29.04.2014 Aufrufe

DolceVita - Das Küchen- und Wohnjournal

Dross & Schaffer zeigt im DolceVita-Magazin Wohn- und Küchentrends.

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<strong>DolceVita</strong><br />

FRÜHJAHR / SOMMER 2018 EURO 4,50<br />

KOCHEN. LEBEN. GENIESSEN.<br />

IM EINKLANG<br />

In der Stille der Alpen trifft Idylle<br />

auf ursprünglichen Genuss<br />

MIT 1001 AROMEN<br />

Der Foodtrend Levante-Küche erobert<br />

europäische Gourmet-Herzen<br />

ZWISCHEN DEN TELLERN<br />

Besteckserien sind Designstars<br />

IM EINKLANG<br />

auf dem Tisch<br />

In der Stille der Alpen trifft Idylle<br />

AUF auf ursprünglichen ZU NEUEN UFERN Genuss<br />

Wie Swimmingpool <strong>und</strong> Schwimmteich<br />

MIT 1001 AROMEN<br />

Gärten zu Erlebnissen machen<br />

Der Foodtrend Levante-Küche erobert<br />

europäische Gourmet-Herzen<br />

ZWISCHEN DEN TELLERN<br />

Besteckserien sind Designstars<br />

auf dem Tisch<br />

AUF ZU NEUEN UFERN<br />

Wie Swimmingpool <strong>und</strong> Schwimmteich<br />

Gärten zu Erlebnissen machen


Die BSH Gruppe ist eine Markenlizenznehmerin der Siemens AG.<br />

Sterneküche<br />

braucht keine<br />

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Die Zukunft zieht ein.<br />

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EDITORIAL<br />

LIEBE LESERINNEN UND LESER,<br />

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich<br />

gewesen“, hat Goethe einmal gesagt. Und es<br />

stimmt: Wer seine Wanderschuhe schnürt, allein das<br />

mitnimmt, was er wirklich braucht, wer sich Wind,<br />

Sonne <strong>und</strong> Regen aussetzt – der kommt an im Hier<br />

<strong>und</strong> Jetzt. Der entdeckt Schritt für Schritt nicht<br />

nur stille Täler, sonnige Almen <strong>und</strong> schroffe Gipfel,<br />

sondern auch etwas Tieferes. Eine Ruhe, wie wir sie<br />

in der Hektik des Alltags kaum mehr spüren.<br />

Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Alpen.<br />

Lernen Sie Menschen kennen, die Traditionen<br />

pflegen. Selber käsen oder Schnaps brennen, Holz<br />

bearbeiten, das Alte bewahren. Lassen Sie die<br />

Dörfer im Tal hinter sich, um hinaufzusteigen zum<br />

Gipfelkreuz. Und kehren Sie mit uns ein in urige<br />

Gasthäuser, wo man regionale Spezialitäten serviert.<br />

Überraschend einfach, einfach lecker.<br />

Wenn Sie jetzt Lust auf richtig gutes Essen haben, greifen Sie zu bei<br />

sonnengereiftem Gemüse. Gurken, Zucchini – oder w<strong>und</strong>erbar pralle Tomaten.<br />

Die Tomate, dieses r<strong>und</strong>um ges<strong>und</strong>e Gewächs, stellen wir Ihnen genauer vor.<br />

Sie passt übrigens perfekt in die Levante-Küche: Ursprünglich aus Israel, Syrien<br />

<strong>und</strong> dem Libanon stammend, erobert sie gerade die Herzen <strong>und</strong> Gaumen<br />

der Europäer. Typisch sind die vielen kleinen Gerichte, Mezze genannt; ideale<br />

Begleiter zu Gegrilltem <strong>und</strong> einem S<strong>und</strong>owner auf Terrasse oder Balkon.<br />

Einfach mal experimentieren, das ist das Motto der Levante-Küche. Und wo ließe<br />

sich das besser umsetzen als in Ihrer klug durchdachten <strong>und</strong> gekonnt geplanten<br />

Küche? Jede Menge Inspirationen liefert unsere K<strong>und</strong>enküche.<br />

Wenn Sie einen ganz eigenen <strong>Küchen</strong>traum hegen, sprechen Sie mit uns. Wir<br />

stehen Ihnen gerne mit zeitgemäßen Lösungen <strong>und</strong> jeder Menge <strong>Küchen</strong>-Knowhow<br />

zur Seite.<br />

Viel Spaß beim Lesen!<br />

Ihr <strong>DolceVita</strong>-Team<br />

Dross & Schaffer Marketing GmbH<br />

Würmstraße 13a • 82166 Gräfelfing • Telefon 089 / 898 784 0<br />

www.dross-schaffer-partner.com • info@dross-schaffer-partner.com


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

Willkommen im Sommer 1<br />

REISEN<br />

Gipfel der Genüsse 3<br />

Wohlfühl-Orte & kulinarische Spezialitäten der Alpen<br />

GEWINNSPIEL<br />

Luxuriöses Bergvergnügen 10<br />

Zwei Übernachtungen für zwei im<br />

Die Levante-Küche S. 24<br />

Almdorf Flachau zu gewinnen<br />

KÜCHE<br />

Mit Herzblut fürs Detail 12<br />

Eine K<strong>und</strong>enküche als Liebeserklärung<br />

an den Individualismus<br />

<strong>Küchen</strong> für Vordenker 16<br />

Mehr Nachhaltigkeit, mehr Zukunft:<br />

Eco-Design im Trend<br />

Besteck-Geschichte S. 26<br />

© www.mono.de<br />

KOCHEN & GENIESSEN<br />

Sonnenkinder aus dem Garten 20<br />

Die Tomate wird als echtes Genussmittel<br />

wiederentdeckt<br />

1001 leckere Nacht 24<br />

Die Levante-Küche erobert Herzen <strong>und</strong> Gaumen<br />

im Sturm<br />

Impressum:<br />

Herausgeber:<br />

Dross & Schaffer Marketing GmbH<br />

Würmstraße 13a, 82166 Gräfelfing<br />

Telefon: 089/89 87 84 0<br />

www.dolce-vita-magazin.de<br />

Redaktion & Produktion: IDENTITYPOOLNEUMANN<br />

Lerchenweg 3, 85764 Oberschleißheim<br />

Telefon: 089/315 36 25<br />

E-Mail: info@ipn00.de, www.ipn00.de<br />

Chefredaktion:<br />

Thomas Neumann<br />

Redaktion/Text: Anette Hrubesch, Ruth Wiebusch<br />

Lektorat:<br />

Corinna Volkmer<br />

Grafik/Layout:<br />

Julia Maier<br />

Fotografie:<br />

Hermann Reichenwallner, Thomas Neumann<br />

Titelbild:<br />

Georgios Tsichlis / shutterstock.com<br />

Druck:<br />

RMO Druck GmbH, 80939 München<br />

TISCHKULTUR<br />

Tischlein, Besteck dich! 26<br />

Wenn Messer, Löffel <strong>und</strong> Gabel zu Design-Ikonen werden<br />

WOHNEN<br />

Bademeisterstücke 36<br />

Eingetaucht in die Welt der puristischen Gartenpools<br />

<strong>und</strong> modernen Naturschwimmteiche<br />

KOLUMNE<br />

Zu guter Letzt 42<br />

Die Kolumne von Luigi Cucina<br />

2<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


EINE WIE KEINE.<br />

IHRE KÜCHE. NUR FÜR SIE.


SELEKTIOND<br />

SELEKTION D<br />

MANCHMAL IST DAS<br />

LEBEN DOCH EIN<br />

WUNSCHKONZERT.<br />

Wenn es um Ihre neue Küche geht,<br />

sollten nicht nur die Gedanken frei sein,<br />

sondern auch die Möglichkeiten. So wie<br />

kein Leben dem anderen gleicht, so kann<br />

auch Ihre Küche wie keine zweite sein.<br />

Dieser ebenso einfachen wie komplexen<br />

Erkenntnis geben wir mit SelektionD D<br />

eine exklusive Bühne.<br />

Erleben Sie den süßen Luxus, nicht nur<br />

aus dem Vollen zu schöpfen, sondern<br />

auch aus dem Besten. Es sind Ihre ganz<br />

persönlichen Ansprüche nach denen wir<br />

uns ausrichten: Ästhetik <strong>und</strong> Design, Form<br />

<strong>und</strong> Funktion, Leben <strong>und</strong> Genießen. Dafür<br />

filtern wir aus den Angeboten aller namhaften<br />

Hersteller jeweils die Komponenten<br />

heraus, die am besten zu Ihnen passen.<br />

Diese Markenunabhängigkeit garantiert garan-<br />

Ihnen tiert Ihnen ein erstklassiges ein erstklassiges Preis-Leis-<br />

Leistungs-Verhältnis auf höchstem auf höchstem<br />

Qualitätsniveau.<br />

Charakterstarke <strong>Küchen</strong>unikate behalten<br />

nicht nur den Blick für das große Ganze,<br />

sondern beeindrucken bis ins kleinste<br />

Detail. SelektionD D <strong>Küchen</strong> sind keine<br />

Solokünstler. Für das harmonische Zusammenspiel<br />

im Raum komponieren wir<br />

sämtliche Gewerke – Boden, Wandverkleidung,<br />

Lichtplanung <strong>und</strong> natürlich individuelle<br />

Möbelstücke, die das besondere Flair<br />

Ihrer neuen Küche in die angrenzenden<br />

Wohnbereiche hinein verlängern.<br />

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SELEKTIONDD – FÜR SIE GEMACHT<br />

DEFINIEREN<br />

WÜNSCHEN<br />

VERSTEHEN<br />

SELEKTIEREN<br />

REALISIEREN<br />

Am Anfang stehen alle<br />

Rahmenbedingungen<br />

von Budget bis Gr<strong>und</strong>riss.<br />

Alles dreht sich um<br />

Ihre Ansprüche, Ihre<br />

Vorstellungen <strong>und</strong><br />

Ideen. Damit Ihre Küche<br />

später ohne Wenn<br />

<strong>und</strong> Aber in in Ihr Leben<br />

passt.<br />

Wir hören solange zu<br />

<strong>und</strong> stellen so viele<br />

Fragen, bis wir die für<br />

Sie perfekte Küche<br />

wirklich vor Augen<br />

haben.<br />

Aus dem Portfolio aller<br />

wichtigen Markenhersteller<br />

wählen wir für für<br />

Sie genau die Komponenten,<br />

die Ihrem<br />

Anspruch am besten<br />

entsprechen. Zielsicher,<br />

kompetent <strong>und</strong> absolut<br />

markenunabhängig.<br />

Wenn alle Details<br />

definiert sind, entsteht<br />

daraus der perfekte<br />

Plan. Danach steuern<br />

wir für Sie die gesamte<br />

Ausführung inklusive<br />

aller nötigen Gewerke.


IDEEN WErDEN zum uNIKaT.<br />

©gettyimages, Dimitri Vervitsiotis<br />

DIE KÜCHEN FÜR KREatIvE.<br />

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REISEN<br />

Gipfel der Genüsse<br />

Den Alltag zurücklassen – wo ginge das besser als in den Alpen?<br />

Hier scheint es sie noch zu geben, die Stille, die Idylle,<br />

den Einklang von Mensch <strong>und</strong> Natur. <strong>DolceVita</strong> hat sich auf<br />

die Suche begeben nach „Bergeinsamkeit“ <strong>und</strong> ganz<br />

besonderen Genuss-Orten.<br />

© Bizi88 / shutterstock.com<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

3


REISEN<br />

© Mostovyi Sergii Igorevich / shutterstock.com<br />

Der<br />

Alpenraum ist ein Wintersport- <strong>und</strong> Wander-Eldorado,<br />

so viel ist klar. Doch er ist weit mehr. Ein großer, acht<br />

Länder umfassender Genussraum: Von Slowenien über Österreich,<br />

Deutschland, Liechtenstein, die Schweiz, Italien<br />

<strong>und</strong> Monaco bis Frankreich wird hier geerntet, gekocht, gut<br />

gegessen <strong>und</strong> getrunken. Die besondere Pflanzenwelt, die<br />

Tiere, die hier leben, das Gestein der Berge, die Böden, das<br />

frische Quellwasser <strong>und</strong> das raue Klima, all das prägt den<br />

ganz eigenen Geschmack der Alpen.<br />

Aus diesem reichen F<strong>und</strong>us haben kreative Köpfe über<br />

Jahrh<strong>und</strong>erte hinweg besondere Zubereitungsarten <strong>und</strong><br />

Veredelungsverfahren entwickelt – sei es das Brotbacken,<br />

die Käse- <strong>und</strong> Speckherstellung oder das Schnapsbrennen.<br />

Bis heute gibt es im Alpenraum Menschen, die an solch alten<br />

Traditionen festhalten. Und am puren Geschmack. Für<br />

sie zählt nicht Quantität, sondern Qualität. Sie setzen auf<br />

Echtheit <strong>und</strong> Reinheit der Produkte, die sie mit viel Herzblut<br />

selbst herstellen, verarbeiten <strong>und</strong> genießen.<br />

© Karl Allgaeuer / shutterstock.com<br />

Und damit sind sie nicht allein! In den vergangenen Jahren<br />

hat sich eine ganz neue Wertschätzung für traditionelle<br />

Produkte <strong>und</strong> althergebrachtes Wissen r<strong>und</strong> um Nahrungsmittel<br />

entwickelt. Immer mehr Menschen haben wieder<br />

Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, Reinen, nach dem<br />

echten <strong>und</strong> auch exklusiven Genuss.<br />

Genuss braucht Muße<br />

Der Alpenraum ist aber nicht nur reich an kulinarischen Genüssen,<br />

sondern Genuss für alle Sinne: Die Augen kommen<br />

zur Ruhe bei so viel Grün, beim Anblick weiter Täler, dunkel<br />

bewaldeter Hänge, sonnengefluteter Almen. Der Hörsinn<br />

kommt zur Ruhe beim Plätschern eines Baches oder dem<br />

Gesang eines Vogels. In den Bergen geht es einfach eine<br />

Nummer gelassener zu. Statt von A nach B zu hetzen, ist<br />

hier Zeit, den Takt der eigenen Schritte wiederzuentdecken.<br />

Oder einfach eine St<strong>und</strong>e in der Sonne zu sitzen,<br />

oben am Gipfel, <strong>und</strong> den Blick schweifen zu lassen. „Der<br />

Geist wächst mit der Weite des Augenblicks“, wusste schon<br />

Goethe. Wo der Augenblick weit wird, da ist Raum fürs Genießen.<br />

© Angelo Ferraris / shutterstock.com<br />

Auf der Suche nach ganz besonderen Genüssen – für Augen,<br />

Gaumen <strong>und</strong> Seele – hat sich <strong>DolceVita</strong> nach Tirol aufgemacht.<br />

Ob im legendären Kitzbühel, in Galtür, im Ötztal,<br />

auf der Seiser Alm oder mitten in den Dolomiten: Hier gibt<br />

es sie noch, die Almen mit bäuerlichen Hütten, die zünftigen<br />

Wirtsstuben mit Tiroler Spezialitäten <strong>und</strong> einen Reichtum<br />

an alten Bräuchen, die vielerorts bis heute gepflegt<br />

werden.<br />

4<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


REISEN<br />

WANDERN ERDET<br />

<strong>Das</strong> Wahrzeichen Südtirols, die Drei Zinnen, sind unbedingt<br />

einen Besuch wert. Wie drei Zähne ragen sie in den Himmel.<br />

Ihre Umr<strong>und</strong>ung ist eine beeindruckende, gut markierte<br />

Tour, die bei der Drei-Zinnen-Hütte startet <strong>und</strong> hier auch<br />

wieder endet. Gerade einmal 400 Meter Höhenunterschied<br />

sind in r<strong>und</strong> vier St<strong>und</strong>en Gehzeit zu überwinden. Atemberaubende<br />

Ausblicke auf die Sextner Bergwelt garantiert.<br />

Ein weiteres Südtiroler Highlight ist Europas größte Hochalm,<br />

die Seiser Alm. Hier eröffnet sich ein imposanter Blick<br />

auf die Dolomitengipfel Lang- <strong>und</strong> Plattkofel, Schlern <strong>und</strong><br />

Rosengarten. Von den weiten Ebenen aus lassen sich richtige<br />

Hochgebirgswanderungen starten, beispielsweise über<br />

die Schlernhäuser.<br />

© unknown1861 / shutterstock.com<br />

Die Würze der Milch: Bergkäse<br />

Ganz sachte zeichnen sich am Horizont erste Bergwipfel<br />

ab. Der Himmel erwacht in Grau <strong>und</strong> Zartrosa. Die Wiese ist<br />

noch feucht vom Morgentau, die Luft unglaublich klar <strong>und</strong><br />

rein. Wer jetzt lieber im Bett liegt, ist sicherlich nicht gemacht<br />

für die Arbeit hier oben. Denn der Tag auf der Alm beginnt um<br />

4.30 Uhr. Melken, die Milch zu Käse, Butter <strong>und</strong> Topfen verarbeiten,<br />

das Weidegebiet abgehen, Zäune reparieren, nachmittags<br />

die Wanderer bewirten – all das gehört auf Tirols<br />

Sommeralmen zum Alltag.<br />

Neben vielen anstrengenden Momenten bietet dieses einfache<br />

Leben auch Augenblicke puren Glücks: wie den langsam<br />

aufziehenden Morgen, die Sonne, die über die Gipfel spitzt,<br />

die erwachende Kraft der Berge. Hier kann man mit eigener<br />

Hand-Arbeit noch etwas erschaffen, so, wie zahlreiche Generationen<br />

zuvor. Die Almwirtschaft ist ein sehr traditionelles<br />

Gewerbe, das schon über Jahrh<strong>und</strong>erte gepflegt wird.<br />

Alles beginnt mit dem Almauftrieb im Mai oder Juni. Dann<br />

machen sich die Hirten <strong>und</strong> Sennerinnen mit den Tieren auf<br />

den Weg ins Gebirge. In Tirol halten viele Bauern die alte<br />

Rasse des Tiroler Grauviehs. Leicht zu erkennen sind die robusten<br />

<strong>und</strong> genügsamen Tiere an ihrem grau schimmernden<br />

Fell.<br />

Auch Hüttenwirt Jakob Prantl hält Tiroler Grauvieh auf seiner<br />

Alm, der Gampe Thaya. Zweimal täglich geht es ans<br />

Melken. Die Milch der Kühe ist besonders cremig, vollm<strong>und</strong>ig<br />

<strong>und</strong> mit einer würzigen Note. <strong>Das</strong> liegt nicht allein am<br />

hohen Fettgehalt. Es sind vor allem die r<strong>und</strong> 70 Kräuter, die<br />

auf den sonnigen Almwiesen wachsen. Sie verleihen Milch,<br />

Käse <strong>und</strong> Butter, aber auch dem Fleisch einen hervorragenden<br />

Geschmack. Jakob Prantl stellt aus dieser Milch in sei-<br />

© Frank Fischbach / shutterstock.com<br />

© Werner Spiess / shutterstock.com<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

5


REISEN<br />

© gampe thaya / www.wanderdoerfer.at<br />

© O.C Ritz / shutterstock.com<br />

© footage / shutterstock.com<br />

nem mobilen Käsewagen gleich vor Ort Käse her. Eine besondere<br />

Spezialität für Wanderer <strong>und</strong> Gäste.<br />

Sie möchten selbst einmal Käse auf der Gampe Thaya verkosten?<br />

Dann steigen Sie vom Zentrum Sölden über den<br />

Panoramaweg in eineinhalb St<strong>und</strong>en hinauf. Wer viel Gepäck<br />

hat: Von der Mautstelle der Gletscherstraße ist es nur<br />

ein 15-minütiger Fußweg.<br />

Wenn Sie wahre Bergeinsamkeit suchen, sind Sie in der<br />

kleinen „(nat)UrHütta“ mitten in den Ötztaler Alpen goldrichtig:<br />

Eine urige Hütte, die mit viel Liebe zum Detail zu<br />

einer gemütlichen, modernen Unterkunft umgebaut wurde.<br />

Hier sind Sie die einzigen Gäste!<br />

www.gampethaya.riml.com/huette/romantik-almurlaubtirol.html<br />

GUT GEREIFT<br />

Um aus Milch Käse herzustellen, wird die Frischmilch in einem<br />

Kupferkessel erwärmt. Unter Zugabe von Lab dickt sie<br />

ein <strong>und</strong> kann mit der sogenannten Käseharfe geschnitten<br />

werden. Nochmals erwärmt, heißt es rühren, rühren, rühren,<br />

bis sich der „Käsebruch“ von der Molke absetzt. Er wird<br />

mit einem Tuch herausgehoben, in Formen gefüllt <strong>und</strong> gepresst.<br />

Nach einer R<strong>und</strong>e im Salzbad dürfen die Käse dann<br />

im Naturkeller reifen. Hier werden sie gehegt <strong>und</strong> gepflegt<br />

<strong>und</strong> immer wieder mit Salzwasser geschmiert. Fünf bis<br />

sechs Monate geht das so, bis der Bergkäse sein volles Aroma<br />

entfaltet hat.<br />

Anfang September geht die Almzeit zu Ende. Unter großem<br />

Schellengeläut wird das Vieh zurück ins Tal getrieben.<br />

Wenn der Sommer unfallfrei war, bekommt das schönste<br />

Tier einen blumengeschmückten Kranz umgelegt. Auf dem<br />

Schaidplatz im Dorf werden die Kühe „geschieden“, also<br />

dem Besitzer zurückgegeben. Ein Abschied auf Zeit, bis<br />

zum nächsten Sommer.<br />

Reise-Tipp:<br />

Almabtrieb: Am 09. September lockt Zwieselstein in Tirol<br />

wieder mit einem farbenprächtigen Spektakel: Festlich geschmückt<br />

mit bunten Blumen <strong>und</strong> Glocken ziehen Kühe,<br />

geführt von den Hirten, von den Almen ins Tal. W<strong>und</strong>erschönes<br />

bäuerliches Brauchtum!<br />

Gourmet-Tipp:<br />

Die Gampe Thaya ist ausgezeichnete „Genuss Hütte“. Hier<br />

kommen Lebensmittel der Genuss-Region Österreich auf<br />

den Tisch, wie Steirisches Kürbiskernöl oder Tiroler Grauvieh.<br />

Unbedingt probieren: Tiroler Gröstl mit heimischem<br />

Rindfleisch oder Kasspatzln, reichlich mit hauseigenem<br />

Gampe-Kaas bedeckt.<br />

www.gampethaya.riml.com<br />

6<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


REISEN<br />

Die Süße der Blüte: Alpenrosenhonig<br />

<strong>Das</strong> Auge ist wie berauscht. Berghänge voll saftig-samtigem<br />

Pink, als hätte ein Maler den Farbtopf mit großem<br />

Schwung ausgegossen. Und dann summt <strong>und</strong> brummt es<br />

überall, Bienen funkeln in der Sonne. Ende Juni sind im Tiroler<br />

Hochgebirge ganze Bergflanken in Alpenrosen-Blüte<br />

versunken. Ein Festmahl für die Bienenvölker, die einige<br />

Imker heraufgeschafft haben. Die fleißigen Helferlein sollen<br />

eine ganz besondere Delikatesse produzieren, den feinen<br />

<strong>und</strong> exklusiven Tiroler Alpenrosenhonig. Sehr hell in der<br />

Farbe, zeichnet er sich durch seinen blumig-milden Geschmack<br />

aus.<br />

Etwa vier Wochen haben die Bienen Zeit, um Pollen <strong>und</strong><br />

Nektar der Alpenrose zu sammeln. Bis zu 50.000 Arbeitsbienen<br />

gehören zu einem Volk, das an warmen Tagen mehrere<br />

Kilo Blütennektar einfliegt. Ganz schön fleißig, wenn<br />

man bedenkt, dass für ein Kilo Honig bis zu zehn Millionen<br />

Blüten besucht werden müssen! Wenn das Wetter mitspielt<br />

– hier oben kann es auch im Juni schneien –, steigen die<br />

Imker Ende Juli samt Bienen zufrieden ins Tal zurück.<br />

Reise-Tipp:<br />

Hautnah erleben können Sie die Alpenrosenblüte zwischen<br />

Ende Juni <strong>und</strong> Ende Juli. Der Weg EW5 von Putzen oberhalb<br />

von Sarnthein führt hinauf zu den Steinernen Mandln<br />

<strong>und</strong> direkt vorbei an riesigen Alpenrosenfeldern.<br />

Gourmet-Tipp:<br />

Wer in Tirol ist, sollte unbedingt in einem der Hofläden vorbeischauen,<br />

die Alpenrosenhonig anbieten. Wie der von<br />

Familie Farthofer in Schwaz. Hier kommen nicht nur Gourmets<br />

vorbei, sondern auch alle, die sich für das alte Handwerk<br />

der Imkerei interessieren.<br />

www.tirolerhonig.cc<br />

Die Kraft der Wurzel: Enzianschnaps<br />

Unterhalb des Gletschers, auf leicht sandigem Boden, sind<br />

zwei Gestalten mit Spitzhacken unterwegs. Anfang Oktober<br />

ist es bereits richtig kalt, erster Schnee verharscht den<br />

Boden. Man rutscht hier leicht im unebenen Gelände. Die<br />

beiden Unerschrockenen bücken sich, haben etwas entdeckt,<br />

beginnen zu graben – <strong>und</strong> heben, heureka!, eine lange<br />

Wurzel in die Höhe. Enzian.<br />

Seit den 1960er–Jahren steht der Enzian, das Wahrzeichen<br />

der Alpen, unter strengem Schutz. Er darf weder gepflückt<br />

noch ausgegraben werden. Doch in Galtür wird Enzian seit<br />

dem 16. Jahrh<strong>und</strong>ert gestochen <strong>und</strong> zu Schnaps verarbeitet.<br />

Diese alte Tradition wollten sich die Galtürer nicht nehmen<br />

lassen. Der Kompromiss: Heute dürfen sich jedes Jahr<br />

13 Stecher aufmachen <strong>und</strong> je 100 Kilogramm Enzianwurzeln<br />

stechen. Daraus lassen sich sechs bis sieben Liter Schnaps<br />

brennen. Nicht gerade viel, weshalb der Galtürer „Enzner“<br />

eine seltene Kostbarkeit ist. Die Galtürer bieten ihren „Schatz“<br />

© Andrew Mayovskyy / shutterstock.com<br />

© footageclips / shutterstock.com © Eugenia Lucasenco / shutterstock.com<br />

Wie kommt<br />

der Honig ins Glas?<br />

Ist die Vorarbeit der Bienen geleistet<br />

<strong>und</strong> sind die Waben gefüllt, werden sie<br />

geschleudert. Dieser reine, unverfälschte<br />

Honig erhält keinerlei weitere Zusätze. Nach<br />

dem Klären <strong>und</strong> Rühren kann er abgefüllt<br />

werden <strong>und</strong> schmeckt – ganz nach<br />

Belieben – auf einem Stück Brot, im Tee<br />

oder als dicke Kruste auf<br />

Schweinsbraten.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

7


REISEN<br />

Krebskaviar mit Flusskrebsen<br />

auf Ziegenfrischkäse <strong>und</strong> Lardo,<br />

Haferwurz <strong>und</strong> Zuckerschote<br />

ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN<br />

1 Haferwurz<br />

(fast vergessenes Gemüse, der Schwarzwurzel ähnlich)<br />

Salz, Pfeffer<br />

24 Flusskrebse<br />

1 Schalotte, feingehackt<br />

etwas Olivenöl<br />

80 g junge Zuckerschoten<br />

etwas Absinth<br />

1/8 l Gemüsefond<br />

etwas Zitronensaft<br />

100 g Ziegenfrischkäse<br />

30 g Krebskaviar<br />

10 g Lardo, in hauchdünne Scheiben geschnitten<br />

ZUBEREITUNG<br />

Den Haferwurz schälen, in 4 dünne Scheiben schneiden <strong>und</strong> in<br />

Salzwasser blanchieren. Die Flusskrebse kurz in kochendes<br />

Wasser geben. Dann in Eiswasser abschrecken, Scheren <strong>und</strong><br />

Schwänze ausbrechen <strong>und</strong> vom Darm befreien. Die Schalotte in<br />

Olivenöl anschwitzen, die Zuckerschoten kurz mitschwitzen.<br />

Mit einem Schuss Absinth ablöschen <strong>und</strong> mit dem Gemüsefond<br />

auffüllen. <strong>Das</strong> Ganze mixen <strong>und</strong> durch ein Sieb streichen. Mit<br />

Salz <strong>und</strong> Pfeffer abschmecken. Die Flusskrebse kurz in Olivenöl<br />

anschwitzen <strong>und</strong> mit Salz, Pfeffer <strong>und</strong> Zitronensaft würzen.<br />

Den Ziegenfrischkäse glattrühren <strong>und</strong> zusammen mit den<br />

Haferwurzscheiben, dem Krebskaviar, den Krebsen, dem Lardo<br />

<strong>und</strong> dem Zuckerschotenmousse anrichten.<br />

Käsepressknödel<br />

mit zerlassener Butter <strong>und</strong><br />

Speckkrautsalat<br />

ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN<br />

500 g frisches Knödelbrot<br />

(oder getrocknetes <strong>und</strong> in kleine Würfel<br />

geschnittenes Toastbrot)<br />

4 Eier<br />

150 g Graukäse<br />

3 EL Petersilie, gehackt<br />

ca. 1/8 l Milch (je nachdem, wie hart das Brot ist)<br />

Salz, Pfeffer<br />

Öl zum Anbraten<br />

4 EL Butter<br />

4 EL kräftiger Bergkäse, frisch gerieben<br />

Für den Speckkrautsalat:<br />

1 Weißkohlkopf, mittlere Größe<br />

6 EL Essig<br />

4 EL Öl<br />

Salz<br />

100 g Speckreste<br />

ZUBEREITUNG<br />

<strong>Das</strong> Knödelbrot mit den Eiern, dem Graukäse <strong>und</strong> der<br />

Petersilie in eine Schüssel geben. Nun langsam die Milch<br />

einarbeiten, bis eine feuchte, geb<strong>und</strong>ene Masse entsteht.<br />

Salzen <strong>und</strong> pfeffern. Den Knödelteig ca. 10 Minuten<br />

ziehen lassen. Nun r<strong>und</strong>e Knödel formen <strong>und</strong> diese plattdrücken.<br />

Dabei achtgeben, dass sich an den Rändern keine Risse<br />

bilden. Die rohen Knödel in einer beschichteten Pfanne<br />

beidseitig in Öl anbraten <strong>und</strong> anschließend in kochendem<br />

Wasser für ca. 10 Minuten kochen. Für den Speckkrautsalat den<br />

Weißkohl in feine Streifen schneiden <strong>und</strong> mit Essig, Öl <strong>und</strong> Salz<br />

verfeinern. Den Speck würfeln <strong>und</strong> in einer Pfanne anbraten.<br />

Über den Krautsalat geben. Zum Servieren die Käsepressknödel<br />

mit Butter <strong>und</strong> Bergkäse abschmelzen <strong>und</strong> mit<br />

dem Krautsalat anrichten.<br />

© Roberto Sorin / shutterstock.com<br />

8<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


REISEN<br />

auch nur bei ganz besonderen Gelegenheiten als Zeichen<br />

aufrichtiger Verb<strong>und</strong>enheit an.<br />

Gourmet-Tipp:<br />

Der echte Galtürer „Enzner“ kommt so gut wie nie in den<br />

Verkauf. Seine erdige Note <strong>und</strong> der intensiv-bittere Charakter<br />

sind auch nicht jedermanns Sache. Doch Tirol hat so viel<br />

mehr an feinen Schnäpsen <strong>und</strong> Bränden zu bieten! Bester<br />

Beweis: die Tiroler Schnapsroute, auf der beim Verkosten<br />

bestimmt jeder seinen Lieblingsbrand findet.<br />

www.tirol.at/reisefuehrer/kultur-leben/kulinarik/schnapsroute<br />

Klar<br />

eingeschenkt:<br />

Zum Schnapsbrennen werden<br />

die Wurzelstöcke klein gehackt <strong>und</strong><br />

zusammen mit Reinzuchthefe <strong>und</strong> frischem<br />

Bergwasser zur Maische gerührt.<br />

100 Kilogramm Wurzeln ergeben etwa<br />

200 Liter Maische, aus der sich in 2<br />

Brennvorgängen r<strong>und</strong> 7 Liter<br />

Enzianschnaps gewinnen<br />

lassen.<br />

© Ulrike Jordan / shutterstock.com<br />

Nicht jeder Enzian blüht blau: Fast alle Enzian-Abbildungen, auch auf Schnapsflaschen,<br />

zeigen den leuchtend blau blühenden Enzian (Gentiana clusii). Enzianschnaps<br />

enthält allerdings weder Blüten noch Wurzeln des blauen Enzians.<br />

Meist sind es Bitterstoffe aus den Wurzeln des Gelben Enzians (Gentiana lutea).<br />

In Galtür kommt der gelbe Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata) zum Einsatz. Er<br />

wächst nur im kristallinen Hochgebirge.<br />

© East Japan Railway<br />

BUCHTIPP<br />

Haben Sie schon mal Buchweizenhonig aus der Steiermark probiert? Molkenkaramell<br />

aus dem Bregenzerwald genascht oder von Süßwassersardinen aus dem<br />

Comer See gekostet? Oder wie wäre es mit Geschmorter Brust vom Werdenfelser<br />

Rind, dazu Bärenklau-Knödel? Und im Anschluss Halbgefrorenes von der Fichte?<br />

VERSCHWINDET, WENN'S<br />

ENG WIRD - SCHLAU,<br />

DIESE BACKOFENTÜR<br />

<strong>Das</strong> kulinarische Erbe der Alpen<br />

Dominik Flammer, Sylvan Müller<br />

368 Seiten, geb<strong>und</strong>ene Ausgabe<br />

Format: 24,1 x 4,3 x 32 cm<br />

AT Verlag, 2012<br />

ISBN-13: 978-3038007357<br />

Preis: 78,00 €<br />

<strong>Das</strong> kulinarische Erbe der Alpen<br />

<strong>Das</strong> Kochbuch<br />

Dominik Flammer, Sylvan Müller<br />

268 Seiten, geb<strong>und</strong>ene Ausgabe<br />

Format: 24,3 x 3,3 x 31,9 cm<br />

AT Verlag, 2013<br />

ISBN-13: 978-3038007463<br />

Preis: 59,90 €<br />

Egal ob saftige Muffins, süße Cupcakes oder extra fluffiger<br />

Kuchen – dank der voll versenkbaren Backofentür Slide&Hide®<br />

landet alles jetzt ganz ohne Umwege im Backofen. So ist nichts<br />

mehr im Weg – für schnelles Naschen, wenn es einfach mal<br />

wieder zum Anbeißen duftet.<br />

MIT PYROLYSE<br />

ERHÄLTLICH<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

Mehr über unsere Backöfen der MegaCollection®: www.neff-home.com/de<br />

9


GEWINNSPIEL<br />

LUXURIÖSES BERGVERGNÜGEN<br />

GEWINNEN<br />

Wir verlosen zwei Übernachtungen für zwei<br />

im Almdorf Flachau!<br />

Mitten im Berg- <strong>und</strong> Wanderparadies Salzburger Land liegen<br />

die Chalets des Almdorfs Flachau. Mit herrlichem Ausblick<br />

auf die umliegende Bergwelt mit dem Dachstein <strong>und</strong><br />

auf den Ort Flachau schmiegt sich gleich daneben die „Promi<br />

Alm“ an den Hang. Der Name leitet sich vom Spitznamen<br />

des Gastgebers Peter Promegger ab, der seit seiner<br />

Jugend von Fre<strong>und</strong>en „Promi“ genannt wird.<br />

Neben den fünf gemütlichen Chalets, die an Almhütten erinnern,<br />

bietet die „Promi Alm“ Komfort auf Top-Niveau: Von<br />

der hauseigenen Tiefgarage geht es mit dem Aufzug direkt<br />

zum Chalet. Hier erwartet den Gast eine geschmackvolle<br />

Mischung aus alpiner Gemütlichkeit <strong>und</strong> luxuriöser Ausstattung.<br />

Edle Stoffe, Metall <strong>und</strong> Leder sind perfekt auf das<br />

warme Altholz abgestimmt. Jede Menge liebevolle Details<br />

wie die Altholzschindeldecken sorgen für ein ganz besonderes<br />

Flair. Der offene Kamin <strong>und</strong> einige Kuschelecken machen<br />

die Chalet-Romantik perfekt.<br />

Zwei Erholungssuchende können es sich hier auf 90 Quadratmetern<br />

r<strong>und</strong>um gut gehen lassen. Dafür stehen zwei<br />

Schlafzimmer mit eigenem Bad samt Badewanne, Dusche<br />

Fotos: Almdorf Flachau<br />

10 <strong>DolceVita</strong> 1/2018


GEWINNSPIEL<br />

<strong>und</strong> WC zur Verfügung. Neben den Schlafzimmern im Erdgeschoss<br />

liegt der komfortable Wellnessbereich mit Almsauna,<br />

Erlebnisdusche <strong>und</strong> Wellnessliege.<br />

Im Obergeschoss wartet eine perfekt ausgestattete Küche<br />

im Altholzstil mit Essbereich, Sitzecke <strong>und</strong> Divan vor dem<br />

zweiten offenen Kamin. Rihanna zu einem Glas Wein oder<br />

Bach zum Abendessen? Kein Problem mit dem SONOS-<br />

Musiksystem. Über das eigene Smartphone lässt sich der<br />

Lieblingssong ganz einfach abspielen. Wer lieber draußen<br />

sitzt <strong>und</strong> die Berge in der Abendsonne genießt: Jedes Chalet<br />

hat seinen eigenen Balkon.<br />

Vor den Chalets gibt es kleine Sonnenterrassen mit Grillplatz<br />

<strong>und</strong> Weber-Kugelgrill. Treffpunkt am Abend ist die<br />

urige Hüttenbar im Zentrum der „Promi Alm“. Der perfekte<br />

Ort, um einen entspannten Tag entspannt ausklingen zu<br />

lassen.<br />

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Brötchen<br />

vom Bäcker aus Flachau, die direkt zum Chalet geliefert<br />

werden, geht es gestärkt auf einen der vielen Wander- <strong>und</strong><br />

Mountainbike-Wege. Sie führen direkt an der „Promi Alm“<br />

vorbei. Rafting- <strong>und</strong> Canyoning-Fans kommen in der näheren<br />

Umgebung voll auf ihre Kosten, genauso wie Wassernixen<br />

an einem der beiden Badeseen. <strong>Das</strong> Ortszentrum<br />

Flachau mit seinen Restaurants, Bars <strong>und</strong> Einkaufsmöglichkeiten<br />

liegt nur wenige Gehminuten entfernt.<br />

Die „Promi Alm“ im Almdorf Flachau ist der ideale Ort für<br />

alle, die das Besondere lieben – hier lässt es sich luxuriös<br />

<strong>und</strong> ungestört urlauben. Gewinnen Sie mit etwas Glück<br />

zwei Nächte für zwei Personen!<br />

SO KÖNNEN SIE GEWINNEN<br />

Für Ihre Gewinn-Chance schicken Sie uns einfach eine<br />

E-Mail mit Ihrer vollständigen Adresse <strong>und</strong> dem Stichwort<br />

„Promi Alm“ an: gewinnen@dolcevitashop.com.<br />

Oder senden Sie uns ein Fax an <strong>DolceVita</strong>-Leserservice,<br />

Fax: +49 (0)89-89 87 84 40.<br />

Einsendeschluss ist der 31.08.2018<br />

Die Teilnahme auf dem Postweg (z. B. Postkarte oder Brief) ist ausdrücklich<br />

ausgeschlossen. Es ist pro Teilnehmer nur eine Teilnahme<br />

möglich. Eine mehrfache Teilnahme am Gewinnspiel hat einen Spielausschluss<br />

zur Folge. Ausgeschlossen sind auch Nutzer sogenannter<br />

Gewinnspiel-Eintragsservices. Automatisch eingetragene E-Mail-Adressen<br />

werden vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist<br />

ausgeschlossen.<br />

Almdorf Flachau & Promi Alm<br />

Luxus-Chalets GmbH<br />

Grießenkarweg 359 • A-5542 Flachau<br />

Telefon: +43 (0)6457/32489<br />

info@almdorf-flachau.at<br />

www.almdorf-flachau.at<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

11


KÜCHE<br />

MIT HERZBLUT FÜRS DETAIL<br />

Altes trifft Neues, Funktionales wirkt gemütlich,<br />

Schwarz <strong>und</strong> Weiß gesellt sich gern.<br />

Diese Küche vereint Gegensätze ganz w<strong>und</strong>erbar.<br />

Eine Liebeserklärung an den<br />

Individualismus.<br />

12 <strong>DolceVita</strong> 1/2018


KÜCHE<br />

© Beyond Time / shutterstock.com<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

13


KÜCHE<br />

Oben: Auch Kater Leo genießt die offene, helle Wohnlandschaft. Koch- <strong>und</strong> Essbereich<br />

gehen direkt ins Wohnzimmer über. Hier lockt die gemütliche Couch.<br />

Links: Einladendes Design – der Esstisch ist der ideale Ort zum Beisammensitzen,<br />

Feiern <strong>und</strong> Genießen.<br />

Ein Raum zum Kochen <strong>und</strong> Genießen, aber auch zum Lachen,<br />

Reden, Beisammensein – das ist die Küche von Gina<br />

<strong>und</strong> Bernd Hendges. Hier trifft sich das Paar, zu zweit nach<br />

der Arbeit oder am Wochenende mit Fre<strong>und</strong>en. Dann kredenzen<br />

sie ausgesuchte Weine aus Deutschland, Österreich<br />

<strong>und</strong> Italien. Und raffinierte Gerichte. Köchin Gina Hendges<br />

ist dabei durchaus experimentierfreudig: „Ich probiere gern<br />

Neues aus. Richtige ‚Stammgerichte‘ haben wir nicht, bei<br />

uns gibt es kaum etwas zweimal.“ Ihre Kreativität kommt<br />

nicht von ungefähr: Sie arbeitet in einer Werbeagentur.<br />

2015 haben die beiden geheiratet <strong>und</strong> gemeinsam mit Kater<br />

Leo die Parterre-Neubauwohnung bezogen. Bei der Planung<br />

der Küche holten sie sich Unterstützung von einem<br />

<strong>Küchen</strong>studio. „Wir wollten etwas Besonderes, Individuelles,<br />

jenseits der typisch weißen Einheitsküche. Einen Ort, den<br />

wir auch in zehn Jahren noch gerne anschauen“, so Gina<br />

Hendges.<br />

Altholz trifft Wasserbüffel<br />

„Gr<strong>und</strong>stein“ war <strong>und</strong> ist der Esstisch, den die beiden in die<br />

neue Wohnung mitgebracht haben. Fünf Holzbretter einer<br />

alten Scheune scheinen zwischen zwei Metallspangen geradezu<br />

zu schweben. Ganz ohne Nägel, Leim oder Schrauben.<br />

Ein besonderes Stück ihres Fre<strong>und</strong>es Christian Seisenberger<br />

by Janua. Drum herum ist ein Design-Highlight gruppiert:<br />

sechs Stühle, lässig in der Gestalt, dabei w<strong>und</strong>erbar<br />

weich <strong>und</strong> anschmiegsam aus Wasserbüffel-Leder; ein großer<br />

(Ent-)Wurf von Label Vandenberg.<br />

Der 2,80 Meter lange Esstisch hat seinen prominenten Platz<br />

schnell gef<strong>und</strong>en <strong>und</strong> bildet nun den Übergang zwischen<br />

Koch- <strong>und</strong> Wohnbereich. Er steht quasi für das Konzept der<br />

gesamten Einrichtung: urbane Gemütlichkeit, individuell<br />

interpretiert, praktisch <strong>und</strong> alltagstauglich umgesetzt.<br />

SAFRAN:<br />

Tafelfreuden<br />

Macht den Kuchen gehl – <strong>und</strong><br />

schwindelig<br />

Bei der Form- <strong>und</strong> Farbgestaltung haben beide darauf geachtet,<br />

Gegensätze in Harmonie zu bringen: Die schwarze Tafel<br />

im Hintergr<strong>und</strong> mit individueller Beschriftung gibt dem<br />

sonst weißen <strong>und</strong> lichten Raum einen starken Rahmen.<br />

<strong>Das</strong>s Safran das teuerste Gewürz der Welt ist, ist hinlänglich<br />

Schlichte Oberflächen aus Holz, Beton <strong>und</strong> Keramik wechseln<br />

sich ab mit Dekorationsgegenständen <strong>und</strong> feinen, ver-<br />

bekannt. <strong>Das</strong>s die filigranen Fäden dieser besonderen Krokus-Art<br />

aber nicht nur wegen ihres hohen Preises schwindelerregend<br />

sein können, ist für so manchen Hobbykoch<br />

spielten „Schätzchen“, wie dem grünen Kronleuchter über<br />

dem Esstisch.<br />

doch eher neu. Auch wenn man Safran kaum in der bedenklichen<br />

Quadratisch,<br />

Menge<br />

praktisch,<br />

ab fünf Gramm<br />

gut<br />

unter einen Teller mischt: Die<br />

toxischen Die eigentliche Eigenschaften Küche steht des kompakt „Kuchen-gehl-Machers“ auf nicht mehr als zu<br />

kennen, zwölf Quadratmetern. kann sicher nicht Platzsparend schaden. In sind kleinen Backofen Mengen <strong>und</strong> genossen<br />

Dampfgarer, ist Safran Hightech-Geräte zum Glück überaus von Gaggenau, ges<strong>und</strong>, das hinter Gewürz einer<br />

ist raumhohen gut für Magen Holzverkleidung <strong>und</strong> Leber, senkt verschw<strong>und</strong>en. Blutdruck <strong>und</strong> Hier Cholesterinspiegel.<br />

auch Vorräte <strong>und</strong> Geschirr ihren<br />

haben<br />

Platz.<br />

14 <strong>DolceVita</strong> 1/2018


KÜCHE<br />

Fotos: Hermann Reichenwallner<br />

Ein besonderes Highlight, ebenfalls von Gaggenau, ist die<br />

Vollflächen-Induktionskochplatte. Sie ist bündig eingelassen<br />

in die kratz- <strong>und</strong> hitzebeständige Keramik-Arbeitsplatte<br />

der <strong>Küchen</strong>insel. Der Clou: Die gesamte Fläche des Induktionsfeldes<br />

ist eine einzige Kochzone. <strong>Das</strong> Kochgeschirr<br />

wird automatisch erkannt <strong>und</strong> dort erhitzt, wo es gerade<br />

steht. „Sehr praktisch <strong>und</strong> eine große Arbeitserleichterung“,<br />

so Gina Hendges. Die Dunstabzugshaube direkt über<br />

dem Arbeitsbereich, von vier LED-Spots flankiert <strong>und</strong> an<br />

der Decke befestigt, wirkt wie ein Designerstück.<br />

Kommunikationsinsel<br />

Weinkühlschrank, Stauraum für Töpfe, Tresen, Minibar, all<br />

das ist der quadratische <strong>Küchen</strong>block. Er trennt Koch- von<br />

Essbereich <strong>und</strong> strukturiert so den Raum. Morgens ein<br />

schneller Kaffee, abends Lieblingsplatz von Bernd Hendges,<br />

der hier gern gemütlich sitzt, ein Glas Wein trinkt <strong>und</strong><br />

nach seinen langen Tag als Unternehmensberater mit seiner<br />

Frau plauscht. Gina Hendges kocht derweilen <strong>und</strong> ist<br />

ganz in ihrem Element: „Hinter den Töpfen ist mein Lieblingsplatz<br />

in der Küche“, erklärt sie schmunzelnd. Im Sommer<br />

werden die Rollen dann getauscht: „Bei gutem Wetter<br />

nutzen wir häufig den Grill auf der Terrasse. Da lasse ich<br />

aber Bernd ran.“ Die Küche wird dann zum schlichten Durchgangszimmer<br />

– in den sonnigen Garten.<br />

Die Backöfen sind hinter Holztüren verbaut <strong>und</strong> werden nur sichtbar, wenn Gina<br />

Hendges kocht.<br />

Plan eingelassen in die hitzebeständige, schnitt- <strong>und</strong> kratzfeste Keramikplatte ist<br />

das clevere Induktionskochfeld.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 15


KÜCHE<br />

KÜCHEN<br />

FÜR<br />

VORDENKER<br />

Bio-Supermärkte, faire Jeans,<br />

Öko-Strom:<br />

Nachhaltiger Lifestyle erobert<br />

unseren Alltag.<br />

Auch bei <strong>Küchen</strong>möbeln achten<br />

immer mehr Hersteller<br />

auf eine umweltfre<strong>und</strong>liche<br />

Produktion.<br />

16<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


KÜCHE<br />

Um wertvolle Ressourcen wie Holz, Wasser oder Naturstein<br />

für künftige Generationen zu bewahren, setzen sich peu à<br />

peu neue Ideen durch: Regeneration statt Raubbau. Langlebigkeit<br />

statt schneller Trends. Innovationen sind natürlich<br />

immer noch wichtig, ob im technischen Bereich oder beim<br />

Design. Doch nicht um jeden Preis.<br />

Geiz ist längst nicht mehr geil, Qualität punktet. Niemand<br />

möchte seine Spülmaschine nach drei Jahren austauschen<br />

müssen – Wertbeständigkeit spielt daher für immer mehr<br />

<strong>Küchen</strong>käufer eine entscheidende Rolle. Und die Produktion<br />

rückt zunehmend ins Blickfeld: Wird das Holz für meine<br />

neuen <strong>Küchen</strong>möbel aus Südostasien eingeschifft? Schaden<br />

Chemikalien bei der Herstellung Böden, Gewässern<br />

<strong>und</strong> dem Klima? Wie sieht die CO2-Bilanz des Herstellers<br />

aus?<br />

R<strong>und</strong>um grün<br />

Hier kommt nachhaltiges Design ins Spiel, auch Eco-Design<br />

genannt. Damit ist die Umweltverträglichkeit von <strong>Küchen</strong>möbeln<br />

<strong>und</strong> Elektrogeräten gemeint. Es geht sowohl um<br />

das verarbeitete Material als auch um den Herstellungsprozess.<br />

Sparsamkeit ist dabei oberstes Gebot, egal ob bei<br />

Energie- <strong>und</strong> Wasserverbrauch oder beim CO2-Ausstoß.<br />

Immer mehr Möbelhersteller entdecken die Schönheit <strong>und</strong><br />

Robustheit heimischer Hölzer wie Ahorn, Buche oder Fichte,<br />

am besten aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Für die<br />

Oberflächenbehandlung kommen bei nachhaltigen <strong>Küchen</strong>möbeln<br />

Bio-Öle zum Einsatz, der verwendete Leim ist<br />

formaldehydfrei. Lackiert wird mit Lacken auf Wasserbasis<br />

oder mit Naturlacken.<br />

Außen <strong>und</strong> innen hui<br />

<strong>Das</strong> Design der nachhaltigen <strong>Küchen</strong> erfüllt mindestens<br />

ebenso hohe Ansprüche: Klare Linien, hochwertige Komponenten,<br />

ansprechende Optik <strong>und</strong> maximale Funktion überdauern<br />

saisonale Trends. „Grüne“ <strong>Küchen</strong> machen viele Jahre<br />

Freude <strong>und</strong> helfen so, langfristig Ressourcen zu sparen.<br />

Klar, dass hier hochwertige <strong>Küchen</strong>geräte verbaut werden.<br />

Dazu passt eine neue, ökologische Generation von Werkstoffen,<br />

die in <strong>Küchen</strong> verbaut wird: „Greenline made of<br />

BioBoard“ ist eine nachhaltige Alternative zu Spanplatten.<br />

Statt Holz werden Mais <strong>und</strong> andere Einjahrespflanzen verwendet.<br />

<strong>Das</strong> Gewicht konnte man dadurch um 30 Prozent<br />

reduzieren, bei gleicher Stabilität <strong>und</strong> Verarbeitungsqualität.<br />

<strong>Das</strong> spart zusätzlich Treibstoff beim Transport. Die<br />

Platten sind vollständig recycelbar <strong>und</strong> PEFC-zertifiziert.<br />

© Lamyai / shutterstock.com<br />

Mittlerweile gibt es im <strong>Küchen</strong>bau nachhaltige Alternativen zu Spanplatten – bei „Greenline made of BioBoard“ kommt statt Holz unter anderem Mais zum Einsatz.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 17


KÜCHE<br />

ACHT WEGE ZUR GRÜNEN KÜCHE<br />

IN QUALITÄT INVESTIEREN<br />

Hochwertige <strong>Küchen</strong>möbel <strong>und</strong> Elektrogeräte halten meist<br />

länger. Und sie kommen oft ohne ges<strong>und</strong>heitsschädliche<br />

Chemikalien aus.<br />

PLUS-PUNKTE SAMMELN<br />

Wer bei Herd, Spülmaschine <strong>und</strong> Kühlschrank auf energieeffiziente<br />

Geräte in der Klasse A+++ oder A++ achtet, spart<br />

nicht nur Strom, sondern zugleich auch bares Geld. Bei Kühl<strong>und</strong><br />

Gefriergeräten sind das in der Effizienzklasse A+++ r<strong>und</strong><br />

50 Prozent im Vergleich zu einem A+-Gerät.<br />

MIT WASSER KNAUSERN<br />

Eco-Programme oder Energiesparprogramme verbrauchen<br />

nachweislich pro Jahr bis zu 1.000 Liter weniger Wasser als<br />

das Normalprogramm.<br />

GÜNSTIG SCHMOREN LASSEN<br />

Sparprogramme wie Heißluft Eco garantieren einen möglichst<br />

geringen Energieverbrauch. Backöfen mit Sensortechnologie,<br />

integriertem Bratenthermometer oder Backsensoren<br />

achten auf Temperatur <strong>und</strong> Feuchtigkeit <strong>und</strong><br />

regeln die Energie auf den Punkt.<br />

INDUKTION ENTDECKEN<br />

Induktionskochfelder verbrauchen von allen Kochplatten<br />

am wenigsten Strom. Interessant für alle, die oft kochen <strong>und</strong><br />

ohnehin einen neuen Herd brauchen.<br />

WELL-EN SCHLAGEN<br />

<strong>Das</strong> Wasser-Effizienz-Label WELL bewertet Armaturen<br />

nach ihrem Wasser- <strong>und</strong> Energieverbrauch. Wer zusätzlich<br />

einen Durchflussmengenbegrenzer oder Luftsprudler einbaut,<br />

spart noch mehr Wasser.<br />

AUF EINEN STREICH<br />

Die ideale Kühlschranktemperatur liegt bei 7 Grad. Bei Kühlschränken<br />

ohne Thermometer <strong>und</strong> Regelstufen einfach auf<br />

Stufe 1 bzw. 2 stellen. Oder an der Butter orientieren: Sie<br />

sollte streichfähig sein. Kühlschrank außerdem regelmäßig<br />

abtauen – eine Eisschicht erhöht den Stromverbrauch.<br />

LÄNGER LEUCHTEN<br />

Bei der Arbeitsfeldbeleuchtung, aber auch bei Elektrogeräten<br />

LEDs bevorzugen, da diese bis zu 85 Prozent weniger<br />

Energie verbrauchen <strong>und</strong> fast 20 Mal länger „leben“ als<br />

Glühbirnen.<br />

Umweltbewusst leben <strong>und</strong> dabei nicht auf Qualität, Komfort <strong>und</strong> Design verzichten? Kein Problem mit Greenline-<strong>Küchen</strong> aus BioBoard.<br />

18 <strong>DolceVita</strong> 1/2018


KÜCHE<br />

KÜCHE MIT SIEBEN SIEGELN<br />

Woran aber erkenne ich langlebige Qualität <strong>und</strong> umweltfre<strong>und</strong>liche<br />

Herstellung? Wie kann ich sicher sein, dass<br />

der neue Bodenbelag schadstofffrei ist? Auskunft geben<br />

Öko-Siegel <strong>und</strong> -Label. Sie bewerten nachhaltige Fertigung,<br />

Produktqualität <strong>und</strong> die Verträglichkeit für Mensch<br />

<strong>und</strong> Umwelt. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Siegel im<br />

Überblick vor:<br />

<strong>Das</strong> Umweltzeichen Der Blaue Engel bewertet, ob Holzmöbel<br />

bei Herstellung, Nutzung <strong>und</strong> Entsorgung Umweltbelastungen<br />

verursachen. Emissionsarmes Holz<br />

wird ebenso berücksichtigt wie nachhaltige Forstwirtschaft.<br />

Von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM)<br />

wird das Goldene M vergeben. Dahinter stecken unabhängige<br />

Tests r<strong>und</strong> um Langlebigkeit, Ges<strong>und</strong>heitsverträglichkeit<br />

<strong>und</strong> Schadstoffgehalt.<br />

<strong>Das</strong> DGM-Klimalabel unterstützt das 1,5-Grad-Ziel der<br />

UN. Gr<strong>und</strong>lage zur Bewertung ist die CO2-Bilanz eines<br />

Unternehmens, der „Carbon Footprint“. Er setzt sich zusammen<br />

aus direkten <strong>und</strong> indirekten Treibhausgasemissionen<br />

wie Wasserverbrauch oder Treibstoffe für LKW.<br />

Klassifiziert von A bis D gibt das DGM-Emissionslabel Informationen<br />

zur Schadstoffemission in Möbeln. So hilft es,<br />

vor ges<strong>und</strong>heitlichen Beeinträchtigungen zu schützen.<br />

Der TÜV Rheinland vergibt nicht nur das GS-Zeichen für<br />

Produkte, die die Qualitäts- <strong>und</strong> Sicherheitsstandards<br />

des deutschen Produktsicherheitsgesetzes erfüllen; von<br />

ihm kommt auch das Label LGA schadstoffgeprüft. Alle<br />

Emissionen müssen den gesetzlichen Werten entsprechen.<br />

Nachhaltig erwirtschaftetes Holz erkennt man am PEFC-<br />

Zertifikat. Der „Wald-TÜV“ achtet auf Wiederaufforstung,<br />

schonenden Umgang mit Pflanzen- <strong>und</strong> Tierwelt<br />

sowie die Rechte der Arbeiter.<br />

Die Sicherheit, dass Holz für <strong>Küchen</strong>möbel nicht aus<br />

Raubbau stammt, gibt das FSC-Siegel.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 19


