02.05.2014 Aufrufe

rhw management Psychosomatische Klinik - Ernährungsbegleiter in Norwegen (Vorschau)

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hw<br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

B 3437 E<br />

5<br />

Mai 2014<br />

51. Jahrgang<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Fachmagaz<strong>in</strong> für die professionelle Hauswirtschaft<br />

c<br />

<strong>Psychosomatische</strong> <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong><br />

<strong>Ernährungsbegleiter</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />

K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfe<br />

Hauswirtschaft auf<br />

Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />

Messe-Neuheiten<br />

Pfiffiges von<br />

der Internorga


[Das aktuelle Buch]<br />

Ir<strong>in</strong>a Peric<strong>in</strong> Häflige<br />

Re<strong>in</strong>igungs<strong>management</strong><br />

Handbuch zur Gestaltung von Re<strong>in</strong>igungsdienstleistungen<br />

2 <br />

!<br />

3 !<br />

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4 <br />

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<br />

1 <br />

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8 <br />

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5 <br />

7 <br />

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6 "<br />

Re<strong>in</strong>igungs<strong>management</strong><br />

Wie wird Sauberkeit wahrgenommen? Was braucht es, damit wir uns <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Gebäude wohlfühlen und produktiv<br />

se<strong>in</strong> können? Wie kann die so kosten- und personal<strong>in</strong>tensive Gebäudere<strong>in</strong>igung optimal und nachhaltig organisiert<br />

werden?<br />

Auf diese Fragen gibt Ir<strong>in</strong>a Peric<strong>in</strong> Häfliger mittels Management-Methoden Antworten. Sie verb<strong>in</strong>det <strong>in</strong> diesem Buch<br />

betriebswirtschaftliches Managementwissen mit praktischem Fach- und Erfahrungswissen der Gebäudere<strong>in</strong>igung. Sie<br />

regt dadurch zur eigenständigen Organisation und <strong>in</strong>novativen Weiterentwicklung der Dienstleistung Re<strong>in</strong>igung an.<br />

1307025 Foto: © imagebos - Fotolia<br />

Ir<strong>in</strong>a Peric<strong>in</strong> Häfliger<br />

Re<strong>in</strong>igungs<strong>management</strong><br />

Verlag Neuer Merkur • ISBN 978-3-937346-90-8<br />

1. Auflage 2013 • 49,90 Euro<br />

zirka 470 Seiten • gebunden<br />

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Telefon (0 79 53) 718 90 08 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />

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Editorial<br />

HBL (nicht) als Heimleitung –<br />

bitte endlich klären!<br />

Hauswirtschaftliche Führungskräfte<br />

wie HBL (und entsprechend auch<br />

Meister<strong>in</strong>nen oder Fachhauswirtschafter<strong>in</strong>nen)<br />

s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> Bayern seit August<br />

2013 nicht mehr erlaubt für die Heimleitung.<br />

Wer bereits e<strong>in</strong>en Kurs zur Weiterbildung<br />

als Heimleitung absolviert, muss diesen<br />

deshalb sogar abbrechen. Dieser Kracher<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Leitfaden des Bayerischen<br />

Pflegem<strong>in</strong>isteriums vom August 2013<br />

schlägt weiter hohe Wellen (<strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

berichtete onl<strong>in</strong>e und <strong>in</strong> den Ausgaben<br />

1, 2, 3, 4/2014). Inzwischen setzt sich<br />

sogar die bayerische Landtagspräsident<strong>in</strong><br />

höchstpersönlich für die Hauswirtschaft<br />

e<strong>in</strong>. Doch der Reihe nach.<br />

Passend zum diesjährigen Welttag der<br />

Hauswirtschaft 2014 wurde zunächst als<br />

Durchbruch gefeiert, dass die bayerische<br />

Gesundheits- und Pflegem<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Melanie<br />

Huml den umstrittenen Passus wieder<br />

streichen lassen möchte. Dies wurde zum<strong>in</strong>dest<br />

dem BayLaH Ende März 2014<br />

schriftlich so mitgeteilt. Doch e<strong>in</strong>e andere<br />

protestierende Landtagsabgeordnete erhielt<br />

von der M<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> 14 Tage später e<strong>in</strong>e<br />

bei weitem nicht so positive Antwort.<br />

Vielmehr heißt es dort, dass weder die<br />

Hauswirtschafter<strong>in</strong> noch die HBL geeignet<br />

sei, e<strong>in</strong> Heim zu leiten, da die dafür nötigen<br />

Anforderungen über die Qualifikationen<br />

e<strong>in</strong>er HBL „weit h<strong>in</strong>aus gehen und betriebswirtschaftliches<br />

Verständnis für Pflegesatzverhandlungen<br />

oder auch Personalführungskompetenz<br />

beträfen“. Außerdem<br />

wird auf § 51 Absatz 1 AVPfleWoqG verwiesen,<br />

der Ausnahmeregelungen zulässt.<br />

Gespannt warten wir nun auf die Reaktion<br />

zum Antrag der Fraktion der Freien Wähler<br />

und was M<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Huml an Barbara<br />

Stamm schreibt, denn auch die Bayerische<br />

Landtagspräsident<strong>in</strong> setzt sich wegen dieser<br />

Ungleichheit ebenfalls für die Hauswirtschaft<br />

e<strong>in</strong>.<br />

Es können Fehler passieren, aber angesichts<br />

von fehlendem Fachpersonal <strong>in</strong><br />

Heimen e<strong>in</strong>e ganze dafür qualifizierte Berufsgruppe<br />

auszuschließen, die doch schon<br />

längst <strong>in</strong> der Praxis bewiesen hat, dass sie<br />

zum<strong>in</strong>dest stellvertretend Heime leiten<br />

kann – das ist immer noch nicht zu begreifen.<br />

Ob wir bis zum 16. <strong>rhw</strong>-Symposium am<br />

22. Mai 2014 <strong>in</strong> München e<strong>in</strong>en endgültigen<br />

Beschluss erwarten können?<br />

Dort haben wir zum<strong>in</strong>dest die Bundesverdienstkreuzträger<strong>in</strong><br />

und BLAF-Vorsitzende<br />

Johann Ittner für die Diskussion am<br />

Mittag e<strong>in</strong>geladen. Sie hat den Missstand<br />

als e<strong>in</strong>e der ersten öffentlich gemacht. Außerdem<br />

können Sie <strong>in</strong> München Vertreter<strong>in</strong>nen<br />

vieler wichtiger Verbände treffen,<br />

wie BayLaH, bkh, DHB, MdH oder den Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e.V., die sich<br />

sicherlich an der Diskussion beteiligen werden.<br />

Diese HBL-Entscheidung zurückzunehmen<br />

wäre das schönste Geschenk, das<br />

M<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Huml der Branche und <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

zum 50. Geburtstag machen<br />

könnte! Auch wenn es gar nicht erst dazu<br />

hätte kommen dürfen …<br />

Herzlich, Ihr<br />

Feiern Sie mit uns 50 Jahre <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> beim 16. <strong>rhw</strong>-Symposium <strong>in</strong> München<br />

Nicht nur über 85 Teilnehmer,<br />

zehn Aussteller<br />

und besondere Vorträge<br />

erwarten Sie am<br />

22. Mai 2014 <strong>in</strong> München.<br />

Am Nachmittag<br />

laden wir jeden Teilnehmer<br />

zum 50. <strong>rhw</strong>-<br />

Geburtstag auf e<strong>in</strong> Glas<br />

Sekt e<strong>in</strong>, bei schönem<br />

Wetter direkt im Garten<br />

am malerischen<br />

Schloss Suresnes, wo<br />

schon Paul Klee wohnte.<br />

Treffen Sie Weggefährten<br />

der Branche<br />

und feiern Sie mit uns!<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014 3


Inhalt<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 4<br />

Thema des Monats<br />

And the W<strong>in</strong>ner is:<br />

Baden-Württemberg 5<br />

Aktuelles 6<br />

a<br />

a<br />

a<br />

Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />

Fachthema<br />

Hauswirtschaft auf<br />

Schloss Z<strong>in</strong>neberg 10<br />

Ausschreibung gewünscht,<br />

Eigenre<strong>in</strong>igung bekommen 13<br />

„Wir wollen e<strong>in</strong>e Heimat se<strong>in</strong>“ 16<br />

Vom Koch zum<br />

<strong>Ernährungsbegleiter</strong> 25<br />

Steckbrief Bodenbelag:<br />

Terrazzo 31<br />

Wie die Hauswirtschaft die K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfe auf<br />

Schloss Z<strong>in</strong>neberg unterstützt Ab Seite 10<br />

Das Monsignore-Bleyer-Haus <strong>in</strong> München bietet e<strong>in</strong>e<br />

Heimat für Menschen mit Beh<strong>in</strong>derung Ab Seite 16<br />

Berufsbildung<br />

a<br />

Des<strong>in</strong>fektion mit Verstand 21<br />

Marktplatz<br />

Allergenfreies Brot und<br />

weiches Frühstücksei 34<br />

Report<br />

Technik ist im Haushalt<br />

gegenwärtig 36<br />

Stallkamera, Streetfarm-<br />

Trucks und essbare Städte 38<br />

Wie man Talente gew<strong>in</strong>nt 40<br />

Service<br />

Impressum 41<br />

Stellenangebot 42<br />

Fortbildung/<strong>Vorschau</strong> 41<br />

Titelfotos: Vlada Zhikhareva/Fotolia.com,<br />

Robert Baumann, Eipro/Peggys<br />

Beilagenh<strong>in</strong>weis: Dieser Ausgabe liegt das<br />

Buchprogramm des Verlags Neuer Merkur bei.<br />

E<strong>in</strong> Koch aus dem Erzgebirge wandert nach <strong>Norwegen</strong><br />

aus – und macht Karriere als <strong>Ernährungsbegleiter</strong><br />

Ab Seite 25<br />

Allergenfreie Brote und endlich weiche Eier im Altenheim:<br />

Produktneuheiten der Internorga 2014<br />

Ab Seite 34<br />

Fotos: Robert Baumann, Eva Maria Reichert, Rehabiliter<strong>in</strong>gssenteret AiR-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>k Norway, Sascha Kühnau<br />

4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


And the W<strong>in</strong>ner is:<br />

Baden-Württemberg…<br />

Thema des Monats<br />

Der Bundesleistungswettbewerb<br />

für Auszubildende <strong>in</strong> der<br />

Hauswirtschaft ist so etwas<br />

wie die „Deutsche Meisterschaft“<br />

der Branche. Beim 25.<br />

Wettbewerb vom 21. März bis<br />

23. März 2014 stellten 21 angehende<br />

Hauswirtschafter/<strong>in</strong>nen<br />

<strong>in</strong> Leipzig unter Beweis,<br />

dass der moderne Dienstleistungsberuf<br />

Hauswirtschaft<br />

weit mehr ist als Kochen, Waschen<br />

und Re<strong>in</strong>igen. Deutschlands<br />

beste Hauswirtschafter<strong>in</strong>nen<br />

2014 kommen zwei<br />

Mal aus Baden-Württemberg<br />

sowie aus Bayern.<br />

Die Gew<strong>in</strong>ner<strong>in</strong>nen des Bundeswettbewerbs, von l<strong>in</strong>ks nach rechts: Theresa Gme<strong>in</strong>der,<br />

Bayern (2. Platz), Helene Knam, Baden-Württemberg (1. Platz), Edith Schmidberger,<br />

Baden-Württemberg (3. Platz)<br />

Foto: MdH, Waizenegger<br />

Unter dem Motto „Soziale Geme<strong>in</strong>schaften<br />

durch Hauswirtschaft stärken“,<br />

kämpften die F<strong>in</strong>alisten der<br />

Vorentscheide um e<strong>in</strong>en Platz auf dem<br />

Treppchen. Alle drei Siegerplätze g<strong>in</strong>gen<br />

nach e<strong>in</strong>em spannenden Wettbewerb, bei<br />

dem es <strong>in</strong> großem Maß um Teamfähigkeit,<br />

Personalkompetenzen und selbstverständlich<br />

um herausragende fachliche<br />

Kompetenz g<strong>in</strong>g, nach Süddeutschland.<br />

Helene Knam gewann 2014 nicht nur den<br />

1. Platz, sondern auch den Europapreis<br />

Alle 21 F<strong>in</strong>alisten, die <strong>in</strong> ihren Bundesländern<br />

bereits durch Spitzenleistungen im<br />

Landeswettbewerb die Teilnahme <strong>in</strong> Leipzig<br />

errungen hatten, zeigten hervorragende<br />

Leistungen.<br />

Drei süddeutsche Sieger<br />

Helene Knam aus Radolfzell am Bodensee<br />

(Baden-Württemberg) belegte<br />

beim Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende<br />

<strong>in</strong> der Hauswirtschaft 2014 den<br />

ersten Platz. Sie besucht aktuell die Schule<br />

<strong>in</strong> Vill<strong>in</strong>gen-Schwennigen und möchte<br />

nach ihrer Ausbildung noch Betriebswirt<strong>in</strong><br />

für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />

werden. Als besondere Auszeichnung<br />

erhielt sie den Europäischen Preis des<br />

IVHW mit e<strong>in</strong>em e<strong>in</strong>wöchigen Schnupperpraktikum<br />

<strong>in</strong> der Schweiz.<br />

Den zweiten Platz erreichte Theresa<br />

Gme<strong>in</strong>der aus Bad H<strong>in</strong>delang <strong>in</strong> Bayern (wir<br />

berichteten <strong>in</strong> <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4/2014).<br />

Der dritte Platz g<strong>in</strong>g wiederum nach Baden-Württemberg<br />

an Edith Schmidberger<br />

aus Bad Waldsee, die auch den Sonderpreis<br />

im Bereich Theorie erhielt. Weitere<br />

Sonderpreise für herausragende Leistungen<br />

<strong>in</strong> E<strong>in</strong>zeldiszipl<strong>in</strong>en g<strong>in</strong>gen nach Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen<br />

(Renné Krabbe – Betreuung)<br />

und Rhe<strong>in</strong>land-Pfalz (Jaquel<strong>in</strong>e Retzmann<br />

– beste E<strong>in</strong>zelleistung im Team).<br />

Gerade die Teamorientierung ist bei<br />

professionellem Auftreten und Handeln<br />

notwendig. Kooperatives Verhalten und das<br />

Arbeiten an geme<strong>in</strong>samen Lösungen nimmt<br />

aufgrund der knappen Budgets und der höheren<br />

Kundenansprüche immer mehr Raum<br />

e<strong>in</strong>. Aus diesem Grund wurde auch das beste<br />

Team geehrt, welches aus Teilnehmern<br />

aus Hessen, Niedersachsen, Nordrhe<strong>in</strong>-<br />

Westfalen und Bayern bestand.<br />

Unter Deutschlands besten Hauswirtschaftsjunioren<br />

befanden sich auch drei<br />

männliche Teilnehmer. E<strong>in</strong> Zeichen, dass<br />

der vielseitige und durchaus anspruchsvolle<br />

Beruf nicht mehr nur <strong>in</strong> weiblicher<br />

Hand ist. Der Wettbewerb an der Ruth-<br />

Pfau-Schule konnte <strong>in</strong> dieser Form nur<br />

durch die großzügige Unterstützung des<br />

Freistaates Sachsen, Landes<strong>in</strong>stitut für Umwelt,<br />

Landwirtschaft und Geologie, durchgeführt<br />

werden.<br />

Wettbewerb 2015 <strong>in</strong> Stade<br />

Veranstalter des Bundesleistungswettbewerbs<br />

für Auszubildende <strong>in</strong> der<br />

Hauswirtschaft ist der Bundesverband<br />

hauswirtschaftlicher Berufe MdH e. V. Der<br />

Bundesleistungswettbewerb wird jedes<br />

Jahr zeitgleich zum Welttag der Hauswirtschaft<br />

(21. März) veranstaltet. Im nächsten<br />

Jahr f<strong>in</strong>det der Bundesleistungswettbewerb<br />

vom 20. bis 22. März 2015 <strong>in</strong> der Nähe von<br />

Hamburg statt, und zwar <strong>in</strong> Stade (Niedersachsen)<br />

an den Berufsbildenden Schulen<br />

III.<br />

t Ruth Waizenegger/Red<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 5


Aktuelles<br />

Studie zu gesellschaftlichem Nutzen<br />

Re<strong>in</strong>igungskraft schafft<br />

mehr Wert als Spitzen-Banker<br />

Intergastra 2014<br />

Zum achten Mal wurden auf der Messe<br />

Intergastra die Innovationspreise<br />

verliehen. Der Innovationspreis im Bereich<br />

Küchentechnik g<strong>in</strong>g an die Hupfer Metallwerke<br />

für die „ISOBOX mobil“. Beim Objekt-<br />

und Facility Management konnte die<br />

Firma CSE Clean Solution mit dem „Ecobug“<br />

für wasserlose Ur<strong>in</strong>ale überzeugen.<br />

Der Kaffeevollautomat „Foam Master 800“<br />

von Franke Coffee Systems wurde <strong>in</strong> der<br />

Dass die Arbeit e<strong>in</strong>er Re<strong>in</strong>igungskraft<br />

e<strong>in</strong>en Mehrwert für die Gesellschaft<br />

hat, als die e<strong>in</strong>es Bankers oder Steuerberaters,<br />

das hat e<strong>in</strong>e wirtschaftswissenschaftliche<br />

Studie aus Großbritannien herausgearbeitet.<br />

Die „Denkfabrik New Economics<br />

Foundation“ führte e<strong>in</strong>e Studie zum<br />

Thema Arbeit und deren Wert für die Gesellschaft<br />

durch, so berichtete die Süddeutsche<br />

Zeitung vom 22./23. März 2014. Angebot<br />

und Nachfrage entscheiden heute hauptsächlich<br />

über das Gehalt – jedoch nicht der<br />

gesellschaftliche Nutzen für die Gesellschaft.<br />

Festzustellen gilt, dass<br />

u die Lohnhöhe auch e<strong>in</strong>e Frage der sozialen<br />

Konvention ist<br />

u die Leistung vieler Arbeitnehmer sich<br />

nicht gut messen lässt<br />

u der Verdienst <strong>in</strong> den meisten sozialen<br />

Berufen kümmerlich ist.<br />

Wenn man diese Punkte zusammennimmt,<br />

erklärt sich leicht, warum beispielsweise<br />

e<strong>in</strong>e Re<strong>in</strong>igungskraft e<strong>in</strong>en<br />

Bruchteil des Gehaltes e<strong>in</strong>es Managers verdient:<br />

der Manager br<strong>in</strong>gt dem Unternehmen<br />

unter Umständen e<strong>in</strong>en Millionengew<strong>in</strong>n<br />

<strong>in</strong>s Haus; dass das Unternehmen jeden<br />

Tag perfekt gere<strong>in</strong>igt ist, spielt e<strong>in</strong>e<br />

kaum messbare Rolle für den Umsatz. Vergessen<br />

wird dabei allerd<strong>in</strong>gs, welchen gesellschaftlichen<br />

Nutzen die Re<strong>in</strong>igungskraft<br />

mit sich br<strong>in</strong>gt. Glaubt man der britischen<br />

Studie, so kostet jedes britische Pfund, das<br />

e<strong>in</strong> Spitzenbanker kassiert, die Gesellschaft<br />

sieben Pfund. H<strong>in</strong>gegen generieren<br />

Re<strong>in</strong>igungskräfte mit jedem „verdienten<br />

Pfund mehr als zehn Pfund an gesellschaftlichem<br />

Wert“. Bei Steuerberatern ist<br />

das Verhältnis sogar noch gravierender: für<br />

jedes verdiente Pfund zahlt die Gesellschaft<br />

47 Pfund drauf. E<strong>in</strong>e hohe Bezahlung<br />

bedeutet demnach nicht automatisch,<br />

dass die gesellschaftliche Leistung gleichermaßen<br />

hoch anzusehen ist. Gerade bei<br />

e<strong>in</strong>er alternden Bevölkerung ist es <strong>in</strong> Zukunft<br />

unabd<strong>in</strong>gbar, Arbeitskräfte für soziale<br />

Berufe zu gew<strong>in</strong>nen – und diese auch<br />

entsprechend zu entlohnen.<br />

t<br />

Innovationspreise für neuartige<br />

Ur<strong>in</strong>ale und Hoteltür<br />

Kategorie Getränke ausgezeichnet, im Bereich<br />

Design hatte die Firma Häfele mit ihrem<br />

Elementsystem „Die Hoteltür“ die<br />

Nase vorn. In Punkto Nachhaltigkeit und<br />

Produktivität erwies sich die Korbdurchschubspülmasch<strong>in</strong>e<br />

der PT-Serie aus dem<br />

Hause W<strong>in</strong>terhalter als konkurrenzlos, und<br />

<strong>in</strong> der Kategorie Food setzte Herbafood Ingredients<br />

mit „BASIC Textur“ neue Maßstäbe<br />

<strong>in</strong> der Speisenzubereitung. t<br />

<strong>rhw</strong>-Newsticker<br />

Interclean: Vom 6. bis 9. Mai 2014 f<strong>in</strong>det<br />

die 25. ISSA/INTERCLEAN Amsterdam<br />

statt – Internationale Fachmesse<br />

für Gebäudere<strong>in</strong>igung und Wartung –<br />

Informationen unter www.issa<strong>in</strong>terclean.com.<br />

Allergene – 10 Zusatzterm<strong>in</strong>e: Wegen<br />

der nicht enden wollenden Nachfrage<br />

beim Thema Allergen<strong>in</strong>formationspflicht<br />

gibt es von <strong>rhw</strong> <strong>in</strong>zwischen bis<br />

Ende September 2014 zehn Zusatz-Term<strong>in</strong>e<br />

mit Carola Re<strong>in</strong>er (www.vnm-akademie.de),<br />

für <strong>rhw</strong>-Abonnenten schon<br />

ab 159 Euro plus MwSt. H<strong>in</strong>weis: Bei<br />

anderen Anbietern kosten vergleichbare<br />

Allergie-Tagessem<strong>in</strong>are bis zu 950<br />

Euro…<br />

Als HBL doch Heimleiter<strong>in</strong>? Die bayerische<br />

Pflegem<strong>in</strong>ister<strong>in</strong> Melanie Huml<br />

hat <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Schreiben an den Landesausschuss<br />

für Hauswirtschaft (Bay-<br />

LaH) mitgeteilt, dass der Leitfaden zur<br />

Ausführungsverordnung des PfleWoqG<br />

überarbeitet und „die genannte Formulierung<br />

aufgrund ihrer Missverständlichkeit<br />

gestrichen wird“. Doch es<br />

bestehen Zweifel; mehr dazu beim 16.<br />

<strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai 2014 <strong>in</strong><br />

München.<br />

Housekeep<strong>in</strong>g: Der nächste Housekeep<strong>in</strong>g-Fachtag<br />

<strong>in</strong> Salzburg f<strong>in</strong>det am<br />

3. Juni 2014 im Best Western Plus Parkhotel<br />

Brunauer Salzburg statt:<br />

www.housekeep<strong>in</strong>gkongress.at<br />

Schneidereit: Seit April 2014 leitet Uwe<br />

Schölermann bei der Schneidereit<br />

GmbH den Bereich strategische Marktentwicklung<br />

und verantwortet die kundenorientierten<br />

Wachstumsziele des<br />

Sol<strong>in</strong>ger Unternehmens.<br />

Experten-Pool: Baden-Württemberg<br />

will neue Akzente <strong>in</strong> der Ernährungsbildung<br />

setzen. Dazu soll unter anderem<br />

e<strong>in</strong> Expertenpool zur Beratung zur<br />

Außer-Haus-Verpflegung e<strong>in</strong>gesetzt<br />

werden. So soll es Angebote für Familien<br />

<strong>in</strong> schwierigen Lebenslagen <strong>in</strong><br />

Form e<strong>in</strong>es Schwerpunktprogramms<br />

mit den Themen E<strong>in</strong>kauf, Lagerung,<br />

Verwendung und Qualität von Lebensmitteln<br />

geben. Der Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e.V. begrüßte das Vorhaben.<br />

Kita- und Schulessen: Erstmals gibt es<br />

von den 16 Vernetzungsstellen für Kitaund<br />

Schulverpflegung e<strong>in</strong>heitliche<br />

Handlungsempfehlungen als neunseitiges<br />

pdf: www.<strong>in</strong>-form.de/vns-portal<br />

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6


Aktuelles<br />

Neugründung<br />

Plattform „Klasse Wäsche“<br />

startet <strong>in</strong> Deutschland<br />

Tipps und H<strong>in</strong>tergrundwissen rund um<br />

die hauseigene Wäscherei f<strong>in</strong>den Hotels,<br />

Gaststätten, Alten- oder Pflegeheime<br />

ab sofort bei „Klasse Wäsche“<br />

(www.klassewaesche.de). So heißt die<br />

neue marken- und firmenneutrale Informationsplattform,<br />

die fünf Unternehmen<br />

aus den Branchen Wäsche, Wäschereitechnik<br />

und Chemie gestartet haben. Gründungsmitglieder<br />

s<strong>in</strong>d Diversey Care, Ecolab,<br />

Electrolux, Miele und Wäschekrone.<br />

Diese Initiative ist bereits seit 2011 <strong>in</strong> Österreich<br />

und seit 2013 <strong>in</strong> Südtirol erfolgreich.<br />

t<br />

Die Gründungsmitglieder v. l. n. r.: Florian Zeitler (Electrolux), Miriam Große (Ecolab), Jan-Bernd Rapp (Miele), Mareike Schaumburg<br />

(Diversey Care), Ingo Bittmann (Wäschekrone)<br />

Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />

LAG-HW <strong>in</strong> Nordrhe<strong>in</strong>-<br />

Westfalen gegründet<br />

Doris Löfgen, Elke Wieczorek, Maria Döpker-Wilgapolski,<br />

Ilona Maiworm, Hedwig Alex, Gisela Wegner, Kerst<strong>in</strong><br />

Wangelik (von l<strong>in</strong>ks nach rechts)<br />

Mit dem Ziel, die Hauswirtschaft<br />

<strong>in</strong> NRW zu fördern,<br />

wurde Mitte März 2014 <strong>in</strong><br />

Köln der Vere<strong>in</strong> der „Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />

Hauswirtschaft<br />

<strong>in</strong> Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen“ (www.<br />

laghw-nrw.de) gegründet. In der<br />

Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft schließen<br />

sich die fünfzehn hauswirtschaftlichen<br />

Verbände aus NRW zu<br />

e<strong>in</strong>em Verbund zusammen. Gründungsmitglieder<br />

s<strong>in</strong>d engagierte<br />

Frauen aus den Verbänden Landesverband<br />

der hauswirtschaftlichen<br />

Berufe, DHB – Netzwerk Haushalt<br />

und des Berufsverbandes Hauswirtschaft.<br />

Erste Vorsitzende ist<br />

Hedwig Alex. Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaften<br />

gibt es bisher <strong>in</strong> Bayern<br />

(unter dem Namen BayLaH), <strong>in</strong><br />

Baden-Württemberg und Rhe<strong>in</strong>land-Pfalz.<br />

Auch <strong>in</strong> Niedersachen<br />

gibt es erste Überlegungen, e<strong>in</strong>e<br />

LAG zu gründen.<br />

t<br />

M<strong>in</strong>destlohn wird e<strong>in</strong>geführt<br />

Nicht unter 8,50 Euro die Stunde ab 2015 –<br />

doch es gibt Ausnahmen<br />

Vom nächsten Jahr an soll niemand<br />

<strong>in</strong> Deutschland für weniger als 8,50<br />

Euro die Stunde arbeiten müssen.<br />

Das hat die Bundesregierung am 2. April<br />

2014 mit e<strong>in</strong>em Gesetzentwurf beschlossen.<br />

Umgerechnet entspricht dies e<strong>in</strong>em<br />

E<strong>in</strong>kommen von etwa 1.400 Euro pro Monat.<br />

Davon betroffen seien laut Regierung<br />

vier Millionen Arbeitnehmer. Ab 2015 soll<br />

es dann nur noch <strong>in</strong> Ausnahmefällen gestattet<br />

se<strong>in</strong>, Arbeitnehmern weniger als<br />

8,50 Euro pro Stunde zu zahlen. Es gibt<br />

jedoch Ausnahmen vom M<strong>in</strong>destlohn:<br />

u K<strong>in</strong>der und Jugendliche ohne abgeschlossene<br />

Berufsausbildung,<br />

u Auszubildende und Praktikanten ab<br />

18 Jahren, die bis maximal sechs Wochen<br />

e<strong>in</strong>gesetzt werden (freiwillige<br />

Praktika, die länger als sechs Wochen<br />

dauern, müssten zukünftig mit dem<br />

M<strong>in</strong>destlohn vergütet werden)<br />

u Pflichtpraktika im Rahmen von Schule,<br />

Studium oder Ausbildung<br />

u Erntehelfer wie Spargelstecher, Erdbeerpflücker<br />

sowie Taxifahrer und Zeitungsausträger<br />

(mit Ausnahmen übergangsweise<br />

noch bis 2016 möglich)<br />

u Langzeitarbeitslose (länger als zwölf<br />

Monate arbeitsuchend) dürfen e<strong>in</strong><br />

halbes Jahr lang für unter 8,50 Euro<br />

beschäftigt werden, wenn das Unternehmen<br />

nicht tarifgebunden ist.<br />

Für die Gebäudere<strong>in</strong>igungsbranche<br />

und Wäschereien gelten bereits seit längerem<br />

eigene, höhere Branchentarife. Auf<br />

der Grundlage bestimmter Tarifverträge<br />

darf der M<strong>in</strong>destlohn bis Ende 2016 noch<br />

unterschritten werden. Die IHK Berl<strong>in</strong> –<br />

Brandenburg warnte, dass durch die E<strong>in</strong>führung<br />

des M<strong>in</strong>destlohns Betriebe<br />

Schwierigkeiten haben könnten, Azubis<br />

zu f<strong>in</strong>den. Denn e<strong>in</strong> M<strong>in</strong>destlohn von 8,50<br />

