Neues Kinderpaket geschnürt / 4-5 Vorarlberger Kinderrechtepreis ...

obhut.at

Neues Kinderpaket geschnürt / 4-5 Vorarlberger Kinderrechtepreis ...

obWOHL

ZEITSCHRIFT

für Kindergarten

und Kinderbetreuung

in Vorarlberg

Nr. 7

September 2008

P.b.b.

Plus.Zeitung 07Z037212P

Verlagspostamt

6960 Wolfurt

Neues Kinderpaket geschnürt / 4-5

Vorarlberger Kinderrechtepreis / 7

Frühe Sprachförderung und Mehrsprachigkeit / 8-11

WIFI – Lehrgang KLIPP und KLAR®

/ 16

ARBEITERKAMMER VORARLBERG -

Regeln fürs Einspringen / 18

Keine Zustellmöglichkeit:

Zurück an

obWOHL

Mähdlestraße 31a

6922 Wolfurt

FREIE MONTESSORI SCHULE ALTACH

Spezial / 26-28


Sitzen nach

Maß

Sitzkissen

Sitzsäcke

Maßarbeit

Reparatur

Nachfüllservice

Als Kindergärtnerin n und Mutter ist mir bewusst, dass Sitzgelegen-

heiten für Kinder viel aushalten müssen. Sie werden zum Spielen,

Relaxen und

Toben verwendet. Sie werden überall hin mit men, egal wie der Boden aussieht und je bunter desto beliebter

sind sie.

Meine Sitzkissen sen und –säcke sind aus

diesem Grund doppelt genäht aus

robusten kunterbunten Stoffen.

Jedes Kissen und jeder Sack ist mit

einem Reißverschluss versehen,

damit der Bezug gewaschen werden

kann. Auch das Inlett hat einem

Reißverschluss, s, damit es problemlos

nachgefüllt werden kann.

Ich freue mich, wenn ich etwas zur

Verschönerung eurer Häuser und

Arbeitsstätten tun genom-

kann.

Anita Ayodeji

Hasenfeld 16, A-6972 Fußach

Tel: +43 (0) 0664 735755135513

E-Mail: anita@ayodeji.at

Internet: www.ayodeji.at


INHALT

Scotty - Energie!

3

Großes Paket ist geschnürt

4-5

Hort - eine Einrichtung mit Zukunft 6

Vorarlberger Kinderrechtepreis 2008 7

Gastkommentar Mag. Gerhard Frontull 7

Frühe Sprachförderung

8-9

Interview mit Mag. Dr. H. J. Krumm 10-11

Sprachfreude

12

Gastkommentar Ulrich Braun

12

Plattform EduCare

13

Der Wert von Büchern im Kleinkindalter 14

obWOHL Buchseite

15

Damit Lernen wieder Spaß macht 16

>Interpädagogica< 2008 in Graz

17

Regeln fürs Einspringen

18

Talentierter Elternverein KIB

19

Erziehung ist kein Spaziergang

20

“Rettendet Engel” im Familien-Notfall 21

Kinder ins Leben begleiten - gewaltfrei 22

Elternbildung auf neuen Wegen

23

Interview mit Hubert Löffler,

IfS-Familienarbeit

24-25

Freie Montessori Schule

26-28

Fortbildung, Urlaub und noch mehr... 28

“Kinder in die Mitte” auch in Salzburg 29

Kinderspielgruppe Rumpelstilzchen -

ein Resümée

30

obWOHL

obWOHL

Scotty - Energie!

Mit dieser Aufforderung erhielt

der Chefingenieur Montgomery

Scott des Raumschiffs Enterprise

den Befehl seine Crewmitglieder

in andere Gefilde zu

beamen. Entfernungen spielten

dabei praktisch keine Rolle. Und

natürlich konnte er Captain James

T. Kirk, Commander Spock,

Lt. Cmdr. Dr. Leonard McCoy

oder Lieutenant Nyota Uhura, wenn es für sie zu gefährlich

wurde, im letzten Moment auf das Raumschiff

zurückzubeamen.

Wir merken: Die Zukunft kann nostalgisch sein. Raumschiff

Enterprise - eine meiner Lieblingsserien in meiner

Kindheit. Kurz zur Geschichte: Im 23. Jahrhundert

haben die Menschen auf der Erde soziale und wirtschaftliche

Schwierigkeiten überwunden. Die Erkundung

des Weltraums führt zu Allianzen mit außerirdischen

Lebensformen. Die Besatzung des Raumschiffs

Enterprise von der Vereinten Föderation der Planeten

soll sich der Entdeckung bislang unbekannter Lebensformen

widmen.

Mir scheint, es gibt Parallelen von dieser Geschichte

zur jetzigen Situation in der Kinderbetreuung - im

Kindergarten. Es ist unheimlich viel Energie zu spüren.

Das neue Kindergartengesetz in Vorarlberg - speziell

die dazu gehörenden unterstützenden Bestimmungen

im Bildungs- und Erziehungsplan scheinen uns fast in

eine neue Welt zu beamen. Ich kann mir beinahe vorstellen,

wie diese ferne Zukunft aussehen kann, in der

wir alle sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten

überwunden haben. Der vorschulische Bereich ist gesellschaftlich

anerkannt, trägt wesentlich zur Stabilität

von Familien bei, legt ein gutes Fundament in der

Entwicklung der Kinder und die Pädagoginnen und

Pädagogen (ihr Anteil beträgt jeweils 50%) setzen

sich ähnlich bunt gemischt zusammen wie die Crew

der Enterprise. Alle mit dem gleichen Ziel: sich immer

weiter zu entwickeln und Neues und Gutes für die

Menschheit zu entdecken. So wie die Plattform

EduCare es proklamiert und auch das Projekt “mehr

Sprache“ von „okay.zusammen leben“ uns vor Augen

führt. Es gibt schon so Vieles und Tolles, auf dem wir

aufbauen können. Die Rahmenbedingungen werden

immer besser - also wie gesagt: Scotty - Energie!

Andreas Holzknecht

obWOHL 3

Impressum:

Medieninhaber und Herausgeber:

OBHUT Beratungsservice für Kinderbetreuung

Andreas Holzknecht, Mähdlestraße 31a, 6922 Wolfurt

T +43(0)650/6416211

E buero@obhut.at

I www.obhut.at

Grafik-Design: Ernst Steininger, Bregenz

Druck: Wälderdruck Verlag, Egg


obWOHL

Großes Kinderpaket ist geschnürt

In den letzten Monaten wurden in Vorarlberg auf verschieden

Ebenen zahlreiche und weitreichende Veränderungen

im Bereich des Kindergartens vorgenommen.

Mit diesem sehr umfangreichen Kinderpaket wurde

nun eine hervorragende Ausgangsbasis geschaffen,

die bisherige Qualität im Kindergartenwesen weiterzuentwickeln.

Es sind Verbesserungen für alle Beteiligten

erreicht worden: Für die Eltern, für das pädagogische

Personal, und stets im besonderen Augenmerk sind viele

Verbesserungen für die Kinder beschlossen worden. Zahlreiche

dieser Neuerungen finden österreichweit große

Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aber nun schön der

Reihe nach:

Kindergarten und die Novelle

Im Juni wurde die novellierte Form des Kindergartengesetzes

im Landtag beschlossen. Dieses Gesetz hat zum

Ziel,

die hohe pädagogische vorschulische Bildungsqualität

sicherzustellen,

das Kinderbetreuungsangebot durch qualifizierte

Bedarfserhebung und Bedarfsplanung weiterzuentwickeln,

die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch ein ausreichendes

Angebot - auch für dreijährige Kinder - zu

verbessern; wobei die Eltern den Bedarf definieren.

Für die Gemeinden ergeben sich noch zwei wesentliche

Neuerungen. Jede Gemeinde wird ab 2009 jährlich eine

Bedarfserhebung durchführen. Diese frühzeitige Information

über den wirklichen Bedarf an Kindergartenplätzen

soll es möglich machen, den Familien möglichst

bedarfsgerechte Unterstützung anzubieten. Da können

auch gemeindeübergreifende Lösungen gute Dienste

tun. Weiters sieht das Gesetz eine Mindestöffnungszeit

von 30 Stunden pro Woche und vormittags von mindestens

7.30 Uhr bis 12.30 Uhr vor.

Kindergarten und die Kraft der Sprache

Wie schon erwähnt hat das novellierte Kindergartengesetz

die Sprachförderung der Kinder besonders betont.

Dies wird im neuen Bildungs- und Erziehungsplan

(Download auf der Homepage des Landes unter

www.vorarlberg.at) unterstrichen und detaillierter beschrieben.

Schon beim Eintritt in den Kindergarten wird

jedes Kind in seiner altersgemäßen Entwicklung genau

beobachtet - insbesondere die Sprachentwicklung. Die

standardisierte Dokumentation mit Sprachstandfeststellung

hat bei den vierjährigen Kindern ab Beginn des

Kindergartenjahres zu erfolgen. Bei Kindern mit einem

Sprachförderbedarf wird eine intensive Kooperation

mit den Eltern gesucht und eine gezielte Sprachförderung

im Kindergarten angeboten. Ziel ist es, dass möglichst

alle Kinder bis zum Schuleintritt die Unterrichtssprache

Deutsch beherrschen.

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Diese Zielsetzungen weisen schon deutlich auf die

wesentlichen inhaltlichen Neuerungen des Gesetzes hin.

Die Öffnung der Kindergärten für Dreijährige: Nun wird

also auch Vorarlberg als letztes Bundesland in Österreich

die Kindergärten für dreijährige Kinder öffnen.

Diese Maßnahme verspricht aufgrund der gemachten

Erfahrungen in anderen Ländern zahlreiche Verbesserungen

im Bereich der Familienfreudlichkeit und der

Bildungsentwicklung der Kinder. Pädagogische Veränderungen

in der täglichen Arbeit in den Kindergärten

werden anfangs eine notwendige Aufgabe für das Personal

sein.

Kindergarten und der goldene Schlüssel

Der goldene Schlüssel im Kindergarten ist einer, der pädagogische

Türen leichter öffnet. Dieser Schlüssel wird

auch Betreuungsschlüssel genannt - dieser ist ab nun in

Vorarlberg so geregelt: in einer Gruppe mit einer

Pädagogin dürfen nun mehr nach einem kurzen Übergang

maximal 16 Kinder sein (früher 20), bei zwei

Pädagoginnen oder einer Pädagogin und einer Helferin

dürfen es maximal 23 Kinder sein (früher 28). Hier muss

auch erwähnt werden, dass im Gegensatz zu vielen

Bundesländern in Österreich in Vorarlbergs Kindergärten

fast immer zwei ausgebildete Kindergartenpädago-

Als eine wichtige Begleitmaßnahme für diesen Schritt

sieht das Gesetz eine deutliche Reduzierung der

Gruppengröße vor. Bis Herbst 2010 soll diese auf maximal

23 Kinder pro Gruppe schrittweise gesenkt werden.

Bisher lag die maximale Gruppengröße bei 28 Kindern

(wobei diese nur sehr selten erreicht wurde).

Im Rahmen der Förderung der kindlichen Gesamtpersönlichkeit

wird als besonders bedeutsamer pädagogischer

Auftrag im Gesetz die Sprachförderung der Kinder

herausgehoben. Alle Kinder sollen ab Eintritt in den

Kindergarten in der Sprachentwicklung bewusst gefördert

werden. Dies stellt nicht nur bei Kindern mit nichtdeutscher

Muttersprache eine sehr bedeutsame Maßnahme

dar und unterstreicht die Aufgabe des Kindergartens

als vorschulische Bildungseinrichtung.


obWOHL

ginnen in einer Gruppe zusammenarbeiten. Im Kindergartenjahr

2006/2007 arbeiteten in 456 Kindergartengruppen

914 Personen, davon hatten 726 eine pädagogische

Fachausbldung. Das alles würde den besagten

Betreuungsschlüssel vielleicht silbern machen, aber

noch nicht golden.

Kindergarten und besondere zusätzliche Ressourcen

In gemeinsamen Verhandlungen mit dem Gemeindeverband

hat die Vorarlberger Landesregierung sich mit

den besonderen neuen Herausforderungen in vielen

Kindergartengruppen im Land befasst und dabei eine

sehr tragfähige und zukunftsweisende Lösung gefunden.

Die Aufnahme von Dreijährigen und die Begleitung

von Kindern mit Sprachförderbedarf wurden hier

besonders berücksichtigt. Wenn in einer Gruppe 4 oder

mehr Kinder mit Sprachförderbedarf sind, soll eine

Zusatzkraft für mindestens drei Stunden pro Woche in

die Gruppe kommen.

Wenn aber mehr als ein Drittel der Kinder entweder

Dreijährige oder Kinder mit Sprachförderbedarf sind,

soll die Gruppe fix zusätzliches Personal erhalten. Bei

einer Gruppe mit zwei Pädagoginnen sind 320 Stunden

pro Jahr und bei Gruppen mit einer Pädagogin sogar

640 Stunden Zusatzunterstützung vorgesehen, was

einer zusätzlichen „50%-Kraft“ entspricht.

Kindergarten und die Zeit

Viele dieser bisher angesprochenen Aufgaben sind fachlich

unumstritten und deren Lösungen werden von allen

Seiten als dringlich und notwendig angesehen. Aber

vielfach fehlt es an der dafür notwendigen Zeit. Die Reaktionen

des betroffenen Personals waren bisher allzu

verständlich oftmals einer Überforderungstendenz

nahe. Aber auch hier hat der neue Bildungs- und Erziehungsplan

wirklich bemerkenswerte Festlegungen getroffen.

So wird die Vor- und Nachbereitungszeit für

jede vollzeitbeschäftigte gruppenleitende Kindergartenpädagogin

acht bis zehn Stunden pro Woche betragen

(Teilzeitbeschäftigte mindestens ein Viertel ihrer

Dienstzeit). Darüber hinaus sind für die einzelkindbezogene

Arbeit (Dokumentation, Förderplanung, Elterngespräche,

etc.) für jedes Kind zusätzlich zwei Stunden pro

Kind und Jahr kinderdienstfrei zur Verfügung zu stellen.

Bei einer Gruppengröße von 23 Kindern sind das nochmals

46 Stunden pro Jahr zusätzliche Zeit.

Kindergarten und das Geld

So wichtig wie die Regelung der Gruppengröße, der

fachlichen Anforderungen und der Dienstvereinbarungen

- so wichtig ist im Bereich des Kindergartens und im

Bereich der Kinderbetreuung das Geld. Hier setzte das

Land in zwei Bereichen ein deutliches Signal, dass die

beschlossenen Anliegen ernstgemeint sind und die Gemeinden

in der Umsetzung die dafür notwendige finanzielle

Unterstützung bekommen.

Die Personalkosten für das Kindergartenpersonal (auch

die der zusätzlich angestellten Pädagoginnen für die

Dreijährigen oder zusätzliche Unterstützungskräfte für

die Sprachförderung) werden in Zukunft zu 60% vom

Land getragen.

Eine besonders schnelle aber auch notwendige Fördermaßnahme

wird es ab September 2008 im Bereich der

Elterntarife für Dreijährige geben. Die Eltern sollen eine

wirkliche Wahlfreiheit bekommen, wo sie ihr dreijähriges

Kind anmelden wollen: In den Kindergarten (wenn

die Gemeinde schon die Möglichkeit anbietet) oder in

eine Kleinkindbetreuung oder in eine Spielgruppe. Doch

war bisher die Tarifgestaltung in diesen unterschiedlichen

Angebotsbereichen stark abweichend. Für das

kommende Jahr hat die Vorarlberger Landesregierung

beschlossen, diesen Tarifunterschied auszugleichen. Die

Elterntarife werden bei 3-jährigen bis auf Euro 25,-

(oder maximal auf den ortsüblichen Kindergartentarif)

für bis zu 25 Stunden wöchentlich herabgestützt.

Für die Kinderbetreuungseinrichtung und Spielgruppe

bedeutet dies, dass diese die Betreuung zukünftig bis zu

25 Betreuungsstunden vormittags pro Woche für einen

Tarif von Euro 25,- pro Monat anbieten können. Der

Restbetrag zum kalkulierten Betrag wird von der

Einrichtung per Förderantrag bei der Standortgemeinde

eingereicht und in weiterer Folge vom Land Vorarlberg

übernommen. Diese Förderregelungen gelten für alle

Kinder, die in Spielgruppen und Kinderbetreuungseinrichtungen

betreut werden, das 3. Lebensjahr mit

Schuljahresbeginn vollendet haben und sind unabhängig

vom Wohnort des Kindes.

