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Kein Folientitel - Landkreis Nürnberger Land

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Wirtschaftsauskunft<br />

Forderungen in der Krise sicher managen:<br />

Wie komme ich sicher an mein Geld<br />

zur Vermeidung von<br />

Forderungsausfällen<br />

Wirtschaftsförderung<br />

des<br />

<strong><strong>Land</strong>kreis</strong>es<br />

Nürnberger <strong>Land</strong><br />

Referent<br />

Bernhard Lotter<br />

Creditreform Nürnberg<br />

1<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

1


Ursache und Wirkung<br />

wie komme<br />

ich<br />

an mein Geld<br />

was gilt es bei<br />

Mahnläufen zu<br />

beachten<br />

was tun bei<br />

Zahlungsauffällig<br />

keiten<br />

derzeitige<br />

Situation<br />

Zahlungsverhalten<br />

in Deutschland<br />

Risiken durch<br />

Zahlungsverzug<br />

Fristen beachten<br />

Formulierungen<br />

bei Rechnungen<br />

und Mahnungen<br />

gesetzl.<br />

Regelungen<br />

beachten<br />

warum steigt die<br />

Bedeutung dieses<br />

Unternehmensbereiches<br />

Sondervereinbarungen<br />

treffen<br />

Risiken frühzeitig<br />

erkennen<br />

Information<br />

verwerten<br />

2<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

2


Bonitätsatlas Deutschland über alle Branchen<br />

- kreisspezifische Risiko- und Potenzialanalyse 2008 -<br />

Risikoklassen für alle deutschen Kreise<br />

1<br />

sehr geringes Ausfallrisiko<br />

4<br />

erhöhtes Ausfallrisiko<br />

2<br />

geringes Ausfallrisiko<br />

5<br />

hohes Ausfallrisiko<br />

3<br />

mittleres Ausfallrisiko<br />

6<br />

sehr hohes Ausfallrisiko<br />

3<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

3


Unternehmensinsolvenzen<br />

Entwicklung in Deutschland<br />

4<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

4


Unternehmensinsolvenzen<br />

Entwicklung in Deutschland<br />

5<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

5


Die Empfehlung in der Umsetzung?!?!<br />

6<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

6


Ergebniswirkung von Forderungsausfällen<br />

‣ Schon geringe Forderungsausfälle reduzieren<br />

positive Umsatzeffekte vollständig<br />

‣ Die Höhe der Finanzierungskosten ist<br />

i.d.R. größer als die Forderungsausfälle p.a.<br />

‣ Verweildauer der Forderungen muss<br />

Steuerungsgröße im Kreditmanagement sein<br />

7<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

7


Ergebniswirkung von Forderungsausfällen<br />

Situation vor<br />

Forderungsausfall<br />

Einspareffekt bei Verkürzung<br />

der Verweildauer der<br />

Forderungen<br />

Bilanzsumme<br />

Umsatz<br />

58 Mio.Euro<br />

116 Mio.Euro<br />

1 Tag<br />

43.500 €<br />

Forderungen in Höhe von 30% der<br />

Bilanzsumme<br />

17,4 Mio. €<br />

Finanzierungskosten: 10%<br />

1,74 Mio. € p.a.<br />

Verweildauer der Forderungen:<br />

40 Tage<br />

3 Tage<br />

5 Tage<br />

10 Tage<br />

130.500 €<br />

217.500 €<br />

435.000 €<br />

8<br />

DSO ist wichtige Zielgröße!<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

8


DSO Days Sales Qutstanding (durchschnittlich<br />

Außenstandsdauer offener Forderungen)<br />

durchschn. Forderungsbestand<br />

Umsatz<br />

* 365<br />

= DSO<br />

Days Sales Outstanding ist nicht zuletzt aufgrund der steigenden<br />

Insolvenzzahlen eine wichtige Messgröße, sondern auch aufgrund der<br />

ansteigenden Bedeutung des Working Capitals. Je niedriger der Wert, desto<br />

besser läuft das Debitorenmanagement im Unternehmen.<br />

9<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

9


Zahlungsverhalten in Deutschland<br />

Gründe 1 , warum Kunden nicht zahlen 2<br />

• Gewerbliche Schuldner:<br />

– schlechte Auftragslage (85 %)<br />

– momentaner Engpass (71 %)<br />

– zu wenig Eigenkapital (65 %)<br />

– Ausnutzung von Lieferantenkrediten (47 %)<br />

– Vorsatz (23 %)<br />

1 Quelle BDIU<br />

2 Mehrfachnennungen möglich<br />

10<br />

• private Schuldner<br />

– Überschuldung (84 %)<br />

– Arbeitslosigkeit (80 %)<br />

– momentaner Engpass (50 %)<br />

– Vorsatz (47 %)<br />

– Vergesslichkeit (4 %)<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

10


Wichtige Warnsignale im aktiven Kundenbestand<br />

• Verändertes Zahlungsverhalten<br />

• Schlechte Zahlungsbeurteilung in der Auskunft<br />

• Außergewöhnliche Vergleichsangebote<br />

• Löhne werden nicht mehr bezahlt<br />

• Umsatzrückgänge<br />

• Verändertes Bestellverhalten<br />

• Kapitalerhöhung ohne Investitionen<br />

• Bestimmte Rechtsformen<br />

11<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

11


Wirkungsvolles<br />

Forderungsmanagement<br />

Ursachen für Forderungsausfälle<br />

• Ungenügende Informationen über den Auftraggeber<br />

• <strong>Kein</strong>e Abschlagszahlungen vereinbart<br />

• Weiterbelieferung und – arbeiten trotz Zahlungsrückstände<br />

• Gutgläubigkeit bei Ausreden der Kunden<br />

• keine Forderungsausfallversicherung oder Vorleistungssicherheiten<br />

bei Großaufträgen<br />

• Fehlerhafte Kalkulation<br />

• durch Preisdruck bewusste Inkaufnahme negativer Deckungsbeiträge<br />

12<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

12


Probleme des Lieferantenkredites<br />

• bonitätsschwache Kunden nehmen überproportional<br />

Lieferantenkredit in Anspruch!<br />

• bei schwacher Konjunktur steigt die Bereitschaft, höhere<br />

Lieferantenkredite zu gewähren, um Umsatz zu generieren<br />

13<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

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Hohe Bestellmengen führen oft zu<br />

Freudentänzen im Verkauf<br />

14<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

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Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen<br />

Verzug und Verzugsfolgen<br />

(Korrektur des Gesetzes zur Beschleunigung fälliger Zahlungen)<br />

a) Neuregelungen zur Entbehrlichkeit der Mahnung (§ 286, Absatz 2)<br />

b) Automatischer Verzug nach der 30-Tage-Regel schließt früheren<br />

Verzug durch Mahnung nicht mehr aus<br />

ABER:<br />

30-Tage-Regel gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher<br />

ist, nur, wenn auf diese Folgen besonders hingewiesen worden ist,<br />

z. B. auf der Rechnung<br />

(§ 286, Absatz 3)<br />

15<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

15


Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen<br />

Verzug spätestens nach 30 Tagen<br />

-§ 286, Abs.(3), Satz 1 BGB: „Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt<br />

spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit<br />

und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung die<br />

Zahlung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist,<br />

nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung<br />

besonders hingewiesen worden ist.“<br />

16<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

16


Richtig mahnen<br />

Es muss hierbei darauf geachtet werden, dass der Fristbeginn möglichst<br />

eindeutig dokumentiert ist!<br />

Das können Unterschrift und Datum auf dem Lieferschein oder eine<br />

Empfangsbestätigung sein.<br />

Achten Sie im Vorfeld bzw. bei Vertragsabschluß auf die Nennung des<br />

Ereignisses, das den Fristbeginn festlegt.<br />

17<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

17


Richtig mahnen<br />

Fazit: Geben Sie auf Ihren Rechnungen ein<br />

kalendermäßig bestimmtes Zahlungsziel oder<br />

einen bestimmbaren Leistungszeitraum laut<br />

§ 286, Abs.(2), Satz 1 und 2 BGB an.<br />

18<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

18


Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen<br />

- gesetzlicher Verzugszins 5 % bzw. 8 % (Verbraucher<br />

bzw. Kaufleute) über dem Basiszinssatz der Bundesbank<br />

- derzeit Basiszinssatz (seit 01.07.2009)<br />

0,12 % (also 5,12 % bei Verbrauchern) ohne weiteren<br />

Nachweis<br />

- höhere Zinsen (z.B. Kontokorrentzinsen) können gegen<br />

entsprechenden Nachweis (Bankbestätigung) geltend<br />

gemacht werden<br />

- wenn Schuldner nicht Verbraucher und der<br />

Rechnungszugang unsicher ist , tritt der Verzug<br />

spätestens 30 Tage nach Empfang der Gegenleistung<br />

ein.<br />

19<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

19


Richtig mahnen<br />

• Empfehlung:<br />

• Schreiben Sie auf Ihr erstes Mahnschreiben<br />

„ Zahlungserinnerung“ und auf das zweite dann „letzte<br />

Mahnung“.<br />

• Mehr als zwei Mahnungen schicken Sie nicht raus.<br />

• Die zweite Mahnung ist auch die letzte vor weiteren<br />

gerichtliche Schritten.<br />

20<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

20


Sicherung von Bauforderungen<br />

Der Umgang mit falschen Mängelrügen<br />

Der Alltag:<br />

unsinnige und nicht nachvollziehbare Mangelrügen sollen Bauhandwerker um<br />

einen Teil ihres Werklohnes bringen<br />

oft schlägt aber bereits ein „Einbehalt“ des Auftraggebers von 5 % der Auftragssumme<br />

