Berliner Bestell-Fax für Themenhefte - Der Paritätische Berlin

paritaet.berlin.de

Berliner Bestell-Fax für Themenhefte - Der Paritätische Berlin

PARITÄTISCHER Rundbrief

März 2012


Dritte Berliner Stiftungswoche, 17. – 27. April 2012

Foto: Gisela Schuster

Liebe Mitglieder,

sehr geehrte Damen und Herren,

Bei der 3. Berliner Stiftungswoche mit über 120 Veranstaltungen,

70 Projekten und 17 Ausstellungen sind 12

Stiftungen aus unserem Verbandsbereich dabei. Wir nutzen

die Berliner Stiftungswoche, um die Aufmerksamkeit

auf drei Projekte unserer Mitglieder zu lenken, die

unsere Stiftung Parität Berlin fördert.

Hörpol – Erinnerungen an die Zukunft

Hörpol ist eine Audioführung für Jugendliche durch

Berlin-Mitte über jüdische Geschichte,

Antisemitismus und

Fremdenfeindlichkeit. Die nötigen

MP3s, ein Stadtplan und

Barbara John ist Vorsitzende

des Paritätischen

Wohlfahrtsverbandes

Berlin

begleitende Schulmaterialien

liegen zum Download bereit

unter www.hoerpol.de. Insgesamt

sind 27 Stationen im Berliner

Scheunenviertel mit Hörpol

zu entdecken. Die Hörbeiträge

wurden durch Zeitzeugen,

Schüler, Künstler, Politiker und

Wissenschaftler erarbeitet. Zum

Beispiel hat der beliebte Schauspieler Axel Prahl den

Text einer Station gesprochen.

Das Projekt steht unter der Ägide des Verbands für

Sozial-Kulturelle Arbeit. Es wurde mit dem Deutschen

Bildungsmedienpreis digita 2010 ausgezeichnet. Zurzeit

wird eine englische Version erstellt.

Projekt Hürdenspringer

Hürdenspringer ist ein Mentoring-Projekt des Unionhilfswerks,

das Jugendlichen aus sozial benachteiligten

Familien individuelle Begleitung beim Übergang von

der Schule in Ausbildung und Beruf bietet. Die Mentees

sind Schüler an zwei integrierten Sekundarschulen

und einem Gymnasium in Nord-Neukölln. Die Mentoren

sind Freiwillige im Alter von 25 bis 73 Jahren aus

unterschiedlichsten Berufsfeldern. Jeder Mentor ist der

persönliche Coach „seines“ Jugendlichen, unterstützt

die Suche nach einem Ausbildungsplatz und hilft bei der

Bewerbung. Zurzeit sind 62 Tandems aktiv. Weitere freiwillige

Mentoren werden gesucht!

Noch ein Wort zu einer verbandsinternen Aktivität

Paritätische Ehrenamtsstudie Start 2012

Liebe Mitglieder, freiwilliges Engagement ist ein hohes

Gut unserer Arbeit. Im Sommer 2012 startet unser

Verband mit Unterstützung des Gesamtverbandes und

gemeinsam mit den Landesverbänden Thüringen und

NRW eine neue empirische Untersuchung zum Thema

Umfang, Vielfalt, Management und Entwicklungsstrategien

ehrenamtlichen Engagements. Beauftragt ist

Prof. Dr. Backhaus-Maul von der Universität Halle, der

bereits die Berliner Studie im Jahr 2005 durchgeführt

hat. Geplant sind eine quantitative Erhebung über eine

schriftliche Befragung sowie qualitative Expertengespräche.

Ich möchte schon jetzt an Sie appellieren, an

dieser Studie teilzunehmen! Fundierte Daten zum ehrenamtlichen

Engagement in unseren Reihen zu haben,

ist für unsere Arbeit und unser Wirken in der Öffentlichkeit

Gold wert.

Mit den besten Wünschen

Ihre

Virtuelles Mahnmal für die Opfer der sogenannten

„Euthanasie“

Die Internet-Informations-und Gedenkseite für die über

300 000 Opfer der NS-“Euthanasie“ www.Gedenkort-

T4.eu ist am 9. November 2011 bei einer Feierstunde

im Auditorium der Topographie des Terrors freigeschaltet

worden. Die Seite rekonstruiert Biografien von Kindern

und Erwachsenen, die Opfer der nationalsozialistischen

Patientenmorde wurden. Mit ihren vielfältigen

Informationen bietet die interaktive Internetseite die

Chance, einen Erinnerungs- und Reflexionsprozess anzustoßen,

der alle Generationen umfasst. Eine Forum-

Seite ermöglicht den Austausch von Angehörigen von

„Euthanasie“-Opfern.

März 2012 1


Inhalt

4-8

9

10-11

Landesgeschäftsstelle

Paritätischer begrüßt Nominierung

Gaucks

● Veranstaltung: Sozialbranche zwischen

Nichtachtung und Skandal

● Pressemitteilung: Anzeige statt Rufmord

● KinderZukunft – Paritätische Hilfe für

Kinder und Jugendliche

● Pressemitteilung: Zum angekündigten

Rücktritt des Integrationsbeauftragten Günther

Piening

Gesamtverband

● Dramatische Kinderarmut durch Hartz IV

Aktuelle Wettbewerbe & Preise

28

28-29

30

30-32

32-33

Ältere Bürger

Einwanderung

● Vom Leben und Sterben älterer Einwanderer

Familie

● Nach Zoff in der Klasse: Soziales Lernen

in der Jungengruppe

Kinder- und Jugendhilfe

● Warum steigen die Hilfen zur Erziehung?

Kultur

● Seniorentheater - ein bewährtes Netz

gegen die Einsamkeit

12-13

13-16

16-18

19-22

23

24-27

Bürgerengagement

● Bundesverdienstkreuz für Dr. Manfred

Schmidt

● Neues vom Bundesfreiwilligendienst

Im Gespräch

● Interview mit Berndt Maier, Geschäftsführer

des VdK Berlin-Brandenburg

Pressespiegel

Report

● Fachtagung „Kleine Kinder in kritischen

Lebenslagen“

Lektüre

● Neuerscheinung: „Zeit essen Seele auf.

Der Faktor Zeit in Therapie und Beratung“

Aktuell

● Klicken war für die Kitakinder von Nido

Piccolo kein Klacks

● Wellcome seit 10 Jahren willkommen

● Neue Fachschule für neue Generation von

Erziehern

● Ort der Begegnung und Vernetzung

34-37

37-38

39

40-48

Menschen mit Behinderung

● Computerfuzzies werden zu

engagierten Paten

● Mit Ida ins Ausland

● „Liebesführerschein – Wie geht das mit

der Liebe und dem Sex?“

● Initiative Inklusion

Pflege

● Punkt für Punkt: Was der Paritätische

für die Pflege jetzt fordert

Der Paritätische will umfassende Pflegereform

Queer

● Wie geht‘s Kindern aus Regenbogenfamilien

in der Schule?

● Maneo-Nachtflugbegleiter in Berlin

unterwegs

Recht, Aus- und Fortbildung, Service,

Pinnwand

Die Titelfotos im März 2012

Coverfoto links oben: Workshop der Landesarbeitsgemeinschaft Zirkus-Gruppe Cabuwazi, Balance auf Bällen-

Foto: Philip Striegler

Mitte: Abschied nehmen im Hospiz, Foto: Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH

Unten: Joachim Gauck zu Gast im Blisse 14, Foto: Magda Zielinska

Coverfoto rechts oben: Umgang mit Medientechnik, Berufsfindung bei der Lebensgartenschau im SOS Kinderdorf,

Foto: Michael Janda

2 März 2012


Impressum

So gesehen...

S

eit Anfang Februar hängen

Arbeiten in den Räumen des

Paritätischen Berlin, die unter dem

Generalthema „Experimente mit

unterschiedlichsten Materialien“ entstanden

sind. Sie können aus wareneingefärbter

Seide und Mull sein, aber

auch aus Tüll, Flies, Baumwollstoffe,

Naturmaterial oder unterschiedlichsten

Garnen, die auf Phenyltapete

aufgebügelt und genäht wurden.

Gefertigt wurden die Arbeiten mit

Unterstützung des „Schutzhülle e.V.“,

eines Frauentreffs der Lebenshilfe

in Adlershof – zu besichtigen in der

Landesgeschäftsstelle des Paritätischen

Berlin, Brandenburgische

Str. 80.

Bitte geben Sie den Rundbrief

auch an Ihren Vorstand und

Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

weiter.

Impressum

Herausgeber: Paritätischer Wohlfahrtsverband

Landesverband Berlin

www.paritaet-berlin.de

Brandenburgische Str. 80, 10713 Berlin

Tel. (030) 8 60 01-0, Fax (030) 8 60 01-110

E-Mail info@paritaet-berlin.de

Geschäftsführung: Oswald Menninger

Elke Krüger (Stv.)

Redaktion: Uli Schulte Döinghaus

Tel.: (030) 85 40 70 84

Computerfax 032223712420

rundbrief@paritaet-berlin.de

Paritätische Pressestelle, Elfi Witten

Tel. (030) 8 60 01-181

Fax (030) 8 60 01-140

Herstellung: Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige

GmbH. Gedruckt auf 100 Prozent chlorfrei

gebleichtem Papier. Erscheinungsweise monatlich

(Doppelausgaben im Januar/Februar und August/

September). Der Rundbrief hat eine Auflage von

1250 Stück. Der Verteiler umfasst alle Mitgliedsorganisationen

der Paritätischen Landesverbände Berlin

und Brandenburg. Weitere Adressaten: Gesellschaftliche

Institutionen, Verbände, Verwaltung, Einrichtungen

aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Redaktionsschluss ist jeweils der 20. des Vormonats.

Pressemitteilungen und Beiträge bitte möglichst

per E-Mail an die Redaktion senden.

Private Kleinanzeigen (Stellengesuche) bitte an die

Redaktion schicken und den Anzeigentext mailen

an rundbrief@paritaet-berlin.de. Die Anzeigen sind

maximal vier Monate im Internet sichtbar. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wieder.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine

Haftung übernommen. Der Rundbrief wird unter

www.paritaet-berlin.de im Internet veröffentlicht.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichtet

die Redaktion auf eine Genderschreibweise.

Die Bezeichnung von Personengruppen bezieht

die weibliche Form jeweils ein.

März 2012 3


Landesgeschäftsstelle

2011 war er Gastredner beim Jahresempfang

Paritätischer begrüßt

Nominierung Gaucks

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin hat die

Nominierung von Joachim Gauck für die Kandidatur

zum Bundespräsidenten begrüßt.

Eine einvernehmliche Unterstützung seiner Person vor

zwei Jahren hätte das Amt des Bundespräsidenten und

das Ansehen Deutschlands vor Schaden bewahrt, heißt

es in der Pressemitteilung des Verbandes. Geschäftsführer

Oswald Menninger kommentiert: „Joachim Gauck

vertritt die Werte, die eine Zivilgesellschaft auszeichnen

und vorantreiben. Sein Blick auf die sozialen Belange

unserer Gesellschaft ist differenziert und von Herz und

Verstand geprägt. Mit Gauck ist endlich ein würdiger Repräsentant

gefunden, von dem interessante Denkanstöße

für unsere Gesellschaft zu erwarten sind. Wir wünschen

ihm dafür Gesundheit und Glück!“

Auf dem Jahresempfang 2011 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

Berlin haben die Mitglieder und Gäste

einen persönlichen Eindruck vom künftigen Bundespräsidenten

gewinnen können - Joachim Gauck referierte als

Gastredner über Solidarität und Selbstverantwortung.

Damals begrüßte ihn Barbara John mit einem Satz des

Schriftstellers und Philosophen Manès Sperber (1905 –

1984), der auch auf ihn, Joachim Gauck, zutreffe. „Ich

habe immer eine große Schwäche für jene, die die Wahrheit

dann aussprechen, wenn sie auf größten Widerstand

stoßen, und wenn sie am schwierigsten ist, auszusprechen.“

In der Zusammenfassung seiner Rede, abgedruckt im

Rundbrief des Paritätischen, hieß es damals:

„Gauck, der sich, wie vor einem Jahr als Bundespräsidentenkandidat

von SPD und Bündnis 90/Grüne, auch vor

dem Paritätischen Publikum als formidabler Rhetoriker

und Denkanreger erwies, hatte sein Lebensthema – Freiheit

– zum Anlass genommen, um über die vermeintlichen

Widersprüche und tatsächlichen Wechselbeziehungen

zwischen Solidarität und Freiheit zu referieren,

die freilich undenkbar sei, wenn nicht Verantwortung

übernommen würde.

Dieses komplizierte Beziehungsgeflecht hätte den Hintergrund

für eine akademisch-theoretische Grundlagenerörterung

abgeben können, wenn Gauck nicht immer

wieder Analogien zum richtigen Leben bemüht hätte,

an eigene Kindheitserinnerungen in Mecklenburg angeknüpft

hätte, an seine Zeit der friedlichen Revolution in

der DDR und einprägsame Geschichten aus dem Leben

der Großfamilie Gauck.

Im Publikum kam Heiterkeit auf, als er – vornehmlich

männliche – Zeitgenossen karikierte, die mit 70 noch pubertierten

und denen es vor lauter Selbstbezogenheit und

Eigenliebe anscheinend niemals gelinge, Verantwortung

für andere zu übernehmen. Sie suchten das Glück, jene

schlaraffenselige Berge aus süßem Brei, immer in jenem

paradiesischen Zustand, in dem sie gerade nicht seien.

Die Sehnsucht nach dem Glück gleicht oft der

Suche nach „schlaraffenseligen Bergen

aus süßem Brei“

Gegen die Egomanie der ewig Achtzehnjährigen setzt

Gauck „Das Prinzip der Bezogenheit“ - wenn uns etwas

jenseits von uns selbst so wichtig ist, dass es uns sprichwörtlich

am Herzen liegt. Dies sei der Umschlag von

der Pubertät zum Erwachsenenalter, von der „Freiheit

von ...“ hin zu einer „Freiheit zu …“ oder „Freiheit für

...“. Plötzlich gehören wir zu den Menschen, die bereit,

willens und fähig sein, sich auf andere Themen als auf

unsere eigene Wichtigkeit einzulassen“.

Diese Übernahme von Verantwortung aus dem Geist der

Freiheit könne sich unterschiedlich äußern, sagte Gauck

und sprach viele, wenn nicht die meisten Zuhörer im

Publikum an, die „Menschen ermächtigen, ihnen helfen,

das zu werden, was sie sein können.

Solche Entscheidungen – aus Freiheit zu Verantwortung,

aus Verantwortung zu Solidarität – hätten immer

am Anfang von Sozialen Bewegungen gestanden, wie

die Geschichte lehre. Immer seien es zunächst konkrete

Menschen, nicht Apparate oder Institutionen, die das

Richtige tun und andere ermuntern, ihnen dabei zu folgen.

Mit großem Respekt, so Joachim Gauck, habe er gelesen,

dass unter dem Dach des Paritätischen Berlin fast

genau so viele ehrenamtliche wie hauptamtliche Mitarbeiter

arbeiteten. „Das ist der Lebensatem einer offenen,

freiheitlichen Gesellschaft!“ Jede Sozialpolitik „muss

auch an die uns innewohnenden Kräfte zur Eigenverantwortung

und Selbstverantwortung heran führen“ Dieser

Lebensatem des bürgerschaftlichen Engagements in der

Zivilgesellschaft nährt sich aus der Ausgewogenheit von

4 Januar - Februar 2012


Landesgeschäftsstelle

„Fördern“ und „Fordern“ - Gauck kam schließlich auf

sein Bild einer angemessenen Sozialpolitik für die Schwachen

und Abgehängten zu sprechen, die für sich selbst

oft nicht so gut sprechen können. Aber eine alleinige Ruhigstellung

und Betreuung sei prekär, „weil sie uns nicht

an die in uns wohnenden Kräfte zur Eigenverantwortung

und Selbstverantwortung heran führt.“.

Sein sozialpolitisches Vorbild ist die schwedische

Folkhemmet

Wenn Geld für solche – wie er es nannte - „ermächtigende

Entwürfe“ eingespart werde, finde er das besonders

schlimm. Als Vorbilder einer solchen ermächtigenden

Sozialpolitik nannte er die skandinavischen

Länder – z. B. das Prinzip Folkhemmet in Schweden -,

wo allerdings auch die eine oder andere sozialpolitische

Säule ins Wanken gerät.

Gauck – der zur allgemeinen Erheiterung der Zuhörer –

daran erinnerte, „dass wir wahrlich nun genug Bekloppte

in Berlin haben, über die in Berlin tagtäglich publiziert

werde“, bedauert es, dass über die Menschen in Inititiativen,

Verbände und Institutionen zu wenig berichtet

werde, die – „wie Sie“ - die Kraft haben, das Lebensprinzip

der Verantwortung in unseren Alltag zu rufen. Der

Nebeneffekt dabei sei, so Gauck abschließend, dass wir

dabei einfach nicht unglücklich werden.“

Was wird aus dem Sozialstaat?

Unbekanntes

Wirtschaftswunder

„Sozialbranche zwischen Nichtachtung und Skandal

– so ist die Veranstaltung überschrieben, die

am Dienstag, 27. März 2012, von 13 Uhr bis 18 Uhr

in der Bank für Sozialwirtschaft stattfindet. (Oranienburger

Straße 13/14; 10178 Berlin).

Gemeinsam eingeladen haben der Paritätische Berlin,

die Bank für Sozialwirtschaft und der Verein Berliner

Wirtschaftsgespräche e. V. In der Einladung zu der Veranstaltung

wird u.a. die Frage formuliert: „Wie kann der

unbekannte und gleichzeitig milliardenschwere Tanker

Sozialwirtschaft künftig überhaupt im Sinne des Sozialstaats

gesteuert werden? Auf dem Programm der Tagung

steht u.a. ein einleitendes Referat zu „Krise und

Zukunft des Sozialstaats“ von Prof. Christoph Butterwegge

– er war kürzlich als Präsidentenkandidat der Linken

im Gespräch. In Foren und Podien wollen Manager

der Berliner Sozialwirtschaft, darunter Repräsentanten

Paritätischer Mitgliedsorganisationen, mit Politikern,

über aktuelle Themen debattieren, etwa: „Skandale,

Kontrollen und Rendite – ethische Probleme sozialer

Dienstleistungen“. Im Schlusspodium, an dem unter

anderem Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales,

Ex-Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer

und Oswald Menninger (Paritätischer Berlin) teilnehmen,

geht es um die „Zukunft der Eingliederungshilfe

– Spagat zwischen Fachkonzept und Sparzwang“

Kontakt: Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. · Alt Moabit

82 · 10555 Berlin; Telefon: +49 (0)30-39 90 95 80

Telefax: +49 (0)30-39 90 95 81

E-Mail: info@bwg-ev.net

www.bwg-ev.net

Manfred Wichner †

Manfred Wichner ist am 21. März 2012 nach

langer Krankheit im Alter von 76 Jahren

verstorben. Mit ihm verliert die DLRG Berlin

einen Menschen, der über 50 Jahre lang mit

seinem freiwilligen Engagement die Arbeit

der DLRG Berlin wesentlich geprägt hat.

Manfred Wichner begann in den fünfziger Jahren,

den Wasserrettungsdienst für die Berliner wieder aufzubauen.

Er war Rettungsschwimmer auf der Station

Reiswerder, einer Station der Berliner Bereitschaftspolizei.

Nach Auflösung dieser Station blieb Manfred

Wichner ehrenamtlicher Rettungsschwimmer, nun bei

der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.

In über 50 Jahren hat er mehr als 35 000 Stunden

seiner Freizeit in den Wachdienst

und in die Arbeitseinsätze der DLRG

eingebracht. Manfred Wichner war

Ausbilder, Einsatzleiter und Leiter des

Wasserrettungsdienstes der DLRG-

Berlin. Legionen ehrenamtlicher

Rettungsschwimmer sind durch seine

Schule gegangen. Mit seiner ganz speziellen Mischung

aus Strenge und Humor schaffte er es, Jung

und Alt für die DLRG-Arbeit zu motivieren. Über

viele Jahre war Manfred Wichner in den Vorständen

der DLRG-Bezirke Reinickendorf und Pankow tätig.

Dem Paritätischen ist Manfred Wichner vor allem

als kritischer und konstruktiver Berater und Begleiter

bei der Planung und Durchführung der Spreedemonstration

„SOS Berliner Jugend“ in bester Erinnerung.

Vom Verband wurde Manfred Wichner für

seine Mitwirkung am Wiederaufbau der DLRG sowie

für seinen jahrzehntelangen Einsatz als ehrenamtlicher

Rettungsschwimmer, Ausbilder und Leiter des

Wasserrettungsdienstes mit der Paritätischen Ehrennadel

in Gold ausgezeichnet. Unsere Gedanken sind

bei ihm, seinen Angehörigen und seinen Kameraden

bei der DLRG.

Elfi Witten

Januar - Februar 2012 5


Landesgeschäftsstelle

50 000 Euro für benachteiligte Kinder

KinderZukunft –

Paritätische Hilfe für

Kinder und Jugendliche

Förderprogramm des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

Berlin e.V.

Das Programm „KinderZukunft“ hat das Ziel, benachteiligte

Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahren

- besonders im Bereich Bildung - zu fördern. Seit 2006

werden hierfür jährlich rund 50 000 Euro zur Verfügung

gestellt.

Mit der Einführung des Bildungs- und Teilhabepaketes

des Bundes verändert sich die Förderung durch Kinder-

Zukunft. Die Mittel aus dem Förderprogramm Kinder-

Zukunft werden 2012 nachrangig und ergänzend eingesetzt.

Dies bedeutet:

Die von der Bundesregierung durch das Bildungs- und

Teilhabepaket (But) zur Verfügung gestellten 10 Euro

monatlich sind von den Bedürftigen / Berechtigten vorrangig

zu beantragen.

Die Mittel aus KinderZukunft ergänzen diese nur,

wenn eine Ablehnung vorliegt bzw. der monatliche Beitrag

bei der Teilhabe an sportlich, musische, kreative

usw. Angeboten die vom Staat geförderten 10 Euro

übersteigt.

Neuerungen durch Bildungs- und Teilhabepaket

(But)

Ein Beispiel hierzu: Ein Kurs Streetdance kostet monatlich

33 Euro. Nachdem „But“ beantragt und bewilligt

wurde, somit dem Kind monatlich 10 Euro zukommen,

ergänzt das Programm KinderZukunft die Unterstützung

mit 23 Euro (max. 270 Euro im Jahr).

Abgesehen von dieser Neuerung hat sich in der Herangehensweise

und der Handhabung des Förderprogrammes

nichts geändert.

Je Kind/Jugendlichem kann einmal im Kalenderjahr eine

Förderung bewilligt werden:

1. bis zu 50 Euro für kleinere Anschaffungen wie

Bücher, Instrumente, Spielzeug, Schulsachen, ausnahmsweise

auch Kleinstmöbel, Kleidung …

2. bis zu 300 Euro (ausgezahlt werden höchstens 270

Euro, da eine zehnprozentige Eigenbeteiligung erforderlich

ist) für die Teilnahme an verschiedenen

Kursen/Programmen wie Bildungs- und Sportangebote,

mathematisch-technische, musische, kreativgestalterische

Angebote…

Förderungen erfolgen über Gutscheine (Kopiervorlage

auf Seite 45 in diesem Rundbrief).

Wer kann Gutscheine vergeben?

Gutscheine für benachteiligte Kinder und Jugendliche

können alle Mitgliedsorganisationen des Paritätischen

vergeben, die die Kinder oder Jugendliche betreuen. Um

eine bessere Verteilung der Fördersumme zu gewährleisten,

sollten allerdings je Mitgliedsorganisation (incl. Unterprojekten

usw.) insgesamt höchstens 20 – 25 Anträge/

Gutscheine im Jahr vergeben werden.

Wie werden Gutscheine erstellt?

Mitarbeiter der Mitgliedsorganisationen erkennen den

Bedarf eines Kindes, und sie befürworten eine Förderung.

Außerdem muss sich die Mitgliedsorganisation die

Ablehnung von „But“ zeigen lassen. Dann fragt die Mitgliedsorganisation

beim zuständigen Stadtteilzentrum

(STZ) nach, ob Mittel verfügbar sind. Ist dies der Fall,

füllen Mitarbeiter der Mitgliedsorganisation entsprechend

dem Bedarf einen Gutschein aus und übergibt

diesen an die/den Erziehungsberechtigte/n.

Wo werden Gutscheine eingereicht und ausgezahlt?

Die/der Erziehungsberechtigte reicht den Gutschein

beim zuständigen STZ ein.

• Bei Anschaffungen bis zu 50 Euro zahlt das STZ

den Betrag in bar aus. Der Empfang des Geldes

muss schriftlich von der/dem Erziehungsberechtigten

bestätigt werden. Ein weiterer Nachweis ist nicht

notwendig.

• Für die Teilnahme an Kursen/Programmen muss

der/die Erziehungsberechtigte die Anmeldung bzw.

Rechnung über die Kursteilnahme beim STZ vorlegen.

Das STZ zahlt die Fördersumme (max. 270

Euro) in bar aus oder überweist die Fördersumme

direkt an den Kursanbieter. Der Empfang muss

auch hier schriftlich von der/dem Erziehungsberechtigten

bestätigt werden. Ein weiterer Nachweis

ist nicht notwendig.

Beginn und Ende der Umsetzung 2012 ?

Ab sofort können in Absprache mit dem zuständigen

STZ Förderungen über Gutscheine erfolgen.

Das Förderjahr endet am 31.12.2012.

Wer beantwortet Fragen zum Förderprogramm?

Bitte wenden Sie sich zuerst an Ihre/n Ansprechpartner/

in beim zuständigen STZ (siehe Kasten nächste Seite)

Dort können Sie sich auch über geeignete Kurse und

Programme beraten lassen.

Bei allgemeinen Nachfragen zum Förderprogramm wenden

Sie sich bitte beim Paritätischen an:

Chris Wachholz, Tel: 86 001 273, Fax: 86 001 240,

Email: wachholz@paritaet-berlin.de

Sabine vom Böckel, Tel: 86 001 121, Fax: 86 001 240,

Email: boeckel@paritaet-berlin.de

6 März 2012


Landesgeschäftsstelle

Stadtteilzentren und Ansprechpartner

für das Programm „KinderZukunft

Paritätische Hilfe für Kinder und

Jugendliche“ (siehe Seiten 6 - 7)

Charlottenburg-Wilmersdorf

Nachbarschaftshaus am Lietzensee e.V.

Herbartstr. 25, 14057 Berlin

Fr. Vollmayr – Tel: 30 30 65 12

Friedrichshain-Kreuzberg

Nachbarschaftshaus Urbanstr. e.V.

Urbanstr. 21, 10961 Berlin

Fr. Retzlaff – Tel: 80 61 13 95 /69 04 97 19

Lichtenberg-Hohenschönhausen

Kiezspinne FAS; Schulze-Boysen-Str. 38, 10365

Berlin; Fr. Kleiner – Tel: 55 48 96 35

Marzahn – Hellersdorf

Kiek in e.V.; Rosenbecker Str. 25-27, 12689 Berlin

Fr. Geißler, Frau Bernier – Tel: 933 94 86

Mitte

Sozialwerk des Demokratischen Frauenbundes

Stadtteilzentrum „Club Spittelkolonnaden“

Leipziger Str. 47, 10117 Berlin

Carola Kalender – Tel: 204 45 41

Neukölln

AspE Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe

e.V.; Brusendorfer Str. 20, 12055 Berlin

Martin Stratmann – Tel: 624 33 69

Pankow

Stiftung Pfefferwerk

Im Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz

Fehrbelliner Str. 92, 10119 Berlin

Margitta Härtel – Tel: 673 054 54

Reinickendorf

Albatros e.V.; Stadtteilladen Tegel-Süd

Bernauer Str. 130 a, 13507 Berlin

Herr Palm, Frau Altmüller – Tel: 93 95 24 44

Spandau

Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e.V.

Obstallee 22 d, 13493 Berlin

Viola Scholz-Thies – Tel: 363 41 12

Steglitz – Zehlendorf

Nachbarschaftsheim Mittelhof e.V.

Königstr. 42/43, 14163 Berlin

Fr. Schmoger – Tel: 80 19 75 11

Tempelhof-Schöneberg

Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V.

Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin

Fr. Höhne – Tel: 85 99 51 77, Fr. Bohme –

Tel: 859 951 42

Treptow-Köpenick

Offensiv ´91 e.V.; Villa Offensiv

Hasselwerder Str. 38-40, 12439 Berlin

Fr. Rohde – Tel: 63 90 26 10

Pressemitteilung des Paritätischen Berlin

„Meilensteine gesetzt“

Zum angekündigten Rücktritt des Integrationsbeauftragten

Günther Piening

Günther Piening hat in den neun Jahren seines Wirkens

einige wichtige Meilensteine in der Berliner Integrationspolitik

gesetzt. Das Berliner Integrationsprogramm und das

Partizipations- und Integrationsgesetz, das im Jahr 2010 in

Kraft trat, tragen seine Handschrift. Bei seinem Wirken hat

er vor allem die Stärken und Ressourcen von Migranten in

den Vordergrund gestellt, um das Bild von Zuwanderern

zu verändern, das in der Öffentlichkeit vorherrscht - weg

von der Betrachtung als Problemgruppe mit vielen Defiziten

hin zur Wahrnehmung der Möglichkeiten und der

positiven Aspekte von Vielfalt. Auch für die Belange von

Flüchtlingen hat sich Günther Piening in besonderer Weise

engagiert.

Als Nachfolge von Günther Piening gilt es nun jemanden

zu finden, der bzw. die den Gedanken der Integration und

Partizipation entscheidend weiter verficht und dabei erforderliche

Unterstützungssysteme für Migranten nicht aus

den Augen verliert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband

Berlin hält es für dringend geboten, eine verlässliche, nachhaltige

Infrastruktur zur Integration von Zuwanderern

auszubauen und zu erhalten. Die bisherigen Fördermaßnahmen

und –programme des Landes sind zu stark auf befristete

Projekte konzentriert, die nach einem guten Anlauf

wieder von der Bildfläche verschwinden. Beratungsangebote,

Sprach- und Qualifizierungsangebote, Anti-Diskriminierungsmaßnahmen

und Hilfen zum Berufseinstieg für

Zuwanderer müssen nachhaltig bereitgestellt werden. Die

interkulturelle Öffnung der regulären öffentlichen und gemeinnützigen

Dienste und Institutionen muss kontinuierlich

begleitet und forciert werden.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin wünscht sich,

dass bei einer konsequenten Integrationspolitik des Landes

Berlin künftig der Austausch mit den Wohlfahrtsverbänden,

den freien Trägern von Migranten und Migrationssozialarbeit

und allen gesellschaftlichen Akteuren auf Augenhöhe

eine noch wichtigere Rolle spielt als bisher. Integration geht

alle an! Es geht um den sozialen Zusammenhalt unserer

Stadt. Rund 900 000 (908 188) Einwohner Berlins haben einen

Migrationshintergrund. Damit lag der Anteil der Einwohner

mit Migrationshintergrund an der Berliner Bevölkerung

im Jahr 2011 bei bei 26,5 Prozent. Fast die Hälfte

von ihnen hat die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen.

478 212 Berliner sind als Ausländer registriert – rund

14 Prozent. Sie kommen aus 184 Staaten, Der Löwenanteil

kommt mit 75 Prozent aus dem europäischen Ausland. Die

größte Gruppe von Ausländerinnen und Ausländern in

Berlin bilden die türkischen Bürgerinnen und Bürger. Ihr

Anteil liegt bei rund 100 000.

März 2012 7


Landesgeschäftsstelle

pressemitteilung des Paritätischen

Anzeige statt Rufmord

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin fordert

Sozialstaatssekretär Büge auf, gegen schwarze

Schafe Anzeige zu erstatten und die Ebene der

Verleumdung ambulanter Dienste in Berlin zu

verlassen. Eine konsequente Verfolgung betrügerischer

Pflegedienste ist im Interesse aller korrekt

arbeitenden Pflegedienste und ihrer Verbände in

Berlin. Leider ist dies bisher nicht geschehen.

Einmal mehr wird deutlich, dass die Senatsverwaltung

und die Bezirke ihre Kontrollpflichten sozialer Leistungen

vernachlässigen und dies im Konfliktfall mit

Pauschalverurteilungen sozialer Anbieter vertuschen.

Die erforderlichen Kontrollmöglichkeiten im Berliner

Rahmenvertrag zur ambulanten Pflege, der zwischen

den Pflegekassen, dem Land Berlin und den Wohlfahrtsverbänden

abgeschlossen wurde, erlauben diverse

Prüfungen, die vom Land Berlin bisher kaum

wahrgenommen worden sind.

Z.B. heißt es in § 17: „Liegt der Verdacht auf nicht vertragskonforme

Abrechnung vor, sind die Kostenträger

zur Prüfung der Leistungsnachweise/Rechnungen unter

zu Hilfenahme fallbezogener Nachweise, z.B. des

Durchführungsprotokolls gemäß 415(1) dieses Rahmenvertrages

(Dokumentation der Pflege) … sowie

der Dienst- und Tourenpläne grundsätzlich für die zurückliegenden

3 Kalendermonate berechtigt.“

Warum nehmen die Sozialämter an den MDK-

Prüfungen nicht teil?

Unangemeldete Prüfungen ambulanter Dienste, wie

sie Staatssekretär Büge fordert, finden bereits statt –

durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen

(MDK). Auch hier können die Sozialämter teilnehmen

– bisher machen sie davon keinen Gebrauch.

Pauschalverdächtigungen von Seiten des zuständigen

Staatssekretärs untergraben das Vertrauen pflegebedürftiger

Menschen und ihrer Angehörigen in die

Pflegedienste. Dies kann nicht im Interesse der verantwortlichen

Kostenträger sein.

Gegenüber den pflegebedürftigen Menschen und ihren

Angehörigen, aber auch gegenüber der großen Masse

korrekt arbeitender Pflegedienste und ihrer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ist dies unverantwortlich.

Der Paritätische verweist ferner darauf, dass alle Pflegedienste

Paritätischer Mitglieder ein Qualitätsentwicklungsprogramm

durchlaufen haben. Sie verfügen

über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement und bieten

eine Pflege an, die mit zwei und drei Sternen ausgezeichnet

worden ist. Bei den jährlich stattfindenden

Prüfungen des MDK haben die ambulanten Pflegedienste

unter Paritätischem Dach beste Pflegenoten

erzielt. Mit der Note 1,3 liegen sie deutlich über dem

Berliner Durchschnitt.

Unter paritätischem Dach gibt es 49 ambulante Pflegedienste,

die von 27 gemeinnützigen Trägern angeboten

werden, darunter spezielle Dienste – z.B. eine

Station zur Versorgung Aidskranker, zwei Stationen

zur Assistenzpflege Schwerbehinderter, zwei Stationen

für Krebspatienten, sechs Stationen für Menschen mit

psychischer Behinderung, fünf Stationen für eine palliativpflegerische

Versorgung, eine Station für ambulante

Intensivpflege und sieben Stationen für Familienpflege.

Neu im Paritätischen Berlin

Herzlich willkommen!

►gemeinnützige ProCurand Stiftung

Französische Straße 55; 10117 Berlin Tel.:

440152130 Fax: 440152499

E-Mail: eileen.engewicht@procurand.de

www.procurand.de

►Hydra e. V. - Treffpunkt und Beratung für Prostituierte

Köpenicker Straße 187-188 10997 Berlin Tel.:

6110023 Fax: 6110021

E-Mail: kontakt@hydra-ev.org

www.hydra-ev.org

►South African - German Network Deutschland

(SAGE Net) e. V.

Gervinusstraße 12; 10629 Berlin; Tel.: 31991256;

Fax: 45086802

E-Mail: donald.vogel@sage-net.org

www.sage-net.org

►Technische Jugend- und

Bildungsgesellschaft(tjfbg) gemeinnützige GmbH;

Wilhelmstraße 52; 10117 Berlin; Tel.: 9799130;

Fax: 97991322

E-Mail: info@tjfbg.de

www.tjfbg.de

►Zentrum für Lebensenergie - Berlin e. V.

Weserstraße 175; 12045 Berlin; Tel.: 61308080;

Fax: 61308081

E-Mail: k.brand@lebensenergie.org

www.lebensenergie.org

►Nachbarschaftshaus Wannseebahn e. V.

Mörchinger Straße 49; 14169 Berlin;

Tel.: 84108675; Fax: 84108676

E-Mail: info@wsba.de

www.wsba.de

8 März 2012


Gesamtverband

Neue Studie des Paritätischen Gesamtverbandes

Keine Entwarnung:

Dramatische Kinderarmut

durch Hartz IV

Vor einer Verhärtung der Kinderarmut in Deutschland

auf hohem Niveau warnt der Paritätische

Wohlfahrtsverband in einer neuen Studie. Der

Verband fordert eine arbeitsmarktpolitische Kehrtwende,

die bessere Unterstützung von Alleinerziehenden

sowie eine Totalreform der Hartz-IV-

Leistungen für Kinder.

„Es gibt keinen Anlass zum Jubel. Wir haben in Deutschland

nach wie vor eine skandalös hohe Kinderarmut. Die

gute Arbeitsmarktentwicklung kommt bei Kindern in

Hartz IV kaum an“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer

des Paritätischen. Zwar zeichne sich in allen ostdeutschen

Bundesländern ein deutlich positiver Trend ab,

doch verharre der Anteil armer Kinder bundesweit seit

Einführung von Hartz IV auf fast gleichbleibend hohem

Niveau: Jedes siebte Kind unter 15 Jahre lebe von Hartz

IV, in Ostdeutschland sogar jedes vierte Kind.

Schlusslicht im Länderranking bildet nach wie vor Berlin.

Hier lebt jedes dritte Kind von Hartz IV. Auch in Berlin

ging die Quote zwar über die Jahre zurück, doch ist dies

in erster Linie der erfreulichen demografischen Entwicklung

und weniger dem Abbau von Hartz IV zu verdanken.

Die Fallzahlen von Kindern in Hartz IV gingen in

Berlin gerade einmal um 2,5 Prozent zurück. (siehe Tabelle).

Da jedoch die Gesamtzahl Berliner Kinder gleichzeitig

spürbar zunahm (+7,4 Prozent), fiel die Armutsquote

im Ergebnis um 9,4 Prozent. Besorgniserregend

sei auch die Entwicklung im Ballungsraum Ruhrgebiet,

wo die Kinderarmut seit Jahren ansteigt. „Die Hartz IV-

Quote im Revier liegt mit 25,6 Prozent höher als in Ostdeutschland,

Gelsenkirchen steht mit einer Quote von

34,3 Prozent schlechter da als Berlin“, warnt Schneider.

Die Entwicklung in Städten wie Mülheim oder Hamm

mit Zuwächsen von bis zu 48 Prozent in fünf Jahren

komme einem armutspolitischen Erdrutsch gleich.

Selbst im Ländle lebt jede dritte Alleinerziehende

von Hartz IV

Nach der Studie, die auch Ländertrends abbildet, sind

kinderreiche Familien und Alleinerziehende besonders

gefährdet, und zwar unabhängig von ihrem Wohnort

oder wirtschaftlichem Umfeld. Selbst im wirtschaftsstarken

Baden-Württemberg lebe jede dritte Alleinerziehende

mit ihren Kindern von Hartz IV.

Scharfe Kritik übt der Verband an der Arbeitsmarktpolitik

der Bundesregierung: „Durch die aktuellen Kürzungen

drohen Alleinerziehende und ihre Kinder zu

Opfern einer neuen Zwei-Klassen-Arbeitsmarktpolitik

zu werden. Der Fokus auf den Ausbau der Kinderbetreuung

greift zu kurz. Die Hälfte der Frauen hat keinen

Berufsabschluss. Ohne Hilfen bei der Qualifizierung

und ohne öffentlich geförderte Beschäftigungsangebote

wird man den meisten Alleinerziehenden im Hartz IV-

Bezug nicht helfen können“, so Schneider.

Neben einer arbeitsmarktpolitischen Kehrtwende fordert

der Paritätische eine Reform des Kinderzuschlags

sowie der Hartz IV-Leistungen selbst: „Wir brauchen

eine kräftige Erhöhung der Kinderregelsätze, eine echte

schulische Bildungsoffensive sowie einen Rechtsanspruch

für einkommensschwache Kinder auf Teilhabe

– vom Sportverein über die Musikschule bis zur Ferienfreizeit

mit dem Jugendclub.“

www.der-paritaetische.de/armekinder

März 2012 9


Aktuelle Wettbewerbe & Preise

Ab sofort können sich Engagierte, Initiativen,

Vereine und Organisationen, die sich für junge

Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden

stark machen, für Deutschlands größten bundesweiten

Ehrenamtspreis bewerben. Mit dem

diesjährigen Schwerpunktthema „Projekt Zukunft:

Engagiert für junge Leute.“ würdigt der Deutsche

Bürgerpreis den gesellschaftlichen Beitrag aller, die

jungen Menschen in ihren entscheidenden Jahren

helfen, den für sie richtigen Weg zu finden. Die

aktuellen Teilnahmeunterlagen finden Interessierte

im Internet unter www.deutscher-buergerpreis.de oder

bei teilnehmenden Sparkassen. Einsendeschluss für

den Deutschen Bürgerpreis ist der 30. Juni 2012.

Der Deutsche Bürgerpreis zeichnet ehrenamtliches

Engagement in vier Kategorien aus: U21 ehrt

Bewerber bis zu einem Alter von 21 Jahren und

würdigt damit junges Engagement. Die Kategorie

Alltagshelden richtet sich an vorbildlich engagierte

Personen und Projekte unabhängig vom Alter. In

der Kategorie Engagierte Unternehmer können sich

Inhaber von Unternehmen bewerben, die Verantwortung

für die Gemeinschaft übernehmen. Der

Bürgerpreis in der Kategorie Lebenswerk würdigt das

Engagement von Menschen, die seit mindestens 25

Jahre bürgerschaftlich aktiv sind.

www.deutscher-buergerpreis.de

Im Rahmen des Umweltwettbewerbes „Wir

und die Zukunft: der grüne Blick“ sucht das

Umweltbundesamt junge Menschen, die aktuelle

Umweltprobleme künstlerisch in die Öffentlichkeit

bringen möchten. Die künstlerischen Entwürfe

sollen das öffentliche Bewusstsein für aktuelle Umweltprobleme

schärfen und zum Handeln für eine

nachhaltige „grüne“ Zukunft ermutigen. Bis zum

15. Mai 2012 können Teilnehmerinnen und Teilnehmer

aus Deutschland ihre Arbeiten einreichen.

http://fuer-mensch-und-umwelt.de/wir-unddie-zukunft-der-grune-blick/

AOK-Schulmeister: Zu beantworten sind fünf

Fragen - online. Die Punkte werden der Schule

gutgeschrieben, deren Schüler teilnehmen. Die

beste Schule aus jedem Bundesland qualifiziert sich

für das große Finale in Berlin. Dazu lädt die AOK

Schulteams mit je sechs Teilnehmern in die Hauptstadt

ein, damit sie gegeneinander antreten, z. B.

in den Disziplinen Sport, Wissen und Gesundheit.

Die Sieger werden AOK-Schulmeister 2012 und

holen Culcha Candela exklusiv zu einem Konzert

an ihre Schule. www.aok-schulmeister.de

Deutscher Engagementpreis 2012

Engagierte vor Ort

können 10 000 Euro

und mehr gewinnen

Die Bundesfamilienministerin, der Generali Zukunftsfonds

und das Bündnis für Gemeinnützigkeit

rufen die Bevölkerung auf, bis zum 31. Mai ihre

persönlichen Heldinnen und Helden für den Deutschen

Engagementpreis 2012 unter

www.deutscher-engagementpreis.de vorzuschlagen.

Um den Deutschen Engagementpreis kann man sich

nicht selbst bewerben. Ob ehrenamtlicher Vereinsvorstand,

engagiertes Unternehmen oder Nachbarschaftsinitiative:

Die Bürgerinnen und Bürger bestimmen, wer

nominiert wird. Seit 2009 wird die bundesweite Auszeichnung

jährlich

in den Kategorien

Gemeinnütziger

Dritter Sektor,

Politik & Verwaltung,

Einzelperson,

Wirtschaft

und 2012 in der

Schwerpunktkategorie

Engagement

vor Ort verliehen.

Eine Experten-Jury

bestimmt die Preisträger,

die Anfang

Dezember 2012

im Rahmen einer

feierlichen Preisverleihung in Berlin bekanntgegeben

werden. Alle Nominierten nehmen zudem am Auswahlverfahren

für den mit 10000 Euro dotierten Publikumspreis

teil. Im Oktober wählen die Bürgerinnen und

Bürger den Gewinner aus einer Vorauswahl von zehn

Finalisten auf der Website des Deutschen Engagementpreises.

In diesem Jahr wird mit einer Schwerpunktkategorie das

Engagement vor Ort besonders gewürdigt, um dessen

Wert und Vorbildcharakter stärker ins öffentliche Bewusstsein

zu bringen. Das Bundesministerium für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend und der Generali

Zukunftsfonds sind die Förderer des Deutschen Engagementpreises.

Initiator ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit,

ein Zusammenschluss der großen gemeinnützigen

Dachverbände und unabhängigen Organisationen

des Dritten Sektors.

www.deutscher-engagementpreis.de

10 März 2012


Aktuelle Wettbewerbe & Preise

Humanistischer Verband Deutschlands

Mitmachen, gewinnen:

Stadtumbau Ost

Hellersdorf-Nord und Ost sind 2012 der Austragungsort

für den Jugendwettbewerb Stadtumbau

Ost, der wieder vom Kinder- und Jugendbüro

(KJB), Projekt im Humanistischen Verband

Deutschlands, organisiert wird.

Gefragt sind Projektideen von jungen Menschen zwischen

12 und 22 Jahren, die Außenräume von Klubs,

Treffs, Schulen mit neuen Elementen neu gestalten

wollen. Erfolgreiche Projekte der letzten Jahre waren

z.B. Tischtennisplatte, Überdachungen, Graffiti, Kletteranlagen

und anderes. Die Jugendjury, bestehend aus

Jugendlichen aus den im Wettbewerb angemeldeten

Projekten, wird im Juni entscheiden, welche Vorhaben

wie viel Geld aus dem Jugendfonds von 30 000 Euro

erhalten. Die Anmeldeveranstaltung ist am 29. März

2012 um 17 Uhr im Jugendklub Joker. Anfang März

hatte das KJB in den Räumen des „Hauses Kastanie“

eine Ideenwerkstatt zum Wettbewerb angeboten.

Weitere Informationen unter 9339466 oder

www. kijubue.de

Schulwettbewerb zum Thema Ausbildung

Starke Schulen sind

gefragt

Ab sofort sind Schulen eingeladen, sich bei

Deutschlands größtem Schulwettbewerb zu beteiligen.

Bewerben können sich allgemein bildende

Schulen der Sekundarstufe I.

Gesucht werden hervorragende Schulkonzepte

und Projekte zur Förderung der Ausbildungsreife.

Die Hertie-Stiftung, die Bundesagentur für Arbeit,

die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

und die Deutsche Bank Stiftung

schreiben den Schulwettbewerb gemeinsam aus. Insgesamt

werden Preisgelder in Höhe von 210 000 Euro vergeben.

Bis zum 1. Juni 2012 können sich Schulen unter

www.StarkeSchule.ghst.de online bewerben.

Die besten Chancen auf eine erfolgreiche Teilnahme haben

Schulen, die systematisch und nachhaltig arbeiten,

um die Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler

gezielt zu stärken. Dabei geht es nicht nur um die Förderung

der fachlichen und methodischen, sondern auch

der sozialen und personalen Fähigkeiten der Schüler

Anlässlich der 23. Berliner Märchentage sind

deutschsprachige Schüler der 4., 5. und 6. Klassen

aus aller Welt eingeladen, ihrer Kreativität freien

Lauf zu lassen und märchenhafte Balladen zu

dichten. Kinder, die lieber zeichnen, dürfen ihre

Illustrationen passend zu den Balladen einsenden.

Die Organisatoren freuen sich über Klassenprojekte

mit einem einheitlichen Layout, aber auch

über Arbeiten von Einzelkünstlern. Es gibt keine

Vorgaben hinsichtlich der Größe und Art der

Bilder. Bitte einen Bildtitel mitsenden! Prämiert

werden die zwölf schönsten Märchenballaden gemeinsam

mit den 12 gelungensten Bildern, die im

Märchenkalender 2013 veröffentlicht werden. Den

ersten drei Plätzen winken zudem märchenhafte

Preise und eine feierliche Preisverleihung. Einsendeschluss

ist der 15. Juni 2012. Informationen:

marschall@maerchenland-ev.de

Auf dem Deutsche Welle Global Media Forum

vom 25. bis 27. Juni geht es um das Thema

„Kultur. Bildung. Medien. – Zukunft lebenswert

gestalten“. Dazu schreibt die Deutsche Welle einen

Fotowettbewerb aus. Der Fotowettbewerb Klick!

steht in diesem Jahr unter dem Motto „Your View

of Culture and Education“. Interessierte weltweit

sind eingeladen, ihre Fotos bis 11. April einzusenden

– per E-Mail an klick@dw.de oder online

unter http://www.dw.de/dw/0,,30955,00.html

Ab 18. April wählen Nutzer online die zehn besten

Fotos aus. Diese Bilder werden auf dem Deutsche

Welle Global Media Forum in Bonn ausgestellt.

Die Teilnehmer der Konferenz bestimmen dann

die drei Gewinner – die ein iPod Nano (8 GB),

ein iPod-Shuffle (2 GB) oder einen USB-Stick

erhalten.

www.dw.de

Für den Kulturwettbewerb Mixed Up 2012 können

Kooperationsteams, die aus mindestens einem

außerschulischen kulturellen Partner und einer Schule

bestehen, ihre Bewerbungen bis zum 10. April

online einreichen. Mixed Up prämiert bundesweit

gelungene Kooperationen zwischen Kultureinrichtungen

und Schulen, die Kindern und Jugendlichen

für ihr künstlerisches Schaffen neue Impulse gegeben

haben, unabhängig von der sozialen Herkunft

ein künstlerisches Schaffen und eine erweiterte

Zusammenarbeit mit anderen Bildungspartnern in

der Region ermöglichen. Sechs Preise im Wert von je

2.500 Euro werden vergeben.

www.mixed-up-wettbewerb.de

März 2012 11


Bürgerengagement

Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin

Bundesverdienstkreuz

für Dr. Manfred

Schmidt

In der Laudatio heißt es im Landespressedienst

Berlin: „Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich Dr.

Manfred Schmidt in herausragender Weise ehrenamtlich

in der Behindertenbewegung Berlins.

Für sein Lebenswerk wurde er jetzt vom Bundespräsidenten

mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des

Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

ausgezeichnet. Gesundheitssenator Mario Czaja

hat dem Berliner die hohe Auszeichnung Ende

Februar überreicht.

Der Senator würdigte den 1936 geborenen Berliner als

wichtige Integrationsfigur innerhalb der Behindertenbewegung

Berlins. Er habe durch sein lebenslanges,

herausragendes ehrenamtliches Engagement einen entscheidenden

Beitrag zur Integration von Menschen mit

Behinderung geleistet. Der Lebensweg von Dr. Manfred

Schmidt war von Beginn an von diesem Einsatz geprägt.

Noch in der DDR war er beim Blinden- und Sehschwachenverband

als Leiter der Bezirksgruppe Berlin engagiert,

nach der Wende dann beim Allgemeinen Blindenund

Sehbehindertenverein Berlin, von 2001 bis 2007 als

dessen Vorsitzender und jetzt als Ehrenvorsitzender.

Dr. Schmidt war darüber hinaus von 1991 bis 2010 Vorsitzender,

später Ehrenvorsitzender der Landesvereinigung

Selbsthilfe Berlin. Über zwei Amtszeiten hinweg,

von 2000 bis 2010, war er als Vorsitzender des Berliner

Landesbeirates für Menschen mit Behinderung tätig.“

Motor des Landesgleichberechtigungsgesetzes

Sozialsenator Czaja hebt hervor: „Er hat dazu beigetragen,

dass das Landesgleichberechtigungsgesetz mit Leben

erfüllt wird. In der Behindertenbewegung hat sich

Dr. Manfred Schmidt großen Respekt erworben. Durch

seine kluge Führung des Landesbeirats ist es ihm gelungen,

aus diesem wichtigen behindertenpolitischen Forum

ein effektiv und solidarisch arbeitendes Gremium

zu formen. Auch ist es ihm wesentlich zu verdanken,

dass das Zusammenfinden der Westberliner Behindertengruppen

und –organisationen und der neuen jungen

Behindertenbewegung im Ostteil der Stadt letztlich

erfolgreich verlief und Ost-West-Gegensätze in der

Behindertenpolitik in Berlin heute weitgehend überwunden

sind. Für sein beispielhaftes Wirken und sein

andauerndes Engagement gebührt ihm großer Dank

und Anerkennung.“

Bundesfreiwilligendienst

Neue Hinweise vom Amt

Insgesamt seien jetzt ungefähr 30 Prozent der

Teilnehmerinnnen und Teilnehmer älter als 27

Jahre, heißt es im Info-Dienst Freiwilligendienste

Nr. 16 vom 28. Februar, der vom Bundesfamilienministerium

herausgegeben wird.

Ausgesprochen erfreulich sei die nach wie vor extrem

niedrige Abbrecherquote von rund 10 Prozent, die sich

auch im Vergleich zu manchen Studien- und Ausbildungsgängen

sehr sehen lassen könne.

Der Info-Dienst gibt auch einige formale und prozedurale

Hinweise, etwa dass die Geld- und Sachbezüge

im Bundesfreiwilligendienst nach Angaben des Bundesministeriums

der Finanzen bis zur Entscheidung,

ob und nach welchen Kriterien die „Einnahmen“ im

Bundesfreiwilligendienst besteuert werden, aus Billigkeitsgründen

vorläufig von der Steuer befreit sind.

Dennoch müssten die Einsatzstellen im Rahmen des

Bundesfreiwilligendienstes sämtliche Arbeitgeberpflichten

beachten (insbesondere: Verlangen der Lohnsteuerkarte

bzw., sobald die elektronische Lohnsteuerkarte

eingeführt wurde, Abruf der Elstam, Abgabe

einer Lohnsteueranmeldung, ggf. als Nullmeldung, Erteilen

einer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung,

ggf. mit steuerpflichtigem Lohn von Null).

Drittstaatsangehörige, die einen Bundesfreiwilligendienst

leisten wollen, müssen von ihrem Heimatland

aus einen Visumantrag für die Durchführung des

Freiwilligendienstes stellen, da ihnen die für den Aufenthalt

erforderliche Aufenthaltserlaubnis in Deutschland

nur dann erteilt werden kann, wenn sie mit dem

zweckentsprechenden Visum eingereist sind. Ausnahmen

bestehen für die Staatsangehörigen von Australien,

Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, von

Neuseeland und der Vereinigten Staaten von Amerika.

Der Vertrag mit Drittstaatsangehörigen sollte so

ausgestaltet werden, dass klar ist, dass Unterkunft und

Verpflegung gestellt und daher staatliche Leistungen

nach der Einreise in Deutschland nicht in Anspruch

genommen werden.

Nach wie vor, so heißt es im amtlichen Newsletter,

sei ein kurzfristiger Versand von Freiwilligendienstausweisen

nicht möglich. Die Produktion werde noch

mehrere Wochen dauern. Die Einsatzstellen würden

gebeten, so das Familienministerium, ihren Freiwilligen

- unabhängig von deren Alter - eine kurze, formlose

Bescheinigung über ihren Freiwilligendienst auszustellen,

damit diese die inzwischen erfreulich vielfältigen

Ermäßigungen problemlos in Anspruch nehmen können.

www.bundesfreiwilligendienst.de

12 März 2012


Bürgerengagement / Im Gespräch

Die Dokumentation zur Fachtagung „Gesellschaftliche

Teilhabe und Selbstorganisation

von jungen Flüchtlingen durch freiwilliges Engagement

fördern“ ist jetzt erschienen. Zu den

Tagungsreferenten hatte im November 2011 unter

anderem Amelie von Griessenbeck vom Xenion –

Mentorenprojekt, Berlin gehört. Download hier:

http://www.mitarbeit.de/fileadmin/inhalte/02_veranstaltungen/Dokumentation_

Fluechtlingstagung_2011.pdf ?PHPSESSID=9

d5be171287f7431a54c736c68be3811

Jeder siebte Deutsche engagiert sich im Bereich

Bildung. Von den übrigen ist jeder zweite bereit,

ehrenamtlich für Bildungsprojekte tätig zu sein.

88 Prozent halten außerschulische Bildungsangebote

für Kinder und Jugendliche für wichtig, 77

Prozent wünschen sich hier ein größeres Angebot.

Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage,

die zum Auftakt der zweiten Runde des Wettbewerbs

„Ideen für die Bildungsrepublik“ durchgeführt

wurde. Unter http://www.bildungsideen.de

können sich bis zum 2. April 2012 Projekte und

Initiativen bewerben, die sich nachhaltig für mehr

Bildungsgerechtigkeit engagieren. Nach Ende der

Bewerbungsfrist wählt eine Expertenjury die 52

besten „Bildungsideen“ aus. Von September an

wird Woche für Woche ein Preisträger ausgezeichnet.

www.bildungsideen.de

Vom 17. – 27. April findet die 3. Berliner Stiftungswoche

statt, während der sich die Stiftungslandschaft

der Stadt in ihrer ganzen Vielfalt

präsentiert. Stiftungen laden zum Kennenlernen,

Diskutieren und Mitmachen ein.

www.berlinerstiftungswoche.eu

Rund 700 000 Menschen engagieren sich

freiwillig in Einrichtungen und Diensten der

Diakonie. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen

Studie des Diakonie Bundesverbandes.

Damit kommen nahezu zwei Freiwillige auf jeden

der 453 000 Mitarbeitenden der Diakonie. Die

Befragung zum freiwilligen Engagement unter

1500 Einrichtungen und Diensten der Diakonie

sowie 1000 freiwillig Engagierten ergab zudem ein

typisches Engagement-Profil: die freiwillig engagierten

Menschen in der Diakonie sind demnach

zumeist weiblich, älter als 60 Jahre und im Schnitt

bis zu zehn Stunden monatlich freiwillig tätig.

www.diakonie.de

Interview

Das Erfolgsgeheimnis:

Mund-zu-Mund-

Propaganda plus

Internet

Im Interview mit dem Paritätischen Rundbrief erläutert

Berndt Maier die Strategien eines großen Mitgliederverbandes

im sozialen Dienstleistungsmarkt. Maier ist Geschäftsführer des

Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg.

Sie führen die Geschäfte eines eingetragenen Vereins,

der sich über steten Mitgliederzuwachs freut.

Wie war die Entwicklung der vergangenen Jahre?

In den vergangenen fünf Jahren hatten wir einen Zuwachs

von 4000 Mitgliedern. Dieses Jahr möchten wir

die 16 000-Mitglieder-Marke knacken. Wir hatten bis

1994 11 000 Mitglieder Berlin-Brandenburg, und sind

dann zurück auf 9400. Seit 2000 gibt es wieder ein kontinuierliches

Wachstum, das in Westberlin begann, dort

haben wir rund 8000 Mitglieder, in Ostberlin 2500. Auffallend

fällt der Zuwachs von 10,36 Prozent aus, den wir

im letzten Jahr in Brandenburg hatten, in Berlin waren es

nur 4,6 Prozent.

Wie gelingt dem Vdk Berlin-Brandenburg dieser

kontinuierliche Zuwachs?

Das Zugpferd ist ganz eindeutig die Sozial- und Rentenberatung,

das belegt auch eine Leserumfrage aus dem

vergangenen Dezember. Die Menschen kommen zum

VdK in erster Linie aus Vorsorge für Sozialrechtsschutz

mit laufenden Verfahren, weil der VdK sozialpolitische

Interessen vertritt. Andere Beweggründe sind unsere informative,

kostenlose Verbandszeitung und das Projektangebot.

Welcher Art sind diese Projekte?

Wir haben beispielsweise an vier Tagen in der Woche

eine Rentenberaterin. Wir bieten die Hilfsmittel- und

Wohnraumanpassungs-Beratung für ältere Bürger und

Menschen mit Behinderung an. Wir haben uns ganz gezielt

um einen Pflegestützpunkt bemüht. Und wir haben

eine „Unabhängige Patienten-Beratung“ nach Berlin geholt.

Wie steht Berlin im bundesweiten VdK-Spektrum

da?

Wir sind, ähnlich wie der VdK Sachsen, ein Exot, indem

wir neben der Rechtsberatung aktive Sozialarbeit in Projekten

und Einrichtungen anbieten.

März 2012 13


Im Gespräch

Hat der VdK Berlin-Brandenburg das irgendwann

zur Verbandspolitik erhoben oder hat sich das

durch Zufall ergeben?

1987 ist das meine Idee gewesen, nachdem ich den Verband

analysiert und gemerkt hatte, dass mein ältester

Mitarbeiter 86 Jahre alt war, und zudem die Kassierer, die

damals jeden Pfennig aufs Sparbuch getragen hatten, das

Hauptsagen hatten. Eigentlich hat es kein Verbandsleben

mehr gegeben, es war einfach notwendig, umzusteuern.

Es gab eine große Nachfrage nach Service, nach

rechtlichen und organisatorischen Dienstleistungen,

wie sich heute zeigt. Aber auch nach sozialen

Projekten in der Stadt.

Damals habe ich gesagt: es kann doch nicht sein, dass

es beim Paritätischen, wo wir auch Mitglied sind, erfolgreiche

Mitgliedsorganisationen gibt, die nur 20 Mitglieder

haben und einen Umsatz von einer Million Mark. Warum

steigen wir nicht auch in die Projektarbeit ein? Anfänglich

war das nicht leicht. Wir sind gezielt mit unserer

Projektarbeit – immer in Nachbarschaft zu unserem

Kernthema – in Nischen eingestiegen und haben uns

schnell Ansehen erworben. Die Mobilitätshilfe-Dienste

waren der Anfang. Dieser Einstieg in soziale Projekte

hatte auch Imagegründe: Wir wollten wegkommen vom

historischen Verband der Kriegsopfer, Behinderten und

Rentner. Das ist gelungen, heute sind wir der Sozialverband

VdK. Hinzu kam die Professionalisierung der

Rechtsberatung. Bei uns arbeiten derzeit sechs Juristen,

davon vier Fachanwälte für Sozialrecht. Das hat sich inzwischen

rumgesprochen, denn man wird im VdK nicht

durch Marketing oder Werbekampagnen Mitglied.

Sondern?

Die meisten Leute kommen durch Mund-zu-Mund-

Empfehlung – das hat auch unsere neueste Umfrage

bestätigt. Wir werden weiterempfohlen durch Mitglieder,

durch Ärzte, durch Schwerbehindertenvertretungen,

durch Krankenhäuser. Alle, die mit der VdK-Rechtsabteilung

schon mal zu tun gehabt haben und wissen, was

wir tun, empfehlen uns weiter.

Dennoch müssen Sie sich im Dienstleistungs-, Beratungs-

und Projektmarkt behaupten. Wie erklären

Sie sich Ihren Erfolg?

Zuerst ist es die Marke! Auch die Marke, dass sich der

VdK als ehemalige Kriegsopfer-Organisation in einen

modernen Sozialverband umstrukturiert hat. Das haben

wir viel früher angefangen als andere, die heute weniger

und immer ältere Mitglieder haben.

Sind Sie ein einflussreicher Lobbyverband?

Bundesweit ja, wir gehen auf die 1,7 Mio. zu. Der VdK

ist in den süddeutschen Regionen riesig präsent, auch

politisch. In Berlin weniger. Hier gibt es viele Selbsthilfegruppen,

die Spezialinteressen vertreten. Aber wir werden

inzwischen mehr gehört, weil wir mittlerweile zudem

ein starker Trägerverband sind, unter dessen Dach soziale

Projekte zu Hause sind. Da kommt es uns in Berlin und

Brandenburg zugute, dass der VdK immer eine föderale

Struktur hatte. Wenn wir das Ja des Bundesverbandes für

alles gebraucht hätten, was wir hier in Berlin seit 1987

aufgebaut haben, dann wäre vieles nicht so gelaufen.

Hat die Stimme des Mitgliederverbandes VdK Gewicht?

Wenn unsere Verbandschefin mit den Rentnern im Bund

droht, dann hat das hat schon Gewicht. Die Politik weiß,

dass wir ein starker Interessenvertreter sind. Die Lobbyarbeit

war, neben der Rechtsvertretung, bei der Leserumfrage

vom letzten Jahr einer der wichtigsten Gründe,

warum die Leute Mitglied werden oder Mitglied bleiben.

Wenn ihnen Lobby so wichtig ist, müssten die knapp

16 000 Berliner und Brandenburger Mitglieder leicht

für Protestaktionen, Demonstrationen und dergleichen

zu gewinnen sein?

Leider nicht. Was uns Sorgen macht, ist die Kampagnefähigkeit

unserer Mitglieder. Für Protestveranstaltungen

muss ich mittlerweile die Anfahrt aus Brandenburg bezahlen

und noch einen Essensgutschein beilegen. Das

war früher anders.

Sie haben im Lauf der Jahre auch den Internet-Auftritt

massiv modernisiert. Ist das zeitgeistige Spielerei

oder spielt das Internet tatsächlich eine Rolle?

Ca. 35 Prozent unserer neuen Mitglieder kommen übers

Internet. Das habe ich vor zehn Jahren, als wir das eingerichtet

hatten, auch nicht gedacht.

Können Sie sich sich vorstellen, eine Online-Beratung

und Telefon-Beratung anzubieten? Eine VdK-

Hotline?

Das schlage ich schon seit langem unserem Bundesverband

vor, aber das braucht Zeit

In den vergangenen vier, fünf Jahren gab es einen

besonders deutlichen Anstieg der Mitgliedschaft.

Hat das mit besonderen Aktivitäten zu tun?

Eindeutig mit den Einschnitten im Sozialrecht! Die

Hälfte unserer Neumitglieder lebt von Hartz IV. Die

sozialen Umbrüche der letzten Jahre, beginnend schon

mit der Schröder-Regierung, treiben uns die Leute zu.

Schwerpunkt ist der Schwerbehinderten-Ausweis; dann

die Erwerbsminderungsrente; Grundsicherung; Hartz

IV. Aber Grundsicherungs-Empfänger treten oft, wenn

das Verfahren vorbei ist, ganz schnell wieder aus dem

Verein aus.

14 März 2012


Im Gespräch

Ähnlich wie beim DLRG: Wenn die Kinder schwimmen

können, treten manche Eltern wieder aus.

Das ist leider das Risiko, wenn man ein Sozialverband

als Dienstleister für Mitglieder ist. Es gibt Leute, die sind

ganz schön unverschämt, die kommen mit drei, vier Verfahren

und beklagen sich noch, dass sie für jedes Verfahren

eine gesonderte Verfahrenspauschale bezahlen

müssen. Gleichwohl kann ein Sozialverband nur dann

leben, wenn Leute über diese Dienstleistung der Sozialund

Rechtsberatung oder Vertretung vor Gericht hinaus

weiterhin Mitglied bleiben.

Wie sieht die Hitliste der meist abgerufenen Dienstleistungen

aus?

Die meisten Verfahren bewegen sich im SGB IX, also

Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, SGB

VI (Renten) und mittlerweile auch im SGB II und XII,

das ist Hartz IV und Grundsicherung.

Wie ist der klassische Weg eines Mitglieds zu Ihnen?

Meistens hat der Betreffende einen ablehnenden Bescheid

vom Amt, und er kommt durch Mund-zu-Mund-

Propaganda zu uns. Er erfährt: Die haben Ahnung, außerdem

sind sie nicht so teuer wie ein Rechtsanwalt. Bei

uns muss man nur Mitglied werden. Manche sind clever

und wissen, ich muss jetzt einen Antrag auf einen

Schwerbehindertenausweis stellen, den bringe ich noch

selber auf den Weg, aber vorsichtshalber werde ich schon

mal Mitglied im VdK. Der Hintergrund: Wir verlangen

von denjenigen, die mit ihrer Akte unterm Arm zu uns

kommen, weil sie nicht mehr selber weiterkommen, doppelte

Verfahrensgebühren und eine rückwirkende Mitgliedschaft

von sechs Monaten. Aber sie kommen alle,

entweder um sich schon im Voraus rechtsschutzmäßig zu

versorgen oder wegen eines Verfahrens.

Wie hoch ist die Fluktuation? Wieviele gehen nach

Abschluss des Verfahrens wieder? Was wissen Sie

über die Bleiber?

Wir haben eine Fluktuation von rund 10 Prozent im

Jahr. Wir müssen also mindestens 1500 Mitglieder neu

gewinnen, um den Bestand zu halten. Wir versuchen, die

Leute zu halten, z.B. mit der Richtlinie, die jeder, der ein

Verfahren mit uns anfängt, in die Hand kriegt, wo die

Verfahrenspauschalen drauf stehen. Neumitglieder zahlen

statt 52 Euro 104 Euro. Und, als Anreiz: Wer fünf

Jahre Mitglied bleibt, bekommt die doppelte Verfahrenspauschale

auf sein Beitrags-Konto gut geschrieben.

Kann man ihre Dienste auch einkaufen, ohne Mitglied

zu werden?

Nein. Aber es gibt Kooperationsverträge, z.B. mit der

Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft. Solche Vertragspartner

zahlen einen Pauschal-Mitgliedsbeitrag als

juristische Person und kaufen sich über diesen Beitrag

Rat und Auskunft ihrer Mitglieder bei uns ein. Im Falle

eines Verfahrens muss der Ratsuchende jedoch Mitglied

bei uns werden.

Denken Sie daran, solche Angebote auszubauen?

Wir werden unsere Rechtsabteilung ausbauen – spätestens

im nächsten Jahr, wenn wir mit unserem Bundesverband

in Berlin-Mitte zusammenziehen und dort einen

zweiten Beratungsstandort eröffnen.

Sie sind durchaus im Wettbewerb hier in Berlin. Es

gibt ja nicht nur die SoVD, auch die Gewerkschaften

machen Angebote, vielleicht auch die Caritas und

Diakonie, die AWO. Sie sind wahrscheinlich der

größte, aber nicht der einzige hier am Markt?

Ähnlich organisiert ist der SoVD, alle anderen Wohlfahrtsverbände

und Organisationen holen sich Juristen

Der Volljurist Berndt Maier ist Geschäftsführer

des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg.

Im Regionalverband sind mehr als

15 000 beitragszahlende Mitglieder organisiert

und 146 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt.

Jährlich betreuen die Rechts- und Sozialberater

des Verbandes rund 2000 Verfahren,

in denen es vorzugsweise um Schwerbehinderten-,

Renten- und Sozialrecht (Hartz IV)

geht. Der Berlin-Brandenburger Sozialverband

ist zugleich Träger von sozialen Projekten,

zu denen Unabhängige Patientenberatung

ebenso gehört wie Mobilitätshilfedienste

oder die Integrationsfirma Integra gGmbH.

März 2012 15


Im Gespräch/ Pressespiegel

ins Haus, die dann Sprechstunden geben und rechtliche

Vertretung auf eigene Rechnung anbieten. Die unterschiedlichsten

Organisationen, z.B., die Lebenshilfe, haben

schon mal erwogen, einen Rechtsschutz aufzubauen,

auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe hat damit

geliebäugelt - aber dies nie realisiert.

Welchen Vorzug hat es für den VdK Berlin-Brandenburg,

Mitglied im Paritätischen zu sein?

Ich habe immer gesagt: Lasst uns praktische Sozialarbeit

machen. Und da war es einfach naheliegend, sich dem

Paritätischen anzuschließen. Auch wenn der VdK einer

der starken Mitglieder in der Parität Berlin ist, decken

wir allein nicht alles ab. Wir brauchen den Paritätischen

als Dachverband. Wir waren am Anfang klein, und der

Paritätische hat uns, etwa durch Information und Vernetzung

mit den anderen Mitgliedsorganisationen, Türen

und Tore geöffnet.

Ist es, etwa in Verhandlungen mit Senatsverwaltungen,

wichtig ein großer Mitgliedsverband zu

sein, um an interessante Projekte und Budgets zu

gelangen?

Nein, das spielt überhaupt keine Rolle, sondern wir müssen

gut sein. Möglichst besser als andere. Ich möchte als

VdK den Zuschlag für ein interessantes Projekt kriegen,

weil wir gute Leistungen bringen, nicht weil wir protegiert

werden..

Wie teuer ist es, ein Mitglied zu akquirieren, zu halten?

Wir haben schon eine verbandsinterne Rechnung. Wir

geben z.Zt. 420 000 Euro für unsere soziale Rechtsberatung

aus. Für die Mitglieder den gleichen Betrag nochmal.

Da ist alles mit reingerechnet: die kostenlose Verbandszeitschrift,

die Mitgliederverwaltung, Betreuung der Mitglieder,

Weihnachtsfeierzuschüsse die die Mitglieder kriegen,

Aufwendungen für die Arbeit des Ehrenamtes.

Wie wird ein Mitglied zum Ehrenamtlichen?

Wir unterscheiden Ehrenamtliche im Vereinsbereich, das

sind die Menschen, die als Vorsitzende, stellvertretende

Vorsitzende, als Kassierer, als Betreuer bei Geburtstagen

usw. unsere Verbandsstufen betreuen - diese sind überwiegend

bezirksorientiert. Das sind ungefähr 160 Leute.

Dann haben wir noch ein anderes Ehrenamt, das sind die

ungefähr 60 Menschen, die z.B. ehrenamtliche Richter in

der Sozialgerichtsbarkeit sind. Schließlich arbeiten ungefähr

400 Menschen ehrenamtlich in unseren Projekten,

im Betreuungsverein, in den Mobilitätsdiensten, im Pflege-Stützpunkt,

in den Besuchsdiensten.

http://vdk.de/bb2

Notiert, zitiert,

gedruckt

Paritätische Themen in den Berliner Tageszeitungen – die

kompletten Beiträge sind über die zitierten Links im Internet

abzurufen.

Betrugsvorwürfe in der Pflege - Jetzt wehren sich

die Sozialverbände“, hieß die Überschrift über eine

Nachrichtengeschichte, die am 5. März im Tagesspiegel

erschien. „Die Sozialverbände wehren sich gegen Pauschalverurteilungen,

fordern Fakten und mehr Kontrollen.“

Die Verbände der Wohlfahrtspflege in Berlin

hätten empört auf Medienberichte zu angeblich systematischem

Betrug in der Pflegebranche reagiert, heißt es

in dem Artikel weiter. Die Liga der Spitzenverbände der

freien Wohlfahrtspflege habe verärgert reagiert, so der

Tagesspiegel, und werfe dem Sozialstaatssekretär Michael

Büge (CDU) undifferenzierte Pauschalverdächtigungen

vor. Der hatte angebliche „mafiöse Strukturen“

in der ambulanten Pflege ausgemacht, aber den Beweis

dafür nicht angetreten.

Paritätische Standpunkte

in der Berliner Presse

Der Tagesspiegel: „Der Paritätische Wohlfahrtsverband

Berlin, der größte Dachverband freier Träger in

der Stadt, fühlt sich durch Betrugsvorwürfe des Staatssekretärs

verleumdet. Der Politiker solle Anzeige gegen

betroffene Einrichtungen erstatten anstatt „Rufmord“

an einer ganzen Branche zu begehen, forderte der Verband:

„Eine konsequente Verfolgung betrügerischer

Pflegedienste ist im Interesse aller korrekt arbeitenden

Pflegedienste und ihrer Verbände.“

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/

betrugsvorwuerfe-in-der-pflege-jetzt-wehren-sich-diesozialverbaende/6290422.html

Zum gleichen Thema meldete die Berliner Morgenpost,

auch am 5. März: „Pflegeverbände wehren sich gegen

Betrugsvorwürfe“ und zitierte ebenfalls aus der Pressemitteilung

des Paritätischen: „Der Politiker solle Anzeige

gegen betroffene Einrichtungen erstatten anstatt

„Rufmord“ an einer ganzen Branche zu begehen, forderte

der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin am

Montag.“

Der „einzige Schmuck in einem kargen Büro“ seien

die beiden Kakteen, schreibt die Welt am 23. Februar

über das Hauptquartier der neu ernannten (und

vielbeschäftigten) Ombudsfrau für die Hinterbliebenen

der Mordopfer der Zwickauer Terrorzelle Nationalso-

16 März 2012


Pressespiegel

zialistischer Untergrund (NSU), Prof. Barbara John,

zugleich Vorsitzende des Paritätischen Berlin, der

„selbst für die Briefe, die John an die Opferfamilien verschickt,

bislang aufkommt“, so Welt-Autor Martin Lutz.

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13882460/John-fordert-mehr-Hilfe-fuer-die-Angehoerigen.html

Pressethemen aus Zivilgesellschaft und

Bürgerengagement in Berlin

Einen gleichlautenden Artikel brachte die Berliner Morgenpost

am gleichen Tag.

http://www.morgenpost.de/politik/article1911008/

Barbara-John-einsame-Hueterin-der-NSU-Opfer.html

„Mein Eindruck ist, dass die Zahl der Arbeitssuchenden

unter den Freiwilligen zunimmt“, sagte Stefanie Beerbaum

vom Sternenfischer-Freiwilligen-Zentrum, das

Ehrenamtliche an Organisationen vermittelt. Sie wurde

in einem Bericht zitiert, den der Tagesspiegel (Autorin:

Daniela Martins) am 2. Februar über Ehrenamt und

Arbeitslosigkeit brachte. Im Vorjahr seien 11,5 Prozent

ihrer „Klienten“ Arbeitssuchende gewesen, wird Beerbaum

zitiert. „Bislang sind sie aber von den Freiwilligenagenturen

und Organisationen sehr vernachlässigt

worden. Und sie sind schwer zu erreichen“, sagt die Sozialpädagogin.

Beerbaum will das ändern und hat Fallmanager

in den Jobcentern „sensibilisiert“. Schließlich

könne ein Ehrenamt ein Weg aus der Arbeitslosigkeit

sein: „Wenn sie etwa Senioren im Pflegeheim vorlesen,

erfahren sie, ob die Arbeit dort für sie infrage käme.“

http://www.tagesspiegel.de/berlin/selbsthilfe-von-wegen-arbeitslos/6138522.html

Annette Kögel, Autorin des Tagesspiegels, ging in ihrem

Blatt am 26. Januar auf die bekannte Kölsch-Kneipe

„StäV“ ein, die neuerdings auch Stammlokal des Ski-

Alpin-Teams des Deutschen Behindertensportverbandes

DBS sei – zu erkennen am Hüttenschild, das

sich die Wirtsleute Friedel Drautzburg und Harald Grunert

„was kosten“ gelassen hätten.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/kolumne-in-der-tatab-in-die-skihuette-staev/6112398.html

In ihrer verdienstvollen Servicekolumne „Helden gesucht“

greift die B.Z. immer mal wieder auch Gesuche

von Paritätischen Mitgliedsorganisationen auf, etwa am

15. Februar: „Der Hospizdienst der Berliner Volkssolidarität

sucht freiwillige Helfer. Wer sich für das Amt

interessiert, wird in einem Kurs umfassend auf die Begleitung

sterbender Menschen vorbereitet.“ Oder am 22.

Februar: „Der Reinickendorfer Mobilitätshilfedienst

VdK sucht für seinen Seniorenbus einen ehrenamtlichen

Fahrer, der mit den Senioren Ausflugsfahrten unternimmt.“

http://www.bz-berlin.de/archiv/helden-gesucht-article1387833.html

http://www.bz-berlin.de/archiv/helden-gesucht-article1393935.html

Zu einem „Berliner Sozialgipfel“ fanden sich Anfang

Februar Vertreter von Sozialverbänden ein und formulierten

Forderungen an die Politik, etwa Berndt Maier,

Geschäftsführer des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg,

der vor allem Korrekturen im Bildungsbereich

forderte, wie die „Junge Welt“ (Autor: Florian Möllendorf)

am 9. Februar berichtet. Maier: Um den Anspruch

behinderter Kinder auf inklusiven Unterricht auszuweiten,

müssten in den Schulen mehr Pädagogen und

Schulhelfer eingesetzt werden. Es dürfe nicht zur Regel

werden, daß Eltern den gemeinsamen Unterricht einklagen

müssen. Zitiert werden auch Ursula Engelen-Kefer

vom Sozialverband Deutschland (SoVD), die unter

anderem die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen

Mindestlohns von zehn Euro verlangt und Ingeborg Simon

von der Volkssolidarität. Sie kritisierte, dass zu

wenig für die Behebung des drohenden Fachkräftemangels

in der Branche getan werde.

http://www.jungewelt.de/2012/02-09/050.php

Ähnlich fiel auch die Berichterstattung der taz aus (Autorin:

Manuela Heim) aus, die Berndt Maier (vdk

Berlin-Brandenburg) am 12. Februar so zitierte: „Der

Senat habe etwa das Budget für Schulassistenten, die behinderten

Kindern im Schulalltag zur Seite stehen, vor

drei Jahren gedeckelt. Wenn aber mehr Kinder mit Behinderungen

in inklusive Schulen gingen, brauche man

auch mehr Schulassistenten.“

http://www.taz.de/!87564/

Medienthema: Soziale Projekte

im Paritätischen Berlin

Zu einer Meldung der Bertelsmann-Stiftung, wonach

in Berlin mehr Kinder in Armut aufwachsen als in

jedem anderen Bundesland, zitierte die Märkische Allgemeine

(2. Februar) auch die Sprecherin des Berliner

Kinderschutzbundes, Alex Jakob in einem dpa-Bericht.

„Ich würde nichts lieber als eine Trendwende melden,

aber unsere Projekte sind nach wie vor voll“, sagte

sie laut der Zeitung, die in Potsdam erscheint.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12269575/62249/Berlin-und-Bremen-mit-hoechsten-Armutsquoten-In-Brandenburg.html

Auch Bild vermeldet am 4. Februar, dass der Humanistische

Verband in Berlin-Mitte die Humanistische

März 2012 17


Pressespiegel

Fachschule für Sozialpädagogik eröffnet habe. Im ersten

Jahrgang würden 20 Schüler ihr berufsbegleitendes Teilzeitstudium

zum Staatlich geprüften Erzieher starten;

die Ausbildung koste 70 bis 100 Euro monatlich.

http://www.bild.de/regional/berlin/berlin-regional/humanistischer-verband-eroeffnet-fachschule-22454806.bild.html

Im Rahmen einer Serie „Sport in Berlin“ hat die „Berliner

Zeitung“ über den Blindenfußball im Deutschen

Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) in

Berlin berichtet. „Das Soziale spielt eine viel größere

Rolle beim Blindenfußball“, zitiert das Blatt am 22. Februar

den Trainer Moritz Klotz und veranschaulicht das

Spiel: „Beim Blindenfußball spielen in jeder Mannschaft

vier Feldspieler und ein sehender Torwart. Von außen

Anweisungen geben dürfen außerdem der Trainer und

ein Rufer hinter dem gegnerischen Tor.“ Der Ball, in

den kleine Rasseln eingenäht sind, müsse in Bewegung

bleiben.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/sport-in-berlinspielen-nach-gehoer,10809148,11680790.html

Zeitungsberichte über Mitgliedsorganisationen

des Paritätischen Berlin

Großen Raum nimmt in der Berichterstattung der Berliner

Zeitungen der schlimme Tod der kleinen Zoe aus

Weißensee ein. Der Tagesspiegel (Autoren: Ralf Schönball,

Rainer W. During) zitiert am 5. Februar die Chefin

des Berliner Kinderschutzbundes, Sabine Walther,

die sagte, dass die Hilfen zur Erziehung unter extremem

Kostendruck stünden. Sie wundere sich, „dass es bisher

– zum Glück – nicht noch mehr Todesfälle gab“.

