Pflanzengesundheit im Leguminosenanbau – auch eine ... - Naturland

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Pflanzengesundheit im Leguminosenanbau – auch eine ... - Naturland

PRAXIS – Pflanzliche Erzeugung

zum Titelthema

Pflanzengesundheit im Leguminosenanbau

auch eine Frage des Bodens

Nur gesunde leguminosen können in der Fruchtfolge ausreichend Stickstoff sammeln,

gute Erträge liefern sowie zum Aufbau der Bodenfruchtbarkeit beitragen. im

Bodenfruchtbarkeitsprojekt wurden auf 32 praxisbetrieben in ganz Deutschland

über vier Jahre hinweg Daten erhoben um zu ermitteln, welche Faktoren sich auf die

Gesundheit von Erbsen- und Ackerbohnenbeständen auswirken. in Feldversuchen

wurden außerdem verschiedene ideen zur Verbesserung der planzengesundheit in

Erbsen getestet.

Die Situation in der praxis –

ein Überblick

Krankheiten in Leguminosenbeständen

können durch eine große Anzahl verschiedener

biotischer und abiotischer Faktoren

beeinlusst werden. Das gilt auch in Bezug

auf die Einlüsse, die Krankheiten auf den

Ertrag haben. Es ist aber nicht einfach,

einige wenige konkrete Ursachen für einen

kranken Bestand zu benennen, weil oft

mehrere Faktoren zusammenspielen oder

sich überlagern. Deshalb können auch keine

einfachen Rezepte für das Gesundheitsmanagement

von Leguminosenbeständen

gegeben werden. Die Projektergebnisse

können für wichtige Faktoren sensibilisieren

und Ideen zur Verbesserung in

Erbsen- und Ackerbohnenkulturen geben.

Grundsätzlich muss man sich vor Augen

halten, dass der Ausbruch einer Krankheit

nicht nur davon abhängt, ob der Erreger

im Boden oder am Saatgut vorhanden ist,

sondern auch, ob die Umwelt-, Standort-

und Bewirtschaftungsbedingungen

eine Ausbreitung fördern oder begrenzen.

Es ist zum Beispiel immer möglich, dass

durch extreme Wetterbedingungen wie

langanhaltende Nässe und/oder Kälte

möglicherweise gefolgt von Trockenstress

in Kombination mit ungenügender Bodenqualität

(z.B. Verdichtungen) Krankheiten

stärker gefördert werden. Diese können

sich dann innerhalb kurzer Zeit ausbreiten,

auch wenn ursprünglich nur eine relative

geringe Dichte an Erregern vorhanden

war. Über die Auswahl eines passenden

Standorts und angepasste Anbauverfahren

kann in der Praxis negativen Auswirkungen

von Wettereinlüssen in gewissem

Umfang vorgebeugt werden. Wichtig dafür

sind in jedem Fall die Nutzung sauberen,

gesunden Saatguts und die Einhaltung

von ausreichend langen Anbaupausen,

insbesondere bei Erbsen. Eine ausreichend

gute Auswahl an toleranten oder sogar

resistenten Sorten gegenüber dem sehr

breiten Erregerkomplex steht derzeit nicht

zur Verfügung.

In den Untersuchungen im Projekt wurden

Erbsen- und Ackerbohnenbestände erprobt

und eine Vielzahl von Faktoren zum Ertrag

in Beziehung gesetzt. Dazu gehörten

neben Witterungs-, Boden-, Bewirtschaftungsdaten

und der Schlaggeschichte

Erhebungen zum Besatz mit Erregern an

Saatgut und Wurzeln, zu Blattkrankheiten

und zur Schädigung der Wurzeln durch

Fußkrankheiten sowie die Bonitur von einigen

wichtigen Schädlingen in Erbsen und

Ackerbohnen. In statistischen Analysen

konnten 13 Parameter herausgearbeitet

werden, die etwa 80% der Ertragsunterschiede

erklären können. Bei Ackerbohnen

sind die Zusammenhänge weniger

komplex, hier beeinlussten nur etwa

halb so viele Parameter den Ertrag. Die

beträchtliche Anzahl von Faktoren zeigt,

wie vielfältig die Einlüsse sind und wie

schwierig es deshalb ist, die Ursachen der

Ertragsentwicklung zu identiizieren oder

sogar zu prognostizieren.

Drei wesentliche Faktoren des Erbsenertrags

lagen im Bereich Planzengesundheit:

die Länge der Wurzelläsionen an

den Planzen (diese werden durch den

Fußkrankheitskomplex hervorgerufen), der

Besatz der Wurzeln mit Fusarium oxysporum

und Fusarium avenaceum sowie der

Blattlausbesatz im Juni. In Ackerbohnen

wurden bezüglich der Planzengesundheit

besonders der Besatz mit Fusarium solani

(samen- und bodenbürtig), der Grad der

Wurzelläsionen und Pilzkrankheiten am

Spross, vor allem die Schokoladenleckenkrankheit,

als Einlussfaktoren identiiziert.

Saatgutkrankheiten in der

praxiserhebung

Unerwarteter Weise war das auf den

untersuchten Praxisbetrieben verwendete

Saatgut überwiegend gesund.

Im Durchschnitt lag die Belastung mit

kritischen Erregern unter zehn Prozent.

Beim Besatz mit den Pilzen des Ascochytakomplexes,

der Fußkrankheiten an

der Erbse verursacht, wurde der von der

Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen

für landwirtschaftliches Saat- und

Planzgut festgelegte Grenzwert von 30%

befallener Körner nur in 4 von 74 untersuchten

Proben erreicht. Daher war auch

kein enger Zusammenhang zwischen

dem Erregerbesatz am Saatgut und dem

Ertrag der Leguminosen nachzuweisen.

Trotzdem ist es von großer Bedeutung,

dass in der Praxis nur gesundes Saatgut

eingesetzt wird, um die Einschleppung

bzw. Vermehrung von Krankheitserregern

zu verhindern. Vor allem beim Einsatz von

Nachbausaatgut ist Vorsicht geboten, da

auf den Betrieben in diesen Saatgutpartien

meist ein deutlich höherer Erregerdruck

auftrat als bei Z-Saatgut. In der Saatgutanerkennung

besteht bei einem Besatz von

mehr als zehn Prozent befallener Körner

eine Beizaulage. Das macht deutlich, dass

auch anerkanntes Z-Saatgut schon einen

relativ hohen Befall aufweisen kann, der

sich beim Nachbau noch verstärken kann.

Mit Mycospherella pinodes iniziertes Saatgut im

Labortest Foto: Maria Finckh (Universität Kassel)

Fußkrankheiten in Erbsen und

Ackerbohnen in der praxiserhebung

Untersuchungsergebnisse zum Wurzelbesatz

mit Krankheiten bestätigten, dass bei

Erbsen und Ackerbohnen Fußkrankheiten

die Ertragsleistung stark beeinträchtigen.

Zum Zeitpunkt der Blüte wurden auf 70%

der untersuchten Erbsenschläge deutliche

Wurzelschädigungen festgestellt, die mit

zunehmender Länge auch zu Mindererträgen

führten. Bei der Ackerbohne wiesen

nur 12% der Bestände starke Schäden

auf. Wenn eine Schädigung vorliegt, sind

jedoch auch bei der Ackerbohne deutliche

Ertragseinbußen zu erwarten. Die Prüfung

verschiedener Krankheitserreger erbrachte

aufgrund der komplexen Beziehungen

zwischen den einzelnen Erregern und den

Umweltbedingungen keine eindeutigen Ergebnisse

zu den Verursachern der Schadsymptome.

Neben den zur Blüte sichtbaren

Wurzelschäden reagierten beide

Leguminosen auch negativ auf den Besatz

mit Fusarium-Arten. Da die Schädigungen

durch Fusarien verstärkt bei Temperaturen

über 20°C auftreten, waren die Schäden

durch diese Erreger zum Zeitpunkt der

Blüte noch nicht deutlich erkennbar.

Die Gesundheit der Erbsen- und Ackerbohnenwurzeln

werden stark durch den

22 Naturland Nachrichten 05 / Oktober 2013


PRAXIS – Pflanzliche Erzeugung

Krankheiten und Schädlinge am Spross in der praxiserhebung

Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die Stängel, Blätter und

Hülsen von Erbse und Ackerbohne befallen können. Auf insgesamt

122 Praxisschlägen wurde zum Ende der Blüte der Besatz

mit Krankheiten am Spross bonitiert. Beide Leguminosenarten

zeigten zu diesem Zeitpunkt im Mittel nur einen geringen

Krankheitsdruck. Bei der Erbse war keine deutliche Ertragsbeeinlussung

festzustellen, doch bei Ackerbohnen hatte vor allem der

Befall mit der Schokoladenleckenkrankheit einen leicht negativen

Einluss auf den Ertrag.

