Nr. 19 Standort, Unternehmenskompetenz und Netzwerkbildung

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Nr. 19 Standort, Unternehmenskompetenz und Netzwerkbildung

Nr. 19

Prof. Dr. Ulrich Hilpert

Standort, Unternehmenskompetenz und

Netzwerkbildung

Bedingungen unterschiedlicher betrieblicher Wirtschafts- und

Beschäftigungsentwicklung und ihre regionalen Auswirkungen

Ein Vergleich zentraler Standorte und peripherer Regionen in

Ostdeutschland im Auftrag der Otto Brenner Stiftung

Berlin, August 2001

Otto

Brenner

Stiftung

Herausgeber:

Autor:

Otto Brenner Stiftung

Prof. Dr. Ulrich Hilpert

Heike Kauls

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alte Jakobstraße 149

Lehrstuhl für Vergleichende Regierungslehre

10969 Berlin Otto-Schott-Str. 41

07740 Jena

Tel.: 030-25 39 60 10 Tel.: 03641-945 440

Fax:: 030-25 39 60 11 Fax :: 03641-945 442

E-Mail: heike.kauls@igmetall.de


www.otto-brenner-stiftung.de


Abstract

Einleitung: Unterschiedliche Unternehmenstypen und ihre Bedeutung

für die regionale Entwicklung

1. Unterschiede in den regionalen Entwicklungs-konstellationen:

Standort und Chance

2. Effekte unterschiedlicher industrieller Kompetenzen: Branche

und Unternehmensentwicklung

3. Anknüpfung an dynamische Prozesse: Entwicklung und

Kooperation

4. Effekte der Unternehmensentwicklungen und ihre

Bedingungen

5. Belegschaftskompetenz und Unternehmensorientierungen:

Weiterbildungsaktivitäten und Entwicklung der

Belegschaftsstrukturen

6. Zur Bedeutung von Innovation für Unternehmensentwicklung

und Beschäftigung

Fazit: Regionale Talente als Rahmenbedingung für die regionale

Arbeitsteilung

Anforderungen an die politische Gestaltung


Verzeichnis der Abbildungen

Abb. 1: Verbundkooperationen zwischen Standorten im Bereich Biotechnologie

Abb. 2: Verbundkooperationen zwischen Standorten im Bereich Informationstechnologie

Abb. 3: Verbundkooperationen zwischen Standorten im Bereich Umwelttechnologie

Abb. 4: Verteilung der Unternehmenstypen in den Stichproben "zentrale Standorte" sowie

"periphere Lage"

Abb. 5: Verteilung der Betriebsgrößen in den Stichproben "zentrale Standorte" sowie

"periphere Lage"

Abb. 6: Beschäftigungseffekte nach Unternehmenstypen und Betriebsgrößen in beiden

Stichproben

Abb. 7: Verteilung der Unternehmenstypen in den verschiedenen Branchen

Abb. 8: Verteilung der Betriebsgrößen in den verschiedenen Branchen

Abb. 9: Beschäftigungsentwicklung nach Unternehmenstypen in verschiedenen Branchen

Abb. 10: Beschäftigungsentwicklung nach Betriebsgrößen in verschiedenen Branchen

Abb. 11: Kooperationsverhalten von Unternehmen, differenziert nach Unternehmenstyp

und Kooperationspartnern

Abb. 12: Kooperationsverhalten von Unternehmen, differenziert nach Unternehmenstyp

und Kooperationspartnern

Abb. 13: Prozentuale Verteilung von Fach-/Hochschulabsolventen und Facharbeitern nach

Unternehmenstypen

Abb. 14: Prozentuale Verteilung von Fach-/Hochschulabsolventen und Facharbeitern nach

Betriebsgrößen

Abb. 15: Beschäftigungsentwicklungen unterschiedlicher Unternehmenstypen an zentralen

und peripheren Standorten (z. Z. im pdf-Format nicht verfügbar)

Abb. 16: Qualifikationsstrukturen unterschiedlicher Unternehmenstypen an zentralen und

peripheren Standorten in Abhängigkeit von den Betriebsgrößen (z. Z. im pdf-

Format nicht verfügbar)


Abb. 17: Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen, differenziert nach

Unternehmenstypen

Abb. 18: Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen, differenziert nach

Betriebsgrößenklassen

Abb. 19: Qualifikationswünsche im Falle von Neueinstellungen, differenziert nach

Unternehmenstypen

Abb. 20: Qualifikationswünsche im Falle von Neueinstellungen, differenziert nach

Betriebsgrößenklassen

Verzeichnis der Tabellen

Tabelle 1:

Tabelle 2:

Tabelle 3:

Tabelle 4:

Arbeitslosenquoten in Ostdeutschland im Vergleich mit ausgewählten

Arbeitsamtsbezirken in Westdeutschland

Beschäftigungseffekte im Netzwerk

Tab.25 Kooperationsformen und –bereiche von Neu- und Ausgründungen

innerhalb eines Netzwerkes; differenziert nach Betriebsgrößen,

Kooperationspartnern und Unternehmenstypen

Tab. 9 Kooperationsformen und –bereiche innerhalb eines Netzwerkes;

differenziert nach Betriebsgrößen, Kooperationspartnern und

Unternehmenstypen

Tabellen 1 – 4 z. Z. im pdf-Format nicht verfügbar.


Abstract

Die Entwicklung der Regionen und Standorte in Ostdeutschland ist durch die unterschiedlichen

und sich neu bildenden Innovationszentren und die Bedingungen für innovative Entwicklungen

geprägt. Ostdeutschland wird hingegen vorwiegend als Krisenregion wahrgenommen. Jenseits

der tatsächlichen krisenhaften Tendenzen entwickeln sich aber im Rahmen des Strukturwandels

moderne und innovative Ansätze. Wenn man über die allgemeine Wirtschafts- und

Beschäftigungsstatistik hinausgeht, dann werden bei der empirischen Untersuchung die

vielseitigen Innovationsprozesse deutlich. Wie wird aber die zukünftige Entwicklung der

Regionen aussehen? Kommt es zu einer Konzentration auf einige wenige Standorte, und

welche Zukunftsoptionen haben die eher peripheren Regionen Ostdeutschlands?

Hier zeigen die Entwicklungen in forschungsbasierten Hightech-Bereichen, die sich während

der vergangenen zehn Jahre vollzogen haben, ein Bild, das der allgemeinen Wahrnehmung

deutlich widerspricht:

• In der Biotechnologie ist es innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit auf der Grundlage

technologisch-industrieller Spezialisierung gelungen, Jena (v.a. mit dem Konzept der

BioInstrumente) zu einer wahrnehmbaren, wenngleich nicht führenden Innovationsinsel

im Rahmen dieser Technologie zu entwickeln.

• Auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie hat der

Standort Dresden-Chemnitz auf sich aufmerksam gemacht. Dort ist der Aufbau einer

Innovationsinsel gelungen, die an das innovative Netzwerk in Deutschland und darüber

hinaus angeschlossen hat.

• Bei der Umwelttechnik sind trotz der Beteiligungen einer größeren Anzahl von

Unternehmen außerhalb der zentralen Standorte die Konzentrationen deutlich

ausgeprägt. Hier bilden Dresden und die Region Halle-Leipzig Innovationsinseln aus.

Chancen zur Beteiligung an Hightech-Innovationen steht jedoch nur wenigen Regionen offen.

Hingegen sind die Möglichkeiten der Nutzung und Anwendung neuer Technologien innerhalb

bestehender Industrien in den Regionen Ostdeutschlands weiter verbreitet. Der Erfolg der

Unternehmen und die Entwicklung der Regionen, in denen diese Unternehmen angesiedelt

sind, wird wesentlich durch die Kooperationsstrukturen und der den

Unternehmensentwicklungen zugrunde liegenden Qualifikationen der Mitarbeiter geprägt.

In Zusammenhang mit den Qualifikationsstrukturen der Belegschaften lassen sich dann auch

positive Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklungen feststellen. Intensive Pflege der


Unternehmenskompetenz durch gezielte Weiterbildungen und Neueinstellungen sind dann

auch geeignet, die erfolgreichen Entwicklungen fortzusetzen.

Diese Zusammenhänge lassen sich in vergleichbarer Weise an zentralen Standorten und in eher

peripheren Regionen identifizieren. Dazu ist es hilfreich – wie in der vorliegenden Studie

vorgenommen – zwischen verschiedenen Unternehmenstypen zu unterscheiden, sie in den

anzutreffenden Branchenkonstellationen zu differenzieren und deren Strukturen zwischen

den Standorten und Regionen zu vergleichen. Dabei wird im Anschluss an frühere Studien

deutlich, dass die wesentlichen Unterschiede durch die Entwicklungsmöglichkeiten und

Bedingungen der jeweiligen Branchen charakterisiert sind. Der Vergleich zwischen zentralen

und peripheren Standorten zeigt dann auch deutlich, dass sich die Strukturen und Effekte der

Erfolgsunternehmen entsprechen. Entwicklungsunterschiede zwischen zentralen und eher

peripheren Regionen sind deshalb kaum durch regionale Konstellationen zu erklären, sondern

sie verweisen vor allem auf den Unternehmensbesatz und die Unternehmensdichte in den

Regionen.

Deshalb: auch in eher peripheren Regionen können sich innovative Erfolgsunternehmen

entwickeln, die den Anwendern von Technologien an zentralen Standorten in Struktur,

Kompetenz und Entwicklungsdynamik entsprechen. Eine Konzentration der Politik auf

die Entwicklungen an zentralen Standorten würde leistungsfähige Innovationspotentiale

unzureichend nutzen und mögliche Effekte auslassen.

Die Bedeutung der Unternehmensdichte und der räumlichen Nähe für

Entwicklungsunterschiede zwischen den Regionen wird bei der Analyse innovativer Netzwerke

deutlich. Hier zeigt sich die Bedeutung der räumlichen Nähe, der industriellen Vielfalt der

Standorte und der branchenübergreifenden Zusammenarbeit. Netzwerke entstehen zwischen

Unternehmen an einem Standort, wenn sich ihre Kompetenzen ergänzen. Je mehr

innovative Unternehmen am Standort sind um so größer die Möglichkeit zu neuen

Kooperationszusammenhängen. Diese Entwicklungen schaffen auch günstige

Bedingungen für die Beschäftigungsentwicklung. Dabei fallen die positiven Effekte weniger

zwischen Erfolgsunternehmen an, diese entwickeln sich ähnlich wie diejenigen in eher

peripheren Regionen. Besonders die Restrukturierungsunternehmen können bei steigendem

Umsatz nahezu stabile Beschäftigungssituationen ausweisen.


Diese Effekte innovativer Netzwerke an einem Standort können jedoch nicht von den

wirtschaftlichen Entwicklungen der einzelnen Betriebe getrennt werden: zwei Drittel der

teilnehmenden Unternehmen waren Erfolgsunternehmen, weitere ca. 30% waren

Restrukturierungsunternehmen. Krisenunternehmen fanden sich nur ausnahmsweise im

Netzwerk. Außerdem dominiert keine Branch im Netzwerk, die häufigste Industrie stellte

nicht mehr als ein Drittel der Unternehmen, gefolgt mit zwei weiteren Branchen mit jeweils

einem Sechstel; das restliche Drittel wurde aus fünf unterschiedlichen Industrien gebildet. Die

wechselseitige Ergänzung der industriellen Kompetenzen und die unterschiedlichen

Funktionen der Unternehmen im Netzwerk sind für die Erfolge der einzelnen

Unternehmen wesentlich.

Diese Voraussetzungen für die Netzwerke – größere Anzahl innovativer Erfolgsunternehmen

aus unterschiedlichen Branchen – können die eher peripheren Regionen nicht bilden. So

werden auch in den Bereichen, in denen die Innovationen aus der kreativen Anwendung von

Technologien und der Verknüpfung unterschiedlicher industrieller Kompetenzen resultiert, die

positiven Effekte der Entwicklung vorwiegend an zentralen Standorten anzutreffen sein.

Allerdings befinden sich viele der eher peripheren Regionen in räumlicher Nähe zu zentralen

ostdeutschen Standorten und häufig lassen sich Kooperationen auch über räumliche Distanz

realisieren. Um den Innovationspotentialen in den Regionen außerhalb der zentralen

Standorte zu verstärkter Dynamik zu verhelfen bedarf es also dem Bemühen

umfassender Integration in nahegelegene Standorte und der Anknüpfung an

Entwicklungen die außerhalb der eigenen Region stattfinden und zu denen innovative

Beiträge geliefert werden könnten.

Diese Ziele der Eingliederung in eine neu entstehende regionale Arbeitsteilung, die sich an den

Talenten der Regionen orientiert, können durch die Politik in fünf Bereichen unterstützt werden:


• Gezielte Ansiedlungspolitik zur Stärkung der Unternehmensstrukturen am Standort.

• Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungspolitik als Bedingungen für

zukunftsweisende Strukturpolitik.

• Infrastrukturpolitik zur besseren Kooperation, intensivierten Kommunikation und zur

gesteigerten Standortintegration bislang unzureichend miteinander verknüpfter Gebiete.

• Gezielte Netzwerkpolitik zur vermehrten Verknüpfung von innovativen industriellen

Potentialen auch außerhalb der zentralen Standorte.

• Die Moderation eines strategischen Diskurses zur Entfaltung und Gestaltung der

Kompetenzen und Potentiale Ostdeutschlands.


Einleitung: Unterschiedliche Unternehmenstypen und ihre Bedeutung für

die regionale Entwicklung

Die Entwicklungen in Ostdeutschland sind auch zehn Jahre nach der deutschen Vereinigung

weiterhin durch strukturelle Probleme charakterisiert. Dabei hat sich die Wirtschafts- und

Beschäftigungsentwicklung deutlich differenziert, die Situationen unterscheiden sich zwischen

den Regionen stark durch die anzutreffenden Bedingungen der jeweiligen Standorte. Während

in einigen Regionen wie Dresden, Leipzig, Jena oder Erfurt die Entwicklungen günstiger als im

ostdeutschen Durchschnitt verlaufen, gelingt es anderen, eher peripheren Regionen nicht, die

problematischen Tendenzen zu durchbrechen und umzukehren.

Dabei stellt sich die Frage nach den Gründen für diese Unterschiede. Häufig wird

angenommen, dass an manchen Standorten Situationen bestehen, die bereits von sich aus

günstigere Entwicklungen bewirken, während an anderen die „Stimmung“ eher ungünstig für

dynamische Entwicklungen sei. Es bleibt aber zu fragen, wie sich solche Zusammenhänge auf

innovative Prozesse auswirken. Gleichzeitig stellt sich mit dem Einstieg in die wissensbasierte

Wirtschaft die konkrete Rolle der Qualifikationen der Mitarbeiter und der Beteiligung der

Unternehmen an innovativen Netzwerken zu klären. Intensive Kooperationen innerhalb und

außerhalb von Netzwerken werden als eine wesentliche Dimension moderner

Wirtschaftsentwicklung angesehen.

Die Bereiche der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen innerhalb der Regionen und mit

Partnern an anderen Standorten werden zu wichtigen Indikatoren für regionale wirtschaftliche

Entwicklungen. Die Unternehmenskompetenz und die Pflege der Mitarbeiterqualifikation bilden

wesentliche Voraussetzungen für die Beteiligung an Kooperationen und die grundsätzliche

Fähigkeit zur Integration in regionale oder lokale Netzwerke. Erst wenn sich in diesen

Zusammenhängen Unterschiede zwischen den zentralen und eher peripheren Regionen

nachweisen lassen, gibt es eine Variation, die mit den Regionaltypen (zentrale Standorte vs.

periphere Regionen) übereinstimmt. Weisen die Regionen hingegen vergleichbare

Unternehmensbedingungen und –strukturen auf, dann sind Annahmen zu „atmosphärisch“ oder

im „regionalen Milieu“ begründeten Entwicklungsunterschieden für die Erklärung dieser

Tendenzen nicht geeignet.

Zur Präzision der regionalen Vergleiche werden die erhobenen Unternehmensdaten zunächst

nach den industriellen Sektoren und den Unternehmensgrößen differenziert. Vorangegangene


Untersuchungen an zentralen Standorten haben gezeigt, dass die Entwicklungen wesentlich

durch die Industriestrukturen und die anzutreffenden Branchen charakterisiert sind. Gleichzeitig

haben Branchenvergleiche an verschiedenen Standorten aber auch auf vergleichbare

Entwicklungen hingewiesen. Die unterschiedlichen Branchenstrukturen haben somit die

unterschiedlichen Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklungen an zentralen Standorten

geprägt. Ein Vergleich mit Gebieten außerhalb dieser zentralen Regionen muß deshalb diese

Branchendifferenzierung fortsetzen und die Tendenzen heranziehen.

Innerhalb der verschiedenen Branchen haben sich auch einheitliche Trends im Zusammenhang

zwischen Betriebsgröße und Entwicklungsdynamik der Unternehmen gezeigt. Für die regionale

Situation ist deshalb auch wesentlich, ob es gelingt vergleichbare Prozesse und Effekte an

zentralen und eher peripheren Standorten zu entfalten. Dabei haben sich Unternehmen bis 30

Mitarbeiter als besonders dynamisch gezeigt, Unternehmen mit 30 bis 80 Beschäftigten treten

hinter diesen beeindruckenden Entwicklungen zurück, sind aber noch deutlich von den weniger

intensiven Entwicklungen in den größeren Betrieben zu unterscheiden. Der Vergleich auf der

Grundlage dieser Betriebsgrößenklassen läßt eine zuverlässigere Einschätzung der Trends zu.

Angesichts der weiterhin heftigen Prozesse des industriellen Strukturwandels zeigen sich in

Ostdeutschland typisch zu unterscheidende Entwicklungstendenzen. Während die Industrie

Ostdeutschlands insgesamt durch schrumpfende Beschäftigung und schwierige

Restrukturierungs- und Innovationsprozessen geprägt ist, finden gleichzeitig dynamische

Wachstumsprozesse hinsichtlich der ökonomischen Situation und der Beschäftigung in den

Betrieben statt. Für die Erklärung dieser unterschiedlichen Phänomene ist es wesentlich, ob

diese Unterschiede im Unternehmenserfolg auch mit anderen Strukturen mit Blick auf die

industriellen Sektoren, die Mitarbeiterqualifikationen, die Weiterbildungsaktivitäten und die

Kooperationsorientierung sowie deren Bereiche zusammenhängen.

Deshalb werden die Unternehmen zusätzlich nach ihrer Entwicklung differenziert. Als

Erfolgsunternehmen werden diejenigen bezeichnet, die positive Umsatz- und

Beschäftigungsentwicklungen ausweisen, von Restrukturierungsunternehmen ist dann die

Rede, wenn an positive Umsatzentwicklungen und negative Beschäftigungsentwicklungen

vorliegen, und die Gruppe der Krisenunternehmen wird von denjenigen gebildet, bei denen

in Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung negative Tendenzen bestehen. Diese

Unternehmenstypen werden in den verschiedenen Branchen entsprechend der angegebenen


Mitarbeiteranzahlen differenziert und zwischen zentralen und eher peripheren Regionen

verglichen.

Zunächst werden aber die regionalen Fähigkeiten zur Bildung von Innovationsinseln (zentrale

Innovationsräume) untersucht und mit Blick auf die unterschiedlichen Chancen der

Standortentwicklung diskutiert (Kapitel 1). Auf dieser Grundlage werden die vergleichbaren

Branchen, Betriebsgrößen und Unternehmenstypen in ihrem Auftreten in den Regionaltypen

und deren Beschäftigungseffekte behandelt (Kapitel 2).

Nach einer klareren Kenntnis über die Unternehmensentwicklung in unterschiedlichen

regionalen und sektoralen Zusammenhängen stellt sich die Frage nach der Anknüpfung an

nationale und internationale Entwicklungen durch Kooperationen mit Partnern an ostdeutschen

Standorten und außerhalb dieser Standorte. Dabei richtet sich ein besonderes Augenmerk auf

den Bereich der Zusammenarbeit (Forschung und Entwicklung, Produktion oder Vertrieb) und

auf die Gewichtungen dieser Aspekte in Unternehmen mit unterschiedlichem Erfolg gelegt. Hier

stellt sich dann auch die Frage nach der Bedeutung der Mitarbeiterqualifikation für die

Anknüpfung an attraktive überregionale Entwicklungen (Kapitel 3).

Dieser Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Beschäftigungsentwicklung sowie

zwischen den Qualifikationsstrukturen und den Unternehmensgrößen wird im Anschluß daran

mit Blick auf die Entwicklungen der verschiedenen Unternehmenstypen in den zentralen und

eher peripheren Regionen untersucht (Kapitel 4). Damit soll eine besseres Verständnis der

Entwicklungszusammenhänge und der Bedeutung von Qualifikationen der Mitarbeiter

ermöglicht werden. Daran schließen sich Vergleiche an, die sich auf die unterschiedlichen

Orientierungen der Unternehmen bei der Qualifikationspflege durch Weiterbildung und auf die

weitere Entwicklung von strategisch wichtigen Kompetenzen in Unternehmen durch

Neueinstellungen von Personal mit wichtigen Qualifikationen beziehen (Kapitel 5).

Bei diesen unternehmensbasierten Vergleichen zwischen den Regionaltypen wird stets die

besondere Bedeutung von Agglomerationen erfolgreicher Unternehmen berücksichtigt. Auf

dieser Grundlage kommt es dann zur Diskussion eines konkreten, aus den

Kooperationsbeziehungen zwischen Unternehmen gebildeten Netzwerkes (Kapitel 6). Diese

Ergebnisse der Auswertung werden dann im abschließenden Fazit hinsichtlich der bestehenden

unterschiedlichen industriellen Talente, ihrer innovativen Potentiale und einer sich entwickelnden

Struktur regionaler Arbeitsteilung diskutiert. Dabei geht es in besonderer Weise darum, die


sich verstärkenden Tendenzen zu regionaler Differenzierung und zunehmendem

Entwicklungsgefälle zwischen den Standorten Ostdeutschlands mit Blick auf die ihnen

innewohnenden Tendenzen zu bewerten.

Die verschiedenen Ergebnisse zu den Entwicklungen der Unternehmen in unterschiedlichen

regionalen Arrangements und die daraus resultierenden, deutlich differenzierten Möglichkeiten

der Standorte und Regionen bilden neue Herausforderungen an die Politik. Einheitliche Ansätze

werden diesen regional unterschiedlichen Innovationsarrangements und –prozessen nicht

gerecht. Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen Effekte der Innovationsprozesse auch nicht

nur durch die einzelnen Elemente dieser Entwicklungen bestimmt, sondern Wissenschafts-,

Forschungs-, Bildungs-, Infrastruktur-, Ansiedlungspolitiken der Bundesländer und des Bundes

stellen für die Standortbildung wichtige Rahmenbedingungen. Diese ressortübergreifende

Perspektive bildet die Grundlage für die abschließend formulierten Politikempfehlungen zur

positiven Gestaltung beschäftigungswirksamer Innovationsprozesse in den Regionen

Ostdeutschlands.


1. Standort und Chance: Unterschiede in den regionalen

Entwicklungskonstellationen

Die regionalen Entwicklungsbedingungen unterscheiden sich in Ostdeutschland auch zehn Jahre

nach der Vereinigung noch immer sehr deutlich. Dabei sind nicht nur die zentralen industriellen

Standorte durch unterschiedliche Industrien und deren regionale Dominanz geprägt, sondern

auch die klare Differenzierung zwischen Verdichtungsräumen und eher peripheren Standorten

außerhalb dieser Agglomerationen fällt auf. Die Beschäftigungsentwicklungen und die

Arbeitslosigkeitsraten lassen sich regional ebenso deutlich differenzieren, wie Konzentration

innovativer Prozesse und moderner industrieller Entwicklungen an einigen ausgewählten

Standorten.

Die schwierige Beschäftigungssituation in Ostdeutschland zeigt deutliche regionale

Differenzierungen. Während Dresden, Jena, Potsdam, Gotha oder Suhl Arbeitslosenraten von

ca. 11% bis ca. 13% ausweisen, liegen die Werte in Bautzen, Dessau, Halle, Merseburg,

Neubrandenburg oder Sangerhausen weiterhin krisenhaft über 19% (siehe Tab. 1). Damit

gelingt einigen ostdeutschen Regionen in ihren Entwicklungen an die Werte in Westdeutschland

(z.B. Bremerhaven, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Wilhelmshaven)

anzuschließen, die sich ebenfalls in intensiven Restrukturierungsprozessen befinden, während

sich in anderen die problematische Situation weiterhin fortsetzt.

Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch bei den Beteiligungen an technologie- und

forschungsintensiven Prozessen identifizieren. Bei drei Schlüsseltechnologien (Biotechnologie,

Informations- und Kommunikationstechnologien und bei der Umwelttechnologie) ist es

gelungen, einige Standorte an die nationalen und internationalen Netzwerke anzuschließen.

Ein neuer Standort für eine neue Technologie:

Das Beispiel der Biotechnologie

Eine Auswertung der Forschungsförderungen des Bundes im Bereich der Biotechnologie für

den Zeitraum 1993 bis 1997 weist etwa drei Viertel aller Projekte mit mehr als vier Fünftel der

Gesamtaufwendungen an lediglich sieben Standorten in Deutschland auf (siehe Abb. 1). Von

diesen sieben Innovationsinseln der Biotechnologie folgen sechs den Entwicklungen in

Westdeutschland aus der Zeit vor 1990, lediglich Jena ist als neuer und in Ostdeutschland


liegender Standort hinzugekommen. Dabei fällt zudem auf, daß dieser zusätzliche Standort vor

allem durch den hohen Anteil öffentlicher Forschungspotentiale charakterisiert ist.

Damit wird zunächst die Rezeptivität der Programme auf geeignete Innovationspotentiale

deutlich, auch wenn dahinter außerdem ein klarer Wille im Anschluß an die deutsche

Vereinigung stand. Gleichzeitig zeigt sich aber auch die relative Bedeutung Jenas mit lediglich

6,8% der Projekte und 8,9% der ausgereichten Fördervolumen. Es gelingt eine durch einen

einzelnen Standort dargestellte Beteiligung am biotechnologischen Innovationsprozeß, aber die

Gesamtsituation ändert sich dadurch kaum, denn weiterhin dominieren die in Westdeutschland

seit etwa 20 Jahren in dieser Technologie bestehenden Innovationsinseln. Wesentlich ist aber

auch das Spezialisierungsprofil des hinzugetretenen Jena. Es geht dabei vorrangig um das

Konzept einer Bioinstrumente Region, das die neuen Möglichkeiten der Fortschritte durch die

Biotechnologie mit der langen und hochentwickelten Kompetenz des Apparatebaus verbinden

und zu einer innovativen Umsetzung bringen soll.

Es mag diese extreme Spezialisierung sein oder gegebenenfalls die vergleichsweise kurze Zeit

seit der Vereinigung, die zu einer deutlich unterdurchschnittlichen Beteiligung an den

Kooperationsstrukturen im Rahmen dieser Forschungen geführt hat. Es bleibt jedenfalls

festzuhalten, daß eine Implementation in das deutsche Biotechnologie-Netzwerk bislang nur

begrenzt gelungen ist. Standorte mit vergleichbarer Partizipation an den Fördermitteln und den

Projekten (Braunschweig-Hannover-Göttingen, Rhein-Ruhr, Rhein-Main) weisen im

Durchschnitt etwa doppelt so viele Kooperationen aus. Dabei fällt der Unterschied des neu

hinzugetretenen Jena zu den anderen Regionen vor allem in den Kooperationen zwischen

Partnern aus Wissenschaft und Industrie bzw. wenn die Partner aus der Wissenschaft sind auf.

Alle anderen Regionen weisen hier deutlich höhere Werte aus. Allein bei Kooperationen, an

denen ausschließlich Partner aus der Industrie teilnehmen, liegen die Werte auf ähnlichem

Niveau.


Ein traditioneller Standort wird modernisiert und zukunftsfähig:

das Beispiel der Informationstechnik

Die Informationstechnologie stellt bei der Partizipation geringere Anforderungen an die

Ausstattungen und die am Standort investierten finanziellen Mittel. Die Möglichkeiten zur

Forschung und Entwicklung sind nicht in gleichem Umfange an teure Laboreinrichtungen

gebunden (z.B. bei der Software-Entwicklung), wie das bei der Biotechnologie der Fall ist.

Daraus ergibt sich ein geringerer Grad der Konzentration der Projekte und Fördermittel auf

Innovationsinseln. Der geringere Schwellenaufwand macht sich auch in den

Beteiligungsmöglichkeiten und Kooperationsformen neuer Standorte bemerkbar (siehe Abb.

2).

In der Region zwischen Dresden und Chemnitz kann mit diesen Technologien an eine

Kompetenz im gleichen Innovationsbereich und an entsprechende industrielle Kompetenzen

angeknüpft werden, die durch die Anwendungen im Maschinenbau (mit seinem Zentrum in

Chemnitz) ergänzt werden. Trotz der im Jahre 1990 bestehenden Entwicklungsabstände von

fünf bis zehn Jahren zum internationalen Stand der Technik liegt hier eine wissenschaftlichtechnische

Kompetenz und das Potential zur Umsetzung in Referenzindustrien vor. Mit 6,9%

der zwischen den Jahren 1990 und 2000 vergebenen Projekte ist auf diese ostdeutsche

Innovationsinsel etwa jedes siebte in einer Innovationsinsel durchgeführte Projekt entfallen.

Auch bei den Summen entfielen auf den Spätkommer unter den innovativen Zentren mit 5,5%

der Mittel nahezu ein Zehntel der Summen, die die Innovationsinseln auf sich vereinigten.

Auffällig ist dabei auch die Dominanz der Projekte, die von Unternehmen ausgeführt wurden.

Offensichtlich hat die industrielle Kompetenz der Region einen nachhaltigen Einfluß auf die

erfolgreiche Beteiligung an den Innovationsprozessen und den sie tragenden Netzwerken in der

Informationstechnologie. Auch bei den Kooperationsmustern und –intensitäten zeigen sich

günstige Partizipationsformen. Bei den Aktivitäten, die zwischen Akteuren aus der

Wissenschaft oder aber zwischen der Wissenschaft und Unternehmen realisiert werden, ist

Dresden-Chemnitz relativ zur Größe der Innovationsinsel angemessen beteiligt. Lediglich bei

Kooperationen zwischen Partnern aus der Industrie fällt die unterdurchschnittliche

Einbeziehung des ostdeutschen Standortes auf. Dieses Defizit wiegt um so schwerer, als

Dresden-Chemnitz sich bei seiner Beteiligung an den innovativen Entwicklungen deutlich

überwiegend auf Projektnehmer aus der Industrie stützt.


Damit stellt sich für den Bereich der Informationstechnik eine günstige Beteiligung der

ostdeutschen Innovationsinsel her. Auf der Grundlage der bestehenden Referenzindustrien wird

die Partizipation an den Prozessen technologisch-industrieller Innovation ermöglicht. Das

geringere Engagement in den industriellen Netzwerken kann als Referenz auf das, aus den

Zeiten früherer Kombinatsorientierungen resultierende eingeschränktere Spektrum der

Bereiche der Informationstechnologie verweisen. Die industrielle Umsetzungsfähigkeit bei

gleichzeitiger Partizipation an aktuellen Innovationsprozessen liegt hingegen in den Jahren nach

1990 wieder vor. Die Positionierung der wissenschaftlichen Forschung in den Netzwerken

deutet auf einen anhaltenden Zugang zu wissenschaftlichem Wissen und aktuellen

Forschungsergebnissen hin. Durch die intensiven Anstrengungen der Politik, in Dresden und

Freiberg die Mikroelektronik auf den Stand der Technik und Forschung zu bringen und die

Restrukturierungsbemühungen zum Maschinenbau in Chemnitz, haben konsolidierte

Unternehmen mit traditioneller industrieller Kompetenz in den Referenzindustrien entstehen

lassen. Die wissenschaftlichen Potentiale leisten einen akzeptierten Beitrag zum

Innovationsprozeß in der Informationstechnologie in Deutschland. Mit Blick auf diese Region

ist der Politik durch die Standortbildung eine Integration in das System der deutschen

Innovationsinseln und ihre Kooperationsbeziehungen innerhalb von wenigen Jahren recht

weitgehend gelungen.

Innovation kann auch in reifen und traditionellen Industrien realisiert

werden: Das Beispiel der Umwelttechnik

Mit den Umwelttechnologien handelt es sich um Bereiche, die durch ihren besonders

unmittelbaren Problembezug, kurze Umsetzungszeiten und den Bezug zu traditionellen

Sektoren als Referenzindustrien charakterisiert sind. Damit ist dieser Innovationsbereich nicht

nur wegen der Hinterlassenschaften des Umweltregimes der DDR wesentlich, sondern er

eignet sich auch in besonderer Weise, die Restrukturierungsbemühungen durch innovative

Impulse zu unterstützen. Bei Auswertung der vom BMBF geförderten Projekte in diesem

Bereich zeigen sich in Ostdeutschland im Raum Halle-Leipzig und in der Region Dresden-

Freiberg zwei neu entstandene Innovationsinseln (siehe Abb. 3). Die insgesamt acht zentralen

Innovationsräume in dieser Technologie vereinen etwa drei Viertel der Projekte und der

Projektsummen auf sich. Mit etwa 13% der Projekte und ca. 10% der Fördersummen werden

etwa ein Sechstel aller Innovationsaktivitäten in diesen zentralen Regionen an diesen beiden

Standorten Ostdeutschlands realisiert.