Euro auch für e<strong>in</strong>fache Tätigkeiten setze<br />

e<strong>in</strong>en starken Anreiz für Jugendliche, statt<br />

e<strong>in</strong>er Lehre e<strong>in</strong>e ungelernte Arbeit aufzunehmen,<br />

berichtete der Sender Radio Berl<strong>in</strong>-Brandenburg.<br />

t<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014 7


Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />

Antwort von Dr. Dieter Bödeker<br />

Wie verlässlich ist<br />

das MHD?<br />

c Wir s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>e heilpädagogische E<strong>in</strong>richtung<br />

für K<strong>in</strong>der mit mehreren E<strong>in</strong>richtungen,<br />

darunter Kitas. Es taucht immer<br />

wieder die Me<strong>in</strong>ung auf, dass Lebensmittel<br />

mit abgelaufenen MHD entsorgt<br />

werden müssen, um auf der sicheren<br />

Seite zu se<strong>in</strong> und um sich nicht strafbar<br />

zu machen, sollte e<strong>in</strong> Lebensmittel<br />

nach Ablauf des MHD doch verdorben<br />

se<strong>in</strong>. So passiert es sicherlich nicht selten,<br />

dass Lebensmittel entsorgt werden,<br />

die noch völlig <strong>in</strong> Ordnung s<strong>in</strong>d. Da das<br />

Thema Nachhaltigkeit bei uns e<strong>in</strong>e immer<br />

wichtigere Rolle spielt, halte ich die Vernichtung<br />

von e<strong>in</strong>wandfreien Lebensmitteln<br />

für bedenklich, möchte aber trotzdem<br />

Vorgaben dazu beachten. Welche gesetzlichen<br />

Regelungen gibt es zu diesem<br />

Thema? Me<strong>in</strong>e Nachforschungen haben<br />

ergeben, dass man die Lebensmittel zeitnah<br />

verbrauchen sollte; jedoch stand nirgends,<br />

dass sie entsorgt werden müssten.<br />

d Es ist wie Sie schreiben: MHD bedeutet<br />

nicht, dass das Lebensmittel ab diesem<br />

Zeitpunkt nicht mehr verzehrsfähig ist. Allerd<strong>in</strong>gs<br />

tritt ab dem verzeichneten MHD<br />

e<strong>in</strong>e wichtige rechtliche Änderung e<strong>in</strong>: Bis<br />

zum MHD liegt die sogenannte Produkthaftung<br />

beim Hersteller (sachgerechte Lagerung<br />

und ungeöffnetes Orig<strong>in</strong>algeb<strong>in</strong>de<br />

vorausgesetzt). Ab dem MHD geht die Produkthaftung<br />

auf denjenigen über, der das<br />

Lebensmittel verkauft oder ausgibt. Viele<br />

E<strong>in</strong>richtungen möchten diese Haftung jedoch<br />

nicht übernehmen und regeln daher<br />

<strong>in</strong>tern, dass Lebensmittel mit abgelaufenem<br />

MHD nicht mehr auszugeben s<strong>in</strong>d.<br />

Möchten Sie Lebensmittel mit abgelaufenem<br />

MHD ausgeben, sollte unbed<strong>in</strong>gt gewährleistet<br />

se<strong>in</strong>, dass die Umhüllung unbeschädigt<br />

ist und das Produkt zuvor sachgerecht<br />

gelagert wurde. Ferner sollten Sie<br />

<strong>in</strong>tern für jedes Produkt eigenverantwortlich<br />

festlegen, um wie viele Tage das MHD<br />

überschritten werden darf.<br />

Extra-Expertenrat von Carola Re<strong>in</strong>er<br />

Informationspflicht<br />

bei Kuchenspenden?<br />

c Gilt auch für Lebensmittel, die aus Privathaushalten<br />

stammen und bei Veranstaltungen<br />

verkauft werden, die Allergen<strong>in</strong>formationspflicht?<br />

d Ja, die Kennzeichnungspflicht gilt immer,<br />

auch bei e<strong>in</strong>em Fest – denn auch dort<br />

können Allergiker kommen. Die veranstaltende<br />

E<strong>in</strong>richtung wird hier gleichgesetzt<br />

mit e<strong>in</strong>em Gastronomiebetrieb, der<br />

auch immer zur Kennzeichnung verpflichtet<br />

ist.<br />

Tipp der Redaktion: Carola Re<strong>in</strong>er wird<br />

zum Thema „Allergen<strong>in</strong>formationspflicht<br />

und multireligiöse Küche“ auch auf dem<br />

16. <strong>rhw</strong>-Symposium am 22. Mai 2014 <strong>in</strong><br />

München referieren und <strong>in</strong> der anschließenden<br />

Fragerunde gerne Rede und Antwort<br />

stehen. Außerdem ist Carola Re<strong>in</strong>er<br />

<strong>in</strong> ganz Deutschland mit Sem<strong>in</strong>aren zum<br />

Thema Allergen<strong>in</strong>formationspflicht unterwegs<br />

(bereits zehn Zusatzterm<strong>in</strong>e). Anmeldung<br />

Seite 29/30 oder onl<strong>in</strong>e unter<br />

www.vnm-akademie.de.<br />

Antwort von Sascha Kühnau<br />

Warenwirtschaftsprogramm<br />

c Um die Zusatzstoff- und Allergenkennzeichnungsverordnung<br />

umsetzen zu<br />

können, benötigen wir e<strong>in</strong> Warenwirtschaftsprogramm.<br />

Wir haben zwei Angebote<br />

vorliegen, die sich preislich stark unterscheiden.<br />

(MBS5 von Herrlich & Ramuschkat<br />

für 39 bis 49 Euro/Monat und<br />

das Programm „necta“ für 100 bis 300<br />

Euro/Monat je nachdem, welche Optionen<br />

dazugebucht werden). Was sollte<br />

man bei der Auswahl e<strong>in</strong>es solchen Programms<br />

beachten? Lohnt sich für unser<br />

Haus mit zirka 90 Bewohnern e<strong>in</strong> Lagerprogramm?<br />

d E<strong>in</strong> Lagerprogramm lohnt sich me<strong>in</strong>er<br />

Me<strong>in</strong>ung erst dann, wenn Sie aus dem Programm<br />

e<strong>in</strong>en weiteren Nutzen als die Lagerbestandsdokumentation<br />

generieren.<br />

Denn der Aufwand für das E<strong>in</strong>pflegen und<br />

Aktualisieren der Lager-Produkte mit Spezifikationen<br />

ist nicht zu unterschätzen. Das<br />

sollte unbed<strong>in</strong>gt mit den Rezepturen verknüpft<br />

werden, die dann auch verlässlich<br />

umgesetzt werden müssen. Speiseplanung<br />

und Bestellung sowie Abrechnung<br />

sollten ebenfalls darüber laufen.<br />

Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />

Kar<strong>in</strong> Beut<strong>in</strong>g-Lampe<br />

Organisationsberater<strong>in</strong><br />

und Fortbildungsreferent<strong>in</strong><br />

Dr. Dieter Bödeker<br />

Andreas Carl<br />

Berater für<br />

Hauswirtschaft<br />

und Re<strong>in</strong>igung<br />

Peter Hützen<br />

M. Christ<strong>in</strong>e Klöber<br />

Berater<strong>in</strong> zu Wäsche-<br />

Management und<br />

Wirtschaft<br />

Ralf Klöber<br />

Sascha Kühnau<br />

Berater für Ernährung,<br />

Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />

Hygieneberater,<br />

Wedemark<br />

Fachanwalt für<br />

Arbeitsrecht,<br />

Bird&Bird, Düsseldorf<br />

Berater für<br />

Groß küchen und<br />

Kundenorientierung<br />

Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Bitte beachten Sie: Unsere <strong>rhw</strong>-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit aber ke<strong>in</strong>e rechtliche Beratung.<br />

8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014


Expertenforum<br />

Wenn der Datensatz automatisch vom<br />

Lieferanten mit allen Produktspezifikationen<br />

e<strong>in</strong>gespielt wird, können alle notwendigen<br />

Informationen auf dem Speiseplan<br />

ausgewiesen werden. Diese müssen<br />

dann auch auf allen ausliegenden und aushängenden<br />

Speiseplänen aufgeführt werden.<br />

Auswahlkriterien für Software s<strong>in</strong>d unter<br />

anderem:<br />

u Eigenes Erstellen der erwarteten Funktionen<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Pflichtenheft<br />

u Abgleich mit den aktuellen Leistungsmerkmalen<br />

der Software<br />

u Kont<strong>in</strong>uierliche Schulung der Mitarbeiter<br />

bei E<strong>in</strong>führung und Nutzung<br />

u Erreichbare Service-Hotl<strong>in</strong>e bei akuten<br />

Fragen<br />

u Kontakt und Besuch von Referenzbetrieben.<br />

Ob sich e<strong>in</strong> solches Programm lohnt,<br />

hängt davon ab, welchen Nutzen es br<strong>in</strong>gen<br />

soll und ob Sie es schaffen, es kont<strong>in</strong>uierlich<br />

zu pflegen. Ich habe schon Küchen<br />

erlebt, die teure Programme nicht gepflegt<br />

und somit nur kle<strong>in</strong>ste Teile schlecht<br />

genutzt haben. Jetzt kaufen sie e<strong>in</strong> anderes<br />

Programm und müssen wieder den gesamten<br />

Datensatz mit Rezepturen e<strong>in</strong>pflegen<br />

und die Mitarbeiter neu schulen.<br />

Entscheidend ist, dass die oberste Leitung<br />

die komplette Nutzung e<strong>in</strong>fordert und unterstützt.<br />

Müssen Sicherheitsschuhe<br />

getragen<br />

werden?<br />

c Ich arbeite <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Kita-Küche. Schreibt<br />

die Berufsgenossenschaft vor, dass Sicherheitsschuhe<br />

getragen werden müssen,<br />

beispielsweise h<strong>in</strong>sichtlich der<br />

Rutschgefahr? Gibt es außerdem e<strong>in</strong>e Verpflichtung<br />

für den Arbeitgeber, den Kauf<br />

von Sicherheitsschuhen zu bezuschussen?<br />

Kann der Arbeitgeber den Zuschuss steuerlich<br />

geltend machen? Kennen Sie Beispiele<br />

aus der Praxis, wie damit umgegangen<br />

wird? Zwei me<strong>in</strong>er früheren Arbeitgeber<br />

haben Sicherheitsschuhe gestellt<br />

bzw. die Kosten übernommen bekommen.<br />

d Ne<strong>in</strong>, die Berufsgenossenschaft schreibt<br />

ke<strong>in</strong>e Arbeitsschutzschuhe vor. Ihre Fachkraft<br />

für Arbeitssicherheit hat <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Gefährdungsanalyse<br />

die Art und Schwere<br />

der Gefährdungen <strong>in</strong> Ihrer Küche zu analysieren<br />

und geeignete Maßnahmen dem<br />

Unternehmer zu empfehlen. Der Unternehmer<br />

muss <strong>in</strong> eigener Verantwortung<br />

dann entscheiden, welche Art von Arbeitsschuhe<br />

er Ihnen vorschreibt. Verlangt<br />

er Arbeitsschutzschuhe als persönliche<br />

Schutzausrüstung, so muss der Unternehmer<br />

diese zur Verfügung stellen<br />

und für e<strong>in</strong>en e<strong>in</strong>wandfreien Zustand sorgen.<br />

Diese Arbeitsschutzmaßnahmen hat<br />

der Arbeitgeber zu f<strong>in</strong>anzieren. Diese Kosten<br />

s<strong>in</strong>d normale Personal-Nebenkosten,<br />

die auch steuerlich geltend gemacht werden<br />

können.<br />

Sollten vorne geschlossene und wasserfeste<br />

Arbeitsschuhe mit Fersenhalt vorgeschrieben<br />

se<strong>in</strong>, so zählen diese nicht<br />

zur Arbeitsschutzausrüstung und s<strong>in</strong>d<br />

nicht vom Unternehmer zu f<strong>in</strong>anzieren.<br />

Ungeachtet dessen gibt es Unternehmer,<br />

die ohne gesetzliche Verpflichtung die Arbeitsschuhe<br />

der Mitarbeiter teilweise<br />

oder ganz bezuschussen.<br />

Mehr Infos:<br />

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Fachthema<br />

Hauswirtschaft auf<br />

Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />

Eigentlich sollte der Besuch auf dem bayerischen Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />

nur zwei Stunden dauern, doch daraus wurden fünf.<br />

E<strong>in</strong>blicke <strong>in</strong> die Arbeit der Hauswirtschaft und die damit verbundene<br />

K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfe gibt die Hauswirtschaftsleiter<strong>in</strong><br />

Renate Beck. In dieser Ausgabe geht es ums Thema Wäsche,<br />

<strong>in</strong> der nächsten Folge um Cater<strong>in</strong>g und Events.<br />

Knarzende Dielen, kunstvoll gedrechseltes<br />

Mobiliar und meterhohe Fensterflügel,<br />

die den Blick auf e<strong>in</strong>en Landschaftspark<br />

und die Alpen freigeben: Auf<br />

dem Gelände von Schloss Z<strong>in</strong>neberg südöstlich<br />

von München ist allerorten die 700-<br />

jährige Geschichte des früheren Adelssitzes<br />

spürbar. Schließlich residierten hier schon<br />

die Fugger und derer von Preys<strong>in</strong>g, bis 1927<br />

die Schwestern vom Guten Hirten e<strong>in</strong>zogen.<br />

u Irene Riedl (Hauswirtschafter<strong>in</strong> und<br />

Schneidermeister<strong>in</strong>)<br />

unter anderem für die Ausbildung von<br />

Dienstleistungshelfern Hauswirtschaft (DLH)<br />

HWL Renate Beck an ihrem<br />

Schreibtisch – meistens ist sie<br />

jedoch im Schloss unterwegs<br />

zuständig ist. In dem sorgsam getünchten<br />

Gewölbe der früheren Stallungen erlernen<br />

pro Jahrgang etwa drei Mädchen, die vom<br />

Jugendamt oder der Arbeitsagentur vermittelt<br />

werden, den Umgang mit den 7-kg-<br />

Profimasch<strong>in</strong>en von Miele, den Dosieranlagen<br />

von Ecolab und der Bügelstation von<br />

Veit. Auch Kennzeichnung und Logistik s<strong>in</strong>d<br />

wichtige Themen. H<strong>in</strong>zu kommt, das Bewusstse<strong>in</strong><br />

für Sauberkeit und Hygiene zu<br />

schärfen. Hierzu gehört zum Beispiel, dass<br />

die Mädchen lernen, regelmäßig Hände zu<br />

waschen und bei Bedarf zu des<strong>in</strong>fizieren,<br />

die richtigen Wagen zum Transport benut-<br />

Moderne Wäscherei<br />

im ehemaligen Stall<br />

Dazu passt, dass sich die hauseigene<br />

Wäscherei <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em ehemaligen Pferdebzw.<br />

Kuhstall bef<strong>in</strong>det, so ganz genau weiß<br />

man es nicht mehr, angesichts der langen<br />

Geschichte des Hauses. Hier ist auch der<br />

Hauptarbeitsplatz von HWL Renate Beck,<br />

die zusammen mit ihren zwei Kolleg<strong>in</strong>nen<br />

u Jutta Ametsbichler (Dorfhelfer<strong>in</strong> und<br />

Hauswirtschaftsmeister<strong>in</strong>) und<br />

Fotos: Robert Baumann<br />

10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Fachthema<br />

Lehrraum für die Bodenre<strong>in</strong>igung – Moppboxen gehören auch<br />

dazu<br />

Die Profimasch<strong>in</strong>en mit sieben Kilogramm Fassungsvermögen<br />

werden <strong>in</strong> Kürze durch e<strong>in</strong>e größere Masch<strong>in</strong>e ergänzt<br />

Die Dosieranlage für Waschmittel wurde vor zwei Jahren angeschafft<br />

– „e<strong>in</strong> Traum“, so Renate Beck<br />

Die Rundbögen <strong>in</strong> der Wäscherei deuten noch an, dass sich hier<br />

e<strong>in</strong>e ehemalige Stallung für Pferde oder Kühe befand<br />

zen oder auch mal die Bullaugen der<br />

Waschmasch<strong>in</strong>en re<strong>in</strong>igen.<br />

Sonne hilft beim Bleichen<br />

Sie lernen dort aber auch D<strong>in</strong>ge, auf<br />

die man wohl nur kommt, wenn die Wäscherei<br />

– wie auf Schloss Z<strong>in</strong>neberg – von<br />

allen Seiten von Tageslicht durchflutet wird.<br />

Renate Beck: „Mir hat’s ja ke<strong>in</strong>er geglaubt,<br />

doch bei Paprika- und Tomatenflecken, die<br />

bei der Arbeitskleidung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Großküche<br />

unweigerlich anfallen, hilft am besten<br />

das Bleichmittel Sonne!“ Ihr Tipp: E<strong>in</strong>fach<br />

die Kochbekleidung für etwa drei Stunden<br />

<strong>in</strong> die pralle Sonne legen und immer wieder<br />

mal feucht e<strong>in</strong>sprühen. „Sie glauben nicht,<br />

wie gut und schnell die Flecken dadurch<br />

verschw<strong>in</strong>den.“<br />

Wie viel Wäsche hier pro Jahr gewaschen<br />

wird, kann Beck nur schwer abschätzen,<br />

da die Wäschemenge sehr stark<br />

schwankt. Nach Veranstaltungen oder vielen<br />

Übernachtungen laufen die Masch<strong>in</strong>en<br />

den ganzen Tag, dann werden es bis zu 100<br />

kg pro Tag.<br />

Das Fassungsvermögen der beiden Masch<strong>in</strong>en<br />

mit je sieben Kilogramm ist eigentlich<br />

zu kle<strong>in</strong> für e<strong>in</strong>en typischen Groß-<br />

Berufsausbildungen und -vorbereitungen auf Schloss Z<strong>in</strong>neberg (Auswahl)<br />

u Ausbildung zum/zur Dienstleistungshelfer/<strong>in</strong> – Hauswirtschaft (DLH ersetzte<br />

die Bezeichnung „Hauswirtschaftstechnischen Helfer/<strong>in</strong>“ seit Herbst 2010)<br />

u Ausbildung zum/zur Hauswirtschafter/<strong>in</strong><br />

u Ausbildung zum/zur Beikoch/-köch<strong>in</strong><br />

u Ausbildung zum/zur Koch/Köch<strong>in</strong><br />

u Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe (FAGA)<br />

u Ausbildung zur Fachpraktiker<strong>in</strong> für personale Dienstleistungen (Pflegebereich)<br />

u Berufsqualifizierungsmaßnahmen (BQM) <strong>in</strong> den Bereichen Hauswirtschaft oder<br />

Großküche (Dauer maximal 18 Monate, Erwerb von bis zu sechs Zertifikaten <strong>in</strong> verschiedenen<br />

fachlichen Schwerpunkten möglich)<br />

Schwerpunkte der Berufsvorbereitungsjahre (BVJ), um den/die Jugendliche/n anschließend<br />

bei se<strong>in</strong>er Berufsf<strong>in</strong>dung zu unterstützen und dabei e<strong>in</strong>en Hauptschulabschluss<br />

zu erwerben<br />

u Bäckereifach/Gartenbau/Hauswirtschaft<br />

u Pflegedienste/Gastronomie<br />

u EDV/Verkauf<br />

Vorberufliches Förderprogramm zur Erlangung von Arbeitsreife (FLLAPS). Es dient<br />

dem Erwerb von<br />

u Fachwissen<br />

u Lebenspraxis<br />

u Lernpraxis<br />

u Arbeitshaltungen<br />

u Persönlichkeitsstabilisierung<br />

u Schlüsselqualifikationen.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 11


Fachthema<br />

Hausgemacht<br />

ist angesagt –<br />

vor allem im<br />

Klosterladen<br />

betrieb. Immerh<strong>in</strong>: aus e<strong>in</strong>er anderen E<strong>in</strong>richtung<br />

<strong>in</strong> Bad Honnef, die geschlossen<br />

wurde, haben die Bayern e<strong>in</strong>e moderne 12-<br />

kg-Masch<strong>in</strong>e geerbt, die demnächst angeschlossen<br />

werden soll.<br />

Unter Leitung von Irene Riedl wurde<br />

2013 <strong>in</strong> der Wäscherei sogar e<strong>in</strong> Dirndl-<br />

Schneider-Kurs angeboten. Mitarbeiter<strong>in</strong>nen<br />

von Schloss Z<strong>in</strong>neberg, die vorher noch<br />

nicht schneidern konnten, haben <strong>in</strong>nerhalb<br />

von acht Abenden an den Nähtischen nach<br />

der Arbeit ihr eigenes Dirndl geschneidert.<br />

Lehrstationen der DLH<br />

Treppenhaus<br />

im Schwesternheim<br />

Die angehenden DLH durchlaufen auf<br />

dem Schloss noch weitere Stationen wie<br />

die Lehrwerkstatt, die Großküche, die Bäckerei<br />

oder die Re<strong>in</strong>igung. Hierbei können<br />

sie zusätzlich Zertifikate als Bauste<strong>in</strong>e erwerben<br />

– je nach Neigung der Lehrl<strong>in</strong>ge im<br />

Bereich Floristik oder für die Arbeit im Klosterladen.<br />

Neben den Kolleg<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> der Wäsche-<br />

und Textilpflege umfasst das Ausbildungsteam<br />

noch weitere Ausbilder. So ist<br />

Reg<strong>in</strong>a Kaiser beispielsweise Ausbilder<strong>in</strong><br />

<strong>in</strong> der Großküche, sie ist die Stellvertretung<br />

der Ausbildungsleitung und gleichzeitig<br />

Lehrkraft für DLH und Beikoch.<br />

Am Ende der dreijährigen DLH-Ausbildung<br />

steht e<strong>in</strong> achtmonatiges Praktikum <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>em Betrieb, <strong>in</strong> dem dann auch die Prüfung<br />

absolviert wird. Diese Betriebe müssen<br />

immer wieder mit den zuständigen<br />

Landwirtschaftsämtern abgestimmt werden.<br />

Da die Ausbildung auch noch TÜV-zertifiziert<br />

ist, nimmt die Dokumentation gewaltigen<br />

Raum e<strong>in</strong>, bestätigt Irmi Rieger,<br />

Hauswirtschaftsmeister<strong>in</strong> und Ausbildungsleiter<strong>in</strong>.<br />

So wird beispielsweise e<strong>in</strong><br />

Praktikum <strong>in</strong> der K<strong>in</strong>derkrippe von Schloss<br />

Z<strong>in</strong>nerberg nur teilweise vom Amt anerkannt,<br />

die angehende DLH muss sich dann<br />

mit Hilfe von Irmi Rieger noch e<strong>in</strong>en zweiten<br />

Betrieb suchen.<br />

„Die Wahl des passenden Praktikumsbetriebs<br />

fällt unseren Damen nicht leicht,<br />

da sie am liebsten die ganze Palette des<br />

Berufsbildes Hauswirtschaft haben würden,<br />

doch sie müssen sich für e<strong>in</strong>e Spezialisierung<br />

entscheiden“, sagte Beck, die mitbekommt,<br />

wie schwer es manch e<strong>in</strong>er fällt,<br />

für acht Monate aus der gewohnten Umgebung<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>en anderen Betrieb zu wechseln<br />

und dort dann auch die Prüfung abzulegen.<br />

Verlässlichkeit erlernen<br />

Überhaupt ist sich Renate Beck bewusst,<br />

dass e<strong>in</strong> Arbeitsablauf mit Mädchen,<br />

die meist aus schwierigen Familienverhältnissen<br />

stammen, jeden Tag etwas Besonderes<br />

ist. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit<br />

Das vielfältige Angebot<br />

auf Schloss Z<strong>in</strong>neberg<br />

K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfee<strong>in</strong>richtung:<br />

u Heilpädagogisches Heim für Mädchen<br />

und junge Frauen<br />

u Heilpädagogische Tagesstätte<br />

u Förderzentrum zur sozialen und<br />

emotionalen Entwicklung<br />

n Haupt- und Berufsschule<br />

n Offene Ganztagsschule<br />

n Mobiler Sonderpädagogischer<br />

Dienst<br />

u Ausbildungsbereich und Berufsförderbereich<br />

u Jugendsozialarbeit an verschiedenen<br />

Standorten<br />

u Krisen<strong>in</strong>tervention (unter anderem<br />

Familientherapie)<br />

u Flexible Hilfen (unter anderem Sozialpädagogische<br />

Familienhilfe)<br />

u Soziale Gruppe<br />

u K<strong>in</strong>derkrippe „Guter Hirte“<br />

Sonstiges:<br />

u Klosterladen<br />

u Veranstaltungs- und Gästebereich<br />

Ordensgeme<strong>in</strong>schaft der Schwestern vom Guten Hirten<br />

1835 gründete die Französ<strong>in</strong> Maria Eufrasia Pelletier (1796–1868)<br />

die Ordensgeme<strong>in</strong>schaft der Schwestern vom Guten Hirten mit<br />

dem Grundsatz: „E<strong>in</strong> Mensch ist mehr wert als die ganze Welt!“.<br />

Pelletier wurde selig und heilig gesprochen.<br />

Ursprünglich richteten sich die karitativen Tätigkeiten des Ordens<br />

<strong>in</strong>sbesondere an K<strong>in</strong>der, Mädchen und Frauen <strong>in</strong> Notsituationen.<br />

Doch <strong>in</strong>zwischen gibt es Hilfsangebote für K<strong>in</strong>der und Jugendliche,<br />

für Menschen mit Beh<strong>in</strong>derungen oder psychischen<br />

Erkrankungen und für alte Menschen.<br />

Die Schwestern vom Guten Hirten s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> der ganzen Welt tätig: auf fünf Kont<strong>in</strong>enten,<br />

<strong>in</strong> be<strong>in</strong>ahe 70 Ländern. Alle<strong>in</strong> <strong>in</strong> Deutschland s<strong>in</strong>d sie an 13 Standorten vertreten.<br />

Die Generalleitung hat ihren Sitz <strong>in</strong> Rom. Das Mutterhaus allerd<strong>in</strong>gs, das<br />

geistige Zentrum der Schwestern, steht <strong>in</strong> Angers, Frankreich.<br />

s<strong>in</strong>d nicht selbstverständlich und wenn es<br />

genau dann damit zu Problemen kommt,<br />

wenn eigentlich e<strong>in</strong>e Feier für 50 Personen<br />

ausgerichtet werden soll, wird es schnell<br />

mal stressig. „Manchmal b<strong>in</strong> ich neben der<br />

HWL e<strong>in</strong>e halbe Pädagog<strong>in</strong>. Doch wenn es<br />

bei den Konflikten ganz schwer wird, dann<br />

rufe ich den pädagogischen Fachdienst, da<br />

ich ja ke<strong>in</strong>e pädagogische Ausbildung<br />

habe.“ E<strong>in</strong>es hat sich auf jeden Fall bewährt:<br />

Um für e<strong>in</strong>en geregelten Tagesablauf<br />

zu sorgen, treffen sich die Lehrl<strong>in</strong>ge<br />

mit den Ausbildern jeden Morgen um acht<br />

Uhr zur Tagesbesprechung, dem „Morgentreff“.<br />

In Ausgabe 7/2014 folgt der zweite<br />

Teil über Schloss Z<strong>in</strong>neberg zum Thema Cater<strong>in</strong>g<br />

und Events.<br />

t Robert Baumann<br />

12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Fachthema<br />

Ausschreibung gewünscht,<br />

Eigenre<strong>in</strong>igung bekommen<br />

Foto: Vileda Professional<br />

Nach Ablauf der Vertragszeit hatte das extern beauftragte Re<strong>in</strong>igungsunternehmen<br />

für die Stiftung „Vere<strong>in</strong>igte Hospitien“ <strong>in</strong><br />

Trier den Re<strong>in</strong>igungsauftrag gekündigt und e<strong>in</strong>en wesentlich<br />

höheren Preis für se<strong>in</strong>e weiteren Leistungen gefordert. E<strong>in</strong>e Ausschreibung<br />

für Re<strong>in</strong>igungsleistungen gehört nicht unbed<strong>in</strong>gt zum<br />

Tagesgeschäft e<strong>in</strong>er Hauswirtschaftsleitung, also war fachlicher<br />

Rat gefragt.<br />

Die Stiftung „Vere<strong>in</strong>igte Hospitien“ <strong>in</strong><br />

Trier ist e<strong>in</strong> Verbund von mehreren<br />

Soziale<strong>in</strong>richtungen (und e<strong>in</strong>er We<strong>in</strong>kellerei).<br />

Zu den wichtigen Soziale<strong>in</strong>richtungen<br />

gehören unter anderem zwei Seniorenheime<br />

und e<strong>in</strong>e geriatrische <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>.<br />

Preissprung beim Dienstleister<br />

als Auslöser<br />

Im Jahr 2012 ergab sich bei den Hospitien<br />

e<strong>in</strong> Problem. Das derzeit beauftragte<br />

Re<strong>in</strong>igungsunternehmen hatte se<strong>in</strong>en Re<strong>in</strong>igungsauftrag<br />

gekündigt und e<strong>in</strong>en wesentlich<br />

höheren Preis für se<strong>in</strong>e weiteren<br />

Leistungen gefordert. Bei e<strong>in</strong>em derart hohen<br />

Preissprung war Hospitiendirektor Dr.<br />

Hubert Schnabel gefordert, zu handeln. Die<br />

erste und logische Idee war, e<strong>in</strong>e neue Ausschreibung<br />

zu gestalten und die Leistungen<br />

dem Wettbewerb im Markt zu unterziehen.<br />

Nun waren die drei Hauswirtschaftsleitungen<br />

der Hospitien gefordert, e<strong>in</strong>e<br />

Ausschreibung zu gestalten. Als <strong>rhw</strong>-Abonnent<strong>in</strong>nen<br />

hatten sich die drei Damen an<br />

den Expertenrat er<strong>in</strong>nert und den <strong>rhw</strong>-Experten<br />

Andreas Carl <strong>in</strong>s Spiel gebracht.<br />

Denn e<strong>in</strong>e Ausschreibung für Re<strong>in</strong>igungsleistungen<br />

gehört nicht unbed<strong>in</strong>gt zum Tagesgeschäft<br />

e<strong>in</strong>er Hauswirtschaftsleitung,<br />

also war fachlicher Rat gefragt. Nach e<strong>in</strong>er<br />

Besichtigung stand fest, dass auch von<br />

qualitativer Seite e<strong>in</strong> Handlungsbedarf bestand.<br />

Zudem musste der Re<strong>in</strong>igungsturnus<br />

erhöht werden, um auch der Hygiene<br />

gerecht zu werden. Unter diesen Gesichtspunkten<br />

wurde klar, dass die Leistungsbeschreibung<br />

komplett neu erarbeitet werden<br />

musste.<br />

Eigenre<strong>in</strong>igung e<strong>in</strong>mal durchrechnen<br />

E<strong>in</strong>e Kurzanalyse der Daten und der Besichtigung<br />

der Häuser ergab, dass die Kosten<br />

tatsächlich wesentlich steigen würden<br />

und die zukünftige Qualität bei e<strong>in</strong>er Ausschreibung<br />

nicht garantiert gewesen wäre.<br />

Daraus ergab sich der Vorschlag, die Eigenre<strong>in</strong>igung<br />

e<strong>in</strong>mal komplett durchzu-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 13


Fachthema<br />

rechnen. Die Eigenre<strong>in</strong>igung hat immer<br />

noch den Ruf, teurer zu se<strong>in</strong> als Fremdvergabe.<br />

E<strong>in</strong>e ausführliche und belastbare Berechnung<br />

ist relativ aufwendig. Dennoch<br />

war Dr. Hubert Schnabel überzeugt davon,<br />

dass es s<strong>in</strong>nvoll ist, e<strong>in</strong>e solche Berechnung<br />

bzw. Konzepterstellung <strong>in</strong> Auftrag zu<br />

geben.<br />

Faktor Produktivität<br />

E<strong>in</strong> wesentlicher Faktor ist dabei die<br />

Produktivität. Bei e<strong>in</strong>er gelungenen Umstellung<br />

auf Eigenre<strong>in</strong>igung ist die Produktivität<br />

m<strong>in</strong>destens genauso hoch wie<br />

bei e<strong>in</strong>em guten Dienstleister, und der Kostenfaktor<br />

ist identisch. E<strong>in</strong>en weiteren Faktor<br />

stellen die Lohnkosten dar. Die Lohnschere<br />

zwischen dem Gebäudere<strong>in</strong>igungstarif<br />

und, wie <strong>in</strong> diesem Fall, dem kirchlichen<br />

Lohntarif AVR ist gar nicht mehr so<br />

groß. E<strong>in</strong>en Unterschied machen die zusätzlichen<br />

Sozialleistungen wie Weihnachtsgeld<br />

und die ZVK (Zusatzversorgungskasse;<br />

Altersversorgung). Das bedeutet<br />

e<strong>in</strong>en großen sozialen, aber auch<br />

e<strong>in</strong>en Kostenunterschied. Was jedoch bei<br />

der Eigenre<strong>in</strong>igung wegfällt, ist die Umsatzsteuer<br />

und e<strong>in</strong> Teil des Deckungsbeitrages,<br />

welchen der Gebäudere<strong>in</strong>iger berechnen<br />

muss.<br />

Diese Argumente s<strong>in</strong>d sehr theoretisch<br />

und wenig belastbar. Doch angesichts der<br />

signalisierten Mitwirkung der drei Hauswirtschaftsleitungen<br />

an e<strong>in</strong>em Eigenre<strong>in</strong>igungskonzept<br />

war Dr. Schnabel bereit, es<br />

zu versuchen. Wenn die Berechnungen für<br />

die Eigenre<strong>in</strong>igung teurer gekommen wären,<br />

dann hätte ja immer noch ausgeschrieben<br />

werden können. Und e<strong>in</strong> Teil der<br />

Aufwendungen für das Re<strong>in</strong>igungskonzept,<br />

nämlich das Leistungsverzeichnis, musste<br />

ohneh<strong>in</strong> neu erstellt werden. Somit waren<br />

der Aufwand und das Risiko überschaubar.<br />

Zugehörigkeitsgefühl<br />

durch Eigenre<strong>in</strong>igung<br />

Das ausführliche Re<strong>in</strong>igungskonzept<br />

<strong>in</strong>klusive der neu berechneten Kosten und<br />

Inhalte (siehe Kasten unten) hatten erge-<br />

Inhalte des Re<strong>in</strong>igungskonzeptes<br />

Zunächst muss das neue Leistungsverzeichnis<br />

erstellt werden. Hier ist e<strong>in</strong>e Zusammenarbeit<br />

mit dem Nutzer (der Pflege)<br />

und der zuständigen Hygienefachkraft<br />

unabd<strong>in</strong>gbar. Nur wer weiß, wann<br />

was und wie oft zu re<strong>in</strong>igen ist, kann<br />

weiter kalkulieren. Das Leistungsverzeichnis<br />

wird <strong>in</strong> Raumgruppen untergliedert,<br />

so dass e<strong>in</strong>e Trennung zwischen<br />

Turnus und Leistung je Raumart<br />

unterschieden werden kann. Bei allem<br />

steht die Hygiene im Vordergrund.<br />

Als nächstes ist die Re<strong>in</strong>igungstechnik<br />

und Re<strong>in</strong>igungsmethode genau zu def<strong>in</strong>ieren.<br />

Das ist oft e<strong>in</strong> unterschätzter<br />

Punkt. Wesentlich dabei:<br />

u die Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />

u die Vermeidung von möglichen Re<strong>in</strong>igungsfehlern<br />

u die Wiederbeschaffungskosten<br />

u die Ergonomie.<br />

An dieser Stelle werden die wesentlichen<br />

Weichen für die Produktivität und<br />

Qualität gestellt. Wer hier zum billigsten<br />

Anbieter greift, unterschätzt die wirtschaftliche<br />

und qualitative Wirkung.<br />

Wenn klar ist, wie oft und wie gere<strong>in</strong>igt<br />

werden soll, kann mit der Kalkulation<br />

der Arbeitsplätze begonnen werden. Wer<br />

an dieser Stelle (wie e<strong>in</strong> Gebäudere<strong>in</strong>iger)<br />

zusammengefasst das gesamte<br />

Haus mit Leistungszahlen kalkuliert*,<br />

bekommt ke<strong>in</strong> genaues und nachvollziehbares<br />

Ergebnis. Wichtig ist e<strong>in</strong>e arbeitsplatzbezogene<br />

Kalkulation. Mit e<strong>in</strong>em<br />

speziell entwickelten Kalkulations-<br />

Tool werden Re<strong>in</strong>igungszeiten pro Arbeitsplatz<br />

und Arbeitstag ermittelt, welche<br />

später als konkrete Arbeitszeitvorgaben<br />

und zum Controll<strong>in</strong>g dienen.<br />

Bei dieser Kalkulationsform werden Flächen<br />

<strong>in</strong> Reviere aufgeteilt. Anschließend<br />

werden, auf der Basis von Leistungszahlen<br />

für jede Re<strong>in</strong>igungsgruppe (Quadratmeterleistung/Stunde),<br />

Arbeitszeiten<br />

pro Tag und Turnus berechnet. Als<br />

Ergebnis kommen immer unrunde Zeiten<br />

(Dezimale) mit Kommastellen heraus.<br />

Nun werden bereichsbezogen Korrekturen<br />

auf Viertelstunden vorgenommen.<br />

Der Vorteil liegt dar<strong>in</strong>, dass ke<strong>in</strong>e unrunden<br />

