Nr. 2 - oeku Kirche und Umwelt

oeku.ch

Nr. 2 - oeku Kirche und Umwelt

OeKU

Nachrichten

Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt

Nummer 2, Juni 2003

Bäuerinnen und Konsumenten

ziehen am gleichen Strick

VON SIMONETTA SOMMARUGA

Die OeKU-Mitgliederversammlung

schloss mit einem Spaziergang am

Wasser; an der schönen, grünen, unergründlichen

Aare und am Bach

entlang, in dem uns das Wasser so

einladend klar entgegenströmte.

Geführt von Gerhard Amman, einem

begeisterten Visionär, durften wir

feststellen, wie viel Weitsicht, wie viel

tiefe Überzeugung und Einsatz, wie

viel Optimismus und schliesslich wie

viele Mittel es braucht, um eine natürliche

Auenlandschaft wieder herzustellen.

Solche Feuchtgebiete waren

im Kanton nahezu am Verschwinden.

Einige werden künftig der

Natur zurückgegeben – oder sie sind

bereits wieder renaturiert worden.

Könnte sich das Motto «Vorbeugen

ist besser als Heilen» auch in der

Achtung vor der Schöpfung bewähren?

Einer Schöpfung, die an jenem

Mainachmittag im Aargau so herrlich

zu erleben war. Anne Durrer

In dieser Ausgabe

Rückblick BEA-Fachseminar 2

Tagungen in Breslau und in Volos 3

Solarstrom von (Kirchen-)dächern 5

Neue Vorstandsmitglieder 6

Agenda, Buchbesprechung 7

Mitteilungen 8

Schwerpunkt

Stellungnahme Gentechfrei-Initiative 1, 4

Die Erwartungen einer grossen

Mehrheit der KonsumentInnen

sind klar und bestätigen sich seit

Jahren: Schweizer Lebensmittel

bieten in Bezug auf Qualität, Sicherheit,

Natürlichkeit und Tierschutz

einen Mehrwert. Nur wenn

die Landwirtschaft sich weiterhin

zum Ziel setzt, diese Erwartungen

zu erfüllen – und sich darin noch

zu verbessern –, kann sie damit

rechnen, dass sie von den Steuerzahlenden

weiterhin viel Geld erhält,

und dass ihre Produkte bei

der Schweizer und ausländischen

Kundschaft ankommen.

Begriffe wie «Natürlichkeit» und

«Naturnähe» stehen in direktem

Zusammenhang mit «Gentechfreiheit».

Schliesslich verbieten weltweit

sämtliche Organisationen des

Biolandbaus die Anwendung von

Gentechnologie bei Produktion

und Verarbeitung von Lebensmitteln.

Auch für die integrierte Produktion,

die in unserem Land vorwiegend

betrieben wird, bietet die

Gentechnologie keine Vorteile.

Die Schweizer Landwirtschaft hat

ganz andere Probleme: Sie kämpft

mit den ständig sinkenden Preisen

für Rohstoffe, währenddessen Lebensmittelindustrie

und -handel

die Lebensmittel verteuern. Und

sie muss sich behaupten gegen

eine landwirtschaftliche Produktion,

die ohne jede Rücksicht auf

Mensch, Tier und Natur hochsubventionierte

Nahrungsmittel auf

den Markt wirft.

Umso erfreulicher ist es, dass nun

eine ungewohnt breite Allianz am

gleichen Strick zieht. Sämtliche

Bauernverbände, Umwelt- und

Konsumentenorganisationen haben

gemeinsam die Gentechfrei-

Initiative lanciert. Die Initiative

verlangt, dass die Schweizer Landwirtschaft

für die nächsten fünf

Jahre gentechfrei bleibt. Das gibt

der Forschung Zeit, Risiken abzuklären,

denn Forschung und Medizin

sind von dieser Initiative

nicht betroffen.

Die Gentechfrei-Initiative steht für

die Solidarität zwischen Bauern

und Konsumenten, sie steht aber

auch für die Solidarität zwischen

Norden und Süden. Gerade deshalb

verdient sie breite Unterstützung!

Simonetta Sommaruga ist SP-Nationalrätin,

sie präsidiert die Stiftung für Konsumentenschutz

und Swissaid. Zusammen

mit dem Schweizerischen Bauernverband

hat sie die Initiative «für Lebensmittel aus

gentechnikfreier Landwirtschaft» lanciert.


OeKU-Nachrichten 2/03

Wasser – Segen und Bedrohung

Am 29. April hat im Rahmen der Präsenz der Kirchen an der BEA ein von

der OeKU mitorganisiertes Fachseminar stattgefunden. Fachleute und

Betroffene diskutierten die zunehmenden Überschwemmungen im Alpenraum,

deren Ursachen und Handlungsmöglichkeiten.