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LR Siegi Stemer: “Wir haben große

Anstrengungen unternommen,

alle Etappen, einschließlich des

neuen Kindergartenbildungsplanes,

noch vor der Sommerpause

zu bewältigen, damit die Kindergärten

im Herbst einen möglichst

reibungslosen Start unter den

neuen Rahmenbedingungen hinlegen

können.”

Nähere Informationen zu diesen Neuerungen erhalten

Sie bei

Kindergarteninspektorin Margot Thoma

(margot.thoma@vorarlberg.at oder 05574/511-22115)

und bezüglich der Förderung bei

Frau Dipl. Pol. Silvia Roth

vom Familypoint der Landesregierung

(silvia.roth@vorarlberg.at oder 05574/511-24153).


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Hort – eine Einrichtung mit Zukunft

von Porod Ulrike, Lehrerin in der BaKiP für Didaktik,

Kindergarten- und Hortpraxis

obWOHL 6

Die Entstehung des Hortes

Die Ursprünge des heutigen Hortes liegen in der Zeit

der Industrialisierung. Kinder berufstätiger Eltern aus

sozial schwachen Schichten waren mehr und mehr sich

selbst überlassen. Um diese Kinder vor Verwahrlosung

zu bewahren und von der Straße wegzuholen, wurden

sie nachmittags in sogenannten Industrieschulen betreut,

wo ihnen sinnvolle Aufgaben gestellt und praktische

Arbeitskenntnisse vermittelt wurden.

Der Begriff „Hort“ bedeutet eigentlich „Schatz“ und

„Schutz“. In Hinblick auf die Einrichtung Hort kann die

Bezeichnung so interpretiert werden, dass Kinder ein

„Schatz“ sind und „Schutz“, Geborgenheit, Rückhalt und

Sicherheit brauchen!

Der Hort heute

Hortpädagoginnen und -pädagogen sind heute mit einer

Vielfalt an Aufgaben konfrontiert, die weit über die der

gewöhnlichen Schülerbetreuung hinausgehen.

Der Hort ist eine Ergänzung zur Familie. Kinder im Alter

von 6 – 14 Jahren erfahren hier ein Zusammenleben und

Zusammenarbeiten in der Gruppe mit anderen Kindern

und Erwachsenen. Die Hortpädagogin/der Hortpädagoge

soll den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht

werden. Zusätzlich zur Elternarbeit pflegt die

Hortpädagogin/der Hortpädagoge die Zusammenarbeit

mit den Lehrpersonen der Kinder. Sie/Er begleitet und

unterstützt die Kinder bei den täglichen Hausübungen

und gibt Lernhilfe.

Das Angebot einer pädagogisch geführten Freizeitgestaltung

ist ein wesentlicher Teilbereich der Hortarbeit:

Die Hortpädagogin/der Hortpädagoge bietet Spiel- und

Beschäftigungsmaterial und von ihr/ihm geplante und

geleitete Aktivitäten, Ausflüge und Exkursionen an, die

sowohl auf alters- als auch geschlechtsspezifische Unterschiede

Rücksicht nehmen und den aktuellen Interessen

der Kinder entsprechen. Die Kinder gestalten

diese Angebote aktiv und nach eigenen Wünschen mit.

ist und den Kinder im Volksschulalter besuchen. Als

Übungshort steht das Kaleidoskop auch angehenden

Hortpädagoginnen/Hortpädagogen als Praxisstätte zur

Verfügung.

Das Hortjahr 2007/08 stand unter dem Jahresthema

„Die Geschichte des Schreibens und der Schrift“. Die

vielfältigen Angebote reichten vom Kennenlernen,

Herstellen und Ausprobieren verschiedener Schreibutensilien

(Federn, Griffel, Tontafeln, Papier, etc.) über

das Erfinden und Entschlüsseln von Geheimschriften bis

hin zu interessanten Exkursionen ins Landesmuseum

und in die Landesbibliothek.

Hortkinder erzählen…

„Unser Thema ist „Schreiben“. Von den Hieroglyphen.

Wir haben mit den Federn geschrieben. Wir haben mit

Ton gearbeitet. Am Anfang haben wir Höhlenmalerei

gelernt. Wir haben unter dem Tisch gegessen. Der Tisch

war die Höhle.“ Gizem, 10 Jahre

„Da waren viele Bücher. Da waren alte Bücher. Die

Landesbibliothek ist ein großes Haus und hat eine schöne

Kuppel. Wir haben alte Zeitungen auf dem

Bildschirm angeschaut.“ Can, 8 Jahre

Hortpädagoginnen/Hortpädagogen

Die Ausbildung zur Hortpädagogin/ zum Hortpädagogen

kann von Schülerinnen und Schülern einer Bildungsanstalt

für Kindergartenpädagogik ab der 3. Klasse

im Rahmen einer Zusatzausbildung absolviert werden.

In den Unterrichtsgegenständen Didaktik der Horterziehung,

Hortpraxis, Pädagogik der Horterziehung und

Lernhilfe Deutsch, Mathematik und Englisch werden die

Schülerinnen und Schüler auf die vielfältigen und

anspruchsvollen Aufgaben vorbereitet. Im Schuljahr

2007/08 schlossen in Vorarlberg an der BAKIP Feldkirch

die ersten Maturantinnen mit der Zusatzausbildung

Hortpädagogik ab!

Horte in Vorarlberg

In Vorarlberg gibt es derzeit (Stand Juli 2008) einen

Hort, in dem eine ausgebildete Hortpädagogin tätig ist

- der Übungshort „Kaleidoskop“ der BAKIP Feldkirch,

der in der Volksschule Feldkirch/Tosters untergebracht


Vorarlberger Kinderrechtepreis 2008

Kinder in die Mitte und der Kinder- und

Jugendanwalt gemeinsam für Kinderrechte

Am 19. November 2008 wird zum zweiten Mal der

Vorarlberger Kinderrechtepreis“ verliehen.

Kinder haben Rechte! Dieser Grundsatz ist in der UN-

Konvention über die Rechte des Kindes festgelegt.

Diese trat am 5. September 1992 auch in Österreich in

Kraft. Existenzsicherung, Nicht-Diskriminierung, das

Wohl des Kindes und die Beteiligung (Partizipation) sind

die zentralen Kinderrechte. Diese Rechte der Kinder

werden immer noch verletzt, missachtet und in der

Öffentlichkeit zu wenig thematisiert. Deshalb ist es

besonders wichtig positive Beispiele öffentlich zu

machen und auszuzeichnen.

Der Kinderrechtepreis richtet sich vor allem auch an

Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen, die

die Umsetzung der Kinderrechte in vorbildlicher Weise

betreiben. Alle die mutig, engagiert und nachhaltig für

die Interessen von Kindern eintreten sind angesprochen.

Die Projekteinreichung ist mit wenig Aufwand verbunden,

wichtig sind Inhalt und Umsetzung und nicht so

sehr eine aufwendige Projekteinreichung. Alle Unterlagen

und Infos auf www.kija.at.

> Als Preisgeld winken im Gesamten Euro 4.500 für jene

Projekte, die ausgezeichnet werden.

> Über die Vergabe des Kinderrechtepreises entscheidet

eine Kinder- und Jugendjury, welche von zwei erwachsenen

Fachleuten ergänzt wird.

> Einreichfrist ist der 16. Oktober 2008.

> Die Verleihung der Preise findet am 19. November 2008

statt.

Informationen und Infomaterial (kostenlos) zu den

Kinderrechten und dem Kinderrechtepreis erhalten Sie

beim Kinder- und Jugendanwalt.

DSA Michael Rauch, Kinder- und Jugendanwalt

6800 Feldkirch, Schießstätte 12 (Ganahl-Areal)

T 05522 84900

I www.kija.at

E kija@vorarlberg.at

obWOHL

GASTKOMMENTARh

a u t n a h

Auf den Anfang kommt es an…!

von Mag. Gerhard Frontull, Direktor der BAKIP Feldkirch

Das neue Vorarlberger Kindergartengesetz und der reformierte

Bildungs- und Erziehungsplan sind wegweisende

Schritte in die richtige Richtung. Natürlich haben

sich viele - auch ich - noch mehr Reformwillen und -

bereitschaft von den politisch Verantwortlichen erwartet.

Aber Politik ist nun einmal die Kunst des Machbaren,

und so gab es schließlich einen Kompromiss.

Wer jetzt aber in Jubel und Begeisterung ausbricht, hat

nicht erkannt, dass noch vieles zu tun sein wird. Die Botschaft

jeder Bildungspolitik muss lauten: Auf den Anfang

kommt es an!

Im Kindergarten muss ein ganzheitliches Bildungsverständnis

Platz haben, müssen die soziale und emotionale

Bildung gefördert werden, müssen Basisfähigkeiten

wie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Einfühlungsvermögen,

Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Wahrnehmung

von Selbstwirksamkeit und Eigenkompetenz,

Motivations- und Leistungsfähigkeit, Beziehungsfähigkeit

usw. trainiert und erlebt werden. Die moderne

Gehirnforschung lehrt uns seit Jahren, „dass sich viele

Schaltkreise des Gehirns beim Menschen innerhalb der

ersten vier bis sechs Lebensjahre optimieren. Dies impliziert,

dass der vorschulischen Bildung eine viel größere

Bedeutung zukommt als bisher angenommen, denn sie

kann sich massiv in die Gehirnentwicklung einmischen.“1

Für diese grundlegenden pädagogischen Fertigkeiten

brauchen wir qualifiziertes Fachpersonal und Menschen,

die diesen Bildungsanspruch in den Kindergärten

für die Kinder erlebbar machen. Ob knapp über 1.000,-

Euro Anfangsgehalt im Monat aber für eine diplomierte

Kindergartenpädagogin das richtige Zeichen ist, dass

der Öffentlichkeit diese Arbeit tatsächlich etwas Wert

ist, bleibt sehr fraglich. Hier sind alle Verantwortlichen

aufgerufen, rasch zu handeln und endlich auch ein

finanzielles Zeichen der Wertschätzung zu setzen.

Kurzvita:

Mag. Gerhard Frontull, geb. 1955,

verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft

in Altach.

Germanistik und Geschichte an der Uni

Innsbruck studiert. Bis 2000 Lehrer für

Deutsch und Geschichte am Bundesgymnasium

Feldkirch. ARGE-Leiter für

Deutsch – Lehrerfortbildung. Mehrere

Jahre Lehrauftrag am Institut für LehrerInnenbildung

und Schulforschung der

Uni Innsbruck. Studieneingangsphase

für LehramtsstudentInnen.

Seit Herbst 2000 Direktor der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik,

Institut St. Josef, Feldkirch.

obWOHL 7

1 Anna Katharina Braun: Zum Lernen geboren. Optimierung

des Gehirns durch frühe Bildung.

In : Frühe Kindheit. Die ersten sechs Jahr. Heft 03 / 2008, S. 6.).


obWOHL

Zum aktuellen Stand des Projektes “mehr Sprache.

Frühe Sprachförderung und Mehrsprachigkeit -

eine Herausforderung für Familien und Institutionen früher Bildung”

Seit Beginn dieses Jahres läuft in Vorarlberg das

Programm “mehr Sprache”. Der Fokus liegt bei der Förderung

von Kindern mit Migrationshintergrund, die in

einem mehrsprachigen Umfeld aufwachsen und für die

der Erwerb der Landes- und der Herkunftssprache deshalb

sowohl eine besondere Herausforderung als auch

Chance darstellt. Insgesamt vier Programmschienen zielen

darauf ab, die ersten Lebensjahre besser als bisher

für die Entwicklung der Muttersprache und der Landessprache

zu nützen.

Im Herbst startet die Vortragsreihe „mehr sprachig.

Wegweiser zur Kommunikation im 21. Jahrhundert“. In

einer Reihe von sieben Vorträgen setzen WissenschaftlerInnen,

Wirtschaftstreibende und Sprach-KünstlerInnen

Wegweiser für die Gestaltung und Orientierung

in einer zeitgemäßen Sprach- und Bildungspolitik.

Die Vortragsreihe soll zum Diskurs über Chancen und

Risiken von Mehrsprachigkeit in einer global vernetzten

Gesellschaft einladen. Am 23. Oktober (19.30 Uhr,

Salomon Sulzer Saal Hohenems) findet unter dem Titel

„Treffpunkt Babylon. Chancen, Risiken und Grenzen der

Mehrsprachigkeit“ der erste Vortrag von Prof. Dr. Hans

Krumm vom Institut für Germanistik der Universität

Wien statt.

obWOHL 8

Das erste halbe Jahr diente vor allem der Konzipierung,

Planung und Umsetzung der Programmschienen. Mit

dem ersten Durchgang des Kompetenztrainings für

Kindergarten- und VolksschulpädagogInnen „Deutsch

als Zweitsprache unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit“

von Mai bis Oktober ist bereits das erste

Angebot angelaufen. Das Kompetenztraining richtet

sich an Kindergarten- und VolksschulpädagogInnen, die

in ihrer Bildungseinrichtung mit dem Themenbereich

“frühe Sprachförderung von Kindern nichtdeutscher

Muttersprache” befasst sind. Ziel des Kompetenztrainings

ist der sichere Umgang mit der Sprachvermittlung

und der bewussten Sprachförderung für Kinder nichtdeutscher

Muttersprache. Dabei wird ausgehend von

der Praxis der PädagogInnen die Verbindung mit der

Theorie geschaffen. Das Training vermittelt die fachliche

Kompetenz für eine gute frühe Sprachförderung

von Kindern nichtdeutscher Muttersprache unter der

Bedingung von Mehrsprachigkeit. Die Nachfrage ist mit

33 TeilnehmerInnen erfreulich groß und die

Rückmeldungen bisher durchwegs positiv. Gelobt werden

vor allem die positive, konstruktive Stimmung in

der Gruppe, die Vernetzung der PädagogInnen und die

guten Inhalte. Eine Teilnehmerin hebt konkret die

angenehme Gruppe, das gute Arbeitsklima, den

Austausch und die Diskussion unter und mit den

TeilnehmerInnen und ReferentInnen als sehr wertvoll

hervor. Die Infrastruktur und das ganze “drumherum”

lasse eine Anerkennung und Wertschätzung der

Pädagoginnen erkennen. Für sie war bisher der Teil

“Kommunikation und Sprache” sehr wichtig und vom

“Kommunikationspsychologischen Werkzeugkoffer”

vor allem das Innere Team – was höre ich und wer wird

in mir am schnellsten angesprochen!

Weiters wird im Herbst unter dem Titel „Wörter wie

Honig“ Elternbildung für den frühen Spracherwerb

unter besonderer Berücksichtigung der zwei- und

mehrsprachigen Entwicklung von Kindern” der erste

Lehrgang zum Thema Elternbildung für den frühen

Spracherwerb durchgeführt. Der Lehrgang dient der

Ausbildung von Elternbegleiterinnen und –begleitern,

um Wissen an die Eltern weiter zu vermitteln und deren

Kompetenz für die Förderung der Sprachentwicklung

ihrer Kinder zu stärken. Die Konzentration der Inhalte

liegt auf Fragen des Spracherwerbs in den ersten

Lebensjahren, in denen die Eltern die wichtigsten

Bezugspersonen der Kinder sind. Was kann Eltern vermittelt,

geraten und empfohlen werden, um die

Sprachentwicklung ihrer Kinder, insbesondere unter

den Bedingungen von Zwei- und Mehrsprachigkeit,

bestmöglich zu fördern und zu unterstützen?

Der Weiterbildungslehrgang wird für Personen angeboten,

die Eltern in den Fragen des frühen Spracherwerbs,

insbesondere unter den Bedingungen von Zwei- und

Mehrsprachigkeit, begleiten und unterstützen möchten.

Dies sind einerseits BeraterInnen und Pädagog-

Innen in bestehenden Einrichtungen (Elternberatung,

Kinderbetreuung etc.), die sich in diesem Lehrgang spezifisches

Wissen über frühe Sprachförderung unter den

Bedingungen von Mehrsprachigkeit oder die besondere

Situation von Eltern mit Migrationshintergrund aneignen

können und weiters Personen, die sich für die

Aufgabe einer niedrigschwelligen Begleitung von

Eltern interessieren und sich dafür engagieren möchten.