Sonnenkinder aus dem<br />

Garten<br />

Der arktische Winterkabeljau Skrei gehört zu den edelsten<br />

Saisonfischen der Welt. <strong>DolceVita</strong> hat für Sie den kulinarischen Alleskönner<br />

aus dem Nordmeer nicht mehr vom Haken gelassen.<br />

Sie sind rot, gelb, grün, violett oder schwarz.<br />

Sie sind saftig, fruchtig, süß. Sie sind Sommer ohne Wenn <strong>und</strong> Aber<br />

<strong>und</strong> aus der Küche nicht wegzudenken. Sie sind: Die Tomaten.<br />

20 <strong>DolceVita</strong> 1/2018


KOCHEN & GENIESSEN<br />

Zugegeben, der Sommer lässt sich auf tausend<strong>und</strong>eine Art<br />

genießen, mindestens. Vorne mit dabei sind immer auch die<br />

kulinarischen Verheißungen, diese verlockenden Insignien<br />

der Sonnenzeit vom ersten Erdbeereis bis zum neuesten<br />

Grillgenuss.<br />

Und dann gibt es noch die Tomate. Auch wenn sie längst<br />

das ganze Jahr über im Supermarkt zu haben ist, seinen<br />

großen Auftritt hat das meistgekaufte Gemüse in Deutschland<br />

von Juli bis Oktober. Sonnensatt <strong>und</strong> frisch geerntet<br />

möglichst direkt auf den Tisch – mit ihrem individuellen<br />

Spiel von Süße <strong>und</strong> Säure läuft sie sogar pur genossen den<br />

raffiniertesten Salatkompositionen locker den Rang ab.<br />

„Diese Aromen“, schwärmt denn auch Andreas Modery,<br />

Garten- <strong>und</strong> Genussexperte, Autor verschiedener Gartenbücher<br />

<strong>und</strong> Journalist. „Eine sonnenverwöhnte, knackige<br />

Tomate ist einfach sensationell. Die Zeiten, in denen sie nur<br />

eine farbliche Nebenrolle auf dem Teller spielte, sind vorbei.<br />

Die Tomate wird derzeit als echtes Genussmittel wiederentdeckt.“<br />

Ein Platz an der Sonne<br />

Befeuert wird diese Entwicklung auch vom Trend des „Urban<br />

Gardening“. Immer mehr Menschen finden Gefallen am<br />

Hegen <strong>und</strong> Pflegen ihrer eigenen kleinen Gemüsebeete,<br />

<strong>und</strong> sie brauchen dafür weder Bauernhof noch großen Garten.<br />

So sprießen allerorten die eigenen Tomaten für Salat<br />

<strong>und</strong> Salsa aus den Töpfen.<br />

Damit die w<strong>und</strong>erbaren Aromen entstehen können, braucht<br />

es ein bisschen Pflege, kein Wasser von oben, dazu viel<br />

Wärme <strong>und</strong> noch mehr Sonne. Die Tomaten-Kinderstube<br />

sollte mindestens 22 Grad warm sein. Also ab mit dem jungen<br />

Gemüse auf die Fensterbank <strong>und</strong> immer der Sonne<br />

entgegen. „Fürs Reifen ist die Sonne zuständig“, erklärt<br />

Modery. <strong>Das</strong> angebliche Nachreifen einer bereits geernteten<br />

Tomate ist also ein Mythos, die Früchte werden zwar<br />

noch rot <strong>und</strong> das (in hohen Dosen) giftige Solanin abgebaut.<br />

Geschmacklich tut sich aber rein gar nichts mehr.<br />

© Zbigniew Pawluczuk / shutterstock.com<br />

Moderys Tipp: Die Pflanzen nicht vor der „kalten Sophie“<br />

am 15. Mai nach draußen stellen. Als Pflanzgefäße verwendet<br />

der Profi schwarze Kunststoff-Töpfe, so erwärmt sich<br />

die Erde besonders gut. „Je heißer der Fuß der Pflanze,<br />

desto feiner die späteren Aromen.“<br />

© Stephen B. Goodwin / shutterstock.com<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 21


KOCHEN & GENIESSEN<br />

Zebra zum Butterbrot<br />

R<strong>und</strong> 10.000 Kultursorten soll es angeblich geben, <strong>und</strong> Rot<br />

ist längst nicht mehr die einzige Farbe am Tomatenhorizont.<br />

Die Palette reicht von Gelb über Grün bis zu changierendem<br />

Lila-Schwarz. Steigender Beliebtheit erfreuen sich<br />

die sogenannten wilden Tomatensorten, wobei man eher<br />

von den alten Sorten sprechen müsste. Sie sind kleiner als<br />

die einheitsgezüchteten „Normaltomaten“ <strong>und</strong> kommen<br />

der Ur-Tomate mit ihrer hohen Süße/Säure-Konzentration<br />

am nächsten.<br />

Zu den Lieblingen von Andreas Modery gehört neben<br />

„Evergreen“ zum Beispiel die Sorte „Green Zebra“. Sie<br />

leuchtet gelb-grün <strong>und</strong> hat ein auffälliges Streifenmuster.<br />

„Bei den gelben Sorten ist ‚Küstengold‘ einer meiner Favoriten.<br />

Diese Johannisbeertomate ist genauso klein wie ihre<br />

Namensgeberin <strong>und</strong> schmeckt himmlisch fruchtig.“ Wer alternativ<br />

auch mal auf die dunkle Seite wechseln will, dem<br />

legt Modery unter anderem die Sorten „Osu Blue“ <strong>und</strong><br />

„Black Cherry“ ans Herz.<br />

Genuss in der Hauptrolle<br />

Bei der bunten Vielfalt isst aber zum Glück nicht nur das<br />

Auge mit. Die vielen wiederentdeckten Sorten sind ein<br />

wahres Fest für den Gaumen, <strong>und</strong> zwar ganz ohne Begleitung<br />

von Vinaigrette & Co. Probieren Sie zum Beispiel ein<br />

Tomaten-Carpaccio aus verschiedenfarbigen Sorten. Einfach<br />

in feine Scheiben geschnitten <strong>und</strong> dekorativ auf einer<br />

Platte arrangiert – schon ist der Sommerreigen eröffnet.<br />

Wer mag, kann mit verschiedenen Salzen wie Fleur de Sel,<br />

Himalaya-Salz oder auch aromatisierten Kräutersalzen experimentieren<br />

<strong>und</strong> so eine regelrechte Tomaten-Degustation<br />

daraus machen. Der erste Bissen sollte aber immer der<br />

puren Tomate gehören, nur so lassen sich im Anschluss feine<br />

Aromen-Nuancen durch die verschiedenen Salzzugaben<br />

herausschmecken.<br />

Schrumpelig? Sugo! Überreife Tomaten mit schrumpeliger Schale sollten in<br />

den Kochtopf statt auf den Kompost wandern. Sie eignen sich nämlich hervorragend<br />

für kräftige Tomatensaucen.<br />

© mzuzka / shutterstock.com<br />

Innen wie außen spektakulär – die „Green Zebra“ lockt mit extravagantem Erscheiningsbild<br />

<strong>und</strong> delikatem Geschmack.<br />

Schwarze Tomatensorten sind bei genauer Betrachtung meist violett bis braun.<br />

Auch das Fruchtfleisch ist dunkel gefärbt.<br />

DIE TOMATE: GOLDAPFEL<br />

DER MAYAS<br />

Ihren Geburtsort hat das Nachtschattengewächs aller<br />

Wahrscheinlichkeit nach in Peru. Von dort gelangte sie<br />

über die Anden bis nach Mexiko. Azteken, Mayas, Inkas<br />

– all diese einstigen Hochkulturen sollen die Tomate bereits<br />

als Nutzpflanze verwendet haben. Mit der Entdeckung<br />

Süd- <strong>und</strong> Mittelamerikas machten auch die Europäer<br />

erstmals Bekanntschaft mit der seinerzeit eher<br />

bitteren Beerenfrucht. Kurzerhand stempelte man die<br />

Tomate als giftig ab <strong>und</strong> gab den verdächtigen roten<br />

Dingern den Namen „Wolfspfirsich“. Ob schließlich die<br />

Italiener oder die Franzosen die ersten Mutigen waren,<br />

die sich an die Tomate heranwagten, darüber scheiden<br />

sich die Geister. Zum Ende des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts trat das<br />

„Weltgemüse“ endgültig seinen Siegeszug in unseren<br />

<strong>Küchen</strong> an – <strong>und</strong> wird inzwischen beinahe liebevoll Paradies-,<br />

Gold- oder Liebesapfel genannt.<br />

© Vadym Zaitsev / shutterstock.com<br />

© Anastasia_Panait / shutterstock.com<br />

22<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


KOCHEN & GENIESSEN<br />

Beinah eine kulinarische Offenbarung sind auch süße Varianten.<br />

Für eine Überraschung gut ist zum Beispiel der Beerensalat<br />

à la Modery: Dafür einfach verschiedenes Obst <strong>und</strong><br />

Beeren, zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren, Kiwi, Mango<br />

oder Melone mit einer Vanilleschote, etwas Zucker <strong>und</strong> einem<br />

Schuss Obstschnaps ansetzen <strong>und</strong> ziehen lassen. Die<br />

Geheimzutat sind kleine rote Johannisbeertomaten, die<br />

erst zum Schluss untergemischt werden. Die knackigen<br />

Aromaperlen fallen gar nicht auf – umso größer ist der<br />

köstliche Oho-Effekt.<br />

Übrigens: Rotsehen muss niemand, wenn die Selfmade-<br />

Tomaten im Garten doch mal grün bleiben. Der Experte<br />

empfiehlt dann: „Kochen Sie einfach ein Chutney aus grünen<br />

Tomaten. <strong>Das</strong> in der unreifen Frucht enthaltene Solanin<br />

wird beim Erhitzen unschädlich gemacht, <strong>und</strong> in der Mischung<br />

entfalten sich tolle Aromen, die eben nur mit unreifen<br />

Tomaten entstehen.“<br />

RUNDTOMATE<br />

Sie wird auch Kugeltomate genannt, etwa 70% des<br />

weltweiten Anbaus entfällt auf sie. An einem Stab festgeb<strong>und</strong>en<br />

klettert sie im Gewächshaus genauso wie im<br />

Garten. Sie ist sehr fest, ihr Geschmack eher säuerlich.<br />

Perfekt für: Alle Gerichte, bei denen die Tomate ihre<br />

Form behalten soll.<br />

FLEISCHTOMATE<br />

Die eher unförmigen Riesen toppen eine normale Tomate<br />

in Sachen Gewicht locker um das Doppelte. Unter<br />

südlicher Sonne gereift sind sie fantastisch aromatisch<br />

<strong>und</strong> aufgr<strong>und</strong> des geringen Saftanteils sehr schnittfest.<br />

Zu den bekanntesten gehört das Ochsenherz.<br />

Perfekt für: Suppen, Schmorgerichte, zum Grillen <strong>und</strong><br />

Gratinieren; auch für Salate.<br />

Vielen Dank an…<br />

Für die besonderen Tipps stand uns Andreas „Mo“ Modery<br />

Rede <strong>und</strong> Antwort. Er gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten<br />

Gartenexperten des deutschen Sprachraums.<br />

Mit seinen ebenso f<strong>und</strong>ierten wie höchst unterhaltsamen<br />

Tipps & Tricks ist er zu sehen (u. a. Bayerisches Fernsehen),<br />

zu hören (u. a. Antenne Bayern, Radio Tirol) <strong>und</strong> zu lesen (u. a.<br />

mehrere Gartenratgeber).<br />

FLASCHENTOMATE<br />

Die typischen Italiener unter den Tomaten. Man kennt<br />

die längliche Form vor allem als Dosentomaten ohne<br />

Schale – auch, weil sie tatsächlich besonders leicht zu<br />

schälen sind. Nahe Verwandte ist die Eiertomate.<br />

Perfekt für: Pizza, italienische Sugos; da sie sehr süß<br />

<strong>und</strong> aromatisch sind, unbedingt auch mal ungekocht im<br />

Salat probieren!<br />

KIRSCH-/CHERRYTOMATE<br />

Sie ist der buchstäbliche Party-Knaller: Auch als Cocktailtomate<br />

bekannt, haben sich diese knackig-saftigen<br />

Sorten mit ihrem gefälligen Süß-sauer-Aroma zu Lieblingen<br />

fürs kalte Buffet gemausert. Eine süß-fruchtige<br />

Variante ist die Datteltomate.<br />

Perfekt für: Fingerfood, als „Nasch-Tomate“.<br />

WILDTOMATE<br />

Alte Sorten, neu entdeckt: Ähnlich ihren wilden Urahnen<br />

kommen sie klein, bunt <strong>und</strong> mit sehr unterschiedlichen<br />

Aromakompositionen auf unsere Teller. Einfach<br />

durch die neue Vielfalt probieren!<br />

Perfekt für: Salate, besondere Akzente für kalte Platten.<br />

Perfektes Arrangement: Tomaten brauchen Platz (nur bitte nicht im Kühlschrank!),<br />

damit sie keine Druckstellen bekommen. Außerdem sorgt ihr ausströmendes<br />

Reifegas dafür, dass umliegendes Obst <strong>und</strong> Gemüse schneller „kippt“.<br />

Am besten eine große Schale, Platte oder ein Tablett dekorativ mit verschiedenen<br />

Tomatensorten arrangieren.<br />

© Shebeko / shutterstock.com<br />

STRAUCHTOMATE<br />

Wenig Kerne, viel Geschmack – Strauchtomaten schmecken<br />

kräftig <strong>und</strong> haben relativ wenig Flüssigkeit. Achtung:<br />

Nur weil sie noch am Stängel hängen, heißt das<br />

nicht, dass sie gerade erst gepflückt wurden. Der intensive<br />

Tomatenduft kommt von den feinen Härchen an<br />

den Stängeln.<br />

Perfekt für: Aufläufe, als Belag z. B. für Pizza oder Burger.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 23


