Besser sehen und hören 01/2012

hallomuenster

Anzeigen-sonderveröffentlichung Ausgabe 1/2012

Aktuelle trends

Medizin

Besser hören

& Besser sehen

HALLO

test &technik

service &tipps


2

Juni 2012

Besser sehen

HALLO

Wie die Ohren das Hören lernten

Die Entwicklung der Hörgeräte ist vor allem eine Geschichte des 20. Jahrhunderts

Von Sebastian Rohling

Mit Hilfe der Hände versuchten

Menschen am AnfangGeräusche

besser lokalisieren zu

können. Mit sogenannten

Hörrohren sind dann erst im

17. Jahrhundert die ersten

„echten“ Hörhilfen entwickelt

worden.

ei diesem Hilfsmittel

Bhandelte es sichlediglich

um einen Trichter, den

Schwerhörige sich an ihr

Ohr hielten. Die relativ großen

Apparaturen hatten allerdings,

verglichen mit

heutigen Hörgeräten, einen

geringen Wirkungskreis. Für

die Menschen damals war

eine Verstärkung der akustischen

Umwelt mit bis zu 30

Dezibel aber ein erster echter

Fortschritt.

Mit dem Anbruch des

Zeitalters der

Telefontechnik

gab es

aber

Eines der ersten Bilder,

auf denen ein mobiles

Hörgerät gezeigt wird.

auch einen Fortschritt bei

der Entwicklung vonHörgeräten.

Es war Werner von

Siemens, der 1878 einen

Telefonhörer eigens für

Schwerhörige entwickelte.

Es sollte aber noch 32Jahre

dauern, bis zumindest

Werksangehörige und deren

Familien einen Apparat hatten,

der nicht nur den Telefonton,

sondern auch die

Umgebungsgeräusche verstärkte.

Im Jahr 1913 brachte dann

die Firma Siemens &Halske

dann ein weiterentwickeltes

Modell für den freien Verkauf

auf den Markt. Es hatte

den Namen „Phonophor“

und war mit einer Batterie,

einem Mikrophon und

einem Hörer ausgestattet.

Alles zusammen konnten

Schwerhörige in einer speziellen

Tasche mit sich führen.

Ein Jahr später wurden

dann die „Phonophore“

mit einem eigens

angefertigten

Einsteckhörer ausgestattet.

Dank

dieser „Ohrsprecher“

war das

Gerät von daan

nicht nur unauffälliger,

die

Verstärkung der

Schallwellen

und damit ein

besseres Hören

geschah von da

an direkt am

Ohr.

In

den

Das Bild zeigt eine Hörhilfe, die noch auf Strom aus einer

Steckdose angewiesen war. Das „Hörgerät“ ist Teil der „OrkneyWireless“

Museumskollektion in den USA. Foto:GJCoyne

1920er Jahren waren dann

die ersten Röhren-Tischgeräte

im freien Verkauf erhältlich.

Das besondere an

diesen Hörgeräten war, dass

die Verstärkung für verschiedene

Frequenzbereichegetrennt

eingestellt werden

konnte. Dadurch hatten

Schwerhörige die Möglichkeit,

tiefe Töne nicht

mehr als zu laut und hohe

Töne nicht mehr als zu leise

wahrzunehmen. Allerdings

hatte die neue Errungenschaftden

Nachteil, dass sie

sehr groß war und zudem

auf Stromaus einer Steckdose

angewiesen war.

Erst durch die Verwendung

vonsogenannten winzigen

Subminiaturröhren

schafften es die Ingenieure,

dass in den 1950er Jahren

Hörgeräte kleiner wurden.

Sie hatten vondaanein Format,

das in eine Westentasche

passte und somit die

Mobilität von Patienten wesentlich

geringer einschränkte.

