rhw management Psychosomatische Klinik - Ernährungsbegleiter in Norwegen (Vorschau)
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hw<br />
rationelle hauswirtschaft<br />
<strong>management</strong><br />
B 3437 E<br />
5<br />
Mai 2014<br />
51. Jahrgang<br />
www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />
Fachmagaz<strong>in</strong> für die professionelle Hauswirtschaft<br />
c<br />
<strong>Psychosomatische</strong> <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong><br />
<strong>Ernährungsbegleiter</strong><br />
<strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />
K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfe<br />
Hauswirtschaft auf<br />
Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />
Messe-Neuheiten<br />
Pfiffiges von<br />
der Internorga
[Das aktuelle Buch]<br />
Ir<strong>in</strong>a Peric<strong>in</strong> Häflige<br />
Re<strong>in</strong>igungs<strong>management</strong><br />
Handbuch zur Gestaltung von Re<strong>in</strong>igungsdienstleistungen<br />
2 <br />
!<br />
3 !<br />
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4 <br />
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1 <br />
"<br />
8 <br />
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5 <br />
7 <br />
"<br />
6 "<br />
Re<strong>in</strong>igungs<strong>management</strong><br />
Wie wird Sauberkeit wahrgenommen? Was braucht es, damit wir uns <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Gebäude wohlfühlen und produktiv<br />
se<strong>in</strong> können? Wie kann die so kosten- und personal<strong>in</strong>tensive Gebäudere<strong>in</strong>igung optimal und nachhaltig organisiert<br />
werden?<br />
Auf diese Fragen gibt Ir<strong>in</strong>a Peric<strong>in</strong> Häfliger mittels Management-Methoden Antworten. Sie verb<strong>in</strong>det <strong>in</strong> diesem Buch<br />
betriebswirtschaftliches Managementwissen mit praktischem Fach- und Erfahrungswissen der Gebäudere<strong>in</strong>igung. Sie<br />
regt dadurch zur eigenständigen Organisation und <strong>in</strong>novativen Weiterentwicklung der Dienstleistung Re<strong>in</strong>igung an.<br />
1307025 Foto: © imagebos - Fotolia<br />
Ir<strong>in</strong>a Peric<strong>in</strong> Häfliger<br />
Re<strong>in</strong>igungs<strong>management</strong><br />
Verlag Neuer Merkur • ISBN 978-3-937346-90-8<br />
1. Auflage 2013 • 49,90 Euro<br />
zirka 470 Seiten • gebunden<br />
Jetzt bestellen:<br />
Telefon (0 79 53) 718 90 08 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />
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Editorial<br />
HBL (nicht) als Heimleitung –<br />
bitte endlich klären!<br />
Hauswirtschaftliche Führungskräfte<br />
wie HBL (und entsprechend auch<br />
Meister<strong>in</strong>nen oder Fachhauswirtschafter<strong>in</strong>nen)<br />
s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> Bayern seit August<br />
2013 nicht mehr erlaubt für die Heimleitung.<br />
Wer bereits e<strong>in</strong>en Kurs zur Weiterbildung<br />
als Heimleitung absolviert, muss diesen<br />
deshalb sogar abbrechen. Dieser Kracher<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Leitfaden des Bayerischen<br />
Pflegem<strong>in</strong>isteriums vom August 2013<br />
schlägt weiter hohe Wellen (<strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
berichtete onl<strong>in</strong>e und <strong>in</strong> den Ausgaben<br />
1, 2, 3, 4/2014). Inzwischen setzt sich<br />
sogar die bayerische Landtagspräsident<strong>in</strong><br />
höchstpersönlich für die Hauswirtschaft<br />
e<strong>in</strong>. Doch der Reihe nach.<br />
Passend zum diesjährigen Welttag der<br />
Hauswirtschaft 2014 wurde zunächst als<br />
Durchbruch gefeiert, dass die bayerische<br />
Gesundheits- und Pflegem<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Melanie<br />
Huml den umstrittenen Passus wieder<br />
streichen lassen möchte. Dies wurde zum<strong>in</strong>dest<br />
dem BayLaH Ende März 2014<br />
schriftlich so mitgeteilt. Doch e<strong>in</strong>e andere<br />
protestierende Landtagsabgeordnete erhielt<br />
von der M<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> 14 Tage später e<strong>in</strong>e<br />
bei weitem nicht so positive Antwort.<br />
Vielmehr heißt es dort, dass weder die<br />
Hauswirtschafter<strong>in</strong> noch die HBL geeignet<br />
sei, e<strong>in</strong> Heim zu leiten, da die dafür nötigen<br />
Anforderungen über die Qualifikationen<br />
e<strong>in</strong>er HBL „weit h<strong>in</strong>aus gehen und betriebswirtschaftliches<br />
Verständnis für Pflegesatzverhandlungen<br />
oder auch Personalführungskompetenz<br />
beträfen“. Außerdem<br />
wird auf § 51 Absatz 1 AVPfleWoqG verwiesen,<br />
der Ausnahmeregelungen zulässt.<br />
Gespannt warten wir nun auf die Reaktion<br />
zum Antrag der Fraktion der Freien Wähler<br />
und was M<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Huml an Barbara<br />
Stamm schreibt, denn auch die Bayerische<br />
Landtagspräsident<strong>in</strong> setzt sich wegen dieser<br />
Ungleichheit ebenfalls für die Hauswirtschaft<br />
e<strong>in</strong>.<br />
Es können Fehler passieren, aber angesichts<br />
von fehlendem Fachpersonal <strong>in</strong><br />
Heimen e<strong>in</strong>e ganze dafür qualifizierte Berufsgruppe<br />
auszuschließen, die doch schon<br />
längst <strong>in</strong> der Praxis bewiesen hat, dass sie<br />
zum<strong>in</strong>dest stellvertretend Heime leiten<br />
kann – das ist immer noch nicht zu begreifen.<br />
Ob wir bis zum 16. <strong>rhw</strong>-Symposium am<br />
22. Mai 2014 <strong>in</strong> München e<strong>in</strong>en endgültigen<br />
Beschluss erwarten können?<br />
Dort haben wir zum<strong>in</strong>dest die Bundesverdienstkreuzträger<strong>in</strong><br />
und BLAF-Vorsitzende<br />
Johann Ittner für die Diskussion am<br />
Mittag e<strong>in</strong>geladen. Sie hat den Missstand<br />
als e<strong>in</strong>e der ersten öffentlich gemacht. Außerdem<br />
können Sie <strong>in</strong> München Vertreter<strong>in</strong>nen<br />
vieler wichtiger Verbände treffen,<br />
wie BayLaH, bkh, DHB, MdH oder den Berufsverband<br />
Hauswirtschaft e.V., die sich<br />
sicherlich an der Diskussion beteiligen werden.<br />
Diese HBL-Entscheidung zurückzunehmen<br />
wäre das schönste Geschenk, das<br />
M<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Huml der Branche und <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
zum 50. Geburtstag machen<br />
könnte! Auch wenn es gar nicht erst dazu<br />
hätte kommen dürfen …<br />
Herzlich, Ihr<br />
Feiern Sie mit uns 50 Jahre <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> beim 16. <strong>rhw</strong>-Symposium <strong>in</strong> München<br />
Nicht nur über 85 Teilnehmer,<br />
zehn Aussteller<br />
und besondere Vorträge<br />
erwarten Sie am<br />
22. Mai 2014 <strong>in</strong> München.<br />
Am Nachmittag<br />
laden wir jeden Teilnehmer<br />
zum 50. <strong>rhw</strong>-<br />
Geburtstag auf e<strong>in</strong> Glas<br />
Sekt e<strong>in</strong>, bei schönem<br />
Wetter direkt im Garten<br />
am malerischen<br />
Schloss Suresnes, wo<br />
schon Paul Klee wohnte.<br />
Treffen Sie Weggefährten<br />
der Branche<br />
und feiern Sie mit uns!<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014 3
Inhalt<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014<br />
Editorial 3<br />
Inhalt 4<br />
Thema des Monats<br />
And the W<strong>in</strong>ner is:<br />
Baden-Württemberg 5<br />
Aktuelles 6<br />
a<br />
a<br />
a<br />
Expertenforum<br />
Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />
Fachthema<br />
Hauswirtschaft auf<br />
Schloss Z<strong>in</strong>neberg 10<br />
Ausschreibung gewünscht,<br />
Eigenre<strong>in</strong>igung bekommen 13<br />
„Wir wollen e<strong>in</strong>e Heimat se<strong>in</strong>“ 16<br />
Vom Koch zum<br />
<strong>Ernährungsbegleiter</strong> 25<br />
Steckbrief Bodenbelag:<br />
Terrazzo 31<br />
Wie die Hauswirtschaft die K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfe auf<br />
Schloss Z<strong>in</strong>neberg unterstützt Ab Seite 10<br />
Das Monsignore-Bleyer-Haus <strong>in</strong> München bietet e<strong>in</strong>e<br />
Heimat für Menschen mit Beh<strong>in</strong>derung Ab Seite 16<br />
Berufsbildung<br />
a<br />
Des<strong>in</strong>fektion mit Verstand 21<br />
Marktplatz<br />
Allergenfreies Brot und<br />
weiches Frühstücksei 34<br />
Report<br />
Technik ist im Haushalt<br />
gegenwärtig 36<br />
Stallkamera, Streetfarm-<br />
Trucks und essbare Städte 38<br />
Wie man Talente gew<strong>in</strong>nt 40<br />
Service<br />
Impressum 41<br />
Stellenangebot 42<br />
Fortbildung/<strong>Vorschau</strong> 41<br />
Titelfotos: Vlada Zhikhareva/Fotolia.com,<br />
Robert Baumann, Eipro/Peggys<br />
Beilagenh<strong>in</strong>weis: Dieser Ausgabe liegt das<br />
Buchprogramm des Verlags Neuer Merkur bei.<br />
E<strong>in</strong> Koch aus dem Erzgebirge wandert nach <strong>Norwegen</strong><br />
aus – und macht Karriere als <strong>Ernährungsbegleiter</strong><br />
Ab Seite 25<br />
Allergenfreie Brote und endlich weiche Eier im Altenheim:<br />
Produktneuheiten der Internorga 2014<br />
Ab Seite 34<br />
Fotos: Robert Baumann, Eva Maria Reichert, Rehabiliter<strong>in</strong>gssenteret AiR-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>k Norway, Sascha Kühnau<br />
4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
And the W<strong>in</strong>ner is:<br />
Baden-Württemberg…<br />
Thema des Monats<br />
Der Bundesleistungswettbewerb<br />
für Auszubildende <strong>in</strong> der<br />
Hauswirtschaft ist so etwas<br />
wie die „Deutsche Meisterschaft“<br />
der Branche. Beim 25.<br />
Wettbewerb vom 21. März bis<br />
23. März 2014 stellten 21 angehende<br />
Hauswirtschafter/<strong>in</strong>nen<br />
<strong>in</strong> Leipzig unter Beweis,<br />
dass der moderne Dienstleistungsberuf<br />
Hauswirtschaft<br />
weit mehr ist als Kochen, Waschen<br />
und Re<strong>in</strong>igen. Deutschlands<br />
beste Hauswirtschafter<strong>in</strong>nen<br />
2014 kommen zwei<br />
Mal aus Baden-Württemberg<br />
sowie aus Bayern.<br />
Die Gew<strong>in</strong>ner<strong>in</strong>nen des Bundeswettbewerbs, von l<strong>in</strong>ks nach rechts: Theresa Gme<strong>in</strong>der,<br />
Bayern (2. Platz), Helene Knam, Baden-Württemberg (1. Platz), Edith Schmidberger,<br />
Baden-Württemberg (3. Platz)<br />
Foto: MdH, Waizenegger<br />
Unter dem Motto „Soziale Geme<strong>in</strong>schaften<br />
durch Hauswirtschaft stärken“,<br />
kämpften die F<strong>in</strong>alisten der<br />
Vorentscheide um e<strong>in</strong>en Platz auf dem<br />
Treppchen. Alle drei Siegerplätze g<strong>in</strong>gen<br />
nach e<strong>in</strong>em spannenden Wettbewerb, bei<br />
dem es <strong>in</strong> großem Maß um Teamfähigkeit,<br />
Personalkompetenzen und selbstverständlich<br />
um herausragende fachliche<br />
Kompetenz g<strong>in</strong>g, nach Süddeutschland.<br />
Helene Knam gewann 2014 nicht nur den<br />
1. Platz, sondern auch den Europapreis<br />
Alle 21 F<strong>in</strong>alisten, die <strong>in</strong> ihren Bundesländern<br />
bereits durch Spitzenleistungen im<br />
Landeswettbewerb die Teilnahme <strong>in</strong> Leipzig<br />
errungen hatten, zeigten hervorragende<br />
Leistungen.<br />
Drei süddeutsche Sieger<br />
Helene Knam aus Radolfzell am Bodensee<br />
(Baden-Württemberg) belegte<br />
beim Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende<br />
<strong>in</strong> der Hauswirtschaft 2014 den<br />
ersten Platz. Sie besucht aktuell die Schule<br />
<strong>in</strong> Vill<strong>in</strong>gen-Schwennigen und möchte<br />
nach ihrer Ausbildung noch Betriebswirt<strong>in</strong><br />
für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />
werden. Als besondere Auszeichnung<br />
erhielt sie den Europäischen Preis des<br />
IVHW mit e<strong>in</strong>em e<strong>in</strong>wöchigen Schnupperpraktikum<br />
<strong>in</strong> der Schweiz.<br />
Den zweiten Platz erreichte Theresa<br />
Gme<strong>in</strong>der aus Bad H<strong>in</strong>delang <strong>in</strong> Bayern (wir<br />
berichteten <strong>in</strong> <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4/2014).<br />
Der dritte Platz g<strong>in</strong>g wiederum nach Baden-Württemberg<br />
an Edith Schmidberger<br />
aus Bad Waldsee, die auch den Sonderpreis<br />
im Bereich Theorie erhielt. Weitere<br />
Sonderpreise für herausragende Leistungen<br />
<strong>in</strong> E<strong>in</strong>zeldiszipl<strong>in</strong>en g<strong>in</strong>gen nach Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen<br />
(Renné Krabbe – Betreuung)<br />
und Rhe<strong>in</strong>land-Pfalz (Jaquel<strong>in</strong>e Retzmann<br />
– beste E<strong>in</strong>zelleistung im Team).<br />
Gerade die Teamorientierung ist bei<br />
professionellem Auftreten und Handeln<br />
notwendig. Kooperatives Verhalten und das<br />
Arbeiten an geme<strong>in</strong>samen Lösungen nimmt<br />
aufgrund der knappen Budgets und der höheren<br />
Kundenansprüche immer mehr Raum<br />
e<strong>in</strong>. Aus diesem Grund wurde auch das beste<br />
Team geehrt, welches aus Teilnehmern<br />
aus Hessen, Niedersachsen, Nordrhe<strong>in</strong>-<br />
Westfalen und Bayern bestand.<br />
Unter Deutschlands besten Hauswirtschaftsjunioren<br />
befanden sich auch drei<br />
männliche Teilnehmer. E<strong>in</strong> Zeichen, dass<br />
der vielseitige und durchaus anspruchsvolle<br />
Beruf nicht mehr nur <strong>in</strong> weiblicher<br />
Hand ist. Der Wettbewerb an der Ruth-<br />
Pfau-Schule konnte <strong>in</strong> dieser Form nur<br />
durch die großzügige Unterstützung des<br />
Freistaates Sachsen, Landes<strong>in</strong>stitut für Umwelt,<br />
Landwirtschaft und Geologie, durchgeführt<br />
werden.<br />
Wettbewerb 2015 <strong>in</strong> Stade<br />
Veranstalter des Bundesleistungswettbewerbs<br />
für Auszubildende <strong>in</strong> der<br />
Hauswirtschaft ist der Bundesverband<br />
hauswirtschaftlicher Berufe MdH e. V. Der<br />
Bundesleistungswettbewerb wird jedes<br />
Jahr zeitgleich zum Welttag der Hauswirtschaft<br />
(21. März) veranstaltet. Im nächsten<br />
Jahr f<strong>in</strong>det der Bundesleistungswettbewerb<br />
vom 20. bis 22. März 2015 <strong>in</strong> der Nähe von<br />
Hamburg statt, und zwar <strong>in</strong> Stade (Niedersachsen)<br />
an den Berufsbildenden Schulen<br />
III.<br />
t Ruth Waizenegger/Red<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 5
Aktuelles<br />
Studie zu gesellschaftlichem Nutzen<br />
Re<strong>in</strong>igungskraft schafft<br />
mehr Wert als Spitzen-Banker<br />
Intergastra 2014<br />
Zum achten Mal wurden auf der Messe<br />
Intergastra die Innovationspreise<br />
verliehen. Der Innovationspreis im Bereich<br />
Küchentechnik g<strong>in</strong>g an die Hupfer Metallwerke<br />
für die „ISOBOX mobil“. Beim Objekt-<br />
und Facility Management konnte die<br />
Firma CSE Clean Solution mit dem „Ecobug“<br />
für wasserlose Ur<strong>in</strong>ale überzeugen.<br />
Der Kaffeevollautomat „Foam Master 800“<br />
von Franke Coffee Systems wurde <strong>in</strong> der<br />
Dass die Arbeit e<strong>in</strong>er Re<strong>in</strong>igungskraft<br />
e<strong>in</strong>en Mehrwert für die Gesellschaft<br />
hat, als die e<strong>in</strong>es Bankers oder Steuerberaters,<br />
das hat e<strong>in</strong>e wirtschaftswissenschaftliche<br />
Studie aus Großbritannien herausgearbeitet.<br />
Die „Denkfabrik New Economics<br />
Foundation“ führte e<strong>in</strong>e Studie zum<br />
Thema Arbeit und deren Wert für die Gesellschaft<br />
durch, so berichtete die Süddeutsche<br />
Zeitung vom 22./23. März 2014. Angebot<br />
und Nachfrage entscheiden heute hauptsächlich<br />
über das Gehalt – jedoch nicht der<br />
gesellschaftliche Nutzen für die Gesellschaft.<br />
Festzustellen gilt, dass<br />
u die Lohnhöhe auch e<strong>in</strong>e Frage der sozialen<br />
Konvention ist<br />
u die Leistung vieler Arbeitnehmer sich<br />
nicht gut messen lässt<br />
u der Verdienst <strong>in</strong> den meisten sozialen<br />
Berufen kümmerlich ist.<br />
Wenn man diese Punkte zusammennimmt,<br />
erklärt sich leicht, warum beispielsweise<br />
e<strong>in</strong>e Re<strong>in</strong>igungskraft e<strong>in</strong>en<br />
Bruchteil des Gehaltes e<strong>in</strong>es Managers verdient:<br />
der Manager br<strong>in</strong>gt dem Unternehmen<br />
unter Umständen e<strong>in</strong>en Millionengew<strong>in</strong>n<br />
<strong>in</strong>s Haus; dass das Unternehmen jeden<br />
Tag perfekt gere<strong>in</strong>igt ist, spielt e<strong>in</strong>e<br />
kaum messbare Rolle für den Umsatz. Vergessen<br />
wird dabei allerd<strong>in</strong>gs, welchen gesellschaftlichen<br />
Nutzen die Re<strong>in</strong>igungskraft<br />
mit sich br<strong>in</strong>gt. Glaubt man der britischen<br />
Studie, so kostet jedes britische Pfund, das<br />
e<strong>in</strong> Spitzenbanker kassiert, die Gesellschaft<br />
sieben Pfund. H<strong>in</strong>gegen generieren<br />
Re<strong>in</strong>igungskräfte mit jedem „verdienten<br />
Pfund mehr als zehn Pfund an gesellschaftlichem<br />
Wert“. Bei Steuerberatern ist<br />
das Verhältnis sogar noch gravierender: für<br />
jedes verdiente Pfund zahlt die Gesellschaft<br />
47 Pfund drauf. E<strong>in</strong>e hohe Bezahlung<br />
bedeutet demnach nicht automatisch,<br />
dass die gesellschaftliche Leistung gleichermaßen<br />
hoch anzusehen ist. Gerade bei<br />
e<strong>in</strong>er alternden Bevölkerung ist es <strong>in</strong> Zukunft<br />
unabd<strong>in</strong>gbar, Arbeitskräfte für soziale<br />
Berufe zu gew<strong>in</strong>nen – und diese auch<br />
entsprechend zu entlohnen.<br />
t<br />
Innovationspreise für neuartige<br />
Ur<strong>in</strong>ale und Hoteltür<br />
Kategorie Getränke ausgezeichnet, im Bereich<br />
Design hatte die Firma Häfele mit ihrem<br />
Elementsystem „Die Hoteltür“ die<br />
Nase vorn. In Punkto Nachhaltigkeit und<br />
Produktivität erwies sich die Korbdurchschubspülmasch<strong>in</strong>e<br />
der PT-Serie aus dem<br />
Hause W<strong>in</strong>terhalter als konkurrenzlos, und<br />
<strong>in</strong> der Kategorie Food setzte Herbafood Ingredients<br />
mit „BASIC Textur“ neue Maßstäbe<br />
<strong>in</strong> der Speisenzubereitung. t<br />
<strong>rhw</strong>-Newsticker<br />
Interclean: Vom 6. bis 9. Mai 2014 f<strong>in</strong>det<br />
die 25. ISSA/INTERCLEAN Amsterdam<br />
statt – Internationale Fachmesse<br />
für Gebäudere<strong>in</strong>igung und Wartung –<br />
Informationen unter www.issa<strong>in</strong>terclean.com.<br />
Allergene – 10 Zusatzterm<strong>in</strong>e: Wegen<br />
der nicht enden wollenden Nachfrage<br />
beim Thema Allergen<strong>in</strong>formationspflicht<br />
gibt es von <strong>rhw</strong> <strong>in</strong>zwischen bis<br />
Ende September 2014 zehn Zusatz-Term<strong>in</strong>e<br />
mit Carola Re<strong>in</strong>er (www.vnm-akademie.de),<br />
für <strong>rhw</strong>-Abonnenten schon<br />
ab 159 Euro plus MwSt. H<strong>in</strong>weis: Bei<br />
anderen Anbietern kosten vergleichbare<br />
Allergie-Tagessem<strong>in</strong>are bis zu 950<br />
Euro…<br />
Als HBL doch Heimleiter<strong>in</strong>? Die bayerische<br />
Pflegem<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Melanie Huml<br />
hat <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Schreiben an den Landesausschuss<br />
für Hauswirtschaft (Bay-<br />
LaH) mitgeteilt, dass der Leitfaden zur<br />
Ausführungsverordnung des PfleWoqG<br />
überarbeitet und „die genannte Formulierung<br />
aufgrund ihrer Missverständlichkeit<br />
gestrichen wird“. Doch es<br />
bestehen Zweifel; mehr dazu beim 16.<br />
<strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai 2014 <strong>in</strong><br />
München.<br />
Housekeep<strong>in</strong>g: Der nächste Housekeep<strong>in</strong>g-Fachtag<br />
<strong>in</strong> Salzburg f<strong>in</strong>det am<br />
3. Juni 2014 im Best Western Plus Parkhotel<br />
Brunauer Salzburg statt:<br />
www.housekeep<strong>in</strong>gkongress.at<br />
Schneidereit: Seit April 2014 leitet Uwe<br />
Schölermann bei der Schneidereit<br />
GmbH den Bereich strategische Marktentwicklung<br />
und verantwortet die kundenorientierten<br />
Wachstumsziele des<br />
Sol<strong>in</strong>ger Unternehmens.<br />
Experten-Pool: Baden-Württemberg<br />
will neue Akzente <strong>in</strong> der Ernährungsbildung<br />
setzen. Dazu soll unter anderem<br />
e<strong>in</strong> Expertenpool zur Beratung zur<br />
Außer-Haus-Verpflegung e<strong>in</strong>gesetzt<br />
werden. So soll es Angebote für Familien<br />
<strong>in</strong> schwierigen Lebenslagen <strong>in</strong><br />
Form e<strong>in</strong>es Schwerpunktprogramms<br />
mit den Themen E<strong>in</strong>kauf, Lagerung,<br />
Verwendung und Qualität von Lebensmitteln<br />
geben. Der Berufsverband<br />
Hauswirtschaft e.V. begrüßte das Vorhaben.<br />
Kita- und Schulessen: Erstmals gibt es<br />
von den 16 Vernetzungsstellen für Kitaund<br />
Schulverpflegung e<strong>in</strong>heitliche<br />
Handlungsempfehlungen als neunseitiges<br />
pdf: www.<strong>in</strong>-form.de/vns-portal<br />
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6
Aktuelles<br />
Neugründung<br />
Plattform „Klasse Wäsche“<br />
startet <strong>in</strong> Deutschland<br />
Tipps und H<strong>in</strong>tergrundwissen rund um<br />
die hauseigene Wäscherei f<strong>in</strong>den Hotels,<br />
Gaststätten, Alten- oder Pflegeheime<br />
ab sofort bei „Klasse Wäsche“<br />
(www.klassewaesche.de). So heißt die<br />
neue marken- und firmenneutrale Informationsplattform,<br />
die fünf Unternehmen<br />
aus den Branchen Wäsche, Wäschereitechnik<br />
und Chemie gestartet haben. Gründungsmitglieder<br />
s<strong>in</strong>d Diversey Care, Ecolab,<br />
Electrolux, Miele und Wäschekrone.<br />
Diese Initiative ist bereits seit 2011 <strong>in</strong> Österreich<br />
und seit 2013 <strong>in</strong> Südtirol erfolgreich.<br />
t<br />
Die Gründungsmitglieder v. l. n. r.: Florian Zeitler (Electrolux), Miriam Große (Ecolab), Jan-Bernd Rapp (Miele), Mareike Schaumburg<br />
(Diversey Care), Ingo Bittmann (Wäschekrone)<br />
Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />
LAG-HW <strong>in</strong> Nordrhe<strong>in</strong>-<br />
Westfalen gegründet<br />
Doris Löfgen, Elke Wieczorek, Maria Döpker-Wilgapolski,<br />
Ilona Maiworm, Hedwig Alex, Gisela Wegner, Kerst<strong>in</strong><br />
Wangelik (von l<strong>in</strong>ks nach rechts)<br />
Mit dem Ziel, die Hauswirtschaft<br />
<strong>in</strong> NRW zu fördern,<br />
wurde Mitte März 2014 <strong>in</strong><br />
Köln der Vere<strong>in</strong> der „Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />
Hauswirtschaft<br />
<strong>in</strong> Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen“ (www.<br />
laghw-nrw.de) gegründet. In der<br />
Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft schließen<br />
sich die fünfzehn hauswirtschaftlichen<br />
Verbände aus NRW zu<br />
e<strong>in</strong>em Verbund zusammen. Gründungsmitglieder<br />
s<strong>in</strong>d engagierte<br />
Frauen aus den Verbänden Landesverband<br />
der hauswirtschaftlichen<br />
Berufe, DHB – Netzwerk Haushalt<br />
und des Berufsverbandes Hauswirtschaft.<br />
Erste Vorsitzende ist<br />
Hedwig Alex. Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaften<br />
gibt es bisher <strong>in</strong> Bayern<br />
(unter dem Namen BayLaH), <strong>in</strong><br />
Baden-Württemberg und Rhe<strong>in</strong>land-Pfalz.<br />
Auch <strong>in</strong> Niedersachen<br />
gibt es erste Überlegungen, e<strong>in</strong>e<br />
LAG zu gründen.<br />
t<br />
M<strong>in</strong>destlohn wird e<strong>in</strong>geführt<br />
Nicht unter 8,50 Euro die Stunde ab 2015 –<br />
doch es gibt Ausnahmen<br />
Vom nächsten Jahr an soll niemand<br />
<strong>in</strong> Deutschland für weniger als 8,50<br />
Euro die Stunde arbeiten müssen.<br />
Das hat die Bundesregierung am 2. April<br />
2014 mit e<strong>in</strong>em Gesetzentwurf beschlossen.<br />
Umgerechnet entspricht dies e<strong>in</strong>em<br />
E<strong>in</strong>kommen von etwa 1.400 Euro pro Monat.<br />
Davon betroffen seien laut Regierung<br />
vier Millionen Arbeitnehmer. Ab 2015 soll<br />
es dann nur noch <strong>in</strong> Ausnahmefällen gestattet<br />
se<strong>in</strong>, Arbeitnehmern weniger als<br />
8,50 Euro pro Stunde zu zahlen. Es gibt<br />
jedoch Ausnahmen vom M<strong>in</strong>destlohn:<br />
u K<strong>in</strong>der und Jugendliche ohne abgeschlossene<br />
Berufsausbildung,<br />
u Auszubildende und Praktikanten ab<br />
18 Jahren, die bis maximal sechs Wochen<br />
e<strong>in</strong>gesetzt werden (freiwillige<br />
Praktika, die länger als sechs Wochen<br />
dauern, müssten zukünftig mit dem<br />
M<strong>in</strong>destlohn vergütet werden)<br />
u Pflichtpraktika im Rahmen von Schule,<br />
Studium oder Ausbildung<br />
u Erntehelfer wie Spargelstecher, Erdbeerpflücker<br />
sowie Taxifahrer und Zeitungsausträger<br />
(mit Ausnahmen übergangsweise<br />
noch bis 2016 möglich)<br />
u Langzeitarbeitslose (länger als zwölf<br />
Monate arbeitsuchend) dürfen e<strong>in</strong><br />
halbes Jahr lang für unter 8,50 Euro<br />
beschäftigt werden, wenn das Unternehmen<br />
nicht tarifgebunden ist.<br />
Für die Gebäudere<strong>in</strong>igungsbranche<br />
und Wäschereien gelten bereits seit längerem<br />
eigene, höhere Branchentarife. Auf<br />
der Grundlage bestimmter Tarifverträge<br />
darf der M<strong>in</strong>destlohn bis Ende 2016 noch<br />
unterschritten werden. Die IHK Berl<strong>in</strong> –<br />
Brandenburg warnte, dass durch die E<strong>in</strong>führung<br />
des M<strong>in</strong>destlohns Betriebe<br />
Schwierigkeiten haben könnten, Azubis<br />
zu f<strong>in</strong>den. Denn e<strong>in</strong> M<strong>in</strong>destlohn von 8,50<br />
Euro auch für e<strong>in</strong>fache Tätigkeiten setze<br />
e<strong>in</strong>en starken Anreiz für Jugendliche, statt<br />
e<strong>in</strong>er Lehre e<strong>in</strong>e ungelernte Arbeit aufzunehmen,<br />
berichtete der Sender Radio Berl<strong>in</strong>-Brandenburg.<br />
t<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014 7
Expertenforum<br />
Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />
Antwort von Dr. Dieter Bödeker<br />
Wie verlässlich ist<br />
das MHD?<br />
c Wir s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>e heilpädagogische E<strong>in</strong>richtung<br />
für K<strong>in</strong>der mit mehreren E<strong>in</strong>richtungen,<br />
darunter Kitas. Es taucht immer<br />
wieder die Me<strong>in</strong>ung auf, dass Lebensmittel<br />
mit abgelaufenen MHD entsorgt<br />
werden müssen, um auf der sicheren<br />
Seite zu se<strong>in</strong> und um sich nicht strafbar<br />
zu machen, sollte e<strong>in</strong> Lebensmittel<br />
nach Ablauf des MHD doch verdorben<br />
se<strong>in</strong>. So passiert es sicherlich nicht selten,<br />
dass Lebensmittel entsorgt werden,<br />
die noch völlig <strong>in</strong> Ordnung s<strong>in</strong>d. Da das<br />
Thema Nachhaltigkeit bei uns e<strong>in</strong>e immer<br />
wichtigere Rolle spielt, halte ich die Vernichtung<br />
von e<strong>in</strong>wandfreien Lebensmitteln<br />
für bedenklich, möchte aber trotzdem<br />
Vorgaben dazu beachten. Welche gesetzlichen<br />
Regelungen gibt es zu diesem<br />
Thema? Me<strong>in</strong>e Nachforschungen haben<br />
ergeben, dass man die Lebensmittel zeitnah<br />
verbrauchen sollte; jedoch stand nirgends,<br />
dass sie entsorgt werden müssten.<br />
d Es ist wie Sie schreiben: MHD bedeutet<br />
nicht, dass das Lebensmittel ab diesem<br />
Zeitpunkt nicht mehr verzehrsfähig ist. Allerd<strong>in</strong>gs<br />
tritt ab dem verzeichneten MHD<br />
e<strong>in</strong>e wichtige rechtliche Änderung e<strong>in</strong>: Bis<br />
zum MHD liegt die sogenannte Produkthaftung<br />
beim Hersteller (sachgerechte Lagerung<br />
und ungeöffnetes Orig<strong>in</strong>algeb<strong>in</strong>de<br />
vorausgesetzt). Ab dem MHD geht die Produkthaftung<br />