Die Bonitur des Blattrandkäferfraßes an den Blättern im Mai

zeigte eine deutlich stärkere Schädigung der Ackerbohne im Vergleich

zur Erbse. Auch nur bei der Ackerbohne wurde bei einer

starken Schädigung ein leicht negativer Einluss auf den Ertrag

festgestellt.

Beim Blattlausbefall bestätigen die Ergebnisse der Praxiserhebung

die Erfahrungen, dass ein hoher Besatz den Erbsenertrag

deutlich reduzieren kann. Bei der Ackerbohne war der Blattlausbefall

hingegen meist auf Einzelplanzen beschränkt und relevante

Schädigungen im Bestand waren nur selten festzustellen.

Zum Zeitpunkt der Blüte traten die höchsten Blattlausbefallswerte

im norddeutschen Raum auf.

Schäden durch den Bohnenkäfer traten je nach Region und

Untersuchungsjahr sehr unterschiedlich stark auf. Während in

einzelnen Jahren auf Schlägen an der Ostseeküste der Anteil

angebohrter Bohnen unter zwei Prozent lag, waren auf anderen

Standorten bis über 50% der geernteten Bohnen geschädigt, im

Mittel lag die Schädigung bei 22%. Starke Schäden an Erbsen

durch Erbsenwickler oder Erbsenkäfer waren hingegen selten,

konnten jedoch nicht detailliert untersucht werden.

zum Titelthema

Bei der Ackerbohne treten Fußkrankheiten seltener auf als bei der Erbse –

wenn sie zum Ausbruch kommen, können sie aber empindliche Ertragseinbußen

verursachen. Hier ist eine gesunde (links) und kranke Erbse (rechts) zu

sehen. Foto: Harald Schmidt (SÖL)

Anteil einiger Leguminosenarten in der Fruchtfolge beeinlusst.

Selbst nach über sechs Jahren Anbauabstand treten bei der Erbse

häuig noch negative Auswirkungen der Selbstunverträglichkeit

auf. Die Ackerbohne ist weniger empindlich, sollte aber auch

nicht enger als alle sechs Jahre stehen. In geringerem Maße hat

bei der Erbse auch der Anbau von Luzerne oder Rotklee und bei

der Ackerbohne der Erbsenanbau einen negativen Effekt auf die

Wurzelgesundheit.

Ein weiterer wesentlicher Faktor der Wurzelgesundheit ist die

Witterung. Auf Praxisschlägen wurden sowohl bei der Erbse als

auch bei der Ackerbohne bei hohen Temperaturen nach der Saat

und einer hohen Wasserversorgung bis zur Blüte weniger Schädigungen

gefunden. Die Fusarien an der Erbse proitieren hingegen

von einer guten Wasserversorgung. Bei der Ackerbohne können

Phasen extrem hoher Temperatur im Laufe der Vegetationszeit

das Auftreten von Wurzelschädigungen fördern. Insgesamt ist

bei beiden Leguminosen hinsichtlich der Wurzelgesundheit eine

späte Saat vorzuziehen.

Verdichtungen im Boden förderten bei Erbse und Ackerbohne

den Schadpilz Fusarium solani. Nur die Ackerbohne wies auf

leichten Böden und bei guter Phosphorversorgung weniger Schädigungen

an den Wurzeln auf.

Die Ergebnisse weisen auch auf eine Förderung von Fußkrankheiten

bei starkem Blattfraß durch Blattrandkäfer hin. Die Larven

der Blattrandkäfer fressen an Wurzeln und Knöllchen der Leguminosen

und können somit die Wurzeln direkt schädigen und /

oder Eintrittspforten für Krankheitserreger schaffen.

Ackerbohnen sind vom Blattrandkäferfrass stärker betroffen als Erbsen.

Foto: Harald Schmidt (SÖL)

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Naturland Nachrichten 05 / Oktober 2013

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PRAXIS – Pflanzliche Erzeugung

zum Titelthema

Was bleibt für den praktiker?

