Nr. 1 - oeku Kirche und Umwelt

oeku.ch

Nr. 1 - oeku Kirche und Umwelt

Nachrichten

Nummer 1|2006

Kirche und Umwelt

Eglise et environnement

Chiesa e ambiente

Baselgia ed ambient

Immerzu erklingt das gleiche Lied: Während

Katastrophen wie Überschwemmungen und

Wirbelstürmen wird Besserung gelobt. Endlich

will «man» sich umweltfreundlicher verhalten.

Doch dann heisst es: Es war eigentlich alles

nur halb so schlimm wie es aussah. Und vor

allem traf es ja bloss die Andern.

Die Menschheit verhält sich ähnlich wie ich

als Vierjähriger auf Strafen reagiert habe:

«Nömme mache/Ich will’s nicht mehr tun!»

Und selbstverständlich war ich nicht gewillt,

mich «nachhaltig» zu bessern. Ist also die

Menschheit dazu verurteilt, auf immer grössere

– «richtige»!? – Katastrophen zu warten, bis etwas

Wirksames geschieht? Schon Montesquieu

war der Ansicht: «Der Mensch kommt fast nie

aus Vernunft zur Vernunft.»

Als ich den Satz zum ersten Mal gelesen habe,

dachte ich: Wozu mühen wir uns in der oeku

ab? Es nützt eh nichts. Doch dann las ich den

Satz nochmals und sah das Wörtchen «fast». Es

besteht also doch eine reale Chance, dass wir

Menschen von Innen heraus – aus Vernunft –

handeln und nicht erst unter dem Druck von

Aussen; wenn es zu spät wäre zum Handeln.

Walter Ludin

Der Autor war Gründungsmitglied der oeku

und ist heute Mitglied des oeku-Vorstandes.

20 Jahre

oeku Kirche und Umwelt

1986 wurde in Bern die «Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt

OeKU» gegründet. 20 Jahre Engagement zugunsten der Bewahrung der Schöpfung

sind für die oeku Grund genug um Rückschau zu halten und – um zu feiern! Die Jubiläumsfeier

mit Verleihung des Jubiläumspreises findet am 13. Mai 2006 im Circus

Monti in Solothurn statt. Diese Jubiläumsnummer der oeku-Nachrichten erscheint

dank der grosszügigen Unterstützung unserer Hausdruckerei komplett zweisprachig.

In dieser Ausgabe

Ökumenischer Rat der Kirchen 2

20 Jahre Tschernobyl 10

Agenda, Büchertipp 11

Mitteilungen 12

Schwerpunkt

20 Jahre oeku – Jubiläumsbund 3–9

1997 brachten engagierte oeku-Mitglieder 66 000 unterzeichnete Klimapetitionen nach Bern ins Bundeshaus.


2 Nachrichten 1 2006

«Temps gagné – tant perdu»

Auch bei der oeku scheint es, dass immer mehr

in immer weniger Zeit geleistet werden muss.

2005 bearbeiteten die drei Teilzeit-Angestellten

zum Beispiel 3438 eingegangene E-mails. In

den Jahren zuvor waren es noch 3048 (2004),

2274 (2003), 1621 (2002) und 1554 (2001).

Obwohl sich das neue Kommunikationsmittel

für die praktische Arbeit als äusserst nützlich

erwiesen hat, prägt auch hier Beschleunigung

unseren Umgang mit der Zeit. Da wird es immer

wichtiger, «Aus-Zeiten» zu nehmen, inne

zu halten, sich Zeit zu nehmen für Rückblick,

Vorschau und für die Besinnung.

Das Jubiläum 2006 ist für die oeku ein solcher

Moment. Die vorliegende Jubiläumsnummer

schaut zurück und erinnert an die Gründungszeit

des Vereins. An der Jubiläumsfeier im Mai

wird mit der Vergabe des oeku-Preises praktischer

Umweltschutz in den Kirchgemeinden

gewürdigt. Allein die Tatsache, dass für den

Wettbewerb um den Jubiläumspreis einunddreissig

qualitativ hochstehende Bewerbungen

bei der oeku eingegangen sind, zeigt,

dass in den Kirchgemeinden und Pfarreien in

den vergangenen Jahren sehr viel über Schöpfungsbewahrung

nachgedacht und – viel wichtiger!

– auch gehandelt worden ist.

Die Feier der oeku findet in der Manege des

Circus Monti statt und das damit verbundene

Zeichen ist klar: Familien sind eingeladen, Kinder

willkommen; wir wollen nicht nur zurück

schauen, sondern uns auch Zeit nehmen für Lebensfreude

und für einen Ausblick nach vorn.

Das Programm des Circus Monti vermittelt eben

diese Lebensfreude und mediterrane Lebens-

Lust – wir freuen uns sehr, Sie an diesem Fest

teilhaben zu lassen! Kurt Aufdereggen

Neunte Vollversammlung des Ökumenischen Rates

der Kirchen in Porto Alegre

Kurt Zaugg-Ott reiste mit einer Gruppe der Reformierten Kirchen Bern-Jura-

Solothurn zur Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Porto

Alegre (Brasilien) und achtete dabei besonders auf den Stellenwert ökologischer

Fragen in der ökumenischen Bewegung.

Das Leitthema der Versammlung – ein Gebet

– «In deiner Gnade, Gott, verwandle

die Welt» prägte die zahlreichen liturgischen

Feiern, die ökumenischen Gespräche

und auch das Rahmenprogramm im

«Mutirão» (bras. für Versammlungsort).

Ökologische Anliegen waren überall präsent.

Bereits im Eröffnungsgottesdienst

erschütterte das Zeugnis von Einwohnern

der pazifischen Inseln, deren

Überleben vom Klimawandel

bedroht ist. Samuel Kobia,

der Generalsekretär des ÖRK,

bezeichnete den Klimawandel

als die ernsthafteste Bedrohung,

vor der die Menschheit

stehe und rief die Kirchen auf,

gemeinsam öffentlich für Verhaltensänderungen

einzutreten. Im Morgengebet

des zweiten Tages betete die

Versammlung für die Verwandlung der

Erde und um Vergebung für «die Gewalt,

die wir der Erde antun, unser Schweigen,

wenn die Wälder zerstört und die Flüsse

verschmutzt werden.»

Die Schweizer Kirchen informierten über

die ökumenische Wassererklärung, die

sie gemeinsam mit den Kirchen Brasiliens

unterzeichnet hatten (vgl. oeku-

Nachrichten 2/2005). Im Mutirão betreute

das Ökumenische Wassernetzwerk

zwei Stände und bot eine gut besuchte

Wasser-Veranstaltungsreihe an. Dieses

Engagement führte dazu, dass das Plenum

der Vollversammlung eine Erklärung

«Wasser – Quelle des Lebens» verabschiedete,

die neben dem Widerstand

gegen die Privatisierung des

Wassers auch zum Schutz

der Ökosysteme aufruft, um

den Zugang zum Wasser zu

sichern.

Bei den offiziellen Dokumenten

nehmen sich einzig die

Wasser-Erklärung und – zumindest

teilweise – das Agape-Papier

zur Globalisierung der ökologischen

Dimension an. Leider führte der

dringende Aufruf des Generalsekretärs

zum Klimawandel nicht zu einer Klima-

Erklärung am Schluss der Versammlung.

So präsent ökologische Anliegen also

waren, zählten sie für die offiziellen

KirchenvertreterInnen offensichtlich

nicht zum Kern des ökumenischen Engagements.

zg

IMPRESSUM -Nachrichten

Jubiläumsnummer 1/2006

Herausgeber | Editeur oeku Kirche und Umwelt |

oeku Eglise et environnement, PF | CP 7449, 3001 Bern,

T 031 398 23 45, F 031 398 23 47, info@oeku.ch,

www.oeku.ch Redaktion | Rédaction Kurt Zaugg-

Ott (zg), Kurt Aufdereggen (ak) Grafisches Konzept

| concept graphique pooldesign.ch Layout

Kurt Aufdereggen Uebersetzung | Traduction

Martine Besse, Biel Druck, Versand | Impression,

diffusion Basisdruck, Waldhöheweg, 3013 Bern

Adressänderungen an oeku, PF 7449, 3001 Bern

Die schweizerisch-brasilianische Wasser-Erklärung wurde im Mutirão von Teilnehmenden aus aller Welt unterzeichnet.

Bild: Kurt Zaugg-Ott. Informationen: www.wcc-assembly.info


3

20 Jahre oeku

Kirche und Umwelt

In den 20 Jahren ihres Bestehens ist die oeku zu einer Organisation geworden, die nicht

nur in kirchlichen Kreisen, sondern auch bei Umweltorganisationen und Bundesämtern

bekannt und anerkannt ist. Dazu beigetragen haben 50 Mitglieder von Vorstand und

Arbeitsstelle und viele Vereinsmitglieder, die seit der Gründung dabei sind.

Die oeku feiert in diesem Jahr ihren

20. Geburtstag; Menschen werden in

20 Jahren volljährig, ein Tannensämling

wächst zu einem ansehnlichen

Weihnachtsbaum. Auch die oeku ist

gewachsen und hat sich entwickelt. Als

Umweltfachstelle der Kirchen bringt sie

ethische Aspekte in die Umweltdiskussion

ein und ist heute bei anderen Umweltorganisationen

und Bundesämtern

bekannt und anerkannt.

Die oeku entstand aus dem starken ökologischen

Bewusstsein der 1980er Jahre

heraus. Geprägt durch Bücher wie «Der

stumme Frühling» und «Grenzen des

Wachstums» sowie das damals aktuelle

Waldsterben waren viele Menschen

in dieser Zeit äusserst besorgt um ihre

Umwelt. Seither gibt es erste Erfolge vor

allem im technischen Umweltschutz zu

verzeichnen; so ist beispielsweise die

Schwefelbelastung der Luft in den letzten

20 Jahren stark zurückgegangen.

Doch es bleibt noch viel zu tun. Die

globale Klimaveränderung beispielsweise,

mit der sich die oeku unter dem Titel

«Die Haut der Erde retten» schon früh

befasste, ist aktueller denn je. Die Arbeit

der oeku zur Bewahrung der Schöpfung

ist daher so nötig wie zur Zeit ihrer

Gründung.

Viele Menschen haben in den letzten 20

Jahren für das Gelingen des Unternehmens

oeku gearbeitet. Ich danke allen,

die sich über kürzere oder längere Zeit

für die oeku eingesetzt haben: Dem ersten

Vorstand, der vier Jahre in unveränderter

Zusammensetzung gearbeitet hat,

aber auch allen weiteren Vorstandsmitgliedern,

Revisoren und Revisorinnen

sowie allen Mitarbeitenden der Arbeitsstelle,

die der oeku viel Zeit widmeten

oder es jetzt noch tun. Mein Dank geht

aber auch an die vielen Mitglieder des

Vereins – Einzelmitglieder und Kirchgemeinden

– die der oeku teilweise seit

20 Jahren treu sind. Denn was wäre ein

Verein ohne seine Basis, die ihn trägt

und für die er ja eigentlich da ist.

Am 13. Mai 2006 werden wir zusammen

mit der 20. Mitgliederversammlung auch

das 20. Geburtsjahr der oeku mit einem

Fest im Circus Monti in Solothurn feiern.

Ich hoffe, dass möglichst viele alte und

junge oeku-Fans an diesem Anlass teilnehmen

werden.

Dr. Susann Eichenberger, oeku-Präsidentin

Zeittafel: 1986 –1989

Am 6. Dezember 1986 wurde

nach längerer Vorbereitungszeit die

regulär mit einer 30%-Stelle besetzt.

Am 17./18. Januar 1988 fand

Gerechtigkeit, Zukunft – Ethische

Überlegungen zur Energiefrage»

oeku-Gründungsvorstand

«Oekumenische Arbeitsgemeinschaft

eine Theologie-Tagung mit dem Titel

1989 erreichte die oeku mit über

Christoph Stückelberger

Kirche und Umwelt OeKU» im ehe-

«Gegenwärtiger Stand und zukünftige

200 Kollektivmitgliedern und mehr

Pius Hafner

maligen Pfarreisaal der Pfarrei Drei-

Aufgaben der Schöpfungstheologie»

als 500 Einzelmitgliedern bereits die

Heidi de Quervain

faltigkeit in Bern gegründet. Erste

in der Paulus-Akademie statt.

heutige Vereinsgrösse.

Alfred Breitschmid

Postadresse: Olivenweg 7 in Bern, die

«Ökobilanz» für Kirchgemeinden

Am 1. April 1989 wurde die zwei-

Frauke Decurtins

Studentenwohnung von Kurt Zaugg.

wurde 1988 Arbeitsschwerpunkt, ein

te Umweltbeauftragten-Stelle mit

Irène Gardiol

Am 1. September 1987 stellte die

Fragebogen zur Ökobilanz wurde zu-

Brigit Latif-Greuter besetzt (50%).

Barbara Gugerli

oeku den ersten Umweltbeauftragten,

sammengestellt und in neun Gemein-

Das ökumenische Schöpfungs-

Flurin Maissen

den Pfarrer und Biologen Otto Schäfer-

den und einem Kloster getestet.

Liederbuch «…heute noch einen

Bernard Rordorf

Guignier, mit einem 50%-Pensum an.

Die oeku-Mitgliederversammlung

Apfelbaum pflanzen» erschien 1989

Lukas Vischer

Ab dem 1. Dezember 1987 war

verabschiedete am 30. April 1988

beim Theologischen Verlag in Zürich.

Hans Urs Wanner

das Sekretariat mit Anna Luchsinger

das Grundlagenpapier: «Schöpfung,


4 Nachrichten 1 2006

Dennoch hoffen!

«Dennoch hoffen» war das

Motto der Schweizerischen

Evangelischen Synode SES,

in deren Verlauf die oeku gegründet

wurde.

Die SES legte eine Priorität auf

das Handeln aus einem Bewusstsein für die

Bewahrung der Schöpfung heraus. Wir verstanden

die Herausforderung zum Handeln

als Aufruf, in den eigenen Reihen aktiv zu

sein. Es war die Zeit der Selbstverpflichtung.

Die Gründung der oeku war eine solche.

Nach zwanzig Jahren stelle ich fest, dass das

Handeln für die Schöpfung dringender ist als

je zuvor. Die Zeit der Selbstverpflichtungen,

der Veränderungen, des sich Veränderns, die

Zeit der Aufbrüche in den Kirchen ist vorbei.

Nehmen wir den runden Geburtstag der oeku

zum Anlass, unseren Lebensstil als Kirchen

zu reflektieren und so wieder aufzubrechen,

um nach Alternativen zu suchen – Alternativen

zu Fatalismus, Resignation und Angst.

Nehmen wir den Geburtstag aber auch zum

Anlass, die verändernde Kraft des Evangeliums

zu leben und mit andern zu teilen und so

auch in der Gesellschaft, unserer Umwelt und

in politischen Zusammenhängen einzutreten

für einen gerechten, gewaltfreien Umgang

mit der Schöpfung. Beides ist gefragt: Unser

Lebensstil und die Umkehr!

Madeleine Strub-Jaccoud ist Direktorin von mission 21,

dem evangelischen Missionswerk Basel. Sie war ehemals

Präsidentin der SES.