auf denjenigen über, der das<br />
Lebensmittel verkauft oder ausgibt. Viele<br />
E<strong>in</strong>richtungen möchten diese Haftung jedoch<br />
nicht übernehmen und regeln daher<br />
<strong>in</strong>tern, dass Lebensmittel mit abgelaufenem<br />
MHD nicht mehr auszugeben s<strong>in</strong>d.<br />
Möchten Sie Lebensmittel mit abgelaufenem<br />
MHD ausgeben, sollte unbed<strong>in</strong>gt gewährleistet<br />
se<strong>in</strong>, dass die Umhüllung unbeschädigt<br />
ist und das Produkt zuvor sachgerecht<br />
gelagert wurde. Ferner sollten Sie<br />
<strong>in</strong>tern für jedes Produkt eigenverantwortlich<br />
festlegen, um wie viele Tage das MHD<br />
überschritten werden darf.<br />
Extra-Expertenrat von Carola Re<strong>in</strong>er<br />
Informationspflicht<br />
bei Kuchenspenden?<br />
c Gilt auch für Lebensmittel, die aus Privathaushalten<br />
stammen und bei Veranstaltungen<br />
verkauft werden, die Allergen<strong>in</strong>formationspflicht?<br />
d Ja, die Kennzeichnungspflicht gilt immer,<br />
auch bei e<strong>in</strong>em Fest – denn auch dort<br />
können Allergiker kommen. Die veranstaltende<br />
E<strong>in</strong>richtung wird hier gleichgesetzt<br />
mit e<strong>in</strong>em Gastronomiebetrieb, der<br />
auch immer zur Kennzeichnung verpflichtet<br />
ist.<br />
Tipp der Redaktion: Carola Re<strong>in</strong>er wird<br />
zum Thema „Allergen<strong>in</strong>formationspflicht<br />
und multireligiöse Küche“ auch auf dem<br />
16. <strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai 2014 <strong>in</strong><br />
München referieren und <strong>in</strong> der anschließenden<br />
Fragerunde gerne Rede und Antwort<br />
stehen. Außerdem ist Carola Re<strong>in</strong>er<br />
<strong>in</strong> ganz Deutschland mit Sem<strong>in</strong>aren zum<br />
Thema Allergen<strong>in</strong>formationspflicht unterwegs<br />
(bereits zehn Zusatzterm<strong>in</strong>e). Anmeldung<br />
Seite 29/30 oder onl<strong>in</strong>e unter<br />
www.vnm-akademie.de.<br />
Antwort von Sascha Kühnau<br />
Warenwirtschaftsprogramm<br />
c Um die Zusatzstoff- und Allergenkennzeichnungsverordnung<br />
umsetzen zu<br />
können, benötigen wir e<strong>in</strong> Warenwirtschaftsprogramm.<br />
Wir haben zwei Angebote<br />
vorliegen, die sich preislich stark unterscheiden.<br />
(MBS5 von Herrlich & Ramuschkat<br />
für 39 bis 49 Euro/Monat und<br />
das Programm „necta“ für 100 bis 300<br />
Euro/Monat je nachdem, welche Optionen<br />
dazugebucht werden). Was sollte<br />
man bei der Auswahl e<strong>in</strong>es solchen Programms<br />
beachten? Lohnt sich für unser<br />
Haus mit zirka 90 Bewohnern e<strong>in</strong> Lagerprogramm?<br />
d E<strong>in</strong> Lagerprogramm lohnt sich me<strong>in</strong>er<br />
Me<strong>in</strong>ung erst dann, wenn Sie aus dem Programm<br />
e<strong>in</strong>en weiteren Nutzen als die Lagerbestandsdokumentation<br />
generieren.<br />
Denn der Aufwand für das E<strong>in</strong>pflegen und<br />
Aktualisieren der Lager-Produkte mit Spezifikationen<br />
ist nicht zu unterschätzen. Das<br />
sollte unbed<strong>in</strong>gt mit den Rezepturen verknüpft<br />
werden, die dann auch verlässlich<br />
umgesetzt werden müssen. Speiseplanung<br />
und Bestellung sowie Abrechnung<br />
sollten ebenfalls darüber laufen.<br />
Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />
Kar<strong>in</strong> Beut<strong>in</strong>g-Lampe<br />
Organisationsberater<strong>in</strong><br />
und Fortbildungsreferent<strong>in</strong><br />
Dr. Dieter Bödeker<br />
Andreas Carl<br />
Berater für<br />
Hauswirtschaft<br />
und Re<strong>in</strong>igung<br />
Peter Hützen<br />
M. Christ<strong>in</strong>e Klöber<br />
Berater<strong>in</strong> zu Wäsche-<br />
Management und<br />
Wirtschaft<br />
Ralf Klöber<br />
Sascha Kühnau<br />
Berater für Ernährung,<br />
Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />
Hygieneberater,<br />
Wedemark<br />
Fachanwalt für<br />
Arbeitsrecht,<br />
Bird&Bird, Düsseldorf<br />
Berater für<br />
Groß küchen und<br />
Kundenorientierung<br />
Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />
Bitte beachten Sie: Unsere <strong>rhw</strong>-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit aber ke<strong>in</strong>e rechtliche Beratung.<br />
8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014
Expertenforum<br />
Wenn der Datensatz automatisch vom<br />
Lieferanten mit allen Produktspezifikationen<br />
e<strong>in</strong>gespielt wird, können alle notwendigen<br />
Informationen auf dem Speiseplan<br />
ausgewiesen werden. Diese müssen<br />
dann auch auf allen ausliegenden und aushängenden<br />
Speiseplänen aufgeführt werden.<br />
Auswahlkriterien für Software s<strong>in</strong>d unter<br />
anderem:<br />
u Eigenes Erstellen der erwarteten Funktionen<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Pflichtenheft<br />
u Abgleich mit den aktuellen Leistungsmerkmalen<br />
der Software<br />
u Kont<strong>in</strong>uierliche Schulung der Mitarbeiter<br />
bei E<strong>in</strong>führung und Nutzung<br />
u Erreichbare Service-Hotl<strong>in</strong>e bei akuten<br />
Fragen<br />
u Kontakt und Besuch von Referenzbetrieben.<br />
Ob sich e<strong>in</strong> solches Programm lohnt,<br />
hängt davon ab, welchen Nutzen es br<strong>in</strong>gen<br />
soll und ob Sie es schaffen, es kont<strong>in</strong>uierlich<br />
zu pflegen. Ich habe schon Küchen<br />
erlebt, die teure Programme nicht gepflegt<br />
und somit nur kle<strong>in</strong>ste Teile schlecht<br />
genutzt haben. Jetzt kaufen sie e<strong>in</strong> anderes<br />
Programm und müssen wieder den gesamten<br />
Datensatz mit Rezepturen e<strong>in</strong>pflegen<br />
und die Mitarbeiter neu schulen.<br />
Entscheidend ist, dass die oberste Leitung<br />
die komplette Nutzung e<strong>in</strong>fordert und unterstützt.<br />
Müssen Sicherheitsschuhe<br />
getragen<br />
werden?<br />
c Ich arbeite <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Kita-Küche. Schreibt<br />
die Berufsgenossenschaft vor, dass Sicherheitsschuhe<br />
getragen werden müssen,<br />
beispielsweise h<strong>in</strong>sichtlich der<br />
Rutschgefahr? Gibt es außerdem e<strong>in</strong>e Verpflichtung<br />
für den Arbeitgeber, den Kauf<br />
von Sicherheitsschuhen zu bezuschussen?<br />
Kann der Arbeitgeber den Zuschuss steuerlich<br />
geltend machen? Kennen Sie Beispiele<br />
aus der Praxis, wie damit umgegangen<br />
wird? Zwei me<strong>in</strong>er früheren Arbeitgeber<br />
haben Sicherheitsschuhe gestellt<br />
bzw. die Kosten übernommen bekommen.<br />
d Ne<strong>in</strong>, die Berufsgenossenschaft schreibt<br />
ke<strong>in</strong>e Arbeitsschutzschuhe vor. Ihre Fachkraft<br />
für Arbeitssicherheit hat <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Gefährdungsanalyse<br />
die Art und Schwere<br />
der Gefährdungen <strong>in</strong> Ihrer Küche zu analysieren<br />
und geeignete Maßnahmen dem<br />
Unternehmer zu empfehlen. Der Unternehmer<br />
muss <strong>in</strong> eigener Verantwortung<br />
dann entscheiden, welche Art von Arbeitsschuhe<br />
er Ihnen vorschreibt. Verlangt<br />
er Arbeitsschutzschuhe als persönliche<br />
Schutzausrüstung, so muss der Unternehmer<br />
diese zur Verfügung stellen<br />
und für e<strong>in</strong>en e<strong>in</strong>wandfreien Zustand sorgen.<br />
Diese Arbeitsschutzmaßnahmen hat<br />
der Arbeitgeber zu f<strong>in</strong>anzieren. Diese Kosten<br />
s<strong>in</strong>d normale Personal-Nebenkosten,<br />
die auch steuerlich geltend gemacht werden<br />
können.<br />
Sollten vorne geschlossene und wasserfeste<br />
Arbeitsschuhe mit Fersenhalt vorgeschrieben<br />
se<strong>in</strong>, so zählen diese nicht<br />
zur Arbeitsschutzausrüstung und s<strong>in</strong>d<br />
nicht vom Unternehmer zu f<strong>in</strong>anzieren.<br />
Ungeachtet dessen gibt es Unternehmer,<br />
die ohne gesetzliche Verpflichtung die Arbeitsschuhe<br />
der Mitarbeiter teilweise<br />
oder ganz bezuschussen.<br />
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Fachthema<br />
Hauswirtschaft auf<br />
Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />
Eigentlich sollte der Besuch auf dem bayerischen Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />
nur zwei Stunden dauern, doch daraus wurden fünf.<br />
E<strong>in</strong>blicke <strong>in</strong> die Arbeit der Hauswirtschaft und die damit verbundene<br />
K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfe gibt die Hauswirtschaftsleiter<strong>in</strong><br />
Renate Beck. In dieser Ausgabe geht es ums Thema Wäsche,<br />
<strong>in</strong> der nächsten Folge um Cater<strong>in</strong>g und Events.<br />
Knarzende Dielen, kunstvoll gedrechseltes<br />
Mobiliar und meterhohe Fensterflügel,<br />
die den Blick auf e<strong>in</strong>en Landschaftspark<br />
und die Alpen freigeben: Auf<br />
dem Gelände von Schloss Z<strong>in</strong>neberg südöstlich<br />
von München ist allerorten die 700-<br />
jährige Geschichte des früheren Adelssitzes<br />
spürbar. Schließlich residierten hier schon<br />
die Fugger und derer von Preys<strong>in</strong>g, bis 1927<br />
die Schwestern vom Guten Hirten e<strong>in</strong>zogen.<br />
u Irene Riedl (Hauswirtschafter<strong>in</strong> und<br />
Schneidermeister<strong>in</strong>)<br />
unter anderem für die Ausbildung von<br />
Dienstleistungshelfern Hauswirtschaft (DLH)<br />
HWL Renate Beck an ihrem<br />
Schreibtisch – meistens ist sie<br />
jedoch im Schloss unterwegs<br />
zuständig ist. In dem sorgsam getünchten<br />
Gewölbe der früheren Stallungen erlernen<br />
pro Jahrgang etwa drei Mädchen, die vom<br />
Jugendamt oder der Arbeitsagentur vermittelt<br />
werden, den Umgang mit den 7-kg-<br />
Profimasch<strong>in</strong>en von Miele, den Dosieranlagen<br />
von Ecolab und der Bügelstation von<br />
Veit. Auch Kennzeichnung und Logistik s<strong>in</strong>d<br />
wichtige Themen. H<strong>in</strong>zu kommt, das Bewusstse<strong>in</strong><br />
für Sauberkeit und Hygiene zu<br />
schärfen. Hierzu gehört zum Beispiel, dass<br />
die Mädchen lernen, regelmäßig Hände zu<br />
waschen und bei Bedarf zu des<strong>in</strong>fizieren,<br />
die richtigen Wagen zum Transport benut-<br />
Moderne Wäscherei<br />
im ehemaligen Stall<br />
Dazu passt, dass sich die hauseigene<br />
Wäscherei <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em ehemaligen Pferdebzw.<br />
Kuhstall bef<strong>in</strong>det, so ganz genau weiß<br />
man es nicht mehr, angesichts der langen<br />
Geschichte des Hauses. Hier ist auch der<br />
Hauptarbeitsplatz von HWL Renate Beck,<br />
die zusammen mit ihren zwei Kolleg<strong>in</strong>nen<br />
u Jutta Ametsbichler (Dorfhelfer<strong>in</strong> und<br />
Hauswirtschaftsmeister<strong>in</strong>) und<br />
Fotos: Robert Baumann<br />
10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Fachthema<br />
Lehrraum für die Bodenre<strong>in</strong>igung – Moppboxen gehören auch<br />
dazu<br />
Die Profimasch<strong>in</strong>en mit sieben Kilogramm Fassungsvermögen<br />
werden <strong>in</strong> Kürze durch e<strong>in</strong>e größere Masch<strong>in</strong>e ergänzt<br />
Die Dosieranlage für Waschmittel wurde vor zwei Jahren angeschafft<br />
– „e<strong>in</strong> Traum“, so Renate Beck<br />
Die Rundbögen <strong>in</strong> der Wäscherei deuten noch an, dass sich hier<br />
e<strong>in</strong>e ehemalige Stallung für Pferde oder Kühe befand<br />
zen oder auch mal die Bullaugen der<br />
Waschmasch<strong>in</strong>en re<strong>in</strong>igen.<br />
Sonne hilft beim Bleichen<br />
Sie lernen dort aber auch D<strong>in</strong>ge, auf<br />
die man wohl nur kommt, wenn die Wäscherei<br />
– wie auf Schloss Z<strong>in</strong>neberg – von<br />
allen Seiten von Tageslicht durchflutet wird.<br />
Renate Beck: „Mir hat’s ja ke<strong>in</strong>er geglaubt,<br />
doch bei Paprika- und Tomatenflecken, die<br />
bei der Arbeitskleidung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Großküche<br />
unweigerlich anfallen, hilft am besten<br />
das Bleichmittel Sonne!“ Ihr Tipp: E<strong>in</strong>fach<br />
die Kochbekleidung für etwa drei Stunden<br />
<strong>in</strong> die pralle Sonne legen und immer wieder<br />
mal feucht e<strong>in</strong>sprühen. „Sie glauben nicht,<br />
wie gut und schnell die Flecken dadurch<br />
verschw<strong>in</strong>den.“<br />
Wie viel Wäsche hier pro Jahr gewaschen<br />
wird, kann Beck nur schwer abschätzen,<br />
da die Wäschemenge sehr stark<br />
schwankt. Nach Veranstaltungen oder vielen<br />
Übernachtungen laufen die Masch<strong>in</strong>en<br />
den ganzen Tag, dann werden es bis zu 100<br />
kg pro Tag.<br />
Das Fassungsvermögen der beiden Masch<strong>in</strong>en<br />
mit je sieben Kilogramm ist eigentlich<br />
zu kle<strong>in</strong> für e<strong>in</strong>en typischen Groß-<br />
Berufsausbildungen und -vorbereitungen auf Schloss Z<strong>in</strong>neberg (Auswahl)<br />
u Ausbildung zum/zur Dienstleistungshelfer/<strong>in</strong> – Hauswirtschaft (DLH ersetzte<br />
die Bezeichnung „Hauswirtschaftstechnischen Helfer/<strong>in</strong>“ seit Herbst 2010)<br />
u Ausbildung zum/zur Hauswirtschafter/<strong>in</strong><br />
u Ausbildung zum/zur Beikoch/-köch<strong>in</strong><br />
u Ausbildung zum/zur Koch/Köch<strong>in</strong><br />
u Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe (FAGA)<br />
u Ausbildung zur Fachpraktiker<strong>in</strong> für personale Dienstleistungen (Pflegebereich)<br />
u Berufsqualifizierungsmaßnahmen (BQM) <strong>in</strong> den Bereichen Hauswirtschaft oder<br />
Großküche (Dauer maximal 18 Monate, Erwerb von bis zu sechs Zertifikaten <strong>in</strong> verschiedenen<br />
fachlichen Schwerpunkten möglich)<br />
Schwerpunkte der Berufsvorbereitungsjahre (BVJ), um den/die Jugendliche/n anschließend<br />
bei se<strong>in</strong>er Berufsf<strong>in</strong>dung zu unterstützen und dabei e<strong>in</strong>en Hauptschulabschluss<br />
zu erwerben<br />
u Bäckereifach/Gartenbau/Hauswirtschaft<br />
u Pflegedienste/Gastronomie<br />
u EDV/Verkauf<br />
Vorberufliches Förderprogramm zur Erlangung von Arbeitsreife (FLLAPS). Es dient<br />
dem Erwerb von<br />
u Fachwissen<br />
u Lebenspraxis<br />
u Lernpraxis<br />
u Arbeitshaltungen<br />
u Persönlichkeitsstabilisierung<br />
u Schlüsselqualifikationen.<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 11
Fachthema<br />
Hausgemacht<br />
ist angesagt –<br />
vor allem im<br />
Klosterladen<br />
betrieb. Immerh<strong>in</strong>: aus e<strong>in</strong>er anderen E<strong>in</strong>richtung<br />
<strong>in</strong> Bad Honnef, die geschlossen<br />
wurde, haben die Bayern e<strong>in</strong>e moderne 12-<br />
kg-Masch<strong>in</strong>e geerbt, die demnächst angeschlossen<br />
werden soll.<br />
Unter Leitung von Irene Riedl wurde<br />
2013 <strong>in</strong> der Wäscherei sogar e<strong>in</strong> Dirndl-<br />
Schneider-Kurs angeboten. Mitarbeiter<strong>in</strong>nen<br />
von Schloss Z<strong>in</strong>neberg, die vorher noch<br />
nicht schneidern konnten, haben <strong>in</strong>nerhalb<br />
von acht Abenden an den Nähtischen nach<br />
der Arbeit ihr eigenes Dirndl geschneidert.<br />
Lehrstationen der DLH<br />
Treppenhaus<br />
im Schwesternheim<br />
Die angehenden DLH durchlaufen auf<br />
dem Schloss noch weitere Stationen wie<br />
die Lehrwerkstatt, die Großküche, die Bäckerei<br />
oder die Re<strong>in</strong>igung. Hierbei können<br />
sie zusätzlich Zertifikate als Bauste<strong>in</strong>e erwerben<br />
– je nach Neigung der Lehrl<strong>in</strong>ge im<br />
Bereich Floristik oder für die Arbeit im Klosterladen.<br />
Neben den Kolleg<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> der Wäsche-<br />
und Textilpflege umfasst das Ausbildungsteam<br />
noch weitere Ausbilder. So ist<br />
Reg<strong>in</strong>a Kaiser beispielsweise Ausbilder<strong>in</strong><br />
<strong>in</strong> der Großküche, sie ist die Stellvertretung<br />
der Ausbildungsleitung und gleichzeitig<br />
Lehrkraft für DLH und Beikoch.<br />
Am Ende der dreijährigen DLH-Ausbildung<br />
steht e<strong>in</strong> achtmonatiges Praktikum <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong>em Betrieb, <strong>in</strong> dem dann auch die Prüfung<br />
absolviert wird. Diese Betriebe müssen<br />
immer wieder mit den zuständigen<br />
Landwirtschaftsämtern abgestimmt werden.<br />
Da die Ausbildung auch noch TÜV-zertifiziert<br />
ist, nimmt die Dokumentation gewaltigen<br />
Raum e<strong>in</strong>, bestätigt Irmi Rieger,<br />
Hauswirtschaftsmeister<strong>in</strong> und Ausbildungsleiter<strong>in</strong>.<br />
So wird beispielsweise e<strong>in</strong><br />
Praktikum <strong>in</strong> der K<strong>in</strong>derkrippe von Schloss<br />
Z<strong>in</strong>nerberg nur teilweise vom Amt anerkannt,<br />
die angehende DLH muss sich dann<br />
mit Hilfe von Irmi Rieger noch e<strong>in</strong>en zweiten<br />
Betrieb suchen.<br />
„Die Wahl des passenden Praktikumsbetriebs<br />
fällt unseren Damen nicht leicht,<br />
da sie am liebsten die ganze Palette des<br />
Berufsbildes Hauswirtschaft haben würden,<br />
doch sie müssen sich für e<strong>in</strong>e Spezialisierung<br />
entscheiden“, sagte Beck, die mitbekommt,<br />
wie schwer es manch e<strong>in</strong>er fällt,<br />
für acht Monate aus der gewohnten Umgebung<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong>en anderen Betrieb zu wechseln<br />
und dort dann auch die Prüfung abzulegen.<br />
Verlässlichkeit erlernen<br />
Überhaupt ist sich Renate Beck bewusst,<br />
dass e<strong>in</strong> Arbeitsablauf mit Mädchen,<br />
die meist aus schwierigen Familienverhältnissen<br />
stammen, jeden Tag etwas Besonderes<br />
ist. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit<br />
Das vielfältige Angebot<br />
auf Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />
K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfee<strong>in</strong>richtung:<br />
u Heilpädagogisches Heim für Mädchen<br />
und junge Frauen<br />
u Heilpädagogische Tagesstätte<br />
u Förderzentrum zur sozialen und<br />
emotionalen Entwicklung<br />
n Haupt- und Berufsschule<br />
n Offene Ganztagsschule<br />
n Mobiler Sonderpädagogischer<br />
Dienst<br />
u Ausbildungsbereich und Berufsförderbereich<br />
u Jugendsozialarbeit an verschiedenen<br />
Standorten<br />
u Krisen<strong>in</strong>tervention (unter anderem<br />
Familientherapie)<br />
u Flexible Hilfen (unter anderem Sozialpädagogische<br />
Familienhilfe)<br />
u Soziale Gruppe<br />
u K<strong>in</strong>derkrippe „Guter Hirte“<br />
Sonstiges:<br />
u Klosterladen<br />
u Veranstaltungs- und Gästebereich<br />
Ordensgeme<strong>in</strong>schaft der Schwestern vom Guten Hirten<br />
1835 gründete die Französ<strong>in</strong> Maria Eufrasia Pelletier (1796–1868)<br />
die Ordensgeme<strong>in</strong>schaft der Schwestern vom Guten Hirten mit<br />
dem Grundsatz: „E<strong>in</strong> Mensch ist mehr wert als die ganze Welt!“.<br />
Pelletier wurde selig und heilig gesprochen.<br />
Ursprünglich richteten sich die karitativen Tätigkeiten des Ordens<br />
<strong>in</strong>sbesondere an K<strong>in</strong>der, Mädchen und Frauen <strong>in</strong> Notsituationen.<br />
Doch <strong>in</strong>zwischen gibt es Hilfsangebote für K<strong>in</strong>der und Jugendliche,<br />
für Menschen mit Beh<strong>in</strong>derungen oder psychischen<br />
Erkrankungen und für alte Menschen.<br />
Die Schwestern vom Guten Hirten s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> der ganzen Welt tätig: auf fünf Kont<strong>in</strong>enten,<br />
<strong>in</strong> be<strong>in</strong>ahe 70 Ländern. Alle<strong>in</strong> <strong>in</strong> Deutschland s<strong>in</strong>d sie an 13 Standorten vertreten.<br />
Die Generalleitung hat ihren Sitz <strong>in</strong> Rom. Das Mutterhaus allerd<strong>in</strong>gs, das<br />
geistige Zentrum der Schwestern, steht <strong>in</strong> Angers, Frankreich.<br />
s<strong>in</strong>d nicht selbstverständlich und wenn es<br />
genau dann damit zu Problemen kommt,<br />
wenn eigentlich e<strong>in</strong>e Feier für 50 Personen<br />
ausgerichtet werden soll, wird es schnell<br />
mal stressig. „Manchmal b<strong>in</strong> ich neben der<br />
HWL e<strong>in</strong>e halbe Pädagog<strong>in</strong>. Doch wenn es<br />
bei den Konflikten ganz schwer wird, dann<br />
rufe ich den pädagogischen Fachdienst, da<br />
ich ja ke<strong>in</strong>e pädagogische Ausbildung<br />
habe.“ E<strong>in</strong>es hat sich auf jeden Fall bewährt:<br />
Um für e<strong>in</strong>en geregelten Tagesablauf<br />
zu sorgen, treffen sich die Lehrl<strong>in</strong>ge<br />
mit den Ausbildern jeden Morgen um acht<br />
Uhr zur Tagesbesprechung, dem „Morgentreff“.<br />
In Ausgabe 7/2014 folgt der zweite<br />
Teil über Schloss Z<strong>in</strong>neberg zum Thema Cater<strong>in</strong>g<br />
und Events.<br />
t Robert Baumann<br />
12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Fachthema<br />
Ausschreibung gewünscht,<br />
Eigenre<strong>in</strong>igung bekommen<br />
Foto: Vileda Professional<br />
Nach Ablauf der Vertragszeit hatte das extern beauftragte Re<strong>in</strong>igungsunternehmen<br />
für die Stiftung „Vere<strong>in</strong>igte Hospitien“ <strong>in</strong><br />
Trier den Re<strong>in</strong>igungsauftrag gekündigt und e<strong>in</strong>en wesentlich<br />
höheren Preis für se<strong>in</strong>e weiteren Leistungen gefordert. E<strong>in</strong>e Ausschreibung<br />
für Re<strong>in</strong>igungsleistungen gehört nicht unbed<strong>in</strong>gt zum<br />
Tagesgeschäft e<strong>in</strong>er Hauswirtschaftsleitung, also war fachlicher<br />
Rat gefragt.<br />
Die Stiftung „Vere<strong>in</strong>igte Hospitien“ <strong>in</strong><br />
Trier ist e<strong>in</strong> Verbund von mehreren<br />
Soziale<strong>in</strong>richtungen (und e<strong>in</strong>er We<strong>in</strong>kellerei).<br />
Zu den wichtigen Soziale<strong>in</strong>richtungen<br />
gehören unter anderem zwei Seniorenheime<br />
und e<strong>in</strong>e geriatrische <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>.<br />
Preissprung beim Dienstleister<br />
als Auslöser<br />
Im Jahr 2012 ergab sich bei den Hospitien<br />
e<strong>in</strong> Problem. Das derzeit beauftragte<br />
Re<strong>in</strong>igungsunternehmen hatte se<strong>in</strong>en Re<strong>in</strong>igungsauftrag<br />
gekündigt und e<strong>in</strong>en wesentlich<br />
höheren Preis für se<strong>in</strong>e weiteren<br />
Leistungen gefordert. Bei e<strong>in</strong>em derart hohen<br />
Preissprung war Hospitiendirektor Dr.<br />
Hubert Schnabel gefordert, zu handeln. Die<br />
erste und logische Idee war, e<strong>in</strong>e neue Ausschreibung<br />
zu gestalten und die Leistungen<br />
dem Wettbewerb im Markt zu unterziehen.<br />
Nun waren die drei Hauswirtschaftsleitungen<br />
der Hospitien gefordert, e<strong>in</strong>e<br />
Ausschreibung zu gestalten. Als <strong>rhw</strong>-Abonnent<strong>in</strong>nen<br />
hatten sich die drei Damen an<br />
den Expertenrat er<strong>in</strong>nert und den <strong>rhw</strong>-Experten<br />
Andreas Carl <strong>in</strong>s Spiel gebracht.<br />
Denn e<strong>in</strong>e Ausschreibung für Re<strong>in</strong>igungsleistungen<br />
gehört nicht unbed<strong>in</strong>gt zum Tagesgeschäft<br />
e<strong>in</strong>er Hauswirtschaftsleitung,<br />
also war fachlicher Rat gefragt. Nach e<strong>in</strong>er<br />
Besichtigung stand fest, dass auch von<br />
qualitativer Seite e<strong>in</strong> Handlungsbedarf bestand.<br />
Zudem musste der Re<strong>in</strong>igungsturnus<br />
erhöht werden, um auch der Hygiene<br />
gerecht zu werden. Unter diesen Gesichtspunkten<br />
wurde klar, dass die Leistungsbeschreibung<br />
komplett neu erarbeitet werden<br />
musste.<br />
Eigenre<strong>in</strong>igung e<strong>in</strong>mal durchrechnen<br />
E<strong>in</strong>e Kurzanalyse der Daten und der Besichtigung<br />
der Häuser ergab, dass die Kosten<br />
tatsächlich wesentlich steigen würden<br />
und die zukünftige Qualität bei e<strong>in</strong>er Ausschreibung<br />
nicht garantiert gewesen wäre.<br />
Daraus ergab sich der Vorschlag, die Eigenre<strong>in</strong>igung<br />
e<strong>in</strong>mal komplett durchzu-<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 13
Fachthema<br />
rechnen. Die Eigenre<strong>in</strong>igung hat immer<br />
noch den Ruf, teurer zu se<strong>in</strong> als Fremdvergabe.<br />
E<strong>in</strong>e ausführliche und belastbare Berechnung<br />
ist relativ aufwendig. Dennoch<br />
war Dr. Hubert Schnabel überzeugt davon,<br />
dass es s<strong>in</strong>nvoll ist, e<strong>in</strong>e solche Berechnung<br />
bzw. Konzepterstellung <strong>in</strong> Auftrag zu<br />
geben.<br />
Faktor Produktivität<br />
E<strong>in</strong> wesentlicher Faktor ist dabei die<br />
Produktivität. Bei e<strong>in</strong>er gelungenen Umstellung<br />
auf Eigenre<strong>in</strong>igung ist die Produktivität<br />
m<strong>in</strong>destens genauso hoch wie<br />
bei e<strong>in</strong>em guten Dienstleister, und der Kostenfaktor<br />
ist identisch. E<strong>in</strong>en weiteren Faktor<br />
stellen die Lohnkosten dar. Die Lohnschere<br />
zwischen dem Gebäudere<strong>in</strong>igungstarif<br />
und, wie <strong>in</strong> diesem Fall, dem kirchlichen<br />
Lohntarif AVR ist gar nicht mehr so<br />
groß. E<strong>in</strong>en Unterschied machen die zusätzlichen<br />
Sozialleistungen wie Weihnachtsgeld<br />
und die ZVK (Zusatzversorgungskasse;<br />
Altersversorgung). Das bedeutet<br />
e<strong>in</strong>en großen sozialen, aber auch<br />
e<strong>in</strong>en Kostenunterschied. Was jedoch bei<br />
der Eigenre<strong>in</strong>igung wegfällt, ist die Umsatzsteuer<br />
und e<strong>in</strong> Teil des Deckungsbeitrages,<br />
welchen der Gebäudere<strong>in</strong>iger berechnen<br />
muss.<br />
Diese Argumente s<strong>in</strong>d sehr theoretisch<br />
und wenig belastbar. Doch angesichts der<br />
signalisierten Mitwirkung der drei Hauswirtschaftsleitungen<br />
an e<strong>in</strong>em Eigenre<strong>in</strong>igungskonzept<br />
war Dr. Schnabel bereit, es<br />
zu versuchen. Wenn die Berechnungen für<br />
die Eigenre<strong>in</strong>igung teurer gekommen wären,<br />
dann hätte ja immer noch ausgeschrieben<br />
werden können. Und e<strong>in</strong> Teil der<br />
Aufwendungen für das Re<strong>in</strong>igungskonzept,<br />
nämlich das Leistungsverzeichnis, musste<br />
ohneh<strong>in</strong> neu erstellt werden. Somit waren<br />
der Aufwand und das Risiko überschaubar.<br />
Zugehörigkeitsgefühl<br />
durch Eigenre<strong>in</strong>igung<br />
Das ausführliche Re<strong>in</strong>igungskonzept<br />
<strong>in</strong>klusive der neu berechneten Kosten und<br />
Inhalte (siehe Kasten unten) hatten erge-<br />
Inhalte des Re<strong>in</strong>igungskonzeptes<br />
Zunächst muss das neue Leistungsverzeichnis<br />
erstellt werden. Hier ist e<strong>in</strong>e Zusammenarbeit<br />
mit dem Nutzer (der Pflege)<br />
und der zuständigen Hygienefachkraft<br />
unabd<strong>in</strong>gbar. Nur wer weiß, wann<br />
was und wie oft zu re<strong>in</strong>igen ist, kann<br />
weiter kalkulieren. Das Leistungsverzeichnis<br />
wird <strong>in</strong> Raumgruppen untergliedert,<br />
so dass e<strong>in</strong>e Trennung zwischen<br />
Turnus und Leistung je Raumart<br />
unterschieden werden kann. Bei allem<br />
steht die Hygiene im Vordergrund.<br />
Als nächstes ist die Re<strong>in</strong>igungstechnik<br />
und Re<strong>in</strong>igungsmethode genau zu def<strong>in</strong>ieren.<br />
Das ist oft e<strong>in</strong> unterschätzter<br />
Punkt. Wesentlich dabei:<br />
u die Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />
u die Vermeidung von möglichen Re<strong>in</strong>igungsfehlern<br />
u die Wiederbeschaffungskosten<br />
u die Ergonomie.<br />
An dieser Stelle werden die wesentlichen<br />
Weichen für die Produktivität und<br />
Qualität gestellt. Wer hier zum billigsten<br />
Anbieter greift, unterschätzt die wirtschaftliche<br />
und qualitative Wirkung.<br />
Wenn klar ist, wie oft und wie gere<strong>in</strong>igt<br />