„Kommastellenvorgaben“ entstehen<br />

und gleichzeitig Besonderheiten<br />

ausgeglichen werden, die bei den Leistungszahlen<br />

nicht berücksichtigt werden<br />

können. So werden sowohl besonders<br />

lange Wegzeiten und Arbeitsbeh<strong>in</strong>derungen<br />

als auch Erleichterungen ausgeglichen.<br />

Das Ziel ist immer, gerecht aufgeteilte<br />

Arbeitszeitvorgaben zu erhalten.<br />

Danach wird noch festgelegt, an welchem<br />

Tag die Leistung zu erbr<strong>in</strong>gen ist.<br />

Das führt dazu, dass die Mitarbeiter/-<strong>in</strong>nen<br />

unter Umständen unterschiedlich<br />

lange Arbeitszeiten an verschiedenen<br />

Wochentagen haben können. Doch das<br />

ist wichtig, um für alle Arbeiten, auch für<br />

die nur wöchentlich anstehenden, genügend<br />

Arbeitszeit zur Verfügung zu haben.<br />

E<strong>in</strong>e durchschnittliche Arbeitszeit<br />

führt automatisch dazu, dass es Tage mit<br />

Stress („Heute muss die Treppe extra<br />

noch gemacht werden!“) und Tage mit<br />

weniger Stress gibt. Das ist nicht gut für<br />

die Motivation und für die Qualität schon<br />

gar nicht.<br />

Mit der Kalkulation der Arbeitsplätze ergeben<br />

sich auch die Mengen der Mopp<br />

und Tücher pro Arbeitsplatz und Tag. So<br />

lassen sich gleichzeitig die Beschaffungsmengen<br />

ermitteln.<br />

Nach der Kalkulation der Arbeitsplätze,<br />

was auch zu Jahresstunden führt, s<strong>in</strong>d<br />

die Kosten pro Stunde, also die Stundenverrechnungssätze<br />

zu kalkulieren.<br />

Diese Kalkulationsform weicht von der<br />

sonst üblichen Berechnung nach VK<br />

(Vollkräften) und Kosten pro VK ab. Doch<br />

das ist wichtig, um alle Faktoren der Kosten<br />

pro Stunde zu bestimmen und Weichen<br />

fürs Controll<strong>in</strong>g zu stellen. Näheres<br />

dazu unter den „Hauptrisiken der Eigenre<strong>in</strong>igung“<br />

auf Seite 15.<br />

Bei dieser Zuschlagskalkulation s<strong>in</strong>d<br />

alle Lohn- und Lohnfolgekosten sowie<br />

die Ausfallkosten für Urlaub und Krankheit<br />

zu berücksichtigen. Dazu kommen<br />

die Material- und Beschaffungskosten.<br />

Mit dem Kalkulations-Tool werden nicht<br />

nur die Beschaffungskosten ermittelt,<br />

sondern auch die Wiederbeschaffungskosten,<br />

welche dann auf die Kosten pro<br />

produktive Stunde, also den Stundenverrechnungssatz,<br />

berechnet werden.<br />

Nun kommen noch die Management-<br />

Kosten: An dieser Stelle kann es zu Synergieeffekten<br />

für die Buchhaltung und<br />

Lohnbuchhaltung kommen. E<strong>in</strong> weiterer<br />

Vorteil besteht dar<strong>in</strong>, dass der Stundensatz<br />

mit der Fremdre<strong>in</strong>igung verglichen<br />

werden kann. Nur dass bei der<br />

Fremdre<strong>in</strong>igung (bei e<strong>in</strong>em nichtsteuerabzugsfähigen<br />

Betrieb) noch die Umsatzsteuer<br />

h<strong>in</strong>zu gerechnet werden<br />

muss. Die Multiplikation der Jahresstunden<br />

mit den Stundenverrechnungssätzen<br />

ergibt die vergleichbaren Jahreskosten.<br />

* Die Gebäudere<strong>in</strong>iger müssen bei Ausschreibungen zusammengefasst<br />

kalkulieren, da die Erstellung e<strong>in</strong>es Angebotes<br />

sonst zu teuer wäre und die notwendige genaue Hauskenntnis<br />

gar nicht vorhanden ist. Nachdem der Gebäudere<strong>in</strong>iger<br />

e<strong>in</strong>en Auftrag bekommen hat, muss er die kalkulierte<br />

Re<strong>in</strong>igungszeit <strong>in</strong> Arbeitsplätze umwandeln. Diese<br />

Vorgehensweise impliziert das Risiko zu E<strong>in</strong>sparungen, die<br />

zu Lasten der Qualität gehen können.<br />

14 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Hauptrisiken bei der<br />

Eigenre<strong>in</strong>igung<br />

1. Ungewollte Leistungsausweitung<br />

Durch die Zugehörigkeit der Re<strong>in</strong>igungskräfte<br />

zum Haus werden zusätzliche<br />

Arbeitsbereiche geschaffen.<br />

Um dies zu verh<strong>in</strong>dern, ist e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>deutige<br />

Leistungsabgrenzung wichtig.<br />

Zusätzliche Leistungen können<br />

und sollen erbracht werden. Doch das<br />

muss kalkuliert (also e<strong>in</strong> Angebot erstellt)<br />

und genehmigt werden.<br />

2. Fehlendes Personal, erhöhte Ausfallquote<br />

und mangelnde Flexibilität<br />

Grundsätzlich wichtig ist die wirtschaftliche<br />

Betrachtung nach produktiven<br />

Stunden und nicht, wie üblich,<br />

<strong>in</strong> VK (Vollkräften). Als Vorgabe<br />

zählen die produktiven Stunden. Diese<br />

sollten nicht über-, aber auch nicht<br />

unterschritten werden. Bei Ausfall<br />

können die anderen Mitarbeiter die<br />

Leistungen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er zusätzlichen Zeit<br />

übernehmen, denn die Ausfallquote<br />

wurde ja im Stundenverrechnungssatz<br />

berechnet. Die gesamte produktive<br />

Arbeitszeit darf nur nicht überschritten<br />

werden. Zusätzliche Leistungen<br />

werden dann auf Regie abgerechnet<br />

und die Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen bekommen<br />

diese Zeit zusätzlich bezahlt.<br />

So bleibt die Flexibilität erhalten und<br />

die Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen werden an solchen<br />

Tagen nicht überlastet, was sonst<br />

zu e<strong>in</strong>er höheren Krankheitsquote führen<br />

würde.<br />

3. Fehlendes fachliches Know-how<br />

In der Eigenre<strong>in</strong>igung müssen die<br />

Führungskräfte regelmäßig geschult<br />

werden. Die Kosten hierfür müssen<br />

unbed<strong>in</strong>gt im Stundensatz e<strong>in</strong>geplant<br />

werden. Genauso verhält es sich mit<br />

Treffen von Berufskollegen. E<strong>in</strong> regelmäßiger<br />

externer Blick ist sowohl<br />

bei der Eigen-, als auch bei der Fremdre<strong>in</strong>igung<br />

hilfreich.<br />

Fachthema<br />

ben, dass die Eigenre<strong>in</strong>igung mit mehr Leistung<br />

und wesentlich besseren Sozialleistungen<br />

dennoch nicht teurer werden würde<br />

als bei e<strong>in</strong>er Vergabe an e<strong>in</strong>en Dienstleister.<br />

Die Entscheidung für die Eigenre<strong>in</strong>igung<br />

war unter den Aspekten der <strong>in</strong> sozialer<br />

H<strong>in</strong>sicht besseren Beschäftigung und<br />

gleichzeitiger Verbesserung der Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />

bei gleichen bzw. niedrigeren<br />

Kosten nur noch Formsache. Die Kosten<br />

waren logisch und nachvollziehbar beschrieben.<br />

Die Qualitätssteigerung ließ sich<br />

auf der Basis von verbesserter Re<strong>in</strong>igungstechnik<br />

und -methode erwarten. Die<br />

<strong>in</strong> sozialer H<strong>in</strong>sicht bessere Beschäftigung<br />

ergibt sich schon daraus, dass die Mitarbeiter/-<strong>in</strong>nen<br />

zusätzlich zum höheren Lohn<br />

noch Weihnachtsgeld und e<strong>in</strong>e betriebliche<br />

Altersvorsorge erhalten. Durch die Zugehörigkeit<br />

der Re<strong>in</strong>igungskräfte zu den<br />

„Vere<strong>in</strong>igten Hospitien“ ließ sich auch e<strong>in</strong>e<br />

Motivationssteigerung erwarten.<br />

Jetzt fängt die Arbeit an …<br />

Mit der Entscheidung zur Eigenre<strong>in</strong>igung<br />

fängt die Arbeit erst richtig an. Und<br />

es war noch viel mehr Arbeit, als sich die<br />

drei HWLs vorgestellt hatten. Materialbestellung<br />

und Mitarbeitersuche waren noch<br />

das E<strong>in</strong>fachste. Zusätzlich mussten Arbeitsverträge<br />

und Dienstpläne erstellt werden.<br />

Dabei ist die konstruktive Zusammenarbeit<br />

mit der Lohnbuchhaltung sehr<br />

wichtig. Denn die neuen Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen<br />

sollten nicht nur, wie üblich, nach Arbeitsvertrag,<br />

sondern auch nach Notwendigkeit<br />

beschäftigt werden. Die Berechnungen<br />

mussten sowohl auf den tatsächlichen Re<strong>in</strong>igungsbedarf<br />

als auch auf das Bedürfnis<br />

der Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen nach regelmäßigen<br />

Arbeitszeiten abgestimmt werden.<br />

Schulungen, Unterweisung<br />

und E<strong>in</strong>kleiden<br />

Vor dem Tag der Umstellung waren<br />

auch Schulungen, Unterweisungen und<br />

E<strong>in</strong>kleiden notwendig. Mit Unterstützung<br />

der ausgewählten Lieferanten waren die<br />

Schulungen für die Techniken und Methoden<br />

der Re<strong>in</strong>igung schnell organisiert. In<br />

Kle<strong>in</strong>gruppen wurde der Umgang mit der<br />

Chemie und den Re<strong>in</strong>igungsmasch<strong>in</strong>en geschult<br />

sowie die verschiedenen Wischverfahren<br />

vorgeführt. Nun mussten noch die<br />

Waschmasch<strong>in</strong>en <strong>in</strong>stalliert, alle Re<strong>in</strong>igungstextilien<br />

vorgewaschen und die Re<strong>in</strong>igungstechnik<br />

aufgebaut werden. Nicht<br />

zu unterschätzen ist auch noch die Schlüsselübergabe<br />

vom alten Dienstleister.<br />

Mit dem Re<strong>in</strong>igungskonzept wussten<br />

die Mitarbeiter/-<strong>in</strong>nen nun, wann, wo und<br />

wie zu re<strong>in</strong>igen ist. Nun musste die Logistik<br />

der Moppwäsche – also das Übergießen<br />

und Verteilen der Re<strong>in</strong>igungstextilien<br />

– organisiert werden. Für die Installation<br />

e<strong>in</strong>es guten Kreislaufs der Re<strong>in</strong>igungstextilien<br />

kann schon mal e<strong>in</strong>e Woche und mehr<br />

Zeit vergehen. Am Ende hat sich der Aufwand<br />

gelohnt. Nach relativ kurzer Zeit war<br />

schon klar, dass sich die Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />

wesentlich verbessert hatte. Auch die<br />

Stimmung und Motivation der Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen<br />

hatte sich deutlich gesteigert.<br />

Tipp: E<strong>in</strong>ige Kalkulations-Programme<br />

und Excel-Hilfstabellen f<strong>in</strong>den Sie unter<br />

carlweb.de<br />

t RED<br />

Tage des<br />

Aufruhrs<br />

im Land<br />

der Mitte<br />

Die mit Spannung<br />

erwartete Fortsetzung von<br />

Tereza Vaneks exotischem<br />

Liebesroman »Das Geheimnis<br />

der Jader<strong>in</strong>ge«!<br />

Pek<strong>in</strong>g 1900: Zwei junge<br />

Frauen – e<strong>in</strong>e Ch<strong>in</strong>es<strong>in</strong><br />

und e<strong>in</strong>e Deutsche –<br />

geraten <strong>in</strong> den Sog des<br />

Boxeraufstandes und<br />

müssen um ihr Leben<br />

fürchten.<br />

Die Rebell<strong>in</strong> von Shanghai<br />

Tereza Vanek<br />

Edition Carat<br />

ISBN 978-3-937357-81-2<br />

688 Seiten, gebunden<br />

17,95 Euro<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 15<br />

www.bookspot.de


Fachthema<br />

„Wir wollen e<strong>in</strong>e<br />

Heimat se<strong>in</strong>“<br />

Der von der hauswirtschaftlichen Gruppe<br />

organisierte Pausenverkauf ist e<strong>in</strong>e<br />

sehr willkommene Unterbrechung des<br />

Vormittags<br />

H<strong>in</strong>ter hohen Bäumen verborgen, f<strong>in</strong>det man den Weg zum Monsignore-Bleyer-Haus<br />

(MBH) <strong>in</strong> München-Pas<strong>in</strong>g nicht auf Anhieb.<br />

Hat man ihn jedoch gefunden, wird der erste E<strong>in</strong>druck der vollkommenen<br />

Abgeschiedenheit schnell Lügen gestraft. Man wird<br />

unverzüglich herzlichst begrüßt und blickt <strong>in</strong> lächelnde Gesichter.<br />

Auch sämtliche Arbeit, die von der Werkstatt des MBH absolviert<br />

wird, ist alles andere als weltfremd oder realitätsfern.<br />

Das Monsignore-Bleyer-Haus ist e<strong>in</strong>e<br />

Komplexe<strong>in</strong>richtung zur E<strong>in</strong>gliederung<br />

geistig beh<strong>in</strong>derter Erwachsener.<br />

In se<strong>in</strong>en zwölf Arbeitsgruppen werden<br />

Produkte hergestellt, die <strong>in</strong> vielerlei Industriezweigen<br />

Verwendung f<strong>in</strong>den. Das Haus<br />

kooperiert mit unterschiedlichsten Unternehmen,<br />

sei es für Praktika für die Beschäftigten<br />

der Werkstätten oder <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

Geschäftsbeziehung. „Es ist uns sehr wichtig,<br />

dass Leute von außen kommen und unsere<br />

Leute auch nach außen gehen“, so<br />

Werkstattleiter Thomas Heilmann. Inklusion<br />

ist hier nicht nur e<strong>in</strong> Wort, sondern wird<br />

auch aktiv gelebt.<br />

Insgesamt werden zirka 430 Menschen<br />

mit geistiger und teilweise körperlicher oder<br />

Mehrfachbeh<strong>in</strong>derung im MBH betreut. Davon<br />

leben 130 <strong>in</strong> den 13 Wohngruppen. In<br />

den Wohngruppen der „Werkstattgänger“<br />

leben <strong>in</strong> der Regel zwölf Bewohner, <strong>in</strong> den<br />

Wohngruppen der Schwerst- oder Mehrfachbeh<strong>in</strong>derten<br />

leben neun Bewohner. Die<br />

Rentner s<strong>in</strong>d Teil der tagesstrukturierten<br />

Maßnahme, die ermöglicht, auch im Alter<br />

Teil e<strong>in</strong>er Geme<strong>in</strong>schaft zu se<strong>in</strong> und e<strong>in</strong>en<br />

s<strong>in</strong>nvollen und strukturierten Tagesablauf<br />

zu gestalten. Daneben gibt es <strong>in</strong> der Werkstatt<br />

die Schongruppe. Diese bietet Menschen,<br />

die das Rentenalter noch nicht erreicht<br />

haben oder solchen, welche sich dem<br />

Druck der Werkstatt nicht ständig aussetzen<br />

können, e<strong>in</strong>en Arbeitsplatz. Wichtiger<br />

Aspekt der Gruppe s<strong>in</strong>d die Entspannungsphasen.<br />

„Allerd<strong>in</strong>gs“, und das betont<br />

Heilmann, „sollen auch die Teilnehmer <strong>in</strong><br />

den Schongruppen arbeiten. Die Arbeit wird<br />

bei uns als Medium genutzt.“<br />

Inklusion leben<br />

Die Zusammensetzung der Betreuten<br />

des MBH hat sich im Laufe der Zeit verändert.<br />

Anfangs waren vornehmlich Erwachsene<br />

mit klassischen geistigen Beh<strong>in</strong>de-<br />

Fotos: Eva Maria Reichert<br />

16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Fachthema<br />

Das Monsignore-Bleyer-<br />

Haus und se<strong>in</strong>e Geschichte<br />

Unter der Leitung des damaligen 1.<br />

Vorsitzenden und geschäftsführenden<br />

Direktors Monsignore Wilhelm<br />

Bleyer eröffnete das Katholische Jugendsozialwerk<br />

1956 <strong>in</strong> München-Pas<strong>in</strong>g<br />

zunächst das „Lehrl<strong>in</strong>gsheim“ an<br />

der Avenariusstraße. Seit 1969 werden<br />

hier beh<strong>in</strong>derte Menschen betreut<br />

und gefördert. Nach Abschluss<br />

der letzten Neubau- und Sanierungsmaßnahmen<br />

1996 erhielt das Zentrum<br />

den Namen „Monsignore-Bleyer-<br />

Haus“ und <strong>in</strong>tegriert auf Grundlage<br />

neuester Erkenntnisse Wohnheim,<br />

Werkstatt und Förderstätte. 1998 wurde<br />

das Monsignore-Bleyer-Haus mit<br />

der DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.<br />

Weitere Informationen unter www.<br />

wfbm-obb.de/mbh.<br />

Der Träger des MBH ist das Katholische<br />

Jugendsozialwerk. Der Vere<strong>in</strong> Ca-<br />

PHANDY spielt e<strong>in</strong>e wichtige Rolle bei<br />

der Unterstützung der Arbeit von<br />

Werkstätten für beh<strong>in</strong>derte Menschen,<br />

deren Träger Mitglied im Deutschen<br />

Caritasverband s<strong>in</strong>d. CaPHAN-<br />

DY steht für e<strong>in</strong> <strong>in</strong>teressantes Fortbildungsangebot,<br />

gelebte und erfolgreiche<br />

Netzwerktätigkeit, Synergieeffekte<br />

durch vertrauensvolle Zusammenarbeit<br />

und den offenen Austausch<br />

<strong>in</strong>novativer Ideen.<br />

rungen, wie zum Beispiel Down-Syndrom,<br />

hier beheimatet. Mittlerweile allerd<strong>in</strong>gs<br />

rückt die duale Diagnostik <strong>in</strong> den Vordergrund,<br />

das heißt Menschen mit psychischgeistigen<br />

Problemen. Dadurch eröffnet sich<br />

e<strong>in</strong> neues Aufgabengebiet. In den von Heilmann<br />

betreuten Werkstätten arbeiten <strong>in</strong>sgesamt<br />

zirka 170 Menschen, sowohl Bewohner<br />

der Wohngruppe, als auch Menschen<br />

von anderen E<strong>in</strong>richtungen. 30 Menschen<br />

mit Schwer-Mehrfachbeh<strong>in</strong>derung<br />

werden gezielt gefördert und s<strong>in</strong>nvoll <strong>in</strong><br />

der Förderstätte beschäftigt.<br />

In der Regel kommen die zu Betreuenden<br />

von Sonderschulen und verfügen selten<br />

über e<strong>in</strong>e „Werker“-Ausbildung. Die Arbeitsagentur<br />

ist der Kostenträger <strong>in</strong> den<br />

ersten 27 Monaten des Werkstattaufenthaltes.<br />

An die Teilnehmer werden, gesetzlich<br />

festgelegt, m<strong>in</strong>destens 70 Prozent der<br />

E<strong>in</strong>nahmen der Werkstätten ausbezahlt;<br />

den Restbetrag kann das Haus als Lohnrücklage<br />

e<strong>in</strong>behalten. Der Werkstattplatz<br />

ist kostenfrei, allerd<strong>in</strong>gs müssen die Bewohner<br />

des Wohnheims e<strong>in</strong>en Beitrag zuzahlen.<br />

In der Werkstatt arbeiten zirka 40 Betreuer,<br />

darunter Meister des Handwerks<br />

mit sonderpädagogischer Zusatzqualifikation,<br />

Arbeitserzieher, Heilerziehungspfleger<br />

oder geprüfte Fachkräfte zur Arbeitsund<br />

Betriebsführung. Unterstützt wird das<br />

Team durch Sozialpädagogen und Psychologen.<br />

Extern gibt es die Möglichkeit<br />

zur Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie.<br />

„Werkstatt ist ke<strong>in</strong>e Sackgasse“<br />

Die Speisesaal-Rotunde<br />

Das Haus beheimatet e<strong>in</strong> extrem breites<br />

Spektrum an verschiedenen Arbeitsstätten,<br />

darunter Metallverarbeitung,<br />

Schre<strong>in</strong>erei, Montage, Mail<strong>in</strong>g/Versand,<br />

Konfektionierung/Verpackung, Papier, Mattenschneiderei,<br />

Wäscherei und Gärtnerei.<br />

Diese Werkstatt für beh<strong>in</strong>derte Menschen<br />

(WfbM) ist nach DIN EN ISO 9001: 2008 zertifiziert.<br />

Der Verpflichtung e<strong>in</strong>er Zertifizierung<br />

möchte das Haus selbstverständlich<br />

mit der angemessenen Hochwertigkeit des<br />

jeweiligen Endprodukts nachkommen –<br />

und so verwundert es nicht weiter, dass die<br />

Werkstatt e<strong>in</strong>en sehr hohen Qualitätsanspruch<br />

hat und auf ihre Produkte e<strong>in</strong>e Garantie<br />

gibt.<br />

Die Werkstätten verfolgen zweierlei Ziele:<br />

zum e<strong>in</strong>en den Teilnehmern e<strong>in</strong>e Integration<br />

<strong>in</strong> den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.<br />

Zum anderen dient die Tätigkeit <strong>in</strong><br />

den Werkstätten der Persönlichkeitsförderung.<br />

Generell wäre das Ideal stets die erfolgreiche<br />

Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt.<br />

Das, bedauert Heilmann, ist <strong>in</strong><br />

se<strong>in</strong>en zwölf Arbeitsjahren im Haus bislang<br />

allerd<strong>in</strong>gs nur vier Mal geglückt. Der Werkstattleiter<br />

beklagt, dass es nicht e<strong>in</strong>facher<br />

ist, se<strong>in</strong>e Schützl<strong>in</strong>ge zu vermitteln, denn:<br />

„Unsere Leute wollen arbeiten – wahrsche<strong>in</strong>lich<br />

mehr als andere. Die MAN-Verpackungsgruppe<br />

ist montags und donnerstags<br />

eigentlich eher grantig, wenn sie<br />

nicht gleich etwas zu tun hat.“ Dann nämlich<br />

gibt es vormittags wegen der Lieferungen<br />

neuer Produkte des Fahrzeug- und<br />

Masch<strong>in</strong>enbaukonzerns MAN e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en<br />

Leerlauf. Bevor die Produkte von der<br />

Gruppe weiterverarbeitet werden können,<br />

müssen sie zuerst noch dokumentiert und<br />

e<strong>in</strong>geräumt werden.<br />

Die meisten der Geschäftsbeziehungen<br />

zu Hauptkunden wie zum Beispiel MAN,<br />

Avery Zweckform oder Eriks bestehen<br />

schon seit Jahren. Neue Kunden erfahren<br />

zumeist durch Mundpropaganda oder das<br />

Internet vom Monsignore-Bleyer-Haus und<br />

se<strong>in</strong>en Diensten. Daneben s<strong>in</strong>d die <strong>in</strong>ternen<br />

Kunden e<strong>in</strong> wichtiges Standbe<strong>in</strong>, so<br />

wird auch beispielsweise Wäsche für das<br />

Wohnheim gewaschen oder Möbel für E<strong>in</strong>richtungen<br />

des Katholischen Jugendsozialwerks,<br />

den Träger des Hauses, gefertigt.<br />

Daneben werden viele Aufträge <strong>in</strong> Kooperation<br />

mit anderen Beh<strong>in</strong>dertenwerkstätten<br />

abgewickelt. Dies ermöglicht, dass so<br />

gut wie jeder Kunde bedient und jeder Auftrag<br />

erfüllt werden kann.<br />

Lichter weisen den Weg<br />

Jeder Beschäftigte des MBH erhält e<strong>in</strong>en<br />

Vertrag. Es kommt vor, dass dieser Vertrag<br />

nicht gänzlich erfüllt werden kann. Gekündigt<br />

wird allerd<strong>in</strong>gs niemandem, stattdessen<br />

tritt e<strong>in</strong> Aufhebungsvertrag <strong>in</strong> Kraft.<br />

Meist wird im Dialog mit anderen E<strong>in</strong>richtungen<br />

e<strong>in</strong>e Lösung gefunden, um jedem<br />

Teilnehmer e<strong>in</strong> ungesicherteres Dase<strong>in</strong><br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 17


Fachthema<br />

ohne Unterstützung und Hilfe zu ersparen.<br />

Die Wäscherei des MBH ist e<strong>in</strong> wichtiges<br />

Standbe<strong>in</strong>. Gewaschen wird e<strong>in</strong>erseits<br />

für die eigenen Wohngruppen, andererseits<br />

werden auch externe Abnehmer bedient:<br />

Altenheime, Werkstätten, Gastronomiebetriebe,<br />

Hotels oder auch Ämter.<br />

Die Wäscherei ist selbstverständlich <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en Re<strong>in</strong>- und e<strong>in</strong>en Schmutzbereich unterteilt,<br />

Hygieneregeln werden stets beachtet.<br />

Drei große Waschmasch<strong>in</strong>en, zwei<br />

Masch<strong>in</strong>en mit 50 Kilogramm und e<strong>in</strong>e Masch<strong>in</strong>e<br />

mit 25 Kilogramm Fassungsvermögen,<br />

werden durch drei Trockner ergänzt.<br />

„Insgesamt waschen wir zwischen 300 und<br />

400 Kilogramm Wäsche pro Tag; jährlich<br />

s<strong>in</strong>d es so zirka 60 Tonnen“, so der Werkstattleiter.<br />

Dazu verfügt das Haus außerdem<br />

über zwei große Mangeln und e<strong>in</strong>en<br />

Bügelbereich.<br />

Das Monsignore-Bleyer-Haus hat e<strong>in</strong><br />

besonderes Sortierungsverfahren für die<br />

Wäsche. Da es vorkommen kann, dass Beschäftigte<br />

nicht lesen können, gibt es e<strong>in</strong>e<br />

Hilfestellung für das Sortieren. Dabei haben<br />

die verschiedenen Kleidungsstücke<br />

e<strong>in</strong>en Patch, auf dem e<strong>in</strong> Barcode angebracht<br />

ist. Dieser wird von e<strong>in</strong>em Mitarbeiter<br />

gescannt, auf e<strong>in</strong>em Bildschirm ersche<strong>in</strong>en<br />

dann Informationen zum Eigentümer<br />

des Textils wie Name, Wohngruppe<br />

– aber noch wichtiger: e<strong>in</strong>e Nummer. Diese<br />

Nummer benennt das Regalfach, <strong>in</strong> das<br />

die Wäsche e<strong>in</strong>sortiert werden muss. Zusätzlich<br />

zu der Nummer ist am Regalfach<br />

e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es Lämpchen angebracht, welches<br />

leuchtet, wenn e<strong>in</strong> Kleidungsstück<br />

mit der entsprechenden Nummer gescannt<br />

wird. Somit können auch Beschäftigte,<br />

die Schwierigkeiten mit dem Lesen<br />

oder generell mit dem Erkennen von Buchstaben<br />

oder Zahlen haben, leicht das passende<br />

Regal f<strong>in</strong>den. Im Regal werden die<br />

verschiedenen Wäschestücke gestapelt,<br />

dann nach Beendigung des Vorganges<br />

entsprechend der Wohngruppe <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />

Wagen geladen und <strong>in</strong> die Wohngruppe<br />

gebracht. Dort muss dann nur noch das<br />

fertige „Paket“ <strong>in</strong> den Schrank gepackt<br />

werden. Die Software „scantex“ wurde optimal<br />

an die Bedürfnisse des MBH angepasst.<br />

Der Pausenverkauf ist e<strong>in</strong> Event<br />

Mangeln <strong>in</strong> großer Dimension – basierend auf der Software „scantex“ wird das Sortieren<br />

von Wäsche erleichert (Foto oben rechts)<br />

Vergleichbar mit vielen Großbetrieben<br />

bietet selbstverständlich auch das MBH<br />

e<strong>in</strong>e vielfältige, auf die jeweiligen Bedürfnisse<br />

der zu Versorgenden abgestimmte<br />

Auswahl an Speisen an. Für jeden<br />

ist etwas dabei, von Vollkost bis zur<br />

Spezialdiät (wie beispielsweise Laktose<strong>in</strong>toleranz<br />

oder Zöliakie), von Vegetarismus<br />

bis zu Ernährungsangeboten basierend<br />

auf verschiedenen Glaubensrichtungen.<br />

In den Wohnheimgruppen wird geme<strong>in</strong>sam<br />

gefrühstückt und zu Abend gegessen,<br />

das Mittagessen jedoch nehmen<br />

alle geme<strong>in</strong>sam im großen Speisesaal e<strong>in</strong>.<br />

Dies allerd<strong>in</strong>gs bezieht sich ausschließlich<br />

auf die Wochentage. Samstags und<br />

sonntags kochen die Bewohner der Wohngruppen<br />

eigenständig. E<strong>in</strong> Proviantwagen<br />

sorgt <strong>in</strong> dieser Zeit für die Zutaten. Nach<br />

Lust und Laune wird mit Rezepten und Ideen<br />

variiert.<br />

Der Pausenverkauf gibt den Betreuten<br />

an vier Tagen <strong>in</strong> der Woche die Möglichkeit,<br />

Butterbrezen, Käsesemmel und<br />

Kakao zu erwerben. An sich für die meisten<br />

von uns die normalste Sache der Welt<br />

– für die Werkstattgänger nicht. Überhaupt<br />

ersche<strong>in</strong>t nichts selbstverständlich<br />

im MBH, alles wird dankbar angenommen.<br />

Der Pausenverkauf f<strong>in</strong>det immer von 10.00<br />

bis 10.15 Uhr statt und wird von der Hauswirtschaftsgruppe<br />

unter der Leitung von<br />

HBL Maria Mayr betreut. In vielerlei H<strong>in</strong>sicht<br />

s<strong>in</strong>d die Teilnehmer der hauswirtschaftlichen<br />

Gruppe aktiv. Die Gruppe ist<br />

neben dem Pausenverkauf auch für die<br />

Re<strong>in</strong>igung von Werkstätten und Speisesaal<br />

verantwortlich. Und auch bei größeren<br />

Veranstaltungen, beispielsweise beim<br />

Tag der offenen Tür, bei dem Eltern und<br />

Angehörige der zu Betreuenden des Hauses<br />

e<strong>in</strong>geladen s<strong>in</strong>d, betreuen die Teilnehmer<br />

e<strong>in</strong>en Stand.<br />

Individualität und Familie<br />

„Thomas, wir haben am gleichen Tag<br />

Geburtstag!“, schallt es freudig von e<strong>in</strong>er<br />

Betreuten. Geburtstag ist e<strong>in</strong> wichtiges<br />

Stichwort – dieser wird stets angemessen<br />

gefeiert. Am Ehrentag selbst sieht sich das<br />

Geburtstagsk<strong>in</strong>d im Mittelpunkt e<strong>in</strong>er kle<strong>in</strong>en<br />

Feier <strong>in</strong> der jeweiligen Wohngruppe,<br />

e<strong>in</strong>e Feier für alle Geburtstage des jeweiligen<br />

Monats wird am Monatsende <strong>in</strong> den<br />

Werkstätten ausgerichtet.<br />

Nicht nur auf Therapiebasis wird <strong>in</strong>dividuell<br />

gefördert, sondern auch im Bereich<br />

der Arbeit. Für jeden der Beschäftigten<br />

existiert e<strong>in</strong> <strong>in</strong>dividueller Förderplan. Dabei<br />

wird zuerst der Ist-Zustand erfasst und<br />

aufgrund dieser Ergebnisse e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>dividuelle<br />

Zielsetzung <strong>in</strong>nerhalb e<strong>in</strong>es bestimmten<br />

Zeitfensters erarbeitet. Diese<br />

Erfassung ist wichtig, denn die verschiedenen<br />

Therapien beziehungsweise Förderungen<br />

unterstützen und optimieren die<br />

Arbeitsprozesse. So wird den Teilnehmern<br />

ermöglicht, sich auszuprobieren. Ke<strong>in</strong> Berufsfeld<br />

soll von vornhere<strong>in</strong> ausgeschlossen<br />

werden. So wird e<strong>in</strong>em Teilnehmer<br />

beispielsweise ermöglicht, e<strong>in</strong>en E<strong>in</strong>blick<br />

<strong>in</strong> die Schreierei zu bekommen – auch<br />

wenn se<strong>in</strong>e Stärken beispielsweise eher<br />

im Bereich des Gärtnerns liegen.<br />

Das Monsignore-Bleyer-Haus ist e<strong>in</strong>e<br />

E<strong>in</strong>richtung mit viel Familiens<strong>in</strong>n. „Wir<br />

wollen e<strong>in</strong>e Heimat se<strong>in</strong>“, beschreibt Heilmann<br />

den Anspruch des Hauses. „Und wir<br />

wollen die Bewohner wenn möglich bis<br />

ganz zum Schluss begleiten.“<br />

Neu implementiert wurde deswegen<br />

„Palliativ Care“. Die Bewohner haben nun<br />

nicht mehr <strong>in</strong> der Fremde ihren letzten Weg<br />

zurückzulegen – sie dürfen <strong>in</strong>nerhalb ihres<br />

vertrauten, familiären Umfeldes sterben.<br />

Angesichts des Familiens<strong>in</strong>ns verwundert<br />

es auch nicht weiter, dass Thomas Heilmann<br />

jeden „se<strong>in</strong>er“ 170 Schützl<strong>in</strong>ge persönlich<br />

mit Namen kennt – e<strong>in</strong> freundliches<br />

„Hallo Thomas“ ist liebgewordener Standard.<br />

t Eva Maria Reichert<br />

18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


16.<strong>rhw</strong>-Symposium<br />

22. Mai 2014 <strong>in</strong> München<br />

Zukunftschancen und<br />

preisgekrönte Konzepte<br />

Ihr Programm im Kard<strong>in</strong>al Wendel Haus<br />

9.50 bis 10.10 Uhr<br />

Begrüßung, Überraschungen und Zeitreise zu<br />

50 Jahren <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

Dr. Angelika Schaller, Geschäftsleitung Verlag Neuer Merkur;<br />

Moderation: Robert Baumann, Chefredakteur <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

Vormittag der Zukunft<br />

10.15 bis 10.45 Uhr<br />

„Profis im E<strong>in</strong>satz. Warum professionelle Hauswirtschaft<br />

unverzichtbar für Familie und Gesellschaft ist“<br />

Gisela Miethaner, M<strong>in</strong>isterialrät<strong>in</strong> im Bayerischen Staatsm<strong>in</strong>isterium<br />

für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, München<br />

10.45 bis 11.35 Uhr<br />

Deutschland-Umfragen und Trends: Wandel der Hauswirtschaft?!<br />

Dipl. Soz. Bett<strong>in</strong>a Wiener, Geschäftsführer<strong>in</strong> des Zentrums für<br />

Sozialforschung, Halle e. V. (ZSH)<br />

11.35 bis 12.00 Uhr<br />

Und was folgt daraus?<br />

Diskussion zu den Auswirkungen der Umfragen auf Berufsbildung<br />

und Qualifikationen <strong>in</strong> der Hauswirtschaft.<br />

12.00 bis 13.00 Uhr Mittagspause<br />

Mittag der Preisträger<br />

13.00 bis 13.45 Uhr<br />

Ausgezeichnet – als HBL im 5-Sterne-Resort<br />

Angela Herold, HBL, Leiter<strong>in</strong> Hauswirtschaft und Executive<br />

Housekeep<strong>in</strong>g Manager, Sonnenalp Resort <strong>in</strong> Ofterschwang.<br />

13.45 bis 14.30 Uhr<br />

Mythos Marktnachteil: Menschen mit Handicap <strong>in</strong> den Arbeitsmarkt<br />

<strong>in</strong>tegrieren<br />

Renate Baur-Richter, Institut für post-systemische Managementberatung<br />

(IPM) und Bereichsleiter<strong>in</strong> iwent-Cas<strong>in</strong>o.<br />

14.30 bis 14.40 Uhr<br />

Fragerunde mit Angela Herold und Renate Baur-Richter<br />

14.40 bis 15.20 Uhr Kaffeepause<br />

Nachmittag der Chancen<br />

15.20 bis 16.00 Uhr<br />

Allergen<strong>in</strong>formationspflicht und mulitreligiöse Küche – darf es<br />

noch etwas se<strong>in</strong>?<br />

Carola Re<strong>in</strong>er, Geschäftsführer<strong>in</strong> CCR Unternehmensberatung<br />

16.00 bis 16.30 Uhr<br />

Unentdeckter Schatz: Das Potenzial Gehobener Privathaushalt<br />

Anne Lünsmann, Geschäftsführer<strong>in</strong> AL Personalvermittlung,<br />

München und Ursula Bolhuis, Struktur-Wandel, Rat<strong>in</strong>gen<br />

16.30 bis 16.40 Uhr<br />

Fragerunde mit C. Re<strong>in</strong>er, A. Lünsmann<br />

und U. Bolhuis<br />

16.40 bis 16.50 Uhr<br />

Verabschiedung und Ausklang<br />

Topthema 2014<br />

Foto: Thilo Fahrtmann<br />

Die Referent<strong>in</strong>nen (v.l.n.r.):<br />

Gisela Miethaner,<br />

Bett<strong>in</strong>a Wiener,<br />

Angela Herold,<br />

Renate Baur-Richter,<br />

Carola Re<strong>in</strong>er,<br />

Anne Lünsmann,<br />

Ursula Bolhuis<br />

Anmeldung mit rückseitigem Antwort-Fax oder onl<strong>in</strong>e unter www.<strong>rhw</strong>-symposium.de


ANMELDEFAX AN (0 89) 31 89 05 53<br />

H JA, ich/wir melde/n mich/uns zum 16. <strong>rhw</strong>-Symposium, Donnerstag, 22. Mai 2014, <strong>in</strong> München an.<br />

___________________________________________________________________________________<br />

E<strong>in</strong>richtung / Firma (NUR WENN RECHNUNGSADRESSE)<br />

___________________________________________________________________________________<br />

<strong>rhw</strong>-Abonummer/Mitgliedsnummer<br />

___________________________________________________________________________________<br />

Vorname<br />

Name<br />

___________________________________________________________________________________<br />

Vorname<br />

Name<br />

___________________________________________________________________________________<br />

E-Mail<br />

Rechnungsadresse:<br />

___________________________________________________________________________________<br />

Straße<br />

___________________________________________________________________________________<br />

PLZ/Ort<br />

___________________________________________________________________________________<br />

Telefon/Fax<br />

___________________________________________________________________________________<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit me<strong>in</strong>er Unterschrift erkenne ich die Allgeme<strong>in</strong>en Geschäftsbed<strong>in</strong>gungen (AGB, siehe rechts) für<br />

diese Veranstaltung an.<br />

H Ich nehme am Vorabend, 21. 5. 2014, als Selbstzahler am Get-together gegen<br />

19 Uhr <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em bayerischen Restaurant <strong>in</strong> München Schwab<strong>in</strong>g <strong>in</strong> der Nähe<br />

des Kard<strong>in</strong>al Wendel Hauses teil (Details folgen nach Anmeldung).<br />

Hotelempfehlungen f<strong>in</strong>den Sie unter www.muenchen.de/uebernachten.html<br />

Das Tagungshaus bef<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> der Mandlstraße 23, 80802 München<br />

(im Stadtteil Schwab<strong>in</strong>g, nähe U-Bahn Münchner Freiheit).<br />

E<strong>in</strong>e ausführliche Wegbeschreibung erhalten Sie nach der Anmeldung.<br />

TEILNAHMEGEBÜHR:<br />

109,– Euro Vorzugspreis für Abonnenten<br />

von <strong>rhw</strong>/ <strong>rhw</strong> praxis oder Mitglieder<br />

im Berufsverband Hauswirtschaft<br />

Normalpreis:<br />

129,– Euro<br />

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.;<br />

<strong>in</strong>kl. Tagesverpflegung.<br />

AGB FÜR DIESEN ANLASS:<br />

Anmeldungen können nur schriftlich (Post, Fax,<br />

E-Mail) erfolgen und werden von uns bestätigt.<br />

Rechtzeitig vor der Veranstaltung erhalten Sie die<br />

Rechnung, die per Überweisung zu zahlen ist. Die<br />

Barzahlung am Tag der Veranstaltung ist nicht<br />

möglich.<br />

Stornierungen müssen schriftlich erfolgen und<br />

werden vom Veranstalter bestätigt. Bei Stornierungen,<br />

die bis 8. Mai 2014 e<strong>in</strong>gehen, wird e<strong>in</strong>e<br />

Bearbeitungsgebühr von 25,– Euro zzgl. MwSt. erhoben.<br />

Für Stornierungen, die nach dem 8. Mai<br />

2014 e<strong>in</strong>gehen, werden 50 Prozent der Teilnahme -<br />

gebühren berechnet. Wenn Sie ohne vorherige<br />

Stornierung nicht teilnehmen oder nach dem<br />

15. Mai 2014 stornieren, wird die volle Teilnahmegebühr<br />

berechnet. Sie können jedoch jederzeit<br />

e<strong>in</strong>e Ersatzperson schicken.<br />

Der Veranstalter behält sich das Recht vor, das <strong>rhw</strong>-<br />

Symposium aus dr<strong>in</strong>genden Gründen abzusagen.<br />

Veranstalter/Anschrift<br />

Magical Media GmbH, vnm-Akademie,<br />

Paul-Gerhardt-Allee 46, 81245 München,<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-15,<br />

E-Mail akademie@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Aussteller (Stand April 2014):<br />

Kard<strong>in</strong>al<br />

Wendel<br />

Haus


Berufsbildung<br />

Des<strong>in</strong>fektion mit Verstand<br />

Fotos: Robert Baumann<br />

Bei der Re<strong>in</strong>igung von Oberflächen oder Gegenständen entfernen<br />

wir neben Schmutz auch schon jede Menge Keime. Dennoch<br />

s<strong>in</strong>d die vorrangigen Ziele der Re<strong>in</strong>igung vor allem die Pflege<br />

und Werterhaltung von Gegenständen. Anders sieht dies bei<br />

der Des<strong>in</strong>fektion aus: hier ist das Ziel die weitestgehende Abtötung<br />

– nicht nur e<strong>in</strong>e mechanische Entfernung – von Keimen.<br />

E<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion ist also immer e<strong>in</strong>e<br />

Reaktion auf das Vorhandense<strong>in</strong> von<br />

Keimen. Da diese nach der Des<strong>in</strong>fektion<br />

über kontam<strong>in</strong>ierte Gegenstände, die<br />

Hände von diversen Personen und auch<br />

aus der Luft allmählich wieder „nachgefüllt“<br />

werden, ist e<strong>in</strong>e vorbeugende Des<strong>in</strong>fektion<br />

nicht möglich.<br />

Merke:<br />

Des<strong>in</strong>fektion bedeutet Abtöten bzw.<br />

weitgehende Reduzierung der Zahl von<br />

Erregern übertragbarer Krankheiten, so<br />

dass e<strong>in</strong>e Infektion nicht zu befürchten<br />

ist.<br />

E<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion ist auf unterschiedlichste<br />

Art und Weise möglich. Die im Bereich<br />

Hauswirtschaft gebräuchlichsten Methoden<br />

s<strong>in</strong>d die Des<strong>in</strong>fektion durch Hitze<br />

(thermische Des<strong>in</strong>fektion) und die Des<strong>in</strong>fektion<br />

mithilfe von Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

(chemische Des<strong>in</strong>fektion). Wir des<strong>in</strong>fizieren<br />

beispielsweise Weckgläser thermisch,<br />

<strong>in</strong>dem wir sie vor dem Befüllen auskochen.<br />

Auch das Waschen von „Kochwäsche“ bei<br />

Temperaturen um die 90 Grad Celsius ist<br />

e<strong>in</strong>e thermische Des<strong>in</strong>fektion. Wesentlich<br />

gebräuchlicher ist jedoch die chemische<br />

Des<strong>in</strong>fektion. Bei der chemischen Des<strong>in</strong>fektion<br />

kommen chemische Mittel zum E<strong>in</strong>-<br />

satz, die möglichst alle vorhandenen Keime<br />

entfernen sollen, damit die Gefahr, sich<br />

mit ihnen zu <strong>in</strong>fizieren, auf e<strong>in</strong> M<strong>in</strong>imum<br />

reduziert wird. Soll die Des<strong>in</strong>fektion wirksam<br />

se<strong>in</strong>, s<strong>in</strong>d allerd<strong>in</strong>gs e<strong>in</strong>ige Regeln zu<br />

beachten.<br />

Des<strong>in</strong>fizieren – aber richtig!<br />

Nicht jedes Des<strong>in</strong>fektionsmittel tötet<br />

alle Arten von Keimen gleich gut ab. Das<br />

Robert Koch-Institut teilt die unterschiedlichen<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmittel entsprechend<br />

ihres Wirkungsbereichs e<strong>in</strong>:<br />

u Wirkungsbereich A: zur Abtötung von<br />

Bakterien, Pilzen und pilzlicher Sporen<br />

geeignet<br />

u Wirkungsbereich B: zur Inaktivierung<br />

von Viren geeignet<br />

u Wirkungsbereich C: zur Abtötung von<br />

Sporen des Erregers des Milzbrandes<br />

geeignet<br />

u Wirkungsbereich D: zur Abtötung von<br />

Sporen der Erreger von Gasbrand,<br />

Gasödem und Wundstarrkrampf geeignet<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5·2014 21


Dossier: Des<strong>in</strong>fektion<br />

Es ist also unbed<strong>in</strong>gt erforderlich zu<br />

wissen, welchen Keim man mit der Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahme<br />

bekämpfen möchte.<br />

Sollen Salmonellen (Bakterien) im Küchenbereich<br />

unschädlich gemacht werden,<br />

ist e<strong>in</strong> anderes Produkt notwendig als wenn<br />

Noroviren <strong>in</strong>aktiviert werden sollen.<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmittel enthalten Wirkstoffe,<br />

die <strong>in</strong> der Lage s<strong>in</strong>d, gezielt die Eiweißstrukturen<br />

der unterschiedlichen Mikroorganismen<br />

zu zerstören oder so zu<br />

schädigen, dass diese sich nicht mehr vermehren<br />

können.<br />

Da diese Wirkstoffe mit Prote<strong>in</strong>en reagieren,<br />

reagieren sie natürlich auch mit<br />

menschlichem Prote<strong>in</strong>, spricht mit dem Eiweiß<br />

unserer Haut und unserer Schleimhäute.<br />

Nahezu alle Des<strong>in</strong>fektionsmittel (außer<br />

den Spezialprodukten für die Händebzw.<br />

Hautdes<strong>in</strong>fektion) enthalten Gefahrstoffe<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Konzentration, die es ratsam<br />

macht, nicht direkt mit ihnen <strong>in</strong> Kontakt zu<br />

kommen.<br />

Dies gilt <strong>in</strong>sbesondere für Flächendes<strong>in</strong>fektionsmittel,<br />

die erst noch zur gebrauchsfertigen<br />

Lösung angemischt werden<br />

müssen. Diese Konzentrate sollten<br />

nicht mit der Haut und den Schleimhäuten<br />

<strong>in</strong> Berührung kommen und möglichst auch<br />

nicht e<strong>in</strong>geatmet werden.<br />

Des<strong>in</strong>fektionswirkstoffe können se<strong>in</strong>:<br />

u Alkohole<br />

u Aldehyde<br />

u quaternäre Ammoniumverb<strong>in</strong>dungen<br />

u Sauerstoffabspalter<br />

u Chlorabspalter<br />

u Biguanide etc.<br />

Des<strong>in</strong>fektionsfehler<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmittel können mit anderen<br />

Substanzen bevorzugt reagieren, das<br />

heißt, sie reagieren erst <strong>in</strong> zweiter L<strong>in</strong>ie auf<br />

die Mikroorganismen. Dadurch wird die<br />

Des<strong>in</strong>fektionswirkung natürlich ganz oder<br />

teilweise zunichte gemacht. Typische Des<strong>in</strong>fektionsfehler<br />

s<strong>in</strong>d:<br />

u Seifenfehler: Reaktion des Re<strong>in</strong>igungsmittels<br />

mit dem Des<strong>in</strong>fektionsre<strong>in</strong>iger<br />

(anionische Tenside reagieren<br />

mit kationischen Tensiden)<br />

u Eiweißfehler: Reaktion des Des<strong>in</strong>fektionsmittels<br />

mit dem Eiweiß des Schmutzes<br />

anstatt mit den Keimen (Des<strong>in</strong>fektionswirkstoff<br />

wird unwirksam).<br />

Richtige Dosierung<br />

E<strong>in</strong>e Unterdosierung von Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

führt dazu, dass nicht alle Keime<br />

vollständig abgetötet werden. Es bleiben<br />

Mikroorganismen übrig, die sich nun<br />

weiter vermehren können. Der Des<strong>in</strong>fektionserfolg<br />

bleibt also aus. Durch e<strong>in</strong>e ständige<br />

Unterdosierung können Keime mit der<br />

Zeit Toleranzen entwickeln. Die Folge ist,<br />

dass die Des<strong>in</strong>fektionswirkung mit dem gewählten<br />

Präparat nicht mehr zu erreichen<br />

ist.<br />

E<strong>in</strong>e Überdosierung von Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

belastet <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie die Atemwege<br />

und Schleimhäute der Mitarbeiter<br />

und die Umwelt. Sie kann aber auch zu<br />

Schäden an Material und Oberflächen führen<br />

und kostet unnötig Geld. Dosierh<strong>in</strong>weise<br />

f<strong>in</strong>den Sie auf den Des<strong>in</strong>fektionsmittelbehältern,<br />

<strong>in</strong> den Sicherheitsdatenblättern,<br />

den Betriebsanweisungen und im<br />

Des<strong>in</strong>fektionsplan.<br />

Ausreichende E<strong>in</strong>wirkzeit<br />

Die Des<strong>in</strong>fektions-Wirkstoffe brauchen<br />

Zeit, um ihre „Arbeit“ zu erledigen. Je nach<br />

Anwendungsfall kann die E<strong>in</strong>wirkzeit von<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

u wenige Sekunden (zum Beispiel Produkte<br />

für die Anwendung auf Solarien,<br />

u<br />

Händedes<strong>in</strong>fektionsmittel)<br />

oder mehrere Stunden (zum Beispiel<br />

Produkte für die Des<strong>in</strong>fektion im Küchenbereich<br />

oder für die Schlussdes<strong>in</strong>fektion<br />

im OP) betragen.<br />

Unterschreitet man die E<strong>in</strong>wirkzeit, <strong>in</strong>dem<br />

man die des<strong>in</strong>fizierte Fläche vorzeitig<br />

mit Wasser benetzt, nachwischt, nachtrocknet<br />

oder begeht, kommt dies e<strong>in</strong>er Unterdosierung<br />

gleich.<br />

Merkblatt für den Umgang<br />

mit Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

Wenn Sie <strong>in</strong> ihrer E<strong>in</strong>richtung Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />

e<strong>in</strong>setzen, sollten Sie ihre<br />

Mitarbeiter im Umgang damit schulen und<br />

die richtige Anwendung immer wieder kontrollieren.<br />

Zu schnell führen Rout<strong>in</strong>e und<br />

Alltagshektik dazu, dass Grundlegendes<br />

untergeht und entweder nach der Devise<br />

„viel hilft viel“ dosiert wird oder die Mitarbeiter<br />

aus lauter falsch verstandener Sparsamkeit<br />

das verme<strong>in</strong>tlich teure Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />

unterdosieren.<br />

Damit die Schulung oder Unterweisung<br />

für Sie e<strong>in</strong>facher ist und die Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen<br />

die wichtigsten Punkte jederzeit nachlesen<br />

können, können Sie e<strong>in</strong> Merkblatt für<br />

den Umgang mit Des<strong>in</strong>fektionsmitteln vorbereiten.<br />

Merkblatt Des<strong>in</strong>fektion<br />

Grundsätze<br />

Überdosieren schadet der Umwelt.<br />

Überdosieren vermehrt den Arbeitsaufwand.<br />

Unterdosieren ist gefährlich, da die<br />

Wirksamkeit nicht mehr gewährleistet ist<br />

und damit die Krankheitserreger widerstandsfähig<br />

werden können (Toleranzbildung.)<br />

Des<strong>in</strong>fektionslösung nur mit kaltem<br />

Wasser ansetzen, damit ke<strong>in</strong>e unnötige Geruchsbelästigung<br />

bzw. Dämpfe entstehen,<br />

die die Schleimhäute belasten können.<br />

Immer für ausreichende Raumbelüftung<br />

sorgen.<br />

Vorgehensweise<br />

Immer Dosierhilfen benutzen (Dosierflaschen,<br />

Messbecher, etc.)<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmittel nur mit kaltem<br />

Wasser ansetzen.<br />

Erst Wasser, dann Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />

zugeben (Verh<strong>in</strong>dert die Schaumbildung.)<br />

Wannen mit Instrumentendes<strong>in</strong>fektionsmittellösung<br />

mit Deckel verschließen.<br />

Beim Umgang mit Flächen- und Instrumentendes<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

grundsätzlich<br />

zum Personalschutz flüssigkeitsdichte<br />

Handschuhe tragen.<br />

E<strong>in</strong>wirkzeiten<br />

Die angegebenen E<strong>in</strong>wirkzeiten s<strong>in</strong>d<br />

grundsätzlich e<strong>in</strong>zuhalten.<br />

Bei der Flächendes<strong>in</strong>fektion darf nicht<br />

manuell nachgetrocknet werden, nach Abtrocknen<br />

der Fläche kann weitergearbeitet<br />

werden.<br />

Durchführung der Des<strong>in</strong>fektion<br />

Verunre<strong>in</strong>igung mit Zellstoff entfernen.<br />

Des<strong>in</strong>fektionslösung entsprechend der<br />

Angabe auf der Verpackung dosieren (kaltes<br />

Wasser).<br />

Verunre<strong>in</strong>igte Fläche vollständig benetzen.<br />

Nicht nachwischen, nicht nachtrocknen.<br />

Des<strong>in</strong>fektionslösung entsprechend der<br />

Angabe auf der Verpackung e<strong>in</strong>wirken lassen.<br />

Flächen, die mit Lebensmitteln <strong>in</strong> Berührung<br />

kommen, nach der E<strong>in</strong>wirkzeit mit<br />

klarem Wasser nachre<strong>in</strong>igen.<br />

Merke<br />

Immer nach Gebrauchsanweisung dosieren,<br />

um Unfälle und Schäden zu vermeiden.<br />

Anwendungsbereich Krankenhäuser<br />

E<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion ist nur da erforderlich,<br />

wo große Mengen Krankheitskeime<br />

auftreten, also vorwiegend <strong>in</strong> Krankenhäusern.<br />

Aus den oben beschriebenen<br />

Gründen (Bildung toleranter Keime) wird<br />

jedoch auch im Krankenhaus kaum noch<br />

„präventiv“ des<strong>in</strong>fiziert.<br />

Die Kommission für Krankenhaushygiene<br />

am Robert Koch-Institut empfiehlt<br />

22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Dossier: Des<strong>in</strong>fektion<br />

Krankenhäusern, das Thema Flächendes<strong>in</strong>fektion<br />

sehr differenziert zu betrachten.<br />

In ihrer Empfehlung „Anforderungen<br />

an die Hygiene bei der Re<strong>in</strong>igung und Des<strong>in</strong>fektion<br />

von Flächen“ teilt es die unterschiedlichen<br />

Bereiche e<strong>in</strong>es Krankenhauses<br />

<strong>in</strong> „Risikobereiche zur Festlegung von<br />

Re<strong>in</strong>igungs- und Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahmen“<br />

e<strong>in</strong>:<br />

Risikobereiche <strong>in</strong> Krankenhäusern<br />

Bereiche ohne Infektionsrisiko: Treppenhäuser,<br />

Flure, Verwaltung, Büros, Speiseräume,<br />

Hörsäle, Unterrichtsräume, technische<br />

Bereiche.<br />

Hier empfiehlt das RKI lediglich e<strong>in</strong>e<br />

regelmäßige Re<strong>in</strong>igung aller Flächen.<br />

Bereiche mit möglichem Infektionsrisiko:<br />

Allgeme<strong>in</strong>stationen, Ambulanzbereiche,<br />

Radiologie, Physikalische Therapie,<br />

Sanitärräume, Dialyse, Entb<strong>in</strong>dung, Intensivtherapie/-überwachung.<br />

Hier sollen Flächen mit häufigem Hand-<br />

/Hautkontakt des<strong>in</strong>fiziert, Fußböden und<br />

sonstige Flächen h<strong>in</strong>gegen „nur“ gere<strong>in</strong>igt<br />

werden.<br />

Bereiche mit besonderem Infektionsrisiko:<br />

OP-Abteilungen, E<strong>in</strong>griffsräume, E<strong>in</strong>heiten<br />

für besondere Intensivtherapie,<br />

Transplantationen, Hämatologie, Onkologie<br />

oder Frühgeborene.<br />

Auch hier empfiehlt das RKI für Flächen<br />

mit häufigem Hand-/Hautkontakt die Des<strong>in</strong>fektion,<br />

ebenso für die Fußböden. Sonstige<br />

Flächen sollen gere<strong>in</strong>igt werden.<br />

Bereiche mit Patienten, die Erreger <strong>in</strong><br />

oder an sich tragen, dass im E<strong>in</strong>zelfall die<br />

Gefahr e<strong>in</strong>er Weiterverbreitung besteht:<br />

Isolierbereiche/-pflege, Funktionsbereiche,<br />

<strong>in</strong> denen die oben genannten Patienten<br />

behandelt werden.<br />

Hier bestehen dieselben Empfehlungen<br />

wie <strong>in</strong> der oben beschriebenen Kategorie.<br />

Anwendungsbereich<br />

Alten- und Beh<strong>in</strong>dertenheime<br />

Vor wenigen Jahren veröffentlichte das<br />

RKI auch Empfehlungen für die „Infektionsprävention<br />

<strong>in</strong> Heimen“.<br />

Auch wenn <strong>in</strong> der E<strong>in</strong>leitung dieser<br />

Empfehlungen zu lesen ist, dass sie vorwiegend<br />

für E<strong>in</strong>richtungen der Altenhilfe<br />

gedacht s<strong>in</strong>d, können sie zum<strong>in</strong>dest als<br />

Richtschnur auch für Beh<strong>in</strong>dertene<strong>in</strong>richtungen<br />

gelten. Die Lebenssituation von Beh<strong>in</strong>derten<br />

<strong>in</strong> stationären E<strong>in</strong>richtungen<br />

kommt der von Bewohnern e<strong>in</strong>es Altenheims<br />

doch näher als der e<strong>in</strong>es Patienten<br />

im Krankenhaus.<br />

Für den Bereich Hausre<strong>in</strong>igung wird <strong>in</strong><br />

den „RKI- Empfehlungen für Heime“ e<strong>in</strong>e<br />

rout<strong>in</strong>emäßige Flächenre<strong>in</strong>igung und lediglich<br />

e<strong>in</strong>e punktuelle Flächendes<strong>in</strong>fektion<br />

empfohlen. Bewohnerzimmer, Aufenthaltsbereiche,<br />

Küche sowie Bad und Toiletten<br />

werden ebenso wie eventuell vorhandene<br />

Nebenräume nach Re<strong>in</strong>igungsplan<br />

gere<strong>in</strong>igt.<br />

E<strong>in</strong> Des<strong>in</strong>fektionsplan legt fest, wann<br />

und womit im Falle e<strong>in</strong>es Auftretens von<br />

Infektionskrankheiten des<strong>in</strong>fiziert wird. Die<br />

überflüssige (und teure) rout<strong>in</strong>emäßige<br />

Des<strong>in</strong>fektion von Toilettenbrillen, Handläufen,<br />

Türkl<strong>in</strong>ken etc. kann entfallen.<br />

Auszug aus den Empfehlungen der<br />

Kommission für Krankenhaushygiene<br />

und Infektionsprävention beim RKI<br />

zur Infektionsprävention <strong>in</strong> Heimen:<br />

„Die Beseitigung grober Kontam<strong>in</strong>ationen<br />

mit potenziell <strong>in</strong>fektiösem Material<br />

sollte beispielsweise immer unter<br />

Anwendung e<strong>in</strong>er gezielten Des<strong>in</strong>fektion<br />

erfolgen.“<br />

„In (...) Bereichen, <strong>in</strong> denen überwiegend<br />

soziale Betreuung erfolgt, ist <strong>in</strong><br />

der Regel e<strong>in</strong>e rout<strong>in</strong>emäßige Re<strong>in</strong>igung<br />

wie im Haushalt ausreichend.<br />

Gezielte Des<strong>in</strong>fektionsmaßnahmen<br />

können nach Kontam<strong>in</strong>ationen mit potenziell<br />

<strong>in</strong>fektiösem Material <strong>in</strong> E<strong>in</strong>zelfällen<br />

(zum Beispiel bei Gefahr e<strong>in</strong>er<br />

Infektionsübertragung) angebracht<br />

se<strong>in</strong>.“<br />

Ebenso erhalten wir H<strong>in</strong>weise zur Hygiene<br />

bei der Wäschepflege:<br />

Ist die Bettwäsche geleast oder gehört<br />

sie der E<strong>in</strong>richtung und nicht dem Bewohner<br />

selbst, kann e<strong>in</strong> und derselbe Bezug<br />

e<strong>in</strong>mal für Bewohner A und nach dem<br />

nächsten Waschen für Bewohner B e<strong>in</strong>gesetzt<br />

werden. In diesem Falle empfiehlt das<br />

RKI e<strong>in</strong>e thermische oder chemothermische<br />

Des<strong>in</strong>fektion.<br />

Diese wird auch empfohlen für Bettwäsche,<br />

Handtücher, Waschhandschuhe<br />

und Leibwäsche von Bewohnern mit MRSA-<br />

Kolonisation, MRSA-Infektion oder ähnlichen<br />

Infektionskrankheiten.<br />

Für diese Wäschearten werden also<br />

Waschprogramme im Kochwäschebereich<br />

mit Vollwaschmittel oder 60 Grad Celsius-<br />

Programme unter Verwendung von des<strong>in</strong>fizierend<br />

wirkenden Waschmitteln angewandt.<br />

Für die übrige Wäsche, also die Kleidung<br />

der Bewohner, Tischwäsche, Wohntextilien<br />

etc. reicht nach RKI e<strong>in</strong> normales<br />

Waschprogramm <strong>in</strong> dem Temperaturbereich,<br />

den das entsprechende Wäscheteil<br />

verträgt, aus.<br />

Das Waschen von Oberbekleidung von<br />

MRSA-besiedelten Bewohnern mit im Niedrigtemperaturbereich<br />

des<strong>in</strong>fizierend wirkenden<br />

Waschmitteln mag das eigene Sicherheitsbedürfnis<br />

befriedigen, wird vom<br />

RKI aber nicht ausdrücklich empfohlen.<br />

Auszug aus den Empfehlungen der<br />

Kommission für Krankenhaushygiene<br />

und Infektionsprävention beim RKI<br />

zur Infektionsprävention <strong>in</strong> Heimen:<br />

„Da die Bettwäsche <strong>in</strong> der Regel nicht<br />

bewohnerbezogen verwendet wird<br />

und e<strong>in</strong>e Mischung der Wäsche während<br />

des Aufbereitungsprozesses<br />

stattf<strong>in</strong>det, muss e<strong>in</strong> des<strong>in</strong>fizierendes<br />

Verfahren gewählt werden (beispielsweise<br />

Kochwäsche oder Waschen<br />

bei 60 Grad Celsius und Verwendung<br />

e<strong>in</strong>es des<strong>in</strong>fizierenden<br />

Waschmittels). Bewohnereigene Wäsche<br />

(beispielsweise Kleidung) kann<br />

<strong>in</strong> der Regel wie Wäsche im Privathaushalt<br />

gewaschen werden. Während<br />

e<strong>in</strong>es Ausbruchs von Erkrankungen<br />

mit Erregern, die durch Kontakt<br />

übertragen werden, sowie bei Personen<br />

mit bekannter MRSA-Kolonisation<br />

wird empfohlen, Leibwäsche,<br />

Handtücher und Waschlappen wie<br />

Bettwäsche der betroffenen Bewohner<br />

des<strong>in</strong>fizierend zu waschen.“<br />

„Re<strong>in</strong>igungsutensilien (zum Beispiel<br />

Re<strong>in</strong>igungstücher, Wischmobs) müssen<br />

<strong>in</strong> ausreichender Anzahl vorhanden<br />

se<strong>in</strong>, masch<strong>in</strong>ell-thermisch aufbereitet<br />

und vollständig getrocknet<br />

werden, um e<strong>in</strong>e Vermehrung und Verschleppung<br />

von Mikroorganismen zu<br />

vermeiden.“<br />

Exkurs: Sterilisation<br />

Beim Operieren reicht e<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion,<br />

also die Abtötung nahezu aller Keime,<br />

oftmals nicht aus. Um das Infektionsrisiko<br />

weiter zu m<strong>in</strong>imieren, wird alles, was im<br />

OP mit dem Operationsfeld <strong>in</strong> Berührung<br />

kommt oder kommen kann, vor dem E<strong>in</strong>satz<br />

sterilisiert:<br />

u Handschuhe und Schutzkleidung der<br />

Mitarbeiter<br />

u Instrumente<br />

u<br />

u<br />

Tücher<br />

E<strong>in</strong>malartikel.<br />

Sterilisation heißt das Abtöten aller Mikroorganismen,<br />

also auch Abtöten der Bakteriensporen<br />

(Dauerformen von Bakterien,<br />

die Jahre überdauern können).<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 23