Von der SES zur oeku

Die Schweizerische Evangelische Synode sprach sich bereits

1985 für die Verpflichtung der Kirchen zur «Bewahrung der

Schöpfung» aus. Sie gilt als «Geburtshelferin» der oeku.

«Die Sorge für die Bewahrung der Schöpfung ist integraler Bestandteil des

christlichen Glaubens und Zeugnisses. Der Widerstand gegen die Zerstörung der

Mitwelt ist eine Verpflichtung aus dem Glauben an Gott den Schöpfer», bekannte

die Schweizerische Evangelische Synode SES im Jahre 1985. Die SES, eine

zeitlich befristete Erneuerungsbewegung aus den evangelischen Kirchen in der

Schweiz, tagte zwischen 1983 und 1988 an verschiedenen Orten in der Schweiz.

In bezug auf das gesellschaftspolitische Engagement der Kirchen spielte in der

SES der «Bund für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung»

eine zentrale Rolle. Die SES griff damit einen Aufruf des Reformierten Weltbundes

von 1983 auf, «dass alle Kirchen… einen Bund über Frieden und Gerechtigkeit

bilden» sollten. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen hatte im Rahmen

seiner Vollversammlung in Vancouver 1983 empfohlen, «die Mitgliedkirchen in

einen konziliaren Prozess gegenseitiger Verpflichtung (Bund) für Gerechtigkeit,

Frieden und die Bewahrung der ganzen Schöpfung einzubinden.» Während für

Gerechtigkeit und Frieden in der Schweiz verschiedene Institutionen an der

Arbeit waren, wurde es als Mangel empfunden, dass keine kirchliche Organisation

oder Stelle sich der Bewahrung der Schöpfung annahm. Die SES stellte sich

hinter das ebenfalls 1985 erschienene Memorandum «Menschsein im Ganzen der

Schöpfung», die Frucht einer mehrjährigen Diskussion zu Lebensstil-Fragen im

Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz. Die SES

schlug zudem als konkrete Massnahme vor, Schritte zur Schaffung kirchlicher

Umweltbeauftragten-Stellen zu unternehmen.

Die SES wurde so zur «Geburtshelferin» der oeku. Bis heute besteht der Mitgliederbestand

der oeku – vor allem bei den Einzelmitgliedern – zu grossen Teilen

aus dem Umfeld der Schweizerischen Evangelischen Synode, deren Delegierte

sich persönlich darauf verpflichtet hatten, sich für die oeku einzusetzen. zg

1989 –1998

1989 lancierte die oeku zusam-

Erst 1990 traten die ersten drei

Brigitte Latif als Umweltbeauftragte

1993 lancierte die oeku die Ak-

men mit den Aerztinnen und Aerzten

Vorstandsmitglieder aus der Grün-

ab. Otto Schäfer arbeitete neu mit ei-

tion SchöpfungsZeit mit dem Thema

für Umweltschutz AefU die Klima-Ak-

dungszeit zurück.

nem 100%-Pensum.

«Mehr Energie».

tion «Die Haut der Erde retten».

Die oeku nahm zusammen mit dem

Der Versuch, eine Regionalstruktur

1993 fanden erste von der oeku

Institut für Sozialethik des SEK und der

mit kantonalen Ansprechstellen für die

organisierte Energiesparkurse statt,

Nationalkommission Justitia et Pax

oeku zu schaffen, scheiterte 1991.

die vom Bundesamt für Energie finan-

Stellung zur Abstimmung über einen

Ende September 1992 verliess

ziell unterstützt wurden.

Energieartikel, die Moratoriums- und

Otto Schäfer-Guignier die oeku. Er

1994 löste Christoph Grupp Fritz

die Ausstiegsinitiative (3 x JA).

wurde von Fritz Brugger mit einem

Brugger auf der Arbeitsstelle ab. Die

Gründung des Vereins «Die Haut

40%-Pensum abgelöst.

Leitung hatte Norma Schenkel.

der Erde retten» am 5. März 1991.

Die Weihnachtskollekte 1992 der

Schon 1994 sprach sich die oeku ge-

Am 1. Oktober 1991 löste die

Reformierten Kirchen Bern-Jura rette-

genüber Bundesrätin Ruth Dreifuss für

Pfarrerin und Biologin Norma Schenkel

te die oeku vor dem finanziellen Aus.

die Einführung einer CO 2

-Abgabe aus.


5

Die Gründung der oeku

Von Anfang an sprach die oeku vor allem Kirchgemeinden

sowie kirchliche Umwelt- und Basisgruppen an. Die Organisationsform

als Verein brachte noch weitere Vorteile mit sich.

Eine ökumenische Arbeitsgruppe griff die Anregungen der Schweizerischen

Evangelischen Synode auf und arbeitete in mehreren Sitzungen daran weiter.

Gleichzeitig legten an einem ökologischen Engagement der Kirchen besonders

Interessierte durch ihre monatlichen Spenden ein Startgeld von 25‘000 Franken

zusammen. Aus der Einsicht heraus, dass die ökologische Herausforderung sich in

gleicher Weise an alle Kirchen richtet, und um eine ökumenische Trägerschaft für

die zu schaffende kirchliche Arbeitsstelle zu erreichen, wurden mehrere Vertreter

der katholischen Kirche zur Mitarbeit eingeladen. Mit ihnen zusammen klärte die

Gruppe die Zielsetzungen der zu gründenden «Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft

Kirche und Umwelt» und erstellte einen Aufgabenkatalog für die Arbeitsstelle.

Bald wurde deutlich, dass auf eine Finanzierung der neuen Stelle durch die

Kantonalkirchen bzw. die Römisch-Katholische Zentralkonferenz nicht gehofft

werden durfte. So einigte sich die Arbeitsgruppe, eine Arbeitsgemeinschaft vor

allem von Kirchgemeinden in der Form eines Vereins zu gründen. Auf diese Weise

konnten die Christinnen und Christen vor Ort am besten erreicht werden. Und

vor allem war so die ökumenische Ausdehnung möglich. Ebenso bot sich dadurch

eine Finanzierung auf mehreren Ebenen an.

Folgende Zielsetzungen legte die Arbeitsgruppe für die oeku fest:

• Das Verständnis für die Verantwortung der Kirchen für die Erhaltung der Schöpfung

soll geweckt, vertieft und ein entsprechendes Engagement gefördert werden.

• Die Tätigkeit bestehender Umweltgruppen und -organisationen soll in der kirchlichen

Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

• Bestehende kirchliche Umweltgruppen sollen begleitet und die Gründung neuer

Gruppen angeregt werden.

• Die oeku soll Ansprechpartnerin für nichtkirchliche Umweltorganisationen sein.

• Ein Netz regionaler und kantonaler Ansprechpartner, die sich in den Kirchen für

Umweltfragen einsetzen, soll aufgebaut werden. zg

Engagiert begonnen

«Heiterkeit» notierte das Protokoll

der letzten Zusammenkunft

der Schweizerischen Evangelischen

Synode. Sie verpflichtete

sich, für den «Bund für

Gerechtigkeit, Frieden und die

Bewahrung der Schöpfung» einzutreten, auch

finanziell. Durch die Übersetzung des Wortes

«Bund» ins Französische war in der Romandie

über die Agenturen das Gerücht verbreitet worden,

die SES vermache ihr Restvermögen der

Eidgenossenschaft, der «Confédération» – dem

Bund eben.

So gut freilich stand es nicht um die Kasse,

dass die SES das Bundesdefizit hätte übernehmen

können. Im Gegenteil. Auch das Geld für

die «Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche

und Umwelt», die zu gründen sich die SES

in der gleichen Session vorgenommen hatte,

war erst noch zu finden. Lukas Vischer, einer

der entschiedensten Befürworter der oeku-

Gründung, hatte eine weitere Idee: Man sollte

eine Reihe Leuten finden, die bereit wären,

Geld für die Gründung aufzuwerfen.