Der Berner Alttestamentler Walter Dietrich führte in die biblischen

Grundlagen zum Thema Wasser ein: Zu wenig Wasser sei der biblische

Normalzustand. Das Zuviel an Wasser gehöre zu den Schrekkensbildern

(Sintflut). Zu einem segen- und erfolgreichen Leben

gehöre aber eine ausreichende Wasserversorgung.

Wie wichtig die Kirche für die Opfer von Gondo war, berichtete

Josef Sarbach, Pfarrer des Katastrophendorfes. «Sie gab den Menschen

Halt, Sicherheit und Hoffnung.» Auch die Gewässerregulierung

könne Katastrophen nicht verhindern, erinnerte Jörg Frei,

Vorsteher des Wasser- und Energiewirtschaftsamtes des Kantons

Bern: «Die Flüsse und Gewässer müssen wieder mehr Freiraum bekommen.»

Der Klimatologe Professor Heinz Wanner ist überzeugt: «Der

Mensch beeinflusst das Klima heute gleich stark wie die Sonne und

die Vulkane.» Künftig werde es weniger häufig, dafür umso heftiger

regnen, befürchtet Wanner. Auch die Ökologin Ruth Kaufmann-

Hayoz ist sich sicher: «Wir bezahlen heute die Konsequenzen unseres

eigenen Handelns.» Gefordert sind wir als Einzelne, aber auch

als Gesellschaft. Gerade auch die Kirche solle sich vermehrt in die

ökologische Diskussion einmischen, wurde in der Publikumsdiskussion

angemerkt.

Gusti Pollak sinnierte über den Slogan der BEA-Plakate «Mehr absahnen»

und veränderte ihn angesichts der Klimaprobleme in «Meer

ab Saanen». Pollak sorgte mit seinen kabarettistischen Einlagen

während der Fachtagung für Entspannung und für gute Stimmung.

Kurt Zaugg-Ott

Die TeilnehmerInnen des Podiums amüsieren sich über eine Einlage von Gusti Pollack. Von links: Jörg Frei,

Wasser- und Energiewirtschaftsamt Bern, Prof. Ruth Kaufmann-Hayoz, Prof. Heinz Wanner, Roland Jeanneret,

Moderation, Renata Imseng, Gemeindepräsidentin von Baltschieder und Pfarrer Josef Sarbach aus Gondo.

IMPRESSUM – Herausgeber/Editeur: Oekumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt (OeKU)/

Communauté Oecuménique de Travail Eglise et Environnement (COTE), PF/CP 7449, 3001 Bern, T 031 398 23 45, F

031 398 23 47, Mail: info@oeku.ch, Net: www.oeku.ch Redaktion/Rédaction: Kurt Zaugg-Ott (zg), Simonetta

Sommaruga, Walter Ludin, Kurt Aufdereggen (ak). Layout: ak. Übersetzung/Traduction: Martine Besse, Biel. Druck,

Versand/Impression, diffusion: Basisdruck, Waldhöheweg 33A, 3013 Bern. Adressänderungen bitte an OeKU.

EnergieSchweiz

hilft Wasser sparen

Die Schweiz führt die europäische

Wasser-Verbrauchsliste an: Pro Tag

und Kopf werden sage und schreibe

165 Liter Trinkwasser verbraucht

und nur 3 Prozent davon

für Kochen und Trinken! Der

Rest geht für Toilettenspülen, Baden

und Duschen den Bach runter.

Wasser sparen macht also Sinn und

spart zudem Energie beim Heizen

und Pumpen – ein Thema wie gemacht

für das Programm Energie

Schweiz: An nur zwei Samstagen

wurden deshalb in der Energiestadt

Luzern rund 5 000 Wassersparsets

(wie unsere OeKU-Clics) verkauft.

Mit dem Erlös wird ein Trinkwasserprojekt

in Mali unterstützt.

Neue Energiestädte…

St. Gallen, Frenkendorf, Frauenfeld,

Roggwil, Windisch und Dietikon.

Wir gratulieren!

und «Spar»programme

Die OeKU ist am Programm von

EnergieSchweiz mit den beliebten

Herbstkursen «Energie in Kirche

beteiligt. Die Finanzierung nach 2004

ist bei der gegenwärtigen «Spar»-

runde des Bundes nicht gesichert.

Im Rahmen eines Entlastungsprogrammes

soll nämlich das Programm

zur Förderung erneuerbarer Energien

und effizienter Energienutzung

kurzerhand aufgehoben werden.