Die Energie bezogen

die damaligen Hörgeräte

über Batterien. Allerdings

waren sie sehr teuer in der

Anschaffung und im Unterhalt,

so dass sichnur wenige

der damals häufig von

kriegsbedingten Hörschädigungen

betroffenen Menschen

ein solches Hörgerät

leisten konnten.

Am Ende des Jahres 1952

bot dann die amerikanische

Firma Sonotone Corporation

in Elmsford erstmals

Hörgeräte auf Basis eines

Transistors an. Damit

schrumpften die Hörgeräte

weiter und hatten vondaan

nur nochdie Größe einer Zigarettenschachtel.

In den 1960er Jahren wurden

dann die ersten Geräte

entwickelt, die in Form und

Funktion denen ähneln, die

heute bei einem Hörgeräteakustiker

erhältlich sind.

Während die in der Anfangszeit

getragenen Analoggeräte

hinter dem Ohr saßen,

wurde 1966 das erste

Im-Ohr-Hörgerät vorgestellt.

Es hatte den Namen

„Siretta 339“ und war von

der Firma Siemens Audiologische

Technik in Erlangen

entwickelt worden. Vondiesem

Jahr an wurden die Geräte

dann immer kleiner

und leistungsfähiger.Sie haben

sich inihre Form aber

kaum noch weiterentwickelt.

Die Technik ging vom

Analoggerät über den dreikanaligen

Analoghörgeräten

und die digital programmierbaren

Hörgeräte bis hin

zu den heutigen volldigitalen

Hörgeräten.

Verlag:

Hallo-Gratiszeitung-Verlag GmbH

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HALLO Besser sehen Juni 2012 3

Stufenlos

Gleitsichtgläser schaffen Abhilfe

Von Katja Niemeyer

Früher, dahat die Oma abwechselnd

Lesebrille und

Fernbrille auf die Nase gesetzt.

Oder sie blickte durch

ein dickes Glas. Ein Bild, das

immer mehr der Vergangenheit

angehört. Heute blicken

Alterssichtige durch Gleitsichtbrillen.

irklichalt sind sie aller-

noch nicht,

Wdings

wenn ihre Augen die Fähigkeit

verlieren, in der Nähe

scharf zu sehen. Laut Marcus

Essmann vom gleichnamigen

Optikergeschäft in

Münster ist abdem 40. Lebensjahr

damit zu rechnen.

„Da kann man fast die Uhr

nach stellen.“ Dann kommt

bei vielen die Zeit, in der

auch die längsten Arme

nicht mehr weiterhelfen

und beim Lesen eine Brille

nötig wird. Ein ganz natürlicher

Vorgang.

Die Buchstaben auf dem

Papier verschwimmen und

auch die Anzeige auf dem

Computer-Bildschirm ist

kaum mehr zu erkennen.

Grund für diese Sehschwäche

kann die nachlassende

Fähigkeit der Augen sein,

nahe Objekte in unterschiedlichen

Entfernungen

scharf zu fokussieren, erläutertEssmann.

Beinahe jedes

Auge braucht im Alter zum

scharfen Sehen im Nahbereich

Unterstützung.

Nichtsdestoweniger ist

die ständige Begleitung

durch eine Lesebrille

manchmal lästig. Ist

man ohnehin schon

auf eine Brille

angewiesen, muss man

überdies ständig zwischen

Lese- und Fernbrille wechseln.

Die Lösung der Brillenindustrie:

Gleitsichtgläser. Sie

vereinen mehrere Korrekturzonen

für den Nah-, Mittel-

und Fernbereichineiner

Brille. Anders als die so genannten

Biofokalbrillen,

die das Sehfeld deutlich

sichtbar in einen Nah- und

einen Fernbereich teilen,

können Alterssichtige mit

Gleitsichtgläsern nahezu

ohne Übergänge in alle Entfernungen

blicken. Essmann:

„Man sieht ihnen die

Nahkorrektur nicht an.“

Wer sich mit Standards

nicht zufrieden geben will,

der sollte sich im Fachgeschäft

über so genannte individuelle

Gleitsichtgläser

informieren. Hierbei werden

neben den Gläserstärken

noch zusätzliche, individuelle

Parameter wie der

Abstand der Brille zum Auge,

die Durchwölbung und

der Neigungswinkel der Brille

berücksichtigt. Dadurch

werde ein besonders komfortables

Sehen im Nahbereich

ermöglicht, betont

Optiker Essmann.

Werkomplett auf die Brille

verzichten will, kann aufatmen:

Es gibt auch Kontaktlinsen

mit Nahkorrektur.

Alte Brillen nicht entsorgen

Sehhilfen können am besten gespendet werden

n einigen Ländern der

IWelt sind Brillen nochimmer

ein Luxusgut. Der Zentralverband

der Augenoptiker

(ZVA) sammelt deswegen

jährlich

bis zu 40000

Brillen für

Menschen in

der Dritten

Welt. Die gesammelten

Brillen werden

dafür vor

Ort an Hilfsorganisationen

weitergeleitet,

die die Brillenspenden

fachgerecht weitergeben.

Zuvor werden die gesammelten

Brillen unter der

Aufsicht von Fachpersonal

sortiert, gereinigt und repariert.

Es wird zusätzlich die

Stärke der Brillengläser bestimmt.

VorOrt werden die

Brillen dann ebenfalls von

Fachpersonal zum Beispiel

in Krankenhäusern

anBedürftige

weitergegeben.

„Auch Brillen

mit zerkratzten

Foto: pixelio/I.Friedrich

Gläsern nehmen

wir an

und diese werden

dann neu

verglast. Brillen mit zerbrochenem

Bügel können nicht

mehr verwendet werden. Es

sei denn ein bestimmtes

Projekt fragt nach Einzelteilen

zwecks Reparaturen“,

sagt Christoph Baum, Pressersprecher

vom ZVA.

Neben den korrigierenden

Brillen werden auch

Sonnenbrillen als Spende

angenommen. Brillenspenden

nehmen die meisten

Optiker entgegen. Es kann

aber auchdirekt an den ZVA

gespendetwerden. (sr)

Info

Sehen ohne Brille

Schonende Behandlung mit dem Femtosekundenlaser

All-Laser-Lasik ohne mechanischen Schnitt

Über15Jahre Erfahrung

Lasik-TÜV zertifiziert

ie Brillen werden da-

an folgende Adres-

Dfür

se gesendet:

Zentralverband der Augenoptiker

Alexanderstraße 25a

40210 Düsseldorf

0211/86 32 35 0

www.augenklinik.de

Kostenlose

Infoabende

auch in Münster

Provisus in der Augenklinik Ahaus

Am Schlossgraben 13 ·48683 Ahaus

Telefon: 02561 95555

www.provisus.de

Ab 40 lässt die Fähigkeit der Augen nach, in der Nähe scharf

zu sehen.

Foto: pixelio/Benjamin Thorn

Augenkliniken und Augenpraxen im Verbund

Ahaus |Borken |Essen |Gronau |Gelsenkirchen |Stadtlohn |Steinfurt |Raesfeld |Rhede |Rheine |Vreden


4

Juni 2012

Das finden nicht nur

Pandas klasse

Erste Brillengestelle aus Bambus

Von Sebastian Rohling

Bis heute folgte der Brillenmarkt

kaum dem Trend der

Nachhaltigkeit. Brillen aus

Naturmaterialien waren im

Allgemeinen unzureichend

„grün“ und sehr teuer.

wei holländische Desig-

wollten dies mit der

Zner

Kreation der ersten nachhaltigen,

qualitativ hochwertigen

Brillen ändern. Ihr

Unternehmen Paruchute

bringt unter dem neuen holländischen

Designlabel

Bambuya deswegen eine

völlig neue Brillenkollektion

auf den Markt.

Bambusblätter sind bekannt

als Futter für Pandas,

die Pflanze weistdarüber hinaus

aber weitere außergewöhnliche

Merkmale auf.

Sie wächst bis zu einem Meter

proTag und istdamit die

am schnellsten wachsende

Pflanze der Welt. Da Bambus

so schnell nachwächst,

handelt es sichumeine sehr

nachhaltige natürliche Ressource.

Sein Holz ist kräftig

und leicht und eignet sich

somit auch für Brillenfassungen.

„Die Bambuya-Fassungen

wiegen nur halb so

viel wie vergleichbare Synthetik-Brillen

und sind dadurch

sehr angenehm zu

tragen“, sagt Patrick van

Hoof,

Mitbegründer

von Bambuya.

Die erste Kollektion bietet

zwei Unisex-Stile, beide sind

jeweils in einer helleren

oder dunkleren natürlichen

Bambusfarbe erhältlich.

„Die Bügel der Bambuya-

Brillen erinnernandie Form

eines Bambusstängels. Alle

Besser hören

Foto: pixelio/bilduploader

Fassungen sind handgefertigt,

nummeriert und in limitierter

Auflage weltweit

erhältlich“, erklärt van

Hoof. Um die Echtheit der

Brillen zu garantieren liegt

jedem Modell zudem ein

Echtheitszertifikat bei. Das

Zertifikat bestätigt auch,

dass im Rahmen des Global

ReLeaf Projektes ein Baum

gepflanzt wird. „Wir sind

stolz

darauf, dass

wir dank

der Unterstützung

unserer Partner das

erste Unternehmen

sind, das Brillen aus

diesem umweltfreundlichen

Material entwickelt,

das die hohen Qualitätsanforderungen

von Optikern

erfüllt“, so die Unternehmensgründer

Patrick van

Hoof und Ruud Wensink.

www.bambuya.com

Bildschirmlesegerät

Augen auf im Ruhestand

und 80 Prozent der Sin-

nimmt der

Rneseindrücke

Menschüber die Augen auf.

Ungefähr nach dem 45. Lebensjahr

lässt deren Leistungsfähigkeit

nach–das ist

normal. Normale Kurz- und

Weitsichtigkeit kann mittels

einer Brille oder Kontaktlinsen

ausgeglichen werden.

Schwierig wird esbei degenerativen

Augenerkrankungen,

die im Seniorenalter

häufiger auftreten. Die Verringerung

der Sehkraft ist

hierbei nicht aufzuhalten

und durch eine Brille nicht

abzufangen. Zu den Auswirkungen

gehört unter anderem

ein fortschreitender

Verlust der Farb- und Kontrastsehfähigkeit,

was besondersdas

Lesen beschwerlicher

macht.

Dabei istgerade der Ruhestand

eine Lebensphase, auf

die sichviele freuen. Jetzt ist

die Muße vorhanden, um all

das zu tun, wozu man sonst

nie kam: Reisen, Hobbys,

ehrenamtliches Engagement.

Bücher,für deren Lektüre

endlich Zeit ist. Eine

Fremdsprache oder ein Musikinstrument

lernen oder

sich endlich mal ausgiebig

mit dem Computer beschäftigen.

Undvielleicht istjetzt

auchein neues Styling angesagt?

Dies alles sollte nicht

daran scheitern, dass man

Kleingedrucktes und Details

mit bloßem Auge nicht

mehr erkennen kann. Um

hier Abhilfe zu schaffen,

gibt es universell einsetzbare

HALLO

Bildschirmlesegeräte auf

dem Markt.

Von Größe und Gewicht

her kaum umfangreicher als

ein Notebook, bietet diese

dennoch alle Leistungen

eines modernen Bildschirmlesegeräts:

intuitive

Bedienung, bis zu 30-fache

Vergrößerung über ein 12,5-

Zoll-LED-Display, ausge-

Auch fürdas tägliche Styling

ist ein Bildschirmlesegerät

bei Sehproblemen eine praktische

Hilfe imAlltag.

zeichnete HD-Bildqualität

und hochwertige Verarbeitung.

Leistungsstarke Akkus

für fünf Stunden sorgen für

netzunabhängigen Einsatz

zu Hause und unterwegs. Ob

es nun eine Lesehilfe für

Texte oder eine vergrößernde

Unterstützung für das

Schreiben sein soll –die Geräte

sind schnell auf- und

wieder abgebaut und nach

Benutzung einfach ineiner

Tasche oder Schublade zu

verstauen. (djd/pt)

Klein und handlich, ist zum Beispiel das„VisioBook“ überall

schnell aufgebaut.

Fotos: djd/Baum Retec


HALLO Besser sehen Juni 2012 5

Watte aus dem

Ohr nehmen

Hörgeräte verbessern Lebensqualität –jetzt auch mit Bluetooth

Hörgeräte für Outdoorer

iele Menschen leiden

Vunter einer Beeinträchtigung

des Hörvermögens –

auch junge Menschen. Eine

Schweizer Firma hat deswegen

ein robustes und dennochunauffälliges

Hörgerät

entwickelt, das sowohl wasser-

als auch schmutzresistent

ist. Somit soll der Träger

bei vielen Aktivitäten wie

Fahrradfahren, Wassersport

oder Skifahren keine Beeinträchtigung

spüren. (sr)

Von Julia Erdmann

„Bitte sprich doch etwaslauter“

–ein Satz, den Menschen

mit Hörminderung wohl öfters

sagen. Abhilfe bieten

Hörgeräte. Die gibt es neuerdingsauch

mit vielen technischen

Extras.

M

ikrofon, Verstärker und

Lautsprecher: Jedes

Hörgerät besteht aus diesen

drei Komponenten. Wasbei

der Anschaffung eines solchen

beachtet und berücksichtigt

werden muss, wissen

die Hörakustiker Peter

Müller und Rosa Jordan von

„besser hören Müller“: „Die

individuelle Einstellung des

Geräts istvon großer Bedeutung.

Jeder Kunde kommt

mit seinem speziellen Problem,

da istkompetente Beratung

äußerst wichtig.“

Eine Hörminderung ist

kein Phänomen, das allein

auf Lautstärkeverlust beruht.

„Sprache besteht aus

Vokalen und Konsonanten.

Beim Sprechen sind Vokale

für die Lautstärke verantwortlich,

Konsonanten sorgen

für die Verständlichkeit

der Worte“, verdeutlicht

Müller und ergänzt:„Ein geschriebenes

Wort ohne Vokale

kann man noch erkennen,

ein Wort ohne Konsonanten

dagegen nicht.

Wenn dann die Frequenzen

im Ohr nicht mehr wahrgenommen

werden können,

Kleine Alltagshelfer: Die neuesten Hörgeräte sind oftmals

nicht größer als ein Zwei-Euro-Stück. Fotos: Julia Erdmann

die beim Artikulieren von

Konsonanten entstehen,

wird aus ganzen Sätzen

schnell Kauderwelsch.“

Der erste Weg sollte Betroffene

zu einem Arzt führen,

der den Zustand erfassen

und professionelle

Unterstützung anbieten

kann. Mit dem vonihm ausgestellten

Rezept führt der

nächste Wegdann zum Hörgeräteakustiker.

Müller:

„Mittlerweile gibt es viele

unterschiedliche Hörsysteme,

die individuell angepasst

werden können: groß

oder klein, hinter oder im

Ohr,mit Knöpfen oder Fernbedienung.“

Wer Wert auf Extras legt,

findet eine große Auswahl

an zusätzlichem Zubehör.

„Ein Hörgerät kann heutzutage

mit fast allen Fernsehern,

MP3-Playern oder

sonstigen bluetoothfähigen

Geräten verbunden werden.“

Längst sind auch die Zeiten

klobiger Hörhilfen vorbei.

„Die Apparate werden

immer kleiner und können

sogar fastunsichtbar im Ohr

verschwinden“, freut sich

Müller, „das ist ästhetisch

und erhöht den Tragekomfort.“

Jordan ergänzt:„Die meisten

Kunden sagen, dass sich

ein Hörgerät zu tragen so anfühlt,

als hätte ihnen jemand

Watte aus dem Ohr

genommen.“

Eine Filiale der brillen.de KTS GmbH

Ludgeristr. 82 /Ecke Hötteweg

48143 Münster

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6

Juni 2012

Besser hören

HALLO

Ganz Ohr trotz Schwerhörigkeit

Die Perzentilanalyse soll die Hörgeräteeinstellung optimieren helfen /Interview mit Hörgeräteakustiker

Hörgeräte können Schwerhörigen

das Leben erleichtern –

trotzdem landen viele in der

Schublade, weil sie als laut

oder unangenehm empfunden

werden. Moderne Messtechniken

sollen Abhilfe

schaffen – zum Beispiel die

Perzentilanalyse. HALLO-Redakteurin

Anke Beimdiek

sprach mit dem Hörgeräteakustiker

Nils Truntüber das

Verfahren.

Warum ist es so schwierig,

ein Hörgerät richtig einzustellen?

Nils Trunt: Der Erfolg einer

Hörgeräteversorgung hängt

maßgeblich davon ab, wie

früh sich der

Schwerhörige

zum Tragen

von Hörsystemen

entscheidet.

Umso früher

eine

Schwerhörigkeit

versorgt

wird, desto

größer die Erfolgsaussichten.

Nils Trunt

Mit der

Perzentilanalyse ist esmöglich,

die Hörsysteme sehr genau

auf die individuellen

Bedürfnisse des Kunden abzustimmen.

Entscheidend

kommt dann noch hinzu,

für welche Art der Hörgeräteversorgung

sich der Kunde

entscheidet. Moderne Hörsysteme

sind in der Lage zwischen

Störgeräuschen und

Sprache zu unterscheiden.

Klar istallerdings auch, dass

ein Hörsystem das gesunde

Gehör nicht zu 100 Prozent

ersetzen kann.

Wie kann die Perzentilanalyse

die Höreinstellung optimieren

helfen?

Trunt: Die Perzentilanalyse

ist ein Messverfahren, mit

dem der Frequenzverlauf der

Hörgeräteverstärkung auf

den Bedarf des Betroffenen

angepasstwird. Hierbei werden

die individuellen Gegebenheiten,

wie zum Beispiel

die Anatomie des Ohres, berücksichtigt.

Sie hilftuns die

Einstellung zu optimieren,

hat allerdings keinen direkten

Einfluss auf die Hörsysteme.

Sorgt sie dafür,dass störende

Nebengeräusche herausgefiltert

werden?

Trunt: Das Herausfilternvon

Störgeräuschen wird von

den Hörsystemen gesteuert

und erfordert bestimmte

technische Voraussetzungen.

Welche Art der Hörgerätetechnik

ein Kunde benötigt,

hängt davonab, in welchen

Hörsituationen er besser

hören möchte.

Wiesieht die Perzentilanalyse

aus? Müssen IhreKunden

dabei aktiv mitarbeiten?

Bei der Perzentilanalysewerden dünne Schläuche im Gehörgang

kurz vordem Trommelfell platziert.Foto: TimLehmann

Trunt: Bei der Perzentilanalyse

werden dünne Schläuche

imGehörgang kurz vor

dem Trommelfell platziert.

Durch sie wirddie tatsächlicheVerstärkung

der Hörsysteme

gemessen. Dem Kunden

werden hierfür Geräusche

in verschiedenen Lautstärken

vorgespielt, die aus

verschiedenen Sprachanteilen

bestehen. Der Kunde

selbst braucht während der

Messung nicht aktiv zu werden.

Im Gegenteil, es ist

wichtig, sich still zu verhalten.

Kann das Verfahren bei allen

Kunden –vom Kind bis

zum Senior – angewandt

werden?

Trunt: Ja, sie kann im Grunde

bei jedem Kunden durchgeführt

werden. Um die

Hörsysteme auf den individuellen

Hörverlust einstellen

zu können, benötigen

wir natürlich einen aussagekräftigen

Hörtest. Wenn es

möglich ist,diesen durchzuführen

und sich der Kunde

bei der Messung ruhig verhält,

dann steht der erfolgreichen

Perzentilanalyse

nichts mehr im Wege.

Bieten Sie die Perzentilanalyse

mittlerweile standardmäßig

bei der Hörgeräteeinstellung

an?

Trunt: Die Perzentilanalyse

ist ein fester Bestandteil

unseres Anpassprozesses. Sie

wird bei jedem Hörgeräteneukauf

angewandt. Darüber

hinaus laden wir jeden

Interessierten ein, seine

Hörgeräteeinstellung überprüfen

und gegebenenfalls

optimieren zu lassen. Dies

ist übrigens kostenlos.

Sonderbeilage

Besser Sehen &

Besser Hören

Anzeigenschluss

ist Montag, der

1. Oktober 2012

um 12.00 Uhr

Die nächsteAusgabe der

Hallo-Sonderbeilage

erscheint am 7. Oktober 2012.

Sprechen Sie uns an!

Ansprechpartner:

Jens Schneevogt

Telefon0251/690-9623

Telefax 02 51/690-9620


HALLO Besser sehen Juni 2012 7

Klingeln, Piepsen und

Fiepen im Ohr

Tinnitus ist belastend, kann aber behandelt werden

Von Julia Erdmann

Ein nerviges Geräusch im

Ohr, das nur der Betroffene

hört: Dasist Tinnitus. Manchmal

isteslaut und manchmal

leise, oftmals schlafraubend

und allgegenwärtig.

iele Betroffene fühlen

Vsich dem Klingeln im

Ohr schutzlos ausgeliefert.

Welche Ursachen Tinnitus

hat und was dagegen unternommen

werden kann, das

weiß Dr.Georg Wünstel. Der

Hals-Nasen-Ohren-Arzt

klärt auf: „Tinnitus ist keine

Krankheit an sich, es handelt

sich vielmehr um ein

Symptomeines anderen Leidens.“

Auf der Suche nach

Ursachen des Ohrgeräuschs

stoßen Ärzte auf verschiedene

Auslöser. Auch wenn

Stress und psychische Belastung

in Frage kommen, versteckt

sich hinter vielen Fällen

eine körperliche Erkrankung.

„Meistens ist eine Durchblutungsstörung

Auslöser

des permanenten Fiepens“,

informiert Wünstel. Diese

kann entweder durch kleine

Gerinnsel oder durch

Schwellungen auftreten.

Ärzte behandeln diese Aderveränderungen

mit Hilfe

von Infusionen, die verstopfte

Gefäße mit durchblutungsfördernden

und

entzündungshemmenden

Medikamenten „freispülen“.

Leider werden die

meisten Therapieansätze

nicht von den Krankenkassen

übernommen.

Neben

physiologischen

Ursachen

kommen

auch erworbene

Schädigungen

als Grund in

Frage. Wünstel:

„Tinnitus kann

auch als Folge

eines Hörtraumas

wie

etwa zu

lauter Musik

auftreten.

Im

Ohr befinden

sich kleine

Härchen,

die

durch starke

Schallwellen

beschädigt

werden. Ist

dies passiert, kann es

leicht zu dem permanentem

Klingeln kommen.

Weitere Ursachen sind zum

Beispiel Alter, Medikamente

und in Ausnahmefällen Tumore.

Der Arzt hat noch einen

Tipp für Betroffene, die

Abends wegen ihres Leidens

nur

schwer in

den Schlaf finden

können: „Sportliche Betätigung

und eine heiße Dusche

unterstützen das Müdewerden.

Außerdem kann es hilfreichsein,

beim Einschlafen

leise Musik im Hintergrund

laufen zu lassen. Das ist

nicht nur entspannend, es

lenkt auch von den Ohrgeräuschen

ab. Besonders gut

funktioniert das natürlich

mit der persönlichen Lieblingsmusik.“

Wichtig ist es,

sich nicht auf den Tinnitus

zu konzentrieren. „Dadurch

entsteht ein Teufelskreis und

die Betroffenen leiden nur

noch mehr“, weiß

Wünstel. Und er

macht Hoffnung:

„Die Spontanheilungsrate

ist bei Tinnitus

sehr

hoch.“

Info Netzwerk

Viele Menschen leiden unter AMD

nDeutschland leben rund

I4,5 Millionen Menschen

mit der Augenkrankheit

AMD (Altersbedingte Makuladegeneration).

Allein in

Münster sollen es rund

10 000 sein. Durch die Erkrankung,

die meist abdem

50. Lebensjahr auftritt, sehen

die Betroffenen zunächst

verzerrt, dann wird

die Mitte des Sehfeldes immer

unschärfer.

Im

schlimmsten

Fall bleiben

nur noch wenige

Prozent Sehfähigkeit.

Obwohl viele Menschen

unter AMD leiden, sind die

wenigsten ausreichend über

die Krankheit und Hilfsangebote

informiert. Eine Studie

am Marketing Centrum

Münster (MCM) fand heraus,

dass Ärzte, Versorger

und Patienten nicht optimal

vernetzt sind und wenig

von- und übereinander wissen.

Diese Lücken sollen

durch das AMD-Netz NRW

geschlossen werden. Es wurde

im Mai 2011 vom emeritierten

Marketing-Professor

Heribert Meffert, der selbst

unter AMD leidet, und Proffessor

Daniel Pauleikhoff,

Leiter der Augenklinik des

St. Franziskus-Hospitals

Münster, gegründet. Seither

bietet esals gemeinnütziger

Verein Hilfe bei AMD. Es

richtet sich dabei an Patienten

und ihre Angehörigen,

Augenärzte, Verbände und

Organisationen sowie soziale

Versorger. Das Netzwerk

stellt medizinische Informationen

über die

Krankheit, Alltagshilfen

und

neue Therapien

zur Verfügung,

sammelt Adressen

vonÄrzten und sozialen Beratern

und bietet Kontaktmöglichkeiten

zu anderen

Patienten. Zu den kostenlosen

Angeboten gehören

unter anderem eine Hotline

( 01805/77 47 78), ein

Online-Expertenforum,

Schulungen für Praxispersonal

oder ein Patientenhandout,

das Ärzte individuell

auf Ihre Patienten zuschneiden

und ihnen an die Hand

geben können. Eine Image-

Film und weitere Infos über

die Leistungen des AMD-

Netz sind unter www.amdnetz.de

verfügbar. (sr)

NEUERÖFFNUNG

Spiekerhof 2, 48143 Münster

Tel.: 0251 /98294344

Mo.– Fr.

9.00 –18.00 Uhr

Sa.

9.30 –13.00 Uhr

Gegenüber

dem Kiepenkerl

Vanessa

Kösters

Nils

Trunt

Markus

Fauska

Wichtigist es, sich nichtauf den Tinnitus zu konzentrieren. Leise ruhige Musik kann zum Beispiel

helfen, sich auf eine gänzlich andereGeräuschquelle zu konzentrieren. Dasist nichtnur

entspannend, es lenkt auch von den Ohrgeräuschen ab. Foto: pixelio/Benjamin Thorn

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