Newsletter Mai 2009 - Onesimo

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Newsletter Mai 2009 - Onesimo

Nr. 56 / Mai 2009

servants

news

«Nur dort, wo wir in aller Schwäche

und Gebrochenheit ehrlich miteinander

das Leben teilen, werden auch

andere geheilt.»

Daniel Wartenweiler, Seite 11

8 Alles im Feuer verloren | 9 Neues Gemeinschaftshaus für Lilok | 12 Camp Rock wieder in Betrieb

1


A s i e n

EDITORIAL

P I O N E E R S

Gottes Hände

Einfach Asien?

– Asien einfach!

Eine Mutter nahm ihren kleinen Jungen

mit zu einem Konzert des berühmten

Pianisten Ignacy Jan Paderewski, um

ihn für sein eigenes Klavierspiel zu ermutigen.

Als sie unter dem Publikum eine

Freundin erblickte, ging sie zu ihr

hin und verlor ihren Knaben aus den

Augen. Dieser erkundete das Konzerthaus

und ging durch eine verbotene

Tür. Als das Licht erlosch und der Vorhang

aufging, sass er auf der Bühne am

grossen Flügel und spielte ein Kinderlied.

Dann kam der grosse Meister herein,

ging auf den Jungen zu und flüsterte

ihm ins Ohr, er solle weiterspielen,

während er seine Arme um ihn legte,

um mit der linken Hand eine Bass- und

mit der rechten Hand eine Oberstimme

zu spielen. Gemeinsam machten sie aus

einer schlimmen Situation ein kreatives

Experiment. Die Zuhörer erinnerten

sich später mehr an das Kinderlied als

an die andern Klavierstücke des grossen

Meisters.

So ist es auch mit Gott. Unsere kümmerlichen

Werke und unser Leben gelingen

mit der Hand des Meisters, der liebevoll

seine Arme um uns legt und uns hilft.

Gott beruft nicht die Begabten, sondern

begabt die Berufenen.

Im August wollen fünf Leute – eine Kanadierin, eine Australierin,

ein Amerikaner, eine Schweizerin und ein Schweizer in die

grösste Stadt eines asiatischen Landes reisen, um dort den Weg

für ein Servants-Team zu erkunden.

Autor unbekannt

Titelbild: Onesimo am Strand von

Camp Rock

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Den jungen Leuten aus Übersee sind die

beiden „Swiss Oldies“ um Jahre voraus.

Die Pflegefachfrau (48) lebte schon fünf

Jahre in Phnom Penh (Kambodscha),

zuletzt im Team von Servants. 1999 reiste

sie zurück in die Schweiz und hat sich

seither in transkultureller Pflege, Gesundheitsvorsorge

und Onkologie weitergebildet.

Nach der Rückkehr heiratete

sie einen Biochemiker (51), der gerade

seine Stelle als Chemiedozent aufgegeben

hatte, um sich der Theologie zuzuwenden.

Inzwischen ist er als Pfarrer

von der reformierten Kirche im Kanton

Bern ordiniert.

Die Welt verändern?

Für eine feste Pfarrstelle hat er sich nicht

beworben, denn dem Ehepaar ist schon

sehr lange klar, dass sie die Welt noch

verändern wollen. In der ganzen Zeit

waren sie auch in die Arbeit von Servants

Switzerland involviert. Aber im

Juli gehts los, zuerst nach Phnom Penh,

wo sie sich mit den anderen zu einem

Team finden wollen. Bisher kennen sie

sich nur per Skype und Fotos. Weitere

Zuzüge aus der Schweiz und aus Neuseeland

sind bereits geplant.

Aufbrechen

Nun gilt es, auszumisten und einzupacken.

Was trägt man ins Brockenhaus

oder auf den Flohmarkt, was verschenkt

man wem, was schmeisst man weg?

Und was nimmt man in den zwanzig Kilogramm

Gepäck pro Person mit? Zuletzt

wirft man dann wohl immer mehr

fort und schämt sich ein bisschen für all

das materielle Strandgut, welches von

unserem Überflussmeer angespült wurde.

Und vor der Abreise wird man auch

feststellen, dass einiges an Besuchen

und „wichtigen Erledigungen“ auf der

Strecke bleiben wird.

Was bewegt sie?

Das Ehepaar schwankt zwischen der

Vorfreude auf den Aufbruch und der Panik

vor all den offenen Fragen, die wohl

erst unterwegs beantwortet werden. Der

Mann möchte die Welt durch Gemeinschaft

mit anderen Menschen über Kulturgrenzen

hinweg verändern und dabei

den eigenen Horizont erweitern.

Und er ist schon sehr gespannt, wie

man die Sprache dort lernen soll… Seine

Frau freut sich darauf, sich in eine völlig

neue Umgebung einzuleben und neue

Möglichkeiten zu entdecken.


P h i l i p p i n e n

S E R V A N T S M A N I L A

Zwei Welten

Im letzten Jahr lebten wir noch in Manila, als das junge Ehepaar Joey und Janis in grosser Armut

zu uns kam. Meine Frau Janice durfte Janis dann bei der Geburt ihres ersten Kindes als Hebamme

beistehen.

Joey und Janis vor ihrer Hütte

Aus finanzieller Not zog die junge Familie

dann zu den Eltern von Joey in die

Provinz. Dank der Unterstützung von

Onesimo konnte sich Joey ein altes

Fahrrad kaufen, das er für seinen Fischverkauf

braucht. Vor unserer Abreise in

die Schweiz habe ich sie noch besucht.

Die Tochter war gesund und Joey schien

zufrieden. Janis aber war durch eine

neue Schwangerschaft geschwächt und

musste sich häufig übergeben.

Weder Tisch noch Stühle

Ich freute mich über das Wiedersehen,

musste aber ihre grosse Armut feststellen.

Ihr Zuhause besteht aus alten Brettern

mit einem Fensterloch, wo der Regen

hineindringt. Sie haben keinen

richtigen Tisch und Stühle, Spielzeug

für die Tochter sowieso nicht. Fisch verkaufen

kann Joey nicht jeden Tag, denn

der Fischhändler gibt ihm nicht täglich

Fische zum Verkauf. Neben ihnen

wohnt noch ein anderer ehemaliger

Onesimo-Junge. Er ist kürzlich Vater geworden,

die Mutter und das Kind sind

noch immer im Spital, und Geld für die

Spitalrechnung ist nicht vorhanden.

Ich half mit einem kleinen Betrag.

Nachdenklich verliess ich das karge

Dorf: Was bringt das neue Jahr wohl der

Familie und Ex-Onesimo-Nachbarn?

Neue Möbel

Einen Monat später richteten wir unser

Haus in Bottmingen ein. Einige gute

Möbel erhielten wir geschenkt, anderes

besorgten wir uns im Möbelhaus. Später

traf sich Janice mit Müttern aus Bottmingen

zum Gebet. Eine von ihnen

freute sich gerade sehr auf ihre neue Küche.

Ich dachte an Joey und Janis: Sie

brauchen keine neuen Möbel und keine

neue Küche, aber ein rechtes Dach über

dem Kopf, Schutz vor Regen und etwas

Geld für die bevorstehende Geburt. In

2. Korinther 8,13 lese ich: „… auf dass es

zu einem Ausgleich komme: in der jetzigen

Zeit soll euer Überfluss ihren Mangel

aufwiegen.“ Philippinen und die

Schweiz – zwei Welten, die beide zu

meinem Leben gehören. Ich bin dankbar,

dass ich mein spannungsgeladenes

Leben als wohlhabender Christ, der vie-

le Arme kennengelernt hat, nicht alleine,

sondern mit Freunden hier in der

Schweiz gestalten kann.

Christian Auer

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L I L O K

People meet people: Arven dela Cruz

Unsere Lilok-Mitarbeiter haben selbst erstaunliche Lebensgeschichten, die sie darauf vorbereiten,

andere in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten. Arven Dela Cruz leitet seit vier Jahren

die Jugendabteilung beim Lilok Bildungsprogramm. Arven liegen besonders die jungen

Männer am Herzen, für die es offensichtlich immer schwieriger wird, ihren Platz in der Gesellschaft

zu finden.

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Arven, wie bist du aufgewachsen?

Ich wurde 1973 auf der Insel Romblon

geboren. Meine Eltern überliessen mich

meinen Grosseltern, weil sie nach Manila

gingen, um dort Geld zu verdienen.

Meine Grosseltern hatten kein Geld für

Babymilch. So gaben sie mir frischen

Kokospalmsaft (der kommt vom Baum,

nicht von der Nuss, und ist recht nahrhaft).

Als ich drei war, holten mich meine

Eltern zu sich. Inzwischen hatten sie

noch mehr Kinder. Während der folgenden

Jahre zogen wir umher wie Nomaden

und wohnten immer dort, wo

mein Vater gerade Arbeit hatte: entweder

auf dem Bau oder auf einer Farm.

Meine Mutter arbeitete als Wäscherin.

Wir fünf Kinder mussten täglich acht

Kilometer zur Schule gehen und vor

und nach der Schule noch Wasserbüffel

versorgen. Für die Oberstufenschule

nahmen mich Verwandte in Manila zu

sich. Ich arbeitete als Haushaltshilfe bei

ihnen und dafür konnte ich zur Schule.

Wie bist du zum Glauben an Christus

gekommen?

Ich war ein Einzelgänger, aber die anderen

in der Familie gingen zu einer Kirche

und luden mich immer ein. Das

nervte mich zunächst. Aber ich ging

hin, wenn es irgendetwas Praktisches zu

arbeiten gab. So lernte ich die Leute dort

kennen und sie gefielen mir. Darum begann

ich ernster zu nehmen, was sie

von der Bibel erzählten. Ich stellte viele

Fragen und die müssen ihnen gefallen

haben. Jedenfalls luden sie mich bald

ein, Kleingruppen zu gestalten. Mittlerweile

war ich 19 und arbeitslos, aber

sehr aktiv in dieser Kirche. Schliesslich

brachte mich der Pastor zu einer Bibelschule.