werden soll, kann mit der Kalkulation<br />
der Arbeitsplätze begonnen werden. Wer<br />
an dieser Stelle (wie e<strong>in</strong> Gebäudere<strong>in</strong>iger)<br />
zusammengefasst das gesamte<br />
Haus mit Leistungszahlen kalkuliert*,<br />
bekommt ke<strong>in</strong> genaues und nachvollziehbares<br />
Ergebnis. Wichtig ist e<strong>in</strong>e arbeitsplatzbezogene<br />
Kalkulation. Mit e<strong>in</strong>em<br />
speziell entwickelten Kalkulations-<br />
Tool werden Re<strong>in</strong>igungszeiten pro Arbeitsplatz<br />
und Arbeitstag ermittelt, welche<br />
später als konkrete Arbeitszeitvorgaben<br />
und zum Controll<strong>in</strong>g dienen.<br />
Bei dieser Kalkulationsform werden Flächen<br />
<strong>in</strong> Reviere aufgeteilt. Anschließend<br />
werden, auf der Basis von Leistungszahlen<br />
für jede Re<strong>in</strong>igungsgruppe (Quadratmeterleistung/Stunde),<br />
Arbeitszeiten<br />
pro Tag und Turnus berechnet. Als<br />
Ergebnis kommen immer unrunde Zeiten<br />
(Dezimale) mit Kommastellen heraus.<br />
Nun werden bereichsbezogen Korrekturen<br />
auf Viertelstunden vorgenommen.<br />
Der Vorteil liegt dar<strong>in</strong>, dass ke<strong>in</strong>e unrunden<br />
„Kommastellenvorgaben“ entstehen<br />
und gleichzeitig Besonderheiten<br />
ausgeglichen werden, die bei den Leistungszahlen<br />
nicht berücksichtigt werden<br />
können. So werden sowohl besonders<br />
lange Wegzeiten und Arbeitsbeh<strong>in</strong>derungen<br />
als auch Erleichterungen ausgeglichen.<br />
Das Ziel ist immer, gerecht aufgeteilte<br />
Arbeitszeitvorgaben zu erhalten.<br />
Danach wird noch festgelegt, an welchem<br />
Tag die Leistung zu erbr<strong>in</strong>gen ist.<br />
Das führt dazu, dass die Mitarbeiter/-<strong>in</strong>nen<br />
unter Umständen unterschiedlich<br />
lange Arbeitszeiten an verschiedenen<br />
Wochentagen haben können. Doch das<br />
ist wichtig, um für alle Arbeiten, auch für<br />
die nur wöchentlich anstehenden, genügend<br />
Arbeitszeit zur Verfügung zu haben.<br />
E<strong>in</strong>e durchschnittliche Arbeitszeit<br />
führt automatisch dazu, dass es Tage mit<br />
Stress („Heute muss die Treppe extra<br />
noch gemacht werden!“) und Tage mit<br />
weniger Stress gibt. Das ist nicht gut für<br />
die Motivation und für die Qualität schon<br />
gar nicht.<br />
Mit der Kalkulation der Arbeitsplätze ergeben<br />
sich auch die Mengen der Mopp<br />
und Tücher pro Arbeitsplatz und Tag. So<br />
lassen sich gleichzeitig die Beschaffungsmengen<br />
ermitteln.<br />
Nach der Kalkulation der Arbeitsplätze,<br />
was auch zu Jahresstunden führt, s<strong>in</strong>d<br />
die Kosten pro Stunde, also die Stundenverrechnungssätze<br />
zu kalkulieren.<br />
Diese Kalkulationsform weicht von der<br />
sonst üblichen Berechnung nach VK<br />
(Vollkräften) und Kosten pro VK ab. Doch<br />
das ist wichtig, um alle Faktoren der Kosten<br />
pro Stunde zu bestimmen und Weichen<br />
fürs Controll<strong>in</strong>g zu stellen. Näheres<br />
dazu unter den „Hauptrisiken der Eigenre<strong>in</strong>igung“<br />
auf Seite 15.<br />
Bei dieser Zuschlagskalkulation s<strong>in</strong>d<br />
alle Lohn- und Lohnfolgekosten sowie<br />
die Ausfallkosten für Urlaub und Krankheit<br />
zu berücksichtigen. Dazu kommen<br />
die Material- und Beschaffungskosten.<br />
Mit dem Kalkulations-Tool werden nicht<br />
nur die Beschaffungskosten ermittelt,<br />
sondern auch die Wiederbeschaffungskosten,<br />
welche dann auf die Kosten pro<br />
produktive Stunde, also den Stundenverrechnungssatz,<br />
berechnet werden.<br />
Nun kommen noch die Management-<br />
Kosten: An dieser Stelle kann es zu Synergieeffekten<br />
für die Buchhaltung und<br />
Lohnbuchhaltung kommen. E<strong>in</strong> weiterer<br />
Vorteil besteht dar<strong>in</strong>, dass der Stundensatz<br />
mit der Fremdre<strong>in</strong>igung verglichen<br />
werden kann. Nur dass bei der<br />
Fremdre<strong>in</strong>igung (bei e<strong>in</strong>em nichtsteuerabzugsfähigen<br />
Betrieb) noch die Umsatzsteuer<br />
h<strong>in</strong>zu gerechnet werden<br />
muss. Die Multiplikation der Jahresstunden<br />
mit den Stundenverrechnungssätzen<br />
ergibt die vergleichbaren Jahreskosten.<br />
* Die Gebäudere<strong>in</strong>iger müssen bei Ausschreibungen zusammengefasst<br />
kalkulieren, da die Erstellung e<strong>in</strong>es Angebotes<br />
sonst zu teuer wäre und die notwendige genaue Hauskenntnis<br />
gar nicht vorhanden ist. Nachdem der Gebäudere<strong>in</strong>iger<br />
e<strong>in</strong>en Auftrag bekommen hat, muss er die kalkulierte<br />
Re<strong>in</strong>igungszeit <strong>in</strong> Arbeitsplätze umwandeln. Diese<br />
Vorgehensweise impliziert das Risiko zu E<strong>in</strong>sparungen, die<br />
zu Lasten der Qualität gehen können.<br />
14 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Hauptrisiken bei der<br />
Eigenre<strong>in</strong>igung<br />
1. Ungewollte Leistungsausweitung<br />
Durch die Zugehörigkeit der Re<strong>in</strong>igungskräfte<br />
zum Haus werden zusätzliche<br />
Arbeitsbereiche geschaffen.<br />
Um dies zu verh<strong>in</strong>dern, ist e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>deutige<br />
Leistungsabgrenzung wichtig.<br />
Zusätzliche Leistungen können<br />
und sollen erbracht werden. Doch das<br />
muss kalkuliert (also e<strong>in</strong> Angebot erstellt)<br />
und genehmigt werden.<br />
2. Fehlendes Personal, erhöhte Ausfallquote<br />
und mangelnde Flexibilität<br />
Grundsätzlich wichtig ist die wirtschaftliche<br />
Betrachtung nach produktiven<br />
Stunden und nicht, wie üblich,<br />
<strong>in</strong> VK (Vollkräften). Als Vorgabe<br />
zählen die produktiven Stunden. Diese<br />
sollten nicht über-, aber auch nicht<br />
unterschritten werden. Bei Ausfall<br />
können die anderen Mitarbeiter die<br />
Leistungen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er zusätzlichen Zeit<br />
übernehmen, denn die Ausfallquote<br />
wurde ja im Stundenverrechnungssatz<br />
berechnet. Die gesamte produktive<br />
Arbeitszeit darf nur nicht überschritten<br />
werden. Zusätzliche Leistungen<br />
werden dann auf Regie abgerechnet<br />
und die Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen bekommen<br />
diese Zeit zusätzlich bezahlt.<br />
So bleibt die Flexibilität erhalten und<br />
die Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen werden an solchen<br />
Tagen nicht überlastet, was sonst<br />
zu e<strong>in</strong>er höheren Krankheitsquote führen<br />
würde.<br />
3. Fehlendes fachliches Know-how<br />
In der Eigenre<strong>in</strong>igung müssen die<br />
Führungskräfte regelmäßig geschult<br />
werden. Die Kosten hierfür müssen<br />
unbed<strong>in</strong>gt im Stundensatz e<strong>in</strong>geplant<br />
werden. Genauso verhält es sich mit<br />
Treffen von Berufskollegen. E<strong>in</strong> regelmäßiger<br />
externer Blick ist sowohl<br />
bei der Eigen-, als auch bei der Fremdre<strong>in</strong>igung<br />
hilfreich.<br />
Fachthema<br />
ben, dass die Eigenre<strong>in</strong>igung mit mehr Leistung<br />
und wesentlich besseren Sozialleistungen<br />
dennoch nicht teurer werden würde<br />
als bei e<strong>in</strong>er Vergabe an e<strong>in</strong>en Dienstleister.<br />
Die Entscheidung für die Eigenre<strong>in</strong>igung<br />
war unter den Aspekten der <strong>in</strong> sozialer<br />
H<strong>in</strong>sicht besseren Beschäftigung und<br />
gleichzeitiger Verbesserung der Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />
bei gleichen bzw. niedrigeren<br />
Kosten nur noch Formsache. Die Kosten<br />
waren logisch und nachvollziehbar beschrieben.<br />
Die Qualitätssteigerung ließ sich<br />
auf der Basis von verbesserter Re<strong>in</strong>igungstechnik<br />
und -methode erwarten. Die<br />
<strong>in</strong> sozialer H<strong>in</strong>sicht bessere Beschäftigung<br />
ergibt sich schon daraus, dass die Mitarbeiter/-<strong>in</strong>nen<br />
zusätzlich zum höheren Lohn<br />
noch Weihnachtsgeld und e<strong>in</strong>e betriebliche<br />
Altersvorsorge erhalten. Durch die Zugehörigkeit<br />
der Re<strong>in</strong>igungskräfte zu den<br />
„Vere<strong>in</strong>igten Hospitien“ ließ sich auch e<strong>in</strong>e<br />
Motivationssteigerung erwarten.<br />
Jetzt fängt die Arbeit an …<br />
Mit der Entscheidung zur Eigenre<strong>in</strong>igung<br />
fängt die Arbeit erst richtig an. Und<br />
es war noch viel mehr Arbeit, als sich die<br />
drei HWLs vorgestellt hatten. Materialbestellung<br />
und Mitarbeitersuche waren noch<br />
das E<strong>in</strong>fachste. Zusätzlich mussten Arbeitsverträge<br />
und Dienstpläne erstellt werden.<br />
Dabei ist die konstruktive Zusammenarbeit<br />
mit der Lohnbuchhaltung sehr<br />
wichtig. Denn die neuen Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen<br />
sollten nicht nur, wie üblich, nach Arbeitsvertrag,<br />
sondern auch nach Notwendigkeit<br />
beschäftigt werden. Die Berechnungen<br />
mussten sowohl auf den tatsächlichen Re<strong>in</strong>igungsbedarf<br />
als auch auf das Bedürfnis<br />
der Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen nach regelmäßigen<br />
Arbeitszeiten abgestimmt werden.<br />
Schulungen, Unterweisung<br />
und E<strong>in</strong>kleiden<br />
Vor dem Tag der Umstellung waren<br />
auch Schulungen, Unterweisungen und<br />
E<strong>in</strong>kleiden notwendig. Mit Unterstützung<br />
der ausgewählten Lieferanten waren die<br />
Schulungen für die Techniken und Methoden<br />
der Re<strong>in</strong>igung schnell organisiert. In<br />
Kle<strong>in</strong>gruppen wurde der Umgang mit der<br />
Chemie und den Re<strong>in</strong>igungsmasch<strong>in</strong>en geschult<br />
sowie die verschiedenen Wischverfahren<br />
vorgeführt. Nun mussten noch die<br />
Waschmasch<strong>in</strong>en <strong>in</strong>stalliert, alle Re<strong>in</strong>igungstextilien<br />
vorgewaschen und die Re<strong>in</strong>igungstechnik<br />
aufgebaut werden. Nicht<br />
zu unterschätzen ist auch noch die Schlüsselübergabe<br />
vom alten Dienstleister.<br />
Mit dem Re<strong>in</strong>igungskonzept wussten<br />
die Mitarbeiter/-<strong>in</strong>nen nun, wann, wo und<br />
wie zu re<strong>in</strong>igen ist. Nun musste die Logistik<br />
der Moppwäsche – also das Übergießen<br />
und Verteilen der Re<strong>in</strong>igungstextilien<br />
– organisiert werden. Für die Installation<br />
e<strong>in</strong>es guten Kreislaufs der Re<strong>in</strong>igungstextilien<br />
kann schon mal e<strong>in</strong>e Woche und mehr<br />
Zeit vergehen. Am Ende hat sich der Aufwand<br />
gelohnt. Nach relativ kurzer Zeit war<br />
schon klar, dass sich die Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />
wesentlich verbessert hatte. Auch die<br />
Stimmung und Motivation der Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen<br />
hatte sich deutlich gesteigert.<br />
Tipp: E<strong>in</strong>ige Kalkulations-Programme<br />
und Excel-Hilfstabellen f<strong>in</strong>den Sie unter<br />
carlweb.de<br />
t RED<br />
Tage des<br />
Aufruhrs<br />
im Land<br />
der Mitte<br />
Die mit Spannung<br />
erwartete Fortsetzung von<br />
Tereza Vaneks exotischem<br />
Liebesroman »Das Geheimnis<br />
der Jader<strong>in</strong>ge«!<br />
Pek<strong>in</strong>g 1900: Zwei junge<br />
Frauen – e<strong>in</strong>e Ch<strong>in</strong>es<strong>in</strong><br />
und e<strong>in</strong>e Deutsche –<br />
geraten <strong>in</strong> den Sog des<br />
Boxeraufstandes und<br />
müssen um ihr Leben<br />
fürchten.<br />
Die Rebell<strong>in</strong> von Shanghai<br />
Tereza Vanek<br />
Edition Carat<br />
ISBN 978-3-937357-81-2<br />
688 Seiten, gebunden<br />
17,95 Euro<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 15<br />
www.bookspot.de
Fachthema<br />
„Wir wollen e<strong>in</strong>e<br />
Heimat se<strong>in</strong>“<br />
Der von der hauswirtschaftlichen Gruppe<br />
organisierte Pausenverkauf ist e<strong>in</strong>e<br />
sehr willkommene Unterbrechung des<br />
Vormittags<br />
H<strong>in</strong>ter hohen Bäumen verborgen, f<strong>in</strong>det man den Weg zum Monsignore-Bleyer-Haus<br />
(MBH) <strong>in</strong> München-Pas<strong>in</strong>g nicht auf Anhieb.<br />
Hat man ihn jedoch gefunden, wird der erste E<strong>in</strong>druck der vollkommenen<br />
Abgeschiedenheit schnell Lügen gestraft. Man wird<br />
unverzüglich herzlichst begrüßt und blickt <strong>in</strong> lächelnde Gesichter.<br />
Auch sämtliche Arbeit, die von der Werkstatt des MBH absolviert<br />
wird, ist alles andere als weltfremd oder realitätsfern.<br />
Das Monsignore-Bleyer-Haus ist e<strong>in</strong>e<br />
Komplexe<strong>in</strong>richtung zur E<strong>in</strong>gliederung<br />
geistig beh<strong>in</strong>derter Erwachsener.<br />
In se<strong>in</strong>en zwölf Arbeitsgruppen werden<br />
Produkte hergestellt, die <strong>in</strong> vielerlei Industriezweigen<br />
Verwendung f<strong>in</strong>den. Das Haus<br />
kooperiert mit unterschiedlichsten Unternehmen,<br />
sei es für Praktika für die Beschäftigten<br />
der Werkstätten oder <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />
Geschäftsbeziehung. „Es ist uns sehr wichtig,<br />
dass Leute von außen kommen und unsere<br />
Leute auch nach außen gehen“, so<br />
Werkstattleiter Thomas Heilmann. Inklusion<br />
ist hier nicht nur e<strong>in</strong> Wort, sondern wird<br />
auch aktiv gelebt.<br />
Insgesamt werden zirka 430 Menschen<br />
mit geistiger und teilweise körperlicher oder<br />
Mehrfachbeh<strong>in</strong>derung im MBH betreut. Davon<br />
leben 130 <strong>in</strong> den 13 Wohngruppen. In<br />
den Wohngruppen der „Werkstattgänger“<br />
leben <strong>in</strong> der Regel zwölf Bewohner, <strong>in</strong> den<br />
Wohngruppen der Schwerst- oder Mehrfachbeh<strong>in</strong>derten<br />
leben neun Bewohner. Die<br />
Rentner s<strong>in</strong>d Teil der tagesstrukturierten<br />
Maßnahme, die ermöglicht, auch im Alter<br />
Teil e<strong>in</strong>er Geme<strong>in</strong>schaft zu se<strong>in</strong> und e<strong>in</strong>en<br />
s<strong>in</strong>nvollen und strukturierten Tagesablauf<br />
zu gestalten. Daneben gibt es <strong>in</strong> der Werkstatt<br />
die Schongruppe. Diese bietet Menschen,<br />
die das Rentenalter noch nicht erreicht<br />
haben oder solchen, welche sich dem<br />
Druck der Werkstatt nicht ständig aussetzen<br />
können, e<strong>in</strong>en Arbeitsplatz. Wichtiger<br />
Aspekt der Gruppe s<strong>in</strong>d die Entspannungsphasen.<br />
„Allerd<strong>in</strong>gs“, und das betont<br />
Heilmann, „sollen auch die Teilnehmer <strong>in</strong><br />
den Schongruppen arbeiten. Die Arbeit wird<br />
bei uns als Medium genutzt.“<br />
Inklusion leben<br />
Die Zusammensetzung der Betreuten<br />
des MBH hat sich im Laufe der Zeit verändert.<br />
Anfangs waren vornehmlich Erwachsene<br />
mit klassischen geistigen Beh<strong>in</strong>de-<br />
Fotos: Eva Maria Reichert<br />
16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Fachthema<br />
Das Monsignore-Bleyer-<br />
Haus und se<strong>in</strong>e Geschichte<br />
Unter der Leitung des damaligen 1.<br />
Vorsitzenden und geschäftsführenden<br />
Direktors Monsignore Wilhelm<br />
Bleyer eröffnete das Katholische Jugendsozialwerk<br />
1956 <strong>in</strong> München-Pas<strong>in</strong>g<br />
zunächst das „Lehrl<strong>in</strong>gsheim“ an<br />
der Avenariusstraße. Seit 1969 werden<br />
hier beh<strong>in</strong>derte Menschen betreut<br />
und gefördert. Nach Abschluss<br />
der letzten Neubau- und Sanierungsmaßnahmen<br />
1996 erhielt das Zentrum<br />
den Namen „Monsignore-Bleyer-<br />
Haus“ und <strong>in</strong>tegriert auf Grundlage<br />
neuester Erkenntnisse Wohnheim,<br />
Werkstatt und Förderstätte. 1998 wurde<br />
das Monsignore-Bleyer-Haus mit<br />
der DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.<br />
Weitere Informationen unter www.<br />
wfbm-obb.de/mbh.<br />
Der Träger des MBH ist das Katholische<br />
Jugendsozialwerk. Der Vere<strong>in</strong> Ca-<br />
PHANDY spielt e<strong>in</strong>e wichtige Rolle bei<br />
der Unterstützung der Arbeit von<br />
Werkstätten für beh<strong>in</strong>derte Menschen,<br />
deren Träger Mitglied im Deutschen<br />
Caritasverband s<strong>in</strong>d. CaPHAN-<br />
DY steht für e<strong>in</strong> <strong>in</strong>teressantes Fortbildungsangebot,<br />
gelebte und erfolgreiche<br />
Netzwerktätigkeit, Synergieeffekte<br />
durch vertrauensvolle Zusammenarbeit<br />
und den offenen Austausch<br />
<strong>in</strong>novativer Ideen.<br />
rungen, wie zum Beispiel Down-Syndrom,<br />
hier beheimatet. Mittlerweile allerd<strong>in</strong>gs<br />
rückt die duale Diagnostik <strong>in</strong> den Vordergrund,<br />
das heißt Menschen mit psychischgeistigen<br />
Problemen. Dadurch eröffnet sich<br />
e<strong>in</strong> neues Aufgabengebiet. In den von Heilmann<br />
betreuten Werkstätten arbeiten <strong>in</strong>sgesamt<br />
zirka 170 Menschen, sowohl Bewohner<br />
der Wohngruppe, als auch Menschen<br />
von anderen E<strong>in</strong>richtungen. 30 Menschen<br />
mit Schwer-Mehrfachbeh<strong>in</strong>derung<br />
werden gezielt gefördert und s<strong>in</strong>nvoll <strong>in</strong><br />
der Förderstätte beschäftigt.<br />
In der Regel kommen die zu Betreuenden<br />
von Sonderschulen und verfügen selten<br />
über e<strong>in</strong>e „Werker“-Ausbildung. Die Arbeitsagentur<br />
ist der Kostenträger <strong>in</strong> den<br />
ersten 27 Monaten des Werkstattaufenthaltes.<br />
An die Teilnehmer werden, gesetzlich<br />
festgelegt, m<strong>in</strong>destens 70 Prozent der<br />
E<strong>in</strong>nahmen der Werkstätten ausbezahlt;<br />
den Restbetrag kann das Haus als Lohnrücklage<br />
e<strong>in</strong>behalten. Der Werkstattplatz<br />
ist kostenfrei, allerd<strong>in</strong>gs müssen die Bewohner<br />
des Wohnheims e<strong>in</strong>en Beitrag zuzahlen.<br />
In der Werkstatt arbeiten zirka 40 Betreuer,<br />
darunter Meister des Handwerks<br />
mit sonderpädagogischer Zusatzqualifikation,<br />
Arbeitserzieher, Heilerziehungspfleger<br />
oder geprüfte Fachkräfte zur Arbeitsund<br />
Betriebsführung. Unterstützt wird das<br />
Team durch Sozialpädagogen und Psychologen.<br />
Extern gibt es die Möglichkeit<br />
zur Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie.<br />
„Werkstatt ist ke<strong>in</strong>e Sackgasse“<br />
Die Speisesaal-Rotunde<br />
Das Haus beheimatet e<strong>in</strong> extrem breites<br />
Spektrum an verschiedenen Arbeitsstätten,<br />
darunter Metallverarbeitung,<br />
Schre<strong>in</strong>erei, Montage, Mail<strong>in</strong>g/Versand,<br />
Konfektionierung/Verpackung, Papier, Mattenschneiderei,<br />
Wäscherei und Gärtnerei.<br />
Diese Werkstatt für beh<strong>in</strong>derte Menschen<br />
(WfbM) ist nach DIN EN ISO 9001: 2008 zertifiziert.<br />
Der Verpflichtung e<strong>in</strong>er Zertifizierung<br />
möchte das Haus selbstverständlich<br />
mit der angemessenen Hochwertigkeit des<br />
jeweiligen Endprodukts nachkommen –<br />
und so verwundert es nicht weiter, dass die<br />
Werkstatt e<strong>in</strong>en sehr hohen Qualitätsanspruch<br />
hat und auf ihre Produkte e<strong>in</strong>e Garantie<br />
gibt.<br />
Die Werkstätten verfolgen zweierlei Ziele:<br />
zum e<strong>in</strong>en den Teilnehmern e<strong>in</strong>e Integration<br />
<strong>in</strong> den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.<br />
Zum anderen dient die Tätigkeit <strong>in</strong><br />
den Werkstätten der Persönlichkeitsförderung.<br />
Generell wäre das Ideal stets die erfolgreiche<br />
Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt.<br />
Das, bedauert Heilmann, ist <strong>in</strong><br />
se<strong>in</strong>en zwölf Arbeitsjahren im Haus bislang<br />
allerd<strong>in</strong>gs nur vier Mal geglückt. Der Werkstattleiter<br />
beklagt, dass es nicht e<strong>in</strong>facher<br />
ist, se<strong>in</strong>e Schützl<strong>in</strong>ge zu vermitteln, denn:<br />
„Unsere Leute wollen arbeiten – wahrsche<strong>in</strong>lich<br />
mehr als andere. Die MAN-Verpackungsgruppe<br />
ist montags und donnerstags<br />
eigentlich eher grantig, wenn sie<br />
nicht gleich etwas zu tun hat.“ Dann nämlich<br />
gibt es vormittags wegen der Lieferungen<br />
neuer Produkte des Fahrzeug- und<br />
Masch<strong>in</strong>enbaukonzerns MAN e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en<br />
Leerlauf. Bevor die Produkte von der<br />
Gruppe weiterverarbeitet werden können,<br />
müssen sie zuerst noch dokumentiert und<br />
e<strong>in</strong>geräumt werden.<br />
Die meisten der Geschäftsbeziehungen<br />
zu Hauptkunden wie zum Beispiel MAN,<br />
Avery Zweckform oder Eriks bestehen<br />
schon seit Jahren. Neue Kunden erfahren<br />
zumeist durch Mundpropaganda oder das<br />
Internet vom Monsignore-Bleyer-Haus und<br />
se<strong>in</strong>en Diensten. Daneben s<strong>in</strong>d die <strong>in</strong>ternen<br />
Kunden e<strong>in</strong> wichtiges Standbe<strong>in</strong>, so<br />
wird auch beispielsweise Wäsche für das<br />
Wohnheim gewaschen oder Möbel für E<strong>in</strong>richtungen<br />
des Katholischen Jugendsozialwerks,<br />
den Träger des Hauses, gefertigt.<br />
Daneben werden viele Aufträge <strong>in</strong> Kooperation<br />
mit anderen Beh<strong>in</strong>dertenwerkstätten<br />
abgewickelt. Dies ermöglicht, dass so<br />
gut wie jeder Kunde bedient und jeder Auftrag<br />
erfüllt werden kann.<br />
Lichter weisen den Weg<br />
Jeder Beschäftigte des MBH erhält e<strong>in</strong>en<br />
Vertrag. Es kommt vor, dass dieser Vertrag<br />
nicht gänzlich erfüllt werden kann. Gekündigt<br />
wird allerd<strong>in</strong>gs niemandem, stattdessen<br />
tritt e<strong>in</strong> Aufhebungsvertrag <strong>in</strong> Kraft.<br />
Meist wird im Dialog mit anderen E<strong>in</strong>richtungen<br />
e<strong>in</strong>e Lösung gefunden, um jedem<br />
Teilnehmer e<strong>in</strong> ungesicherteres Dase<strong>in</strong><br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 17
Fachthema<br />
ohne Unterstützung und Hilfe zu ersparen.<br />
Die Wäscherei des MBH ist e<strong>in</strong> wichtiges<br />
Standbe<strong>in</strong>. Gewaschen wird e<strong>in</strong>erseits<br />
für die eigenen Wohngruppen, andererseits<br />
werden auch externe Abnehmer bedient:<br />
Altenheime, Werkstätten, Gastronomiebetriebe,<br />
Hotels oder auch Ämter.<br />
Die Wäscherei ist selbstverständlich <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong>en Re<strong>in</strong>- und e<strong>in</strong>en Schmutzbereich unterteilt,<br />
Hygieneregeln werden stets beachtet.<br />
Drei große Waschmasch<strong>in</strong>en, zwei<br />
Masch<strong>in</strong>en mit 50 Kilogramm und e<strong>in</strong>e Masch<strong>in</strong>e<br />
mit 25 Kilogramm Fassungsvermögen,<br />
werden durch drei Trockner ergänzt.<br />
„Insgesamt waschen wir zwischen 300 und<br />
400 Kilogramm Wäsche pro Tag; jährlich<br />
s<strong>in</strong>d es so zirka 60 Tonnen“, so der Werkstattleiter.<br />
Dazu verfügt das Haus außerdem<br />
über zwei große Mangeln und e<strong>in</strong>en<br />
Bügelbereich.<br />
Das Monsignore-Bleyer-Haus hat e<strong>in</strong><br />
besonderes Sortierungsverfahren für die<br />
Wäsche. Da es vorkommen kann, dass Beschäftigte<br />
nicht lesen können, gibt es e<strong>in</strong>e<br />
Hilfestellung für das Sortieren. Dabei haben<br />
die verschiedenen Kleidungsstücke<br />
e<strong>in</strong>en Patch, auf dem e<strong>in</strong> Barcode angebracht<br />
ist. Dieser wird von e<strong>in</strong>em Mitarbeiter<br />
gescannt, auf e<strong>in</strong>em Bildschirm ersche<strong>in</strong>en<br />
dann Informationen zum Eigentümer<br />
des Textils wie Name, Wohngruppe<br />
– aber noch wichtiger: e<strong>in</strong>e Nummer. Diese<br />
Nummer benennt das Regalfach, <strong>in</strong> das<br />
die Wäsche e<strong>in</strong>sortiert werden muss. Zusätzlich<br />
zu der Nummer ist am Regalfach<br />
e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es Lämpchen angebracht, welches<br />
leuchtet, wenn e<strong>in</strong> Kleidungsstück<br />
mit der entsprechenden Nummer gescannt<br />
wird. Somit können auch Beschäftigte,<br />
die Schwierigkeiten mit dem Lesen<br />
oder generell mit dem Erkennen von Buchstaben<br />
oder Zahlen haben, leicht das passende<br />
Regal f<strong>in</strong>den. Im Regal werden die<br />
verschiedenen Wäschestücke gestapelt,<br />
dann nach Beendigung des Vorganges<br />
entsprechend der Wohngruppe <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />
Wagen geladen und <strong>in</strong> die Wohngruppe<br />
gebracht. Dort muss dann nur noch das<br />
fertige „Paket“ <strong>in</strong> den Schrank gepackt<br />
werden. Die Software „scantex“ wurde optimal<br />
an die Bedürfnisse des MBH angepasst.<br />
Der Pausenverkauf ist e<strong>in</strong> Event<br />
Mangeln <strong>in</strong> großer Dimension – basierend auf der Software „scantex“ wird das Sortieren<br />
von Wäsche erleichert (Foto oben rechts)<br />
Vergleichbar mit vielen Großbetrieben<br />
bietet selbstverständlich auch das MBH<br />
e<strong>in</strong>e vielfältige, auf die jeweiligen Bedürfnisse<br />
der zu Versorgenden abgestimmte<br />
Auswahl an Speisen an. Für jeden<br />
ist etwas dabei, von Vollkost bis zur<br />
Spezialdiät (wie beispielsweise Laktose<strong>in</strong>toleranz<br />
oder Zöliakie), von Vegetarismus<br />
bis zu Ernährungsangeboten basierend<br />
auf verschiedenen Glaubensrichtungen.<br />
In den Wohnheimgruppen wird geme<strong>in</strong>sam<br />
gefrühstückt und zu Abend gegessen,<br />
das Mittagessen jedoch nehmen<br />
alle geme<strong>in</strong>sam im großen Speisesaal e<strong>in</strong>.<br />
Dies allerd<strong>in</strong>gs bezieht sich ausschließlich<br />
auf die Wochentage. Samstags und<br />
sonntags kochen die Bewohner der Wohngruppen<br />
eigenständig. E<strong>in</strong> Proviantwagen<br />
sorgt <strong>in</strong> dieser Zeit für die Zutaten. Nach<br />
Lust und Laune wird mit Rezepten und Ideen<br />
variiert.<br />
Der Pausenverkauf gibt den Betreuten<br />
an vier Tagen <strong>in</strong> der Woche die Möglichkeit,<br />
Butterbrezen, Käsesemmel und<br />
Kakao zu erwerben. An sich für die meisten<br />
von uns die normalste Sache der Welt<br />
– für die Werkstattgänger nicht. Überhaupt<br />
ersche<strong>in</strong>t nichts selbstverständlich<br />
im MBH, alles wird dankbar angenommen.<br />
Der Pausenverkauf f<strong>in</strong>det immer von 10.00<br />
bis 10.15 Uhr statt und wird von der Hauswirtschaftsgruppe<br />
unter der Leitung von<br />
HBL Maria Mayr betreut. In vielerlei H<strong>in</strong>sicht<br />
s<strong>in</strong>d die Teilnehmer der hauswirtschaftlichen<br />
Gruppe aktiv. Die Gruppe ist<br />
neben dem Pausenverkauf auch für die<br />
Re<strong>in</strong>igung von Werkstätten und Speisesaal<br />
verantwortlich. Und auch bei größeren<br />
Veranstaltungen, beispielsweise beim<br />
Tag der offenen Tür, bei dem Eltern und<br />
Angehörige der zu Betreuenden des Hauses<br />
e<strong>in</strong>geladen s<strong>in</strong>d, betreuen die Teilnehmer<br />
e<strong>in</strong>en Stand.<br />
Individualität und Familie<br />
„Thomas, wir haben am gleichen Tag<br />
Geburtstag!“, schallt es freudig von e<strong>in</strong>er<br />
Betreuten. Geburtstag ist e<strong>in</strong> wichtiges<br />
Stichwort – dieser wird stets angemessen<br />
gefeiert. Am Ehrentag selbst sieht sich das<br />
Geburtstagsk<strong>in</strong>d im Mittelpunkt e<strong>in</strong>er kle<strong>in</strong>en<br />
Feier <strong>in</strong> der jeweiligen Wohngruppe,<br />
e<strong>in</strong>e Feier für alle Geburtstage des jeweiligen<br />
Monats wird am Monatsende <strong>in</strong> den<br />
Werkstätten ausgerichtet.<br />
Nicht nur auf Therapiebasis wird <strong>in</strong>dividuell<br />
gefördert, sondern auch im Bereich<br />
der Arbeit. Für jeden der Beschäftigten<br />
existiert e<strong>in</strong> <strong>in</strong>dividueller Förderplan. Dabei<br />
wird zuerst der Ist-Zustand erfasst und<br />
aufgrund dieser Ergebnisse e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>dividuelle<br />
Zielsetzung <strong>in</strong>nerhalb e<strong>in</strong>es bestimmten<br />
Zeitfensters erarbeitet. Diese<br />
Erfassung ist wichtig, denn die verschiedenen<br />
Therapien beziehungsweise Förderungen<br />
unterstützen und optimieren die<br />
Arbeitsprozesse. So wird den Teilnehmern<br />
ermöglicht, sich auszuprobieren. Ke<strong>in</strong> Berufsfeld<br />
soll von vornhere<strong>in</strong> ausgeschlossen<br />
werden. So wird e<strong>in</strong>em Teilnehmer<br />
beispielsweise ermöglicht, e<strong>in</strong>en E<strong>in</strong>blick<br />
<strong>in</strong> die Schreierei zu bekommen – auch<br />
wenn se<strong>in</strong>e Stärken beispielsweise eher<br />
im Bereich des Gärtnerns liegen.<br />
Das Monsignore-Bleyer-Haus ist e<strong>in</strong>e<br />
E<strong>in</strong>richtung mit viel Familiens<strong>in</strong>n. „Wir<br />
wollen e<strong>in</strong>e Heimat se<strong>in</strong>“, beschreibt Heilmann<br />
den Anspruch des Hauses. „Und wir<br />
wollen die Bewohner wenn möglich bis<br />
ganz zum Schluss begleiten.“<br />
Neu implementiert wurde deswegen<br />
„Palliativ Care“. Die Bewohner haben nun<br />
nicht mehr <strong>in</strong> der Fremde ihren letzten Weg<br />
zurückzulegen – sie dürfen <strong>in</strong>nerhalb ihres<br />
vertrauten, familiären Umfeldes sterben.<br />
Angesichts des Familiens<strong>in</strong>ns verwundert<br />
es auch nicht weiter, dass Thomas Heilmann<br />
jeden „se<strong>in</strong>er“ 170 Schützl<strong>in</strong>ge persönlich<br />
mit Namen kennt – e<strong>in</strong> freundliches<br />
„Hallo Thomas“ ist liebgewordener Standard.<br />
t Eva Maria Reichert<br />
18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
16.<strong>rhw</strong>-Symposium<br />
22. Mai 2014 <strong>in</strong> München<br />
Zukunftschancen und<br />
preisgekrönte Konzepte<br />
Ihr Programm im Kard<strong>in</strong>al Wendel Haus<br />
9.50 bis 10.10 Uhr<br />
Begrüßung, Überraschungen und Zeitreise zu<br />
50 Jahren <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
Dr. Angelika Schaller, Geschäftsleitung Verlag Neuer Merkur;<br />
Moderation: Robert Baumann, Chefredakteur <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
Vormittag der Zukunft<br />
10.15 bis 10.45 Uhr<br />
„Profis im E<strong>in</strong>satz. Warum professionelle Hauswirtschaft<br />
unverzichtbar für Familie und Gesellschaft ist“<br />
Gisela Miethaner, M<strong>in</strong>isterialrät<strong>in</strong> im Bayerischen Staatsm<strong>in</strong>isterium<br />
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, München<br />
10.45 bis 11.35 Uhr<br />
Deutschland-Umfragen und Trends: Wandel der Hauswirtschaft?!<br />
Dipl. Soz. Bett<strong>in</strong>a Wiener, Geschäftsführer<strong>in</strong> des Zentrums für<br />
Sozialforschung, Halle e. V. (ZSH)<br />
11.35 bis 12.00 Uhr<br />
Und was folgt daraus?<br />
Diskussion zu den Auswirkungen der Umfragen auf Berufsbildung<br />
und Qualifikationen <strong>in</strong> der Hauswirtschaft.<br />
12.00 bis 13.00 Uhr Mittagspause<br />
Mittag der Preisträger<br />
13.00 bis 13.45 Uhr<br />
Ausgezeichnet – als HBL im 5-Sterne-Resort<br />
Angela Herold, HBL, Leiter<strong>in</strong> Hauswirtschaft und Executive<br />
Housekeep<strong>in</strong>g Manager, Sonnenalp Resort <strong>in</strong> Ofterschwang.<br />
13.45 bis 14.30 Uhr<br />
Mythos Marktnachteil: Menschen mit Handicap <strong>in</strong> den Arbeitsmarkt<br />
<strong>in</strong>tegrieren<br />
Renate Baur-Richter, Institut für post-systemische Managementberatung<br />
(IPM) und Bereichsleiter<strong>in</strong> iwent-Cas<strong>in</strong>o.<br />
14.30 bis 14.40 Uhr<br />
Fragerunde mit Angela Herold und Renate Baur-Richter<br />
14.40 bis 15.20 Uhr Kaffeepause<br />
Nachmittag der Chancen<br />
15.20 bis 16.00 Uhr<br />
Allergen<strong>in</strong>formationspflicht und mulitreligiöse Küche – darf es<br />
noch etwas se<strong>in</strong>?<br />
Carola Re<strong>in</strong>er, Geschäftsführer<strong>in</strong> CCR Unternehmensberatung<br />
16.00 bis 16.30 Uhr<br />
Unentdeckter Schatz: Das Potenzial Gehobener Privathaushalt<br />
Anne Lünsmann, Geschäftsführer<strong>in</strong> AL Personalvermittlung,<br />
München und Ursula Bolhuis, Struktur-Wandel, Rat<strong>in</strong>gen<br />
16.30 bis 16.40 Uhr<br />
Fragerunde mit C. Re<strong>in</strong>er, A. Lünsmann<br />
und U. Bolhuis<br />
16.40 bis 16.50 Uhr<br />
Verabschiedung und Ausklang<br />
Topthema 2014<br />
Foto: Thilo Fahrtmann<br />
Die Referent<strong>in</strong>nen (v.l.n.r.):<br />
Gisela Miethaner,<br />
Bett<strong>in</strong>a Wiener,<br />
Angela Herold,<br />
Renate Baur-Richter,<br />
Carola Re<strong>in</strong>er,<br />
Anne Lünsmann,<br />
Ursula Bolhuis<br />
Anmeldung mit rückseitigem Antwort-Fax oder onl<strong>in</strong>e unter www.<strong>rhw</strong>-symposium.de
ANMELDEFAX AN (0 89) 31 89 05 53<br />
H JA, ich/wir melde/n mich/uns zum 16. <strong>rhw</strong>-Symposium, Donnerstag, 22. Mai 2014, <strong>in</strong> München an.<br />
___________________________________________________________________________________<br />
E<strong>in</strong>richtung / Firma (NUR WENN RECHNUNGSADRESSE)<br />
___________________________________________________________________________________<br />
<strong>rhw</strong>-Abonummer/Mitgliedsnummer<br />
___________________________________________________________________________________<br />
Vorname<br />
Name<br />
___________________________________________________________________________________<br />
Vorname<br />
Name<br />
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E-Mail<br />
Rechnungsadresse:<br />
___________________________________________________________________________________<br />
Straße<br />
___________________________________________________________________________________<br />
PLZ/Ort<br />
___________________________________________________________________________________<br />
Telefon/Fax<br />
___________________________________________________________________________________<br />
Datum/Unterschrift<br />
Mit me<strong>in</strong>er Unterschrift erkenne ich die Allgeme<strong>in</strong>en Geschäftsbed<strong>in</strong>gungen (AGB, siehe rechts) für<br />
diese Veranstaltung an.<br />
H Ich nehme am Vorabend, 21. 5. 2014, als Selbstzahler am Get-together gegen<br />
19 Uhr <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em bayerischen Restaurant <strong>in</strong> München Schwab<strong>in</strong>g <strong>in</strong> der Nähe<br />
des Kard<strong>in</strong>al Wendel Hauses teil (Details folgen nach Anmeldung).<br />
Hotelempfehlungen f<strong>in</strong>den Sie unter www.muenchen.de/uebernachten.html<br />
Das Tagungshaus bef<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> der Mandlstraße 23, 80802 München<br />
(im Stadtteil Schwab<strong>in</strong>g, nähe U-Bahn Münchner Freiheit).<br />
E<strong>in</strong>e ausführliche Wegbeschreibung erhalten Sie nach der Anmeldung.<br />
TEILNAHMEGEBÜHR:<br />
109,– Euro Vorzugspreis für Abonnenten<br />
von <strong>rhw</strong>/ <strong>rhw</strong> praxis oder Mitglieder<br />
im Berufsverband Hauswirtschaft<br />
Normalpreis:<br />
129,– Euro<br />
Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.;<br />
<strong>in</strong>kl. Tagesverpflegung.<br />
AGB FÜR DIESEN ANLASS:<br />
Anmeldungen können nur schriftlich (Post, Fax,<br />
E-Mail) erfolgen und werden von uns bestätigt.<br />
Rechtzeitig vor der Veranstaltung erhalten Sie die<br />
Rechnung, die per Überweisung zu zahlen ist. Die<br />
Barzahlung am Tag der Veranstaltung ist nicht<br />
möglich.<br />
Stornierungen müssen schriftlich erfolgen und<br />
werden vom Veranstalter bestätigt. Bei Stornierungen,<br />
die bis 8. Mai 2014 e<strong>in</strong>gehen, wird e<strong>in</strong>e<br />
Bearbeitungsgebühr von 25,– Euro zzgl. MwSt. erhoben.<br />
Für Stornierungen, die nach dem 8. Mai<br />
2014 e<strong>in</strong>gehen, werden 50 Prozent der Teilnahme -<br />
gebühren berechnet. Wenn Sie ohne vorherige<br />
Stornierung nicht teilnehmen oder nach dem<br />
15. Mai 2014 stornieren, wird die volle Teilnahmegebühr<br />
berechnet. Sie können jedoch jederzeit<br />
e<strong>in</strong>e Ersatzperson schicken.<br />
Der Veranstalter behält sich das Recht vor, das <strong>rhw</strong>-<br />
Symposium aus dr<strong>in</strong>genden Gründen abzusagen.<br />
Veranstalter/Anschrift<br />
Magical Media GmbH, vnm-Akademie,<br />
Paul-Gerhardt-Allee 46, 81245 München,<br />
Tel.: (0 89) 31 89 05-15,<br />
E-Mail akademie@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />
Aussteller (Stand April 2014):<br />
Kard<strong>in</strong>al<br />
Wendel<br />
Haus
Berufsbildung<br />
Des<strong>in</strong>fektion mit Verstand<br />
Fotos: Robert Baumann<br />
Bei der Re<strong>in</strong>igung von Oberflächen oder Gegenständen entfernen<br />
wir neben Schmutz auch schon jede Menge Keime. Dennoch<br />
s<strong>in</strong>d die vorrangigen Ziele der Re<strong>in</strong>igung vor allem die Pflege<br />
und Werterhaltung von Gegenständen. Anders sieht dies bei<br />
der Des<strong>in</strong>fektion aus: hier ist das Ziel die weitestgehende Abtötung<br />
– nicht nur e<strong>in</strong>e mechanische Entfernung – von Keimen.<br />
E<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion ist also immer e<strong>in</strong>e<br />
Reaktion auf das Vorhandense<strong>in</strong> von<br />
Keimen. Da diese nach der Des<strong>in</strong>fektion<br />
über kontam<strong>in</strong>ierte Gegenstände, die<br />
Hände von diversen Personen und auch<br />
aus der Luft allmählich wieder „nachgefüllt“<br />
werden, ist e<strong>in</strong>e vorbeugende Des<strong>in</strong>fektion<br />
nicht möglich.<br />
Merke:<br />
Des<strong>in</strong>fektion bedeutet Abtöten bzw.<br />
weitgehende Reduzierung der Zahl von<br />
Erregern übertragbarer Krankheiten, so<br />
dass e<strong>in</strong>e Infektion nicht zu befürchten<br />
ist.<br />
E<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion ist auf unterschiedlichste<br />
Art und Weise möglich. Die im Bereich<br />
Hauswirtschaft gebräuchlichsten Methoden<br />
s<strong>in</strong>d die Des<strong>in</strong>fektion durch Hitze<br />
(thermische Des<strong>in</strong>fektion) und die Des<strong>in</strong>fektion<br />
mithilfe von Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />
(chemische Des<strong>in</strong>fektion). Wir des<strong>in</strong>fizieren<br />
beispielsweise Weckgläser thermisch,<br />
<strong>in</strong>dem wir sie vor dem Befüllen auskochen.<br />
Auch das Waschen von „Kochwäsche“ bei<br />
Temperaturen um die 90 Grad Celsius ist<br />
e<strong>in</strong>e thermische Des<strong>in</strong>fektion. Wesentlich<br />
gebräuchlicher ist jedoch die chemische<br />
Des<strong>in</strong>fektion. Bei der chemischen Des<strong>in</strong>fektion<br />
kommen chemische Mittel zum E<strong>in</strong>-<br />
satz, die möglichst alle vorhandenen Keime<br />
entfernen sollen, damit die Gefahr, sich<br />
mit ihnen zu <strong>in</strong>fizieren, auf e<strong>in</strong> M<strong>in</strong>imum<br />
reduziert wird. Soll die Des<strong>in</strong>fektion wirksam<br />
se<strong>in</strong>, s<strong>in</strong>d allerd<strong>in</strong>gs e<strong>in</strong>ige Regeln zu<br />
beachten.<br />
Des<strong>in</strong>fizieren – aber richtig!<br />
Nicht jedes Des<strong>in</strong>fektionsmittel tötet<br />
alle Arten von Keimen gleich gut ab. Das<br />
Robert Koch-Institut teilt die unterschiedlichen<br />
Des<strong>in</strong>fektionsmittel entsprechend<br />
ihres Wirkungsbereichs e<strong>in</strong>:<br />
u Wirkungsbereich A: zur Abtötung von<br />
Bakterien, Pilzen und pilzlicher Sporen<br />
geeignet<br />
u Wirkungsbereich B: zur Inaktivierung<br />
von Viren geeignet<br />
u Wirkungsbereich C: zur Abtötung von<br />
Sporen des Erregers des Milzbrandes<br />
geeignet<br />
u Wirkungsbereich D: zur Abtötung von<br />
Sporen der Erreger von Gasbrand,<br />
Gasödem und Wundstarrkrampf geeignet<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014 21
Dossier: Des<strong>in</strong>fektion<br />
Es ist also unbed<strong>in</strong>gt erforderlich zu<br />
wissen, welchen Keim man mit der Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahme<br />
bekämpfen möchte.<br />
Sollen Salmonellen (Bakterien) im Küchenbereich<br />
unschädlich gemacht werden,<br />
ist e<strong>in</strong> anderes Produkt notwendig als wenn<br />
Noroviren <strong>in</strong>aktiviert werden sollen.<br />
Des<strong>in</strong>fektionsmittel enthalten Wirkstoffe,<br />
die <strong>in</strong> der Lage s<strong>in</strong>d, gezielt die Eiweißstrukturen<br />
der unterschiedlichen Mikroorganismen<br />
zu zerstören oder so zu<br />
schädigen, dass diese sich nicht mehr vermehren<br />
können.<br />
Da diese Wirkstoffe mit Prote<strong>in</strong>en reagieren,<br />
reagieren sie natürlich auch mit<br />
menschlichem Prote<strong>in</strong>, spricht mit dem Eiweiß<br />
unserer Haut und unserer Schleimhäute.<br />
Nahezu alle Des<strong>in</strong>fektionsmittel (außer<br />
den Spezialprodukten für die Händebzw.<br />
Hautdes<strong>in</strong>fektion) enthalten Gefahrstoffe<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Konzentration, die es ratsam<br />
macht, nicht direkt mit ihnen <strong>in</strong> Kontakt zu<br />
kommen.<br />
Dies gilt <strong>in</strong>sbesondere für Flächendes<strong>in</strong>fektionsmittel,<br />
die erst noch zur gebrauchsfertigen<br />
Lösung angemischt werden<br />
müssen. Diese Konzentrate sollten<br />
nicht mit der Haut und den Schleimhäuten<br />
<strong>in</strong> Berührung kommen und möglichst auch<br />
nicht e<strong>in</strong>geatmet werden.<br />
Des<strong>in</strong>fektionswirkstoffe können se<strong>in</strong>:<br />
u Alkohole<br />
u Aldehyde<br />
u quaternäre Ammoniumverb<strong>in</strong>dungen<br />
u Sauerstoffabspalter<br />
u Chlorabspalter<br />
u Biguanide etc.<br />
Des<strong>in</strong>fektionsfehler<br />
Des<strong>in</strong>fektionsmittel können mit anderen<br />
Substanzen bevorzugt reagieren, das<br />
heißt, sie reagieren erst <strong>in</strong> zweiter L<strong>in</strong>ie auf<br />
die Mikroorganismen. Dadurch wird die<br />
Des<strong>in</strong>fektionswirkung natürlich ganz oder<br />
teilweise zunichte gemacht. Typische Des<strong>in</strong>fektionsfehler<br />
s<strong>in</strong>d:<br />
u Seifenfehler: Reaktion des Re<strong>in</strong>igungsmittels<br />
mit dem Des<strong>in</strong>fektionsre<strong>in</strong>iger<br />
(anionische Tenside reagieren<br />
mit kationischen Tensiden)<br />
u Eiweißfehler: Reaktion des Des<strong>in</strong>fektionsmittels<br />
mit dem Eiweiß des Schmutzes<br />
anstatt mit den Keimen (Des<strong>in</strong>fektionswirkstoff<br />
wird unwirksam).<br />
Richtige Dosierung<br />
E<strong>in</strong>e Unterdosierung von Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />
führt dazu, dass nicht alle Keime<br />
vollständig abgetötet werden. Es bleiben<br />
Mikroorganismen übrig, die sich nun<br />
weiter vermehren können. Der Des<strong>in</strong>fektionserfolg<br />
bleibt also aus. Durch e<strong>in</strong>e ständige<br />
Unterdosierung können Keime mit der<br />
Zeit Toleranzen entwickeln. Die Folge ist,<br />
dass die Des<strong>in</strong>fektionswirkung mit dem gewählten<br />
Präparat nicht mehr zu erreichen<br />
ist.<br />
E<strong>in</strong>e Überdosierung von Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />
belastet <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie die Atemwege<br />
und Schleimhäute der Mitarbeiter<br />
und die Umwelt. Sie kann aber auch zu<br />
Schäden an Material und Oberflächen führen<br />
und kostet unnötig Geld. Dosierh<strong>in</strong>weise<br />
f<strong>in</strong>den Sie auf den Des<strong>in</strong>fektionsmittelbehältern,<br />
<strong>in</strong> den Sicherheitsdatenblättern,<br />
den Betriebsanweisungen und im<br />
Des<strong>in</strong>fektionsplan.<br />
Ausreichende E<strong>in</strong>wirkzeit<br />
Die Des<strong>in</strong>fektions-Wirkstoffe brauchen<br />
Zeit, um ihre „Arbeit“ zu erledigen. Je nach<br />
Anwendungsfall kann die E<strong>in</strong>wirkzeit von<br />
Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />
u wenige Sekunden (zum Beispiel Produkte<br />
für die Anwendung auf Solarien,<br />
u<br />
Händedes<strong>in</strong>fektionsmittel)<br />
oder mehrere Stunden (zum Beispiel<br />
Produkte für die Des<strong>in</strong>fektion im Küchenbereich<br />
oder für die Schlussdes<strong>in</strong>fektion<br />
im OP) betragen.<br />
Unterschreitet man die E<strong>in</strong>wirkzeit, <strong>in</strong>dem<br />
man die des<strong>in</strong>fizierte Fläche vorzeitig<br />
mit Wasser benetzt, nachwischt, nachtrocknet<br />
oder begeht, kommt dies e<strong>in</strong>er Unterdosierung<br />
gleich.<br />
Merkblatt für den Umgang<br />
mit Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />
Wenn Sie <strong>in</strong> ihrer E<strong>in</strong>richtung Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />
e<strong>in</strong>setzen, sollten Sie ihre<br />
Mitarbeiter im Umgang damit schulen und<br />
die richtige Anwendung immer wieder kontrollieren.<br />
Zu schnell führen Rout<strong>in</strong>e und<br />
Alltagshektik dazu, dass Grundlegendes<br />
untergeht und entweder nach der Devise<br />
„viel hilft viel“ dosiert wird oder die Mitarbeiter<br />
aus lauter falsch verstandener Sparsamkeit<br />
das verme<strong>in</strong>tlich teure Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />
unterdosieren.<br />
Damit die Schulung oder Unterweisung<br />
für Sie e<strong>in</strong>facher ist und die Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen<br />
die wichtigsten Punkte jederzeit nachlesen<br />
können, können Sie e<strong>in</strong> Merkblatt für<br />
den Umgang mit Des<strong>in</strong>fektionsmitteln vorbereiten.<br />
Merkblatt Des<strong>in</strong>fektion<br />
Grundsätze<br />
Überdosieren schadet der Umwelt.<br />
Überdosieren vermehrt den Arbeitsaufwand.<br />
Unterdosieren ist gefährlich, da die<br />
Wirksamkeit nicht mehr gewährleistet ist<br />
und damit die Krankheitserreger widerstandsfähig<br />
werden können (Toleranzbildung.)<br />
Des<strong>in</strong>fektionslösung nur mit kaltem<br />
Wasser ansetzen, damit ke<strong>in</strong>e unnötige Geruchsbelästigung<br />
bzw. Dämpfe entstehen,<br />
die die Schleimhäute belasten können.<br />
Immer für ausreichende Raumbelüftung<br />
sorgen.<br />
Vorgehensweise<br />
Immer Dosierhilfen benutzen (Dosierflaschen,<br />
Messbecher, etc.)<br />
Des<strong>in</strong>fektionsmittel nur mit kaltem<br />
Wasser ansetzen.<br />
Erst Wasser, dann Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />
zugeben (Verh<strong>in</strong>dert die Schaumbildung.)<br />
Wannen mit Instrumentendes<strong>in</strong>fektionsmittellösung<br />
mit Deckel verschließen.<br />
Beim Umgang mit Flächen- und Instrumentendes<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />
grundsätzlich<br />
zum Personalschutz flüssigkeitsdichte<br />
Handschuhe tragen.<br />
E<strong>in</strong>wirkzeiten<br />
Die angegebenen E<strong>in</strong>wirkzeiten s<strong>in</strong>d<br />
grundsätzlich e<strong>in</strong>zuhalten.<br />
Bei der Flächendes<strong>in</strong>fektion darf nicht<br />
manuell nachgetrocknet werden, nach Abtrocknen<br />
der Fläche kann weitergearbeitet<br />
werden.<br />
Durchführung der Des<strong>in</strong>fektion<br />
Verunre<strong>in</strong>igung mit Zellstoff entfernen.<br />
Des<strong>in</strong>fektionslösung entsprechend der<br />
Angabe auf der Verpackung dosieren (kaltes<br />
Wasser).<br />
Verunre<strong>in</strong>igte Fläche vollständig benetzen.<br />
Nicht nachwischen, nicht nachtrocknen.<br />
Des<strong>in</strong>fektionslösung entsprechend der<br />
Angabe auf der Verpackung e<strong>in</strong>wirken lassen.<br />
Flächen, die mit Lebensmitteln <strong>in</strong> Berührung<br />
kommen, nach der E<strong>in</strong>wirkzeit mit<br />
klarem Wasser nachre<strong>in</strong>igen.<br />
Merke<br />
Immer nach Gebrauchsanweisung dosieren,<br />
um Unfälle und Schäden zu vermeiden.<br />
Anwendungsbereich Krankenhäuser<br />
E<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion ist nur da erforderlich,<br />
wo große Mengen Krankheitskeime<br />
auftreten, also vorwiegend <strong>in</strong> Krankenhäusern.<br />
Aus den oben beschriebenen<br />
Gründen (Bildung toleranter Keime) wird<br />
jedoch auch im Krankenhaus kaum noch<br />
„präventiv“ des<strong>in</strong>fiziert.<br />
Die Kommission für Krankenhaushygiene<br />
am Robert Koch-Institut empfiehlt<br />
22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Dossier: Des<strong>in</strong>fektion<br />
Krankenhäusern, das Thema Flächendes<strong>in</strong>fektion<br />
sehr differenziert zu betrachten.<br />
In ihrer Empfehlung „Anforderungen<br />
an die Hygiene bei der Re<strong>in</strong>igung und Des<strong>in</strong>fektion<br />
von Flächen“ teilt es die unterschiedlichen<br />
Bereiche e<strong>in</strong>es Krankenhauses<br />
<strong>in</strong> „Risikobereiche zur Festlegung von<br />
Re<strong>in</strong>igungs- und Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahmen“<br />
e<strong>in</strong>:<br />
Risikobereiche <strong>in</strong> Krankenhäusern<br />
Bereiche ohne Infektionsrisiko: Treppenhäuser,<br />
Flure, Verwaltung, Büros, Speiseräume,<br />
Hörsäle, Unterrichtsräume, technische<br />
Bereiche.<br />
Hier empfiehlt das RKI lediglich e<strong>in</strong>e<br />
regelmäßige Re<strong>in</strong>igung aller Flächen.<br />
Bereiche mit möglichem Infektionsrisiko:<br />
Allgeme<strong>in</strong>stationen, Ambulanzbereiche,<br />
Radiologie, Physikalische Therapie,<br />
Sanitärräume, Dialyse, Entb<strong>in</strong>dung, Intensivtherapie/-überwachung.<br />
Hier sollen Flächen mit häufigem Hand-<br />
/Hautkontakt des<strong>in</strong>fiziert, Fußböden und<br />
sonstige Flächen h<strong>in</strong>gegen „nur“ gere<strong>in</strong>igt<br />
werden.<br />
Bereiche mit besonderem Infektionsrisiko:<br />
OP-Abteilungen, E<strong>in</strong>griffsräume, E<strong>in</strong>heiten<br />
für besondere Intensivtherapie,<br />
Transplantationen, Hämatologie, Onkologie<br />
oder Frühgeborene.<br />
Auch hier empfiehlt das RKI für Flächen<br />
mit häufigem Hand-/Hautkontakt die Des<strong>in</strong>fektion,<br />
ebenso für die Fußböden. Sonstige<br />
Flächen sollen gere<strong>in</strong>igt werden.<br />
Bereiche mit Patienten, die Erreger <strong>in</strong><br />
oder an sich tragen, dass im E<strong>in</strong>zelfall die<br />
Gefahr e<strong>in</strong>er Weiterverbreitung besteht:<br />
Isolierbereiche/-pflege, Funktionsbereiche,<br />
<strong>in</strong> denen die oben genannten Patienten<br />
behandelt werden.<br />
Hier bestehen dieselben Empfehlungen<br />
wie <strong>in</strong> der oben beschriebenen Kategorie.<br />
Anwendungsbereich<br />
Alten- und Beh<strong>in</strong>dertenheime<br />
Vor wenigen Jahren veröffentlichte das<br />
RKI auch Empfehlungen für die „Infektionsprävention<br />
<strong>in</strong> Heimen“.<br />
Auch wenn <strong>in</strong> der E<strong>in</strong>leitung dieser<br />
Empfehlungen zu lesen ist, dass sie vorwiegend<br />
für E<strong>in</strong>richtungen der Altenhilfe<br />
gedacht s<strong>in</strong>d, können sie zum<strong>in</strong>dest als<br />
Richtschnur auch für Beh<strong>in</strong>dertene<strong>in</strong>richtungen<br />
gelten. Die Lebenssituation von Beh<strong>in</strong>derten<br />
<strong>in</strong> stationären E<strong>in</strong>richtungen<br />
kommt der von Bewohnern e<strong>in</strong>es Altenheims<br />
doch näher als der e<strong>in</strong>es Patienten<br />
im Krankenhaus.<br />
Für den Bereich Hausre<strong>in</strong>igung wird <strong>in</strong><br />
den „RKI- Empfehlungen für Heime“ e<strong>in</strong>e<br />
rout<strong>in</strong>emäßige Flächenre<strong>in</strong>igung und lediglich<br />
e<strong>in</strong>e punktuelle Flächendes<strong>in</strong>fektion<br />
empfohlen. Bewohnerzimmer, Aufenthaltsbereiche,<br />
Küche sowie Bad und Toiletten<br />
werden ebenso wie eventuell vorhandene<br />
Nebenräume nach Re<strong>in</strong>igungsplan<br />
gere<strong>in</strong>igt.<br />
E<strong>in</strong> Des<strong>in</strong>fektionsplan legt fest, wann<br />
und womit im Falle e<strong>in</strong>es Auftretens von<br />
Infektionskrankheiten des<strong>in</strong>fiziert wird. Die<br />
überflüssige (und teure) rout<strong>in</strong>emäßige<br />
Des<strong>in</strong>fektion von Toilettenbrillen, Handläufen,<br />
Türkl<strong>in</strong>ken etc. kann entfallen.<br />
Auszug aus den Empfehlungen der<br />
Kommission für Krankenhaushygiene<br />
und Infektionsprävention beim RKI<br />
zur Infektionsprävention <strong>in</strong> Heimen:<br />
„Die Beseitigung grober Kontam<strong>in</strong>ationen<br />
mit potenziell <strong>in</strong>fektiösem Material<br />
sollte beispielsweise immer unter<br />
Anwendung e<strong>in</strong>er gezielten Des<strong>in</strong>fektion<br />
erfolgen.“<br />
„In (...) Bereichen, <strong>in</strong> denen überwiegend<br />
soziale Betreuung erfolgt, ist <strong>in</strong><br />
der Regel e<strong>in</strong>e rout<strong>in</strong>emäßige Re<strong>in</strong>igung<br />
wie im Haushalt ausreichend.<br />
Gezielte Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahmen<br />
können nach Kontam<strong>in</strong>ationen mit potenziell<br />
<strong>in</strong>fektiösem Material <strong>in</strong> E<strong>in</strong>zelfällen<br />
(zum Beispiel bei Gefahr e<strong>in</strong>er<br />
Infektionsübertragung) angebracht<br />
se<strong>in</strong>.“<br />
Ebenso erhalten wir H<strong>in</strong>weise zur Hygiene<br />
bei der Wäschepflege:<br />
Ist die Bettwäsche geleast oder gehört<br />
sie der E<strong>in</strong>richtung und nicht dem Bewohner<br />
selbst, kann e<strong>in</strong> und derselbe Bezug<br />
e<strong>in</strong>mal für Bewohner A und nach dem<br />
nächsten Waschen für Bewohner B e<strong>in</strong>gesetzt<br />
werden. In diesem Falle empfiehlt das<br />
RKI e<strong>in</strong>e thermische oder chemothermische<br />
Des<strong>in</strong>fektion.<br />
Diese wird auch empfohlen für Bettwäsche,<br />
Handtücher, Waschhandschuhe<br />
und Leibwäsche von Bewohnern mit MRSA-<br />
Kolonisation, MRSA-Infektion oder ähnlichen<br />
Infektionskrankheiten.<br />
Für diese Wäschearten werden also<br />
Waschprogramme im Kochwäschebereich<br />
mit Vollwaschmittel oder 60 Grad Celsius-<br />
Programme unter Verwendung von des<strong>in</strong>fizierend<br />
wirkenden Waschmitteln angewandt.<br />
Für die übrige Wäsche, also die Kleidung<br />
der Bewohner, Tischwäsche, Wohntextilien<br />
etc. reicht nach RKI e<strong>in</strong> normales<br />
Waschprogramm <strong>in</strong> dem Temperaturbereich,<br />
den das entsprechende Wäscheteil<br />
verträgt, aus.<br />
Das Waschen von Oberbekleidung von<br />
MRSA-besiedelten Bewohnern mit im Niedrigtemperaturbereich<br />
des<strong>in</strong>fizierend wirkenden<br />
Waschmitteln mag das eigene Sicherheitsbedürfnis<br />
befriedigen, wird vom<br />
RKI aber nicht ausdrücklich empfohlen.<br />
Auszug aus den Empfehlungen der<br />
Kommission für Krankenhaushygiene<br />
und Infektionsprävention beim RKI<br />
zur Infektionsprävention <strong>in</strong> Heimen:<br />
„Da die Bettwäsche <strong>in</strong> der Regel nicht<br />
bewohnerbezogen verwendet wird<br />
und e<strong>in</strong>e Mischung der Wäsche während<br />
des Aufbereitungsprozesses<br />
stattf<strong>in</strong>det, muss e<strong>in</strong> des<strong>in</strong>fizierendes<br />
Verfahren gewählt werden (beispielsweise<br />
Kochwäsche oder Waschen<br />
bei 60 Grad Celsius und Verwendung<br />
e<strong>in</strong>es des<strong>in</strong>fizierenden<br />
Waschmittels). Bewohnereigene Wäsche<br />
(beispielsweise Kleidung) kann<br />
<strong>in</strong> der Regel wie Wäsche im Privathaushalt<br />
gewaschen werden. Während<br />
e<strong>in</strong>es Ausbruchs von Erkrankungen<br />
mit Erregern, die durch Kontakt<br />
übertragen werden, sowie bei Personen<br />
mit bekannter MRSA-Kolonisation<br />
wird empfohlen, Leibwäsche,<br />
Handtücher und Waschlappen wie<br />