Auch wenn die Gesundheit der Erbse

und Ackerbohne auf einige unwägbare

Faktoren wie z.B. Witterung, Blattlausbefall

und Fusarien an den Wurzeln empindlich

reagieren, gibt es doch eine Reihe

von Maßnahmen, die die Gesundheit der

Bestände fördern können:

Maßnahme

Gesundes Saatgut verwenden, bei Zweifel oder bei

Nachbau testen lassen

Späte Aussaat / hohe Bodentemperatur

Kein Anbau auf verdichteten Böden

Phosphordüngung bei geringen Gehalten im Boden

Anbaupause mindestens 9-10 Jahre

Anbaupause mindestens 6 Jahre

Wenig Erbsenanbau in der Schlaggeschichte /

mindestens 6 Jahre Abstand

Wenig Rotklee- und Luzerneanbau in der

Schlaggeschichte / möglichst großer Abstand

Kompostgabe

Grüngutkomposte können

Fußkrankheiten in Erbsen einschränken

In Feldversuchen wurde der Einluss des

Gemengeanbaus von Erbsen mit Hafer

und von Grüngutkomposten auf Fußkrankheiten

an der Erbse überprüft. Es hat sich

herausgestellt, dass der Gemengeanbau

sich nicht positiv auf den Befall mit Fußkrankheiten

auswirkt.

Im Gegensatz dazu kann der Einsatz von

Komposten aus der getrennten Sammlung

organischer Abfälle den Befall mit bodenbürtigen

Krankheiten an Erbsen verringern.

Dies zeigte sich zunächst in umfangreichen

Gefäßversuchen (s. Bilder). Es

Kultur

Erbse & Ackerbohne

Erbse & Ackerbohne

Erbse & Ackerbohne

Ackerbohne

Erbsen

Ackerbohne

Ackerbohne

Erbsen

Erbsen & Ackerbohne

wurden gütegesicherte Grüngutkomposte

getestet, die zumeist aus Kompostanlagen

stammen, welche gemäß FiBL-Betriebsmittelliste

für den Ökolandbau anerkannt sind.

Je nach Infektionsdruck und Kompostmenge

sowie in Abhängigkeit von der Anfälligkeit

der Erbsen wurde Befallreduzierung

bis zu 80% bei den Erregern Mycospherella

pinodes, Phoma medicaginis, Fusarium

solani und Fusarium avenaceum erzielt.

Auch in natürlich inizierten, z.T. auch als

bodenmüde einzustufenden Böden zeigte

sich, welches Potenzial Komposte für die

Bodenbelebung und zur Steigerung der

Abwehrkräfte der Böden haben.

Im Feld ließen sich diese Effekte auch

zeigen, wobei in der Tendenz ein Einluss

der Kompostmenge festzustellen war.

Bereits ab 100 dt/ ha ließen sich Wirkungen

nachweisen. Dies entspricht etwa

einer Menge von 5 t Trockenmasse, die

für Naturland- und Biolandbetriebe als

Mengen pro Hektar und Jahr zulässig sind.

Wurde die Menge verdoppelt, steigerte

das die Wirkung. Dies ist im Rahmen einer

kumulativen Ausbringung auch zulässig. In

Aufwandmenge von bis zu 400 dt Grüngutkomposte

pro Hektar war nicht nur

teilweise der Besatz der Erreger reduziert,

sondern vor allem die Länge der Wurzelläsionen

im Mittel um 5-15%, vereinzelt

aber auch bis zu 50% verringert. Dies traf

im Vergleich zur Kontrolle auch für andere

Dünger wie strohreicher Pferdemist oder

frischer Grünguthäcksel zu, die Komposte

jedoch waren am erfolgreichsten und in

Versuchen auf mehreren Standorten in den

meisten Fällen befallsmindernd. In den

Kompost-Versuchen wurden die Erträge

der Leguminosen um bis zu 15% gesteigert.

Erbsen im Topfversuch: Block links ohne Kompostgabe und mit zunehmender Phoma-Infektion, Block rechts mit Kompost und zunehmender Phoma-Infektion.