Bei diesen Partizipationen der beiden neuen Innovationsinseln kommt der bestehenden

Referenzindustrie und die Umsetzung neuer Forschungsergebnisse in neue Lösungen eine

wichtige Rolle zu. Die aus den Zeiten der DDR resultierende Kompetenz kann offensichtlich

angemessen mit den neuen technologischen Möglichkeiten umgehen. Industrielle

Projektnehmer stellen in den ostdeutschen Innovationsinseln einen erheblichen Teil der

Akteure; vor allem in Halle-Leipzig dominieren die Unternehmen bei den an die Region

vergebenen Fördersummen. Diese Standortbedingungen sind aber insgesamt auch in der Lage,

eine Partizipation an den innovativen Prozessen und eine angemessene Implementation in das

Kooperationsnetzwerk zu gewährleisten. Vor allem Halle-Leipzig ist mit den anderen

Innovationsinseln der Umwelttechnologie eng verknüpft. Relativ zur Größe der beiden

ostdeutschen Standorte finden sich Kooperationsintensitäten, die den bereits früher

herausgebildeten westdeutschen Regionen entsprechen.

In einer Situation, die 1990 nicht auf die Entwicklung von Umwelttechnologien vorbereitet war

und eine spezifische technologische Kompetenz bis dahin nicht ausgebildet hatte, ist es

gelungen, eine zügige Partizipation an innovativen Prozessen zu realisieren. Unter den

genannten Technologiebeispielen ist die Umwelttechnologie diejenige, in der die Unterschiede

zwischen Ost- und Westdeutschland am weitesten überwunden sind. Die neu entstandenen

Innovationsinseln sind recht weitgehend in das gesamtdeutsche Innovationssystem und

Kooperationsnetzwerk eingegliedert. Die Politik hat auf der nationalen Ebene regionale

Entwicklungsansätze so unterstützen können, daß eine vorliegende technologische Kompetenz

zu einer marktnahen Umsetzung in Produkte und sozio-ökonomische Entwicklung gelangen

konnte. Die Politiken zur Konsolidierung der Unternehmen und des Aufbaus moderner

Forschungspotentiale konnten zu einer zügigen Partizipation an diesen Prozessen befähigen.


Die Bildung von Innovationsinseln verschärft das regionale Gefälle in

Ostdeutschland

Mit dieser erfolgreichen Etablierung einiger Standorte Ostdeutschlands innerhalb des deutschen

Systems von Innovationsinseln wird aber eine Tendenz reproduziert, die bereits in anderen

Industrieländern zu einer Archipelbildung aus Innovationsinseln mit deutlicher Differenzierung

gegenüber den übrigen Regionen geführt hat. Während in den entwickelten und wirtschaftlich

stabilen Industrieländern solche Entwicklungen durch regionale Arbeitsteilung (z.B. Produktion,

Tourismus etc. versus Hightech-Innovationen) in ihren wirtschaftlichen Auswirkungen

weitgehend ausgeglichen werden können, ist das in Ostdeutschland angesichts des genannten

regionalen Gefälles nicht der Fall. Hier stellt sich nun die Frage nach den unterschiedlichen

Konstellationen, die zu solchen Ergebnissen führen. Dabei kommt der regionalen Präsenz der

hochinnovativen Tendenzen in den genannten Schlüsseltechnologien vor allem für

Entwicklungsoptionen in zukünftigen Konstellationen eine wesentliche Bedeutung zu. Die

aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und ihre Beschäftigungseffekte sind zunächst noch

sehr stark von dem Erfolg solcher Unternehmen geprägt, die neue Technologien in ihren

bestehenden Kompetenzen und Produkten nutzen können.

Ein Vergleich der Agglomerationsräume mit den eher peripheren Gebieten mit Blick auf die

anzutreffenden forschungs- und technologieorientierten Unternehmen und deren erfolgreiche

Entwicklung zeigt hinsichtlich der Verteilung auf die Unternehmenstypen kaum Unterschiede

(siehe Abb. 4). In beiden Regionstypen dominieren die Erfolgsunternehmen mit etwa sechs

Zehntel. Unterschiedliche Unternehmensentwicklungen und deren Regionalisierung sind mithin

nicht als Grund für die stark abweichenden Situationen in Ostdeutschland zu nennen. Im

wesentlichen setzen sich wohl noch immer die alte Kombinatsstruktur und deren industrielle

Folgen nach der deutschen Vereinigung fort. Neue Unternehmen gründen sich vor allem in

industriellen Sektoren und Standorten, die Entwicklungsmöglichkeiten und günstige

Anbindungen an Netzwerke und Verkehrsinfrastrukturen bieten.

Die Konzentration der Forschungs- und Innovationspotentiale wie auch des entsprechenden

Personals an den zentralen Standorten der Kombinate hat diese Regionen dann auch bei dem

Strukturwandel seit 1990 in eine günstigere Position versetzt. Schon vor 1990 waren die

industriellen Potentiale in den peripheren Räumen vor allem Produktionsstandorte für eine

begrenzte Anzahl von Erzeugnissen. Mit der Modernisierung der Betriebe blieben dann im

wesentlichen nur solche Einheiten als zukunftsfähige Bereiche erhalten, die entsprechende


Ansätze für innovative Entwicklungen boten. Wegen der überall vergleichbaren Bedeutung

dieser Kompetenzen lassen sich dann auch in der Peripherie ähnliche Verteilungen von

Erfolgsunternehmen antreffen, wie dies an den zentralen Standorten der Fall ist. Die Erklärung

für die regionalen Entwicklungsunterschiede liegen dann nicht im Erfolg der einzelnen Betriebe,

sondern sind in ihren wirtschaftlichen und Beschäftigungseffekten auf die regionale Situation zu

suchen. Es geht um die Größe und die Anzahl der erfolgreichen Betriebe, die in den Regionen

bestehen.

Regionale Differenzierung der Entwicklung:

die Unternehmensstruktur ist mittelständisch

Die wirtschaftliche Entwicklung hat in Ostdeutschland im Zeitraum seit 1990 eine

mittelständische Struktur entstehen lassen. Die ehemaligen Großbetriebe der Kombinate sind

in unterschiedliche Unternehmen zerlegt worden, ebenso haben sich viele Unternehmen aus

diesen früheren Kombinaten ausgegründet oder sind in deren Umfeld neu gegründet worden.

In diesem Zusammenhang haben die Marktfähigkeiten der Betriebe eine wesentliche Rolle

gespielt. Größere Unternehmenseinheiten konnten dann erhalten bleiben, wenn es gelang, die

Kompetenzen aus der Zeit der DDR unter der Bewertung in DM mit neuen oder

modernisierten Produkten in der Marktwirtschaft zu etablieren. Das war vor allem dann

möglich, wenn sich große Konzerne bei der Restrukturierung beteiligten und die Betriebe in

die Liefer- und Zulieferstruktur eingliedern konnten (z.B. Jenaer Glaswerke, Nutzfahrzeugbau

in Ludwigsfelde, Fahrzeugbau in Eisenach und in Zwickau, Waferplattenfertigung in Freyberg).

Auch in diesen Fällen hat sich aber die neue wirtschaftliche Aktivität im wesentlichen eher auf

die bereits früher zentralen Standorte konzentriert und hier zu einem Erhalt größerer

Betriebseinheiten beigetragen.

Wegen der Position der Unternehmen an den zentralen Standorten Ostdeutschlands und der

dort bestehenden günstigeren Bedingungen für innovative und technologieorientierte

Unternehmen lassen sich in den peripheren Räumen auch kaum ausgleichende Effekte durch

größere Betriebe erzielen (siehe Abb. 5). Wie an den zentralen Standorten sind etwa ein

Viertel der Betriebe solche mit mehr als 80 Mitarbeitern und mehr als die Hälfte der

Unternehmen mit Engagement in Forschung und Entwicklung fällt in den Bereich kleiner

Unternehmen mit weniger als 30 Beschäftigten. Angesichts der in Folge der Restrukturierungen

entstehenden Tendenzen zum Rückzug der Kombinatsnachfolger aus der Fläche kann dieses


Ergebnis für die peripheren Standorte kaum überraschen. Erstaunlicher ist hingegen auf den

ersten Blick die Übereinstimmung mit den zentralen Standorten. Hier haben allerdings

vergleichsweise rege Gründungsaktivitäten dazu geführt, dass am Standort ein

Unternehmensbesatz größerer bzw. beständig wachsender Anzahl von Unternehmen besteht,

die zunächst als kleine und kleinste Unternehmen beginnen.

Zentrale und periphere Regionen weisen vergleichbare Trends aus

Beim Vergleich der Entwicklungen der Unternehmenstypen und Betriebsgrößenklassen zeigen

sich dann zwischen den verschiedenen Standortarrangements auch kaum Unterschiede (siehe

Abb. 6). Die Beschäftigungsgewinne bei Erfolgsunternehmen liegen mit 8,9% an zentralen

Standorten und 13% in peripheren Regionen ebenso nah beieinander wie dies im Falle der

Beschäftigungsverluste bei Restrukturierungsunternehmen (-12,3% an zentralen und -18,8%

an peripheren Standorten) und bei Krisenunternehmen (-96,6% an zentralen und –94,1% an

peripheren Standorten) beobachtet werden kann.

In ähnlicher Weise trifft diese Übereinstimmung der Standorte auch beim Blick auf die

Betriebsgrößen zu. Die kleinen und kleinsten Unternehmen bis 30 Beschäftigte ebenso wie die

mittlere Größe (30 bis 80 Mittarbeitern) sind in zentralen und in peripheren Räumen in

ähnlicher Weise stabil und weisen kaum nennenswerte Beschäftigungsverluste aus. Auch bei

den heftigen Arbeitsplatzverlusten in den größeren Unternehmen (mehr als 80 Beschäftigte)

entsprechen sich Zentrum und Peripherie. Die Unternehmensentwicklung weist deshalb auf

keinen unmittelbaren Zusammenhang zu den Standortbedingungen hin. Problematische

Situationen peripherer Räume in Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung sind deshalb kaum

mit den aktuell anzutreffenden Konstellationen in Verbindung zu bringen; vielmehr entwickeln

sich die einzelnen Unternehmenstypen und Größenklassen sehr ähnlich.

Zentrale Standorte sind als Agglomerationsräume begünstigt

Zentrale Standorte verbinden auf diese Weise verschiedene Vorteile auf sich, ohne jedoch

gleichzeitig die peripheren Räume von dem verbliebenen Innovationspotential zu entleeren. Es

kommt zunächst zu einer deutlichen Differenzierung hinsichtlich des Niveaus, auf dem die

innovativen Entwicklungen stattfinden können. Während die zentralen Standorte wegen ihrer

Forschungspotentiale in den Unternehmen, den Forschungsinstituten vor Ort und wegen der


Hochschulen und Universitäten auch an forschungsbasierte Hightech-Bereiche Anschluss

finden können und in einigen Fällen sogar die Bildung von Innovationsinseln gelingt, steht den

peripheren Räumen diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Das dort anzutreffende

Innovationspotential ist vor allem durch die Anwendung und die Verbindung neuer

Technologien mit bereits etablierten Produkten und Verfahren gekennzeichnet. Diese

Möglichkeiten der Induktion technologisch-industrieller Innovation ist sowohl an zentralen

Standorten als auch in peripheren Räumen anzutreffen.

Damit unterscheiden sich die verschiedenen Standorte in ihrem wissenschaftlich-technischen

Potential, dem Unternehmensbesatz und den sich aus dieser Konstellation ergebenden

regionalen Innovations- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die zentralen und an die

wissenschaftlichen Netzwerke angebundenen Standorte unterscheiden sich von den peripheren

Räumen vor allem durch die Dichte der F&E-betreibenden Unternehmen und die zusätzlichen

Möglichkeiten der Anknüpfung an neue Forschungszusammenhänge und Ergebnisse. Trotz

dieser Hierarchie der Standorte bei den Innovationsoptionen bleibt aber auch in den

peripheren Räumen die Chance, moderne Entwicklungen zu nutzen. Eine deutlich

begrenzte Anzahl geeigneter Unternehmen und die mittelständische Struktur bewirken aber,

dass es in peripheren Räumen bislang nicht zu einer hinreichenden Entwicklung von Wirtschaft

und Beschäftigung kommt, sondern dass die Unterschiede zu den zentralen Standorten

Ostdeutschlands beständig zunehmen.


2. Branche und Unternehmensentwicklung: Effekte

unterschiedlicher industrieller Kompetenzen

Die zentralen und peripheren Standorte unterscheiden sich neben ihren konkreten Effekten und

strategischen Möglichkeiten vor allem in den wissenschaftlich-technologischen Potentialen. Mit

der Bedeutung der Erzeugung neuer Forschungsergebnisse für besonders innovative

Entwicklungen wie auch der Rolle von Unternehmens- und Forschungsnetzwerken für die

Realisation solcher Vorhaben stehen die verschiedenen Standorte nicht mehr gleichermaßen

zur Verfügung, sondern differenzieren sich entsprechend der Qualität ihrer Arrangements.

Zentrale Standorte mit Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten schaffen

Standortattraktionen, die in peripheren Räumen nicht geboten werden können. Unternehmen,

die diese Konstellationen benötigen, werden deshalb an zentrale Standorte gebunden.

Die Branchen entwickeln sich unterschiedlich aber zentrale und periphere

Regionen zeigen ähnliche Tendenzen

Außerhalb der Hightech-Bereiche kommt es beim Vergleich der zentralen mit den peripheren

Räumen allerdings kaum zu Unterschieden in der Konzentration von Erfolgsunternehmen oder

spezifischer, die Entwicklung tragender Größenordnungen (siehe Abb. 7 und Abb. 8). Die

Anteile der verschiedenen Unternehmenstypen entsprechen sich weitgehend unabhängig von

den Vergleichsregionen. Dabei zeigen besonders der Maschinenbau, die Medizin-, Meß-, und

Regeltechnik und die Umwelttechniken nahezu identische Anteile an den Trägern moderner

Entwicklungen. Hier ist eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung oder Restrukturierung

offensichtlich sehr eng an moderne Kompetenzen und Standortbedingungen gebunden;

bestehen solche Arrangements, dann kommt es zu ähnlichen Entwicklungen.

Die Unternehmensstrukturen dieser drei Branchen weisen ebenfalls sehr ähnliche Tendenzen

auf. Hier sind flexible kleinere Unternehmen die Träger der Entwicklung. Insgesamt zeigen sich

deshalb keine systematischen Variationen zwischen zentralen und peripheren Räumen. Die

Entwicklungsunterschiede zwischen den Standorten lassen sich deshalb nicht mit

Abweichungen innerhalb der Branchen erklären. Selbst in forschungs- und

entwicklungsintensiveren Bereichen wie dem Maschinenbau, der Medizin-, Meß- und

Regeltechnik oder moderner Umweltschutzprodukte gibt es vergleichbare Tendenzen. Dabei

tragen die traditionellen Kompetenzen der Betriebe offensichtlich auch dazu bei, erfolgreiche


Unternehmen auch außerhalb der zentralen Standorte anzutreffen.

Regionale Entwicklungsunterschiede sind dann vor allem durch die Branchenkonzentration, die

Dichte des Besatzes mit innovativen Unternehmen und durch mehr oder weniger günstige

Entwicklungsbedingungen zu erklären. Die industrielle Geographie, die noch immer weitgehend

von den Konzentrationsprozessen vor 1990 geprägt ist, bestimmt das Arrangement der

Industrien und der in diesem Rahmen stattfindenden Unternehmensgründungen sowie die

daraus resultierenden Effekte. Die aktuell zu identifizierenden Unterschiede der regionalen

Entwicklungsprozesse bzw. sektoraler Konzentrationen sind deshalb noch immer weitgehend

durch die Strukturen geprägt, die bereits vor 1990 existierten.

Unternehmen verschiedener Größenklassen entwickeln sich in zentralen

und peripheren Räumen vergleichbar

Die Entwicklungsoptionen der Branchen bestimmen mit ihren regionalen Konzentrationen und

Dominanzen weitgehend die anzutreffenden Effekte. Dabei fällt auch bei einer sektoralen

Differenzierung zentraler und peripherer Regionen auf, dass die Unternehmenstypen sich in

ihren jeweiligen Entwicklungsprozessen kaum entsprechend der Standorte unterscheiden (siehe

Abb. 9). Eine sektorale Differenzierung der häufigsten Branchen zeigt, dass Erfolgs-,

Restrukturierungs- und Krisenunternehmen an zentralen und peripheren Standorten in der

Regel sehr ähnliche Tendenzen hinsichtlich der Beschäftigungseffekte ausweisen. Offensichtlich

können die Unternehmen dann, wenn die erforderlichen Bedingungen vorliegen, in diesen

Branchen auch vergleichbare positive Effekte hervorbringen, Restrukturierungsprozesse

durchlaufen oder aber den Fällen von Krisenunternehmen liegen ähnliche

Schrumpfungsprozesse zugrunde. Die zentrale oder eher periphere Lage der jeweiligen

Standorte nimmt kaum Einfuß auf die konkreten Ergebnisse positiver oder negativer

Beschäftigungsentwicklungen.

Diese Tendenzen deuten sich auch bei sektoralen Vergleichen der verschiedenen

Standortbedingungen auf der Grundlage der Unternehmensgrößen an (siehe Abb. 10). Die

positivsten Entwicklungen sind in den verschiedenen Branchen bei der Gruppe der kleinsten

und kleinen Unternehmen mit weniger als 30 Beschäftigten zu finden, diejenigen mit 30 bis 80

Mitarbeitern weisen vergleichsweise stabile Beschäftigungswerte aus, während diejenigen

oberhalb dieser Größenordnung stets massive Beschäftigungsverluste ausweisen. Diese


Tendenzen in den verschiedenen Betriebsgrößen stellen sich unabhängig von der zentralen oder

peripheren Lage der Standorte dar. Die Gründe für die günstigeren Werte zentraler gelegener

Standorte mit der Konzentration von innovativen Unternehmen sind deshalb in den

charakteristischen Branchenstrukturen und der Unternehmensdichte zu suchen.

Zentrale Standorte sind durch den Unternehmensbesatz und die Dichte der

Neugründungen begünstigt

Bei diesen Entwicklungen wird auch deutlich, dass die positiven Tendenzen in der Regel von

kleinen und kleinsten Unternehmen getragen werden. Die größere Gründungsdynamik an

zentralen Standorten mit moderner Industriestruktur und leistungsfähigen Forschungspotentialen

kann deshalb auch zu günstigeren Beschäftigungsentwicklungen führen. Dabei sind diese

Konstellationen angesichts der absoluten Effekte dieser Unternehmen nicht zu überschätzen.

Die neuen kleinen Unternehmen beginnen mit sehr wenigen Beschäftigten und mögen zwar

relativ starke Zuwächse bei ihren Mitarbeiterzahlen erzielen, sie bleiben allerdings über Jahre

hinweg sehr begrenzt und können erst dann merklich zu einer Veränderung der regionalen

Beschäftigungssituation beitragen, wenn es gelingt, diese Tendenzen auch bei zunehmenden

Belegschaften fortzusetzen.

Diese Optionen auf zukünftige Entwicklungen können aber vor allem solche Standorte

ausweisen, die moderne Branchen wie Medizin-, Meß- und Regeltechnik,

Spezialmaschinenbau oder Elektronik konzentrieren. Traditionellere Branchen bzw. solche, die

durch unkomplizierte Produkte mit wenig Bedarf an Kompetenzen aus anderen Industrien für

die Entwicklung und Herstellung der Erzeugnisse charakterisiert sind, werden hier auch in

Zukunft geringere Effekte ausweisen. Mit zunehmender Forschungsintensität der Produkte und

Unternehmens- und Regionalentwicklung ist dann auch von einer günstigeren Position der

zentralen Standorte auszugehen. Die Verbindung mit neuen Schlüsseltechnologien wie der Bio-

Informations- und Kommunikationstechnologie durch die Anwendung dieser Entwicklungen

in modernisierten Produkten traditioneller Branchen werden dann zu sich verstärkenden

Zentrums-Peripherie-Differenzierungen führen. An den zentralen Standorten finden die

Unternehmen dann eher die Bedingungen und Kooperationspartner vor, die sie für ihre

Entwicklungen benötigen.


3. Entwicklung und Kooperation: Anknüpfung an dynamische

Prozesse

Moderne wirtschaftliche Entwicklungen beschränken sich bei ihren Innovationsprozessen nicht

auf die regionalen Potentiale sondern orientieren sich mit zunehmender Bedeutung der

Forschung für die Unternehmensentwicklung auf Kooperationen mit leistungsfähigen Partnern

an anderen Standorten. Die Einbettung in solche Innovationsnetzwerke ist damit ein wichtiges

Kriterium für die Teilnahme an entsprechend progressiven Prozessen. Gleichzeitig gibt es einen

Hinweis auf die Wahrnehmung und Einschätzung der Qualität der Unternehmenskompetenzen

durch Partner an anderen Standorten. Diesen Zusammenhängen kommt angesichts der

begrenzten Möglichkeiten selbsttragender Entwicklungen in den Regionen Ostdeutschlands

besondere Bedeutung zu.

Erfolgsunternehmen kooperieren intensiver und solche an zentralen

Standorten auch häufiger mit internationalen Partnern

Beim Vergleich der Unternehmenstypen und der Kooperationsbereiche in den

unterschiedlichen fallen trotz erheblicher Ähnlichkeiten zwischen Unternehmen an zentralen und

peripheren ostdeutschen Orten einige Unterschiede Regionen hinsichtlich der Standorte der

Kooperationspartner auf (siehe Abb. 11). Zunächst zeigen Erfolgsunternehmen bei

Kooperationen in den Bereichen Forschung und Entwicklung und Produktion vergleichbare

Strukturen mit Blick auf die Standorte ihrer Kooperationspartner und Anteile der

kooperierenden Unternehmen an der Gesamtzahl der Unternehmen. Etwas mehr als die Hälfte

der Unternehmen hat Partner in Ostdeutschland. Dem entsprechen die Orientierungen in

Richtung auf Kooperationen mit Unternehmen in westdeutschen Innovationsinseln oder im

Ausland. Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen in Ostdeutschland oder

westdeutschen Innovationsinseln setzt sich die Entsprechung der Kooperationsstrukturen fort.

Allerdings weisen die Erfolgsunternehmen an den zentralen Standorten im Bereich des

Vertriebs zusätzlich noch intensive Formen internationaler Zusammenarbeit bei etwa 60% der

Unternehmen aus, während hier von diejenigen aus peripheren ostdeutschen Regionen keine

Kooperationen angegeben wurden.

Die Restrukturierungsunternehmen zeigen kein einheitliches Bild. Auffällig ist aber die deutlich


niedrigere Kooperationsintensität (lediglich ein Viertel bis die Hälfte des Niveaus der

Erfolgsunternehmen) und die erneut geringere Orientierung auf internationale Kooperationen

bei Unternehmen in peripheren Regionen. Diese Tendenz hinsichtlich der Standorte der

Kooperationspartner setzt sich bei den Krisenunternehmen fort. Damit weisen Unternehmen

an peripheren Standorten auf deutlich niedrigere Orientierungen auf internationale oder

westdeutsche Partner hin. Je ökonomisch problematischer die Unternehmenssituation ist, desto

geringer ist die Bereitschaft oder die Fähigkeit zur Kooperation mit Unternehmen außerhalb

Ostdeutschlands.

Diese Unterschiede zwischen den Standorten werden auch bei der Analyse entsprechend der

Unternehmensgrößen deutlich (siehe Abb. 12). In den Bereichen Forschung und Entwicklung

und Produktion ist festzustellen, daß in zentralen und peripheren Regionen Ostdeutschlands

vergleichbare Kooperationsintensitäten und Orientierungen auf Partner an unterschiedlichen

Standorten anzutreffen sind. Auch die verschiedenen Unternehmensgrößen unterscheiden sich

hier kaum. Deutliche Unterschiede treten hingegen bei den Kooperationen im Bereich des

Vertriebs auf. Hier fehlt den Unternehmen außerhalb der zentralen Standorte allgemein eine

internationale Orientierung, und je größer die Unternehmen werden, desto geringer ist dann

auch die Kooperationsintensität.


Unternehmen in peripheren Räumen fehlt häufiger die internationale

Orientierung

Damit zeigen sich beim Vergleich der Kooperationsstrukturen, dass eine intensive Orientierung

auf überregionale Zusammenhänge und Partner an westdeutschen Innovationsinseln bzw. im

Ausland mit dem Erfolg der Unternehmen zusammentreffen. Diese Strukturen können vor allem

erfolgreiche Unternehmen an zentralen Standorten bis hinein in den Vertrieb aufrecht erhalten.

Insbesondere die Vertriebskooperation weist aber auf die Marktfähigkeit und die Akzeptanz

der Qualität beim Kunden hin. Während diese Orientierungen insgesamt bei den weniger

erfolgreichen Unternehmen abnimmt, stellt sich für die Unternehmen in peripheren Räumen eine

besonders deutliche Reduktion dieses Kriteriums heraus.

Da in peripheren Räumen die größeren Unternehmen besonders häufig durch Restrukturierung

und Krise charakterisiert sind, fallen sie dann auch für erfolgreiche kleinste und kleine

Unternehmen als Partner weitgehend aus; diese Unternehmen müssen sich in ihrer Kooperation

anders orientieren. So lassen sich dann auch die Unterschiede zwischen großen und kleineren

Unternehmen an peripheren Standorten erklären. Die Ähnlichkeiten zwischen kleinsten und

kleinen Unternehmen an peripheren und zentralen Standorten sind dann auch die Folge der

regionalen Konstellationen in peripheren Räumen, die bei den erfolgreichen Unternehmen die

Suche nach Partnern außerhalb der eigenen Region erfordert.

Hohe Qualifikationen der Mitarbeiter kennzeichnen erfolgreiche

Unternehmen

Die Anknüpfung an innovative Prozesse basiert auf der Fähigkeit der Unternehmen, neue

Entwicklungen aufzunehmen und in entsprechende Produkte umzuwandeln. Die Wahrnehmung

dieser Kompetenz läßt sie als Kooperationspartner attraktiv werden und schließt sie im Zuge

der Zusammenarbeit in diese Entwicklungen ein. Mit der zunehmenden Komplexität und

Technologieintensität der Produkte und neuen Entwicklungen kommt den Kompetenzen der

Belegschaften eine besondere Bedeutung zu (siehe Abb. 13). Erfolgreiche Unternehmen

zeichnen sich durch einen hohen Anteil von etwa 40% der Mitarbeiter aus, die eine Fach- oder

Hochschulbildung erfolgreich absolviert haben; bei den Restrukturierungsunternehmen liegt

dieser Anteil deutlich niedriger.


Dabei ist bemerkenswert, dass bei den Erfolgsunternehmen dieser Anteil zwischen den

zentralen und peripheren Räumen kaum voneinander abweicht. Auch bei den

Restrukturierungsunternehmen ist beim Vergleich mit den Erfolgsunternehmen die Tendenz zu

niedrigeren Anteilen von Mitarbeitern mit höheren und höchsten Bildungsabschlüssen

einheitlich. Die Erfolgs- und Restrukturierungsbedingungen unterscheiden sich offensichtlich

kaum entsprechend der Lage in zentralen und peripheren Regionen. In jedem Falle sind hohe

Anteile hochqualifizierter Mitarbeiter ein wesentliches Merkmal erfolgreicher Unternehmen. Die

Krisenunternehmen an zentralen Standorten zeigen aber mit dem höchsten Anteil an Fach- und

Hochschulabsolventen auch, dass die formale Qualifikation nicht allein entscheidend ist. Es geht

auch um die Bereiche der Qualifikationen und unternehmerischer Aktivitäten sowie um die

betrieblichen Organisationsformen und nach wie vor um die Platzierung im Marktgeschehen.

Für den Erfolg der Unternehmen ist auch die Flexibilität der Betriebe bei gleichzeitig hoher

Kompetenz der Mitarbeiter wesentlich. Eine Betrachtung der Qualifikationsstrukturen in

Abhängigkeit von der Betriebsgröße (siehe Abb. 14) zeigt steigende Anteile der Beschäftigten

mit Fach- und Hochschulabschluß bei Unternehmen mit weniger als 30 Beschäftigten; hier

gehören mehr als 40% der Arbeitnehmer der Gruppe der Hoch- und Höchstqualifizierten an.

Mit zunehmender Anzahl der Beschäftigten sinkt auch der Anteil dieser Personengruppe.

Dieser Tendenz zu kleineren Unternehmen mit hochqualifiziertem Personal als Merkmal

erfolgreicher Unternehmen wird in vergleichbarer Weise in zentralen und peripheren Räumen

gefolgt. Die Anteile bei Betrieben mit weniger als 30 Beschäftigten und bei solchen mit mehr

als 80 Beschäftigten entsprechen einander, und auch die Werte bei den Unternehmen die 30

bis 80 Personen beschäftigen folgen dieser Tendenz.


Hochqualifizierte Mitarbeiter finden sich in erfolgreichen Unternehmen

in gleicher Weise in zentralen und peripheren Räumen

Unterschiedliche Entwicklungen in zentralen und peripheren Räumen sind deshalb nicht durch

die Qualifikationsstrukturen zu erklären. Erfolgreiche oder sich in der Restrukturierung

befindliche Unternehmen müssen in beiden regionalen Konstellationen den Bedingungen von

Innovation und wirtschaftlichem Erfolg folgen. Die Kompetenz der Belegschaften wird so

unabhängig vom Standort zu einer wesentlichen Dimension der Unternehmensentwicklung.

Auch an eher peripheren Standorten können Betriebe solches Personal anwerben, die eine

Anknüpfung an dynamische Prozesse ermöglichen. Der Erfolg oder die Restrukturierung der

Unternehmen ist insofern nicht grundlegend durch den Standort definiert, sondern durch die

Fähigkeit die erforderlichen Qualifikationsstrukturen in den Belegschaften zu bilden.

Die Unterschiede bei der Kooperationsorientierung und die anzutreffenden geringer

ausgeprägten internationalen Zusammenarbeiten von Erfolgsunternehmen in peripheren

Regionen stellt jedenfalls keinen Zusammenhang zu den Belegschaftsqualifikationen her. Hier

zeigen sich Standortvorteile der zentralen Regionen, die von potentiellen

Kooperationspartnern wegen des gebildeten Profils und der anzutreffenden

Konzentration spezifischer industrieller und Forschungskompetenz die Aufmerksamkeit

auf sich ziehen. Gleichzeitig bildet der höhere Unternehmensbesatz in diesen Regionen auch

günstigere Bedingungen für vielseitige Nutzungen der Belegschaftskompetenzen bei

Kooperationen innerhalb der Regionen wie auch mit Partnern in anderen Regionen. Es stellt

sich in zentralen Regionen ein dahingehender Vorteil ein, dass die Agglomeration von Betrieben

mit sich ergänzender Kompetenz größere Möglichkeiten für vielseitiges Wahrnehmen von

wirtschaftlichen und innovativen Chancen bieten.


4. Effekte der Unternehmensentwicklungen und ihre Bedingungen:

Betriebsgröße und Belegschaftskompetenz

Eine Betrachtung der Unternehmensentwicklungen im Bezug zu ihrer Mitarbeiterzahl und zu

den verschiedenen Regionen kann helfen, diese Standorteffekte in ihren Zusammenhängen

präziser zu bestimmen. Dabei stellt sich erneut eine weitgehende Vergleichbarkeit der

verschiedenen Unternehmenstypen und ihrer Beschäftigungsgewinne bzw. –verluste ein (siehe

Abb. 15). Erfolgreiche innovative Unternehmen außerhalb zentraler Standorte zeigen keine

geringeren Werte bei den Beschäftigungsgewinnen, als dies in den Zentren der Fall ist. In den

vorliegenden Beispielen liegen sie sogar etwas höher. Die Beschäftigungsverluste sind hingegen

bei den Restrukturierungs- und Krisenunternehmen höher als an zentralen Standorten.

An zentralen Standorten sind Unternehmen mit positiven

Beschäftigungseffekten häufig größer

Wesentlicher als die Kurvenverläufe bei den Beschäftigungsentwicklungen erfolgreicher

Unternehmen sind allerdings die erfaßten Größenordnungen. Bei den Betrieben außerhalb

zentraler Standorte enden diese bei wesentlich niedrigeren Werten. Während erfolgreiche

Neugründungen an den zentralen Standorten bis ca. 120 Beschäftigte erfaßt wurden, endet die

Kurve bei denjenigen in eher peripheren Regionen etwa bei der Hälfte diese Größe. Diese

Größenverhältnisse zeigen sich auch bei den erfolgreichen Unternehmensausgründungen aus

früheren Kombinaten; hier wurden an den zentralen Standorten Betriebe bis ca. 220

Beschäftigte erfaßt, während außerhalb dieser Regionen die Größenordnungen im wesentlichen

bei der Hälfte enden.

Diese Ergebnisse der erfaßten Unternehmen spiegeln auch die realen Verhältnisse wieder. An

den zentralen Standorten sind größere Betriebe anzutreffen. Auf der Grundlage dieser

größeren Anzahl von Beschäftigten werden in zentralen Regionen selbst dann mehr positive

Effekte erzielt, wenn die relativen Beschäftigungsgewinne niedriger ausgewiesen werden. In der

Verbindung mit dem größeren Unternehmensbesatz und der ausgeprägteren

Gründungsdynamik an den zentralen Standorten kommt so durch die höhere Anzahl von

Unternehmen und die größere Zahl von Beschäftigten in den Betrieben innerhalb dieser

Regionen auch eine günstigere Entwicklung zustande. Gleichzeitig zeigen sich in den eher

peripheren Regionen überdurchschnittlich hohe Beschäftigungsverluste bei Restrukturierungsund

Krisenunternehmen, die in der Größenordnung denen an zentralen Standorten


entsprechen.

Mit dieser Konstellation werden die erfolgreichen innovativen Unternehmen außerhalb der

zentralen Standorte wegen der quantitativen Dominanz der negativen

Unternehmensentwicklungen nicht wahrgenommen. Den vorhandenen

Innovationspotentialen in peripheren Räumen fällt somit die Profilierung deutlich

schwerer, und die Wahrnehmung ihrer Entwicklungen und Leistungsfähigkeiten ist

deutlich geringer. Hingegen sind die zentralen Standorte von der Agglomeration der

Potentiale begünstigt, ohne dass die jeweiligen betrieblichen Effekte höher ausfallen müssen.

Die Restrukturierung und Modernisierung der Industriestruktur Ostdeutschlands droht dann

mit der Konzentration auf die Zentren innovative Optionen außerhalb dieser Regionen weniger

intensiv wahrzunehmen und zu nutzen.

Kleine Erfolgsunternehmen haben die höchsten

Durchschnittsqualifikationen bei ihren Mitarbeitern

Die Entwicklungen innovativer Unternehmen sind unmittelbar mit den verfügbaren

Kompetenzen und den Qualifikationsstrukturen der Belegschaften verbunden. Erst die

Fähigkeiten der Mitarbeiter lassen die Unternehmen zu leistungsfähigen Akteuren werden. In

diesem Zusammenhang spielen nicht nur der Anteile der Fach- und Hochschulabsolventen eine

wichtige Rolle für die Entwicklungen der Unternehmen, sondern der konkrete Anteil der hochund

höchstqualifizierten Arbeitnehmer verändert sich mit der Größe der Unternehmen und den

Unternehmenstypen.

Es ist bemerkenswert, dass der Anteil der Fach- und Hochschulabsolventen an den

Belegschaften der Erfolgsunternehmen deutlich höher ist, als dies bei den Restrukturierungsund

Krisenunternehmen der Fall ist (siehe Abb. 16). Auch wenn bei allen Unternehmenstypen

eine einheitliche Tendenz zu einem besonders hohen Anteil dieser Beschäftigtengruppe bei den

kleinen und kleinsten Unternehmen anzutreffen ist, so zeigen sich zwischen den Unternehmen

deutliche Unterschiede. Erfolgreiche Unternehmen beginnen auf einem Niveau, bei dem fast

alle Mitarbeiter zur Gruppe der Hoch- und Höchstqualifizierten zählen. Selbst wenn diese

Anteile mit zunehmender Zahl der Mitarbeiter sinkt, bleibt der Wert doch deutlich höher als

bei den Restrukturierungs- und Krisenunternehmen.


In den zentralen Regionen zeigt sich deutlich, dass neugegründete Erfolgsunternehmen mit 100

Mitarbeitern der Anteil der Fach- und Hochschulabsolventen noch immer ein so hohes Niveau

ausweisen, das Restrukturierungs- und Krisenunternehmen lediglich bei zehn Mitarbeitern oder

weniger erreichen. An diesen Standorten liegt auch bei erfolgreichen Ausgründungen der Anteil

dieser Arbeitnehmergruppe konstant auf etwa dem Doppelten des Niveaus der weniger

erfolgreichen Unternehmen. Dieser hohe Anteil von hoch- und höchstqualifizierten Mitarbeitern

an den Belegschaften wird auch durch die Werte von Unternehmen an eher peripheren

Standorten bestätigt; hier zeigt sich vor allem eine eindeutige Differenzierung zu den

Krisenunternehmen.

Unternehmen in peripheren Regionen können die erforderlichen

Mitarbeiterqualifikationen ansammeln

Damit können erfolgreiche Unternehmen in eher peripheren Regionen ähnlich hohe

Durchschnittsqualifikationen ihrer Belegschaften ausweisen, wie dies bei den Unternehmen in

zentralen Regionen der Fall ist. Trotz der unterschiedlichen regionalen Situation gelingt es

diesen Unternehmen mithin, die für den wirtschaftlichen Erfolg und wachsende Belegschaften

erforderlichen Mitarbeiter anzuwerben. Die unterschiedlichen regionalen Konstellationen führen

nicht zu abweichenden Qualifikationsstrukturen der Belegschaften. Innerhalb der Unternehmen

können auch hier die notwendigen Kompetenzen aufgebaut werden, die sie für eine Teilhabe

an innovativen Prozessen qualifiziert und im Bereich der Anwendung neuer Technologien in

eine ähnliche Situation stellt wie dies bei den Unternehmen in zentralen Regionen der Fall ist.

Beim Vergleich der Unternehmensentwicklungen und Belegschaftsstrukturen in Unternehmen

an zentralen und peripheren Standorten wird aber nicht nur die übereinstimmende Bedeutung

der hoch- und höchstqualifizierten Arbeitskraft deutlich, sondern außerdem werden die

Zusammenhänge zwischen der Durchschnittsqualifikation der Mitarbeiter und der

Unternehmensentwicklung klar. Ein Vergleich der Entwicklung bzw. der Kurve der

Beschäftigungsgewinne mit der Kurve der Anteile der hoch- und höchstqualifizierten

Arbeitnehmer an den Belegschaften weist eine beeindruckende Übereinstimmung auf. Die

unterschiedlichen Standortbedingungen haben keinen Einfluß auf die

Unternehmensentwicklung.


Unternehmen mit höheren Durchschnittsqualifikationen der Mitarbeiter

schaffen mehr neue Arbeitsplätze

Gelingt es den Unternehmen eine hohe Qualifikationsstruktur ihrer Belegschaften herzustellen

und gleichzeitig mit marktfähigen Produkten und Dienstleistungen auf Nachfrage zu stoßen,

dann können sich diese Unternehmen in vergleichbarer Weise entwickeln. Diese Konstellation

entspricht mit dem Bezug zur Qualifikation der Mitarbeiter auch der Unternehmenskompetenz,

die erforderlich ist, um durch Kooperationen an Entwicklungen außerhalb des eigenen

Standortes anzuknüpfen. Hohe Qualifikationen der Mitarbeiter können so auch an peripheren

Standorten zu positiven Beschäftigungsentwicklungen beitragen und mit wachsender

Unternehmensgröße auch Arbeitsplätze im Qualifikationsbereich der Facharbeiter schaffen und

stabilisieren.

Die Bedingungen erfolgreicher Unternehmensentwicklungen und ihrer Beschäftigungswirkungen

werden vor allem durch die Kompetenz und die Akzeptanz als Kooperationspartner gebildet.

Die Frage des Standortes ist für die Unternehmensentwicklung offensichtlich von geringerer

Bedeutung. Die im Vergleich zu den zentralen Regionen - geringere Dynamik an den eher

peripheren Standorten ist deshalb vor allem durch die geringere Unternehmensdichte und die

geringere Anzahl erfolgreicher Unternehmen, aber nicht durch die Bedingungen und deren

Umsetzung in Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung zu erklären.

Diese Entsprechung der Erfolgsunternehmen an verschiedenen Standorttypen und deren

Entwicklung bildet für die zentralen Regionen kein Problem und zeigt für die peripheren

Standorte Entwicklungschancen auf. Für den Restrukturierungsprozess in Ostdeutschland und

den wirtschaftlichen Aufschwung bedeutet dies, dass auch in peripheren Regionen

technologiebasierte Innovationen möglich sind und diese Optionen für die Entwicklung in

den Neuen Bundesländern insgesamt verstärkt genutzt werden können. Der Schlüssel zu

solchen Prozessen ist offensichtlich in einer anhaltenden Pflege der

Belegschaftsqualifikationen und der beständigen Ergänzung durch Neueinstellungen zu

finden.

5. Belegschaftskompetenz und Unternehmensorientierungen:

Weiterbildungsaktivitäten und Entwicklung der

Belegschaftsstrukturen

Erfolgreiche Unternehmen sind stärker auf Weiterbildung und nichttechnische

Kompetenzen orientiert


Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden sich hinsichtlich der Durchschnittsqualifikation der

Belegschaften wie auch mit Blick auf die Bedeutung, die den Qualifikationen der Mitarbeiter

für die Unternehmensentwicklung zugemessen wird. Die Weiterbildungsaktivitäten der

Unternehmen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich des Erfolges der Unternehmen und

variieren nach den unterschiedlichen Standortbedingungen (siehe Abb. 17).

Erfolgsunternehmen liegen mit ihren Weiterbildungsaktivitäten auf etwa dem dreifachen Niveau

der Krisen- und Restrukturierungsunternehmen. Dabei fällt auf, dass die Erfolgsunternehmen

in allen Bereichen mehr Aktivitäten realisieren, als dies bei den anderen Unternehmenstypen

anzutreffen ist.

Dabei ist auch die starke Orientierung auf Kompetenzen in den kaufmännischen und

Managementbereichen auffällig. Während diese Kenntnisse bei in bis zu 84% der

Erfolgsunternehmen beständig modernisiert werden, liegt der Anteil bei den Restrukturierungsund

Krisenunternehmen zwischen 7% und ca. 17%. Damit liegen diese Kenntnisse in den

Erfolgsunternehmen deutlich vor den technischen Bereichen, während die bei den Krisen- und

Restrukturierungsunternehmen umgekehrt ist; in den Unternehmen dieser Typen überwiegt das

Vertrauen auf die technischen Kenntnisse oder andere Bereiche (z.B. Sprachen, EDV). Aber

selbst dann liegt das konkrete Weiterbildungsengagement der Erfolgsunternehmen mit ca. 60%

der Unternehmen deutlich über dem der anderen Unternehmenstypen mit ca. 20%.

Weiterbildung mit einem besonderen Akzent auf den kaufmännischen und

Managementbereichen charakterisiert die erfolgreichen Unternehmen. In dieser Hinsicht

treten zwischen den Erfolgsunternehmen in zentralen und eher peripheren Regionen

kaum Unterschiede auf. Auch bei den Restrukturierungs- und Krisenunternehmen zeigen sich

mit deutlich niedrigeren Weiterbildungsaktivitäten in den verschiedenen Regionen vergleichbare

Tendenzen. Diese übereinstimmenden Ergebnisse bei der Differenzierung nach dem

Unternehmenserfolg und den Regionaltypen setzt sich nicht so eindeutig fort, wenn nach den

Betriebsgrößen unterschieden wird (siehe Abb. 18). Während in den zentralen Regionen mit

zunehmender Anzahl der Mitarbeiter die Weiterbildungsaktivitäten in den Unternehmen

zunehmen, ist das bei den Unternehmen in eher peripheren Regionen umgekehrt.

An zentralen Standorten treffen mehr kompetenzorientierte

Erfolgsunternehmen aufeinander


Die hohe Anzahl von erfolgreichen Unternehmen in zentralen Regionen und die häufig größeren

Betriebe lassen an diesen Standorten auch eine andere Situation in der Kompetenzentwicklung

entstehen. Die häufigen Weiterbildungsaktivitäten der erfolgreichen und größeren Unternehmen

an zentralen Standorten bewirken auch eine regionale Agglomeration von Betrieben mit

entsprechenden Kompetenzen. Selbst wenn zwischen den erfolgreichen Unternehmen kaum

Unterschiede entsprechend ihrer Standorte bestehen, dann bewirkt die Unternehmensdichte

und die Häufigkeit solcher Kompetenzen in zentralen Regionen ein Gefälle zwischen den

verschiedenen Regionaltypen. In peripheren Regionen sind erfolgreiche größere Unternehmen

mit intensiver Pflege der Mitarbeiterkompetenz durch beständige und häufige

Weiterbildungsaktivitäten eher selten anzutreffen.

Damit entsteht trotz vergleichbarer Entwicklungszusammenhänge in den Betrieben

durch das Arrangement aus Unternehmenstypen und Unternehmensgrößen in

verschiedenen Regionaltypen eine standortspezifisch unterschiedliche Situation. Als

Ausgangsbedingung für weitere Entwicklungen sind die zentralen Regionen durch ihre

Agglomeration günstiger Bedingungen und erfolgreicher Unternehmen in einer begünstigten

Position. Innovative industrielle Entwicklungen und deren Platzierung auf den Märkten können

dann auf vielseitigere Kompetenzen zurückgreifen und auf positive Erfahrungen aufbauen und

solange fortsetzen, wie diese Defizite in den eher peripheren Regionen weiterbestehen und

nicht kompensiert werden.

Moderne Kompetenzen werden in Erfolgsunternehmen durch

Neueinstellungen beständig gesteigert

Mit den unterschiedlichen Arrangements in den verschiedenen Regionaltypen und der Situation

bei der Weiterbildung kommt für einen Anschluss eher peripherer Regionen an die

verschiedenen innovations- und technologiebasierten Entwicklungen den Neueinstellungen von

Mitarbeitern und den dabei angestrebten Qualifikationsbereichen besondere Bedeutung zu.

Entsprechend der Unterschiede bei den Wachstumsdynamiken der verschiedenen

Unternehmen stellt sich bei den Erfolgsunternehmen die stärkste Orientierung auf eine

Kompetenzsteigerung der Belegschaften durch Neueinstellungen her. Entsprechend ihrer


Entwicklungssituation suchen die Krisen- und Restrukturierungsunternehmen deutlich seltener

nach einer Veränderung durch kompetente Neueinstellungen.

Diese Tendenzen sind an zentralen und peripheren Standorten ähnlich stark ausgeprägt (siehe

Abb. 19 und Abb. 20). Während etwa zwei Drittel der Erfolgsunternehmen Neueinstellungen

in den kaufmännischen und Managementbereichen anstreben, ist es nur noch jedes fünfte

Restrukturierungsunternehmen und etwa jedes siebte Krisenunternehmen. Dabei spielt

sicherlich auch das Selbstbewußtsein der Unternehmensleitung in Erfolgsunternehmen eine

wichtige Rolle, während in Restrukturierungs- und vor allem in Krisenunternehmen neue

Kompetenz in diesen Bereichen als häufig als Konkurrenz zur und Kritik an der bisherigen

Geschäftsführung wahrgenommen wird. Ähnliche Unterschiede zu Neueinstellungen zeigen sich

auch bei den eher technischen Kompetenzen. Hier stellen Erfolgsunternehmen

erwartungsgemäß eher neues Personal ein; auffällig ist aber, dass in diesen Bereichen auch die

anderen Unternehmenstypen offener gegenüber neuem Personal sind.

Damit kommt es bei den verschiedenen Unternehmenstypen aber auch zu deutlichen

Unterschieden hinsichtlich der Dynamik und deren Grenzen. Während sich die erfolgreichen

Unternehmen neues Wissen und neue Kompetenzen beständig durch Neueinstellungen

zugänglich machen können, ist dies bei den anderen Unternehmen kaum der Fall und

wird auch nur von einer kleinen Gruppe von etwa 20% angestrebt. Die Unternehmen

unterscheiden sich deshalb nicht nur in ihren aktuellen Situationen sondern auch in ihren, durch

die Personalentwicklung charakterisierten Zukunftschancen.

Kleine Unternehmen suchen vor allem hochqualifizierte Mitarbeiter

Bei der Betrachtung der Unternehmensgrößen fallen erneut Unterschiede entsprechend der

Anzahl der Mitarbeiter auf. Die Unternehmen mit weniger als 30 Mitarbeitern weisen mit ca.

90% den höchsten Anteil von Unternehmen aus, die nach Neueinstellungen streben, bei den

Unternehmen mit 30 bis 80 Beschäftigten sinkt der Anteil auf etwa 45%, um dann bei den

größeren auf zwei Drittel der Unternehmen zu steigen. Bemerkenswert ist auch die

Orientierung der kleinen und kleinsten Unternehmen (weniger als 30 Beschäftigte) auf

wissenschaftlich-technische Qualifikationen im Falle der Neueinstellungen. Die Nachfrage nach

kaufmännischen und Managementqualifikationen steigt mit der Anzahl der Beschäftigten und

weist bei solchen Betrieben mit mehr als 80 Mitarbeitern die höchsten Werte aus.


Diese Unterschiede zwischen den verschiedenen Betriebsgrößen weisen bei den verschiedenen

Regionaltypen einheitliche Tendenzen aus. Die Orientierungen auf Neueinstellungen und die

dabei gesuchten Qualifikationen weisen keine Unterschiede entsprechend der Standorte aus.

Die Unternehmensgruppen deuten auf weitestgehend übereinstimmende Verhaltensweisen hin,

die mit den Anzahlen der Beschäftigten oder der konkreten Geschäftssituation der

Unternehmen zusammenhängt; sie weisen aber keine Bezüge zu Standortunterschieden auf.


Zentrale Standorte sind erneut durch Agglomerationseffekte begünstigt

Damit kommt den regionalen Arrangements erneut eine wesentliche Bedeutung zu.