Bettwäsche der betroffenen Bewohner<br />
des<strong>in</strong>fizierend zu waschen.“<br />
„Re<strong>in</strong>igungsutensilien (zum Beispiel<br />
Re<strong>in</strong>igungstücher, Wischmobs) müssen<br />
<strong>in</strong> ausreichender Anzahl vorhanden<br />
se<strong>in</strong>, masch<strong>in</strong>ell-thermisch aufbereitet<br />
und vollständig getrocknet<br />
werden, um e<strong>in</strong>e Vermehrung und Verschleppung<br />
von Mikroorganismen zu<br />
vermeiden.“<br />
Exkurs: Sterilisation<br />
Beim Operieren reicht e<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion,<br />
also die Abtötung nahezu aller Keime,<br />
oftmals nicht aus. Um das Infektionsrisiko<br />
weiter zu m<strong>in</strong>imieren, wird alles, was im<br />
OP mit dem Operationsfeld <strong>in</strong> Berührung<br />
kommt oder kommen kann, vor dem E<strong>in</strong>satz<br />
sterilisiert:<br />
u Handschuhe und Schutzkleidung der<br />
Mitarbeiter<br />
u Instrumente<br />
u<br />
u<br />
Tücher<br />
E<strong>in</strong>malartikel.<br />
Sterilisation heißt das Abtöten aller Mikroorganismen,<br />
also auch Abtöten der Bakteriensporen<br />
(Dauerformen von Bakterien,<br />
die Jahre überdauern können).<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 23
Berufsbildung<br />
Das Deutsche Arzneibuch def<strong>in</strong>iert die<br />
Sterilisation als „das Freimachen e<strong>in</strong>es Gegenstandes<br />
von vermehrungsfähigen Organismen“.<br />
Dies bedeutet, dass die abgetöteten<br />
Mikroorganismen noch vorhanden<br />
se<strong>in</strong>, aber nicht mehr <strong>in</strong>fizieren dürfen. Dies<br />
geschieht entweder im hauseigenen Sterilisator<br />
oder die Artikel werden bereits sterilisiert<br />
und steril verpackt e<strong>in</strong>gekauft.<br />
Viele Großwäschereien, die mit Krankenhäusern<br />
zusammenarbeiten, bieten e<strong>in</strong>en<br />
Sterilisations-Service an. Tücher und<br />
Kleidung werden nach dem Waschen sterilisiert<br />
und steril verpackt <strong>in</strong>s Krankenhaus<br />
transportiert. Dabei werden die Textilien<br />
nach Art und Größe für jede nur mögliche<br />
Operation nach den Wünschen des Krankenhauses<br />
zusammengestellt und im Set<br />
geliefert. E<strong>in</strong>malartikel können bereits steril<br />
verpackt e<strong>in</strong>gekauft werden. E<strong>in</strong>ige wenige<br />
Wäschereien bieten sogar Textilsets<br />
komb<strong>in</strong>iert mit sterilen E<strong>in</strong>malartikeln und<br />
sterilisierten Instrumenten an.<br />
Auch beim Behandeln und Pflegen von<br />
größeren offenen Wunden, <strong>in</strong>sbesondere<br />
von Brandwunden, kommen sterile Verbandsmaterialien<br />
zum E<strong>in</strong>satz. So wird das<br />
Infektionsrisiko so kle<strong>in</strong> wie möglich gehalten.<br />
In E<strong>in</strong>richtungen der Alten- und Beh<strong>in</strong>dertenhilfe<br />
werden ebenfalls – wo nötig<br />
– zur Behandlungspflege sterile E<strong>in</strong>malartikel<br />
verwendet. E<strong>in</strong>e sterile Aufbereitung<br />
von Textilien ist hier jedoch nicht<br />
üblich.<br />
Maßnahmen gegen die<br />
Keimverschleppung<br />
Zur Hygiene bei der Re<strong>in</strong>igung gehört<br />
auch, dass man versucht, e<strong>in</strong>e Keimverschleppung,<br />
also das Weitertragen von Keimen<br />
aus e<strong>in</strong>em Bereich <strong>in</strong> den anderen, zu<br />
verh<strong>in</strong>dern. Wird dies berücksichtigt, ist<br />
e<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion oft gar nicht notwendig,<br />
denn Keime, die sich nicht ausbreiten, brauchen<br />
auch nicht „wegdes<strong>in</strong>fiziert“ werden.<br />
Zu Keimverschleppungen kann es beispielsweise<br />
dann kommen, wenn mit e<strong>in</strong><br />
und demselben Re<strong>in</strong>igungstuch zuerst die<br />
Toilette e<strong>in</strong>es Zimmers und dann Gegenstände<br />
im Zimmer selbst gere<strong>in</strong>igt werden.<br />
Zu Keimverschleppungen kann es kommen<br />
u über Re<strong>in</strong>igungstücher<br />
u<br />
u<br />
u<br />
über Wischbezüge<br />
über die Re<strong>in</strong>igungslösung, <strong>in</strong> der das<br />
Re<strong>in</strong>igungstuch oder der Wischbezug<br />
ausgewaschen werden<br />
über die Handschuhe der Mitarbeiter.<br />
Farbtrennung<br />
Um e<strong>in</strong>er Keimverschleppung vorzubeugen,<br />
verwenden wir unterschiedliche<br />
Vorbildlich und aufgeräumt: Blick <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong>en Hauswirtschaftsraum im<br />
Bezirkskrankenhaus <strong>in</strong> Kufste<strong>in</strong><br />
Tücher für unterschiedliche Aufgaben bzw.<br />
Bereiche. Damit die Tücher nicht vertauscht<br />
werden, ist es s<strong>in</strong>nvoll, jedem Bereich oder<br />
jeder Aufgabe e<strong>in</strong>e Farbe zuzuordnen. Re<strong>in</strong>igungstücher,<br />
Schwämme und Eimer sollten<br />
dann durchgängig <strong>in</strong> dieser Farbe se<strong>in</strong>.<br />
In der Praxis haben sich 2-Farb-Systeme, 3-<br />
Farb-Systeme und 4-Farb-Systeme etabliert.<br />
Beispiel für e<strong>in</strong> Vier-Farb-System<br />
Blau für Oberflächen von Möbeln, E<strong>in</strong>richtungsgegenständen,<br />
Türen etc.<br />
Die Farbe Blau steht für Sympathie und<br />
Harmonie, für Konzentration und Entspannung,<br />
im positiven wie auch negativen S<strong>in</strong>ne<br />
für Kälte. Sie vermittelt kaum Unangenehmes,<br />
wohl aber Nähe und angenehme,<br />
vertraute Assoziationen. So gesehen ist<br />
Blau <strong>in</strong> der Re<strong>in</strong>igung die ideale Farbe für<br />
alles, was der Mensch <strong>in</strong> der Nähe um sich<br />
hat, <strong>in</strong> dem er sich sicher und gut auf gehoben<br />
fühlt, also für Wohn- und Schlafräume.<br />
Rot für den Sanitärbereich<br />
Die Farbe Rot steht für das Glück und<br />
Lebensfreude, für Aktivität und Energie.<br />
Wir sehen Rot als Farbe für das Feuer und<br />
die Liebe, die Wärme und fürs Blut. Mit Rot<br />
assoziieren wir aber auch die Wut, den Zorn<br />
und die Aufregung, die Aggressivität, die<br />
Gefahr und das Verbotene.<br />
Rot passt daher optimal <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Bereich,<br />
der mit Gefahren verbunden se<strong>in</strong><br />
kann, der aber auch als sensibler Bereich<br />
Sicherheit bieten kann, also für den Sanitärbereich.<br />
Grün für den Lebensmittelbereich (Küchen)<br />
Die Farbe Grün steht für Natur und Lebendigkeit,<br />
für die Natürlichkeit, die Hoffnung<br />
und Zuversicht. Grün ist die Farbe des<br />
pflanzlichen Wachsens. Grün ist daher die<br />
ideale Farbe für den Lebensmittelbereich.<br />
Gelb für die Des<strong>in</strong>fektion<br />
Die Farbe Gelb kennen wir aus der geschichtlichen<br />
Vergangenheit als Farbe für<br />
Makel. Gelbe Türen kennzeichneten die Türen<br />
der Häuser von Geächteten. Mit Gelb<br />
verb<strong>in</strong>den wir aber auch den Neid, den Geiz<br />
oder die Lüge. Gelb ist daher die geeignete<br />
Farbe für Bereiche, die mit Umsicht und<br />
Sensibilität behandelt werden müssen.<br />
Diese Bereiche s<strong>in</strong>d ke<strong>in</strong>e „0815-Bereiche“,<br />
es s<strong>in</strong>d Bereiche, <strong>in</strong> denen e<strong>in</strong>iges schief<br />
laufen kann, <strong>in</strong> denen aber als Ziel e<strong>in</strong>e optimale<br />
Sicherheit und Lebensfreude erreicht<br />
werden kann, die hygienisch sensibel<br />
s<strong>in</strong>d.<br />
Die Tuchwechselmethode<br />
Die Tuchwechselmethode dient dazu,<br />
Keimverschleppungen von Zimmer zu Zimmer<br />
bzw. von Bereich zu Bereich zu verh<strong>in</strong>dern.<br />
Das mit Re<strong>in</strong>igungsmittellösung<br />
getränkte Tuch wird nach der Oberflächenre<strong>in</strong>igung<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong> Wäschenetz abgeworfen<br />
und anschließend wieder aufbereitet<br />
(gewaschen und getrocknet).<br />
Anders als beim Auswaschen der Tücher<br />
<strong>in</strong> der Re<strong>in</strong>igungsmittellösung (Eimer),<br />
bei der Keime <strong>in</strong> die Lösung e<strong>in</strong>getragen<br />
werden und diese beim Re<strong>in</strong>igen des<br />
nächsten Raumes über das Re<strong>in</strong>igungstuch<br />
wiederum auf die Oberflächen gelangen<br />
können, werden bei dieser Vorgehensweise<br />
ke<strong>in</strong>e Keime verschleppt.<br />
Dieselbe Vorgehensweise kann bei der<br />
Fußbodenre<strong>in</strong>igung angewandt werden.<br />
(Bezugswechselmethode)<br />
E<strong>in</strong>e Variante ist die Tuchwechselmethode<br />
und Des<strong>in</strong>fektion. Wird statt Re<strong>in</strong>igungsmittellösung<br />
(Oberflächenre<strong>in</strong>iger<br />
oder Sanitärre<strong>in</strong>iger) Des<strong>in</strong>fektionsmittellösung<br />
verwendet, kann von der strengen<br />
Wechselmethode abgewichen werden, da<br />
das Tuch beim Auswaschen des<strong>in</strong>fiziert<br />
wird.<br />
Die Des<strong>in</strong>fektionskapazität der Lösung<br />
im Putzeimer ist jedoch begrenzt, da sich<br />
die Des<strong>in</strong>fektionswirkstoffe allmählich<br />
„aufbrauchen“. In der Regel bleibt die Lösung<br />
für vier bis fünf Zimmer wirksam und<br />
muss dann neu angesetzt werden.<br />
t Carola Re<strong>in</strong>er,<br />
CCR Unternehmensberatung<br />
24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Fachthema<br />
Vom Koch zum<br />
<strong>Ernährungsbegleiter</strong><br />
Fotos. Privat; Rehabiliter<strong>in</strong>gssenteret AiR-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>k Norway<br />
Andere Länder, andere Sitten – und andere Chancen. Mirko<br />
Geissler, gelernter Koch aus dem Erzgebirge, ist nach <strong>Norwegen</strong><br />
ausgewandert und hat dort e<strong>in</strong>e Karriere machen können,<br />
die so <strong>in</strong> Deutschland wahrsche<strong>in</strong>lich nicht möglich gewesen<br />
wäre. Er ist nicht nur Küchenchef <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er renommierten psychosomatischen<br />
<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>, sondern auch <strong>Ernährungsbegleiter</strong>. Lesen<br />
Sie die Geschichte se<strong>in</strong>es ungewöhnlichen Weges.<br />
Das Küchenpersonal der „Rehabiliter<strong>in</strong>gssenteret AiR-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>k“ (offizieller norwegischer<br />
Name)<br />
Wenn es nach den Wünschen se<strong>in</strong>er<br />
Eltern gegangen wäre, würde Mirko<br />
Geissler, 42, jetzt geme<strong>in</strong>sam<br />
mit se<strong>in</strong>er Schwester den Familienbetrieb<br />
„Blumen und Café“ im idyllischen Erzgebirge-Städtchen<br />
Grünha<strong>in</strong> leiten. Zu DDR-<br />
Zeiten hatte die Familie e<strong>in</strong>e Gärtnerei,<br />
nach der Wende waren die Anlagen veraltet.<br />
In der Höhenlage des Erzgebirges hätte<br />
man den Betrieb nur noch mit e<strong>in</strong>em<br />
immensen Energieaufwand aufrecht erhalten<br />
können. So beschloss der Vater des<br />
damals 17-Jährigen Mirko, e<strong>in</strong> Gartencenter<br />
mit angeschlossenem Café zu bauen.<br />
Als Gärtner-Azubi spürte Mirko jedoch<br />
schnell, „dass das nichts für mich ist. Ich<br />
mache gern e<strong>in</strong> bisschen Gartenarbeit,<br />
aber als Stadt- oder Gewächshausgärtner<br />
ist man mit der Massenproduktion befasst.<br />
Das ist ja nicht so wie im heimischen<br />
Garten, wo man e<strong>in</strong> bisschen gräbt und<br />
pflanzt und sich dann an der getanen Arbeit<br />
erfreut. Wenn man vor 1.500 Alpenveilchen<br />
steht oder e<strong>in</strong> ganzes Gewächshaus<br />
Chrysanthemen ausgeizen muss, ist<br />
das nur noch Fließbandarbeit.“<br />
Die politische Wende brachte auch für<br />
den Azubi Mirko die Wende, denn der<br />
Stadtwirtschaftsbetrieb von Chemnitz<br />
(ehemals Karl-Marx-Stadt) gab auf. „Das<br />
war genau der richtige Zeitpunkt, um die<br />
Richtung zu wechseln.“ Als Mirko beim Arbeitsamt<br />
gefragt wurde, worauf er denn<br />
Lust hätte, war er sich sicher: Koch. Schon<br />
als K<strong>in</strong>d hatte es ihm riesigen Spaß gemacht,<br />
am Herd zu stehen, Neues ausprobieren,<br />
e<strong>in</strong>zuwecken oder Ketchup<br />
selbst zuzubereiten. So lernte er auf der<br />
Akademie <strong>in</strong> Johanngeorgenstadt, wo<br />
auch Reisefachleute, Hotel- und Restaurantfachleute<br />
und Hauswirtschafter/<strong>in</strong>nen<br />
ausgebildet wurden.<br />
Küchenchef und Herr über 30 Ziegen<br />
Nach Abschluss se<strong>in</strong>er Ausbildung<br />
f<strong>in</strong>g Mirko Geissler im elterlichen Betrieb<br />
an. „Blumen & Café Geißler“ – das Unternehmen<br />
gibt es heute noch. Die Kunden<br />
und Gäste werden nach wie vor wochentags<br />
von zehn Uhr bis Ladenschluss mit<br />
hausgemachten Torten, selbst hergestelltem<br />
italienischem Eis und kle<strong>in</strong>en<br />
Speisen verwöhnt.<br />
Jana, die <strong>in</strong> diesem Betrieb e<strong>in</strong>e Lehre<br />
als Florist<strong>in</strong> gemacht hatte, war <strong>in</strong>zwischen<br />
Mirkos Ehefrau. Und dann gab es<br />
da noch den Ziegenhof mit 30 Tieren. Aus<br />
den 80 Litern Ziegenmilch pro Tag produzierte<br />
Jana leckeren Käse.<br />
„Eigentlich hätte alles gut se<strong>in</strong> können“,<br />
s<strong>in</strong>niert der sympathische Sachse.<br />
„Der Landwirtschaftsbetrieb, die Käserei,<br />
das Gartencenter mit Restaurantbetrieb<br />
… Der Erfolg war richtig gut! Wir haben es<br />
nie geschafft, so viel Käse zu produzieren<br />
wie wir hätten absetzen können. Wir haben<br />
immer schon auf Vorbestellung gearbeitet.<br />
Vieles wurde auch für das Restaurant<br />
gebraucht. Wir haben fast rund um<br />
die Uhr gearbeitet.“<br />
Der vielseitige Koch führte das Restaurant<br />
und g<strong>in</strong>g zwischendurch <strong>in</strong> den<br />
Ziegenstall, um die Tiere zu melken. Dann<br />
g<strong>in</strong>g’s wieder zurück <strong>in</strong> die Küche. Am<br />
Abend war Ehefrau Jana mit der Käserei<br />
beschäftigt, während sich ihr Mann über<br />
die Buchführung beugte oder mit Auflagen<br />
und Kontrollen befasst war. Se<strong>in</strong>er<br />
Me<strong>in</strong>ung nach gibt es <strong>in</strong> Deutschland viel<br />
zu strenge Auflagen. „Wenn ich sehe, was<br />
<strong>in</strong> Frankreich an Ziegenkäse produziert<br />
werden darf, ob das Rohmilchkäse ist oder<br />
anderer. Wenn man das <strong>in</strong> Deutschland<br />
macht, steht man mit e<strong>in</strong>em Be<strong>in</strong> im Gefängnis.“<br />
Soll das Jahrzehnte so weitergehen?<br />
Doch das war natürlich ke<strong>in</strong> Grund,<br />
sich nach Neuem umzusehen. Mit der Tat-<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 25
Fachthema<br />
sache, dass den jungen Eheleuten wenig<br />
Zeit für ihr Privatleben geblieben war, kamen<br />
sie zurecht. Immerh<strong>in</strong> lebte man <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong>er gut funktionierenden Großfamilie.<br />
Die Großeltern kümmerten sich um den<br />
<strong>in</strong>zwischen geborenen Enkel Sebastian,<br />
Jahrgang 1995, und se<strong>in</strong>e zwei Jahre jüngere<br />
Schwester Annchrist<strong>in</strong>.<br />
„Zum e<strong>in</strong>en machte uns zu schaffen,<br />
dass sich die viele Arbeit und der große<br />
Erfolg bei den Kunden f<strong>in</strong>anziell nicht so<br />
auswirkte, wie wir uns das gewünscht haben.<br />
Zum anderen setzte das Schulsystem<br />
unserer Tochter Annchrist<strong>in</strong> sehr zu –<br />
sie litt unter ADS, also dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom<br />
und unter Lese- und<br />
Rechtschreib-Schwierigkeiten. Wir hätten<br />
sie gern auf e<strong>in</strong>e Spezialschule geschickt,<br />
aber dazu mussten wir uns mit der Schulbehörde<br />
anlegen. Alles <strong>in</strong> allem sehr ermüdende<br />
und frustrierende Kämpfe!“<br />
Bei e<strong>in</strong>em Klassentreffen sah Mirko<br />
Geissler e<strong>in</strong>en ehemaligen Schulkollegen<br />
wieder, der nach <strong>Norwegen</strong> ausgewandert<br />
war. Der hatte viel Interessantes zu erzählen<br />
und lud Geisslers zu sich e<strong>in</strong>. Dieser<br />
Besuch war e<strong>in</strong> Schlüsselerlebnis. „Ich<br />
habe mich sofort verliebt <strong>in</strong> dieses Land“,<br />
bekennt der sonst so besonnene und analytisch<br />
denkende Mann.<br />
Mirkos Klassenkamerad wollte <strong>in</strong> der<br />
Frage der Zuwanderung weder zu- noch<br />
abraten. Nur e<strong>in</strong>es machte er unmissverständlich<br />
klar: Wenn Geisslers <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />
Fuß fassen wollten, dann müssten sie<br />
das aus eigenen Kräften schaffen. Mirko:<br />
„Er könne uns nicht helfen, ließ er uns wissen.<br />
Diese Haltung fand ich damals ziemlich<br />
schroff und abweisend, aber später<br />
sollte ich erkennen, wie recht er hatte und<br />
dass es gut war, sich so klar auszudrücken.“<br />
E<strong>in</strong> Jahr der Vorbereitung<br />
Geisslers gaben sich e<strong>in</strong> Jahr Zeit, das<br />
Projekt vorzubereiten. Eltern bzw. Schwiegereltern<br />
waren schockiert über die Auswanderungspläne,<br />
und sie zeigten ihre<br />
Skepsis deutlich. Doch vor allem Mirko<br />
war nicht zu beirren. Er kümmerte sich<br />
konsequent darum, Ersatz für sich im Café<br />
zu f<strong>in</strong>den, damit es für den Betrieb ke<strong>in</strong>e<br />
Bee<strong>in</strong>trächtigungen gab. Der Ziegenhof<br />
wurde verkauft.<br />
Jeden Morgen um 7 Uhr setzte sich<br />
Mirko an das PC-Sprachprogramm und<br />
paukte e<strong>in</strong>e Stunde lang Norwegisch. Er<br />
wollte nicht ohne ausreichende Sprachkenntnisse<br />
nach e<strong>in</strong>em Arbeitsplatz suchen.<br />
Und noch viel weniger wollte die Familie<br />
ohne Arbeitsplatz-Zusage <strong>in</strong> das<br />
fremde Land aufbrechen.<br />
Bewerbungen schickte das Ehepaar<br />
nur <strong>in</strong> die Regionen, die beiden gefielen.<br />
Mirko Geissler (l<strong>in</strong>ks) mit dem deutschen Chefarzt Matthias Reckert<br />
Und auch nur an größere Betriebe, die<br />
ökonomisch sicher erschienen. Parallel<br />
dazu mailten sie verschiedene Kommunen<br />
an, unter anderem die Kommune V<strong>in</strong>je<br />
(www.v<strong>in</strong>je.kommune.no), die grundsätzliche<br />
Fragen zur E<strong>in</strong>wanderung beantworteten.<br />
Ohne Ängste g<strong>in</strong>g dieses e<strong>in</strong>e Jahr natürlich<br />
nicht vorüber. Zwischendurch gab<br />
es durchaus Situationen, <strong>in</strong> denen entweder<br />
Mirko oder se<strong>in</strong>e Frau – oder beide<br />
– am liebsten alles h<strong>in</strong>geworfen hätten.<br />
Aber dann verfolgten sie den Plan<br />
doch weiter.<br />
E<strong>in</strong>er Raststätte an der viel befahrenen<br />
Straße zwischen Oslo und Bergen hatte<br />
Mirkos Bewerbung gefallen, und man<br />
lud zum Gespräch. Flüge, Mietwagen, Unterkunft<br />
wurden bezahlt. „Man hat uns die<br />
Gelegenheit gegeben, uns alles <strong>in</strong> Ruhe<br />
anzusehen, e<strong>in</strong>e Weile mitzuarbeiten und<br />
dann zu entscheiden, ob das etwas für<br />
uns ist“, so Mirko Geissler. „Wir waren <strong>in</strong><br />
dieser Zeit <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er voll ausgestatteten<br />
Hütte untergebracht. Während wir noch<br />
unsicher waren, ob wir gut ankommen,<br />
war der Raststätten-Besitzer schnell von<br />
uns überzeugt und fragte, ob Jana nicht<br />
Lust hätte, gleich mit e<strong>in</strong>zusteigen.“ Im<br />
Gastronomiebereich <strong>Norwegen</strong>s werden<br />
ständig Arbeitskräfte gesucht. So übernahm<br />
Jana den Posten an der Grillstation.<br />
Von der Raststätte zur Reha-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong><br />
Mirko wurde sofort als Küchenchef e<strong>in</strong>gestellt,<br />
was ihm erst mal großes Kopfzerbrechen<br />
bereitete. Se<strong>in</strong> Norwegisch war<br />
nicht schlecht, aber eben auch noch nicht<br />
perfekt. Nicht ganz e<strong>in</strong>fach bei Warenbestellung,<br />
Telefonaten, Instruktion von Mitarbeitern<br />
usw. Reiseleiter rufen üblicherweise<br />
von unterwegs aus an, wann welche<br />
Busse mit wie vielen Personen e<strong>in</strong>treffen<br />
werden und welche Mahlzeiten <strong>in</strong> welcher<br />
Anzahl gewünscht werden. Das ist e<strong>in</strong><br />
Kampf gegen anrollende Law<strong>in</strong>en …<br />
Zwei Jahre blieb die Familie dort. Sie<br />
bewohnte e<strong>in</strong> Haus zu e<strong>in</strong>em relativ günstigen<br />
Mietpreis. Notwendige Anschaffungen<br />
wurden vom Geld aus dem Hof-Verkauf<br />
bezahlt. „Ich würde niemandem empfehlen,<br />
ohne Geld hierher zu gehen“, warnt<br />
Mirko. Und das, obwohl er „an e<strong>in</strong>en Betrieb<br />
geraten ist, der mir sofort den <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />
üblichen Lohn gezahlt hat. Und das<br />
war e<strong>in</strong> bedeutender Sprung nach oben!<br />
Was es <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong> an Verdienstmög-<br />
26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Fachthema<br />
Mirko Geissler mit Patient<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> der Unterrichtsküche<br />
lichkeiten gibt, wäre <strong>in</strong> Deutschland nicht<br />
denkbar.“<br />
Gleichzeitig mit allen anderen Bewerbungen<br />
hatte sich Mirko auch im Rehazentrum<br />
Rauland Air-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> (Rauland ist<br />
e<strong>in</strong> beliebtes Skigebiet zwischen Oslo und<br />
Bergen) beworben. Damals gab es ke<strong>in</strong>e<br />
E<strong>in</strong>satzmöglichkeit für ihn, doch man hielt<br />
Kontakt. Klar war: Die Raststätte konnte<br />
nur Sprungbrett se<strong>in</strong>. Den ganzen Tag<br />
Hamburger braten und das typisch norwegische<br />
Raststätten-Essen kochen – das<br />
konnte es nicht auf Dauer se<strong>in</strong>. Mirko: „Da<br />
wären wir wieder bei den 1.500 Alpenveilchen<br />
und dem Gewächshaus Chrysanthemen<br />
… Masse vor Klasse, das ist<br />
nicht me<strong>in</strong> D<strong>in</strong>g.“<br />
Geisslers bekamen sogar das Angebot,<br />
die Raststätte zu übernehmen, weil<br />
der Besitzer auf die 80 zug<strong>in</strong>g. „Wenn ich<br />
e<strong>in</strong> Geschäft gewollt hätte, hätte ich e<strong>in</strong>es<br />
<strong>in</strong> Deutschland haben können“, konstatiert<br />
Mirko. „Außerdem wäre das e<strong>in</strong><br />
Schlag <strong>in</strong>s Gesicht me<strong>in</strong>er Eltern gewesen.<br />
Was zusätzlich e<strong>in</strong>e Rolle spielte: Ich arbeite<br />
gerne, aber <strong>in</strong> der Freizeit möchte<br />
ich den Kopf auch wirklich frei haben.“<br />
Inzwischen hatte sich herumgesprochen,<br />
dass man <strong>in</strong> der Raststätte lecker<br />
essen kann. Der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>-Direktor kam h<strong>in</strong><br />
und wieder zum Essen vorbei. Dann hieß<br />
es immer: Wenn mal e<strong>in</strong>e Stelle frei ist,<br />
dann denken wir an dich.<br />
„Aus Deutschland kommen und <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />
halbstaatlichen Betrieb re<strong>in</strong>rutschen,<br />
das geht nicht“, so Mirkos Erfahrungen.<br />
„Hier muss man erst mal Fuß fassen.“ Er<br />
wollte sich für diese <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> noch <strong>in</strong>teressanter<br />
machen und kam auf die Idee, e<strong>in</strong><br />
deutsches Fernstudium zum Ernährungsberater<br />
zu beg<strong>in</strong>nen (Kosten heute: ca.<br />
2.000 Euro). Wofür man zwei Jahre Zeit<br />
hat, zog er <strong>in</strong> nicht ganz e<strong>in</strong>em Jahr durch,<br />
weil er sich mit eiserner Diszipl<strong>in</strong> durch<br />
die Lektionen arbeitete.<br />
Mit dem Zertifikat bewarb er sich wieder<br />
<strong>in</strong> der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>. Am 22. Dezember 2009<br />
war es dann so weit: Die <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>leitung rief<br />
an, er möge sich am Nachmittag e<strong>in</strong>f<strong>in</strong>den.<br />
„Als ich <strong>in</strong>s Zimmer kam, lag schon<br />
der fertige Arbeitsvertrag auf dem Tisch.<br />
Das war e<strong>in</strong> tolles Weihnachtsgeschenk!“<br />
Die neuen spannenden Aufgaben<br />
<br />
Das Klientel der Air-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> (www.air.no)<br />
besteht zu e<strong>in</strong>em großen Teil aus Burnout-<br />
Patienten und Patienten mit chronischem<br />
Müdigkeitssyndrom (auch chronic fatigue<br />
syndrome, abgekürzt: CFS). „Das s<strong>in</strong>d oft<br />
Leute aus dem höheren Management, die<br />
sich <strong>in</strong> Arbeitsstrukturen h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>manövriert<br />
haben, <strong>in</strong> denen sie unheimlich viel Energie<br />
verbrauchen. Aber es gibt auch Patienten<br />
mit Übergriffsproblematiken, also<br />
junge Frauen, die als K<strong>in</strong>der missbraucht<br />
worden s<strong>in</strong>d und ihre Selbstwert-Störung<br />
übers Essen bzw. Nicht-Essen kompenmoderne<br />
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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 27
Fachthema<br />
sieren.“ Klienten mit so schweren Schicksalen<br />
kann man mit e<strong>in</strong>er Ausbildung als<br />
Ernährungsberater nicht helfen.<br />
„Ich berate nicht so à la DGE mit ernährungsphysiologischen<br />
Tipps“, erklärt<br />
der Küchenchef. Eigentlich berät er gar<br />
nicht. Inzwischen hat er e<strong>in</strong>e gesprächstherapeutische<br />
Ausbildung, was hier<br />
„Kommunikationsbegleiter“ (= zielführende<br />
Gesprächstechnik im Gesundheitswesen)<br />
heißt. „Berater“ ist im Norwegischen<br />
eher e<strong>in</strong> Schimpfwort. „Wenn man<br />
anfängt, Berater zu werden, dann macht<br />
man e<strong>in</strong>en schlechten Job.“ Hier spricht<br />
man vom „Begleiter“ (veilder). Und für das<br />
Begleiten braucht man vor allem Geduld.<br />
„Mir geht es mehr um Aufmerksamkeit<br />
und Achtsamkeit.“ Probleme im Essverhalten<br />
werden nur ganz allmählich kle<strong>in</strong>er.<br />
Bei der begleitenden Methode (norwegisch:<br />
veiledn<strong>in</strong>g) geht es nicht darum,<br />
den Klienten <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e bestimmte Richtung<br />
zu buxieren. Vielmehr erreicht man durch<br />
geschickte Fragestellungen, dass die<br />
Klienten ihre Lösungsansätze selbst entwickeln.<br />
Mirko Geissler macht regelmäßig Weiterbildungen.<br />
Dafür stellt ihm die <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong><br />
e<strong>in</strong> bestimmtes Budget zur Verfügung, die<br />
Themen sucht er sich selbst aus. Nach abgeschlossener<br />
Fortbildung präsentiert er<br />
der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> das erworbene Zertifikat und<br />
bekommt Zeit, se<strong>in</strong> neu erlerntes Wissen<br />
im wöchentlich stattf<strong>in</strong>denden Internunterricht<br />
zu präsentieren.<br />
Se<strong>in</strong> Chefarzt, der Deutsche Matthias<br />
Reckert, hält große Stücke auf ihn. Auch<br />
das Qualitäts<strong>management</strong> der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> hat<br />
ihm bisher immer sehr gute Rückmeldungen<br />
geliefert.<br />
In weißer Kochkleidung sieht man Mirko<br />
nicht. Er ist für die Küche personell und<br />
ökonomisch zuständig. Se<strong>in</strong>e ständige<br />
Vertretung <strong>in</strong> der Küche ist die Produktionsleiter<strong>in</strong><br />
Magnhild Nesheim. Mit ihr geme<strong>in</strong>sam<br />
stellt er die Menüs zusammen.<br />
So ist er zu 50 Prozent als Küchenchef tätig<br />
und zu 50 Prozent als vielseitiger <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>angestellter.<br />
Kochen mit Patienten<br />
Produktionsleiter<strong>in</strong> Magnhild Nesheim und Mirko Geissler<br />
Freitags kocht Mirko mit Patienten.<br />
Mittwochs gibt es für alle e<strong>in</strong>e Art Ernährungsunterricht<br />
(„Kostundervisn<strong>in</strong>g“). Dabei<br />
steht der Sachse nicht vor den Patienten<br />