Das Angebot richtet sich insbesondere auch an

Menschen mit Migrationshintergrund in Vorarlberg

(Akteure in Migrantenvereinen, DolmetscherInnen im

öffentlichen Bereich etc.), die mehrsprachig sind und

Das Kompetenztraining wird von Oktober 2008 bis

März 2009 mit denselben Inhalten und Themen ein

zweites Mal angeboten. Es gibt bereits 20 Anmeldungen,

es sind aber noch Plätze verfügbar. Die Teilnahme

am Kompetenztraining ist kostenlos. (Anmeldung unter

office@okay-line.at oder 05572-398102).

Simon Burtscher


obWOHL

lüber Sprachkompetenz in den Sprachen der Vorarlberger

Migrantengruppen verfügen. Der erste Lehrgang ist

mit 25 Personen bereits ausgebucht und sehr bunt

zusammengesetzt. Die Teilnehmerinnen kommen aus

Elternberatungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen,

Migrantenvereinen und der Gemeinwesenarbeit in

Wohnsiedlungen. Weiters nehmen individuelle Akteure

mit Migrationshintergrund und auch Pädagoginnen

teil. Der Lehrgang wird im Frühjahr 2009 mit den gleichen

Inhalten ein weiteres Mal durchgeführt. Die

Termine werden rechtzeitig im Winter 2008 angekündigt

und beworben. Die Teilnahme am Lehrgang ist

kostenlos.

Detaillierte Informationen zu den Angeboten und

Veranstaltungen im Programm “mehr Sprache.“ finden

Sie unter www.okay-line.at im Modul Aktuelles unter

“mehr Sprache.“

Weitere Informationen bei Dr. Eva Häfele unter

eva.haefele@okay-line.at bzw. Tel. 0676-4756580.

FACTBOX

Termine 2. Durchgang Kompetenztraining “Deutsch als

Zweitsprache unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit“:

Samstag, 4. Oktober 2008, 9.00 bis 14.30h

Freitag, 21. November 2008 17.00 bis 20.30h und

Samstag, 22. November 9.00 bis 14.30h

Freitag, 23. Jänner 2009 17.00 bis 20.30h und Samstag,

24. Jänner 9.00 bis 14.30h

Freitag, 20. Februar 2009 17.00 bis 20.30h

Veranstaltungsort: Junker Jonas Schlössle in Götzis.

Das Abschlusswochenende findet am Freitag, den 20.

März 2009 von 17.00 bis 20.30 Uhr, und Samstag, den

21. März von 9.00 bis 14.30 Uhr im Kloster Viktorsberg

statt.

Termine Vortragsreihe “mehr sprachig.

Wegweiser zur Kommunikation im 21. Jahrhundert”:

Treffpunkt Babylon

Chancen, Risiken und Grenzen der Mehrsprachigkeit

Univ. Prof. Dr. Hans-Jürgen Krumm

(siehe Interview ab Seite 10)

Termin: Donnerstag, 23. Oktober 2008

Ort: Salomon Sulzer Saal, Hohenems

Fremde Sprache Dialekt?

Die wechselvolle Beziehung von Hoch- und

Alltagssprachen

Univ. Prof. Dr. Beat Siebenhaar

Termin: Donnerstag, 4. Dezember 2008

Ort. Pförtnerhaus, Feldkirch

Sprachwelten der Wissensgesellschaft

Denken und Sprechen in der globalisierten Welt

Univ. Prof. Dr. Konrad Ehlich

Termin: Donnerstag, 19. Februar 2009

Ort: Kuppelsaal der Vorarlberger Landesbibliothek,

Bregenz

Vom Einschließen und Ausgrenzen

Sprache, Bildung, soziale Zugehörigkeit

Univ. Prof. Dr. Ingrid Gogolin

Termin: Freitag, 17. April 2009

Ort: Vereinshaus, Rankweil

Was uns im Innersten zusammenhält

Sprachen, Wir-Gefühle und Identitäten

Univ. Prof. Dr. Inken Keim

Termin: Mittwoch 17. Juni 2009

Ort: Jugendzentrum Vismut, Dornbirn

Wörter auf der Goldwaage

Konjunkturen in der Bewertung von Sprachen

Dr. Katharina Brizic

Termin: Freitag 25. September 2009

Ort: Remise, Bludenz

Sprachwirtschaft

Mehrsprachigkeit als Wirtschafts- und Standortfaktor

Vortragende aus Unternehmen in Vorarlberg

Termin: Donnerstag 12. November 2009

Ort: Competence Center Rheintal, Milleniumspark,

Lustenau

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Wieviel Muttersprache braucht ein Kind zum Erwerb von Deutsch als Zweitsprache?

Interview mit O. Univ.-Prof. Mag. Dr. Hans-Jürgen Krumm zum Thema “Deutsch als Fremdsprache” vom Institut für Germanistik, Wien.

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Ich würde die Frage gern umdrehen: ist es gut, einem

Kind seine Mutter- bzw. Familiensprachen wegzunehmen?

Wie entwickelt sich ein Kind, dessen Muttersprache

eine Ruine bleibt (z.B. weil es in dieser nicht lesen

und schreiben kann)? Stellt man die Frage so herum,

wird deutlich, worum es geht: Mit unser Muttersprache

oder unseren Familiensprachen wachsen wir in unsere

eigene Persönlichkeit, in die Familie und in die Welt hinein.

Ohne das Netzwerk der Familie, ohne den vertrauten

Klang der Sprache verlieren viele Kinder auch ihr

Selbst-Bewusstsein, fühlen sich nicht anerkannt, werden

(nicht nur sprachlich) heimatlos. Unter diesem Gesichtspunkt

ist es wichtig, dass die Muttersprachen nicht unterdrückt

werden, dass auch Kinder mit einer anderen

Muttersprache als Deutsch ihre Sprachen gebrauchen

dürfen und diese Sprachen auch an einem so wichtigen

Ort wie dem Kindergarten oder der Schule vorkommen.

Sprachlernpsychologisch kommt ein Zweites hinzu: die

erste Sprache, die ein Mensch lernt, formt im Gehirn das

kognitive Grundgerüst mit, auf dem jede weitere

Sprache aufbaut. Ist das Fundament nicht fertig, so wird

das Haus der zweiten Sprache auf einem schlechten

Fundament stehen. Optimal wäre es daher, wenn die

Erstsprache so weit gefestigt wird, dass sie neben der

Zweitsprache bestehen kann. Das bedeutet, dass man

im besten Falle auch in der Erstsprache alphabetisiert

wird, lesen und schreiben lernt. Viele Gesellschaften

dieser Welt führen uns vor, dass man Kinder zweisprachig

alphabetisieren, also die Erstsprachen erhalten und

festigen UND eine Zweitsprache vermitteln kann. Das

überfordert auch kleine Kinder keineswegs, im

Gegenteil, es fördert ihre kognitive Entwicklung. Wo

das (meist aus finanziellen und organisatorischen Gründen)

nicht möglich ist, sollte das Motto sein: so viel

Erstsprache wie möglich (und von den Kindern gewünscht):

Keine Verbote der Familiensprache(n), Aufgreifen

der Herkunftssprachen im Deutschunterricht

(Mehrsprachigkeitsdidaktik), Angebote in den Herkunftssprachen

(Spielnachmittage, Lieder, Herkunftssprachenunterricht).

Wie können nichtdeutsche Muttersprachen als

Reichtum für alle genutzt werden?

Zunächst einmal müssen wir in Rechnung stellen, dass

Menschen verschiedenen Sprachen unterschiedlichen

Wert beimessen: Englisch, Französisch, Italienisch und

Spanisch z.B. sind positiv belegte Sprachen, weil sie mit

wirtschaftlichem Erfolg oder mit Urlaubserlebnissen verbunden

sind - im Übrigen sind es indogermanische Sprachen,

die den meisten Menschen vertrauter sind als slawische,

asiatische oder afrikanische Sprachen. Damit in

Klang und Schrift fremdartige, verunsichernde Sprachen

keine Angst und Abwehr mehr produzieren, braucht es

zumindest zwei Dinge: mehr Information (wo kommen

die Sprachen her? welche Bedeutung haben die jeweiligen

Sprachräume für uns - wo z.B. kommen Kaffee und

Tee oder unser Öl her?), aber auch des öffentlichen Gebrauchs

und der öffentlichen Anerkennung dieser Sprachenvielfalt:

Nicht synchronisierte, sondern untertitelte

Filme zum Beispiel, vor allem aber das Zulassen der

Sprachen der MigrantInnen in unserer Öffentlichkeit.

Wenn wir unsere deutschsprachigen Kinder in einer

mehrsprachigen, globalisierten Welt einsprachig aufwachsen

lassen, so enthalten wir ihnen eine wichtige

Ressource und wichtige Fähigkeiten vor: Je früher man

damit anfängt, andere Sprachen zu lernen, um so leichter

fällt es später, weitere Sprachen zu lernen, um so

leichter fällt es auch, Denkoffenheit zu entwickeln.

Deshalb sollte es schon im Kindergarten, erst recht in


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der Grundschule Möglichkeiten geben, mit Hilfe der

nichtdeutschsprachigen Kinder allen Kindern die

Gelegenheit zu Sprachlernerfahrungen zu geben, z.B.

indem die nichtdeutschsprachigen Kinder einmal einen

„Schnupperunterricht“ in ihrer Sprache erteilen, indem

die Herkunft vieler deutscher Wörter aus anderen

Sprachen verfolgt und dann auch Sprachen „verglichen“

werden - natürlich auf spielerische Weise.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird das einfacher:

Sie können Erwachsenen Sprachhilfen anbieten, das

Schulleben mehrsprachig gestalten. Der Londoner

Bürgermeister hat damit geworben, dass man in

London 74 Sprachen unterrichtet, so dass eine Firma

hier für alle Sprachbedarfe SprecherInnen findet. Wäre

es nicht auch für ein Land, das viele Geschäfte in Osteuropa

betreibt, das Touristen aus der ehemaligen

Sowjetunion und aus arabischen Ländern für seine Finanzkraft

braucht, wichtig, dass durch die Migrant-

Innen erweiterte Sprachenpotenzial öffentlich sichtbar

zu machen und zu honorieren?

Ein schönes Beispiel, wie man die vielfältigen Ressourcen

einer multikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft

nutzen kann, gibt es in Lienz: seit gut 10 Jahren

existiert dort ein „Weltbüro“, eine Plattform, die

Kontakte zwischen Deutschsprachigen und Nichtdeutschsprachigen

herstellt, Sprachkenntnisse der MigrantInnen

vermittelt, Touristen betreut, kurz dafür

sorgt, dass Menschen „weltweit zuhause“ sind (so das

Motto des Vereins ‚Weltbüro Lienz’).

Spracherwerb vor der Schule: Welcher Einsatz führt zu

welchem Ergebnis?

Ich halte es für falsch, wenn vor der Schule schon regelrechter

Sprachunterricht erteilt wird - Kinder lernen

gerne voneinander, und sie lernen gern Dinge, die in

ihrer Umgebung vorkommen beziehungsweise die man

direkt brauchen kann. Vieles spricht also dafür, Kinder

bereits im Kindergarten mit der Mehrsprachigkeit ihrer

Lebenswelt vertraut zu machen, mit den Sprachen von

Migrantenkindern, eventuellen Minderheitensprachen

oder auch der Sprache von Grenznachbarn. Ein wichtiges

Grundelement ist dabei, dass diese Sprachen nicht

als abgrenzend, sondern als verbindend erfahren werden,

in gemeinsamem Singen, gemeinsamen Sprachlernspielen,

oder indem man diese Sprachen voneinander

lernt.

Beim Ergebnis kommt es nicht auf Messbarkeit an (also:

wie viele Vokabeln hat ein Kind gelernt? Wie viele

Fehler macht es?) - zu den wichtigen Ergebnissen vorschulischer

Sprachbegegnung und vorschulischen

Sprachenlernens gehören: die Angst vor anderen

Sprachen verlieren, Lust auf das Entdecken von anderen

‚Sprachwelten’ bekommen und dabei auch die eigene

Sprache bewusster wahrzunehmen. Natürlich macht es

Kinder stolz, wenn sie sich in einer anderen Sprache vorstellen,

wenn sie ein Lied oder ein kleines Gedicht in

einer anderen Sprache vortragen können, aber die

Entdeckerfreude ist allemal wichtiger als die Fehlerlosigkeit

oder eine messbare Quantität.

„Kinder entdecken Sprachen“ - so hat das Österreichische

Sprachen-Kompetenz-Zentrum sehr vielfältige

Materialien für das Erleben von Mehrsprachigkeit

benannt. Das wäre meines Erachtens das richtige Motto

für die vorschulische Sprachförderung.

Ein gutes Beispiel bietet das Projekt „Interkulturelle

Mitarbeiterinnen“ des Landes Niederösterreich: ca. 40

‚ambulante’ interkulturelle Mitarbeiterinnen (die selbst

Migrationserfahrungen mitbringen) können einerseits

die Kinder und deren Eltern in ihren eigenen Sprachen

ansprechen und diese Sprachen für alle Kinder sichtbar

machen, andererseits auch den Kindergärtnerinnen

Verständnis für sprachliche und kulturelle Fremdheit

vermitteln. Dieser Einsatz führt dazu, dass Kinder heranwachsen,

die keine Angst vor Sprachen und keine Vorurteile

gegenüber anderssprachigen Menschen haben,

die ‚integriert’ sind in eine sprachlich und kulturell vielfältige

Welt. Noch wichtiger fast: Auch die Erwachsenen

verlieren die Angst vor unbekannten Sprachen und lernen

es, mit Missverständnissen umzugehen.

Ganz wichtig ist, dass in der Grundschule nicht so getan

wird, als hätten solche Kinder noch nie etwas von anderen

Sprachen gehört. Kinder, die im Kindergarten Mehrsprachigkeit

erleben, „wissen“ schon viel über Sprachen.

Der schulische Deutsch- ebenso wie der Englischunterricht

sollten dieses „Sprachwissen“, das eigentlich

mehr eine Sprachaufmerksamkeit ist, aufgreifen und

nutzen.

O. Univ.-Prof. Mag. Dr. Hans-Jürgen Krumm wird im

Rahmen der Vortragsreihe “mehr sprachig. Wegweiser

zur Kommunikation im 21. Jahrhundert“

am 23. Oktober 2008 nach Vorarlberg kommen.

(siehe Seite 9) Nähere Informationen zur Person finden

Sie unter:

http://public.univie.ac.at/index.php?id=14313.

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sprachfreude

nenzing spricht mehr

Veranstaltungshinweise

Mit Beginn dieses Schuljahres startet die Marktgemeinde

Nenzing ein umfassendes Projekt mit dem Namen

„SPRACHFREUDE - Nenzing spricht mehr“.

Im Rahmen dieses Projektes gilt es folgende öffentliche

Veranstaltungen anzukündigen:

Freitag, den 10. Oktober 2008, 19.30 Uhr,

Nenzing, Wolfhaus-Dachboden

“Interkulturelle Schwerpunktkindergärten Linz“ -

Vortrag von Regina Stieber vom Magistrat Linz.

8 von 46 Kindergärten des Magistrats Linz haben sich

dem pädagogischen Schwerpunkt „Interkulturelles Lernen“

zugewandt. Der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher

Muttersprache ist in diesen Kindergärten besonders

hoch (zwischen 85 und 100%) mit bis zu 12 verschiedene

Sprachen in den Gruppen. Frau Stieber wird in

ihrem Referat das Konzept der Interkulturellen Schwerpunktkindergärten

vorstellen und anhand eines Jahresschwerpunktprogramms

des Kindergarten Breitwiesergutstraße,

deren Leiterin sie einige Jahre war, aufzeigen,

wie dieses Modell alltagstauglich angewandt wird.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem

Kindergarteninspektorat statt. Der Eintritt ist frei. Da

nur begrenzte Plätze vorhanden sind, bitten wir um vorherige

Anmeldung:

bei Andreas Holzknecht,

telefonisch unter 0650/6416211 oder

per E-Mail buero@obhut.at

Regina Stieber

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Gastkommentar – weithergeholt

Hilfe, die Zweijährigen kommen!

Ja, Sie haben richtig gelesen! Bei uns kommen die Zweijährigen

und die Einjährigen gleich hinterher.

Mindestens jedes dritte Kind unter drei Jahren soll in

Deutschland bis 2013 einen Betreuungsplatz erhalten.