1001<br />

LECKERE<br />

NACHT<br />

Orientalische Gewürze <strong>und</strong> Aromen, kombiniert<br />

mit frischem Gemüse <strong>und</strong> Hülsenfrüchten<br />

– die Gr<strong>und</strong>lage der Levante-Küche.<br />

Sie erobert gerade im Sturm die Herzen<br />

<strong>und</strong> Gaumen der Europäer.<br />

Laut Zukunftsinstitut gehört sie<br />

zu den Foodtrends 2018.<br />

24 <strong>DolceVita</strong> 2/2017


KOCHEN & GENIESSEN<br />

© ChameleonsEye / shutterstock.com<br />

Die Wurzeln der Levante-Küche liegen am östlichen Mittelmeer,<br />

genauer in der Region Levante. Sie reicht von Syrien<br />

über den Libanon, Israel <strong>und</strong> Jordanien bis in die Türkei. Die<br />

moderne Levante-Küche hat sich in Israel entwickelt, wo<br />

sich junge Köche von der aromatischen arabischen Küche<br />

inspirieren ließen. Neu interpretiert gingen ihre Kreationen<br />

in die Welt hinaus <strong>und</strong> mischten sich mit anderen <strong>Küchen</strong>,<br />

allen voran mit der asiatischen.<br />

Vorspeise oder Hauptgang? Hauptsache lecker<br />

Typisch für die Levante-Küche sind Vorspeisen <strong>und</strong> kleine<br />

Zwischengerichte, Mezze genannt. Zu den beliebtesten gehören<br />

Hummus, Taboulé <strong>und</strong> Falafel. Ob Mezze Vor- oder<br />

Hauptspeisen sind? Sowohl als auch, ganz nach Menge <strong>und</strong><br />

Laune. Experimentieren ist unbedingt erlaubt, <strong>und</strong> wer<br />

nicht alles selbst anrühren möchte, bekommt viele Mezze<br />

bereits fertig im Laden oder auf dem Wochenmarkt, auch<br />

in Deutschland.<br />

Dazu lässt sich beinahe alles kombinieren, von gerösteten<br />

Nüssen über Essiggürkchen bis zu Kartoffelchips. Die Levante-Küche<br />

ist weltoffen, verändert sich ständig <strong>und</strong> ist<br />

nur schwer einzugrenzen. Sie reicht von den bunten Märkten<br />

Tel Avivs über kleine Hinterhof-Imbisse in Istanbul bis<br />

zu den Delis in London.<br />

Beisammen sitzen <strong>und</strong> gut essen lässt es sich auch in den<br />

zahlreichen israelischen Restaurants, die in immer mehr<br />

Metropolen ihre Pforten öffnen. Eine Institution ist das Ha-<br />

Salon von Star-Gastronom Eyal Shani in Tel Aviv. Abends<br />

verwandelt es sich in einen angesagten Club. Die zugehörige<br />

Restaurantkette Miznon hat inzwischen Zweigstellen in<br />

Paris, Wien <strong>und</strong> New York.<br />

<strong>Das</strong> Neni gibt es sowohl in Zürich wie auch in Hamburg. Israelische<br />

Speisen werden hier direkt im Topf oder auf einem<br />

Stück Pergament serviert, sodass jeder zugreifen kann<br />

– perfekt, um Genussmomente zu teilen. Die Londoner lieben<br />

die Delis <strong>und</strong> Restaurants von Yotam Ottolenghi, hierzulande<br />

bekannt als Autor des Kochbuchs „Jerusalem“.<br />

In Deutschland ist Berlin Levante-Hochburg: Im Masel Topf<br />

oder Mani wird nächtelang geschlemmt <strong>und</strong> gefeiert. Etwas<br />

gediegener, aber nicht weniger lecker geht es im Levante<br />

im Kempinski Hotel Frankfurt zu. Die Münchner wiederum<br />

finden ein kleines, feines Stückchen Tel Aviv im<br />

Restaurant Nana.<br />

Mezze: Lebensfreude pur<br />

<strong>Das</strong> Wort „Mezze“ stammt übrigens aus dem Arabischen<br />

<strong>und</strong> heißt übersetzt so viel wie „Essen, Trinken, Reden“.<br />

„Mezze“ meint die kleinen Speisen, aber auch eine ganze<br />

Tischkultur: Man genießt gemeinsam mit Fre<strong>und</strong>en <strong>und</strong> Familie.<br />

Jeder bringt etwas mit, so entsteht eine bunte Vielfalt<br />

an Gerichten <strong>und</strong> Aromen.<br />

© Lerner Vadim / shutterstock.com<br />

Frische Produkte <strong>und</strong> aromatische Gewürze der Region kauft man in Tel Aviv<br />

gerne auf dem Carmel-Markt, dem größten Obst- <strong>und</strong> Gemüsemarkt der Stadt.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 25


KOCHEN & GENIESSEN<br />

DIE LIEBLINGSGEWÜRZE<br />

DER LEVANTE-KÜCHE<br />

Die Levante-Küche lebt von der Vielfalt ihrer Aromen<br />

<strong>und</strong> Gewürze. Einige ganz besondere Mischungen tauchen<br />

immer wieder auf <strong>und</strong> verleihen beim Nachkochen<br />

den typischen Geschmack der Mittelmeerküche <strong>und</strong> des<br />

Nahen Ostens:<br />

Sumach wird aus den getrockneten, geschroteten Früchten<br />

des Sumach-Strauches hergestellt. Der leicht säuerlichherbe<br />

Geschmack gibt Couscous-Salaten eine fruchtige<br />

Note.<br />

Za‘atar ist eine Mischung aus Sesamsaat, Sumach, Thymian,<br />

Oregano, Majoran <strong>und</strong> Kreuzkümmel. Mit Olivenöl gemischt<br />

passt Za‘atar zu Fladenbrot oder Kichererbsensalat.<br />

Ras el-Hanout kann bis zu 25 Gewürze enthalten, darunter<br />

Chili, Kardamom, Muskat, Pfeffer, Zimt <strong>und</strong> Anis. Schmeckt<br />

prima zu Fleischgerichten, Reis <strong>und</strong> Couscous.<br />

Harissa ist eine scharfe Mischung aus Chili, Paprikapulver,<br />

Knoblauch, Kreuzkümmel <strong>und</strong> Koriander. Verleiht Dips <strong>und</strong><br />

Dressings ein warmes Aroma.<br />

Baharat ist eine Gewürzmischung unter anderem aus Chili,<br />

Paprikapulver, Pfeffer, Koriander, Zimt, Sternanis, Nelken,<br />

Kardamom, Kumin <strong>und</strong> Schwarzkümmel. Eine feine Ergänzung<br />

zu Fleisch- <strong>und</strong> Fischgerichten, Dips <strong>und</strong> Gemüse.<br />

RICHTIG GEWÜRZT<br />

Wenn es ums Würzen geht, hat die Levante-Küche keine<br />

festen Regeln. Falsch machen gibt es nicht. Zu Sumach<br />

oder Baharat lassen sich auch heimische Kräuter,<br />

Gewürze <strong>und</strong> Öle kombinieren. Probieren Sie außerdem<br />

Chilipaste als scharfen Begleiter, etwas Honig für leichte<br />

Süße oder Zitronensaft zum Abr<strong>und</strong>en.<br />

© Zelenskaya/shutterstock.com<br />

26<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


KOCHEN & GENIESSEN<br />

RUNDUM BUNT UND GESUND<br />

Perfekt zu Mezze passt übrigens Salat. Der gehört im Nahen<br />

Osten zu jeder Mahlzeit dazu. Ob aus Blattsalat, Kräutern,<br />

Tomaten, Gurke, Auberginen oder Hülsenfrüchten ist<br />

beinahe egal. Ein schneller Tomatensalat mit Kräutern ist<br />

ein w<strong>und</strong>erbarer Begleiter zu Fleisch <strong>und</strong> Fisch, ein Salat<br />

aus gehacktem Gemüse eine feine Ergänzung zu Hummus.<br />

Viele Salate werden in kleinen Portionen als Mezze serviert,<br />

in doppelter Menge als Hauptgericht.<br />

Wenn Sie jetzt richtig Lust auf Levante bekommen haben,<br />

probieren Sie unser Salat-Rezept auf Seite 28! Und experimentieren<br />

Sie mit Kräutern <strong>und</strong> Gewürzen – alles geht in<br />

der Levante-Küche.<br />

© Vigen M / shutterstock.com<br />

© its_al_dente / shutterstock.com<br />

© Lestertair / shutterstock.com<br />

© fotohunter / shutterstock.com<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 27


KOCHEN & GENIESSEN<br />

Fattoush<br />

PERFEKT FÜR HEISSE<br />

SOMMERTAGE<br />

Fattoush ist ein libanesischer Salat mit<br />

gebratenen Fladenbrotstückchen.<br />

ZUTATEN FÜR 1 PORTION<br />

200 g Salatgurke<br />

200 g Tomaten<br />

½ Granatapfel<br />

80 g Babyspinat<br />

½ B<strong>und</strong> Minze, ½ B<strong>und</strong> Petersilie<br />

1 Knoblauchzehe<br />

2 EL Zitronensaft<br />

1 EL Weißweinessig<br />

1 TL Honig<br />

100 ml Olivenöl<br />

1 TL Sumach (ersatzweise Zitronenschale)<br />

Salz, Pfeffer<br />

1 arabisches Fladenbrot oder Dürüm<br />

ZUBEREITUNG<br />

Gurke grob schälen, längs halbieren, entkernen <strong>und</strong> in<br />

Stücke schneiden. Tomaten waschen <strong>und</strong> würfeln.<br />

Granatapfel vierteln, die Kerne lösen. Spinat waschen<br />

<strong>und</strong> trocken schleudern, dabei große Stiele entfernen.<br />

Kräuter waschen, trocken schütteln <strong>und</strong> fein hacken.<br />

Alles mischen.<br />

Für das Dressing Knoblauch abziehen, durch die Presse<br />

drücken <strong>und</strong> mit Zitronensaft, Essig, Honig, 1 EL Öl <strong>und</strong><br />

Sumach bzw. Zitronenschale verrühren. Mit Salz <strong>und</strong><br />

Pfeffer würzen <strong>und</strong> unter den Salat heben.<br />

Fladenbrot in m<strong>und</strong>gerechte Streifen schneiden. Restliches<br />

Öl in einer Pfanne erhitzen, das Brot darin anbraten<br />

<strong>und</strong> auf <strong>Küchen</strong>papier abtropfen lassen.<br />

Salat nochmals mit Salz <strong>und</strong> Pfeffer abschmecken, das<br />

Brot unterheben <strong>und</strong> sofort servieren.<br />

28<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


TISCHKULTUR<br />

Smart today.<br />

Smart tomorrow.<br />

Vernetzen Sie Ihre Küche zukunftssicher<br />

mit Home Connect <strong>und</strong> senden Sie z. B.<br />

Rezepte an Ihren Bosch Backofen. Mehr<br />

smarte Ideen auf www.bosch-hc.de<br />

<strong>DolceVita</strong> 2/2017<br />

Home Connect ist ein Service der Home Connect GmbH.<br />

29


TISCHKULTUR<br />

Besteck von Bitz, über www.scandinavian-lifestyle.de<br />

TISCHLEIN,<br />

BESTECK DICH!<br />

Vorbei die Zeiten,<br />

als sich Messer, Gabel <strong>und</strong> Löffel noch<br />

in eine Besteckschublade stecken ließen.<br />

<strong>DolceVita</strong> hat für Sie in der Geschichte gestöbert<br />

<strong>und</strong> ebenso neue wie zeitlose<br />

Designtrends aufgegabelt.<br />

30<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


TISCHKULTUR<br />

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie „Tischdekoration“ hören?<br />

An Besteck vermutlich eher nicht. Kein W<strong>und</strong>er, gehören<br />

Messer, Gabel <strong>und</strong> Löffel doch zu den Haushaltsutensilien<br />

des täglichen Bedarfs. Wir verwenden sie meist so<br />

selbstverständlich wie eine Zahnbürste, ein großer Auftritt<br />

am Tisch bleibt ihnen in der Regel verwehrt – vom vererbten<br />

Tafelsilber an Weihnachten einmal abgesehen.<br />

Mehr <strong>und</strong> mehr allerdings befreien sich moderne Essbestecke<br />

von ihrer Schlichtheit <strong>und</strong> beeindrucken in ungewöhnlichen<br />

Designs, insbesondere was die Farbgebung anbelangt.<br />

Ganz hoch im Kurs stehen die Metall-Nuancen Messing,<br />

Kupfer <strong>und</strong> Gold. Die Ästhetik folgt hier dem Interieur-Design,<br />

denn auch bei Wohnaccessoires von der Blumenvase<br />

über die Tischleuchte bis zum Beistelltisch schimmert <strong>und</strong><br />

glänzt es in warmen, edlen Farbtönen um die Wette.<br />

Die feinere Gesellschaft unter den Bürgerlichen bekam<br />

ebenfalls Lust darauf, ihren Gästen neben dem Braten auch<br />

das Besteck zu servieren. So breitete sich die neue Tischkultur<br />

bis Anfang des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts allmählich immer<br />

weiter aus. Danach begann die Blütezeit der Silbermanufakturen<br />

– das mondäne Tafelsilber mit bis zu 150 Besteckteilen<br />

wurde zum Luxusobjekt für die Bessergestellten. Auf<br />

Masse wurden die Esswerkzeuge erst ab ca. 1850 produziert,<br />

parallel zur Erfindung der Metallversilberung.<br />

Darüber hinaus ist Schwarz das neue Silber. Mittels einer<br />

innovativen PVD-Beschichtung lässt sich Edelstahl „umfärben“,<br />

das Ergebnis sind originelle, exklusive Hingucker, die<br />

die Lust auf Fingerfood in weite Ferne rücken lassen. Und<br />

noch ein dritter Trend lässt sich ausmachen: Besteckserien<br />

in aufwändig handgefertigter Hammerschlag-Optik zitieren<br />

den Stil höfischer Tischkultur, holen ihn aber gekonnt in<br />

die Design-Gegenwart. <strong>Das</strong> Eigenwillige daran: Auch die<br />

Teile, die mit Speisen <strong>und</strong> M<strong>und</strong> in Berührung kommen,<br />

sind mit den kleinen Einkerbungen bearbeitet.<br />

Besteck to go aus dem Mittelalter<br />

So schick <strong>und</strong> für alle verfügbar war Besteck aber längst<br />

nicht immer. <strong>Das</strong> alltägliche Mittelbesteck, wie die Ausführung<br />

zwischen der opulenten Tafel- <strong>und</strong> der kleinen Dessert-<br />

Variante heißt, ist tatsächlich erst seit den 1950er-Jahren<br />

üblich. Viele h<strong>und</strong>ert Jahre war es dagegen Usus, sein ganz<br />

persönliches Privatbesteck überall dabei zu haben. Es wurde<br />

in eine kleine Tasche gesteckt, was man damals „bestecken“<br />

nannte – daraus leitete sich später das Wort Besteck<br />

ab.<br />

Messer <strong>und</strong> Löffel „to go“ am Gürtel zu tragen war dabei<br />

keineswegs ein Zeichen für Armut. Selbst an den Königshöfen<br />

mussten die feudalen Gäste ihr Besteck selbst mitbringen,<br />

denn von einer Massenproduktion war man damals<br />

noch weit entfernt.<br />

Königliches Essvergnügen<br />

Wie aber kamen dann Messer & Co. auf unsere <strong>Küchen</strong>tische?<br />

Die ersten Gedecke gab es an den Königshöfen im 18.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert <strong>und</strong> sie waren wie Visitenkarten: Die eingravierten<br />

