SIBIRISCHE VERHÄLTNISSE… - Osteuropamission Schweiz

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GEORGIEN: BERICHT AUS TIFLIS

Seit den Kriegsereignissen im Kaukasus sind 4 Monate vergangen. Obwohl sich die Situation nach dem Rückzug der russischen Truppen

beruhigt hat, bleibt die politische Lage angespannt. Die Angst unter der Bevölkerung Georgiens vor der russischen Übermacht besteht

nach wie vor. Unsere georgische Partnermission hat in den vergangenen Monaten grossen Einsatz in der Flüchtlingshilfe geleistet. Vitali

und Larissa Ivanov berichten:

„Der Alltag ist wieder eingekehrt und das Leben geht seinen

gewohnten Gang. Allerdings gibt es immer noch einige

Gebiete in der Nähe Abchasiens, Südossetiens und entlang

der Grenzen, die unter russischer Kontrolle sind. Diese bleiben

für die Georgier unsicher, auch wenn sie dort Zugang

haben. In Südossetien werden immer noch willkürliche

Aktionen krimineller Banden zugelassen, weshalb Georgier

gezwungen sind, diese Gebiete zu verlassen. Viele haben alles

verloren, was sie einmal besassen, Häuser, Geschäfte,

Fahrzeuge, Hausrat und persönliche Sachen. Die Regierung

bemüht sich, den Betroffenen eine neue Existenz zu ermöglichen,

doch wird es nie mehr so sein, wie es vor diesem Krieg

war.

Spielzeugverteilung im Flüchtlingslager

über die dramatischen Ereignisse informiert hatte, ist wieder

vollzählig nach Tskhinvali zurückgekehrt. Ihr Haus wurde total

zerstört, doch haben sich Freunde von uns bereit erklärt, der

Familie beim Wiederaufbau zu helfen.

Bombardiertes Haus in Gori

Situation der Flüchtlinge: Obwohl die meisten Flüchtlinge

zurückgekehrt sind, leben zurzeit noch mehrere Tausend in

der Hauptstadt Tiflis in Gebäuden, die der Staat zur

Verfügung gestellt hat. Es sind viele neue Dörfer und Distrikte

entstanden, die durch gute Planung in kürzester Zeit gebaut

werden konnten. Die neuen Häuser wurden zuerst den

Flüchtlingen aus den Zeltlagern zur Verfügung gestellt. Die

befreundete Familie aus Ossetien, die uns aus ihrem

Kellerversteck und auf der Flucht regelmässig per Handy

Zusammenfassung der Hilfsaktionen

Tiflis: Als im August die ersten Flüchtlinge in der Hauptstadt

Tiflis eintrafen, begannen wir direkt mit der Verteilung von

Lebensmitteln. Dabei wurden wir von Mitgliedern unserer

zusammenarbeitenden Kirchengemeinden unterstützt. Mit

dem zunehmenden Flüchtlingsstrom war die Zusammenarbeit

und Koordinierung mit den staatlichen Organen sinnvoll. Wir

konzentrierten unsere Hilfe vor allem auf das Flüchtlingslager

in der nah gelegenen Schulanlage, wo wir Nahrungsmittel, vorwiegend

Frischprodukte, verteilten. Da die notdürftig improvisierte

Einrichtung in den Schulräumen den Bedürfnissen der

Menschen auf die Dauer nicht gerecht werden konnte, organisierten

und transportierten wir Betten, Matratzen, Decken und

andere benötigte Bedarfsartikel wie Frottierwäsche,

Hygieneartikel, Leintücher, Plastikgeschirr, Pfannen etc.

Ausserdem stellten wir vor allem schwangeren Frauen, jungen

Müttern und älteren Menschen unser Altersheim tageweise zur

Verfügung, damit sie duschen und etwas zur Ruhe kommen

konnten, während ihre Wäsche bei uns gewaschen wurde.

Das Mehl/Getreidelager

Flüchtlingsmutter mit Baby

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