Foto: Dagmar Werren (Universität Kassel)

24 Naturland Nachrichten 05 / Oktober 2013


PRAXIS – Pflanzliche Erzeugung

Die Kompostausbringung verbessert aber

nicht nur die Gesundheit durch Unterdrückung

der Krankheitserreger und Intensivierung

des Bodenlebens. Sie liefert auch

insbesondere für Öko-Ackerbaubetriebe

günstige Nährstoffe wie Phosphor und

Kalium nach. Die Kombinationswirkung

der Komposte wirkt sich nachgewiesenermaßen

anregend auf das Bodenleben, die

Nährstoffaufnahme und die Krankheitsreduktion

in den Erbsen aus. Als weiterer

positiver Nebeneffekt zeigte sich, dass mit

der Kompostgabe eine deutlich höhere

N2-Fixierung einherging und in der Folgefrucht

Winterweizen statistisch nachweisbare

Ertragssteigerungen zu verzeichnen

waren. Zu berücksichtigen ist aber auch,

dass in Böden, die zu höheren Tongehalten

neigen, die Ertragswirkungen und die

Krankheitsunterdrückung geringer waren

oder gar nicht auftraten.

zum Titelthema

Künstliche Infektion von Erbsen mit Phoma medicaginis in der Kontrollvariante (oben), mit geringer (Mitte) und hoher (unten) Infektionsstufe: bei gleicher Infektionsstärke

ist deutlich zu sehen, dass die Stängelbasis und die Wurzelhälse in den Varianten ohne Kompost (links) wesentlich stärker befallen sind als in den Varianten mit

30 Volumenprozent Kompost (rechts). Foto: Dagmar Werren

Naturland Nachrichten 05 / Oktober 2013

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PRAXIS – Pflanzliche Erzeugung

zum Titelthema

Komposte zur Verbesserung der

planzengesundheit ausbringen

Krankheitsunterdrückende Wirkung konnten bereits mit der zulässigen

Kompostmenge von 5t TM/ha und Jahr erzielt werden, wenn

Komposte in der Fläche ausgebracht wurden. Die Komposte wurden

vor der Saat ausgebracht und mit einer Kreiselegge eingearbeitet.

Da die Krankheitsunterdrückung umso besser, je höher die

Aufwandmenge ist, wurden Versuche zur konzentrierten Ausbringung

der Komposte in Reihenapplikation direkt zur Saat vorgenommen.

Ziel war es, den Kompost nur dort konzentriert auszubringen,

wo er gegen die Pilzkrankheiten wirken soll, und seine Wirkung

dicht am Keimling zu optimieren. Dazu wurde ein Prototyp für

eine Maschinenkombination, bestehend aus Kompostbunker und

Drillmaschine, entwickelt und mit entsprechenden Ausbringungsaggregaten

versehen, die einen

ununterbrochenen Kompoststrom

erlauben. Das Drill-Aggregat wurde

so erweitert, dass der Kompost

aus dem Bunker in die gezogene

Furche rieselt. Im Anschluss folgen

die Säschare, eine Zustreichschiene

und eine Andruckwalze.

Wir konnten in Feldversuchen

zeigen, dass die Reihenapplikation

etwa das Dreifache in der Wirkung

Foto links: Prototyp einer Maschinenkombination aus Kompostbunker und

Drillmaschine zur Kompostausbringung der Saatreihe

Foto rechts: Saatschare des Prototyps Fotos: Dagmar Werren (Universität Kassel)

im Vergleich zu einer Flächenapplikation hat. Mit der Maschine

ist es möglich, 5 -15 t Trockenmasse an Kompost auszubringen.

Mit fünf Tonnen Trockenmasse konnten gute Ergebnisse erzielt

werden, mit höherem Aufwand stieg sowohl in der Fläche als auch

in der Reihenapplikation die Wirkung der Komposte an.

Welche Erreger genau gefunden wurden, wie diese aussehen und

welche Auswirkungen diese in der Praxis haben können, erfahren

Sie in der Praxisbroschüre. Außerdem erfahren Sie dort auch,

welche Schädlinge in Praxisversuchen relevant sind und wie der

Gemengeanbau Abhilfe schaffen kann.

Erbse mit gesundem Wurzelhals bei

konzentrierter Kompostausbringung in der

Saatfurche

Foto: Dagmar Werren (Universität Kassel)

Annkathrin Gronle (Thünen-Institut), Christian Bruns (Universität Kassel),

Dagmar Werren (Universität Kassel), Guido Lux (Hochschule für Technik und

Wirtschaft Dresden, HTW), Harald Schmidt (Stiftung Ökologie & Landbau, SÖL)

und Maria Finckh (Universität Kassel)

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