Aber da wurde ich nicht angenommen.

Das gab mir zu denken.


P h i l i p p i n e n

L I L O K

Jetzt arbeitest du mit Lilok? Warum?

Du hättest auch andere Möglichkeiten.

Die Leute bei Lilok sind entspannt und

sehr ehrlich, man macht einander

nichts vor. Wir teilen dieselben Ideale,

und es gibt Raum für Kreativität und alternative

Ideen.

Was ist deine Vision für Lilok?

Ich sehe eine Spannung zwischen der

Bildung, die Lilok bietet, und den bescheidenen

Möglichkeiten, welche die

Teilnehmer haben. Viele müssen ihre

meiste Zeit damit zubringen, ein Einkommen

zu sichern, wenn sie das überhaupt

schaffen. Ich möchte Wege finden,

dass Teilnehmer auch lernen,

„geschäftstüchtig“ zu werden, und sich

selbst bessere Möglichkeiten schaffen

können, vorwärtszukommen.

Raum für Kreativität und neue Ideen

Aber du bist doch zu einem guten

Studienabschluss gekommen?!

Ich fand einen Job als Hausmeister in einer

reicheren Kirche. Da wurde ich ausserdem

beauftragt, mich aller Haushaltshilfen

anzunehmen, die zur Kirche

kamen. Das wurden immer mehr. Ausserdem

hörte ich von Penuel, einer

theologischen Abendschule. Dort begann

ich in Teilzeit zu studieren, bis

zum Abschluss nach sechs Jahren. Während

dieser Zeit bekam ich immer mehr

das Bedürfnis, mit den Armen zu arbeiten.

Ich fand eine Stelle bei einem grossen

Hilfswerk. Aber im Angesicht der

Not merkte ich, dass meine „nur“ theologische

Ausbildung ungenügend war.

So kündigte ich wieder und schrieb

mich an einem Lehrerseminar ein. Bildung

schien mir der beste Weg, Menschen

in Armut nachhaltig zu helfen.

Wie konntest du das Lehrerseminar

denn finanzieren?

Während ich etwas verdient hatte, hatte

ich immer andere unterstützt. Nun

halfen meine Freunde und mein Bruder

mir, und manchmal konnte ich hier

und da an einem kleinen Auftrag etwas

Geld verdienen. Oft hatte ich aber weder

Essen noch Geld. Dann ging ich

beim Mittagessen zu meinen Klassenka-

meraden und bettelte jedem einen Löffel

Reis ab! Manchmal hatte ich kein

Geld für die Heimfahrt am Abend. Dann

schlief ich im nahen Stadtpark.

Hm! Das ist ja auch nicht so ungefährlich...

Manchmal war noch ein Kollege dabei.

In eine Glaubenskrise geriet ich ebenfalls.

Ich war überfordert von der Armut,

der ich durch die Arbeit begegnete. Die

Ungerechtigkeit schreit so zum Himmel.

Das wurde mir erst richtig bewusst, als

ich den Menschen zu helfen begann.

Und die Erwartung der Christen, dass

Ich hatte einen Freund, der war

Atheist. Mit ihm diskutierte ich

viel. Das schärfte mein Gottesverständnis.

die Leute in die Kirche gebracht werden

sollten, setzte mich sehr unter Druck.

Aber ich hatte einen Freund, der war

Atheist. Mit ihm diskutierte ich viel. Das

schärfte mein Gottesverständnis. So

wurde diese Freundschaft heilsam für

mich. Sie half mir, ganz ehrlich zu werden

über meinen Glauben.

Was sind nach deiner Meinung die

Stärken der Organisation Lilok

und welches ihre Schwächen?

Zu den Stärken zählen die tolle Gemeinschaft

– sogar Bandenmitglieder fühlen

sich bei Lilok wohl, genauso wie regelmässige

Kirchgänger – und unsere Kreativität.

Wir arbeiten innovativ und lassen

uns nicht schnell verunsichern.

Unter der Kreativität leidet allerdings

manchmal die Organisation. Wir tun

uns eher schwer mit dem gründlichen

Dokumentieren. So ist es schwierig für

andere, die von Lilok lernen und etwas

Ähnliches tun wollen. Ich wünsche mir,

dass Lilok seine radikalen Ideen noch

viel konkreter umsetzen kann. Das ist eine

spannende Entdeckungsreise!

Herzlichen Dank, Arven, dass du

deine Geschichte mit uns geteilt

hast!

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L I L O K

Lohnt es sich überhaupt?

Immer mal wieder werden wir gefragt, warum wir uns als Servants schon so lange mit den Armen

„abgäben“. Die Armut sei ja doch nicht ganz zu beseitigen und deshalb alles nur ein Tropfen

auf den heissen Stein.

Lernen dran zu bleiben

Es stimmt: Vieles, was einmal aufgebaut

wurde, ist auch wieder zunichte geworden.

Besonders Menschen in komplexen

Problemen erleben manchmal eine

Besserung ihrer inneren und äusseren

Zustände, um nur allzu bald wieder in

Wenn es einem Menschen für

eine Weile besser geht als sonst,

so vergisst er das nicht so schnell.

ein altes, zerstörerisches Muster zurückzufallen,

oder aber erneut Opfer unberechenbarer

Umstände oder direkter Unterdrückung

zu werden. Es gibt auch die

anderen, die sogenannten Senkrechtstarter,

von denen man am liebsten berichtet.

Aber die sind auf jeden Fall

nicht in der Mehrheit.

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Wegbegleiter

Warum also dranbleiben? Der Grund,

auf den ich hier eingehen will, überrascht

mich selbst immer wieder und

gleichzeitig ist er kaum messbar, eher etwas

mystisch: Oft können wir nur in einer

bestimmten Lebensphase Einfluss

nehmen auf Menschen: Wir gehen einen

Weg mit ihnen, von dem alle Beteiligten

überzeugt sind, dass er grundsätzlich

gut ist und zur Verbesserung ihrer

Lebensbedingungen führen wird. Das

Kind, der Jugendliche oder Erwachsene

entwickelt sich und blüht auf. Manchmal

schnell und manchmal sehr langsam.

All das ist sehr hoffnungsvoll.

Manches in seinem Leben stabilisiert

sich. Aber allzu oft geht es dann plötzlich

wieder bergab. Dafür gibt es viele

Gründe, selbstverschuldete und fremdverschuldete,

nachvollziehbare und weniger

nachvollziehbare. Uns erscheint

es als Rückschritt; vieles, was zu blühen

begonnen hatte, welkt langsam wieder.

Ein junger Familienvater steht plötzlich

wieder auf dem Abfallberg, um nach

dem Lebensunterhalt zu wühlen. Eine

Mutter spielt erneut den Kurier, um

Drogen von A nach B zu bringen. Ein

Kind steigt aus dem Programm aus und

verbringt jede freie Minute mit gewalttätigen

Cliquen auf der Strasse. Die Verkaufsgüter

eines Strassenverkäufers werden

beschlagnahmt und sind nicht

mehr zu retten … Das macht uns sehr

traurig – und die betroffenen Menschen

auch!

Es geht nichts verloren

Und doch: Kein Moment ist verloren.

Wenn es einem Menschen für eine Weile

besser geht als sonst, so vergisst er das

nicht so schnell. Ein Kind kann sich immer

erinnern an jene, die es gut mit ihm

meinten, besonders, wenn es davon

nicht viele gab. Ein Jugendlicher vergisst

nicht, wer ihn ernst genommen

und an ihn geglaubt hat. Die Mitglieder

einer Familie, die auch nur vorübergehend

gute, intensive Zeiten und Begegnungen

miteinander hatten, haben positive,

gemeinsame Erinnerungen.

All dies sind Bausteine, auf die Weiteres

aufgebaut werden kann. Dadurch ist ein

Fundament geschaffen für nächste gute

Schritte. Auch wenn die guten Bausteine

immer viel zu wenige sind – immer

noch besser als gar keine!

In der Bibel steht, Gottes Wort gehe nie

verloren, es kehre nie leer zurück. Das

gilt offenbar auch für Taten, die im Namen

eines gütigen Gottes geschehen,

und für liebevolle Momente allgemein.

Vielleicht schenken sie einem Menschen

einfach einen kurzen Blick auf

Gott. Ein lückenhaftes Bild vielleicht,

aber doch eine Ahnung.

Regula Hauser


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L I L O K

Mein (All?-)Tag

Immer wieder werde ich gefragt, wie denn ein typischer Tag von mir aussehe. Typisch ist vor

allem, dass meist Unerwartetes, Ungeplantes passiert.

Am Morgen

Hier ein Beispiel für einen solchen Tag:

Beim Aufstehen freue ich mich darauf,

heute ungestört im Servants Büro an

meinen Projektanträgen arbeiten zu

können. Als Erstes mache ich mich an

die Abrechnungen für die Lilok Farm.

Noch keine Stunde ist vorbei, da kommt

eine SMS, dass ich heute morgen Zhannie

im Lilok Büro treffen soll. Zhannie

bearbeitet die Eigentumspapiere für die

Lilok Farm, eine nervenaufreibende Sache.

So fahre ich hin, diesmal im Taxi,

um nicht eine ganze Stunde unterwegs

zu sein. Im Taxi dann die nächste SMS,

die Wasserquelle auf der Farm sei versiegt.

Es habe noch etwas Wasser im

Tank, trotzdem müssten wir sofort die

Bohrstelle überprüfen lassen. Die Besprechung

mit Zhannie geht schnell. Eine

effiziente Person, das schätze ich

heute sehr.

Weniger effizient läuft es dann allerdings

beim Ausdrucken eines Dokuments.

Der Computer scheint meinen

USB-Stick nicht zu kennen – und dabei

bleibt es. Ich bin genervt. Als ich dann

einen ausgelegten Betrag zurückerstattet

haben möchte, dies aber heute auch

nicht klappt, wächst mein Ärger spürbar:

Mein Geld für die kommende Woche

wird nun knapp.

Wieder eine SMS von Zhannie: Die Notariatskosten

sind etwas höher als erwartet,

sie brauche Geld. Die Bank liegt

in der Nähe, ich hebe den Betrag ab und

bringe ihn ihr auf die Stadtverwaltung.

Das Gehen tut mir gut in solchen Momenten,

es lüftet mein Innenleben, obwohl

es erdrückend heiss ist. Im Moment

ärgert mich vor allem, dass ich

mich so schnell ärgere. Mit dem Taxi zurück

ins Servants Büro. Ingrid Weissenborn

ist da und hat Spaghetti gekocht.

Das tut meiner Seele gut.

Am Nachmittag

Inzwischen ist es 13 Uhr. SMS von einer

Freundin, ob ich daheim sei. Nein, bin

unerreichbar ... An einem anderen Tag

sehr gerne. Endlich sitze ich wieder an

dem Vorschlag für ein Aufforstungsprojekt,

den ich mir ja für heute vorgenommen

hatte: Der australische Staat möchte

solche Projekte unterstützen. Da der

Wald in Tanay gefährdet ist, würden wir

gerne mit Menschen aus den Slums

Baumpflanz-Aktionen durchführen.

Der Gedanke an wilden Urwald hilft

mir, mich konzentriert hinter den Laptop

zu klemmen und strategisch zu denken.

Leider ist der Internet-Anschluss

im Servants Büro ebenfalls gestört, ich

kann nichts versenden.

Am Abend

Abends bin ich zu einer kleinen theologischen

Abendschule eingeladen, um

von unserem Ansatz als Servants zu berichten.

Ich verbringe eine sehr interessante

und anregende Stunde mit den

Schülern. Um 20 Uhr sitze ich wieder

im Bus Richtung Servants Büro, um

meine Sachen zusammenzupacken.

Nun ist Simon da und wir essen miteinander.

Gemütlich.

Ob ich gehört hätte, dass es in meiner

Nachbarschaft gebrannt hätte? Nein,

davon wusste ich nichts! Um 17 Uhr

muss es passiert sein. Mehr weiss Simon

nicht, nur ungefähr, welche Ecke des

Viertels betroffen ist. Weil ich nun nicht

weiss, wie lange der Tag noch dauern

wird, esse und trinke ich viel. Um 22

Uhr gehe ich in mein Viertel zurück, das

sind nur wenige Gehminuten.

An der Brandstelle ist alles dunkel, rauchig

und vollgepackt mit Menschen,

die noch nicht glauben können, dass

ihr Häuschen und ihre ganze Habe weg

sind. Da sind Mütter, die nun für ihr Baby

weder Milch noch Fläschchen haben.

Ich nähere mich dem Ort von Luis

und Ana. Nicht dem „Haus“, denn das

gibt es nicht mehr. Wie Ruinen stehen

die abgebrannten Mauern da. Endlich

finde ich meine gute Freundin Ana. Sie

ist völlig aufgelöst. „Rachel, nun haben

wir gar nichts mehr!“ Aus ihrer Stimme

sprechen unsäglicher Schmerz und

Trauer. Sie und Luis sind äusserst fleissige

Menschen, die alles versuchen, um

dem Leben Gutes abzugewinnen. Was

immer sie nicht selbst dringend brauchen,

geben sie an Bedürftigere weiter.

Auch bei meinen Katastrophen war Ana

immer sofort zur Stelle (damals, als der

Wind mein Dach forttrug…). In letzter

Nun wird der Tag abgespült, ich

werfe das Wasser grosszügig

über mich. Das brauche ich

jetzt.

Zeit hatte ich mich so gefreut, dass sie

wirtschaftlich ein wenig vorwärtskamen.

Um 23.30 Uhr gehe ich schliesslich

heim. Dort ist infolge des Brandes die

Stromleitung kaputt. Somit werde ich

für eine Weile kein Wasser kriegen. So

schöpfe ich mir eine Portion zum Duschen

in den Kübel und trage ihn bei

Kerzenlicht ins Bad. Nun wird der Tag

abgespült, ich werfe das Wasser grosszügig

über mich. Das brauche ich jetzt.

Meine kleinkarierte Ungeduld vom

Morgen tut mir nun leid. Und während

ich meine russ-schwarzen Füsse sauber

bürste, entschliesse ich mich, diesen

„Tag im Leben von...“ aufzuschreiben.

Um 00.30 schlüpfe ich unters Moskitonetz.

Die ersten Hähne krähen bereits.

Zu diesem sehr bekannten Geräusch

muss ich sofort eingeschlafen sein.

Regula Hauser

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Alles verloren

Da wo meine Freunde Luis und Ana wohnen und ihre Bäckerei haben und Tag und Nacht schuften,

da brannte es am Spätnachmittag und innerhalb einer knappen Stunde waren die Häuschen

von über 150 Familien komplett eingeäschert – mit allem, was sich darin befunden hatte.

Luis' und Anas Haus vor dem Brand

Wie es angefangen hatte, darüber kursieren

zehn wilde Geschichten, alle

halbwegs glaubwürdig: Weil alle paar

Wochen eine weitere Zeile dieser farbigen

Häuser gebaut wird, wohnen die

Leute in der Zwischenzeit in zusammengeschusterten

Provisorien aus altem

Holz und Sperrholz und was auch

immer (kein Problem, es lässt sich auch

so schlafen, und bald gibt es ja ein richtiges

Haus…). Alles ist dort eng aufeinandergeschachtelt,

denn jene, die kein

neues Haus kriegen werden, wollen

auch noch hier an dieser verkehrstechnisch

guten Lage wohnen bleiben, solange

es geht. Der Brand brach aus, die

Häuschen brannten wie Zunder, denn

das Wetter hatte alles ausgetrocknet,

und bald entwickelte sich eine Hitze,

der jeder nur noch mit dem, was er auf

dem Leib hatte, entfliehen konnte. Wie

meistens kam glücklicherweise niemand

zu Tode.

Da sein

Ich war zur Zeit des Brandes nicht daheim,

aber um 21 Uhr kam ich in einem

Rundum ist alles zerstört

dunkel rauchenden Gebiet an und traf

auf eine ganze Reihe von Freunden, die

alle alles verloren hatten. Jinky lachte

(typisch philippinisch): „Ist doch gut,

dass wir so arm sind, so können wir

auch nicht viel verlieren.“ Jason hatte

an diesem Tag Geburtstag, er spasste:

„Für meinen Geburtstag wurde ein ganz

grandioses Feuerwerk veranstaltet.“

Auch seine Familie hatte die allerletzte

Habseligkeit verloren. Plötzlich sah ich

unseren Freund Joshua Palma im Gewühl,

der eigentlich weit weg wohnt.

Aber immer, wenn eine Katastrophe

passiert, ist er sofort zur Stelle. Ausrichten

kann er zwar nichts, aber er ist da.

Jeder, der schon solche Katastrophen erlebte,

weiss, wie viel dies wert ist. Ob

Die Münzsammlung kam wieder

zum Vorschein

dies auch ein Bild für Gott ist? Gott ist

auch bei uns, wenn wir in Schwierigkeiten

sind. Auch wenn sich für uns dadurch

äusserlich vielleicht noch nichts

ändert.

Immer wieder von vorne anfangen

Vor ihren niedergebrannten Grundmauern

weinte die sonst so tapfere Ana:

„Rachel, nun haben wir gar nichts

mehr!» Soviel sah ich auch, da war

nichts mehr. Gerade hätten sie aufgestockt

mit 200 Kilo Reis, neuem Mehl

und Waren für den Laden. Auch Gespartes

hätten sie auf der Seite gehabt,

schön versteckt. Weil sie keine Identitätskarte

besässen, hätten sie noch kein

Bankkonto aufgemacht. Nun seien sie

einen Moment weg gewesen, die Tochter

im Laden konnte nur die Kasse der

Tageseinnahmen leeren und mit den

Kindern davonrennen. Von Anas Versteck

wusste sie nichts. „Vielleicht fin-

den wir morgen noch die Münzsammlung

in der Asche“, hoffte sie.

So war es, am Morgen herrschte emsige

Geschäftigkeit: In jeder Ruine durchwühlten

Menschen die Asche in der

Unbezwingbarer Überlebenswille:

Luis baut sein Haus wieder auf

Hoffnung, Wertsachen zu finden. Ana

war ausserdem erschüttert: „Wenn nur

wir betroffen wären, das ginge ja noch,

aber schau, alle meine Nachbarn, die

verloren auch ganz und gar alles.» Es war

einfach zu viel. Ich war froh zu wissen,

dass jeden Moment die Liste für die Servants

Hilfe aufgenommen würde. In all

den Jahren haben wir da ein sehr gutes

System entwickelt und unsere Filipino-

Wenn nur wir betroffen wären,

das ginge ja noch, aber schau,

alle meine Nachbarn, die verloren

auch ganz und gar alles.

Freunde, speziell in Pajo, sind mittlerweile

Experten in Hilfsaktionen nach

Bränden. Erst im Dezember hatte es ja

auf der anderen Seite des Flusses gebrannt.

An Übung fehlt es (in diesem

Sinn leider) nicht. Es besteht übrigens

jederzeit die Möglichkeit, in unseren

Feuerwehrfonds für Brandopfer einzuzahlen.

Im Notfall steht dieser sofort bereit

– und diese Notfälle gibt es hier viel

zu oft.

Regula Hauser

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Das Neuste von der Lilok Farm

Seit Februar ist das Gemeinschaftshaus auf der Lilok Farm fertig.

Es ist wunderschön geworden! Mit herrlich inspirierender Aussicht auf

die Hügel, durchweht von einer angenehm kühlen Brise und mit einem

Bambusboden, der den Fusssohlen schmeichelt.

Das Oktagon – unser Gemeinschaftshaus aus Bambus, das Dream-Team geniesst die Atmosphäre (oben rechts)

Fast jede Woche, zum Beispiel für Besinnungstage

über Ostern, kommen nun

kleine oder grössere Gruppen auf die Lilok

Farm, die für die Einheimischen Sakahang

Lilok heisst. Die Gäste sind ausnahmslos

begeistert.

Ebenso ausnahmslos geben sie zu, dass

vieles neu ist für sie. Die Kompost-Toiletten

sind wohl die grösste Herausforderung;

dass es so etwas noch gibt und

erst noch als zukunftsweisend bezeichnet

wird? Gleichzeitig sind Hygiene

und ökologischer Nutzen nicht zu bestreiten.

Darüber gibt es ständig witzige

Diskussionen. Und auch darüber, dass

die Würmer unsere Düngerproduzenten

sind und wir sie ganz wie Haustiere

behandeln!

Unabhängiger werden

Im Garten geniessen wir zurzeit eine

grosse Schnittsalaternte, auch Süsskartoffeln

und Cassava sind reif. So ist die

Die kunstfertigen Handwerker

Einkaufsliste für den Markt viel kürzer

geworden und beschränkt sich fast nur

noch auf Fisch und Fleisch.

Mit den Nachbarsfamilien, von denen

viele schlecht oder gar nicht lesen können,

begannen wir ein Bibelhörspiel-

Programm. Dafür bekamen wir ein entsprechendes

Solargerät geschenkt.

Strom, den wir hauptsächlich für die

Wasserpumpe bräuchten, haben wir

nach wie vor nicht. Wir träumen von einer

Windmühle, aber zur Zeit fehlt uns

noch der Experte dafür.

Der Papierkrieg mit der staatlichen Bürokratie

geht weiter. Das kostet unglaublich

Geduld und manchmal auch

mehr Geld, als uns lieb ist. Korrekte Informationen

über Bearbeitungsschritte

zu bekommen, ist fast eine Glückssache.

Die Reaktionen der Menschen aus

der Stadt, die bei uns tiefgehende Erfahrungen

machen, geben uns immer wieder

neue Energie.

Regula Hauser

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Tanay – ein Geheimtipp

Vor Kurzem war ich für vier Wochen auf den Philippinen, wo ich von 1990–1997 gelebt hatte,

und besuchte auch meine langjährige Freundin Regula Hauser, die mich mitnahm nach Tanay.

In der näheren Umgebung des Geländes

gibt es einen wunderschönen natürlichen

Wasserfall, der zum Glück noch

nicht ausgebaut und erschlossen ist. Die

schönste von der Natur gestaltete Attraktion,

die ich bis jetzt gesehen habe!

Das Ziel des Projektes ist ja, dass Menschen

aus den Slums von Manila sich in

der Natur erholen und inspirieren lassen

können. Tanay bringt den Gästen die

Schöpfung und den Umgang damit wieder

näher. Es gibt viel Platz für Bewegung

und Spiel, keine Ablenkung und

nur selbstgemachte Unterhaltung, was

Kreativität, Reflexion und Gemeinschaft

fördert. Ich freue mich schon jetzt auf

meinen nächsten Besuch!

Kathrin Keller

Raum zum Aufatmen

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Inzwischen wurden dort ein Wassertank,

ein zweistöckiger Schlafsaal, eine

WC- und Duschanlage, eine kleine Küche

eingerichtet und ein grosser Garten

angelegt. Im Bau sind noch der grosse

Versammlungsraum und das Farmhaus.

Ich war sehr überrascht, was in dieser

kurzen Zeit entstanden ist und beeindruckt

vom beauftragten Architekten.

Man trifft sehr selten Filipinos, die so

verbunden sind mit der Natur und die

einen Weg suchen, möglichst umweltfreundlich

zu bauen. Die Stahlkonstruktion

mit der Bambushülle und dem

Blätterdach gefällt mir sehr gut und

passt ausgezeichnet in das Gelände, das

wenig verändert wurde: Die Palmen

und die Bäume wurden stehen gelassen

und die Häuser gut in die Landschaft integriert.

Die trockene Toilettenanlage

hat es mir besonders angetan. Damit

wird ein Septiktank überflüssig und der

menschliche Abfall wird schiesslich

wieder der Natur zugeführt. Auch die

ganze Wassernutzung hat System und

ist umweltfreundlich. Biologisch abbaubare

Seife ist ein Muss, wenn man

dort duschen will, denn das Wasser versickert

in der Erde.

Erholung in der Natur

Die Farm, die von einem philippinischen

Landwirt begeistert bearbeitet

wird, umfasst einen wunderschön angelegten

Garten, wo vor allem einheimisches

Gemüse angepflanzt wird. Zur

Farm gehören auch Hühner und zwei

Schweine. Ein Fischteich und eine Hasenzucht

sind geplant. Grossstadtmenschen

sind meist nicht mehr gewohnt,

sich die Natur zunutze zu machen und

sie gleichzeitig zu erhalten. Hier sehen

die Gäste, wie sie mit einfachen Mitteln

selber einen kleinen Garten anlegen,

Nutztiere halten und sich so selbst versorgen

können.

Das Leben in Tanay ist sehr einfach und

entspricht damit dem Alltag der Gäste.

Damit ermutigt das Projekt auch, den

einheimischen Materialien und Bauweisen

zu vertrauen und damit auch die

eigene Kultur wertzuschätzen.


P h i l i p p i n e n

O N E S I M O K I D S

Gemeinsam stark werden

Unsere Arbeit hat in einer kleinen Lebensgemeinschaft im Slumgebiet San

Roque begonnen, wo wir mit Strassenkindern Zeit verbrachten. Als wir ein

erstes Zentrum in Quiapo eröffneten, wohnten wir als Team auch dort. In der

Arbeit, an Herausforderungen und auch Konflikten sind wir gemeinsam gereift.

Daniel und Lynette Wartenweiler

mit Abiah Jeriah

Die wachsende Arbeit erfordert mehr

Strukturen. Betriebshandbücher, Pläne,

Regelungen und Anstellungsverträge

schaffen klare Verantwortungsbereiche

und systematische Arbeitsprozesse. Als

Kehrseite davon kann die Arbeit aber

auch als Job statt als Berufung und

Dienst verstanden werden. Der Arbeitsvertrag

beruht auf dem Prinzip des gegenseitigen

Nutzens, dabei kann die Gemeinschaft

leicht als zweitrangig oder

sogar als Hindernis gesehen werden.

Aber Gott hat in seiner Beziehung zu

uns den Weg der Gemeinschaft gewählt,

den Weg des Bundes anstelle des

Vertrags. Ein Bund, zum Beispiel der

Ehebund, beruht nicht auf dem Nutzenprinzip,

sondern ist eine Verpflichtung,

die nicht einfach kündbar ist. Jesus

hat die Kirche nie als Institution

gesehen, sondern als Beziehungsgemeinschaft,

die von einer heilenden

Liebe geprägt ist und andere Menschen

mit einschliesst.

Heilung durch Annahme

Die kanadische Ordensfrau Sue Mosteller,

die mit Behinderten zusammenlebte,

schrieb in einem Buch: „Wie grossartig

ist es zu entdecken, dass unsere

Lebensgeschichte, zerstückelt und leidend

von der Gebrochenheit unserer

Familie, meistens geheilt und verändert

wird innerhalb derselben Familie oder

in einer anderen Gemeinschaft von sorgenden

und hingegebenen Menschen.

Wie grossartig ist es, wenn wir uns genug

geliebt fühlen, um durch unseren

Schmerz hindurchzugehen und unser

Leben zurückzufordern von denen, die

uns verletzt haben und immer noch die

Macht haben, uns weiter zu zerstören.“

Unsere Onesimo Kids wurden in ihren

Familien meistens abgelehnt, verletzt

und missbraucht. Die Liebe und Annahme

einer neuen Gemeinschaft hilft ihnen,

durch ihren Schmerz hindurchzugehen

und Heilung zu finden. Nur dort,

wo wir in aller Schwäche und Gebrochenheit

ehrlich miteinander das Leben

teilen, werden auch andere geheilt.

In der Sicherheit dieser Gemeinschaft

können wir lernen, zu uns zu stehen.

Die Vergangenheit akzeptieren

Einer unserer langjährigen freiwilligen

Mitarbeiter hat eine schwierige Vergangenheit

mit Drogen und professionellem

Tanzen. Erst als er fast zwei Jahre

mit uns lebte, konnte er erstmals über

seinen sexuellen Missbrauch als Kind

reden. Der Heilungsprozess ist lang und

erfordert viel Zuhören, Mitleiden, Beten

und Ermutigen. Nach über einem Jahr

begann er, seine Geschichte zu akzeptieren.

Er hat gelernt, dass er ohne Mitschuld

ist. Schritt für Schritt wird er

auch von Depressionen frei und die

Wunden beginnen zu verheilen. Nun

kann er mit anderen betroffenen Kindern

über seine Erfahrung reden, und

eines Tages wird er andere auf dem Weg

der Liebe und Heilung begleiten.

Limitierter Individualismus

Das Leben in Gemeinschaft ist nicht

einfach, kein schönes Ideal, aber auch

nicht unerreichbar. Sue Mosteller

schreibt dazu: „Gemeinschaft ist der

Ort, der mich einklemmt und meinen

Individualismus limitiert. Gemeinschaft

stösst mich weiter, als ich in meinem

Idealismus gehen will in die Liebe

zum Mitmenschen, in die Hingabe im

Dienen, in den Versuch, die Welt zu verändern.

Wenn ich in einer Gruppe von

Freunden treu sein kann, erfahre ich ihre

Armut, Selbstzentriertheit, Gebrochenheit

und Dunkelheit. Und ich erkenne

meine eigene Begrenztheit,

Verletzlichkeit und Herzenshärte.“

Die meisten unserer Mitarbeiter sind

nun in das neue Haus eingezogen, weil

wir als Lebensgemeischaft unterwegs

sein wollen. Doch das gemeinsame Leben

muss im Alltag ausbuchstabiert

werden. Wir haben Hausregeln formuliert.

Jeden Morgen treffen wir uns zum

Gebet und alle zwei Wochen zu einem

Abend mit Austausch, Spielen, Bräteln

… Eine Lebensgemeinschaft fordert die

Hingabe jedes Einzelnen und das nicht

nur acht Stunden am Tag. Wir müssen

noch viel lernen, doch der Traum einer

heilenden, liebenden, dienenden und

betenden Gemeinschaft wächst in uns.

Das neue Haus von Familie Wartenweiler

Eine Alphütte in der Stadt?

Nach dem Umzug ins neue Gebäude

konnten Lynette und ich im Garten unsere

kleine „Alphütte“ bauen lassen.

Das Haus ist ganz aus Bambus gebaut

und mit einem Blätterdach gedeckt,

aber mit Stahlrahmen verstärkt. Mitten

in der Betonwüste zeigt es die Schönheit

der traditionellen, naturnahen philippinischen

Baukunst. Die natürliche Belüftung

hält das Haus kühl. Auch der

Gemüsegarten, die Obstbäume und der

Kompost schaffen eine Verbindung zur

Natur.

Wir leben bewusst hier nahe am Geschehen,

um einerseits die Kinder zu

unterstützen, und anderseits die Gemeinschaft

mit dem Team zu verstärken.

Die Geburt unseres Sohnes Abiah

Jeriah am 22. Dezember war natürlich

der Höhepunkt. Er ist gesund und bereitet

uns allen viel Freude. Dank der Nähe

zum Arbeitsort können wir uns auch die

Elternrolle sehr gut teilen.

Daniel Wartenweiler

11


P h i l i p p i n e n

O N E S I M O

Camp Rock wieder in Betrieb

Bauarbeit statt Drogenhandel

Dennis war viele Jahre im Programm

von Onesimo. Er ist ein feiner junger

Mann und lebt mit seiner Freundin und

der zweijährigen Tochter zusammen.

Weil kürzlich ihre beiden Mütter gestorben

sind, haben sie kaum Unterstützung

von ihren Familien. Dennis hat

auch keine geregelte Arbeit. Darum liess

er sich von Nachbarn als Drogenkurier

einspannen, wo sich schnell Geld ver-

Auf unserer Baustelle im Camp Rock geht vieles nur sehr schleppend vorwärts, was uns manchmal

frustriert. Die Arbeit ist mühsam, die Erde muss von Hand ausgehoben werden, oft sind

Felsbrocken zu zertrümmern und dann muss alles mit Eimern den steilen Hang hochgetragen

werden.

dienen lässt. Während sie an unserer Familienfreizeit

teilnahmen, wurde er von

der Polizei gesucht. Sie drangen in seine

Wohnung ein, weil sie ihn aber nicht

finden konnten, nahmen sie alles Wertvolle

mit, das sie fanden. Freunde des

Paares rieten ihnen, nicht nach Manila

zurückzukehren. Die Verantwortlichen

der Leuchtturm-Gemeinschaft berieten,

was nun wohl am besten ist. Ronel

(der älteste Sohn unseres verstorbenen

Hausmeisters Kuya Regie) und seine

Frau Sharon erklärten sich bereit, die

junge Familie zu sich zu nehmen und

sich um sie zu kümmern. Dennis arbeitet

nun am Bau in Camp Rock mit. Ariel,

unser Bauleiter, hat den Fleiss von

Dennis gesehen, will ihn nun weiter beschäftigen

und stellt ihm eine kleine

Wohnung zur Verfügung. Seine Frau arbeitet

stundenweise in Ariels Bäckerei.

Camp Rock erstrahlt in neuem Glanz

Unser neues Generatorenhaus ist nun

fertig geworden. Darin wird die Stromversorgung

auch bei einem Netzausfall

sichergestellt. Ein neuer Wassertank ist

bereits im Gebrauch, aber die Toiletten

und Duschen sind leider noch nicht fertig

angeschlossen.

Im Sommer nehmen wieder etwa hundert

Jugendliche pro Woche an den

Freizeiten teil, während wir hinter einem

Schutzzaun weiterbauen müssen.

Um einen Erdrutsch zu vermeiden,

muss der Rohbau vor der Regenzeit fertig

sein. Wir sind sehr dankbar, dass unser

Camp wieder betriebsbereit ist, auch

wenn die Verbesserungen noch nicht

zur Verfügung stehen. Wir hoffen wieder

auf eine gesegnete Zeit für die vielen

Jugendlichen aus den Elendsvierteln

Manilas.

12

Lighthouse Family Camp

Die letzte Familienfreizeit Anfang Jahr

war wieder ein grosser Segen. Wegen der

Umbauten in Camp Rock waren wir

diesmal am schwarzen Sandstrand von

Lemery. Unter dem Thema „Mach alles

zur Ehre Gottes“ behandelten wir Eheund

Familienkonflikte, Erziehung und

Ernährung. An einem unvergesslichen

Abschlussabend am Lagerfeuer bekannten

sich viele der jungen Familienväter

zu ihren Alkohol-, Drogen- und Gewaltproblemen

im Alltag. Meistens liegt der

Grund dafür in der fehlenden Arbeit.

Aussteiger-Probleme

Jennifer und Louie sind leider aus dem

Onesimo-Programm weggelaufen. Mit

fünfzehn Jahren wurde Jennifer

schwanger und hat nun zwei kleine Buben.

Aber Louie hat keine Arbeit und ihre

Eltern unterstützen sie kaum. Um die

Kinder zu ernähren, arbeitet Jennifer in

einer Bar. Als sie sich auf einen neuen

Freund einliess, wurde sie von Louie geschlagen

und gewürgt. Daraufhin musste

er zwei Wochen ins Gefängnis. Seither

trachtet er dem andern Mann nach

dem Leben. Louie braucht eine feste Arbeit,

um seine Familie zu ernähren. Das

würde sein Selbstbewusstsein als Ehemann

und Familienvater stärken und

Jennifer entlasten.

Dennis mit seiner Familie

Überdies engagieren sie sich auch in der

Gemeinde von Ronel und Sharon.

Durch Gottes Gnade hat sich für diese

junge Familie alles zum Besten gewendet.

Ingrid & Lothar

Weissenborn


P h i l i p p i n e n

O N E S I M O

Lebenshunger eines Strassenmädchens

Raquel ist sechzehn Jahre alt, wirkt aber deutlich reifer. Sie ist sehr attraktiv und ihre Erscheinung

strahlt von natürlicher Schönheit. Niemand vermutet in ihr ein Strassenmädchen.

Sie wuchs in der Provinz Leyte auf. Ihre

Familie war sehr arm, aber glücklich.

Der Vater war sehr liebevoll und unternahm

alles, um sie durchzubringen.

Doch dann starb er völlig unerwartet.

Für Raquel brach eine Welt zusammen

und die Freude wich aus ihrem kindlichen

Dasein. Die Mutter brachte schon

bald einen anderen Mann nach Hause,

der aber oft betrunken und gewalttätig

war. Wegen der finanziellen Abhängigkeit

behielt die Mutter ihn dennoch bei

Sie wollte nochmals zur Schule

und ihre Träume verwirklichen.

Sie wollte leben!

sich. Nach einem sexuellen Übergriff

flüchtete Raquel zu Verwandten. Diese

wollten sie schon bald wieder nach

Hause schicken und versuchten ihr einzureden,

dass dort alles wieder gut sei.

Ein trauriges Leben

Raquel hatte aber Angst vor der Heimkehr

und trat eine 24-stündige Reise zu

ihrem Cousin in Manila an. Er arbeitete

als Müllsammler und konnte seine Familie

damit nur mit Mühe durchbringen.

Raquel war dreizehn Jahre alt und

musste nun Arbeit suchen. Sie fand

mehrmals Anstellungen, wurde aber

stets mit falschen Beschuldigungen

bald wieder weggeschickt. Als sie in einem

Laden arbeitete, machte sich der

Besitzer an sie heran und Raquel wurde

dann prompt von seiner Frau entlassen.

Dann begann sie, mit Freunden von der

Strasse herumzuhängen. Alkohol, Tabak,

Drogen und Sex prägten ihr Leben.

Sie fühlte sich immer trauriger und verlorener.

Dann lud sie ein Freund in eine

Karaokebar ein, wo sie als Guest Relation

Officer (GRO) arbeiten konnte – ein

anderer Name für eine Prostituierte. Oft

musste sie sich übergeben nach den vielen

verdorbenen Männern. Aber sie

brauchte das Geld auch, um ihre Familie

in Leyte zu unterstützen, denn ihr

Stiefvater war inzwischen abgehauen.

Wo bleibt die Gerechtigkeit?

Später erzählte ihr ein Freund von Onesimo.

Sie besuchte uns und wollte wissen,

ob wir sie aufnehmen können. Sie

war sehr gut gekleidet und man sah ihr

die Armut nicht an. Doch dann erfuhren

wir ihre traurige Geschichte. Sie

wohnte mit anderen Prostituierten neben

dem Nachtclub und wollte von dort

wegkommen, nochmals zur Schule und

ihre Träume verwirklichen. Sie wollte

leben!

Wir haben uns gefragt, wer für ihre Geschichte

verantwortlich ist. Ihre Eltern?

Sie selber? Wo ist in ihrem Leben Gerechtigkeit?

Und wo war Gott? Als wir

ihr mitteilten, dass wir sie aufnehmen,

freute sie sich riesig, und heute macht

sie trotz all ihrer Demütigungen einen

sehr glücklichen Eindruck.

Dennis Manas,

Leiter Onesimo

Strahlen, das von Herzen kommt

13


P h i l i p p i n e n

O N E S I M O

Filipinos entwickeln Eigeninitiative

Ende April war ich in Manila und war bei einem Freund von Onesimo zu Gast. Zum Glück hatte

er ein klimatisiertes Gästezimmer, denn draussen war es 38° C und die Luft war von Diesel verschmutzt

bei einer Feuchtigkeit von fast 100%.

Konzert im Filmzentrum der Universität

Ein Höhepunkt war das Konzert mit Ernie

Opiasa und Armina Rietmüller am

Sonntagabend. Eine philippinische

Profiband begleitete Ernie, ohne eine

Gage zu verlangen! Eine Eventfirma

baute für wenig Geld ein riesiges Soundsystem

auf mit Lichtorgel, Trockeneis

und Beamerprojektion. Vor dem Beginn

warteten wir nervös: Hatten wir

uns vielleicht verschätzt mit dieser tausend

Sitzplätze fassenden Halle – dem

ehrwürdige Filmzentrum der Universität?

Als die Besucher hereinströmten

und die Halle fast ganz füllten, waren

wir erleichtert. Die Lieder von Ernie verursachten

trotz hohem Dezibel eine

friedliche Atmosphäre. Starke Inhalte

und Bilder regten zum Nachdenken an.

Neues Medieninteresse

Die jungen Leute von Onesimo begeisterten

mit ihren Tanz- und Theatervorführungen

einmal mehr und zwei Jugendliche

erzählten von ihrem neuen

Leben mit Gott nach ihrer schweren

Kinderzeit. Plötzlich stand ein Kamerateam

einer nationalen Fernsehstation

da, um Interviews zu machen! Gerne

nützten wir die Gelegenheit, um den

Armen eine Stimme zu geben, mitten in

einer Gesellschaft, die lieber wegschaut.

Mein Gastgeber meinte nachher zu mir:

„Gib mir einen Mitarbeiter, und ich

werde ihn jede Woche einen Tag lang

coachen, damit wir die Öffentlichkeitsarbeit

vorantreiben können. Wir brauchen

Unterstützung, die unabhängig ist

von Europa.“

14

Konzert zwischen den Gräbern

Die Woche vor dem Konzert war anstrengend:

Mit dem Journalisten Daniel

Wahl von Telebasel und mit Ernie besuchten

wir einige Stationen von Onesimo

und organisierten spontan ein kleines

Konzert im Friedhofslum von

Navotas. Dieser Auftritt inmitten der

Gräber, den mit Toten gefüllten Zementhülsen,

die auch als Bauwände

dienen, bleibt unvergesslich. Die Gegensätze

sind unglaublich! Hier die

Massen der Armen zwischen Gräbern

und Müll und dort das prestigereiche

Filmzentrum! Wir waren pausenlos unterwegs:

Wir besuchten die Schulen, wo

die Teenager von Onesimo auf das Leben

danach vorbereitet werden. Wir begleiteten

Rosalyn bei einem Familienbesuch

zur Müllhalde von Tondo. Daniel

Wahl interviewte Obdachlose für einen

Dokumentarfilm. Als wir ein sehr krankes

Kleinkind aufnahmen, bat mich

sein betrunkener Vater vor laufender

Konzert im Slum auf dem Friedhof

Kamera um Hilfe. Als das Rezept für das

Kind bereit war, wurde ich gerufen. Also

schwang ich mich am Morgen um fünf

Uhr mit einem Mitarbeiter auf das Motorrad.

Wir kämpften eine gute Stunde

gegen den Verkehr, um die vermutlich

lebensrettende Medizin zu bringen. Um

neun Uhr erwarten mich die versammelten

Mitarbeitenden von Onesimo

für einen kleinen Input. Das wird

knapp. Aber hier darf man auch mal zu

spät kommen.

Camp Rock in neuem Glanz

Schliesslich reichte die Zeit noch für einen

Abstecher nach Camp Rock, wo gerade

ein Jugendlager stattfand. Als ich

Joriel, den Sohn des verstorbenen Hauswartes

Regie traf, war ich zuerst traurig.

Ich realisierte, dass ich meinen Freund

Regie in diesem Leben nie mehr sehen

werde. Er war nur ein paar Jahre älter als

ich und starb an Tuberkulose. Mit ihm

hatte ich damals Camp Rock aufgebaut

und unzählige schöne und schwere Erfahrungen

gemacht. Als sein Sohn meine

Tränen sah, sagte er nur: „Vater ist

stolz und glücklich, dass ich seine Arbeit

für Onesimo übernommen habe.“

Slumhütten werden auf den Gräbern

errichtet

Nach der Renovation unter der Leitung

von Lothar Weissenborn erstrahlt alles

in neuem Glanz. Und hinter dem

Hauptgebäude klafft eine grosse Baugrube,

bereit für ein neues Haus. Ich war

begeistert. Aber noch mehr freute mich

das Ferienlager selbst. Ich sah, wie junge

Gruppenleiter leidenschaftlich den

Teenagern aus den Slums die Josefsgeschichte

erzählten. Sie benutzten Spiele,

die wir damals einführten, um über

Lebensfragen und Gottes Rolle darin zu

reflektieren. Als wir vor sechs Jahren

Junge Slumbewohner im Camp Rock

Manila verliessen, wussten wir nicht,

wie nachhaltig alles sein wird. Umso

mehr freue ich mich über die grosse Eigeninitiative

der vielen engagierten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Christian Schneider


P h i l i p p i n e n

O N E S I M O

Brief an die schönen Schweizer

Rosalyn (17) wohnte früher in der Müllhalde von Tondo und ist seit bald einem Jahr bei Onesimo.

Früher arbeitete sie oft die ganze Nacht,

über zwölf Stunden lang auf der Müllhalde,

das war ihr einziger Erwerb. Sie

musste fast ohne Schlaf auskommen,

denn tagsüber hatte sie verschiedene

Hausarbeiten zu erledigen, bis es wieder

Abend war. Belastend ist auch der Russ

einer grossen Köhlerei in der Nähe. Jetzt

ist sie sehr dankbar, dass sie bei Onesimo

sein darf, wo sie ein sauberes Bett,

genug Schlaf und genug zu Essen hat.

Sie sagt dazu: „Jetzt bin ich so glücklich,

dass ich zu Onesimo kommen durfte.

Gott hat mich nicht im Stich gelassen

und liebt mich sehr. Ich habe hier schon

sehr viel Güte erlebt und auch viel Neues

gelernt.“

In einem Brief an ihre Paten in der

Schweiz schreibt sie: „Vielen Dank für

Euren Brief und das Foto. Ihr seid alle total

schön. Ich konnte fast nicht glauben,

dass mir jemand aus einem anderen

Land einen Brief schreibt. Ich habe

auch Eure Bibelverse gelesen. Die Wünsche

und Ratschläge ermutigen mich

und helfen mir, dranzubleiben und

stark zu sein. Wenn Ihr einmal in die

Philippinen kommt, müsst Ihr mir das

sagen – ich will Euch dann unbedingt

sehen! Danke von ganzem Herzen. In

Liebe und tiefem Respekt.“

Rosalyn

Mülldorf, in dem Rosalyn die letzten Jahre

lebte

Jessica, die Sozialarbeiterin von Onesimo, besucht

Rosalyn in ihrer Hütte auf der Müllhalde

Ich bin stolz auf meine Herkunft

Ernie Opiasa stammt aus den Philippinen und lebt seit über zwanzig Jahren in der Schweiz. Er ist

mit einer Schweizerin verheiratet und hat zwei Söhne. Sie wohnen in Oberwil bei Basel und

gehören zu einer Mennonitengemeinde. Ernie investierte sich in den vergangenen Jahren nebenberuflich

mit seiner Musik, um Onesimo zu unterstützen. Bei seinem Besuch in Manila stellte

ihm Christian Schneider drei Fragen:

Welches sind deine Eindrücke deines

ersten Besuchs bei Onesimo?

Seit einigen Jahren verfolge ich die Berichte

von Onesimo. Was ich hier erlebe,

ist wie die Ankunft in einem grossen

Erntefeld mit viel reifer Frucht. Ich sehe,

wie Hilfe aus der Schweiz eins zu

eins eingesetzt wird, was für viele Menschen

eine neue Lebensperspektive bedeutet.

Betroffen machen mich die

Slums im Norden der Stadt. Die unwürdige

Art, wie Menschen dort zu überleben

versuchen, ist kaum zu beschreiben.

Wie hast du die Begegnungen im

Friedhof, auf dem Müllhaldenslum

und die Gespräche mit den Obdachlosen

erlebt?

Es gab Momente, wo ich mich gefragt

habe, wo denn Gott in all diesem Elend

ist. Das darf es doch gar nicht geben!

Auf der andern Seite staune ich über die

Fähigkeit der Menschen, die unter härtesten

Bedingungen Überlebensstrategien

entwickeln und auch viel Lebensfreude

zeigen können.

Was nimmst du nun mit, wenn du

zurück in die Schweiz fliegst?

Ich kehre anders zurück, als ich gegangen

bin. Etwas wird sich in meinem Leben

ändern, aber ich kann noch nicht

sagen, was. Solange ich das passende,

kleine Rädchen in der Schweizer Lebensmaschine

bin, geht alles weiter wie

bisher. Wenn ich aber nicht mehr hineinpasse,

dann bin ich draussen. Was

immer auch passieren wird, ich möchte

die Arbeit von Onesimo weiter begleiten.

Ich stamme aus diesen Massen der

armen Menschen und schäme mich

nicht dafür. Im Gegenteil, ich bin stolz

auf meine Herkunft!

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P h i l i p p i n e n

O N E S I M O

Im Slum erlebt

Sprachen lernen und Freunde finden

Christian Schneider hat über zehn Jahre in den Slums von Manila gelebt und berichtet in loser

Folge über seine Erlebnisse, die er in seinem Tagebuch festgehalten hat.

In den Philippinen werden alle Fremden,

wie ich einer bin, kurz „Americanos“

genannt. Mich erstaunt die grosse

Gastfreundschaft der armen Einheimischen

gegenüber den reichen Fremdlingen.

Immer wenn ich jemandem beim

Essen begegne, ruft man mir zu „kain

tayo“, was so viel heisst wie „lasst uns

zusammen essen“. Wenn dieser Satz

dreimal wiederholt wird, dann ist die

Einladung auch wirklich ernst gemeint

und eine Ablehnung wäre entschieden

unhöflich.

Schulden für den Gast

Um die Sprache zu lernen, gehe ich viel

herum und versuche, mit den Leuten

ins Gespräch zu kommen. Oft bitten

mich sehr arme Menschen in ihre Hütten,

die innen meistens sehr sauber

sind. Um den Schmutz draussen zu lassen,

ziehe ich die Schuhe aus, bevor ich

eintrete. Meistens bietet man mir Wasser

zum Trinken an. Wenn ich aus Angst

vor verschmutztem Wasser ablehne, sehen

sich viele Gastgeber genötigt, im

nächsten Familienladen rasch ein Cola

zu besorgen und dafür sogar Schulden

zu machen. Einen Fremden zu bewirten,

bedeutet hier viel. Darum bringe

ich nun meistens einen Drink und ein

paar Früchte für die ganze Familie mit,

wenn ich diese innere Verpflichtung zur

Gastfreundschaft vorausahne.

Gegenseitiges Sprachtraining

Heute spaziere ich an einer offenen Hütte

vorbei und lächle einer jungen Mutter

zu. „Kain tayo“, ruft sie vergnügt.

Ich lehne dankend ab, aber ich hätte

gerne ein paar neue Sätzchen auf Tagalog

mit ihr ausprobiert, während sie am

Kochen ist. Nachdem ich ihr das verständlich

machen kann, bittet sie mich

in überraschend gutem Englisch herein.

Englisch gehört hier zum guten Ton

und zeugt von guter Ausbildung. Man

zeigt dies gerne und die junge Frau nützt

nun ebenso die Gelegenheit zum Üben

wie ich. Im weiteren Verlauf des Gesprächs

wiederholt sie ihre Einladung

zum Essen mit unmissverständlicher

Geste. Sie tischt eine dünne Reissuppe

auf und ich ahne, dass dies die ganze

Mahlzeit dieser Familie ist. Die Tür der

Hütte steht weit offen; das ist wichtig,

weil ich mich als lediger Mann zusam-

16

men mit einer jungen Frau im selben

Raum aufhalte.

Wenn Kinder hungern, sind

viele Eltern zu jeder Art von

Arbeit bereit.

Jede Art von Arbeit

Während wir an der heissen Suppe

schlürfen, tollen die kleinen Kinder herum.

Sie sind sehr süss und amüsieren

uns. Mir fällt aber auf, wie extrem dünn

sie sind, obwohl sie alle gesund sind.

Plötzlich erscheint ein junges Frauengesicht

an der Tür, das von den Kindern

mit „Tay“ willkommen geheissen wird

und dann stellen sie mich als ihren neuen

Americano-Freund vor. Da realisiere

ich, dass das hübsche, stark geschminkte

Frauengesicht mit entsprechender

Frisur zu einem jungen Mann gehört,

der offensichtlich der Vater der Familie

ist. Natürlich verberge ich meine Überraschung

vor ihnen. „Das ist Boy, mein

Mann, er kommt eben aus der Stadt von

der Arbeit.“ Nora stellt mir ihren Ehemann

vor, als wäre seine Frauenverkleidung

das Normalste der Welt. Am

Abend erzähle ich meiner Gastfamilie

von dieser seltsamen Begegnung. „Der

Vater hat eben nur als Frau Arbeit gefunden,

also macht er sich für die Arbeit zur

Frau“, wird mir erklärt. „Welche Art von

Arbeit“, frage ich ziemlich naiv und es

reut mich schon, diese Frage gestellt zu

haben. Nach einer längeren Pause seufzt

unsere alte Mutter schwer und sagt

langsam: „Du musst wissen, wenn Kinder

hungern, sind viele Eltern zu jeder

Art von Arbeit bereit.“

Christian Schneider

Gebetsmail

Christian Schneider versendet ein- bis

zweimal pro Monat ein E-Mail mit

aktuellen Gebetsanliegen für Onesimo.

Wenn Sie konkret für diese Arbeit

mitbeten möchten, fordern Sie unser

Gebetsmail an:

christian.schneider@onesimo.ch

Jahresbericht

Im letzten Jahr wurden in Manila umgerechnet

CHF 832 913.- für Onesimo

eingesetzt. Den detaillierten Jahresbericht

(in englischer Sprache) erhalten

Sie auf Anfrage:

christian.schneider@onesimo.ch

Vorankündigung:

Konzertabend

Samstag, 7. November 2009,

Thomaskirche, Basel

Aktuelle Informationen über die Arbeit

von Onesimo in Manila mit neuem

Dokumentarfilm

Benefizkonzert mit verschiedenen

Musikern: zugunsten Gassenarbeit

Elim in Basel, «Mitenand-Gottesdienst»

für Ausländer, Onesimo in Manila

Ernie Opiasa


S e r v a n t s C H

Jahresrechnung 2008

Erfolgsrechnung

1. Januar bis 31. Dezember 2008

Ertrag Aufwand CHF Ertrag CHF Vergleich 2007

Spendeneingang 2008

Kambodscha Task, Projekt-+Reisspenden.................................................................................................... 43 354.05 10 700.00

Kambodscha Task, Projekt Child to Child................................................................................................... 900.00 600.00

Manila, Allgemeine Projekte.................................................................................................................................................. 36 482.00 44 649.75

Manila, Spezielle Projekte (Tanay/Lilok)......................................................................................................... 98 855.30 44 870.00

Onesimo, Jugendarbeit...................................................................................................................................................................... 411 760.99 421 674.93

Onesimo, Jugendarbeit (Zinsertrag Festgeld)........................................................................................ 16 656.81 0.00

Onesimo, Camp Rock........................................................................................................................................................................... 11 970.00 5 339.60

Onesimo, Patenschaften................................................................................................................................................................ 177 058.00 172 750.00

Onesimo, Kids/Kids House......................................................................................................................................................... 72 804.50 105 597.65

Indien, Projekt ConneXions................................................................................................................................................... 420.00 174 959.05

Indonesien, Banda Aceh................................................................................................................................................................. 200.00 3 200.00

Intern. Coord. Fundings, Beiträge, Missionare.................................................................................. 4 642.49 5 507.00

875 104.14 1 076 840.98

Übriger Ertrag/Transfers

Fair Trade, Barverkäufe ...................................................................................................................................................................... 1 967.35 984.54

Beiträge Administration, Missionare...................................................................................................................... 1 715.00 2 360.00

Administration, allgemeine Spenden................................................................................................................... 25 086.05 23 439.40

Verein Servants, Mitgliederbeiträge......................................................................................................................... 160.00 160.00

Zinserträge, Bank/Post........................................................................................................................................................................ 348.85 522.35

Diverse Mitarbeitertransfers.................................................................................................................................................... 33 073.00 27 573.00 41 545.00

Aufwand

Spendentransfers 2008

Kambodscha Task, Projekt-+Reisspenden.................................................................................................... 43 474.05 12 550.00

Kambodscha Task, Projekt Child to Child................................................................................................... 800.00 600.00

Manila, Allgemeine Projekte.................................................................................................................................................. 32 265.50 53 060.90

Manila, Spezielle Projekte (Tanay/Lilok)......................................................................................................... 95 655.30 45 870.00

Onesimo, Jugendarbeit...................................................................................................................................................................... 65 472.00 96 273.46

Onesimo, Camp Rock........................................................................................................................................................................... 12 829.60 7 500.00

Onesimo, Patenschaften................................................................................................................................................................ 146 354.70 0.00

Onesimo, Kids/Kids-House........................................................................................................................................................ 156 508.90 30 000.00

Indien, Projekte................................................................................................................................................................................................ 22 956.05 157 000.00

Indonesien, Banda Aceh................................................................................................................................................................. 200.00 3 200.00

Intern. Coord. Fundings, Beiträge, Missionare.................................................................................. 3 908.49 5 656.00

Übrige Aufwendungen

Fair Trade, Wareneinkauf ............................................................................................................................................................. 0.00 1 021.58

Büromaterial........................................................................................................................................................................................................... – –

Servants News, Druck +Versand...................................................................................................................................... 15 079.00 16 075.80

Banken, Post, Spesen, Porti........................................................................................................................................................ 1 968.04 1 692.12

Öffentlichkeitsarbeit, Jahresbeitrag SEA usw........................................................................................ 8 392.70 7 216.45

638 937.33 931 954.39

Kreditoren Bilanz 2007, fällig Zahlung 2008........................................................................................... 724 862.70

Kreditoren Bilanz 2008, fällig Zahlung 2009......................................................................................... 1 016 009.53

Mehrertrag, Verein Servants 2008............................................................................................................ 1 870.23

1 656 817.09 1 656 817.09

17


S e r v a n t s C H

Bilanz

1. Januar bis 31. Dezember 2008

Aktiven Aktiven CHF Passiven CHF

PostFinance, CHF, 40-38079-9 256 955.01

UBS Basel, Privatkonto CHF, 233-907846.40J 201 717.85

UBS Basel, Sparkonto CHF, 233-907846.M1E 105 076.80

UBS Basel, Kontokorrent USD, 233-907846.60L 52.60

UBS Basel, Festgeld CHF, 233-907846.80C 240 996.70

Basler Kantonalbank, Kontokorrent USD, 165.492.805.46 217 677.46

Debitor Verrechnungssteuer 5 951.89

Passiven

Kreditoren

Kambodscha Task, Projekte+Child to Child 730.00

Manila, Allgemeine Projekte 7 730.00

Manila, Spezielle Projekte (Tanay/Lilok) 5 500.00

Onesimo, Jugendarbeit 755 274.37

Onesimo, Patenschaften 220 553.23

Indien, Projekt ConneXions 350.00

Intern. Coord. Fundings, Restguthaben 1 428.00

Diverse Mitarbeitertransfers 750.00

Fair Trade, Umlaufvermögen 23 693.93

Mehrertrag Verein Servants 2008 1 870.23

Eigenkapital per 31.12.2007 10 548.55

1 028 428.31 1 028 428.31

Vereinsvermögen per 31.12.2007.................................................... CHF 10 548.55

Mehrertrag Servants-Verein 2008.................................................. CHF 1 870.23

Vereinsvermögen per 31.12.2008 CHF 12 418.78

4104 Oberwil, 31. Dezember 2008 / Verantwortlich für Buchhaltung: Erna Scherrer, Im Lohgraben 11, 4104 Oberwil

Kommentar

Treue Freunde

Unseren treuen Freunden, die auch im

letzten Jahr wieder in unsere Projekte

investiert haben, sind wir zu grossem

Dank verpflichtet. Die Gesamtsumme

aller Spenden ergibt 2008 CHF 875 104.-.

Dieser Betrag ist zwar rund 20% kleiner

als im Vorjahr, was jedoch im schwierigen

Jahr der Finanzkrise ein spezieller

Meilenstein in der Geschichte von Servants

Switzerland ist.

100% für Projekte

Der Verein von Servants verwaltet die

Projektgelder in einer Durchlauffunktion.

Jeder zweckgebundene Spendenbetrag

wird zu hundert Prozent rappengenau

an die vom Spender bestimmten

Projekte weitergeleitet.

Die Konten von Onesimo dienen der Finanzierung

und Sicherstellung der laufenden

Aktivitäten in Manila. Aufgrund

der politischen und wirtschaftlichen Situation

auf den Philippinen erfolgt ein

Teil der Geldanlagen in der Schweiz in

US-Dollar. Wir freuen uns, dass wir dieses

Jahr mit risikolosen Festgeldanlagen

einen Zinsertrag von CHF 16 657.-

erwirtschaftet haben und so die buchmässigen

Wechselkursschwankungen

18

der Bilanz 2007 fast wieder ausgleichen

konnten. Im letzten Jahr stieg der Reispreis

fast auf das Doppelte und wir

konnten mit spontanen Spenden von

über CHF 30 000.- Reis für die Ärmsten

in den Slums von Phnom Penh mitfinanzieren.

Separate Spenden für die Administration

Der Verein von Servants hat auch im Berichtsjahr

sämtliche Kosten für die

Überweisung der Beträge an die einzelnen

Projekte, alle Bank- und Postspesen

sowie die Druck- und Portikosten der

Servants News aus den zweckgebundenen

Administrationsspenden übernommen.

Die Administrationserträge

waren 2008 höher als im Vorjahr, sodass

das Vereinsjahr buchhalterisch mit

einem Mehrertrag von CHF 1870.- abschliessen

konnte. Die Druck- und Versandkosten

der Servants News sowie die

allgemeinen Bank- und Portispesen bilden

mit CHF 17 047.- buchungsmässig

den grössten Aufwandposten. Das Konto

Öffentlichkeitsarbeit (CHF 8393.-)

beinhaltet unter anderem die Kosten

für den Mitgliedschaftsbeitrag der

Schweizerischen Evangelischen Allianz

und für den SEA Ehrenkodex. In den

drei jährlichen Ausgaben der Servants

News zeigen unsere Mitarbeiter mit ihren

Projektberichten, was mit den Spendengeldern

in den unterstützten Projekten

in Kambodscha, Indien,

Indonesien und in den Philippinen ermöglicht

wurde. Sie berichten über erbauende

Herausforderungen und wie

sie gerade durch das treue Mittragen ihrer

Freunde ermutigt werden, die Anforderungen

des täglichen Lebens immer

wieder mit neuem Vertrauen in Angriff

zu nehmen und dranzubleiben.

Danke!

Ihnen allen, die Sie unsere Projekte unterstützt

haben, gilt erneut unser herzlicher

Dank. Wir sind glücklich zu wissen,

dass Sie unsere Arbeit, in welcher

Form auch immer, weiterhin mittragen

werden.

Nach zehnjähriger Verantwortung für

die Servants-Buchhaltung freue ich

mich, das neue Geschäftsjahr einer jüngeren

Nachfolgerin, Rahel Haldemann,

übergeben zu dürfen. Sie besitzt den

eidg. Fachausweis für Finanz- und Rechnungswesen

und ist bereit, sich für die

Servants-Finanzen mit grossem Fachwissen

zu engagieren. Herzlich willkommen

und im Voraus vielen Dank!

Erna Scherrer


Impressum

Servants Switzerland

Rotbergerstrasse 12

CH-4054 Basel

Telefon: +41 61 382 80 30

E-Mail: switzerland@servantsasia.org

Auflage: 2000 Exemplare

Druck: Job Factory Basel AG

Redaktion: Melanie Böhm, Markus Siegenthaler

Layout: Daniel Böhm

Zweckgebundene Spenden gehen zu

100% an den Bestimmungsort. Wählen

Sie unter folgenden Projekten:

· Administration

· Onesimo Kids

· Onesimo Patenschaften

· Onesimo Youth

· Projekte Indien

· Projekte Kambodscha

· Projekte Manila

· Unterstützung für (Name angeben)

Zahlungen innerhalb der Schweiz:

Postfinance: 40-38079-9

IBAN: CH83 0900 0000 4003 8079 9

Oder: UBS AG, 8098 Zürich, Postkonto: 80-2-2

zugunsten von: Servants Switzerland

CH29 0023 3233 9078 4640J

Zahlungen ausserhalb der Schweiz:

IBAN: CH83 0900 0000 4003 8079 9

Oder BIC: POFICHBEXXX

Oder via Bank, IBAN: CH29 0023 3233 9078 4640J

Oder via Bank, BIC: UBSWCHZH80A

Konto für Onesimo in Deutschland:

Sparda-Bank Hessen, BIC: GENODEF1S12

zugunsten von: AFEK e.V.

Oder IBAN: DE52 5009 0500 0000 2414 89

Verwendungszweck: Onesimo

Links

www.servantsasia.org

www.onesimo.ch

www.kamay-krafts.org

www.bornpoor.com

Servants Kambodscha

G.P.O. Box 538

Phnom Penh

Cambodia

Telefon/Fax: +855 23 425 045

E-Mail: cambodia@servantsasia.org

Servants Philippinen

P.O. Box AC-569

1109 Quezon City

Metromanila, Philippines

Telefon: +632 926 76 88

E-Mail: philippines@servantsasia.org

Servants Indien

c/o Servants Switzerland

Rotbergerstrasse 12

CH-4054 Basel

Telefon: +41 61 382 80 30

E-Mail: switzerland@servantsasia.org

Steuerabzug

Liebe Freunde, bitte betrachten Sie diesen

Einzahlungsschein nicht als Zahlungsaufforderung.

Er soll für diejenigen eine

Erleichterung sein, die unser Werk unter

stützen möchten. Unser Aufwand für

Druck und Versand der Servants News

beläuft sich im Jahr auf etwa CHF 10.–

pro Adresse. Spenden an Servants werden

zu 100 % für die begünstigten Projekte

eingesetzt und lassen sich in der

Schweiz weitgehend von den Steuern abziehen.

Die Abzugsberechtigung gilt auf

je den Fall bei den Bundessteuern und bei

den Kantonssteuern von Appen zell Ausserrhoden,

Basel-Stadt, Baselland, Bern,

Freiburg, Graubünden, Solothurn und

Thurgau. Bei allfälligen Problemen in anderen

Kantonen rufen Sie Nicolai Fullin

zu Bürozeiten an: 061 264 90 20.

Spenden für Onesimo lassen sich auch

in Deutschland von der Steuer abziehen.

Ehrenkodex

Servants Switzerland hat den Ehrenkodex

der Schweizerischen Evangelischen

Allianz unterzeichnet. Dies verpflichtet

zu einer wahren, sachgerechten und aktuellen

Informationspolitik, Datenschutz

in Bezug auf Adressen von Spendern und

Freunden und zum wirtschaftlichen

Ein satz der anvertrauten Mittel für den

sta tutarischen Zweck.

Servants Switzerland ist Teil der internationalen

Bewegung Servants to Asia’s Urban Poor

Bildnachweis

S.7: picspack.de/mikum

Manila Projekte Indien Projekte

Onesimo

Kambodscha Projekte

Onesimo Patenschaft Fair Trade

Onesimo Kids Administration

Anderes: ________________________________


„Damit der Frieden eine Bedeutung bekommt, muss er übersetzt werden in Brot oder Reis, Obdach,

Gesundheit und Ausbildung.“

Ralph J. Bunche, Friedensnobelpreisträger

Berufsanlehre bei Onesimo

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