Solarzeitalter - Naturstrom

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Solarzeitalter - Naturstrom

S Y S T E M I N T E G R AT I O N E R N E U E R B A R E R E N E R G I E N D U R C H D I R E K T V E R M A R K T U N G

Systemintegration Erneuerbarer Energien

durch Direktvermarktung

O L I V E R H U M M E L

Der Anteil fluktuierender Erneuerbarer Energien

an der Stromproduktion wächst stetig. 2012

stammten bereits 7,3 Prozent der Bruttostromerzeugung

aus Windenergie, weitere 4,6 Prozent

aus Photovoltaik. Insgesamt kamen die Erneuerbaren

Energien – also neben Wind und Photovoltaik

vornehmlich Biomasse und Wasserkraft

– 2012 auf einen Anteil von rund 22 Prozent.

Dieser Beitrag zur Stromerzeugung wird, so es

die gesetzlichen Rahmenbedingungen zulassen,

auch in den nächsten Jahren weiter steigen.

Je mehr Einfluss Wind und Sonne gewinnen,

desto wichtiger werden Mechanismen, welche

die Erzeugung des Ökostroms mit dem

Strombedarf der Kunden in Beziehung setzen und

die Integration von Erneuerbaren Energien und

bestehendem Energiesystem vorantreiben. Im

Stromhandel können über kleinere Stellschrauben

und Anpassungen im EEG wirksame Impulse für

eine größere Nachfrageorientierung der Ökostromerzeugung

gesetzt werden. Schon heute eröffnet

das EEG Betreibern von Ökostromanlagen und

Stromhändlern alternative Vermarktungswege

EEG-vergütungsfähigen Ökostroms. In der konkreten

Ausgestaltung dieser Instrumente gibt es

aber weiterhin deutlichen Verbesserungsbedarf.

D i e M a r k t p r ä m i e a l s

v o r h e r r s c h e n d e Fo r m d e r

D i re k t v e r m a r k t u n g

Für die Direktvermarktung des EEG-vergütungsfähigen

Ökostroms sieht das EEG zwei Varianten

vor: das Marktprämienmodell und das reichlich

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irreführend titulierte „Grünstromprivileg“. Die

beherrschende Direktvermarktungsform ist die

Marktprämie. Im Mai dieses Jahres wurden fast

25.000 MW Onshore-Windenergie vermarktet –

also rund drei Viertel der installierten Leistung.

Dazu kamen im selben Monat rund 3.300 MW

Solarenergie und 2.400 MW aus Biomasse. Nach

ihrer Einführung zum Januar 2012 musste die

Marktprämie aufgrund hoher Mitnahmeeffekte zu

Recht viel Kritik einstecken. Der Zweck des

Modells soll eigentlich darin bestehen, Betreibern

von Ökostrom-Kraftwerken einen Anreiz für Investitionen

in Maßnahmen zur Steuerbarkeit ihrer

Anlagen zu liefern. Das Grundprinzip: Zusätzlich

zum individuellen Marktpreis, den der Anlagenbetreiber

für die Vermarktung seines Stroms an der

Börse erhält, bekommt er noch die Marktprämie.

Diese gleicht die Differenz zwischen dem monatlich

ermittelten durchschnittlichen Wert des

Stroms einer Technologie (z.B. Windkraft) und der

fixen EEG-Vergütung aus. Gelingt es einem

Betreiber, seinen Strom in Relation zu vergleichbaren

Anlagen anderer Betreiber zu nachfragestärkeren

Zeiten mit höheren Preisen zu erzeugen, erzielt

er einen Zusatzerlös, der über die fixe EEG-Vergütung

hinausgeht. Die Aussicht auf einen Gesamterlös

oberhalb der EEG-Vergütung soll also in der

Theorie Anreiz für Maßnahmen sein, die Erzeugung

an der Höhe der Börsenpreise und somit am

Bedarf auszurichten.

In der Kritik stand das Marktprämienmodell

besonders wegen einer weiteren Komponente, der

Managementprämie. Diese Prämie wird zusätzlich

gezahlt, um den administrativen Aufwand der

Direktvermarktung zu kompensieren. De facto war

die Managementprämie allerdings 2012 ausgerechnet

bei den nicht steuerbaren, fluktuierenden

Technologien Wind und Photovoltaik zu hoch

bemessen – während sie z.B. bei Biomasse zu

gering ausfiel. Den prompt eintretenden Mitnahmeeffekten

im Bereich der fluktuierenden Energien

wurde durch eine deutliche Absenkung der

Managementprämie zum Jahreswechsel begegnet.

Es ist ratsam, die Wirkung dieser Maßnahme über

das Jahr hinweg zu beobachten.

Bei aller Kritik bietet das Marktprämienmodell

gegenüber einem Modell mit einer geringen fixen

Bonuszahlung, wie es zuletzt in die Diskussion

eingebracht wurde, eine erheblich höhere Planungssicherheit

für die Investoren. Dies gilt auch

für die diskutierte verpflichtende Vermarktung

nach Marktprämienmodell ohne eine Managementprämie

für Neuanlagen, wenn für diese Form

der Direktvermarktung Bestandsschutz besteht.

Ein fixer Bonus würde den Anlagenbetreibern

hingegen ein viel größeres Kostenrisiko der

Strompreisentwicklung übertragen – und zwar für

die vollen 20 Jahre, in denen die Anlage unter das

EEG fällt. Das Resultat wären erhebliche Risiko-

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aufschläge bei den Investitionen, welche die

Investitionskosten spürbar in die Höhe treiben

würden.

Bei einer ausgewogenen Ausgestaltung kann die

Marktprämie ihre Berechtigung haben, denn sie

stößt Lernprozesse bei Anlagenbetreibern und

Stromhändlern an und ist für alle Technologien im

Bereich der Erneuerbaren Energien unabhängig

von der Höhe der jeweiligen EEG-Vergütung prinzipiell

nutzbar.

D a s s o g e n a n n t e

G r ü n s t ro m p r i v i le g

Die zweite Variante der Direktvermarktung, das

sogenannte „Grünstromprivileg“, ist gegenüber der

Marktprämie gemessen an der vermarkteten Leistung

das Mauerblümchen – keine 900 MW Onshore-Windenergie

wurden im Mai 2013 über das

Grünstromprivileg gehandelt. Das ist allerdings

kein Wunder, denn im Zuge einer fälligen Überarbeitung

des Modells wurde dessen Attraktivität bei

der letzten EEG-Novelle erheblich gesenkt. Seit

Anfang 2012 müssen Stromhändler, die das

Modell umsetzen, mindestens 50 Prozent des an

die Endkunden vermarkteten Stroms aus EEG-

Anlagen beziehen, wobei 20 Prozent aus fluktuierenden

Quellen wie Photovoltaik oder Windenergie

stammen müssen. Beide Quoten müssen über das

Jahr gesehen und in acht von zwölf Monaten erfüllt

werden. Die monatliche Betrachtungsweise der

Quoten stellt sehr hohe Anforderungen an das Risikomanagement

der Händler – und bedeutet eine

zusätzliche Kostenbelastung, denn der Puffer überschüssigen

EEG-Stroms muss nun deutlich größer

ausfallen. Werden die Quoten zwar übers Jahr

gesehen erfüllt, aber in fünf Monaten verpasst,

muss für das komplette Jahr die volle EEG-Umlage

nachgezahlt werden.

Händler, welche die Kriterien erfüllen, zahlen eine

um maximal 2 Cent reduzierte EEG-Umlage. Auf

diese Weise sollen die höheren Einkaufskosten für

den EEG-Strom kompensiert werden. Aus der

Sicht der Anlagenbetreiber ändert sich wenig:

Solange ihre Anlagen über das Grünstromprivileg

vermarktet werden, fallen sie aus der EEG-Vergütung

komplett heraus. Dafür erhalten die Betreiber

vom Händler einen Preis pro Kilowattstunde, der

über der EEG-Vergütung liegt.

Das Grünstromprivileg ist energiewirtschaftlich

sinnvoll. Denn da nur diejenigen Strommengen auf

die Quoten angerechnet werden können, die bei

zeitgleicher Betrachtung zur Abdeckung der Kundenverbräuche

benötigt werden, entsteht ein starker

Anreiz zur Angleichung von Erzeugung und

Verbrauch – beispielsweise durch Maßnahmen

zum Demand-Side-Management. Überschüsse,

z. B. aus Windenergie in der Nacht, müssen bei

fehlender Nachfrage der Kunden nämlich mit

erheblichen Verlusten weiterverkauft werden.

Darüber hinaus ermöglicht das Grünstromprivileg

den Stromhändlern im Gegensatz zur Marktprämie,

Endverbrauchern Ökostrom nicht wie sonst

üblich aus Österreich oder Norwegen, sondern

direkt aus dezentralen, EEG-vergütungsfähigen

Öko-Kraftwerken in Deutschland zu liefern. Damit

trägt das Grünstromprivileg dazu bei, auf für den

Verbraucher sichtbare Weise sukzessive das bislang

quasi unverbundene Nebeneinander von EEG-

Einspeisesystem und Kundenverbrauch abzubauen

– und somit auf lange Sicht die Akzeptanz der

Energiewende zu sichern.