Leicht gesagt. Aber wie bringt man eine ganze

Reihe von Leuten dazu, für etwas zu spenden,

das noch in den Sternen steht? Es brauchte

viel Überzeugungsarbeit, bis etwa zwanzig

«Grüne» unter den Thurgauer Kirchengliedern

bereit waren, auf Hoffnung hin monatlich einen

festen Betrag einzuzahlen. Ausgerechnet

aus dem als knauserig verschrieenen Thurgau

kam das oeku-Startkapital!

Christoph Möhl ist Pfarrer, Redaktor und oeku-

Vorstandsmitglied im «Un-Ruhestand».

1996 erreichte die Arbeitsstelle mit

lung für die internationale Klimape-

Ein drohendes grösseres Defizit

1998 wurden die Energiekurse

215 Stellenprozenten den höchsten Aus-

tition des Oekumenischen Rates der

konnte 1997 mit einem ausserordent-

nach einem neuen Konzept in Zu-

baustand in der Geschichte der oeku.

Kirchen. Über 40 Organisationen un-

lichen Spendenaufruf an die Kirchge-

sammenarbeit und mit Unterstützung

Im Rahmen des Europäischen Natur-

terstützen sie, darunter die Schweizer

meinden abgewendet werden.

von «Energie 2000» (heute «Energie-

schutzjahres 1995 erhielt die oeku eine

Bischofskonferenz und der Schweizeri-

Schweiz») neu aufgegleist. Bis 2005

ausserordentliche Unterstützung durch

sche Evangelische Kirchenbund. Im Fe-

fanden die Kurse an 23 Orten in der

das BUWAL im Umfang von Fr. 54‘000.

bruar 1997 wurden der Bundeskanzlei

ganzen Schweiz statt (siehe Karte).

1995 wurde die SchöpfungsZeit-

66‘000 Unterschriften übergeben.

1997–2000 koordinierte die oeku

Aktion zum ersten Mal zweisprachig

1997 wurden bei der Arbeitsstelle

im Auftrag der AGCK die schweize-

durchgeführt: «Den Kindern eine Zukunft

Norma Schenkel und Christoph Grupp

rische Nacharbeit zur Zweiten Euro-

gegen – A pieds joints vers demain».

durch Reto D. Jenny und Kurt Zaugg-

päischen Ökumenischen Versammlung

1996/97 koordinierte die oeku die

Ott abgelöst. Beide teilten sich die

von 1997 in Graz und gab die «grazet-

schweizerische Unterschriftensamm-

Stellenleitung mit je 60 Prozent.

te» heraus.


6 Nachrichten 1 2006

Ich träume...

Jubiläen sind Zeiten der Besinnung.

Während die oeku

zurückblickt und Bilanz zieht

– vorwärts blickt und Projekte

plant, lasst mich etwas mit

ihr teilen:

Ich träume von einer Kirche,

• in der sich die Solidarität der Gemeinschaft

nicht auf die Menschheit beschränkt.

• in der das «Seufzen der Schöpfung» (Röm

8) nicht als quantité négligeable beiseite

gelassen wird und ökologische Probleme

höchstens im Blick auf ihre Bedeutung für

die Menschen wahrgenommen werden.

• die sich in Tat und Zeugnis erinnert an

ihre Tradition des Glaubens an den einen

Schöpfergott, der die ganze Welt geschaffen

hat, erhält und bewahrt.

• die dezidiert neben das viel missbrauchte

Wort der Herrschaft von Gen 1,28 das Wort

von Gen 2,15 setzt: Und Gott nahm den

Menschen und setzte ihn in den Garten

Eden, dass er ihn bebaue und bewahre.

• die entschlossen Stellung bezieht und überzeugt

handelt, geleitet von einer Vision des

Friedens für die ganze Schöpfung.

Es sind noch (zu) wenige Kirchenleute, die

diesen Traum teilen und zu einer leitenden

Vision ihres Wirkens machen. Deshalb braucht

es die Arbeit der oeku im Zusammenwirken mit

uns allen – heute, morgen und in Zukunft. In

diesem Sinne in Freundschaft verbunden gratuliere

ich herzlich zum Jubiläum!

Sandra Begré ist Gemeindepfarrerin in Thun-Strättligen.

Die Aktion SchöpfungsZeit

In vielen Kirchgemeinden wurde die oeku durch die Aktion

Schöpfungs Zeit bekannt. Die Aufarbeitung der Jahresthemen

für die Aktion ist heute ein Schwerpunkt der oeku-Arbeit.

Im Jahr 1993 empfahl die oeku den Kirchgemeinden und Pfarreien in der Schweiz

ein erstes Mal, die SchöpfungsZeit zu feiern. Für die SchöpfungsZeit bot sich die

Zeit des Septembers an. Am 1. September feiert die Orthodoxe Kirche den Schöpfungstag,

im September liegt der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag, das

Erntedankfest und am 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi – all diese

Tage zeigen eine besondere Nähe zur Schöpfungsthematik.

Die Aktion SchöpfungsZeit, die die oeku mit grossem ehrenamtlichem Engagement

des Vorstandes lanciert hatte, fand in den ersten Jahren ein beträchtliches Echo.

Mit ökumenischen Gottesdiensten startete die Aktion in verschiedenen Landesregionen

und wurde in kirchlichen Medien ausgesprochen positiv aufgenommen.

Positiv reagierten vielerorts auch die Kirchenleitungen – hatte doch im Jahr zuvor

die Umweltkonferenz von Rio die Dringlichkeit der Schöpfungsbewahrung vor aller

Augen geführt.

Ein wichtiges Kennzeichen der Aktion ist die Anregung an die Kirchgemeinden, mit

anderen Organisationen und Fachleuten zusammenzuarbeiten. Beispielhaft gelang

dies der oeku im Jahr 2001 mit dem Boden-Thema («Mit gutem Grund»). Gleichzeitig

mit der SchöpfungsZeit-Aktion startete die Aktion «Erlebnis Boden» von

Bund, Kantonen und Gemeinden, zu der die oeku eine eigene Ausstellungsfahne

erarbeitet hatte. Ein weiterer Höhepunkt war die Aktion «Wasserläufe» im UNO-Jahr

des Wassers 2003 mit der von der oeku mitorganisierten kirchlichen Fachtagung an

der BEA und einer Veranstaltungsreihe in Bern.

Heute ist die SchöpfungsZeit vielerorts gut eingewurzelt und Veranstaltungen

zur SchöpfungsZeit gehören zum festen Bestandteil des kirchlichen Lebens. Etwa

500 Sets an Arbeitsmaterialien können pro Jahr an kirchliche MultiplikatorInnen

verkauft und vertrieben werden. Verschiedene Kantonalkirchen haben ihren

Pfarrämtern die Unterlagen ein- oder auch mehrmalig zustellen lassen. Die Aktion

SchöpfungsZeit ist heute der Hauptschwerpunkt der Arbeit der oeku. zg

SchöpfungsZeit-Themen 1993–2006

• Mehr Energie (1993)

• Das Tier und wir (1994)

• Den Kindern eine Zukunft geben / A pieds joints vers demain (1995)

• Unser täglich Brot – wie machen wir‘s heute? / Notre pain de ce

jour… que mettons-nous dans le four? (1996)

• Klima der Hoffnung – Leben mit mehr Stil und weniger Energie /

Un climat d’espérance – mode de vie et énergie (1997)

• Schöpfung: Heilige Vielfalt / La Création aux multiples visages (1998)

• Gottes leise Reiseweise / Dieu voyage en douceur (1999)

Vierjahreszyklus zu Sonne, Erde, Luft und Wasser 2000–2003

• Schwester Sonne – frère soleil (2000)

• Mit gutem Grund – Mélodie en sol (2001)

• Lebens-Luft – Vive l’air! (2002)

• Wasserläufe / Eau d’ici – eau de là (2003)

Themenreihe im Rahmen der ÖRK-Dekade «Überwindung von Gewalt»

• Kreis-Läufe leben – Rythmes pour la vie (2004)

• Lebenshunger – Faim de vie (2005)

• ZeitverLust / Temps gagné – tant perdu (2006)


7

oeku, römisch-katholisch

Katholische Pfarreien trugen die oeku von Anfang an mit. Die

Leistungsvereinbarung mit der römisch-katholischen Zentralkonferenz

wurde erst 2005 unterzeichnet. Wie es dazu kam.

