Geschäfte mit der Natur - Oeschger Centre for Climate Change ...

oeschger.unibe.ch

Geschäfte mit der Natur - Oeschger Centre for Climate Change ...

staatlichen Ebenen ihren Beitrag leisten. Primär sind die Gemeinden und

Kantone für den Schutz vor Naturgefahren verantwortlich. "Der Bund

nimmt seine strategische Führungsrolle wahr und unterstützt die Kantone

finanziell und fachlich", fügt Hess an. Zusätzlich zu den Aktivitäten der

öffentlichen Hand besteht jedoch ein grosser Handlungsbedarf im

Einbezug weiterer betroffener und beteiligter Akteure. Dabei spielen

neben den Naturgefahrenspezialisten insbesondere auch die

Versicherungen eine wichtige Rolle.

Die Schweiz verfügt mit der Elementarschadenversicherung (siehe Kasten

Seite 12) im internationalen Vergleich über einen vorbildlichen Schutz vor

Naturgefahren. Diese funktioniert in der Schweiz nach dem Prinzip der

Solidarität und erreicht eine Durchdringung von fast 100 Prozent.

Aufgrund der Häufung von Naturkatastrophen musste die

Elementarschadenversicherung jedoch bereits einmal angepasst werden:

"Weil die versicherten Schäden massiv zugenommen haben, hat der

Bundesrat die Leistungen der Versicherer für Naturkatastrophen auf

Anfang 2007 von einer Milliarde auf 2 Milliarden Franken erhöht", erklärt

Lucius Dürr, Direktor des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV.

Um Schäden in Grenzen zu halten, investieren Schweizer Privatversicherer

in die Prävention und verfolgen einzeln oder im Verbund eine Vielzahl von

Projekten. Mit Informationskampagnen zielen sie auf die Sensibilisierung

der Bevölkerung sowie auf ihr Verhalten, Präventionsmassnahmen zum

eigenen Schutz zu ergreifen. Sie setzen sich mit zahlreichen Ideen dafür

ein, die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen und klimaneutrales

Verhalten zu fördern. Sie unterstützen in gefährdeten Gebieten zahlreiche

Präventions- und Hochwasserschutzprojekte. Schliesslich investieren sie in

die wissenschaftliche Erforschung des Klimawandels und seiner

Auswirkungen.

Die warnenden Worte der Experten treffen also auf offene Ohren. Hier

folgend einige Beispiele von Privatversicherern, wie sie sich bei ihren

Bezugsgruppen zu positionieren suchen:

Axa: Forschung und erneuerbare Energie

Der Axa Research Fund unterstützt weltweit Forschende, welche Risiken in

den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Sozioökonomie analysieren. Seit

2007 wurden 367 Forschungsprojekte an 150 Universitäten in 27 Ländern

mit 99 Millionen Euro unterstützt, darunter auch Forschungsprojekte zu

Klimarisiken. 2013 hat der Versicherer das Fördervolumen um weitere 100

Millionen Euro erhöht. Zudem hat die Axa seit 2008 eine Umweltstrategie

mit den Schwerpunkten Klimaschutz und nachhaltige Ressourcennutzung.

Als Teil des Massnahmenplans bezieht sie seit 2009 ihren Strom zu 100

Prozent aus erneuerbarer Energie: rund 97 Prozent aus Schweizer

Wasserkraft, übrige 3 Prozent aus Wind- und Solarenergie.

Helvetia: Schutzwald

Die Helvetia Versicherungen engagieren sich bereits seit über zwei Jahren

in der ganzen Schweiz, um Schutzwälder (wieder) aufzuforsten und zu

pflegen. Der Schutzwald ist ein wichtiger Garant für den Schutz von

Menschen und erheblichen Sachwerten vor Naturgefahren. Er hält rund 30

Prozent der Niederschlagsmenge zurück und verhindert so

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine