Basiswissen Textile Sicherheit für Kinder - Oeko-Tex

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Basiswissen Textile Sicherheit für Kinder - Oeko-Tex

FACHHANDEL | TEIL 1

Know-How für den Verkaufsprofi

Textile Sicherheit für Kinder

UV-Schutz

Sichere Verschlüsse

Schadstoffprüfung

P fl e g b a r k e i t

Entflammbarkeit

Qualitäts-Labels

Trage- und Schlafkomfort

Warnwirkung

Wind- und Wasserdichtheit

Anmeldung bis zum 15.05.2012 unter www.oeko-tex.com/salespro


KNOW-HOW FÜR DEN VERKAUFSPROFI

Immer hautnah dabei –

Textile Sicherheit für Kinder

Interview mit Prof. Dr. Dirk Höfer von den Hohenstein Instituten in

Bönnigheim, Humanbiologe, Textilexperte und zweifacher Familienvater.

Prof. Dr. Dirk Höfer im Gespräch

Welche Rolle spielen Textilien

im Leben eines Kindes?

Prof. Dr. Höfer: Kinder sind täglich nahezu

24 Stunden von Textilien umgeben. Bei

Kleidung und Ausstattungsgegenständen

steht dabei natürlich der Schutz vor

äußeren Einflüssen wie der Witterung

im Vordergrund. Dabei vermitteln textile

Materialien vom ersten Lebenstag an

aber auch immer ein Gefühl der Geborgenheit.

Das gilt auch für die ersten Spielzeuge,

die in der Regel ebenfalls aus Textilien

bestehen. Textilien sind weich und

anschmiegsam, erfüllen die verschiedensten

Funktionen und sind durch ihre

Farben und Muster nicht zuletzt identitätsstiftend.

Textilen für Kinder müssen

sicher sein – welche Aspekte

sehen Sie dabei?

Prof. Dr. Höfer: Zum einen ist da die passive

Sicherheit, d. h. von den Textilien

dürfen für Kinder keine Gefahren durch

Schadstoffe, Kordeln, leichte Entflammbarkeit

usw. ausgehen. Auf der anderen

Seite dienen Textilien aber auch der

aktiven Sicherheit im Leben eines Kindes,

z. B. indem sie vor intensiver

Sonnenstrahlung oder durch Warnfarben

vor Gefahren im Straßenverkehr

schützen. Antimikrobiell ausgerüstete

Textilien können Kindern mit Neurodermitis

Erleichterung bringen und gehen

damit noch über die Gefahrenabwehr

hinaus in die therapeutische Richtung.

Woran lassen sich sichere

Textilien erkennen?

Prof. Dr. Höfer: Einige Aspekte wie das Vorhandensein

gefährlicher Kordeln oder die

Platzierung von Reflektoren lassen sich

über den Augenschein vom Fachhändler

beurteilen. Viele Gefahren, wie zum Beispiel

durch Schadstoffe oder echte Entflammbarkeit,

lassen sich dagegen nur

von Fachleuten – und das teilweise ebenfalls

nur mit aufwendigen Laboruntersuchungen

ausschließen. Das gilt übrigens

auch für viele weitere Qualitätskriterien

wie z. B. den Trage- oder Schlafkomfort

sowie sicherheitsrelevante Zusatzfunktionen

wie den UV-Schutzfaktor von Textilien

oder antimikrobielle Ausrüstungen.

Produktlabels können hier eine wertvolle

Orientierungshilfe für den Handel und

die Verbraucher sein.

Welche Voraussetzungen sollten

Produktlabel erfüllen, um dieser

Aufgabe gerecht zu werden?

Prof. Dr. Höfer: Wichtig ist, dass die entsprechenden

Zertifizierungen durch

unabhängige Prüfinstitute auf Basis

international einheitlicher Testmethoden

erfolgen. Nur dann sind die Ergebnisse

miteinander vergleichbar.

Als kleine Hilfestellung habe ich zusammen

mit meinen Kollegen eine Checkliste

für das Verkaufspersonal im Fachhandel

erarbeitet. Diese kann man unter

www.oeko-tex.com/salespro – im Teil 2

des Basiswissens „Textile Sicherheit für

Kinder“ – ab Oktober herunterladen.