Obwohl die reformierten Kirchen über die Schweizerische Evangelische Synode stärker

an der Entstehung der oeku beteiligt waren, engagierten sich von Anfang an auch

Katholiken und katholische Pfarreien und Institutionen traten der oeku bei. Erwähnt

werden darf beispielsweise Pius Hafner, der 1991 verstorbene Sekretär von Justitia et

Pax. Er hat wesentlich zur Verankerung der oeku in der römisch-katholischen Kirche

beigetragen. Ihm ist es zu verdanken, dass auch katholische Kirchgemeinden zur

oeku-Mitgliedschaft eingeladen werden konnten. Justitia et Pax und auch die Katholische

Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung KAGEB sind Gründungsmitglieder

der oeku und waren während der letzten zwanzig Jahre im oeku-Vorstand vertreten.

Desgleichen halten auch verschiedene Ordensgemeinschaften ihre Mitgliedschaft bei

der oeku aufrecht und engagieren sich für ökologische Anliegen.

Demgegenüber war das Verhältnis zur offiziellen römisch-katholischen Kirche lange

schwierig. Während die Mehrzahl der reformierten Kantonalkirchen die oeku mit Unterstützungs-

oder Mitgliederbeiträgen mittrugen, wurden entsprechende Gesuche bei der

Römisch-Katholischen Zentralkonferenz lange konsequent abgelehnt. Erst 1999 wurde

die oeku dann – auf Empfehlung der Schweizer Bischofskonferenz – in das «Mitfinanzierungssystem

Römisch-katholische Zentralkonferenz/Fastenopfer» aufgenommen. Dazu

beigetragen hat sicher das langjährige Klima-Engagement der oeku, das 1997 in der

Unterschriftensammlung für die Klima-Petition seinen Höhepunkt fand. Die Petition

war vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und von der Schweizer Bischofskonferenz

unterstützt worden. Den Boden bereitet hat auch die Kontinuität der Aktion

SchöpfungsZeit, in der das Anliegen der Schöpfungsbewahrung für Gottesdienste und

den kirchlichen Unterricht aufbereitet wird. Zudem hatte die Zweite Europäische Versammlung

von Graz von 1997 den Kirchen empfohlen, «die Bewahrung der Schöpfung

als Bestandteil des kirchlichen Lebens auf allen seinen Stufen zu betrachten und zu

fördern.» Da die römisch-katholische Kirche Schweiz über keine eigene Umwelt-Institution

verfügt, lag es nahe, die Zusammenarbeit mit der oeku zu pflegen. zg

1998 –2002

Leben und lernen

Mit Interesse und Bewunderung

verfolgten wir Katholiken

wie die Schweizerische Evangelische

Synode (SES) den Anstoss

des Ökumenischen Rates

der Kirchen (ÖRK) in den frühen

Achtzigerjahren aufnahm und sich für die

«Bewahrung der Schöpfung» in unserem Land

einsetzte. Diese Initiative half, uns auf die

grosse Bewegung vorzubereiten, die durch die

erste europäische ökumenische Versammlung

in Basel 1989 ausgelöst wurde. In seiner Botschaft

zum Weltfriedenstag 1990 hielt Papst

Johannes Paul II. denn auch fest: «Besonders

Christen bemerken, dass ihre Verantwortung

in der Schöpfung und ihre Pflicht gegenüber

der Natur und dem Schöpfer ein wesentlicher

Teil ihres Glaubens ist».

Einige von uns Katholiken hatten schon damals

die Notwendigkeit der oeku erkannt,

dieser ‚Mahnerin‘ und kritischen ‚Zwischenruferin‘

in der noch wenig für die Mit- und Umweltfragen

sensiblisierten Gesellschaft. Heute

wissen wir, dass kritische Anfragen, wie sie

z.B. die Schweizer Bischofskonferenz in ihrem

Hirtenbrief 1999 «Leben in Fülle» formulierte:

«Wir Christen, die wir die entscheidenden

Beweger der westlichen Gesellschaft in den

letzten Jahrhunderten waren – was haben wir

aus dem Leben unseres Planeten gemacht,

aus diesem gemeinsamen Haus für alle, die

leben?», noch längst nicht beantwortet sind.

Die oeku half und hilft uns dabei, Antworten

zu finden und zu geben.

P. Dr. Roland-Bernhard Trauffer ist Generalvikar des

Bistums Basel.

Der oeku-Vorstand erarbeitete

Folgejahren stabilisierte sich die Fi-

ferenz in die Co-Finanzierung FO/RKZ

Im Jahr 2000 empfahl die oeku

1998 ein Grundlagenpapier zur Gen-

nanzlage der oeku.

aufgenommen und damit von der

die Solar- und die Energievorlagen zur

technologie und beschloss aufgrund

1998 wurde der Verein Lokale

katholischen Kirche Schweiz offiziell

Annahme und nahm an der Vernehm-

intensiver Gespräche die Stimmfrei-

Agenda 21 gegründet, ein Zusam-

unterstützt.

lassung zum Kernenergiegesetz teil.

gabe zur Gen-Schutz-Initiative.

menschluss von Gewerkschaften,

2000 bis 2003 prägte der Zyklus

Im Vorfeld der Bonner Klimaver-

Aufgrund der anhaltenden Fi-

Parteien, kirchlichen und Entwick-

zu Sonne, Erde, Luft und Wasser die

handlungen erneuerte die oeku 2001

nanzknappheit wurden der Stellen-

lungsorganisationen, in dem die oeku

SchöpfungsZeit der oeku.

die «Klima-Koalition» von 1997. Über

etat 1998 auf 170% reduziert und

Gründungsmitglied war. In den Fol-

40 Organisationen unterstützten den

eine 50%-Sekretariatsstelle aufge-

gejahren besuchten 400 «Botschaf-

dringlichen Aufruf an den Bundesrat.

löst. Reto D. Jenny wurde 1999 durch

terInnen der Lokalen Agenda 21» die

Das «Umwelthandbuch für Kirch-

Kurt Aufdereggen (60%, später 70%)

eintägigen Seminare des Vereins.

gemeinden» erschien im Herbst 2002

abgelöst. Kurt Zaugg-Ott übernahm

1999 wurde die oeku auf Emp-

mit Tipps für das praktische Umwelt-

die Leitung der Arbeitsstelle. In den

fehlung der Schweizer Bischofskon-

handeln in Kirchgemeinden.


8 Nachrichten 1 2006

Vom Karteikasten zum Internet

Als Jugenddelegierter in der SES

und als Theologiestudent hatte

ich Mitte der 80er Jahre die Gelegenheit,

das Werden der oeku

zu begleiten. Lukas Vischers Sekretärin

bei der Evangelischen

Arbeitsstelle Oekumene Schweiz hatte sich geweigert,

zusätzliche Überzeiten zugunsten der

Gründung der oeku zu leisten. So suchte Lukas

nach einer anderen willigen Arbeitskraft und

hatte diese in mir gefunden. Ohne KV-Ausbildung

begann ich in meiner Studentenwohnung

das oeku-Sekretariat aufzubauen. Mit Hilfe

einer alten elektrischen Schreibmaschine, die

heute Spielzeug meiner Kinder ist, schrieb ich

die ersten oeku-Protokolle. Dazu habe ich in

einem soliden Holzkasten mit einfachen Karten

eine erste Mitgliederkartei geführt – einzelne

dieser Karten finden sich bis heute im

Büro der oeku.