Das Grünstromprivileg eignet sich aufgrund des

hohen Anreizes, Angebot und Nachfrage Erneuerbarer

Energien näher zueinander zu bringen und

aufgrund der Beschränkung auf günstige EEG-

Anlagen hervorragend für innovative Ansätze und

Projekte.

Vo r s c h l a g z u r We i t e r -

e n t w i c k l u n g u n d F le x i b i l i s i e r u n g

d e s G r ü n s t ro m p r i v i le g s

Seit der EEG-Novelle ist das Vermarktungsmodell

allerdings derart unattraktiv, dass es kaum noch

genutzt wird. Das liegt zum einen an der gesunke-

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nen Wirtschaftlichkeit. Durch die Reduzierung der

Umlagebefreiung auf 2 Cent hatte sich die Zahl der

Marktteilnehmer schon 2012 auf eine Handvoll

reduziert. Sollte sich das Strommarktdesign nicht

grundlegend ändern und eine vernünftige Preisbildung

ermöglichen, werden eine steigende EEG-

Umlage und sinkende Börsenpreise in Zukunft

dafür sorgen, dass das Modell bei unveränderter

Ausgestaltung von Jahr zu Jahr unattraktiver und

schon bald überhaupt keinen Anwender mehr finden

wird.

Zum anderen übt das Grünstromprivileg durch die

starre 50-Prozent-Quote einen verqueren Optimierungszwang

aus, der eine Nutzung enorm

erschwert. Denn eine optimale Wirtschaftlichkeit

ist für den Händler nur bei punktgenau 50 Prozent

aus EEG-Anlagen gegeben. Dieser Idealzustand

kann kaum erreicht werden, schließlich ist das

wirtschaftliche Risiko, die Quote minimal zu verfehlen,

absolut unverhältnismäßig: 49 Prozent

EEGStrom bedeuten einen insgesamt sehr teuren

Stromeinkauf bei voller Zahlung der EEG-Umlage.

In der Realität wird die Quote daher deutlich

übererfüllt. Händler, die deutlich mehr EEG-Strom

als zur Einhaltung der Quote unbedingt nötig vermarkten

und somit eigentlich etwas Gutes tun,

werden jedoch durch eine sinkende Wirtschaftlichkeit

bestraft. Sie beziehen ihren hochwertigen

Strom zu im Schnitt höheren Preisen, erhalten aber

den gleichen Nachlass wie jene Händler, die die

Quote nur ganz knapp erfüllt haben.

Durch wenige Anpassungen können jedoch eine

breitere Nutzung dieses sinnvollen Instruments

ermöglicht und zugleich Mitnahmeeffekte vermieden

werden. Erstens sollten wir uns von der

starren EEG-Quote verabschieden. Händler, die 75

Prozent ihres Stroms aus EEG-Anlagen beziehen,

sollten auch genau für diese 75 Prozent die

Reduzierung der Umlage in Anspruch nehmen

können. Händler, die nur auf 40 Prozent kommen,

erhalten entsprechend für diesen Anteil den

„Rabatt“. Die Umlagenreduzierung sollte sich

also individuell nach der erreichten EEG-Quote

richten.

Eine solche Änderung zieht eine zweite, notwendige

Anpassung nach sich: Es sollte nur noch der

EEG-vergütungsfähige Strom von der EEG-Umlage

entlastet werden. Derzeit erhalten Stromhändler

auch für jene knapp 50 Prozent, die sie aus nicht-

EEG-vergüteten Ökostrom-Kraftwerken oder

schlimmstenfalls – untersagt ist es jedenfalls nicht

– aus Graustrom einkaufen, den Nachlass von

2 Cent. Die Reduzierung nur noch für die EEG-

Mengen zu gewähren, wäre auch aus Verbrauchersicht

nachvollziehbarer. Natürlich muss die Umlagenreduzierung

für die EEG-Mengen dann doppelt

so hoch ausfallen, wie die bisherigen auf die

Gesamtabsatzmenge bezogenen 2 Cent/kWh, um

die gleiche Attraktivität des Modells zu gewährleisten.

Für die Restmengen, die nicht EEG-Strom

sind, wäre hingegen die EEG-Umlage in voller

Höhe fällig. Zudem sollte aus Risikogründen die

Einstiegsschwelle von derzeit 50 Prozent EEG-

Strom gesenkt werden, z. B. auf 40 Prozent.

Grundsätzlich ist eine solche Einstiegsschwelle

auch weiterhin sinnvoll, um den administrativen

Aufwand einzugrenzen und zu vermeiden, dass ein

Stromhändler bei Nutzung der Vermarktungsform

keinerlei Anpassungsaktivitäten für sein Portfolio

unternimmt.

Die Einführung eines jährlichen Anpassungsfaktors

wäre ein weiterer Optimierungsschritt. Dieser

würde Mitnahmeeffekte bzw. allgemein eine Überoder

Unterförderung im Grünstromprivileg auch

längerfristig begrenzen. Ein solcher Anpassungsfaktor

würde die benötigte Planungssicherheit

gewährleisten, die eine kontinuierliche Nutzung

des Modells ermöglicht und zugleich die im jährlichen

Rhythmus wiederkehrende politische Diskussion

um die richtige Ausgestaltung des Modells

begrenzen.

Wie ein solcher einfacher Anpassungsmechanismus

konstruiert sein könnte, zeigt folgendes

Beispiel:

Höhe der EEG-Umlagen-Befreiung für EEG-

Strom = 8,20 Ct/kWh – Stromwert (Ct/kWh)

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Ausgangswerte 2013:

EEG-Umlagenbefreiung für EEG-Strom:

4,0 Cent/kWh

Cal base 2013: 4,2 Cent/kWh

Anpassungsfaktor Oktober 2013 für 2014:

Cal base 2014: 3,9 Cent/kWh

Cal base 2013 – Cal base 2014 = 4,2 – 3,9 =

plus 0,3 Cent/kWh

EEG-Umlagebefreiung für EEG-Strom 2014:

Ausgangswert 2013 + Anpassungsfaktor 2014 =

4,0 + 0,3 = 4,3 Cent/kWh

Der Anpassungsfaktor stellt sicher, dass das Grünstromprivileg

auf Jahressicht immer so attraktiv

bleibt, wie es beim Start der Regelung durch den

Ausgangswert festgelegt wurde. Innerhalb eines

Jahres kann die Attraktivität allerdings in Abhängigkeit

vom Börsenpreisniveau schwanken.

We i t e re r R e f o r m b e d a r f

Flankierend zu den beschriebenen, grundlegenden

Anpassungen des Grünstromprivilegs lässt sich das

Modell noch durch weitere Maßnahmen optimieren.

Zuvorderst sollte die monatliche Betrachtungsweise

bei der Erfüllung der beiden Quoten

ersatz-los gestrichen werden. Bislang müssen die

Quoten nicht nur wie bis 2011 aufs Jahr gesehen

erfüllt werden, sondern zusätzlich in mindestens

acht Monaten pro Jahr. Der Nutzen, den sich der

Gesetzgeber mutmaßlich von dieser Verschärfung

versprochen hat, nämlich den realitätsfernen Großhandel

mit Windstrombändern zu unterbinden,

wird schon durch die vorgeschriebene zeitgleiche

Betrachtung der Quoten erreicht. Die monatliche

Betrachtungsweise erfüllt also keinerlei Zweck, sie

stellt lediglich ein zusätzliches, nicht zu unterschätzendes

Risiko für den Stromeinkauf der

Händler dar und mindert indirekt die Wirtschaftlichkeit

des Modells.

Außerdem ist es sinnvoll, die Nutzung des Grünstromprivilegs

auch in nicht öffentlichen Netzen zu

ermöglichen. Der bisherige Ausschluss ist für die

Integration der Erneuerbaren Energien kontraproduktiv.

Fällt diese Beschränkung weg, würde dies

beispielsweise sinnvolle Wege zur direkten Belieferung

von Gewerbekunden mit Strom aus Windkraftanlagen

in unmittelbarer regionaler Nähe ebnen.

Fa z i t

Die Erneuerbaren sind auf einem guten Weg, im

Strommarkt den Ton anzugeben. Ein neues Strommarktdesign,

das an der neuen Rolle der Erneuerbaren

ausgerichtet ist und eine angemessene Preisbildung

an der Strombörse ermöglicht, wird daher

in Zukunft unumgänglich sein. Hierzu findet

bereits ein umfassender Diskussionsprozess in der

Branche statt. Im Rahmen dieser weitgreifenden

Umgestaltung bietet eine Weiterentwicklung des

Grünstromprivilegs die Chance, ein sinnvolles

Instrument der Ökostrom-Direktvermarktung zu

erhalten, in seiner Wirksamkeit zu stärken und für

eine größere Anzahl von Stromanbietern nutzbar

zu machen.

Oliver Hummel, Vorstand NATURSTROM AG

Kontakt: hummel@naturstrom.de

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