wie vor e<strong>in</strong>er Schulklasse. Er erklärt<br />
gleich zu Beg<strong>in</strong>n, dass Ernährung<br />
und Unterricht Begriffe s<strong>in</strong>d, die man eigentlich<br />
nicht zusammenbr<strong>in</strong>gen kann. Er<br />
sieht se<strong>in</strong>e Aufgabe eher dar<strong>in</strong>, <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />
Dialog mit den Patienten zu treten und sie<br />
zu motivieren, über gewisse Gewohnheiten,<br />
und besonders auch über Essgewohnheiten,<br />
<strong>in</strong> ihrem Leben nachzudenken.<br />
„Ihr habt alle eure Erfahrungen gesammelt<br />
mit dem Essen“, sagt er. „Ihr<br />
wisst, was euch gut tut und was weniger.“<br />
Womit er aber nicht me<strong>in</strong>t, dass es komplett<br />
egal ist, was man isst und tr<strong>in</strong>kt. Ihm<br />
begegnet immer häufiger e<strong>in</strong> weit übertriebenes<br />
Gesundheitsdenken, das schon<br />
an e<strong>in</strong>e Art Zwangsstörung denken lässt.<br />
Da gibt es Klienten, die aus jedem Gramm<br />
Kohlenhydrate e<strong>in</strong> Fettdepot entstehen<br />
sehen. Es gibt aber auch das andere Extrem:<br />
Klienten, die behaupten, sich nicht<br />
mehr konzentrieren zu können, wenn sie<br />
nicht ständig etwas Süßes griffbereit haben.<br />
Auswandern? Erst<br />
die Sprache lernen!<br />
Wie wir aus den Integrationsdebatten<br />
hierzulande wissen, ist das Beherrschen<br />
der Sprache e<strong>in</strong>e der wichtigsten<br />
Voraussetzungen, um <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />
fremden Land heimisch zu werden<br />
und um Kontakte zu knüpfen. Mirko<br />
Geissler: „Man kann nicht sagen: Ach,<br />
dann schlage ich mich halt mit Englisch<br />
durch – das funktioniert nicht,<br />
wenn man e<strong>in</strong>en guten Job haben<br />
möchte. Da landet man bestenfalls <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong>em schlecht laufenden Hotel im<br />
Re<strong>in</strong>igungsteam.“<br />
<strong>Norwegen</strong> hat zwei gleichberechtigte<br />
Landessprachen: Bokmål (sprich:<br />
Bukmohl) und Nynorsk (sprich Nynorschk).<br />
Beide werden <strong>in</strong> der öffentlichen<br />
Verwaltung, <strong>in</strong> Schulen, <strong>in</strong> Radio<br />
und TV gesprochen. Bücher, Zeitschriften<br />
und Zeitungen werden ebenfalls<br />
<strong>in</strong> beiden Sprachen veröffentlicht.<br />
Außerdem wird <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />
auch Samisch gesprochen, die Sprache<br />
der norwegischen Urbevölkerung.<br />
M<strong>in</strong>dful eat<strong>in</strong>g: der Weg<br />
zur Eigenverantwortung<br />
Im Juni startet e<strong>in</strong>e Kooperation zwischen<br />
der Rehakl<strong>in</strong>ik, der im Ort ebenfalls<br />
ansässigen Hochschulakademie, dem<br />
physikalischen Rehabilitationsmediz<strong>in</strong>er<br />
Matthias Reckert und Mirko Geissler, dem<br />
Experten für „Kostundervisn<strong>in</strong>g“: Es gibt<br />
den ersten Workshop zu „M<strong>in</strong>dful eat<strong>in</strong>g“<br />
(frei übersetzt: achtsames Essen) mit geme<strong>in</strong>samem<br />
Kochen, <strong>in</strong>teressanten Vorträgen,<br />
Achtsamkeitsübungen, kle<strong>in</strong>en<br />
Wanderungen und geme<strong>in</strong>samem Essen.<br />
Achtsamkeit beim Essen heißt präsent<br />
und aufmerksam zu se<strong>in</strong>, das Essen als<br />
Nahrung für Körper, Herz, Geist und die<br />
S<strong>in</strong>ne zu betrachten. E<strong>in</strong> Lernprozess, für<br />
den es Eigenverantwortung braucht und<br />
der sich nur <strong>in</strong> der persönlich zuträglichen<br />
Geschw<strong>in</strong>digkeit entwickeln kann.<br />
Die Idee zu diesem Workshop entstand,<br />
als behandelte Patienten bei ihrer<br />
Entlassung nach ambulanter Weiterbehandlung<br />
fragten, es sich jedoch ke<strong>in</strong>e geeignete<br />
Anlaufstelle fand. Zu dieser Weiterbildung<br />
s<strong>in</strong>d Fachkräfte und Interessierte<br />
e<strong>in</strong>geladen, um die hier praktizierten<br />
Methoden später weiter zu vermitteln.<br />
Wenn sich genügend Teilnehmer f<strong>in</strong>den,<br />
soll dieser Kurs auch auf Deutsch als Weiterbildungsurlaub<br />
für Gruppen angeboten<br />
werden.<br />
E<strong>in</strong> tolles Konzept! Klar, dass es so etwas<br />
nur <strong>in</strong> Skand<strong>in</strong>avien gibt! Da w<strong>in</strong>kt<br />
Weiter auf Seite 31<br />
28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Re<strong>in</strong>igung 4<br />
Über 150 Teilnehmer aus drei<br />
Ländern* waren 2013 dabei – die<br />
Serie geht deshalb 2014 weiter!<br />
„Der s<strong>in</strong>nvolle Re<strong>in</strong>igungskreis – das Zusammenspiel von<br />
Eigenre<strong>in</strong>igung, Chemie, Masch<strong>in</strong>en und Hygiene“<br />
Vier Themen mit vier Referenten – geballtes Wissen zur Gebäudere<strong>in</strong>igung an e<strong>in</strong>em Tag<br />
1. Juli 2014 Syke (bei Bremen)<br />
Herbstterm<strong>in</strong>e <strong>in</strong> Vorbereitung:<br />
14. Oktober 2014 und 2. Dezember 2014<br />
<strong>in</strong> Schleswig-Holste<strong>in</strong> und Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen<br />
Präsentiert von<br />
„Re<strong>in</strong>igung hoch 4“ – Das neue Programm<br />
9.00 Uhr<br />
Chemie-Workshop<br />
a Michael Heimpel, Gebäudere<strong>in</strong>igermeister,<br />
Pramol Chemie AG, Schweiz<br />
Sauber-hygienisch-materialschonend –<br />
Die Sanitärraumre<strong>in</strong>igung<br />
Verschmutzungen <strong>in</strong> Sanitärbereichen richtig<br />
zu erkennen und geeignete Produkte auszuwählen,<br />
ist e<strong>in</strong>e anspruchsvolle Aufgabe.<br />
Michael Heimpel gibt viele praktische Tipps,<br />
um die Eigenschaften der richtigen Behandlungsmittel<br />
zu nutzen.<br />
10.30 Uhr<br />
Masch<strong>in</strong>en-Workshop<br />
a Uwe Richter, Fachwirt für Re<strong>in</strong>igungs- und<br />
Hygiene<strong>management</strong>, Schulungsleiter,<br />
Numatic International, Hannover<br />
Neue Bodenbeläge und deren<br />
fachgerechte Re<strong>in</strong>igung und Pflege<br />
Durch die gezielte Auswahl von Re<strong>in</strong>igungssystemen<br />
lassen sich Zeit und Kosten reduzieren.<br />
Ke<strong>in</strong>e leichte Aufgabe bei der Vielzahl<br />
moderner Bodenbeläge. Lernen Sie wichtige<br />
Optimierungspotenziale für die Re<strong>in</strong>igung<br />
kennen.<br />
12.00 Uhr<br />
Mittagsimbiss<br />
13.00 Uhr<br />
Hygiene-Workshop<br />
a Sab<strong>in</strong>e Rose Mück, Fachwirt<strong>in</strong> für Re<strong>in</strong>igungsund<br />
Hygiene<strong>management</strong>, zert. Des<strong>in</strong>fektor<strong>in</strong>,<br />
Hygiene Consult Mück, Cuxhaven<br />
Hygienesicherung<br />
<strong>in</strong> der Re<strong>in</strong>igungspraxis<br />
Die Anforderungen <strong>in</strong> Sachen Hygiene s<strong>in</strong>d<br />
gestiegen. Daher s<strong>in</strong>d entsprechende Kenntnisse<br />
zu e<strong>in</strong>em angemessenen Hygiene<strong>management</strong><br />
<strong>in</strong> vielen Branchen gefordert. S<strong>in</strong>d<br />
Sie auf dem aktuellen Stand, um die geforderte<br />
Hygienesicherheit umzusetzen?<br />
14.15 Uhr<br />
Kaffeepause<br />
14.30 Uhr<br />
Eigenre<strong>in</strong>igungs-Workshop<br />
a Alfred Radtke, Fachwirt für Re<strong>in</strong>igungs- und<br />
Hygiene<strong>management</strong>, Stadt Cuxhaven<br />
Sicherung der Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />
im Objekt<br />
Eigenre<strong>in</strong>igung oder Fremdvergabe – wichtig<br />
ist die Ergebnisqualität. Optimaler Masch<strong>in</strong>ene<strong>in</strong>satz,<br />
richtige Materialauswahl und<br />
realistische Leistungskennzahlen schaffen<br />
Synergien, die überzeugen.<br />
15.30 Uhr<br />
Fragerunde mit allen Referenten zum Abschluss<br />
Fragen Sie sich schlau! Die Referenten stehen für Fragen aus<br />
Ihrer beruflichen Praxis nach den Vorträgen und <strong>in</strong> der 30-m<strong>in</strong>ütigen<br />
Abschlussrunde zur Verfügung.<br />
16.00 Uhr<br />
Verabschiedung und Ende der Veranstaltung<br />
* Wir konnten Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Italien begrüßen.<br />
Anmeldung onl<strong>in</strong>e unter www.vnm-akademie.de
A K A D E M I E<br />
S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />
Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />
Allergen<strong>in</strong>formationspflicht – „Was bedeuten die Zahlen auf dem Speiseplan?“<br />
Bis 13. Dezember 2014 müssen die Maßgaben aus der Lebensmittel<strong>in</strong>formationsverordnung<br />
(LMIV) zur Allergenkennzeichnung auf Speiseplänen<br />
endgültig <strong>in</strong> allen Betrieben umgesetzt se<strong>in</strong>.<br />
Was dies für die verschiedenen E<strong>in</strong>richtungen der Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />
bedeutet und wie sich die Kenntlichmachung von Allergenen auf dem<br />
Speiseplan umsetzen lässt, wird <strong>in</strong> diesem Sem<strong>in</strong>ar vorgestellt.<br />
Darüber h<strong>in</strong>aus erhalten die Teilnehmer/<strong>in</strong>nen e<strong>in</strong>en Überblick über die häufigsten<br />
Lebensmittel<strong>in</strong>toleranzen und -allergien sowie Tipps zur <strong>in</strong>haltlichen<br />
Gestaltung von Speiseplänen für die Betroffenen.<br />
Themen und Inhalte:<br />
• Grundlagen zu Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien<br />
• Die häufigsten Allergene <strong>in</strong> Lebensmitteln und wie sich ihr E<strong>in</strong>satz vermeiden<br />
lässt<br />
• Was fordert die LMIV?<br />
• Kennzeichnung von verpackter Ware<br />
• Deklaration von Allergenen auf dem Speiseplan<br />
• Möglichkeiten zur Kennzeichnung<br />
Term<strong>in</strong>e, Orte und Zeiten:<br />
03. Juli 2014 <strong>in</strong> Freiberg/Sachsen<br />
04. Juli 2014 <strong>in</strong> Bayreuth<br />
14. Juli 2014 <strong>in</strong> Magdeburg<br />
15. Juli 2014 <strong>in</strong> Kassel<br />
17. Juli 2014 <strong>in</strong> Augsburg<br />
24. September 2014 <strong>in</strong> Münster<br />
26. September 2014 <strong>in</strong> Hannover<br />
jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />
Gebühr:<br />
Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />
Hauswirtschaft e.V. 159,– Euro, sonst 179,– Euro. Alle<br />
Preise zuzüglich MwSt., <strong>in</strong>kl. Tagungsunterlagen und<br />
-verpflegung.<br />
Referent<strong>in</strong>:<br />
Carola Re<strong>in</strong>er, CCR Unternehmensberatung<br />
Wie man <strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen mit Wäsche umgeht – Die Leitl<strong>in</strong>ie zum Wäsche<strong>management</strong><br />
Zielgruppe:<br />
Das Tagessem<strong>in</strong>ar richtet sich an Fachkräfte <strong>in</strong> der Hauswirtschaft aus sozialen<br />
E<strong>in</strong>richtungen und Diensten, <strong>in</strong> deren Verantwortung die Wäschepflege<br />
liegt. Es gibt Gelegenheit die Weiterentwicklung der vorhandenen haus<strong>in</strong>ternen<br />
Regelungen und Standards zu fördern.<br />
Thema:<br />
Die eigene Wäsche und ihre Pflege ist für viele Menschen e<strong>in</strong> sensibles<br />
Thema: Werterhaltung und Wohlbef<strong>in</strong>den, Identifikation und Intimität, all dies<br />
und vieles mehr verb<strong>in</strong>den wir mit unserer persönlichen Wäsche und Bekleidung.<br />
In stationären E<strong>in</strong>richtungen stellen sich rund um die Wäschepflege immer<br />
wieder Fragen, <strong>in</strong>sbesondere wenn die hauseigene Wäschereiabteilung e<strong>in</strong><br />
eher kle<strong>in</strong>er Bereich im Haus ist oder wenn die Wäsche geme<strong>in</strong>sam mit Bewohner/<strong>in</strong>nen<br />
durchgeführt wird. Bislang fehlten abgesicherte Antworten.<br />
Der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche<br />
<strong>in</strong> Deutschland und die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft haben<br />
nun e<strong>in</strong>e Leitl<strong>in</strong>ie zum Wäsche<strong>management</strong> <strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen erstellt,<br />
<strong>in</strong> der versucht wird die Bewohner<strong>in</strong>teressen mit den Anforderungen e<strong>in</strong>er<br />
guten Hygienepraxis und sachgerechten Wäschepflege rechtlich abgesichert<br />
<strong>in</strong> E<strong>in</strong>klang zu br<strong>in</strong>gen.<br />
Die Leitl<strong>in</strong>ie richtet sich an soziale E<strong>in</strong>richtungen, <strong>in</strong> denen Wäsche gewaschen<br />
wird - von der K<strong>in</strong>derkrippe und anderen K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfee<strong>in</strong>richtungen,<br />
E<strong>in</strong>richtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf bis zur<br />
stationären Altenhilfe und verschiedenen Formen des betreuten Wohnens,<br />
nur Krankenhäuser s<strong>in</strong>d ausgeklammert.<br />
Der neue und eigenständige Ansatz der Leitl<strong>in</strong>ie liegt dar<strong>in</strong>, die Wäscheversorgung<br />
<strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen konsequent an den Bedürfnissen der<br />
Nutzer<strong>in</strong>nen und Nutzer auszurichten. Die Leitl<strong>in</strong>ie<br />
unterstützt somit die Mitarbeiter(<strong>in</strong>nen), die Qualität<br />
der Wäscheversorgung nutzerorientiert und<br />
gleichzeitig rechtlich abgesichert zu erbr<strong>in</strong>gen. Die<br />
Voraussetzungen hierfür werden praxis- und handlungsorientiert<br />
erläutert und Umsetzungsmöglichkeiten<br />
<strong>in</strong> den E<strong>in</strong>richtungen werden aufgezeigt.<br />
Inhalte:<br />
• die Bedeutung von Wäsche für Bewohner/<strong>in</strong>nen<br />
• die rechtlichen Rahmenbed<strong>in</strong>gungen der<br />
Wäschepflege<br />
• Anforderungen an die Wäscheorganisation<br />
• Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen/<br />
Arbeitssicherheit<br />
• gute Hygienepraxis <strong>in</strong> der Wäschepflege<br />
Term<strong>in</strong>, Ort und Zeit:<br />
Aufgrund großer Nachfrage - Folgeterm<strong>in</strong> 2014!<br />
16. Juli 2014 <strong>in</strong> Zell am Ma<strong>in</strong> (Würzburg), 9 bis 17 Uhr;<br />
begrenzte Teilnehmeranzahl<br />
Gebühr:<br />
159,– Euro Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />
Hauswirtschaft e. V., sonst 179,– Euro. Preise<br />
zuzüglich MwSt., <strong>in</strong>kl. Tagungsunterlagen und -verpflegung.<br />
Referent<strong>in</strong>:<br />
Carola Re<strong>in</strong>er, CCR Unternehmensberatung<br />
Anmeldung onl<strong>in</strong>e unter www.vnm-akademie.de<br />
Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>gangsbestätigung<br />
mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Sem<strong>in</strong>argebühr<br />
erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlussterm<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Rechnung, die<br />
gleichzeitig als An meldebestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />
Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr <strong>in</strong> Rechnung stellen.<br />
Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir 25,– Euro<br />
Bearbeitungsgebühr erheben.<br />
Ihr Vorteil: Sie können <strong>in</strong> beiden Fällen e<strong>in</strong>e Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />
Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt., <strong>in</strong>kl. Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />
und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />
Anmeldeschluss: jeweils 4 Wochen vorher, sofern nicht anders angegeben.<br />
Absage: Der Veranstalter Magical Media GmbH behält sich das Recht vor, die Sem<strong>in</strong>are<br />
aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie Preisänderungen<br />
vorbehalten.<br />
Ansprechpartner:<br />
Birgit Hemscheidt, Telefon: (0 89) 31 89 05-15, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />
Coupon ausschneiden, ggf. kopieren und e<strong>in</strong>senden an:<br />
vnm-Akademie, Postfach 60 06 62, 81206 München<br />
Die vnm-Akademie ist e<strong>in</strong> Unternehmensbereich der Magical Media GmbH<br />
* Änderungen und Irrtümer sowie Preisänderungen vorbehalten
Fortsetzung von Seite 31<br />
Fachthema<br />
Mirko Geissler ab. Das Paradies dürfe man<br />
sich nun auch hier nicht erhoffen. In<br />
Deutschland wird oft vom skand<strong>in</strong>avischen<br />
Gesundheitswesen geschwärmt –<br />
doch die Lobpreisungen stecken voller<br />
Halbwahrheiten. Das System sei gerechter,<br />
so der Emigrant, aber auch bedeutend<br />
anspruchsloser. Die Entfernungen zwischen<br />
den Städten s<strong>in</strong>d riesig, es gibt ke<strong>in</strong><br />
dichtes Ärzte- und <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>netz. Vielfach wartet<br />
man erst mal ab. Wird <strong>in</strong> Deutschland<br />
bei e<strong>in</strong>em Patienten etwas Beunruhigendes<br />
festgestellt, läuft sofort die diagnostische<br />
und therapeutische Masch<strong>in</strong>erie<br />
auf Hochtouren. „In <strong>Norwegen</strong> tickt die<br />
biologische Uhr erst mal e<strong>in</strong>e ganze Weile<br />
weiter“, kommentiert Mirko Geissler die<br />
Situation <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Wahlheimat. Das kann<br />
bei manchen Krankheiten fatal se<strong>in</strong>.<br />
Doch das schmälert se<strong>in</strong> gutes Lebensgefühl<br />
<strong>in</strong> diesem Land nicht. Ebenso<br />
wenig wie die viel zitierte Dunkelheit <strong>in</strong><br />
Skand<strong>in</strong>avien. Zwar gibt es Täler, <strong>in</strong> die<br />
von November bis Januar ke<strong>in</strong> Sonnenstrahl<br />
dr<strong>in</strong>gt. Aber Familie Geissler wohnt<br />
auf e<strong>in</strong>er Anhöhe und hat jeden Tag Sonne.<br />
„Im Sommer können wir bis morgens<br />
um drei Uhr draußen sitzen, weil es dann<br />
die ganze Nacht nicht stockdunkel wird.<br />
Ich habe sehr viel mehr Energie als ich sie<br />
<strong>in</strong> Deutschland hatte“, schwärmt der Fan<br />
des Eisbadens (= zugefrorenen See aufhacken<br />
und im Wasserloch baden).<br />
Das Verhältnis zu den Eltern ist sehr<br />
gut – nach dem Motto „Abstand schafft<br />
Nähe“. Die Verwandtschaft kommt regelmäßig<br />
zu Besuch. Und kürzlich stellte der<br />
Vater fest: „Mirko, du hast alles richtig gemacht!“<br />
t Dorothea Kammerer<br />
Steckbrief Bodenbelag Teil 7<br />
Terrazzo<br />
Besondere Kennzeichen/Herstellung<br />
Der Terrazzo-Fußbodenbelag wird <strong>in</strong>dustriell hergestellt und besteht aus Zement und Hilfsstoffen.<br />
In der oberen Schicht gibt man Kalkste<strong>in</strong>e dazu, wie Marmorste<strong>in</strong>e oder Dolomit.<br />
Nachdem der Fußboden mehrfach geschliffen und poliert wurde, weist er se<strong>in</strong>en typischen<br />
Glanz auf. Empf<strong>in</strong>dlich ist der Boden besonders gegenüber Säuren und Verkratzungen.<br />
Daran erkenne ich den Belag<br />
Besonders auffällig s<strong>in</strong>d die geschliffenen Naturste<strong>in</strong>e, die durch den Zement, der auch gefärbt<br />
se<strong>in</strong> kann, ummantelt werden. In den 1950er und 1960er Jahren wurden häufig so genannte<br />
Terrazzoplatten verwendet, wie der Agglo-Marmor mit unterschiedlich großen Naturste<strong>in</strong>en<br />
oder der Werkkunstste<strong>in</strong> mit kle<strong>in</strong>eren Naturste<strong>in</strong>en.<br />
Eignung<br />
Sehr häufig f<strong>in</strong>det man diesen Kunstste<strong>in</strong>boden im Lebensmittele<strong>in</strong>zelhandel und Bahnhöfen, im privaten Wohnbereich, aber auch<br />
<strong>in</strong> historischen Gebäuden und Kirchen. Dies zeigt, dass der Boden e<strong>in</strong>e besonders lange Lebensdauer hat und sehr pflegeleicht<br />
ist. Durch die Zusammensetzung mit unterschiedlichen Marmorkörnungen und Farben kann man jeden Boden sehr <strong>in</strong>dividuell gestalteten.<br />
Neue Terrazzoböden s<strong>in</strong>d auch für e<strong>in</strong>en Heiz-Estrich (bei Fußbodenheizungen) oder e<strong>in</strong>e Dämmung geeignet.<br />
Richtige Re<strong>in</strong>igung<br />
Auf diesen Kalkste<strong>in</strong>boden sollte zunächst e<strong>in</strong> Pflegefilm aufgebaut werden – entweder durch Seife oder Polymerwischpflege.<br />
Auch Imprägnierungen oder Wachsfluate werden immer noch als Erste<strong>in</strong>pflege verwendet.<br />
Der Pflegefilm wird dann im Unterhalt regelmäßig mit e<strong>in</strong>em weißen Pad oder e<strong>in</strong>er weichen Bürste auspoliert. Alternativ kann e<strong>in</strong>e<br />
Emulsion auf den Boden aufgetragen und anschließend mit e<strong>in</strong>er Polymerwischpflege gere<strong>in</strong>igt werden.<br />
Häufigste Fehler<br />
Der Boden ist säureempf<strong>in</strong>dlich – leider kommt es immer wieder vor, dass der Boden abgesäuert wird. Dies führt zu e<strong>in</strong>em matten<br />
Boden, die kalkgebundenen Ste<strong>in</strong>e und der Zement werden angegriffen. Der Boden schmutzt ab diesem Zeitpunkt schneller<br />
an. Auch der E<strong>in</strong>trag von Streusalz kann den Boden angreifen. E<strong>in</strong>e fehlende Schutzschicht durch Pflegeprodukte führt dazu, dass<br />
kle<strong>in</strong>e Ste<strong>in</strong>e <strong>in</strong> der Schuhsohle den Boden angreifen können und diese Kratzer den Boden schmutzanfälliger machen.<br />
Expertenrat von Wilhelm Reim und Elke Merz-Schluck, Alegria, München<br />
Sollte der Ste<strong>in</strong> durch Säuren oder andere E<strong>in</strong>flüsse beschädigt worden se<strong>in</strong>, kann man ihn mit speziellen<br />
Diamant-Pad-Scheiben für die E<strong>in</strong>scheibenmasch<strong>in</strong>e oder Automaten abschleifen oder im Kristallisationsverfahren<br />
wieder herstellen. Es ist wichtig, den Pflegefilm möglichst schnell aufzubauen und dann über<br />
die komplette Lebensdauer zu erhalten, damit es zu ke<strong>in</strong>en Beschädigungen des Bodens kommen kann.<br />
Foto: Robert Baumann<br />
Weitere Informationen<br />
Wir empfehlen zur Vertiefung des Themas die <strong>rhw</strong>-DVD „Bodenre<strong>in</strong>igung für Profis“.<br />
Die Serie „Steckbrief Bodenbelag“ wird fortgesetzt.<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 31
Report<br />
Altenpflege: Hauswirtschaft<br />
zeigt Kompetenz<br />
28.500 Besucher zog es Ende<br />
März 2014 auf das Messegelände<br />
<strong>in</strong> Hannover zur diesjährigen<br />
Messe „Altenpflege“.<br />
Erstmals e<strong>in</strong>gerichtet wurde<br />
das Kompetenzzentrum Küche<br />
und Hauswirtschaft, hier hielten<br />
Experten wie Ralf und<br />
Christ<strong>in</strong>e Klöber an drei Tagen<br />
Kurzvorträge.<br />
2014wurde erstmals das<br />
„Kompetenzzentrum<br />
Küche und Hauswirtschaft“<br />
e<strong>in</strong>gerichtet, dies unter der Leitung<br />
der Bundesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft Hauswirtschaft<br />
und der Deutschen Gesellschaft für<br />
Ernährung (DGE e.V.). „Küche und Hauswirtschaft<br />
s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong> immer wichtiger werdender<br />
Bereich, da richtige Ernährung und<br />
gute Gastronomie entscheidenden Anteil an<br />
der Qualität von Pflegee<strong>in</strong>richtungen haben“,<br />
betonte Carol<strong>in</strong> Pauly, Veranstaltungsmanager<strong>in</strong><br />
beim Messe-Veranstalter<br />
V<strong>in</strong>centz Network.<br />
Thema im Kompetenzzentrum Küche<br />
und Hauswirtschaft war unter anderem die<br />
Ernährung bei Demenz. Demenzkranke benötigen<br />
e<strong>in</strong>e sowohl bedarfsgerechte als<br />
auch ressourcenfördernde Versorgung. Konzepte<br />
wie F<strong>in</strong>gerfood oder Eat by walk<strong>in</strong>g<br />
wollen dies personenbezogen gewährleisten.<br />
Kathar<strong>in</strong>a Stapel von der DGE stellte sie<br />
kurz vor. Dr. Inge Maier-Ruppert von der<br />
Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />
e.V. (dgh) kümmerte sich um das Thema Wäsche<strong>management</strong><br />
<strong>in</strong> Hausgeme<strong>in</strong>schaften.<br />
Cornelia Wegemund von der Orochemie<br />
GmbH & Co.KG referierte über die Unterstützung<br />
von Hygienemaßnahmen durch<br />
neue Medien.<br />
Catr<strong>in</strong> Schulze, Projektmanager<strong>in</strong>/Ernährungsberater<strong>in</strong><br />
bei der ABConcepts Verpflegungs<strong>management</strong><br />
mit System GmbH,<br />
sprach über gesunde Ernährung im Alter.<br />
Marianne Krause, bona fide, stellte Benchmark<strong>in</strong>g<br />
<strong>in</strong> der Hauswirtschaft vor: „Das Konzept<br />
Benchmark<strong>in</strong>g hilft, im Rahmen e<strong>in</strong>er<br />
systematischen und kont<strong>in</strong>uierlichen Analyse<br />
und Gegenüberstellung von Methoden,<br />
Abläufen und Strukturen Qualitäts- und Leistungssteigerungspotenziale<br />
zu identifizieren.<br />
Benchmark<strong>in</strong>g bedeutet Lernen von besten<br />
Lösungen und Ideen über die eigene E<strong>in</strong>richtung<br />
h<strong>in</strong>aus“. Katja Trautwig und Elke<br />
Ke<strong>in</strong>er vom Volkssolidarität Bundesverband<br />
behandelten die „Hauswirtschaftliche Versorgung<br />
im Wohnen“.<br />
Hygienekonzepte<br />
<strong>in</strong> Hausgeme<strong>in</strong>schaften<br />
Vorträge im Netz<br />
Unter der Adresse www.dghev.de/<br />
bag-hw-referate-altenpflegemesse2014<br />
f<strong>in</strong>den Sie im Internet Zusammenfassungen<br />
von Vorträgen, die Experten<br />
aus der Hauswirtschaft auf der<br />
„Altenpflege 2014“ gehalten haben.<br />
2014 wurde erstmals das<br />
„Kompetenzzentrum Küche und<br />
Hauswirtschaft“ e<strong>in</strong>gerichtet<br />
Christ<strong>in</strong>e Klöber von KlöberKassel sprach<br />
über Hygienekonzepte <strong>in</strong> Wohn- und Hausgeme<strong>in</strong>schaften:<br />
„In Wohn- und Hausgeme<strong>in</strong>schaften<br />
ist der Hygieneaspekt sicher<br />
nur e<strong>in</strong>er unter vielen. Die Umsetzung der<br />
Gesamtkonzeption steht im Vordergrund.<br />
Die hauswirtschaftlichen Anteile e<strong>in</strong>er guten<br />
Hygienepraxis müssen betrachtet werden,<br />
um zu e<strong>in</strong>er differenzierten Handlungsund<br />
Regelungsl<strong>in</strong>ie zu f<strong>in</strong>den“, betonte sie.<br />
E<strong>in</strong>en großen Beitrag zu dieser Vorgehensweise<br />
leisten qualifizierte Hygieneverantwortliche,<br />
die e<strong>in</strong>erseits die rechtlichen<br />
Forderungen, andererseits aber die Individualität<br />
und Persönlichkeit der Bewohner<br />
nicht aus den Augen verlieren. Besonders<br />
deutlich wird die Def<strong>in</strong>ition der eigenen Hygienemaßnahmen<br />
immer wieder im Umgang<br />
mit Lebensmitteln, speziell wenn Bewohner<br />
sich dabei engagieren.<br />
Danach g<strong>in</strong>g es bei Claudia Menebröcker<br />
von der DGE um das s<strong>in</strong>nvolle Vorgehen<br />
zur Behandlung von Mangelernährung.<br />
Lucia Baumgärtner-Griffiths von der Gersprenz<br />
Seniorendienstleistungs GmbH<br />
sprach dann über e<strong>in</strong>en „Beruf mit Zukunft:<br />
Fachkraft Lebensgestaltung/AlltagsmanagerIn.“<br />
„Die Pflege f<strong>in</strong>det nicht am Bett statt,<br />
sondern am Küchentisch, im Garten oder im<br />
Wirtschaftsraum“, me<strong>in</strong>t sie. Dazu passend<br />
thematisierte Mart<strong>in</strong>a Feulner von „H – wie<br />
Hauswirtschaft“ die Schulung und Begleitung<br />
von Mitarbeitenden, die aus der Großküche,<br />
Re<strong>in</strong>igung oder Pflege <strong>in</strong> die Alltagsbegleitung<br />
wechseln. Vorgestellt wurden<br />
auch Erkenntnisse und Erfahrungen auf dem<br />
Weg zu Haus- und Wohngeme<strong>in</strong>schaften.<br />
Schließlich präsentierte Ulrike Grohmann<br />
von der DGE den Ordner „Senioren <strong>in</strong><br />
der Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung“, der <strong>in</strong> Kooperation<br />
der DGE mit dem aid <strong>in</strong>fodienst<br />
e.V. <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er vollständig überprüften und auf<br />
den aktuellen wissenschaftlichen Stand gebrachten<br />
Auflage erschienen ist. <strong>rhw</strong>-Leser<br />
f<strong>in</strong>den diesen und andere Kurzvorträge im<br />
Internet (siehe Kasten l<strong>in</strong>ks).<br />
32 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Report<br />
Hygiene: Was ist s<strong>in</strong>nvoll<br />
und notwendig?<br />
E<strong>in</strong> Schwerpunktthema<br />
beim schon traditionellen Tag<br />
der Hauswirtschaft auf der „Altenpflege<br />
2014“ war das Thema<br />
Hygiene. Christ<strong>in</strong>e und Ralf<br />
Klöber aus Kassel boten dazu<br />
Vorträge und Workshops an.<br />
Essenz: Kontrollieren Sie <strong>in</strong> Ihrer<br />
E<strong>in</strong>richtung selbst entsprechend<br />
Ihrem Klientel: wie<br />
immungeschwächt s<strong>in</strong>d die<br />
Bewohner allgeme<strong>in</strong> und <strong>in</strong>dividuell,<br />
was könnte sie tatsächlich<br />
gefährden?<br />
„Kontrollieren Sie so viel<br />
wie wirklich notwendig und<br />
gesetzlich vorgeschrieben,<br />
aber verzichten Sie getrost<br />
auf uns<strong>in</strong>nige Aktionen, auch<br />
wenn manche Prüfbehörden<br />
diese fordern, zum Beispiel<br />
mit dem H<strong>in</strong>weis auf Ihre eigene<br />
Sicherheit“, so Ralf Klöber.<br />
Mit den richtigen Argumenten<br />
können Sie ihnen fachlich begegnen<br />
und sich selbst unnötige Arbeit sparen. Klöber<br />
legt großen Wert auf Eigenkontrolle: „Sie<br />
selbst müssen Risiken festlegen. Diese s<strong>in</strong>d<br />
ganz unterschiedlich, zum Beispiel je nachdem,<br />
ob Sie mit frischem Hackfleisch arbeiten<br />
oder Tiefkühl-Buletten benutzen.“ Es<br />
sollte immer um die Frage gehen: Was ergibt<br />
S<strong>in</strong>n? S<strong>in</strong>n ergibt für ihn beispielsweise,<br />
den Tiefkühler um zwei Grad kälter e<strong>in</strong>zustellen<br />
als die gesetzlich vorgeschriebenen<br />
-18 Grad, wenn die eigenen Mitarbeiter<br />
dazu neigen, die Tür relativ lange offen stehen<br />
zu lassen.<br />
Anbruchsdatum auf Suppen?<br />
E<strong>in</strong> anderes Beispiel: Der Gesetzgeber<br />
verlange nicht, auf Produkte wie Industriesuppen<br />
das Anbruchsdatum zu schreiben.<br />
Manche Behörden möchten das aber gerne,<br />
weiß der Experte. In H<strong>in</strong>sicht auf die Hygiene<br />
sei das aber unnötig, da die Suppe<br />
schließlich gekocht werde.<br />
Gesetzlich vorgeschrieben und s<strong>in</strong>nvoll<br />
sei es h<strong>in</strong>gegen, Frischfisch <strong>in</strong> Eis zu lagern<br />
Risikobewertung<br />
Im Internet f<strong>in</strong>den Sie unter der Adresse<br />
www.bfr.bund.de des Bundes<strong>in</strong>stituts<br />
für Risikobewertung kompakte<br />
Informationen, worauf Sie wirklich<br />
achten müssen beim Thema Lebensmittelhygiene.<br />
Tippen Sie im Suche-<br />
Fenster „Sicher verpflegt“ e<strong>in</strong>.<br />
Die <strong>rhw</strong>-Experten Christ<strong>in</strong>e und Ralf Klöber gestalteten e<strong>in</strong>en Teil des Programms beim Kompetenzzentrum<br />
Hauswirtschaft auf der Altenpflege-Messe <strong>in</strong> Hannover. Schon vormerken: Am 27. November<br />
2014 s<strong>in</strong>d die beiden beim 6. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag zu „Betrieblicher Gesundheit“ <strong>in</strong> Kassel zu erleben. Anmeldung<br />
<strong>in</strong> Kürze möglich unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de.<br />
– „<strong>in</strong> Eis, nicht auf Eis“, betonte Klöber. S<strong>in</strong>nvoll<br />
seien auch die gesetzlich vorgeschriebenen<br />
Zeiten zum Herunterkühlen gekochter,<br />
zu lagernder Mahlzeiten. Ralf Klöber: „Ich<br />
würde Ihnen allen e<strong>in</strong>en Schockkühler aufs<br />
Auge drücken.“ Dieser br<strong>in</strong>ge große Vorteile,<br />
übrigens auch <strong>in</strong> H<strong>in</strong>blick auf den Trend<br />
zu immer weniger Fachpersonal <strong>in</strong> den Küchen.<br />
Zusammenfassend würde er, wenn er<br />
Kontrolleur wäre, nach Folgendem fragen:<br />
u Re<strong>in</strong>igungs- und Des<strong>in</strong>fektionsplan – Unwörter<br />
dabei s<strong>in</strong>d „regelmäßig“ und „bei<br />
Bedarf“ (was bedeutet das?)<br />
u Warene<strong>in</strong>gangsprüfung<br />
u Temperaturkontrollen (Achtung: die Geräte<br />
müssen e<strong>in</strong>mal jährlich kalibriert<br />
werden)<br />
u Belehrung nach Infektionsschutzgesetz<br />
(IfsG)<br />
u Risikoanalyse über kühlpflichtige Lebensmittel<br />
u Schädl<strong>in</strong>gsüberwachung.<br />
Kompakte Infos im Internet<br />
E<strong>in</strong>richtungen, die mit Ehrenamtlichen<br />
arbeiten, die etwa mit Bewohnern geme<strong>in</strong>sam<br />
backen, müssen diese ebenfalls <strong>in</strong> Sachen<br />
Hygiene unterweisen. Dazu reicht es<br />
aus, ihnen das Merkblatt für Ehrenamtliche<br />
nach IfsG vorzulesen, so Ralf Klöber. Das ist<br />
auch für Hausgeme<strong>in</strong>schaften gut zu wissen,<br />
die sich ja das E<strong>in</strong>beziehen von Ehrenamtlichen,<br />
Angehörigen und sonstigen Besuchern<br />
ausdrücklich auf die Fahne schreiben.<br />
Über Wichtiges für Hausgeme<strong>in</strong>schaften<br />
und Wohngruppen <strong>in</strong> hygienischer H<strong>in</strong>sicht<br />
sprach Christ<strong>in</strong>e Klöber. Ihre Beobachtung:<br />
Die Beteiligung von Besuchern, aber auch<br />
der Bewohner scheitert oft an Zweifeln <strong>in</strong><br />
H<strong>in</strong>blick auf Hygienevorschriften. Insgesamt<br />
gelte auch hier: nachdenken! So sei das<br />
ständige Handschuhe an- und ausziehen oft<br />
uns<strong>in</strong>nig (auch ökonomisch), s<strong>in</strong>nvoller sei<br />
e<strong>in</strong>e gute Händehygiene. Nachzudenken gelte<br />
es auch bei der Flächendes<strong>in</strong>fektion: wo<br />
fassen die Bewohner häufig h<strong>in</strong>, wo nicht?<br />
Ersteres ist zum Beispiel bei Tischkanten der<br />
Fall, an denen sie sich festhalten, abstützen<br />
etc. Der Fußboden h<strong>in</strong>gegen komme eher<br />
selten mit der Haut der Bewohner <strong>in</strong> Kontakt,<br />
weiß Christ<strong>in</strong>e Klöber. Sie empfiehlt e<strong>in</strong>en<br />
Besuch der Homepage des Robert Koch-<br />
Instituts (RKI) unter www.rki-de. Dort werden<br />
wichtige Begriffe wie „situative Des<strong>in</strong>fektion“<br />
genau erklärt.<br />
E<strong>in</strong>richtungen können die dort vermittelten<br />
Infos dazu nutzen, um zu „verh<strong>in</strong>dern,<br />
dass ihnen von Behörden etwas übergestülpt<br />
wird, was sie gar nicht benötigen“, so<br />
Christ<strong>in</strong>e Klöber. Sie rät auch dazu, sich auf<br />
den RKI-Seiten <strong>in</strong>sbesondere die KRINKO-<br />
Empfehlungen zur Infektionsprävention <strong>in</strong><br />
Heimen und zur Re<strong>in</strong>igung und Des<strong>in</strong>fektion<br />
von Flächen anzuschauen. „In der Altenhilfe<br />
ist das RKI auf dem Normalitätstrip“,<br />
sagte Klöber <strong>in</strong> Hannover. Die Expert<strong>in</strong> weiter:<br />
„Sie s<strong>in</strong>d nicht gesetzlich verpflichtet,<br />
DIN-Normen anzuwenden. Außerdem haben<br />
die Behörden auch Informationspflichten,<br />
nicht nur Prüfpflichten.“ Die „Altenpflege<br />
2015“ f<strong>in</strong>det turnusmäßig <strong>in</strong> Nürnberg statt,<br />
Term<strong>in</strong>: 24. bis 26. März 2015. Interessante<br />
Produkte stellt unser Autor Sascha Kühnau<br />
<strong>in</strong> der kommenden Ausgabe vor.<br />
t Sigrid Daneke<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 33
Marktplatz<br />
Allergenfreies Brot und<br />
weiches Frühstücksei<br />
Ob Pancake-Automaten, Brot-Sushi, e<strong>in</strong>e speziellen Männermarmelade<br />
oder Kakao mit Guarana: an kreativen Ideen von<br />
kle<strong>in</strong>en, <strong>in</strong>novativen Unternehmen herrschte auf der Internorga,<br />
der Leitmesse für den Außer-Haus-Markt, ke<strong>in</strong> Mangel. Aber auch<br />
große Unternehmen präsentieren ihre Innovationen gern auf der<br />
Hamburger Messe, die im März mit 1.200 Ausstellern ausgebucht<br />
war. Hier e<strong>in</strong>e Auswahl <strong>in</strong>teressanter Produktneuheiten.<br />
E<strong>in</strong> großes Thema auf der Internorga<br />
waren neue vegetarische oder vegane<br />
Produkte für die fleischlose Küche. So<br />
bot Dr. Oetker Food Service neu vegetarische<br />
Schnitzel mit verschiedenen Füllungen<br />
an. Durch die Faserstruktur des verwendeten<br />
Soja-Weizeneiweiß wurde e<strong>in</strong>e sehr<br />
fleischähnliche Textur erreicht. Diese tiefgekühlten<br />
Convenience-Produkte s<strong>in</strong>d<br />
schnell im Kombidämpfer verzehrfertig gegart.<br />
Aus Milch und Getreide bestehen die<br />
Fleischersatzprodukte der Firma Valess. Angeboten<br />
werden unter anderem knusprige,<br />
saftige Schnitzel, Bällchen Pizza Style oder<br />
Filetstückchen für Ragouts oder Geschnetzeltes.<br />
Für die F<strong>in</strong>gerfood-Liebhaber oder<br />
für junge Gäste s<strong>in</strong>d Valess Junior Safari <strong>in</strong><br />
Elefantenform e<strong>in</strong> verführerisches Angebot.<br />
Mit diesen Produkten können ovo-lacto-vegetarische<br />
Angebote mit sehr wenig Aufwand<br />
und sehr gutem kul<strong>in</strong>arischen Ergebnis<br />
auf den Tisch gebracht werden.<br />
Der Marktführer für Mopro-Alternativen<br />
Alpro präsentierte mit der Cul<strong>in</strong>ary e<strong>in</strong>e<br />
pflanzliche Alternative zu saurer Sahne und<br />
Crème fraîche. Cul<strong>in</strong>ary kann wie e<strong>in</strong>e herkömmliche<br />
Kochsahne verwendet werden<br />
und ist für Suppen, Soßen, Aufläufe und<br />
Nachspeisen geeignet. Das Produkt flockt<br />
nicht aus und eignet sich bestens für vegetarische<br />
und vegane Gerichte. Die pflanzliche<br />
Kochsahne-Alternative zeichnet sich zudem<br />
durch se<strong>in</strong>e lange Haltbarkeit aus und<br />
ist <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Geb<strong>in</strong>de von 12 × 1 Liter erhältlich.<br />
Glutenfreie Brote und<br />
Texturgeber aus Zitrone<br />
Unter dem Markennamen Huttweiler<br />
wurden von der Jowa AG außerordentlich<br />
geschmackvolle glutenfreie Brote (tiefgekühlt)<br />
vorgestellt. Diese s<strong>in</strong>d nach Herstellerangaben<br />
zu 100 Prozent gluten-, nussund<br />
weizenfrei. Nach kurzer Backzeit bieten<br />
sie e<strong>in</strong>en knusprigen Brotgenuss, der<br />
nicht von Standard-Brot zu unterscheiden<br />
ist. Teigwaren <strong>in</strong> mehreren Formen sowie<br />
zwei Rührkuchen runden das Angebot für<br />
Allergiker ab.<br />
Für e<strong>in</strong>en hygienisch risikoärmeren Ei-<br />
Genuss bietet die Firma Eipro aus Lohne unter<br />
dem Markenname „Peggys“ pasteurisierte<br />
rohe Hühnereier sowie unterschiedliche<br />
Eifix-Frischeteige im Tetrapack an. Die<br />
Fotos: Alexandra Höß, Sascha Kühnau, HMC Internorga, Blanco, Peggys, Wiesenhof, UBENA<br />
4<br />
1<br />
2<br />
5<br />
3<br />
34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Marktplatz<br />
Handhabung ist denkbar e<strong>in</strong>fach: Der Teig<br />
wird direkt aus den 1000-ml-Tetra-Pack <strong>in</strong><br />
die Pfanne, auf das Waffeleisen oder die Crêpes-Platte<br />
gegossen. Messen, abwiegen,<br />
verrühren und die Ruhezeiten für die Teige<br />
können zum Beispiel beim Backen mit hochaltrigen<br />
Senioren oder beh<strong>in</strong>derten Menschen<br />
komplett entfallen. Trotzdem erfüllt<br />
der leckere Backduft den Raum und schafft<br />
Vorfreude auf den süßen Genuss.<br />
Herbafood Ingredients GmbH aus Werder<br />
(Havel) hat neu e<strong>in</strong>e Basistextur aus den<br />
Fasern von Zitronen im Programm, mit der<br />
geschmacksneutral Flüssigkeiten jedes Temperaturbereiches<br />
angedickt werden können.<br />
Die Konsistenz entsteht sofort ohne Aufkochen,<br />
so dass ke<strong>in</strong> schwer kalkulierbares<br />
Nachdicken das Ergebnis bee<strong>in</strong>trächtigen<br />
kann. Für Cremes, Desserts oder als Gelant<strong>in</strong>eersatz<br />
werden verschiedene Texturgeber<br />
angeboten, die e<strong>in</strong>e Gelbildung bis zur<br />
Schnittfestigkeit schaffen.<br />
Die Firma Ubena stellte e<strong>in</strong>ige würzige<br />
Neuigkeiten vor wie zum Beispiel die „süße<br />
L<strong>in</strong>ie“. Das s<strong>in</strong>d exklusive Würzmischungen<br />
zum Würzen und Mar<strong>in</strong>ieren von Hauptspeisen<br />
oder Nachspeisen. Diese <strong>in</strong> der Gold-<br />
Dose angebotenen Premium Mischungen<br />
s<strong>in</strong>d deklarationsfrei und sparsam im Gebrauch<br />
durch ihre hohe Ergiebigkeit. Das<br />
Sortiment umfasst fünf delikate Kreationen:<br />
Chili-Schoko, Ingwer-Orange, Rum-Karibik<br />
und Orangen- sowie Zitronenwürzer.<br />
Spätzle aus der Packung: Das Newcomer-Produkt<br />
„Frizle“ eröffnet auch allen<br />
Nicht-Schwaben die Chance auf den perfekten<br />
Spätzle-Genuss. Der frische Teig<br />
kommt <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>fachen Karton-Verpackung<br />
daher, die mit ihren kle<strong>in</strong>en Löchern<br />
als Spätzlepresse dient. So kann Jedermann<br />
mit Leichtigkeit das orig<strong>in</strong>ale Geschmackserlebnis<br />
ohne Aufwand und <strong>in</strong> Bio-Qualität<br />
genießen.<br />
Premiere für Trolley<br />
und Kombidämpfer<br />
Auch im Bereich Küchentechnik gab es<br />
e<strong>in</strong>ige Innovationen. So hatte sich die Firma<br />
Blanco für die Weltpremiere des AirServe<br />
Trolleys bewusst für die Internorga entschieden.<br />
Der kompakte Heißluft-Regenerationswagen<br />
bietet große Freiheiten beim<br />
Bestücken von Tabletts: Warm- und Kaltanteile<br />
der Menüs lassen sich flexibel variieren,<br />
zum Beispiel beim Mittagessen mit großem<br />
Warmanteil, gefolgt vom Abendessen<br />
mit e<strong>in</strong>em größeren Kaltanteil. Nutzerfreundlich<br />
ist auch die übersichtliche Steuerung<br />
mit Farbdisplay und Klartextanzeige.<br />
Mit e<strong>in</strong>er Auswahl aus 80 verschiedenen<br />
Farben für Tür- und Seitenpaneele passt sich<br />
der Trolley bei Bedarf jeder Architektur an.<br />
Exklusiv auf der Internorga präsentierte<br />
auch Convotherm se<strong>in</strong>e neue Flagship-<br />
Kombidämpfer-Serie Convotherm 4. „Wir<br />
waren von der Resonanz wirklich überwältigt“,<br />
sagte Dr. Mart<strong>in</strong> Behle, General Manager<br />
von Convotherm. Neben perfekten<br />
Garergebnissen liegt der Fokus bei dieser<br />
neuen Geräteserie auf dem ästhetischen<br />
Design. Spitzentechnologie, e<strong>in</strong>fache Bedienung<br />
und Hygiene sollen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>heit<br />
se<strong>in</strong>. Aufgrund des Designs sollen die Geräte<br />
auch für Front Cook<strong>in</strong>g bestens geeignet<br />
se<strong>in</strong>.<br />
Die Schweizer Firma Gastros aus Zürich<br />
stellte das mit dem Internorga Future Award<br />
2013 prämierte InductWarm System vor. Bei<br />
diesem wird die Wärme <strong>in</strong> <strong>in</strong>duktionsfähiges<br />
Porzellan durch Induktionsplatten übertragen.<br />
Auf diese Weise bleiben das Porzellan<br />
und somit die Speise heiß, ohne dass<br />
mit Wasser im Ausgabebereich gearbeitet<br />
werden muss oder Brennpaste den Speisengeruch<br />
bee<strong>in</strong>trächtigt. Dies ermöglicht<br />
e<strong>in</strong>e dosierte Warmhaltung verschiedener<br />
Speisen <strong>in</strong> sehr ansprechender Form.<br />
Die weltweit kle<strong>in</strong>ste Unfallstation für<br />
die Küche bietet die Firma Cederroth an. Sie<br />
ist e<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>nvolle, praxisorientierte Ergänzung<br />
zum empfohlenen DIN-Standard. Alle<br />
Erste-Hilfe-Produkte für Brand- und Schnittwunden<br />
s<strong>in</strong>d zugriffsbereit vorhanden. Die<br />
Unfallstation enthält Augenduschstation,<br />
Pflasterspender und verschiedene Hilfsmittel<br />
zur Kühlung und Schmerzl<strong>in</strong>derung bei<br />
Brandverletzungen. E<strong>in</strong>e transparente Klappe<br />
ermöglicht den direkten E<strong>in</strong>blick zur zielgerichteten<br />
Entnahme. Der Pflasterspender<br />
ist für die E<strong>in</strong>hand-Benutzung optimiert. Die<br />
Augendusche enthält e<strong>in</strong>e gepufferte Lösung<br />
zur schnellen Neutralisierung verspritzter<br />
Säuren und Alkalien. Das ist auch<br />
im Raumpflegebereich, wo Gefahrstoffe dosiert<br />
werden, e<strong>in</strong>e wirksame Erste-Hilfe-Vorsorge.<br />
t Sascha Kühnau/Alexandra Höß<br />
6<br />
7<br />
1 AirServe Trolley von Blanco<br />
2 Kombidämpfer Convotherm 4<br />
3 Valess – vegetarischer Fleischersatz auf Milchbasis (nicht vegan)<br />
4 Pasteurisierte Eier der Marke Peggys machen das weiche Frühstücksei<br />
im Heim wieder möglich und kosten etwa 80 Prozent mehr<br />
5 Fertige Eierteige „Eifix“ für Süßspeisen von Eipro<br />
6 Die Firma Ubena stellte e<strong>in</strong>ige würzige Neuigkeiten vor wie zum<br />
Beispiel die „süße L<strong>in</strong>ie“: Chili-Schoko, Ingwer-Orange, Rum-Karibik<br />
und Orangen- sowie Zitronenwürzer.<br />
7 Dann hat man es, wenn man es braucht: Pflasterspender von Salvequick<br />
8 Mit InductWarm bleiben Porzellan und Speisen heiß, ohne dass<br />
mit heißem Wasser oder Brennpaste Wasser im Ausgabebereich<br />
gearbeitet werden muss<br />
9 Allergen<strong>management</strong> <strong>in</strong> der Großküche: Unter dem Markennamen<br />
Huttweiler wurden von der Jowa AG Brote tiefgekühlt angeboten,<br />
die nach Herstellerangaben zu 100 Prozent gluten-, nuss- und weizenfrei<br />
s<strong>in</strong>d.<br />
8 9<br />
35
Report<br />
Technik ist im Haushalt<br />
überall gegenwärtig<br />
Who is Who der Branche <strong>in</strong> Fulda: Die Teilnehmer und Teilnehmer<strong>in</strong>nen der dgh-Jahrestagung 2014 (unter anderem stellvertretend<br />
seien genannt Herr/Frau Simpfendörfer, Bröcheler, Hornauer, Sobotka, Naumann, Lichtenberg, Andreä, Schukraft, Sennlaub, Feulner,<br />
Schäfer, Waizenegger, Maier-Ruppert und viele mehr…)<br />
In Fulda trafen sich im Februar 2014 Experten und Expert<strong>in</strong>nen<br />
rund um Hauswirtschaft. Erst die Jahrestagung der dgh am 20.<br />
und 21. Februar, die der Fachausschuss Haushaltstechnik organisiert<br />
hatte. Danach e<strong>in</strong> Symposium des Internationalen Verbandes<br />
für Hauswirtschaft (IVHW), über das wir bereits <strong>in</strong> <strong>rhw</strong><br />
<strong>management</strong> 4/2013 berichteten. Der neue Vorsitzende der Deutschen<br />
Gesellschaft für Hauswirtschaft, Prof. Dr. Gerd Naumann<br />
freute sich über die Synergieeffekte der beiden Veranstaltungen.<br />
Technik ist im Haushalt überall gegenwärtig.<br />
Sie wird sogar noch zunehmen.<br />
Das betrifft vor allem Technik,<br />
die bekannt ist unter „altersgerechte oder<br />
alltagsgerechte Assistenzsysteme“ und<br />
„Smart Home“. Aber auch Ökologie und<br />
Haushaltstechnik ist nach wie vor e<strong>in</strong> großes<br />
Thema. In e<strong>in</strong>igen Vorträgen erläuterten<br />
die Referenten, dass man schon sehr<br />
genau h<strong>in</strong>sehen müsse, um Aussagen über<br />
das Umweltverhalten e<strong>in</strong>es e<strong>in</strong>zelnen<br />
Haushaltes beurteilen zu können.<br />
Dass moderne Technik auch immer<br />
e<strong>in</strong>e ethische Dimension hat, erläuterte Dr.<br />
Karsten Weber, Prof. an der Universität<br />
Cottbus, <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Vortrag. Er h<strong>in</strong>terfragte<br />
das Altersbild kritisch. Glaubt man dem<br />
Bildmaterial und den Werbebroschüren, so<br />
s<strong>in</strong>d ältere Menschen durchweg fit, attraktiv,<br />
voller Lebenslust und gesund.<br />
„Doch das Alter sieht oft anders aus“, gab<br />
Weber zu bedenken. Denn zum Alter gehörten<br />
auch oft Krankheit und Hilfsbedürftigkeit.<br />
Er zeigte e<strong>in</strong> Foto von e<strong>in</strong>er älteren<br />
Dame, die ihre noch viel ältere Mutter<br />
pflegt. Mit den gängigen Werbebildern<br />
würde uns etwas als normal vorgegaukelt,<br />
was aber gar nicht der Normalfall sei.<br />
Vitaldaten bei Assistenzsystemen<br />
Kritisch sieht Weber auch den E<strong>in</strong>satz<br />
der altersgerechten Assistenzsysteme. Er<br />
stellte viele Fragen, die beim E<strong>in</strong>satz dieser<br />
Technik auftreten und mit denen man<br />
sich noch nicht ausreichend ause<strong>in</strong>andergesetzt<br />
hätte. Was passiert zum Beispiel<br />
mit den vielen privaten Daten, die diese<br />
Systeme sammeln? Weber spricht von e<strong>in</strong>em<br />
„E<strong>in</strong>griff <strong>in</strong> die Privat- und Intimsphäre<br />
durch technisch <strong>in</strong>duzierte Pflegemaßnahmen.“<br />
E<strong>in</strong> Beispiel: Was passiert, wenn<br />
sich die Vitaldaten e<strong>in</strong>es älteren Menschen,<br />
die regelmäßig zur Überwachung übertragen<br />
werden, durch Aufregung bei e<strong>in</strong>em<br />
Familienfest ändern? Der Pflegedienst <strong>in</strong>terpretiert<br />
das vielleicht als Notfall und<br />
platzt mitten <strong>in</strong> die Familienfeier. Möchte<br />
man das? Und was passiert, wenn der ältere<br />
Mensch Sex hat und deshalb die Vitaldaten<br />
von der Norm abweichen?<br />
Laut Weber können diese Überwachungssysteme<br />
zu Anpassung oder zu E<strong>in</strong>schränkung<br />
bei den älteren Menschen führen,<br />
da diese beim Pflegedienst nicht auffallen<br />
möchten. Die Assistenzsysteme sol-<br />
Fotos: Beatrix Flatt; dgh<br />
36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Report<br />
„Mischen Sie sich e<strong>in</strong>, damit diese Technik<br />
den Menschen nutzt und gleichzeitig<br />
die Privatheit berücksichtigt wird“, so<br />
Prof. Dr. Karsten Weber, Brandenburgische<br />
Technische Universität Cottbus-<br />
Senftenberg<br />
len den älteren Menschen die Teilhabe am<br />
sozialen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen.<br />
Setzt das die Menschen vielleicht<br />
unter Druck und führt zu Überforderung?<br />
Und wer kann diese altersgerechten<br />
Assistenzsysteme nutzen? Nur diejenigen,<br />
die sich die Assistenzsysteme leisten können?<br />
Prof. Weber sieht neben dem Datenschutzproblem<br />
auch e<strong>in</strong> Gerechtigkeitsproblem.<br />
Weber fragt auch, ob diese Systeme<br />
den Nutzern mehr Sicherheit bieten. Se<strong>in</strong><br />
Szenario: Pflegekräfte werden bei Rout<strong>in</strong>earbeiten<br />
technisch unterstützt. Die Folge<br />
s<strong>in</strong>d weniger Pflegekräfte, die für e<strong>in</strong><br />
größeres Gebiet zuständig s<strong>in</strong>d. Kommt es<br />
dann zu e<strong>in</strong>em wirklichen Notfall, dauert<br />
es eventuell länger, bis Hilfe kommt. Wie<br />
steht es mit der Kommunikation der hilfsbedürftigen<br />
Menschen, wenn sie von Geräten<br />
statt Menschen überwacht werden?<br />
Fragen über Fragen.<br />
„Diese Technik wird kommen“, ist Weber<br />
überzeugt. Es gehe auch nicht darum,<br />
sie zu verh<strong>in</strong>dern, aber er appellierte auf<br />
der dgh-Jahrestagung an die Fachleute:<br />
„Mischen Sie sich e<strong>in</strong>, damit diese Technik<br />
den Menschen nutzt und gleichzeitig die<br />
Privatheit berücksichtigt wird.“<br />
Welche Technik ist<br />
für den Menschen gut?<br />
Diskutiert wurde auf der Jahrestagung<br />
auch die Rolle der Haushaltswissenschaftler,<br />
Haushaltstechniker und Ökotrophologen<br />
bei der Entwicklung der Technik.<br />
Das betrifft sowohl herkömmliche Haushaltsgeräte<br />
mit immer neuen technischen<br />
Raff<strong>in</strong>essen als auch Unterstützungssysteme<br />
und Assistenzsysteme, die e<strong>in</strong> langes<br />
selbstständiges Leben ermöglichen<br />
sollen. Immer wieder wurde betont, dass<br />
Mart<strong>in</strong>a Schäfer erneut Vorsitzende der BAG-HW<br />
Mart<strong>in</strong>a Schäfer wurde am 8. März 2014 <strong>in</strong> ihrem<br />
Amt als Vorsitzende der Bundesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />
für Hauswirtschaft (BAG-HW)<br />
bestätigt. Zu ihrem 1. Stellvertreter wählten<br />
die Delegierten Daniel Fuchs vom Volkssolidarität<br />
Bundesverband e.V..<br />
Mart<strong>in</strong>a Schäfer (Foto) war vor zwei Jahren als<br />
neue Vorsitzende des Vorstandes der BAG-HW<br />
gewählt worden und erhielt das e<strong>in</strong>stimmige<br />
Vertrauen zur Wiederwahl. Frau Schäfer ist zudem<br />
aktiv im Bundesverband hauswirtschaftlicher<br />
Berufe MdH e.V.<br />
Auf fast fünfzehn Jahre erfolgreiche Arbeit<br />
kann die Bundesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft hauswirtschaftlicher<br />
Verbände (BAG-HW) <strong>in</strong>zwischen<br />
zurückschauen. Sie wurde 1999 auf<br />
Wunsch aller hauswirtschaftlicher Verbände<br />
und Organisationen auf Bundesebene gegründet<br />
und ist seit Januar 2000 als Beirat <strong>in</strong><br />
der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />
(dgh) beheimatet. Den entsprechenden Bundesm<strong>in</strong>isterien<br />
und anderen Institutionen steht<br />
seitdem e<strong>in</strong> Ansprechpartner mit se<strong>in</strong>em umfassenden Netzwerk zur Verfügung.<br />
Zurzeit s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> der BAG-HW 13 Bundesverbände und fünf Landesverbände mit über<br />
e<strong>in</strong>er Million Mitgliedern organisiert.<br />
sich Haushaltswissenschaftler <strong>in</strong> die Diskussion<br />
e<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen sollten.<br />
Wichtig sei es, von den Nutzern der jeweiligen<br />
Technik her zu denken. Entscheidend<br />
sei nicht, was an Technik möglich ist,<br />
sondern welche Technik für den Menschen<br />
gut ist. Es müsse immer gefragt werden:<br />
„Was braucht der e<strong>in</strong>zelne Mensch?“ Haushaltswissenschaftler<br />
könnten die Verbraucherbedarfe<br />
entwickeln und diese Ergebnisse<br />
an Techniker weitertragen. Gerade<br />
im H<strong>in</strong>blick auf neue Techniken und Assistenzsysteme<br />
wird e<strong>in</strong>e Untersuchung der<br />
ethischen, rechtlichen und sozialen Folgen<br />
gefordert. Das ist e<strong>in</strong> Querschnittsthema,<br />
das viele Professionen von Soziologen bis<br />
Elektrotechniker, aber auch Vertreter von<br />
Hauswirtschaft und Pflege diskutieren<br />
müssten.<br />
Wäschetrockner nicht<br />
per se unökologisch<br />
Auch das Thema Ökologie beschäftigt<br />
die Haushaltstechnik nach wie vor. Dass<br />
es hier ke<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>fachen Antworten gibt, verdeutlichte<br />
zum Beispiel Carl Otto Gensch<br />
vom Öko-Institut <strong>in</strong> Freiburg. Verteufelte<br />
man jahrzehntelang Wäschetrockner als<br />
Energiefresser, so zeigte er anhand verschiedener<br />
Untersuchungen, dass man das<br />
Thema sehr differenziert sehen müsse. Er<br />
stellte klar, dass auch das Wäschetrocknen<br />
auf der Le<strong>in</strong>e <strong>in</strong> beheizten Räumen nicht<br />
„gratis“ sei. Unter bestimmten Umständen<br />
ist es vielleicht <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> ökologischer auf<br />
der Wäschele<strong>in</strong>e zu trocknen, aber <strong>in</strong> Hamburg,<br />
wo die Luftfeuchtigkeit generell höher<br />
ist, ist vielleicht e<strong>in</strong> Wäschetrockner<br />
s<strong>in</strong>nvoller.<br />
Ausschlaggebend sei auf der e<strong>in</strong>en Seite,<br />
welche Technik man bei Wäschetrocknern<br />
benutzt (Ablufttrockner oder Wärmepumpentrockner),<br />
auf der anderen Seite<br />
müsse man die Bed<strong>in</strong>gungen der Le<strong>in</strong>entrocknung<br />
analysieren. Je nach Wohnsituation,<br />
Umgebungsklima sowie Heiz- und<br />
Lüftungsverhalten der Bewohner können<br />
die ökologischen Auswirkungen der Le<strong>in</strong>entrocknung<br />
während der Heizperiode<br />
ganz unterschiedlich ausfallen.<br />
Prof. Dr. Rolf Kreibich vom Institut für<br />
Zukunftsstudien und Technologiebewertung<br />
<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> forderte e<strong>in</strong>e nachhaltige<br />
Ökonomie. Se<strong>in</strong>e Vision: E<strong>in</strong> Wettbewerb<br />
im kapitalistischen S<strong>in</strong>ne um die besten<br />
Nachhaltigkeitsverfahren. „Wenn es uns<br />
gelungen ist, die Arbeitsproduktivität um<br />
e<strong>in</strong> Vielfaches zu steigern, warum sollte<br />
das nicht auch bei der Ressourceneffektivität<br />
gel<strong>in</strong>gen?“, so der Zukunftsforscher.<br />
Wegen des hohen Ressourcenverbrauchs<br />
im Bereich Haushaltstechnik hätten die Zukunftsgestalter<br />
hier e<strong>in</strong>e große Bedeutung.<br />
t Beatrix Flatt<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 37
Report<br />
Stallkamera, Streetfarm-<br />
Trucks und essbare Städte<br />
„Essen, das die Seele umarmt“ –<br />
das möchte Sternekoch Nelson<br />
Müller erreichen<br />
Essen, das die Seele umarmt<br />
Von der Betriebskant<strong>in</strong>e mit<br />
Produktion vom Band zum<br />
Live-Cook<strong>in</strong>g und Front-F<strong>in</strong>i -<br />
sh<strong>in</strong>g: E<strong>in</strong> Resümee der vergangenen<br />
40 Jahre Betriebsverpflegung<br />
sowie e<strong>in</strong>en Blick<br />
auf die zukünftigen Megatrends<br />
<strong>in</strong> Sachen Verpflegung<br />
wagte der 40. Deutsche Kongress<br />
für Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung,<br />
der anlässlich der<br />
Messe Internorga Mitte März<br />
<strong>in</strong> Hamburg stattfand.<br />
Wie sah die Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />
vor 40 Jahre aus? Satt und billig<br />
war die Devise, denn der Gast<br />
war Empfänger e<strong>in</strong>er freiwilligen sozialen<br />
Leistung, die fast umsonst war. Die Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />
war e<strong>in</strong> Zuschussgeschäft,<br />
lebte von Subventionen und die<br />
Produktion war zentral gesteuert. Was für<br />
e<strong>in</strong> Unterschied zu heute… „Es fand <strong>in</strong> den<br />
letzten Jahrzehnten e<strong>in</strong> regelrechter Para-<br />
Der Gang <strong>in</strong>s Betriebsrestaurant wird zum Gourmet-Erlebnis: Wenn die Mitarbeiter<br />
von Vodafone <strong>in</strong> Düsseldorf mittags zum Essen gehen, kocht dort für sie TV- und Sterne-Koch<br />
Nelson Müller. E<strong>in</strong>e Kooperation mit dem auf dem Vodafone-Campus zuständigen<br />
Caterer Aramark macht es möglich. So verantwortet Müller e<strong>in</strong>en der<br />
fünf Themenpavillons, die von Aramark eigens für Vodafone entwickelt wurden.<br />
„Das gastronomische Konzept mit e<strong>in</strong>em hohen Maß an Qualität und Frische und<br />
die Verbundenheit zu regionalen Zulieferern hat mich von Beg<strong>in</strong>n an überzeugt",<br />
sagt der TV-Koch. E<strong>in</strong> großer Teil der Lebensmittel wird ausschließlich aus der Region<br />
im Radius von 100 Kilometern um Düsseldorf bezogen und täglich frisch angeliefert.<br />
Nelson Müller stellte se<strong>in</strong>e <strong>in</strong>novative Kooperation mit Aramark auf dem GV-Kongress<br />
<strong>in</strong> Hamburg vor und kochte <strong>in</strong> der Mittagspause exklusiv für die Tagungsgäste.<br />
Der Koch, der <strong>in</strong> Essen das Restaurant „Schote“, ausgezeichnet mit e<strong>in</strong>em<br />
Michel<strong>in</strong>-Stern sowie e<strong>in</strong>e Kochschule betreibt, sagt von sich selbst: „Ich b<strong>in</strong> froh,<br />
dass ich Koch geworden b<strong>in</strong>.“ Ihn begeistern nach wie vor die Handwerklichkeit<br />
und das Arbeiten mit Naturprodukten.<br />
Er plant derzeit e<strong>in</strong> neues Projekt ebenfalls <strong>in</strong> Essen: das „Müllers“, e<strong>in</strong>e Art Brasserie<br />
mit Markthalle und offener Küche, denn: „Die Leute hungern danach, die Köche<br />
zu sehen.“ E<strong>in</strong> Koch arbeite heute nicht mehr versteckt, sondern direkt am Gast.<br />
„Das kreative Anrichten der Teller vor den Augen des Gastes ist e<strong>in</strong> Teil des Enterta<strong>in</strong>ments,<br />
das begeistert die Gäste und für die Köche ist es e<strong>in</strong>e Möglichkeit, sich<br />
auszudrücken“, erklärt Müller.<br />
Der Koch tritt nebenbei übrigens auch als Soulsänger mit se<strong>in</strong>er Band auf, ke<strong>in</strong><br />
Wunder also, dass er se<strong>in</strong>e Küche als Soulfood beschreibt, allerd<strong>in</strong>gs auf höchstem<br />
handwerklichem Niveau. Das Soul-Lebensgefühl <strong>in</strong> die Küche zu transportieren,<br />
ist das Ziel: „Es gibt eben Tage, da braucht man Essen, das die Seele umarmt.“<br />
t ah<br />
Fotos: A. Höß, HMC/Michael Zapf<br />
38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
Report<br />
„Die GV-Branche muss sich mit Gastro-<br />
Profis messen lassen, denn die Ansprüche<br />
der Gäste <strong>in</strong> Sachen gesunder Genuss<br />
und Nachhaltigkeit steigen ständig“,<br />
sagt Burkart Schmid<br />
digmenwechsel statt – weg von der Produktionsorientierung<br />
und h<strong>in</strong> zur Gastorientierung“,<br />
sagt Burkart Schmid, Chefredakteur<br />
der Zeitschrift gv-praxis, e<strong>in</strong>em der<br />
Veranstalter des GV-Kongresses.<br />
Der Produktionsplatz Großküche hat<br />
sich aufgelöst und der gesamte Küchenprozess<br />
zum Gast h<strong>in</strong> verlagert dank Front-<br />
Cook<strong>in</strong>g und Front-F<strong>in</strong>ish<strong>in</strong>g. Ebenso fand<br />
e<strong>in</strong>e große Veränderung auf dem Teller statt:<br />
frühere Sättigungsbeilagen wie Salat, Gemüse,<br />
Kartoffeln oder Pasta s<strong>in</strong>d heute die<br />
Hauptbestandteile der Mahlzeit.<br />
Die Subventionen s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> den letzten<br />
Jahrzehnten dramatisch gesunken, dafür<br />
müssen heute Deckungsbeiträge erwirtschaftet<br />
werden und morgen sollen es sogar<br />
Erlöse se<strong>in</strong>. Und: die GV-Branche muss<br />
sich mit Gastro-Profis messen lassen, denn<br />
die Ansprüche der Gäste <strong>in</strong> Sachen gesunder<br />
Genuss und Nachhaltigkeit steigen ständig.<br />
Auch <strong>in</strong> der GV-Branche s<strong>in</strong>d gute Mitarbeiter<br />
und gute Manager das wichtigste<br />
strategische Kapital. Mitarbeiter werden generell<br />
älter, weiblicher und bunter. Das Ziel<br />
muss laut Burkhart Schmid se<strong>in</strong>, Mitarbeiter<br />
mit Migrationsh<strong>in</strong>tergrund ganzheitlicher<br />
zu sehen und maximal zu fördern.<br />
„Aber wir haben gute Zukunftschancen,<br />
denn unsere Dienstleistung ist nicht austauschbar,<br />
sie kann weder <strong>in</strong>s Internet noch<br />
<strong>in</strong> Drittländer verschoben werden.“ Und: Essen<br />
und Tr<strong>in</strong>ken allgeme<strong>in</strong> ist e<strong>in</strong> großer<br />
Wachstumsmarkt, denn nichts ist den Menschen<br />
wichtiger als gesund alt zu werden …<br />
und das ist ohne Essen nicht möglich.<br />
Wissen, was du kaufst!<br />
Gesundheit ist e<strong>in</strong> Anspruch der Tischgäste<br />
von morgen an das Essen, e<strong>in</strong> weiteres<br />
wichtiges Stichwort heißt Transparenz.<br />
„In Zukunft werden wir alle nackt se<strong>in</strong>, das<br />
heißt, wir werden nichts mehr verbergen<br />
können“, br<strong>in</strong>gt es Andreas Ste<strong>in</strong>le, Geschäftsführer<br />
des Zukunfts<strong>in</strong>stituts, Frankfurt,<br />
auf den Punkt. In unserer vernetzten<br />
Welt erhalten wir immer mehr Infos, die aber<br />
auch bewertet und ausgewertet werden<br />
müssen. Nicht umsonst steht die App „barcoo“<br />
heute schon auf Platz neun der beliebtesten<br />
Downloads. Unter dem Motto<br />
„Wissen, was du kaufst“ bewertet die App-<br />
Produkte. Per Barcode-Scanner erhält man<br />
vielfältige Informationen wie Preisvergleiche,<br />
Testberichte oder Gesundheits<strong>in</strong>fos.<br />
Noch e<strong>in</strong>en Schritt weiter geht das Gerät<br />
„Tellspec“, an dem e<strong>in</strong> kanadisches Technikunternehmen<br />
derzeit bastelt. Der Food-<br />
Scanner soll mittels Spektroskopie-Technik<br />
herausf<strong>in</strong>den können, welche Inhaltsstoffe<br />
(wie zum Beispiel Zucker, Gluten, Eier) <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />
Mahlzeit stecken. Dafür „scannt“ man<br />
se<strong>in</strong> Essen mit e<strong>in</strong>em Scanner-Modul, welches<br />
die Daten an e<strong>in</strong>en Cloud-Server weiterleitet.<br />
Die dort analysierten Informationen<br />
werden anschließend an e<strong>in</strong>e eigens<br />
entwickelte Smartphone-App gesendet.<br />
Der Sauenstall im Netz<br />
„Wir werden es <strong>in</strong> Zukunft mit e<strong>in</strong>er Generation<br />
zu tun haben, der man nichts mehr<br />
vormachen kann. Daher ist e<strong>in</strong>e andere Art<br />
der Kommunikation nötig, nämlich e<strong>in</strong> authentischer<br />
Dialog, der Vertrauen herstellt“,<br />
sagt Andreas Ste<strong>in</strong>le. Beispiele dafür gibt<br />
es heute schon. So hat der Landwirt Werner<br />
Schwarz <strong>in</strong> Schleswig-Holste<strong>in</strong> beispielsweise<br />
e<strong>in</strong>e Stall-Kameras <strong>in</strong>stalliert,<br />
alle 20 Sekunden stellt die Webcam live e<strong>in</strong><br />
neues Bild vom Sauenleben im Abferkelstall<br />
<strong>in</strong>s Internet. In kurzen Videos über die Sauenhaltung<br />
erklärt der Landwirt viele weitere<br />
Abläufe se<strong>in</strong>er Arbeit. So können sich die<br />
Menschen selbst e<strong>in</strong> Bild machen und h<strong>in</strong>ter<br />
die Kulissen blicken.<br />
„Das, was bisher im H<strong>in</strong>tergrund geschah,<br />
rückt jetzt auf die Bühne“, erklärt Zukunftsforscher<br />
Ste<strong>in</strong>le. E<strong>in</strong> weiteres Beispiel<br />
dazu: auf der Webseite me<strong>in</strong>ekle<strong>in</strong>efarm.org<br />
wird <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Art Tagebuch das Leben und<br />
Sterben von Biofreilandschwe<strong>in</strong>en bis h<strong>in</strong><br />
„Das, was bisher <strong>in</strong> der Küche im H<strong>in</strong>tergrund<br />
geschah, rückt jetzt auf die Bühne“,<br />
erklärt Zukunftsforscher Andreas<br />
Ste<strong>in</strong>le<br />
zum fertigen Produkt gezeigt. Man sucht<br />
sich e<strong>in</strong> Tier im Schwe<strong>in</strong>e-Shop aus und bestellt<br />
das Fleisch e<strong>in</strong>es Tieres, dessen Leben<br />
man onl<strong>in</strong>e verfolgen konnte, als fertiges<br />
Produkt wie Wurst im Glas oder Räuchersch<strong>in</strong>ken.<br />
Geschlachtet wird lokal und auf<br />
jedem Produkt klebt e<strong>in</strong> Etikett mit dem Foto<br />
des Tieres, das dr<strong>in</strong>steckt.<br />
Lebensmittelproduktion hautnah<br />
Wortwörtlich „zurück zu den Wurzeln“<br />
heißt e<strong>in</strong> weiterer Trend. Damit geme<strong>in</strong>t ist,<br />
dass es mega-<strong>in</strong> se<strong>in</strong> wird, nicht nur geme<strong>in</strong>sam<br />
zu kochen und zu essen, sondern<br />
die Lebensmittel auch selber anzubauen<br />
und zu ernten. E<strong>in</strong> Beispiel dafür ist die „Essbare<br />
Stadt Andernach“. „Pflücken erlaubt“<br />
statt „Betreten verboten“ heißt es hier. Ob<br />
Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Die Stadtverwaltung<br />
lässt überall Gemüse, Obst und<br />
Kräuter anbauen – und jeder darf sich bedienen.<br />
Die öffentlichen Nutzpflanzen sollen<br />
zeigen, wie man sich gesund ernährt und<br />
sollen auch die Wertschätzung für regionale<br />
Lebensmittel steigern. Ob jäten oder ernten:<br />
die lokale Lebensmittelproduktion wird<br />
damit zur Freizeitaktivität für die Bürger.<br />
Dazu passt e<strong>in</strong> Projekt der amerikanischen<br />
Supermarktkette Whole Foods Market.<br />
In Brooklyn entsteht derzeit e<strong>in</strong> neuer<br />
Markt mit e<strong>in</strong>er Rooftop-Farm, also e<strong>in</strong>em<br />
Obst- und Gemüseanbau direkt auf dem<br />
Dach des Supermarktes. Kurze Wege zum<br />
Verbraucher s<strong>in</strong>d garantiert… E<strong>in</strong> ähnliches<br />
Pr<strong>in</strong>zip verfolgt der Streetfarm-Truck, den<br />
es <strong>in</strong> den USA schon als Prototyp gibt. Hier<br />
wird auf dem Dach e<strong>in</strong>es Trucks Obst und<br />
Gemüse angebaut, unten wird mit den Produkten<br />
gekocht und die Speisen werden direkt<br />
aus dem Truck heraus verkauft. Das geme<strong>in</strong>same<br />
Ernten ist <strong>in</strong> Japan sogar bereits<br />
Teil der Unternehmenskultur: e<strong>in</strong> Unternehmen<br />
<strong>in</strong> Tokio nutzt beispielsweise 20<br />
Prozent der Firmenfläche als Anbaufläche<br />
für Reis, Gemüse etc.<br />
Was heißt das nun für die Betriebsverpflegung?<br />
„Das geme<strong>in</strong>same Essen der Mitarbeiter<br />
ist zentraler Faktor im Innovations<strong>management</strong><br />
e<strong>in</strong>es Unternehmens, noch<br />
besser ist geme<strong>in</strong>sames kochen und geme<strong>in</strong>sames<br />
ernten“, sagt Andreas Ste<strong>in</strong>le.<br />
In Deutschland essen heute laut Umfragen<br />
rund 28 Prozent alle<strong>in</strong> an ihrem Arbeitsplatz<br />
– das ist eigentlich geschäftsschädigend.<br />
Denn: Unternehmen, <strong>in</strong> denen Socializ<strong>in</strong>g<br />
(berufliche Kontaktpflege im Rahmen<br />
von geselligen Treffen, Veranstaltungen) e<strong>in</strong><br />
aktiver Bestandteil der Kultur ist, haben e<strong>in</strong>e<br />
um 185 Prozent höhere Produktivität (Quelle:<br />
Gensler Workplace Report). Wichtigste<br />
Aufgabe e<strong>in</strong>es Betriebes ist es laut Ste<strong>in</strong>le<br />
daher, Kommunikation herzustellen, damit<br />
Mitarbeiter <strong>in</strong>novativer und kreativer arbeiten<br />
können.<br />
t Alexandra Höß<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 39
Management<br />
Wie man Talente gew<strong>in</strong>nt<br />
Der Erfolg dieser Branche macht fast e<strong>in</strong> wenig fassungslos:<br />
2.000 Teilnehmer hatte das diesjährige Foodservice-Forum Mitte<br />
März 2014 <strong>in</strong> Hamburg. Vom Azubi bis zum Aufsichtsrat war<br />
alles vertreten, was diese boomende Branche ausmacht. Themen<br />
waren die Trends im Außer-Haus-Konsum sowie neue Ideen<br />
für die Mitarbeitergew<strong>in</strong>nung.<br />
Gretel Weiß ist Herausgeber<strong>in</strong> der gastronomischen<br />
Wirtschaftsfachzeitschriften des<br />
Deutschen Fachverlages und traditionell<br />
Start-Referent<strong>in</strong> des Foodservice-Forums<br />
Beispiel für e<strong>in</strong>e Anzeigenkampagne der Züricher Verkehrsbetriebe mit der Quere<strong>in</strong>steiger<strong>in</strong>nen<br />
aus der Gastronomie angeworben werden sollen<br />
Was versteckt sich h<strong>in</strong>ter dem Begriff<br />
Foodservice? Alles, was mit<br />
Systemgastronomie, Quick-Service,<br />
Home-Delivery, Verkehrsgastronomie,<br />
Event-Cater<strong>in</strong>g oder auch Handels- und<br />
Freizeitgastronomie zu tun hat. Ob Burger<br />
K<strong>in</strong>g, Call a Pizza, Nordsee, Tank & Rast,<br />
Gosch, Vapiano oder BackWerk: vom anhaltenden<br />
Trend zum Außer-Haus-Konsum<br />
<strong>in</strong> Deutschland, der im letzten Jahr 68,1 Milliarden<br />
Euro (= 831 Euro pro Kopf) betrug,<br />
profitieren alle.<br />
„In der Branche herrscht e<strong>in</strong> angstfreier<br />
Optimismus, besonders <strong>in</strong> den Bereichen<br />
Take away, Home Delivery und Freizeitgastronomie“,<br />
sagt Gretel Weiß, traditionell<br />
Start-Referent<strong>in</strong> des Foodservice-Forums<br />
und Herausgeber<strong>in</strong> der gastronomischen<br />
Wirtschaftsfachzeitschriften des Deutschen<br />
Fachverlages. Trendprodukte 2013 waren<br />
alles, was den Namen Pizza trägt, Bäckerei-Snacks,<br />
Gourmet-Burger sowie der Filterkaffee,<br />
der e<strong>in</strong> Revival feiert.<br />
E<strong>in</strong> weiterer Trend ist, dass der E<strong>in</strong>zelhandel<br />
die Gastronomie entdeckt hat. Der<br />
Supermarkt wird zum sozialen Treffpunkt<br />
und nutzt se<strong>in</strong>e Kernkompetenz für Lebensmittel.<br />
Bequeme Food-Lösungen für<br />
zeitgestresste Großstadtmenschen s<strong>in</strong>d gefragt.<br />
E<strong>in</strong> Beispiel dafür ist das neue Bistrokonzept<br />
„Made by Rewe“, e<strong>in</strong> <strong>in</strong>tegrativer<br />
Bestandteil der Rewe-Supermärkte<br />
mit Counterservice und offener Küche, das<br />
sowohl Sofortverzehr als auch Essen to go<br />
bietet. Auf der Speisekarte: Backsnacks,<br />
Pizza, Curries, Suppen und Salate.<br />
Kennen Sie eigentlich den derzeitigen<br />
Mega-Trend für öffentliche Räume? Der<br />
heißt laut Gretel Weiß „Wohnlichkeit“. Restaurants<br />
und Cafés werden zum zweiten<br />
Zuhause, soziale Nähe und Wärme s<strong>in</strong>d<br />
wichtig. Natur pur, ehrliche Materialien wie<br />
Holz sowie e<strong>in</strong> stimmungsvolles Licht sollen<br />
für e<strong>in</strong> entspanntes Wohlfühlen sorgen.<br />
Die offene Küche schafft Vertrauen und<br />
ganz wichtig ist der Außenbereich, denn:<br />
der Garten ist das Zimmer der Zukunft.<br />
E<strong>in</strong> Beispiel für „Frechmut“ bei der Personalwerbung (Anzeigenkampagne der Züricher<br />
Verkehrsbetriebe)<br />
Foto: HMC/Nico Maack<br />
40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014
hw<br />
rationelle hauswirtschaft<br />
professionelle<br />
<strong>management</strong><br />
Impressum<br />
Fachmagaz<strong>in</strong> für die<br />
Hauswirtschaft<br />
Herausgeber<strong>in</strong>: Beatrix Bierschenck<br />
Redaktionsdirektor<strong>in</strong>: Dr. Angelika Schaller<br />
Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />
Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />
Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />
Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonl<strong>in</strong>e.de,<br />
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M. Christ<strong>in</strong>e Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser,<br />
Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka,<br />
Prof. Dr. Margot Ste<strong>in</strong>el, Ute Krützmann<br />
Layout: Joachim Ullmer<br />
Verlags-, Anzeigen- und Vertriebsleitung:<br />
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Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 34 a vom 1. Oktober 2013<br />
Market<strong>in</strong>gleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />
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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> ersche<strong>in</strong>t monatlich.<br />
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Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen E<strong>in</strong>sendung<br />
e<strong>in</strong>er entsprechenden Besche<strong>in</strong>igung 48,00 Euro/96,00 SFr.<br />
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Gerichtsstand: München<br />
Jetzt bewerben sich die Chefs<br />
Management<br />
Neben allen Erfolgsmeldungen hat die Foodservice-Branche aber<br />
auch Sorgen und die kommen uns bekannt vor: die Mitarbeiterbeschaffung<br />
ist e<strong>in</strong> großes Problem.<br />
Wie man Mitarbeiter auf neuen Wegen f<strong>in</strong>den kann, zeigt das Beispiel<br />
der Verkehrsbetriebe Zürich. „Mit frechmutiger Personalwerbung<br />
punkten“ lautet der Ansatz, den Jörg Buckmann, Leiter Personal<strong>management</strong><br />
bei den Verkehrsbetrieben, vorstellte. „Mit den heutigen<br />
Methoden der Personalsuche lässt sich ke<strong>in</strong> Blumentopf mehr<br />
gew<strong>in</strong>nen, Talente schon gar nicht“, ist sich Buckmann sicher. Der<br />
Bewerber werde heute immer noch als Bittsteller gesehen, doch das<br />
sei e<strong>in</strong> veraltetes Denkkonstrukt. Denn <strong>in</strong> Zeiten von Fachkräftemangel<br />
müssten sich nicht die Bewerber, sondern die Chefs bewerben.<br />
Die revolutionäre Lösung bei den Züricher Verkehrsbetrieben sieht<br />
so aus, dass die Chefs sich <strong>in</strong> Jobvideos höchstpersönlich bei den<br />
Stellensuchenden bewerben. Sie stehen für das Produkt „Stelle“ e<strong>in</strong><br />
und geben den Verkehrsbetrieben e<strong>in</strong> Gesicht. Chefs und Chef<strong>in</strong>nen<br />
legen Inhalte, Statements und Drehorte selber fest, auf diese Weise<br />
wirken sie authentisch. Das gilt übrigens für alle ausgeschriebenen<br />
Stellen – rund 100 Jobvideos wurden schon gedreht (siehe auch:<br />
www.vbz.ch/jobs).<br />
Charmante Direktheit und Humor<br />
E<strong>in</strong> weiterer Ansatz der Verkehrsbetriebe ist das zielgruppenspezifische<br />
Recruit<strong>in</strong>g, <strong>in</strong> diesem Fall ist es speziell auf Frauen ausgerichtet.<br />
„Wer e<strong>in</strong>e Frau beruflich anwerben will, muss sie e<strong>in</strong>fach<br />
ansprechen: e<strong>in</strong>e charmante Direktheit und auch e<strong>in</strong> bisschen Humor<br />
wirken oft Wunder“, sagt Jörg Buckmann.<br />
Gezielt werden auch Quere<strong>in</strong>steiger<strong>in</strong>nen gesucht: „Potenzielle<br />
Trampilot<strong>in</strong>nen arbeiten heute oft noch <strong>in</strong> Dienstleistungsbranchen<br />
wie der Gastronomie, die gilt es anzusprechen.“ Mit großangelegten<br />
Kampagnen wurde genau dies umgesetzt: „Liebe Kellner<strong>in</strong>nen, auch<br />
bei uns legen Sie lange Strecken zurück – aber im Sitzen“ oder „Wie<br />
wäre es mit e<strong>in</strong>em Job, bei dem Sie nicht auf Tr<strong>in</strong>kgeld angewiesen<br />
s<strong>in</strong>d“. Die Werbung hatte Erfolg: die Bewerbungen und auch die E<strong>in</strong>stellungen<br />
von Frauen bei den Verkehrsbetrieben haben sich seit E<strong>in</strong>führung<br />
der Kampagne um fast 50 Prozent erhöht.<br />
Generell empfiehlt Jörg Buckmann mehr „Frechmut“ bei der Personalsuche.<br />
E<strong>in</strong>e Wortschöpfung von ihm, zusammengesetzt aus den<br />
Attributen „frech und mutig se<strong>in</strong>“, die für ihn zwei essentielle Bauste<strong>in</strong>e<br />
der Personalwerbung s<strong>in</strong>d. Oft werde im Bereich Personal Seriosität<br />
mit Langeweile verwechselt. „Langweilige Personalwerbung<br />
zieht eben auch langweilige Menschen an. Wer Personalwerbung mit<br />
dem Charme e<strong>in</strong>e Sowjet-Kolchose macht, braucht sich nicht zu wundern,<br />
wenn er nicht wahrgenommen wird.“ t Alexandra Höß<br />
<strong>Vorschau</strong> auf die Juni-Ausgabe 2014<br />
50 Jahre <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>!<br />
Seit 1964 gibt es die <strong>rhw</strong> (<strong>management</strong>) bereits – wir nehmen Sie<br />
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Redaktionsschluss: 5. Mai 2014<br />
Anzeigenschluss: 7. Mai 2014<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 41
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mail@b-hennig.de, mobil: 01 72/6 92 41 03, Fax: 0 69/ 15 30 06 18<br />
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Unser Caritas-Altenzentrum St. Heribert <strong>in</strong> Köln-Deutz mit 108 Bewohner<strong>in</strong>nen und Bewohnern steht<br />
für e<strong>in</strong>e moderne Konzeption, für aufmerksame Pflege und Begleitung von Senior<strong>in</strong>nen und Senioren<br />
sowie für den respektierenden Umgang mit psychisch veränderten alten Menschen. Diese E<strong>in</strong>richtung<br />
ist e<strong>in</strong>e von rund 80 E<strong>in</strong>richtungen und Diensten des Caritasverband für die Stadt Köln e.V.<br />
Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir unbefristet e<strong>in</strong>e<br />
Fachdienstleitung Hauswirtschaft und Verwaltung<br />
mit 32,5 – 39 Wochenstunden <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er 5-Tage-Woche<br />
Ihre Hauptaufgaben:<br />
m Teil des E<strong>in</strong>richtungsleitungsteams mit Verantwortung für die Bereiche Verwaltung, Hauswirtschaft/<br />
Küche, Rezeption und Haustechnik sowie für die Gestaltung des Hauses und se<strong>in</strong>er Außenanlagen<br />
m Sicherstellen der Auslastung der E<strong>in</strong>richtung durch die ihr zugeordnete Funktion der E<strong>in</strong>zugsberater<strong>in</strong>nen<br />
und -berater<br />
m Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit und sozialräumliche Vernetzung der E<strong>in</strong>richtung<br />
m Mitverantwortung für die wirtschaftliche Betriebsführung und Erreichung der wirtschaftlichen Zielvere<strong>in</strong>barungen<br />
Unser Angebot<br />
m gezielte E<strong>in</strong>arbeitung und aktive Beteiligung an Qualitätsmaßnahmen<br />
m Möglichkeiten zur beruflichen Fort- und Weiterbildung<br />
m Vergütung nach AVR mit Sozialleistungen wie kirchliche Zusatzversorgung und Jobticket, tariflich vere<strong>in</strong>barte<br />
Sonderleistungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)<br />
Die vollständige Stellenausschreibung, auch mit Angaben zu Ihrem fachlichen und persönlichen<br />
Profil, f<strong>in</strong>den Sie unter: www.caritas-koeln.de .<br />
Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung. Für Auskünfte<br />
steht Ihnen Kirsten Rex (Tel. 02 21-9 55 70-3 28) zur Verfügung. Bitte schicken Sie Ihre Unterlagen per<br />
E-Mail oder per Post bis zum 26. 05. 2014 an:<br />
Caritasverband für die Stadt Köln e.V. – Personalentwicklung<br />
Bartholomäus-Sch<strong>in</strong>k-Straße 6, 50825 Köln<br />
E-Mail: personal@caritas-koeln.de<br />
Fortbildung<br />
Messe Pflege & Reha<br />
Alle 30 M<strong>in</strong>uten Vorträge<br />
zur Hauswirtschaft<br />
Vom 6. bis 8. Mai 2014 trifft sich die Pflegebranche und Hauswirtschaft<br />
auf der Pflege & Reha <strong>in</strong> Stuttgart. Die Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />
Hauswirtschaft Baden-Württemberg e.V. (LAG)<br />
gestaltet am 7. Mai 2014 von 14 bis 17 Uhr im Rahmen der Messe e<strong>in</strong>en<br />
Nachmittag mit aktuellen Themen aus der Hauswirtschaft. Das<br />
Programm im „Kohlhammer-Forum“ be<strong>in</strong>haltet folgende Vorträge:<br />
u 14.00 Uhr<br />
Aus- und Weiterbildung <strong>in</strong> der Hauswirtschaft (Kar<strong>in</strong> Beut<strong>in</strong>g-Lampe,<br />
kompass)<br />
u 14.30 Uhr<br />
Schulung von Menschen mit Beh<strong>in</strong>derung (Sab<strong>in</strong>e Ebert, Johannes-Diakonie<br />
Mosbach)<br />
u 15.00 Uhr<br />
Allergen<strong>in</strong>formationspflicht (Robert Baumann, <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>)<br />
u 15.30 Uhr<br />
Risiko<strong>management</strong> mit Augenmaß (Erika Miklos, Alegria)<br />
u 16.00 Uhr<br />
Fairer Handel – nachhaltige Chancen für die Hauswirtschaft (Petra<br />
Münchmeyer, GEPA)<br />
u 16.30 Uhr<br />
Den Überfluss verteilen (Lennart Schütz, Foodshar<strong>in</strong>g)<br />
Der Stand des Berufsverbandes Hauswirtschaft wird sich <strong>in</strong> Halle<br />
4, Standnummer A 26 bef<strong>in</strong>den. Die Vertreter der Zeitschrift <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
f<strong>in</strong>den Sie <strong>in</strong> Halle 4 Stand F 15.<br />
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Re<strong>in</strong>igung hoch 4<br />
Neues Programm 2014<br />
Mit e<strong>in</strong>em rundum neuen Programm startete die <strong>rhw</strong>-Workshop-<br />
Reihe „Re<strong>in</strong>igung hoch vier“ 2014 <strong>in</strong> die nächste Runde. Nach dem<br />
ersten Term<strong>in</strong> <strong>in</strong> Reutl<strong>in</strong>gen (Foto) f<strong>in</strong>det die nächste Veranstaltung<br />
am 1. Juli 2014 <strong>in</strong> Syke bei Bremen statt. Weitere Term<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d für den<br />
14. Oktober 2014 und 2. Dezember 2014 <strong>in</strong> Schleswig-Holste<strong>in</strong> und<br />
Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen geplant. Informationen unter www.vnm-akademie.de.<br />
Im vergangenen Jahr besuchten über 150 Teilnehmer aus drei<br />
Ländern das beliebte Update zur Gebäudere<strong>in</strong>igung.<br />
t<br />
k mpass <br />
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Fernlehrgänge<br />
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In Kooperation mit dem<br />
Deu<br />
Zert<br />
Deutsche Zertifizierung<br />
DIN ISO 29990:2010<br />
QUALITÄTSGEPRÜFTER<br />
BILDUNGSDIENSTLEISTER<br />
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www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />
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Hygiene<strong>management</strong><br />
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124 Seiten, gebunden<br />
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