Etwa 1988 kaufte sich die oeku einen ersten

Macintosh SE Computer, um rationeller arbeiten

zu können. Bis weit in die 90er Jahre blieb

die Computerarbeit jedoch das Privileg der

Sekretariatsmitarbeiterinnen, die Vorträge

abtippten und die Publikationen herstellten.

Erst 1999 erfolgte die Umstellung auf PC und

der Anschluss ans Internet. Kurt Aufdereggen

baute die erste oeku Website auf. Es wäre undenkbar,

heute ohne diese technischen Hilfsmittel

die anfallende Arbeit mit den knapp

bemessenen Stellenprozenten zu bewältigen.

Kurt Zaugg-Ott half, die oeku zu gründen und leitet

seit 1997 die Arbeitsstelle.

«Stägeliuf – stägeliab»

Ein Verein – sechs verschiedene Adressen in zwanzig Jahren.

Die Arbeitsstelle der oeku war fast immer unterwegs. Franziska

Hofer erzählt von ihren «bewegten» Erlebnissen.

Die erste Adresse der oeku war die Wohnung von Kurt Zaugg am Olivenweg 7, die

Dokumente gut verstaut in Kartonschachteln unter dem Bett. Im September 1987

ging es die Treppe hinauf in den 3. Stock des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes

am Sulgenauweg 26. Im Dachgeschoss präsentierte sich ein kleines

Estrichzimmer als das neue Büro der oeku. Der Blick durch das Dachfenster in die

alten Baumkronen zu den singenden Vögeln war herrlich.

Aus Platzgründen zog die Arbeitsstelle 1990 in das Untergeschoss am Schreinerweg 15

in der Länggasse. Otto Schäfer pflanzte euphorisch eine Klematis, die ja kalten Boden

liebe und den Kopf über das Trottoir hinausstrecken könne. Aber nicht nur der Klematis

war es im Kellerschacht zu trübe, auch die Angestellten freuten sich 1992 auf das bei der

Berner OeME-Stelle freigewordene Büro am Bürkiweg 8. Wieder ging es treppab ins Kellergeschoss,

jedoch mit freiem Blick auf die Pneus der vor dem Fenster parkierten Autos.

Mit den OeME-Nachbarn ergaben sich stets interessante Gespräche und Synergien.

1998 zögerte Kurt Zaugg nicht lange und ergriff die gute Gelegenheit zu Brot für

alle in den zweiten Stock an der Monbijoustrasse 29 zu zügeln. Hier teilten wir die

Kaffeepause mit Brot für alle und STEP und waren stets gut informiert über deren

Kampagnen. Im Frühsommer waren wir meist halb betäubt vom intensiven Duft der

blühenden Akazien an der Monbijoustrasse.

Wegen Eigenbedarfs der Vermieterin mussten wir die Monbijoustrasse 29 verlassen.

Nein, treppab ging es nicht mehr im August 2003, sondern wieder in den zweiten

Stock an die Schwarztorstrasse 18. Wer uns schon einmal besucht hat, weiss, dass

wir nun sehr vornehm residieren, mit Parkettböden und Stuckaturen an der Decke. Wir

teilen uns die grosszügigen Räume mit den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn

(Sitzungszimmer) und Transparency International, einer Anti-Korruptionsorganisation.

Wir schätzen es sehr, dass unsere beiden Räume komfortabel und die ersten seit Anbeginn

der oeku neu angeschafften Büromöbel sehr zweckmässig sind. Nun ist unsere

kleine Odyssee zu Ende – so hoffen wir wenigstens für die nächsten Jahre. fh

2003–2006

2003 engagierte sich die oeku

für die Einführung der CO 2

-Abgabe und

2005 schrieb die oeku im Blick

Die oeku äusserte sich Ende 2005

im Abstimmungskampf in der Träger-

arbeitete in der «Koalition für eine ver-

auf das 20-Jahr-Jubiläum den «oeku-

kritisch zum sogenannten «Entsor-

schaft der Atom-Initiativen für den

antwortungsvolle Klimapolitik» mit.

Preis» aus.

gungsnachweis» der Nationalen Ge-

Ausstieg aus der Atomkraft.

Die Mitgliederversammlung

nossenschaft für die Lagerung radio-

2004 begann eine neue Themen-

der oeku beschloss im Jahr 2005

aktiver Abfälle NAGRA.

reihe zur SchöpfungsZeit im Rahmen

eine neue, einheitliche Namens-

2005 unterschrieb die oeku eine

der Dekade des Ökumenischen Rates

gebung für die ganze Schweiz:

Leistungsvereinbarung mit der Co-Fi-

der Kirchen «Überwindung von Ge-

oeku Kirche und Umwelt, oeku

nanzierung FO/RKZ, die ihr die Un-

walt». Ökologische Kreisläufe, Le-

Eglise et environnement, oeku

terstützung der katholischen Kirche

benshunger, Ökologie der Zeit und

Chiesa e ambiente, oeku Baselgia

Schweiz von 2006 bis 2009 sichert.

Energie wurden thematisiert.

ed ambient. Die oeku-Publikati-

2004/05 engagierte sich die oeku

onen erhielten mit dieser Ent-

gemeinsam mit Umweltorganisationen

scheidung ein neues Gesicht.


9

Praktischer Umweltschutz

Seit ihrer Gründung unterstützt die oeku Kirchgemeinden

in Fragen zum praktischen Umweltschutz. Sie gab Leitfäden

heraus, organisierte Kurse und vermittelte Fachpersonen.

«Welche Kerzen und Blumen sollen wir für die Dekoration unserer Kirche verwenden?»,

«Ist eine Holzschnitzelheizung besser oder sollen wir unsere Gebäude weiter

mit Öl beheizen?», «Wenn der neue Pfarreiparkplatz gebaut wird, dann tun wir das

Gegenteil dessen, was wir in aller Welt predigen...»

Als «Arbeitsstelle für Umweltfragen» war die oeku von Anfang an mit praktischen

Fragen zum Umweltschutz konfrontiert. Oft stand dabei das Energiesparen im Vordergrund;

es ging aber auch um exotischere Themen. So wurde etwa nach dem

besten Standpunkt für Mobilfunkantennen und nach dem «ökologisch richtigen»

Vorgehen bei Wespen im Dachstock gefragt. Die oeku reagierte auf die Nachfrage

mit praktischen Tipps, mit der Organisation von Kursen, mit der Herausgabe von

praktischen Leitfäden und mit der Vermittlung von Fachpersonen.

So lud die Weihnachtsaktion «schöpferisch schenken» 1988 dazu ein, bei Weihnachtsgeschenken

die Anliegen der Umwelt zu berücksichtigen. Im selben Jahr erarbeitete

die oeku eine «Ökobilanz» für Kirchgemeinden. Ein Fragebogen zu den Bereichen

Energie, Abfälle, Ernährung, Verkehr und Begrünung wurde in neun Pilotgemeinden

und in einem Kloster getestet. Die damals sehr aktiven kirchlichen Ökogruppen und

die ökologische Aufbruchstimmung in den 80er-Jahren waren dabei eine grosse Hilfe.

Ebenfalls 1988 wurde ein kleiner Ratgeber zum Sparen von Heizenergie in Kirchgemeinden

erarbeitet. Daraus entwickelten sich später die Energiesparkurse, die seit

1993 vom Bundesamt für Energie finanziell unterstützt werden. Das Kurskonzept

wurde 1998 überarbeitet und die Kurse «Energie in Kirchen» neu aufgegleist.