Und es wurde das „Elterngeld“ eingeführt, das Eltern

im 1. Lebensjahr des Kindes bis zu 68% des letzten Einkommens

vor der Geburt ermöglicht. Deshalb bleiben

fast alle Kinder im ersten Jahr bei ihren Eltern. Das hat

zur Folge, dass 50% aller ein- und zweijährigen Kinder

einen Platz erhalten werden, denn jedes dritte Kind

verteilt auf zwei Jahrgänge macht 50%. Die Kinder werden

immer jünger, wenn sie in den Kindergarten kommen

und sie gehen auch immer früher wieder heraus.

In Berlin ist der Stichtag für die Einschulung der 31.12.,

in Rheinland-Pfalz der 30.09., d.h. immer mehr Fünfjährige

kommen in die Schule.

Die Gruppenform „ Kinder von 2 – 6 Jahren“ wird bald

Standard sein. Dabei ist es auch bei uns noch nicht so

lange her, dass wir die Diskussion um die „Dreijährigen“

hatten – so wie jetzt bei Ihnen! Ganz schnell wurde

dieses Angebot zur Selbstverständlichkeit. Fast alle

Dreijährigen besuchen den Kindergarten. Und nun

auch immer mehr Zweijährige. Die Umgestaltung von

Räumen, die Differenzierung in der pädagogischen Arbeit

und der größere Pflege- und Ruheaufwand erfordern

ein vielfaches Mehr an Räumen, Sachausstattung

und Personal. Und an fachlicher Weiterentwicklung! So

brachte ein zweijähriges Mädchen ihr Frühstück vollständig

wieder mit zurück, seid sie den Kindergarten

besucht. Gefrühstückt wird „gleitend“, d.h. die Kinder

wählen selbst aus, wann sie wie viel essen. Damit war

dieses zweijährige

Mädchen schlicht überfordert.

Ob nun mit zwei Jahren

oder mit drei Jahren in

den Kindergarten – wir

müssen jedes Kind mit

seinen Bedürfnissen, seinem

Charakter und seinem

Lebensrhythmus

kennen lernen. Das

braucht Zeit und genügend

Erzieherinnen.

Und je jünger je mehr!

Dienstag, 21. Oktober 2008, 20.00 Uhr,

Nenzing, Ramschwag-Saal

“SPRACHFREUDE - Nenzing spricht mehr“ - öffentliche

Projektvorstellung

Die Vorbereitungen für dieses Projekt laufen schon über

1,5 Jahre. Die Grundpfeiler sind gesetzt: Sprachentwicklung

beginnt spätestens nach der Geburt - das Projekt

auch. SPRACHFREUDE erklärt die Mehrsprachigkeit

zur Norm und geht davon aus, dass Sprachen lernen

Freude macht und keine Qual darstellen darf. Vor allem

aber soll dieses Projekt auf vielen Schultern getragen

werden. Sprache - als Gemeindeentwicklungsprojekt.

Viele Grüße aus Münster in Westfalen!

Ulrich Braun

Kurzvita: Ulrich Braun, Diplom-Pädagoge Frühe Kindheit,

Abteilungsleiter für Kindertageseinrichtungen und Familienzentren

in einem Jugendamt, Vielzahl von Veröffentlichungen,

(Mit-)Herausgeber von “Frühkindliche Bildung im Team

gestalten und umsetzen” (www.raabe.de), Tätigkeiten u. a.

in der “Nationalen Qualitätsinitiative”, im Projektbeirat

“Kinder früher fördern der Bertelsmann-Stiftung” und im

Regionalen Kompetenzteam Familienzentren.

www.u-braun.de


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Plattform EduCare - gesamtösterreichische Plattform für die Belange

der Elementarpädagogik/Elementarbildung

Seit 1995 hat sich aus allen Bereichen der außerfamiliären,

institutionellen Kinderbetreuung/Kinderbildung

- Kindergärten und Horten, Kinderkrippen, Tagesmütter,

Kinderhäuser, altersgemischte Gruppen u. a. m. - mit

der Plattform EduCare eine Institution gebildet, die

aktive Bewusstseinbildung zur Anhebung des Stellenwertes

des elementaren und außerschulischen Bildungsbereiches

betreibt.

Genaue Details und umfangreiche Informationen bietet

die Homepage der Plattform EduCare unter

http://www.Plattform-EduCare.org

bzw. die Präsentation http://www.Plattform-

EduCare.org/Vollversammlungspraesentation.ppt.

Wer ist die Plattform?

Die Plattform EduCare versteht sich als parteiübergreifende,

überkonfessionelle, ohne Festlegung auf pädagogische

Lehrmeinungen oder Schulen und keinen Trägerorganisationen

verpflichte Arbeitsgemeinschaft aus

Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen, Interessensgemeinschaften

und Trägerorganisationen aus

dem Bildungsbereich sowie von Pädagoginnen und Pädagogen.

Die “Mitglieder” sehen sich nicht als einheitlicher “Verein”,

sondern als ein Forum, das an gemeinsamen Positionen

arbeitet und gemeinsame Statements veröffentlicht:

mehrheitlich, einheitlich oder aber gegebenenfalls

auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass

ein oder mehrere “Mitglieder” einen Standpunkt auch

nicht mittragen kann/können.

Was will die Plattform?

Die Plattform EduCare meint, dass Bildung nicht erst in

der Schule, sondern bereits mit der Geburt beginnt.

Die Plattform EduCare ist daher bemüht, Entscheidungsträger/innen,

Fortbildungsreferenten/innen und

Experten/innen zu vernetzen und bestrebt durch aktive

Zusammenarbeit mit Entscheidungsträger/innen in

Wissenschaft und Forschung, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft

und Medien die Entwicklung von Umsetzungsstrategien,

die allen Beteiligten gerecht werden, zu

ermöglichen

Die wesentlichsten Forderungen der Plattform

EduCare sind:

Für den Bereich der Kinderkrippen, Kindergruppen,

Kindergärten, Horte und der Tagesbetreuung sollte

die Grundsatzgesetzgebung Bundessache (BM.UKK)

sein, damit der Bund ein Bundesrahmengesetz und

einen Bildungsplan mit Qualitätskriterien für die elementare

Bildung erstellen kann, der von den Ländern

zu vollziehen ist.

Die Ausführungsgesetzgebung und die Vollziehung

sollte bei den Ländern liegen.

Definition des Kindergartens als “Bildungseinrichtung”:

> Implementierung von wissenschaftlicher Forschung für

den elementaren und außerschulischen Bildungsbereich

> Anhebung der Ausbildung der Kindergarten- und

HortpädagogInnen in den tertiären Bereich

> Bundesweite flächendeckende Angebote für alle

Kinder

> Einführung einer sozialen Staffelung der Kosten von

Kindergärten und Horteinrichtungen für Eltern in allen

Bundesländern unter Berücksichtung regionaler Gehalts-/

Preisunterschiede

> Festschreibung des Rechtsanspruchs auf einen außerfamiliären

Bildungs- und Betreuungsplatz

Interessierte, die gemeinsam mit der Plattform EduCare

aktiv werden wollen und als „MultiplikatorInnen“

deren Bemühungen verstärken bzw. durch ihre öffentliche

Mitgliedschaft die Nachhaltigkeit der Arbeit optimieren

wollen, können sich über

http://www.plattformeducare.org/mitglied_werden.htm

als Mitglied anmelden.

Organisationen und Institutionen, TrägerInnen, Pädagoginnen

und Pädagogen, Eltern, Mütter und Väter,

engagierte Bürgerinnen und Bürger... können auf diese

Weise wirkungsvoll in die Bildungsdiskussion Österreichs

eingreifen und für eine zukunftsorientierte Bildungslandschaft

eintreten.

Mag. Dr. Heidemarie Lex-

Nalis: “Wenn Sie die Anliegen

von EduCare mittragen wollen

und zu dem regelmäßige

Informationen über die Geschehnisse

im Bereich Bildung und Kindergarten aus

dem ganzen deutschsprachigen Raum bekommen wollen,

werden Sie Mitglied bei EduCare. Unser gemeinsames

Anliegen gemeinsam stark vertreten - das soll uns

verbinden.”

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Der Wert von Büchern im Kleinkindalter

Von Mag. Ulrike Pollak, Stellenleiterin aks Kinderdienste Bürs und Logopadin

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Pipi Langstrumpf, Der Räuber Hotzenplotz, Die rote Zora,

Fünf Freunde – diese oder andere Buchtitel sind für

viele von uns untrennbar mit unserer Kindheit verbunden.

Die Helden und Heldinnen waren uns nah wie gute

Freunde, in ihren Welten kannten wir uns aus. Sich so

eine andere Welt derart vertraut machen zu können

setzt eine Fähigkeit voraus, die sich bereits im frühen

Kindesalter auszubilden beginnt, das Bilden von Vorstellungen.

Je öfter Dinge, Eigenschaften, Gefühle in

verschiedenen Kontexten gesehen oder gehört werden,

je differenzierter wird die Vorstellung, je freier die

Fantasie. Was könnte einen besseren Nährboden hierfür

geben als Geschichten, ob erzählt oder in Büchern angeschaut

oder gelesen? Wissen macht neugierig, wer sich

von einem Buchhelden, sei es auch nur die kleine Maus

im Badezimmer, faszinieren lässt, möchte weitere kennen

lernen.

Bereits die allerersten Bilderbücher, mit der Abbildung

eines Alltagsgegenstandes pro Seite, legen den

Grundstein für die Entwicklung der Fantasie. Wie diese

dem Kind interessant gemacht werden bzw. wie das

Eigeninteresse des Kindes daran aufgenommen wird, ist

oft entscheidend für den weiteren Zugang zu Büchern.

Rund um das Ende des ersten Lebensjahres lieben fast

alle Kinder Bücher. Sie sind bunt, sie lassen sich gut tragen,

das Blättern darin macht Spaß. Mehr und mehr

Abbildungen werden erkannt, durch deren Einbettung

in unterschiedliche Situationsbilder – ob in Form von

Illustrationen oder im Text – erweitern und vertiefen

sich die Begriffe, über die das Kind verfügt. So wird anhand

der ersten Bilderbücher schon bei Kleinkindern

der Wortschatz, ein ganz wesentliches Element der späteren

Ausdrucksfähigkeit und ein Motor der Sprachentwicklung,

differenziert ausgebildet.

Der frühe Umgang mit Büchern wirkt sich nicht nur prägend

auf die Bildung von Vorstellungskraft und Begriffsvermögen

aus, sondern spielt auch im emotionalen

Bereich eine Rolle. Gemeinsam mit den Eltern ein Buch

anzuschauen oder sich vorlesen zu lassen bedeutet, es

sich miteinander gemütlich machen, sich ankuscheln

dürfen, Zeit gewidmet bekommen, miteinander über

etwas sprechen. Leider kommt, wenn man entsprechenden

Umfragen glauben darf, zurzeit hierzulande nur

eines von 3 Kindern in den regelmäßigen Genuss so

einer gemeinsamen Buchzeit. Das Ritual des allabendlichen

Vorlesens oder Buch Anschauens, selten geworden,

vermittelt schon ganz kleinen Kindern Geborgenheit,

Vertrauen und Ruhe, ein Gefühl das sie in ihr späteres

Leben mitnehmen. Das Prinzip Wiederholung, das

für das kindliche Lernen so wesentlich ist, lässt sich mit

Büchern und Geschichten hervorragend praktizieren.

Das unumstößliche Lieblingsbuch, das wochenlang

mehrmals täglich gezeigt werden muss, das Märchen,

das zum tausendsten Mal erzählt werden soll, eine für

Erwachsene oft schwer nachvollziehbare Leidenschaft,

ist kleinen Kindern ein großes Bedürfnis.

Bücher erlauben das Erfassen und Genießen der

Geschichte und der Bilder in dem Tempo, das gerade

passend ist. Mal kann ganz schnell durchgeblättert werden,

mal lange bei einem Bild verharrt. Das ist immer

schön, besonders aber, wenn man noch sehr an Details

hängen bleibt, die Erwachsenen gar nicht mehr auffallen,

oder aber die schiere Lust an der Tätigkeit Blättern

noch besteht. Geschichten in Büchern lassen sich ganz

nach Wunsch verändern oder erweitern oder dem eigenen

Erleben anpassen. Diese Erfahrung beginnt im

Idealfall schon im Windelalter.

Mag.ª Ulrike Pollak


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BILDERBUCH

Papan:

Schaf, Kindchen, Schaf!

Illustriert von Gerhard Glück

Lappan, Oldenburg 2007

ISBN 978-3-8303-1118-8

Tines Vater träumt davon,

Schafe zu besitzen. Und tatsächlich

– eines Tages schenkt

ihm ein Schäfer eines. Aber

Schafe sind Herdentiere und

das eine Schafwirkt traurig.

Deshalb vergrößert Tines Papa

die Herde, bis zehn Schafe stillvergnügt

im Garten stehen. Im

Winter ziehen die Schafe ins

Haus zu Tine und ihren Eltern.

Das findet nun Tines Mama gar

nicht mehr lustig.

Eines Abends streiten sich

Tines Eltern wegen der Schafe

so heftig, dass Tine nicht einschlafen

kann. Und was hilft

bei Einschlafschwierigkeiten

bekanntlich ganz hervorragend?

Richtig, das Schäfchen

zählen!

Eine wunderbar abstruse

Gutenachtgeschichte erzählt

uns Papan, der gelernter Buchhändler,

Schauspieler und

Schlafwagenschaffner ist. Mit

gedeckten Farben, Witz und

Detailliebe ist die Geschichte

von Gerhard Glück meisterhaft

ins Bild gesetzt.

Beim Lesen sind unter

Umständen aufsteigende Lachanfälle

tunlichst zu schlucken –

pssst, Tine schläft schon!

Empfehlenswert für SchäfchenzählerInnen,

SchaffreundInnen

und humorige Einschlafmuffel!

Martha Kniewasser-Alber

SACHBILDERBUCH

Anne Möller:

Über Land und durch die

Luft – So reisen die Pflanzen

Atlantis pro juventute, Zürich

ISBN 3-7152-0439-7

Dieses Buch ist ein ganz besonderer

Schatz! Auf12 Doppelseiten

gelingt es Anne Möller,

die vielfältigen Strategien, mit

denen Pflanzen ihre Samen auf

die Reise schicken, für Kinder

spannend und verständlich darzustellen.

Abstrahierend und

doch naturnah führen ästhetisch

schöne, technisch raffinierte

Bilder (Collage, Aquarell,

Naturmaterial-Drucke ...) mitten

in die Natur, in Garten,

Wald und Wiese.

Alle Pflanzen und Tiere können

mit den Kindern entdeckt,

beobachtet, gesammelt, untersucht

werden. Dieses Buch

bleibt nicht in der Theorie stecken,

es weist den Weg hinaus!

Der Text vermittelt ökologische

Wissenschaft exakt, literarisch

gut und witzig – so subtil, dass

er wie angegossen zu den

Bildern passt. Ohne es direkt

anzusprechen, werden Stimmungen

gezaubert, von Herbst

und Winter, Baumkronen und

Erdwohnungen.

Natur besteht nicht nur aus

„Sachen“, Natur ist Mit-Leben.

Dazu gibt es eine Begleitbroschüre

mit Anregungen zum

Entdecken, Forschen, Säen,

Pflanzen und Ernten, Werkeln

... mit Literatur, Kopiervorlagen

und anderen Materialien.

Sybille Kalas

FACHBUCH

Rosemarie Portmann:

Fröhlich, stark

und ganz sie selbst –

Wie Erziehung gelingt

Don Bosco, München 2006

ISBN 3-7698-1554-8

Die Autorin – eine Diplom-

Psychologin im schulpsychologischen

Dienst in Deutschland –

versteht es, komplexe Sachverhalte

aufden Punkt zu bringen

und ihre Darstellungen so

klar zu gliedern, dass die Leser-

Innen sich gut in diesem Buch

zurechtfinden. Sparsam ist die

Bebilderung, außer am Cover

sind keine Bilder von fröhlichen

und starken Kindern, von dem

Kind an sich also, zu sehen.

Schade, denn der Text hätte

eine liebevollere Aufmachung

verdient!

Die Tipps für den Alltag zu

Hause und in der Schule, fürs

Lernen und fürs Entspannen

sind mit „literarischen Miniaturen“

aufgelockert.

Mit Fragen gelingt es der

Verfasserin, ihre LeserInnen

behutsam ins Grübeln zu begleiten.

Es handelt sich um ein gut

lesbares Buch, das Fachwissen

in überschaubare Portionen

teilt und in einzelnen Kapiteln

umfassend abhandelt.

Allein der nachstehende Satz

ist ein Grund, das Buch zu kaufen:

„In der Regel werden

Kinder nicht von Wissenschaftlern

erzogen, sondern

von ihren Eltern.“

Christina Repolust

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Die obWOHL-Buchseite stellt empfehlenswerte Titel vor und entsteht in Kooperation

mit der Fachzeitschrift „Unsere Kinder”. Mehr unter www.unserekinder.at


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Damit Lernen wieder Spaß macht

WIFI – Lehrgang zum/zur diplomierten KLIPP und

KLAR® Lerntrainer/in

Weniger aber richtig und leicht lernen. Mit Konzentration

und Freude bei der Sache bleiben. Dies und

noch viel mehr sind Themen des in Vorarlberg einzigartigen

Lehrgangs zum/zur diplomierten Lerntrainer/Lerntrainerin.

Eine gute Schulausbildung gewinnt für die Berufswahl

und den Berufseinstieg immer mehr an Bedeutung

und legt eine solide Basis für ein lebenslanges Lernen.

Gleichzeitig werden Lernprobleme und Lernschwierigkeiten

ständig auffälliger. Diese Diskrepanz und

nicht zuletzt auch die Ergebnisse der PISA-Studie führten

zu einer breiten Diskussion über Lernprozesse und

Lernkonzepte. Es wird allerorten nach Lösungen für

die festgestellte Bildungsmisere gesucht.

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Für den pädagogischen Alltag heißt das, dass gegenwärtig

für alle Altersstufen ein großer Bedarf an schulbegleitenden

Maßnahmen besteht. Genau hier setzt

das KLIPP und KLAR® Lernkonzept an und bietet für

alle, die am Thema Lernen interessiert sind eine

Ausbildung zum/zur Lerntrainer/in an. Dieses Konzept

verbindet Bekanntes und Erprobtes mit neuen Lernmethoden.

Es bewährt sich in dieser Form seit Jahren

mit großem Erfolg in der schulischen und außerschulischen

Praxis und erfährt bei Kindern, Eltern und Schulbehörden

viel Zuspruch.

Das Besondere am KLIPP und KLAR® – Lernkonzept:

Das Selbstbewusstsein des Schülers steigt. Lernen macht

wieder Spaß!

Die Ursachen von Lernschwierigkeiten werden ausgeforscht.

Es wird nicht länger an den Symptomen – wie

mangelhaftes Merkvermögen, Rechtschreibfehler,

stotterndes Lesen usw. – gearbeitet, sondern die Korrektur

beginnt bei den dafür verantwortlichen Ursachen.

Über Analysechecks werden die Wahrnehmungsebenen,

Lerntypen und Potentiale der Kinder ausgetestet.

Für jeden Schüler wird - auf seinen Lerntyp abgestimmt

- die beste persönliche Lernstrategie und

Lerntechnik entwickelt und so sein gesamtes Potential

erschlossen.

Mit zahlreichen, speziell für das KLIPP und KLAR

Lernkonzept entwickelten Fördermethoden, speziell

entwickelten Aktivierungs- und Bewegungsprogrammen,

werden Lernblockaden und Lernstress abgebaut.

Das Selbstbewusstsein des Schülers wird gesteigert und

Lernen macht Spaß und Freude. Mit gesteigerter Lernmotivation

findet der Schüler seinen individuellen

Weg zum Lernerfolg.

Von der Integration in den Beruf bis zur Selbständigkeit

Geeignet ist dieses Konzept für alle die im pädagogischen

Bereich tätig sind, wie Lehrer, Nachhilfelehrer,

Erzieher und genauso für betroffene Eltern, Ergothe-

rapeuten, Logopäden oder Kinesiologen. Am Ende der

modularen Ausbildung steht auch einem Schritt in die

Selbständigkeit nichts mehr im Weg.

Beginn der nächsten Ausbildung:

17. Oktober 2008 (WIFI Dornbirn)

Fordern Sie unsere Informationsmappe gleich an!

Weitere Informationen:

Sabine Gisinger

T 0043/5572/3894-459

E gisinger.sabine@vlbg.wifi.at


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>Interpädagogica< 2008 in Graz:

Auf zur Jubiläumsausgabe!

Neuerscheinung “Schulfach Glück” -

Wie ein neues Fach die Schule verändert

von Ernst Fritz -Schubert, Herder Verlag, 978-3-451-29849-3

> Österreichs einzige Bildungsfachmesse

> Zusammenarbeit mit den Landesschulräten

> Bildungsschwerpunkte und Schwerpunkt MiniWorld

Die von Reed Exhibitions Messe Salzburg veranstaltete

wichtigste Bildungsplattform Österreichs, die >InterpädagogicaInterpädagogica<

und die Teilnahme

an Vorträgen und

Workshops des Fachprogramms

werden vom

B u n d e s m i n i s t e r i u m

(BMUKK) als Fortbildungs

-veranstaltung anerkannt“,

betont in diesem Zusammenhang

Mag. Siegrid

Fellner, verantwortliche

Messeleiterin bei Reed Exhibitions

Messe Salzburg.

Zwei Buchempfehlungen möchte ich noch gerne weiter

geben, an denen Frau Mag. Dr. Eva Maria Waibel (1995

- 2000 Landesrätin für den Bereich Schulen) als Mitherausgeberin

beteiligt ist:

“Verwahrlosung interdisziplinär begreifen“,

von René Hofer,

Brigg Pädagogik Verlag, 978-3-87101-333-3

Ein umfassendes Studienbuch zu einem wichtigen

Thema!

“Entwicklung der Person durch Offenen Unterricht“

von Kurt Aregger/ Eva Maria Waibel

Brigg Pädagogik Verlag, 978-3-87101-334-8

Die Entwicklung der Person durch offene Formen des

Unterrichts ebenso wie die Unterrichts- und Schulentwicklung

bilden die Leitgedanken dieses Buches.


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Regeln fürs Einspringen

Pflege- bzw. Betreuungsurlaub:

Es stellen sich immer wieder Fragen

Die Familie erwartet ihr zweites Kind und Markus S. will

Pflegeurlaub, damit er das erste Kind betreuen kann,

während seine Frau im Krankenhaus ist. „Geht nicht“,

darauf habe er keinen Anspruch, sagt sein Chef.

Das Gesetz sieht keine bestimmte Form des Nachweises

vor. Verlangt der Arbeitgeber allerdings eine ärztliche

Bestätigung, dann ist ihm diese – gegen Ersatz der allenfalls

anfallenden Kosten – vorzulegen. Anspruch auf

Pflege- und Betreuungsurlaub besteht jeweils lediglich

für die tatsächlich erforderliche Zeit. Dies bedeutet beispielsweise,

wenn die Frau von Markus S. für die Geburt

des Kindes vier Tage im Krankenhaus bleibt, Markus

lediglich für diese vier Tage Betreuungsurlaub zusteht.

Wird aus einem Anlassfall der zustehende Höchstanspruch

an Pflege- bzw. Betreuungsurlaub nicht ausgeschöpft,

kann die restliche Zeit bei einem neuerlichen

Anlass in Anspruch genommen werden.

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Der Arbeitgeber hat recht, wie Markus S. auch von der

AK Vorarlberg erfährt, bei der er sich erkundigt: Anspruch

auf Pflegefreistellung gäbe es, wenn das Kind

krank wäre. Allerdings steht dem jungen Familienvater

Betreuungsurlaub zu, wird er von den Experten der AK

Vorarlberg aufgeklärt. Dafür gibt es bestimmte Voraussetzungen,

wie eben der Spitalsaufenthalt jener Person,

die ansonsten das Kind ständig betreut.

Wochengrenze

Eine weitere Voraussetzung für Markus S. war, dass er

im entsprechenden Arbeitsjahr den Anspruch auf

Pflegeurlaub noch nicht ausgeschöpft hatte. Das gilt

grundsätzlich auch umgekehrt. Es gibt lediglich eine

Ausnahme: Wenn ein Kind, das das 12. Lebensjahr noch

nicht überschritten hat und im gemeinsamen Haushalt

lebt, erkrankt. Dann steht ein neuerlicher Anspruch bis

maximal einer Woche zu. Für alle anderen Fälle besteht

der Anspruch auf Fortzahlung des Lohnes bzw. Gehalts

bis zum Höchstausmaß einer wöchentlichen Arbeitszeit

innerhalb eines Arbeitsjahres.

FACTBOX

Pflegeurlaub

bei notwendiger Pflege eines im gemeinsamen Haushalt

lebenden erkrankten nahen Angehörigen (Ehepartner,

Kinder {Wahl- und Pflegekinder}, Enkel, Urenkel,

Eltern, Groß- und Urgroßeltern, Lebensgefährten, aber

nicht Geschwister, Stiefkinder, Kinder oder Eltern von

Lebensgefährten!)

Betreuungsurlaub

Dafür ist ein gemeinsamer Haushalt nicht Voraussetzung.

Er gilt für die Betreuung des eigenen Kindes

(Wahl- oder Pflegekind) nach Ausfall der ständigen Betreuungsperson

wegen Aufenthalts in einer Heil- oder

Pflegeanstalt, Tod, behördlicher Anhaltung, schwerer

Erkrankung. Achtung: Kein Betreuungsurlaub für Stiefkinder

oder Kinder von Lebensgefährten, selbst wenn

diese im gemeinsamen Haushalt leben.


obWOHL

Talentierte Hampelmänner

Aus den Einsendungen zur Frage, “Wie können Talente

in der Kinderbetreuung optimal eingesetzt werden?”,

gewann die Spielgruppe Hampelmann aus Dornbirn.

Die Einsendung überzeugte durch die Vielfalt vom Einkauf

von Lebensmitteln bis hin zum Anschaffen von Bastelmaterial.

Mit Freude haben wir den Gutschein über 500Tt überreicht

und wünschen der Kleinkindbetreuung viel Spaß

und einen guten Start ins neue Arbeitsjahr.

Gernot Jochum-Müller, Obmann

Unterstützendes Netzwerk für Eltern Verein KIB children care

KindergärtnerInnen werden immer wieder mit dem

Problem konfrontiert, dass Eltern ihre Kinder krank in

den Kindergarten schicken, weil sie selber berufstätig

sind und Verwandte oder Bekannte keine Zeit für eine

spontane Betreuung haben. In diesem Fall könnte es

hilfreich sein, die Eltern auf den Verein KiB hinzuweisen,

der österreichweit tätig ist und auch mit dem Talentetauschkreis

Vorarlberg zusammenarbeitet.

Der Verein KiB children care versteht sich als solidarisches

Netzwerk für Familien. Viele tausend Mütter und

Väter schenken KiB seit 1986 ihr Vertrauen und bewirken

somit, dass gemeinsam zum Wohle der Kinder vieles

erreicht wird (denken sie nur daran, dass Kinderbegleitung

im Krankenhaus heute selbstverständlich

ist!).

KiB steht für “Kompetente, individuelle Betreuung“ der

einzelnen Familie in ganz Österreich.

Grundlegende Motivation aller Vereinstätigkeiten und

Aktivitäten ist es, Eltern mit erkrankten Kindern zu unterstützen

und ihnen Hilfestellung zu bieten. Kindern

die bestmögliche Betreuung und Pflege zukommen zu

lassen wird durch finanzielle und organisatorische

Unterstützung erreicht.

Auf diese drei Bereiche konzentriert sich die Vereinstätigkeit:

Unterstützung der Familien vor während und

nach dem Krankenhausaufenthalt eines Kindes, Unterstützung

der Familien, wenn diese für ihre Kinder daheim

eine spontane Betreuung brauchen und auf die

gesellschaftspolitische Arbeit zur Verbesserung der Situation

von Familien mit erkrankten Kindern.

“Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes

Dorf“ (Afrikanische Weisheit)

Gerade für berufstätige Eltern oder AlleinerzieherInnen

ist ein soziales Netzwerk besonders wichtig. Wird akut

eine Kinderbetreuung zu Hause benötigt, also außerhalb

der geregelten Betreuungszeiten, informiert und

unterstützt KiB die Eltern bei der Kinderbetreuung

daheim.

Für nur Euro 11,- oder 127 Talente monatlich erhalten

Eltern rasch und unbürokratisch (eine KiB Mitarbeiterin

ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar) organisatorische

Unterstützung:

> wenn das Kind krank ist und nicht in den Kindergarten

gehen kann (in diesem Fall gibt es von KiB auch eine

finanzielle Unterstützung)

> wenn die reguläre Betreuung ausfällt, z. B. der Kindergarten

geschlossen ist

> wenn die Mutter krank ist

> bei kurzfristig verändertem Betreuungsbedarf für die

Kinder zu Hause, z. B. wegen einer Dienstreise oder

einer Fortbildung

Infos, Zeitungs- und Folderbestellung

Verein KiB children care

4841 Ungenach 51

07672/8484

0664 / 620 30 40

verein@kib.or.at

www.kib.or.at

obWOHL 19


obWOHL

Erziehung ist kein Spaziergang

Eine neue Studie des OIF erklärt die Zusammenhänge zwischen Elternschaft, Überforderung

und erzieherischem Verhalten

(Gekürzte Version des in “beziehungsweise Mai 2008” erschienen Artikels von Christina Luef)

obWOHL 20

Erziehung ist kein Spaziergang, sondern vielmehr ein

Alleingang von Frauen. Denn die Erziehung der Kinder

liegt nach wie vor in den Händen der Frauen. Mütter

fühlen sich mehr für die Betreuung und Erziehung der

Kinder verantwortlich als Väter – und dementsprechend

auch häufiger überfordert. Doppelt so viele Frauen (10 %)

wie Männer geben an, mit der Erziehung überfordert

zu sein, zeigen die Ergebnisse einer Studie des Österreichischen

Instituts für Familienforschung der Universität

Wien. Genährt wird das Gefühl der Überforderung

durch die hohen Ansprüche, die die Eltern an die

Erziehung der Kinder stellen. Alleinerziehende und

Patchwork- bzw. Stieffamilien sind hier aufgrund der

Häufung belastender Lebensumstände besonders gefährdet.

Im Rahmen einer Onlinebefragung wurden insgesamt

1875 Mütter (86,5 %) und Väter (13,5%) mit zumindest

einem Kind unter 18 Jahren zu ihrem elterlichen Alltag,

überfordernden Situationen, ihren Erziehungswerten

und ihrem Erziehungsverhalten befragt. Die Bewertung

elterlicher Verhaltensweisen spiegelt für den Großteil

ein demokratisches Erziehungsverhalten wider: Als

wichtigste Eigenschaft wird “dem Kind zuhören, wenn

es etwas erzählen will“ bewertet, gefolgt von liebevoll

und wertschätzend sein, “viele Gespräche mit dem Kind

führen“, und „dem Kind Selbstständigkeit zutrauen“.

Eindeutig negativ schneiden bei der Bewertung elterliche

Reaktionen wie “Gereiztheit“ und „aufbrausend

sein“ sowie physische Gewalt gegenüber dem Kind ab.

Auch elterliche „Unsicherheit“ und “Ängstlichkeit“ werden

als ungünstig für die Entwicklung des Kindes angesehen.

Wut erleben die Eltern vor allem in Situationen mit

Kindern von ein bis sechs Jahren. Bei dieser Altersgruppe

wird auch am häufigsten sanktionierendes Verhalten

angewendet. Handgreiflich in Form eines Klaps’ oder

fest Anfassens werden Eltern am ehesten bei Ein- bis

Dreijährigen. Später, bei den Vier- bis Sechsjährigen,

nehmen verbale Sanktionen wie Drohungen und

Verbote zu. Ab dem elften Lebensjahr gehen sanktionierende

Verhaltensweisen insgesamt zurück, zeigen

die Ergebnisse der Erhebung. Generell gibt nur ein

geringer Teil der befragten Eltern an, physische Gewalt

in der Erziehung einzusetzen.

gen unmittelbare Auswirkungen auf das Erziehungsgeschehen.

Damit im Zusammenhang steht der hohe

Anspruch, den die Eltern und hier vor allem die Mütter

heute in Bezug auf eine förderliche Erziehung an sich

selbst stellen, fassen die StudienautorInnen die

Risikofaktoren für Überforderung in der Erziehung

zusammen.

