zuge einer Straßenerneuerung<br />

Leitungen vorzeitig ausgetauscht oder<br />

aber im Falle eines hohen Verkehrsaufkommens<br />

der Austausch von Leitungen<br />

unzumutbar ist und damit ein größeres<br />

Ausfallrisiko und gegebenfalls höhere<br />

Instandhaltungskosten in Kauf genommen<br />

werden.<br />

Aufgrund der vielfältigen Einflussgrößen<br />

während des Betriebs sind die<br />

Lebensdauer und insbesondere das<br />

Nutzungsverhalten von Bauteilen oder<br />

Bauteilkomponenten nur durch eine<br />

systematische Zustands- und Schadenserfassung<br />

durch den Anwender<br />

zu ermitteln. Lebens- oder Nutzungsdauervorhersagen<br />

oder gar -zusagen<br />

können angesichts einer Vielzahl<br />

relevanter Faktoren keinesfalls durch<br />

Hersteller oder Prüfinstitute getroffen<br />

werden.<br />

Äußere Einwirkungen, aber auch Betriebszustände oder<br />

Umgebungsbedingungen sind keineswegs über den Trassenverlauf<br />

einer Leitung als homogen zu bezeichnen. Schäden<br />

an einer Leitung oder einem Leitungsnetz sind zwangsläufig<br />

erst einmal lokale Erscheinungen, deren Häufigkeit letztlich<br />

als einer der wesentlichen Einflussgrößen für die Bewertung<br />

einer Nutzungsdauer anzusehen ist. Hier können sich<br />

bspw. auch aufgrund der Bodenverhältnisse schon regional<br />

sehr deutliche Unterschiede ergeben, wenn spröde Rohrwerkstoffe<br />

im Sand der Lüneburger Heide oder aber in den<br />

heterogenen Böden der Mittelgebirge betrieben werden.<br />

Nutzungsdauer<br />

Die Nutzungsdauer ist speziell für den Betrieb von Rohrleitungen<br />

gegenüber der Lebensdauer abzugrenzen. Im Falle einer<br />

ausfallorientierten oder korrektiven Instandhaltung entspricht<br />

die Nutzungsdauer der Brauchbarkeitsdauer im Sinne der DIN<br />

EN 13306 [9]. Laut DVGW-Regelwerk ist jedoch eine ausfallorientierte<br />

bzw. korrektive Instandhaltung für Leitungsnetze<br />

nicht zu empfehlen [4], [10]. Mit der Vermeidung einer korrektiven<br />

oder ausfallorientierten Instandhaltung ist zwangsläufig<br />

eine Nutzungsreserve zwischen Lebens- und Nutzungsdauer<br />

verbunden. Die angestrebte Nutzungsdauer ist im Idealfall<br />

der maximale Zeitraum des Betriebs von Rohrleitungen bevor<br />

aufgrund der alterungs- oder korrosionsbedingten Materialveränderungen<br />

die Schadenshäufigkeit zunimmt und damit<br />

Schaden und Beschädigung<br />

Bei der Zustandsbewertung von Rohrleitungen aus Eisenwerkstoffen<br />

mit Umhüllung ist der Unterscheidung zwischen<br />

einem Schaden und einer Beschädigung besondere<br />

Aufmerksamkeit zu widmen. In den DVGW-Regelwerken<br />

G 402 und W 402 ist der Leitungsschaden per Definition<br />

eine lokale, unzulässige Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit<br />

der Versorgungsleitung, die in der Regel mit einem<br />

Mediumaustritt verbunden ist [3], [4]. Eine Fehlstelle in der<br />

Umhüllung und ein damit verbundener Korrosionsabtrag<br />

ist definitionsgemäß kein Schaden, solange die für den<br />

Betrieb erforderliche Wanddicke (rechnerische Wanddicke<br />

+ Sicherheitsbeiwert) nicht unterschritten ist. Eine derartige<br />

Beschädigung bedeutet keine Beeinträchtigung der Funktion<br />

eines Bauteils. Die Integrität des Bauteils kann ohne Einbuße<br />

der Funktionalität durch eine Reparatur vollständig wieder<br />

hergestellt werden. Dies gilt insbesondere für kathodisch<br />

geschützte Leitungen, da durch den Schutzstrom ein Materialabtrag<br />

freiliegender Stahlflächen im Bereich beschädigter<br />

Umhüllungen auf ein Minimum (≤ 10 µm/a) reduziert wird.<br />

Versagen<br />

Die DIN EN ISO 8044 kennt über den Schadensbegriff hinaus<br />

auch das Versagen des Bauteils als den vollständigen<br />

Verlust der Funktion des technischen Systems [11]. Hier<br />

schließt sich der Kreis zu den eingangs behandelten Begriff-<br />

152 04-05 | 2014


KORROSIONSSCHUTZ FACHBERICHT<br />

lichkeiten rund um das Nutzungsverhalten der Bauteile<br />

(Bild 5). Am Ende der Lebensdauer steht das Versagen<br />

des Bauteils. Diese extreme Form der Bauteilschädigung<br />

spielt jedoch in der Rohrleitungspraxis kaum eine Rolle,<br />

weil sich schon aus wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen<br />