aufgrund der geringen Renditen in einen Verlust um<br />

Es soll dabei nicht das Prinzip gegenseitiger werkvertraglicher Pflichten kritisiert<br />

werden, sondern der Umgang mit falschen und vorgeschobenen Mangelrügen,<br />

Die einzig und allein dazu dienen, Teil des Werklohns zurückzubehalten oder gar<br />

nicht zu zahlen.<br />

21<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

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Sicherung von Bauforderungen<br />

…. die ausstehenden Gelder<br />

gesichert werden !<br />

22<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

22


Sicherung von Bauforderungen<br />

Gemäß VOB/B § 17 Abs. 6 ist ein Sicherheitseinbehalt binnen 18 Werktagen<br />

nach Mitteilung vom Auftraggeber auf ein Sperrkonto einzuzahlen.<br />

Kommt er trotz einer angemessenen Nachfrist der Einzahlung nicht nach,<br />

kann der Auftraggeber die Auszahlung des einbehaltenen Betrages verlangen<br />

und braucht keine Sicherheit mehr leisten.<br />

Wichtig !<br />

Im Fall einer Insolvenz unterliegen diese Einbehalte bei Separierung auf einem<br />

als „ Und – Konto“ geführten Gemeinschaftskonto dem Absonderungsrecht !<br />

23<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

23


Richtig mahnen<br />

Ratenzahlung / Stundung<br />

Bei einer Ratenzahlung wird vereinbart, dass die Forderung in Teilbeträgen zu<br />

bestimmten Terminen abgetragen wird, die Fälligkeit wird hinausgeschoben.<br />

Besicherung von Forderungen<br />

Unter der Besicherung versteht man, dass der Schuldner dem Gläubiger ein<br />

weiteres Recht einräumt, aus dem der Gläubiger vorgehen kann, falls die<br />

eigentliche Forderung nicht fristgerecht bezahlt wird.<br />

Vergleich (außergerichtlich)<br />

Begriff<br />

laut BGB § 779:Ein Vergleich ist ein Vertrag, durch den der Streit zwischen Parteien<br />

über ein Rechtsverhältnis im Wege gegenseitigen Nachgebens beseitigt wird.<br />

24<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

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Richtig mahnen<br />

Informationsbeschaffung<br />

- Ratenvereinbarung / Stundung setzt immer persönliches Vertrauen voraus -<br />

Allgemeine Daten zum Schuldner<br />

Bonitätsprüfung<br />

Genaue Rechtsform<br />

Vollständiger Vor und Zuname ..........<br />

Genaue Adresse ................................<br />

Selbstauskunft ...................................<br />

(Wirtschaftsauskunft, Bankauskunft)<br />

(Handelsregister für GmbH, OHG, KG<br />

AG, Partnerschaftsregister für freie<br />

Berufe, Gewerberegister bzw. Vertrag<br />

und Briefbogen)<br />

(Vertrag, Briefbogen)<br />

(Postanschriftenprüfung/Adress- und<br />

Telefonbuch)<br />

(vom Schuldner)<br />

Angaben zum Schuldnerunternehmen<br />

Lassen Sie sich vom Schuldner eine Aufstellung seiner wirtschaftlichen Lage geben.<br />

Er sollte eine aktuelle Bilanz vorlegen können. Der Schuldner sollte darlegen können,<br />

wie er seine Zahlungsschwierigkeiten überwinden will, um dann nach Ablauf der<br />

Stundungszeit auch zahlen zu können.<br />

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Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

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Kausalitäten sind oftmals nicht vorhanden!<br />

26<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

26


Kontakt<br />

Bernhard Lotter BA<br />

Creditreform Nürnberg<br />

Aumüller KG<br />

Tel: 0911 / 5395 - 600<br />

E-mail b.lotter@nuernberg.creditreform.de<br />

VIELEN DANK<br />

FÜR IHRE<br />

AUFMERKSAMKEIT.<br />

27<br />

Wirtschaftsförderung Nürnberger <strong>Land</strong><br />

© Creditreform Nürnberg 2009<br />

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