Im gleichen Artikel gibt der Tagesspiegel die Kritik an

Experteneinschätzungen wider, die das Blatt selbst ein

halbes Jahr zuvor veröffentlicht hatte. Jetzt heißt es:

„Eine Kritik, die Diakonie, Paritäter und Bezirke mit

Zahlen widerlegen. Nach einer Studie der Universität

Koblenz vom Oktober 2010 lägen die „durchschnittlichen

Kosten pro Fall in Berlin unterhalb der Werte

von Bremen und Hamburg“ – und sogar unterhalb des

Durchschnitts der 13 untersuchten Städte. In einem

weiteren Vergleich der Stadtstaaten aus dem Jahr 2007

werden die niedrigen Berliner Fallkosten auf die mit den

Trägern „vereinbarte pauschale Absenkung der Entgelte“

zurückgeführt.“ Und weiter: „Innerhalb von vier

Jahren sind die Durchschnittskosten pro Fall um 10 000

Euro gesunken“, sagt Elfi Witten, Sprecherin des Paritätischen

Wohlfahrtverbandes Berlin und der Liga-

Wohlfahrtverbände. Und obwohl die Zahl der betreuten

Kinder heute höher liegt als im Jahr 2002, bekommen

die Träger 40 Millionen Euro weniger als damals.“

http://www.tagesspiegel.de/berlin/aemter-in-der-

kritik-die-hauptstadt-der-vernachlaessigten-kinder/6157624.html

Mit einer erfreulichen Nachricht wartete die Berliner

Morgenpost am 17. Februar auf, als über den über den

Fröbel-Kindergarten Stepping Stones in Berlin berichtete,

der in den Tagen der Berlinale zum Berlinale-

Kindergarten aufstieg. Das Blatt fasste zusammen:

„Akkreditierte Festivaleltern konnten ihren Nachwuchs

ganztags in die Obhut geschulter, liebevoller Pädagogen

geben und selbst entspannt das Festivalprogramm genießen.

Auch „reguläre“ Festivalbesucher konnten ihre

Kinder betreuen lassen, wenn sie eine gültige Berlinale-

Kinokarte vorweisen konnten.“ Ähnlich wie die Morgenpost

berichteten auch andere Zeitungen – etwa die

Welt (17. Februar), die Augsburger Allgemeine Zeitung

in der Ausgabe vom 15.02.2012 und der Nordbayerische

Kurier in der Ausgabe vom 18.02.2012.

http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article1907407/Die-einen-rufen-Ashley-Ashley-die-anderen-Mama-Mama.html

Mehr als als 25 Freiwilligenagenturen gebe es in Berlin;

der Bezirk Treptow-Köpenick gelte als vorbildlich,

das schreibt Daniela Martens im Tagesspiegel vom 1.

März. Überschrift: Stadtplan des Ehrenamts. In dem

Artikel wird unter anderem die „Treffpunkt Hilfsbereitschaft

— Die Landesfreiwilligenagentur Berlin

als die größte und älteste Agentur vorgestellt. „Wir sind

die Urmutter aller Freiwilligenagenturen in Deutschland

und nach amerikanischem Vorbild gegründet“, sagt Geschäftsführerin

Carola Schaaf-Derichs vom Treffpunkt

Hilfsbereitschaft. Ebenfalls in ganz Berlin vermittele die

Internetagentur „gute-tat.de“, die von einer Stiftung finanziert

werde. Eine Reihe von Büros habe eine spezielle Ausrichtung,

wie der „Deutsch-Russische Austausch e.V.“

„Seit 2008 haben wir 1200 Menschen glücklich in ein

Engagement gebracht“, sagte Stefanie Beerbaum, Leiterin

des Sternenfischer-Zentrums in Treptow-Köpenick

gegenüber der Tagesspiegel Reporterin.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadtplan-des-ehrenamts/6270924.html

Was machen eigentlich Männerbeauftragte? Sie sollen

die Interessen von Männern vertreten. Im Idealfall helfen

sie damit auch den Frauen. – Diese These vertritt

Anne Haeming in ihrem Artikel „Von Mann zu Mann“.

In der Wochenzeitung „Der Freitag“ (24. Januar) beleuchtet

sie unter anderem am Beispiel von Nick Erdmann,

Genderbeauftragter bei Ina.Kinder.Garten,

die Aufgaben und Erfolgschancen der – noch seltenen

– Männerbeauftragten, Väterbeauftragten und männlichen

Gleichstellungs- oder Genderbeauftragten.

http://www.freitag.de/alltag/1203-von-mann-zu-mann

18 März 2012


Report

Fachfrauen- und

Fachmänner informierten

sich einen

Tag lang über neue

und bewährte Strategien

im Kinder- und

Jugendschutz

Fachtagung vor aktuellem Hintergrund

Kleine Kinder in

kritischen Lebenslagen

Großes Interesse in der Berliner Fachwelt fand

die zweite gemeinsame Veranstaltung des Paritätischen

Berlin mit der Berliner Regionalgruppe

der Internationalen Gesellschaft für erzieherische

Hilfen (IGfH) zum Thema „Kleine Kinder in kritischen

Lebenslagen“ gestoßen. Dieses Mal ging

es um Gesundheit als ein Thema, das auch den

Kinderschutz berührt. Eine beklemmende Aktualität

hatte die Fachtagung wenige Tage zuvor durch

den Tod der kleinen Zoe aus Berlin-Weißensee

bekommen.

An diesen schlimmen Hintergrund erinnerte auch Andreas

Schulz, Jugendhilfereferent des Paritätischen

Berlin, zu Beginn einer Fachtagung am 15. Februar

2012, deren kompletter Titel lautete:

„Kleine Kinder in kritischen

Lebenslagen - kluge Netzwerke

von Kindertagesstätten, Hilfen

zur Erziehung und Gesundheit“.

Die Konferenz hatte aber nicht

nur eine tagesaktuelle Aktualität,

sondern wurde auch vor dem

Norbert Struck

Hintergrund eines Bundeskinderschutzgesetzes

veranstaltet, das

mit zahlreichen Neuregelungen Anfang des Jahres in

Kraft getreten war.

Norbert Struck vom Paritätischen Gesamtverband erläuterte

Details, die er teils nachrichtlich aufzählte, teils

kritisch kommentierte, teils zustimmend würdigte. Im

Grundsatz habe sich das Volumen erhöht (mehr Mittel)

und die Zweckbestimmung des Kinderschutzes erweitert,

was er begrüße – wie einige andere Passagen, die

an Transparenz gewonnen hätten, etwa die Geheimhaltungspflichten

und -rechte von Ärzten, die ein „bisschen

mehr Klarheit“ bekommen hätten. Wenn es darum

gehe, dem Jugendamt offensichtliche Verstöße oder den

Verdacht darauf zu melden, kollidierten diese ärztlichen

Verpflichtungen aber rechtlich nicht selten mit dem Elternrecht,

das grundgesetzlich deutlich fixiert sei, im

Gegensatz zu den Kinder- und Jugendlichenrechten, die

nach wie vor nicht im Grundgesetz verankert sind.

Wo Zuständigkeiten für das Kindeswohl einzelner Kinder

oder Jugendlicher zwischen Ämtern, freien Trägern

oder Familien wechseln, sei in der Vergangenheit

„einiges den Bach herunter“ gegangen, sagte Norbert

Struck – zum Schaden von Kindern und Familien. Für

Klarheit und Transparenz bei diesen Übergängen sei im

Gesetz gesorgt worden.

Umkehr der Beweislast

Einiges sei auch in Sachen Qualifizierung und Qualifikation

deutlicher formuliert worden – das Kinderschutzgesetz

spricht von „insoweit erfahrenen Fachkräften“,

überlasse es aber im Wesentlichen den Trägern und ihrer

Kompetenz, zu entscheiden, wen sie als Fachkraft für

geeignet halten und wen nicht. Nicht nur kosmetisch zu

verstehen sei eine überfällige Umkehr der Beweislast.

Während bisher Landesjugendämter den Beweis anzutreten

hatten, dass das Kindeswohl in einer Einrichtung

der Kinder- und Jugendhilfe nicht gefährdet sei, seien

jetzt die Träger bei der Eröffnung einer neuen Einrichtung

aufgefordert nachzuweisen, dass das Kindeswohl

gewährleistet sei. „Was das in der Praxis zu bedeuten

hat, muss man sehen“, sagte Norbert Struck, „vielleicht

März 2012 19


Report

wird es da oder dort einige Fallstricke in der Umsetzung

geben.“ Struck war nicht der einzige Referent, der auf

dergleichen prozedurale „Fallstricke im Kinder- und Jugendschutz“

zu sprechen kam und über Wege, ihnen zu

entkommen. Die beste Methode ist noch immer: Kooperation

und Vertrauensbildung zwischen allen Beteiligten.

Das machte Dr. Oliver Blankenstein deutlich, er

ist Kinderarzt und Leiter des Kinder-Vorsorgezentrums

der Charité, das mit dem Berliner Kinderschutzgesetz

2009 etabliert wurde.

Zentrale Stelle für das „Screening“ der

Neugeborenen

Ziel der „Zentralen Stelle“ an der Charité ist es, die

Teilnahmequote an den Kinderfrüherkennungsuntersuchungen

(U4 bis U9) zu erhöhen, um Entwicklungsstörungen

und Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Eltern, die eine Früherkennungsuntersuchung ihres

Kindes nicht rechtzeitig nutzen, werden jetzt kurz vor

Ablauf der Frist schriftlich daran erinnert – ein Einladungs-

und Rückmeldewesen, für das Oliver Blankenstein

verantwortlich ist. Basis dieser Tätigkeit ist

eine sogenannte

„Screening-ID“,

die jedes Neugeborene

bekommt.

Ergebnis bisher:

172000 kleine

Kinder wurden

bisher in die

Screenings einbezogen;

in 54600

Fällen wurden

den Familien

Einladungsbriefe

übermittelt und

in rund 19000

Fällen wurde

der Kinder- und

Jugendgesundheitsdienst

einbezogen, um die Familien zu Kinderfrüherkennungsuntersuchungen

und kinderärztlichen oder

sozialpädiatrischen Beratungen zu zu ermuntern.Dr.

Blankenstein

vergaß nicht - bei allem Stolz auf die Erfolge - die Probleme

zu erwähnen. So fehlten Regelungen für Kinder

ohne Wohnsitz oder mit Nebenwohnsitz in Berlin.

Oder der Verwaltungsaufwand in den Gesundheitsämtern

werde als zu hoch moniert, schließlich mangele

es bisweilen an der Kooperation über Ländergrenzen

hinweg. Dr. Blankenstein: „Datenschutz darf Kinderschutz

nicht behindern“.

„Jugendhilfe und Gesundheitsförderung gehören zusammen“

stand leitmotivisch über den Folien, die das

Referat von Christina Emmrich begleiteten. Sie ist in

Berlin-Lichtenberg stellvertretende Bürgermeisterin

und Leiterin der Abteilung Jugend & Gesundheit. Nicht

ohne historische Selbstironie versicherte Emmrich den

erheiterten Zuhörern: „Von Lichtenberg lernen heißt

siegen lernen“ und spielte auf eine Kooperationsvereinbarung

Jugend & Gesundheit an, die in anderen Bezirken

Berlins Nachahmer gefunden habe: Friedrichshain-

Kreuzberg, Neukölln, Steglitz-Zehlendorf). Unterm

Strich fassen diese Kooperationsvereinbarungen das

Normale zur Norm zusammen: Dass nämlich unter dem

Dach der Bezirke die Jugendämter mit den Gesundheitsämtern

auch formell zusammen arbeiten sollen, wenn

es um das Kindeswohl geht. Jetzt ist es für Jugend- und

Gesundheitsamtspitzen z.B. verpflichtend, sich regelmäßig

zusammen zu setzen und sich in Grundsatz- wie in

Einzelfällen abzustimmen.

In kleineren Workshops fanden am Nachmittag Teilnehmer zusammen, um Themen zu vertiefen.

Drei von vier Lichtenberger Familien wurden vom

Gesundheitsdienst besucht

Damit sei, so Christina Emmrich, z.B. die Erreichbarkeit

in Kinderschutzfällen besser organisiert, es würden

Hausbesuche zur Gesundheitsgefährdung für den

Altersbereich 0 – 3 gemeinsam durchgeführt, das Jugendamt

könne sein Wächteramt durch gesundheitliche

Beratung verstärken und unterstützen. Drei von vier

Lichtenberger Familien mit Neugeborenen (insgesamt

rund 2000 im vergangenen Jahr) seien besucht worden.

Die 100 Prozent seien ein eigentlich selbstverständliches

Ziel, das aber wegen Personalmangels nicht erreicht

werden könne. Mit der Kooperationsvereinbarung seien

zudem Modellprojekte entstanden – etwa eine Tagesgruppe

für psychisch kranke Kinder , die gleichzeitig Jugendhilfe

brauchen oder eine Initiative zum Schutz von

Kindern aus suchtkranken Familien.

„Aus Fehlern lernen - Qualitätsmanagement im Kinder-

20 März 2012


Report

Landesprogramm für die gute gesunde Kita“ – auch

dies eine berlinweite Initiative, die von unterschiedlichsten

Kooperationspartnern – Krankenkassen, Stiftungen,

Verbände, Senatsverwaltung – getragen ist. Pro Bezirk

sollen sich 15 Kitas am Landesprogramm beteiligen,

dafür wird eine halbe Koordinatorenstelle bereit gestellt

und finanziert. Dass Handlungsbedarf besteht, was die

Gesundheit von Kindern und Jugendlichen betrifft,

zeigte vor einiger Zeit der große Kinder- und Jugendgesundheitssurvey

(KiGGS): 15 Prozent der Heranwachsenden

zwischen drei und 17 Jahren sind übergewichtig,

25 Prozent treiben keinen Sport, bei 15 Prozent gibt es

Hinweise auf psychische Probleme. Da kommen Programme

wie „Kitas bewegen“ gerade recht. So bewerten

über 60 Prozent der 422 teilnehmenden pädagogischen

Fachkräfte „Kitas bewegen“ als Hilfestellung für die

fortlaufenden Qualitätsentwicklungsprozesse in ihren

Einrichtungen. Weitere Ergebnisse:

Über 60 Prozent bewerten die Teilnahme am Projekt

„Kitas bewegen“ als Hilfestellung um mit den zahlschutz“

so lautet ein Bundesprojekt, das von Oktober

2008 bis August 2010 unter der wissenschaftlichen Begleitung

von Stefan Heinitz (Alice Salomon Hochspule)

durchgeführt wurde, der den Abschlussbericht des

Projektes zusammenfasste. 42 Kommunen aus zwölf

Bundesländern (ohne Berlin) hatten daran teilgenommen

und kritisch ihre Konzepte und Abläufe im Kinderschutz

auf den Prüfstand gestellt. Insgesamt 578

Fachkräfte, vor allem aus der Jugendhilfe, aber auch

Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitswesens,

von Schulen, Familiengerichten, Polizei und Politik haben

an dem Projekt mitgewirkt. Wichtigstes Ergebnis,

auch hier: Nichts ist so wertvoll für den Kinderschutz

wie eine gute Kooperation der beteiligten kommunalen

Ämter, Träger, Initiativen und Familien.

Die inhaltlichen Ergebnisse des Bundesprojektes fasste

Heinitz so zusammen:

Über kommunale Grenzen hinweg werden zukünftig

Kinderschutzfälle betrachtet, um gemeinsam daraus zu

lernen und die Qualität der Arbeit weiterzuentwickeln.

Jugendämter bieten Fortbildungsveranstaltungen zum

Kinderschutz für Netzwerkpartner wie zum Beispiel

Ärzteschaft, Polizei, Schulen und Kliniken an. Sie unterstützen

damit ein gemeinsames Verständnis von Kindeswohlgefährdung

und werben für die Unterstützungsmöglichkeiten

der Jugendhilfe. („Fallwerkstätten“)

Kommunen entwickeln ein systematisches Rückmeldeund

Beschwerdemanagement im Kinderschutz und sind

damit offen für Anregungen und Kritik von betroffenen

Eltern und Kindern.

Rückkehr zur Klassengesellschaft, Tendenz zur

Individualisierung des Politischen

Die Erkenntnisse seines Kollegen Heinitz griff Prof.

Dr. Reinhart Wolff (ebenfalls Alice Salomon Hochschule)

auf und erinnerte daran, dass Kinder- und Jugendschutz

immer auch eingebettet sei in die sozialen Beziehungen

und Verwerfungen,

die ihn notwendig machen.

Die Herausforderungen des

Kinder- und Jugendschutzes

vollzögen sich in der Rückkehr

zur Klassengesellschaft

bei gleichzeitiger „Individualisierung

in der politischen

Debatte“, woran immer

mehr Leute zerbrächen, so

Wolff.

Prof. Reinhart Wolff

Wie setzen die Verantwortlichen vor Ort analytisch tragfähige

Einsichten in die Praxis von Gesundheitsschutz

und Gesundheitsförderung um? Wie wird daraus funktionierende

Kooperation? Antworten darauf kamen zum

Beispiel aus der „Therapeutischen Tagesgruppe Tan.go“

(Tagesgruppe als Netzwerk). Die ist ein Modellprojekt

in Berlin-Lichtenberg,

das medizinische,

(familien-)

therapeutische,

erzieherische und

sozialpädagogische

Leistungen in einem

professionsübergreifenden

Projekt

Svea Donath, Dr. Nadja Röseler

verbindet. Im Boot

sind die AOK, die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Ev.

Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge gGmbH,

das Jugendamt Lichtenberg und der Träger Kinderhaus

Berlin-Mark Brandenburg e.V. Die Teamverantwortliche

Dr. Nadja Röseler präsentierte: Tan.go verbinde sozialpädagogische

Methodik mit Therapieangeboten. In

„Tan.go“ würden Kinder betreut und therapiert, die

nach ihrer Krankenhausentlassung weitere Unterstützung

benötigen und für die ambulante Hilfen als Anschlussmaßnahmen

nicht ausreichen. „Tan.go“ gelte

bundesweit als die erste Tagesgruppe, die Jugendhilfe

und Krankenhausbehandlung aus einer Hand anbiete.

Landesprogramm „Kitas bewegen“

Statistiken und Tabellen belegen, dass es um Fitness und

Gesundheit vieler Berliner

Kinder besser bestellt sein

könnte. Vor dem Hintergrund

solcher Zahlenwerke

präsentierte Karin Hautmann

von der Senatsverwaltung

für Bildung, Jugend

und Wissenschaft das Projekt

„Kitas bewegen – Berliner

Karin Hautmann

März 2012 21


Report

reichen Herausforderungen, vor denen Kitas heute stehen

(z.B. Übergewicht, ungleiche Bildungschancen, Bewegungsmangel

oder neue gesetzliche Vorgaben) besser

umzugehen. 40 Prozent aller Befragten fühlen sich für

die Zusammenarbeit mit den

Eltern besser qualifiziert. 52

Prozent der pädagogischen

Fachkräfte achten durch die

Teilnahme am Projekt stärker

auf ihre eigene Gesundheit

und berichten zu 21 Prozent,

dass sie im vergangenen Jahr

weniger krank waren. 42 Prozent

aller pädagogischen Fach-

Dr. Annemarie Franz

kräfte schildern, dass sie insgesamt zufriedener mit ihrer

Arbeit sind. Über 70 Prozent aller pädagogischen

Fachkräfte berichten, dass die Grundlagen von „Kitas

bewegen“ bzw. das Konzept der guten gesunden Kita

in die kitaspezifische Konzeption aufgenommen wurde.

Die kinderärztliche Sicht auf „Kinder in schwierigen

Lebenslagen“ zeigte Dr. Annemarie Franz für den Bundesverband

der Kinder- und Jugendärzte e.V. auf. Franz

leitet eine Praxis in Hellersdorf.

Sie zählte die Psychopathologien und Entwicklungsstörungen

auf, die auf eine mögliche Vernachlässigung von

Kindern durch ihre Eltern hinweisen. Dazu gehören

motorische Unruhe; Störung der Nähe-/Distanzregulation;

das sogenannte eingefrorene Lächeln und die eingefrorene

Wachsamkeit – besonders aber auch Ängste,

die nicht alterentsprechend sind.

Komm-Strukturen vs.

„aufsuchende Strukturen“

Nicht nur in Berlin sei die Abwehr

von Kindeswohlgefährdung auf

die Zusammenarbeit aller Akteure

angewiesen. So verweisen

Berliner Mediziner regelmäßig

an die Sozialpädagogischen Zentren

sowie an Erziehungs- und

Susanne Rinne-Wolf

Familienberatungsstellen, und sie

haken regelmäßig dort mit der Fragen nach: „Sind die

Familien bei Euch angekommen?“

Die Möglichkeiten der Kinderärzte, rechtzeitige Verstöße

gegen das Kindeswohl zu konstatieren und zu melden,

stoßen allerdings auch an Grenzen, wie Dr. Franz

sagte. Nicht alle Kinder seien durch die Kinderärzte zu

erreichen, niedergelassene Ärzte arbeiten schließlich in

„Komm-Strukturen“, die aufzusuchen nicht verpflichtend

ist, schon gar nicht per Zwang. Das Dilemma: In

aufsuchenden Strukturen (Hausbesuche vom Amt),

etwa im Berliner Gesundheitsdienst, sei aber gleichzeitig

ein eklatanter Personalabbau zu beklagen.

Apropos aufsuchende Strukturen: Diesen etwas abstrakten

Begriff füllen unter anderem auch Berliner Familienhebammen

mit Leben, worüber Susanna Rinne-Wolf,

vom Berliner Hebammenverband e.V. referierte. Sie und

ihre Kolleginnen sind staatlich examinierte Hebammen

mit einer Zusatzqualifikation. Sie ermöglichen ihnen

auch psychosoziale Beratung und Betreuung von sozial

gefährdeten Familien, die sie regelmäßig zu Hause aufsuchen

– und zwar bis zum ersten Geburtstag des Kindes

und in enger Kooperation mit einer Sozialarbeiterin.

Dabei kommt der „Familienhebamme“ das vertraute

Image zugute, das sie bei Schwangeren, Wöchnerinnen

und frischgebackenen Müttern genießt. Deshalb ist es

ihnen leichter („niederschwellig“) möglich, die Frauen

an die präventive Regelversorgung anzubinden und sie

(sowie ihre Familien) in das medizinische und soziale

Hilfesystem überzuleiten,“ so Susanna Rinne-Wolf abschließend.

Wie und wer die Arbeit der 28 Familienhebammen finanziert,

welche Vorzüge die möglichen Nachteile überwiegen,

darüber sprachen verschiedene Teilnehmerinnen

in einem anschließenden Workshop – eine von vier

Werkstätten, in denen die Ausführungen der Referenten

vom Vormittag weiter befragt und anwendungstauglich

diskutiert wurden.

Das Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“,

das die Weiterqualifizierung zu Elternbegleitern

ermöglicht, stößt auf großes Interesse. Ende

Februar erhielten die ersten 500 Elternbegleiterinnen

und Elternbegleiter ihr Zertifikat, das sie durch einen

dreiwöchigen Kurs erworben haben. Elternbegleitung

findet an Orten statt, an denen Eltern und Kinder

miteinander Zeit verbringen - ob in einem Familienzentrum,

einer Familienbildungsstätte, einem Mehrgenerationenhaus

oder einer Kita. Elternbegleiter

wollen die Bildungskompetenz von Familien stärken.

Durch die Qualifizierung erhalten Elternbegleiter

zusätzliches Wissen und praktische Handlungskompetenz,

um in ihrer Arbeit besser auf Bildungsthemen

eingehen zu können. Netzwerkarbeit oder interkulturelle

Kompetenzen werden in den Kursen ebenfalls

vermittelt. Erste Rückmeldungen der neu qualifizierten

Elternbegleiter zeigen, dass sich die Kenntnisse

rasch im Berufsalltag umsetzen lassen. Die

Weiterqualifizierung zu „Elternbegleitern“ richtet sich

an haupt- und nebenamtlich Aktive, die bereits in der

Familienbildung tätig sind, idealerweise im Umfeld

einer Schwerpunkt-Kita „Sprache & Integration“.

Bis Ende 2014 werden von den bundesweit tätigen

Trägern der Familienbildung 4000 Elternbegleiter

weiterqualifiziert.

www.elternchance.de

22 März 2012


Lektüre

Zeit essen Seele auf

Das Langsame ist wichtiger

als das Schnelle

In Kürze erscheint im Carl-Auer-Verlag ein Buch,

das sich mit dem Faktor Zeit in Therapie und Beratung

auseinandersetzt.

Seit zwei, drei Jahren wissen wir endlich, was Pokrastination

ist: Die Neigung zum Aufschieben und Vertagen.

Kein Small Talk kommt ohne das Trendthema „Entschleunigung“

aus; wir sollen immerfort die Langsamkeit

entdecken und „Slow Food“ mampfen. Die Zeit selbst,

die ihm den Namen gab, ist dem Zeitgeist ausgeliefert.

Jetzt hat auch die Fachwelt das Thema „Zeit“ wiederentdeckt

und, Hans-Werner Fassbinders

Filmtitel verändernd, „Zeit essen Seele

auf“ auf den Buchdeckel gedruckt.

Untertitel: „Der Faktor Zeit in Therapie

und Beratung“. Das Buch aus dem

fachlich renommierten Verlag Carl-

Auer nimmt sich in zwölf Kapiteln die

Zeit, das Thema Zeit in der Psychiatrie

zu beleuchten, aber auch im Lebenslauf,

in Beratung und Therapie sowie in der

Organisation.

Lese

stoff

Zehn Thesen zum Thema Zeit in

der Psychiatrie

Nicht alle Beiträge sind brandneu – im

ersten Aufsatz, der gewissermaßen die

Pflöcke programmatisch absteckt, werden

„Zehn Thesen zum Thema Zeit in

der Psychiatrie“ wiedergegeben, die der

Autor Luc Ciompi (geb. 1929) vor mehr als 20 Jahren

formuliert hat. Kernthese des Schweizer Psychiaters,

Autors und Wissenschaftlers ist, dass das Langsame

wichtiger sei als das Schnelle, wenn es um psychiatrische

Behandlung geht.

Dieses Primat der Langsamkeit gilt auf gar nicht so paradoxe

Weise selbst in der Notfallpsychiatrie, wie der Notfallpsychiater

Urs Hepp an anderer Stelle des Buches aus

seinem Berufsalltag berichtet – wo es darauf ankomme,

das Prinzip der Langsamkeit auch dort zur Geltung zu

bringen, wo die Situation auf Hektik eingerichtet ist.

Das erfordert Haltung. „Wenn ich eine (...) vorläufige

Lösung gefunden habe, überlege ich immer „Kann ich

heute Nacht ruhig schlafen?“ Falls ich diese Frage mit

„nein“ beantworte, ist dies immer ein deutliches Zeichen,

dass die angestrebte Lösung noch nicht tragfähig

ist“. Geduldig und (auch für Laien anschaulich) rückt

Luc Ciompi die „Eigenzeit“, also die gelebte Zeit des Patienten

als Leitfaden aller Behandlung ins Zentrum, erklärt

wie die euphorischen Maniker daran scheitern, ihre

Zeit zu beschleunigen, wie Schizophrene sie zu spalten

versuchen, Neurotiker drehen und verleugnen und wie

sie für den Depressiven scheinbar still steht. Die Kunst

der Ärzte und Therapeuten besteht nun darin, ihren Patienten

an die „Eigenzeit“ zu führen - „die Zerstörung

der persönlichen Eigenrhythmen und -tempi kränkt also

und macht unter Umständen richtig krank, stellen wir

zusammenfassend fest“, schreibt Luc Ciompi.

Der Appell des Psychiaters, mit der Zeit der Patienten

(und den eigenen zeitlichen Ressourcen) schonend umzugehen,

verhalle leider unter dem Druck des Gesundheitssystems,

kommentieren die Herausgeber Ulrike

Borst und Bruno Hildenbrand: „Heute erfassen die Fallpauschalen

auch die Psychiatrie, und in der Folge wird

es zu einer weiteren Beschleunigung psychiatrischer

Behandlungen kommen.“ Die aktuelle

Entwicklung gehe in Richtung

Manualisierung und damit Standardisierung,

eine Fehlentwicklung des Gesundheitswesens,

warnen sie.

Die Verdichtung und Vertaktung von

Zeit habe in Therapie und Beratung

längst stattgefunden, schreiben die

Herausgeber, heute gehöre die „Kurzzeittherapie“

zu den meistdiskutierten

Strömungen in der systemischen Beratung

und Therapie. Kann es sein,

dass unter dem Druck des Ökonomischen

Ciompis Festlegung auf die

Psychiatrie als Disziplin der Geduld

und Langmut, außer Kraft gesetzt

wird? Ein Bollwerk gegen die „Logik

der Wirtschafts- und Beschäftigungssysteme“

sieht Bruno Hildenbrand,

Soziologe und Therapeut, in den Familien, die er, etwas

romantisierend, „als Freischärler ihrer eigenen Zeit“ bezeichnet.

Als Lebensform seien Familien in der Lage,

die ihnen gemäße Zeitstrukturierung zu erhalten. Diese

Fertigkeit, die durch die Konstellation Mutter-Vater-

Kinder eine Eigenständigkeit und eine eigene Dynamik

erhält, könnte Familien gegen die „Dynamik marktkapitalistischer

Gesellschaften, die im rasenden Stillstand

um sich selber kreisen, vielleicht ein bisschen resistenter

und resilienter machen. Nicht nur in der Familientherapie

könne es gut sein, mit den Klienten auszuhandeln,

dass es sinnvoll sein kann, aus der Dynamik des „Immer

mehr, immer besser, immer weiter“ auszusteigen.

Die neue Devise hieße dann: Es eilt nicht.

Ulrike Borst (Hrsg.), Bruno Hildenbrand (Hrsg.)

Zeit essen Seele auf. Der Faktor Zeit in Therapie

und Beratung. 237 Seiten, Carl-Auer-Verlag 2012;

Preis 24,95 Euro

März 2012 23


Aktuell

Interessenten am Diplomstudiengang Musiktherapie

und den Aus- und Weiterbildungsstudiengängen

„Sozialtherapeutische und Sozialpädagogische

Musikarbeit/Musiktherapie“ können

sich für die nächste kostenlose Informations- und

Beratungsveranstaltung am 16. März 2012, Beginn:

17 Uhr, über Tel.: 030 / 813 50 80, ifmberlin@

hotmail.com anmelden.

www.musiktherapieberlin.de

In Freiburg hat die Diakonie ein interessantes

Projekt gestartet, wie der Berliner Mob e.V. auf

seiner Internetseite meldet. Sechs Fahrräder würden

den 100 wohnungslosen Klienten bislang zur

Verfügung gestellt, damit sie schneller von einem

Ort zum anderen kommen. Von der Schlafstelle

bis zur Frühstücksausgabe in der Diakonie würden

die meisten obdachlosen Menschen bis zu sechs

Kilometer zurück. Mob e.V. lobt: „Ein Beispiel,

dass auch in Berlin Schule machen könnte. Denn

wie wir alle wissen: Die Wege sind hier noch um

einiges länger!“

www.strassenfeger.org

Erstmals in ihrer 20-jährigen Geschichte hat

die Wohnungslosentagesstätte Schöneberg (Wota)

des Unionhilfswerks während der eisigen Tage

Notbetten zur Verfügung gestellt. „Für uns ein

Novum. Wir sind ja eine Tagesstätte, Übernachtungen

sind nicht vorgesehen. Doch angesichts der

dramatischen Situation war es für uns selbstverständlich,

rasch und unkompliziert zu helfen“, sagt

Christian Nawrath, Leiter der Wohnungslosentagesstätte.

www.unionhilfswerk.de

Der Deutsch-Russische Austausch (DRA) lädt

alle Mitglieder und Interessierten am 24. März um

14 Uhr in die Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086

Berlin, zum Frühjahrstreffen ein. Tagesordnung:

Jahresberichte 2011 von Geschäftsführung,

Finanzverantwortlichen und Vorstand, Vorstandsneuwahl

sowie eine Diskussion zur aktuellen Lage

in Russland kurz nach der Präsidentschaftswahl

und angesichts der Proteste der Bevölkerung seit

den Dumawahlen. Fällt das Land noch weiter

zurück in Repressionen und Autokratie oder reicht

die Kraft der Protestbewegung für eine schrittweise

Öffnung der Gesellschaft? Der Abend schließt

ab 19 Uhr mit einer kleinen Feier anlässlich des 20.

Jahrestags der Registrierung des DRA e.V.

www.austausch.org

Wetek / Bits 21

Klicken war für die

Kitakinder von Nido

Piccolo kein Klacks

Gleich zwei Verleihungen fanden am 22. Februar

im Weinmeisterhaus Berlin-Mitte statt. Die

erfolgreichen Leistungen der Absolventen/innen

der berufsbegleitenden Fortbildung „Fachprofil

Medienbildung“ wurden mit einem Zertifikat anerkannt

und zum 6. Mal wurden die Gewinner des

Medienwettbewerbs „Klicken ist doch ein Klacks“

im Rahmen der Zertifikatsverleihung prämiert

(Bild unten).

Die Jury aus Berliner Pädagoginnen und Medienexperten

hatte zuvor über die kreativsten Medienprojekte

entschieden. Leicht fiel die Wahl bei so kreativen und

unterschiedlichen Wettbewerbsbeiträgen nicht. „Klicken

ist doch ein

Klacks“ wird jährlich

von Bits 21 (Träger

Wetek gGmbH) in

Kooperation mit der

GMK – Gesellschaft

für Medienpädagogik

und Kommunikationskultur

ausgeschrieben. Die Sachpreise stellt das

Landesprogramm jugendnetz-berlin.de, Wetek, die Alba

Berlin Basketballteam GmbH und die Tivola Publishing

GmbH zur Verfügung. Bits 21 wird vom europäischen

Sozialfonds gefördert und durch die Senatsverwaltung

für Bildung, Jugend und Wissenschaft unterstützt.

Vertreter der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und

Wissenschaft, die mit Glückwünschen, Geschenken

und lobenden Worten kamen, waren beeindruckt von

den kleinen „Wunderwerken“, die die Kinder mit ihren

projektbegleitenden Erziehern oder Lehrern ausgedacht

und umgesetzt hatten - ein schönes Signal, was die anwesenden

Pädagogen bestärkt, eigene Projekte beim nächsten

Medienwettbewerb für 2012/13 einzureichen.

Den 1. Platz erreichte Kita Nido Piccolo, Träger: Independent

Living – Kindertagesstätten für Berlin

gGmbH, für die „Reportage über die Sanierung der

Kita“. Den 2. Platz errang die Kita Siegburger Straße,

Träger: Kindertagesstätten Nordwest, Eigenbetrieb von

Berlin, für „Das ängstliche Gespenst“. Den 3. Platz

heimste die Carl-Humann-Grundschule ein, Träger

Land Berlin Bezirksamt Pankow von Berlin, für „Das

Wunder von Berlin und anderswo“.

www.bits21.eu

24 März 2012


Aktuell

Nachbarschaftsheim Schöneberg

Wellcome – der

Besuchsdienst ist seit 10

Jahren willkommen

Im Rahmen der Feier zum bundesweiten zehnjährigen

Bestehen von wellcome lobte die Bundeskanzlerin

und Schirmherrin von wellcome, Angela

Merkel, das Engagement der Ehrenamtlichen.

Auch die Familienministerin Kristina Schröder und der

Moderator Jörg Pilawa gratulierten zum Erfolg des bundesweiten

Projektes, an dem unter anderem das Nachbarschaftsheim

Schöneberg seit fünf Jahren beteiligt ist.

2007 begann das Nachbarschaftsheim Schöneberg mit

dem Aufbau des Besuchsdienst wellcome – Praktische

Hilfe nach der Geburt. Bis heute konnten viele Familien

während des ersten Lebensjahr des Babys von einer

Ehrenamtlichen entlastet werden. Seit November 2011

besucht etwa die Schöneberger Ehrenamtliche Marion

Rauschenberger (im

Foto rechts) die Familie

Glass und unterstützt

die Familie bei der Betreuung

der Babys und

Geschwisterkinder. Stellvertretend

für die vielen

Ehrenamtlichen und Familien

wurden sie auf der Jubiläums-Veranstaltung Mitte

Februar in der Hamburger Landesvertretung begrüßt.

Die Bundeskanzlerin sagte in ihrer Festrede: „Mir hat

dieses Projekt von Anfang an sehr gefallen, weil es

eine Initiative ist, die sozusagen im praktischen Leben

ansetzt.“ „wellcome“ leiste keine Hilfe anstelle von Jugendämtern

oder Hebammen, sondern schlage „eine

Brücke“ zwischen Familien und professionellen Institutionen.

In „wellcome“ spiegele sich sowohl die Freude

der Familien wider, kleine Kinder zu haben, als auch

das Gefühl, „dass ein bisschen Hilfe die Freude vielleicht

noch vergrößern würde“, so die Bundeskanzlerin.

„wellcome“ gibt es bundesweit in 15 Bundesländern an

etwa 200 Orten. 2500 Ehrenamtliche betreuen derzeit

die Familien. Weitere wellcome-Teams werden laufend

gegründet. Das Konzept bindet ehrenamtliches Engagement

in professionelle Strukturen ein. Die Ehrenamtlichen

kommen für ein paar Stunden zu den Familien

nach Hause und unterstützen sie ganz praktisch wie

sonst Familie oder Nachbarn. Dazu gehört die Betreuung

des Säuglings, das Spielen mit den Geschwisterkindern

oder auch ein gemeinsamer Arztbesuch.

www.wellcome-online.de

Morus 14 ist Preisträger des Spendentutoriums

der Humboldt Universität: Wie spende ich

richtig und an wen? Diese Frage stellte sich das

Spendentutorium um Julia Propp an der Humboldt

Universität im Wintersemester 2011-2012. Um den

Vorgang und die Entscheidungsfindung an einem

realen Projekt zu üben, standen 1222,22 Euro zur

Verfügung, die zum Ende des Semesters an eine

lokale, gemeinnützige Organisation gespendet

werden sollten. Die Teilnehmer wurden in Gruppen

eingeteilt, und am Ende des Tutoriums wurde

je ein Projekt durch eine Gruppe vorgestellt. Die

Entscheidung fiel aufgrund vorher festgelegter

Kriterien und der Überzeugungskraft der Teams

in einer Abstimmung. Da sie sehr knapp ausfiel,

entschieden sich die Teilnehmer das Geld aufzuteilen

und zwei Projekte zu unterstützen. Somit

wurde 611,11 Euro an Morus 14 gespendet. Der

Verein Morus 14 kümmert sich mit dem Geld

auch in Zukunft um die Integration von Kindern

und Jugendlichen im Neuköllner Rollbergviertel.

Der Flüchtlingsrat e.V., der die andere Hälfte des

Preises gewann, wird das Geld für das „Medibüro“

nutzen, in dem kostenlos medizinische Hilfe an

Menschen ohne Aufenthaltsstatus vermittelt wird.

www.morus14.de

Das Autismus-Therapiezentrum ist jetzt an

zwei Standorten: Seit dem vergangenen Jahr

unterhält „Der Steg - Gesellschaft zur Förderung

von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“

zwei Therapiestandorte für autistische Kinder

und Jugendliche: der eine ist in der Geschäftsstelle

Alt-Reinickendorf 29, der andere – neue – in der

Dominicusstraße 32, im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

An beiden Standorten stehen jeweils vier

reizarm strukturierte Therapieräume mit individuellen,

autismusspezifischen Lernmaterialien zur

Verfügung.

www.dersteg.de

Martina Gehrmann ist neue Bundesgeschäftsführerin

des Sozialverbandes Deutschland (SoVD).

Sie hatte bislang die Funktion der stellvertretenden

Bundesgeschäftsführerin und die Leitung der

Bundesrechtsabteilung des SoVD inne. Martina

Gehrmann hat Rechtswissenschaft studiert und

war danach als Rechtsanwältin tätig. Die sozial engagierte

37-Jährige ist ehrenamtliche Richterin am

Sozialgericht Berlin und Vorsitzende der Schiedsstelle

des Landesverbandes Berlin-Brandenburg.

www.sovd.de

März 2012 25


Aktuell

HVD Berlin-Brandenburg

Neue Fachschule für

neue Generation von

Erziehern

Gemeinsam mit Norbert Kunz, dem Präsidenten

des Humanistischen Verbands Deutschlands,

Landesverband Berlin-Brandenburg (HVD), hat

die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und

Wissenschaft, Sandra Scheeres, die Humanistische

Fachschule für Sozialpädagogik (HFS) am Märkischen

Ufer 28-34 (3. OG), 10179 Berlin eröffnet.

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres sagte,

dass sie sich freue, dass der HVD Berlin-Brandenburg

eine humanistisch ausgerichtete Fachschule für Sozialpädagogik

gegründet habe. Die Ausbildung von Erzieherinnen

und Erziehern sei ein wichtiger Baustein, um

Berlin als kinder- und familienfreundliche Stadt, in der

Beruf und Familie gut vereinbar seien, weiter attraktiv

zu halten.

Scheeres: „Bis 2015 wollen wir bedarfsgerecht bis zu

19 000 Kita-Plätze schaffen, damit Beruf und Familie

noch besser miteinander vereinbart werden können.

Zusätzlich braucht das Land gut ausgebildete, fachlich

qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher, die in den Einrichtungen

arbeiten und unseren Anspruch an Qualität

erfüllen. Vor allem brauchen wir auch mehr männliche

Erzieher sowie Erzieherinnen und Erzieher mit Migrationshintergrund.

Dazu trägt die heute eröffnete Fachschule

bei.“

Den 19 angehenden Erzieherinnen und Erziehern des

ersten Jahrgangs gab Bildungssenatorin Sandra Scheeres

dabei einige ihrer persönlichen Erfahrungen mit auf den

Weg: „Der Erzieherberuf ist ein schwieriger Beruf mit

großen Belastungen, aber ich finde, dass man auch sehr

viel Positives weitergibt.“ Die Senatorin begrüßte die

weltlich-humanistische Ausrichtung der Fachschule für

Sozialpädagogik. „Ich bin überzeugt, sie werden Erfolg

haben“, sagte sie.

Der Präsident des HVD Berlin-Brandenburg, Norbert

Kunz, ging während der feierlichen Eröffnung ebenfalls

auf die humanistische Ausrichtung der Fachschule

ein: „Endlich gibt es eine weltliche Alternative zu den

konfessionell gebundenen Privatschulen. Die Nachfrage

nach gut qualifiziertem Fachkräftenachwuchs in Berlin

ist enorm. Viele Eltern wünschen sich Partner für die

Erziehung ihrer Kinder, die sich an Werten wie Selbstbestimmung

und Demokratie, Toleranz und Solidarität

orientieren – ohne Rückgriff auf Religion. Mit unserer

neuen Fachschule gehen wir auf diese große Nachfrage

Foto: R_K_B_by_berlin-pics_pixelio.de

ein.“ Bislang gibt es in Berlin fünf staatliche und 21 private

Schulen zur Erzieher/-innen-Ausbildung.

An der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik

haben 13 Studentinnen und sechs Studenten ihr Teilzeitstudium

aufgenommen. In den nächsten drei Jahren

werden sie drei Tage in einer 23 der Humanistischen

Kindertagesstätten bzw. sechs Jugendeinrichtungen Erfahrungen

im pädagogischen Alltag sammeln. An den

verbleibenden zwei Tagen reflektieren sie diese gemeinsam

im Rahmen ihres Studiums.

Die Leiterin der Humanistischen Fachschule für Sozialpädagogik,

Beate Heeman, führte zum Inhalt des Studiums

aus:

„Hier wirken die Studierenden von Anfang an mit, indem

sie fragen: Was brauchen wir, damit wir lernen

können? Was bewirken wir? Was verändern wir? Ganzheitliches

Denken, pädagogische Kompetenzen, eine

den Menschen wertschätzende und verantwortungsvolle

Haltung und Schule die Spaß macht! Das geht nämlich

auch. Der Mensch macht‘s.“

www.hvd-bb.de

Was kostet wo wie viel?

Antworten darauf bietet die gleichnamige Broschüre,

die in ihrer elften Auflage neben den

Bezirksdiensten in einem zweiten Band

erstmalig auch ausgewählte

Leistungen

der

Senatsverwaltungen

darstellt.

Der Schwerpunkt

liegt

hier bei den

gesamtstädtischen

Aufgaben, etwa bei der Polizei-, Justiz- oder Steuerverwaltung.

Was kostet die Beleuchtung der Berliner Straßen?

Wie viel Geld zahlt Berlin für Bildungseinrichtungen?

Und wie teuer ist die Bearbeitung eines

Steuerbescheids, wird das Personal effizient

eingesetzt, werden Leistungen gebündelt? – die

vorliegende Broschüre will diese und andere Fragen

beantworten und transparent aufzeigen, was

wir uns künftig noch leisten können und wollen.

Die Broschüre kann auf den Internetseiten der

Senatsverwaltung für Finanzen unter folgendem

Link heruntergeladen werden:

http://www.berlin.de/sen/finanzen/haushalt/download/index.html

26 März 2012


Aktuell

Lebenswege Wohnprojekte gGmbH

Ort der Begegnung und

Vernetzung

Schon seit einiger Zeit hat Lebenswege Wohnprojekte

gGmbH die Idee eines inklusiven Nachbarschaftszentrums

im Süd-Osten Wilmersdorfs

(Erdgeschoss des Appartementhauses der Lebenswege

Wohnprojekte)

Von Charlotte Wolff

Dank eines neuen Inklusions-Förderplans der Aktion

Mensch rückt die Verwirklichung in greifbare Nähe. Im

September 2011 begann mit der Einstellung des Projektteams

(Ulla Raike, Charlotte Wolff und Thomas

Vallentin) die Planungsphase. Das Ziel: ein inklusives,

barrierefreies Nachbarschaftszentrum, das allen Bewohnern

des Kiezes offen steht. „Wir möchten einen

Ort der Begegnung und Vernetzung von Menschen mit

und ohne Behinderung schaffen“, sagen die Mitarbeiter

des Projektteams. „Dazu wollen wir Kooperationen mit

verschiedenen Trägern außerhalb der Behindertenhilfe

eingehen. Es wird auch vor Ort einige Kurs- und Freizeitangebote

geben. Von Anfang an wurden und werden

die Bewohner des Kiezes in die Projektplanung mit einbezogen.“

In einer Zukunftswerkstatt wurden die Ideen

geschmiedet

Anfang November gab es ein erstes großes Treffen, den

„Markt der Möglichkeiten“, an dem fast die gesamte

Mieterschaft des Appartementhauses in der Prinzregentenstr.

24 teilnahm.

Die Auswertung des Termins war äußerst interessant. Es

stellte sich heraus, dass relativ ähnliche Ergebnisse und

Wünsche im Hinblick auf die Nachbarschaft geäußert

wurden. Gefallen finden die Bewohner an der zentralen

Lage, dem Volkspark und guten Einkaufsmöglichkeiten.

Kritisiert wurde, dass viele Cafés

und Läden nicht barrierefrei

seien.

Die Ideen für ein Nachbarschaftszentrum

für Alle: Musikkurse,

Sprachkurse, Diskussionsabende,

gemeinsames

Kochen und Grillen, Theaterangebote,

Feste und noch

vieles mehr! Auch dazu fand

eine Zukunftswerkstatt (Bild

links) statt, bei der sowohl Anwohner

aus dem Kiez als auch

Vertreter von Trägern, Vereinen

und dem Bezirksamt vertreten waren.

Das Projekt wird von dem Rundbrief „Prinzregent trifft

Badensche - Nachrichten aus dem Kiez“ begleitet, der

mit einer Auflage von 1000 Stück im Kiez ausgelegt und

auf abgebildet wird. In diesem werden Neuigkeiten zum

Projekt bekannt gegeben, Fragen wie „Was ist Inklusion?“

beantwortet, Mitarbeiter vorgestellt und Veranstaltungen

angekündigt. Zuletzt gab es einen Fotowettbewerb

„Winter im Kiez“.

Lebenswege Wohnprojekte gGmbH

Nachbarschaftszentrum Prinz

Projektleitung: Ulla Raike

Prinzregentenstr. 24

10715 Berlin

Die Zahl der Studierenden in Berlin, die sich

für ein Studium mit einem oder mehreren Kindern

ein Studium entschieden, liegt mit 9 Prozent

deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dem trägt

das Studentenwerk Berlin mit seiner Sozialberatung

für Studierende mit Kind Rechnung. Die Ratgeber-

Broschüre „Studieren mit Kind“ wurde völlig

überarbeitet und ist ab sofort erhältlich. Wichtige

Informationen für Schwangere und Studierende mit

Kind werden in der Broschüre situationsbezogen

angeboten. Neben studienorganisatorischen Fragen

werden neben Themen wie Krankenversicherung,

Finanzierungs- und Wohnmöglichkeiten auch

rechtliche Aspekte betrachtet. Ein umfangreicher

Adressteil und Musteranträge helfen bei Orientierung

im Alltag. Die Broschüre ist ab sofort erhältlich

und kann beim Studentenwerk Berlin, Hardenbergstr.

34; 10623 Berlin angefordert werden.

Tel.: (030) 939 39 - 70

E-Mail: info@studentenwerk-berlin.de

www.studentenwerk-berlin.de

März 2012 27


Ältere Bürger / Einwanderung

Ambulant betreute Wohngemeinschaften

sind ein etablierter Bestandteil des Pflegewesens

geworden – nicht nur für Menschen mit Demenz.

Auf der Internetseite www.wg-qualitaet.de bietet

der Verein „Freunde alter Menschen“ ausführliche

Informationen über diese Wohnform. Neu sind

Landesseiten für jene Bundesländer mit Koordinierungs-

und Beratungsstellen. Dort finden sich

Informationen zur Qualitätssicherung vor Ort sowie

Kontaktmöglichkeiten zu den verantwortlichen

Landesministerien. Die Landesseiten ergänzen den

Länderatlas, ein ausführlicher Überblick zu den

Rahmenbedingungen für betreute Wohngemeinschaften

in den Ländern.

www.wg-qualitaet.de

Die neue Ausgabe des Reports Altersdaten des

Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) fasst

Informationen und Daten zu den wichtigsten chronischen

Krankheiten des Alters zusammen und

stellt deren Zusammenhang mit der Entwicklung

der Sterblichkeit dar. Der Report Altersdaten ist

eine Online-Publikation und steht unter der Rubrik

„Statistische Reports“ auf der DZA-Website als

Download bereit.

www.dza.de

Wer in Rente geht, sollte sich nicht zur Ruhe

setzen, jedenfalls nicht sofort und nicht vollständig,

meint Henning von Vieregge, Autor des

neuen Buches „Der Ruhestand kommt später. Wie

Manager das Beste aus den silbernen Jahren machen“,

Frankfurter Allgemeine Buch, 2011, Preis

24,90 Euro. Von Vieregge geht der Frage nach, wie

„Altgediente“, meist ehemalige Führungskräfte,

als Berater oder Mentoren Kompetenzen, Erfahrungen

und Wissen an andere weitergeben können.

„Bemerkenswert ist seine Studie (...) durch ehrliche

Einblicke in die Psyche jener, die anzuordnen

gewohnt waren und unter einem Statusverlust

leiden,“ schreibt Robert von Lucius, Frankfurter

Allgemeine Zeitung, in einer Rezension.

www.vonvieregge.de

Einer im „Journal of Aging Research“ veröffentlichten

Studie zufolge neigen gesunde Senioren

weniger zum Grübeln als junge Menschen. In der

Studie untersuchten Forscher die Zusammenhänge

zwischen dem Älterwerden und Faktoren, die zur

Depression führen.

http://www.hindawi.com/journals/jar/

aip/267327/

Friedrich-Ebert-stiftung

Vom Leben und Sterben

älterer Einwanderer

Von Antje Henke, Pressereferentin

des HVD Berlin-Brandenburg

„Am Lebensende fern der Heimat“ - unter diesem

Motto diskutierten 130 Teilnehmer in Berlin über

das Sterben in einer Einwanderungsgesellschaft.

Mittlerweile leben 1,4 Millionen über 65-Jährige mit einer

Migrationsgeschichte in Deutschland, davon unter

anderem 170 000 Türken, 130 000 Polen, 106 000 Russen

und 130 000 Asiaten − Menschen, auf deren kulturspezifischen

Bedürfnisse sich die Pflege, die medizinische

Versorgung und die Sozialdienste einstellen müssen.

„Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich an dem Umgang

mit den Sterbenden“, so brachte es der Migrationsforscher

Prof. Philip Anderson auf den Punkt – auf der

Fachtagung „Am Lebensende fern der Heimat − Tod

und Sterben in einer Migrationsgesellschaft“, die Anfang

Februar 2012 in der Friedrich-Ebert-Stiftung stattfand.

„Aber viele Migrantinnen und Migranten − besonders

die älteren − fühlen sich in Deutschland nicht integriert.

Und das fehlende Gefühl dazu zu gehören, führt zum

Rückzug und schließlich zur Einsamkeit. Auch beim

Sterben“, so Anderson weiter. Vor allem ältere Frauen,

die immer gearbeitet hätten, seien hier besonders betroffen.

Zudem seien Altersarmut, die schlechten Erfahrungen

beim Erlernen der deutschen Sprache, die

lückenhaften Netzwerke zu professionellen Sprachmittlern,

die knappe Zeit und die fehlende kulturspezifische

Sensibilität im Pflegebereich weitere Schwierigkeiten.

Muslime haben manchmal eine archaische

Auffasung über dementielle Erkrankungen

„Neben der deutschen Sprache vergessen die Leute im

Alter einfache Verkehrszeichen oder die Apotheke an

der Ecke“, berichtete Derya Wrobel vom Sozialverband

VdK Berlin-Brandenburg, die seit 2003 demenzkranke,

türkische Gastarbeiter der ersten Generation betreut

und das Projekt IdeM, der bundesweit ersten Informations-

und Beratungsstelle für dementiell erkrankte Migranten,

leitet. „Auch wenn Menschen hier über 40 Jahre

gelebt haben, sind ihre Erinnerungen nur oft aus der

frühen Jugendzeit. Und die war häufig in der Türkei“, so

Wrobel. Die Arbeit mit erkrankten Migranten und deren

Angehörigen sei oft eine Gratwanderung, denn unter

den Muslimen würde Demenz als „Gottesstrafe“ angesehen.

Viele der betroffenen Familien zögen sich daher

zurück. Als Ursache nannte sie, dass viele türkische Familien

die Krankheit nicht kennten und sie wenig In-

28 März 2012


Einwanderung

formation über das deutsche Gesundheitssystem und

entsprechende Unterstützungsleistungen hätten. Erst

wenn der Notfall einträte, würde oft erst der Arzt kontaktiert

werden. „Hier spielt die kulturelle Besonderheit

eine große Rolle. Familienmitglieder haben Angst davor,

dem Vater oder der Mutter nicht helfen zu können. Sie

gehen von Arzt zu Arzt, was natürlich hohe Kosten im

Gesundheitssystem verursacht“, sagte Ulrika Zabel, Leiterin

des Kompetenz-Zentrums Interkulturelle Öffnung

der Altenhilfe.

Man müsse die Familie mit den Patienten als gesamtes

System begreifen, forderte daher Zabel. „Bei vielen Einwanderern

stehen individuelle Bedürfnisse oft nicht im

Vordergrund. Erst wenn wir lernen, die Familienmitglieder

in der Betreuung und schon in der Anamnese

einzubeziehen, können wir einen vertrauensvollen Zugang

zum Patienten schaffen.“

Erfolgsmodell gefällig? Derya Wrobel zeigte, dass bestehende

Pflegeinstitutionen, die sich auf kulturelle

Bedürfnisse einlassen, auch funktionieren können.

Wrobel hatte vor neun Jahren die Idee, die Moschee

als Ort der Aufklärung über Demenz zu nutzen und

Frauen als Multiplikatorinnen einzusetzen die „Mund

zu Mund“ über die Krankheit aufklären und das Projekt

empfehlen. Das gemeinsame Zusammensein bei

Festen, zum Beispiel Ramadan, wurde und wird genutzt,

um viele Menschen zu erreichen – gute Gelegenheiten,

das Projekt IdeM vorzustellen und Tabuthemen

anzusprechen.

Erfolgsmodell: Demenz-WG für Einwanderer aus

der Türkei

Heute gibt es erfolgreiche Demenzwohngemeinschaften

in Berlin, in denen türkische Gastarbeiter der ersten

Generation leben. „Wir betonen, dass es sich um keine

Pflegeeinrichtung handelt, sondern um eine Wohnung

im Westteil der Stadt“, so Wrobel. Hier arbeiten Pflegerinnen

und Pfleger mit türkischem Hintergrund. Sie

sprechen die Sprache, singen ihre Lieder und zu essen

gibt es Kulinarisches aus der Heimat.

„Kulturell bedingt, kümmern sich oft die Kinder um

ihre Eltern oder um Onkel und Tante, dies wird sich

künftig ändern“, betonte Aydan Özuguz, Integrationsbeauftragte

der SPD-Bundestagsfraktion. Viele Migrantinnen

und Migranten haben keine Großfamilien mehr

in Deutschland. Hier müsse sich die Politik stärker darum

kümmern, dass sich die bestehenden Institutionen

im Gesundheitssystem auf die kulturellen Bedürfnisse

von Migranten einstellen. Zudem müssten Wege gefunden

werden, das Gesundheitssystem leichter für Menschen

mit Einwanderungserfahrungen verständlich und

damit zugänglich zu machen.

Dass man die Qualität einer Gesellschaft auch daran

messen kann, was bei der Abschiedskultur getan wird,

betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Alt-Vizekanzler

Franz Müntefering. Die Politik hoffe hierbei auf

weitere Impulse der Experten aus der Pflege und der

Sozialarbeit.

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von

diesseits.de, Online-Magazin für weltlichen Humanismus

Die Jahrestagung Asyl findet in diesem Jahr vom

22. bis 23. März in Berlin statt. Im Mittelpunkt

der Tagung werden die Themen Familie, Resettlement,

Psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen

stehen. Die diesjährige Jahrestagung Asyl wird

sich schwerpunktmäßig mit familienpolitischen

Aspekten der Flüchtlingspolitik bzw. Flüchtlingsaufnahme

befassen. Anhand aufenthalts- und sozialrechtlicher

Fragestellungen wird überprüft, wie

der Schutz von Ehe und Familie für Flüchtlinge

umgesetzt ist und welcher Handlungsbedarf hier

noch besteht. Thematisiert wird zudem die Frage,

wie eine umfassende therapeutische Begleitung

von traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland

zukünftig sichergestellt werden kann.

www.der-paritaetische.de/fachinfos/migration/fluechtlingsarbeit

70 Prozent der jungen Menschen im Alter von

18-35 Jahren aus Zuwandererfamilien identifizieren

sich mit ihrem Stadtteil oder Kiez. Das ist ein

höherer Wert als bei den „Einheimischen“. Zu diesem

Ergebnis kommt eine europäische Vergleichsstudie

zur Integration von Zuwanderern der zweiten

Generation (Ties). Gleichzeitig zeigt die Studie

auch, dass die zweite Generation der sogenannten

damaligen „Gastarbeiter“ in anderen europäischen

Ländern wesentlich bessere Bildungsabschlüsse

erzielt als in Deutschland – vor allem, weil es hier

nicht gelang, den Bildungserfolg vom elterlichen

Bildungsniveau und der elterlichen Unterstützung

abzukoppeln. In Deutschland hatten Befragte

aus türkischen Familien mit niedrigem elterlichen

Bildungsniveau und wenig Unterstützung praktisch

keine Chance, einen Hochschulabschluss zu

erreichen, während dies für bis zu 40 Prozent der

Befragten in anderen Ländern gilt. Auffällig sei,

dass die zweite „jugoslawische“ Generation sich

überraschend stark an die Kontrollgruppe ohne

Migrationshintergrund annähert, während die

befragten Türkeistämmigen deutlich schlechtere

Bildungsabschlüsse erreicht haben.

http://www.imis.uni-osnabrueck.de/PUBLI-

KAT/imiszeitschrift.html

März 2012 29


Familie / Kinder- und Jugendhilfe

Das Modellprojekt des Bundesfamilienministeriums

„Elternchance ist Kinderchance“ ermöglicht

die Weiterqualifizierung zu Elternbegleitern. Sie

sollen den Eltern als Vertrauenspersonen an Orten

der Familienbildung zur Seite stehen. Mit der Auswahl

als Modellprojekt ist die Finanzierung einer

halben Stelle (Sozialarbeiter/Sozialpädagoge) befristet

auf drei Jahre verbunden. Bundesweit wurden

100 Einrichtungen als Modellprojekte „Elternbegleitung

Plus“ ausgewählt – der Bezirk Neukölln ist

mit drei Standorten vertreten:

• dem Familienzentrum „Familienpunkt“ des

Kinder- und Jugendhilfe- Verbundes Berlin

(KJHV)

• dem Familienzentrum „Familienhaus Neukölln

Nord – FaNN“ des Trägers Jugendwohnen

im Kiez

• dem Evangelischen Familienzentrum „Debora“

des ev. Kirchenkreises Neukölln in der

Aronstraße 134.

www.elternchance.de

Nicht nur neue Familienformen, auch immer

mehr neue Typen von Eltern-Kind-Beziehungen sind

entstanden. Diese Veränderungen erfordern neue

rechtliche Regelungen, die in dem Sonderheft 8 der

Zeitschrift für Familienforschung/ Journal of Family

Research von Laszlo Vaskovics und Dieter Schwab

(unter dem Titel „Pluralisierung von Elternschaft

und Kindschaft“) diskutiert werden.

laszlo.vaskovics@uni-bamberg.de

Wie Väter trotz Trennung eine gute Beziehung

zu ihren Kindern behalten können, darüber gibt

es jetzt einen neuen Ratgeber. Das Väterzentrum

Berlin hat eine Broschüre mit dem Titel „Stark

und verantwortlich“ herausgegeben. Das knapp

hundert Seiten starke Werk bietet Vätern wichtige

Informationen zu Fragen wie: Wie kann ich ein

guter Vater bleiben? Wie halte ich Kontakt? Was

brauchen die Kinder? In Interviews schildern

betroffene Väter, wie sie die Trennungssituation

meistern konnten. Dabei werden auch Wohn- und

Lebensmodelle erklärt z.B. Residenzmodell oder

Wechselmodell. Ein Fachanwalt für Familienrecht,

ein Familienrichter, ein Familientherapeut geben

Vätern wichtige Hinweise und klären die Rolle von

Institutionen wie Jugendamt und Familiengericht.

Die Broschüre ist für 5 Euro zuzüglich Versandkosten

beim Väterzentrum Berlin erhältlich.

eberhard.schaefer@vaeterzentrum-berlin.de

www.vaeterzentrum-berlin.de

Foto: christiaaane_pixelio.de

Kinderschutzbund Berlin

Nach Zoff in der

Klasse: Soziales Lernen

in der Jungengruppe

Im vergangenen Jahr gab es in der Schulstation

des Kinderschutzbundes an der Erika-Mann-

Grundschule einmal wöchentlich ein Angebot für

verhaltensauffällige Jungen. Darüber berichtet

der Kinderschutzbund Berlin in seinem jüngsten

Rundbrief. Anlass seien die wiederholten Streitigkeiten

zwischen mehreren Kindern aus verschiedenen

Klassen gewesen.

Im zusammenfassenden Newsletter-Text des Kinderschutzbunds

– Autorin ist Geschäftsführerin Sabine

Walther – heißt es weiter: „Beteiligt waren immer dieselben

Jungen, die sich gegenseitig aufgrund ihrer ethnischen

Herkunft beleidigten und beschimpften. Sie

waren nicht in der Lage, ihre Wut zu kontrollieren. Es

entstanden große Konflikte, die zeitweilig sogar den

Ausschluss von der Hofpause nach sich zogen.

In Gesprächen mit den Kindern wurde jedoch deutlich,

dass sie eigentlich miteinander befreundet sein wollten.

Es gelang ihnen aber nicht, geeignete Strategien anzuwenden,

um gemeinsam zu spielen. Im Laufe der Pausen

eskalierten Konflikte stets in handgreiflichen Übergriffen

und unkontrollierten Wutattacken, so dass den Schülern

eine entspannte Rückkehr in den Unterricht kaum

noch möglich war.

Aus diesem Grund beschlossen wir, den Jungen Zeit und

30 März 2012


Kinder- und Jugendhilfe

Raum zu geben, sich besser kennenzulernen und auszuprobieren.

In der Kleingruppe sollten sie Unterstützung

erfahren, um konstruktive Konfliktlösungsstrategien zu

entwickeln und sich mit dem Thema Freundschaft auseinanderzusetzen.

Das gegenseitige Kennenlernen unter

Berücksichtigung der kulturellen Vielfalt war ebenfalls

ein zentrales Thema der Gruppe.

Gemeinsame Aktionen sollten helfen, Emotionen

besser zu regulieren

Ein Grundsatz lautete: Wir treffen uns, um miteinander

etwas zu unternehmen. Jedes Treffen begann mit einem

gemeinsamen Essen und einer Kindersitzung, in der zunächst

jeder die Möglichkeit hatte, eine kurze Aussage

zum momentanen Befinden zu machen. Anfangs wurden

Ziele für die Gruppe besprochen und Regeln für

den Umgang miteinander verabredet. Diese wurden von

allen Teilnehmern unterschrieben. Die Kinder machten

Vorschläge für zukünftige Aktionen und verabredeten

deren Umsetzung.

Im Anschluss gab es dann Spiel-, Sport- und kreative

Angebote. Am Ende jedes Treffens fand eine gemeinsame

Auswertungsrunde statt. Hier waren die Kinder

gefordert, Stellung zu nehmen, ob sie die geplanten Aktionen

umsetzen konnten und inwiefern es ihnen gelungen

war, sich an die vereinbarten Regeln zu halten. Zum

Abschluss richtete sich der Fokus immer auf das, was

ihnen beim jeweiligen Treffen gut gefallen hat.

Die Anfangs- und Abschlussrunde stellte oftmals eine

große Herausforderung für die Jungen dar, die sie jedoch

zu nutzen lernten. Erst gelang es den Jungen häufig

nicht, geplante Aktionen in die Tat umzusetzen, da

aufgrund zahlreicher Konflikte zunächst die Störungen

bearbeitet werden mussten. So konnten anfangs Ausflüge

nicht stattfinden, da die verbleibende Zeit nicht mehr

ausreichte.

Wie sich die Situation in den Pausenzeiten

zunehmend entspannte

In der Auswertung ging es wesentlich darum, ihnen ihre

eigenen Anteile für die Folgen aufzuzeigen und sie somit

in die Verantwortung für ihr Handeln zu nehmen. Dies

waren wesentliche Voraussetzungen, um Handlungsalternativen

zu entwickeln. Im Verlauf gelang es ihnen

immer häufiger, eigene Emotionen besser zu regulieren,

aufeinander einzugehen und Lösungsstrategien in Konfliktsituationen

anzuwenden.

So erlebten sie sich zunehmend erfolgreicher im Handeln

und konnten die Gruppe für sich gewinnbringend

nutzen. Die Situation in den Pausenzeiten entspannte

sich zunehmend. Nun bleibt abzuwarten, wie die Kinder

das, was sie in der kleinen, geschützten Gruppe gelernt

haben, in ihrem Schulalltag umsetzen.“

www.kinderschutzbund-berlin.de

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und

Wissenschaft hat jetzt die 3. Auflage des Handbuchs

Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen

herausgegeben. Auf 181

Seiten werden die zentralen Aspekte der Jugendarbeit

dargestellt. Außerdem bietet es zahlreiche

Arbeitshilfen. In den über 400 Einrichtungen auf

Bezirks- und Landesebene dient das Handbuch als

Instrument der Selbstevaluierung und der Weiterentwicklung

der pädagogischen Arbeit mit den

Kindern und Jugendlichen. Die dritte Auflage des

Handbuches beinhaltet zahlreiche Ergänzungen

und Aktualisierungen. Themen, die bei der Überarbeitung

berücksichtigt wurden, sind Kooperation

mit Schulen, Elternarbeit, interkulturelle und

internationale Jugendarbeit, Nutzung von Online-

Communities. Download hier:

www.berlin.de/sen/jugend/bildung_in_der_

freizeit/

Die Koch-Ausbildung im SOS-Berufsausbildungszentrum

Berlin ist als Kooperationspartner

des Projekts „Future for us“ von der AOK Nordost

ausgewählt worden. Mit diesem Projekt wird

versucht, die Teilnehmer so früh wie möglich für

Gesundheitsthemen zu sensibilisieren und damit

dazu beizutragen, dass die jungen Menschen sich

gesund ernähren, die Bedeutung von Bewegung

und Sport kennen lernen und ihr Wissen über die

Gesundheit erweitern Das Projekt bietet den insgesamt

24 Auszubildenden der Koch-Ausbildung

im SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin während

der gesamten dreijährigen Ausbildung die Möglichkeit,

an kostenlosen Seminaren und Fachexkursionen

teilzunehmen.

www.sos-kinderdorf.de

Vor eineinhalb Jahren haben sich Kindertagesstätten

und Grundschulen in Friedenau auf

den Weg gemacht, um ihre Zusammenarbeit

zu verbessern. Als Teil des Bildungsnetzwerkes

sollte der Übergang eines Kindes von der Kita

in die Grundschule am Standort der Peter-

Paul-Rubens-Grundschule in Friedenau besser

gestaltet werden. Zwei Mitarbeiterinnen des

Nachbarschaftsheimes Schöneberg e.V. wurden

beauftragt, zu koordinieren und zu moderieren.

Ergebnis ist u.a. ein deutlich gestiegenes Interesse

für die Peter-Paul-Rubens-Schule. Ende 2011 gab

es seit langem erstmals wieder mehr Nachfragen

als Plätze.

www.nbhs.de

März 2012 31


Kinder- und Jugendhilfe

Dortmunder Wissenschaftler fragen

Warum steigen die

Hilfen zur Erziehung?

In der Dezemberausgabe 2011 des Fachblatts

„Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe

(Komdat)“ gehen die Autoren Agathe Tabel,

Sandra Fendrich und Jens Pothmann von der

Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- & Jugendhilfestatistik

der brisanten Frage nach: Warum steigen

die Hilfen zur Erziehung?

Schon im Vorwort deuten sie das Dilemma an: „Bei steigender

Nachfrage scheint die Zunahme der Ausgaben

unvermeidlich, sprengt aber zugleich den bisherigen

Rahmen. Bleibt die Frage, wie lange diese Spannungen

noch ausgehalten werden können“. Zusammenfassend

analysieren die Wissenschaftler:

„Fallzahlenvolumen und Ausgabenhöhe in den Hilfen

zur Erziehung sind auf ein bislang nicht gekanntes Ausmaß

gestiegen. Dies resultiert aus längerfristigen gesellschaftlichen

Veränderungen und damit verbundenen,

schwieriger werdenden Lebenslagen. Hinzu kommt eine

(...) zunehmende Wachsamkeit bei vielen Akteuren im

Bildungs-, Erziehungs- und Sozialwesen – ein Ergebnis

der seit Mitte der 2000er-Jahre geführten Kinderschutzdebatte.

Nicht zu unterschätzen ist aber auch, dass öffentlich organisierte

Unterstützungsleistungen wie die Hilfen zur

Erziehung anders wahr- und eher in Anspruch genommen

werden – eine Entwicklung, die mit Blick auf die

jüngste Jugendamtskampagne auch von der Kinder- und

Jugendhilfe so gewünscht wird (www. unterstuetzungdie-ankommt.de).

Das Hinterfragen ist nicht neu. Warum aber gerade jetzt

und wieso mit solcher Vehemenz? Zumindest zu vermuten

wäre ein vielerorts nicht länger gültiges Moratorium

für die Arbeit der Jugendämter im Bereich erzieherischer

Hilfen nach den tragischen Todesfällen. Zudem werden

die Folgen einer gesetzlich verordneten Steigerung der

Kontrolldichte deutlich.

Wenn aber jetzt unter gänzlich anderen Vorzeichen nach

abermaligen Veränderungen im SGB VIII gerufen wird,

dann scheint die zuletzt bis zu den Bürgermeistern zu

beobachtende „Schockstarre“ vor einem Versagen beim

Kinderschutz einer „Ohnmacht“ gegenüber dem Kindeswohlparadigma

gewichen zu sein. Das erinnert an

den verzweifelten Zauberlehrling und sein Klagen gegenüber

dem Meister, auf dass die gerufenen Geister

wieder verschwinden mögen.

Der komplette Aufsatz zum Download

http://www.akjstat.uni-dortmund.de/fileadmin/

Komdat/Kom_Dat_Heft_3_2011.pdf

Senioren auf der Bühne

Alles Theater - ein

bewährtes Netz gegen

die Einsamkeit

Der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT)

bietet seit 2010 mit Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium

ein bundesweites „Qualifizierungsprogramm

Seniorentheater“ an. In

diesem Rahmen trafen sich zahlreiche Fachkräfte,

die im Bereich Seniorentheater tätig sind oder

aktiv werden möchten.

Dabei trat auch eines der ältesten Seniorentheater

Deutschlands, das Berliner „Theater der Erfahrungen“

mit dem selbstgeschriebenen Stück „Eine Frau wird erst

schön in der Küche“ auf. „Seit 30 Jahren sind wir als

Wanderbühne unterwegs - bieten Theater von Senioren

für Senioren“, sagt Eva Bittner, Sprecherin des Theaters

mit dem Untertitel „Werkstatt der alten Talente“.

Ob Shakespeare oder Dürrenmatt, Komödie oder Krimi

- die Spielfreude älterer Menschen nimmt ständig zu.

Vor allem selbstverfasste Stücke haben Hochkonjunktur.,

heißt es in einem Beitrag der Deutschen Presse-

Agentur, der Ende Januar verbreitet wurde.

„Die Bandbreite des Angebots ist groß“, sagt Monika

Fingerhut, Mitglied im Bundesarbeitskreis Seniorentheater,

der 1996 im BDAT gegründet wurde. „Häufig werden

in den Theaterstücken zum Beispiel Themen wie

Liebe - früher und heute, die Situation im Altenheim

oder Kriegserlebnisse aufgearbeitet.“ Viele Senioren

lassen auch in Kabarettgruppen ihrer Kreativität freien

Lauf.

Das Bühnenspiel fördert das Selbstwertgefühl, es

„nimmt Sprachlosigkeit“

„Es ist sowohl die künstlerische als auch die soziale

Komponente, die das Seniorentheater so beliebt

macht“, sagt Monika Fingerhut. „Das Theater bietet ein

Netz gegen die Einsamkeit, denn es gelingt nur gemeinsam.“

Zugleich werde deutlich, dass die Erwartungen

der Senioren anders seien als früher. Zahlreiche Kurse

haben das Ziel, das Seniorentheater ständig weiterzuentwickeln.

Die zunehmende Bedeutung und der Wert des Seniorentheaters

wurden vor einiger Zeit auch auf einem

großen Festival der Hamburger Körber-Stiftung deutlich.

Mediziner wüssten die Theaterbegeisterung der Senioren

zu schätzen, schreibt dpa.“So wird zum Beispiel

das Selbstwertgefühl gefördert, das in der Gesellschaft

32 März 2012


Kultur

alten Menschen ja häufig abgesprochen wird - Stichwort

Jugendwahn“, sagt die Chefärztin der Geriatrie

in der Hamburger Asklepios-Klinik Wandsbek, Ann-

Kathrin Meyer. Außerdem mache der Gruppenauftritt

sehr viel aus, weil der Vereinsamung vorgebeugt werde.

„Das Theater kann den Senioren buchstäblich ein Stück

Sprachlosigkeit nehmen.“

Und Menschen, die an Demenz erkrankt sind, werde

gezeigt, dass man auch mit einer derartigen Diagnose

durchaus noch etwas leisten könne. „Man kann zwar

nicht zurückholen, was nicht mehr da ist. Aber was täglich

genutzt wird, bleibt länger erhalten. Das Theaterspiel

ist eine gute Möglichkeit, die Zellen in Schwung

zu halten.“

Theater der Erfahrungen Deutschlands ältestes

Seniorentheater ist in Berlin zu Hause

Das Theater der Erfahrungen, Deutschlands ältestes

Seniorentheater, gegründet 1980, organisiert berlinweit

15 Theatergruppen in Nachbarschaftshäusern und

Freizeitzentren. Mehr als 300 Spielerinnen und Spieler

zwischen 60 und 90 Jahren singen, tanzen, spielen und

spotten in über 120 Aufführungen pro Jahr: in Altenheimen

und Nachbarschaftshäusern, auf Kleinkunstund

Theaterbühnen in Berlin, auf Tourneen in der Bundesrepublik

und auf Theaterfestivals im benachbarten

Ausland. Für das Musical „Altes Eisen“ haben sich die

drei Theatergruppen „Spätzünder“, „OstSchwung“,

„Bunte Zellen“ zusammengeschlossen.

Das Ergebnis ist ein regelmäßig ausverkauftes Musical

über das Alter, über die immer währende Sehnsucht

nach der Großen Liebe und über die Suche nach Ersatzteilen

für die müder werdenden Knochen – erzählt, gesungen

und gespielt von rund 40 Seniorinnen und Senioren

zwischen 60 und 90 Jahren und einer Live-Kapelle.

Wie Opa Hikmets Hüfte eine Liebesgeschichte

beflügelt und „brave Bürger“ zu Querulanten

macht

Es geht um Opa Hikmet, Bäckermeister türkischer Herkunft,

der in seiner Bäckerei stürzt und eine neue Hüfte

braucht. Die ihn heimlich liebende Nachbarsfrau (70)

ergreift die Initiative und startet eine turbulente Rettungsaktion

mit einer unerwarteten Lösung - stets gallig

kommentiert von einem Grüppchen in Ordnungsliebe

erstarrter „Braver Bürger“.

Die nächsten Termine:

Samstag, 24. März, 19 Uhr; Sonntag, 25. März, 16 Uhr

Dienstag, 27. März, 16 Uhr

Ort: ufafabrik; Viktoriastraße 10 - 18; 12105 Berlin-

Tempelhof, Karten 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, sind

erhältlich an der ufa-Theaterkasse: 030 - 75 50 30

www.theater-der-erfahrungen.nbhs.de

www.bdat.info

Am Sonntag, 25. März, findet im Verlagsgebäude

des Tagesspiegel die 5. Kunstauktion zugunsten

des Kinderschutz-Zentrums statt. Die Werke

sind ab 13 Uhr zu besichtigen. Die Versteigerung

beginnt um 15.30 Uhr. Ort: Der Tagespiegel, Askanischer

Platz 3, 10963 Berlin. Schriftliche Gebote

sind erwünscht. Kontakt:

Galerie Kuhn & Partner | Andreas Kuhn |

Pohlstr. 71 | 10785 Berlin | Telefon: 030 -

23091516 | Fax: 030 - 23091513 | Mobil: 0172

6462170 andreas.kuhn@adverta.de | www.

galeriekuhn.de

Noch bis zum 29. März werden im Kaffee

RambaZamba Bilder von Kira Walter und Eberhard

Pastow gezeigt. Beide haben in ihrer Malerei

eine humorvolle und poetische Art gefunden, mit

einem Hundeleben fertig zu werden. Die poppigen

Bilder überraschen durch ihren Optimismus und

lassen zugleich leichte Wehmut durchschimmern.

Zu sehen sind zumeist Mischtechniken auf grundiertem

Papier. Kira Walter stellt außerdem kleine

Keramikfiguren aus: Menschen und Tiere, die

einander verwandt scheinen. Eintritt frei.

Am 21. März ist Welttag des Down Syndroms

– ein guter Anlass, um ins Theater zu gehen, denn

RambaZamba spielt Alice in den Fluchten am

21.3. um 19 Uhr

Weitere Termine im März:

• Alice in den Fluchten: Am 20.3. um 12 Uhr

und am 22.3. um 19 Uhr

• Etwas über die Heiterkeit an trüben Tagen:

Am 27.3., 28.3. und 29.3 um 19 Uhr

Premiere am 21. April: Mit 200 Sachen ins Meer

Träume haben ihre Berechtigung jenseits gültiger

Normen, die uns den Atem nehmen und

die Würde. Die Dame im Rollstuhl sagt: „Die

Speichen meines Rades geben mir Halt, aber am

Ende graben sie mich nur tiefer und tiefer in die

Erde.“ Ihr Geliebter meint: „Den Strand, an dem

wir gehen werden, finden wir allein in uns.“ Was

bleibt, ist einzig der anarchische Ausbruch. „Das

mag sein, Liebster, aber lass uns trotzdem einfach

mit 200 Sachen ins Meer schießen.“ Mit Heiterkeit,

viel Musik und Tanz erkundet dieses Stück

Sehnsuchtsorte, die tödlich enden oder in die

Freiheit führen.

Regie: Langstengel, Choreographie: Seiffert

Theater RambaZamba |Schönhauser Allee 36

- 39 |10435 Berlin-Prenzlauer Berg

www.theater-rambazamba.org

März 2012 33


Foto: Corinna Dumat / pixelio.de

Menschen mit Behinderung

kommhelp e.V.

Computerfuzzies

werden zu

engagierten Paten

Die problemlose Nutzung elektronischer

Hilfsmittel durch behinderte Menschen erfordert

Unterstützung durch technisch versierte

Menschen, die auch bei scheinbar belanglosen

Fragen oder Problemen als Ansprechpartner und

Helfer rasch zur Verfügung stehen. Das ist die

Idee des Computer-Paten.

„Es wäre wünschenswert, dem Patienten eine qualifizierte,

koordinierende Fachkraft zur Seite zu stellen, die

das Angebot der sich ständig verbessernden Hard- und

Software der verschiedenen Anbieter überblickt und für

den Betroffenen die optimale Versorgung zusammenstellt

und beratend tätig wird. Nur so kann gewährleistet

werden, dass der stetig wachsende Fortschritt der

technischen Möglichkeiten schnellstmöglich von jedem

Betroffenen genutzt werden kann“. (http://www.

manfred-siegel.de/intervie/interv-1.htm). so heißt es

in der Staatsarbeit „„Rehabilitation und Möglichkeiten

der Kommunikation bei Menschen mit Locked-in-Syndrom“

von Judith Schlüter, aus der die Paritätische

Mitgliedsorganisation „kommhelp“ auf ihrer Webseite

zitiert. Kommhelp sucht Computerpaten – technisch

versierte Menschen mit ausgeprägten sozialen Fähigkeiten,

die ihr Fachwissen zur Unterstützung behinderter

Menschen einbringen wollen.

Sachverstand, soziales Engagement, Geduld und

Respekt werden gebraucht

In dem Aufruf heißt es weiter: „Außer Sachverstand im

Umgang mit Computern und einem sozialen Gewissen

müssen Sie vor allem zwei Dinge mitbringen: Geduld

mit und Respekt vor Menschen. Ihre Aufgabe besteht

darin, das Funktionieren des Computers als Kommunikationshilfe

im Sinne des Benutzers zu gewährleisten.

Sie sollten bereit sein, bei einem Problem innerhalb von

einem oder max. zwei Tagen die von Ihnen betreute Person

aufzusuchen, um das Computerproblem zu analysieren

und Abhilfe in die Wege zu leiten.

Darüber hinaus sollten Sie auch die von Ihnen unterstützte

Person beim „Erobern“ neuer Anwendungsmöglichkeiten

unterstützen. Welche Anwendungen in

Frage kommen könnten, ist Ihrem Einfühlungsvermögen

überlassen. Wenn Sie interessiert sind, schreiben Sie

uns bitte!“

Bisher, so kommhelp werde dieses

Projekt von keiner Stelle gefördert,

es sei eine Initiative, um Bewegung

in dieses wichtige Thema

zu bringen: „Wir bemühen uns um

finanzielle Unterstützung für dieses

Projekt, aber wir können Ihnen

nicht zusagen, dass wir Ihnen eine

Vergütung für Ihren Aufwand zahlen

können.“ Man habe vor zwei

Jahren damit begonnen, Computerpaten

für Nutzer von Kommunikationshilfen

in Berlin zu suchen.

Seit Mitte 2010 sei der erste Computerpate

im Einsatz – mit großem

Erfolg!

kommhelp e.V.; Horstweg 25; 14059 Berlin

Tel.: +4930 - 32602572; Fax: +4930 - 3434 7945

info@kommhelp.de;

Praktikum mit und ohne Handicap

Mit Ida ins Ausland

Ida - „Integration durch Austausch“ ist ein Förderprogramm

des Bundesministeriums für Arbeit

und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds

(ESF).

Dahinter steckt die Idee, über den „Umweg“ eines

Praktikums im Ausland anschließend schneller und

besser den richtigen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in

Deutschland zu finden.

Ida läuft schon seit 2009 – und recht erfolgreich: Über

zwei Drittel der Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben

anschließend einen guten Ausbildungsplatz oder eine

längerfristige Arbeitsstelle gefunden - ein erstaunliches

Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die meisten Auslandspraktikanten

zuvor langzeitarbeitslos, ohne Ausbildung

34 März 2012


Menschen mit Behinderung

oder nach abgebrochener Ausbildung ohne Perspektive

waren.

Die Praktikumsangebote gelten aber nicht nur für jüngere

Interessierte. Bei Bedarf können weitere Praktikumsplätze

in anderen Wirtschafts-, Dienstleistungsoder

Verwaltungsbereichen organisiert werden. (http://

www.esf.de/portal/generator/9824/ida.html )

Dieser Weg soll jetzt auch barrierefrei zu gehen oder zu

rollen sein, für jüngere oder ältere Arbeitssuchende mit

unterschiedlichen Behinderungen, auch für Menschen

mit Assistenzbedarf. In Berlin und Brandenburg gibt es

mehrere Projektpartnerschaften, die mit den regionalen

Jobcentern und Arbeitsagenturen kooperieren, Praktikumsplätze

in verschiedenen EU-Ländern vermitteln,

Teilnehmer vorbereiten, begleiten und unterstützen.

Menschen mit Hilfebedarf sollen ihre Chancen als

Teilnehmer nutzen können

Das Berliner Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter

Menschen – BZSL e.V. beteiligt sich an zwei dieser

Partnerschaften: MoMo – Motivation durch Mobilität

(www.ida-momo.de) und Event Berlin unlimited (www.

network-eventberlin.de). Das Berliner Zentrum - verantwortlich

sind Hans-Reiner Bönning, Sandra Boger und

Anne Gersdorff - will erreichen, dass auch Menschen mit

Hilfebedarf ihre Chancen als Teilnehmer nutzen können.

Dafür bietet es Beratung und Unterstützung und bringt

persönliche Erfahrungen als schwerbehinderte Menschen

ein. Wer seine Chancen auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt

verbessern möchte, der sammelt im Rahmen

der Praktika Erfahrungen im Ausland durch:

• 1 – 3 Monate Praktikum im EU-Ausland

• Erwerb von Sprachkenntnissen

• Vertiefung fachlicher Kenntnisse

• Erweiterung der sozialen und interkulturellen Kompetenzen

• Erhöhung der Mobilität und Flexibilität

Im März fahren die ersten jungen Berliner nach Jacobstad

in Finnland, weitere Gruppen werden nach

Schweden, Italien und England folgen. Für den EU-

Auslandsaufenthalt wurden die Teilnehmer mit Fremdsprachenunterricht,

interkulturellem Training und einer

medienpraktischen Qualifizierung in Berlin fit gemacht.

Menschen mit Behinderung erhalten in allen Phasen des

Projekts Unterstützung durch Ansprechpartner vor Ort,

individuelle Beratung bei Hilfebedarf in der Wohnung

und bei der Arbeit sowie die Klärung des Assistenzbedarfs.

Die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und

Anund Abreise während des Auslandpraktikums werden

im Rahmen des IdA-Programms übernommen.

Online-Anmeldung unter:

www.network-eventberlin.de;

Kontakt: eventberlin@wetek.de

Tel.: 030 - 44 38 33 02

Ulla Schmidt (62) kandidiert für den Bundesvorsitz

der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger

Behinderung. Bei der Mitgliederversammlung

der Bundesvereinigung Lebenshilfe am 21. und

22. September 2012 in Marburg, zu der rund 500

Delegierte anreisen werden, wird sich die Bundestagsabgeordnete

und ehemalige Bundesgesundheitsministerin

um dieses höchste Ehrenamt in der

Lebenshilfe bewerben. Der bisherige Vorsitzende

Robert Antretter, MdB a.D., steht nach zwölf

Jahren an der Spitze des Verbands für eine weitere

Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung.

www.lebenshilfe.de

Das Bildungs- und Forschungsinstitut zum

selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) bietet

von März 2012 bis Oktober 2013 eine Online-Weiterbildung

für Menschen mit Behinderung an.

Die Kurse wenden sich an behinderte Frauen und

Männer, besonders auch behinderte Jugendliche,

die ihr persönliches Leben „inklusiver“ gestalten

wollen. Dies kann der Auszug vom Elternhaus

oder aus einer Einrichtung in eine eigene Wohnung

sein, eine Bewerbung auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt, die Beantragung eines dringend

benötigten Hilfsmittels oder die Idee, sich als Peer

(Selbst-Betroffener) in Verbänden für die Interessenvertretung

behinderter Menschen einzubringen.

www.bifos-ok.de

Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte

Menschen hat sein jährlich neu

erscheinendes Steuermerkblatt für Familien mit

behinderten Kindern aktualisiert. Das Steuermerkblatt

2011/2012 steht im Internet unter www.

bvkm.de in der Rubrik „Recht und Politik“ kostenlos

als Download zur Verfügung.

www.bvkm.de

Über siebzig Jahre nach dem Beginn systematischer

Tötungen von geistig und körperlich behinderten

Menschen 1939/40 erinnert die Ausstellung

„Im Gedenken der Kinder“ in der Topografie

des Terrors an das dunkle Kapitel der „Kinder-

Euthanasie“ während der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft

für Kinder- und Jugendmedizin e.V. ist bis zum 20.

Mai täglich von 10 bis 20 Uhr im Dokumentationszentrum

Topographie des Terrors zu sehen.

Niederkirchnerstraße 8; 10963 Berlin

Telefon 030 254509-0; Fax 030 254509-99

www.topographie.de

März 2012 35


Menschen mit Behinderung

Familienplanungszentrum Balance

„Liebesführerschein –

Wie geht das mit der

Liebe und dem Sex?“

Ein Angebot für behinderte Menschen vom Familienplanungszentrums

Balance

Von Konstanze Haase und Manfred Grassert

Unter dem Motto „Der Liebesführerschein – Wie geht

das mit der Liebe und dem Sex?“ ist im August 2011

ein neu konzipiertes Gruppenangebot für erwachsene

Menschen mit geistiger Behinderung im Familienplanungszentrum

Balance gestartet. Die Inhalte befassen

sich mit den Themen Identität und Individualität, sie

kreisen auch um Fragen wie „Wie lerne ich jemanden

kennen?“, „Wie spreche ich ihn_sie an?“, „Wie zeige

ich ihm_ihr, dass ich ihn_sie mag?“, „Was ist mir wichtig

in einer Partnerschaft?“

Kurz nach der ersten Werbung für das Gruppenangebot

„Liebesführerschein“ waren alle Teilnahmeplätze

belegt, so dass nicht alle Interessenten berücksichtigt

werden konnten - und es bereits jetzt eine Warteliste für

das nächste Angebot gibt.

13 Teilnehmer zwischen 16 und 47 Jahren

An dem aus fünf Terminen bestehenden „Liebesführerschein“

nahmen acht Frauen und neun Männer teil,

die aus unterschiedlichen Betreuungseinrichtungen

Menschen mit geistiger

Behinderung im Alter –

Zeitzeugen im Biografie-Film

Lebensgeschichten sind auch Dokumente von

Zeitgeschichte – dies gilt besonders für die erste

Generation geistig behinderter Menschen, die nach

den Verbrechen der Nazi-Zeit alt werden kann.

Das Biografie-Film-Projekt der LfB Lebensräume

für Menschen mit Behinderung bewahrt persönliche

Geschichte des Erzählers und macht sie zu einem

Dokument für den Zuschauer und für die Gesellschaft.

Es resümiert das Leben des Erzählers, schafft

Hinwendung zur eigenen Lebensgeschichte und

zeigt die gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf,

die dieses Leben geprägten. Es verbindet Erzähler

und Zuschauer und führt zu Verstehen und Interesse

aneinander. Das interview-gestützte Film-Format

(Wohnheim, Wohngemeinschaft, Betreutes Einzelwohnen)

und von unterschiedlichen Trägern der Behindertenhilfe

kamen. Durch Anerkennung der Veranstaltung

als Bildungsurlaub wurden die Teilnehmer von ihren

Arbeitsstätten freigestellt und konnten zu ihrer Weiterbildung

gehen. Die jüngste Teilnehmerin war 16 Jahre

alt, der älteste Teilnehmer 47 Jahre alt.

Innerhalb der fünf Wochen dauernden Laufzeit des

„Liebesführerscheins“ entwickelte sich ein intensives

Gefühl der Gruppenzusammengehörigkeit und, damit

verbunden, eine große Bereitschaft, die angesprochenen

Themen sehr persönlich und offen zu besprechen.

Die Bewertungen fielen oft sehr positiv aus und reichten

von „Ich habe viele neue Leute kennengelernt“,

„die Gruppe war toll“, „ich habe viel Neues gelernt“

bis zu „die Arbeit in der Frauen- bzw. Männergruppe

hat mir sehr gefallen“, „über Liebe reden war schön“,

„das Theaterspielen hat mir gefallen“.

Große Nachfrage – der nächste Kurs ist gestartet

Besonders gut gefallen haben den Teilnehmenden

der Austausch und das Zusammensein in der Gruppe.

Wichtig für die Teilnehmenden war auch, dass sie

am Schluss ihre im Kurs entstandenen persönlichen

Steckbriefe mit ihren Kontaktdaten an alle weitergeben

konnten, mit denen sie in Kontakt bleiben wollten.

Aufgrund der großen Nachfrage ist geplant, den Kurs

zweimal jährlich im Familienplanungszentrum Balance

anzubieten und durchzuführen. Ein weiterer Kurs startete

im März diesen Jahres.

www.fpz-berlin.de

ermöglicht den Protagonisten einen selbstbestimmten

Zugang zu ihrer Persönlichkeit und ihrer

Lebensgeschichten. Nicht andere erzählen über

sie, sondern sie erzählen: unverfälscht, ohne Erläuterungen,

ohne Kommentare oder Ergänzungen

Dritter.

So entstehen authentische Portraits von interessanten

Menschen mit besonderen Lebenserfahrungen.

Der Zuschauer wird auf eine Reise zu

Stationen und Erlebnissen ihres Lebens mitgenommen.

Respekt und Wertschätzung für die Lebensleistungen

der Protagonisten entstehen von ganz

alleine.

Premiere des Films, produziert u.a. mit Unterstützung

der Stiftung Parität, ist in Kürze. Anschließend

soll er in der Fach-/Öffentlichkeit gezeigt werden

und u.a. für Aus- und Fortbildungen in Behindertenhilfe,

Pädagogik usw. zur Verfügung stehen.

www.lfb-lebensraeume.de

36 März 2012


Menschen mit Behinderung / Pflege

Deutsche Arbeitsministerien mit neuem Programm

Initiative Inklusion

Ein neues Bundesprogramm „Initiative Inklusion“

(Start war Ende 2011) will mehr Ausbildung und

Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen

erreichen, damit mehr schwerbehinderte Menschen

Seite an Seite mit nicht behinderten Menschen arbeiten

– ganz im Sinne einer inklusiven Teilhabe am

Arbeitsleben.

Mit der Initiative Inklusion, von der Bundesregierung gemeinsam

mit den Ländern, der Bundesagentur für Arbeit,

den Kammern, Integrationsämtern und Hauptfürsorgestellen

entwickelt, werden insgesamt zusätzlich 100 Millionen

Euro mit dem Ziel zur Verfügung gestellt, mehr

schwerbehinderte Menschen in reguläre Arbeitsverhältnisse

zu vermitteln.

Konkret wird dieses Geld eingesetzt, um unter anderem

schwerbehinderte Schüler umfassend über ihre beruflichen

Möglichkeiten zu beraten, um mehr betriebliche

Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderungen

und mehr Arbeitsplätze für ältere Menschen mit

Behinderungen zu schaffen. Im Einzelnen bedeutet das:

Berufsorientierung schwerbehinderter Schülerinnen

und Schüler: In den nächsten zwei Jahren werden 40 Millionen

Euro mit dem Ziel zur Verfügung gestellt, jährlich

10 000 schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler mit

sonderpädagogischem Förderbedarf beruflich intensiv zu

orientieren.

Betriebliche Ausbildung schwerbehinderter Jugendlicher

in anerkannten Ausbildungsberufen: In den

nächsten fünf Jahren werden 15 Millionen Euro mit dem

Ziel zur Verfügung gestellt, 1300 neue betriebliche Ausbildungsplätze

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen.

Arbeitsplätze für ältere (über 50- jährige) arbeitslose

oder arbeitsuchende schwerbehinderte Menschen:

In den nächsten vier Jahren werden 40 Millionen Euro

mit dem Ziel zur Verfügung gestellt, 4000 Arbeitsplätze

zu schaffen.

Implementierung von Inklusionskompetenz bei Kammern:

In den nächsten zwei Jahren werden fünf Millionen

Euro zur Verfügung gestellt, um bei den Kammern, die Ansprechpartner

für kleine und mittlere Unternehmen sind,

verstärkt Kompetenzen für die Inklusion schwerbehinderter

Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen

und durch gezielte Beratung mehr Ausbildungs - und Arbeitsplätze

für schwerbehinderte Menschen bei den Mitgliedsunternehmen

zu akquirieren. Mehr Informationen:

Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Berlin; e-Mail: wolfgang.kerler@sengs.berlin.de

Telefon: 030 9028-228

Vorträge für pflegende Angehörige und Interessierte

bietet die Agaplesion Bethanien Diakonie

gGmbH in Berlin mit ihrem Angebot der

Angehörigen Akademie. Wie beantrage ich eine

Pflegestufe? Welche Leistungen aus der Pflegeversicherung

bekomme ich? Wie erkenne ich Demenz

und wie gehe ich damit um? In Vorträgen

und regelmäßigen offenen Angehörigen-Treffen

werden, in Kooperation mit der Alzheimer-

Gesellschaft Berlin e.V., Fragestellungen rund um

die Themen Pflege, Demenz und Psychologie

behandelt.

www.alzheimer-berlin.de

www.bethanien-diakonie.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe

e.V. (DBfK) hat die Initiative „Tausche

wichtigen gegen guten Arbeitsplatz“ gestartet.

Damit sollen vor allem Pflegende motiviert

werden, sich nicht länger mit schlechten Arbeitsbedingungen

abzufinden. Schwerpunktthema der

Kampagne ist im März das ‚Gesundbleiben am

Arbeitsplatz‘ aufgegriffen. Informationen und

Downloads zur DBfK-Initiative unter

www.dbfk.de/Startseite/Tausche-wichtigengegen-guten-Arbeitsplatz.php

Prof. Dr. Roland Schmidt, Professor für

Gerontologie und Versorgungsstrukturen an der

Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der

Fachhochschule Erfurt, ist gemeinsam mit Prof.

Dr. Uwe Bettig (Alice Salomon Hochschule Berlin)

und Mona Frommelt (Ärztin und Direktorin

der Hans-Weinberger-Akademie der Awo e.V.)

Herausgeber des Fachbuches „Fachkräftemangel

in der Pflege: Konzepte, Strategien, Lösungen.“

Heidelberg: medhochzwei Verlag 2012, 372 plus

XI Seiten (Preis: EUR 54,95)

roland.schmidt@fh-erfurt.de

„Wir können und wollen die Situation in der

Pflege nicht mehr länger hinnehmen“, erklärten

Mitte Februar das Awo-Vorstandsmitglied

Brigitte Döcker, DGB-Vorstandsmitglied Annelie

Buntenbach und der Präsident des Sozialverbandes

Deutschland, Adolf Bauer, im Namen

der zahlreichen beteiligten Partnerorganisationen

zur Gründung des Bündnisses für „Gute Pflege“.

Ziel des Bündnisses ist es, die Situation der

pflegebedürftigen sowie pflegenden Menschen in

Deutschland zu verbessern.

www.buendnis-fuer-gute-pflege.de

März 2012 37


Pflege

Paritätischer Gesamtverband

Punkt für Punkt: Was der

Paritätische für die Pflege

jetzt fordert

Auszüge aus dem Forderungskatalog des

Paritätischen Gesamtverbands (siehe nebenstehenden

Bericht):

• Erhöhung der Zuschüsse für Maßnahmen zur

Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes

sowie deren flexiblere Gestaltung.

• Erhöhung der Sachleistungen für Kurzzeitpflege.

• Unbürokratische Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege

bei fehlender Pflegeeinstufung.

• Fortzahlung Pflegegeld bei ambulanter Pflege

sowie Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

• Übernahme der Kosten für die Beförderung

von und zu Einrichtungen der Tages- und

Nachtpflege durch die Pflege- bzw. Krankenkassen.

• Möglichkeit mehrmaliger Inanspruchnahme

von Pflegezeit für einen Pflegebedürftigen.

• Flexibilisierung der ambulanten Leistungen

der Pflegeversicherung.

• Uneingeschränkte Anrechnung der Pflegesachleistungen

beim trägerübergreifenden persönlichen

Budget.

• Bundeseinheitliches Personalbedarfsbemessungssystem

für die stationäre Pflege.

• Konkretisierung der Regelungen zu den Gesamtversorgungsverträgen.

• Festschreibung der kalkulatorischen Auslastung

von Kurzzeitpflege- und Tagespflegeeinrichtungen

auf 80 Prozent.

• Neudefinition der externen Qualitätssicherung.

• Konkretisierung der Voraussetzungen für die

Anerkennung von Fachkräften.

• Ausbau der Pflegeversicherung zu einer solidarischen

Bürgerversicherung.

• Realisierung des Anspruchs auf Behandlungspflege

in stationären Einrichtungen.

• Einbindung der Pflege bei der flächendeckenden

bedarfsgerechten wohnortnahen

medizinischen Versorgung.

• Schließung der ambulanten Versorgungslücke.

Grafik: Barmer-Gek Pflegereport 2011

Der Paritätische will umfassende Pflegereform

„Schönheitsreparaturen

und Minireformen

bringen nichts“

Als absolut unzureichend hat der Paritätische

Wohlfahrtsverband die pflegepolitischen Pläne

des Bundesgesundheitsministers kritisiert. Der

Verband fordert die zügige Umsetzung des neuen

Pflegebedürftigkeitsbegriffs und legt einen eigenen

umfassenden Forderungskatalog zur Reform

der Pflegeversicherung vor.

„Um auch in Zukunft eine würdige Pflege für alle Menschen

sicherzustellen, darf die Politik nicht länger Zeit

mit Schönheitsreparaturen und Mini-Reformen vergeuden“,

so Dr. Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen

Gesamtverbandes. Kein Weg führe an der Einführung

eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs vorbei,

der den tatsächlichen Hilfe- und Unterstützungsbedarf

realitätsgerecht abbildet. Gleichzeitig müsse die Pflegefinanzierung

auf eine solide Grundlage gestellt werden.

„Wir brauchen endlich die Pflegereform aus einem

Guss, die uns diese Koalition vor zwei Jahren versprochen

hat. Wer ein Haus bauen will, kann nicht mit dem

Balkon anfangen, nur weil er für den Rest das Geld noch

nicht zusammen hat“, so Jüttner.

Neben der sofortigen Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs

fordert der Paritätische den solidarischen

Ausbau der bestehenden Pflegeversicherung

zu einer sozialen Bürgerversicherung sowie veränderte

Rahmenbedingungen mit dem Ziel, den Pflegeberuf attraktiver

zu gestalten.

Den umfassenden Forderungskatalog des Paritätischen

mit Lösungsvorschlägen für die inhaltliche Gestaltung

einer Pflegereform im Detail, finden Sie im Internetportal

des Paritätischen Gesamtverbandes.

www.der-paritatische.de

38 März 2012


Queer

„School is out?!“

Wie geht‘s Kindern aus

Regenbogenfamilien in

der Schule?

Das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien

der Humboldt-Universität zu Berlin hat

die Ergebnisse der internationalen Studie School is

out?! - Erfahrungen von Kindern aus Regenbogenfamilien

in der Schule und aus dieser entwickelte

Unterrichtsmaterialen veröffentlicht.

Die vergleichende Studie – durchgeführt in Deutschland,

Schweden und Slowenien – hat sich mit der Frage

befasst, ob Kinder, die mit Eltern aufwachsen, die

sich als lesbisch, schwul, bisexuell und trans (LGBT)

identifizieren, Diskriminierungen in der Schule erleben

und welche Strategien sie im Umgang damit entwickeln.

Die Ergebnisse der Interviews mit Kindern und Eltern

zeigen auf Deutschland bezogen, dass – wie bereits

frühere Forschungen belegen – die Kinder in der Regel

gut integriert sind und selten direkte Formen von

Gewalt erleben. Sie berichten allerdings, dass sie erleben

bzw. befürchten, dass ihre Familienform von anderen –

Gleichaltrigen wie auch Pädagoginnen und Pädagogen

– als Abweichung von einer Hetero-Normalität gesehen

und tendenziell eher negativ bewertet wird.

Strategie des Nichtsveröffentlichens vs. Stolz und

Selbstbewusstsein

„Um diese Form der De-Normalisierung zu umgehen,

versuchen viele Kinder, sich und ihre Familien als so

normal wie möglich darzustellen bzw. sie wählen, um

sich selbst zu schützen, die Strategie des Nicht-Veröffentlichens.

Andere entscheiden sich für eine offensivere

Strategie und erzählen selbstbewusst und stolz in ihrem

schulischen Umfeld von ihrer Familie. Ein Effekt davon

ist, dass auf diese Weise auch das Besondere und Andere

dieser Familienform in den Alltagsdiskurs in der Schule

eingeht“, sagt Uli Streib-Brzič, Mitautorin der Studie.

Die Studie resümiert, dass genau dies in allen drei Ländern

viel zu wenig passiert. Stattdessen werden immer

noch viele Vorurteile gegenüber LGBT-Eltern reproduziert

und auch Pädagoginnen und Pädagogen fehlt es

häufig an Wissen und Offenheit für das Thema. Insgesamt

wird die Vielfalt an Familienformen in der Schule

kaum vermittelt, Regenbogenfamilien bleiben sowohl in

Unterrichtsmaterialien als auch im Unterrichtsgespräch

unerwähnt.

http://www.gender.hu-berlin.de/rainbowchildren/downloads

Schwules Anti-Gewalt-Projekt vor Ort

Maneo-Nachtflugbegleiter

in Berlin unterwegs

Mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern zieht

Maneo nachts durch die Berliner Szenen und

leistet gewaltpräventive Vorort-Arbeit.

Als „Nachtflugbegleiter“ verteilen sie Informationsmaterial,

weisen auf Gefahren und Hilfsangebote

hin und werben für Achtsamkeit und Solidarität

– und kommen so mit vielen Menschen direkt

ins Gespräch. Diesmal führte sie ihre Szenetour

durch Berlin-Friedrichshain und Kreuzberg. Am

13. Januar besuchten sie verschiedene Bars und

Clubs, beispielsweise Große Freiheit, Zum schmutzigen

Hobby, Roses, Bierhimmel, Möbel Olfe, das

Rauschgold, das SchwuZ und zum Abschluss noch

in die Heile Welt in Schöneberg.

Bis um 4 Uhr morgens waren sie in ihrer Aufmachung

als „Stewardessen“ unterwegs. „Wir

haben mit so vielen Menschen gesprochen, die

aufmerksam und sehr interessiert waren“, so Patzy

Wella-Schwarzkopf von Maneo. „Unter ihnen

waren viele Berlin-Touristen, die wir auf Englisch

informierten, dass wir uns mit diesen Aktionen

für eine Stadt der Vielfalt stark machen, gegen

Homophobie und Hassgewalt mobilisieren und für

mehr Solidarität werben“, so Nachtflugbegleiterin

Fräulein Ludmilla Zornikowa.

Auch im SchwuZ war tolle Stimmung und großes

Interesse unter den Besuchern. Am Kottbusser Tor

im Möbel Olfe. Vorher noch über die Oranienstraße

gestöckelt. „Unsere Szenen in der Stadt sind

bunt, vielfältig und lebendig. Viele Menschen kommen

deshalb gerne in unsere Stadt. Trotzdem müssen

wir regelmäßig auch um Achtsamkeit werben.

Mit unserem Infomaterial bieten wir beispielsweise

auch nützliche Tipps und Hinweise zu ‚KO-Tropfen’

und ‚Blind Dates’, wie uns jüngste Vorfälle

wieder vermittelt haben“, so Fräulein Lotti Loretta

Mopps. „Die Idee zu einer Vorort-Arbeit mit den

Maneo-Nachtflugbegleitern entstand bereits vor

vielen Jahren. „Realisieren konnten wir sie jedoch

erst 2010“, so Bärbel von der Panke, Maîtresse de

Cabine. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter haben

Spaß an dieser Arbeit. Jeden Monat ziehen wir

einmal durch unterschiedliche Berliner Szenelocations.

Wir kommen deshalb so gut an, weil wir eine

ernste und wichtige Botschaft unaufdringlich in

den Szenen vermitteln.

www.maneo.de

März 2012 39


Service

Wichtige Entscheidungen und Urteile

Recht und Rat

Die Paritätische Tarifgemeinschaft informiert über interessante

Gesetze, Verordnungen, Urteile und Entscheidungen.

Umfang wirtschaftlicher Betätigung – neue Auffassung

der Finanzverwaltung. Wirtschaftliche Geschäftsbetriebe,

die keine Zweckbetriebe sind, darf eine gemeinnützige

Einrichtung nur in begrenztem Umfang betreiben.

Andernfalls gefährdet das die Gemeinnützigkeit. Die

Finanzverwaltung hat nun mit der Änderung des AEAO

(Anwendungserlass zur Abgabenordnung) ihre bisherige

Auffassung dazu revidiert. Zwar hält es weiter an der

Auffassung fest, dass die nicht begünstigte wirtschaftliche

Betätigung nicht zum Hauptzweck werden darf.

Das BMF rückt jetzt aber die Mittelverwendung in den

Vordergrund: „Die Vermögensverwaltung sowie die Unterhaltung

eines NichtZweckbetriebs sind aus der Sicht des

Gemeinnützigkeitsrechts nur dann unschädlich, wenn sie

um des steuerbegünstigten Zwecks willen erfolgen, indem

sie z. B. der Beschaffung von Mitteln zur Erfüllung der

steuerbegünstigten Aufgabe dienen.“

Es bleibt aber im Grundsatz dabei, dass gemeinnützige

Organisationen sich klar von Wirtschaftsbetrieben abheben

müssen: „Ist die Vermögensverwaltung bzw. der wirtschaftliche

Geschäftsbetrieb dagegen nicht dem steuerbegünstigten

Zweck untergeordnet, sondern ein davon losgelöster

Zweck oder gar Hauptzweck der Betätigung der Körperschaft,

so scheitert deren Steuerbegünstigung.“

Andererseits kann aber auch eine ausschließliche Finanzierung

aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben

unschädlich für die Gemeinnützigkeit sein:

„Bei steuerbegünstigten Körperschaften, insbesondere

Mittelbeschaffungskörperschaften, die sich im Rahmen ihrer

tatsächlichen Geschäftsführung an die in ihrer Satzung

enthaltene Pflicht zur Verwendung sämtlicher Mittel für

die satzungsmäßigen Zwecke halten, ist das Ausschließlichkeitsgebot

selbst dann als erfüllt anzusehen, wenn sie sich

vollständig aus Mitteln eines steuerpflichtigen wirtschaftlichen

Geschäftsbetriebs oder aus der Vermögensverwaltung

finanzieren.“ Es muss aber in jedem Fall ein wesentlicher

satzungsbezogener Tätigkeitsbereich existieren.

Fazit: Es bleibt weiter unklar, wie die Sphären zu gewichten

sind und ab wann die Gemeinnützigkeit bedroht ist. Offensichtlich

will die Finanzverwaltung den gemeinnützigen

Einrichtungen aber deutlich mehr Spielraum bei Mittelerwirtschaftungsbetrieben

geben.

Wegen rechtlicher Fragen oder einer ersten

kostenfreien Beratung können sich Mitglieds

organisationen wenden an die:

Paritätische Tarifgemeinschaft e. V.

Geschäftsstelle Berlin; Rechtsanwalt Gerd Luttmann;

Kollwitzstr. 9496; 10435 Berlin

Tel. 423 8806, Fax 3159 1929

EMail info@ptgberlin.org

www.ptgberlin.org

Paritätische Bundesakademie

Von Argumentation bis

Teamarbeit

Veranstaltungsinformationen der Paritätischen

Bundesakademie vom April 2012. Der erstgenannte

Preis gilt für Seminarteilnehmer aus Mitgliedsorganisationen,

der an zweiter Stelle genannte Preis

für Seminarteilnehmer aus Nicht-Mitgliedsorganisationen.

Soweit nicht anders angegeben, finden

alle Veranstaltungen in Berlin statt. Informationen

erhalten Sie bei: Paritätische Bundesakademie,

Hackesche Höfe, Hof 1, Rosenthaler Str. 40 - 41,

10178 Berlin; Tel.: (030) 24 636 - 440; paritaetische@

akademie.org; www.paritaetische-akademie.de.

► PQ-Lizenzlehrgang „Interne/r KiQu-Evaluator/

in“; Nr.: 071255; 02. Mai; – 03. Mai; (Start) 650 Euro /

715 Euro

► Pflegerische Kontrakturprophylaxe; Grundlagen

und Hinweise für die Praxis Nr.: 051248 03. Mai; 105

Euro / 125 Euro

► Praxisworkshop: Beziehungsdynamik in der Arbeit

mit Menschen mit psychischen Störungen Nr.: 031236

03. Mai; – 04. Mai; 231 Euro / 278 Euro

► Kreative Potenziale des Alters Neue Ansätze für die

Praxis Nr.: 051224 04. Mai; 125 Euro / 150 Euro

► Yoga - Entspannung und Stille mit Kindern; Nr.:

051225; 07. Mai; 100 Euro / 110 Euro

► Rhetorische Tricks und ihre Abwehr (Logik, Argumentation,

Schlagfertigkeit) Die gelassene Art, sich zu

behaupten; Nr.: 051220 07. Mai – 08. Mai; 240 Euro /

290 Euro

► Erstellen und Texten von Werbe- und PR-Materialien;

Nr.: 061221; 07. Mai; – 08. Mai; 250,50 Euro /

300,60 Euro

► Ein Team leiten – Basiswissen für eine erfolgreiche

Teamleitung; Nr.: 091228 07. Mai – 09. Mai; 365 Euro

/ 415 Euro

► Methoden der Kollegialen Beratung – Transfer und

Implementierung in Non-Profit Organisationen Zertifikatskurs

Nr.: 031222 09. Mai; – 11. Mai; (Start) 1.200

Euro / 1.440 Euro

► Schmerzmanagement in der Pflege - Der Expertenstandard

in seiner praktischen Anwendung -Nr.:

051246; 10. Mai; 105 Euro / 125 Euro

► Personenzentrierte Hilfeplanung – Die Basis für

subjektive Erfolgserlebnisse; Nr.: 031212; 10. Mai; – 11.

Mai; 231 Euro / 278 Euro

► Büroorganisation in der Kita leicht gemacht ...den

Papiertiger bändigen; Nr.: 051207 11. Mai; 110 Euro /

130 Euro

► Einführung in die Erlebnispädagogik – Erlebnispä-

40 März 2012


Service

dagogik selbst erfahren und umsetzen; Nr.: 091240 14.

– 15. Mai; 280 Euro / 335 Euro

► Erfahrungen weitergeben beim Personalwechsel;

Nr.: 061203 21. Mai; – 22. Mai; 285 Euro / 335 Euro

► Training zur Gesprächsführung – Gesprächsführung

mit MitarbeiterInnen und Teams; Nr.: 091215; 21.

– 22. Mai; 298 Euro / 345 Euro

► Berufliche Standort- und Perspektivenbestimmung;

Nr.: 061232; 22. Mai; 129 Euro / 155 Euro

► „Frische Besen fegen gut, aber die alten wissen, wo

der Dreck ist“: Wie eine altersgemischte Teamarbeit

gelingen kann.; Nr.: 061204; 28. Mai; – 29. Mai; 285

Euro / 335 Euro

► Strategien für Führungsfrauen – vom Umgang mit

Verantwortung, Erfolg und Macht; Nr.: 031225 31. Mai

– 01.Juni 290 Euro / 340 Euro

Paritätisches Bildungswerk Landesverband Brandenburg

e.V.

Von Alter bis Zeugnis

Informationen zu den aufgeführten Veranstaltungen

erhalten Sie beim Paritätischen Bildungswerk

LV Brandenburg e.V., Stephensonstraße

24-26, 14482 Potsdam, Tel.: 0331/7481875; Fax:

0331/7481877; E-Mail: pbw@bildung-paritaet-brb.

de; Internet: www.bildung-paritaet-brb.de.

Alle Veranstaltungen finden in den Räumen des Paritätischen

Bildungswerks Brandenburg in Potsdam

statt. Der in Klammern angegebene Preis gilt für MO

des Paritätischen. Unser Bildungsprogramm für 2012

kann kostenlos im PBW unter 0331/7481875 oder auch

per Mail pbw@bildung-paritaet-brb.de angefordert oder

auch von unserer Homepage www.bildung-paritaet-brb.

de abgerufen werden.

► „Darf“ ich führen?* 19.-20.03.* Sem.-Nr. 12-107*

190 Euro (180 Euro)

► Geistige Behinderung und Sucht* 20.-21.03.* Sem.-

Nr. 12-712* 160 Euro (150 Euro)

► Beschäftigung mit bettlägerigen Seniorinnen und Senioren*

21.03.* Sem.-Nr. 12-611* 75 Euro (70 Euro)

Bilanzen richtig lesen und verstehen* 22.03.* Sem.-Nr.

12-108* 90 Euro (85 Euro)

► Notwendige Rechtskenntnisse in Einrichtungen nach

dem Brandenburgischen Pflege-und Betreuungsgesetz*

23.03.* Sem.-Nr. 12-109* 85 Euro (80 Euro)

► Die Hauswirtschafsvisite* 27.03.* Sem.-Nr. 12-501*

95 Euro (90 Euro)

► Vom Kontakt zur Kooperation –Beziehungsgestaltung

in der Psychiatrie* 28.-29.03.* Sem.-Nr. 12-805*

155 Euro (145 Euro)

► Reformen im sozialen Sicherungssystem* 29.-30.03.*

Sem.-Nr. 12-205* 170 Euro (160 Euro)

► Die nationalen Expertenstandards* 30.03.* Sem.-Nr.

12-612* 80 Euro (75 Euro)

April

► Von der Mitarbeiterin zur Vorgesetzten* 02.-03.04.

und 09.-10.08.* Sem.-Nr. 12-110* 340 Euro (320 Euro)

► Ergänzende Pflegeleistungen vom Sozialamt* 13.04.*

Sem. -Nr. 12-613* 80 Euro (75 Euro)

► Weiterbildung von Pflegefachkräften für leitende

Funktionen gemäß SGB XI (PDL) Zertifikatskurs*

Beginn am 16.04.* Kurs-Nr. 12-600* 3590 Euro (3490

Euro)

► Qualifizierung zum/zur Ehrenamtsmanger/in -Zertifikatskurs*

Beginn am 17.04.* Kurs-Nr. 12-101* 530

Euro (95 Euro)

► Zuwendungsrecht in seiner aktuellen Umsetzung –

Workshop* 18.04.* Sem.-Nr. 12111* 85 Euro (65 Euro)

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg?!* 18.-19.04.* Sem.-Nr.

12-801* 155 Euro (145 Euro)

► Weiterbildung zum/zur Qualitätsmanagementbeauftragten

–Zertifikatskurs* Beginn am 19.04.* Kurs-Nr.

12-604* 1750 Euro (1650 Euro)

► Das arbeitsrechtliche Zeugnis* 23.04.* Sem.-Nr. 12-

112* 95 Euro (90 Euro)

► Depression und Wahn im Alter* 23.04.* Sem.-Nr.

12-614* 75 Euro (70 Euro)

► Persönliche Zukunftsplanung* 23.04.* Sem.-Nr. 12-

713* 80 Euro (75 Euro)

► Bedürfnis-und ressourcenorientiertes Arbeiten mit

Menschen mit geistiger Behinderung* 26.– 27.04.*

Sem.-Nr. 12-714* 150 Euro (140 Euro)

Paritätisches Personalforum

Weiterbildungen im März

► 22.03.2012 „Der Umgang mit dem Betriebsrat“

► 26.03.2012 „Aufzeichnungspflichten / Betriebsprüfung

durch die Rentenversicherungsträger“

► 27.03.2012 „Lohn und Gehalt – Grundlagen“

► 28.03.2012 „Geringfügig entlohnte und kurzfristige

Beschäftigungen / Gleitzone“

► 29.03.2012 „Bundesfreiwilligendienst - Informationen

für das Personalmanagement“

Nähere Informationen zu den Seminaren

erhalten Sie unter

www.paritaetisches-personalforum.de

oder Tel.: (030) 55 17 41 02

März 2012 41


Pinnwand

Vom Fach

Beim Paritätischen treffen sich Fachgruppen

(FG), Arbeitskreise (AK) und Qualitätsgemeinschaften.

Termine über www.paritaetalsopfleg.de

und im passwortgeschützten

Extranet www.pariextra.de.

FG Ältere Menschen Tel. 8 60 01-176

Forum Jugendhilfeausschüsse Tel. 55 67 05-12

JHA

FG Behindertenhilfe Tel. 8 60 01-152

FG Psychiatrische und Tel. 31 59 19-26

psychosoziale Versorgung

AK Psychosoziale Versorgung/ Tel. 77 32 88 22

BAPP

FG Suchthilfe

Tel. 31 59 19-28

AK Gesundheit

FG HIV, Aids, STI und Hepatitiden

FG Krankenhäuser Tel. 8 60 01-124

FG Sozialstationen Tel. 31 59 19-30

AK Sozialarbeit in Sozialstationen

Tel. 31 59 19-25

FG Stationäre pfl. Versorgung Tel. 8 60 01-171

AK Soziale Beratung

AK § 67 SGB XII und

Schuldnerberatung

AK Qualität § 67 SGB XII

FG Familie, Frauen,

Tel. 8 60 01-176

Mädchen

FG Kita

Tel. 8 60 01-179

Integrations-AG

FG Jugendberufshilfe

Tel. 8 60 01-165

FG Hilfen zur Erziehung

FG Jugendarbeit

FG Schulträger Tel.: 8 60 01- 161

FG Betreuung Schulkinder Tel.: 8 60 01-166

FG u. AK Schulbez. Jugendhilfe

AK Koordinierende Leitungen

im Ganztagsbereich

FG Migration

Tel. 8 60 01-177

Qualitätsgemeinschaft

Migration

AK Straffälligen- und

Tel. 86001-122

Opferhilfe

Stellengesuch

Quicklebendige Rentnerin

mit langjährigen und vielseitigen Kenntnissen in sozialen

und wirtschaftlichen Betrieben sucht Mitarbeit in Projekt-/Trägerverwaltung

in Berlin. Sofort einsetzbar!

Teilzeit, auch Vertretung in den Bereichen Verwaltung,

Organisation, Veranstaltungsmanagement sind gewünscht,

aber nicht Bedingung. Die üblichen Unterlagen werden

auf Wunsch gern eingereicht.

eika.aue(at)gmx.de

Stellengesuch

Diplom-Sozialarbeiterin/Pädagogin und

Altenpflegerin

sucht neue Herausforderung. Zurzeit arbeite ich als

Koordinatorin im Rahmen des § 45 SGB XI und möchte

mich verändern. Durch meine Doppelqualifikation liegt

mein beruflicher Schwerpunkt in der Seniorenhilfe und

der Beratung ältere Menschen.

Brigitte Nentwig; Am Rathaus 2a

10825 Berlin; Tel: 030/81494791

brigitte-nentwig(at)t-online.de

Stellengesuch

Sozialjuristin (Diplom-FH)

sucht neue Herausforderung! Sie suchen eine engagierte

Sozialjuristin, welche mit viel Engagement und Durchsetzungsvermögen

einen Freiwilligendienst in Marokko

absolviert hat? Dann kontaktieren sich mich bitte!

Ich suche nach diesem prägenden Jahr eine Vollzeitanstellung

ab dem 01.05.2012 im Bereich Sozialberatung.

Von der Beratung und Hilfestellung für Ältere bis zu

Migranten kann ich mir alles vorstellen. Mir ist es wichtig,

Unwissende über ihre Ansprüche aufzuklären und ihnen

bei der Durchsetzung zu helfen.

Marlene Fillinger; Finsterwalder Str. 30a

03249 Sonnewalde; Tel.: 035323-60142

marlenef(at)gmx.net

Rechtsberatung mittwochs von 14 bis 16.30 Uhr (ohne

Terminvereinbarung) • Landesgeschäftsstelle

42 März 2012


Pinnwand

Stellenangebot

Der Paritätische Landesverband Berlin e.V. sucht eine(n)

Referent/in für das Referat Pflege mit dem

Schwerpunkt Ambulante Versorgung

zum 1.7.2012 im Rahmen einer Vollzeitstelle.

Ihre Aufgaben sind u.a.:

• Konzeptionelle, fachliche und betriebswirtschaftliche

Beratung und Unterstützung der Mitgliedsorganisationen

• Förderung der Mitgliedsorganisationen zur Sicherstellung

der Einhaltung gesetzlicher, pflegewissenschaftlicher

und vertraglicher Anforderungen zur

Verbesserung der bedarfsgerechten Versorgung der

Zielgruppen

• Qualitätsentwicklung in der Pflege

• Arbeit in verbandlichen, politischen und fachlichen

Gremien

Wir erwarten:

• Hochschulabschluss/Fachhochschulabschluss oder

vergleichbare Erfahrungen und Kenntnisse

• Erfahrungen und Kenntnisse in der Verbandsarbeit

und verbandlichen Interessenvertretung

• Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit Strategien

zu entwickeln

• Eine teamfähige und selbstbewusste Persönlichkeit

mit Eigenverantwortung und Flexibilität

Wir bieten:

• Eine leistungsfähige Vergütung (Haustarifvertrag

Gruppe 2)

• Fortbildungsmöglichkeiten

Ihre Bewerbung mit frankiertem Rückumschlag senden

Sie bitte bis zum 20. März 2012 zu Händen Frau

Krüger, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin e.V.,

Brandenburgische Str. 80, 10713 Berlin

Stellenangebot

Der Paritätische Landesverband Berlin e.V. sucht eine(n)

Referent/in für das Referat Migration

zum 1.7.2012 im Rahmen einer Teilzeitstelle (0,5)

Ihre Aufgaben sind u.a.:

• Interessenvertretung gegenüber Politik und Verwaltung

• Konzeptionelle, fachliche und betriebswirtschaftliche

Beratung und Unterstützung der Mitgliedsorganisationen

• Qualitätsentwicklung

• Arbeit in verbandlichen, politischen und fachlichen

Gremien

Wir erwarten:

• Hochschulabschluss/Fachhochschulabschluss oder

vergleichbare Erfahrungen und Kenntnisse

• Erfahrungen und Kenntnisse in der Verbandsarbeit

und verbandlichen Interessenvertretung

• Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, Strategien

zu entwickeln

• Eine teamfähige und selbstbewusste Persönlichkeit

mit Eigenverantwortung und Flexibilität

Wir bieten:

• Eine leistungsfähige Vergütung (Haustarifvertrag

Gruppe 2)

• Fortbildungsmöglichkeiten

Ihre Bewerbung mit frankiertem Rückumschlag senden

Sie bitte bis zum 20. März 2012 zu Händen Frau

Krüger, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin e.V.,

Brandenburgische Str. 80, 10713 Berlin

Stellenangebot

TWG neuhland (Wilmersdorf) sucht für die Beratung

und Betreuung von psychisch beeinträchtigten jungen

Erwachsenen zum 01.06.2012

1 Dipl. Sozialpädagogin/en (aus teamparität.

Gründen weibl.) (A)

für 20 Std./Woche (ggf. später bis 25 Std./Woche)

Die Tätigkeit umfasst die Anwesenheit an zwei Nachm. in der

TWG sowie Begleitung und Zusammenhangsarbeit. Wir bieten

eine vielfältige und therapeutisch orientierte Arbeit im Team,

Supervision und Fortbildung

und zum nächstmögl. Zeitpunkt

1 Sozialpädagogin/en

für 10-30 Std./Monat (B)

auf Basis einer geringfügigen Beschaftigung (400.-€)

Wir wünschen uns:

• Berufserfahrung m. Jugendlichen / jungen Erwachsenen

• Kenntnisse im Umgang mit psychischen Erkrankungen

• Engagement, Teamfähigkeit, Flexibilität

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit Angabe der Stellenbezeichnung

(A/B)

TWG-Neuhland, Frau Kohler, Richard-Sorgestr. 73, 10249

Berlin oder eva.kohler@neuhland.net

www.neuhland.net

März 2012 43


Pinnwand

Stellenangebot

Der TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.

sucht ab sofort für die neue intensivtherapeutische

stationäre Betreuungseinrichtung „Haus auf dem

Hügel“ in Berlin-Lichtenrade und für die Tagesgruppen

in Lichtenrade

Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut

(m/w) 20 Std./Wo.

Das stationäre Betreuungsangebot richtet sich an

Kinder im Grundschulalter die zeitweilig nicht

zu Hause leben können und deren Beschulung in

einer Regelschule nicht erfolgen kann.

Schwerpunkte: psychotherapeutische Behandlung

seelisch erkrankter oder seelisch bedingt körperlich

kranker Kinder und Jugendlichen sowie begleitende

Psychotherapie der Beziehungspersonen,

Soziale Gruppenarbeit, individuelle Einzelförderung,

Kooperation mit Jugendämtern, Schulen und

verschiedenen Fachdiensten

Voraussetzungen: abgeschlossene Zusatzausbildung

als Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeuten,

Teamfähigkeit, Flexibilität, Engagement,

Kooperationsfähigkeit mit beteiligten Fachdiensten.

Aufgaben: psychotherapeutische Unterstützung

der Kinder im Alltag, Durchführung von Einzel –

und Gruppentherapie, Zusammenarbeit mit den

Eltern

Der TANNENHOF BERLIN-BRANDENBURG

E. V. bietet eine leistungsgerechte Entlohnung und

unterstützt Fort- und Weiterbildung.

Ihre Bewerbung erbitten wir per E-Mail an

bewerbung@tannenhof.de oder per Post an:

TANNENHOF Berlin-Brandenburg e. V., Personalabteilung,

Meierottostraße 8 - 9, 10719 Berlin

www.tannenhof.de

Aktuelle Stellenangebote und -gesuche

finden Sie im Internet stets hier:

http://www.paritaet-berlin.de/jobs/

stellenangebote.html

Stellenangebot

Der TANNENHOF Berlin-Brandenburg e. V.

sucht ab dem 15. September 2012 für sein Qualitätsmanagementsystem

einen

Qualitätsmanagementbeauftragten (m/w)

in Vollzeit (40 Std./Wo.)

für folgende Verfahren: DIN EN ISO 9001:2008

AZWV/AZAV Bildungsbereich

Q-Reha plus

Die Verantwortung des QMB besteht darin, den

gesamten QMS-Entwicklungsprozess im THBB

mit den jeweils Verantwortlichen und Beteiligten in

Abstimmung mit der Geschäftsführung zu planen,

die Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen zu koordinieren,

anzuleiten, zu bewerten und zu lenken.

Er stellt sicher, dass die erforderlichen Prozesse,

Verfahren und Dokumente aufrechterhalten und

weiterentwickelt werden.

Um diese Aufgabe wahr zu nehmen, steht dem

QMB eine Steuerungsgruppe und ein Team

interner Auditoren zur Verfügung, die er auch

leitet. Er arbeitet eng mit den QM Gremien, dem

Sicherheitsbeauftragten, dem Datenschutzbeauftragten

und dem Hygienebeauftragten des THBB

zusammen.

Voraussetzungen: Qualitätsmanager, wünschenswert

die Ausbildung zum Auditor, Bereitschaft zur

Fort- und Weiterbildung

Für Fragen stehen Ihnen Herr Brömer, Geschäftsführung

und Herr Kuhnlein, Personalleitung

zur Verfügung (0 30 / 86 49 46-0).

Der THBB bietet eine leistungsgerechte Entlohnung

und unterstützt Fort- und Weiterbildung.

Ihre Bewerbung erbitten wir per E-Mail an

bewerbung@tannenhof.de oder per Post an:

TANNENHOF Berlin-Brandenburg e. V., Personalabteilung,

Meierottostraße 8 - 9, 10719 Berlin

www.tannenhof.de

44 März 2012


KinderZukunft 2012 – Paritätische Hilfe für Kinder und Jugendliche

G u t s c h e i n

_______________________________

_________________

Ausstellende Mitgliedsorganisation (Datum)

(Stempel)

Für ______________________________

(Vor- und Zuname)

___________________

(Alter)

sollen ________ Euro (max. 50.- Euro) ausgezahlt werden für die

Anschaffung von ______________________________________

sollen ________ Euro (max. 270.- Euro) ausgezahlt werden für die

Teilnahmen an Kurs/Programm ____________________________

Eigenbeteiligung: ________ Euro

___________________________________

(Unterschrift Mitgliedsorganisation)

Empfangsbestätigung

Ich habe einen Betrag in Höhe von _________ Euro erhalten.

Ich leiste einen Eigenbeitrag in Höhe von __________ Euro

_______________________________________

(Unterschrift Erziehungsberechtigte/r/Empfangsberechtigte/r)

ausgezahlt von:

_______________________________________________________

(Unterschrift + Stempel Stadtteilzentrum)


Telefonverzeichnis I

Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin, Brandenburgische Str. 80,

10713 Berlin, Tel. (0 30) 8 60 01-0, Fax (0 30) 8 60 01-110

E-Mail: info@paritaet-berlin.de; Internet: www.paritaet-berlin.de

Name Bereich / Funktion Telefon Fax E-Mail 1

John, Prof. Barbara Vorstandsvorsitzende -182 -260 john@..

Abend, Ronald Catering -105 -110 abend@..

Bodrow, Margita Stiftungsmittel -125 -210 bodrow@..

Böckel, Sabine vom Drittmittel -121 -240 boeckel@..

Bußler, Anett MO-Datenbank -154 -240 bussler@..

Deutschmann, Martina Catering -105 -110 deutschmann@.

Drusche, Angelika Sekr. Geschäftsführung -103 -260 drusche@..

Engel, Petra Pressestelle -107 -140 engel@..

Everién, Yvonne Sekr. Kinder & Kitas/Frauen., Fam. -163 -220 everien@..

Fischer, Ursula Verwaltungsleiterin -111 -240 fischer@..

Gatz, Karin Praktikanten -123 -240 gatz@..

Gaubert, Sigrid Sekr. Behindertenh. & Werkst. -152 -210 gaubert@..

Gaudszun, Claudia Ref. Kinder und Kitas -179 -220 gaudszun@..

Groos, Ursula Ref. Straffälligen- und Opferhilfe -122 -210 groos@..

Hartan, Bärbel Empfang -200 -110 hartan@..

Helbig, Christiane Stiftungsmittel -145 -210 helbig@..

Herchner, Claudia Sekr. Geschäftsführung -102 -260 herchner@ …

Herrmann, Maria-Ilona Sekr. Altenhilfe, Soz., Stat. Pfl. -172 -220 herrmann@..

Hoyer, Martin Ref. Kinder und Kitas/ Schule -161 -220 hoyer@..

Köppe, Brigitte Empfang -200 -110 info@..

Kramer-Jensen, Ute Aufnahmekoordination. -126 -240 kramer@..

Kriebel, Elvira Ref. Schulbezogene Jugendhilfe -166 -220 kriebel@..

Krüger, Elke Stv. Geschäftsführerin -101 -260 krueger@..

Lachenmayer, Rainer Ref. Altenh., Soz., Stat. Pflege -171 -220 lama@..

Luttmer, Marcus Ref. Kinder und Kitas -178 -220 luttmer@..

Menninger, Oswald Geschäftsführer -104 -260 menninger@..

Mohr, Sabina Sekr. Jugendhilfe -165 -220 mohr@..

Pelkhofer-Stamm, Margret Ref. Migration -177 -220 pelkhofer@..

Purmann, Reinald Ref. Behindertenhilfe -151 -210 purmann@..

Riesmeier, Yvonne Finanzbuchhaltung -113 -240 riesmeier@..

Schmid, Rita Pressestelle -183 -140 schmid@..

Schulz, Andreas Ref. Jugendhilfe -162 -220 schulz@..

Selinger, Evelyn Ref. Familie, Frauen, Mädchen -176 -220 selinger@..

Wachholz, Chris Drittmittel -273 -240 wachholz@..

Wanke, Hans-Jürgen Personal / Organisationsberatung -186 -260 wanke@..

Witten, Elfi Pressesprecherin -181 -140 witten@..

Personalbüro Personalverw. (Sprecht. Mi) -135 -240 personalbuero@..

Tagungsräume: E.04: -117 E.05: -118 / E.06: -119/1.14 -274 / 5.04: -115 / Keller: -198

1

Die E-Mail-Adresse setzt sich zusammen aus [angegebener Name]@paritaet-berlin.de

46 März 2012


Telefonverzeichnis II

Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin

Referate

Ambulante Pflege und Hospize

Psychiatrie/Queere Lebensweisen

Suchthilfe/Gesundheitsförderung / Aids

Kollwitzstraße 94–96; 10435 Berlin-Prenzlauer Berg

Tel.: (030) 315 919-0

Fax (0 30) 315 919-29

E-Mail info@paritaet-berlin.de

Name Bereich / Funktion Telefon E-Mail

315919-0

Kalla, Karina

Sekr. Psychiatrie/Queere Lebensweisen

-13 kalla@paritaet-berlin.de

/Ambulante Pflege und Hospize

Christian

Reumschüssel-Wienert

Ref. Psychiatrie/Queere Lebensweisen

-26 reumschuessel@paritaetberlin.de

Drees, Heike

Ref. Suchthilfe / Gesundheitsförderung/

-28 drees@paritaet-berlin.de

Aids

Pleyer, Markus

Qualitätsmanagement, ambulante -25 pleyer@paritaet-berlin.de

und stat.Pflege

Lüderitz, Alke

Sekr. Suchthilfe / Gesundheitsf./ -43 luederitz@paritaet-berlin.de

Aids

Zobel, Dr. Oliver Ref. Ambulante Pflege und Hospize -30 zobel@paritaet-berlin.de

Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin

Geschäftsstelle Bezirke

Kollwitzstraße 94–96,

10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Telefon (0 30) 55 67 05-0, Fax (0 30) 55 324 45

E-Mail info@paritaet-berlin.de

Name Bereich / Funktion Telefon E-Mail

556705 -0

Hilla - zur Horst, Renate Bezirksbeauftragte für Pankow, Spandau,

-19 hilla@paritaet-berlin.de

Steglitz-Zehlendorf

Holtz, Stefan

Stv. Ltr. d. GSt./ Bezirksbeauftragter -12 holtz@paritaet-berlin.de

für Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg-Hohenschönhausen,

Marzahn-

Hellersdorf

Kelp, Angelika

Bezirksbeauftragte für Mitte, Reinickendorf,

-17 kelp@paritaet-berlin.de

Charlottenburg-Wilmersdorf

Schlimper, Dr. Gabriele Leiterin der Geschäftsstelle, Bezirksbeauftragte

-18 schlimper@paritaet-berlin.de

für Treptow-Köpenick

Schilling, Dagmar

Bezirksbeauftragte für Neukölln/ -16 schilling@paritaet-berlin.de

Tempelhof-Schöneberg

Schoene, Erika Sekr. -10 schoene@paritaet-berlin.de

März 2012 47


Berliner Bestell-Fax für Themenhefte

Fax (0 30) 8 60 01-140

Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin, Pressestelle

Brandenburgische Straße 80; 10713 Berlin

Menge

Kostenlose Bestellung [bitte ankreuzen]

Paritätisches Leitbild „Betreutes Jugendwohnen“ (Arbeitshilfe Qualitätsentwicklung in den Hilfen

zur Erziehung; 9/2011)

Bildungspartner finden sich - Kooperation freier Träger der Jugendhilfe und Schulen (9/2011)

Hürden nehmen. Migrationssozialarbeit im Paritätischen Wohlfahrtsverband (5/2011)

Vielfalt fördern! Fünf Jahre Stiftung Parität Berlin (DP 3/2010)

Stärken stärken. Kunst und Kultur in der sozialen Arbeit/ Programmheft Gala 60 Jahre Paritätischer

Berlin (DP 2/2010)

Gute Pflege braucht ... (DP 1/2010)

Zahlen, Fälle und wie weiter? Zur Steuerung der psychiatr. Versorgung in Berlin (DP 3/2009)

Selbstbestimmt altern. Paritätische Projekte für und von älteren Menschen (DP 2/2009)

„Qualität in d. Schulbezogenen Jugendhilfe - Fünf Paritätische Handlungsgrundsätze“ (2/2009)

Gemeinsam Schule machen (Stand: 10/2008)

Gemeinschaft genießen. Tagespflege für ältere und pflegebedürftige Menschen im

Paritätischen (DP 6/2008)

Kinderschutz geht alle an - Paritätische Träger engagieren sich (DP 1/2008)

Das Paritätische Qualitätsforum Kindertagesstätten. Herausforderungen begegnen (Stand:

8/2007)

Der Qualitätscheck – eine Erfolgsgeschichte (NP 3/2007)

Freiwilligenarbeit stärken (NP 1/2007)

Gemeinsam fördern – Verlässlich gestalten: Paritätische Träger als Partner von Grundschulen

(NP 3/2006)

Wohnungswirtschaft u. soziale Träger: Kooperation mit Zukunft (NP 1/2006)

Versandanschrift [bitte deutlich schreiben oder stempeln]

MO-Name

zu Händen:

Straße

PLZ Ort

48 März 2012

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