Erwägungen heraus eine niedrigere Nutzungsdauer<br />

ergibt. Unzureichend gegen Korrosion geschützte Stahlrohre<br />

beispielsweise bedürfen in Abhängigkeit der Böden und<br />

Umgebungsbedingungen in einem Trassenverlauf lokal sehr<br />

unterschiedlicher Zeiträume bis zum Korrosionsdurchbruch.<br />

Unter wirtschaftlichen Aspekten ist es jedoch unsinnig die<br />

Leitung immer wieder zu reparieren bis auch unter den<br />

moderatesten Bedingungen des Trassenverlaufes eine für<br />

die vorliegenden Betriebsbedingungen kritische Wanddicke<br />

erreicht ist.<br />

Abgesehen von betrieblichen Erfordernissen, wie beispielsweise<br />

den Umverlegungen, ist es für den Instandhalter<br />

entscheidend, wann aus wirtschaftlichen Gründen die erforderlichen<br />

Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Integrität<br />

einer Rohrleitung mit den Kosten für die Behebung von<br />

Schäden und Folgeschäden gegenüber dem Aufwand für<br />

einen Neubau oder einer Sanierung nicht mehr zu vertreten<br />

sind oder unter sicherheitstechnischen Erwägungen<br />

der Neubau oder die Sanierung sinnvoll ist (vgl. ausfallorientiertes<br />

und präventives Instandhaltungskonzept). Diese<br />

Aspekte sind letztlich entscheidend für die Nutzungsdauer<br />

eines Systems.<br />

Schadensursache – Schadensart<br />

Die Korrosion als ein elektrochemischer Prozess eröffnet<br />

im Falle einer Verbundrohrtechnologie wie dem umhüllten<br />

Stahlrohr die Möglichkeit einer messtechnischen Zustandserfassung<br />

durch den kathodischen Korrosionsschutz.<br />

Diese Zustandserfassung bezieht sich dabei primär auf den<br />

Zustand des Korrosionsschutzes. Da jedoch dem Schaden im<br />

Falle eines beschichteten oder umhüllten Rohres aus Eisenwerkstoffen<br />

eine Schädigung des Korrosionsschutzes vorausgeht,<br />

kann durch die Messmethoden des kathodischen<br />

Korrosionsschutzes schon sehr frühzeitig ein Gefährdungspotential<br />

abgeschätzt werden. Der Instandhaltungsaufwand<br />

wird durch diese zustandsorientierte Instandhaltung und die<br />

damit verbundene zielgerichtete Instandsetzung von Leitungen<br />

auf ein Minimum reduziert und erlaubt die Nutzung<br />

der Leistungsreserven eines derart überwachten Leitungsnetzes.<br />

Unabhängig von einem Einsatz als Werkzeug für<br />

eine zustandsorientierte Instandhaltung ist unter Anwendung<br />

des kathodischen Korrosionsschutzes ein Schaden,<br />

sei es durch Fremdeinwirkungen oder Materialversagen,<br />

konzeptionell nicht vorgesehen. Darum ist unter sicherheitstechnischen<br />

Erwägungen für Gasleitungen ab 5 bar in<br />

den Regelwerken und je nach Anwendungsbereich sogar<br />

per Verordnung (TRFL) ein kathodischer Korrosionsschutz<br />

vorgeschrieben [12]. Bei kathodisch geschützten Leitungen<br />

erfolgt die Planung von Instandsetzungsmaßnahmen nicht<br />

durch die Auswertung von Schadenstatistiken, sondern auf<br />

Basis der Messdaten des kathodischen Korrosionsschutzes.<br />

Bei diesen Instandsetzungsmaßnahmen handelt es sich<br />

dabei nicht zwangsläufig um den Austausch von Leitungen,<br />

sondern gegebenenfalls auch um punktuelle Reparaturen.<br />

Nur im Falle nicht bzw. nicht von Anfang an kathodisch<br />

geschützten Leitungen liegen gegebenenfalls Schadensdaten<br />

vor, die eine Instandhaltungsplanung auf statistischer<br />

Basis ermöglichen. Hier wird der Instandhaltungsaufwand<br />

durch die Auswertung statistischer Daten zum<br />

Nutzungsverhalten und die damit verbundene Bewertung<br />

von Schadensursachen und Schadensart ermittelt. In den<br />

Schadenstatistiken ist es von größter Bedeutung, mögliche<br />

Schadensursachen zu differenzieren, um die relevanten<br />

Einflussgrößen auf das Nutzungsverhalten zu erkennen. Aus<br />

solchen Auswertungen ergibt sich der Handlungsbedarf,<br />

wenn beispielsweise aufgrund bestehender Produktmängel<br />

technische Lieferbedingungen angepasst, oder bei einem<br />

ausgeprägten Mangel an Verlegesorgfalt Verfahrensanweisungen<br />

für die Baustellen geändert werden müssen.<br />

Bei Rohren aus Eisenwerkstoffen sind zwei unterschiedliche<br />

Konzepte einer Auslegung zu berücksichtigen. Rohre ohne<br />

Umhüllung bzw. Rohre mit Dünnbeschichtungen mussten<br />

in der Praxis laut Regelwerk mit einem Korrosionszuschlag<br />

kalkuliert werden. Aus dem Wanddickenzuschlag ergibt sich<br />

zwangsläufig eine planerische Nutzungsdauer, bei deren<br />

Überschreitung mit Schäden zu rechnen ist. In Wasserleitungsnetzen<br />

sind auch heute noch vielfach Rohre aus<br />

Eisenwerkstoffen im Betrieb, die über keinen oder nur einen<br />

unzureichenden Korrosionsschutz verfügen. Dazu zählen<br />

z. B. auch die duktilen Gussleitungen der ersten Generation<br />

(Bild 6). Bei Rohren dieser Bauform ist Korrosion sowohl<br />

Schadensart als auch Schadensursache.<br />

Bei den heute üblichen Rohrausführungen aus Eisenwerkstoffen<br />

ist eine Verbundrohrtechnologie üblich. Die statischen<br />

Anforderungen während des Betriebes bestimmen<br />

die Auslegung des Kernrohres aus Guss oder Stahl. Auf<br />

einen Korrosionszuschlag wird dabei verzichtet. Beschich-<br />

Bild 6: Korrosionsschaden GGG 1. Generation<br />

04-05 | 2014 153


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

tungen oder Umhüllungen aus Bitumen oder Polyolefinen<br />

übernehmen den äußeren Korrosionsschutz. Im Falle der<br />

Wasserrohre wird unter hygienischen Aspekten als innerer<br />

Korrosionsschutz üblicherweise auf Kunststoffe verzichtet<br />

und Zementmörtel eingesetzt (Bild 7). Die Korrosion des<br />

Grundmaterials ist nicht mehr die Ursache von Schäden,<br />

sondern immer die Folge z. B. einer Fremdeinwirkung,<br />

mangelnder Verlegesorgfalt, von Bodenbewegungen<br />

oder das Materialversagen der Umhüllung und damit eine<br />

Schadensart.<br />

Die Verwendung der Begrifflichkeiten in den<br />

Regelwerken<br />

Lebensdauer – Nutzungsdauer – Betriebsfähigkeit<br />

In den Regelwerken werden die Begrifflichkeiten rund um<br />

das Nutzungsverhalten von Werkstoffen bisher keinesfalls<br />

eindeutig verwendet. Dies betrifft nicht nur die Regelwerke<br />

für die Anwendung der Bauteile, sondern berührt auch<br />

technische Lieferbedingungen. Die DIN 8075 für Rohre<br />

aus Polyethylen beispielsweise spricht im Zusammenhang<br />

mit der Zeitstandinnendruckprüfung in den ersten Versionen<br />

aus 1976 und 1987 von „Lebensdauer“-Kalkulationen,<br />

während in der Folgeversion von 1999 in korrekter Weise<br />

der Begriff der „Betriebsfähigkeit“ eingeführt ist [13] [14]<br />

[15]. In diesem Wechsel der Begrifflichkeit liegt vermutlich<br />

die Ursache, dass noch heute im Kunststoffbereich überwiegend<br />

von einer Lebensdauer der Bauteile gesprochen<br />

wird, wenn eigentlich die Betriebsfähigkeit gemeint ist. In<br />

der aktuellen DIN 8075 vom Dezember 2011 wird zwar<br />

weiterhin von der Betriebsfähigkeit gesprochen [5]. In der<br />

gleichzeitig aufgenommenen englischen Version wird die<br />

Betriebsfähigkeit jedoch nicht mit „Serviceability“, sondern<br />

mit „Minimum Operating Time“, der Mindestnutzungsdauer,<br />

übersetzt. Im Gegensatz zur „Minimum Operating<br />

time“ wird in der DIN EN ISO 9080 der Begriff „Lifetime“,<br />

also Lebensdauer, verwendet [16]. Bei Kunststoffrohren sind<br />

damit alle diese Begrifflichkeiten in missverständlicher Weise<br />

in den Regelwerken vereint und einander gleichgestellt.<br />

Bei den Stahlrohren ist diese Begrifflichkeit derzeit keinesfalls<br />

besser geregelt. So sprechen beispielsweise auch die<br />

europäische Norm DIN EN 13480-3 und ihre nationale Vorgängernorm<br />

die DIN 2413-1 von Lebensdauerkalkulationen<br />

[17] [18]. Im Unterschied zu den für Kunststoffe relevanten<br />

Normen sind diese jedoch nicht Bestandteil von technischen<br />

Lieferbedingungen.<br />

In der Konsequenz verbindet ein Anwender oder Instandhalter<br />

gegebenenfalls mit dem Begriff der Lebensdauer eines<br />

Bauteils etwas völlig anderes als der Rohrhersteller. Auch in<br />

der Diskussion von Werkstoffeigenschaften werden diese<br />

Begrifflichkeiten munter durcheinander gewürfelt. Für die<br />

Lebensdauer von Kunststoffrohren wird immer wieder die<br />

in der Norm angegebene Betriebsfähigkeit von 50 oder 100<br />

Jahren herangezogen. Dem wird gern bei den Eisenwerkstoffen<br />

mit Blick auf die Korrosion als Folge von Beschädigungen,<br />

Bodenbewegungen, mangelnder Verlegesorgfalt<br />

usw. die tatsächliche Nutzungsdauer gegenübergestellt.<br />

Schadensursache – Schadensart<br />

Eine Schwäche vieler Schadenstatistiken bei Rohren aus<br />

Eisenwerkstoffen ist die Gleichbehandlung der Schadensart<br />

Korrosion mit Schadensursachen wie Fremdeinwirkungen,<br />

mangelnde Verlegesorgfalt, Bodenbewegungen<br />

usw. Im DVGW-Arbeitsblatt G 410 beispielsweise kann<br />

in den Abfragen gleichberechtigt neben den eigentlichen<br />

Schadensursachen auch die Schadensart Korrosion angegeben<br />

werden [19]. Im Falle einer im Gasbereich üblichen<br />

Verbundrohrtechnologie können durch die Angabe der<br />

Korrosion somit die eigentlichen Schadensursachen nicht<br />

mehr differenziert werden, zumal im Allgemeinen auch<br />

noch eine Differenzierung zwischen Stahlrohr und Stahlverbundrohrleitungskonzepte<br />

vernachlässigt wird. Eine statistische<br />

Auswertung auf der Basis solcher Daten hat für eine<br />

Instandhaltungsplanung praktisch keine Aussagekraft und<br />

ist für den Anwender ohne Nutzen. Werden solche Daten<br />

darüber hinaus zur probabilistischen Auslegung von Rohren<br />

verwendet, ist die damit verbundene statistische Aussagekraft<br />

der sich ergebenden Schadenswahrscheinlichkeiten<br />

vernachlässigbar [20].<br />

Für die Instandhaltungsplanung sind heute die DVGW-<br />

Arbeitsblättern W 402 und G 402 bindend. In diesen<br />

Arbeitsblättern sind die Unterschiede in den Begrifflichkeiten<br />

weitgehend berücksichtigt [3], [4]. Während bei der<br />

im Gasbereich heute üblichen Verbundrohrtechnologie die<br />

Korrosion generell als Schadensart behandelt wird [3], muss<br />

im Falle der oft noch betriebenen unbeschichteten oder<br />

mangelhaft beschichteten Wasserrohre aus Guss oder Stahl<br />

die Korrosion mit entsprechender Differenzierung auch<br />

noch als Schadensursache Berücksichtigung finden [4]. Gleiches<br />

gilt prinzipiell auch für Werkstoffe, die durch Alterung<br />

oder Korrosion einer Veränderung der bruchmechanischen<br />

Eigenschaften unterliegen, wie Grauguss, Asbestzement,<br />

PVC oder PE.<br />

Instandhaltung und Korrosion<br />

Die genauere Betrachtung der Einflussgrößen für die<br />

Lebensdauer bzw. Nutzungsdauer von Rohrleitungen zeigt,<br />

dass Instandhaltung und Korrosions- bzw. Alterungsverhalten<br />

der Werkstoffe in der Praxis fast untrennbar miteinander<br />

verknüpft sind. Korrosion ist nach DIN EN ISO 8044<br />

die Wechselwirkung eines Bauteils mit seiner Umgebung,<br />

die zu einer Änderung der mechanischen Eigenschaften<br />

und damit zum Versagen des Bauteils führen kann. Diese<br />

Wechselwirkungen können physikalischer, chemischer<br />

oder elektrochemischer Natur sein. Bei Metallen sind diese<br />

überwiegend, aber nicht ausschließlich elektrochemischer<br />

Natur [11].<br />

Jeder Werkstoff korrodiert. Sehr wohl bekannt ist die<br />

Begrifflichkeit der Korrosion im Zusammenhang mit<br />

metallischen Werkstoffen wie Stahl und nicht metallischen<br />

Werkstoffen wie Beton oder Glas. Im Bereich der<br />

Kunststoffe wird dieser Ausdruck gern gemieden. Mit<br />

der oftmals angewendeten Aussage: „Kunststoffe korrodieren<br />

nicht“ ist vermutlich primär die Material abtragende<br />

Korrosion im Sinne der lateinischen Herkunft des<br />

154 04-05 | 2014


KORROSIONSSCHUTZ FACHBERICHT<br />

Bild 7: Verbundrohrtechnologie am Beispiel des Stahlrohres<br />

Wortes (corrodere = zernagen) gemeint. Korrosion ist<br />

entsprechend der Definition in ISO 8044 aber nicht nur<br />

auf Material abtragende Effekte begrenzt. So führt eine<br />

wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion beim Stahl<br />

zum Bauteilversagen, ohne dass dabei ein Materialabtrag<br />

zu beobachten ist. Nicht anders ist letztlich z. B. eine durch<br />

Chlor oder Netzmittel induzierte Spannungsrissbildung<br />

bei Polyethylen oder Polypropylen einzustufen [21], [22,],<br />

[23]. Im Kunststoffbereich werden Begriffe wie die Werkstoffalterung<br />

oder die „Werkstoffdegradation“ (Herabsetzen<br />

von Eigenschaften) bevorzugt [23]. Ein Begriff wie<br />

die Werkstoffdegradation beispielsweise beschreibt aber<br />

letztlich auch nur die Wirkung eines Korrosionsangriffes.<br />

Die Definition des Korrosionsbegriffes zeigt: Die Umgebungs-<br />

und Betriebsbedingungen eines Bauteils bestimmen<br />

maßgeblich das Nutzungsverhalten einer Anlage. Neben<br />

dem Verschleiß, der insbesondere bewegliche Anlagenteile<br />

betrifft, haben speziell im Falle der Rohrleitungen die Korrosion<br />

bzw. die Alterung von Werkstoffen und die damit<br />

verbundenen Änderungen der mechanischen Eigenschaften<br />

mit Blick auf die Lebens- bzw. Nutzungsdauer erhebliche<br />

Bedeutung.<br />

Gerade der im Regelwerk W 402 und G 402 für die Instandhaltungsplanung<br />

vorgesehene Ausschluss einer Schadensursache<br />

wie Fremdeinwirkungen ist in diesem Zusammenhang<br />

mehr als kritisch zu sehen. zumal sich die Frage der sinnvollen<br />

Abgrenzung von werkstoffbedingtem, nutzungsdauerrelevantem<br />

oder durch mangelnde Sorgfalt verursachtem<br />

Fremdschaden in der Praxis sehr wohl stellt. Unstrittig ist,<br />

dass der direkte Baggerschaden für das Nutzungsverhalten<br />

des Werkstoffes prinzipiell keine Aussagekraft hat und als<br />

Singularität zu behandeln ist. Als solche würde aber auch<br />

die Erfassung dieser Form der Fremdeinwirkung in einer<br />

Schadenstatistik auch nur von untergeordneter Bedeutung<br />

sein und lediglich ein „Grundrauschen“ in den statistischen<br />

Auswertungen darstellen.<br />

In Bezug auf einen spröden oder im späteren Betriebsverlauf<br />

durch Korrosion oder Alterung versprödeten bzw.<br />

durch andere Korrosionsvorgänge geschwächten Rohrwerkstoff<br />

muss das Rohr von einem Bagger gar nicht getroffen<br />

werden. Für eine Undichte mit Mediumaustritt reicht beispielsweise<br />

eine Verpressung des Bodens im Umfeld der<br />

Rohrleitung und die damit verbundene Deformation des<br />

Rohrkörpers. Gleiches gilt prinzipiell für nicht vorschriftsmäßige<br />

Verlegebedingungen bzw. Imperfektionen im Trassenbereich<br />

wie Setzungen, Punktlasten und Punktlagerungen.<br />

Asbestzementrohre und PVC-Rohre werden seit Jahrzehnten<br />

nicht mehr eingesetzt, obwohl die heute eher unauffälligen<br />

Schadensraten einen Einsatz scheinbar rechtfertigen würden<br />

[24]. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die durch Imperfektionen<br />