Abbildung:

Überforderung von den elterlichen Aufgaben nach

Geschlecht (sieheTabelle)

Quelle: ÖIF-Erziehungsstudie 2008

Überforderung ist multikausal

“Überforderung in der Erziehung erweist sich also als

multikausales Geschehen. Das heißt, es existiert nicht der

‚eine‘ Grund, der zum Gefühl, sich mit der Erziehung

überfordert zu fühlen, führt, sondern es handelt sich

um ein Zusammenwirken verschiedenster Faktoren“,

erklärt Doris Klepp, Studienleiterin und Psychologin am

ÖIF. Als herausragend erweisen sich in diesem Zusammenhang

die praktischen Lebensumstände. Belastungen

im finanziellen Bereich, mangelnde Unterstützung

durch andere Personen, Stress in der Alltagsbewältigung

und zu wenig Zeit, um sich zu regenerieren, zei-

Informationen:

Mag. Doris Klepp, Psychologin am ÖIF

Tel: +43-1-4277-489 09

E-Mail: doris.klepp@oif.ac.at

Die Studie wurde am ÖIF von Doris Klepp, Sabine Buchebner-Ferstl

und Markus Kaindl durchgeführt;

erhoben wurden die Daten im deutsprachigen Raum im Frühjahr

2007. Eine Veröffentlichung der gesamten Studie ist für die zweite

Jahreshälfte 2008 geplant.


obWOHL

Familienhilfe - rettende Engel im Familien-Notfall

Mama liegt krank im Bett, Papa muss arbeiten. Oma

und Opa wohnen weit weg. Wer spielt nun mit Lea und

Lukas? Wer kümmert sich um den Wäscheberg und dass

am Mittag ein Essen auf dem Tisch steht? Der Vorarlberger

Familienverband versorgt mit dem Familienhilfepool

Bregenz und Bodenseegemeinden 10 Gemeinden

mit ausgebildeten Fachkräften. Sie alle haben die

mehrjährige Ausbildung zur Familienhelferin abgeschlossen

und sind größtenteils diplomierte Pflegehelfer.

Familienhelferinnen kommen halb- oder ganztägig

ins Haus wenn beispielsweise die Mama krank ist oder

ins Krankenhaus muss. Einsatzgründe sind auch ein Kuroder

Erholungsaufenthalt, Weiterbildung oder die Entlastung

von pflegenden Angehörigen.

Familienhilfepool des Vorarlberger Familienverbandes

Idda Schrott und ihre Stellvertreterin Ulla Lokan managen

den Pool. Die beiden Mütter kennen den Familienalltag

aus eigenem Erleben bestens und sind die

Ansprechpartnerinnen für die Familien, für Familienhelferinnen

und Gemeinden. „Mit unseren Familienhelferinnen

können wir Familien tatkräftig und spürbar

entlasten“, erzählt die dreifache Mutter Idda Schrott.

Ulla Lokan ergänzt: “Viele Mamas und Papas trauen sich

nicht, die Familienhilfe ins Haus zu holen. Sie kämpfen

sich so lange durch den Familienalltag, bis gar nichts

mehr geht. Das muss nicht sein“, sagt die Mutter zweier

Kinder. An den Kosten liegt es nicht – dank der

finanzkräftigen Unterstützung der Gemeinden und des

Landes kommt eine Familienhilfe-Stunde auf nur 2,- bis

4,- Euro pro Stunde – abhängig von der Familiengröße.

Familienhilfe in Ihrer Gemeinde

Der Familienhilfepool des Familienverbandes ist für Familien

aus Bildstein, Bregenz, Fußach, Gaißau, Höchst,

Kennelbach, Langen/B., Lauterach, Schwarzach und

Wolfurt zuständig. Familienhelferinnen gibt es in ganz

Vorarlberg. Die Adresse der für Ihre Gemeinde zuständigen

Einsatzleitung erfahren Sie in Ihrem Gemeindeamt

oder unter T 0650/7717740.

Kontakt, Info: Familienhilfepool Bregenz und

Bodenseegemeinden, Vorarlberger Familienverband

Einsatzleitung Idda Schrott, T 0650/7717740

E idda.schrott@familie.or.at, I www.familie.or.at

obWOHL 21

Einsatzleitung Familienhiflepool: Idda Schrott (l) und ihre Stellvertreterin

Ulla Lokan (r)

Foto: Vorarlberger Familienverband

Ein Herz für Kinder gesucht!

Sinnvolle Freizeitgestaltung, Lernbetreuung und Halt in

schwierigen Situationen: 70 sozial engagierte Menschen

in Vorarlberg schenken einen Teil ihrer Zeit dem

“Netz für Kinder“.

Sie nehmen ein bedürftige Kind zu sich nach Hause,

gestalten gemeinsam einige Stunden oder unterstützen

es bei den Hausaufgaben - einmal pro Woche, alle vierzehn

Tage oder ein Wochenende im Monat. „Ihre Leistungen

sind unverzichtbar“, weiß der Leiter der IfS-

Familienarbeit Hubert Löffler und wünscht sich noch

viel mehr freiwillig engagierte MitarbeiterInnen.

„Auch in Vorarlberg

gibt es hunderte von Kindern, deren Eltern - aus welchen Gründen auch immer - nur unzureichend

für ihre Kinder sorgen können.“

Alle Ehrenamtlichen werden in ihre Aufgaben eingeführt und von uns fachlich begleitet, sie

erhalten alle Spesen ersetzt und bekommen die Möglichkeit zur Weiterbildung. „Die Zeit mit

den Kindern ist eine große Bereicherung für mein Leben“, fasst eine Ehrenamtliche ihre Arbeit

mit wenigen Worten zusammen. „Und auch für unser eigenes Kind ist David zu einem wichtigen

Spielgefährten geworden.“

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei Frau Hemma Fröwis unter 05522/39566.


obWOHL

Kinder ins Leben begleiten - gewaltfrei

Dr. Britta Hahn über gewaltfreie Kommunikation im Familienalltag

obWOHL 22

Was ist der Inhalt des Buches?

Das Buch handelt von meinem persönlichen Weg von

einer strafenden zu einer beziehungsfreundlichen Begleitung

von Kindern. Die Gewaltfreie Kommunikation

(GFK) nach Marshall Rosenberg war mir hierbei eine

entscheidende Hilfe. Im Buch zeige ich wie Eltern die

GFK praktisch umsetzen können. Die Methode der GFK

unterstützt dabei Gefühle auszudrücken und für die

eigenen Bedürfnisse zu sorgen, ohne andere anzuklagen

und zu kritisieren.

Was erwartet mich bei Ihrem Vortrag bzw. Ihrem

Seminar?

Kurz gesagt: Selbstannahme für Ihr eigenes für Sie

nicht annehmbares Verhalten. Klarheit für den Umgang

mit Kindern, wenn Sie mit mir das Ziel haben,

Kinder zu begleiten, die ihre Fähigkeiten entwickeln

wollen für eine Welt, auf der jede/r leben möchte. Ich

möchte Eltern und pädagogische Tätige ermutigen:

1. Grenzen da zu setzen, wo die Kinder Schutz brauchen,

2. ihnen Freiheit zu geben, wo sie Verantwortung

selbst tragen können, 3. darauf zu vertrauen, dass

Kinder freiwillig helfen, wenn wir sie nicht zwingen.

Wie können KindergartenpädagogInnen von Ihrem

Vortrag bzw. Ihrem Seminar profitieren?

Erzieherinnen haben mich auf meinem Weg ermutigt

und entmutigt als ich selbst eine junge unsichere Mutter

von 4 Kindern war. Ich möchte den Unterschied von

beidem zeigen. Eltern brauchen wie Kinder auch, Ermutigung

und Orientierung. KindergartenpädagogInnen

können für Eltern wichtige Begleiter/innen sein.

Wie hat sich Ihr Familienleben durch die gewaltfreie

Kommunikation verändert?

Die Veränderung dauerte 7 Jahre. Wenn ich früher

fragte, ob mir jemand den Mülleimer raus trägt, dann

hörte ich Diskussionen darüber, was jede/r alles schon

getan hatte und niemand war bereit ihn hinauszutragen.

Heute höre ich ein JA oder Nein - und beides ist

in Ordnung. Wir manipulieren uns nicht mehr und

geben keine Befehle, wir helfen, weil das unserer

menschlichen Natur entspricht. Wir haben übliche

Konflikte, die entstehen, wenn Menschen zusammenleben.

Wenn wir uns heute um Lösungen bemühen,

behält jede/r in dem Prozess seine Würde.

FACTBOX

Vortrag: Kinder ins Leben begleiten – gewaltfrei

Freitag, 7. November, 19.30 Uhr

Kinder dürfen ihren Willen haben – Eltern auch!

Impulstag für Eltern und pädagogisch tätige Menschen

Sonntag, 9. November, 9.00 – 17.00 Uhr

Veranstalter:

Bildungshaus St. Arbogast mit Unterstützung des

Vorarlberger Familienreferates

Anmeldung:

Bildungshaus St. Arbogast, 6840 Götzis

I www.arbogast.at

T 0043(0)5523-62501-28

Was sind die Grundaussagen der Gewaltfreien

Kommunikation nach Marschall Rosenberg

Die wichtigste Botschaft ist, dass Kinder Verantwortung

tragen für ihre eigenen Gefühle und nicht für die

anderer Menschen. Wenn Lisa hört, sie solle die Bauklötzchen

abgeben, weil Max so traurig ist, dann lernt

sie, dass sie Verantwortung trägt, dass Max fröhlich ist.

Soll sie dann mit ihm auch ins Bett gehen, wenn sie 15

Jahre alt ist, weil er ansonsten traurig ist?

Sprechen, Fühlen und Lebendig sein stehen in der Gewaltfreien

Kommunikation im Mittelpunkt. Sie ist eine

Sprache, die beziehungsfördernd, klärend und belebend

wirkt. Sie befähigt uns, hinter Vorwürfen, Kritik

oder Forderungen die eigentliche Botschaft herauszuhören

und konstruktiv zu reagieren. Sie kann uns

helfen, uns so auszudrücken, dass wir gehört werden,

mit dem was wir brauchen.

Dr. Britta Hahn (Jg. 1957), Villingen (D), begleitet seit Jahren Eltern

in ihren Fragen, Mutter von vier Kindern, Ärztin, engagiert in der

pazifistischen Friedensbewegung, Autorin des Buches „Ich will

anders, als du willst, Mama.“ (Jungfernmann-Verlag, 2007)


obWOHL

Elternbildung auf neuen Wegen

Acht Personen mittleren Alters sitzen um einen Tisch.

Die Atmosphäre ist locker, es gibt etwas zu Knabbern

und zu Trinken und es wird viel gesprochen. Nach ca. 2

Stunden schließt eine der beteiligten Personen, die sog.

„Moderatorin“ mit einer Abschlussrunde und einem

Dankeschön an alle TeilnehmerInnen ab und überreicht

der „Gastgeberin“ einen Einkaufsgutschein. Oft gehen

die Gespräche danach weiter, auch über den aktuellen

Abend hinaus.

So oder so ähnlich gestaltet sich ein eltern.chat, die

unkomplizierteste Art der Elternbildung.

Fasziniert von der Idee, neben den bewährten Formen,

Elternseminare, Vorträge und Eltern-Kind-Gruppen eine

Elternbildungsform anzubieten, die mühelos alle

Bildungsschichten durchschreitet und für die türkisch als

Muttersprache kein Problem darstellt, startete das

Katholische Bildungswerk in Kooperation mit Supro-

Stiftung Maria Ebene und der Stadt Dornbirn vor zwei

Jahren das Pilotprojekt.

Die Idee ist so einfach wie effektiv. LaienmoderatorInnen,

geschult und begleitet durch ErziehungsexpertInnen,

bringen speziell für diese Elternbildungsform

aufbereitetes Themenmaterial in bestehende oder

neu formierte Elterngruppen. Die teilnehmenden Eltern

sind Bekannte, Freunde oder Nachbarn der „Gastgeberin“,

die zu sich nach Hause einlädt. Gastgeberin

kann aber auch eine Spielgruppenleiterin oder Kindergärtnerin

sein.

Die Themen der Eltern stehen im Mittelpunkt und gesprochen

wird in der Sprache, die alle Teilnehmerinnen

verstehen. Zum Beispiel über Grenzen und Konsum,

Kinder stark machen, Mobbing unter Kindern oder

Fernsehen. Zu diesen Themen gibt es bewährte Einstiegsmaterialien.

Das sind Kurzfilme oder Impulskarten,

die Grundlage für die Gespräche sind und Expertenwissen

enthalten.

Bei aller Flexibilität darf eine Person bei keinem

eltern.chat fehlen, die ModeratorIn. Sie/Er ist das

Herzstück von eltern.chat, das Bindeglied zwischen

Projektleitung und TeilnehmerInnen. Von ihrem/seinem

Engagement hängt es ab, ob eltern.chats stattfinden

und ob sie gelingen. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe,

auf die er/sie durch eine spezielle Moderator

Innen – Schulung, vorbereitet wird. ModeratorInnen

können Frauen und Männer werden, die offen und

kommunikativ sind, sich für Erziehungsthemen interessieren,

aber über kein spezielles pädagogisches Fachwissen

verfügen müssen, eigene Elternschaft ist von

Vorteil. In den regional durchgeführten Schulungen

erhalten die zukünftigen ModeratorInnen Grundwissen

über Gesprächsführung und Gruppendynamik, zusätzlich

werden sie in aktuelle Themen eingeführt und

erhalten Arbeitsmaterialien. Regelmäßige Austauschtreffen

und weiterführende Fortbildungen sichern die

Qualität. Die positiven Rückmeldungen, die wir mittels

Gästekarten erheben, zeigen, dass die Laienmoderato-

Innen ihrer Aufgabe durchaus gewachsen sind.

Nach Dornbirn, Hohenems, Hofsteig wird voraussichtlich

Lustenau diesen Herbst eine ModeratorInnenschulung

anbieten. Interessierte aus allen angeführten Gemeinden

können daran teilnehmen.

eltern.chat wird gefördert vom Fonds Gesundes Österreich

und vom Land Vorarlberg.

FAKTBOX

Aktuelle Angebote des Katholischen Bildungswerks

Wie können Eltern in ihrer Erziehungskompetenz

unterstützt werden?

Referentin: Prof. Sigrid Tschöpe-Scheffler

Termin: 5. Okt. 2008 9 bis 17 Uhr

Ort: Kapuzinerkloster, Feldkirch

Infos unter: www.elternbildung-vorarlberg.at

Infoabend Purzelbaum Lehrgang

Termin: 12. Nov. 2008, 19:30 Uhr

Ort: Pfarrheim Dornbirn Hatlerdorf

Infos unter: www.elternbildung-vorarlberg.at oder

M 0664-8240280

Fachvorträge in VS/ Kindergärten/ Spielgruppen und

Eltern-Kind-Zentren.

Viele erfahrene ReferentInnen mit unterschiedlichsten

Themen stehen zur Verfügung.

Nähere Informationen erhalten Sie unter:

wilma.loitz@kath-kirche-vorarlberg.at

obWOHL 23


obWOHL

“Wir fangen an, wenn fast nichts mehr weiter geht!”

Interview mit Hubert Löffler, Geschäftsführer der IfS-Familienarbeit

der speziell annehmen. In anderen Fällen erstellen wir

Gutachten für die Pflegschaftsgerichte, um bei Besuchs-

oder Obsorgestreitigkeiten eine Empfehlung im

Sinne des Kindeswohls abzugeben. Wir führen in Bludenz,

Feldkirch und Dornbirn ein Besuchstreff, wo die

geschiedenen Elternteile bei Besuchen ihrer Kinder begleitet

werden. Usw.“

ObWOHL: “Anders herum gefragt: Bei so viel gefährdeten

Kindern – wie viel Zeit bleibt eigentlich pro

Familie?”

Löffler: “Das ist unser Haupt-Problem. Wir haben nur

etwa 2 Stunden Arbeitszeit pro Familie inklusive, Fahrzeit,

Dokumentation und inklusive der vielen Organisationsarbeit

für die Familien. Das reicht bei einzel-

nen weniger schwierigen Fällen. Bei anderen aber

überhaupt nicht.

Aber wir sind jetzt zuversichtlich, weil das Land die

Absicht geäußert hat, die Familiendienste im nächsten

Jahr auszubauen. Dann hoffen wir, dass wir auch für

die komplexeren Probleme etwas mehr Zeit zur Unterstützung

haben.

obWOHL 24

ObWOHL: “Die IfS-Familienarbeit gibt es seit 21 Jahren.

Sie ist ein eigenständiger Teilbereich des IfS-Vorarlberg

mit ca. 40 MitarbeiterInnen. Wann braucht es

Ihre Dienste?”

Löffler: “Obwohl wir erst anfangen, wenn in der Familie

nichts mehr weiter geht, gibt es in Vorarlberg

einen immer größeren Bedarf an unserer Unterstützung.

Denn die Situation für Eltern ist schwieriger und

nicht etwa leichter geworden: Mehr Alleinerziehende,

mehr Patchwork-Familien, doppelte Berufstätigkeiten,

höheres Armutsrisiko und vieles mehr, was den erzieherischen

Umgang mit Kindern erschwert.“

ObWOHL: “Was ist die Hauptaufgabe der IfS-Familienarbeit?“

Löffler: “Die aufsuchende Unterstützung von Familien,

in denen die gesunde Entwicklung ihrer Kinder bedroht

ist. Wir bemühen uns z.B. um Kinder, die zwar

bei ihren Eltern leben, doch diese sind krank, psychisch

schwer belastet oder haben wenig Bildung, so dass sie

für ihre Kinder nur unzureichend sorgen können. Oder

wir kümmern uns um Kinder, die zwar bei ihren Eltern

leben, doch diese sind getrennt und in großen Konflikten

verfangen, so dass sie für ihre Kinder nur unzureichend

sorgen können. Zunehmend helfen wir Kindern,

die in finanziell armen Familien leben und sozial

isoliert sind, so dass sie die positive Entwicklung ihrer

Kinder nur unzureichend sichern können.“

ObWOHL: “Und dazu benötigen Sie 40 Teilzeit-

MitarbeiterInnen?“

Löffler: “Aufgrund der Zuweisung von den Jugendämtern

Feldkirch und Bludenz sind wir laufend mit

mehr als 150 Familien befasst! Wir gehen zu den Familien

auf Hausbesuch. Wir nehmen Kinder in unsere 6

Jahresgruppen auf, die jede für 20 bis 30 Tage im Jahr

abgehalten werden. Die Kinder verbringen diese Zeit

mit unseren Fachleuten und machen dabei neue soziale

Erfahrungen. Wir organisieren im ganzen Land ehrenamtliche

MithelferInnen, die sich um einzelne Kin-

ObWOHL: “Welche Rolle spielen die Betreuungseinrichtungen

in ihrer Arbeit?”

Löffler: “Die Betreuungseinrichtungen treten für immer

mehr Kinder und für immer längere Zeiten an die

Stelle der Eltern. Sie werden daher gleichsam als „Elternersatz“

sehr wichtige PartnerInnen in unserer Arbeit

für die Kinder. Daher befassen wir uns aktuell sehr

intensiv mit den Verbindungsstellen zwischen Familien,

Betreuungseinrichtungen und der IfS-Familienarbeit:

Welche Einrichtungen werden bisher von unseren Familien

genutzt, welche weniger und warum? Welche

Probleme ergeben sich von Seiten der Familien und

von Seiten der Einrichtungen bei der Nutzung der

Betreuungseinrichtungen? Welche Einrichtungen stehen

in welchen Regionen für unsere Familien überhaupt

zur Verfügung? Welche Formen der Kinderbetreuung

werden bei unseren Familien besonders

gebraucht? Gibt es Anlässe für eine bessere Vernetzung

zwischen den Betreuungseinrichtungen und

unserer Unterstützung?“

ObWOHL: “Was könnte das Ergebnis dieser Bemühungen

sein?”

Löffler: “Ein Konzept für die Kooperation zwischen IfS-

Familienarbeit und Kinderbetreuungseinrichtungen.

Dieses Konzept soll den Einsatz und die Kooperation

zwischen den Betreuungseinrichtungen und der IfS-

Familienarbeit optimieren. Synergien könnten erschlossen

werden z.B. in Bezug auf den bedarfsgerechten

Ausbau der Einrichtungen und ihren optimalen Einsatz

insbesondere bei gefährdeten Kindern.“


obWOHL

ObWOHL: “Was wünschen sie sich am meisten für die

Zukunft der Familien?”

Löffler: “Dass präventiv mehr für das Erlernen des Eltern-Seins

angeboten wird!

Das Potential an Ersatz-ErzieherInnen wie Fernsehen,

Internet, Ersatz-Betreuungen und die ständige Verfügbarkeit

von Konsum- und Beschäftigungsmöglichkeiten

für die Kinder ist so enorm gewachsen, dass Eltern nur

allzu leicht ihre Funktion vergessen können. Es gibt

keine unmittelbare Notwendigkeit, das Elternsein zu

lernen – wenn die Eltern nicht motiviert dazu sind.

Irgendwie geht es mit den vielen „Neben-Erzieher

Innen“ im Moment immer. Die Probleme kommen erst

später. Vor allem beim Übergang zum Erwachsen-

Werden. Dort ruft man dann nach Möglichkeiten, die

Kinder fremd unterzubringen, weil es in der Familie

nicht mehr geht! Aber die

Unterbringungsmöglichkeiten von Kindern und

Jugendlichen im stationären Bereich in ganz Österreich

sind inzwischen völlig erschöpft!

Daher wünsche ich sehr, dass Eltern für eine so wichtige

Aufgabe vorbereitet werden. In der Schule und darüber

hinaus durch Anreiz-Systeme zur Erwachsenen-

Bildung! “

obWOHL 25

Wie kommt es, dass sich “keine Sau” für mich interessiert?

Das “Bedürfnis gesehen zu werden”, klingt in vielen Gesprächen

aller Altersstufen durch. Besonders Jugendliche und

auch Kinder leiden stark darunter, von Ihresgleichen nicht

wahrgenommen zu werden. Etwas ist schief gelaufen, bei der

Entwicklung der Marke “Ich”. Dahinter schimmern oft sehr

überzogene Erwartungen an sich durch. Willst Du wirklich

unglücklich sein, dann vergleiche Dich mit anderen.

Ich muss so witzig sein wie ..., soll besser ausschauen als ...,

meine Leistungen müssen “stimmen”, ... und dann, und nur

dann bin ich es Wert dazu zu gehören.

Verrückte Welt, in denen der Schein mehr zählt als das Sein!


obWOHL

Schulchronik

obWOHL 26

1981: Hannelore und Bruno Madlener und Frau Maria

Summer führten erste Gespräche mit Behörden. Im Juli

findet die Gründungsversammlung der “Privaten Volksschule

Rankweil“ statt. Am 13. 9. beginnt das Abenteuer

im Haus von Frau Summer, mit 2 Klassen und 33

Kindern.

1985/86: Umzug nach Altach (Gebäude der Firma

Huchler). Zuerkennung des Öffentlichkeitsrechts auf

Dauer.

1986: Umstellung auf verbale Beurteilung

1986/87: Umzug ins Gebäude der Firma Kopf in Altach

1990: erste Initiative zur Weiterführung als Gymnasium

1994: Klares Bekenntnis zu den Grundsätzen von Maria

Montessori

VERANSTALTUNGSHINWEISE

Herbstbasar (statt Weihnachtsbasar),

18. und 19. Oktober 2008

Info-Abend für neue interessierte Eltern und Schüler,

4. Dezember 2008, 20.00 Uhr

FAKTBOX

Freie Montessori Schule - Privatschule mit

Öffentlichkeitsrecht

Enderstraße 1

6844 Altach

Tel. 05576/74949

I www.freie-montessori-schule.at

E sekretariat@freie-montessori-schule.at

Schuljahr 2007/08:

144 SchülerInnen – 7 Klassen – 17 LehrerInnen

1996: Einführung des jahrgangsübergreifenden

Unterrichts für alle Klassen

1998: Bekenntnis zur Integration von Kindern mit

erhöhtem Förderbedarf

2001: Umzug in das Huber-Gebäude, Enderstraße 1,

Altach

2003: Start der ersten Mittelstufenklasse

2005: 2. Mittelstufenklasse, Öffentlichkeitsrecht für die

neuen Schulstufen wird laufend beantragt und genehmigt.

Schulentwicklungsprozess, begleitet von Andreas

Holzknecht, OBHUT-Beratungsservice, wird als langfristiges

Projekt gestartet.

2006: Neuer Name „Freie Montessori Schule“ wird von

97,6% der Mitglieder beschlossen.

2006/07: Einführung des 3-Stufen-Modells. Klassen

werden der Unterstufe, Mittelstufe oder der Oberstufe

zugeordnet.

2007/08: Einführung des Stammgruppenmodells in der

Unterstufe. Öffentlichkeitsrecht wird auf Dauer bis

zum Hauptschulabschluss erteilt.

Dreistufen-Modell:

Unterstufe: 1. – 3. Schuljahr

Mittelstufe: 4. – 6. Schuljahr

Oberstufe: 7. & 8. Schuljahr

Abschluss: Hauptschulabschluss

Freie-Montessori-Schule Altach (FMS)

Jedem Kind sein eigener Lern- und

Lebenskompass

Die FMS, gegründet 1981, zählt zu den ältesten (nicht

kirchlichen) Privatschulen Österreichs. 22 Jahre wurde

sie als reine Volksschule geführt. Seit fünf Jahren wurde

sie bis zum Ende der Hauptschulzeit erweitert. Die

Obfrau der FMS, Astrid Gasser, die bald ihr 5jähriges

Jubiläum feiert, hat diese Zeit hautnah miterlebt und

mitgestaltet.

obWOHL: Liebe Astrid! Was hat sich in den letzten

fünf Jahren bei euch im Wesentlichen getan?

Astrid Gasser:

Sehr sehr vieles - und davon sehr viel Gutes und auch

Notwendiges. Ich möchte aber vorausschicken, dass

sich unsere Schule schon immer als lebendig und be-


obWOHL

wegt gezeigt hat und sich im Sinn der Kinder weiterentwickelt

hat. Das kommt daher, dass die Erfahrungen

und Wünsche von Eltern, Lehrer Innen und Kinder sehr

offen ausgesprochen werden und der Mut zur Veränderung

groß ist.

obWOHL: Aber die letzten 5 Jahre waren da schon

besonders, oder?

A. Gasser: Doch schon!

Immerhin hat sich

unsere Schule ab dem

nächsten Jahr praktisch

verdoppelt:

8 statt 4 Klassen, 150

statt 80 Elternpaare.

Noch deutlicher sieht

man es beim Lehrkörper:

der ist von 5 auf

17 Personen angewachsen.

obWOHL: Was erwartet ein Kind, wenn es an die FMS

kommt?

A. Gasser: Jedes Kind wird in diesen Jahren seinen

eigenen Lern- und Lebenskompass entdecken und lernen

ihn zu gebrauchen. Sie werden ihre Stärken kennenlernen

und erleben, dass sie ihre Begabungen auch

anderen Menschen gerne zur Verfügung stellen. Anerkennung

und Wertschätzung ist jedem Kind ganz

individuell garantiert.

obWOHL: Wie zeigt sich das? Woher nimmst Du diese

Sicherheit?

A. Gasser: Zum einen erleben die Kinder von Anfang

an, dass ein besonderer und wertschätzender Umgang

zwischen den Menschen hier, die Atmosphäre der FMS

wesentlich prägt. Das hilft auch mit, dass die Kinder

total gerne in die Schule gehen und auch gerne lernen

- egal wie gute Schüler sie im herkömmlichen Sinne

sind. Zum anderen legen wir großen Wert darauf zu

erfahren, wie Schüler und Eltern die Zeit in der FMS

beschreiben. Bei regelmäßigen Befragungen beziehen

wir auch SchülerInnen ein, welche die FMS schon verlassen

haben. Die Ergebnisse dieser Rückmeldungen

geben uns Sicherheit.

obWOHL: Was sind das für Rückmeldungen? Wie geht

es den Kindern nach der FMS in den weiterführenden

Schulen?

A. Gasser: Das Bild, welches wir über unsere Schulabgänger

gezeichnet bekommen, lässt sich wie folgt zusammen

fassen: Sie wissen was sie wollen, sind initiativ,

starten häufig Projekte, sind im Umgang sehr respektvoll,

stellen sich Schwierigkeiten und sind stark lösungsorientiert.

Eher schwierig können die Beziehungen

zu Lehrern sein, die nicht auf echte Begegnungen

aus sind. Jene Übertritte in Oberstufen Gymnasien, die

wir bisher kennen, sind klaglos verlaufen.

Ich muss allerdings auch betonen, dass wir die Vorbereitung

auf diesen Umstieg sehr ernst nehmen und gut

vorbereiten. Die 8. Klasse ist in der FMS auch die einzige

Klasse in der benotet wird. Die Schülerinnen und

Schüler bekommen ja einen Hauptschulabschluss. Vorher

braucht es aber kein Benotungssystem.

obWOHL: Was bewegt die Eltern, ihre Kinder in der

FMS anzumelden?

A. Gasser: Fast alle Eltern kennen unsere Schule schon

vorher. Sie hatten vielleicht schon ältere Kinder bei uns

oder Kinder von guten Freunden. Oder sie waren

schon öfters bei unserem Basar oder beim Nachtlauf

oder auf einem der Info-Abende. Die Eltern haben

großes Vertrauen in unsere Schule, dass ihr Kind eine

besondere und prägende positive Schulzeit erleben

wird, und dass sie als Eltern aktiv und partnerschaftlich

daran teilhaben werden.

obWOHL: Die Eltern müssen dafür aber doch sehr viel

an Zeit und Geld investieren?

A. Gasser: Ich weiß, dass dies von außen oft so gesehen

wird. Hier geht es um die Relation. Jeder Elternteil

verpflichtet sich, im Jahr zirka 40 Stunden in Arbeitsgruppen

für die FMS zu arbeiten und hilft dadurch

mit, die Qualität der Schule zu halten oder zu steigern.

Sie haben aber im Gegenzug zuhause wirklich schulfreie

Zeit. In anderen Familien ist es doch häufig so,

dass die Eltern zuhause ihr Kind bei den Hausaufgaben

begleiten. Wenn ich dafür pro Schultag (200 Tage) nur

15 Minuten rechne, komme ich übers Jahr schon auf 50

Stunden. In der FMS ist Schule in der Schule und nicht

zuhause. Wenn die älteren Kinder in der Oberstufe zuhause

an schulischen Themen arbeiten, machen sie dies

völlig selbständig und eigenverantwortlich.

obWOHL: Und wie schaut dies mit dem Geld aus?

A. Gasser: Natürlich ist unser Schulgeld im Vergleich zu

den öffentlichen Schulen höher - weil die sind ja gratis.

Im Vergleich zu den Privatschulen in Wien sind wir

aber deutlich günstiger. Die Eltern zahlen bei uns für

das erste Kind 11% des Familieneinkommens (mind.

163.-, max. Euro 330,-), 6% beim zweiten, 4% beim

dritten und ab dem vierten Kind nichts mehr. Dadurch

dass unser Angebot nun bis zu 8 Schuljahre beinhaltet,

kommt diese Kinderstaffelung häufiger zum Tragen.

Eltern, die ihre Kinder in Montessori-Einrichtungen haben,

liegen bei der Kinderanzahl oft beim Doppelten

des Landesschnitts. Übrigens: in Österreich wurde letztes

Jahr 142 Millionen Euro für Nachhilfe ausgegeben.

Da war kein Cent von unseren Eltern dabei.

Aber natürlich möchte ich betonen, dass eine Gleichstellung

aller Kinder in der monetären Bildungsförderung

sehr wünschenswert wäre. Wenn jedes Kind einen

Jahres-Bildungsscheck bekommt und ihn einlösen kann,

wo es will - das wäre spannend.

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obWOHL 27


obWOHL

Pädagogische Werktagung:

Fortbildung, Urlaub und noch mehr…

von Wilma Loitz, Katholisches Bildungswerk, Vorarlberg

obWOHL: Wie schaut es mit der Unterstützung von

außen aus?

A. Gasser: Da wir nun auch das Öffentlichkeitsrecht für

die gesamten 8 Jahre haben, können wir uns nicht beklagen.

Das Land Vorarlberg ist uns schon lange ein

stabiler und verlässlicher Partner. Schön wäre, wenn

dies auf Bundesebene auch so wäre, egal welche Partei

gerade das Bildungs- und das Finanzressort inne hat.

Pädagogische Werktagung ist Salzburg, Bildung, Kultur,

Austausch und Vernetzung über österreichische Grenzen

hinweg. Bereichert komme ich von 5 Tagen Werktagung

aus Salzburg zurück. Trotz Regen am Beginn der

Woche machte sich schon am zweiten Tag das Gefühl

von (Bildungs-) Urlaub breit.

obWOHL: Wie geht es nun mit der FMS weiter?

obWOHL 28

A. Gasser: Es geht nun vor allem darum, zu halten und

zu stabilisieren, was ist. Wir brauchen sichere räumliche

und finanzielle Ressourcen. Wir werden deshalb

das Huber-Gebäude, in dem wir seit 2001 eingemietet

sind, kaufen. Zusätzlich werden wir versuchen eine

sehr intensive Kooperation mit der Wirtschaft aufzubauen,

in der wir die gemeinsamen Stärken uns gegenseitig

zu nutze machen.

obWOHL: Das bedeutet, dass in Vorarlberg weiterhin

nach der Pflichtschule Schluss mit Montessori ist?

A. Gasser: Nein, mit Montessori ist niemals Schluss (- und

lacht). Aber es ist schon so, dass wir sehr intensiv an

einem Modell arbeiten, welches bis zur Matura gehen

wird - eine etwas andere Matura als wir bisher kennen

(- und lächelt).

obWOHL: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin

alles Gute!

Diese Fortbildung bietet die Chance, ein Thema aus der

Sicht verschiedenster ReferentInnen, 9 Vorträge in 5 Tagen,

zu erleben, plus der Möglichkeit aus ca. 20 Workshopangeboten,

den für sich passenden auszusuchen.

Doch am Ende ist es nicht der einzelne Vortrag oder die

durchaus gelungenen Workshopnachmittage, die Eindruck

machten, sondern das Gesamtpaket pädagogische

Werktagung. Der Austausch mit meinen Kolleginnen

aus ganz Österreich beim gemeinsamen Mittagessen,

das angebotene Kulturprogramm am Abend und

auch die Zeit alleine oder zu mehrt durch die attraktive

Altstadt von Salzburg zu bummeln. Am Ende hat man

das Verlangen, nächstes Jahr wieder zukommen. Ich traf

Kindergärtnerinnen, die seit 20 Jahren, diese Werktagung

besuchen. „Es ist ein toller Abschluss meines Arbeitsjahrs“,

erklärte die Pädagogin im Gespräch. Das

kann ich gut nachvollziehen.

Mag. Wilma Loitz, Elternbildung Katholisches Bildungswerk,

Projektleitung: eltern.chat


obWOHL

“Kinder in die Mitte“ auch in Salzburg

57. Internationale Pädagogische Werktagung plädiert

für Chancengerechtigkeit aller Kinder

Das Thema dieses 5 tägigen Kongresses hat wohl den

Nerv der Zeit noch mehr getroffen, als dies geplant

hätte werden können. „Gemeinsam erziehen – das umkämpfte

Kind zwischen Familie, Bildungsinstitution und

Gesellschaft“ veranlasste schon in den Eröffnungsreden

einen klaren Appell an die zahlreiche Zuhörerschaft zu

richten – wohlwissend, dass dies weiter hinaus in die

Gesellschaft getragen wird. Sowohl Erzbischof Alois

Kothgasser, Caritas-Präsident Franz Küberl und auch

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller betonten den Auftrag

der Gesellschaft, für das Wohl des einzelnen Kindes

zu sorgen – unabhängig von Bildungshintergrund und

Vermögensverhältnisse seiner Eltern. Anzunehmen, dass

sie mit dieser Forderung auf wenig Widerstand stoßen.

Und doch scheint dieses uns so wichtige Wohl des

Kindes nicht gar so leicht zu glücken. Und genau um

dieses Spannungsfeld ging es bei den diesjährigen

Vorträgen bei der Pädagogischen Werktagung in

Salzburg. Es wurden auch dort die Kinder in die Mitte

der Aufmerksamkeit genommen.

In vielen Ausführungen wurde die Situation in den

Familien betrachtet – deren Wirkung auf das Wohlergehen

eines Kindes ja unumstritten hoch ist. So stellte

die Soziologin Martina Beham-Rabanser zwar fest, dass

das Erziehungswissen bei den Eltern so hoch sei wie

noch nie, dessen Umsetzung aber häufig mangelhaft

sei. Die wahrgenommene Überforderung der Eltern in

der alltäglichen Erziehungsarbeit lässt sich immer mehr

auf die finanziellen Nöte der Familien und den Alltagsstress

zurück führen: “Zur Not an Geld kommt der Mangel

an Familien- bzw. Beziehungszeit dazu.“ Beham-

Rabanser bekräftigte diese Sichtweise mit der Feststellung:

„Die Familie hat für das Kind schicksalhafte

Bedeutung – so ist es abhängig vom Bildungsstand seiner

Eltern, von der vorgefundenen Familienform und

den finanziellen Mitteln, von den Erziehungswerten der

Eltern, von der Art, welche Erfahrungsanregungen es

vorfindet und vor allem, welche Qualität der Beziehung

zwischen seinen Eltern und ihnen ihm herrscht.

Primarius Leixnering aus Linz fand jedoch, ohne beschönigende

Worte zu brauchen, einige Gedanken, die zur

Beruhigung und Versachlichung der Bewertung aus

fachlicher Sicht geeignet sind: “Ich glaube nicht an den

per se bösen Menschen – ich glaube vielmehr, dass es leidende

Erwachsene gibt, die immense Schwierigkeiten

mit ihren Kindern haben, die nicht wissen, wie sie mit

ihren Kindern zurechtkommen können. Wenn jemand

mit einem Anliegen kommt, ist er ab diesem Zeitpunkt

ein gleichberechtigter Partner im Prozess. Wir aus den

verschiedenen Fachdisziplinen müssen besonders darauf

achten, ob er oder sie Hilfe braucht und dann müssen

wir dem Bedürfnis nach Hilfe entsprechen. Hören wir

auf, uns ständig Gedanken zu machen, ob wir zuständig

sind!“

Den Optimismus und die Hoffnung – ohne die die Pädagogik

wohl gar keine Existenzberechtigung mehr hätte

– stärkte Herr Univ.-Prof. Anton Bucher, in dem er die

These vertrat: „Spirituelle Erziehung stärkt für das

Leben“. Er bestärkte die über 600 anwesenden Zuhörerinnen

und Zuhörer immer an das Kind zu glauben.

„Stärken wir mit positiver Energie die Träume der Kinder,

egal ob sie Papst, AstronautInnen oder Künstler

Innen und SängerInnen werden wollen. Kinder sind

geistbegabte Wesen.“ In zahlreichen Studien zum Thema

„Glück“ wurde bestätigt, dass die wesentlichsten

Standards die (emotionale) Sicherheit in der Familie,

Anerkennung und ein gesundes Maß an Herausforderungen

sind. Sein Schlussstatement “Zuhören ist höchst

aktives Tun“ wird in den TeilnehmerInnen im kommenden

Arbeitsjahr, in jenen Gesprächen, die gemeinsam

mit Eltern für das Wohl des Kindes geführt werden, stärkend

präsent bleiben.

Wer sich im nächsten Jahr von dieser besonders inspirierenden

pädagogischen Fachtagung stärken lassen will,

kann sich schon den Termin vormerken: die 58. PWT findet

vom 13. – 17. Juli 2009 statt. Sie trägt den Arbeitstitel:

Geist und Begeisterung.

obWOHL 29

In das gleiche Horn – nur weit emotionaler – stieß die

bekannte Schriftstellerin aus Hamburg, Frau Kirsten

Boie. Sie klagte an, dass die Schere zwischen Bildungsverlierern

und Bildungsgewinnern immer weiter auseinander

klafft. Die pädagogischen Einrichtungen haben

bisher noch kein Rezept gefunden, dass alle Kinder eine

faire – weil ausgleichend gerechte – Bildungschance erhalten.

Mit dem markigen Satz “vom vielen Wiegen

wird die Sau nicht fett“ – und meinte wohl die zahlreich

entwickelten Screenings der letzten Jahre – mahnte sie

eine deutlich lösungsorientiertere Vorgehensweise der

Bildungslandschaft ein. Dabei räumte sie allerdings ein,

dass wir derzeit die Kinder auf eine Zukunft vorzubereiten

versuchen, die wir gar nicht kennen und nicht einschätzen

können. Deshalb plädierte sie an die Pädagogik:

Befähigt die Kinder in ihren Kompetenzen (in ihrem

Kopf) und in ihrer Menschlichkeit (in ihrem Herzen).

(alle Vorträge sind übrigens auf CD gebannt zu erwerben.

Nähere Informationen unter:

pwt@bildung.kirchen.net)

Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller und Caritaspräsident Dr.

Franz Küberl


obWOHL

Kindergruppe weiter gedacht. Kein Ort der Aufbewahrung.

Kinder-Spielgruppen Rumpelstilzchen - ein Resümée

obWOHL 30

Nach 5 Jahren übergab Mag. Ingrid Andres Ende Juli die

Geschäftsführung an Frau Nicole Bösch, bisher pädagogische

Leiterin der Kinder- und Schülerbetreuung Villa

Kamilla. In dreieinhalb ganztägigen Kindergruppen,

einer Krabbel-Spielgruppe und einer Waldspielgruppe

werden derzeit rund 80 Kleinkinder aus oder um

Bregenz betreut.

Die ersten drei Lebensjahre sind der Grundstein für die

weitere soziale, emotionale und kognitive Entwicklung.

In der Kindergruppe sammeln die Kinder erste Gruppen-Erfahrungen,

geben sie ihren kreativen Ergüssen

Raum, tollen sie herum und schulen dabei ihre motorischen

Fähigkeiten. Tätig sein in der Gruppe fördert ihre

Konzentration, Sprachspiele schulen wie nebenbei ihre

Sprachkompetenz.

Kinder lernen am meisten von anderen Kindern. Für

eine lebendige, bunte Kindergruppe braucht es die Mischung

an Sprachen, Herkunft, Geschlecht, Entwicklungsständen

und eine gute Altersdurchmischung. Die

Harmonisierung der Elterntarife für 3-Jährige ermöglicht

eine echte Wahlfreiheit zwischen Kindergarten

und Kinder-Spielgruppe. So ist der Verbleib der “Großen“

in der Kindergruppe möglich.

Neben dem altersgerechten Spielangebot sind für die

Qualität in der Kinderbetreuung entscheidend: Transparenz

bei Räumlichkeiten und Kommunikationsprozessen,

sowie hervorragende soziale Kompetenzen und

Qualifikation der Betreuerinnen. Im Rumpelstilzchen

wurden in den vergangen Jahren einige Mitarbeiterinnen

zusätzlich qualifiziert: Montessoripädagogik,

Emmi-Pikler-Ausbildung, Lehrgang für Waldspielgruppen,

Motopädagogik-Lehrgang. Außerdem bereichert

seit Frühjahr 2008 eine Kindergärtnerin mit Montessoriausbildung

das Team.

> Die Organisationsstruktur des Vereins wurde an die

neuen Anforderungen angepasst.

> Gute Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen

(Mitarbeiterinnenmotivation!), geringe Fluktuation,

daher Kontinuität in den Betreuerinnenteams.

> Das äußere Erscheinungsbild (Folder, Website, Flyer,

u.a.) wurden professionell gestaltet.

> Das Gruppenangebot wurde erweitert, flexibler gestaltet,

die Öffnungszeiten verlängert und der 1-monatige

Betriebsurlaub abgeschafft; Mittagstisch in allen

Kindergruppen angeboten.

> Umzug von der Arlbergstraße ins Sozialzentrum

Weidach (transparentere, offenere Raumstruktur mit

der Möglichkeit, Außen- und Innenräume kindgerecht

und frei zu nützen).

Eine klare unternehmerische Vorgehensweise sicherte

dem Verein trotz höherer Investitionen ein kleines finanzielles

Notpolster für die nächsten Jahre.

Die scheidende Geschäftsführerin Mag. Ingrid Andres

möchte sich einer neuen beruflichen Aufgabe widmen

und übergab daher Ende Juli die Agenden an Nicole

Bösch.

Gelebte Pädagogik

Maria Montessoris Ideen fließen gleichermaßen wie jene

von Emmi Pikler oder anderen alten und neuen Reformpädagogen/innen

ein, wenn sie zu den Betreuerinnen

und zu den Kindern passen.

Weitere pädagogische Schwerpunkte der vergangenen

Jahre

> Ein Konzept zur Elternarbeit, eine interne Weiterbildung

zum “gut geführten Elterngespräch“ und die

Umsetzung von individuellen Elterngesprächen als

Ergänzung zu Elternabenden

> Die Ausarbeitung eines Leitbildes

> Eine Elternumfrage anhand von Fragebögen

> Die Einführung standardisierter Entwicklungsprofile

der betreuten Kinder

> Regelmäßige Teamsitzungen mit Reflexion des

Betreuungsalltags

Kinderbetreuungslandschaft neu

Durch die eher neue Vielfalt an unterschiedlichen Einrichtungen

gibt es mehr Konkurrenz. Den Einrichtungen

wird von Eltern und Politik viel an Flexibilität abverlangt,

die Förderungen wurden erhöht, gleichzeitig wurde der

Verwaltungsaufwand um ein Vielfaches höher.

Neue Geschäftsführerin Nicole Bösch


obWOHL

?

obWOHL 31

Das neueste Bild der Bildung.

30. Fachmesse für Lehrmittel, Schulausstattung,

Kindergärten, Fitness- und Sportanlagen

13. – 15.11.2008

Stadthalle Graz

Mit den Bereichen:

Mit aktuellen Themen für

KindergartenpädagogInnen!

WAHL ZUM KOPF DER INTERPÄDAGOGICA 2009

Wir suchen das Gesicht der Bildung 2009. Einfach mitmachen

auf WWW.INTERPAEDAGOGICA.AT oder besuchen

Sie unseren Fotocorner direkt auf der Messe und

lassen Sie sich fotografieren. Der Gewinner verkörpert für

2009 das Gesicht der Bildung und wird Medienstar der

Interpädagogica 2009. Als Preis gibt‘s ein professionelles

Fotoshooting inkl. Wochenendaufenthalt in Salzburg.

Sport:

Sportanlagen, -geräte und Fitness

www.interpaedagogica.at


Kinder

Kindergarten im Wandel:

Unsere

Fachzeitschrift für Kindergartenund

Kleinkindpädagogik

Die Fachzeitschrift geht mit!

Seit Jahrzehnten ist „Unsere Kinder” Österreichischs

einzige Fachzeitschrift für Kindergarten- und

Kleinkindpädagogik. In der Pädagogik gibt es

stets Herausforderungen und neue Gesetze.

Wir begleiten Ihre Arbeit kompetent.

Tausende KindergartenpädagogInnen, Horterzieher-

Innen und viele andere, die beruflich oder privat mit

Kindern zu tun haben, schätzen sechsmal im Jahr die

fundierten Fachartikel, konkreten Praxisberichte und

aktuellen Buchtipps in gediegener Aufmachung.

Sehr begehrt sind auch die Sonderhefte „Naturnahe Gartengestaltung”,

„Schachtelbaustelle” und „Frühe Leseförderung”,

sowie die unverzichtbare Buchreihe „Methoden des Kindergartens

1 – 3” (überarbeitete Neuauflagen). In den letzten Jahren erschienen

außerdem in der „Fachbuchreihe Pädagogik” die praxisbezogenen Bände

„Religion macht Kinder kompetent” und „Sprechen lernen, Sprache finden”.

Wir laden Sie ein, ein Abonnement von „Unsere Kinder” zu bestellen.

Gerne senden wir Ihnen unverbindlich unseren Verlagsprospekt zu.

Das Jahresabonnement beinhaltet zusätzlich zwei Ausgaben des internationalen Fachmagazins „Kinder in Europa”

und kostet € 33,– (für SchülerInnen und Studierende: € 25,50). Probehefte kostenlos erhältlich.

Fachzeitschrift „Unsere Kinder” / Kapuzinerstraße 84 / A-4020 Linz

Tel. (0732)7610-2091 / Fax DW -2099 / unsere.kinder@caritas-linz.at

www.unserekinder.at

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