© axelhess.com


Schadstoffgeprüftes

für zarte Kinderhaut

Empfindliche Kinderhaut

Erst mit Ende der Pubertät verfügt

die menschliche Haut über alle körpereigenen

Schutzmechanismen.

Unabhängige Schadstoffprüfungen

sind deshalb bei Textilien, die mit zarter

Kinderhaut in Kontakt kommen,

besonders wichtig. Sicherheit beim

Textilkauf bietet der OEKO-TEX®

Standard 100 mit dem Label „Textiles

Vertrauen – Geprüft auf Schadstoffe“

bereits seit 1992 bei Millionen

von Produkten.

Lederhaut Oberhaut

Schweißdrüsengang

Hornhaut

Pigmentbildende Zellen

Hautzellen

Langerhanszellen

Kapillaren

Merkelzellen

Venen

und

Arterien

Sichere Textilien

Abhängig vom jeweiligen Verwendungszweck

werden die Textilien in

vier Produktklassen eingeteilt. Dabei

gilt: Je intensiver der Hautkontakt,

desto höher die Anforderungen.

Besonders hohe Anforderungen werden

an Textilien für Babys und Kleinkinder

bis zum Alter von drei Jahren

gestellt. Dabei wird vor allem darauf

Wert gelegt, dass auch keine schädlichen

Substanzen durch Speichel oder

Körperschweiß herausgelöst werden

können.

Geprüfte Qualität

Zu den mehr als 100 Prüfparametern,

die von unabhängigen Prüfinstituten

untersucht werden, gehört u. a.

der Ausschluss verbotener Azo-Farbmittel,

krebserregender und allergisierender

Farbstoffe, Pestizide und

Belastungen mit Schwermetallen (

z. B. Nickel). Weichmacher (Phthalate)

und Formaldehyd dürfen einen strengen

Grenzwert nicht überschreiten.

Daneben müssen die Textilien farbecht

sein und einen hautfreundlichen

pH-Wert aufweisen.

Hilfe bei Produktauswahl

Das Label „Textiles Vertrauen“ hat sich

u. a. auch deshalb als zuverlässige Entscheidungshilfe

beim Kauf etabliert,

weil ein Produkt nur dann damit ausgezeichnet

werden darf, wenn sämtliche

Bestandteile ausnahmslos den

jeweiligen Anforderungen des Kriterienkataloges

entsprechen. Eine Kinderhose

wird beispielsweise nur dann

zertifiziert, wenn neben dem Stoff

auch die Knöpfe, Reißverschlüsse,

verwendeten Nähgarne usw. erfolgreich

überprüft wurden. Das Label

Textiles Vertrauen“ steht somit für

umfassende Sicherheit beim Kauf

von Textilprodukten aller Art – und

das unabhängig vom Produktionsstandort

der Textilien.


WWW.OEKO-TEX.COM/PRODUKTE

WWW.OEKO-TEX.COM/MARKEN

Funktion ohne Reue

Um vielfältige Funktionen bieten zu

können, kommen bei modernen Kleidungsstücken

verschiedenste Materialien

und Textilausrüstungen wie Färbungen,

Drucke oder Beschichtungen

zum Einsatz. Beim OEKO-TEX Standard

100 werden daher sämtliche Bestandteile,

Materialien und Ausrüstungen

auf mehr als 100 Parameter des Kriterienkatalogs

überprüft.

Beispiele für OEKO-TEX® Prüfkriterien

finden Sie rechts in der

F o t o g r a fi k .

Beflockung

Material: Viskose

Mögliche Belastung mit

extrahierbaren Schwermetallen,

verbotenen Azo-Farbstoffen

Fußball-Trikot

bedruckt und beflockt

Material: Polyester

Mögliche Belastung mit

Phthalaten (aus Plastisol-

Drucken), zinnorganischen

Verbindungen

Fußball-Hose

Material: Polyester

Mögliche Belastung mit

allergieauslösenden

Dispersionsfarbstoffen

Stutzen

Material: Polyester & Elastan

Mögliche Belastung mit

Polyzyklischen aromatischen

Kohlenwasserstoffen (PAK)


WWW.OEKO-TEX.COM/PRODUKTE

WWW.OEKO-TEX.COM/MARKEN

© Joujou_pixelio.de

Finger weg von Kordeln

und Zugbändern

Damit Rolltreppen und Spielplätze

nicht zur tödlichen Gefahr werden,

müssen Kordeln und Verschlüsse

sicher gestaltet sein. Die Norm DIN

EN 14682 „Sicherheit von Kinderbekleidung

- Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung“

enthält Empfehlungen,

wie die Verschlüsse von Kleidungsstücken

für Kinder bis 14 Jahren konstruiert

sein sollen.

Verantwortungsvolle Hersteller belegen

die Gestaltung ihrer Produkte entsprechend

der „Kordel-Norm“ durch

das Zertifikat eines unabhängigen

Prüfinstituts.

Die Vorgaben

der „Kordel-Norm“

Grundsätzlich dürfen die Enden von

Zugbändern/Kordeln keine Verzierungen

oder Knoten aufweisen. Sichere

Alternativen dazu sind verriegelte oder

verschweißte Kordelenden.

Reißverschlüsse dürfen eine Gesamtlänge

von 75 mm nicht überschreiten.

Altersklassen nach

„Kordelnorm“

Junges Kind:

0-7 Jahre bzw.

Körperhöhe bis 134 cm

Älteres Kind:

7-14 Jahre bzw.

Körperhöhe von 135 - 182 cm

Hals:

Kleidungsstücke dürfen keine Zugbänder

mit losen Enden haben.

Justierbänder sind erlaubt, dürfen

aber nicht länger als 75 mm sein.

Sichere Alternativen:

Junges Kind:

- Kapuze mit elastischen Bändern

inwendig an Kapuzenkante

Älteres Kind:

- Justierbänder mit einer maximalen

Länge von 75 mm

- Weitenregulierung durch Druckknöpfe

Brust und Taille

Generell:

Zugbänder in der Taille müssen mit

Hilfe eines Riegels mittig fixiert

sein.

Sichere Alternativen:

- Mittig geriegelte Zugbänder und

elastischer Bund.

- Zierelemente nur am Vorderteil

Lange Hosen

Generell:

Bei Kleidungsstücken, die am

Knöchel enden, müssen dekorative

und funktionelle Kordeln am

unteren Saum vollständig auf der

Innenseite des Kleidungsstückes

liegen.

Sichere Alternativen:

- keine dekorativen oder funktionellen

Kordeln am Saum

- Krempelfunktion mit Hilfe von

Druckknöpfen


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© Pakhay Oleksandr - Fotolia.com

Vorder- und

Rückseite

Generell:

Keine Zugbänder, dekorative oder

funktionelle Kordeln, die am Rückenteil

abstehen oder auf der Rückseite

zu binden sind.

- Schärpen dürfen ab dem Bindepunkt

nicht länger als 360 mm

sein. Gemessen in ungebundenem

Zustand und von dem Punkt aus,

an dem sie gebunden werden.

Sichere Alternativen:

keine

In der Reihe „Know-how

für den Verkaufsprofi“

sind bereits folgende Titel

erschienen und können

unter www.oeko-tex.com/

salespro heruntergeladen

werden:

FACHHANDEL

Allgemein

Generell:

lose Enden von Zugbändern/Kordeln

dürfen keine Verzierungen

oder Knoten aufweisen.

- Reißverschlüsse dürfen höchstens

eine Länge von 75 mm haben

Sichere Alternativen:

- Verriegelte oder verschweißt

Kordelenden

KNOW-HOW FÜR DEN VERKAUFSPROFI

Basiswissen Textilien & Babyhaut

Textilien & Babyhaut“

Textile Sicherheit für Kinder“ Teil 2

(demnächst online)

UV-Schutz

Warnwirkung

Entflammbarkeit

Trage- und Schlafkomfort

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www.oeko-tex.com/salespro

Infos und Kontakt: Internationale OEKO-TEX® Gemeinschaft | Sekretariat | Gotthardstrasse 61 | Postfach 2156 | CH-8027 Zürich | info@oeko-tex.com |

www.oeko-tex.com | Stiftung OEKO-TEX® GmbH | Kaiserstraße 39 | 60329 Frankfurt | Deutschland | E-Mail: info@certification-oekotex.com

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