Eine erste Sammlung von praktischen Umwelttipps erschien 1993 unter dem Titel

«Von Fledermäusen, Wärmepumpen und anderen Kreaturen – gelebte Mitgeschöpflichkeit

im kirchlichen Alltag». 2001 wurde das «Umwelthandbuch für Kirchgemeinden»

in einer Auflage von 800 Exemplaren herausgegeben. Praktische Tipps finden

sich auch in den Materialien zur jeweiligen Aktion SchöpfungsZeit sowie im demnächst

erscheinenden «Umwelt-Handbuch für den kirchlichen Unterricht». ak

Energie in Kirchen

Kirchen sind für uns Christen

keine Gebäude wie andere. Es

sind Gotteshäuser. Auch in energietechnischer

Hinsicht sind

sie etwas besonders. Es gibt

kaum andere historische Gebäude,

welche ursprünglich überhaupt nicht

beheizt wurden und heute ohne Heizung

kaum mehr nutzbar wären.

Den Komfort möchten wir nicht missen und

gleichzeitig wissen wir, dass unser Energiekonsum

die Schöpfung gefährdet. Ein Zuviel

an Wärme schadet zudem den wertvollen

Bauten, Altären, Bildern und Orgeln.

Unsere arbeitsteilige Welt verleitet uns,

Fragen des Glaubens und weltliche Aspekte

isoliert zu betrachten. Die oeku Kirche und

Umwelt hilft, alle Aspekte vereint anzugehen.

Ihr hervorragender Draht zu den Kirchgemeinden

ermöglicht ihr, das notwendige

Rüstzeug in theologischer wie technischer

Hinsicht zu vermitteln. Und nicht zuletzt: Sie

tut das mit viel Kontinuität seit 20 Jahren!

Ich gratuliere ganz herzlich zu diesem hervorragenden

Leistungsausweis und wünsche

der oeku und den Menschen, die dahinter stehen,

weiterhin viel Erfolg in ihrer wichtigen

Tätigkeit.

Peter Graf war an der Entwicklung und Durchführung

der Kurse «Energie in Kirchen» beteiligt. Er hat praktische

Erfahrungen als Ingenieur und als Mitglied einer

Kirchenpflege und hielt an verschiedenen Kursorten

das Hauptreferat. Weitere technische Informationen:

www.basler-hofmann.ch

Mitgliederversammlung 2006

Für die Teilnahme an der Mitgliederversammlung melden Sie sich

bitte bei der oeku vorgängig an. Um 13 Uhr erfolgt die Verleihung

des oeku-Preises im Rund der Zirkusmanege (ohne Anmeldung).

Einundreissig Kirchgemeinden und kirchliche Gruppen haben sich

um diesen Preis beworben. Zur Preisverleihung sind die Medien, die

Wettbewerbs-Teilnehmenden sowie der oeku nahestehende Personen

herzlich eingeladen. Den Eintritt für die Nachmittagsvorstellung des

Circus Monti in Solothurn bitten wir Sie, selber zu übernehmen.

Tickets für die Vorstellung um 15 Uhr können reserviert werden bei

www.circus-monti.ch oder unter der Nummer 056 622 11 22.

Programm 13. Mai 2006

10.00–11.30h Mitgliederversammlung 2006

11.30–13.00h Biologisches Mittagessen im Buffetzelt

13.00–14.00h Jubiläumsfeier und Verleihung «oeku-Preis»

15.00–17.00h Nachmittagsvorstellung des Circus Monti


10 Nachrichten 1 2006

20 Jahre nach Tschernobyl

Am 26. April 2006 jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 20. Mal. Die russischorthodoxe

Kirche erinnert in einem Aufruf an diesen denkwürdigen Jahrestag. Ein Gottesdienstvorschlag

von Professor Michael Rosenberger aus Linz findet sich im Internet.

Die russisch-orthodoxe Kirche hat ihre Gemeinden dazu aufgerufen,

der Opfer des GAUs in Tschernobyl zu gedenken. Am

30. April, dem ersten Sonntag nach dem Jahrestag, soll für

die Menschen gebetet werden, die als Retter bei den Löscharbeiten

verstrahlt worden oder an den Folgen der Katastrophe

erkrankt sind.

Zur Atomenergie-Frage hat sich die oeku – teils zusammen

mit den grossen Landeskirchen – bereits verschiedentlich klar

geäussert (siehe auch letzte oeku-Nachrichten). Sie schliesst

sich dem Aufruf der russisch-orthodoxen Kirche an und empfiehlt

für die Gestaltung von Gottesdiensten und Aktionen in

Kirchgemeinden die Website www.dsp.at/ka/tschernobyl.htm

mit Liedern, Predigtvorschlägen und Informationen. Die uns

bekannten geplanten Aktionen sind in der Agenda auf Seite 11

aufgeführt. Aus dem von Prof. Michael Rosenberger gestalteten

Gottesdienstvorschlag stammt auch die folgende Fürbitte:

Fürbitte für Tschernobyl

Gott, du bist in deiner grenzenlosen Güte für uns Menschen da,

auch wenn wir deine Wege verlassen und deine Fingerzeige für

unser Leben übersehen. An dich richten wir unsere Bitten:

• Für alle Opfer der Katastrophe von Tschernobyl, Menschen

und Tiere, die auf Grund der atomaren Verstrahlung verstorben

sind.

• Für all jene, die bis heute unter den Schäden der atomaren

Katastrophe leiden, weil sie psychisch oder physisch

erkrankt sind.

• Für alle, die damals ihre Heimat verloren und bis heute

um ihr geliebtes Land trauern, das ihnen auf Grund der

Verseuchung für immer genommen wurde.

• Für alle Opfer radioaktiver Verstrahlung weltweit – ob

durch mangelnde Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz,

durch Atomwaffen oder aus anderen Gründen.

• Für alle, die den Opfern von Tschernobyl helfend zur Seite

standen und stehen und ihnen so deine Nähe spürbar und

erfahrbar machen.

• Für die Verantwortlichen in Politik und Forschung, in deren

Händen die Zukunft vieler Menschen und der Erde liegen.

• Für uns alle, die wir einen allzu sorglosen und verschwenderischen

Lebensstil praktizieren anstatt unseren Energieverbrauch

auf ein zukunftsfähiges Mass zu reduzieren.

20 Jahre seit dem GAU in Tschernobyl

Die Reaktorexplosion in Tschernobyl ereignete sich in der Nacht

vom 25. auf den 26. April 1986 während eines Tests. Der Reaktor

geriet dabei ausser Kontrolle. Es kam zu einer gewaltigen Explosion. Bei

Temperaturen von über 2000 Grad Celsius schmolzen die Brennelemente.

In einem regelrechten Feuersturm wurden die radioaktiven

Spaltprodukte, die aus der Kernschmelze austraten, in die

Atmosphäre gesogen – einhundertmal mehr Radioaktivität als bei

den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki wurde

freigesetzt. Landstriche in Belarus, Russland und der Ukraine wurden

radioaktiv kontaminiert. Gesteuert von den unterschiedlichen

Wetterverhältnissen in den Tagen nach dem Unfall, verteilte sich

die Radioaktivität überdies grossräumig – auch in die Schweiz.