Unternehmensbesatz, bestehende Belegschaftskompetenz und Unternehmensgrößen sind für

die regionale Entwicklung grundlegend. In den eher peripheren Regionen werden die

Entwicklungsrückstände nicht aufgeholt oder aber verstetigt, solange hier kaum erfolgreiche

größere Unternehmen anzutreffen sind. Die erfolgreichen kleinen und kleinsten Unternehmen

mögen zwar in ihren Entwicklungen den Vergleichsunternehmen an zentralen Standorten

entsprechen, aber sie sind nicht hinreichend für eine regionale Dynamik, die die

Entwicklungsunterschiede ausgleichen könnte.

Die verschiedenen Standorte, die sich aus diesen Unternehmens- und Branchenarrangements

bilden, können zu einem starken Gefälle bei den anzutreffenden Belegschaftskompetenzen

führen. Neue Innovationsmöglichkeiten werden deshalb in zentralen Orten eher auf

geeignete Konstellationen treffen und dort zu entsprechenden Entwicklungen führen, als

dies in eher peripheren Gebieten der Fall ist. Die wesentlichen Entwicklungsunterschiede

werden sich deshalb mit zunehmender Innovations- und Technologieintensität der

Entwicklungen zeigen.

6. Zur Bedeutung von Innovation für Unternehmensentwicklung

und Beschäftigung: Konstitution und Funktionsweise regionaler

Innovationsnetzwerke

Beschäftigungseffekte in Netzwerken sind günstiger

Zentrale Standorte bieten über die Konstellationen für die Nutzung neuer Technologien hinaus

auch günstige Möglichkeiten für die lokale und regionale Netzwerkbildung. Der höhere

Unternehmensbesatz bewirkt eine Dichte innovativer Kompetenzen, die intensivere

Kooperationen zwischen verschiedenen Branchen, Unternehmensgrößen und Orientierungen

ermöglichen. Ob Netzwerke allerdings konkrete Effekte für die beteiligten Unternehmen und

deren gemeinsamen Standort hervorbringen können, zeigt sich erst bei der Analyse der

Beschäftigungswirkungen und der Konstitution eines konkreten Netzwerkes.


Im Fall des identifizierten Netzwerkes innovativer Unternehmen kommt es bei allen Beteiligten

insgesamt zu einer leichten Beschäftigungssteigerung von 4,5% seit der Gründung der

Unternehmen (siehe Tab. 2). Dieses bescheidene Wachstum an Arbeitsplätzen wiegt erst beim

Vergleich mit den Gesamtentwicklungen in Ostdeutschland und den verschiedenen

untersuchten industriellen Sektoren. Während es im Rahmen dieses Netzwerkes immerhin

gelingt, die Beschäftigung stabil und in geringem Umfange wachsen zu lassen, weist die

Industrie Ostdeutschlands und der verschiedenen Sektoren deutliche Schrumpfungen aus. Die

Erfolgsunternehmen wachsen um ca. 60%, die Restrukturierungsunternehmen sind mit einem

Beschäftigungsverlust von ca. 3% nahezu stabil und auch die wenigen im Netzwerk

anzutreffenden Krisenunternehmen sind mit Arbeitsplatzabbau von ca. 32% noch weit von der

Dramatik entfernt, die in den verschiedenen Branchen anzutreffen war (siehe zum Vergleich

Abb. 9).

Erfolgreiche und stabilisierte Unternehmen werden im Netzwerk verbunden

Betrachtet man die Konstitution des Netzwerkes genauer, so fällt die ausgewählte Struktur der

beteiligten Unternehmen auf (siehe Abb. 4). Den größten Anteil an der Netzwerkteilnehmer

stellen die Erfolgsunternehmen mit 60,6%, gefolgt von 30,3% Restrukturierungsunternehmen

und lediglich 9,1% Krisenunternehmen. Entspricht der Anteil an Erfolgsunternehmen noch

weitgehend den Anteilen dieser Gruppe in den zentralen und peripheren Regionen, so liegt der

Anteil der nahezu beschäftigungsstabilen Restrukturierungsunternehmen auf etwa dem

doppelten bis dreifachen Niveau und die Beteiligung der Krisenunternehmen liegt lediglich bei

drei bis vier Zehntel ihrer sonstigen Anteile an der Gesamtzahl der Unternehmen (siehe zum

Vergleich Abb. 4).

Damit wird eine faktische Selektivität hinsichtlich des wirtschaftlichen Erfolges bzw. der

Stabilität der Unternehmen deutlich sichtbar. Das regionale Netzwerk schließt vor allem solche

Betriebe ein, die sich in ihrer Entwicklung und mit ihren Kompetenzen am Markt behauptet

haben; in dieser Konstellation können Beiträge zur Restrukturierung der Betriebe in der Region

geleistet und einzelne Krisenunternehmen mit ihren Kompetenzen an dem Arrangement beteiligt

werden, aber im wesentlichen bleiben die Unternehmen mit positiver Entwicklungsperspektive

unter sich. Unter diesen Bedingungen wird die Entfaltung vergleichbarer Entwicklungen

in solchen Regionen, in denen keine hinreichende Anzahl wirtschaftlich erfolgreicher


zw. stabiler und innovativ kompetenter Unternehmen anzutreffen ist, außerordentlich

schwierig. Den wenigen geeigneten Akteuren fehlen die erforderlichen Partner.

Vielseitige Beteiligung unterschiedlicher Branchen kennzeichnet das

erfolgreiche Netzwerk

Gleichzeitig fällt aber der trans-sektorale Charakter des Netzwerkes auf. Als stärkste Branche

ist mit 33% der Unternehmen die Medizin-, Meß- und Regeltechnik im Netzwerk anzutreffen.

Das zweite Drittel wird mit ca. 18% durch die Nachrichtenübermittlungs- und

Telekommunikationstechnik und mit ca. 15% ist der Maschinenbau vertreten. In das

verbleibende Drittel teilen sich fünf Branchen: Glas- und Keramikindustrie, Metallerzeugung

und -bearbeitung, Metallerzeugnisherstellung, Dienstleistung für Unternehmen und die

Umwelttechnik. Die günstige Entwicklung des Netzwerkes ist deshalb auch durch die

Heterogenität des Netzwerkes und die wechselseitige Ergänzung der Unternehmen

gekennzeichnet. Durch den unzureichenden Branchenmix der Standorte als Folge der vor 1990

etablierten Industriestrukturen, hat die Problematik der meisten Standorte Ostdeutschlands

insofern weitreichende und lange andauernde Folgen.

Die wirtschaftliche Tätigkeit kann kaum außerhalb der bestehenden Kompetenzen und davon

getrennt realisiert werden. Grundlage der Entwicklungen, Netzwerke und

Innovationsprozesse sind deshalb noch immer die hier entstandenen Strukturen, die nur

langsam durch Strukturwandel verändert werden können. Periphere Regionen haben

zudem das Problem, dass sie wegen des mangelnden Unternehmensbesatzes keinen

hinreichenden Branchenmix erreichen und deshalb in doppelter Weise bei der Bildung

attraktiver Netzwerke negativ betroffen sind: sie haben zu wenige erfolgreiche oder stabile

Unternehmen und sie haben keine charakteristische industrielle Kompetenz.

Unternehmensgründungen ergänzen die bestehenden

Unternehmenskompetenzen im Netzwerk

Schließlich fällt bei der Konstitution des Netzwerkes auch der mit ca. 42% hohe Anteil von

Unternehmensneugründungen innerhalb des Netzwerkes auf. Solche Arrangements bedürfen

offensichtlich nicht nur der Kompetenz der Ausgründungen aus den ehemaligen Kombinaten


und deren trans-sektoraler Kooperation, sondern die Ergänzung durch neue Unternehmen, die

spezifische Beiträge leisten und sich in diesem Zusammenhang erfolgreich etablieren, ist für den

Erfolg solcher Arrangements und ihre regionalen Effekte wesentlich. Eine entsprechende

Gründungsdynamik kann dann wesentliche Beiträge zur Bildung solcher Netzwerke leisten und

die strategisch wesentlichen Verknüpfungen zwischen den bereits früher etablierten Akteuren

und zwischen den bestehenden industriellen Kompetenzen und neuen Anwendungen und

Technologien herstellen.

Die Branchenstruktur der Standorte und die Dichte der Unternehmen wird dann zu einer

wesentlichen Bedingung für die Unternehmensneugründungen und ihre Integration in die

innovativen Netzwerke erfolgreicher und stabiler Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen.

Diese Konstitution des Netzwerkes stellt an viele zentrale Standorte hohe Ansprüche, kann

aber in den eher peripheren Regionen kaum eigenständig erfüllt werden. Die

Unternehmensneugründungen zeigen stets eine enge Beziehung zu den bereits existierenden

Strukturen der Standorte, fehlen hier die Voraussetzungen dann fehlen auch weitgehend die

Bedingungen zur Netzwerkbildung und darüber hinaus wird einer entsprechenden

Gründungsdynamik mit der Ergänzung durch zusätzliche industrielle und innovative

Kompetenzen die Grundlage entzogen.


Die Unternehmensausgründungen aus ehemaligen Kombinaten bilden die

Zentren der Netze

Die Bedeutung dieser konstitutiven Elemente des Netzwerkes wird bei seiner Funktionsweise

deutlich. Bei den Beziehungen zwischen Unternehmen zeigt sich die Konzentration auf

Betriebe, die aus früheren Kombinaten ausgegründet worden sind (siehe Tab. 3); etwa 75%

dieser Beziehungen zwischen Unternehmen richten sich auf solche Konstellationen. Nur ca.

20% der Beziehungen zwischen Unternehmen finden zwischen Neu- und Ausgründungen;

zwischen den Neugründungen finden solche Kooperationen kaum statt.

Auch die Schwerpunkte solcher Unternehmenskontakte charakterisieren sehr deutlich die

Rolle der Unternehmensneugründungen innerhalb des Netzwerkes. Reichlich zwei Drittel

dieser Beziehungen zwischen neu- und ausgegründeten Unternehmen finden sich im

Bereich von Forschung und Entwicklung. Die Neugründungen liefern zum Netzwerk

insgesamt kaum Beiträge bei der Produktion oder dem Vertrieb. Die innovativen Netzwerke

bilden sich auf der Grundlage der früher etablierten Strukturen und bemühen sich diese durch

neue zusätzliche Aktivitäten zu ergänzen. Neugründungen liefern aber keine neuen

eigenständigen Netzwerkkomponenten, sondern haben eine wichtige Rolle bei der Ausdehnung

innovativer Potentiale des Netzwerkes und des Standortes.

Die Kooperationsbeziehungen zwischen Erfolgsunternehmen mit

unterschiedlichen industriellen Kompetenzen prägen das Netzwerk

Über diese Kooperationsstrukturen hinaus bleibt die Bedeutung des wirtschaftlichen Erfolges

und die Zusammenarbeit in den Bereichen von Forschung und Entwicklung für die Netzwerke

charakteristisch. Alle im Netzwerk realisierten Kooperationen sind entweder zwischen

Erfolgsunternehmen oder unter ihrer Beteiligung realisiert worden. Dabei betreffen ca. 64%

den Bereich von Forschung und Entwicklung und dominiert damit deutlich vor

gemeinsamen Aktivitäten in der Produktion; Kooperationen im Vertrieb bilden die

Ausnahme. Auch die Größe der Unternehmen ist von Bedeutung; etwa 80% aller

Kooperationen finden unter Beteiligung der Betriebe mit mehr als 80 Mitarbeitern statt, und

davon entfällt fast die Hälfte auf Aktivitäten, an denen ausschließlich Erfolgsunternehmen

beteiligt sind.


Die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe der Erfolgsunternehmen stellt ohnehin ca. 60% der

identifizierten Beziehungen dar und liegt damit weit vor derjenigen, die

Restrukturierungsunternehmen einbezieht (ca. 34%). Einheitlich überwiegt hier mit etwa zwei

Drittel der Aktivitäten der Bereich von Forschung und Entwicklung. Die wirtschaftliche

Dynamik der Unternehmen ist für die Kooperation in Produktion oder Vertrieb weniger

wichtig als die Tatsache, dass die innovative Kompetenz der Unternehmen gleichzeitig als

marktfähig anerkannt ist.

In diesem Zusammenhang kommt auch den konkreten Kooperationen und der

Zusammenarbeit über die Grenzen der Branchen hinweg besondere Bedeutung zu (siehe Tab.

4). Hier bestätigt sich zunächst erneut die Konzentration der gemeinsamen Aktivitäten auf

Forschung und Entwicklung bei trans-sektoralen wie auch intra-sektoralen Kooperationen.

Wesentlich ist aber die im Netzwerk bestehende Orientierung auf den Kompetenzmix.

In 71% der Fälle werden trans-sektorale Kooperationen realisiert. Die unterschiedlichen

industriellen Fähigkeiten konnten so zu neuen Zusammenhängen kombiniert und am Markt

platziert werden. Diese starke trans-sektorale Orientierung findet sich gleichmäßig in allen

Unternehmensgrößen und zeichnet so das Netzwerk und die Formen der Zusammenarbeit

weitgehend aus.

Zentrale Standorte weisen mehr Chancen für Netzwerke aus

Mit dieser Bedeutung der Kooperationen quer über die Industrien hinweg finden sich an den

Standorten besonders günstige Bedingungen, die durch verschiedene Branchen und deren

Bezüge zueinander charakterisiert sind. Monostrukturen oder aber Branchen, die wenig

Bezüge zur Nutzung der Kompetenzen anderer Industrien besitzen, stehen der Entfaltung einer

entsprechenden regionalen Entwicklungsdynamik entgegen. Deutlich schwieriger wird die

Situation in solchen Regionen, in denen der Unternehmensbesatz sehr dünn ist und die nur über

wenige Unternehmen mit unterschiedlichen, einander ergänzenden Branchen verfügen. Wegen

der Funktionsweise innovativer Netzwerke haben eher periphere regionale Situationen deshalb

kaum Chancen, solche Arrangements zu formen.


Die Bedeutung des wirtschaftlichen Erfolges bzw. der Stabilität für die Netzwerkbildung und

–beteiligung der Unternehmen an solchen sich verdichtenden Kooperationsformen schafft im

Laufe der Zeit eine zunehmende Differenzierung zwischen regionalen Situationen und

Entwicklungsbedingungen. Es ist weniger die Netzwerkbildung als solche, die dabei ins

Gewicht fällt, als die Tatsache, dass diese Konstellationen zu Synergie und wechselseitiger

Unterstützung führen. Die Bezüge erfolgreicher Unternehmen zu Partnern in anderen Regionen

nehmen vor allem in den Bereichen Produktion und Vertrieb zu. In diesen Bereichen fehlen

auch innerhalb des Netzwerkes die entsprechenden gemeinsamen Aktivitäten.

Die Netzwerkbildung führt so vor allem zu einer Steigerung der regionalen Kompetenz

in Forschung und Entwicklung, die eine Anbindung an Entwicklungen und Partner in

anderen Regionen eröffnet. Damit tragen diese erfolgreichen Unternehmen zu den innovativen

Entwicklungen insgesamt und zu innovativen Produkten auf den Märkten bei, sie sind aber

nicht in der Lage, diese Prozesse im Rahmen des eigenen Standortes wirtschaftlich umzusetzen.

Partner aus anderen Regionen erscheinen dann weiterhin als attraktiver. Die Fähigkeit zur

regionalen Kooperation in Forschung und Entwicklung begründet dann aber nach wie vor die

Reputation des Standortes und den Eintritt in wirtschaftlich interessante Verbindungen mit

Partnern an anderen Standorten in Westdeutschland oder im Ausland.

In eher peripheren Regionen behindert eine mangelnde Dichte von erfolgreichen

Unternehmen aus unterschiedlichen Industrien diese Dynamik. Deshalb können hier auch

nicht die positiven Effekte bei der wirtschaftlichen und Beschäftigungsentwicklung in den

Restrukturierungsunternehmen hervorgebracht werden. Trotz der Möglichkeit zu erfolgreichen

Unternehmensentwicklungen und ähnlichen Unternehmensstrukturen und -aktivitäten fehlen hier

weitestgehend die Bedingungen für das Funktionieren der Netzwerke und deren positive

regionale Wirkungen.


Fazit: Regionale Talente als Rahmenbedingung für die

regionaleArbeitsteilung

Die regionalen Entwicklungsmöglichkeiten unterscheiden sich durch die

Agglomeration innovativer Unternehmen

Die innovativen Potentiale und die wirtschaftlichen Situationen ermöglichen sowohl in den

zentralen Regionen Ostdeutschlands als auch in den eher peripheren Gebieten dynamische

Unternehmensentwicklungen mit deutlichem Beschäftigungswachstum. Die unterschiedlichen

Entwicklungen in den beiden Regionentypen sind nicht die Folge fehlender Bedingungen für die

einzelnen Betriebe. In den eher peripheren Regionen sind ebenso Erfolgsunternehmen

anzutreffen, wie an den zentralen Standorten – die Anzahl dieser Fälle und deren

räumliche Dichte unterscheidet diese grundlegend. Aber auch die verfügbaren

technologischen und innovativen Potentiale bewirken eine klare Unterscheidung zwischen den

Regionen und ihren möglichen Entwicklungen.

Die zentralen Regionen haben vor allem bei Industrie- und Unternehmensstrukturen,

Forschungspotentialen, Universitäten und Hochschulen deutliche Vorteile. Beteiligungen an

neuen Technologien und die Fähigkeit zur Bildung Innovationsinseln ist nur wenigen

Standorten vorbehalten. Vor allem der Forschungskompetenz in Industrie und öffentlichen

Instituten kommt dabei wesentliche Bedeutung für die Einwerbung von Forschungsprojekten,

den Erhalt von Forschungsförderungen oder der Kooperation mit westdeutschen oder

internationalen Partnern zu. Diese Kompetenzen sind es, die ausgewählte zentrale Standorte

in die Lage versetzen, Anschluß an den Stand der Forschung und die Spitze der Entwicklung

zu gewinnen - und in einigen Bereichen auch selbst herausragende Kompetenzen aufzubauen

und internationale Innovationsprozesse einzubringen (siehe Mikroelektronik in Dresden oder

Biotechnologie in Jena).

Zentrale Standorte haben aber außer der Chance zur hightech-basierten Innovation auch die

Möglichkeit zur Anwendung von neuen Technologien in fortgeschrittenen Industrien, die in den

verschiedenen Regionen bereits lange Traditionen haben (z.B. Optik, Meßtechnik,

Apparatebau, Medizintechnik, Maschinenbau). Hier finden sich dann sowohl die Potentiale für

neue, forschungsbasierte Ansätze der Innovation, wie auch die Möglichkeiten für die

erfolgreiche Restrukturierung und Modernisierung der bestehenden Industrien. Auch vor 1990

wurden an diesen Standorten die wesentlichen Innovationspotentiale konzentriert,


wenngleich der Branchen- und Unternehmensmix nicht denen moderner Standorte entsprach.

Diese Konstellationen können in den eher peripheren Regionen nicht hergestellt werden.

Allerdings fällt beim Vergleich der Bedingungen auf der Grundlage von

Unternehmensentwicklungen und –strukturen auf, dass außerhalb der zentralen Standorte

positive Entwicklungen möglich sind, die denen der Zentren entsprechen. Damit bestehen

außerhalb der zentralen Standorte erhebliche Möglichkeiten für innovative Prozesse auf der

Grundlage der Anwendung neuer Technologien in neuen Zusammenhängen und darüber hinaus

können auch eher periphere Regionen Innovationspotentiale zu den Entwicklungen in

Ostdeutschland beitragen.

Auch außerhalb der zentralen Standorte liegen Innovationspotentiale

So wird deutlich, dass die Bedingungen für technologie-basierte Innovationsprozesse einheitlich

sind und die verschiedenen Regionen durchaus in der Lage sind, für die erfolgreiche

Entwicklung einzelner Unternehmen, die erforderlichen Arrangements zu bilden. Die Art und

Weise, wie die identischen Bedingungen für Innovation und Erfolg erfüllt werden, weist auf die

Möglichkeiten von Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum in der Peripherie hin. Moderne

Entwicklungen müssen auf der Grundlage der Anwendungen neuer Technologien nicht

auf zentrale Standorte beschränkt bleiben, sondern an den durch Innovationsprozesse

induzierten Entwicklungsprozessen können auch ostdeutsche Regionen außerhalb der Zentren

teilnehmen.

Dabei beeindruckt die Fähigkeit erfolgreicher Unternehmen außerhalb der zentralen Standorte,

dass sie zum Aufbau von Belegschaften mit vergleichbar hoher Qualifikation in der Lage sind.

Die Nähe der zentralen Standorte zu den Universitäten und Hochschulen wirkt sich in diesem

Innovationsbereich – im Unterschied zu unmittelbar forschungsbasierten Innovationsprozessen

– nicht dahingehend aus, dass sie durch höhere Anteile von Personal mit Fach- und

Hochschulausbildung ausgewiesen sind. Sowohl mit Blick auf die formalen Qualifikationen als

auch bei den Qualifikationsbereichen (wie die stärkere Orientierung von Erfolgsunternehmen

auf kaufmännische und Managementbereiche) entsprechen sich die verschiedenen Regionen.

Auch die Pflege der Mitarbeiterqualifikationen durch Weiterbildungsmaßnahmen findet

unabhängig vom Standort in vergleichbarer Weise statt.


Regionale Dichte innovativer Regionen erhöht die Fähigkeit zur

Netzwerkbildung

Angesichts der Kompetenz der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter leuchtet schließlich auch

ein, dass die Kooperationsstrukturen der Erfolgsunternehmen einander weitgehend

entsprechen. Auch die Unterschiede zu den Restrukturierungs- und Krisenunternehmen

entsprechen den Strukturen der Unternehmen an zentralen Standorten. Die innovativen und

industriellen Kompetenzen der einzelnen erfolgreichen Unternehmen in eher peripheren

Regionen werden von Partnern an wirtschaftlich und technologisch stärkeren Standorten

wahrgenommen. Gleichwohl ist die Situation für Unternehmen, außerhalb der zentralen

Standorte Ostdeutschlands mit ihrer Kompetenz wahrgenommen zu werden, deutlich

schwieriger. Die größere Dichte innovativer Unternehmen an den zentralen Standorten

führt auch zu einer intensiveren, weil häufigeren Wahrnehmung ihrer Kompetenzen und

deren Vielfalt.

Agglomeration wird so zum Standortvorteil, weil die Regionen an den wirtschaftlichen und

technologischen Kompetenzen in anderen (zumeist westdeutschen) Regionen teilhaben können.

Gleichzeitig sind diese Bezüge durch die größere Anzahl und die spezifischen

Unternehmenskompetenzen vielseitiger und geben so ein umfassendes Bild von den zentralen

Standorten, das sich erst durch die Agglomeration bilden kann. Die Bedeutung der

regionalen Konzentration solcher differenzierter Standortkompetenzen für die

Entwicklung von Unternehmen und regionalen Wirtschaft zeigt sich in den Fähigkeiten

zur Netzwerkbildung. Konnten die eher peripheren Regionen zwar beim Vergleich der

Unternehmenstypen und individueller Bedingungen für industrielle Kompetenzen durchaus

vergleichbare Bedingungen herstellen, so endet diese Vergleichbarkeit mit der

Berücksichtigung von Unternehmensnetzwerken.

Innovative Netzwerke zeigen positive Wirkungen auf die Entwicklung von Wirtschaft und

Beschäftigung. Dabei kommt ihren vielseitigen Unternehmenskompetenzen eine wesentliche

Rolle zu. Die Möglichkeit zur Kooperation zwischen Unternehmen über verschiedene

Branchen hinweg setzt eine räumliche Nähe unterschiedlicher industrieller Konstellationen und

eine hinreichende Anzahl von Unternehmen voraus, um unter den potentiell möglichen

Kooperationen diejenigen Situationen zu entfalten, die sich mit ihren Resultaten wirtschaftlich


ewähren können. In den ostdeutschen Zentren tragen diese Arrangements zur wirtschaftlichen

Stabilität bei, wie umgekehrt vor allem Erfolgs- und Restrukturierungsunternehmen eine

Chance auf Beteiligung haben. Die größere Anzahl von Unternehmen an zentralen

Standorten eröffnet auch in diesem Zusammenhang mehr Chancen zur

Netzwerkbildung und der daraus resultierenden wirtschaftlichen und innovativen

Dynamik. Die eher peripheren Regionen haben in diesem Zusammenhang deutlich geringere

Chancen, die erforderlichen Voraussetzungen zu bilden und die Vorteile dieser Entwicklungen

zu nutzen.

Traditionelle Kompetenzen und neue innovative Möglichkeiten

kennzeichnen die zukünftige regionale Arbeitsteilung Ostdeutschlands

Damit zeigen sich in den innovativen Optionen Ostdeutschlands drei mit speziellen

Anforderungen an die Standorte verbundene Entwicklungsmöglichkeiten:

• Hightech-Innovationen sind vor allem an zentrale Standorte gebunden und können

kaum außerhalb dieser Bedingungen für die regionale Wirtschafts- und

Beschäftigungsentwicklung genutzt werden.

• Netzwerke als Grundlagen von technologie-basierten Innovationsprozessen

werden sich vor allem an zentralen Standorten finden, die eine hinreichende

Unternehmensdichte und günstigeren Branchenmix ausweisen.

• Innovationsprozesse, die auf der technologisch-industriellen Kompetenz einzelner

Unternehmen bei der Nutzung neuer Technologien beruhen, können auch außerhalb

der zentralen Standorte in eher peripheren Regionen realisiert werden und Effekte

erzeugen.

Damit entsteht eine deutliche Tendenz zu regionaler Differenzierung und Arbeitsteilung,

die zu wesentlichen Unterschieden in zukünftigen Entwicklungen führen dürfte. Zentrale

Standorte sind durch ihre Unternehmensdichte, die Verfügbarkeit der Forschungskompetenz

und die Netzwerkfähigkeit begünstigt. In peripheren Regionen können diese Bedingungen nicht

bzw. nicht kurzfristig hergestellt werden. Hier werden die Aktivitäten eher auf einzelne

wesentliche Unternehmen orientiert werden. Die zentralen Regionen werden Motor

möglicher innovationsorientierter Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung in

Ostdeutschland bleiben. Ihre Position wird sich sogar noch in dem Maße verstärken, wie die


Bedeutung innovativer Entwicklungen in modernen Volkswirtschaften zunimmt.

Mit diesen selektiven, die zentralen Regionen begünstigenden Tendenzen werden die

Möglichkeiten moderner Entwicklungen in peripheren Regionen schwierig. Darüber hinaus

bleibt aber auch das innovative Potential der Erfolgsunternehmen in diesen Regionen daran

gehindert, sich in die Entwicklungen ostdeutscher Netzwerke einzubringen und innerhalb von

Netzwerken einen Beitrag zu den ökonomisch interessanten Innovationsprozessen zu leisten.

Die Konstruktion der Standorte und deren Fähigkeit zur Integration der Potentiale eher

peripherer Regionen in die Netzwerke und Standortentwicklungen wird zu einer

wichtigen Voraussetzung für die Entfaltung von Synergie und Dynamik bei der

Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung.

Anforderungen an die politische Gestaltung

Diese Differenzierung regionaler Entwicklung und die Ansätze zu einer sich neu bildenden

regionalen Arbeitsteilung in Ostdeutschland stellen neue Anforderungen an die Politik der

Bundesländer und des Bundes. Es geht darum, die Modernisierung der Standorte fortzusetzen

und gleichzeitig die Bedingungen für einen Einstieg in die wissenbasierte Ökonomie zu

ermöglichen. Daraus ergeben sich eine Reihe spezifischer Anforderungen und anzustrebender

Ziele der Entwicklung, auf die mit dem geeigneten politischen Instrumentarium so reagiert

werden kann, dass dieser Prozess permanenter Innovation und andauernden Strukturwandels

befördert werden kann:

• Die unterschiedlichen Bedingungen und Möglichkeiten der zentralen und eher

peripheren Regionen und Standorte bedürfen einer gezielten Förderung. Außerhalb der

zentralen Standorte liegen andere Bedingungen vor, als dies in den Zentren der Fall ist.

Hier bedürfen die Unternehmen der Unterstützung, um an die innovativen Prozesse

entsprechend ihrer Kompetenzen angeschlossen zu werden. Die zentralen Regionen

ziehen die Aufmerksamkeit potentieller Partner als erste auf sich.

Die Identifikation und Entfaltung der vorhandenen Innovationspotentiale (ähnlich dem

InnoRegio-Wettbewerb) ist deshalb für die zukünftige Entwicklung außerhalb der

zentralen Standorte wichtig. Dabei ist es aber wichtig, dass die Regionen sich gezielt

der Kooperation mit Partnern aus anderen Regionen öffnen und keine Tendenzen zu


geschlossenen regionalen Kreisläufen entfalten. Mit der Freisetzung solcher Impulse

werden auch die Erwartungen an die Leistungen der zentralen Standorte für die

Entwicklung Ostdeutschlands geringer und die Gefahr der Überforderung reduziert

sich.

• In den zentralen Standorten sind aber weiterhin die Motoren der Entwicklung in

Ostdeutschland zu sehen. Hier bestehen die günstigsten Bedingungen für die

Entwicklung von Innovationsinseln, bei denen in besonderer Weise auf die Umsetzung

von wissenschaftlich-technischer Kompetenz in der Region zu achten ist. Es ist wichtig

für die vorhandenen und neu gegründeten Betriebe, die Situation hinsichtlich ihrer

Innovationsbedingungen so günstig zu gestalten, dass für die Unternehmen ein

Abwandern in die großen Innovationsinseln Westdeutschlands mit wirtschaftlichen

Nachteilen verbunden wäre.

Die Netzwerke sind als Träger innovativer Kompetenzen gezielter anzugehen und zu

fördern. Angesichts der Konzentration auf erfolgreiche oder zumindest wirtschaftlich

stabile Unternehmen kommt der Konsolidierung der Betriebe und ihrer

Wirtschaftlichkeit auch mit Blick auf die Innovationskraft der Standorte wesentliche

Bedeutung zu.

• Viele Potentiale der eher peripheren Regionen liegen in der Nähe zu zentralen

Standorten. Würden diese innovativen industriellen Potentiale (v.a. der

Erfolgsunternehmen) die Nähe zu den zentralen Standorte stärker anstreben und durch

die Beteiligung an den dort vorhandenen Netzwerke realisieren, dann gelänge es

sowohl die eher peripheren Standorte zunehmend in die Entwicklungsprozesse

einzubeziehen als auch den zentralen Standorten zusätzliche Innovations- und

Kooperationsmöglichkeiten hinzuzufügen. Durch solche Prozesse netzwerkorientierter

Standortintegration können die Entwicklungen bei allen Beteiligten dynamisiert werden,

wie auch die Standorte Größenordnungen eher erreichen, die mit Blick auf die

Industrie- und Forschungspotentiale dann eher denen erfolgreicher Agglomerationen

in westlichen Industrieländern entsprechen.

• Der industrielle Mix in den ostdeutschen Regionen ist in seinen Strukturen weiter zu

differenzieren. Zu diesem Ziel können Bemühungen intensiver Standortintegration und

Netzwerkbildung beitragen. Angesichts der seltener werdenden Großinvestitionen

kommt insbesondere der Gründung von neuen Unternehmen, die die Kompetenzen der

bestehenden Unternehmen ergänzen, eine besondere strategische Bedeutung zu. Dabei


ist von den neuen Unternehmen eher ein Beitrag zu einer vielseitigeren industriellen

Kompetenz als zu wesentlichen Effekten bei der Beschäftigungsentwicklung zu

erwarten. Auf diese Weise können sich manche Eigenschaften industrieller Cluster aus

den bestehenden Möglichkeiten heraus bilden.

• Die Tendenzen zur Entwicklung einer wissensbasierten Ökonomie in Ostdeutschland,

die sich in den Netzwerken und der Bildung von Innovationsinseln aber auch bei der

Gründung von dynamischen kleinen und mittleren Unternehmen zeigen, sind nachhaltig

durch die Ausbildung geeigneten Personals auf allen Qualifikationsebenen – v.a. aber

bei den Hoch- und Höchstqualifizierten – zu unterstützen. Um ein Verbleiben in der

Region zu unterstützen und eine Abwanderung dieses wichtigen Personenkreises zu

vermeiden, müssen Beschäftigungsfelder in Unternehmen und öffentlicher Forschung

angeboten werden.

Diese Ziele können durch die Politik in fünf Bereichen unterstützt werden:

• Gezielte Ansiedlungspolitik zur Stärkung der Unternehmensstrukturen am Standort.

Größere Unternehmen werden als Kooperationspartner der vorhandenen

Unternehmen und als Träger regionaler Entwicklung benötigt. Zusätzlich ist eine

gezielte Förderungen der Kooperationen mit Partnern in anderen Regionen

erforderlich, um Anschluss an deren Entwicklungen zu gewinnen.

• Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungspolitik als Bedingungen für

zukunftsweisende Strukturpolitik. Durch die Ausbildung hoch- und höchstqualifizierten

Personals werden die erforderlichen Qualifikationen für die Standortentwicklung und

die Gründung neuer innovativer Unternehmen geboten.

• Infrastrukturpolitik ist weiterhin zur besseren Kooperation, intensivierten

Kommunikation und zur gesteigerten Standortintegration von bislang unzureichend

miteinander verknüpften Gebieten erforderlich. Durch diese Verbesserungen können

innovative Kompetenzen auch tiefer in den Raum eindringen.

• Gezielte Netzwerkpolitik ist zur vermehrten Verknüpfung von innovativen industriellen

Potentialen außerhalb der zentralen Standorte miteinander, mit den Zentren und mit


Entwicklungen außerhalb Ostdeutschlands notwendig.

• Die politische Moderation eines strategischen Diskurses ist zur fortgesetzten

Entfaltung und Gestaltung der Kompetenzen und Potentiale Ostdeutschlands und für

eine intensivierte Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung erforderlich. Auf diese

Weise können sich die Standorte und Regionen innerhalb einer entstehenden modernen

regionalen Differenzierung und regionalen Arbeitsteilung zielgerichtet einfügen und ihre

Talente nutzen.


Anhang


Abbildung 1:Verbundkooperationen zwischen Standorten im Bereich

Biotechnologie

Projekte im Zeitraum 1993-1997

Rheinruhr

(RR)

Braunschweig-

Hannover-Göttingen

Fördersumme:

47.835.257 DM

← (6,03%)

Fördersumme:

84.769.066 DM

← (10,69%)

Projekte: 91

(14,11%) →

Berlin (B)

Fördersumme:

106.405.388

DM

← (13,41%)

Projekte: 57

Rhein-Main (RM)

Projekte: 60

(9,30%) →

Fördersumme:

62.006.220 DM

← (7,82%)

Projekte: 53

(8,22%) →

Fördersumme:

70.356.889 DM

← (8,87%)

Projekte: 44

(6,82%) →

Jena (J)

Rheinneckar (RN)

Fördersumme:

100.126.489

DM

← (12,62%)

Projekte: 70

Fördersumme:

172.746.916

DM

← (21,78%)

Wirtschaft

Projekte: 99

München (M)

Wissenschaft

Sonstige


Abbildung 2: Verbundkooperationen zwischen Standorten

im Bereich Informationstechnologie

Projekte im Zeitraum 1990-2000

Fördersumme:

335.427.796 DM

← (13,78 %)

Berlin (B)

Projekte: 173

(7,2%) →

Rhein-Ruhr (RR)

Fördersumme

:

Fördersumme:

133.447.727 DM

← (5,5 %)

Projekte:

Dresden –Chemnitz

(DC)

Wirtschaft

Wissenschaft

Fördersumme:

383.727.790 DM

← (15,8 %)

Fördersumme:

470.971.248 DM

← (19,4%)

Sonstige

Projekte: 321

(13,3%) →

Projekte: 322

(13,3%) →

Rhein-Neckar

(RN)

München (M)


Abbildung 3: Verbundkooperationen zwischen Standorten - Bereich

Umwelttechnologie

Projekte im Zeitraum 1990-2000

Hamburg (H)

Fördersum

me:

88.836.744

Berlin (B)

Förderssum

me:

129.365.76

Fördersum

me:

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Fördersum

me:

271.364.41

Rhein-Ruhr

(RR)

1. Qrtl. 2. Qrtl. 3. Qrtl. 4. Qrtl.

Ost

West

Nord

Fördersum

me:

58.559.757

85.676.329

Halle-Leipzig

(HL)

Fördersum

me:

Dresden-

Freiberg

(DF)

95.872.179

Rhein-Main

(RM)

Fördersum

me:

143.654.50

Rhein-Neckar

(RN)

Fördersum

me:

165.467.29

München (M)

Wirtschaft

Wissenschaft

Sonstige


Abbildung 4 : Verteilung der Unternehmenstypen in den Stichproben

"zentrale Standorte" sowie "periphere Lage"

Zentrale Standorte

Anteile in %

70

60

50

40

30

20

60,2

18,1

21,7

Erfolg

Restrukturierung

Krise

10

0

Unternehmenstypen

Unternehmen insgesamt (in N): 244

Periphere Lage

Anteile in %

70

60

50

40

30

20

10

63,8

10,6

25,6

Erfolg

Restrukturierung

Krise

0

Unternehmenstypen

Unternehmen insgesamt (in N): 47


Abbildung 5 : Verteilung der Betriebsgrößen in den Stichproben "zentrale

Standorte" sowie "periphere Lage"

Zentrale Standorte

Anteile in %

70

60

50

40

30

20

10

0

52,9

22,9 24,2

80

Betriebsgrößen

Unternehmen insgesamt (in N): 244

Periphere Lage

Anteile in %

70

60

50

40

30

20

53,2

21,3

25,5

80

10

0

Betriebsgröße

Unternehmen insgesamt (in N): 47


Abbildung 6: Beschäftigungseffekte nach Unternehmenstypen

und Betriebsgrößen in beiden Stichproben

Unternehmenstypen

Zentrale Standorte

Periphere Lage

Entwicklung in %

20

0

-20

-40

-60

-80

-100

-120

8,9

-12,3

-96,6

Erfolg

Restrukturierung

Krise

Entwicklung in %

20

0

-20

-40

-60

-80

-100

13

-18,9

-94,1

Erfolg Restrukt. Krise insgesamt

Standorte 2276 -3137 -24611 -25472

Peripherie 535 -781 -3876 -4122

Betriebsgrößenklassen

Zentrale Standorte

Periphere Lage

20

20

0

-20

0,04

-1,781

0

-20

-4,2

-0,8

1

Entwicklung in %

-40

-60

-80

80

Entwicklung in %

-40

-60

-80

-100

-98,26

-100

-95

-120

-120

Erfolg Restrukt. Krise insgesamt

Standorte 10 -449 -25033 -25472

Peripherie -171 -35 -3916 -4122


Abbildung 7: Verteilung der Unternehmenstypen in den verschiedenen Branchen

für alle Diagramme gilt:

1 = zentrale Standorte

2 = periphere Lage

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

71,8

21,7

6,5

50

0

1 Branche 24 2

50

Erfolg

Restrukturierung

Krise

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

50

31,8

18,2

0

0

1 2

Branche 28

100

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

53,2 57,9

21,525,3 26,3

15,8

1 2

Branche 29

Erfolg

Restrukturierung

Krise

Anteile in %

120

70

20

-30

76,3 80

17 13,3

6,7 6,7

1 2

Branche 33

Unternehmenstypen


Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

64,3

10,7

25

85,7

1 2

Branche 90

0

14,3


Abbildung 8: Verteilung der Betriebsgrößen in den verschiedenen Branchen

für alle Diagramme gilt:

1 = zentrale Standorte

2 = periphere Lage

Anteile in %

80

60

40

20

0

59,4

50 50

18,8 21,8

1 2

Branche 24

0

80

Anteile in %

80

60

40

20

0

50

36,4 31,8 31,8

25

1 2

Branche 28

25

>30

30-80

>80

Anteile in %

80

60

40

20

0

34,2

47,4

31,6 34,2 31,5

21,1

1 2

Branche 29

80

Anteile in %

80

60

40

20

0

69,5 73,3

22

8,5

0

1 2

Branche 33

26,7

80

Betriebsgrößenklassen


80

Anteile in %

60

40

20

50

28,6

21,4

42,9 42,9

14,2

80

0

1 2

Branche 90


Abbildung 9: Beschäftigungsentwicklung nach Unternehmenstypen in

verschiedenen Branchen

Entwicklung in %

250

200

150

100

50

0

-50

-100

-150

-200

-250

155,5

2,23-0,83

-101,4

Branche 24

-55,5

0

Erfolg

Restrukturierung

Krise

Entwicklung in %

250

200

150

100

50

0

-50

-100

-150

-200

-250

Branche 28

3,6-2,1 0 0

-101,5

100

Erfolg

Restrukturierung

Krise

Branche 29

Branche 33

Branche 90

100

250

200

220,5

250

200

Entwicklung in %

50

0

-50

-100

-150

-3

3,3

-3,8 1 -3,4 2

-93,2

-99,9

80

Enticklung in %

150

100

50

0

-50

-100

-150

-200

-104,4

22,2

-83,3

-38,9

Entwicklung in %

150

100

50

0

-50

-100

-150

-200

100,5

87,3

0-0,5

-11

-176,3

Erfolg

Restrukturier

ung

Krise

-200

-250

-216,1

-250


Abbildung 10: Beschäftigungsentwicklung nach Betriebsgrößen in

verschiedenen Branchen

Branche 24

Branche 28

Branche 29

100

66,7

100

100

Entwicklung in %

50

0

-50

-100

1,4 -0,8

-100,6

33,3

0

Entwicklung in %

50

0

-50

-100

-1,1 0,1 -1 -3,8

-99 -95,2

Entwicklung in %

50

0

-50

-100

3,3

-3 -3,8 1 -3,4 2

-93,2 -99,9

80

-150

-150

-150

-200

-200

-200

Branche 33

Branche 90

Entwicklung in %

100

50

0

-50

-100

-150

-200

90,6

-4

-186,6

12,1

0

-112,1

80

Entwicklung in %

100

50

0

-50

-100

-150

-200

-2,8 -0,7

2

-96,5

48,749,3

80


Abbildung 11: Kooperationsverhalten von Unternehmen, differenziert nach Unternehmenstyp und Kooperationspartnern

Anteile in %

(gesamt)

250

200

150

100

50

0

Kooperationen Erfolgsunternehmen

85,7

62,2

62,4

50

75

73,1

1 2 F&E

Ausland

IoI (West)

Ost

250

200

150

100

50

0

Kooperationen Restrukturierung

24,5

19,1

50

19,2

1 F&E 2

250

200

150

100

50

0

Kooperationen

Krisenunternehmen

13,3

18,5

16,7

1 2

F&E

Anteile in %

(gesamt)

250

200

150

100

50

0

Kooperationen Erfolgsunternehmen

75,7

100

67,9 66,7

53,7 57,1

1 2

Produktion

Ausland

IoI (West)

Ost

250

200

150

100

50

0

Kooperationen Restrukturierung

21,1

10,2 16,7

1 2

Produktion

250

200

150

100

50

0

Kooperationen

Krisenunternehmen

15,2

21,4 16,6

25,2

32,7

1 2

Produktion

Anteile in %

(gesamt)

250

200

150

100

50

0

Kooperationen Erfolgsunternehmen

60,5

68 0

50

58,5 50

1 2

Vertrieb

Ausland

IoI (West)

Ost

250

200

150

100

50

0

Kooperationen Restrukturierung

32,6

16

50

28,3 25

1 2

Vertrieb

250

200

150

100

50

0

Kooperationen

Krisenunternehmen

13,2 25

1 2

Vertrieb


Abbildung 12: Kooperationsverhalten von Unternehmen, differenziert nach Unternehmenstyp und

Kooperationspartnern

Betriebe unter 30

Betriebe 30-80

Betriebe ueber 80

Anteile in %

(gesamt)

250

200

150

100

50

0

33,3

42,9 66,7

24,6

41,9 57,7

1 F&E 2

Ausland

IoI (West)

Ost

250

200

150

100

50

0

33,3

24,5

33,3

20,1 15,4

1 F&E 2

250

200

150

100

50

0

23,8

50,9

33,3

25

38 26,9

1 2

F&E

Betriebe unter 30

Betriebe 30-80

Betriebe ueber 80

Anteile in % (gesamt)

250

200

150

100

50

0

30,3

39,3

66,7

33,3

44,7 44,9

1 2

Produktion

Ausland

IoI (West)

Ost

250

200

150

100

50

0

21,2

28,6 50

28,9 18,4

1 2

Produktion

250

200

150

100

50

0

48,5

33,3

32,1 16,7

26,4 36,7

1 2

Produktion

140

120

100

80

60

40

20

0

Betriebe unter 30

0

50

27,9

44

75

30,2

1 2

Ausland

IoI (West)

Ost

120

100

80

60

40

20

0

Betriebe 30-80

25,6

32

37,7

0

25

1 2

Vertrieb

120

100

80

60

40

20

0

Betriebe ueber 80

46,5

24

32,1

0

50

0

1 2

Vertrieb


Abbildung 13: Prozentuale Verteilung von Fach-/Hochschulabsolventen und Facharbeitern nach Unternehmenstypen

Erfolgsunternehmen

Restrukturierung

Krisenunternehmen

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

60,2 64

39,8 36

1 2

Facharbeiter

Fach-

/Hochschule

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

73,6

84,5

26,4

15,5

1 2

Facharbeiter

Fach-

/Hochschule

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

54,8

73,5

45,2

26,5

1 2

Facharbeiter

Fach-

/Hochschule

Abbildung 14: Prozentuale Verteilung von Fach/-Hochschulabsolventen nach Betriebsgrößen

Betriebsgröße unter 30

Betriebsgröße 30-80

Betriebsgröße ueber 80

120

100

80

60

40

20

0

55,6 57,4

44,4 42,6

1 2

Facharbeiter

Fach-

/Hochschule

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

63,2

79,3

36,8

20,7

1 2

Facharbeiter

Fach-

/Hochschule

Anteile in %

120

100

80

60

40

20

0

76 81

24 19

1 2

Facharbeiter

Fach-/Hochschule


Abbildung 15: Beschäftigungsentwicklungen unterschiedlicher Unternehmenstypen

an zentralen und peripheren Standorten

Im pdf –Format nicht verfügbar


Abbildung 16: Qualifikationsstrukturen unterschiedlicher Unternehmenstypen an

zentralen und peripheren Standorten in Anhängigkeit von den

Betriebsgrößen

Im pdf –Format nicht verfügbar


Abbildung 17: Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen, differenziert nach Unternehmenstypen

Anteile in % (gesamt)

250

200

150

100

50

0

Erfolgsunternehmen

67,3

57,1

57,5

61,1

84,2 70

1 2

sonstiges

technisch

kaufmännisch

Anteile in % (gesamt)

250

200

150

100

50

0

Restrukturierungsunternehmen

19,2 9,5

21,9 13,9

13,3

1 2

sonstiges

technisch

kaufmännisch

Anteile in % (gesamt)

250

200

150

100

50

0

Krisenunternehmen

33,4

13,5

20,6

25

16,7

1 2

insgesamt: kaufm. techn. sonst.

Standorte 57 73 52

Peripherie 30 36 21

Abbildung 18: Weiterbildungsaktivitäten der Unternehmen, differenziert nach Betriebsgrößenklassen

Anteile in % (gesamt)

150

100

50

0

Betriebsgröße unter 30

38,1

50

25

30,1

56,7

29,8

1 2

sonstiges

technisch

kaufmännisch

Anteile in % (gesamt)

150

100

50

0

Betriebsgröße 30-80

21,3 28,6

23,3 30,6

33,3

23,3

1 2

sonstiges

technisch

kaufmännisch

Anteile in % (gesamt)

150

100

50

0

Betriebsgröße ueber 80

53,7

46,6

33,3

19,4

36,9

20

1 2

insgesamt: kaufm. techn. sonst.

Standorte 57 73 52

Peripherie 30 36 21


Abbildung 19: Qualifikationswünsche im Falle von Neueinstellungen, differenziert nach Unternehmenstypen

Erfolgsunternehmen

Restrukturierungsunternehmen

Krisenunternehmen

Anteile in % (gesamt)

150

100

50

0

66,7

62,9

79,2

59,2

1 2

kaufmänn.

wiss.-techn.

Anteile in % (gesamt)

150

100

50

0

20

20

19,7 12,5

1 2

kaufmänn.

wiss.-techn.

Anteile in % (gesamt)

150

100

50

0

16,1

21,1

13,3

8,3

1 2

insgesamt: wiss.-techn. kaufmänn.

Standorte 157 62

Peripherie 24 15


Abbildung 20: Qualifikationswünsche im Falle von Neueinstellungen, differenziert nach Betriebsgrößenklassen

Betriebsgröße unter 30

Betriebsgröße 30-80

Betriebsgröße ueber 80

Anteile in % (gesamt)

100

80

60

40

20

0

25,8 33,3

59,2 58,3

1 2

kaufmänn.

wiss.-techn.

Anteile in % (gesamt)

100

80

60

40

20

0

29 26,7

15,9 16,7

1 2

kaufmänn.

wiss.-techn.

Anteile in % (gesamt)

100

80

60

40

20

0

45,2 40

24,8 25

1 2

insgesamt: wiss.-techn. kaufmänn.

Standorte 157 62

Peripherie 24 15


Tabelle 1:

Arbeitslosenquoten in Ostdeutschland im Vergleich mit ausgewählten Arbeitsamtsbezirken in

Westdeutschland

Im pdf –Format nicht verfügbar


Tabelle 2: Beschäftigungseffekte der im Netzwerk miteinander verbundenen Unternehmen

Im pdf –Format nicht verfügbar


Tabelle 3: Kooperationsformen und-bereiche von Neu- und Ausgründungen innerhalb eines Netzwerkes; differenziert nach Betriebsgrößen, Kooperationspartnern und

Unternehmenstypen

Im pdf –Format nicht verfügbar


Tabelle 4: Kooperationsformen und-bereiche innerhalb eines Netzwerkes; differenziert nach Betriebsgrößen, Kooperationspartnern und Unternehmenstypen

Im pdf –Format nicht verfügbar


Abkürzungssverzeichnis

Br 29 = Maschinenbau

Br 33 = Medizin-, Meß- und Regeltechnik

Br 24 = Chemie/Pharma

Br 28 = Metallerzeugung

Br 90 = Umwelt

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