Nr. 4 - oeku Kirche und Umwelt

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Nr. 4 - oeku Kirche und Umwelt

OeKU

Nachrichten

Wunsch

Ich möchte mich

ins wahre Leben

schreiben

Kein Ziel

nur Wege die

zu Worten führen

Spuren

auf die man

sich verlassen kann

Rose Ausländer

Wünsche werden zum Jahreswechsel

wach, ausgeprochene, schriftlich

übermittelte, im Stillen gehegte – mit

der Zuversicht, dass sie sich erfüllen.

Richten wir für einmal den Wunsch

mit Rose Ausländer an uns selber:

„... ins wahre Leben schreiben“

könnte bedeuten: mitgestalten, mittragen,

mitleiden, wo das Leben uns mit

seinen radikalen Ansprüchen fordert.

„... Wege die zu Worten führen“

Mutig aufbrechen, Schwieriges, Unbekanntes

angehen, in Familie und Kirche,

in Umwelt und Politik uns friedvoller

und nachhaltiger einbringen.

In dieser Ausgabe

Wasserläufe in den Gemeinden 3

Tiefenökologie mit Joanna Macy 4

Goldrausch in Rumänien 5

Avanti mit dem Klimaschutz 6

Agenda, Buchbesprechung 7

Mitteilungen 8

Oekumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt

Nummer 4/2003

Hochgesteckte Umweltziele

In der Schweiz ist die nachhaltige

Entwicklung Verfassungsauftrag.

Die Umweltverbände wollen sich

in der nächsten Legislaturperiode

verstärkt für dieses Ziel einsetzen.

Sie haben dafür das Papier „Umweltziele

2012“ erarbeitet. Darin

werden die Ziele definiert, welche

die Schweiz bis im Jahr 2012, das

heisst 20 Jahre nach dem Erdgipfel

von Rio de Janeiro, erreichen

sollte. Damit soll auch Versuchen

entgegengetreten werden, die

Umweltpolitik in der Schweiz zurückzuschrauben

zugunsten einer

auf reines Wirtschaftswachstum

ausgerichteten Politik.

Auch der Wachstumstrend beim

Verkehr soll gebrochen werden.

Der Strassenverkehr und die Langstreckenflüge

sind zu stabilisieren,

die Kurzstreckenflüge auf die

Schiene umzulagern. Ein allfälliges

Verkehrswachstum ist durch

den öffentlichen Verkehr zu bewältigen.

Da die Verkehrsentwicklung eng

mit der Raumentwicklung verknüpft

ist, braucht es eine dezentrale,

konzentrierte Siedlungsentwicklung,

lokale Verdichtung und

durchdachte Nutzungsmischungen.

Deshalb wollen die Umweltorganisationen

die verbleibenden

Naturräume durch ein Netzwerk

von Nationalparks, Biosphärenreservate,

Wildnisgebiete und Naturwaldreservate

sowie durch Erhaltung

naturnaher Fliessgewässerabschnitte

schützen.

Schonender Umgang mit

den Ressourcen der Erde

„... auf die man sich verlassen kann“

Das Dokument Umweltziele 2012

Fussabdrücke hinterlassen, die gehbare

Wege weisen, die Orientierung

ist vor der Dezembersession sämtlichen

ParlamentarierInnen zugestellt

worden. Es verlangt weniger

vermitteln. Und die Verlässlichkeit

spüren, die auf dem Weg ins „wahre

Leben“ trägt, die Hand ergreifen, die

CO 2

-Ausstoss durch weniger Verkehr,

einen vernünftigen Umgang

in Not nach der unsern greift.

mit Risikotechnologien sowie eine

Sr. Sigrid Bachmann Reduktion des Energieverbrauchs. Dokument Umweltziele 2012

Wenn alle Menschen so viele Ressourcen

wie die SchweizerInnen

brauchten, dann müssten uns 2.2

Planeten zur Verfügung stehen.

Die Umweltverbände fordern,

dass die Schweiz ihren ökologischen

Fussabdruck bis 2012 auf

1.5 Planeten reduziert.

Die „Umweltziele 2012“ sind dem neuen

Parlament vor der ersten Session zugestellt

worden. Interessierte können das

24-seitige Dokument im Pressearchiv von

www.pronatura.ch. einsehen.

Autorenschaft:

WWF, Greenpeace, Pro Natura, equiterre,

VCS und die Kontaktstelle Umwelt.


OeKU-Nachrichten 4/03

Warme Kirchen im kalten Winter

Es scheint, dass auf den warmen Sommer nun ein kalter

Winter folgt. Kirchgemeinden können viel gegen überhöhte

Heizrechnungen unternehmen.

In vielen Kirchgemeinden ist Heizen kein Thema. Im Herbst stellt

der Sigrist die meist elektrische Heizung an, diese läuft oft während

der ganzen Woche und am Jahresende bezahlt der Kassier die Rechnung.

Ein grosses Sparpotential wird so gar nicht ausgenützt.

In energieeffizienten Kirchen steht der Sigrist bzw. die Sakristanin in

Kontakt mit dem Kassier. Dank einer einfachen Energiebuchhaltung

kennt der Hauswart den genauen Energieverbrauch und die

Höhe der Energierechnung. Dazu wird der Verbrauch direkt an den

Heizgeräten erhoben: Wie viel Strom bzw. Öl wird an welchen Tagen

und zu welcher Zeit verbraucht? Am Kurs „Energie in Kirchen“

in Schwanden hat die kantonale Energiefachstelle des Kantons den

Sigristen ein Messgerät mit Thermometer und Luftfeuchtemesser

ausgeliehen. Nun kann es in den Kirchen im Chor und bei der Orgel

installiert werden, um die Heizeffekte zu kontrollieren.

Neben Schwanden wurden die OeKU-Energiekurse auch in Brügg,

Kanton Bern und Muttenz, Baselland, durchgeführt. Über 90 interessierte

Personen haben die Informationsveranstaltungen besucht.

Die praktischen Tipps und Anregungen sollen mithelfen, in diesem

kalten Winter Energie und Heizkosten zu sparen. ak

OeKU-Adventsfenster

Zum zweiten Mal hat die OeKU

2003 ein Fenster im „Adventskalender

nachhaltige Entwicklung“

gestaltet. Unter www.oebu.ch/

advent konnte vom 1. bis zum 25.

Dezember jeden Tag ein neues

Umweltfenster geöffnet werden.

Das Fenster des 24. Dezember

unter dem Thema „Das blaue Gold

– Quelle des Lebens“ wurde von

der OeKU gestaltet. Jeden Tag

konnten Quizfragen gelöst und

Preise gewonnen werden.

Der Online-Adventskalender ist ein Projekt von

Gammarus und der Vereinigung für ökologisch

bewusste Unternehmensführung (ÖBU).

Der Adventskalender mit Rückblicken auf das Jahr

des Wassers 2003 und mit Anregungen zu einem

nachhaltigen 2004 kann auch nach dem Advent

eingesehen werden unter www.oebu.ch/advent

Erfolgreiche Klimapetition

In den letzten OeKU-Nachrichten haben wir auf die Unterschriftensammlung

zur WWF-Klimapetition hingewiesen. Am 16. Oktober

ist die Petition von „beschlafmützten“ Jugendlichen – stellvertretend

für die kommenden Generationen – in Bern übergeben worden.

In der Petition wird der Bundesrat

aufgefordert, per 1. Juli

2004 die CO 2

-Lenkungsabgabe

einzuführen. Innerhalb von

nur zwei Monaten haben

39'093 Personen diese Forderung

mit ihrer Unterschrift unterstützt.

Die Schweizer Klimapolitik hat genug geschlafen.

Aufwachen und handeln ist jetzt gefordert! Das

Klima wartet nicht.

IMPRESSUM – Herausgeber/Editeur: Oekumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt (OeKU)/

Communauté Oecuménique de Travail Eglise et Environnement (COTE), PF/CP 7449, 3001 Bern, T 031 398 23 45,

F 031 398 23 47, Mail: info@oeku.ch, Net: www.oeku.ch Redaktion/Rédaction: Kurt Zaugg-Ott (zg), Kurt

Aufdereggen (ak) Layout: ak Übersetzung/Traduction: Martine Besse, Biel Druck, Versand/Impression,

diffusion: Basisdruck, Waldhöheweg 33A, 3013 Bern Adressänderungen bitte an OeKU, Postfach 7449, 3001 Bern

Ökostromkarte

Rund 150 Elektrizitätsversorger

verkaufen heute in der Schweiz

Stromprodukte aus erneuerbaren

Quellen. Wer sich ein Bild über die

verschiedenen Anbieter und deren

Produkte machen will, wird

unter www.erneuerbar.ch fündig:

Die Webseite der „Agentur

für erneuerbare Energien“ hat eine

Ökostromkarte der Schweiz aufgeschaltet.

Die Angebote im Bereich

Solar-, Wind- und Bio-Strom

sowie Wasserkraft mit dem Label

„naturemade“ sind nach Kantonen

abrufbar.

Die Dienstleistung der AEE wird von EnergieSchweiz

unterstützt: www.erneuerbar.ch

2


„Wasserläufe“ fliessen weiter

OeKU-Nachrichten 4/03

L'Eglise, un espace de vie

Le 5 octobre passé, les catéchumènes de la

paroisse de Penthalaz (VD) ont vécu un culte

d'ouverture du catéchisme inhabituel : avec leurs

parents et l'ensemble des paroissiens, ils accueillaient

les jeunes de la Communauté de

l'Etincelle.

L'Etincelle rassemble des enfants et des jeunes

handicapés mentaux de la région lausannoise,

pour lesquels leurs familles ont souhaité un

catéchisme adapté. Communauté sans lieu fixe,

l'Etincelle est actuellement parrainée par la paroisse

de Penthalaz. A l'image des récits bibliques

de la création et du déluge qui montrent comment,

repoussant les eaux menaçantes de la destruction,

Dieu crée un espace de vie pour les

hommes, les deux communautés cherchent ensemble

à partager un bout de vie commune, chacune

accueillant l'autre dans un même espace.

Gottesdienste an Suhre und Aare

Für die Oekumenische Kommission „Bewahrung

der Schöpfung“ der drei Aargauischen

Landeskirchen ist die Durchführung von SchöpfungsZeit-Anlässen

bereits zur Tradition geworden.

Zum Thema Wasser fanden in diesem Herbst

Gottesdienste in Schöftland, Aarau und Auenstein

statt. Der Gottesdienst in Schöftland war

oekumenisch geführt und ihm voran ging ein

gut besuchter Diskussionsabend mit zwei Pfarrern,

dem Biologen Meinrad Bärtschi und dem

Präventivmediziner Dr. Rolf Gamp.

In den Gottesdiensten berichtete Dr. Gamp

über die Bedeutung des Wassers für uns Menschen.

Aus der Sicht von Dr. Gerhard Ammann

ging es um das „Suhrental als Wassertal“ mit den

Quellen aus der Molasse, den Sodbrunnen im

Talboden und den Überschwemmungen in vergangenen

Jahrhunderten. In Aarau waren die

frühe Wasserversorgung der Stadt durch den

Stadtbach und die zerstörerischen Überschwemmungsereignisse

durch die Aare ein Thema und

in Auenstein ging es im Rahmen des Erntedankes

um die Wasserversorgung durch Quellen am

Jurasüdhang, um die Aareauen sowie um die

Brückenlosigkeit.

Am ökumenischen Gottesdienst in Schöftland

nahmen rund 150 Personen teil, in der Stadtkirche

in Aarau rund 200 und in Auenstein war

die Kirche gefüllt.

Gerhard Ammann

Le culte paroissial d'ouverture de la saison sur le thème de

l'eau a rassemblé les divers groupes de la paroisse de

Penthalaz, les familles, et la „communauté de l'Etincelle“.

Autour du thème de l'eau, fil conducteur de

nos rencontres, l'arc-en-ciel construit collectivement

par les participants lors de leur entrée au

culte indique la volonté de faire alliance entre

générations et gens différents, en s'offrant mutuellement

une place dans l'espace de vie qu'est

l'Eglise.

André Perrenoud, pasteur

Eine kleine Wassermusik

Berner Künstler haben 13 Musikstücke zum Thema

Wasser aufgenommen. Die Musiker Ueli von Allmen,

Stefan Dorner, Peter Bruhin und Thomas Kupper haben

Lieder aus dem Berner Oberland eingespielt – mehrheitlich

im Lütschinentäler Dialekt, der in der Gegend

von Lauterbrunnen und Grindelwald gesprochen wird. Pro

verkaufte CD geht ein Franken an ein Wasser-Projekt

des HEKS.

Die CD ist im Handel erhältlich oder beziehbar unter www.taecha.ch

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OeKU-Nachrichten 4/03

„Die grosse Wende“

Eindrücke aus einem tiefenökologischen Workshop des

Vereins Wartensee mit Joanna Macy im Oktober dieses

Jahres in Walzenhausen.

VON BARBARA GUGERLI-DOLDER

Angesichts des heutigen Weltgeschehens sicher

ein mutiger Titel für einen Workshop zur Entwicklung

einer lebenserhaltenden Gesellschaft!

„Ich bin so glücklich und dankbar, in dieser bewegten

und spannenden Zeit auf der Erde zu

leben!“ sagt die 74-jährige Religionswissenschafterin

und Systemtheoretikerin Joanna Macy aus

Berkeley, Kalifornien. Ihre leuchtend blauen

Augen strahlen Klarheit und Überzeugung aus.

„Ich bin dankbar, dass ich den Schmerz unserer

Welt angesichts der Zerstörung und Bedrohung

vieler Lebensformen in mir spüre. Das gibt mir

Kraft zum Handeln.“

len Wachstumsgesellschaft zu einer lebenserhaltenden

Gesellschaft. Erlebnisorientierte Übungen

bauten Brücken zu den Menschen der Zukunft

und liessen die Gaben der Ahnen wertschätzen.

Meditative Übungen stärkten die spirituellen

Wurzeln; die Verbundenheit mit den

anderen Menschen wurde ebenso spürbar wie

die Verzweiflung über die Missstände in der Welt.

Die im Seminar gewonnene neue Sichtweise hat

den Teilnehmenden Mut zum Handeln im Alltagsleben

verliehen.

Mehr Mut zum Handeln

Diese beiden Empfindungen

– die Dankbarkeit und

der Schmerz – führen zu einer

neuen Sichtweise der

Verbundenheit mit allem in

der Welt. Die systemische

Betrachtungsweise löst die

herkömmliche mechanistische

ab. Erst wenn wir uns

als Teil dieser Erde fühlen,

als einen Moment in der faszinierenden

Evolutionsgeschichte

erleben, wird der

Wandel zu einer nachhaltigen

Gesellschaft möglich –

politisch, in unserem persönlichen

Leben, in unserem

Freundeskreis, an der

Arbeit...

Am dreitägigen Workshop

im Gästehaus Sonneblick

Walzenhausen suchten wir nach Möglichkeiten,

die Zerstörung aufzuhalten und nach Alternativen

zu destruktiven Mechanismen. Gemeinsam

haben wir versucht, ein neues Bewusstsein der

Verbundenheit mit allem Leben zu erlangen.

Joanna Macy führte mit spannenden Referaten

in die Systemtheorie ein und erläuterte die Elemente

des grossen Wandels von der industriel-

Joanna Macy

Sie leitet tiefenökologische Seminare in der ganzen Weit

(www.joannamacy.net). Ihr neues Buch ist soeben ins

Deutsche übersetzt worden und heisst „Die Reise ins

lebendige Leben. Strategien zum Aufbau einer zukunftsfähigen

Welt“ (Junfermann Verlag, Paderborn, ISBN 3-

87387-548-9). Es enthält neben theoretischen Grundlagen

der Tiefenökologie viele Übungen für Seminare

mit Erwachsenen.

Prof. Dr. Joanna Macy wurde 1929 in New York

geboren. Seit den 60er Jahren engagiert sie sich

in der Antirassismus- und Friedens- sowie der Antinuklear-Bewegung.

In den 70er Jahren gründete

sie die tiefenökologische Bewegung. Bis Ende der

90er Jahre war sie Professorin für vergleichende

Religionswissenschaften

und Systemtheorie in Kalifornien.

Das Organisationsteam des Workshops in Walzenhausen bestand

aus Francis Cordillot, Biologe, Worblaufen; Andreas Fischer,

Theologe, St. Gallen; Ursula Frischknecht-Tobler, Umweltbildnerin,

Fontnas; Barbara Gugerli-Dolder, Umweltbildnerin, Bülach;

Elisabeth Troendle, Sozial- und Religionspädagogin, St. Gallen.

Diese Personen können für tiefenökologische Workshops für

Erwachsene angefragt werden.

Kontakt: Barbara Gugerli-Dolder, barbara.gugerli@phzh.ch

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OeKU-Nachrichten 4/03

Goldrausch in Rumänien

Gemäss Plänen der kanadischen Rosia Montana

Gold Corporation (RMGC) soll in Rumänien die

grösste Goldmine Europas entstehen.

• Die Kleinstadt Rosia Montana soll einem gewaltigen

Goldbergwerk weichen, das über 2000

Menschen zur Umsiedlung zwingt, die Umwelt

massiv bedroht, Kirchen und Friedhöfe

zerstören und mit der römischen Bergbausiedlung

Alburnus Maior auch eine archäologische

Kostbarkeit vernichten wird.

• Ungeachtet dessen, dass das Unglück von

Baia Mare im Februar 2000 Umwelt und Menschen

in Rumänien und Ungarn massiv belastet

hat, soll auch in Rosia Montana die gefährliche

Zyanidmethode zum Einsatz kommen.

• Der geplante Stausee für das zyanidverseuchte

Wasser bedeutet eine riesige Altlast für künftige

Generationen und eine jahrzehntelange

Bedrohung für die gesamte Region.

• Gemäss Angaben aus der Region betreibt die

RMGC bereits heute systematisch die Vertreibung

der Menschen aus ihrer Heimat.

• Die Region um Rosia Montana setzt ein lebendiges

Beispiel für friedliche, tolerant gelebte

Ökumene. Der Wiederaufbau dieser Gemeinschaft

von Orthodoxen, Katholiken, Calvinisten

und Unitaristen mit ihren Kirchengebäuden

und Friedhöfen ist unmöglich.

Die Orthodoxe Kirche Rumäniens hat im November

Position für Rosia Montana bezogen: An ihrer

Synode lehnte sie den Verkauf kircheneigener

Güter an die RMCG ab und gab ihrer Hoffnung

Ausdruck, dass die Gegend in ihrer Unberührtheit

und Schönheit weiterbestehen möge.

Auch auf internationaler Ebene wird der Protest

gegen das Grossprojekt lauter. So hat sich neben

der Internationalen Denkmalschutz-Organisation

ICOMOS auch das Europäische Christliche Umweltnetz

ECEN gegen das Projekt ausgesprochen.

Die OeKU schliesst sich dem Protest an und erarbeitet

zusammen mit dem HEKS und dem SEK

ein Schreiben an die Rumänische Botschaft in

Bern. Von der Genehmigung der rumänischen

Regierung hängt es schliesslich ab, ob der geplante

Tagbau in Betrieb gehen wird.

ak

Wieviel Wasser gibt es?

Diese Illustration zeigt auf eindrückliche Weise

das Verhältnis von fester Masse und von Wasser

auf unserem Planeten: Alle Wasservorkommen

der Erde sind als kleiner schwebender Ball über

Europa dargestellt.

OeKU-Vizepräsidentin

im Berner Grossen Rat

Der grösste Wasseranteil befindet sich

in den Ozeanen (97%). Da diese

über eine durchschnittliche Tiefe

von nur 3.8 Kilometern verfügen,

bilden sie auf dem Globus

nicht mehr als eine dünne Haut.

Daneben umfasst der „Wasserball“

auch Seen, Flüsse, Gletscher

und Grundwasser. Nur ein

Bruchteil davon ist Trinkwasser.

Illustration von Dr. Adam Nieman

aus: www.visions-of-science.co.uk

Mit ihrer Wahl in den Nationalrat sind Evi Allemann,

Adrian Amstutz und Christa Markwalder

aus dem Bernischen Grossen Rat ausgetreten.

Zurückgetreten ist auch Barbara von Escher. Der

Regierungsrat hat an ihrer Stelle Dorothea Loosli-

Amstutz (Grüne Freie Liste, Wahlkreis Aarberg)

als Grossrätin für gewählt erklärt. Die lizenzierte

Theologin arbeitet beim Institut für Sozialethik

des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes

als wissenschaftliche Assistentin und

ist OeKU-Vizepräsidentin.

Wir gratulieren Dorothea herzlich zu ihrer Wahl

und wünschen ihr in der neuen Funktion viel

Steh- und Sitzvermögen!

Feierliche Vereidigung der vier neuen Berner GrossrätInnen. Von links nach

rechts: Hans Rudolf Markwalder (fdp), Elisabeth Schwarz (svp), Dorothea

Loosli-Amstutz (gfl) und Hans-Jörg Rhyn (sp). Wie alle Mennoniten lehnt

auch Dorothea Loosli das Leisten eines Eides durch Schwören ab.

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OeKU-Nachrichten 4/03

Avanti mit dem Klimaschutz

Abstimmungsempfehlung des OeKU-Vorstandes zum Gegenvorschlag

zur Avanti-Initiative: Abstimmung vom 8. Februar 2004

Die OeKU betrachtet die Entwicklung des Verkehrsvolumens

auf unseren Strassen mit Sorge. Der

Ausstoss von Kohlendioxid durch den Verkehr ist

in den 90er Jahren kontinuierlich angewachsen.

Der Strassenverkehr ist inzwischen für einen Drittel

der CO 2

-Emissionen der Schweiz verantwortlich

und der Personenwagenbestand steigt weiter

an. Dies, obwohl gemäss schweizerischem CO 2

-

Gesetz der Kohlendioxidausstoss im Verkehr von

1990 bis 2010 um 8 Prozent vermindert werden

müsste. Gemäss einer Prognos-Studie wird das CO 2

-

Ziel im Verkehr um +15 Prozent verfehlt.

Angesichts dieser unerfreulichen Situation ist es

unverständlich, dass Bundesrat und Parlament kapitulieren.

Sie wollen den Strassenbau weiter vorantreiben

und die Kapazitäten der Strassen erhöhen.

Zu diesem Zweck wird der Alpenschutzartikel

durchlöchert, um den Bau einer zweiten Röhre

am Gotthard zu ermöglichen. Während im Umweltbereich

massive Einsparungen vorgesehen und

bereits beschlossen sind, sollen die Strassen-Ausbauten

über einen Fonds finanziert werden, der

von den Sparmassnahmen ausgenommen ist. Die

im Gegenvorschlag des Parlamentes zur Avanti-

Initiative ebenfalls vorgesehene Förderung des öffentlichen

Verkehrs in den Agglomerationen fällt

angesichts derart grundlegender Weichenstellungen

kaum positiv ins Gewicht.

Gleichzeitig wird heute klar, dass der Ausbau der

Bahninfrastruktur (z.B. die NEAT) teurer zu stehen

kommt als vorgesehen. Es ist daher verkehrspolitisch

und ökonomisch fragwürdig, in dieser Situation

die Strasseninfrastruktur zu bevorzugen und

damit die neuen Bahnbauten zu konkurrenzieren.

Für die OeKU hat der Klimaschutz aufgrund ethischer

Kriterien wie Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit

den absoluten Vorrang. Es ist unverantwortlich,

angesichts der zunehmenden Klimaerwärmung

den Strassenverkehr weiter zu fördern. Dem

weitgehend CO 2

-neutralen Schienenverkehr ist der

Vorzug zu geben und ein möglichst grosser Anteil

des Verkehrs ist auf die Schiene zu verlagern. Der

OeKU-Vorstand empfiehlt darum, den Gegenvorschlag

des Parlamentes zur „Avanti-Initiative“ abzulehnen

und tritt dem Avanti-Nein-Abstimmungskomitee

bei.

Generalabonnement zu gewinnen!

Der Bundesrat hat ein erstes Sparpaket von über 2,9 Milliarden

Franken angekündigt, das uns alle treffen wird.

Gleichzeitig will die Strassenlobby mit dem Avanti-Gegenvorschlag

den zweiten Strassentunnel durch den Gotthard

und den Ausbau von Autobahnen im Mittelland. Dies

für sage und schreibe 30 Milliarden Franken! In einer Zeit,

da die Finanzierung anderer Bundesaufgaben wie Bildung

oder Sozialversicherungen stark gefährdet sind.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten 30'000'000'000 Franken

und könnten damit machen, was Sie wollten. Was würden

Sie verändern? Das avanti-nein-Komitee prämiert die

visionärsten und originellsten Antworten jeden Monat mit

sechs Solaruhren. In die Schlussverlosung gelangen ein

SBB Generalabonnement und zwei Halbtaxabonnemente.

Eine Auswahl der bereits eingegangenen Antworten kann

eingesehen werden unter www.avanti-nein.ch

»» Auf der Homepage von umverkehR findet man weiterführende

Informationen sowie eine interaktive Schweizer

Strassenbaukarte: www.umverkehr.ch – Click!

»» Das avanti-nein-Komitee betreibt eine informative Seite

unter www.avanti-nein.ch – Click!

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OeKU-Nachrichten 4/03

BÜCHERTIPP

Bemerkungen am Rande

Eine Glosse ist eine Randbemerkung, die

als Erklärung eines Begriffes oft von Hand

an den Rand eines Textes oder Buches geschrieben

wird. Walter Ludins gern gelesene

Randnotizen zur Weltaktualität erscheinen

im Luzerner Pfarreiblatt, in der Eine-

Welt-Zeitschrift „ite“ und im Franziskuskalender. Nun präsentiert

der Journalist und weltoffene Kapuziner eine bunte Sammlung

von kurzen Texten aus Politik, Gesellschaft und Kirche in einem

handlichen Büchlein.

Die zeitkritischen Beiträge zu Themen wie „(Un)Friedliches“,

„Mutanfälle in der Kircheund „(Um)Welten“ regen zum Nachdenken

an und sprechen Verantwortliche in Kirche, Wirtschaft

und Politik gleichsam mit all denjenigen an, die sich zum Nachdenken

herausforden lassen.

Walter Ludin: Wenn Mägde prophetisch reden, Gedanken zu Politik, Gesellschaft

und Kirche. Mit einem Vorwort von Guido Bucher und einem Leitgedicht von Anke

Maggauer-Kirsche, illustriert von Elena Schaidl. 112 Seiten, s/w illustriert, NZN Buchverlag,

CHF 18.50, ISBN 3-85827-143-8.

Agenda

Experimentelle Gottesdienste

in der Offenen Kirche St. Leonhard, St. Gallen

• Sonntag, 28.03.2004, 19.00 Uhr: Liturgie für die Erde

• Sonntag, 18.04.2004, 19.00 Uhr: Meditation in der Tiefenzeit

• Sonntag, 06.06.2004, 19.00 Uhr: Segen für Fahrradfahrende

• Sonntag, 04.07.2004, 19.00 Uhr: Konferenz des Lebens

Mit Andreas Fischer, Theologe; Karen Bruckmann, Schauspielerin; Andy Rüegg und Stefan Röösli, Naturtonmusik;

Andreas Hausammann, Anna Kuwertz und Mirjam Makowka, Musik; Team Verein Wartensee.

Infoabend zur Ausbildung zum Natur- und Umweltfachfrau/-mann

Dienstag, 20. Januar 2004, 18-21.00Uhr in der sanu in Biel

sanu, Dufourstrasse 18, PF 3126, 2500 Biel 3; tschnyder@sanu.ch; www.sanu.ch

Kirchensonntag 2004: Überwindung von Gewalt

In den meisten bernischen Kirchgemeinden wird der Kirchensonntag am 25. Januar

oder am 1. Februar durchgeführt. In diesem Jahr schlägt der Synodalrat eine Auseinandersetzung

mit dem Thema „Gewalt überwinden“ vor.

Verantwortlich für die Dekade zur Überwindung von Gewalt im Gebiet der Reformierten Kirchen Bern-Jura-

Solothurn ist eine aus allen Bereichen der Gesamtkirchlichen Dienste zusammengesetzte Steuergruppe. Die

Koordination wird wahrgenommen von Peter Gerber, Fachstelle Migration, Speichergasse 29, 3011 Bern.

LaboRio21: Weiterbildungszyklus 2003–2005

Kurs zu spirituell-politischer Bewusstseinsbildung. Themen im Frühjahr 2003:

• Wochenende vom 6.–8.2.2004: Kommunikation und neue Dialogkultur

• Wochenende vom 16.–18.4.2004: Die Welt ist Klang

Anmeldung und Information: Fernblick, Haus der Versöhnung, Bündtstrasse, 9053 Teifen/AR, 071 330 00 55

Rückblende…

Aus Berner Quellen

Die OeME-Herbsttagung der Reformierten

Kirchen Bern-Jura-

Solothurn befasste sich am Beispiel

„Wasser“ mit Globalisierung

und Gerechtigkeit und bildete

den Rahmen zur Vorstellung der

Policy des Synodalrates „Für die

Globalisierung der Gerechtigkeit“.

Kurt Zaugg leitete an der

Tagung ein Atelier zum Thema

„Wasserhaushalt und Klimaveränderung“.

Das Grundsatzpapier zur Globalisierung

ist das Ergebnis eines intensiven

Dialogs innerhalb der Reformierten

Kirchen Bern-Jura-Solothurn.

Es nennt Beispiele, wie

sich die Landeskirche für die Gerechtigkeit

weltweit und im eigenen

Land einsetzen kann.

Download: www.refbejuso.ch

Zürcher Velogottesdienst

Zum ersten Mal fragte die Stadt

Zürich dieses Jahr die Kirchen

an, sich am Aktionstag „In die

Stadt – ohne mein Auto“ mit eigenen

Veranstaltungen zu beteiligen.

So kam es zum ersten Zürcher

Velogottesdienst. Der Elf-

Uhr-Gottesdienst in der Wasserkirche

mitten in der verkehrsberuhigten

Innenstadt lockte neben

den Gottesdienstbesuchern

auch eine junge Dame mitsamt

Velo an. Mitten in die Begrüssung

platzte sie und verlangte für

sich und ihr Zweirad einen Platz.

Widerwillig entsprach der Leiter

des Gottesdienstes, Jörg Weisshaupt,

diesem Wunsch. Neben

weiteren kleinen Inszenierungen

kam die Stadträtin Monika Stocker

in der Predigt auf die Grenzen

der Mobilität zu sprechen.

Aus dem Zürcher Kirchenboten 89/2003.

7


Mitteilungen

Thema 2004: Kreis-Läufe leben

Mensch und Natur sind in Kreisläufe eingebunden.

Kreisläufe setzen Rahmenbedingungen für

menschliches Handeln. Der Mensch kann diese

Rahmenbedingungen zwar missachten und aus

ihnen ausbrechen, indem er beispielsweise zu

viele nicht erneuerbare Energien verbraucht. Die

Folgen sind bekannt. Der Mensch kann auch sein

eigenes Herz-Kreislaufsystem durch übermässiges

Essen und zuwenig Bewegung gefährden.

Fettleibigkeit und die Anfälligkeit für Herzinfarkte

sind die Folgen einer solchen Lebensweise.

Kreisläufe weisen auf grössere Sinnzusammenhänge

hin – auf die Schöpfung als Ganze, auf das

Wunder des Lebens, das sich in Jahrmillionen

entwickelt hat. Es macht Sinn, in unserem persönlichen

Leben natürliche Kreisläufe zu beachten.

Es macht Sinn, dass wir uns in unserem Wirtschaften

vermehrt an natürlichen Kreisläufen orientieren,

wiederverwertbare Stoffe verwenden

und diese wiederum in den Kreislauf zurückführen.

Das aktive Erleben der Jahreszeiten und des

Kirchenjahres helfen mit, ein Gespür für den

Sinn natürlicher Kreisläufe zu entwickeln.

Folgende Aktions-Materialien plant die OeKU:

• Ein Grundlagendokument „Versöhnung mit der

Schöpfung – Überwindung von Gewalt an

der Schöpfung“. Es erscheint im Frühjahr und

dient als Grundlage für die 2004 beginnende

SchöpfungsZeit-Themenreihe die im Rahmen

der Dekade des ÖRK zur „Überwindung

von Gewalt“ durchgeführt wird.

• Das Magazin zur SchöpfungsZeit erscheint

Ende April (Beilage bei der Ref. Presse/

Schweizerische Kirchenzeitung) und bietet

Hintergrundbeiträge zum Kreislauf-Thema.

• Die Arbeitsdokumentation ist im Mai verfügbar

und dient der Vorbereitung von Gottesdiensten,

Unterricht und weiteren Aktionen zum

Kreislauf-Thema. zg

AZB

3001 Bern

Mobilfunk auf

Kirchendächern

Die OeKU hat die Empfehlung der Zürcher Kirchen

betr. Natelantennen auf Kirchendächern

ins Französische übersetzen lassen. Das Dokument

kann bei der Arbeitsstelle bestellt werden.

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