verursachten Schäden in der Vergangenheit überwiegend<br />

repariert sind. Bei den derzeit noch betriebenen<br />

Leitungen fehlen zwangsläufig solche, bei durchgängiger<br />

Anwendung immer wieder neu auftretende und damit schadensursächliche<br />

Imperfektionen im Trassenbereich. Werden<br />

bei spröden bzw. versprödeten Werkstoffen auch noch die<br />

Fremdeinwirkungen mit sofortiger Undichte in den Schadenstatistiken<br />

eliminiert, liegt die Schadensrate zwangsläufig<br />

bei Null. Es ergibt sich praktisch kein Handlungsbedarf,<br />

obwohl solche Werkstoffe je nach Anwendungsbereich<br />

ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellen. So sind<br />

beispielsweise laut Tabelle 8 des DVGW-Arbeitsblattes<br />

W 392-2 wie beim Graugussrohr abrupte Wasserverluste<br />

eine zu erwartende Folge eines Schadens auch im Falle der<br />

Asbestzement- und PVC-Rohre zu berücksichtigen [25].<br />

Nur durch einen Anstieg der Schäden u.a. im Bereich der<br />

Fremdeinwirkungen könnten sehr wohl Korrosionsvorgänge<br />

wie Versprödungen beim PE und PVC, eine kritische Schadenstiefe<br />

durch Spongiose im Falle von Graugussleitungen<br />

oder eine Werkstoffveränderung beim Asbestzement durch<br />

saure Böden erkannt werden.<br />

Korrosion bzw. Alterung in der<br />

Instandhaltungsplanung<br />

Die Reduktion der Instandhaltungs- bzw. Rehabilitationsplanung<br />

auf die statistische Betrachtung von Schäden<br />

ist sinnlos, wenn materialspezifische Veränderungen und<br />

damit die Korrosion oder gegebenenfalls die Werkstoffalterung<br />

unberücksichtigt bleiben. Die Frage der Instandhaltungs-<br />

oder Rehabilitationsplanung ist daher nicht nur<br />

eine Frage der statistischen Auswertung von Schadensdaten,<br />

sondern vor allem auch eine Werkstofffrage. Das<br />

Schließen dieser Lücke ist, zumindest für Eisenwerkstoffe,<br />

primäres Ziel der aktuell bearbeiteten DVGW Regelwerke<br />

04-05 | 2014 155


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

GW 18 und GW 19 [26], [27]. Das DVGW-Merkblatt GW 18<br />

beschreibt die Zustandsbewertung auf der Basis von Messdaten<br />

des kathodischen Korrosionsschutzes, während die<br />

Datenerfassung zur Erstellung eines Zustandskatasters für<br />

nicht kathodisch geschützte Leitungen Gegenstand des<br />

DVGW-Merkblattes GW 19 ist. Wie im Falle einer zustandsorientierten<br />

Instandhaltung durch den kathodischen Korrosionsschutz<br />

soll mit einem solchen Zustandskataster<br />

letztlich ein Entscheidungszeitraum für eine planmäßige<br />

Rehabilitation von Leitungsnetzen realisiert werden,<br />

ohne dass Schäden und Ausfälle das Planungsgeschehen<br />

bestimmen.<br />

Eine derartige Bewertungsgrundlage ist auch für andere<br />

Werkstoffe wie Asbestzement, PE oder PVC erforderlich,<br />

zumal zumindest im Falle der Kunststoffe inzwischen<br />

auch eine Bewertung des Versprödungsgrades im DGW<br />

Arbeitsblatt W 402 vorgesehen ist [4]. Offen ist jedoch<br />

im Regelwerk wie eine solche Bewertung erfolgen soll<br />

und welche Konsequenzen sich daraus für den Betreiber<br />

ergeben. Während der Zusammenhang von sauren Böden<br />

und der Verlust an Festigkeit bei Asbestzementrohren<br />

noch weitgehend bekannt ist, stellt sich die Frage, wer<br />

im Schadensfall den Versprödungsgrad von PE oder PVC<br />

Rohren jemals bestimmt hat. Dabei ist die Sprödigkeit von<br />

Bauteilen oder Bauteilkomponenten an der Baustelle relativ<br />

leicht nachweisbar [28].<br />

Beim Polyethylen sind im Allgemeinen Schäden aufgrund<br />

der Versprödung nicht so spektakulär wie im Falle der<br />

Grauguss-, Asbestzement- oder PVC-Leitungen [25]. Das<br />

Beispiel einer angestrebten Anwendung der PE-Rohre zur<br />

Errichtung von Gasrohrnetzen mit Betriebdrücken > 10 bar<br />

jedoch zeigt, dass nicht nur die geringere Widerstandsfähigkeit<br />

gegenüber Fremdeinwirkungen und die fehlende<br />

Überwachbarkeit, sondern auch die fehlende Datenbasis<br />

zur alterungsbedingten Änderung der Bruchmechanik<br />

ein Manko ist, zumal die Bestätigung einer auf den Festigkeitsaspekt<br />

reduzierten Betriebsfähigkeit hier kaum<br />

Hilfestellung bieten kann.<br />

Das Bruchverhalten neuwertiger Materialien ist angesichts<br />

der für Rohrleitungen angestrebten Nutzungsdauer ohne<br />

Bedeutung. Auch die immer wieder diskutierten Kurzzeituntersuchungen<br />

in Gegenwart von Netzmitteln liefern zur<br />

Zeitabhängigkeit einer Änderung der bruchmechanischen<br />

Eigenschaften keinen Beitrag; siehe Vorwort zu [29].<br />

Der Nachweis einer Eignung alternativer Werkstofflösungen,<br />

wie er beispielsweise im Sinne einer Rohrfernleitungsverordnung*<br />

erforderlich ist [12], kann mangels<br />

Daten zur zeitlichen Änderung der Bruchmechanik nur<br />

durch eine entsprechend aussagefähige Erfassung und<br />

Bewertung von Schadensstatistiken und Zustandsdaten<br />

ermöglicht werden. Die erforderlichen Daten sind aufgrund<br />

jahrzehntelanger Erfahrungszeiträume für den Anwender<br />

im Rahmen einer systematischen Zustandserfassung<br />

zugänglich. Die Anwendung von Kurzzeituntersuchungen<br />

für eine Langzeitaussage durch Extrapolation wäre ohne<br />

eine entsprechende Verifizierung in einem sicherheitstechnisch<br />

sensiblen Gashochdruckbereich aus heutiger Sicht<br />

mehr als fragwürdig. Eine solche Zustandsdatenerfassung<br />

kann nicht mit dem Hinweis auf die Weiterentwicklung<br />

der Materialien in Zweifel gezogen werden. Bei den weiterentwickelten<br />

Materialien mögen sich zeitliche Abläufe<br />

der korrosions- oder alterungsbedingten Materialveränderungen<br />

zwar verlagern, die Mechanismen bleiben jedoch<br />

erhalten.<br />

*Angesichts fehlender Regelwerke für die Verlegung und<br />

den Betrieb von PE-Rohren im Gashochdruckbereich (><br />

10 bar) wurde hier die grundlegende Anforderung zum<br />

Einsatz alternativer Werkstoffe der Technische Richtlinie für<br />

Fernleitungen TRFL herangezogen [12]. Laut TRFL müssen<br />

die Rohre bei den niedrigsten betriebsbedingten bzw.<br />

witterungsbedingten Temperaturen eine ausreichende<br />

Zähigkeit aufweisen. Diese Forderung kann bei einem<br />

zukünftigen Regelwerk für die Anwendung von Kunststoffrohren<br />

im Gashochdruckbereich in einem DVGW-<br />

Regelwerk prinzipiell nicht vernachlässigt werden.<br />

Handlungsempfehlungen<br />

Der vorliegende Fachbeitrag zeigt, dass weder das Regelwerk<br />

noch die im Anwendungsbereich übliche Kommunikation<br />

in Bezug auf die nutzungsdauerrelevanten Begrifflichkeiten<br />

von Eindeutigkeit geprägt ist. Hier wären klare<br />

Definitionen beispielsweise in Form einer Richtlinie wünschenswert.<br />

Eine solche Richtlinie würde im Falle einer Revision<br />

der bereits bestehenden Arbeitsblätter und Merkblätter<br />

rund um die Instandhaltung sehr hilfreich sein. Nur im<br />

Falle einer sauberen Differenzierung der Begrifflichkeiten<br />

bieten diese Statistiken die Grundlage für eine qualifizierte<br />

Instandhaltungsplanung. Dies gilt insbesondere dann, wenn<br />

an übergeordneter Stelle einzelne Statistiken mit einander<br />

verglichen oder zusammengeführt werden sollen.<br />

Schadenstatistiken bedürfen einer eindeutigen Zuordnung<br />

von Schadensursachen und Schadensart und erlauben<br />

keinesfalls den Ausschluss praxisrelevanter Einflüsse wie<br />

Fremdeinwirkungen. Während eine Schadenstatistik werkstoffunabhängig<br />

auf den Anwendungsbereich ausgerichtet<br />

sein sollte, sind bei der Zustandsbewertung die werkstoffspezifischen<br />

Einflussgrößen zu berücksichtigen. Dabei<br />

geht es nicht um die Überprüfung von Angaben in den<br />

Technischen Lieferbedingungen, sondern um die Erfassung<br />

praxisrelevanter mechanischer Eigenschaften bzw. Materialveränderungen.<br />

Ohne Kenntnis der Zusammenhänge<br />

von Materialveränderung und Zeit ist eine Instandhaltungsplanung<br />

undenkbar. Für Eisenwerkstoffe werden die zu<br />

erfassenden relevanten Daten in den DVGW-Regelwerken<br />

GW 18 und GW 19 derzeit zusammengestellt [26], [27].<br />

Für andere Werkstoffe ist die Erstellung einer Richtlinie<br />

zur Zustandserfassung und -bewertung gleichermaßen<br />

relevant. Die Besonderheit im Falle der Leitungen<br />

und Leitungsnetze ist der jahrzehntelange Betrieb der<br />

Anlagen, der in keinem anderen Bereich zu finden ist.<br />

Erfahrungswerte können daher weder von Prüfinstituten<br />

noch von Rohrherstellern oder Vormateriallieferanten<br />

bereitgestellt werden. Solche Daten sind zwangsläufig<br />

156 04-05 | 2014


KORROSIONSSCHUTZ FACHBERICHT<br />

vom Anwender selbst systematisch zu erfassen, wenn<br />

mit einer präventiven oder zustandsorientierten Form der<br />

Instandhaltung von Leitungen und Leitungsnetzen neue<br />

Wege beschritten werden sollen. Dies ist beispielsweise<br />

auch der Hintergrund einer Prüfung der Sprödigkeit von<br />

Bauteilen und Bauteilkomponenten aus Kunststoff wie sie<br />

das DVGW-Arbeitsblatt W 402 vorsieht. Da derzeit jedoch<br />

in den Regelwerken für nicht metallische Werkstoffe die<br />

geeigneten Verfahrensweisen zur Beurteilung derartiger<br />

Werkstoffveränderungen an der Baustelle fehlen, besteht<br />

hier ein entsprechender Handlungsbedarf.<br />

Literatur<br />

[1] Technischer Hinweis – DVGW Merkblatt G 403; Entscheidungshilfen<br />

für die Instandhaltung von Gasverteilungsnetzen, in Bearbeitung<br />

[2] Technischer Hinweis – DVGW Merkblatt W 403;<br />

Entscheidungshilfen für die Rehabilitation von<br />

Wasserverteilungsanlagen; April 2010<br />

[3] DVGW-Arbeitsblatt G 402; Netz- und Schadenstatistik –<br />

Erfassung und Auswertung von Daten zum Aufbau von<br />

Instandhaltungsstrategien für Gasverteilungsnetze; Juli 2011<br />

[4] DVGW-Arbeitsblatt W 402; Netz- und Schadenstatistik –<br />

Erfassung und Auswertung von Daten zur Instandhaltung von<br />

Wasserrohrnetzen; September 2010<br />

[5] DIN 8075; Rohre aus Polyethylen (PE) - PE 63, PE 80, PE 100, PE-HD -<br />

Allgemeine Güteanforderungen, Prüfungen; Dezember 2011<br />

[6] DIN EN 805; Wasserversorgung - Anforderungen an<br />

Wasserversorgungssysteme und deren Bauteile außerhalb von<br />

Gebäuden, März 2000<br />

[7] Wüst, J.; Wenzel, M.; Scholten, F.; Wolters, M.; Heinemann, J.;<br />

Bockenheimer, A.; Integrität von PE-Gas- und Wasserleitungen der<br />

ersten Generation; <strong>3R</strong> international 44 (2010) S. 534-540<br />

[8] Schulte, U.; Vogt, H.; Enderle, H.-F.; Druckprüfung an Rohrleitungen<br />

aus HDPE, <strong>3R</strong> international 44 (2010) S. 541-547<br />

[9] DIN EN 13306; Begriffe der Instandhaltung; September 2001<br />

[10] DVGW-Arbeitsblatt W 400-3; Technische Regeln<br />

Wasserverteilungsanlagen (TRWV); Teil 3: Betrieb und Instandhaltung<br />

September 2006<br />

[11] DIN EN ISO 8044; Korrosion von Metallen und Legierungen -<br />

Grundbegriffe und Definitionen; November 1999<br />

[12] TRFL - Technische Regeln für Rohrfernleitungsanlagen; Januar 2011<br />

[13] DIN 8075-1 Rohre aus PE hart (Polyäthylen hart) Typ 1 - Allgemeine<br />

Güteanforderungen, Prüfung; August 1976<br />

[14] DIN 8075 Rohre aus Polyethylen hoher Dichte (PE-HD) - Allgemeine<br />

Güteanforderungen, Prüfung; Mai 1987<br />

[15] DIN 8075 Rohre aus Polyethylen (PE) - PE 63, PE 80, PE 100, PE-HD -<br />

Allgemeine Güteanforderungen, Prüfungen; August 1999<br />

[16] DIN EN ISO 9080; Kunststoff-Rohrleitungs- und<br />

Schutzrohrsysteme - Bestimmung des Zeitstand-<br />

Innendruckverhaltens von thermoplastischen Rohrwerkstoffen<br />

durch Extrapolation; Oktober 2003<br />

[17] DIN EN 13480-3; Metallische industrielle Rohrleitungen - Teil 3:<br />

Konstruktion und Berechnung; November 2012<br />

[18] DIN 2413-1; Berechnung der Wanddicke von Stahlrohren gegen<br />

Innendruck, Oktober 1993<br />

[19] DVGW-Arbeitsblatt G 410; Bestands- und Ereignisdatenerfassung<br />

Gas; März 2012<br />

[20] Verfahren zur Ermittlung der Sicherheit von Rohrfernleitungen.<br />

Bericht AfR-06 des Ausschusses für Rohrfernleitungen 2012<br />

[21] Heinemann, K.-J.; Desinfektion von Kunststoff-Trinkwasserleitungen;<br />

IKZ-Haustechnik Sonderheft Trinkwasserhygiene 2011<br />

[22] Schmitt, G.; Der Korrosionsbegriff bei nichtmetallischen Werkstoffen;<br />

Materials and Corrosion 55 (2004) S. 367-372<br />

[23] Kocks, H.-J.; Die Spannungsrissbildung von Polyethylen; <strong>3R</strong><br />

international 45 (2006) 135-142<br />

[24] Walther, G.; Schroeder, T.; Drescher, D. DVGW-Schadenstatistik<br />

Wasser; ewp 2012 H. 12, S. 110-115<br />

[25] DVGW-Arbeitsblattes W 392-2; Inspektion, Wartung und<br />

Betriebsüberwachung von Wasserverteilungsanlagen – Teil 2:<br />

Fernwasserversorgungssysteme; Maßnahmen, Verfahren und<br />

Bewertungen; März 2011<br />

[26] DVGW-Merkblatt GW 18, Zustandsbewertung von kathodisch<br />

geschützten metallischen Rohrleitungen der Gas- und<br />

Wasserversorgung; in Bearbeitung<br />

[27] DVGW-Merkblatt GW 19, Zustandsbewertung von nicht<br />

kathodisch geschützten metallischen Rohrleitungen der Gas- und<br />

Wasserversorgung; in Bearbeitung<br />

[28] Kocks, H.-J.; „Prüfung und Bewertung der Sprödigkeit von Bauteilen<br />

und Bauteilkomponenten aus Kunststoff“; <strong>3R</strong> international 51 (2012)<br />

714-717<br />

[29] DIN 30670; Polyethylen-Umhüllungen von Rohren und Formstücken<br />

aus Stahl - Anforderungen und Prüfungen; April 2012<br />

AUTOREN<br />

HANS GAUGLER<br />

SWM Stadtwerke München, München<br />

Tel. +49 89 2361-3600<br />

E-Mail: gaugler.hans@swm.de<br />

Dipl.-Phys. RAINER DEISS<br />

EnBW Regional AG, Stuttgart<br />

Tel. +49 711 289-47414,<br />

E-Mail: r.deiss@enbw.com<br />

DR. HANS-JÜRGEN KOCKS<br />

Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH,<br />

Siegen<br />

Tel. +49 271 691-170<br />

E-Mail: hans-jürgen.kocks@smlp.eu<br />

04-05 | 2014 157


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

Streustrombeeinflussung von<br />

Stahlrohrleitungen durch Gleichstrom-<br />

Nahverkehrsbahnen<br />

Fahrschienen von Gleichstrombahnen sind gemäß DIN EN 50122-2 gegenüber Erde zu isolieren, so dass der austretende<br />

Streustrom im zeitlichen Mittel 2,5 mA/m je Gleis nicht überschreitet. Hierdurch wird sichergestellt, dass an den Schienen<br />

und deren Befestigungen während der üblichen Nutzungsdauer keine Korrosionsschäden auftreten. Diese Vorgehensweise<br />

berücksichtigt jedoch nicht die mögliche Streustromkorrosion an im Erdboden verlegten Metallinstallationen. Im<br />

vorliegenden Fachbeitrag wird auf die Streustrombeeinflussung bahnfremder Installationen eingegangen und der<br />

zulässige Mindestabstand berechnet.<br />

Einleitung<br />

Durch den Fahrbetrieb von Gleichstrombahnen entstehen<br />

Schienenpotentialänderungen, die in Abhängigkeit vom<br />

Ableitungsbelag Gleis/Erde einen entsprechend hohen Stromübertritt<br />

in den Erdboden (Streustrom) zur Folge haben. In<br />

Bereichen, in denen das Schienenpotential sich in positiver<br />

Richtung ändert, erfolgt der Streustromaustritt aus den Gleisen.<br />

In Bereichen, in denen sich das Schienenpotential in<br />

negativer Richtung ändert, tritt der Streustrom wieder in die<br />

Gleise ein. Ist der Minuspol der Fahrstromversorgung an die<br />

Fahrschienen angeschlossen, erfolgt der Streustromeintritt in<br />

die Gleise verstärkt im Bereich der Unterwerke, siehe Bild 1.<br />

Auf seinem Weg durch den Erdboden kann ein Teil des<br />

Streustroms in Rohrleitungen, Kabelschirme, Erdungsanlagen<br />

oder Stahlbetonbauwerke übertreten. An den Stellen,<br />

an denen der Streustrom aus diesen Installationen wieder<br />

austritt, bewirkt er einen Materialabtrag von 9,13 kg/(A.a)<br />

bei Stahl, 10,4 kg/(A.a) bei Kupfer, 10,7 kg(A.a) bei Zink und<br />

34 kg/(A.a) bei Blei.<br />

Zur Verringerung von Streuströmen und deren nachteilige<br />

Wirkung wird in DIN EN 50122-2 [1] gefordert, den aus<br />

den Fahrschienen von Gleichstrombahnen austretenden<br />

Streustrom im zeitlichen Mittel auf 2,5 mA/m je Gleis zu<br />

begrenzen. Um dieses sicherzustellen, müssen die Fahrschienen<br />

gegenüber Erde elektrisch isolierend eingebaut werden.<br />

Bei der Planung neuer Strecken wird daher empfohlen, die<br />

mittlere Schienenpotentialänderung in positiver Richtung<br />

z. B. durch Simulationsrechnung zu bestimmen und aus<br />

dem berechneten Wert sowie dem o. g. auf die Länge<br />

bezogenen Streustromaustritt den zulässigen Ableitungsbelag<br />

Gleis/Erde zu berechnen. Bei bestehenden Strecken,<br />

deren Gleise erneuert werden sollen, kann die positive<br />

Schienenpotentialänderung vorab messtechnisch ermittelt<br />

und anschließend der auf Dauer zulässige Ableitungsbelag<br />

berechnet werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass<br />

innerhalb einer Nutzungsdauer von > 25 Jahren keine Korrosionsschäden<br />

an den Gleisen einschließlich der Schienenbefestigungen<br />

auftreten.<br />

Streustrombeeinflussung von<br />

Installationen aus Metall<br />

Wird als Beispiel eine Rohrleitung mit einer isolierenden<br />

Außenumhüllung betrachtet, die die Gleise mit einer Erdüberdeckung<br />

von 1 m (Mindestabstand gemäß DIN EN 50122-2)<br />

unterquert, so können Streuströme nur dann in die Rohrleitung<br />

übertreten, wenn die Rohrleitung im Einflussbereich<br />

der Gleise eine Fehlstelle in der Außenumhüllung aufweist.<br />

Befindet sich die Fehlstelle außerhalb des Einflussbereichs<br />

der Gleise, kann eine unzulässige Beeinflussung nicht mehr<br />

auftreten. Bild 2 zeigt den Verlauf des Schienen-Potentialgradienten<br />

(Schienenspannungstrichter) in Querrichtung zu den<br />

Gleisen. Hierbei wurde eine zweigleisige Strecke betrachtet,<br />

Werkstoff der Anlage<br />

Spezifischer Widerstand des<br />

Elektrolyten<br />

ρ [Ωm]<br />

Maximale positve Potentialverschiebung<br />

∆U [mV]<br />

(mit IR-Anteil)<br />

Stahl, Gusseisen > 200 300 20<br />

Stahl, Gusseisen 15 bis 200 1,5 x ρ* 20<br />

Stahl, Gusseisen < 15 20 20<br />

Blei 1 x ρ*<br />

Stahl in Beton 200<br />

* ρ in Ωm<br />

Tabelle 1: Zulässige Potentialverschiebung in positiver Richtung, Quelle: DIN EN 50162<br />

Maximale positve Potentialverschiebung<br />

∆U [mV]<br />

(ohne IR-Anteil)<br />

158 04-05 | 2014


KORROSIONSSCHUTZ FACHBERICHT<br />

deren auf die Länge bezogener Gesamtstreustromaustritt<br />

5 mA/m beträgt. Weiterhin wurde angenommen, dass der<br />

Streustrom gleichmäßig aus den vier Fahrschienen austritt<br />

und der spezifische Bodenwiderstand 100 Ωm beträgt. Als<br />

Bezugserde wurde aufgrund praktischer Erfahrungen ein<br />

Punkt in 100 m Entfernung angenommen. Der im Bild 2<br />

dargestellte Verlauf ergibt sich aus der Überlagerung der<br />

Potentialgradienten der vier Fahrschienen.<br />

DIN EN 50162 [2] beschreibt Schutzmaßnahmen gegen<br />

Streustromkorrosion und gibt für nicht kathodisch<br />

geschützte Installationen zulässige Werte für die Potentialverschiebung<br />

in positiver Richtung an, siehe Tabelle 1.<br />

Während bei Stahlbeton eine Beeinflussung von maximal<br />

+200 mV zulässig ist, hängt sie bei Stahlinstallationen<br />

vom spezifischen Bodenwiderstand ab. Für spezifische<br />

Bodenwiderstände von 15 Ωm < ρ ≤ 200 Ωm errechnet<br />

sich die zulässige Potentialverschiebung nach folgender<br />

Größengleichung:<br />

U<br />

<br />

1,5<br />

mV m<br />

<br />

mit<br />

ΔU<br />

ρ<br />

zulässige Potentialverschiebung in positiver<br />

Richtung,<br />

spezifischer Bodenwiderstand.<br />

Bezogen auf einen spezifischen Bodenwiderstand<br />

von 100 Ωm errechnet sich die zulässige Potentialverschiebung<br />

zu 150 mV. In Bild 3 ist dieser für Stahlinstallationen<br />

zulässige Grenzwert zusammen mit dem<br />

Verlauf des Potentialgradienten wiedergegeben. Der<br />

Schnittpunkt beider Graphen ergibt sich bei 37,5 m.<br />

Das heißt, dass Stahlinstallationen wie Rohrleitungen<br />

in einem Abstand beiderseits der Bahntrasse von bis<br />

zu 37,5 m durch Streuströme unzulässig beeinflusst<br />

werden können, wenn in der Außenumhüllung der<br />

Rohrleitung eine Fehlstelle vorliegt, obwohl die Gleise<br />

gemäß DIN EN 50122-2 ordnungsgemäß verlegt<br />

worden sind.<br />

An dieser Stelle ist anzumerken, dass der zulässige auf die<br />

Länge bezogene Streustromaustritt von 2,5 mA/m je Gleis<br />

auch nur gewährleisten soll, dass an den Fahrschienen und<br />

den Schienenbefestigungen kein Nutzungsausfall infolge<br />

von Streustromkorrosion innerhalb einer Nutzungsdauer<br />

von 25 bis 30 Jahren auftritt. Ebenso verhindert der<br />

genannte Mindestabstand von 1 m direkte ungewollte<br />

Verbindungen zwischen den Fahrschienen und anderen<br />

Stahlinstallationen und ermöglicht dem Rohrleitungsbetreiber<br />

mit vertretbaren Mitteln Korrosionsschutzmaßnahmen<br />

zu treffen.<br />

Bei der Planung neuer Stadt- bzw. Straßenbahntrassen<br />

und bei geplanten Umbaumaßnahmen ist die mögliche<br />

Beeinflussung von Rohrleitungen und anderen Stahlinstallationen<br />

ein wesentliches Thema. Von besonderem<br />

Interesse ist die Frage nach dem Zusammenhang zwischen<br />

Streustromaustritt und Mindestabstand zwischen<br />

Fahrschienen und Rohrleitung.<br />

Bild 1: Korrosion durch Streuströme<br />

U 1-2 in mV<br />

U 1-2 in mV<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

I ' = 2,5 mA/m je Gleis<br />

ρ = 100 Ωm<br />

0<br />

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100<br />

a in m<br />

Schienen-Potentialgradient<br />

Bild 2: Potentialgradient einer zweigleisigen Strecke<br />

I ' = 2,5 mA/m je Gleis<br />

ρ = 100 Ωm<br />

0<br />

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100<br />

a in m<br />

Schienen-Potentialgradient zulässige Beeinflussung nach EN 50162<br />

Bild 3: Potentialgradient und zulässige Potentialverschiebung gemäß<br />

DIN EN 50162<br />

04-05 | 2014 159


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

Auf die Länge bezogener Streustromaustritt und<br />

Mindestabstand<br />

Die in den Bildern 2 und 3 dargestellten Verläufe der<br />

Potentialgradienten wurden durch Überlagerung der<br />

Potentialgradienten von vier einzelnen Fahrschienen ermittelt.<br />

Hierbei beschreibt der Abstand a den Abstand zwischen<br />

Rohrleitung und der nächstgelegenen Fahrschiene.<br />

Um den Zusammenhang zwischen Streustromaustritt und<br />

dem Mindestabstand in einfacher Weise beantworten<br />

zu können, wird die zweigleisige Strecke zunächst durch<br />

einen Ersatzleiter nachgebildet. Der Potentialgradient<br />

dieser Ersatztrasse errechnet sich mit folgender Größengleichung<br />

zu:<br />

I<br />

U<br />

<br />

ρ<br />

s a s <br />

<br />

<br />

ln100<br />

0,5 ln<br />

0,5 <br />

<br />

[m] [m]<br />

[m] <br />

' ges<br />

mit<br />

I‘ges auf die Länge bezogener gesamter<br />

Streustromübertritt,<br />

s Spurweite (eingleisige Strecke) bzw. Gleismittenabstand<br />

(zweigleisige Strecken),<br />

a Abstand Rohrleitung – außenliegende Fahrschiene.<br />

Bild 4 zeigt den Verlauf des Potentialgradienten der Ersatztrasse<br />

(rot) im Vergleich zum Potentialgradienten von vier Fahrschienen<br />

(blau). Im Anfangsbereich beträgt die Abweichung<br />

maximal 2,5 %, wobei die Ersatztrasse höhere Werte ergibt.<br />

Setzt man die zulässige Potentialverschiebung nach<br />

DIN EN 50162 gleich dem Potentialgradienten der Ersatztrasse,<br />

erhält man für Böden mit 15 Ωm < ρ ≤ 200 Ωm<br />

folgende Größengleichung:<br />

und im Weiteren entweder den maximal zulässigen längenbezogenen<br />

Streustromübertritt:<br />

' ges<br />

I<br />

1,5 <br />

<br />

[mA/m] s a s <br />

ln100<br />

0,5 ln<br />

0,5 <br />

[m] [m]<br />

[m] <br />

oder den zulässigen Mindestabstand Rohrleitung – außenliegende<br />

Fahrschiene:<br />

a s <br />

100<br />

0,5 e<br />

[m] [m] <br />

1,5 <br />

<br />

<br />

[mA/m ] <br />

I '<br />

ges <br />

s<br />

0,5 <br />

[m] .<br />

Wird als Beispiel eine zweigleisige Strecke mit einem Gleismittenabstand<br />

von 3,5 m betrachtet und der auf die Länge bezogene<br />

Gesamtstreustrom zu 5 mA/m angenommen, ergibt<br />

sich der Mindestabstand zwischen Rohrleitung und außen<br />

liegender Fahrschiene zu 37,9 m. Dieser Wert stimmt mit dem<br />

aus Bild 2 ermittelten Abstand sehr gut überein. Wesentlich<br />

interessanter ist jedoch der zulässige Streustromaustritt,<br />

wenn der Abstand zwischen Rohrleitung und außenliegender<br />

Fahrschiene lediglich dem in EN 50122-2 genannten Mindestabstand<br />

von 1 m entspricht. In diesem Fall ergibt Gleichung<br />

(4) einen Gesamtstreustromübertritt von 1,3 mA/m bzw. von<br />

0,625 mA/m je Gleis. Bild 5 zeigt den zugehörigen Verlauf<br />

des Potentialgradienten.<br />

4. Streustromgerechte Oberbauformen<br />

Der zulässige auf die Länge bezogene Streustromaustritt<br />

beträgt gemäß DIN EN 50122-2 I‘ = 2,5 mA/m je<br />

Gleis. Der zulässige Ableitungsbelag Gleis/Erde ergibt sich<br />

aus der mittleren Schienenpotentialänderung in positiver<br />

Richtung und dem genannten Streustromaustritt zu:<br />

I'<br />

G'<br />

<br />

U<br />

RE<br />

mit<br />

G‘ Ableitungsbelag Gleis/Erde,<br />

I‘ längenbezogener Streustromaustritt,<br />

URE zeitlicher Mittelwert der positiven Schienenpotentialänderungen<br />

über 24 h Dauer oder deren Vielfaches.<br />

600<br />

600<br />

500<br />

500<br />

400<br />

400<br />

U 1-2 in mV<br />

300<br />

U 1-2 in mV<br />

300<br />

200<br />

200<br />

100<br />

100<br />

I ' = 2,5 mA/m je Gleis<br />

ρ = 100 Ωm<br />

0<br />

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100<br />

a in m<br />

4 Fahrschienen (Ersatz-) Trasse<br />

Bild 4: Vergleich von Potentialgradienten<br />

I ' = 0,625 mA/m je Gleis<br />

ρ = 100 Ωm<br />

0<br />

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100<br />

a in m<br />

Schienen-Potentialgradient zulässige Beeinflussung nach EN 50162<br />

Bild 5: Potentialgradient sehr gut isolierter Fahrschienen<br />

160 04-05 | 2014


KORROSIONSSCHUTZ FACHBERICHT<br />

Beschreibung<br />

Straßenbündiger Oberbau<br />

Ableitungsbelag G‘ in S/km je Gleis<br />

von<br />

bis<br />

ungebundene Tragschicht (Mineralgemisch), Zwischenraum mit Pflastersteinen ausgefacht 0,3 6,5<br />

Betontragplatte/ -balken, ungewollte Verbindungen zwischen Fahrschienen und Bewehrung 3,0 12,0<br />

Betontragplatte/ -balken, isolierender Schienenunterguss und isolierende Befestigungselemente,<br />

Zwischenraum mit Magerbeton aufgefüllt oder Verwendung von Betonkammersteinen,<br />

Deckenschluss aus Gussasphalt 1,9 5,0<br />

Betontragplatte/ -balken, isolierender Schienenunterguss und isolierende Befestigungselemente,<br />

isolierende Kammer(füll)profile, isolierende Spurstangenummantelungen 0,3 2,0<br />

Betontragplatte, isolierender Schienenunterguss und isolierende Befestigungselemente,<br />

Zwischenraum asphaltiert 1,0 1,5<br />

Bituminöse Tragschicht bis 1 m seitlich neben außenliegender Schiene, isolierender Schienenunterguss,<br />

Zwischenraum mit Magerbeton aufgefüllt, Deckenschluss aus Gussasphalt 0,3 2,1<br />

Bituminöse Tragschicht, Betonkammersteine, Zwischenraum asphaltiert 0,3 1,2<br />

Schotterbett, Betonschwelle, Zwischenraum mit bituminöser Tragschicht aufgefüllt 0,6 1,6<br />

Rasengleise<br />

Schotterbett, Betonschwelle, Geotextil, Begrünung bis Schienenoberkante 0,7 5,0<br />

Schotterbett, Betonschwelle, Kammerfüllprofile, Geotextil, Begrünung bis Schienenoberkante 0,3 1,5<br />

Betonlängsbalken, isolierende Befestigungselemente, Begrünung bis Schienenoberkante 1,0 5,0<br />

Betonlängsbalken, isolierende Befestigungselemente, Kammer(füll)profile, Schienenfußmantel<br />

und Spurstangenumhülllung, Begrünung bis Schienenoberkante 0,02 0,8<br />

Betontragplatte mit eingelassenen Kanälen, Fahrschienen mit isolierender Umgussmasse<br />

bis Schienenoberkante eingegossen, Begrünung bis Oberkante Beton bzw. Fahrschienen 0,002 0,02<br />

Tabelle 2: Ableitungsbeläge Gleis/Erde, Quelle: Bette, TAW<br />

Wird die Streustrombeeinflussung von fremden Installationen<br />

aus Stahl wie Rohrleitungen betrachtet, sind die mittleren<br />

Schienenpotentialänderungen in negativer Richtung<br />

maßgebend.<br />

In Bezug auf die Planung neuer Strecken wird empfohlen,<br />

zunächst die mittleren Schienenpotentiale in positiver und in<br />

negativer Richtung durch Simulationsrechnung zu ermitteln.<br />

In Abhängigkeit von dem Abstand zwischen Rohrleitungen<br />

und der äußeren Fahrschiene wird der zulässige auf die Länge<br />

bezogene Streustromübertritt berechnet und anschließend der<br />

maximal zulässige Ableitungsbelag bestimmt.<br />

Bei bestehenden Strecken, die erneuert werden sollen, können<br />

die auftretenden Schienenpotentialänderungen messtechnisch<br />

ermittelt und der zulässige Streustromübertritt sowie der zugehörige<br />

Ableitungsbelag berechnet werden.<br />

Diese Vorgehensweise erfordert unter Umständen einen<br />

kleineren Ableitungsbelag Gleis/Erde als bisher üblich, führt<br />

aber deutlich zu einer Verringerung der Streustrombeeinflussung<br />

von anderen Installationen. In DIN EN 50122-2 wird<br />

z. B. bei Stadt- und Straßenbahnen mit einer Gleisverlegung<br />

im geschlossenen Oberbau angenommen, dass die mittlere<br />

Schienenpotentialänderung ≤ 1 V ist, so dass sich der zulässige<br />

Ableitungsbelag zu 2,5 S/km errechnet. Die unter 3.<br />

vorgenommenen Berechnungen ergaben einen zulässigen<br />

Streustromübertritt von 0,625 mA/m, was bei einer Schienenpotentialänderung<br />

von 1 V einem Ableitungsbelag von<br />

0,625 S/km je Gleis entspricht. Hieraus folgt auch, dass bei<br />

Gleisen im offenen Oberbau bei gleicher Schienenpotentialänderung<br />

und einem Ableitungsbelag von 0,5 S/km der in [1]<br />

geforderte Mindestabstand von 1 m ausreichend ist.<br />

In Tabelle 2 sind Ableitungsbeläge Gleis/Erde angegeben,<br />

die in den letzten Jahren in verschiedenen Städten messtechnisch<br />

ermittelt wurden. Aus dieser Tabelle ist zu ersehen,<br />

dass mit mehreren Oberbauformen Ableitungsbeläge von<br />

0,3 S/km erzielt werden. Teilweise sind die Ableitungsbeläge<br />

aber auch deutlich höher. Ursache hierfür sind Fehler bei der<br />

Bauausführung. In den Bildern 6 bis 9 sind einige typische<br />

Fehler dargestellt. Bild 6 zeigt als Beispiel ein Rasengleis, dass<br />

mit Kammerfüllprofilen gegenüber Erde isoliert wurde; die<br />

Anschlusskästen<br />

wurden<br />

nicht isoliert.<br />

In Bild 7 wurden<br />

die Kammerfüllprofile<br />

so eingebaut,<br />

das Feuchtigkeit<br />

in die<br />

Fugen eindringen<br />

kann.<br />

Bild 8 zeigt<br />

ein Gleis, das<br />

mit Kammerprofilen<br />

und<br />

Spurstange-<br />

nummante- Bild 6: Rasengleis, Schienenanschlusskästen nicht isoliert<br />

04-05 | 2014 161


FACHBERICHT KORROSIONSSCHUTZ<br />

lungen isoliert wurde; die Spurstangenummantelung wurde<br />

bereits beim Einbau beschädigt. In Bild 9 hat die Fahrschiene<br />

eine direkte Verbindung zu der Übergangskonstruktion einer<br />

Brücke.<br />

Bilder: Bette, TAW<br />

Bild 7: Rasengleis, in die Fugen dringt Feuchtigkeit ein<br />

Bild 8: Isoliertes Gleis mit beschädigter Spurstangenummantelung<br />

Fazit<br />

Der in DIN EN 50122-2 geforderte auf die Länge bezogene<br />

Streustromaustritt von 2,5 mA/m stellt sicher, dass an den<br />

Fahrschienen und den Befestigungselementen innerhalb einer<br />

Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren keine Ausfälle durch<br />

Streustromkorrosion auftritt. Jedoch können an anderen Installationen<br />

aus Stahl, deren Abstand zu den äußeren Fahrschienen<br />

kleiner ist als ca. 40 m, noch unzulässige Streustrombeeinflussungen<br />

auftreten. Um unzulässige Beeinflussungen an<br />

Stahlinstallationen, deren Mindestabstand zu den Fahrschienen<br />

nur 1 m beträgt, zu vermeiden, müssten in Böden mit spezifischen<br />

Widerständen zwischen 15 Ωm und 200 Ωm die<br />

Fahrschienen gegenüber Erde so isoliert werden, dass der auf<br />

die Länge bezogene Streustromübertritt nicht größer ist als<br />

0,625 mA/m je Gleis. Dieses ist mit den heute zur Verfügung<br />

stehenden Materialien zur Isolierung der Fahrschienen ohne<br />

weiteres möglich.<br />

In der Praxis hängt der tatsächliche Streustromaustritt sehr<br />

stark von der Qualität der Bauausführung ab. Daher ist es<br />

notwendig, bereits in der Ausschreibung entsprechend den<br />

Planungsberechnungen kleinere Ableitungsbeläge zu fordern<br />

und die Einhaltung messtechnisch zu überwachen.<br />

Bei einer Gleisverlegung im offenen Oberbau sind die Ableitungsbeläge<br />

und damit die längenbezogenen Streustromaustritte<br />

in der Regel so niedrig, dass an benachbarten Installationen<br />

mit einem Mindestabstand von 1 m keine unzulässigen<br />

Beeinflussungen mehr auftreten.<br />

Literatur<br />

[1] DIN EN 50122-2 (VDE 0115-4) (2011): Bahnanwendungen –<br />

Ortsfeste Anlagen – Elektrische Sicherheit, Erdung und Rückleitung<br />

– Teil 2: Schutzmaßnahmen gegen Streustromwirkungen durch<br />

Gleichstrombahnen<br />

[2] DIN EN 50162 (VDE 0150) (2005): Schutz gegen Korrosion durch<br />

Streuströme aus Gleichstromanlagen<br />

AUTOREN<br />

Dipl.-Ing. ULRICH BETTE<br />

Technische Akademie Wuppertal<br />

Tel. +49 202 7495-637<br />

E-Mail: ulrich.bette@taw.de<br />

Bild 9: Fahrschiene hat Kontakt zur Übergangskonstruktion<br />

Dr. MANFRED MENGE<br />

Siemens AG Mobility and Logistics Division<br />

IC MOL MTS IE, Berlin<br />

Tel. +49 30 386-52740<br />

E-Mail: manfred.menge@siemens.com<br />

162 04-05 | 2014


BUCHBESPRECHUNG SERVICES<br />

Siedlungswasserwirtschaft<br />

Berechnungsbeispiele und Bemessung<br />

INFOS:<br />

Autoren: Hubertus Milke, Tilo Sahlbach, Werner Verlag, Neuwied, 2014, ca. 250 Seiten, kartoniert,<br />

Preis: ca. € 35,00, ISBN:978-3-8041-4332-6<br />

Obwohl heute auf dem Gebiet der Siedlungswasserwirtschaft,<br />

insbesondere bei der Abwasserbehandlung<br />

und -ableitung Probleme mit Simulations- und<br />

Bemessungsprogrammen gelöst werden, ist zum<br />

Grundverständnis die Lösung von einfachen Aufgaben<br />

"per Hand" notwendig. Dieses Buch enthält<br />

ca. 60 Beispiele von herkömmlichen und neuen<br />

Bemessungsaufgaben, wie die Dimensionierung<br />

von Wasserversorgungsnetzen und Abwasser-Freispiegelkanälen,<br />

die Wasserbedarfsermittlung, die<br />

Bemessung von Regenüberlaufbecken, Regenrückhaltebecken,<br />

Versickerungs- und Kläranlagen. Alle<br />

Bemessungsaufgaben sind mit Skizzen veranschaulicht,<br />

vollständig durchgerechnet und mit Hinweisen<br />

zum Lösungsweg versehen. Für die Bemessung<br />

wichtige Tabellen und Diagramme vervollständigen<br />

diese Beispielsammlung. Dem Praktiker im Planungsbüro<br />

gibt dieses Buch die Möglichkeit, sich die<br />

vielen neuen Normen leicht und sicher anzueignen<br />

und auf eigene Aufgabenstellungen zu übertragen.<br />

Taschenbuch der Wasserversorgung<br />

Das Standardwerk in neuer vollständig überarbeiteter Auflage<br />

INFOS:<br />

Autoren: J. Rautenberg, P. Fritsch, W. Hoch, G. Merkl, F. Otillinger, M. Weiß, B. Wricke, Springer Vieweg<br />

Verlag, Wiesbaden, 2014, 978 Seiten, 365 Abb., Hardcover, Preis: € 99,99, ISBN: 978-3-8348-2560-5<br />

Neu gegliedert und inhaltlich an die aktuellen Anforderungen<br />

an Planung, Betrieb, Instandhaltung und<br />

Management angepasst, liegt das Taschenbuch der<br />

Wasserversorgung nun in der 16. Auflage vor. Es erläutert<br />

den derzeitigen Stand der Technik, zeigt die<br />

wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte bei Planung,<br />

Ausführung und Instandhaltung von Wasserversorgungsanlagen<br />

und nennt das aktuelle technische<br />

Regelwerk (DVGW-Arbeitsblätter, DIN-Normen, Eurocodes)<br />

sowie die einschlägigen Gesetze, Verordnungen<br />

und Richtlinien. In dieser Breite ist es ein<br />

einzigartiges Nachschlagewerk für alle, die sich mit<br />

den Aufgaben der Wasserversorgung beschäftigen.<br />

Es ist ein seit mehr als 50 Jahren anerkanntes<br />

Fachbuch, das alle Bereiche der Wasserversorgung<br />

umfasst.<br />

Erfolg hat, wer Regeln bricht<br />

Wie Leidenschaft zu Spitzenleistungen führt<br />

INFOS:<br />

Autor: Mike Fischer, Linde Verlag, Wien, 2014, 208 Seiten, Hardcover, Preis: € 19,90,<br />

ISBN: 978-3-7093-0550-8<br />

Was haben ein Pizza-Lieferdienst, eine Fahrschule und<br />

ein Bauunternehmen gemeinsam? Der gemeinsame<br />

Nenner heißt Mike Fischer. Der Unternehmer, Gastronom<br />

und Bildungsträger beschreibt in seinem Buch,<br />

wie er einen Führungsstil entwickelt hat, der Mitarbeiter<br />

zur Ideenfindung und unternehmerischem Handeln<br />

anregt. Fischer stellt in 22 kurzen Kapiteln seine<br />

Vision von einem unkonventionellen Führungsstil vor,<br />

indem er seinen eigenen Weg als Unternehmer beschreibt.<br />

Er weiß aber nicht nur, wie man gute Pizzen<br />

bäckt, sondern auch, welche Faktoren dafür nötig<br />

sind, um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein. Die<br />

Abschnitte im Buch sind gut strukturiert und warten<br />

mit einer Vielzahl von Videos bzw. Weblinks auf, die<br />

direkt als QR-Codes abgebildet sind. Wer seine Arbeit<br />

als Unternehmer und Führungskraft mit Leidenschaft<br />

sinnvoll für das Unternehmen einsetzen möchte, findet<br />

hier mögliche Impulse.<br />

04-05 | 2014 163


SERVICES BUCHBESPRECHUNG<br />

Wie man die Effizienz von Sandfängen steigern kann<br />

Ein Leitfaden für Betreiber und Planer<br />

INFOS:<br />

Autor: Bertram Botsch, Vulkan Verlag, Essen, 2013, 116 Seiten, Broschur, Preis: € 34,00<br />

ISBN: 978-3-8027-2565-4<br />

Konventionelle Sandfänge weisen fünf hydraulische und zwei verfahrenstechnische Schwachstellen<br />

auf, zusammen mit Sandwäschern zwei weitere. Diese können verhältnismäßig einfach berücksichtigt<br />

und beseitigt werden. Dadurch kann die Sandabscheidung wesentlich erhöht und gleichzeitig der<br />

Energie-Aufwand verringert werden. In kurzer und verständlicher Form beschreibt der Autor die<br />

relevanten Parameter und zeigt praktikable Lösungsmöglichkeiten auf.<br />

Im Allgemeinen wird der Sandfang<br />

in Kläranlagen als black-box<br />

betrachtet. Dabei wird meist vernachlässigt,<br />

dass die hydraulischen Verhältnisse im Sandfang sowohl<br />

für die Sandabscheidung als auch für den Energie-Aufwand<br />

maßgebend sind. Die fünf Schwachstellen der Hydraulik müssen<br />

mit getrennten Maßnahmen möglichst gleichzeitig beseitigt<br />

werden, weil sie sich auch gegenseitig beeinflussen. Mit der Beseitigung<br />

der Schwachstellen wird der Sandfang hydraulisch optimiert<br />

- diesen optimierten Sandfang bezeichnet der Autor als<br />

„Hydrosandfang“.<br />

Die chaotischen Teilströmungen in konventionellen Sandfängen<br />

bestehen aus verschiedenartigen Teilströmungen, die in unterschiedlicher,<br />

zum Teil mächtiger Stärke das Sandfanggeschehen<br />

beherrschen und damit auch die Sandabscheidung und den Energie-Aufwand.<br />

Das Vorhandensein der Teilströmungen konnte mittels<br />

der numerischen Strömungssimulation in vielen Einzelfällen<br />

nachgewiesen werden. Die im Buch vorgestellten Maßnahmen<br />

bewirken, dass aus den chaotischen Strömungsverhältnissen eine<br />

nahezu gleichmäßige rotierende Pfropfenströmung mit eindeutigen<br />

Eigenschaften wird. Das benutzte Programm CHAMPION 3D<br />

wurde bezüglich der hydraulischen Komponenten großtechnisch<br />

verifiziert (Sandfang 3,4 m x 4,2 m x 42 m). Die rechnerischen<br />

Ergebnisse der Sandabscheidung wurden ebenfalls großtechnisch<br />

überprüft (Versuchskanal 1,5 m x 2 m x 22 m; Sandgemisch<br />

0,2 mm bis 0,6 mm) und bestätigt, so dass die Folgerungen aus<br />

den Berechnungen als nachvollziehbar gelten können. Bisher unbekannte<br />

physikalische Sachverhalte konnten damit beschrieben<br />

und für einen verbesserten Sandfangbetrieb und für eine neue Bemessung<br />

zugänglich gemacht werden.<br />

Maßnahmen zur Wirkungsgradsteigerung<br />

Die im Sandfang-Leitfaden behandelten Einzelmaßnahmen<br />

sind hier stichwortartig dargestellt. Sie sind in der dort aufgeführten<br />

Literatur ausführlich begründet:<br />

»»<br />

Die Einlaufströmung in den Sandfang muss vollständig<br />

in die Richtung der Walzenströmung umgelenkt werden.<br />

Dies ist meist mit zwei oder drei Umlenkblechen oder<br />

-wänden möglich. Dabei muss umgesetzt werden, dass<br />

der Einlaufstrahl vollständig umgelenkt wird und keine<br />

Strömungskomponente in Längsrichtung des Sandfangs<br />

verbleibt. In einem bestehenden Sandfang kann zwar<br />

der Einlauf in beliebiger Höhe und in beliebiger Achsrichtung<br />

vorhanden sein, aber die gewünschte Umlenkung<br />

kann immer erreicht werden. Die Energie der Einlaufströmung<br />

erzeugt die gewünschte Walzenströmung ohne<br />

weitere Unterstützung durch eine Belüftung. Die Zulaufgeschwindigkeit<br />

von etwa 1 m/s wird im Sandfang auf<br />

etwa 0,05 m/s verlangsamt. Der übliche rechnerische Ansatz<br />

von etwa 0,3 m/s bei gleichmäßiger Durchströmung<br />

der üblichen Sandfangquerschnitte wird damit weit unterschritten.<br />

Es hat sich bei der Verwirklichung der Bauart<br />

„Hydrosandfang“ erwiesen, dass sich der Sand etwa bei<br />

der zweiten und dritten Walzendrehung massiv absetzt.<br />

Die restliche Sandfanglänge dient der Restabscheidung<br />

von Sand und gegebenenfalls der erhöhten Fettabscheidung.<br />

Deshalb kann der normale Räumbetrieb auf den<br />

Anfang des Sandfangs (etwa auf 1/2 oder 1/3 der Sandfanglänge)<br />

beschränkt werden und auf die restliche Länge<br />

im selteneren Betrieb.<br />

»»<br />

Die Verbindungsöffnung zwischen Sandfangteil und Fettfangkammer<br />

ist durch Lamellen unterschiedlicher Art<br />

teilweise verschlossen, aber hydraulisch verbunden. Der<br />

Fettfangteil als solcher ist aber auf seiner ganzen Länge<br />

für jede Art von Strömungen offen. Da die Walzenströmung<br />

im Sandfangteil für die Durchflussströmung einen<br />

hydraulischen Widerstand darstellt, weicht ein Teil des<br />

Durchflusses als Bypass-Strömung in das Fettfangteil aus.<br />

Die Bypass-Strömung kann unterschiedliche Richtungen,<br />

Mächtigkeit und weitere Teilströmungen umfassen, jedenfalls<br />

von chaotischer Natur sein (Bild 1). Zur Verhinderung<br />

der Bypass-Strömung können Querwände eingebaut<br />

werden, die den Fettfangquerschnitt abschotten. Dadurch<br />

wird sich keine durchgehende Bypass-Strömung mehr einstellen<br />

können, unabhängig davon, auf welche Weise die<br />

Beaufschlagung des Fettfangteils im Einzelnen erfolgt.<br />

»»<br />

Die Strömungswalze kann durch die Einlaufströmung erzeugt<br />

werden. Folglich kann die Belüftung des Sandfangs<br />

entfallen, falls sie nicht anderen als hydraulischen Zwe-<br />

164 04-05 | 2014


BUCHBESPRECHUNG SERVICES<br />

Teilströmungen im Sand- und Fettfang<br />

Einlaufbereich<br />

Teilströmungen<br />

SF<br />

SF<br />

FF<br />

Durchfluss<br />

Walze<br />

Auslaufbereich<br />

Austausch<br />

By-Pass<br />

Rückströmung<br />

Kurzschluss-<br />

Strömung<br />

Bild 1: Teilströmungen in Sand- und Fettfängen<br />

Bild 2: Beispiel eines kombinierten belüfteten Sand- und Fettfangs<br />

cken dient. Damit entfallen auch die Kosten für den Belüftungsbetrieb<br />

und die Wartung, gegebenenfalls auch eine<br />

Luftwäsche, falls der Sandfang abgedeckt und eine Luftwäsche<br />

vorhanden ist. Wenn die Belüftung beibehalten<br />

wird, sollte sie nur im ersten Drittel oder im ersten Viertel<br />

des Sandfangs vorgesehen werden, wobei dann auch eine<br />

große Luftleistung gerechtfertigt ist. Für jede Art einer beibehaltenen<br />

Belüftung reicht aber ganz allgemein eine wesentlich<br />

geringere als die übliche Luftleistung.<br />

»»<br />

Der Trichter am Sandfangeinlauf sollte entfallen, abgedeckt<br />

oder minimiert werden. Gerade am Sandfanganfang<br />

wird die Strömungswalze aufgebaut, so dass dort<br />

ein Trichter extrem ungünstig ist. Der Sandfangquerschnitt<br />

sollte durchgehend gleichmäßig sein. Der Trichter ist bei einem<br />

Einsatz eines üblichen Sandsaugräumers unnötig. Bei<br />

Sandschieberäumern ist die Trichtergröße auf den zu erwartenden<br />

oder bekannten Sandanfall abzustimmen, das<br />

heißt zu minimieren.<br />

»»<br />

Auf dem Saugräumer sollte ein Tauchmotorrührwerk angeordnet<br />

werden. Der Strahl ist in Strömungsrichtung<br />

etwa auf den Saugrohrstutzen zu richten und dient der<br />

Fluidisierung feiner Sedimente oder der Aufwirbelung größerer<br />

Sandablagerungen.<br />

»»<br />

Die anzusetzende Flächenbeschickung qA ist am größten<br />

bei der Bauart „Hydrosandfang“, kleiner bei teilweise belüfteten<br />

Sandfängen und am kleinsten bei durchgehend<br />

belüfteten Sandfängen. Daher ist die Sandfanggröße am<br />

kleinsten bei der Bauart „Hydrosandfang“, größer bei teilweise<br />

belüfteten Sandfängen und am größten bei durchgehend<br />

belüfteten Sandfängen. Daraus ergibt sich die<br />

bedeutende praktische Folgerung, dass die Sandabscheidung<br />

durch die Umrüstung eines bestehenden Sandfangs<br />

wesentlich erhöht werden kann.<br />

»»<br />

Eine wichtige Erkenntnis besteht darin, dass die zulässige<br />

Flächenbeschickung qA umgekehrt proportional zur Sandfangbreite<br />

ist. Das bedeutet, dass ein Zwillingssandfang<br />

insgesamt wesentlich schmaler ist als ein vergleichbarer<br />

Einzelsandfang (2 x B Zwilling<br />

< B Einzelsandfang<br />

).<br />

»»<br />

Da das Bauvolumen V = B * T * L über B ~ T gekoppelt<br />

ist, wird ein Zwillingssandfang mit geringerer als zweimal<br />

halber Beckenbreite nicht nur insgesamt schmaler, sondern<br />

das Volumen überproportional kleiner als ein Einzelsandfang<br />

(2 x V Zwilling<br />


SERVICES AKTUELLE TERMINE<br />

brbv<br />

SPARTENÜBERGREIFEND<br />

Informationsveranstaltungen<br />

Praxis der Tiefbauarbeiten bei<br />

Leitungsverlegungen – DIN 4124/ZTV<br />

A-StB, 2012<br />

21./22.10.2014 Hannover<br />

Arbeitsvorbereitung und Kostenkontrolle<br />

im Rohrleitungsbau<br />

28.10.2014 Hannover<br />

Steuerbare horizontale Spülbohrverfahren<br />

– Weiterbildungsveranstaltung nach GW<br />

329<br />

09.12.2014 Kassel<br />

Einbau und Abdichtung von Netz- und<br />

Hausanschlüssen<br />

21.10.2014 Leipzig<br />

20.11.2014 Hannover<br />

GAS/WASSER<br />

Grundlagenschulungen<br />

Geprüfter Netzmeister Gas/Wasser –<br />

Vollzeitlehrgang<br />

25.08.2014 – 20.03.2015 Berlin,<br />

Dresden,<br />

Köln<br />

Zusatzqualifikation Netzingenieur/in –<br />

Modul Wasser<br />

15.09.–17.10.2014 Steinfurt und<br />

Oldenburg<br />

Sicherheit bei Arbeiten im Bereich von<br />

Versorgungsleitungen – Schulung nach<br />

GW 129/S129 – 5 Jahre Gültigkeit<br />

20.05.2014 Berlin<br />

Informationsveranstaltungen<br />

Arbeiten an Gasleitungen – BGR 500<br />

Kap. 2.31<br />

11.11.2014 Bad Zwischenahn<br />

Bau von Gasrohrnetzen über 16 bar<br />

09./10.12.2014 Köln<br />

Grabenlose Bauweisen – anerkannte<br />

Fortbildung nach GW 302-R2/GW 320-1<br />

12.11.2014 Berlin<br />

Reinigung und Desinfektion von<br />

Wasserverteilungsanlagen<br />

29.10.2014 Hannover<br />

18.11.2014 Frankfurt/Main<br />

DVGW-Arbeitsblatt GW 301<br />

– Qualitätsanforderungen für<br />

Rohrleitungsbauunternehmen<br />

07.10.2014 Augsburg<br />

Praxisseminare<br />

DVS 2202-1 Beurteilung von<br />

Kunststoffschweißverbindungen<br />

05.11.2014 Leipzig<br />

Fachaufsicht Korrosionsschutz für<br />

Nachumhüllungsarbeiten gemäß DVGW-<br />

Merkblatt GW 15<br />

04.11.2014 Frankfurt/Main<br />

11.12.2014 Bad Zwischenahn<br />

Fachwissen für Schweißaufsichten nach<br />

DVGW-Merkblatt GW 331 inkl. DVS-<br />

Abschluss 2212-1<br />

23./24.10.2014 Dortmund<br />

27./28.11.2014 Dortmund<br />

Druckprüfung von Gas- und<br />

Wasserleitungen<br />

21./22.10.2014 Essen<br />

Druckprüfung von Gasrohrleitungen<br />

02.12.2014 Hannover<br />

Druckprüfung von Wasserrohrleitungen<br />

03.12.2014 Hannover<br />

FERNWÄRME<br />

Grundlagenschulungen<br />

Muffenmonteur im Fernwärmeleitungsbau,<br />

geprüft nach AGFW FW 603 – Verlängerung<br />

ganzjährig<br />

Halle, Hamburg<br />

Informationsveranstaltungen<br />

Bau und Sanierung von Nah- und<br />

Fernwärmeleitungen<br />

22./23.10.2014 Würzburg<br />

Aufbaulehrgang Fernwärme<br />

02.12.2014 Kerpen<br />

Techniklehrgang für Vorarbeiter<br />

Fernwärme<br />

10.-14.11.2014 Kerpen<br />

Technische Grundlagen der Nah- und<br />

Fernwärme<br />

02.-07.11.2014 Weimar<br />

Qualifikationen im Fernwärmeleitungsbau<br />

18.11.2014 Hannover<br />

Rohrstatische Auslegung von<br />

Kunststoffmantelrohren<br />

04./05.11.2014 Hamburg<br />

Planung und Bau von<br />

Fernwärmeversorgung mit Dampf<br />

21.11.2014 Hannover<br />

Mantelrohrsysteme im<br />

Fernwärmeleitungsbau<br />

16./17.09.2014 Hamburg<br />

Schweißen und Prüfen von<br />

Fernwärmeleitungen – FW 446<br />

19.11.2014 Hannover<br />

Stahlmantelrohre im<br />

Fernwärmeleitungsbau<br />

20.11.2014 Hannover<br />

ABWASSER<br />

Grundlagenschulungen<br />

Bau von Gas- und Wasserohrl eitungen<br />

28./29.10.2014 Paderborn<br />

Bau von Wasserohrleitungen<br />

25./26.11.2014 Herzogenaurach<br />

Geprüfter Netzmeister Fernwärme –<br />

Blocklehrgang<br />

Sept. 2014 – März 2015<br />

Hamburg,<br />

Gera,<br />

Nürnberg<br />

Dichtheitsprüfung von<br />

Entwässerungsanlagen außerhalb von<br />

Gebäuden<br />

30.06.-04.07.2014 Bühl<br />

08.-12.09.2014 Soltau<br />

Bau von Gasrohrnetzen bis 16 bar<br />

12./13.11.2014 Bad Zwischenahn<br />

166 04-05 | 2014


AKTUELLE TERMINE SERVICES<br />

Fortbildung Dichtheitsprüfung von<br />

Entwässerungsanlagen außerhalb von<br />

Gebäuden<br />

11.06.2014 Siegen<br />

Sachkunde Dichtheitsprüfung von<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen -<br />

Neueinsteigerkurs<br />

23.-27.06.2014 Braunschweig<br />

22.-26.09.2014 Dresden<br />

Informationsveranstaltungen<br />

Einbau und Prüfung von<br />

Abwasserleitungen und -kanälen,<br />

Arbeitsblatt DWA-A139<br />

17.09.2014 Kassel<br />

SEMINARE<br />

GWI Essen<br />

Organisation und Logistik der<br />

Gasrohrnetzüberprüfung<br />

23.06.2014 Essen<br />

Gasspüren und<br />

Gaskonzentrationsmessungen<br />

24./25.06.2014 Essen/<br />

27./28.10.2014 Essen<br />

Instandhaltung von Gasleitungen aus<br />

Stahlrohren größer 5 bar gem. G 466-1<br />

01./02.07.2014 Essen<br />

21./22.10.2014 Essen<br />

Arbeiten an freiverlegten Gasrohrleitungen<br />

auf Werksgelände und im Bereich<br />

17.09.2014 Essen<br />

Sicherheitstraining bei Bauarbeiten im<br />

Bereich von Versorgungsleitungen –<br />

BALSibau - GW 129<br />

14.11.2014 Essen<br />

12.12.2014 Essen<br />

Arbeiten an Gasleitungen bei<br />

unkontrollierter Gasausströmung -<br />

Schulung nach BGR 500 (BGV A1/BGI 560)<br />

28.08.2014 Essen<br />

09.12.2014 Essen<br />

Weiterbildung der Sachkundigen gemäß<br />

DVGW-Arbeitsblatt G 685<br />

15./16.09.2014 Essen<br />

11./12.12.2014 Essen<br />

Auslegung und Dimensionierung von Gas-<br />

Druckregelanlagen<br />

29./30.10.2014 Essen<br />

Grundlagen, Praxis und Fachkunde von<br />

Gas-Druckregelanlagen nach DVGW-<br />

Arbeitsblatt G 491, G 495 und G 459-2<br />

24./25.06.2014 Essen<br />

11./12.11.2014 Essen<br />

Sachkundigenschulung Gas-Druckregelund<br />

-Messanlagen im Netzbetrieb und in<br />

der Industrie<br />

02.-04.06.2014 Essen<br />

15.-17.09.2014 Essen<br />

08.-10.12.2014 Essen<br />

Weiterbildung von Sachkundigen und<br />

technischen Führungskräften im Bereich<br />

von Gas-Druckregel- und –Messanlagen<br />

27./28.10.2014 Essen<br />

Projektierung, Prüfung, Dokumentationen<br />

und Abnahmen von Gas-Druckregelanlagen<br />

bis 5 bar für Sachkundige und<br />

Anlagenplaner<br />

24./25.11.2014 Essen<br />

Einstellungen, Normalbetrieb<br />

und Störungsbeseitigung an Gas-<br />

Druckregelanlagen .<br />

01./02.07.2014 Essen<br />

03./04.11.2014 Essen<br />

Gas-Druckregel- und Messanlagen –<br />

Praxisseminar<br />

29./30.09.2014 Essen<br />

Praxis der Prüfung von Gas-Messanlagen<br />

nach DVGW-Arbeitsblatt G 492<br />

03./04.09.2014 Essen<br />

Sachkundigenschulung - Druckbehälter<br />

und Durchleitungsdruckbehälter einschl.<br />

Erdgas-Vorwärmanlagen nach DVGW-<br />

Arbeitsblättern 498 und G 499<br />

25./26.11.2014 Essen<br />

Druckbehälter und Durchleitungsdruckbehälter<br />

Praxis-Vertiefungsseminar/<br />

Weiterbildung der Sachkundigen nach G 498<br />

15./16.12.2014 Essen<br />

SEMINARE<br />

HDT<br />

Verfahren zur Montage und Demontage<br />

von Dichtverbindungen an Rohrleitungen<br />

und Apparaten<br />

04.06.2014 Bremerhaven<br />

29.09.2014 Essen<br />

25.11.2014 Berlin<br />

Kraftwerkstechnik- Basiswissen und<br />

Komponenten<br />

24./25.06.2014 Essen<br />

11./12.11.2014 Essen<br />

Planung und Auslegung von Rohrleitungen<br />

26./27.06.2014 Bremerhaven<br />

Rohrleitungsplanung für Industrie- und<br />

Chemieanlagen<br />

26./27.06.2014 München<br />

Kraftwerkstechnik für Nicht-Techniker<br />

26.06.2014 Essen<br />

Druckstöße, Dampfschläge und<br />

Pulsationen in Rohrleitungen<br />

30.06./01.07.2014 Berlin<br />

22./23.09.2014 Knochel<br />

Prüfungen von Druckbehälteranlagen<br />

und Rohrleitungen nach der<br />

Betriebssicherheitsverordnung<br />

02.12.2014 Essen<br />

Dichtungen - Schrauben - Flansche<br />

05.06.2014 Bremerhaven<br />

30.09.2014 Essen<br />

26.11.2014 Berlin<br />

Rohrleitungen nach EN 13480 - Allgemeine<br />

Anforderungen, Werkstoffe, Fertigung und<br />

Prüfung<br />

09./10.12.2014 München<br />

Schweißen von Rohrleitungen im Energieund<br />

Chemieanlagenbau<br />

03./04.06.2014 Essen<br />

IKT<br />

WORKHOPS<br />

Die neue DIN 1986-30 - Instandhaltung<br />

von Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

28.05.2014 Hannover<br />

04-05 | 2014 167


SERVICES AKTUELLE TERMINE<br />

Bedarfsorientierte Kanalreinigung<br />

25./26.11.2014 Gelsenkirchen<br />

Kanalbetrieb<br />

28.-30.10.2014 Gelsenkirchen<br />

SEMINARE<br />

TAH<br />

Rückstau, Hydraulik, Überflutung,<br />

Regenrückhaltung<br />

19./20.11.2014 Gelsenkirchen<br />

Kanalreparatur in Theorie und Praxis<br />

21./22.10.2014 Gelsenkirchen<br />

SEMINARE<br />

Kanalreinigung nach DIN<br />

27.11.2014 Gelsenkirchen<br />

Kanal- und Leitungsbau<br />

27./28.05.2014 Gelsenkirchen<br />

17./18.12.2014 Gelsenkirchen<br />

DIN EN 1610<br />

15./16.10.2014 Gelsenkirchen<br />

Umgang mit Dränagewasser von privaten<br />

Grundstücken<br />

11./12.11.2014 Gelsenkirchen<br />

LEHRGÄNGE<br />

Berater Grundstücksentwässerung<br />

04.-12.12.2014 Gelsenkirchen<br />

Lehrgang zur neuen DIN SPEC 19748 für<br />

Hausanschlussliner<br />

17./18.06.2014 Gelsenkirchen<br />

Sanierung von Abwasserschächten<br />

24./25.06.2014 Gelsenkirchen<br />

RSV<br />

ZKS ZERTIFIZIERTER KANALSANIERUNGS-<br />

BERATER - LEHRGÄNGE<br />

Modulare Schulung 2014<br />

19.05. – 24.05.2014 Feuchtwangen<br />

06.10. – 11.10.2014 Hamburg<br />

10.11. – 15.11.2014 Hamburg<br />

24.11. – 28.11.2014 Hamburg<br />

08.12. – 13.12.2014 Kiel<br />

SAG<br />

Grundlagen Kanalreinigung<br />

23.09.2014 Lauingen<br />

Aufbaukurs Zustandsbewertung nach<br />

DWA-M 149-3<br />

12.09.2014 Lünen<br />

10.12.2014 Darmstadt<br />

Kanalsanierung und Sanierungsplanung<br />

privater Abwasserleitungen mit<br />

Zustandsbeurteilung<br />

10.09.2014 Lünen<br />

08.12.2014 Darmstadt<br />

Zertifizierter Kanalsanierungs-Berater<br />

2014<br />

ab 15.09.2014<br />

ab 13.10.2014<br />

Heidelberg<br />

Weimar<br />

Grabenlose Sanierung von Trinkwasserund<br />

Abwasserdruckleitungen<br />

20.05.2014 Gelsenkirchen<br />

Schlauchliner-Workshop<br />

18.06.2014 Osnabrück<br />

19.06.2014 Magdeburg<br />

03.07.2014 Köln<br />

08.10.2014 München<br />

09.10.2014 Stuttgart<br />

26.11.2014 Mainz<br />

SEMINARE<br />

TAW<br />

Kathodischer Korrosionsschutz (KKS)<br />

unterirdischer Anlagen: Messtechnisches<br />

Praktikum<br />

23.-26.09.2014 Bochum<br />

KKS-Seminar für Fortgeschrittene - Teil 1<br />

24.-26.11.2014 Wuppertal<br />

KONTAKTADRESSEN<br />

Berufsförderungswerk des Rohrleitungsbauverbandes<br />

Kurt Rhode, Tel. 0221/37668-44, Fax 0221/37668-62,<br />

E-Mail: rhode@brbv.de, www.brbv.de<br />

Technische Akademie Hannover<br />

Dr. Igor Borovsky, Tel. 0511/39433-30, Fax 0511/39433-40,<br />

E-Mail: borovsky@ta-hannover.de, www.ta-hannover.de<br />

GWI Gas- und Wärmeinstitut Essen e.V.,<br />

Barbara Hohnhorst, Tel. 0201/3618-143,<br />

Fax 0201/3618-146, E-Mail: hohnhorst@gwi-essen.de, www.gwi-essen.de<br />

Technische Akademie Wuppertal<br />

Tel. 0202/7495-207, Fax 0202/7495-228,<br />

E-Mail: taw@taw.de, www.taw.de<br />

Haus der Technik<br />

Essen, Tel. 0201/1803-1, E-Mail: hdt@hdt-essen.de, www.hdt-essen.de<br />

SAG-Akademie<br />

Anja Kratt, Tel. 06151/10155-111, Fax 06151/10155-155, Kratt@SAG-<br />

Akademie.de, www.SAG-Akademie.de<br />

RSV - Rohrleitungssanierungsverband e.V.,<br />

Tel.: 05963/9810877, Fax 05963/9810878, rsv-ev@t-online.de,<br />

www.rsv-ev.de<br />

168 04-05 | 2014


www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

04-05 | 2014<br />

MARKTÜBERSICHT<br />

GAS | WASSER | ABWASSER | PIPELINEBAU | SANIERUNG | KORROSIONSSCHUTZ<br />

Fordern Sie Ihre Bestellunterlagen an unter:<br />

Tel.: 0201 82 002-35 oder h.pelzer@vulkan-verlag.de<br />

04-05| 2014 169


MARKTÜBERSICHT<br />

Marktübersicht rohre + koMponenten<br />

Armaturen + Zubehör<br />

Anbohrarmaturen<br />

Armaturen<br />

Rohre<br />

Rohrdurchführungen<br />

Schutzmantelrohre<br />

Formstücke<br />

Dichtungen<br />

Kunststoff<br />

Ihr „Draht“<br />

zur Anzeigenabteilung<br />

von <strong>3R</strong><br />

Helga Pelzer<br />

Tel. 0201-82002-35<br />

Fax 0201-82002-40<br />

h.pelzer@vulkan-verlag.de<br />

170 04-05| 2014


Maschinen & Geräte / Korrosionsschutz<br />

marktübersicht<br />

Kunststoffschweißmaschinen<br />

Horizontalbohrtechnik<br />

Kathodischer<br />

Korrosionsschutz<br />

04-05| 2014 171


MARKTÜBERSICHT<br />

Marktübersicht Korrosionsschutz<br />

Kathodischer<br />

Korrosionsschutz<br />

172 04-05| 2014


Korrosionsschutz<br />

marktübersicht<br />

Korrosionsschutz<br />

04-05| 2014 173


MARKTÜBERSICHT<br />

Marktübersicht sanierunG / institute + Verbände<br />

Sanierung<br />

Verbände<br />

Institute<br />

174 04-05| 2014


institute + Verbände<br />

marktübersicht<br />

Ihr „Draht“<br />

zur Anzeigenabteilung<br />

von <strong>3R</strong><br />

Helga Pelzer<br />

Tel. 0201-82002-35<br />

Fax 0201-82002-40<br />

h.pelzer@vulkan-verlag.de<br />

04-05| 2014 175


MARKTÜBERSICHT<br />

Das Titelbild der neu gestalteten <strong>3R</strong>-Marktübersicht zeigt einen Rückflussverhinderer<br />

VAG LIMU-STOP ® , der universell in der Abwassertechnik, der Wasseraufbereitung,<br />

in Industrie- und Kraftwerksanwendungen sowie in der Wasserverteilung eingesetzt<br />

werden kann. Mit der großen Deckelkonstruktion und der schnell und vollständig<br />

herausklappbaren Scheibenaufhängung bietet der Rückflussverhinderer die Voraussetzung<br />

für einen vereinfachten und minimalen Wartungsaufwand speziell im<br />

Abwassereinsatz.<br />

Quelle: VAG-Armaturen GmbH<br />

INSERENTENVERZEICHNIS<br />

Firma<br />

3S Antriebe GmbH, Berlin 55<br />

3S Consult GmbH, Garbsen 57<br />

Amitech Germany GmbH, Mochau 61<br />

AUMA Riester GmbH & Co. KG, Müllheim 9<br />

AVK Mittelmann Armaturen GmbH, Wülfrath<br />

Titelseite<br />

DENSO GmbH, Leverkusen 31<br />

Diringer & Scheidel Rohrsanierung GmbH & Co. KG, Mannheim 21<br />

Fachverband Steinzeugindustrie e.V., Frechen 99<br />

FBS Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V., Bonn 17<br />

Frank GmbH, Mörfelden-Walldorf 15<br />

FRIATEC AG, Mannheim 37<br />

Funke Kunststoffe GmbH, Hamm 107<br />

Gerodur MPM Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG, Neustadt 3<br />

Güteschutz Kanalbau e.V., Bad Honnef 113<br />

Hawle Armaturen GmbH, Freilassing 43<br />

Hinni AG, Biel-Benken, Schweiz 41<br />

HOBAS Rohre GmbH, Neubrandenburg 45<br />

Kebulin-Gesellschaft Kettler GmbH & Co. KG, Herten 5<br />

KLINGER GmbH, Idstein 33<br />

B. Müller GmbH Betonwerk, Achern 49<br />

NORMA Germany GmbH, Maintal 47<br />

Plasson GmbH, Wesel am Rhein 11, 13<br />

REHAU AG + Co., Rehau 25<br />

Reinert-Ritz GmbH, Nordhorn 21<br />

Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen 39<br />

SebaKMT, Baunach 53<br />

Hermann Sewerin GmbH, Gütersloh 35<br />

Steinzeug Keramo GmbH, Frechen 7<br />

TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG, Lennestadt 19<br />

UHRIG Kanaltechnik GmbH, Geisingen 135<br />

UPONOR GmbH, Haßfurt 81<br />

VAG-Armaturen GmbH, Mannheim<br />

4. Umschlagseite<br />

WIDOS Wilhelm Dommer Söhne GmbH, Ditzingen-Heimerdingen 63<br />

Marktübersicht 169 - 176<br />

176 04-05| 2014


IMPRESSUM<br />

IMPRESSUM<br />

Verlag<br />

© 1974 Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Postfach 10 39 62, 45039 Essen,<br />

Telefon +49 201-82002-0, Fax -40<br />

Geschäftsführer: Carsten Augsburger, Jürgen Franke<br />

Redaktion<br />

Dipl.-Ing. N. Hülsdau, Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Huyssenallee 52-56, 45128 Essen,<br />

Telefon +49 201-82002-33, Fax +49 201-82002-40,<br />

E-Mail: n.huelsdau@vulkan-verlag.de<br />

Kathrin Lange, Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Telefon +49 201-82002-32, Fax +49 201-82002-40,<br />

E-Mail: k.lange@vulkan-verlag.de<br />

Barbara Pflamm, Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Telefon +49 201-82002-28, Fax +49 201-82002-40,<br />

E-Mail: b.pflamm@vulkan-verlag.de<br />

Anzeigenverkauf<br />

Helga Pelzer, Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Telefon +49 201-82002-66, Fax +49 201-82002-40,<br />

E-Mail: h.pelzer@vulkan-verlag.de<br />

Anzeigenverwaltung<br />

Martina Mittermayer,<br />

Vulkan-Verlag/DIV Deutscher Industrieverlag GmbH,<br />

Telefon +49 89-203 53 66-16, Fax +49 89-203 53 66-66,<br />

E-Mail: mittermayer@di-verlag.de<br />

Abonnements/Einzelheftbestellungen<br />

Leserservice <strong>3R</strong> INTERNATIONAL,<br />

Postfach 91 61, 97091 Würzburg,<br />

Telefon +49 931-4170-1616, Fax +49 931-4170-492,<br />

E-Mail: leserservice@vulkan-verlag.de<br />

Layout und Satz<br />

Dipl.-Des. Nilofar Mokhtarzada, Vulkan-Verlag GmbH<br />

E-Mail: n.mokhtarzada@vulkan-verlag.de<br />

Druck<br />

Druckerei Chmielorz, Ostring 13,<br />

65205 Wiesbaden-Nordenstadt<br />

Organschaften<br />

Fachbereich Rohrleitungen im Fachverband Dampfkessel-, Behälterund<br />

Rohrleitungsbau e.V. (FDBR), Düsseldorf · Fachverband Kathodischer<br />

Korrosionsschutz e.V., Esslingen · Kunststoffrohrverband e.V.,<br />

Köln · Rohrleitungsbauverband e.V., Köln · Rohrleitungssanierungsverband<br />

e.V., Essen · Verband der Deutschen Hersteller von Gasdruck-Regelgeräten,<br />

Gasmeß- und Gasregelanlagen e.V., Köln<br />

Herausgeber<br />

H. Fastje, EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg (Federführender Herausgeber)<br />

· Dr.-Ing. M. K. Gräf, Vorsitzender der Geschäftsführung<br />

der Europipe GmbH, Mülheim · Dipl.-Ing. R.-H. Klaer, Bayer AG, Krefeld,<br />

Vorsitzender des Fachausschusses „Rohrleitungstechnik“ der VDI-<br />

Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemie-Ingenieurwesen (GVC)<br />

Dipl.-Volksw. H. Zech, Geschäftsführer des Rohrleitungssanierungsverbandes<br />

e.V., Lingen (Ems)<br />

Schriftleiter<br />

Dipl.-Ing. M. Buschmann, Rohrleitungsbauverband e.V. (rbv), Köln<br />

Rechtsanwalt C. Fürst, Erdgas Münster GmbH, Münster · Dipl.‐Ing.<br />

Th. Grage, Institutsleiter des Fernwärme-Forschungsinstituts, Hemmingen<br />

Dr.-Ing. A. Hilgenstock, E.ON New Build & Technology GmbH,<br />

Gelsen kirchen (Gastechnologie und Handelsunterstützung) Dipl.-Ing.<br />

D. Homann, IKT Institut für Unterirdische Infrastruktur, Gelsenkirchen<br />

· Dipl.‐Ing. N. Hülsdau, Vulkan-Verlag, Essen · Dipl.-Ing. T. Laier, Westnetz,<br />

Dortmund · Dipl.-Ing. J. W. Mußmann, FDBR e.V., Düsseldorf<br />

Dr.-Ing. O. Reepmeyer, Europipe GmbH, Mülheim · H. Roloff, Open<br />

Grid Europe GmbH, Essen · J. Roloff, TÜV SÜD, Köln · Dr. rer. nat. J. Sebastian,<br />

Geschäftsführer der SBKS GmbH & Co. KG, St. Wendel ·<br />

Bezugsbedingungen<br />

<strong>3R</strong> erscheint monatlich mit Doppelausgaben im Januar/Februar,<br />

März/April und August/September<br />

Bezugspreise:<br />

Abonnement Print (Deutschland): € 307,-<br />

Abonnement (Ausland): € 308,-<br />

Einzelheft (Deutschland): € 42,-<br />

Einzelheft (Ausland): € 43,50<br />

+Einzelheft als ePaper (PDF): € 40,-<br />

Jahresabonnement Print und e-paper: € 388,-<br />

Studenten: 50 % Ermäßigung auf den Heftbezugspreis gegen<br />

Nachweis · Die Preise enthalten bei Lieferung in EU-Staaten die<br />

Mehrwertsteuer, für alle übrigen Länder sind es Nettopreise.<br />

Bestellungen sind jederzeit über den Leserservice oder jede<br />

Buchhandlung möglich. Die Kündigungsfrist für Abonnementaufträge<br />

beträgt 8 Wochen zum Bezugsjahresende.<br />

Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen<br />

sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb<br />

der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung<br />

des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere<br />

für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen<br />

und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen.<br />

Auch die Rechte der Wiedergabe durch Vortrag, Funkund<br />

Fernsehsendung, im Magnettonverfahren oder ähnlichem<br />

Wege bleiben vorbehalten.<br />

Jede im Bereich eines gewerblichen Unternehmens hergestellte<br />

oder benutzte Kopie dient gewerblichen Zwecken gem. § 54<br />

(2) UrhG und verpflichtet zur Gebührenzahlung an die VG WORT,<br />

Abteilung Wissenschaft, Goethestraße 49, 80336 München, von<br />

der die einzelnen Zahlungsmodalitäten zu erfragen sind.<br />

ISSN 2191-9798<br />

Informationsgemeinschaft zur Feststellung<br />

der Verbreitung von Werbeträgern<br />

Dr. H.-C. Sorge, IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser, Biebesheim<br />

· Dr. J. Wüst, SKZ - TeConA GmbH, Würzburg<br />

Beirat<br />

Dr.-Ing. W. Berger, Direktor des Forschungsinstitutes für Tief-und Rohrleitungsbau<br />

e.V., Weimar · Dr.-Ing. B. Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter<br />

des IKT – Institut für Unterirdische Infra struktur, Gelsenkirchen ·<br />

W. Burchard, Geschäftsführer des Fachverbands Armaturen im VDMA,<br />

Frankfurt · Bauassessor Dipl.‐Ing. K.-H. Flick, Fachverband Steinzeugindustrie<br />

e.V., Köln · Prof. Dr.-Ing. W. Firk, Vorstand des Wasserverbandes<br />

Eifel-Rur, Düren · Dipl.-Wirt. D. Hesselmann, Geschäftsführer des Rohrleitungsbauverbandes<br />

e.V., Köln · Dipl.-Ing. H.-J. Huhn, BASF AG, Ludwigshafen<br />

· Prof. Dr.-Ing. K. Körkemeyer, Technische Universität Kaiserslautern,<br />

Bauingenieurwesen, Fachgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft ·<br />

Dipl.-Ing. B. Lässer, ILF Beratende Ingenieure GmbH, München · Dr. rer.<br />

pol. E. Löckenhoff, Geschäftsführer des Kunststoffrohrverbands e.V.,<br />

Bonn · Dr.-Ing. R. Maaß, Mitglied des Vorstandes, FDBR Fachverband<br />

Dampfkessel-, Behälter- und Rohrleitungsbau e.V., Düsseldorf · Dipl.-Ing.<br />

R. Middelhauve, TÜV NORD Systems GmbH & Co. KG, Essen · Dipl.-<br />

Ing. R. Moisa, Geschäftsführer der Fachgemeinschaft Guss-Rohrsysteme<br />

e.V., Griesheim · I. Posch, Geschäftsführerin der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber<br />

Gas e.V., Berlin · Dipl.‐Berging. H. W. Richter, GA-<br />

WACON, Essen · Dipl.-Ing. T. Schamer, Geschäftsführer der ARKIL IN-<br />

PIPE GmbH, Bottrop · Prof. Dipl.-Ing. Th. Wegener, Institut für Rohrleitungsbau<br />

an der Fachhochschule Oldenburg · Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil.<br />

B. Wielage, Technische Universität Chemnitz, Institut für Werkstoffwissenschaft<br />

und Werkstofftechnik · Dipl.-Ing. J. Winkels, Technischer Geschäftsführer<br />

der Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen<br />

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