Siegel <strong>und</strong> Wappen waren stets gut sichtbar.<br />

OVAL NACH WAHL<br />

Mit ihrer zeitlos zurückgenommenen Formensprache bestechen<br />

nicht nur die Messer der Kollektion aus gutem<br />

italienischem Hause. Der ovale Schwung erinnert ein bisschen<br />

an die 1940-Jahre, die Farben Schwarz, Kupfer, Gold<br />

<strong>und</strong> Champagner sind absolut 2018.<br />

Bamboo von Sambonet, über www.sambonet.it<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

31


TISCHKULTUR<br />

DIE GLORREICHEN DREI<br />

Besteck gibt es schon sehr lange,<br />

aber nicht unbedingt zum Essen.<br />

Ein kleiner Streifzug durch die<br />

Geschichte der „Esswerkzeuge“.<br />

DER LÖFFEL – DER ERSTE<br />

Bereits aus der Frühsteinzeit gibt es F<strong>und</strong>e löffelähnlicher<br />

Werkzeuge, die einer flüssigkeitsschöpfenden Hand nachgebildet<br />

sein sollen. In der griechisch-römischen Antike<br />

wurden Löffel aus Tierknochen geschnitzt oder aus Ton geformt.<br />

Allerdings kamen sie nur beim Kochen zum Einsatz,<br />

gegessen wurde mit den Fingern.<br />

<strong>DolceVita</strong>-Tipp:<br />

Schwarzes Besteck, auf<br />

dem Tisch vereint mit<br />

ebenso dunklem Porzellangeschirr<br />

oder Steingut, ist<br />

Purismus auf<br />

Höchstniveau.<br />

DAS MESSER – DAS PERSÖNLICHE<br />

So wie heute viele Jungs voller Stolz ihr Taschenmesser<br />

wie einen Schatz hüten, so war das Messer schon immer<br />

ein Gegenstand von hohem ideellem Wert für seinen Besitzer.<br />

Standesdünkel gab es nicht, jedermann trug es bei<br />

sich. Zum Essen wurde es zunächst allerdings nur benutzt,<br />

um mit der Spitze zum Beispiel Fleisch aufzuspießen oder<br />

um große Teile zu zerlegen, die dann wiederum mit der<br />

Hand gegessen wurden. Kleinere Messerchen, offenbar<br />

für das Zerteilen von Obst gedacht, sichtete man zuerst<br />

bei den alten Römern. Doch erst ab ungefähr 1800 n. Chr.<br />

wurde der Löffel als Haupt-Hilfsmittel vom Esstisch verdrängt.<br />

DIE GABEL – DIE UNNÖTIGE<br />

Sie galt als Kokolores, wurde im christlichen Kulturraum sogar<br />

als „Teufelswerk“ bezeichnet: Die Gabel hatte lange<br />

Zeit keinen guten Stand. Zwar sind aus der Antike kleine<br />

Gabeln mit zwei oder drei Zinken bekannt, die aber wohl<br />

maximal als Vorlegebesteck zum Einsatz kamen. Erst mit<br />

der Reformation im 16. Jahrh<strong>und</strong>ert war Schluss mit dem<br />

Teufelszeug: Mit filigranen, perlmuttbesetzten Gäbelchen<br />

pickten feine Damen himmlisches Konfekt auf. Es dauerte<br />

dann aber noch mal r<strong>und</strong> h<strong>und</strong>ert Jahre, bis sich das Ding<br />

mit den Zinken endgültig durchsetzte.<br />

Wer Appetit auf mehr Geschichte(n) hat, sollte einen Ausflug<br />

nach Solingen machen. <strong>Das</strong> dortige Klingenmuseum<br />

beherbergt die weltweit größte historische Bestecksammlung.<br />

www.klingenmuseum.de<br />

EDEL SEI DAS BESTECK,<br />

SCHILLERND UND GUT<br />

Die Serie „Certo“ zum Beispiel ist eine kleine Verbeugung<br />

vor der Bauhaus-Ära. Dunkles Anthrazit, eine markante<br />

Silhouette <strong>und</strong> die reduzierte Formensprache machen<br />

schnörkellosen Eindruck auf jedem Tisch.<br />

Certo von Carl Mertens, über www.carl-mertens-shop.com<br />

32<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


TISCHKULTUR<br />

GOLDSTANDARD FÜR DIE<br />

DINNERPARTY<br />

Bis heute handgemacht – das ist die Serie „Goa“ der traditionsreichen<br />

portugiesischen Manufaktur Cutipol. <strong>Das</strong> Unternehmen<br />

hat es meisterhaft verstanden, sein handwerkliches<br />

Erbe nicht zu verraten <strong>und</strong> dennoch mit der Zeit zu<br />

gehen. <strong>Das</strong> Besteck wird aus 18/10-Edelstahl mit Mattgold-Finish<br />

hergestellt, die Griffe sind aus Harz <strong>und</strong> setzen<br />

mit Farben von Rosé bis Mattblau individuelle Akzente.<br />

Wer mag, kann auch Anklänge an asiatische Essstäbchen<br />

erkennen.<br />

Goa von Cutipol, über www.amara.com<br />

AUF DEM GIPFEL DES PARISER LUXUS<br />

Ob die Serie „Zermatt“ heißt, weil sie wie das Matterhorn markant <strong>und</strong> europaweit<br />

einzigartig ist, ist nicht überliefert. Man weiß nur: <strong>Das</strong> Besteck ist eine<br />

Hommage an den Unternehmenserben Jean-Émile Puiforcat, der dem 1820<br />

gegründeten Familienbetrieb in den 1930er-Jahren mit seiner kantigen Designsprache<br />

zu Weltruhm verhalf. Und auch wenn Zermatt aus Edelstahl ist –<br />

Puiforcat ist bis heute der Inbegriff der vollendeten Silberschmiedekunst.<br />

Zermatt von Puiforcat, über www.artedona.com<br />

DER OSCAR FÜR SPECIAL<br />

EFFECTS GEHT AN…<br />

...„Rainbow“! Die Serie gehört zu den aktuellsten des italienischen<br />

Herstellers Mepra – <strong>und</strong> zu den exklusiven Trends<br />

in Sachen Tischkultur. Mit diesem Blickfang wird selbst<br />

das einfachste Menü garantiert zum Tischgespräch.<br />

Rainbow von Mepra, über www.WestwingNow.de<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

33


TISCHKULTUR<br />

Makaber,<br />

aber interessant:<br />

Bis weit nach 1500 galt der<br />

Löffel als absoluter Luxus. Wie<br />

heute die goldene Uhr wurde er<br />

von einer zur nächsten Generation<br />

weitergegeben. Aus dieser<br />

Tradition heraus entstand die<br />

Redewendung „den Löffel<br />

abgeben“.<br />

MAN ISST<br />

DEUTSCH<br />

Besteck-Ikonen ohne Starallüren<br />

Deutschland ist nicht gerade ein Hotspot der Besteckbranche,<br />

nur einige wenige Hersteller halten dieses Handwerk<br />

noch hoch. Einer davon ist Mono – die deutsche Manufaktur<br />

der Design-Originale.<br />

Foto: WMF<br />

ARCHITEKTUR NEBEN<br />

DEM TELLER<br />

Zaha Hadid war nicht nur eine gefeierte Star-Architektin,<br />

sondern immer auch Künstlerin <strong>und</strong> Designerin im besten<br />

Sinne. Für WMF entwarf sie 2010 eine avantgardistische<br />

Besteckserie, die schon heute besonderen Sammlerwert<br />

hat. Die organisch-skulpturalen Formen holen eine zusätzliche<br />

Dimension in etwas Alltägliches wie Messer <strong>und</strong><br />

Gabel. Die Haptik <strong>und</strong> perfekte Balance stehen der besonderen<br />

Ästhetik übrigens in nichts nach.<br />

Zaha von Zaha Hadid für WMF (limitierte Auflage)<br />

Ein echter Coup gelang dem Unternehmen 1959, als der Industriedesigner<br />

Prof. Peter Raacke die Besteckserie „monoa“<br />

entwarf, als kantig-sachlichen Gegenentwurf zum „Gelsenkirchener<br />

Barock“. Damals eine Verrücktheit, ist<br />

„mono-a“ längst ein „Under-Statement“ deutscher Designkunst.<br />

Es gilt bis heute als meistverkauftes Besteck der<br />

Nachkriegszeit <strong>und</strong> ist mit etlichen Designpreisen dekoriert.<br />

WILLKOMMEN ZURÜCK, „MONO RING“<br />

Ab Mai 2018 wirft Mono endlich auch ein besonderes Mitglied<br />

der Mono-Familie zurück in den Ring. 1962 ebenfalls<br />

von Raacke als Design-Experiment entwickelt, fand „Mono<br />

Ring – das Besteck zum Aufhängen – seinen Weg in die<br />

Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA) in New<br />

York. Nach gut drei Jahrzehnten zum Klassiker gereift, verschwand<br />

es vom Markt, um in der behutsamen Neu-Interpretation<br />

des Designers Mark Braun nun wieder Premiere<br />

zu feiern. www.mono.de<br />

POTTS BLITZ, WAS FÜR EINE „LÖFFELEI“<br />

Nicht wegzudenken aus der deutschen Besteckgeschichte<br />

ist auch die Marke Pott, 1904 von Carl Hugo Pott gegründet<br />

<strong>und</strong> seit 2006 Teil der Mono GmbH. Seinerzeit befasste sich<br />

der Sohn Carl Pott intensiv wie kein anderer mit der „Löffelei“,<br />

wie er es nannte – da er die Entwicklung einer Serie<br />

stets mit dem Entwurf des Löffels begann. Über die Jahre<br />

entstand ein monumentales Besteckprogramm mit 19 Serien,<br />

die unter anderem in den 1950er-Jahren an Bord der<br />

Lufthansa <strong>und</strong> 1972 als Besteck für die Olympioniken in<br />

München berühmt wurden. www.pott-bestecke.de<br />

34<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


Purer<br />

Wassergenuss<br />

LEBENSART<br />

Pott 22<br />

1955<br />

Pott 86<br />

1955<br />

Wenn alles so schnell ginge:<br />

Die Heißwasser-Armatur<br />

Mondial liefert jederzeit kaltes,<br />

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erfrischend reinen Genuss<br />

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<strong>DolceVita</strong> 1/2018 35


WOHNEN<br />

Bademeisterstücke<br />

Swimmingpool – das klingt nach Luxus, Laisser-faire<br />

<strong>und</strong> Lebenslust. <strong>DolceVita</strong> ist für Sie eingetaucht in die Welt<br />

der puristischen Designerbecken <strong>und</strong><br />

modernen Naturpools.<br />

36<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


WOHNEN<br />

30 Grad im Schatten. Die Grillen zirpen, die Luft steht, <strong>und</strong><br />

weit <strong>und</strong> breit kein Badesee in Sicht. Wer sich jetzt denkt:<br />

„Na <strong>und</strong>?“, ist entweder wasserscheu – oder hat seinen eigenen<br />

Pool im Garten.<br />

Seit Anfang des 20. Jahrh<strong>und</strong>erts gibt es private Schwimmbäder,<br />

<strong>und</strong> schon immer umgab den schicken Pool etwas<br />

Mondänes <strong>und</strong> Sehnsuchtsvolles. Und es stimmt ja auch:<br />

Diese elegant hingegossene Wasserfläche strahlt eine besondere<br />

Aura aus, der man sich kaum entziehen kann.<br />

Kein W<strong>und</strong>er also, dass die heimischen Plansch-Becken nie<br />

wirklich aus der Mode gekommen sind, dem Zeitgeist allerdings<br />

haben sie sich sehr wohl angepasst. Mit den türkisgrünen<br />

kantigen Fremdkörpern im Rasen oder Aufstellbecken,<br />

die aussehen wie Waschzuber aus dem Reich der<br />

Riesen, haben moderne Pools <strong>und</strong> Schwimmteiche längst<br />

nichts mehr zu tun.<br />

Natürlich bis zum Beckenrand<br />

Gerne gut sichtbar in Szene gesetzt, dabei aber natürlich<br />

<strong>und</strong> harmonisch in den Garten integriert, darauf kommt es<br />

Bauherren mit Gefühl für Design <strong>und</strong> Ästhetik heute an. So<br />

fügen versierte Landschaftsgärtner <strong>und</strong> Gartenbauer die<br />

gesamte Pool-Komposition individuell in die Architektur<br />

des Gr<strong>und</strong>stücks ein, vom unsichtbaren Wasseranschluss<br />

bis zum passenden Schilfgras.<br />

SCHON PLATON PLANSCHTE<br />

Foto: Hofquartier, RivieraPool, Tom Bendix<br />

Bereits der antike Philosoph vergnügte sich in Schwimmbecken,<br />

doch ein Pionier war er wohl nicht. Archäologische<br />

F<strong>und</strong>e belegen, dass offensichtlich bereits vor etwa 4.000<br />

Jahren Schwimmbäder gebaut wurden, zu welchem Zweck<br />

ist jedoch nicht ganz klar. Vom antiken Rom allerdings weiß<br />

man mehr: Damals war es ein Zeichen der Upper-Class-Zugehörigkeit,<br />

ins erfrischende Nass abzutauchen.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018<br />

37


WOHNEN<br />

Stilistisch kommt dabei vom kühlen Puristen bis zum verspielten<br />

Romantiker jeder auf seine Kosten. Dafür sorgt<br />

schon die Materialvielfalt: Verwendet werden unter anderem<br />

verschiedenste Natursteine vom Kiesel bis zum monumentalen<br />

Quader, Metalle sowie Hölzer zum Beispiel für<br />

Stege oder Liegeflächen.<br />

Auch die Frage nach eckig oder r<strong>und</strong> ist keine Sache des<br />

Pool-Typs mehr. Ungefähr Ende der 1980er-Jahre begannen<br />

Poolbauer mit Formen zu experimentieren, zunächst<br />

meist für Hotelanlagen <strong>und</strong> Wellness-Resorts. Inzwischen<br />

gibt es auch fürs Zuhause alle Varianten: Organisch geschwungene<br />

Becken für den klassischen Pool genauso wie<br />

rechteckige Akkuratesse für den Naturpool mit Pflanzenzone.<br />

Komfort statt Chlor<br />

Um sich sein eigenes Freibad vors Wohnzimmer zu zaubern,<br />

hat man die Auswahl zwischen klassisch, Natur pur<br />

<strong>und</strong> einer Mischung aus beiden Welten. Die „Grande Dame“<br />

ist selbstverständlich der gute alte Swimmingpool, ausgestattet<br />

mit modernster Technik sowie zahlreichen Design<strong>und</strong><br />

Ausstattungsdetails. Er ist quasi der Vollautomat unter<br />

den Schwimmbecken. Sowohl Wasseraufbereitung über<br />

eine Filteranlage als auch Reinigung <strong>und</strong> sogar Wasserwerte<br />

inklusive der Menge benötigter Desinfektionsmittel laufen<br />

auf Wunsch ganz von alleine ab.<br />

Zum Glück haben findige Unternehmen dem „Rote-Augen-<br />

Effekt“ erfolgreich den Kampf angesagt. Die deutsche Firma<br />

Ospa zum Beispiel setzt auf ein Verfahren mit hochwirksamer<br />

Aktivkohle <strong>und</strong> der Desinfektion auf Basis von<br />

Kochsalz. Die innovative Wasseraufbereitung nutzt ausschließlich<br />

Wirkstoffe, die mit der Trinkwasserverordnung<br />

konformgehen. <strong>Das</strong> Ergebnis ist samtweiches Wasser, klar,<br />

frisch <strong>und</strong> vor allem absolut natürlich ohne Chlor- oder<br />

sonstige Gerüche (www.ospa-schwimmbadtechnik.de).<br />

Und was die Extras angeht: Hier können Sie sprichwörtlich<br />

ein Bad in der Menge der Möglichkeiten nehmen. Gegen-<br />

EIN „SWIMMINGPOOL“ AM POOL<br />

Ein bisschen 80er-Jahre-Nostalgie gefällig? Mit diesem<br />

Cocktail-Klassiker kein Problem:<br />

• Je 2 cl Wodka, Rum (weiß), Cream of Coconut, Sahne<br />

• 6 cl Ananassaft<br />

• 1 cl Blue Curaçao<br />

Alle Zutaten bis auf den Curaçao im Cocktailshaker mit<br />

Crushed Ice kräftig schütteln, in ein mit Crushed Ice gefülltes<br />

großes Glas abseihen; Curaçao vorsichtig darüber<br />

gießen. Mit einer Scheibe Ananas <strong>und</strong> einer Kirsche<br />

servieren.<br />

© Praisaeng / shutterstock.com<br />

© Sorakrai Tangnoi / shutterstock.com<br />

© alexandre zveiger / shutterstock.com<br />

38<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


Sammeln im System.<br />

BLANCO COLLECTIS 6 S.<br />

BLANCO COLLECTIS 6 S ist die perfekte Verbindung von Trend <strong>und</strong> Trennkonzept.<br />

So wird die Organisation der Speisenvorbereitung noch einfacher. In der<br />

zentral angeordneten Depot-Schale mit Deckel lassen sich Bio-Abfälle unauffällig<br />

<strong>und</strong> hygienisch zwischenlagern. Zur besonderen Schnittstelle wird die Depot-Schale<br />

in Kombination mit den Abfallsystemen BLANCO SELECT oder BLANCO FLEXON II.<br />

In deren Abfallbehälter lässt sie sich ganz einfach einhängen.<br />

Weitere innovative Ideen finden Sie im Internet.<br />

Mitten in der Küche, mitten im Leben.<br />

www.blanco.de


WOHNEN<br />

stromanlage, Massagedüsen, automatisch regulierte Beheizung<br />

<strong>und</strong> „Rollo-Mechanismen“ zur Abdeckung – vom<br />

Spaßbad bis zum Sportbecken ist so gut wie alles möglich.<br />

Ungetrübtes Badevergnügen<br />

Wer es biologisch-dynamischer möchte, ohne dabei auf die<br />

cleane Ästhetik eines Schwimmbeckens zu verzichten, sollte<br />

einen Naturpool in Erwägung ziehen. Der wesentliche<br />

Unterschied zum Klassiker: Die Wasserreinigung erfolgt<br />

auf rein biologischer Basis, komplett ohne Zusätze wie<br />

Chlor oder Ozon.<br />

Die Pool-Anlage besteht aus einer Schwimm- <strong>und</strong> einer<br />

Filterzone, auch Regenerationszone genannt. Bei vielen<br />

Naturpools kommen Pflanzen <strong>und</strong> Mikroorganismen zum<br />

Einsatz, die Wasseraufbereitung funktioniert aber auch<br />

komplett ohne Pflanzzone. Dann werden Sand- <strong>und</strong> Phos-<br />

phat-Filter zum Beispiel unter dem Sonnendeck versteckt,<br />

eine Pumpe drückt das Poolwasser kontinuierlich durch<br />

den Filter. Dadurch entsteht ein feiner Biofilm auf der Wasseroberfläche,<br />

ein klares Zeichen für ungetrübten Badespaß.<br />

Lebendige (Unter-)Wasserwelt<br />

Natur pur schließlich sind Schwimm- oder Badeteiche, Flora<br />

<strong>und</strong> Fauna inklusive. <strong>Das</strong> muss auch so sein, denn hier<br />

verrichten winzigstes Zoo- <strong>und</strong> Phytoplankton sowie Wasserpflanzen<br />

die ganze Reinigungsarbeit.<br />

So viel Natur braucht vor allem viel Platz: Die Regenerationsfläche<br />

– also dort, wo nicht gebadet werden kann – beträgt<br />

bis zu 50 Prozent. Einmal im Jahr muss der Teichboden<br />

gründlich von Ablagerungen gesäubert werden, <strong>und</strong><br />

die Wasserpflanzen sowie alles Grün im Uferbereich brau-<br />

Stille Wasser sind schön: Ein natürlicher Badeteich gehört zu den Stillgewässern, kommt ganz ohne Chemie aus. Hier kann man der Anmut der Natur freien Lauf lassen.<br />

40<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


WOHNEN<br />

Highend à la nature: Der Poolhersteller RivieraPool hat die Kombination von<br />

Natürlichkeit <strong>und</strong> Top-Ausstattung mit seiner Serie D-Line perfektioniert:<br />

Die Fertigbecken mit etlichen Individualisierungsoptionen lassen sich auch<br />

als Naturpool betreiben, angenehme Extras wie Massagedüsen sind trotzdem<br />

möglich. Der Regenerationsbereich mit den notwendigen Pflanzen <strong>und</strong><br />

Bio-Filtersystem wird dann getrennt vom eigentlichen Schwimmbecken angelegt.<br />

So kann den elegant-puristischen Look kein Wässerchen trüben.<br />

www.rivierapool.com<br />

Fotos: Hofquartier, RivieraPool, Tom Bendix<br />

© michaelbarrowphoto / shutterstock.com<br />

BIO, ÖKO – ALLES KLAR?<br />

Mit der Nachhaltigkeitswelle wurden in Sachen Poolbau<br />

etliche Wortschöpfungen in die heimischen Gärten gespült:<br />

Naturpool, Bio-Pool, Living-Pool, Öko-Swimmingpool,<br />

Schwimmteich, naturnaher Badeteich <strong>und</strong> einiges<br />

mehr schwappt seither in die Verkaufsprospekte. <strong>Das</strong><br />

meiste davon sind lediglich kreative Wortspielereien, die<br />

allesamt das gleiche System beschreiben. Im Gr<strong>und</strong>satz<br />

gibt es nur dies zu beachten: Alle nicht-klassischen Pools<br />

kommen ohne chemische Wasseraufbereitung aus, die<br />

Reinigung geschieht auf rein biologischer Basis. Nur die<br />

Art <strong>und</strong> Weise ergibt nochmals eine Unterscheidung:<br />

Naturpool: Für die Aufbereitung werden biologisch-dynamische<br />

Filterlösungen verwendet.<br />

Schwimmteich: Es kommen ausschließlich Pflanzen <strong>und</strong><br />

Mikroorganismen zum Einsatz.<br />

Manche Anbieter mischen beide Systeme, meist entstehen<br />

dann die zugehörigen Fantasiebegriffe.<br />

chen natürlich die gleiche laufende Pflege wie das Rosenbeet<br />

oder der Gemüsegarten.<br />

Immerhin ein mechanisches Helferlein ist uns aber auch<br />

beim komplett natürlichen Miniatur-See gegönnt: Pool-Experten<br />

raten dazu, einen Skimmer einzusetzen, vor allem<br />

bei größeren Wasserflächen <strong>und</strong> wenn viele Bäume oder<br />

Sträucher r<strong>und</strong>herum stehen. <strong>Das</strong> Gerät ist wie ein Wasserstaubsauger,<br />

er befreit die Teichoberfläche von Blättern,<br />

Pollen <strong>und</strong> Co.<br />

Zugegeben, ein Faible für die Gartenarbeit sollte man auf<br />

jeden Fall mitbringen. Dafür ist das Ergebnis umso exklusiver:<br />

Sie haben Ihr ganz privates, absolut idyllisches Naherholungsgebiet<br />

direkt vor der Terrassentür. Welche Wellen<br />

dann auch immer „draußen“ tosen, die Stille des Wassers<br />

mit seiner reinigenden Kraft nimmt Ihnen niemand.<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018 41


KOLUMNE<br />

ZU GUTER LETZT<br />

Die Kolumne von Luigi Cucina<br />

Erinnern Sie sich noch an die w<strong>und</strong>erbaren Zeiten der Fernseh-Skigymnastik?<br />

Vergessen Sie die ein für alle Mal. Gymnastik<br />

gilt als ausgestorben, seit das multiresistente Yoga-<br />

Virus seinen Siegeszug antrat <strong>und</strong> die Abfahrtshocke<br />

unwiederbringlich von der Bildfläche verdrängte. Ich spreche<br />

zu Ihnen als Betroffener. Meine Frau ist ebenfalls infiziert<br />

<strong>und</strong> droht mich anzustecken. Dabei begann alles ganz harmlos.<br />

Ah, du gehst zur Gymnastik, viel Spaß, rief ich ihr nichtsahnend<br />

hinterher, als sie eines morgens aus dem Haus ging. Sie<br />

hatte eine Isomatte im Batiklook unter den Arm geklemmt,<br />

dazu ein wallendes Tuch mit Fransen, das sie sicher im Altkleidercontainer<br />

entsorgen wollte, der direkt neben dem Fitnessstudio<br />

steht.<br />

Jetzt wurde ich etwas neidisch <strong>und</strong> wollte diesem Yin <strong>und</strong><br />

Yang auf den Gr<strong>und</strong> gehen. Ich versorgte mich mit einschlägiger<br />

Fachliteratur <strong>und</strong> einem Video „Yoga kannst auch Du!“.<br />

Sodann schlüpfte ich in meine alte Skigymnastikhose (die ich<br />

vor dem Altkleidercontainer gut versteckt hatte) – bereit, den<br />

Weg der Entspannung mit aller Entschlossenheit anzutreten.<br />

Der Film zeigte eine Brezel auf einer Turnmatte, die mich ansprach.<br />

Die Brezel war die Yogalehrerin. Es dauerte eine<br />

Weile, bis ich ihre Arme <strong>und</strong> Beine korrekt verortet hatte.<br />

War dies doch ein orthopädisches Lehrvideo r<strong>und</strong> um die<br />

Ursachen der Bänderzerrung? „Om…“ summte die Brezel mit<br />

verklärtem Blick <strong>und</strong> leisem Lächeln. „…lette“ ergänzte ich in<br />

Gedanken. Statt an nichts dachte ich vollkommen unbewusst<br />

an ein zweites Frühstück.<br />

Ignorant, zischte sie, ich mache einen Yogakurs. Den Weg<br />

der Selbsterkenntnis zu gehen, würde dir auch mal guttun!<br />

<strong>Das</strong> saß. Sofort fühlte ich mich ausgeschlossen aus der großen<br />

Gemeinschaft der liebevoll <strong>und</strong> doch hart (oder umgekehrt?)<br />

an sich Arbeitenden. Ich zweifelte plötzlich daran,<br />

dass es mir „einfach so“ gutgehen durfte mit etwas Jogging,<br />

täglichen Kniebeugen <strong>und</strong> Durchatmen beim Waldspaziergang.<br />

Über die Wochen kehrte zumindest bei meiner Frau meditative<br />

Ruhe ein <strong>und</strong> sie verlagerte ihre Yogast<strong>und</strong>en ins Gästezimmer.<br />

Ich übe den Baum, erklärte sie denn auch ungerührt,<br />

während sie einbeinig balancierend die Hände wie eine<br />

ägyptische Skulptur über dem Kopf hielt. Ich ertappte mich<br />

dabei, wie ich mir an ihren Ohrläppchen baumelnde Äpfel<br />

vorstellte. Zwischen den Übungen nippte sie an ihrem Yogi-<br />

Tee <strong>und</strong> blickte so selig drein wie ein Kind, das gerade einen<br />

großen Teller Spaghetti Bolognese verdrückt hat.<br />

„Probier‘s doch mal mit dem herabschauenden H<strong>und</strong>“, empfahl<br />

mir meine eigene Brezelfrau. Ich konterte mit dem irritiert<br />

dreinschauenden Gatten – eine Übung für Fortgeschrittene,<br />

die ich in vielen Jahren Eheleben perfektioniert hatte.<br />

Diese tierische Verrenkung sollte Selbstvertrauen <strong>und</strong> Willenskraft<br />

stärken <strong>und</strong> so reckte ich, wie mir geheißen wurde,<br />

schamlos mein Hinterteil in die Luft. Doch der H<strong>und</strong> war für<br />

die Katz <strong>und</strong> fühlte sich an wie Brezelsalz auf meine Yogaw<strong>und</strong>en.<br />

Auch in der Pose „Krieger“ verlor ich die Schlacht<br />

um Anmut <strong>und</strong> Grazie.<br />

Die „Kobra“ schließlich gab mir den Rest. Während ich mich<br />

einem Besuch beim Chiropraktiker entgegenstreckte, verspritzte<br />

sie ihr gefährliches Yogagift. Ich musste sofort weg<br />

von der Matte! Mit letzter Kraft rettete ich mich aufs Sofa.<br />

Die Übung „entspannende Couch“ gelang mir auf Anhieb.<br />

Kurz darauf schlief ich ein <strong>und</strong> träumte vom guten alten<br />

Oberschenkelmuskelkater. Danke, Abfahrtshocke.<br />

42<br />

<strong>DolceVita</strong> 1/2018


Ihre Kunstsammlung wird neidisch werden.<br />

Der Unterschied heißt Gaggenau.<br />

Eindrucksvolle Architektur verlangt nach einem gleichermaßen<br />

beeindruckenden Inneren. Ihr Weinklimaschrank,<br />

wie auch Ihre Kunstsammlung, sagen viel darüber aus,<br />

wer Sie sind. Jedes Produkt von Gaggenau hat einen unverwechselbaren<br />

Charakter, ist aus hochwertigen Materialien<br />

gefertigt <strong>und</strong> überzeugt durch seine professionelle Leistung.<br />

Seit 1683.<br />

Setzen Sie ein Statement: gaggenau.com<br />

Abgebildetes Produkt ist der RW 466 364| Energieeffizienzklasse: A |<br />

auf einer Skala der Effizienzklassen von A+++ bis G.


Die Faszination<br />

Küche beginnt mit Miele.<br />

Ausgezeichnete Qualität trifft auf innovative Technologie <strong>und</strong> zeitloses Design:<br />

Mit den Geräten von Miele erleben Sie langanhaltende Frische, genussvolle<br />

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sondern ein Erlebnis ist. Für das, was wir besonders lieben.<br />

Miele. Immer Besser.<br />

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