Wir rufen alle OeKU-Mitglieder

dazu auf, sich für das echte Sparprogramm

EnergieSchweiz einzusetzen

und mögliche Kontakte zu PolitikerInnen

und Verwaltung für die

Meinungsbildungsarbeit zu nutzen.

2


OeKU-Nachrichten 2/03

Umweltarbeit der Kirchen in Europa

Bildung muss zum Handeln führen – Umwelt-Konsultation der europäischen Bischofskonferenzen

CCEE vom 15.–18. Mai 2003 in Breslau. Für die OeKU dabei: Walter Ludin

Grosse Augen machte meine Bekannte in der

ehemaligen DDR, als ich ihr erzählte, ich sei auf

dem Weg zu einem Kongress mit dem Thema «Kirche

und Umwelt». Was denn die beiden Dinge

miteinander zu tun hätten?

Diese Begegnung war ein guter Einstieg in die

5. Umwelt-Konsultation, welche der Rat der europäischen

Bischofskonferenzen/CCEE im polnischen

Wroclaw, dem ehemaligen Breslau, durchgeführt

hat (15.–18. Mai 2003). Ich durfte hier wie

schon in den beiden Vorjahren als Vorstandsmitglied

der OeKU die Schweiz vertreten. Und auch

diesmal konnte ich ein bisschen stolz sein auf unsern

«Club». Viele der 60 Delegierten aus 22 Ländern

wären froh, sie hätten zuhause eine solche

Einrichtung. Manche von ihnen gratulierten mir

zu den OeKU-Tätigkeiten. Auf besonderes Interesse

stiess in diesem Jahr unser Handbuch und die

Tatsache, dass wir schon zum 11. Mal die SchöpfungsZeit

durchführen.

Wichtige Texte der Konsultation im Internet: www.ccee.ch

Unser Treffen in der alten schlesischen Stadt

stand unter dem Motto: «Bildung für Schöpfungsverantwortung

und nachhaltige Entwicklung». In

der Schlusserklärung heisst es: «Zunehmend wird

deutlicher, dass die Lösung der globalen ökologischen

Probleme nur durch einen grundlegenden

Bewusstseinswandel der Menschen in den industrialisierten

Ländern zu erreichen ist.» Dieser

Bewusstseinswandel, so wurde öfters betont, ist das

«Kerngeschäft» der Kirchen. Eine ihrer zentralen

Inhalte lautet: «Die Schöpfung hat einen Eigenwert.

Sie ist nicht bloss dazu da, dem Menschen

zu dienen.»

Ein Pädagogik-Professor zeigte auf, dass der

Ausgangspunkt der Umweltbildung das persönliche

Erlebnis sein muss. Ebenso wichtig sei es, dass

die Bildung zu konkretem Handeln führt. Allgemeine

Informationen haben die Leute eh schon

genug.

Walter Ludin

Eine kurze biblische Meditation «Mitfühlen mit der Schöpfung»

von Walter Ludin durchgeführt in Breslau: www.kapuziner.org

Nachhaltigkeits-Treffen im griechisch-orthodoxen Umfeld – Versammlung des Europäischen

Christlichen Umweltnetzes ECEN der Konferenz der Europäischen Kirchen KEK

Vor fünf Jahren ist das Europäische Christliche

Umweltnetzwerk (ECEN) gegründet worden. Vom

6.–11. Mai 2003 fand in Volos, Griechenland die

Vierte Versammlung des Netzwerks statt. Kurt

Aufdereggen hat an der Versammlung die OeKU

und den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund

SEK vertreten.

Ein Arbeits-Schwerpunkt der Tagung war die

Auswertung des Weltgipfels zur nachhaltigen Entwicklung

2002 in Johannesburg. Jan Pronk, der

UNO-Beauftragte für nachhaltige Entwicklung,

hielt in Volos das einleitende Referat und nahm

eine Einschätzung des Gipfels vor.

Ein weiterer Schwerpunkt war das UNO-Thema

des Jahres: Wasser. Fritz Brugger – ein ehemaliger

OeKU-Mitarbeiter – unterstrich vor den 60 Teilnehmenden

die Dringlichkeit des Problems. Wasser ist

in manchen Ländern ein knappes Gut geworden.

Obwohl der Gipfel von Johannesburg erklärte, dass

die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu Wasser

und sanitären Einrichtungen haben, bis zum

Jahre 2015 um die Hälfte reduziert werden müsse,

sind bisher keine Massnahmen vorgesehen, dieses

Ziel umzusetzen. Den Kirchen fällt in diesem

Bereich eine wichtige Rolle zu.

Bei vielen persönlichen Gesprächen, in den Arbeitsgruppen

und im Plenum stiess die Arbeit der

OeKU auf reges Interesse. Lukas Vischer ist als

Mitglied des Enabling Team massgeblich an der

Ausrichtung des Netzwerks beteiligt und brachte

– zusammen mit seiner ebenfalls anwesenden Frau

Barbara Vischer – wertvolle Beiträge ein.

Daneben bildete der geschäftliche Teil einen

nicht unwesentlichen Teil des Treffens. Das ECEN

kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten und seine

Zukunft hängt am Willen der Europäischen

Kirchen, das Projekt angemessen finanziell zu

unterstützen.

Kurt Aufdereggen

Texte und Bilder der Versammlung unter www.ecen.org und bei

der OeKU-Arbeitsstelle.

3


OeKU-Nachrichten 2/03

Gentechfrei-Initiative soll

zur Abstimmung kommen

Im Juni hat der Ständerat das Gen-Schutz-Moratorium aus dem Landwirtschaftsgesetz

gekippt. Damit kommt die Gentech-Moratoriums-Initiative zum Zug, die von einer breiten

Koalition getragen wird. Das Sammelziel von 120 000 Unterschriften ist bereits erreicht,

die den OeKU-Nachrichten beigelegten Unterschriftenbogen können das gute Resultat

noch verbessern. Der OeKU-Vorstand empfiehlt die Unterstützung der Initiative.

Die Initiative für «Lebensmittel aus gentechnikfreier

Landwirtschaft» verlangt, dass die schweizerische

Landwirtschaft für die Dauer von fünf Jahren nach

Annahme der Initiative gentechnikfrei bleibt. Es dürfen

während dieser Zeit keine gentechnisch veränderten

Pflanzen, kein gentechnisch verändertes Saatgut

und keine gentechnisch veränderten Tiere eingeführt

oder in Verkehr gebracht werden. Die gentechnische

Forschung sowie medizinische Anwendungen

der Gentechnik sind vom Moratorium nicht betroffen.

Die Initiative ist breit abgestützt. Im Initiativkomitee

sind beispielsweise der Bauernverband, Tier- und Umweltorganisationen

und die Stiftung für Konsumentenschutz

vertreten. Das fünfjährige Moratorium ist

ein Anliegen, das in den eidgenössischen Räten bei

der Diskussion der Genlex-Gesetzgebung nur knapp

unterlegen ist.

Der OeKU-Vorstand hat 1998 im Hinblick auf die

Abstimmung über die Genschutz-Initiative ein Positionspapier

zur Gentechnologie erarbeitet, das auch

für die Beurteilung der vorliegenden Initiative als

Grundlage dienen kann. Folgende ethische Kriterien

formulierte die OeKU damals zur Beurteilung der

Gentechnologie: Würde der Kreatur, Gerechtigkeit,

Risikominimierung und Nachhaltigkeit. Insbesondere

Freisetzungen beurteilte der OeKU-Vorstand kritisch:

Angesichts des Risikos beispielsweise des Überspringens

von Genen von gentechnisch veränderten

Nutzpflanzen auf Wildpflanzen sei höchste Vorsicht

geboten. Freisetzungen dürften nur aus gewichtigen

Gründen, und wenn keine Alternativen vorhanden

seien, erlaubt werden. Heute bestehen keine «gewichtigen

Gründe» für die Inverkehrsetzung gentechnisch

veränderter Nahrungsmittel. Die Aussicht auf wirtschaftlichen

Gewinn allein kann nicht als gewichtiger

Grund gelten. Demgegenüber ist das Recht der

Konsumentinnen und Konsumenten, Nahrungsmittel

aus gentechfreier Produktion einkaufen zu können,

höher zu gewichten. Mit einem fünfjährigen

Freisetzungs-Moratorium bleibt Zeit für die dringend

notwendige Risikoforschung. Bezüglich Chancen und

Risiken transgener Organismen, insbesondere was die

Nebenwirkungen auf die belebte und unbelebte

Umwelt betrifft, bestehen noch erhebliche Wissensdefizite.

Dies belegt eine Studie der Forschungsanstalt

für Agrarökologie und Landbau (FAL Reckenholz).

Der OeKU-Vorstand empfiehlt darum, die

Gentechfrei-Initiative zu unterstützen.

Facts and Figures

• Der Anbau von Gentech-Pflanzen beschränkt

sich auf Soja, Baumwolle, Raps und Mais: Futtermittel

für den Fleischkonsum der Industrieländer.

• 78% aller transgenen Pflanzen sind mit einer

Herbizidresistenz ausgestattet, was bedeutet: das

Saatgut kann ohne das firmeneigene Totalherbizid

nicht überleben.

• Die Basler Syngenta ist eine Marktführerin im

Pflanzenschutz und beschäftigt 20 000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in über 90 Ländern.

• Gemäss Syngenta sind einige Anwendungen der

Gentechnologie in der Entwicklung weit vorangeschritten

und kommen in den nächsten fünf Jahren

auf den Markt. Dazu gehören insektentoleranter

Mais und eine geschmacksverbesserte Banane mit

längerer Haltbarkeit. Syngenta entwickelt auch eine

neue Maissorte für die Ethanolherstellung.

• Die Larve des Maiszünslers vernichtet weltweit

jährlich ca. 7% der Maisernte. Nach der Aussaat

von gentechnisch verändertem Bt-Mais

braucht sich die Bäuerin nicht mehr um den Zünslerbefall

zu sorgen – die Pflanzen tun es selber.

• «Der Mensch will nichts so haben, wie es die

Natur gebildet hat, selbst den Menschen nicht.»

(Jean-Jacques Rousseau)

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OeKU-Nachrichten 2/03

Himmlischer Strom in Basel und Bern

Kirchenstrom an der sun 21

Die Einweihung der erweiterten Solaranlage

auf der Tituskirche war zugleich der Auftakt

zur sun21. Damit übernimmt die Titusgemeinde

einmal mehr Vorbildfunktion.

Bereits vor 12 Jahren ist die Titus Gemeinde mit

gutem Beispiel vorangegangen und installierte eine

Photovoltaikanlage auf dem Dach ihrer Kirche.

Damit leistet sie einen Beitrag zur Erzeugung von

erneuerbaren Energien mit hohem Symbolwert.

Diese Anlage ist nun von drei auf zehn Kilowatt Leistung

ausgebaut worden. Doch nicht genug: Das

Geld, welches durch den Stromverkauf eingenommen

wird (bis zu 6 000 Franken pro Jahr), soll einem

Entwicklungsprojekt im Süden zu Gute kommen.

Um eine möglichst optimale Verwendung der

Gelder sicherzustellen, sind drei mögliche Projekte

durch eine Studentengruppe der Universität Basel

untersucht und bewertet worden.

Nach dem Gottesdienst vom 22. Juni konnte die

Anlage in einem Einweihungsfest in Betrieb genommen

werden. Die Feier war zugleich Auftakt

zur sun21. Zu den vielseitigen Veranstaltungen des

6. Internationalen Energieforums zählten u.a.:

Mini-Solar-Challenge der Vereinigung für Sonnenenergie

(SSES), Sunnemärt von SONNESchweiz,

Verleihung des «Prix Pegasus» für nachhaltige Mobilität

(Preisgeld Fr. 100 000.–), Faktor 4-Festival,

Intersolar – Fachmesse für Solartechnik. ak

Europarekord im Wankdorf?

Die OeKU ruft die Kirchgemeinden in der

Agglomeration Bern auf, von der geplanten

Photovoltaikanlage auf dem Wankdorf-

Stadion Solarstrom zu beziehen.

An einer gemeinsamen Medienkonferenz am 30.

April, zu der Swissolar, das Grüne Bündnis Bern,

Greenpeace und die OeKU eingeladen haben, wurden

die Bernischen Kraftwerke BKW aufgefordert,

den Vollausbau der Solaranlage auf dem Wankdorf-

Stadion zu realisieren. Die BKW hatte im Dezember

2002 bekanntgeben, nur eine Anlage von 600 Kilowatt

realisieren zu wollen. Die Dachfläche bietet hingegen

Platz für eine doppelt so grosse Anlage. Die

OeKU hat nun mit einer Briefaktion bei den Kirchgemeinden

der Agglomeration Bern für den Bezug

von Solarstrom geworben. Da bisher praktisch alle

politischen Vorlagen gescheitert sind, die die Förderung

erneuerbarer Energien zum Ziel hatten, liegt

die Verantwortung, erneuerbare Energien zu fördern

bei den Einzelnen und bei verantwortlichen

Institutionen wie beispielsweise den Kirchen.

In Deutschland engagieren sich Kirchgemeinden

stark für den Ausbau der Sonnenenergie. Im Rahmen

des Programmes «Kirchengemeinden für die

Sonnenenergie» wurden bis März 2002 auf kirchlichen

Gebäuden 267 Solarstromanlagen mit einer

Leistung von 1151 kWp in Betrieb genommen (vgl.

www.kirchendaecher.de).

zg

Willkommene Spenden zuhanden des «Verein Solardach Tituskirche, 4059 Basel»

können auf das Postcheckkonto 40-320835-1 eingezahlt werden.

Kuno Roth vom Komitee «Pro Solarstadion Wankdorf» präsentiert ein Modell des neuen Wankdorf-Stadions, wie es bei

vollem Solarausbau aussehen könnte. Von links auf dem Podium: Sabine Gersch (Grossrätin Grünes Bündnis), Kurt Zaugg-

Ott (OeKU), Yves Christen (Nationalratspräsident und Präsident Swissolar), Simonetta Sommaruga (Gemeinderätin Köniz)

und Kuno Roth (Greenpeace Regionalgruppe Bern). Weitere Informationen: www.solarstadion.ch

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OeKU-Nachrichten 2/03

Neue OeKU-Vorstandsmitglieder

Sr. Sigrid Bachmann, Dr. phil. nat.

Biologin und Ordensschwester in Menzingen/ZG

• Primar- und Sekundarlehrerin mit

Schulpraxis im Kt. St. Gallen

• Theol.-franziskanische Ausbildung

zur Ordenschwester in Menzingen

• Biologiestudium an der Universität

Zürich mit Doktoratsabschluss und

Abschluss im Höheren Lehramt

• Seminarlehrerin am Primarlehrerinnenseminar

in Menzingen: Unterricht

in Biologie, Mathematik und Fachdidaktik

bis zur Pensionierung vor einem Jahr, Leitung von

Studienwochen in Umweltschutz-Projekten, Mitarbeit

in der Kant. Mathemathikkommission

Weitere Tätigkeiten:

• Mitarbeit in der Filmvisionierungsgruppe «Filme für

eine Welt» in Bern

• Delegierte der VONOS bei der OeKU

• Maturitätsexpertin in Biologie an der Kantonsschule

Zug und Rämibüehl Zürich

• Leiterin von Botanik-Exkursionen beim SAC Rossberg

und Kneipp-Verein Zug, etc.

Stephan Degen-Ballmer

Dr. theol., Pfarrer in Magden/AG

Ich heisse Stephan Degen-Ballmer,

habe Jahrgang 1964 und bin

seit 1994 zusammen mit meiner

Frau Regina im Pfarramt tätig. Ich

habe in Basel und Edinburgh

Theologie studiert und im Jahr

2000 zum Doktor der Theologie

promoviert mit einer Arbeit über

Natur- und Schöpfungsvorstellungen

in der Prozesstheologie und

der ostkirchlich-orthodoxen Theologie.

Wir leben zusammen mit unseren drei Kindern

Anna, Kezia und Jeremias in Magden im Kanton Aargau.

Nebst meinem Pfarramtspensum von 50% und

der Arbeit in Haushalt und Familie interessiere ich

mich sehr für umweltpolitische Themen.

Die Anliegen der OeKU habe ich schon immer als

sehr wichtig empfunden und wünschte mir, dass sie

noch stärker in unserer Kirche gehört werden. Ich

hoffe, dass ich dazu im Vorstand der OeKU etwas beitragen

kann.

6

Anne Durrer

Secrétaire de Justice et Paix, Berne

Depuis octobre 2002, je suis

secrétaire de la commission Justice

et Paix des évêques suisses.

Romande, pharmacienne de formation,

je travaille à Berne dans

des organisations nationales depuis

plus de dix ans. Le passage

d'une langue et d'une culture à

l'autre est devenu une seconde

nature. Je me réjouis de participer aux projets de la

COTE, d'une part parce que c'est un groupement

œcuménique qui fonctionne bien et qui fait rayonner

des «convictions vertes» dans d'autres milieux et,

d'autre part, parce que la COTE défend une valeur

qui m'est très chère, le respect de la création.

Franz X. Stadelmann

Dr. phil. nat., Produktleiter an der Eidgenössischen

Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau

in Reckenholz/ZH

• Geboren 1945 in Sursee/LU

• Biologiestudium in Freiburg i.

Ue., ETH Zürich und Uni Basel

• Mikroökologische Dissertation

über Schorferreger, mehrere

Studienaufenthalte in Europa

• 1976 Übertritt in die Eidg.

Forschungsanstalt für Agrikulturchemie

und Umwelthygiene

(FAC) in Liebefeld

• 1992-99 Leitung der FAC

• Verheiratet seit 1972, 2 Kinder

Seit der Integration in die Eidg. Forschungsanstalt

für Agrarökologie und Landbau (FAL) in Zürich-Rekkenholz

per 2000 leite ich als Geschäftsleitungsmitglied

das Produkt (Forschungsabteilung) «Umweltressourcen/Landwirtschaftlicher

Umweltschutz» (65 Mitarbeitende).

Fachbereiche sind: Bodenfruchtbarkeit/

Bodenschutz, Gewässerschutz/Stoffhaushalt/Düngung,

Lufthygiene/Klima und Umweltanalytik. Dazu

kommen Lehraufträge für Umweltschutz an der SHL

Zollikofen und für Agrarökologie an der ETH Zürich.

Mitzuhelfen, die Achtung von Schöpfung und Natur

in die kirchlichen Kreise nachhaltig und konkret

einzubringen, ist mir ein Anliegen.


OeKU-Nachrichten 2/03

BÜCHERTIPP

Die letzte Ölkrise

und danach

Rudolf Rechsteiner legt ein spannendes

neues Buch vor. Es thematisiert

die zunehmende Verknappung

beim Erdöl und den

Durchmarsch der neuen erneuerbaren

Energien. Nicht

Atomenergie, sondern Sonnen-,

Wind- und geothermische

Energie und die Erhöhung der

Energieproduktivität setzen sich weltweit durch.

Das Buch enthält über 200 Grafiken und ist übersichtlich strukturiert.

Es enthält alle Bausteine für den ökologischen Umbau: Von

der Technik bis zur Energiepolitik.

Rudolf Rechsteiner (1958), Ökonom, ist Dozent für praktische Umweltpolitik an der

Uni Basel und Nationalrat. Er präsidiert die ADEV Energiegenossenschaft und ist

Verfasser von zahlreichen Büchern und Publikationen zur Umwelt- und Sozialpolitik.

Grün gewinnt! Die letzt Ölkrise und danach. Orell Füssli 2003, 224 Seiten, Fr. 29.–

Agenda

Bodensee-Exkursion «Nachhaltigkeit»

Unter der Leitung von Daniel Schmid-Holz findet am Wochenende vom 5.–6. Juli eine

Exkursion in der Bodenseeregion statt.

Ausführliche Informationen: www.boldern.ch

Experimenteller Gottesdienst «Der Speise gibt allem Fleisch»

Experimenteller Gottesdienst für Zweibeiner und Vierbeiner in der Offenen Kirche

St. Leonhard in St. Gallen.

Sonntag, 24. August, 19.00 Uhr. www.offenekirche.ch

Wartensee-Sonntag «Wasser – mehr als H 2


Aktionstag zum Thema Wasser mit Kinderprogramm und Ateliers zur Vertiefung im

Schloss Wartensee in Rorschacherberg. Mit Dr. Joan Davis, Andreas Fischer und Team.

Sonntag, 31. August, 11.00–16.40 Uhr. www.ref.ch/sg/wartensee

«Die grosse Wende» – Tiefenökologischer Workshop mit Joanna Macy

Prof. Dr. Joanna Macy wurde 1929 in New York geboren. Seit den 60er Jahren Engagement

in der Antirassismus- und Friedens- sowie der Antikernkraft-Bewegung. In den

70er Jahren Gründung der tiefenökologischen Bewegung. Bis Ende der 90er Jahre Professorin

für vergleichende Religionswissenschaften und Systemtheorie in Kalifornien.

Workshop im Sonneblick in Walzenhausen vom Donnerstag, 16. Okt., 18.00h bis Sonntag, 19. Okt. 2003,

16.00h, Veranstalter: Verein Wartensee und Arbeitsstelle kirchliche Erwachsenenbildung St. Gallen/Appenzell,

Kosten: 300.– bis 400.– (Selbsteinschätzung), Tel. 071 311 86 10

Wasser-Installation zur SchöpfungsZeit

Französische Kirche Bern, Vernissage am 30. August um 17.30 Uhr.

Kurse «Energie in Kirche

Bereits stehen zwei Daten für die Energiekurse im Herbst fest: Dienstag, 28.10. 2003

im ref. Kirchgemeindehaus von Brügg/BE und Mittwoch, 29.10. in Schwanden/GL.

Rückblick Friedhoftagung

Am 17. Mai 2003 führte die Kommission

«Bewahrung der Schöpfung»

in Aarau eine Tagung zum

Thema Bestattung mit über 114

Teilnehmenden durch. Das Referat

des Bestatters Ricco Biaggi aus Frick

zum Thema «Den Tod der Familie

zurückgeben» machte Mut zum Mitdenken,

wenn es darum geht, sich

von einem lieben Menschen zu verabschieden.

Reglemente sind Barrieren,

die man manchmal durchbrechen

darf. Was unsere Familie

braucht, entscheiden wir selber.

Das Referat von R.A. Zulauf bezog

sich auf die architektonische Gestaltung

der Friedhöfe. Er zeigte die

verschiedenen Möglichkeiten: Erdbestattung,

Urne, verrottbare Urne,

Asche verstreuen, Waldfriedhof/

Friedwald, Alpfriedhof.

Vor dem Besuch des Aarauer Friedhofs

konnten sich die Teilnehmenden

am OeKU-Tisch mit Unterlagen

versorgen. Madeleine Dinichert

Zur Arbeit –

ohne mein Auto!

Der diesjährige

22. September

fällt

auf einen

Montag. Das

ist derjenige

Wochentag, an dem die meisten

Menschen arbeitstätig sind. EnergieSchweiz

setzt daher einen

Schwerpunkt der diesjährigen Kampagne

auf den Pendlerverkehr.

Die Kampagne will möglichst viele Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer

motivieren, am 22. September 2003

das eigene Auto zu Hause zu lassen

und mit dem öffentlichen Verkehr,

dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit zu

kommen. Sie lernen so die Mobilitätsdienstleistungen

der Gemeinde nutzen

und deren Vorteile kennen.

7


Mitteilungen

OeKU-MV im Naturmuseum

Alles andere als verstaubt präsentierte sich das Aargauer

«naturama» – und bot einen idealen Rahmen

für die 22. OeKU-Mitgliederversammlung. Im freundlich-hellen

Mühlbergsaal führte die Präsidentin Susann

Eichenberger speditiv durch die Traktanden:

• Die 30 Anwesenden genehmigten die Jahresrechnung

und den Jahresbericht 2002.

• Drei Rücktritte aus dem Vorstand waren zu verzeichnen:

Frauke Decurtins hat seit der Gründung

der OeKU im Jahr 1987 im Vorstand mitgewirkt.

In den letzten Jahren hat sie ihre Arbeit auch in

den Ausschuss eingebracht. Hans-Ulrich Germann

war als Vertreter des

ISE/SEK zehn Jahre bei

der OeKU, davon die

letzten sechs als Quästor

im Ausschuss. Seit der

Übernahme des Pfarramtes

von Brügg ist er

vermehrt in die dortige

Gemeindearbeit involviert.

Christian Kissling hat die Vertretung von

Justitia et Pax im Vorstand während ebenfalls

zehn Jahren wahrgenommen. Mit der Amtsübergabe

hat er auch die Aufgaben im OeKU-

Vorstand an seine Nachfolgerin weitergereicht.

• Zur Neuwahl in den Vorstand stellten sich vier

Personen (nähere Vorstellung im Innern dieser

Nummer): Sigrid Bachmann, Biologin und Ordensschwester

in Menzingen, Stephan Degen-Ballmer,

Pfarrer in Magden, Anne Durrer, Mitarbeiterin bei

Justitia et Pax in Bern, Franz X. Stadelmann,

Produkteleiter an der Eidg. Forschungsanstalt für

Agrarökologie und Landbau in Reckenholz. Die

Versammlung begrüsste die Aufnahme dieser vier

Personen in den Vorstand mit Applaus.

• Der neue geschäftsführende Ausschuss der

OeKU konstituierte sich an der Versammlung

wie folgt: Susann Eichenberger, Präsidentin (bisher),

Dorothea Loosli-Amstutz, Vizepräsidentin (bisher),

Anne Durrer, Quästorin (neu).

Nach einem Bio-Lunch auf der

Dachterrasse des Museums erklärte

Gerhard Ammann die Geschichte

und den Aufbau des

«naturama». Auch die spannende

Führung durch die Gegend

des geplanten Auenschutzparks

im Rohrer Schachen wurde vom

Experten Ammann übernommen. Anschaulich erklärte

er Geografie, Geschichte und Umfeld des Projekts.

Bei schönstem Wetter konnten Tiere, Pflanzen,

Grundwasseraufstösse (Giessen) und Oberflächengewässer

beobachtet werden.

ak

AZB

3001 Bern

Die OeKU hat gezügelt!

Am 10. Juni hat die Arbeitsstelle der OeKU die neuen Büroräumlichkeiten

an der Schwarztorstrasse 18 in Bern bezogen.

Der Umzug ist nötig geworden, weil die Eigentümerin

an der Monbijoustrasse Eigenbedarf angemeldet hatte.

Die OeKU als Mieterin der neuen Räumlichkeiten bildet

mit Transparency Switzerland eine ideale Bürogemeinschaft.

Die Fachstelle Sozialdiakonie der Reformierten Kirchen Bern-Jura-

Solothurn hat bei der OeKU ein Sitzungszimmer eingerichtet.

Beachten Sie bitte unsere neue Adresse:

Oekumenische Arbeitsgemeinschaft

Kirche und Umwelt – OeKU

Schwarztorstrasse 18

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