Berufsbildung<br />

Das Deutsche Arzneibuch def<strong>in</strong>iert die<br />

Sterilisation als „das Freimachen e<strong>in</strong>es Gegenstandes<br />

von vermehrungsfähigen Organismen“.<br />

Dies bedeutet, dass die abgetöteten<br />

Mikroorganismen noch vorhanden<br />

se<strong>in</strong>, aber nicht mehr <strong>in</strong>fizieren dürfen. Dies<br />

geschieht entweder im hauseigenen Sterilisator<br />

oder die Artikel werden bereits sterilisiert<br />

und steril verpackt e<strong>in</strong>gekauft.<br />

Viele Großwäschereien, die mit Krankenhäusern<br />

zusammenarbeiten, bieten e<strong>in</strong>en<br />

Sterilisations-Service an. Tücher und<br />

Kleidung werden nach dem Waschen sterilisiert<br />

und steril verpackt <strong>in</strong>s Krankenhaus<br />

transportiert. Dabei werden die Textilien<br />

nach Art und Größe für jede nur mögliche<br />

Operation nach den Wünschen des Krankenhauses<br />

zusammengestellt und im Set<br />

geliefert. E<strong>in</strong>malartikel können bereits steril<br />

verpackt e<strong>in</strong>gekauft werden. E<strong>in</strong>ige wenige<br />

Wäschereien bieten sogar Textilsets<br />

komb<strong>in</strong>iert mit sterilen E<strong>in</strong>malartikeln und<br />

sterilisierten Instrumenten an.<br />

Auch beim Behandeln und Pflegen von<br />

größeren offenen Wunden, <strong>in</strong>sbesondere<br />

von Brandwunden, kommen sterile Verbandsmaterialien<br />

zum E<strong>in</strong>satz. So wird das<br />

Infektionsrisiko so kle<strong>in</strong> wie möglich gehalten.<br />

In E<strong>in</strong>richtungen der Alten- und Beh<strong>in</strong>dertenhilfe<br />

werden ebenfalls – wo nötig<br />

– zur Behandlungspflege sterile E<strong>in</strong>malartikel<br />

verwendet. E<strong>in</strong>e sterile Aufbereitung<br />

von Textilien ist hier jedoch nicht<br />

üblich.<br />

Maßnahmen gegen die<br />

Keimverschleppung<br />

Zur Hygiene bei der Re<strong>in</strong>igung gehört<br />

auch, dass man versucht, e<strong>in</strong>e Keimverschleppung,<br />

also das Weitertragen von Keimen<br />

aus e<strong>in</strong>em Bereich <strong>in</strong> den anderen, zu<br />

verh<strong>in</strong>dern. Wird dies berücksichtigt, ist<br />

e<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektion oft gar nicht notwendig,<br />

denn Keime, die sich nicht ausbreiten, brauchen<br />

auch nicht „wegdes<strong>in</strong>fiziert“ werden.<br />

Zu Keimverschleppungen kann es beispielsweise<br />

dann kommen, wenn mit e<strong>in</strong><br />

und demselben Re<strong>in</strong>igungstuch zuerst die<br />

Toilette e<strong>in</strong>es Zimmers und dann Gegenstände<br />

im Zimmer selbst gere<strong>in</strong>igt werden.<br />

Zu Keimverschleppungen kann es kommen<br />

u über Re<strong>in</strong>igungstücher<br />

u<br />

u<br />

u<br />

über Wischbezüge<br />

über die Re<strong>in</strong>igungslösung, <strong>in</strong> der das<br />

Re<strong>in</strong>igungstuch oder der Wischbezug<br />

ausgewaschen werden<br />

über die Handschuhe der Mitarbeiter.<br />

Farbtrennung<br />

Um e<strong>in</strong>er Keimverschleppung vorzubeugen,<br />

verwenden wir unterschiedliche<br />

Vorbildlich und aufgeräumt: Blick <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en Hauswirtschaftsraum im<br />

Bezirkskrankenhaus <strong>in</strong> Kufste<strong>in</strong><br />

Tücher für unterschiedliche Aufgaben bzw.<br />

Bereiche. Damit die Tücher nicht vertauscht<br />

werden, ist es s<strong>in</strong>nvoll, jedem Bereich oder<br />

jeder Aufgabe e<strong>in</strong>e Farbe zuzuordnen. Re<strong>in</strong>igungstücher,<br />

Schwämme und Eimer sollten<br />

dann durchgängig <strong>in</strong> dieser Farbe se<strong>in</strong>.<br />

In der Praxis haben sich 2-Farb-Systeme, 3-<br />

Farb-Systeme und 4-Farb-Systeme etabliert.<br />

Beispiel für e<strong>in</strong> Vier-Farb-System<br />

Blau für Oberflächen von Möbeln, E<strong>in</strong>richtungsgegenständen,<br />

Türen etc.<br />

Die Farbe Blau steht für Sympathie und<br />

Harmonie, für Konzentration und Entspannung,<br />

im positiven wie auch negativen S<strong>in</strong>ne<br />

für Kälte. Sie vermittelt kaum Unangenehmes,<br />

wohl aber Nähe und angenehme,<br />

vertraute Assoziationen. So gesehen ist<br />

Blau <strong>in</strong> der Re<strong>in</strong>igung die ideale Farbe für<br />

alles, was der Mensch <strong>in</strong> der Nähe um sich<br />

hat, <strong>in</strong> dem er sich sicher und gut auf gehoben<br />

fühlt, also für Wohn- und Schlafräume.<br />

Rot für den Sanitärbereich<br />

Die Farbe Rot steht für das Glück und<br />

Lebensfreude, für Aktivität und Energie.<br />

Wir sehen Rot als Farbe für das Feuer und<br />

die Liebe, die Wärme und fürs Blut. Mit Rot<br />

assoziieren wir aber auch die Wut, den Zorn<br />

und die Aufregung, die Aggressivität, die<br />

Gefahr und das Verbotene.<br />

Rot passt daher optimal <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Bereich,<br />

der mit Gefahren verbunden se<strong>in</strong><br />

kann, der aber auch als sensibler Bereich<br />

Sicherheit bieten kann, also für den Sanitärbereich.<br />

Grün für den Lebensmittelbereich (Küchen)<br />

Die Farbe Grün steht für Natur und Lebendigkeit,<br />

für die Natürlichkeit, die Hoffnung<br />

und Zuversicht. Grün ist die Farbe des<br />

pflanzlichen Wachsens. Grün ist daher die<br />

ideale Farbe für den Lebensmittelbereich.<br />

Gelb für die Des<strong>in</strong>fektion<br />

Die Farbe Gelb kennen wir aus der geschichtlichen<br />

Vergangenheit als Farbe für<br />

Makel. Gelbe Türen kennzeichneten die Türen<br />

der Häuser von Geächteten. Mit Gelb<br />

verb<strong>in</strong>den wir aber auch den Neid, den Geiz<br />

oder die Lüge. Gelb ist daher die geeignete<br />

Farbe für Bereiche, die mit Umsicht und<br />

Sensibilität behandelt werden müssen.<br />

Diese Bereiche s<strong>in</strong>d ke<strong>in</strong>e „0815-Bereiche“,<br />

es s<strong>in</strong>d Bereiche, <strong>in</strong> denen e<strong>in</strong>iges schief<br />

laufen kann, <strong>in</strong> denen aber als Ziel e<strong>in</strong>e optimale<br />

Sicherheit und Lebensfreude erreicht<br />

werden kann, die hygienisch sensibel<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

Die Tuchwechselmethode<br />

Die Tuchwechselmethode dient dazu,<br />

Keimverschleppungen von Zimmer zu Zimmer<br />

bzw. von Bereich zu Bereich zu verh<strong>in</strong>dern.<br />

Das mit Re<strong>in</strong>igungsmittellösung<br />

getränkte Tuch wird nach der Oberflächenre<strong>in</strong>igung<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong> Wäschenetz abgeworfen<br />

und anschließend wieder aufbereitet<br />

(gewaschen und getrocknet).<br />

Anders als beim Auswaschen der Tücher<br />

<strong>in</strong> der Re<strong>in</strong>igungsmittellösung (Eimer),<br />

bei der Keime <strong>in</strong> die Lösung e<strong>in</strong>getragen<br />

werden und diese beim Re<strong>in</strong>igen des<br />

nächsten Raumes über das Re<strong>in</strong>igungstuch<br />

wiederum auf die Oberflächen gelangen<br />

können, werden bei dieser Vorgehensweise<br />

ke<strong>in</strong>e Keime verschleppt.<br />

Dieselbe Vorgehensweise kann bei der<br />

Fußbodenre<strong>in</strong>igung angewandt werden.<br />

(Bezugswechselmethode)<br />

E<strong>in</strong>e Variante ist die Tuchwechselmethode<br />

und Des<strong>in</strong>fektion. Wird statt Re<strong>in</strong>igungsmittellösung<br />

(Oberflächenre<strong>in</strong>iger<br />

oder Sanitärre<strong>in</strong>iger) Des<strong>in</strong>fektionsmittellösung<br />

verwendet, kann von der strengen<br />

Wechselmethode abgewichen werden, da<br />

das Tuch beim Auswaschen des<strong>in</strong>fiziert<br />

wird.<br />

Die Des<strong>in</strong>fektionskapazität der Lösung<br />

im Putzeimer ist jedoch begrenzt, da sich<br />

die Des<strong>in</strong>fektionswirkstoffe allmählich<br />

„aufbrauchen“. In der Regel bleibt die Lösung<br />

für vier bis fünf Zimmer wirksam und<br />

muss dann neu angesetzt werden.<br />

t Carola Re<strong>in</strong>er,<br />

CCR Unternehmensberatung<br />

24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Fachthema<br />

Vom Koch zum<br />

<strong>Ernährungsbegleiter</strong><br />

Fotos. Privat; Rehabiliter<strong>in</strong>gssenteret AiR-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>k Norway<br />

Andere Länder, andere Sitten – und andere Chancen. Mirko<br />

Geissler, gelernter Koch aus dem Erzgebirge, ist nach <strong>Norwegen</strong><br />

ausgewandert und hat dort e<strong>in</strong>e Karriere machen können,<br />

die so <strong>in</strong> Deutschland wahrsche<strong>in</strong>lich nicht möglich gewesen<br />

wäre. Er ist nicht nur Küchenchef <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er renommierten psychosomatischen<br />

<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>, sondern auch <strong>Ernährungsbegleiter</strong>. Lesen<br />

Sie die Geschichte se<strong>in</strong>es ungewöhnlichen Weges.<br />

Das Küchenpersonal der „Rehabiliter<strong>in</strong>gssenteret AiR-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>k“ (offizieller norwegischer<br />

Name)<br />

Wenn es nach den Wünschen se<strong>in</strong>er<br />

Eltern gegangen wäre, würde Mirko<br />

Geissler, 42, jetzt geme<strong>in</strong>sam<br />

mit se<strong>in</strong>er Schwester den Familienbetrieb<br />

„Blumen und Café“ im idyllischen Erzgebirge-Städtchen<br />

Grünha<strong>in</strong> leiten. Zu DDR-<br />

Zeiten hatte die Familie e<strong>in</strong>e Gärtnerei,<br />

nach der Wende waren die Anlagen veraltet.<br />

In der Höhenlage des Erzgebirges hätte<br />

man den Betrieb nur noch mit e<strong>in</strong>em<br />

immensen Energieaufwand aufrecht erhalten<br />

können. So beschloss der Vater des<br />

damals 17-Jährigen Mirko, e<strong>in</strong> Gartencenter<br />

mit angeschlossenem Café zu bauen.<br />

Als Gärtner-Azubi spürte Mirko jedoch<br />

schnell, „dass das nichts für mich ist. Ich<br />

mache gern e<strong>in</strong> bisschen Gartenarbeit,<br />

aber als Stadt- oder Gewächshausgärtner<br />

ist man mit der Massenproduktion befasst.<br />

Das ist ja nicht so wie im heimischen<br />

Garten, wo man e<strong>in</strong> bisschen gräbt und<br />

pflanzt und sich dann an der getanen Arbeit<br />

erfreut. Wenn man vor 1.500 Alpenveilchen<br />

steht oder e<strong>in</strong> ganzes Gewächshaus<br />

Chrysanthemen ausgeizen muss, ist<br />

das nur noch Fließbandarbeit.“<br />

Die politische Wende brachte auch für<br />

den Azubi Mirko die Wende, denn der<br />

Stadtwirtschaftsbetrieb von Chemnitz<br />

(ehemals Karl-Marx-Stadt) gab auf. „Das<br />

war genau der richtige Zeitpunkt, um die<br />

Richtung zu wechseln.“ Als Mirko beim Arbeitsamt<br />

gefragt wurde, worauf er denn<br />

Lust hätte, war er sich sicher: Koch. Schon<br />

als K<strong>in</strong>d hatte es ihm riesigen Spaß gemacht,<br />

am Herd zu stehen, Neues ausprobieren,<br />

e<strong>in</strong>zuwecken oder Ketchup<br />

selbst zuzubereiten. So lernte er auf der<br />

Akademie <strong>in</strong> Johanngeorgenstadt, wo<br />

auch Reisefachleute, Hotel- und Restaurantfachleute<br />

und Hauswirtschafter/<strong>in</strong>nen<br />

ausgebildet wurden.<br />

Küchenchef und Herr über 30 Ziegen<br />

Nach Abschluss se<strong>in</strong>er Ausbildung<br />

f<strong>in</strong>g Mirko Geissler im elterlichen Betrieb<br />

an. „Blumen & Café Geißler“ – das Unternehmen<br />

gibt es heute noch. Die Kunden<br />

und Gäste werden nach wie vor wochentags<br />

von zehn Uhr bis Ladenschluss mit<br />

hausgemachten Torten, selbst hergestelltem<br />

italienischem Eis und kle<strong>in</strong>en<br />

Speisen verwöhnt.<br />

Jana, die <strong>in</strong> diesem Betrieb e<strong>in</strong>e Lehre<br />

als Florist<strong>in</strong> gemacht hatte, war <strong>in</strong>zwischen<br />

Mirkos Ehefrau. Und dann gab es<br />

da noch den Ziegenhof mit 30 Tieren. Aus<br />

den 80 Litern Ziegenmilch pro Tag produzierte<br />

Jana leckeren Käse.<br />

„Eigentlich hätte alles gut se<strong>in</strong> können“,<br />

s<strong>in</strong>niert der sympathische Sachse.<br />

„Der Landwirtschaftsbetrieb, die Käserei,<br />

das Gartencenter mit Restaurantbetrieb<br />

… Der Erfolg war richtig gut! Wir haben es<br />

nie geschafft, so viel Käse zu produzieren<br />

wie wir hätten absetzen können. Wir haben<br />

immer schon auf Vorbestellung gearbeitet.<br />

Vieles wurde auch für das Restaurant<br />

gebraucht. Wir haben fast rund um<br />

die Uhr gearbeitet.“<br />

Der vielseitige Koch führte das Restaurant<br />

und g<strong>in</strong>g zwischendurch <strong>in</strong> den<br />

Ziegenstall, um die Tiere zu melken. Dann<br />

g<strong>in</strong>g’s wieder zurück <strong>in</strong> die Küche. Am<br />

Abend war Ehefrau Jana mit der Käserei<br />

beschäftigt, während sich ihr Mann über<br />

die Buchführung beugte oder mit Auflagen<br />

und Kontrollen befasst war. Se<strong>in</strong>er<br />

Me<strong>in</strong>ung nach gibt es <strong>in</strong> Deutschland viel<br />

zu strenge Auflagen. „Wenn ich sehe, was<br />

<strong>in</strong> Frankreich an Ziegenkäse produziert<br />

werden darf, ob das Rohmilchkäse ist oder<br />

anderer. Wenn man das <strong>in</strong> Deutschland<br />

macht, steht man mit e<strong>in</strong>em Be<strong>in</strong> im Gefängnis.“<br />

Soll das Jahrzehnte so weitergehen?<br />

Doch das war natürlich ke<strong>in</strong> Grund,<br />

sich nach Neuem umzusehen. Mit der Tat-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 25


Fachthema<br />

sache, dass den jungen Eheleuten wenig<br />

Zeit für ihr Privatleben geblieben war, kamen<br />

sie zurecht. Immerh<strong>in</strong> lebte man <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er gut funktionierenden Großfamilie.<br />

Die Großeltern kümmerten sich um den<br />

<strong>in</strong>zwischen geborenen Enkel Sebastian,<br />

Jahrgang 1995, und se<strong>in</strong>e zwei Jahre jüngere<br />

Schwester Annchrist<strong>in</strong>.<br />

„Zum e<strong>in</strong>en machte uns zu schaffen,<br />

dass sich die viele Arbeit und der große<br />

Erfolg bei den Kunden f<strong>in</strong>anziell nicht so<br />

auswirkte, wie wir uns das gewünscht haben.<br />

Zum anderen setzte das Schulsystem<br />

unserer Tochter Annchrist<strong>in</strong> sehr zu –<br />

sie litt unter ADS, also dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom<br />

und unter Lese- und<br />

Rechtschreib-Schwierigkeiten. Wir hätten<br />

sie gern auf e<strong>in</strong>e Spezialschule geschickt,<br />

aber dazu mussten wir uns mit der Schulbehörde<br />

anlegen. Alles <strong>in</strong> allem sehr ermüdende<br />

und frustrierende Kämpfe!“<br />

Bei e<strong>in</strong>em Klassentreffen sah Mirko<br />

Geissler e<strong>in</strong>en ehemaligen Schulkollegen<br />

wieder, der nach <strong>Norwegen</strong> ausgewandert<br />

war. Der hatte viel Interessantes zu erzählen<br />

und lud Geisslers zu sich e<strong>in</strong>. Dieser<br />

Besuch war e<strong>in</strong> Schlüsselerlebnis. „Ich<br />

habe mich sofort verliebt <strong>in</strong> dieses Land“,<br />

bekennt der sonst so besonnene und analytisch<br />

denkende Mann.<br />

Mirkos Klassenkamerad wollte <strong>in</strong> der<br />

Frage der Zuwanderung weder zu- noch<br />

abraten. Nur e<strong>in</strong>es machte er unmissverständlich<br />

klar: Wenn Geisslers <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />

Fuß fassen wollten, dann müssten sie<br />

das aus eigenen Kräften schaffen. Mirko:<br />

„Er könne uns nicht helfen, ließ er uns wissen.<br />

Diese Haltung fand ich damals ziemlich<br />

schroff und abweisend, aber später<br />

sollte ich erkennen, wie recht er hatte und<br />

dass es gut war, sich so klar auszudrücken.“<br />

E<strong>in</strong> Jahr der Vorbereitung<br />

Geisslers gaben sich e<strong>in</strong> Jahr Zeit, das<br />

Projekt vorzubereiten. Eltern bzw. Schwiegereltern<br />

waren schockiert über die Auswanderungspläne,<br />

und sie zeigten ihre<br />

Skepsis deutlich. Doch vor allem Mirko<br />

war nicht zu beirren. Er kümmerte sich<br />

konsequent darum, Ersatz für sich im Café<br />

zu f<strong>in</strong>den, damit es für den Betrieb ke<strong>in</strong>e<br />

Bee<strong>in</strong>trächtigungen gab. Der Ziegenhof<br />

wurde verkauft.<br />

Jeden Morgen um 7 Uhr setzte sich<br />

Mirko an das PC-Sprachprogramm und<br />

paukte e<strong>in</strong>e Stunde lang Norwegisch. Er<br />

wollte nicht ohne ausreichende Sprachkenntnisse<br />

nach e<strong>in</strong>em Arbeitsplatz suchen.<br />

Und noch viel weniger wollte die Familie<br />

ohne Arbeitsplatz-Zusage <strong>in</strong> das<br />

fremde Land aufbrechen.<br />

Bewerbungen schickte das Ehepaar<br />

nur <strong>in</strong> die Regionen, die beiden gefielen.<br />

Mirko Geissler (l<strong>in</strong>ks) mit dem deutschen Chefarzt Matthias Reckert<br />

Und auch nur an größere Betriebe, die<br />

ökonomisch sicher erschienen. Parallel<br />

dazu mailten sie verschiedene Kommunen<br />

an, unter anderem die Kommune V<strong>in</strong>je<br />

(www.v<strong>in</strong>je.kommune.no), die grundsätzliche<br />

Fragen zur E<strong>in</strong>wanderung beantworteten.<br />

Ohne Ängste g<strong>in</strong>g dieses e<strong>in</strong>e Jahr natürlich<br />

nicht vorüber. Zwischendurch gab<br />

es durchaus Situationen, <strong>in</strong> denen entweder<br />

Mirko oder se<strong>in</strong>e Frau – oder beide<br />

– am liebsten alles h<strong>in</strong>geworfen hätten.<br />

Aber dann verfolgten sie den Plan<br />

doch weiter.<br />

E<strong>in</strong>er Raststätte an der viel befahrenen<br />

Straße zwischen Oslo und Bergen hatte<br />

Mirkos Bewerbung gefallen, und man<br />

lud zum Gespräch. Flüge, Mietwagen, Unterkunft<br />

wurden bezahlt. „Man hat uns die<br />

Gelegenheit gegeben, uns alles <strong>in</strong> Ruhe<br />

anzusehen, e<strong>in</strong>e Weile mitzuarbeiten und<br />

dann zu entscheiden, ob das etwas für<br />

uns ist“, so Mirko Geissler. „Wir waren <strong>in</strong><br />

dieser Zeit <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er voll ausgestatteten<br />

Hütte untergebracht. Während wir noch<br />

unsicher waren, ob wir gut ankommen,<br />

war der Raststätten-Besitzer schnell von<br />

uns überzeugt und fragte, ob Jana nicht<br />

Lust hätte, gleich mit e<strong>in</strong>zusteigen.“ Im<br />

Gastronomiebereich <strong>Norwegen</strong>s werden<br />

ständig Arbeitskräfte gesucht. So übernahm<br />

Jana den Posten an der Grillstation.<br />

Von der Raststätte zur Reha-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong><br />

Mirko wurde sofort als Küchenchef e<strong>in</strong>gestellt,<br />

was ihm erst mal großes Kopfzerbrechen<br />

bereitete. Se<strong>in</strong> Norwegisch war<br />

nicht schlecht, aber eben auch noch nicht<br />

perfekt. Nicht ganz e<strong>in</strong>fach bei Warenbestellung,<br />

Telefonaten, Instruktion von Mitarbeitern<br />

usw. Reiseleiter rufen üblicherweise<br />

von unterwegs aus an, wann welche<br />

Busse mit wie vielen Personen e<strong>in</strong>treffen<br />

werden und welche Mahlzeiten <strong>in</strong> welcher<br />

Anzahl gewünscht werden. Das ist e<strong>in</strong><br />

Kampf gegen anrollende Law<strong>in</strong>en …<br />

Zwei Jahre blieb die Familie dort. Sie<br />

bewohnte e<strong>in</strong> Haus zu e<strong>in</strong>em relativ günstigen<br />

Mietpreis. Notwendige Anschaffungen<br />

wurden vom Geld aus dem Hof-Verkauf<br />

bezahlt. „Ich würde niemandem empfehlen,<br />

ohne Geld hierher zu gehen“, warnt<br />

Mirko. Und das, obwohl er „an e<strong>in</strong>en Betrieb<br />

geraten ist, der mir sofort den <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />

üblichen Lohn gezahlt hat. Und das<br />

war e<strong>in</strong> bedeutender Sprung nach oben!<br />

Was es <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong> an Verdienstmög-<br />

26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Fachthema<br />

Mirko Geissler mit Patient<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> der Unterrichtsküche<br />

lichkeiten gibt, wäre <strong>in</strong> Deutschland nicht<br />

denkbar.“<br />

Gleichzeitig mit allen anderen Bewerbungen<br />

hatte sich Mirko auch im Rehazentrum<br />

Rauland Air-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> (Rauland ist<br />

e<strong>in</strong> beliebtes Skigebiet zwischen Oslo und<br />

Bergen) beworben. Damals gab es ke<strong>in</strong>e<br />

E<strong>in</strong>satzmöglichkeit für ihn, doch man hielt<br />

Kontakt. Klar war: Die Raststätte konnte<br />

nur Sprungbrett se<strong>in</strong>. Den ganzen Tag<br />

Hamburger braten und das typisch norwegische<br />

Raststätten-Essen kochen – das<br />

konnte es nicht auf Dauer se<strong>in</strong>. Mirko: „Da<br />

wären wir wieder bei den 1.500 Alpenveilchen<br />

und dem Gewächshaus Chrysanthemen<br />

… Masse vor Klasse, das ist<br />

nicht me<strong>in</strong> D<strong>in</strong>g.“<br />

Geisslers bekamen sogar das Angebot,<br />

die Raststätte zu übernehmen, weil<br />

der Besitzer auf die 80 zug<strong>in</strong>g. „Wenn ich<br />

e<strong>in</strong> Geschäft gewollt hätte, hätte ich e<strong>in</strong>es<br />

<strong>in</strong> Deutschland haben können“, konstatiert<br />

Mirko. „Außerdem wäre das e<strong>in</strong><br />

Schlag <strong>in</strong>s Gesicht me<strong>in</strong>er Eltern gewesen.<br />

Was zusätzlich e<strong>in</strong>e Rolle spielte: Ich arbeite<br />

gerne, aber <strong>in</strong> der Freizeit möchte<br />

ich den Kopf auch wirklich frei haben.“<br />

Inzwischen hatte sich herumgesprochen,<br />

dass man <strong>in</strong> der Raststätte lecker<br />

essen kann. Der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>-Direktor kam h<strong>in</strong><br />

und wieder zum Essen vorbei. Dann hieß<br />

es immer: Wenn mal e<strong>in</strong>e Stelle frei ist,<br />

dann denken wir an dich.<br />

„Aus Deutschland kommen und <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />

halbstaatlichen Betrieb re<strong>in</strong>rutschen,<br />

das geht nicht“, so Mirkos Erfahrungen.<br />

„Hier muss man erst mal Fuß fassen.“ Er<br />

wollte sich für diese <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> noch <strong>in</strong>teressanter<br />

machen und kam auf die Idee, e<strong>in</strong><br />

deutsches Fernstudium zum Ernährungsberater<br />

zu beg<strong>in</strong>nen (Kosten heute: ca.<br />

2.000 Euro). Wofür man zwei Jahre Zeit<br />

hat, zog er <strong>in</strong> nicht ganz e<strong>in</strong>em Jahr durch,<br />

weil er sich mit eiserner Diszipl<strong>in</strong> durch<br />

die Lektionen arbeitete.<br />

Mit dem Zertifikat bewarb er sich wieder<br />

<strong>in</strong> der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>. Am 22. Dezember 2009<br />

war es dann so weit: Die <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>leitung rief<br />

an, er möge sich am Nachmittag e<strong>in</strong>f<strong>in</strong>den.<br />

„Als ich <strong>in</strong>s Zimmer kam, lag schon<br />

der fertige Arbeitsvertrag auf dem Tisch.<br />

Das war e<strong>in</strong> tolles Weihnachtsgeschenk!“<br />

Die neuen spannenden Aufgaben<br />

<br />

Das Klientel der Air-<strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> (www.air.no)<br />

besteht zu e<strong>in</strong>em großen Teil aus Burnout-<br />

Patienten und Patienten mit chronischem<br />

Müdigkeitssyndrom (auch chronic fatigue<br />

syndrome, abgekürzt: CFS). „Das s<strong>in</strong>d oft<br />

Leute aus dem höheren Management, die<br />

sich <strong>in</strong> Arbeitsstrukturen h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>manövriert<br />

haben, <strong>in</strong> denen sie unheimlich viel Energie<br />

verbrauchen. Aber es gibt auch Patienten<br />

mit Übergriffsproblematiken, also<br />

junge Frauen, die als K<strong>in</strong>der missbraucht<br />

worden s<strong>in</strong>d und ihre Selbstwert-Störung<br />

übers Essen bzw. Nicht-Essen kompenmoderne<br />

Ernährungskonzepte<br />

im Alter und bei Krankheit<br />

Pürierte Kost mal anders!<br />

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<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 27


Fachthema<br />

sieren.“ Klienten mit so schweren Schicksalen<br />

kann man mit e<strong>in</strong>er Ausbildung als<br />

Ernährungsberater nicht helfen.<br />

„Ich berate nicht so à la DGE mit ernährungsphysiologischen<br />

Tipps“, erklärt<br />

der Küchenchef. Eigentlich berät er gar<br />

nicht. Inzwischen hat er e<strong>in</strong>e gesprächstherapeutische<br />

Ausbildung, was hier<br />

„Kommunikationsbegleiter“ (= zielführende<br />

Gesprächstechnik im Gesundheitswesen)<br />

heißt. „Berater“ ist im Norwegischen<br />

eher e<strong>in</strong> Schimpfwort. „Wenn man<br />

anfängt, Berater zu werden, dann macht<br />

man e<strong>in</strong>en schlechten Job.“ Hier spricht<br />

man vom „Begleiter“ (veilder). Und für das<br />

Begleiten braucht man vor allem Geduld.<br />

„Mir geht es mehr um Aufmerksamkeit<br />

und Achtsamkeit.“ Probleme im Essverhalten<br />

werden nur ganz allmählich kle<strong>in</strong>er.<br />

Bei der begleitenden Methode (norwegisch:<br />

veiledn<strong>in</strong>g) geht es nicht darum,<br />

den Klienten <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e bestimmte Richtung<br />

zu buxieren. Vielmehr erreicht man durch<br />

geschickte Fragestellungen, dass die<br />

Klienten ihre Lösungsansätze selbst entwickeln.<br />

Mirko Geissler macht regelmäßig Weiterbildungen.<br />

Dafür stellt ihm die <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong><br />

e<strong>in</strong> bestimmtes Budget zur Verfügung, die<br />

Themen sucht er sich selbst aus. Nach abgeschlossener<br />

Fortbildung präsentiert er<br />

der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> das erworbene Zertifikat und<br />

bekommt Zeit, se<strong>in</strong> neu erlerntes Wissen<br />

im wöchentlich stattf<strong>in</strong>denden Internunterricht<br />

zu präsentieren.<br />

Se<strong>in</strong> Chefarzt, der Deutsche Matthias<br />

Reckert, hält große Stücke auf ihn. Auch<br />

das Qualitäts<strong>management</strong> der <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong> hat<br />

ihm bisher immer sehr gute Rückmeldungen<br />

geliefert.<br />

In weißer Kochkleidung sieht man Mirko<br />

nicht. Er ist für die Küche personell und<br />

ökonomisch zuständig. Se<strong>in</strong>e ständige<br />

Vertretung <strong>in</strong> der Küche ist die Produktionsleiter<strong>in</strong><br />

Magnhild Nesheim. Mit ihr geme<strong>in</strong>sam<br />

stellt er die Menüs zusammen.<br />

So ist er zu 50 Prozent als Küchenchef tätig<br />

und zu 50 Prozent als vielseitiger <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>angestellter.<br />

Kochen mit Patienten<br />

Produktionsleiter<strong>in</strong> Magnhild Nesheim und Mirko Geissler<br />

Freitags kocht Mirko mit Patienten.<br />

Mittwochs gibt es für alle e<strong>in</strong>e Art Ernährungsunterricht<br />

(„Kostundervisn<strong>in</strong>g“). Dabei<br />

steht der Sachse nicht vor den Patienten<br />

wie vor e<strong>in</strong>er Schulklasse. Er erklärt<br />

gleich zu Beg<strong>in</strong>n, dass Ernährung<br />

und Unterricht Begriffe s<strong>in</strong>d, die man eigentlich<br />

nicht zusammenbr<strong>in</strong>gen kann. Er<br />

sieht se<strong>in</strong>e Aufgabe eher dar<strong>in</strong>, <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />

Dialog mit den Patienten zu treten und sie<br />

zu motivieren, über gewisse Gewohnheiten,<br />

und besonders auch über Essgewohnheiten,<br />

<strong>in</strong> ihrem Leben nachzudenken.<br />

„Ihr habt alle eure Erfahrungen gesammelt<br />

mit dem Essen“, sagt er. „Ihr<br />

wisst, was euch gut tut und was weniger.“<br />

Womit er aber nicht me<strong>in</strong>t, dass es komplett<br />

egal ist, was man isst und tr<strong>in</strong>kt. Ihm<br />

begegnet immer häufiger e<strong>in</strong> weit übertriebenes<br />

Gesundheitsdenken, das schon<br />

an e<strong>in</strong>e Art Zwangsstörung denken lässt.<br />

Da gibt es Klienten, die aus jedem Gramm<br />

Kohlenhydrate e<strong>in</strong> Fettdepot entstehen<br />

sehen. Es gibt aber auch das andere Extrem:<br />

Klienten, die behaupten, sich nicht<br />

mehr konzentrieren zu können, wenn sie<br />

nicht ständig etwas Süßes griffbereit haben.<br />

Auswandern? Erst<br />

die Sprache lernen!<br />

Wie wir aus den Integrationsdebatten<br />

hierzulande wissen, ist das Beherrschen<br />

der Sprache e<strong>in</strong>e der wichtigsten<br />

Voraussetzungen, um <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

fremden Land heimisch zu werden<br />

und um Kontakte zu knüpfen. Mirko<br />

Geissler: „Man kann nicht sagen: Ach,<br />

dann schlage ich mich halt mit Englisch<br />

durch – das funktioniert nicht,<br />

wenn man e<strong>in</strong>en guten Job haben<br />

möchte. Da landet man bestenfalls <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>em schlecht laufenden Hotel im<br />

Re<strong>in</strong>igungsteam.“<br />

<strong>Norwegen</strong> hat zwei gleichberechtigte<br />

Landessprachen: Bokmål (sprich:<br />

Bukmohl) und Nynorsk (sprich Nynorschk).<br />

Beide werden <strong>in</strong> der öffentlichen<br />

Verwaltung, <strong>in</strong> Schulen, <strong>in</strong> Radio<br />

und TV gesprochen. Bücher, Zeitschriften<br />

und Zeitungen werden ebenfalls<br />

<strong>in</strong> beiden Sprachen veröffentlicht.<br />

Außerdem wird <strong>in</strong> <strong>Norwegen</strong><br />

auch Samisch gesprochen, die Sprache<br />

der norwegischen Urbevölkerung.<br />

M<strong>in</strong>dful eat<strong>in</strong>g: der Weg<br />

zur Eigenverantwortung<br />

Im Juni startet e<strong>in</strong>e Kooperation zwischen<br />

der Rehakl<strong>in</strong>ik, der im Ort ebenfalls<br />

ansässigen Hochschulakademie, dem<br />

physikalischen Rehabilitationsmediz<strong>in</strong>er<br />

Matthias Reckert und Mirko Geissler, dem<br />

Experten für „Kostundervisn<strong>in</strong>g“: Es gibt<br />

den ersten Workshop zu „M<strong>in</strong>dful eat<strong>in</strong>g“<br />

(frei übersetzt: achtsames Essen) mit geme<strong>in</strong>samem<br />

Kochen, <strong>in</strong>teressanten Vorträgen,<br />

Achtsamkeitsübungen, kle<strong>in</strong>en<br />

Wanderungen und geme<strong>in</strong>samem Essen.<br />

Achtsamkeit beim Essen heißt präsent<br />

und aufmerksam zu se<strong>in</strong>, das Essen als<br />

Nahrung für Körper, Herz, Geist und die<br />

S<strong>in</strong>ne zu betrachten. E<strong>in</strong> Lernprozess, für<br />

den es Eigenverantwortung braucht und<br />

der sich nur <strong>in</strong> der persönlich zuträglichen<br />

Geschw<strong>in</strong>digkeit entwickeln kann.<br />

Die Idee zu diesem Workshop entstand,<br />

als behandelte Patienten bei ihrer<br />

Entlassung nach ambulanter Weiterbehandlung<br />

fragten, es sich jedoch ke<strong>in</strong>e geeignete<br />

Anlaufstelle fand. Zu dieser Weiterbildung<br />

s<strong>in</strong>d Fachkräfte und Interessierte<br />

e<strong>in</strong>geladen, um die hier praktizierten<br />

Methoden später weiter zu vermitteln.<br />

Wenn sich genügend Teilnehmer f<strong>in</strong>den,<br />

soll dieser Kurs auch auf Deutsch als Weiterbildungsurlaub<br />

für Gruppen angeboten<br />

werden.<br />

E<strong>in</strong> tolles Konzept! Klar, dass es so etwas<br />

nur <strong>in</strong> Skand<strong>in</strong>avien gibt! Da w<strong>in</strong>kt<br />

Weiter auf Seite 31<br />

28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Re<strong>in</strong>igung 4<br />

Über 150 Teilnehmer aus drei<br />

Ländern* waren 2013 dabei – die<br />

Serie geht deshalb 2014 weiter!<br />

„Der s<strong>in</strong>nvolle Re<strong>in</strong>igungskreis – das Zusammenspiel von<br />

Eigenre<strong>in</strong>igung, Chemie, Masch<strong>in</strong>en und Hygiene“<br />

Vier Themen mit vier Referenten – geballtes Wissen zur Gebäudere<strong>in</strong>igung an e<strong>in</strong>em Tag<br />

1. Juli 2014 Syke (bei Bremen)<br />

Herbstterm<strong>in</strong>e <strong>in</strong> Vorbereitung:<br />

14. Oktober 2014 und 2. Dezember 2014<br />

<strong>in</strong> Schleswig-Holste<strong>in</strong> und Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen<br />

Präsentiert von<br />

„Re<strong>in</strong>igung hoch 4“ – Das neue Programm<br />

9.00 Uhr<br />

Chemie-Workshop<br />

a Michael Heimpel, Gebäudere<strong>in</strong>igermeister,<br />

Pramol Chemie AG, Schweiz<br />

Sauber-hygienisch-materialschonend –<br />

Die Sanitärraumre<strong>in</strong>igung<br />

Verschmutzungen <strong>in</strong> Sanitärbereichen richtig<br />

zu erkennen und geeignete Produkte auszuwählen,<br />

ist e<strong>in</strong>e anspruchsvolle Aufgabe.<br />

Michael Heimpel gibt viele praktische Tipps,<br />

um die Eigenschaften der richtigen Behandlungsmittel<br />

zu nutzen.<br />

10.30 Uhr<br />

Masch<strong>in</strong>en-Workshop<br />

a Uwe Richter, Fachwirt für Re<strong>in</strong>igungs- und<br />

Hygiene<strong>management</strong>, Schulungsleiter,<br />

Numatic International, Hannover<br />

Neue Bodenbeläge und deren<br />

fachgerechte Re<strong>in</strong>igung und Pflege<br />

Durch die gezielte Auswahl von Re<strong>in</strong>igungssystemen<br />

lassen sich Zeit und Kosten reduzieren.<br />

Ke<strong>in</strong>e leichte Aufgabe bei der Vielzahl<br />

moderner Bodenbeläge. Lernen Sie wichtige<br />

Optimierungspotenziale für die Re<strong>in</strong>igung<br />

kennen.<br />

12.00 Uhr<br />

Mittagsimbiss<br />

13.00 Uhr<br />

Hygiene-Workshop<br />

a Sab<strong>in</strong>e Rose Mück, Fachwirt<strong>in</strong> für Re<strong>in</strong>igungsund<br />

Hygiene<strong>management</strong>, zert. Des<strong>in</strong>fektor<strong>in</strong>,<br />

Hygiene Consult Mück, Cuxhaven<br />

Hygienesicherung<br />

<strong>in</strong> der Re<strong>in</strong>igungspraxis<br />

Die Anforderungen <strong>in</strong> Sachen Hygiene s<strong>in</strong>d<br />

gestiegen. Daher s<strong>in</strong>d entsprechende Kenntnisse<br />

zu e<strong>in</strong>em angemessenen Hygiene<strong>management</strong><br />

<strong>in</strong> vielen Branchen gefordert. S<strong>in</strong>d<br />

Sie auf dem aktuellen Stand, um die geforderte<br />

Hygienesicherheit umzusetzen?<br />

14.15 Uhr<br />

Kaffeepause<br />

14.30 Uhr<br />

Eigenre<strong>in</strong>igungs-Workshop<br />

a Alfred Radtke, Fachwirt für Re<strong>in</strong>igungs- und<br />

Hygiene<strong>management</strong>, Stadt Cuxhaven<br />

Sicherung der Re<strong>in</strong>igungsqualität<br />

im Objekt<br />

Eigenre<strong>in</strong>igung oder Fremdvergabe – wichtig<br />

ist die Ergebnisqualität. Optimaler Masch<strong>in</strong>ene<strong>in</strong>satz,<br />

richtige Materialauswahl und<br />

realistische Leistungskennzahlen schaffen<br />

Synergien, die überzeugen.<br />

15.30 Uhr<br />

Fragerunde mit allen Referenten zum Abschluss<br />

Fragen Sie sich schlau! Die Referenten stehen für Fragen aus<br />

Ihrer beruflichen Praxis nach den Vorträgen und <strong>in</strong> der 30-m<strong>in</strong>ütigen<br />

Abschlussrunde zur Verfügung.<br />

16.00 Uhr<br />

Verabschiedung und Ende der Veranstaltung<br />

* Wir konnten Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Italien begrüßen.<br />

Anmeldung onl<strong>in</strong>e unter www.vnm-akademie.de


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

Allergen<strong>in</strong>formationspflicht – „Was bedeuten die Zahlen auf dem Speiseplan?“<br />

Bis 13. Dezember 2014 müssen die Maßgaben aus der Lebensmittel<strong>in</strong>formationsverordnung<br />

(LMIV) zur Allergenkennzeichnung auf Speiseplänen<br />

endgültig <strong>in</strong> allen Betrieben umgesetzt se<strong>in</strong>.<br />

Was dies für die verschiedenen E<strong>in</strong>richtungen der Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />

bedeutet und wie sich die Kenntlichmachung von Allergenen auf dem<br />

Speiseplan umsetzen lässt, wird <strong>in</strong> diesem Sem<strong>in</strong>ar vorgestellt.<br />

Darüber h<strong>in</strong>aus erhalten die Teilnehmer/<strong>in</strong>nen e<strong>in</strong>en Überblick über die häufigsten<br />

Lebensmittel<strong>in</strong>toleranzen und -allergien sowie Tipps zur <strong>in</strong>haltlichen<br />

Gestaltung von Speiseplänen für die Betroffenen.<br />

Themen und Inhalte:<br />

• Grundlagen zu Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien<br />

• Die häufigsten Allergene <strong>in</strong> Lebensmitteln und wie sich ihr E<strong>in</strong>satz vermeiden<br />

lässt<br />

• Was fordert die LMIV?<br />

• Kennzeichnung von verpackter Ware<br />

• Deklaration von Allergenen auf dem Speiseplan<br />

• Möglichkeiten zur Kennzeichnung<br />

Term<strong>in</strong>e, Orte und Zeiten:<br />

03. Juli 2014 <strong>in</strong> Freiberg/Sachsen<br />

04. Juli 2014 <strong>in</strong> Bayreuth<br />

14. Juli 2014 <strong>in</strong> Magdeburg<br />

15. Juli 2014 <strong>in</strong> Kassel<br />

17. Juli 2014 <strong>in</strong> Augsburg<br />

24. September 2014 <strong>in</strong> Münster<br />

26. September 2014 <strong>in</strong> Hannover<br />

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e.V. 159,– Euro, sonst 179,– Euro. Alle<br />

Preise zuzüglich MwSt., <strong>in</strong>kl. Tagungsunterlagen und<br />

-verpflegung.<br />

Referent<strong>in</strong>:<br />

Carola Re<strong>in</strong>er, CCR Unternehmensberatung<br />

Wie man <strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen mit Wäsche umgeht – Die Leitl<strong>in</strong>ie zum Wäsche<strong>management</strong><br />

Zielgruppe:<br />

Das Tagessem<strong>in</strong>ar richtet sich an Fachkräfte <strong>in</strong> der Hauswirtschaft aus sozialen<br />

E<strong>in</strong>richtungen und Diensten, <strong>in</strong> deren Verantwortung die Wäschepflege<br />

liegt. Es gibt Gelegenheit die Weiterentwicklung der vorhandenen haus<strong>in</strong>ternen<br />

Regelungen und Standards zu fördern.<br />

Thema:<br />

Die eigene Wäsche und ihre Pflege ist für viele Menschen e<strong>in</strong> sensibles<br />

Thema: Werterhaltung und Wohlbef<strong>in</strong>den, Identifikation und Intimität, all dies<br />

und vieles mehr verb<strong>in</strong>den wir mit unserer persönlichen Wäsche und Bekleidung.<br />

In stationären E<strong>in</strong>richtungen stellen sich rund um die Wäschepflege immer<br />

wieder Fragen, <strong>in</strong>sbesondere wenn die hauseigene Wäschereiabteilung e<strong>in</strong><br />

eher kle<strong>in</strong>er Bereich im Haus ist oder wenn die Wäsche geme<strong>in</strong>sam mit Bewohner/<strong>in</strong>nen<br />

durchgeführt wird. Bislang fehlten abgesicherte Antworten.<br />

Der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche<br />

<strong>in</strong> Deutschland und die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft haben<br />

nun e<strong>in</strong>e Leitl<strong>in</strong>ie zum Wäsche<strong>management</strong> <strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen erstellt,<br />

<strong>in</strong> der versucht wird die Bewohner<strong>in</strong>teressen mit den Anforderungen e<strong>in</strong>er<br />

guten Hygienepraxis und sachgerechten Wäschepflege rechtlich abgesichert<br />

<strong>in</strong> E<strong>in</strong>klang zu br<strong>in</strong>gen.<br />

Die Leitl<strong>in</strong>ie richtet sich an soziale E<strong>in</strong>richtungen, <strong>in</strong> denen Wäsche gewaschen<br />

wird - von der K<strong>in</strong>derkrippe und anderen K<strong>in</strong>der- und Jugendhilfee<strong>in</strong>richtungen,<br />

E<strong>in</strong>richtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf bis zur<br />

stationären Altenhilfe und verschiedenen Formen des betreuten Wohnens,<br />

nur Krankenhäuser s<strong>in</strong>d ausgeklammert.<br />

Der neue und eigenständige Ansatz der Leitl<strong>in</strong>ie liegt dar<strong>in</strong>, die Wäscheversorgung<br />

<strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen konsequent an den Bedürfnissen der<br />

Nutzer<strong>in</strong>nen und Nutzer auszurichten. Die Leitl<strong>in</strong>ie<br />

unterstützt somit die Mitarbeiter(<strong>in</strong>nen), die Qualität<br />

der Wäscheversorgung nutzerorientiert und<br />

gleichzeitig rechtlich abgesichert zu erbr<strong>in</strong>gen. Die<br />

Voraussetzungen hierfür werden praxis- und handlungsorientiert<br />

erläutert und Umsetzungsmöglichkeiten<br />

<strong>in</strong> den E<strong>in</strong>richtungen werden aufgezeigt.<br />

Inhalte:<br />

• die Bedeutung von Wäsche für Bewohner/<strong>in</strong>nen<br />

• die rechtlichen Rahmenbed<strong>in</strong>gungen der<br />

Wäschepflege<br />

• Anforderungen an die Wäscheorganisation<br />

• Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen/<br />

Arbeitssicherheit<br />

• gute Hygienepraxis <strong>in</strong> der Wäschepflege<br />

Term<strong>in</strong>, Ort und Zeit:<br />

Aufgrund großer Nachfrage - Folgeterm<strong>in</strong> 2014!<br />

16. Juli 2014 <strong>in</strong> Zell am Ma<strong>in</strong> (Würzburg), 9 bis 17 Uhr;<br />

begrenzte Teilnehmeranzahl<br />

Gebühr:<br />

159,– Euro Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V., sonst 179,– Euro. Preise<br />

zuzüglich MwSt., <strong>in</strong>kl. Tagungsunterlagen und -verpflegung.<br />

Referent<strong>in</strong>:<br />

Carola Re<strong>in</strong>er, CCR Unternehmensberatung<br />

Anmeldung onl<strong>in</strong>e unter www.vnm-akademie.de<br />

Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>gangsbestätigung<br />

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Sem<strong>in</strong>argebühr<br />

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlussterm<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Rechnung, die<br />

gleichzeitig als An meldebestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr <strong>in</strong> Rechnung stellen.<br />

Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir 25,– Euro<br />

Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können <strong>in</strong> beiden Fällen e<strong>in</strong>e Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt., <strong>in</strong>kl. Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />

und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />

Anmeldeschluss: jeweils 4 Wochen vorher, sofern nicht anders angegeben.<br />

Absage: Der Veranstalter Magical Media GmbH behält sich das Recht vor, die Sem<strong>in</strong>are<br />

aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie Preisänderungen<br />

vorbehalten.<br />

Ansprechpartner:<br />

Birgit Hemscheidt, Telefon: (0 89) 31 89 05-15, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />

Coupon ausschneiden, ggf. kopieren und e<strong>in</strong>senden an:<br />

vnm-Akademie, Postfach 60 06 62, 81206 München<br />

Die vnm-Akademie ist e<strong>in</strong> Unternehmensbereich der Magical Media GmbH<br />

* Änderungen und Irrtümer sowie Preisänderungen vorbehalten


Fortsetzung von Seite 31<br />

Fachthema<br />

Mirko Geissler ab. Das Paradies dürfe man<br />

sich nun auch hier nicht erhoffen. In<br />

Deutschland wird oft vom skand<strong>in</strong>avischen<br />

Gesundheitswesen geschwärmt –<br />

doch die Lobpreisungen stecken voller<br />

Halbwahrheiten. Das System sei gerechter,<br />

so der Emigrant, aber auch bedeutend<br />

anspruchsloser. Die Entfernungen zwischen<br />

den Städten s<strong>in</strong>d riesig, es gibt ke<strong>in</strong><br />

dichtes Ärzte- und <strong>Kl<strong>in</strong>ik</strong>netz. Vielfach wartet<br />

man erst mal ab. Wird <strong>in</strong> Deutschland<br />

bei e<strong>in</strong>em Patienten etwas Beunruhigendes<br />

festgestellt, läuft sofort die diagnostische<br />

und therapeutische Masch<strong>in</strong>erie<br />

auf Hochtouren. „In <strong>Norwegen</strong> tickt die<br />

biologische Uhr erst mal e<strong>in</strong>e ganze Weile<br />

weiter“, kommentiert Mirko Geissler die<br />

Situation <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Wahlheimat. Das kann<br />

bei manchen Krankheiten fatal se<strong>in</strong>.<br />

Doch das schmälert se<strong>in</strong> gutes Lebensgefühl<br />

<strong>in</strong> diesem Land nicht. Ebenso<br />

wenig wie die viel zitierte Dunkelheit <strong>in</strong><br />

Skand<strong>in</strong>avien. Zwar gibt es Täler, <strong>in</strong> die<br />

von November bis Januar ke<strong>in</strong> Sonnenstrahl<br />

dr<strong>in</strong>gt. Aber Familie Geissler wohnt<br />

auf e<strong>in</strong>er Anhöhe und hat jeden Tag Sonne.<br />

„Im Sommer können wir bis morgens<br />

um drei Uhr draußen sitzen, weil es dann<br />

die ganze Nacht nicht stockdunkel wird.<br />

Ich habe sehr viel mehr Energie als ich sie<br />

<strong>in</strong> Deutschland hatte“, schwärmt der Fan<br />

des Eisbadens (= zugefrorenen See aufhacken<br />

und im Wasserloch baden).<br />

Das Verhältnis zu den Eltern ist sehr<br />

gut – nach dem Motto „Abstand schafft<br />

Nähe“. Die Verwandtschaft kommt regelmäßig<br />

zu Besuch. Und kürzlich stellte der<br />

Vater fest: „Mirko, du hast alles richtig gemacht!“<br />

t Dorothea Kammerer<br />

Steckbrief Bodenbelag Teil 7<br />

Terrazzo<br />

Besondere Kennzeichen/Herstellung<br />

Der Terrazzo-Fußbodenbelag wird <strong>in</strong>dustriell hergestellt und besteht aus Zement und Hilfsstoffen.<br />

In der oberen Schicht gibt man Kalkste<strong>in</strong>e dazu, wie Marmorste<strong>in</strong>e oder Dolomit.<br />

Nachdem der Fußboden mehrfach geschliffen und poliert wurde, weist er se<strong>in</strong>en typischen<br />

Glanz auf. Empf<strong>in</strong>dlich ist der Boden besonders gegenüber Säuren und Verkratzungen.<br />

Daran erkenne ich den Belag<br />

Besonders auffällig s<strong>in</strong>d die geschliffenen Naturste<strong>in</strong>e, die durch den Zement, der auch gefärbt<br />

se<strong>in</strong> kann, ummantelt werden. In den 1950er und 1960er Jahren wurden häufig so genannte<br />

Terrazzoplatten verwendet, wie der Agglo-Marmor mit unterschiedlich großen Naturste<strong>in</strong>en<br />

oder der Werkkunstste<strong>in</strong> mit kle<strong>in</strong>eren Naturste<strong>in</strong>en.<br />

Eignung<br />

Sehr häufig f<strong>in</strong>det man diesen Kunstste<strong>in</strong>boden im Lebensmittele<strong>in</strong>zelhandel und Bahnhöfen, im privaten Wohnbereich, aber auch<br />

<strong>in</strong> historischen Gebäuden und Kirchen. Dies zeigt, dass der Boden e<strong>in</strong>e besonders lange Lebensdauer hat und sehr pflegeleicht<br />

ist. Durch die Zusammensetzung mit unterschiedlichen Marmorkörnungen und Farben kann man jeden Boden sehr <strong>in</strong>dividuell gestalteten.<br />

Neue Terrazzoböden s<strong>in</strong>d auch für e<strong>in</strong>en Heiz-Estrich (bei Fußbodenheizungen) oder e<strong>in</strong>e Dämmung geeignet.<br />

Richtige Re<strong>in</strong>igung<br />

Auf diesen Kalkste<strong>in</strong>boden sollte zunächst e<strong>in</strong> Pflegefilm aufgebaut werden – entweder durch Seife oder Polymerwischpflege.<br />

Auch Imprägnierungen oder Wachsfluate werden immer noch als Erste<strong>in</strong>pflege verwendet.<br />

Der Pflegefilm wird dann im Unterhalt regelmäßig mit e<strong>in</strong>em weißen Pad oder e<strong>in</strong>er weichen Bürste auspoliert. Alternativ kann e<strong>in</strong>e<br />

Emulsion auf den Boden aufgetragen und anschließend mit e<strong>in</strong>er Polymerwischpflege gere<strong>in</strong>igt werden.<br />

Häufigste Fehler<br />

Der Boden ist säureempf<strong>in</strong>dlich – leider kommt es immer wieder vor, dass der Boden abgesäuert wird. Dies führt zu e<strong>in</strong>em matten<br />

Boden, die kalkgebundenen Ste<strong>in</strong>e und der Zement werden angegriffen. Der Boden schmutzt ab diesem Zeitpunkt schneller<br />

an. Auch der E<strong>in</strong>trag von Streusalz kann den Boden angreifen. E<strong>in</strong>e fehlende Schutzschicht durch Pflegeprodukte führt dazu, dass<br />

kle<strong>in</strong>e Ste<strong>in</strong>e <strong>in</strong> der Schuhsohle den Boden angreifen können und diese Kratzer den Boden schmutzanfälliger machen.<br />

Expertenrat von Wilhelm Reim und Elke Merz-Schluck, Alegria, München<br />

Sollte der Ste<strong>in</strong> durch Säuren oder andere E<strong>in</strong>flüsse beschädigt worden se<strong>in</strong>, kann man ihn mit speziellen<br />

Diamant-Pad-Scheiben für die E<strong>in</strong>scheibenmasch<strong>in</strong>e oder Automaten abschleifen oder im Kristallisationsverfahren<br />

wieder herstellen. Es ist wichtig, den Pflegefilm möglichst schnell aufzubauen und dann über<br />

die komplette Lebensdauer zu erhalten, damit es zu ke<strong>in</strong>en Beschädigungen des Bodens kommen kann.<br />

Foto: Robert Baumann<br />

Weitere Informationen<br />

Wir empfehlen zur Vertiefung des Themas die <strong>rhw</strong>-DVD „Bodenre<strong>in</strong>igung für Profis“.<br />

Die Serie „Steckbrief Bodenbelag“ wird fortgesetzt.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 31


Report<br />

Altenpflege: Hauswirtschaft<br />

zeigt Kompetenz<br />

28.500 Besucher zog es Ende<br />

März 2014 auf das Messegelände<br />

<strong>in</strong> Hannover zur diesjährigen<br />

Messe „Altenpflege“.<br />

Erstmals e<strong>in</strong>gerichtet wurde<br />

das Kompetenzzentrum Küche<br />

und Hauswirtschaft, hier hielten<br />

Experten wie Ralf und<br />

Christ<strong>in</strong>e Klöber an drei Tagen<br />

Kurzvorträge.<br />

2014wurde erstmals das<br />

„Kompetenzzentrum<br />

Küche und Hauswirtschaft“<br />

e<strong>in</strong>gerichtet, dies unter der Leitung<br />

der Bundesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft Hauswirtschaft<br />

und der Deutschen Gesellschaft für<br />

Ernährung (DGE e.V.). „Küche und Hauswirtschaft<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong> immer wichtiger werdender<br />

Bereich, da richtige Ernährung und<br />

gute Gastronomie entscheidenden Anteil an<br />

der Qualität von Pflegee<strong>in</strong>richtungen haben“,<br />

betonte Carol<strong>in</strong> Pauly, Veranstaltungsmanager<strong>in</strong><br />

beim Messe-Veranstalter<br />

V<strong>in</strong>centz Network.<br />

Thema im Kompetenzzentrum Küche<br />

und Hauswirtschaft war unter anderem die<br />

Ernährung bei Demenz. Demenzkranke benötigen<br />

e<strong>in</strong>e sowohl bedarfsgerechte als<br />

auch ressourcenfördernde Versorgung. Konzepte<br />

wie F<strong>in</strong>gerfood oder Eat by walk<strong>in</strong>g<br />

wollen dies personenbezogen gewährleisten.<br />

Kathar<strong>in</strong>a Stapel von der DGE stellte sie<br />

kurz vor. Dr. Inge Maier-Ruppert von der<br />

Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />

e.V. (dgh) kümmerte sich um das Thema Wäsche<strong>management</strong><br />

<strong>in</strong> Hausgeme<strong>in</strong>schaften.<br />

Cornelia Wegemund von der Orochemie<br />

GmbH & Co.KG referierte über die Unterstützung<br />

von Hygienemaßnahmen durch<br />

neue Medien.<br />

Catr<strong>in</strong> Schulze, Projektmanager<strong>in</strong>/Ernährungsberater<strong>in</strong><br />

bei der ABConcepts Verpflegungs<strong>management</strong><br />

mit System GmbH,<br />

sprach über gesunde Ernährung im Alter.<br />

Marianne Krause, bona fide, stellte Benchmark<strong>in</strong>g<br />

<strong>in</strong> der Hauswirtschaft vor: „Das Konzept<br />

Benchmark<strong>in</strong>g hilft, im Rahmen e<strong>in</strong>er<br />

systematischen und kont<strong>in</strong>uierlichen Analyse<br />

und Gegenüberstellung von Methoden,<br />

Abläufen und Strukturen Qualitäts- und Leistungssteigerungspotenziale<br />

zu identifizieren.<br />

Benchmark<strong>in</strong>g bedeutet Lernen von besten<br />

Lösungen und Ideen über die eigene E<strong>in</strong>richtung<br />

h<strong>in</strong>aus“. Katja Trautwig und Elke<br />

Ke<strong>in</strong>er vom Volkssolidarität Bundesverband<br />

behandelten die „Hauswirtschaftliche Versorgung<br />

im Wohnen“.<br />

Hygienekonzepte<br />

<strong>in</strong> Hausgeme<strong>in</strong>schaften<br />

Vorträge im Netz<br />

Unter der Adresse www.dghev.de/<br />

bag-hw-referate-altenpflegemesse2014<br />

f<strong>in</strong>den Sie im Internet Zusammenfassungen<br />

von Vorträgen, die Experten<br />

aus der Hauswirtschaft auf der<br />

„Altenpflege 2014“ gehalten haben.<br />

2014 wurde erstmals das<br />

„Kompetenzzentrum Küche und<br />

Hauswirtschaft“ e<strong>in</strong>gerichtet<br />

Christ<strong>in</strong>e Klöber von KlöberKassel sprach<br />

über Hygienekonzepte <strong>in</strong> Wohn- und Hausgeme<strong>in</strong>schaften:<br />

„In Wohn- und Hausgeme<strong>in</strong>schaften<br />

ist der Hygieneaspekt sicher<br />

nur e<strong>in</strong>er unter vielen. Die Umsetzung der<br />

Gesamtkonzeption steht im Vordergrund.<br />

Die hauswirtschaftlichen Anteile e<strong>in</strong>er guten<br />

Hygienepraxis müssen betrachtet werden,<br />

um zu e<strong>in</strong>er differenzierten Handlungsund<br />

Regelungsl<strong>in</strong>ie zu f<strong>in</strong>den“, betonte sie.<br />

E<strong>in</strong>en großen Beitrag zu dieser Vorgehensweise<br />

leisten qualifizierte Hygieneverantwortliche,<br />

die e<strong>in</strong>erseits die rechtlichen<br />

Forderungen, andererseits aber die Individualität<br />

und Persönlichkeit der Bewohner<br />

nicht aus den Augen verlieren. Besonders<br />

deutlich wird die Def<strong>in</strong>ition der eigenen Hygienemaßnahmen<br />

immer wieder im Umgang<br />

mit Lebensmitteln, speziell wenn Bewohner<br />

sich dabei engagieren.<br />

Danach g<strong>in</strong>g es bei Claudia Menebröcker<br />

von der DGE um das s<strong>in</strong>nvolle Vorgehen<br />

zur Behandlung von Mangelernährung.<br />

Lucia Baumgärtner-Griffiths von der Gersprenz<br />

Seniorendienstleistungs GmbH<br />

sprach dann über e<strong>in</strong>en „Beruf mit Zukunft:<br />

Fachkraft Lebensgestaltung/AlltagsmanagerIn.“<br />

„Die Pflege f<strong>in</strong>det nicht am Bett statt,<br />

sondern am Küchentisch, im Garten oder im<br />

Wirtschaftsraum“, me<strong>in</strong>t sie. Dazu passend<br />

thematisierte Mart<strong>in</strong>a Feulner von „H – wie<br />

Hauswirtschaft“ die Schulung und Begleitung<br />

von Mitarbeitenden, die aus der Großküche,<br />

Re<strong>in</strong>igung oder Pflege <strong>in</strong> die Alltagsbegleitung<br />

wechseln. Vorgestellt wurden<br />

auch Erkenntnisse und Erfahrungen auf dem<br />

Weg zu Haus- und Wohngeme<strong>in</strong>schaften.<br />

Schließlich präsentierte Ulrike Grohmann<br />

von der DGE den Ordner „Senioren <strong>in</strong><br />

der Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung“, der <strong>in</strong> Kooperation<br />

der DGE mit dem aid <strong>in</strong>fodienst<br />

e.V. <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er vollständig überprüften und auf<br />

den aktuellen wissenschaftlichen Stand gebrachten<br />

Auflage erschienen ist. <strong>rhw</strong>-Leser<br />

f<strong>in</strong>den diesen und andere Kurzvorträge im<br />

Internet (siehe Kasten l<strong>in</strong>ks).<br />

32 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Report<br />

Hygiene: Was ist s<strong>in</strong>nvoll<br />

und notwendig?<br />

E<strong>in</strong> Schwerpunktthema<br />

beim schon traditionellen Tag<br />

der Hauswirtschaft auf der „Altenpflege<br />

2014“ war das Thema<br />

Hygiene. Christ<strong>in</strong>e und Ralf<br />

Klöber aus Kassel boten dazu<br />

Vorträge und Workshops an.<br />

Essenz: Kontrollieren Sie <strong>in</strong> Ihrer<br />

E<strong>in</strong>richtung selbst entsprechend<br />

Ihrem Klientel: wie<br />

immungeschwächt s<strong>in</strong>d die<br />

Bewohner allgeme<strong>in</strong> und <strong>in</strong>dividuell,<br />

was könnte sie tatsächlich<br />

gefährden?<br />

„Kontrollieren Sie so viel<br />

wie wirklich notwendig und<br />

gesetzlich vorgeschrieben,<br />

aber verzichten Sie getrost<br />

auf uns<strong>in</strong>nige Aktionen, auch<br />

wenn manche Prüfbehörden<br />

diese fordern, zum Beispiel<br />

mit dem H<strong>in</strong>weis auf Ihre eigene<br />

Sicherheit“, so Ralf Klöber.<br />

Mit den richtigen Argumenten<br />

können Sie ihnen fachlich begegnen<br />

und sich selbst unnötige Arbeit sparen. Klöber<br />

legt großen Wert auf Eigenkontrolle: „Sie<br />

selbst müssen Risiken festlegen. Diese s<strong>in</strong>d<br />

ganz unterschiedlich, zum Beispiel je nachdem,<br />

ob Sie mit frischem Hackfleisch arbeiten<br />

oder Tiefkühl-Buletten benutzen.“ Es<br />

sollte immer um die Frage gehen: Was ergibt<br />

S<strong>in</strong>n? S<strong>in</strong>n ergibt für ihn beispielsweise,<br />

den Tiefkühler um zwei Grad kälter e<strong>in</strong>zustellen<br />

als die gesetzlich vorgeschriebenen<br />

-18 Grad, wenn die eigenen Mitarbeiter<br />

dazu neigen, die Tür relativ lange offen stehen<br />

zu lassen.<br />

Anbruchsdatum auf Suppen?<br />

E<strong>in</strong> anderes Beispiel: Der Gesetzgeber<br />

verlange nicht, auf Produkte wie Industriesuppen<br />

das Anbruchsdatum zu schreiben.<br />

Manche Behörden möchten das aber gerne,<br />

weiß der Experte. In H<strong>in</strong>sicht auf die Hygiene<br />

sei das aber unnötig, da die Suppe<br />

schließlich gekocht werde.<br />

Gesetzlich vorgeschrieben und s<strong>in</strong>nvoll<br />

sei es h<strong>in</strong>gegen, Frischfisch <strong>in</strong> Eis zu lagern<br />

Risikobewertung<br />

Im Internet f<strong>in</strong>den Sie unter der Adresse<br />

www.bfr.bund.de des Bundes<strong>in</strong>stituts<br />

für Risikobewertung kompakte<br />

Informationen, worauf Sie wirklich<br />

achten müssen beim Thema Lebensmittelhygiene.<br />

Tippen Sie im Suche-<br />

Fenster „Sicher verpflegt“ e<strong>in</strong>.<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten Christ<strong>in</strong>e und Ralf Klöber gestalteten e<strong>in</strong>en Teil des Programms beim Kompetenzzentrum<br />

Hauswirtschaft auf der Altenpflege-Messe <strong>in</strong> Hannover. Schon vormerken: Am 27. November<br />

2014 s<strong>in</strong>d die beiden beim 6. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag zu „Betrieblicher Gesundheit“ <strong>in</strong> Kassel zu erleben. Anmeldung<br />

<strong>in</strong> Kürze möglich unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de.<br />

– „<strong>in</strong> Eis, nicht auf Eis“, betonte Klöber. S<strong>in</strong>nvoll<br />

seien auch die gesetzlich vorgeschriebenen<br />

Zeiten zum Herunterkühlen gekochter,<br />

zu lagernder Mahlzeiten. Ralf Klöber: „Ich<br />

würde Ihnen allen e<strong>in</strong>en Schockkühler aufs<br />

Auge drücken.“ Dieser br<strong>in</strong>ge große Vorteile,<br />

übrigens auch <strong>in</strong> H<strong>in</strong>blick auf den Trend<br />

zu immer weniger Fachpersonal <strong>in</strong> den Küchen.<br />

Zusammenfassend würde er, wenn er<br />

Kontrolleur wäre, nach Folgendem fragen:<br />

u Re<strong>in</strong>igungs- und Des<strong>in</strong>fektionsplan – Unwörter<br />

dabei s<strong>in</strong>d „regelmäßig“ und „bei<br />

Bedarf“ (was bedeutet das?)<br />

u Warene<strong>in</strong>gangsprüfung<br />

u Temperaturkontrollen (Achtung: die Geräte<br />

müssen e<strong>in</strong>mal jährlich kalibriert<br />

werden)<br />

u Belehrung nach Infektionsschutzgesetz<br />

(IfsG)<br />

u Risikoanalyse über kühlpflichtige Lebensmittel<br />

u Schädl<strong>in</strong>gsüberwachung.<br />

Kompakte Infos im Internet<br />

E<strong>in</strong>richtungen, die mit Ehrenamtlichen<br />

arbeiten, die etwa mit Bewohnern geme<strong>in</strong>sam<br />

backen, müssen diese ebenfalls <strong>in</strong> Sachen<br />

Hygiene unterweisen. Dazu reicht es<br />

aus, ihnen das Merkblatt für Ehrenamtliche<br />

nach IfsG vorzulesen, so Ralf Klöber. Das ist<br />

auch für Hausgeme<strong>in</strong>schaften gut zu wissen,<br />

die sich ja das E<strong>in</strong>beziehen von Ehrenamtlichen,<br />

Angehörigen und sonstigen Besuchern<br />

ausdrücklich auf die Fahne schreiben.<br />

Über Wichtiges für Hausgeme<strong>in</strong>schaften<br />

und Wohngruppen <strong>in</strong> hygienischer H<strong>in</strong>sicht<br />

sprach Christ<strong>in</strong>e Klöber. Ihre Beobachtung:<br />

Die Beteiligung von Besuchern, aber auch<br />

der Bewohner scheitert oft an Zweifeln <strong>in</strong><br />

H<strong>in</strong>blick auf Hygienevorschriften. Insgesamt<br />

gelte auch hier: nachdenken! So sei das<br />

ständige Handschuhe an- und ausziehen oft<br />

uns<strong>in</strong>nig (auch ökonomisch), s<strong>in</strong>nvoller sei<br />

e<strong>in</strong>e gute Händehygiene. Nachzudenken gelte<br />

es auch bei der Flächendes<strong>in</strong>fektion: wo<br />

fassen die Bewohner häufig h<strong>in</strong>, wo nicht?<br />

Ersteres ist zum Beispiel bei Tischkanten der<br />

Fall, an denen sie sich festhalten, abstützen<br />

etc. Der Fußboden h<strong>in</strong>gegen komme eher<br />

selten mit der Haut der Bewohner <strong>in</strong> Kontakt,<br />

weiß Christ<strong>in</strong>e Klöber. Sie empfiehlt e<strong>in</strong>en<br />

Besuch der Homepage des Robert Koch-<br />

Instituts (RKI) unter www.rki-de. Dort werden<br />

wichtige Begriffe wie „situative Des<strong>in</strong>fektion“<br />

genau erklärt.<br />

E<strong>in</strong>richtungen können die dort vermittelten<br />

Infos dazu nutzen, um zu „verh<strong>in</strong>dern,<br />

dass ihnen von Behörden etwas übergestülpt<br />

wird, was sie gar nicht benötigen“, so<br />

Christ<strong>in</strong>e Klöber. Sie rät auch dazu, sich auf<br />

den RKI-Seiten <strong>in</strong>sbesondere die KRINKO-<br />

Empfehlungen zur Infektionsprävention <strong>in</strong><br />

Heimen und zur Re<strong>in</strong>igung und Des<strong>in</strong>fektion<br />

von Flächen anzuschauen. „In der Altenhilfe<br />

ist das RKI auf dem Normalitätstrip“,<br />

sagte Klöber <strong>in</strong> Hannover. Die Expert<strong>in</strong> weiter:<br />

„Sie s<strong>in</strong>d nicht gesetzlich verpflichtet,<br />

DIN-Normen anzuwenden. Außerdem haben<br />

die Behörden auch Informationspflichten,<br />

nicht nur Prüfpflichten.“ Die „Altenpflege<br />

2015“ f<strong>in</strong>det turnusmäßig <strong>in</strong> Nürnberg statt,<br />

Term<strong>in</strong>: 24. bis 26. März 2015. Interessante<br />

Produkte stellt unser Autor Sascha Kühnau<br />

<strong>in</strong> der kommenden Ausgabe vor.<br />

t Sigrid Daneke<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 33


Marktplatz<br />

Allergenfreies Brot und<br />

weiches Frühstücksei<br />

Ob Pancake-Automaten, Brot-Sushi, e<strong>in</strong>e speziellen Männermarmelade<br />

oder Kakao mit Guarana: an kreativen Ideen von<br />

kle<strong>in</strong>en, <strong>in</strong>novativen Unternehmen herrschte auf der Internorga,<br />

der Leitmesse für den Außer-Haus-Markt, ke<strong>in</strong> Mangel. Aber auch<br />

große Unternehmen präsentieren ihre Innovationen gern auf der<br />

Hamburger Messe, die im März mit 1.200 Ausstellern ausgebucht<br />

war. Hier e<strong>in</strong>e Auswahl <strong>in</strong>teressanter Produktneuheiten.<br />

E<strong>in</strong> großes Thema auf der Internorga<br />

waren neue vegetarische oder vegane<br />

Produkte für die fleischlose Küche. So<br />

bot Dr. Oetker Food Service neu vegetarische<br />

Schnitzel mit verschiedenen Füllungen<br />

an. Durch die Faserstruktur des verwendeten<br />

Soja-Weizeneiweiß wurde e<strong>in</strong>e sehr<br />

fleischähnliche Textur erreicht. Diese tiefgekühlten<br />

Convenience-Produkte s<strong>in</strong>d<br />

schnell im Kombidämpfer verzehrfertig gegart.<br />

Aus Milch und Getreide bestehen die<br />

Fleischersatzprodukte der Firma Valess. Angeboten<br />

werden unter anderem knusprige,<br />

saftige Schnitzel, Bällchen Pizza Style oder<br />

Filetstückchen für Ragouts oder Geschnetzeltes.<br />

Für die F<strong>in</strong>gerfood-Liebhaber oder<br />

für junge Gäste s<strong>in</strong>d Valess Junior Safari <strong>in</strong><br />

Elefantenform e<strong>in</strong> verführerisches Angebot.<br />

Mit diesen Produkten können ovo-lacto-vegetarische<br />

Angebote mit sehr wenig Aufwand<br />

und sehr gutem kul<strong>in</strong>arischen Ergebnis<br />

auf den Tisch gebracht werden.<br />

Der Marktführer für Mopro-Alternativen<br />

Alpro präsentierte mit der Cul<strong>in</strong>ary e<strong>in</strong>e<br />

pflanzliche Alternative zu saurer Sahne und<br />

Crème fraîche. Cul<strong>in</strong>ary kann wie e<strong>in</strong>e herkömmliche<br />

Kochsahne verwendet werden<br />

und ist für Suppen, Soßen, Aufläufe und<br />

Nachspeisen geeignet. Das Produkt flockt<br />

nicht aus und eignet sich bestens für vegetarische<br />

und vegane Gerichte. Die pflanzliche<br />

Kochsahne-Alternative zeichnet sich zudem<br />

durch se<strong>in</strong>e lange Haltbarkeit aus und<br />

ist <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Geb<strong>in</strong>de von 12 × 1 Liter erhältlich.<br />

Glutenfreie Brote und<br />

Texturgeber aus Zitrone<br />

Unter dem Markennamen Huttweiler<br />

wurden von der Jowa AG außerordentlich<br />

geschmackvolle glutenfreie Brote (tiefgekühlt)<br />

vorgestellt. Diese s<strong>in</strong>d nach Herstellerangaben<br />

zu 100 Prozent gluten-, nussund<br />

weizenfrei. Nach kurzer Backzeit bieten<br />

sie e<strong>in</strong>en knusprigen Brotgenuss, der<br />

nicht von Standard-Brot zu unterscheiden<br />

ist. Teigwaren <strong>in</strong> mehreren Formen sowie<br />

zwei Rührkuchen runden das Angebot für<br />

Allergiker ab.<br />

Für e<strong>in</strong>en hygienisch risikoärmeren Ei-<br />

Genuss bietet die Firma Eipro aus Lohne unter<br />

dem Markenname „Peggys“ pasteurisierte<br />

rohe Hühnereier sowie unterschiedliche<br />

Eifix-Frischeteige im Tetrapack an. Die<br />

Fotos: Alexandra Höß, Sascha Kühnau, HMC Internorga, Blanco, Peggys, Wiesenhof, UBENA<br />

4<br />

1<br />

2<br />

5<br />

3<br />

34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Marktplatz<br />

Handhabung ist denkbar e<strong>in</strong>fach: Der Teig<br />

wird direkt aus den 1000-ml-Tetra-Pack <strong>in</strong><br />

die Pfanne, auf das Waffeleisen oder die Crêpes-Platte<br />

gegossen. Messen, abwiegen,<br />

verrühren und die Ruhezeiten für die Teige<br />

können zum Beispiel beim Backen mit hochaltrigen<br />

Senioren oder beh<strong>in</strong>derten Menschen<br />

komplett entfallen. Trotzdem erfüllt<br />

der leckere Backduft den Raum und schafft<br />

Vorfreude auf den süßen Genuss.<br />

Herbafood Ingredients GmbH aus Werder<br />

(Havel) hat neu e<strong>in</strong>e Basistextur aus den<br />

Fasern von Zitronen im Programm, mit der<br />

geschmacksneutral Flüssigkeiten jedes Temperaturbereiches<br />

angedickt werden können.<br />

Die Konsistenz entsteht sofort ohne Aufkochen,<br />

so dass ke<strong>in</strong> schwer kalkulierbares<br />

Nachdicken das Ergebnis bee<strong>in</strong>trächtigen<br />

kann. Für Cremes, Desserts oder als Gelant<strong>in</strong>eersatz<br />

werden verschiedene Texturgeber<br />

angeboten, die e<strong>in</strong>e Gelbildung bis zur<br />

Schnittfestigkeit schaffen.<br />

Die Firma Ubena stellte e<strong>in</strong>ige würzige<br />

Neuigkeiten vor wie zum Beispiel die „süße<br />

L<strong>in</strong>ie“. Das s<strong>in</strong>d exklusive Würzmischungen<br />

zum Würzen und Mar<strong>in</strong>ieren von Hauptspeisen<br />

oder Nachspeisen. Diese <strong>in</strong> der Gold-<br />

Dose angebotenen Premium Mischungen<br />

s<strong>in</strong>d deklarationsfrei und sparsam im Gebrauch<br />

durch ihre hohe Ergiebigkeit. Das<br />

Sortiment umfasst fünf delikate Kreationen:<br />

Chili-Schoko, Ingwer-Orange, Rum-Karibik<br />

und Orangen- sowie Zitronenwürzer.<br />

Spätzle aus der Packung: Das Newcomer-Produkt<br />

„Frizle“ eröffnet auch allen<br />

Nicht-Schwaben die Chance auf den perfekten<br />

Spätzle-Genuss. Der frische Teig<br />

kommt <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>fachen Karton-Verpackung<br />

daher, die mit ihren kle<strong>in</strong>en Löchern<br />

als Spätzlepresse dient. So kann Jedermann<br />

mit Leichtigkeit das orig<strong>in</strong>ale Geschmackserlebnis<br />

ohne Aufwand und <strong>in</strong> Bio-Qualität<br />

genießen.<br />

Premiere für Trolley<br />

und Kombidämpfer<br />

Auch im Bereich Küchentechnik gab es<br />

e<strong>in</strong>ige Innovationen. So hatte sich die Firma<br />

Blanco für die Weltpremiere des AirServe<br />

Trolleys bewusst für die Internorga entschieden.<br />

Der kompakte Heißluft-Regenerationswagen<br />

bietet große Freiheiten beim<br />

Bestücken von Tabletts: Warm- und Kaltanteile<br />

der Menüs lassen sich flexibel variieren,<br />

zum Beispiel beim Mittagessen mit großem<br />

Warmanteil, gefolgt vom Abendessen<br />

mit e<strong>in</strong>em größeren Kaltanteil. Nutzerfreundlich<br />

ist auch die übersichtliche Steuerung<br />

mit Farbdisplay und Klartextanzeige.<br />

Mit e<strong>in</strong>er Auswahl aus 80 verschiedenen<br />

Farben für Tür- und Seitenpaneele passt sich<br />

der Trolley bei Bedarf jeder Architektur an.<br />

Exklusiv auf der Internorga präsentierte<br />

auch Convotherm se<strong>in</strong>e neue Flagship-<br />

Kombidämpfer-Serie Convotherm 4. „Wir<br />

waren von der Resonanz wirklich überwältigt“,<br />

sagte Dr. Mart<strong>in</strong> Behle, General Manager<br />

von Convotherm. Neben perfekten<br />

Garergebnissen liegt der Fokus bei dieser<br />

neuen Geräteserie auf dem ästhetischen<br />

Design. Spitzentechnologie, e<strong>in</strong>fache Bedienung<br />

und Hygiene sollen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>heit<br />

se<strong>in</strong>. Aufgrund des Designs sollen die Geräte<br />

auch für Front Cook<strong>in</strong>g bestens geeignet<br />

se<strong>in</strong>.<br />

Die Schweizer Firma Gastros aus Zürich<br />

stellte das mit dem Internorga Future Award<br />

2013 prämierte InductWarm System vor. Bei<br />

diesem wird die Wärme <strong>in</strong> <strong>in</strong>duktionsfähiges<br />

Porzellan durch Induktionsplatten übertragen.<br />

Auf diese Weise bleiben das Porzellan<br />

und somit die Speise heiß, ohne dass<br />

mit Wasser im Ausgabebereich gearbeitet<br />

werden muss oder Brennpaste den Speisengeruch<br />

bee<strong>in</strong>trächtigt. Dies ermöglicht<br />

e<strong>in</strong>e dosierte Warmhaltung verschiedener<br />

Speisen <strong>in</strong> sehr ansprechender Form.<br />

Die weltweit kle<strong>in</strong>ste Unfallstation für<br />

die Küche bietet die Firma Cederroth an. Sie<br />

ist e<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>nvolle, praxisorientierte Ergänzung<br />

zum empfohlenen DIN-Standard. Alle<br />

Erste-Hilfe-Produkte für Brand- und Schnittwunden<br />

s<strong>in</strong>d zugriffsbereit vorhanden. Die<br />

Unfallstation enthält Augenduschstation,<br />

Pflasterspender und verschiedene Hilfsmittel<br />

zur Kühlung und Schmerzl<strong>in</strong>derung bei<br />

Brandverletzungen. E<strong>in</strong>e transparente Klappe<br />

ermöglicht den direkten E<strong>in</strong>blick zur zielgerichteten<br />

Entnahme. Der Pflasterspender<br />

ist für die E<strong>in</strong>hand-Benutzung optimiert. Die<br />

Augendusche enthält e<strong>in</strong>e gepufferte Lösung<br />

zur schnellen Neutralisierung verspritzter<br />

Säuren und Alkalien. Das ist auch<br />

im Raumpflegebereich, wo Gefahrstoffe dosiert<br />

werden, e<strong>in</strong>e wirksame Erste-Hilfe-Vorsorge.<br />

t Sascha Kühnau/Alexandra Höß<br />

6<br />

7<br />

1 AirServe Trolley von Blanco<br />

2 Kombidämpfer Convotherm 4<br />

3 Valess – vegetarischer Fleischersatz auf Milchbasis (nicht vegan)<br />

4 Pasteurisierte Eier der Marke Peggys machen das weiche Frühstücksei<br />

im Heim wieder möglich und kosten etwa 80 Prozent mehr<br />

5 Fertige Eierteige „Eifix“ für Süßspeisen von Eipro<br />

6 Die Firma Ubena stellte e<strong>in</strong>ige würzige Neuigkeiten vor wie zum<br />

Beispiel die „süße L<strong>in</strong>ie“: Chili-Schoko, Ingwer-Orange, Rum-Karibik<br />

und Orangen- sowie Zitronenwürzer.<br />

7 Dann hat man es, wenn man es braucht: Pflasterspender von Salvequick<br />

8 Mit InductWarm bleiben Porzellan und Speisen heiß, ohne dass<br />

mit heißem Wasser oder Brennpaste Wasser im Ausgabebereich<br />

gearbeitet werden muss<br />

9 Allergen<strong>management</strong> <strong>in</strong> der Großküche: Unter dem Markennamen<br />

Huttweiler wurden von der Jowa AG Brote tiefgekühlt angeboten,<br />

die nach Herstellerangaben zu 100 Prozent gluten-, nuss- und weizenfrei<br />

s<strong>in</strong>d.<br />

8 9<br />

35


Report<br />

Technik ist im Haushalt<br />

überall gegenwärtig<br />

Who is Who der Branche <strong>in</strong> Fulda: Die Teilnehmer und Teilnehmer<strong>in</strong>nen der dgh-Jahrestagung 2014 (unter anderem stellvertretend<br />

seien genannt Herr/Frau Simpfendörfer, Bröcheler, Hornauer, Sobotka, Naumann, Lichtenberg, Andreä, Schukraft, Sennlaub, Feulner,<br />

Schäfer, Waizenegger, Maier-Ruppert und viele mehr…)<br />

In Fulda trafen sich im Februar 2014 Experten und Expert<strong>in</strong>nen<br />

rund um Hauswirtschaft. Erst die Jahrestagung der dgh am 20.<br />

und 21. Februar, die der Fachausschuss Haushaltstechnik organisiert<br />

hatte. Danach e<strong>in</strong> Symposium des Internationalen Verbandes<br />

für Hauswirtschaft (IVHW), über das wir bereits <strong>in</strong> <strong>rhw</strong><br />

<strong>management</strong> 4/2013 berichteten. Der neue Vorsitzende der Deutschen<br />

Gesellschaft für Hauswirtschaft, Prof. Dr. Gerd Naumann<br />

freute sich über die Synergieeffekte der beiden Veranstaltungen.<br />

Technik ist im Haushalt überall gegenwärtig.<br />

Sie wird sogar noch zunehmen.<br />

Das betrifft vor allem Technik,<br />

die bekannt ist unter „altersgerechte oder<br />

alltagsgerechte Assistenzsysteme“ und<br />

„Smart Home“. Aber auch Ökologie und<br />

Haushaltstechnik ist nach wie vor e<strong>in</strong> großes<br />

Thema. In e<strong>in</strong>igen Vorträgen erläuterten<br />

die Referenten, dass man schon sehr<br />

genau h<strong>in</strong>sehen müsse, um Aussagen über<br />

das Umweltverhalten e<strong>in</strong>es e<strong>in</strong>zelnen<br />

Haushaltes beurteilen zu können.<br />

Dass moderne Technik auch immer<br />

e<strong>in</strong>e ethische Dimension hat, erläuterte Dr.<br />

Karsten Weber, Prof. an der Universität<br />

Cottbus, <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Vortrag. Er h<strong>in</strong>terfragte<br />

das Altersbild kritisch. Glaubt man dem<br />

Bildmaterial und den Werbebroschüren, so<br />

s<strong>in</strong>d ältere Menschen durchweg fit, attraktiv,<br />

voller Lebenslust und gesund.<br />

„Doch das Alter sieht oft anders aus“, gab<br />

Weber zu bedenken. Denn zum Alter gehörten<br />

auch oft Krankheit und Hilfsbedürftigkeit.<br />

Er zeigte e<strong>in</strong> Foto von e<strong>in</strong>er älteren<br />

Dame, die ihre noch viel ältere Mutter<br />

pflegt. Mit den gängigen Werbebildern<br />

würde uns etwas als normal vorgegaukelt,<br />

was aber gar nicht der Normalfall sei.<br />

Vitaldaten bei Assistenzsystemen<br />

Kritisch sieht Weber auch den E<strong>in</strong>satz<br />

der altersgerechten Assistenzsysteme. Er<br />

stellte viele Fragen, die beim E<strong>in</strong>satz dieser<br />

Technik auftreten und mit denen man<br />

sich noch nicht ausreichend ause<strong>in</strong>andergesetzt<br />

hätte. Was passiert zum Beispiel<br />

mit den vielen privaten Daten, die diese<br />

Systeme sammeln? Weber spricht von e<strong>in</strong>em<br />

„E<strong>in</strong>griff <strong>in</strong> die Privat- und Intimsphäre<br />

durch technisch <strong>in</strong>duzierte Pflegemaßnahmen.“<br />

E<strong>in</strong> Beispiel: Was passiert, wenn<br />

sich die Vitaldaten e<strong>in</strong>es älteren Menschen,<br />

die regelmäßig zur Überwachung übertragen<br />

werden, durch Aufregung bei e<strong>in</strong>em<br />

Familienfest ändern? Der Pflegedienst <strong>in</strong>terpretiert<br />

das vielleicht als Notfall und<br />

platzt mitten <strong>in</strong> die Familienfeier. Möchte<br />

man das? Und was passiert, wenn der ältere<br />

Mensch Sex hat und deshalb die Vitaldaten<br />

von der Norm abweichen?<br />

Laut Weber können diese Überwachungssysteme<br />

zu Anpassung oder zu E<strong>in</strong>schränkung<br />

bei den älteren Menschen führen,<br />

da diese beim Pflegedienst nicht auffallen<br />

möchten. Die Assistenzsysteme sol-<br />

Fotos: Beatrix Flatt; dgh<br />

36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Report<br />

„Mischen Sie sich e<strong>in</strong>, damit diese Technik<br />

den Menschen nutzt und gleichzeitig<br />

die Privatheit berücksichtigt wird“, so<br />

Prof. Dr. Karsten Weber, Brandenburgische<br />

Technische Universität Cottbus-<br />

Senftenberg<br />

len den älteren Menschen die Teilhabe am<br />

sozialen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen.<br />

Setzt das die Menschen vielleicht<br />

unter Druck und führt zu Überforderung?<br />

Und wer kann diese altersgerechten<br />

Assistenzsysteme nutzen? Nur diejenigen,<br />

die sich die Assistenzsysteme leisten können?<br />

Prof. Weber sieht neben dem Datenschutzproblem<br />

auch e<strong>in</strong> Gerechtigkeitsproblem.<br />

Weber fragt auch, ob diese Systeme<br />

den Nutzern mehr Sicherheit bieten. Se<strong>in</strong><br />

Szenario: Pflegekräfte werden bei Rout<strong>in</strong>earbeiten<br />

technisch unterstützt. Die Folge<br />

s<strong>in</strong>d weniger Pflegekräfte, die für e<strong>in</strong><br />

größeres Gebiet zuständig s<strong>in</strong>d. Kommt es<br />

dann zu e<strong>in</strong>em wirklichen Notfall, dauert<br />

es eventuell länger, bis Hilfe kommt. Wie<br />

steht es mit der Kommunikation der hilfsbedürftigen<br />

Menschen, wenn sie von Geräten<br />

statt Menschen überwacht werden?<br />

Fragen über Fragen.<br />

„Diese Technik wird kommen“, ist Weber<br />

überzeugt. Es gehe auch nicht darum,<br />

sie zu verh<strong>in</strong>dern, aber er appellierte auf<br />

der dgh-Jahrestagung an die Fachleute:<br />

„Mischen Sie sich e<strong>in</strong>, damit diese Technik<br />

den Menschen nutzt und gleichzeitig die<br />

Privatheit berücksichtigt wird.“<br />

Welche Technik ist<br />

für den Menschen gut?<br />

Diskutiert wurde auf der Jahrestagung<br />

auch die Rolle der Haushaltswissenschaftler,<br />

Haushaltstechniker und Ökotrophologen<br />

bei der Entwicklung der Technik.<br />

Das betrifft sowohl herkömmliche Haushaltsgeräte<br />

mit immer neuen technischen<br />

Raff<strong>in</strong>essen als auch Unterstützungssysteme<br />

und Assistenzsysteme, die e<strong>in</strong> langes<br />

selbstständiges Leben ermöglichen<br />

sollen. Immer wieder wurde betont, dass<br />

Mart<strong>in</strong>a Schäfer erneut Vorsitzende der BAG-HW<br />

Mart<strong>in</strong>a Schäfer wurde am 8. März 2014 <strong>in</strong> ihrem<br />

Amt als Vorsitzende der Bundesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />

für Hauswirtschaft (BAG-HW)<br />

bestätigt. Zu ihrem 1. Stellvertreter wählten<br />

die Delegierten Daniel Fuchs vom Volkssolidarität<br />

Bundesverband e.V..<br />

Mart<strong>in</strong>a Schäfer (Foto) war vor zwei Jahren als<br />

neue Vorsitzende des Vorstandes der BAG-HW<br />

gewählt worden und erhielt das e<strong>in</strong>stimmige<br />

Vertrauen zur Wiederwahl. Frau Schäfer ist zudem<br />

aktiv im Bundesverband hauswirtschaftlicher<br />

Berufe MdH e.V.<br />

Auf fast fünfzehn Jahre erfolgreiche Arbeit<br />

kann die Bundesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft hauswirtschaftlicher<br />

Verbände (BAG-HW) <strong>in</strong>zwischen<br />

zurückschauen. Sie wurde 1999 auf<br />

Wunsch aller hauswirtschaftlicher Verbände<br />

und Organisationen auf Bundesebene gegründet<br />

und ist seit Januar 2000 als Beirat <strong>in</strong><br />

der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />

(dgh) beheimatet. Den entsprechenden Bundesm<strong>in</strong>isterien<br />

und anderen Institutionen steht<br />

seitdem e<strong>in</strong> Ansprechpartner mit se<strong>in</strong>em umfassenden Netzwerk zur Verfügung.<br />

Zurzeit s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> der BAG-HW 13 Bundesverbände und fünf Landesverbände mit über<br />

e<strong>in</strong>er Million Mitgliedern organisiert.<br />

sich Haushaltswissenschaftler <strong>in</strong> die Diskussion<br />

e<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen sollten.<br />

Wichtig sei es, von den Nutzern der jeweiligen<br />

Technik her zu denken. Entscheidend<br />

sei nicht, was an Technik möglich ist,<br />

sondern welche Technik für den Menschen<br />

gut ist. Es müsse immer gefragt werden:<br />

„Was braucht der e<strong>in</strong>zelne Mensch?“ Haushaltswissenschaftler<br />

könnten die Verbraucherbedarfe<br />

entwickeln und diese Ergebnisse<br />

an Techniker weitertragen. Gerade<br />

im H<strong>in</strong>blick auf neue Techniken und Assistenzsysteme<br />

wird e<strong>in</strong>e Untersuchung der<br />

ethischen, rechtlichen und sozialen Folgen<br />

gefordert. Das ist e<strong>in</strong> Querschnittsthema,<br />

das viele Professionen von Soziologen bis<br />

Elektrotechniker, aber auch Vertreter von<br />

Hauswirtschaft und Pflege diskutieren<br />

müssten.<br />

Wäschetrockner nicht<br />

per se unökologisch<br />

Auch das Thema Ökologie beschäftigt<br />

die Haushaltstechnik nach wie vor. Dass<br />

es hier ke<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>fachen Antworten gibt, verdeutlichte<br />

zum Beispiel Carl Otto Gensch<br />

vom Öko-Institut <strong>in</strong> Freiburg. Verteufelte<br />

man jahrzehntelang Wäschetrockner als<br />

Energiefresser, so zeigte er anhand verschiedener<br />

Untersuchungen, dass man das<br />

Thema sehr differenziert sehen müsse. Er<br />

stellte klar, dass auch das Wäschetrocknen<br />

auf der Le<strong>in</strong>e <strong>in</strong> beheizten Räumen nicht<br />

„gratis“ sei. Unter bestimmten Umständen<br />

ist es vielleicht <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> ökologischer auf<br />

der Wäschele<strong>in</strong>e zu trocknen, aber <strong>in</strong> Hamburg,<br />

wo die Luftfeuchtigkeit generell höher<br />

ist, ist vielleicht e<strong>in</strong> Wäschetrockner<br />

s<strong>in</strong>nvoller.<br />

Ausschlaggebend sei auf der e<strong>in</strong>en Seite,<br />

welche Technik man bei Wäschetrocknern<br />

benutzt (Ablufttrockner oder Wärmepumpentrockner),<br />

auf der anderen Seite<br />

müsse man die Bed<strong>in</strong>gungen der Le<strong>in</strong>entrocknung<br />

analysieren. Je nach Wohnsituation,<br />

Umgebungsklima sowie Heiz- und<br />

Lüftungsverhalten der Bewohner können<br />

die ökologischen Auswirkungen der Le<strong>in</strong>entrocknung<br />

während der Heizperiode<br />

ganz unterschiedlich ausfallen.<br />

Prof. Dr. Rolf Kreibich vom Institut für<br />

Zukunftsstudien und Technologiebewertung<br />

<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> forderte e<strong>in</strong>e nachhaltige<br />

Ökonomie. Se<strong>in</strong>e Vision: E<strong>in</strong> Wettbewerb<br />

im kapitalistischen S<strong>in</strong>ne um die besten<br />

Nachhaltigkeitsverfahren. „Wenn es uns<br />

gelungen ist, die Arbeitsproduktivität um<br />

e<strong>in</strong> Vielfaches zu steigern, warum sollte<br />

das nicht auch bei der Ressourceneffektivität<br />

gel<strong>in</strong>gen?“, so der Zukunftsforscher.<br />

Wegen des hohen Ressourcenverbrauchs<br />

im Bereich Haushaltstechnik hätten die Zukunftsgestalter<br />

hier e<strong>in</strong>e große Bedeutung.<br />

t Beatrix Flatt<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 37


Report<br />

Stallkamera, Streetfarm-<br />

Trucks und essbare Städte<br />

„Essen, das die Seele umarmt“ –<br />

das möchte Sternekoch Nelson<br />

Müller erreichen<br />

Essen, das die Seele umarmt<br />

Von der Betriebskant<strong>in</strong>e mit<br />

Produktion vom Band zum<br />

Live-Cook<strong>in</strong>g und Front-F<strong>in</strong>i -<br />

sh<strong>in</strong>g: E<strong>in</strong> Resümee der vergangenen<br />

40 Jahre Betriebsverpflegung<br />

sowie e<strong>in</strong>en Blick<br />

auf die zukünftigen Megatrends<br />

<strong>in</strong> Sachen Verpflegung<br />

wagte der 40. Deutsche Kongress<br />

für Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung,<br />

der anlässlich der<br />

Messe Internorga Mitte März<br />

<strong>in</strong> Hamburg stattfand.<br />

Wie sah die Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />

vor 40 Jahre aus? Satt und billig<br />

war die Devise, denn der Gast<br />

war Empfänger e<strong>in</strong>er freiwilligen sozialen<br />

Leistung, die fast umsonst war. Die Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />

war e<strong>in</strong> Zuschussgeschäft,<br />

lebte von Subventionen und die<br />

Produktion war zentral gesteuert. Was für<br />

e<strong>in</strong> Unterschied zu heute… „Es fand <strong>in</strong> den<br />

letzten Jahrzehnten e<strong>in</strong> regelrechter Para-<br />

Der Gang <strong>in</strong>s Betriebsrestaurant wird zum Gourmet-Erlebnis: Wenn die Mitarbeiter<br />

von Vodafone <strong>in</strong> Düsseldorf mittags zum Essen gehen, kocht dort für sie TV- und Sterne-Koch<br />

Nelson Müller. E<strong>in</strong>e Kooperation mit dem auf dem Vodafone-Campus zuständigen<br />

Caterer Aramark macht es möglich. So verantwortet Müller e<strong>in</strong>en der<br />

fünf Themenpavillons, die von Aramark eigens für Vodafone entwickelt wurden.<br />

„Das gastronomische Konzept mit e<strong>in</strong>em hohen Maß an Qualität und Frische und<br />

die Verbundenheit zu regionalen Zulieferern hat mich von Beg<strong>in</strong>n an überzeugt",<br />

sagt der TV-Koch. E<strong>in</strong> großer Teil der Lebensmittel wird ausschließlich aus der Region<br />

im Radius von 100 Kilometern um Düsseldorf bezogen und täglich frisch angeliefert.<br />

Nelson Müller stellte se<strong>in</strong>e <strong>in</strong>novative Kooperation mit Aramark auf dem GV-Kongress<br />

<strong>in</strong> Hamburg vor und kochte <strong>in</strong> der Mittagspause exklusiv für die Tagungsgäste.<br />

Der Koch, der <strong>in</strong> Essen das Restaurant „Schote“, ausgezeichnet mit e<strong>in</strong>em<br />

Michel<strong>in</strong>-Stern sowie e<strong>in</strong>e Kochschule betreibt, sagt von sich selbst: „Ich b<strong>in</strong> froh,<br />

dass ich Koch geworden b<strong>in</strong>.“ Ihn begeistern nach wie vor die Handwerklichkeit<br />

und das Arbeiten mit Naturprodukten.<br />

Er plant derzeit e<strong>in</strong> neues Projekt ebenfalls <strong>in</strong> Essen: das „Müllers“, e<strong>in</strong>e Art Brasserie<br />

mit Markthalle und offener Küche, denn: „Die Leute hungern danach, die Köche<br />

zu sehen.“ E<strong>in</strong> Koch arbeite heute nicht mehr versteckt, sondern direkt am Gast.<br />

„Das kreative Anrichten der Teller vor den Augen des Gastes ist e<strong>in</strong> Teil des Enterta<strong>in</strong>ments,<br />

das begeistert die Gäste und für die Köche ist es e<strong>in</strong>e Möglichkeit, sich<br />

auszudrücken“, erklärt Müller.<br />

Der Koch tritt nebenbei übrigens auch als Soulsänger mit se<strong>in</strong>er Band auf, ke<strong>in</strong><br />

Wunder also, dass er se<strong>in</strong>e Küche als Soulfood beschreibt, allerd<strong>in</strong>gs auf höchstem<br />

handwerklichem Niveau. Das Soul-Lebensgefühl <strong>in</strong> die Küche zu transportieren,<br />

ist das Ziel: „Es gibt eben Tage, da braucht man Essen, das die Seele umarmt.“<br />

t ah<br />

Fotos: A. Höß, HMC/Michael Zapf<br />

38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


Report<br />

„Die GV-Branche muss sich mit Gastro-<br />

Profis messen lassen, denn die Ansprüche<br />

der Gäste <strong>in</strong> Sachen gesunder Genuss<br />

und Nachhaltigkeit steigen ständig“,<br />

sagt Burkart Schmid<br />

digmenwechsel statt – weg von der Produktionsorientierung<br />

und h<strong>in</strong> zur Gastorientierung“,<br />

sagt Burkart Schmid, Chefredakteur<br />

der Zeitschrift gv-praxis, e<strong>in</strong>em der<br />

Veranstalter des GV-Kongresses.<br />

Der Produktionsplatz Großküche hat<br />

sich aufgelöst und der gesamte Küchenprozess<br />

zum Gast h<strong>in</strong> verlagert dank Front-<br />

Cook<strong>in</strong>g und Front-F<strong>in</strong>ish<strong>in</strong>g. Ebenso fand<br />

e<strong>in</strong>e große Veränderung auf dem Teller statt:<br />

frühere Sättigungsbeilagen wie Salat, Gemüse,<br />

Kartoffeln oder Pasta s<strong>in</strong>d heute die<br />

Hauptbestandteile der Mahlzeit.<br />

Die Subventionen s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> den letzten<br />

Jahrzehnten dramatisch gesunken, dafür<br />

müssen heute Deckungsbeiträge erwirtschaftet<br />

werden und morgen sollen es sogar<br />

Erlöse se<strong>in</strong>. Und: die GV-Branche muss<br />

sich mit Gastro-Profis messen lassen, denn<br />

die Ansprüche der Gäste <strong>in</strong> Sachen gesunder<br />

Genuss und Nachhaltigkeit steigen ständig.<br />

Auch <strong>in</strong> der GV-Branche s<strong>in</strong>d gute Mitarbeiter<br />

und gute Manager das wichtigste<br />

strategische Kapital. Mitarbeiter werden generell<br />

älter, weiblicher und bunter. Das Ziel<br />

muss laut Burkhart Schmid se<strong>in</strong>, Mitarbeiter<br />

mit Migrationsh<strong>in</strong>tergrund ganzheitlicher<br />

zu sehen und maximal zu fördern.<br />

„Aber wir haben gute Zukunftschancen,<br />

denn unsere Dienstleistung ist nicht austauschbar,<br />

sie kann weder <strong>in</strong>s Internet noch<br />

<strong>in</strong> Drittländer verschoben werden.“ Und: Essen<br />

und Tr<strong>in</strong>ken allgeme<strong>in</strong> ist e<strong>in</strong> großer<br />

Wachstumsmarkt, denn nichts ist den Menschen<br />

wichtiger als gesund alt zu werden …<br />

und das ist ohne Essen nicht möglich.<br />

Wissen, was du kaufst!<br />

Gesundheit ist e<strong>in</strong> Anspruch der Tischgäste<br />

von morgen an das Essen, e<strong>in</strong> weiteres<br />

wichtiges Stichwort heißt Transparenz.<br />

„In Zukunft werden wir alle nackt se<strong>in</strong>, das<br />

heißt, wir werden nichts mehr verbergen<br />

können“, br<strong>in</strong>gt es Andreas Ste<strong>in</strong>le, Geschäftsführer<br />

des Zukunfts<strong>in</strong>stituts, Frankfurt,<br />

auf den Punkt. In unserer vernetzten<br />

Welt erhalten wir immer mehr Infos, die aber<br />

auch bewertet und ausgewertet werden<br />

müssen. Nicht umsonst steht die App „barcoo“<br />

heute schon auf Platz neun der beliebtesten<br />

Downloads. Unter dem Motto<br />

„Wissen, was du kaufst“ bewertet die App-<br />

Produkte. Per Barcode-Scanner erhält man<br />

vielfältige Informationen wie Preisvergleiche,<br />

Testberichte oder Gesundheits<strong>in</strong>fos.<br />

Noch e<strong>in</strong>en Schritt weiter geht das Gerät<br />

„Tellspec“, an dem e<strong>in</strong> kanadisches Technikunternehmen<br />

derzeit bastelt. Der Food-<br />

Scanner soll mittels Spektroskopie-Technik<br />

herausf<strong>in</strong>den können, welche Inhaltsstoffe<br />

(wie zum Beispiel Zucker, Gluten, Eier) <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

Mahlzeit stecken. Dafür „scannt“ man<br />

se<strong>in</strong> Essen mit e<strong>in</strong>em Scanner-Modul, welches<br />

die Daten an e<strong>in</strong>en Cloud-Server weiterleitet.<br />

Die dort analysierten Informationen<br />

werden anschließend an e<strong>in</strong>e eigens<br />

entwickelte Smartphone-App gesendet.<br />

Der Sauenstall im Netz<br />

„Wir werden es <strong>in</strong> Zukunft mit e<strong>in</strong>er Generation<br />

zu tun haben, der man nichts mehr<br />

vormachen kann. Daher ist e<strong>in</strong>e andere Art<br />

der Kommunikation nötig, nämlich e<strong>in</strong> authentischer<br />

Dialog, der Vertrauen herstellt“,<br />

sagt Andreas Ste<strong>in</strong>le. Beispiele dafür gibt<br />

es heute schon. So hat der Landwirt Werner<br />

Schwarz <strong>in</strong> Schleswig-Holste<strong>in</strong> beispielsweise<br />

e<strong>in</strong>e Stall-Kameras <strong>in</strong>stalliert,<br />

alle 20 Sekunden stellt die Webcam live e<strong>in</strong><br />

neues Bild vom Sauenleben im Abferkelstall<br />

<strong>in</strong>s Internet. In kurzen Videos über die Sauenhaltung<br />

erklärt der Landwirt viele weitere<br />

Abläufe se<strong>in</strong>er Arbeit. So können sich die<br />

Menschen selbst e<strong>in</strong> Bild machen und h<strong>in</strong>ter<br />

die Kulissen blicken.<br />

„Das, was bisher im H<strong>in</strong>tergrund geschah,<br />

rückt jetzt auf die Bühne“, erklärt Zukunftsforscher<br />

Ste<strong>in</strong>le. E<strong>in</strong> weiteres Beispiel<br />

dazu: auf der Webseite me<strong>in</strong>ekle<strong>in</strong>efarm.org<br />

wird <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Art Tagebuch das Leben und<br />

Sterben von Biofreilandschwe<strong>in</strong>en bis h<strong>in</strong><br />

„Das, was bisher <strong>in</strong> der Küche im H<strong>in</strong>tergrund<br />

geschah, rückt jetzt auf die Bühne“,<br />

erklärt Zukunftsforscher Andreas<br />

Ste<strong>in</strong>le<br />

zum fertigen Produkt gezeigt. Man sucht<br />

sich e<strong>in</strong> Tier im Schwe<strong>in</strong>e-Shop aus und bestellt<br />

das Fleisch e<strong>in</strong>es Tieres, dessen Leben<br />

man onl<strong>in</strong>e verfolgen konnte, als fertiges<br />

Produkt wie Wurst im Glas oder Räuchersch<strong>in</strong>ken.<br />

Geschlachtet wird lokal und auf<br />

jedem Produkt klebt e<strong>in</strong> Etikett mit dem Foto<br />

des Tieres, das dr<strong>in</strong>steckt.<br />

Lebensmittelproduktion hautnah<br />

Wortwörtlich „zurück zu den Wurzeln“<br />

heißt e<strong>in</strong> weiterer Trend. Damit geme<strong>in</strong>t ist,<br />

dass es mega-<strong>in</strong> se<strong>in</strong> wird, nicht nur geme<strong>in</strong>sam<br />

zu kochen und zu essen, sondern<br />

die Lebensmittel auch selber anzubauen<br />

und zu ernten. E<strong>in</strong> Beispiel dafür ist die „Essbare<br />

Stadt Andernach“. „Pflücken erlaubt“<br />

statt „Betreten verboten“ heißt es hier. Ob<br />

Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Die Stadtverwaltung<br />

lässt überall Gemüse, Obst und<br />

Kräuter anbauen – und jeder darf sich bedienen.<br />

Die öffentlichen Nutzpflanzen sollen<br />

zeigen, wie man sich gesund ernährt und<br />

sollen auch die Wertschätzung für regionale<br />

Lebensmittel steigern. Ob jäten oder ernten:<br />

die lokale Lebensmittelproduktion wird<br />

damit zur Freizeitaktivität für die Bürger.<br />

Dazu passt e<strong>in</strong> Projekt der amerikanischen<br />

Supermarktkette Whole Foods Market.<br />

In Brooklyn entsteht derzeit e<strong>in</strong> neuer<br />

Markt mit e<strong>in</strong>er Rooftop-Farm, also e<strong>in</strong>em<br />

Obst- und Gemüseanbau direkt auf dem<br />

Dach des Supermarktes. Kurze Wege zum<br />

Verbraucher s<strong>in</strong>d garantiert… E<strong>in</strong> ähnliches<br />

Pr<strong>in</strong>zip verfolgt der Streetfarm-Truck, den<br />

es <strong>in</strong> den USA schon als Prototyp gibt. Hier<br />

wird auf dem Dach e<strong>in</strong>es Trucks Obst und<br />

Gemüse angebaut, unten wird mit den Produkten<br />

gekocht und die Speisen werden direkt<br />

aus dem Truck heraus verkauft. Das geme<strong>in</strong>same<br />

Ernten ist <strong>in</strong> Japan sogar bereits<br />

Teil der Unternehmenskultur: e<strong>in</strong> Unternehmen<br />

<strong>in</strong> Tokio nutzt beispielsweise 20<br />

Prozent der Firmenfläche als Anbaufläche<br />

für Reis, Gemüse etc.<br />

Was heißt das nun für die Betriebsverpflegung?<br />

„Das geme<strong>in</strong>same Essen der Mitarbeiter<br />

ist zentraler Faktor im Innovations<strong>management</strong><br />

e<strong>in</strong>es Unternehmens, noch<br />

besser ist geme<strong>in</strong>sames kochen und geme<strong>in</strong>sames<br />

ernten“, sagt Andreas Ste<strong>in</strong>le.<br />

In Deutschland essen heute laut Umfragen<br />

rund 28 Prozent alle<strong>in</strong> an ihrem Arbeitsplatz<br />

– das ist eigentlich geschäftsschädigend.<br />

Denn: Unternehmen, <strong>in</strong> denen Socializ<strong>in</strong>g<br />

(berufliche Kontaktpflege im Rahmen<br />

von geselligen Treffen, Veranstaltungen) e<strong>in</strong><br />

aktiver Bestandteil der Kultur ist, haben e<strong>in</strong>e<br />

um 185 Prozent höhere Produktivität (Quelle:<br />

Gensler Workplace Report). Wichtigste<br />

Aufgabe e<strong>in</strong>es Betriebes ist es laut Ste<strong>in</strong>le<br />

daher, Kommunikation herzustellen, damit<br />

Mitarbeiter <strong>in</strong>novativer und kreativer arbeiten<br />

können.<br />

t Alexandra Höß<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 39


Management<br />

Wie man Talente gew<strong>in</strong>nt<br />

Der Erfolg dieser Branche macht fast e<strong>in</strong> wenig fassungslos:<br />

2.000 Teilnehmer hatte das diesjährige Foodservice-Forum Mitte<br />

März 2014 <strong>in</strong> Hamburg. Vom Azubi bis zum Aufsichtsrat war<br />

alles vertreten, was diese boomende Branche ausmacht. Themen<br />

waren die Trends im Außer-Haus-Konsum sowie neue Ideen<br />

für die Mitarbeitergew<strong>in</strong>nung.<br />

Gretel Weiß ist Herausgeber<strong>in</strong> der gastronomischen<br />

Wirtschaftsfachzeitschriften des<br />

Deutschen Fachverlages und traditionell<br />

Start-Referent<strong>in</strong> des Foodservice-Forums<br />

Beispiel für e<strong>in</strong>e Anzeigenkampagne der Züricher Verkehrsbetriebe mit der Quere<strong>in</strong>steiger<strong>in</strong>nen<br />

aus der Gastronomie angeworben werden sollen<br />

Was versteckt sich h<strong>in</strong>ter dem Begriff<br />

Foodservice? Alles, was mit<br />

Systemgastronomie, Quick-Service,<br />

Home-Delivery, Verkehrsgastronomie,<br />

Event-Cater<strong>in</strong>g oder auch Handels- und<br />

Freizeitgastronomie zu tun hat. Ob Burger<br />

K<strong>in</strong>g, Call a Pizza, Nordsee, Tank & Rast,<br />

Gosch, Vapiano oder BackWerk: vom anhaltenden<br />

Trend zum Außer-Haus-Konsum<br />

<strong>in</strong> Deutschland, der im letzten Jahr 68,1 Milliarden<br />

Euro (= 831 Euro pro Kopf) betrug,<br />

profitieren alle.<br />

„In der Branche herrscht e<strong>in</strong> angstfreier<br />

Optimismus, besonders <strong>in</strong> den Bereichen<br />

Take away, Home Delivery und Freizeitgastronomie“,<br />

sagt Gretel Weiß, traditionell<br />

Start-Referent<strong>in</strong> des Foodservice-Forums<br />

und Herausgeber<strong>in</strong> der gastronomischen<br />

Wirtschaftsfachzeitschriften des Deutschen<br />

Fachverlages. Trendprodukte 2013 waren<br />

alles, was den Namen Pizza trägt, Bäckerei-Snacks,<br />

Gourmet-Burger sowie der Filterkaffee,<br />

der e<strong>in</strong> Revival feiert.<br />

E<strong>in</strong> weiterer Trend ist, dass der E<strong>in</strong>zelhandel<br />

die Gastronomie entdeckt hat. Der<br />

Supermarkt wird zum sozialen Treffpunkt<br />

und nutzt se<strong>in</strong>e Kernkompetenz für Lebensmittel.<br />

Bequeme Food-Lösungen für<br />

zeitgestresste Großstadtmenschen s<strong>in</strong>d gefragt.<br />

E<strong>in</strong> Beispiel dafür ist das neue Bistrokonzept<br />

„Made by Rewe“, e<strong>in</strong> <strong>in</strong>tegrativer<br />

Bestandteil der Rewe-Supermärkte<br />

mit Counterservice und offener Küche, das<br />

sowohl Sofortverzehr als auch Essen to go<br />

bietet. Auf der Speisekarte: Backsnacks,<br />

Pizza, Curries, Suppen und Salate.<br />

Kennen Sie eigentlich den derzeitigen<br />

Mega-Trend für öffentliche Räume? Der<br />

heißt laut Gretel Weiß „Wohnlichkeit“. Restaurants<br />

und Cafés werden zum zweiten<br />

Zuhause, soziale Nähe und Wärme s<strong>in</strong>d<br />

wichtig. Natur pur, ehrliche Materialien wie<br />

Holz sowie e<strong>in</strong> stimmungsvolles Licht sollen<br />

für e<strong>in</strong> entspanntes Wohlfühlen sorgen.<br />

Die offene Küche schafft Vertrauen und<br />

ganz wichtig ist der Außenbereich, denn:<br />

der Garten ist das Zimmer der Zukunft.<br />

E<strong>in</strong> Beispiel für „Frechmut“ bei der Personalwerbung (Anzeigenkampagne der Züricher<br />

Verkehrsbetriebe)<br />

Foto: HMC/Nico Maack<br />

40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014


hw<br />

rationelle hauswirtschaft<br />

professionelle<br />

<strong>management</strong><br />

Impressum<br />

Fachmagaz<strong>in</strong> für die<br />

Hauswirtschaft<br />

Herausgeber<strong>in</strong>: Beatrix Bierschenck<br />

Redaktionsdirektor<strong>in</strong>: Dr. Angelika Schaller<br />

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonl<strong>in</strong>e.de,<br />

E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonl<strong>in</strong>e.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Redaktionsbeirat:<br />

Ursula Bolhuis, Mart<strong>in</strong>a Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate Kappel,<br />

M. Christ<strong>in</strong>e Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser,<br />

Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka,<br />

Prof. Dr. Margot Ste<strong>in</strong>el, Ute Krützmann<br />

Layout: Joachim Ullmer<br />

Verlags-, Anzeigen- und Vertriebsleitung:<br />

Elke Zimmermann, E-Mail: elke.zimmermann@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />

Anzeigenverkauf:<br />

Andreas Ruff, E-Mail: andreas.ruff@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-77<br />

Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 34 a vom 1. Oktober 2013<br />

Market<strong>in</strong>gleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />

ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE:<br />

Leserservice Verlag Neuer Merkur, 65341 Eltville<br />

Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30, Fax: (0 61 23) 9 23 82 44,<br />

E-Mail: verlagneuermerkur@vuservice.de<br />

Servicezeiten: Montag bis Freitag 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> ersche<strong>in</strong>t monatlich.<br />

Jahresabonnement 96,00 Euro/192,00 SFr.<br />

Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen E<strong>in</strong>sendung<br />

e<strong>in</strong>er entsprechenden Besche<strong>in</strong>igung 48,00 Euro/96,00 SFr.<br />

E<strong>in</strong>zelheft 11,50 Euro/23,00 SFr.<br />

Die Euro-Preise be<strong>in</strong>halten die Versandkosten für Deutschland und Österreich,<br />

die SFr-Preise die Versandkosten für die Schweiz. Bei Versand <strong>in</strong>s übrige Ausland<br />

werden die Porto-Mehrkosten berechnet.<br />

Die Abo dauer beträgt e<strong>in</strong> Jahr. Das Abo verlängert sich automatisch um e<strong>in</strong> weiteres<br />

Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.<br />

Rabatte für Sammelabonnements auf Anfrage.<br />

SCHULEN, KLASSEN, LEHRER:<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />

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BUCHBESTELLSERVICE:<br />

Verlag Neuer Merkur, Kundenservice, 74569 Blaufelden<br />

Tel.: (0 79 53) 7 18 90 08, Fax: (0 79 53) 88 31 60,<br />

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Internet-Service: Markus Duffhaus, E-Mail: markus.duffhaus@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH<br />

Postfach 60 06 62, D-81206 München, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München,<br />

Tel.: (0 89) 318905-0, Fax: (0 89) 318905-53<br />

(Zugleich Anschrift aller Verantwort lichen)<br />

Druck: BOSCH-DRUCK GmbH, Festplatzstr. 6, 84030 Ergold<strong>in</strong>g<br />

ISSN 1866-4504<br />

Geschäftsführer: Burkhard P. Bierschenck, Dr. Angelika Schaller<br />

Für unverlangt e<strong>in</strong>gesandte Manuskripte und Bilder wird ke<strong>in</strong>e Haftung übernommen.<br />

Die Zeitschrift und alle <strong>in</strong> ihr enthaltenen e<strong>in</strong>zelnen Beiträge und Abbildungen s<strong>in</strong>d<br />

urheberrechtlich geschützt. Mit Annahme des Manuskriptes gehen das Recht der Veröffentlichung<br />

sowie die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten, zur<br />

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Rechner, zur Wiedergabe am Bildschirm sowie zur Bereithaltung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er eigenen<br />

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Verlagskonto für Abonnementgebühren:<br />

HypoVere<strong>in</strong>sbank München: IBAN DE79 7002 0270 0002 7387 75, BIC HYVEDEMMXXX<br />

Gerichtsstand: München<br />

Jetzt bewerben sich die Chefs<br />

Management<br />

Neben allen Erfolgsmeldungen hat die Foodservice-Branche aber<br />

auch Sorgen und die kommen uns bekannt vor: die Mitarbeiterbeschaffung<br />

ist e<strong>in</strong> großes Problem.<br />

Wie man Mitarbeiter auf neuen Wegen f<strong>in</strong>den kann, zeigt das Beispiel<br />

der Verkehrsbetriebe Zürich. „Mit frechmutiger Personalwerbung<br />

punkten“ lautet der Ansatz, den Jörg Buckmann, Leiter Personal<strong>management</strong><br />

bei den Verkehrsbetrieben, vorstellte. „Mit den heutigen<br />

Methoden der Personalsuche lässt sich ke<strong>in</strong> Blumentopf mehr<br />

gew<strong>in</strong>nen, Talente schon gar nicht“, ist sich Buckmann sicher. Der<br />

Bewerber werde heute immer noch als Bittsteller gesehen, doch das<br />

sei e<strong>in</strong> veraltetes Denkkonstrukt. Denn <strong>in</strong> Zeiten von Fachkräftemangel<br />

müssten sich nicht die Bewerber, sondern die Chefs bewerben.<br />

Die revolutionäre Lösung bei den Züricher Verkehrsbetrieben sieht<br />

so aus, dass die Chefs sich <strong>in</strong> Jobvideos höchstpersönlich bei den<br />

Stellensuchenden bewerben. Sie stehen für das Produkt „Stelle“ e<strong>in</strong><br />

und geben den Verkehrsbetrieben e<strong>in</strong> Gesicht. Chefs und Chef<strong>in</strong>nen<br />

legen Inhalte, Statements und Drehorte selber fest, auf diese Weise<br />

wirken sie authentisch. Das gilt übrigens für alle ausgeschriebenen<br />

Stellen – rund 100 Jobvideos wurden schon gedreht (siehe auch:<br />

www.vbz.ch/jobs).<br />

Charmante Direktheit und Humor<br />

E<strong>in</strong> weiterer Ansatz der Verkehrsbetriebe ist das zielgruppenspezifische<br />

Recruit<strong>in</strong>g, <strong>in</strong> diesem Fall ist es speziell auf Frauen ausgerichtet.<br />

„Wer e<strong>in</strong>e Frau beruflich anwerben will, muss sie e<strong>in</strong>fach<br />

ansprechen: e<strong>in</strong>e charmante Direktheit und auch e<strong>in</strong> bisschen Humor<br />

wirken oft Wunder“, sagt Jörg Buckmann.<br />

Gezielt werden auch Quere<strong>in</strong>steiger<strong>in</strong>nen gesucht: „Potenzielle<br />

Trampilot<strong>in</strong>nen arbeiten heute oft noch <strong>in</strong> Dienstleistungsbranchen<br />

wie der Gastronomie, die gilt es anzusprechen.“ Mit großangelegten<br />

Kampagnen wurde genau dies umgesetzt: „Liebe Kellner<strong>in</strong>nen, auch<br />

bei uns legen Sie lange Strecken zurück – aber im Sitzen“ oder „Wie<br />

wäre es mit e<strong>in</strong>em Job, bei dem Sie nicht auf Tr<strong>in</strong>kgeld angewiesen<br />

s<strong>in</strong>d“. Die Werbung hatte Erfolg: die Bewerbungen und auch die E<strong>in</strong>stellungen<br />

von Frauen bei den Verkehrsbetrieben haben sich seit E<strong>in</strong>führung<br />

der Kampagne um fast 50 Prozent erhöht.<br />

Generell empfiehlt Jörg Buckmann mehr „Frechmut“ bei der Personalsuche.<br />

E<strong>in</strong>e Wortschöpfung von ihm, zusammengesetzt aus den<br />

Attributen „frech und mutig se<strong>in</strong>“, die für ihn zwei essentielle Bauste<strong>in</strong>e<br />

der Personalwerbung s<strong>in</strong>d. Oft werde im Bereich Personal Seriosität<br />

mit Langeweile verwechselt. „Langweilige Personalwerbung<br />

zieht eben auch langweilige Menschen an. Wer Personalwerbung mit<br />

dem Charme e<strong>in</strong>e Sowjet-Kolchose macht, braucht sich nicht zu wundern,<br />

wenn er nicht wahrgenommen wird.“ t Alexandra Höß<br />

<strong>Vorschau</strong> auf die Juni-Ausgabe 2014<br />

50 Jahre <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>!<br />

Seit 1964 gibt es die <strong>rhw</strong> (<strong>management</strong>) bereits – wir nehmen Sie<br />

mit auf e<strong>in</strong>e verblüffende Zeitreise mit Statistiken, Anzeigen und<br />

Fotos zum Schmunzeln. Lassen Sie sich überraschen.<br />

Redaktionsschluss: 5. Mai 2014<br />

Anzeigenschluss: 7. Mai 2014<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5 · 2014 41


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Referenzen erwünscht.<br />

mail@b-hennig.de, mobil: 01 72/6 92 41 03, Fax: 0 69/ 15 30 06 18<br />

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Unser Caritas-Altenzentrum St. Heribert <strong>in</strong> Köln-Deutz mit 108 Bewohner<strong>in</strong>nen und Bewohnern steht<br />

für e<strong>in</strong>e moderne Konzeption, für aufmerksame Pflege und Begleitung von Senior<strong>in</strong>nen und Senioren<br />

sowie für den respektierenden Umgang mit psychisch veränderten alten Menschen. Diese E<strong>in</strong>richtung<br />

ist e<strong>in</strong>e von rund 80 E<strong>in</strong>richtungen und Diensten des Caritasverband für die Stadt Köln e.V.<br />

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Fachdienstleitung Hauswirtschaft und Verwaltung<br />

mit 32,5 – 39 Wochenstunden <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er 5-Tage-Woche<br />

Ihre Hauptaufgaben:<br />

m Teil des E<strong>in</strong>richtungsleitungsteams mit Verantwortung für die Bereiche Verwaltung, Hauswirtschaft/<br />

Küche, Rezeption und Haustechnik sowie für die Gestaltung des Hauses und se<strong>in</strong>er Außenanlagen<br />

m Sicherstellen der Auslastung der E<strong>in</strong>richtung durch die ihr zugeordnete Funktion der E<strong>in</strong>zugsberater<strong>in</strong>nen<br />

und -berater<br />

m Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit und sozialräumliche Vernetzung der E<strong>in</strong>richtung<br />

m Mitverantwortung für die wirtschaftliche Betriebsführung und Erreichung der wirtschaftlichen Zielvere<strong>in</strong>barungen<br />

Unser Angebot<br />

m gezielte E<strong>in</strong>arbeitung und aktive Beteiligung an Qualitätsmaßnahmen<br />

m Möglichkeiten zur beruflichen Fort- und Weiterbildung<br />

m Vergütung nach AVR mit Sozialleistungen wie kirchliche Zusatzversorgung und Jobticket, tariflich vere<strong>in</strong>barte<br />

Sonderleistungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)<br />

Die vollständige Stellenausschreibung, auch mit Angaben zu Ihrem fachlichen und persönlichen<br />

Profil, f<strong>in</strong>den Sie unter: www.caritas-koeln.de .<br />

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung. Für Auskünfte<br />

steht Ihnen Kirsten Rex (Tel. 02 21-9 55 70-3 28) zur Verfügung. Bitte schicken Sie Ihre Unterlagen per<br />

E-Mail oder per Post bis zum 26. 05. 2014 an:<br />

Caritasverband für die Stadt Köln e.V. – Personalentwicklung<br />

Bartholomäus-Sch<strong>in</strong>k-Straße 6, 50825 Köln<br />

E-Mail: personal@caritas-koeln.de<br />

Fortbildung<br />

Messe Pflege & Reha<br />

Alle 30 M<strong>in</strong>uten Vorträge<br />

zur Hauswirtschaft<br />

Vom 6. bis 8. Mai 2014 trifft sich die Pflegebranche und Hauswirtschaft<br />

auf der Pflege & Reha <strong>in</strong> Stuttgart. Die Landesarbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />

Hauswirtschaft Baden-Württemberg e.V. (LAG)<br />

gestaltet am 7. Mai 2014 von 14 bis 17 Uhr im Rahmen der Messe e<strong>in</strong>en<br />

Nachmittag mit aktuellen Themen aus der Hauswirtschaft. Das<br />

Programm im „Kohlhammer-Forum“ be<strong>in</strong>haltet folgende Vorträge:<br />

u 14.00 Uhr<br />

Aus- und Weiterbildung <strong>in</strong> der Hauswirtschaft (Kar<strong>in</strong> Beut<strong>in</strong>g-Lampe,<br />

kompass)<br />

u 14.30 Uhr<br />

Schulung von Menschen mit Beh<strong>in</strong>derung (Sab<strong>in</strong>e Ebert, Johannes-Diakonie<br />

Mosbach)<br />

u 15.00 Uhr<br />

Allergen<strong>in</strong>formationspflicht (Robert Baumann, <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>)<br />

u 15.30 Uhr<br />

Risiko<strong>management</strong> mit Augenmaß (Erika Miklos, Alegria)<br />

u 16.00 Uhr<br />

Fairer Handel – nachhaltige Chancen für die Hauswirtschaft (Petra<br />

Münchmeyer, GEPA)<br />

u 16.30 Uhr<br />

Den Überfluss verteilen (Lennart Schütz, Foodshar<strong>in</strong>g)<br />

Der Stand des Berufsverbandes Hauswirtschaft wird sich <strong>in</strong> Halle<br />

4, Standnummer A 26 bef<strong>in</strong>den. Die Vertreter der Zeitschrift <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

f<strong>in</strong>den Sie <strong>in</strong> Halle 4 Stand F 15.<br />

t<br />

Re<strong>in</strong>igung hoch 4<br />

Neues Programm 2014<br />

Mit e<strong>in</strong>em rundum neuen Programm startete die <strong>rhw</strong>-Workshop-<br />

Reihe „Re<strong>in</strong>igung hoch vier“ 2014 <strong>in</strong> die nächste Runde. Nach dem<br />

ersten Term<strong>in</strong> <strong>in</strong> Reutl<strong>in</strong>gen (Foto) f<strong>in</strong>det die nächste Veranstaltung<br />

am 1. Juli 2014 <strong>in</strong> Syke bei Bremen statt. Weitere Term<strong>in</strong>e s<strong>in</strong>d für den<br />

14. Oktober 2014 und 2. Dezember 2014 <strong>in</strong> Schleswig-Holste<strong>in</strong> und<br />

Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen geplant. Informationen unter www.vnm-akademie.de.<br />

Im vergangenen Jahr besuchten über 150 Teilnehmer aus drei<br />

Ländern das beliebte Update zur Gebäudere<strong>in</strong>igung.<br />

t<br />

k mpass <br />

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Fernlehrgänge<br />

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Deutsche Zertifizierung<br />

DIN ISO 29990:2010<br />

QUALITÄTSGEPRÜFTER<br />

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www.kompass-wesel.de<br />

www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />

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