Die für die Löscharbeiten eingesetzten 600 Männer der Feuerwehr

sind die am höchsten verstrahlte Personengruppe. 31 Helfer starben

nach kurzer Zeit. An den Aufräumungsarbeiten in Tschernobyl

waren bis 1989 rund 800’000 Männer beteiligt, die bis heute

unter den gesundheitlichen Folgen dieser Einsätze leiden. Mindestens

1800 Kinder und

Jugendliche sind in Belarus

aufgrund der Reaktorkatastrophe

an Schilddrüsenkrebs

erkrankt. Es wird

befürchtet, dass in den

kommenden Jahrzehnten

8000 bis 100’000 Personen

zusätzlich an den Folgen

von Tschernobyl erkranken

könnten. zg

Informationen aus: www.chernobyl.info. Das Greenpeace-Foto mit den

beiden Tschernobyl-Kindern gewann 2005 den International Press Award.

Hilfe für Tschernobyl

Green Cross Schweiz setzt sich für die Bewältigung der Folgeschäden aus Industrie-

und Militärkatastrophen ein. Im Vordergrund steht die Verbesserung der

Lebensqualität von Menschen, die durch chemische, radioaktive und andersartige

Verseuchungen betroffen sind: Green Cross Schweiz, Fabrikstrasse 17, 8005 Zürich,

Tel. 043 499 13 13, info@greencross.ch, www.greencross.ch, PC 80-576-7


Büchertipp

Tierisch ...

11

Gérer la création

Marc Stenger, évêque de Troyes et président de

Pax Christi France, vient de publier un ouvrage

avec le titre « Planète vie – planète mort. L’heure

des choix ». Structuré en trois parties (état

des lieux, réflexion théologique, témoignages)

et bénéficiant des contributions de 28 auteurs

internationaux, dont Kurt Zaugg-Ott d’oeku en

Suisse, l’ouvrage constitue un excellent dossier

de référence. Le discours de Paul VI lors de la

première conférence des Nations Unies sur l’environnement,

le 5 juin 1972, est particulièrement

remarquable, tout comme l’est la relecture,

à l’aune du développement durable, d’une encyclique

comme Pacem in Terris de Jean XXII (1963).

Néanmoins, tout en se distinguant d’une quelconque idolâtrie de la nature, c’est

bien chez un saint François d’Assise ou un Teilhard de Chardin que l’Eglise devra

chercher l’inspiration nécessaire pour forger, après la théologie de la libération, une

véritable théologie de la création, ancrée au cœur de la foi et non exclusivement

rationnelle. Terminons sur une citation: « L’Eglise demeure un lieu de contestation

radicale de ce qui dans la société opprime l’homme et détruit la nature » (Pascal

Roux). Ce sont des messages de ce type qu’il faut désormais et méditer et marteler,

pour que l’homme mette son savoir-faire à construire et non à détruire le monde.

René Longet, président d‘equiterre et conseiller administratif de la Ville d‘Onex

Marc Stenger, « Planète vie – planète mort. L’heure des choix ». Cerf, Paris 2005, 278 p.

Anlässe zum 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl

Heiliggeistkirche Bern: 25.4., 10–18 Uhr: Mahnwache | Greenpeace-Banner an der Kirche |

26. April, 12.30 Uhr: Mittagskirche «Stille, Musik, Wort» mit A. Karnusian, Saxophon; D. Egli,

Percussion; Pfrn. Ursula Dini | 26.4., 14 Uhr: Solidaritätskundgebung auf dem Waisenhausplatz

Offene Kirche Elisabethen Basel: 25.4., 10–14 Uhr Mahnwache vor der Elisabethenkirche |

26.4., 12–13h , Gedenkstunde mit Klavierprelude und Liturgie von André Feuz und Kurt Zaugg-Ott

Predigerkirche Zürich: 26. April, 12.15 Uhr: Mittagsgebet mit Pfarrerin Renate v.Ballmoos |

Mahnwache durch Mitglieder von Green Cross Schweiz vor der Kirche

Weitere Informationen: www.greenpeace.ch, www.greencross.ch, www.ippnw.ch

SILVIVA-Sommerferien 2006

Der Bergwald als Begegnungs-, Erholungs- und Lernstätte bildet das Herzstück der SILVIVA

Familienferien. Die Organisation für Umweltbildung und Wald führt Ferien mit Waldabenteuern

für die Kinder durch. Zum Beispiel vom 10.–15. Juli im Centovalli, vom 17.–22. Juli bei den

Steinböcken im Hinterrheintal oder vom 31. Juli–5. August in einem jurassischen Zauberwald.

Weitere Informationen: www.silviva.ch/freizeit

Dritter nationaler Tag der Hochstammbäume

«Hochstamm Suisse» und der Schweizer Vogelschutz SVS weisen mit Exkursionen und Most-

Degustationen auf die Bedeutung der Hochstamm-Bäume für Kulturlandschaft und Natur hin.

29. April 2006, www.hochstamm-suisse.ch

Agenda

Echte Hasen

Wer echte Feldhasen interessanter findet als

Schokoladehasen, kann diesen in der Osterzeit

auf die Schliche kommen. Verschiedene

Umweltorganisationen bieten Feldhasen-Exkursionen

unter fachkundiger Leitung an und

informieren auf erlebnisreichen Abend- oder

Nachttouren über die Lebensweise der Langohren.

Exkursionen werden zum Beispiel in

Basel, im schaffhausischen Klettgau und im

Berner Seeland angeboten.

www.wildtierforschung.ch > Exkursionen

www.adikom.ch > Exkursionen > Feldhase

www.vhs-seeland.ch > Kurse > Gesellschaft

Naturfarben für Ostereier

Was Hersteller von chemischen

Farben können, kann

die Natur schon lange: Erstklassige

und völlig ungiftige

Farbstoffe zum Färben von Ostereiern

liefert sie zuhauf. Neben

der klassischen Zwiebelschale für

Brauntöne auch Mate-Grün, Sandelholz-Rot

oder Annattosamen-Gelb. Gut sortierte Apotheken

verkaufen mindestens 10 Naturfarben

in den unterschiedlichsten Tönen.

www.pharmavista.ch/news/PVP/0001227D.htm

Bereit für Lumpaz

Was tun, wenn Lumpaz – der «Schweizer Bär»

– nach seinem Winterschlaf wieder bei uns

auftaucht? Behörden, Schafzüchter, der WWF

und weitere Kreise erarbeiten gemeinsam ein

«Konzept Bär Schweiz». Es soll Grundsätze

über den Schutz, den Abschuss und Fang, über

Prävention und Schadenermittlung enthalten.

Dabei sollen Herdenschutz und Verhaltensregeln

ins Konzept integriert werden.

Weitere Informationen: www.wwf.ch/baer

Biber im Vormarsch

Der Biber ist wieder heimisch in der Schweiz.

Der grösste Bestand findet sich im Kanton

Thurgau. Grund genug für das Naturmuseum

in Frauenfeld, dem Nager eine Sonderausstellung

zu widmen.

Ausstellung im Naturmuseum in Frauenfeld bis zum

8. Mai 2006, www.naturmuseum.tg.ch


Mitteilungen

Französischsprachige

oeku-Homepage aufgeschaltet

Im Zuge des neuen grafischen Auftrittes der

oeku wird anfangs April 2006 die überarbeitete

oeku-Homepage aufgeschaltet. Die

Gestaltung und die frischen Farben des

«Corporate Designs» wurden aufgenommen.

Dabei blieben Funktionalität und einfache

Verfügbarkeit der Seite oberste Priorität.

Auf vielfältigen Wunsch aus der Romandie

erscheint die Seite www.oeku.ch neu zweisprachig

auf deutsch und französisch. Die

Gestaltung wurde von Dominik Schmid übernommen,

einem frisch diplomierten Umweltnaturwissenschafter

der ETH Zürich.

Auf Ihre Rückmeldung sind wir gespannt!

Diese Jubiläumsnummer wurde von unserer Hausdruckerei unterstützt.

Basis druckt seit zwanzig Jahren zuverlässig für die oeku.

AZB

3001 Bern

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine