75 Jahre Spetsmann

langanke

Süße Verführung

Kleine und große

Geschichten aus einer

traditionsreichen Konditorei

Wenn Glück auf Können trifft

Seit 75 Jahren erlebt und schmeckt man im Hause Spetsmann den guten Familien-Geist des Erfolges

onditorei & Café Spetsmann

wenn ein Iserlohner Traditionsunternehmen

mit überragendem

Ruf im Handwerk und im Gastgewerbe

auf eine Dreiviertel-Jahrhundert-Geschichte

zurückblicken kann, dann ist das

fraglos auch ein guter Grund, auf eine ganz

besondere Spurensuche zu gehen. In der

Vergangenheit, in der Gegenwart und in der

Zukunft. Nach Gründen und Hintergründen

zu fragen. Nach dem Großen und Ganzen

-und natürlich auch nach den kleinen

Dingen des Konditoren- und Café-Alltags.In

einem Interviewananderer Stelle dieser gediegenen

Geburtstags-Zeitung wird Bernd

Bücker, Spetsmann-Chef der dritten Generation,

gleich sagen, dass das Geheimnis seines

Hauses auch 75 Jahre nach seiner Gründung

auf den ersten Blick immer noch

schwer zu fassen ist: „Niemand braucht uns

wirklich, und trotzdem haben wir einen tollen

Erfolg.“ Diese Sichtweise hat einen besonderen

Logik-Charme, einen fast philosophischen

Ansatz.

Neubeginn mit

„Klätschkuchen“

Allerdings lässt sie sich vielleicht auch etwas

präzisieren: Zufälle und konsequente unternehmerische

Planung, Glück und erarbeitetes

sowie intuitives Können –die Liste der

Erfolgsfaktoren-Pärchen im Hause Spetsmann-Bücker

ließe sich wohl mühelos verlängern.

Wenn die Rheinländerin

Gertrud Breuer ihrer Tochter Änne

und ihrem späteren Schwiegersohn

Karl-Heinz

Spetsmann aus spontaner

Zuneigung 1939

nicht zu Iserlohn als

Konditorei-Standort

geraten hätte und dazu,

das Café Schnettelker

an der Bahnhofsstraße

zu übernehmen, dann

gäbe es heute – zumindest

in dieser Form –wohl

eher nichts zu feiern. Wenn Joseph

Bücker dann 1957 zum Ende

seiner ersten beruflichen „Wanderjahre“

nicht den Wegnach Iserlohn und dort

schließlich auch ins Herz vonTochter Ursula

Spetsmann gefunden hätte, wäre vermutlich

das

Unternehmen

auch

in diesem

Fall einen anderen

Weg gegangen.

Und hätte

diesen beiden

„Bückers“ dann vielleicht auch

noch dieses so ungemein ausgeprägte Weiterentwicklungs-

und Kreativitäts-Gen gefehlt,

das sie auf die eine oder andere Art

Das sind die Menschen hinter den kleinen Köstlichkeiten: Das Zusammenspiel der Mitarbeiter aus der Konditorei und dem Service ist ebenso fein aufeinander abgestimmt

wie die Rezepturen der hochwertigen Spetsmann-Produkte.

auch schließlich an ihren Sohn Bernd und

die Schwiegertochter Ute weitergeben konnten,

dann würde sich die Situation des Hauses

– räumlich, qualitativ, unternehmerisch,

zukunftsorientiert –heute in der Tatganz anders

darstellen.

ielleicht hätte die Geschichte ja

auch einen ganz anderen Verlauf

genommen, wenn es 1946 nicht gelungen

wäre, aus ein paar zufälligen

Nachkriegs-Zutaten einen fast schon legendären

„Klätschkuchen“ zu entwickeln

oder wenn man später –nur mal als Beispiel

–nicht die pralle, frische Erdbeere als einen

Mittelpunkt der hauseigenen

Kreativität definiert

hätte. Nicht

viel anders verhält

es sich bei den Pralinen.

Ohne einen

Urlaub auf Vaxholm

wäre der

Sprung aufs Ehrentreppchen

der

amtierenden Pralinen-Künstler nicht geglückt.

Mag sich Bernd Bücker bei der Suche

nach den Erfolgsgründen weiterhin

philosophisch-bescheiden

geben, Vater Joseph staunt im

gleichen Gespräch: „Wir hatten

noch nie so viele Kunden, die

vonweit herkommen, um bei uns

einzukehren.“ Sie alle werden

wissen warum ...

Von Senatorentorte bis „Vaxholm“

Kreativität und handwerkliches Geschick gehören seit jeher im Stammhaus am Poth zusammen

as Haus am Poth hatKonditortradition,

und das nicht

erst seit 75 Jahren. Schon im

Jahre 1909 eröffnete im

heutigen Spetsmannschen Stammhaus

am Poth 6, an der damaligen

Bahnhofsstraße 4, Wilhelm Schnettelker

eine Konditorei und ein Café.

Der spätere Mitbegründer des Westfälisch-Lippischen

Konditorenverbandes

und des Deutschen Konditoren-Bundes

stirbt jedoch bereits

1931 im Alter von 59

Jahren an den Folgen

eines

Schlaganfalls.

Seine zweite Frau

führt das Café zunächst

weiter,ist dann

aber letztlich froh,

dass sie es 1939 dann

in die Hände des Konditormeisters

Karl-

Heinz Spetsmann und

seiner Frau Änne übergeben kann.

Wohl schon aus diesen Gründertagen

stammt auch das Rezept der bis

heute immer noch sehr beliebten Senatorentorte:

Seite 5. Dass Spetsmann

einst auch neun Jahre lang

eine Filiale auf der Wermingser Straße

hatte, wissen wohl nur noch die

älteren Iserlohner, die sich sehr gerne

auch noch an weitere „Momente

aus 75 Jahren“ erinnern: Seite 6.

Eng verbunden mit der

Geschichte der bis

heute bestehenden Filiale,

des Brückencafés,

das 2014 seinen

40. Geburtstag feiern

kann, ist die berufliche Laufbahn

von Filialleiter Roland Stand: Seite

9. Außer mit Leckerem aus der

Küche verwöhnt er die Gäste am

Schillerplatz auch mit dem Eis, das

im Stammhaus produziert

wird und zwar seit

zwei Jahren mit einer

besonderen italienischen

Note: Seite 11.

Und aus Schweden

stammt die Idee für die

aktuelle Praline des Jahres, die zum

dritten Mal aus der Confiserie von

Spetsmann kommt: Seite 13.

Von1939 bis 2014: Das erste Spetsmann-Schaufenster und der Eingangsbereich wie er sich nach dem Umbau 2011 den Kunden präsentiert.

Sonderveröffentlichung der Zeitungen Iserlohner Kreisanzeiger /Westfälische Rundschau Mai 2014


Seite 2

Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

Die Praline

fällt nicht weit

vom Stamm

Grüße von der

Kreishandwerkerschaft

ehr geehrte

Damen und

Herren, liebe

Familie

Bücker,

in einer Zeit der

Kurzlebigkeit und

Hektik vertreten Sie mit dem torenhandwerk ein ganz besonderes

Kondi-

Genre, dessen Erfolg im Wesentlichen

auf Geduld und Sorgfalt fußt.

Kurz gesagt, Sie stehen für ein Genuss-Handwerk,

das stets der Anforderung

eines Spagats zwischen Tradition

und Moderne unterliegt.

Denn Genuss, dass wissen wir alle,

benötigt nicht nur Zeit, sondern bedingt

auch harte Arbeit, um dauerhaft

Qualität auf höchstem Niveau

bieten zu können.

Umso erfreulicher ist es, dass Sie

diese Qualität seit nunmehr 75 Jahren

in dritter Generation anbieten!

Pralinen, Petit Fours und süßes

Naschwerk aus dem Hause Spetsmann

sind seit Jahrzehnten nicht

nur in Iserlohn und Umgebung ein

Begriff, sondern auch überregional

in aller Munde!

Ganz besonders möchte ich an

dieser Stelle das ehrenamtliche Engagement

der Familie Bücker hervorheben.

Hier gilt das altbekannte

Sprichwort: „Der Apfel, pardon,

die Praline fällt nicht weit

vom Stamm.“ Denn sowohl Vater

Joseph als auch Sohn Bernd standen

bzw. stehen der Konditoren-Innung

Westfalen-Süd lange Jahre als

Obermeister vor und sind eng mit

der Kreishandwerkerschaft Märkischer

Kreis verbunden.

Von1972 bis 1988 lenkte Joseph

Bücker die Geschicke der Innung

als Obermeister, war bis zum Jahre

2000 als Vorstandsmitglied aktiv

und unterstützte die Fachbetriebe

bis 2004 als Pressesprecher. Lange

Jahre vertrat Joseph Bücker außerdem

die Interessen der Innung in

den Gremien des Landesinnungsverbandes

und der Kreishandwerkerschaft

Märkischer Kreis. Von

1988 an warerzudem elf Jahre lang

Vizepräsident des Deutschen Konditorenbundes.

Sohn Bernd trat bereits

im Jahre 2000 in die „ehrenamtlichen

Fußstapfen“ seines Vaters

und übernahm sowohl die Vertretung

zur Kreishandwerkerschaft

MK und zum Landesinnungsverband

als auch das Amt des stellvertretenden

Obermeisters. Seit 2003

steht Bernd Bücker als Obermeister

an der Spitze der Konditoren-Innung

Westfalen-Süd. Dies sind beeindruckende

Daten, liebe Familie

Bücker, auf die Sie mit Fug

und Recht stolz sein

können. Vorallem aber

gratuliere ich Ihnen am

heutigen Tage zu einer

Leistung, die ihresgleichen

sucht. Sie haben es

geschafft, Ihren Familienbetrieb

auch mit stolzen 75

„Lenzen“ jung, dynamisch

und kraftvoll wie am ersten

Tage zu erhalten.

Mit dieser Einstellung, da

bin ich mir sicher, werden

Sie weiterhin Erfolg haben

und mit Ihrer Konditorei

noch zahlreiche Jubiläen feiern.

Ich freue mich an dieser Stelle

auch für die Zukunft auf immer wieder

neue genussvolle Kreationen aus

dem Hause Spetsmann.

Sowohl im Namen der 1500 Innungsfachbetriebe

unseres Hauses

als auch im Namen der Geschäftsführung

und Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft

Märkischer Kreis

gratuliere ich Ihnen!

Mit handwerklichen Grüßen

Christian Will

Kreishandwerksmeister

Höchstmaß an Kreativität

Grüße vom Deutschen Konditorenbund

iebe Familie Bücker,

im Namen aller Kolleginnen

und Kollegen

gratuliert der

Deutsche Konditorenbund

Familie Bücker zum 75-jährigen

Jubiläum des Konditorei-Cafés

Spetsmann.

Dank den Gründern

Karl-Heinz und Änne

Spetsmann, die 1939 in

Iserlohn das Unternehmen

gründeten, und dank der nachfolgenden

Generationen ist das Konditorei-Café

Spetsmann zu einem familiären

Traditions-Café geworden,

welches aus Iserlohn nicht mehr

wegzudenken ist.

Als 1969 Joseph und Ursula

Bücker das Unternehmen übernah-

men, lagen die Prioritäten

auf der Weiterentwicklung

der

Produkte.

Handwerkliches

Geschick

sowie Qualität

und Frische waren

ihre wichtigsten

Aufgaben. Mit diesem

Image erweiterte

die Familie

Bücker das nehmen um weitere Kaffeehäuser.

Unter-

Drei Generationen haben dazu

beigetragen, dass das 75-jährige Jubiläum

des Konditorei-Cafés gefeiert

wird. Die ständig steigende Nachfrage

der Kunden zeigt, dass sich handwerkliche

Tradition, bewährte Confiserie

und auch moderne Produk-

Begriff für Qualität

Grüße vom Iserlohner Bürgermeister

ditorei und das Café Spetsmann. Seit

nunmehr 75 Jahren ist der Name

Spetsmann ein Begriff für seine

außergewöhnliche und hochwertige

„Pralinenmeisterei“, und dies nicht

nur für die Iserlohnerinnen und Iserlohner,

sondern weit über die Grenzen

Iserlohns hinaus. Dies trifft insbesondere

für die wohl bekannteste

Spezialität aus dem Hause Spetsmann

zu: den Christstollen, der zur

Weihnachtszeit seinen Wegfast über

den gesamten Globus findet.

Auf Dauer hat wohl nur Bestand,

wer zum Wandel bereit und zur Anpassung

fähig ist. Dass Familie

Bücker hierzu in der Lage ist, sehen

wir an der positiven Entwicklung.

Ich gratuliere der Familie Bücker

mitsamt den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern sehr herzlich zu dem

Firmenjubiläum. Und ich hoffe und

Ein Name als Gütenachweis

Jede Stadt ist glücklich,

wenn in ihr hervorragende

Produkte von hohem Bekanntheitsgrad

hergestellt

werden. Anerkannt gute Waren tragen

den Namen solcher Städte bis in

die entlegensten Winkel unserer Erde:

Kölnisch Wasser,Berliner Weiße,

Wiener Würstel! -Iserlohn punktet

mit erstklassigen Konditoreierzeugnissen

aus dem Hause Spetsmann.

Als wirklich „alter Iserlohner“ weiß

ich genau, seit wann dies zutrifft.

Das Gebäck für den Kaffeetisch meiner

Eltern und Großeltern einzukaufen,

war als Gymnasiast stets

meine Aufgabe.

Damals gab es viele für ihre guten

Erzeugnisse bekannte Konditoreien

in der Stadtmitte: Nölle und Bekan

(an der Mendener Straße), Hilburg

und Hesse (Wermingser Straße), Terbeck

(Unnaer Straße) und Ittermann

(Gartenstraße) sowie Grenzhäuser

und Schnettelker (am Poth).

Sie alle wetteiferten um die Gunst

der Kunden. Letztgenannte Konditorei

am Bahnhofsweg lag für mich

am nächsten und wardaher mein Favorit.

Doch im Frühjahr 1939 schloss

Grüße vom ehemaligen Kreisheimatpfleger

dieser Laden und wurde umgebaut.

Ein neuer Konditormeister namens

Karl-Heinz Spetsmann stellte sich

bald darin mit seinen den Mund wässerig

machenden Angeboten mitsamt

seiner umsichtigen Ehefrau

vor. Sie brachten einen spürbaren

Aufschwung in unsere Stadt. Bald

wurde der neue Kollege von seinen

Zunftkollegen aus Iserlohn und Umkreis

zum Obermeister der Konditoreninnung

gewählt, kurz darauf, seiner

anerkennenswerten Leistungen

wegen, sogar zum Landesinnungsmeister,

und wenige Jahre später

stand er ganz oben an der Spitze des

deutschen Bäcker- und Konditorenhandwerks.

Sein Ladengeschäft

wuchs nach jedem Umbau und damit

auch das Ansehen seines Unternehmens.

Seine Familie führte

über viele Jahre sogar ein stets

beliebtes Garnihotel und eröffnete

1974 mit dem „Brückencafé“

vor dem Rathaus

ein inzwischen beliebtes

Zweiggeschäft

am Iserlohner Wochenmarkt.

Ihm folgten sein

tüchtiger Schwiegersohn

Joseph

Bücker und dessen

fleißige Ehefrau.

Auch für diese

junge Familie war esselbstverständlich,

dass sich der ideenreiche

Chef des Hauses unentgeltlich

über viele Jahre hinweg für das wichtige

Ehrenamt als Ober-und Landesinnungsmeister

zur Verfügung stellte.

Inzwischen ist seit dem Jahre

1998 die dritte Konditorenfamilie in

diesem Hause tätig: der Konditormeister

Bernd und seine umsichtige

Frau Ute Bücker. Wiederum führt

der „junge Bücker“ als Obermeister

die Innung. Auch seine Frau tratbeherzt

und äußerst fachkundig in die

Fußstapfen ihrer Schwiegermutter.

Man muss die junge Chefin in

ihrem Element erlebt haben! Ihren

Augen entgeht im

Ladenlokal einfach

gar nichts! Sie hat

einen Blick für jeden

Kunden und überwacht

ihre überaus

freundlichen Mitarbeiterinnen,

greift

gern zu, wenn es gilt,

ein ganz besonders

schön gestaltetes

Päckchen zu schnüren

oder bei der Auswahl

köstlicher Pralinen

Rat zugeben.

Sie weiß, einem ratsuchenden ren Herrn ebenso fix zu helfen wie

älte-

einer behinderten Kundin langes

Warten zu ersparen oder einem Kind

einen geheimen Wunsch zu erfüllen,

wenn es noch nicht die rechten Worte

findet. Ihrem geübten Auge entgeht

kaum etwas,auch nicht der Betrieb

auf dem dem Café vorgelagerten,

geradezu ideal gelegenen Straßencafé,

wenn das Wetter es gut

meint. Werhier einmal eine Schokolade

oder einen Cappuccino getrunken

oder ein fantasievoll gestaltetes

Spetsmann-Eis genossen hat, kehrt

dort immer wieder gern ein. Im verkehrsberuhigten

Außenbereich dieser

Konditorei hat der Gast sogar

Gelegenheit und Muße, über die historische

Umgebung mit dem Gesellschaftshaus

„Harmonie“, dem Hotel

„Zum Grafen Engelbert“, der benachbarten

Obersten Stadtkirche

über dem Bilsteinfelsen und der

baumbestandenen Straße zum nahen

Stadtbahnhof nachzudenken,

während er sein Auto sicher in der

Obhut des Spetsmannschen Parkplatzes

weiß.

as vor 75 Jahren eher bescheiden

wirkende Ladenlokal

wurde inzwischen

großzügig erweitert und ausgestaltet.

Es bietet den Gästen nicht

nur raffinierte Leckereien wie die berühmten

Trüffel, Spezialschokoladen

und ungezählte Schöpfungen

tion vereinen lassen.

Das Konditorei-Café Spetsmann

steht heute für ein Höchstmaß an

Individualitätfür seine Kunden, für

Kreativität und immer neue süße

und erlesene Produktvielfalt. Familie

Bücker schafft es mit Erfahrung,

Know-howund Engagement alle Facetten

der Kundenansprüche zu bedienen.

Sie scheuen sich nicht neue

Aufgabenfelder anzupacken und

umzusetzen.

Die Erfolge eines nun 75-jährigen

Bestehens mögen für alle ein Ansporn

sein, auch künftig den Wegdes

Miteinanders weiterzugehen. Handwerkliches

Können, Sachverstand

und Solidaritätsowie unternehmerisches

Denken steht für eine erfolgreiche

klassische Confiserie mit familiären

Werten.

Ich wünsche besonders

Bernd und Ute Bücker viel Erfolg,

die mit ihrer Kreativitätinder dritten

Generation ihren Eltern und ihren

Großeltern sicherlich mehr als gerecht

werden. Nochmals herzlichen

Glückwunsch zu einem erfolgreichen

Konditorei-Café und weiterhin

alles Gute.

Gerhard Schenk

Präsident des Deutschen

Konditorenbundes

erzlichen Glückwunsch

Familie Bücker!

Angesichts der vielen

Veränderungen und Umwälzungen,

die unsere

Gegenwart prägen,

verdient wasstabil

bleibt besondere

Aufmerksamkeit.

Hierzu gehört

ganz sicher die Konwünsche,

dass das,

was sich

mit vereinten

Kräf-

ten so reich entwickelt hat, weiter wachse,

erfolg-

blühe und süße „Früchte“ trage.

Dr.Peter Paul Ahrens

Bürgermeister der Stadt Iserlohn

aus dieser bundesweit

bekannten

Konditoreiwerkstatt,

sondern auch

hervorragend ausgewählte,

immer wieder

wechselnde,

preiswerte Tagesgerichte

in den ansprechenden

Räumlichkeiten.

In meinem Leben

bin ich viel in deutschen

Landen herumgekommen.

Besonders

reizten mich stets lich gestaltete Konditoreien, die ich

vorzüg-

gern besuchte. Zu meiner ständigen

Überraschung hörte ich in Gesprächen

mit den Inhabern nach einem

berechtigten Lob über ihre Angebote

immer wieder den Satz: „Wir haben

ja auch bei Spetsmann in Iserlohn

gelernt!“

Iserlohn gilt deutschlandweit seit

Errichtung des Berufsbildungszentrums

des Märkischen Handwerks

im Dröscheder Feld als die Kaderschmiede

des deutschen Konditorenhandwerks.Ihre

Entstehung verdanken

wir den Herren Spetsmann

und Bücker sowie dem kürzlich verstorbenen

Kreishandwerksmeister

Beneke und dessen international in

Fachkreisen bekanntem Geschäftsführer

Assessor Günter Buschhaus.

Hier werden jährlich Hunderte von

Konditoren und Konditoreiverkäufern

ausgebildet. Alle diese jungen

Menschen können für ihren weiteren

Berufsweg eine wichtige Trumpfkarte

ausspielen: Iserlohn! Es ist ein

besonderer Gütenachweis für in

Iserlohn erworbenes Wissen und

Können, das sie ihren Aus- und Vorbildern,

den Konditorenfamilien

Spetsmann und Bücker,verdanken.

Auch wir Iserlohner dürfen ein

wenig vondiesem Ruhm zehren!

Ernst Dossmann

Ehemaliger Kreisheimatpfleger

und langjähriger Spetsmann-Kunde

Kunst kommt

von Können

Grüße von der

Wirtschaftsinitiative

ünfundsiebzig

(!)

Jahre, ein

Firmenjubiläum,

das es in der

heutigen Zeit leider

nicht mehr so häu-

fig zu feiern gibt. Umso mehr freut

man sich, wenn es dann doch etwas

zu feiern gibt:

1939 gegründet und nun in der

dritten Familiengeneration, Konditorei

Spetsmann, ein echter und

wichtiger Standortfaktor für Iserlohn.

Nicht nur Arbeitsplätze wurden

und werden geschaffen, nein,

man kann den Erfolg des Unternehmens

auch selbst genießen ...

Wenn über den Standort Iserlohn

berichtet wird, dann werden gerne

große Namen und Marken genannt,

vornehmlich aus der Industrie, von

Weltmarktführern ist die Rede ...

Fragen Sie jedoch den normalen

Bürger, was er von Iserlohn kennt,

dann hört man oft: Eishockey,Seilersee

und Konditorei Spetsmann.

Das kommt nicht von ungefähr

und schon gar nicht von alleine.

Handwerkliche

Höchstleistungen

gepaart mit Charme und exklusivem

Interieur sind Zutaten, aus denen

eine Confiserie entstanden ist, die

weit über die Stadtgrenzen bekannt

ist. Selbst japanische Nachwuchskonditoren

lassen sich hier das

Handwerk erklären und die haben

vonSpetsmann sicher nicht im deutschen

Fernsehen erfahren, das allerdings

schon oft berichtete.

Handwerkskunst kommt von

Können, das ist eindrucksvoll in der

langen Galerie vonAuszeichnungen

und Preisen dokumentiert, die man

(wenn auch nicht auf den ersten

Blick) im Café bestaunen kann.

Ich wünsche der Familie Bücker

weiterhin Kreativitätund handwerkliches

Können, damit auch wir alle

die nächsten 75 Jahre, wie schon zuvor,

davonpartizipieren können.

Stefan Pott

Vorsitzender der WirtschaftsinitiativeIserlohn

(WIS)

Verführung

und Glück

Grüße vom

Theaterdirektor

petsmann

steht für

Iserlohn! Süße

Verführung,

Versuchung,

Verzauberung und

die Suche nach

Glück –das sind alles auch Themen

des Parktheaters! Die Familie

Bücker ist Tür- und Herzensöffner,

Ermöglicher und Förderer des Theaterlebens!

Die gezauberten süßen

Verführer sind oft das ideale „Dankeschön“

an Künstler und Intendanten

für Ihre Unterstützung des Parktheaters

und der „Stimmungsaufheller“

und „Tröster“ in bewegten Theaterzeiten

–sobundesweit gewinnbringend

eingesetzt für Iserlohn, um

das Unmögliche für das Theater

möglich zu machen. Danke für die

Seelenbereicherung! Glück verleiht

Ausstrahlung und Attraktivität -die

möchten wir alle haben. Die Sehnsucht

nach Glück treibt uns um: Gefragt

nach dem Geheimnis der sonnigen,

hellen, fröhlichen Ausstrahlung

vonUte Bücker gibt es eine Antwort:

Fragen Sie nach Ihrer Lieblings-Praline!

Ein großes herzliches

Danke für die süße Wegbegleitung,

Freundschaft und Partnerschaft!

Herzlichst „der süßen Verführung“

erlegen Jo Jo Jostmann

Direktor des Parktheaters Iserlohn


Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 3

Konditorenfamilie mit Tradition

Charlie Bücker möchte einmal weiterführen, was sein Urgroßvater Karl-Heinz Spetsmann begründet hat

umindest einen Teil seiner

Arbeitszeit kann sich

Bernd Bücker mit dem beschäftigen,

wasder Konditormeister

am liebsten macht: der

Herstellung der Spezialitäten, für die

Spetsmann bekannt und berühmt

ist, und vorallem aber dem Kreieren

neuer Torten, Pralinen und Trüffel

gemeinsam mit den Mitarbeitern.

Ansonsten seien hingegen seine Fähigkeiten

als Betriebswirt des Handwerks

und, so Bücker, „bisweilen

auch als Hausmeister gefragt“. Vom

Toilettenpapiereinkauf bis zur Bankverhandlung

reiche die Spannbreite,

eben die kleinen und großen Aufgaben

und Herausforderungen eines

50 Mitarbeiter starken Unternehmens,

das er gemeinsam mit seiner

Frau Ute führt, die sich besonders

um den Verkauf im Laden und das

Wohl der Gäste im Café kümmert.

Nur um eine Sache müssen sich

die beiden keine Sorgen machen:

um einen Nachfolger.„Als ich in der

achten Klasse gesagt habe, dass ich

Konditor werden möchte, haben

sich meine Eltern und Großeltern

riesig gefreut“, erinnert sich Charlie

Bücker. Der 17-Jährige macht derzeit

am Berufskolleg an der Hansaallee

sein Fachabitur im Bereich Wirtschaft

und Verwaltung. Betriebswirtschaftslehre,

Rechnungswesen &

Co. sind eine gute Vorbereitung auf

den späteren Betriebswirt des Handwerks,

der heute unerlässlich ist

für die Führung eines

Handwerksunternehmens.

Mit der Arbeit

des Konditors

wurde

er hingegen

schon von

Drei Generationen: (v.l.) Joseph, Rabea, Charlie, Ursula, Ute und Bernd Bücker.

klein auf vertraut, als er seinen Opa

täglich in der Backstube besuchte.

Sehr gut sein, in dem,

was man tut

„Ich bin als kleines Mädchen immer

mit den Serviererinnen durchs

Café gelaufen“, erinnert sich Charlies

Schwester Rabea. Die 19-Jährige

wird an der Westfalen-Akademie

in Dortmund zur Physiotherapeutin

ausgebildet,

nachdem sie an der Hansaallee

ihr Fachabi (Bereich Ernährung

und Hauswirtschaft) gemacht hatte.

Ins Familienunternehmen wollte sie

aber nicht einsteigen: „Eigentlich

wollte ich Fotografin werden und

bin dann durch einen Reitunfall mit

der Physiotherapie in Kontakt gekommen.“

Anfangs wären ihre Eltern

nicht so begeistert gewesen über

ihre Berufswahl. Doch inzwischen

würden sie sie unterstützen, egal was

sie mache. Einzige Voraussetzung:

Sie müsse sich in die Sache reinhängen,

müsse versuchen,

sehr gut zu sein, in dem,

wassie tut. „Denn das machen

die beiden ja auch jeden

Tag.“ Dass die Eltern

zeitlich stark eingebunden

waren und sind und dass früher

neben dem Kindermädchen vor

allem der leider inzwischen verstorbene

Opa mütterlicherseits Conrad

Neukamp auf sie aufgepasst habe,

hätte eben dazu gehört. „Unsere Eltern

haben ja auch für uns hier im

Die Gründergeneration: Karl-Heinz und Änne Spetsmann.

Café und in der Backstube gestanden.“

Als sie klein waren, hätten sich

die Eltern immer einen Tagpro Woche

für die Kinder frei genommen.

Und Weihnachten sei immer das

schönste Fest gewesen, da war das

Café geschlossen, der Stecker vom

Telefon rausgezogen, die ganze Familie

warzusammen und alle waren

mal ganz entspannt. Heilig seien

ihrer Mutter Ute auch die gemeinsamen

Urlaube zum Skifahren in Tirol

und im Sommer nach Südtirol gewesen.

„Ich würde immer wieder mit

denen fahren, mit denen kann man

heute auch gut feiern gehen, die sind

ja noch jung“, sagt Rabea. „Wir haben

coole Eltern“, finden die beiden

und meinen damit vor allem auch

diese gute Mischung aus behüten

und selbstständig werden lassen, die

sie erlebt hätten. Das Aufwachsen in

einer Konditorenfamilie habe zudem

ja auch Vorteile –wobei das weniger

die nahezu unbegrenzte Versorgungsmöglichkeit

mit Süßigkeiten

ist: „Wenn man es jeden Tagha-

ben kann, hatman nicht mehr so den

Drang danach.“ Schön sei gewesen,

dass ihre Kindergeburtstagsgäste immer

Tüten voll Leckereien mitneh-

men durften. In der

Grundschule hätten ihr

Vater und seine Mitarbeiterin

Marion Bürmann

mit ihr und ihren

Mitschülern

Hexenhäuschen

gemacht, erinnert

sich Rabea. Und seit

ihrem 16. Lebensjahr

kann sie sich zudem etwas

dazu verdienen, indem

sie im Geschäft

hilft, während ihr Bruder

bei den Außeneinsätzen

mit anpackt. Die

Arbeit mit Menschen,

die Abwechslung bei der Arbeit und

aber auch die immer neuen Herausforderungen

–das sei es,was ihm am

meisten Spaß mache und weswegen

er den Beruf ergreifen und die Familientradition

fortsetzen wolle.

Stoff für ein

Azubi-Buch

Siegfried Beckmann ist seit 41 Jahren dabei

Seit 13 Jahren treffen sich die pensionierten Hauptschullehrerinnen und -lehrer aus Letmathe an jedem ersten Dienstag im Monat bei Spetsmann.

Nur Schulpolitik ist hier tabu

Pensionäre der Hauptschule Letmathe freuen sich auf ihr Frühstück

m Anfang stand der

Wunsch, sich nach der

Pensionierung nicht aus

den Augen zu verlieren.

Deswegen trafen sich vor 13Jahren

zunächst vier ehemalige Lehrerinnen

der einst als Hauptschule Berliner

Allee gegründeten Bildungseinrichtung,

die später dann zum Nordfeld

zog und heute bekanntermaßen

an der Aucheler Straße zu Hause ist,

im Café Spetsmann am Poth.

Warum dort? „Na wegen der zentralen

Lage, und inzwischen ist es ja

doch auch das einzige Café in Iserlohn

und Letmathe“, erklärt Magdalena

Müller.Bis zu 16 Pensionäre der

Hauptschule Letmathe kommen inzwischen

an jedem ersten Dienstag

im Monat dort zum Frühstück zusammen.

Das sei immer der erste

Termin, der in den Kalender komme.

Vollzählig sind die 64- bis 82-Jährigen

trotzdem aber nur selten. Eigentlich

sei es immer eine wechselnde

Besetzung, man weiß doch, wie das

so ist bei Pensionären und Rentnern

mit der freien Zeit ...

Ärger über Reformen

Werkommt, so wie an diesem Dienstag,

freue sich immer schon auf die

große Auswahl, die schon das werktägliche

Frühstücksbüfett bei Spetsmann

immer biete. Und worüber

wird dann gesprochen am Stammtisch?

Urlaub, Enkelkinder,alte Kollegen,

manchmal auch politische

Themen. „Aber keine Schulpolitik!“

Auch über die Schule habe man nur

in der ersten Zeit gesprochen, inzwischen

aber gar nicht mehr, und wer

nach den Gründen dafür fragt,

merkt schnell, warum. Am Anfang,

Ende der 60er-Jahre, als die Hauptschule

aus der Oberstufe der Volksschule

hervorgegangen ist, habe

man noch relativ in Ruhe arbeiten

können, und eigentlich sei das Ganze

ein tolles Projekt gewesen. Und

noch heute sei die Letmather eine

gute Hauptschule.

Umso

ärgerlicher

sei die Entwicklung

der

vergangenen

Jahrzehnte mit immer neuen Reformen

und Änderungen („Jeder wollte

und will sich da ein Denkmal setzen.“),

die inzwischen zum allmählichen

Sterben der Schulform führen.

Und darauf habe man wohl leider eh

keinen Einfluss. Also wird am

Stammtisch lieber über Urlaub, Enkelkinder

und die ehemaligen Kollegen

gesprochen –und das leckere

Spetsmann-Frühstück genossen!

eit 1973 ist der Konditormeister

Siegfried Beckmann

bei Spetsmann und

damit der dienstälteste der

heute rund 50 Mitarbeiter. Und zugleich

außer Bernd Bücker der einzige

in der Backstube, der nicht am

Poth sein Handwerk gelernt hat.

„Ich habe meine Lehre im damaligen

Café Höhn in Lendringsen gemacht“,

erzählt der Mendener. Direkt

im Anschluss ging es dann zu

Spetsmann: „Und zwar ohne Bewerbung“,

erinnert sich 61-Jährige, der

so in seinem ganzen Leben nicht

eine Bewerbung geschrieben hat,

denn auch für die Lehrstelle sei die

nicht nötig

gewesen.

Mehr als elf Tonnen Butter kommen

jedes Jahr in die Teige und Massen, die

in der Spetsmannschen Backstube geknetet,

geschlagen und gerührt werden.

Zudem werden 175 000 Eier,

10 800 Liter Sahne und fast noch mal

so viel Milch für die Kuchen, Torten,

Desserts,Trüffel und Pralinen benötigt.

Nach den

fünf Gesellenjahren

machte er

auf der

Abendschule

seinen

Meister.

Gemeinsam

mit Joseph

Bücker und später dann

Bernd Bücker kümmerte er

sich seitdem auch um den

Nachwuchs in der Konditorei,

der aus ganz Deutschland

zur Ausbildung in die Spetsmannsche

Backstube kam.

Über die Erlebnisse könne er

ein Buch schreiben, sagt er vielsagend.

Vielleicht macht er es

auch noch, mehr verrät der Back-

Siegfried Beckmann arbeitet

seit 1973 bei Spetsmann.

stuben-Leiter nämlich nicht. Viele

der ehemaligen Azubis hätten sich

selbstständig gemacht oder elterliche

Betriebe übernommen. Und was

hat sich für ihn geändert in den 41

Jahren? „Vom Arbeiten her ist es anders

geworden, der Zeitdruck ist im

Laufe der Jahre größer geworden.“

Aber das treffe ja nicht nur auf die

Konditoren zu ...


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Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

„Die freuen sich

alle schon darauf“

Süße Präsente mit regionalem Bezug –vor allem zum Fest

Petra Drucks gehört seit 1982

zum Spetsmann-Team.

Drei Monate

im Einsatz für

die Stollen

Petra Drucks hilft

beim Versand

ie Gemeinschaft und der Zusammenhalt

im Mitarbeiter-

Team, die fröhliche Atmosphäre

–das ist es,was

Petra Drucks so an ihrer Arbeit

bei Spetsmann schätzt und das

schon seit 32 Jahren. „Allerdings

mit Unterbrechungen,

als meine zwei Kinder auf die

Welt kamen“, sagt die 57-jährige

gebürtige Ihmerterin, die

seit 35 Jahren mit ihrer Familie

in Iserlohn lebt. Industriekauffrau

hatte sie einst gelernt, bevor

sie dann 1982 zu Spetsmann

kam.

Die meiste Zeit des Jahres ist

sie seitdem auch stets im Brückencafé

am Schillerplatz im

Einsatz, kümmert sich dort um das

Wohl der Gäste und verkauft im Laden

dort die vielen süßen Leckereien

aus der Backstube, der Patisserie

und der Confiserie.

Drei Monate jedoch hilft sie seit jeher

jedes Jahr beim Versand der Stollen

im Stammhaus am Poth. Gemeinsam

mit ihren Kolleginnen und

Kollegen sorgt sie dafür,dass das berühmte

Spetsmann-Produkt gut geschützt

und verpackt seine Reise in

nahezu die ganze Welt antreten

kann. Noch lieber als den Stollen

mag sie persönlich aus dem Spetsmann-Sortiment

aber die Nougatrollen,

Saint Honoré und die Vanilleschnitten

mit Kirschen.

enn Ende September

die Temperaturen allmählich

von sommerlich auf

herbstlich sinken, beginnt

am Poth so langsam die Produktion

der Stollen, und zwar nach

dem einst von Firmengründer Karl-

Heinz Spetsmann ausgetüftelten

und weiter verfeinerten Rezept.

Das Gebäck aus schwerem Hefeteig

erfreut sich dabei nicht nur bei

den Kunden im Geschäft und den

Gästen im Café großer Beliebtheit.

Vorüber 40 Jahren haben Firmen

und Unternehmen aus Iserlohn und

der Region auch die Möglichkeit

entdeckt, ihren eigenen Kunden und

Geschäftspartnern mit solch einem

Stollen eine Freude zu bereiten. Das

war der Startschuss für eine weitere

Dr.SigurdPütter und Dr.Katja Pütter-Ammer essen

selbst gerne die Spetsmann-Produkte und verschenken

sie deshalb auch gerne an Medice-Kunden.

Erfolgsgeschichte im Hause Spetsmann.

Zahlreiche Kunden aus Industrie,

Handwerk und Gewerbe

greifen inzwischen auf Pralinen,

Trüffel, Schokolade-Kreationen und

vorallem aber auf die Stollen als Präsente

zurück –auch weil sie die Produkte

aus der Bückerschen Backstube

und Patisserie selber zu schätzen

wissen. Zehn Tonnen Stollen werden

heute jedes Jahr komplett in

Handarbeit hergestellt. Seit 2013

gibt es neben der klassischen Variante

mit Rosinen,

Zitronat und

Orangeat für alle,

die diese Zutaten

nicht mögen,

auch die Variante mit Nougat,

Mandeln und Schokolade. Und dieser

Pralinenstollen scheint, so zeigen

die ersten Erfahrungen, auch ein

echter Verkaufsschlager zu werden.

In der Hauptproduktionsphase

verlassen täglich bis zu 400 Stollen,

zwischen 250 Gramm und 2,5 Kilogramm

schwer, die Backstube und

werden von den Spetsmann-Mitarbeitern

zum großen Teil für den Versand

in alle Welt entsprechend gut

geschützt verpackt und auf den Weg

gebracht. Unzählige Stollen werden

aber auch direkt ausgeliefert.

So ist es zum Beispiel beim Arzneimittelhersteller

Medice eine lieb gewonnene

Tradition, den 500 Mitarbeitern

und wichtigen Geschäftspartnern

Spetsmann-Stollen zu

schenken. „Die freuen

sich alle schon immer darauf“,

weiß Geschäftsführerin

Dr. Katja Pütter-Ammer.Begründet

hatdie Tradition

ihr Großvater Gustav

Pütter, wann genau ist

nicht überliefert. „Da haben

sich damals auf jeden

Fall

Traditionsunternehmen

und Traditionsunternehmen

gefunden“, freut

sich die 46-Jährige.

„Das muss direkt so Anfang

der siebziger Jahre begonnen

haben“, kann

auch Senior-Chef Dr. Sigurd Pütter

nur mutmaßen, dass Medice zu den

Industriekunden der ersten Stunde

zählt. Die Familien seien jedenfalls

schon seit langer Zeit befreundet,

und wenn es sonntags nachmittags

darum ging, Kuchen zu holen, konnte

es nur zu Spetsmann gehen. Für

ihn ist dabei die „Agnes Bernauer“

stets die Torte erster Wahl geblieben,

während seine Tochter Dr.Katja Pütter-Ammer

aus der Kindheit

die Erinnerung an

Zitronenröllchen,

Erdbeerquark- und

Himbeertorte mitgenommen

hat. Bei der

Stollen-Bestellung achte

sie stets darauf, genügend zu ordern,

damit auch für die eigene Weihnachtskaffeetafel

daheim immer

noch etwas übrig bleibe. Denn viel

zu selten finde sie leider heute die

Zeit, selber ins Stammhaus am Poth

zu gehen, bedauert die 46-Jährige.

Wenn jedoch Mitarbeiter vonaußerhalb

beim Besuch in der Firmenzentrale

fragen würden, wo man denn

hier zum Kaffeetrinken hingehen

könne, empfehle sie stets Spetsmann.

„Die kamen und kommen

dann beispielsweise aus München,

Berlin oder auch aus Frankreich und

sind dann hinterher immer ganz

überrascht“, erzählt die Firmenchefin.

So ein Café mit einer solchen Atmosphäre

–das hätten sie doch im

beschaulichen Iserlohn gar nicht erwartet.

Gemeinsam genießen

Auch Christian Eckenbach (36), der

mit seinem drei Jahre älteren Bruder

Guido die Geschäfte der Firma

Marx führt, greift gerne auf die Präsente

aus dem Hause Spetsmann zurück:

„Es wird immer gerne gesehen,

wenn man als

Kundengeschenk ein

Produkt aus der Heimat

mitbringt. Das

ist schöner

und

persönlich

er als wenn es von

irgendeinem No-Name-Anbieter

kommt.“ Und auch die Vertriebsmitarbeiter

des Iserlohner Schmelzund

Erwärmungsanlagen-Spezialisten

bekommen das bei ihren Besuchen

bei den Kunden in ganz Europa

und weltweit immer wieder zu hören.

Dabei seien die im Holzkästchen

verpackten Spetsmann-Pralinen

oft auch „ein gern gesehenes Geschenk

für die Ehefrauen“. Der

leckere Stollen hingegen, den Christian

Eckenbach und seine Mitarbeiter

in der Vorweihnachtszeit im Gepäck

haben, böte die Möglichkeit,

ihn direkt beim Kunden anzuschneiden

und gemeinsam beim Gespräch

zu genießen. Begründet hatte die

Tradition ihr leider viel zu früh im

Jahre 2012

verstorbener Vater

Wolfgang Eckenbach

und zwar vorüber 40 Jahren. Dabei

verbindet die Familie noch mehr

als diese geschäftliche Beziehung

und die sogar noch länger andauernde

private Freundschaft zur Familie

Bücker mit dem Hause Spetsmann:

Im Café am Poth haben sich Wolfgang

und Vera Eckenbach seinerzeit

kennen gelernt. Selbstverständlich

war das Stammhaus dann später

sehr oft das Ziel der gesamten Familie.

„Und bei Geburtstagen gab es immer

Spetsmann-Torte“, erinnert sich

Christian Eckenbach, der wie sein

Bruder am liebsten die Senatorentorte

isst, während ihre Mutter die

Schwarzwälder Kirsch bevorzugt.

„Eigentlich“, so sagt sie, „esse ich

hier aber alles gerne.“ Und so geht es

vielen der Kunden, die die Spetsmann-Produkte

selber genießen und

andere damit beschenken.

Die Brüder Christian und Guido Eckenbach setzen als Geschäftsführer der Firma Marx auf die süßen Präsente aus dem

Hause Spetsmann. Auch ihreMutter Vera Eckenbach fühlt sich dem Café am Poth freundschaftlich verbunden.

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Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 5

Unter der Kuppel verbirgt

sich jede Menge Arbeit

Bis die Senatorentorte in die Theke kommt, haben die Konditoren viel zu tun

ie ist ein Klassiker aus dem Hause

Spetsmann: die Senatorentorte,

die seit nunmehr 75 Jahren täglich

zum Sortiment der Konditorei gehört.

Werdie von Karl-Heinz Spetsmann

kreierte Komposition aus Baumkuchen,

Buttercreme, Preiselbeeren und Wiener

Böden einmal –oder vielleicht schon viele

Male –selbst auf der Zunge hat zergehen

lassen, wird höchstens erahnen können,

wie viel Handarbeit gerade auch in dieser

Torte steckt. Und Teamwork: „Wenn ein

Mitarbeiter allein alle benötigten Zutaten

und Bestandteile selber vorbereiten würde,

wäre er einen kompletten Arbeitstag

damit beschäftigt“, macht Bernd Bücker

deutlich. Zum Jubiläum gestattete der

Konditormeister einen Blick in die Backstube,

die Patisserie und sogar auch in die

Zutatenliste, allerdings ohne Angaben der

benötigten Mengen und ohne Gewähr auf

Vollständigkeit, schließlich ist das genaue

Rezept ein gut gehütetes Geheimnis der

Konditoren-Dynastie. Wobei: „Die backt

keiner nach, da ist er ja zu Hause mindestens

zwei volle Tage mit beschäftigt.“

Auch bei Spetsmann beginnen die Vorbereitungen

schon einen Tagvorher,denn

dann entsteht zunächst der Baumkuchen

für das Innenleben der Senatorentorte. In

die Masse (so nennt der Fachmann das,

was in einer Schüssel gerührt oder geschlagen

wird, im Gegensatz zum Teig, der

geknetet wird) kommen Mehl, Butter,

Marzipan, Honig, Kirschwasser, Zitronensaft,

Salz, Milch und Weizenstärke.

Und 72 Mal das Gelbe vom Ei, das natürlich

zuerst vom Eiweiß getrennt werden

muss. Letzteres wird dann mit weiterer

Weizenstärke „schmierig geschlagen“, wie

es der Fachmann nennt. Dabei werden

Luftmoleküle gebunden, was wichtig sei

für den schichtweisen Auftrag auf die Walze

der Baumkuchenmaschine.

Aus bis zu 40 verschiedenen Torten können die Kunden täglich bei Ute Bücker und ihren

Mitarbeiterinnen auswählen, darunter (rechts etwas verdeckt) die Senatorentorte.

Die Produktion des Klassikers beginnt mit dem Baumkuchen, den hier Konditor Niklas

Krähling backt, während Andreas Schaefer die weitereArbeit in der Patisserie übernahm.

Viel Fingerfertigkeit ist

beim „Kämmen“ gefragt

Deren Betriebstemperatur von 380 Grad

Celsius ist binnen kürzester Zeit erreicht

und die mit Alufolie rasch verkleidete

Holzwalze (dabei dient übrigens die Masse

auch als Kleber) wird das erste Mal in

die Wanne getaucht. Fingerspitzengefühl

und Erfahrung ist spätestens ab jetzt gefragt,

damit nicht zu viel und nicht zu wenig

Teig draufkommt, der jetzt Schicht für

Schicht gebacken wird. Dabei muss der

Konditor Geduld haben, denn entfernen

darf er sich jetzt nicht mehr vonder Baumkuchenmaschine.

„Sonst ist ganz schnell

eine Schicht schwarz und dann kann man

den ganzen Kuchen leider nur noch wegwerfen“,

sagt Bernd Bücker.Also wird immer

wieder die Klappe geöffnet und kontrolliert,

und so kommt das Backwerk millimeterweise

in einer knappen Stunde zur

Vollendung.

Viel Fingerfertigkeit ist dabei noch gefragt,

wenn es bis zu 15 Mal ans „Kämmen“

geht, wodurch der Baumkuchen seine

typische Form mit den Ringen bekommt.

Gebacken wird der übrigens das

ganze Jahr. „Im Sommer mal mehr, mal

weniger, und vor Weihnachten dann natürlich

jeden Tagund zwar ständig.“ Vor

der Weiterverarbeitung, also beispielsweise

der Verzierung mit Schokolade, muss

der Kuchen natürlich ganz auskühlen,

weswegen er auch erst am

nächsten Tag seinen Wegin

die Senatorentorte findet.

Zunächst kommt aber

erst einmal ein dunkler Wiener

Boden unten hinein. Oder

besser gesagt: oben drauf. Denn

die Senatorentorte gehört zu den so

genannten Kuppel-Torten, die mit der entsprechenden

Form von oben nach unten

gefertigt werden, im Unterschied zu den

Ringform-Torten und denen, die als gebackene

Form entstehen wie beispielsweise

die Kirschrahmtorte oder der Sauerländer

Apfel. Auch der Wiener Boden wurde

schon am Vortag gebacken, und zwar aus

Eiern, Zucker, Weizenstärke, Mehl, Butter,Zitronen,

Salz und –eben für die dunkle

Variante –Kakao. Entsprechend kühl

gestellt hält der Tortenboden sich trotz

Verzicht auf Emulgatoren oder sonstige

Chemie sehr gut bis zur Verarbeitung am

nächsten Tag.

Die beginnt damit, dass der Boden mit

Cognactränke (hergestellt aus

Läuterzucker und Cognac)

beträufelt wird.

Darauf kommt zunächst

Buttercre-

me, in die

beim Aufschlagen ein wenig

Kirschwasser gegeben wird, und zwar

allein für den Geschmack, nicht etwawegen

eines möglicherweise konservierenden

Effekts. Die Buttercreme, die stets

frisch verarbeitet wird, sollte noch die

Möglichkeit haben, in der Torte zu ziehen.

Um den Preis für die Tortenherstellung

in Handarbeit (mal abgesehen von Rührwerk,

Backofen und Baumkuchenmaschine)

trotzdem in Grenzen zu halten, entstehen

übrigens gleich acht Senatorentorten

auf einmal, was im

Übrigen auch

der Bedarf für

ein normales

Wochenende

ist. Also zurück

zur Herstellung

in der

Patisserie, die von der Backstube strikt

räumlich getrennt ist, um möglichen

Mehlstaub fern von den sahnigen, cremigen

und sonstigen Inhalten der Torten zu

halten. Auf den dunklen Wiener Boden

kommen nun nach der Kirschwasser-Buttercreme

zunächst mit

dem Einwegspritzbeutel Preiselbeerkonfitüre

(natürlich selbst gemacht)

und Schattenmorellen, die

ebenso ein wenig eingekocht wur-

den. Dann werden ein Ring sowie weitere

Stücke des Baumkuchens hineingelegt

und drum herum kommt Marzipan-Rohmasse.

Weiter geht es wieder im Wechsel

mit Creme, Konfitüre und Schattenmorellen,

zwischendrin noch zwei dunklen

und schließlich obendrauf (oder eben

unten drunter) einem hellen Wiener Boden.

Dann wird das Ganze gestürzt, kalt

gestellt und ist dann schon bald darauf

bereit für den Abschluss, das Einstreichen

mit der Kirschwassercreme,

auf die dann noch ein Überzug

aus Zartbitterschokolade und

schließlich aus Marzipan geformte

Blüten als Dekoration kommen

–fertig ist die Senatorentorte, und

das unverändert seit eben schon 75

Jahren.

Der Klassiker kennt

keine Saison

Ansonsten unterliege fast das komplette

Tortensortiment aber dem ste-

tigen Wandel. Dabei ist es nicht allein

Chefsache, den Kunden mit neuen Kreationen

zu überraschen und zu verwöhnen.

„Wenn einer eine gute Idee hat,

wird das natürlich ausprobiert“,

setzt Bernd Bücker ganz gezielt

auch auf die Kreativitätseiner

Mitarbeiter. Zuletzt entstanden

so beispielsweise der „Venezianer“,

eine Erdbeertorte mit

einem Vanillemousse, oder eine

Mohn-Mango-Baiser-Torte. Mehrere

hundert Spetsmann-Kreationen

entstanden so im Laufe der vergangenen

75 Jahre, gut 80 umfasst

das aktuelle Sortiment, unter 30 bis

40 verschiedenen Torten können

die Kunden des Ladens und die Gäste

des Cafés täglich wählen. Die Senatorentorte

kennt dabei übrigens

keine Saison, so Bernd Bücker:„Die

ist immer beliebt bei den Kunden.“

Eben ein echter Klassiker aus dem

Hause Spetsmann.


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Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

Momente aus

Jahren

1939 kommt Karl-Heinz Spetsmann aus Bad Honnef

zusammen mit seiner Verlobten Änne Breuer nach Iserlohn,

um am „Poth“ das „Café Schnettelker“ zu übernehmen.

Schwiegermutter Gertrud Breuer kommt mit dem Zug nach

Iserlohn und sagt spontan: „Hier ist es schön, hier bleiben wir.“

1946 bringt Erich Clemens, der Schwager von Änne Spetsmann,

eine große Dose Süßstoff und Mehl aus der französischen

Kriegsgefangenschaft mit. Daraus entsteht damals

in der Backstube der legendäre „Klätschkuchen“,

für den die Menschen bis zum Alten Stadtbad

Schlange stehen. Karl-Heinz Spetsmann selbst

kommt erst 1948 aus der Gefangenschaft heim.

1952 entsteht an der Wermingser Straße 30 in den ehemaligen

Räumen des „Café Hilburg“ eine erste Spetsmann-Filiale.

Vorher wird umgebaut, die Dependance bietet 80 Plätze in

gediegener Atmosphäre. Bis 1961 bleibt die Filiale bestehen.

1956 bauen Karl-Heinz und Änne Spetsmann das Café

am Poth um. Erstmals entstehen getrennte Theken für Torten

und Pralinen, zusätzliche Plätze und zur Straße eine markante

Fensterkonstruktion. Der Eingang wird in die Mitte verlegt.

1969

– Generationenwechsel:

Joseph und

Ursula Bücker

übernehmen

die Verantwortung

und

bauen um:

Der Hausflur

kommt zum

Laden hinzu,

die Türe wird

zurückverlegt

und ein „Eisfenster“

wird

geöffnet.

1957kommt Joseph

„Jupp“ Bücker nach

Iserlohn. In Schwerte geboren,

in Schlesien aufgewachsen,

hat erzunächst

in Waltrop Bäcker und ab

1950 Konditor bei Toelke

in Gelsenkirchen gelernt.

Drei Jahre später wird er

die junge Ursula Spetsmann

heiraten ...

1961 kommt im Stammhaus am Poth ein zweiter Caféraum hinzu. Insgesamt

100 Plätze können Joseph und Ursula Bücker ihren Gästen nun bieten.

1974 bekommt Iserlohn ein neues Rathaus

und nebenan das „Brückencafé“ als Spetsmann-Filiale.

Zuvor hatte Joseph Bücker die Passanten auf

der provisorischen Brücke gezählt. Seine positive

Einschätzung vondamals hatbis heute Gültigkeit.

1988 ist es wieder an der Zeit, das Café

am Poth dem Stil der Zeit anzupassen. Marmor

und poliertes Messing halten bei der großen Erneuerung

Einzug, die einmal mehr mit einer Erweiterung

der Betriebsfläche einhergeht.

Nicht verlegen!

Schlüter-Schiene

aus Schokolade

Knackiges Präsent sieht täuschend echt aus

ie genialen Ideen liegen in

der Familie: Als Werner

Schlüter im Jahr 1975 die

Schlüter-Schiene erfand,

stellte er damit das Fliesenleger-

Handwerk vom Kopf auf die Füße.

Damals dachte noch niemand daran,

dass mit ihr auch einmal Spitzenkonditoren

ihr Geld verdienen

würden. Gut 25 Jahre gingen ins

Land, ehe die süße Revolution

folgen sollte.

Um die Jahrtausendwende

nahm das unternehmenseigene

Schulungszentrum

seinen Betrieb

auf.

„Wir wollten unseren Gästen gerne

etwas mitgeben“, erklärt Gründer-Gattin

Barbara Schlüter. Ihr

Sohn Udo,der heute gemeinsam mit

seinem Bruder Marc die Geschäfte

des Unternehmens führt, ergänzt:

„Es sollte etwas Witziges sein.“

Schnell kam die Familie darauf, jenes

Produkt in Schokolade gießen

zu lassen, für das der väterliche Betrieb

bekannt und berühmt geworden

ist. Mit der Vorstellung einer

klopften

Schoko-Schlüter-Schiene

sie bei Spetsmann-Konditor

Bernd Bücker an und

forderten damit

dessen

ganzes handwerkliches

Geschick heraus.Das

Problem: Die Trapezformen

der Schiene sind relativ dünn,

trotzdem sollen sie knackig sein und

nicht brechen.

Doch der Meister hatte schnell

den Dreh raus: „Das Geheimnis der

Herstellung ist ein schonender Kühlprozess,damit

die Schokolade nicht

brüchig wird.“ Sie ist es nicht. Im

Gegenteil: Die Schiene sieht derart

Barbara Schlüter als Gattin des Firmengründers Werner Schlüter und Sohn

Udo Schlüter halten viel von der Erfindung des Vaters –auch in der Schoko-Variante.

täuschend echt aus, dass sie wohl

problemlos die DIN-Norm erfüllen

würde. Deshalb auch der Hinweis

auf der Verpackung: „Bitte nicht verlegen.“

Nähe als Philosophie

Dass die süße Schiene ausgerechnet

im Hause Spetsmann hergestellt

wird, ist kein Zufall. Udo Schlüter:

„Es gehört zu unserer Philosophie,

dass wir viel mit Firmen aus der Region

zusammenarbeiten. Und wenn

man schon mal einen der besten

Konditoren überhaupt im Ort hat –

warum sollte man dort nicht mal anfragen?“

Vonder hohen Qualität, die

die Traditionskonditorei garantiert,

werden auch die Gäste des Hotels

„Vier Jahreszeiten“, das im Besitz der

Familie Schlüter ist, verwöhnt. Rund

2750 Schienen produziert Spetsmann

jährlich für Schlüter. Aber

nicht alle werden an die Gäste weitergereicht.

Dafür wird in der Familie

viel zu gerne genascht ...

Bei Praktikum

gleich zugesagt

Sandra Viereck mag ihre Arbeit sehr

igentlich wollte

Sandra Viereck ja Lebensmitteltechnikerin

werden. Ein dazu

passendes

Schulpraktikum

konnte die Ihmerterin in der

Backstube bei Spetsmann

machen -und fand sofort großen

Gefallen an der Arbeit

dort. Joseph Bücker habe ihr

gleich so viel gezeigt und sei

sehr freundlich gewesen. Als

er sie dann am Ende des

Praktikums gefragt habe, ob

sie ihre Lehre dort machen

möchte, habe sie gleich zugesagt.

Seit dem 1. August 1983 ist Sandra

Viereck bei Spetsmann, hatseitdem

nach eigenem Bekunden „sehr,sehr

viel gelernt“ und lerne bis heute immer

noch mehr dazu. Zum Einsatz

komme sie in jedem Bereich der Produktion:

in der Backstube, wo Plunder,

Butterkuchen &Co. entstehen,

ebenso wie in der Patisserie, wo

Sandra Viereck am liebsten Buttercreme-

und Sahnetorten herstellt,

aber auch frische Petit Fours oder

Sandra Viereck arbeitet seit 25

Jahren bei Spetsmann.

das Spetsmann-Eis macht. Zusammen

mit den freundlichen, lustigen

Kollegen werde es bei der Arbeit

auch nie langweilig. Sonntags hilft

die 41-Jährige auch immer gerne

oben in der Schauküche zwischen

Laden und Café und verwöhnt die

Frühstücksbüfett-Gäste mit leckeren

Eiergerichten und mehr.


Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 7

„Der Genuss steht bei uns immer

im Vordergrund!“

Vater und Sohn sprechen über alte Zeiten und neue Früchte

assend zum Firmenjubiläum

können Joseph Bücker (79)

und sein Sohn Bernd (46)

leicht mehr als 75 Jahre

Arbeitserfahrung in ihrem Konditoren-Beruf

in die Wissens-Waagschale

werfen. Grund und Stoff genug für

ein gemeinsames Gespräch über die

„gute alte Zeit“ und das wahrlich

nicht minder spannende „Heute“.

Herr Bücker sen.: Wann haben Sie

den Beruf erlernt?

Joseph Bücker: Von1950 bis ‘53 habe

ich zunächst Bäcker gelernt, und

anschließend dann in

zwei Jahren die Konditorenlehre

gemacht. 1957

bin ich nach Iserlohn gekommen,

habe 1960 meinen

Meister gemacht.

Vergleichen Sie mal die

Zeit: Sie waren lange

auch in Führungspositionen

in der Innung

und den Ausbildungsverbänden.

War esfrüher

einfacher oder

leichter den Meisterbrief

zu bekommen?

Joseph Bücker: Ziemlich

schwer zu sagen,

aber es ist vermutlich auf

Grund der technischen

Veränderungen einfach

anders geworden.

Bernd Bücker: Die Prüfungsverordnung

ist in den Jahren reformiert

worden. Sie ist moderner und zeitgemäßer

gestaltet worden. Heute ist allerdings

ein Dokumentationsteil dabei,

der nach meinem Geschmack

mit 30 Prozent zu sehr zur Praxisnote

beiträgt. Dadurch dürften handwerkliche

Fehler eigentlich nicht

ausgebügelt werden können. Das

hat aber wahrscheinlich auch den

Grund, dass ich mit dem Meisterbrief

anschließend sogar an der

Fachhochschule studieren kann.

Also muss der Konditor heute viel

mehr Dinge lernen, die eigentlich

gar nichts mit dem Backen oder

Tortengestalten zu tun haben?

Bernd Bücker: Na ja, der gute Konditor

muss sich ja ohnehin entwickeln,

muss immer wieder aus dem

laufenden Prozess heraus die Dinge

neu erfinden. Klassiker wie

Schwarzwälderkirsch-Torte sollte

man ohnehin drauf haben. Aber

nehmen wir mal unsere neue Mango-Mohn-Kreation

mit ein wenig

Pumpernickel im Boden. Oder

Sauerkirsch-Mousse mit Pumpernickel

im Boden. Früher hätte man gesagt,

mit Pumpernickel würde man

doch niemals einen Kuchen backen,

das schmeckt aber übrigens sensationell

gut.

Haben Sie denn früher

auch schon experimentiert?

1957?

Joseph Bücker: Natürlich haben wir

das. Auch damals wurden immer

wieder neue Torten entwickelt.

Und was war damals der Renner?

Joseph Bücker: Es gab auch damals

schon eine Riesenauswahl bei den

Buttercreme- und Sahnetorten, aber

es wardoch irgendwie etwas anders.

Man fing dann auch schon an, sich

den diätischen Dingen mehr zuzuwenden.

WarTorte da noch Luxusprodukt?

Joseph Bücker: Das glaube ich

eigentlich nicht. 1957 verdienten die

Leute schon Geld und es gab auch

wieder gute Rohstoffe. Ich weiß aus

meiner Duisburger Zeit, da hatten

die Konditoren die höchsten Umsätze,

die jemals da waren. Die Menschen

waren einfach gierig nach Süßem.

Ist denn Torte heute eher ein Alltags-Lebensmittel

oder hat es immer

noch den Hauch des Besonderen,

das man sich mal gönnt?

Bernd Bücker: Wir sind da ja im

Prinzip vergleichbar mit „Douglas“.

Man braucht uns nicht wirklich,

aber es gibt uns trotzdem. Torte ist

„Dünn darf der Tortenboden ruhig sein, aber schmecken muss er

nach mehr!“ Joseph Bücker ist überzeugter Qualitäts-Fanatiker.

nun mal ein Genussmittel. Sie müssen

doch zum Beispiel auch keinen

Cappuccino trinken. Es geht also gar

nicht um den reinen Konsum. Wir

sind ein Café, wir verkaufen natürlich

auch Kaffee, aber wir verkaufen

in erster Linie eine Kommunikationsstätte,

die andere Atmosphäre,

den Service, den menschlichen Kontakt,

die Freizeitgestaltung. Und dazu

gehört dann vielleicht auch das

besondere Stück Torte, das ich mir

so zu Hause nicht selbst machen

kann. Also ich will mal so sagen: Es

ist kein Grundnahrungsmittel, aber

es gehört zu unserer Gesellschaft.

Musste ein Café immer schon eine

besonders gediegene Atmosphäre

besitzen?

Joseph Bücker: Das würde ich sagen.

Es wirkte zwar oft auf den ersten

Blick etwas altmodischer, aber

das warfür die Atmosphäre auch gewollt.

Aber noch mal zu den Kuchen:

Auch der „normale“ Kuchen

vom Konditor, also der Butter- oder

Streuselkuchen oder Käsekuchen,

haben sich durch zum Teil überlieferte

und immer wieder verfeinerte

Rezepturen und die

Natürlichkeit ihrer

Zutaten durchgesetzt.

Und auch

noch ein Wort zu

Joseph Bücker

in den 1960er

Jahren

den neuen Kreationen: Solche

Früchte wie sie mein Sohn heute besorgen

kann hatten wir ja damals gar

nicht zur Verfügung. Das ist natürlich

toll, aber trotzdem gehen die

Klassiker von damals, wie zum Bespiel

die Senatorentorte, auch heute

noch bestens.

Können Sie sagen, wie viele Torten

Sie erfunden haben?

Joseph Bücker: Ohne einen Blick in

die Bücher kann ich das gar nicht

mehr sagen. Es sind wohl inzwischen

Unmengen an Rezepten. Aber

mein Sohn war ja

auch

schon

schwer aktiv.

Auf was sind Sie

denn

besonders

stolz?

Joseph

Bücker:

Stolz ist vielleicht

nicht der richtige

Begriff. Ich denke

an die Geschichte

mit den Baumkuchen,

die als

Baumkuchen

nicht ganz so

prächtig gelungen

waren.

Etwas

schief

vielleicht,

also nicht für den

Verkauf geeignet.

Also musste ich mir was einfallen

lassen: Aus wieder zerkleinerten

Stücken haben wir dann unsere

Baumkuchentorte mit saftigem Boden

und Kirschfüllung entwickelt.

Stolz bin ich vielleicht, unsere Eierschecke

hier eingeführt zu haben,

die sogar Menschen aus den östlichen

Bundesländern begeistert. Was

übrigens auch für unsere Stollen gilt.

Wenn mir einer sagt, der käme ja

nicht aus Dresden, dann sage ich:

„Das ist auch nicht schlimm, denn er

kommt aus Iserlohn.“ Eingeführt

wurde er übrigens vomSchwiegervater

aus dem Rheinland und ist im

Laufe der Jahre immer wieder verbessert

worden.

Ist der Kunde oder Gast von heute

experimentierfreudig? Müssen Sie

oft Überzeugungsarbeit leisten?

Bernd Bücker: Das kommt in erster

Linie auf die Optik an. Wenn das

Bild ins Auge fällt, ist auch sofort Interesse

da. Der Westfale gilt ja im Allgemeinen

als etwas zurückhaltend,

aber gerade die Stammkunden lassen

sich auch gern mal auf einen Versuch

ein. Selbst, wenn es vielleicht

hinterher nicht ihr neuer Lieblingskuchen

wird.

Ihr Vater hat eben von den Anfängen

der Diät-Bewegung gesprochen.

Welche Bedeutung haben

gesunde

Ernährung

und der

Wellness-Gedanke

heute auf das Geschäft?

Bernd Bücker: „Wo sind

keine Kalorien drin?“

steht heute an der Theke

schon auf der Liste der zehn

häufigsten Fragen. Scherzhaft

empfehle ich dann immer das klare

Glas Wasser. Aber Spaß beiseite:

Der Frischobst-Bereich hat sich

unter diesem Gesichtspunkt gedreht

und mächtig zugelegt. Das

war natürlich früher anders, da

gab es außerhalb der jeweiligen

Saison ja gar keine Erdbeeren.

Heute bekomme ich –wenn ich

bereit bin zu zahlen –das ganze

Jahr über Erdbeeren. Nehmen

Sie unsere „Sonnenobst“,

die geht ohne Erdbeeren

gar nicht. Wirhaben in einem Winter,

indem Erdbeeren unheimlich

teuer waren, es mit Aprikosen versucht.

Ohne Erfolg, die Kunden

wollten das nicht. Heute nehmen

wir wieder Erdbeeren und etwas

mehr Geld –und die Kunden sind

zufrieden.

Aber noch mal zu den Kalorien.

Schrecken die Kunden vor „Bomben“

eher zurück?

Bernd Bücker: Das kommt drauf an.

Gern wechseln sie manchmal eben,

um sich zu beruhigen, auf die Obstsorten.

Das kann natürlich auch

sein, dass das etwas ausmacht. Das

Backen mit Zuckerersatzstoffen ist

auch ein Problem für sich, weil der

Kunde schon weiß, dass das dann in

der Regel auf chemischer Basis sein

würde. Problematisch! Aber wir

sprechen hier im Haus ja ohnehin

nicht von Kalorien, wir sprechen

ausschließlich von Genuss. Außerdem

weiß ja auch jeder,dass wir nun

mal kein Reformhaus sind.

Musste das Café der 60-

er Jahre auch schon Deftiges

anbieten?

Joseph Bücker: Ja, auf jeden

Fall: verschiedene

Schnittchen, hausgemachte

Suppen, Ragout

fin, Wurstbrötchen, Schinkentörtchen

oder Russische

Eier. Heute befassen

wir uns noch intensiver

mit der herzhaften Küche.

Wie hat sich die Altersstruktur

bei den Kaffeehausgängern

verändert?

Warenesfrüher eher die

Älteren, kommen heute

Jüngeredazu?

Joseph Bücker: In meiner

Anfangs-Zeit ging wohl das Mittelalter

ins Café. Allerdings hat sich das

gastronomische Angebot in den Jahren

ja auch völlig geändert. Nehmen

Sie nur mal unseren Bereich. Als ich

nach Iserlohn kam, gab es,wenn ich

mich richtig erinnere, 13 Konditoreien.

Die haben wir heute nicht mehr,

aber wir haben in Iserlohn ein breites

gastronomisches Angebot.

Gibt es denn in Ihrem Segment

Kundschafts-Nachwuchs?

Bernd Bücker: Das hängt ein bisschen

davonab, wie die junge, potenzielle

Kundschaft erzogen worden

ist. Wermit seinen Eltern ins Café gegangen

ist, wird zum Wiederholungs-Täter.

Oder auch die jungen

Leute, die mit ihren Freunden oder

bei einer Feier zum Beispiel durch

ein Frühstücks-Angebot angesprochen

wurden. Also die Alters-Durchmischung

ist inzwischen schon ganz

ordentlich.

Herr Bücker sen., haben Sie zu

Ihrer Zeit für sich einen attraktiven

Beruf ergriffen?

Joseph Bücker: Das wardamals auf

jeden Fall ein angesagter Beruf. Im

Kreis Recklinghausen waren 62 Absolventen

zur Gesellenprüfung, das

gibt es heute vielleicht im halben

Sauerland.

Und wie ist das heute mit dem Berufsnachwuchs?

Bernd Bücker: Im Moment ist das in

der Tat kein Problem. Wir haben

schon jetzt deutlich mehr Bewerber,

als wir ausbilden können.

Und

wie steht es um

die Qualität der Bewerberinnen

und Bewerber?

Bernd Bücker: Gut! Vollabitur,

Fachabitur oder Realschulabschluss.

Gab es damals viele Mädchen, die

in den Job wollten?

Joseph Bücker: Zu meiner Zeit weniger.

Aber noch mal zur Schulausbildung.

Ich erinnere mich gut daran,

dass wir früher Volksschüler

hier hatten, die mindestens ebenso

gut waren wie Realschüler.Pflichtbewusstsein

und Ehrgeiz waren oft

stärker ausgeprägt.

Ist Ihr Gewerbe denn immer noch

eine Männerdomäne?

Bernd Bücker: Nein, es ist sogar inzwischen

eher zur Frauendomäne

geworden. Ich glaube, der Anteil

liegt wohl bei 60 zu 40 bundesweit.

„Ich möchte unsereKreativität nicht auf dem Tisch der Bürokratie

opfern müssen“,setzt Bernd Bücker ganz eigene Schwerpunkte.

Sie haben bei Ihrem Vater ja erlebt,

dass das Führen eines Cafés auch

nahezu 365 Arbeitstage bedeutet.

Haben Sie sich im Vorfeld jemals

die Frage gestellt: Warum soll ich

freiwillig so viel arbeiten?

Bernd Bücker: Niemals.Das wusste

ich ja vorher.Und wenn man das von

seinem 16. Lebensjahr an macht,

dann ist das ja auch nichts Besonderes

mehr.Außerdem hatOpa immer

gesagt: „Wenn du dann arbeitest,

wenn andere frei haben wollen,

kann es sein, dass du länger Arbeit

hast.“ Wirsind eben Dienstleister.

Hätte es denn für Sie je eine Alternativegegeben?

Bernd Bücker: Eigentlich nicht, diese

Kombination aus guter Kaufmannschaft

und Handwerk, aus

Theorie und Praxis ist schon meins,

damit sind viele Sparten meiner

Wünsche abgedeckt.

Herr Bücker sen., haben Sie denn

mit kleinen Tricks darauf hingearbeitet,

dass Ihr Sohn in IhreFußstapfen

tritt?

Joseph Bücker: Das kann Ihnen

meine Frau vermutlich besser beantworten.

Ich kann mich aber daran

erinnern, dass sie den Jungen zum

Ende der Schulzeit gefragt hat, ob er

denn nun wirklich in den Beruf wolle.

Seine staunende Antwort: „Mama,

jahrelang redet Ihr mir das ein

und jetzt fragst Du mich so etwas?“

Wenn man das Ruder übernimmt,

ist dann die Versuchung groß, alles

erst einmal von Grund auf umzukrempeln?

Bernd

Bücker: Warum

soll man

Bewährtes abschaffen?

Das lässt doch

die Stammkundschaft zunächst

einmal nur stutzen –und vielleicht

wegbleiben. Und ob dann genügend

Neue kommen, die den Verlust kompensieren,

ist doch die große Frage.

Natürlich bringt man Veränderungen

ein, aber das ist oft auch eine notwendige

Anpassung an die Wünsche

des Verbrauchers und der Gäste. Natürlich

kann im Laufe der Zeit im

Produktionsprozess vieles modernisiert

werden.

Natürlich ist es schön, wenn man

der Platzhirsch ist und der Wettbewerb

nicht so stark ist. Aber war

das Geschäft früher nicht doch

spannender?

Joseph Bücker: Auf jeden Fall. Obwohl

die Konditoren früher niemals

den Konkurrenzneid hatten wie vielleicht

in anderen Berufen. Man

wusste nicht voneinander wie die

Umsätze waren und deshalb waren

die Innungen für

uns auch eher

wie Familien.

Beflügelt Wett-

bewerb am Ende

auch die

Kreativität?

Bernd Bücker:

Klar! Es geht ja

nicht ums reine

Café. Da hatman

vielleicht eine Alleinstellung,

aber

es geht doch um

die unterschiedlichsten

Gelegenheiten,

Kaffee

zu trinken. In

jedem Modegeschäft

oder beim

Friseur bekommen Sie heute Kaffee

als Gratiszugabe. Kaffee, den wir

nach unserer Grundidee eigentlich

verkaufen möchten. Auch im Bereich

der Bäckerei-Cafés, inBistros

und Eis-Cafés oder wo sonst noch

Kaffee und Kuchen verkauft werden

– die Konkurrenz ist ja gar nicht

wirklich weniger geworden. Nur anders

eben. Und da ist mehr denn je

jede Menge Kreativitätgefragt.

Wenn Sie aus der Vergangenheit

nach vorn und aus der Gegenwart

zurückblicken: Waroder ist es heute

insgesamt schöner,spannender

oder schlechter?

Joseph Bücker: Jede Zeit ist geprägt

durch Aufregung und auch durch

Ehrgeiz. Daran hat sich bis heute

nichts geändert. Es gilt nach wie vor

der Grundsatz: Wenn die Produkte

schmecken, kommen die Kunden

auch wieder! Übrigens: Auch das ist

ein Phänomen der Neuzeit: So viele

Kunden wie heute von außerhalb,

die oft weite Strecke bis zu uns fahren,

hatten wir damals nicht.

Bernd Bücker: Der Aufwand, die

Dienstleistung und die Zahl unserer

Mitarbeiter haben sich wesentlich

erhöht. Die zeitgemäße Bereitstellung

der Produkte ist deutlich anspruchsvoller

geworden. Und vorallem

auch ist der bürokratische Aufwand,

wozu er auch immer dient,

enorm angestiegen. Der verhindert

inzwischen manchmal sogar,dass es

noch mehr Spaß macht, als es ohnehin

schon tut. Darunter kann nämlich

auch ungewollt die Kreativität

leiden.


Seite 8

Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

Fachfrau für alle

Sonderwünsche

Marion Bürmann auf dem „Sahneposten“

Samstags um 16 Uhr schlägt bei Spetsmann die Stunde des normalerweise sechsköpfigen Stammtischs „Süßen Herren“.

Fünf „süße Herren“

mit Damen-Besuch

Jüngster Stammtisch knüpft an Schulfreundschaft an

tammtische bei Spetsmann

sind nicht neu und deshalb

eigentlich auch nichts Ungewöhnliches.

Doch eine

Gruppe von Stammgästen

sticht heraus. Was Sven

Breitrück, Luca Daly,

Tim Groß, Kristina

Hesse, Jan Huckschlag

und Sebastian Hertel so

besonders macht: Sie haben

nicht nur den jüngsten Spetsmann-Stammtisch

gegründet, sie

sind wohl auch die jüngsten Gäste,

die sich regelmäßig mit den Köstlichkeiten

der Iserlohner Traditionskonditorei

verwöhnen.

Von22bis 24 Jahre reicht die Altersspanne

der „Süßen Herren“, wie

sie sich trotz der Dame an Bord nennen

–auf Vorschlag

von Hertels Oma.

Am Stenner-Gymnasium

haben die Sechs

ihr Abitur gebaut

und schon zu

dieser Zeit die

regelmäßigen

Treffen geschätzt

– damals

noch im amerikanischen

Fastfood-

Restaurant mit dem goldenen M.

„Aber das fanden wir irgendwann

doof, wir wollten es ein bisschen

niveauvoller“, erzählt Hertel.

Süßes und Deftiges

Vonden Altersgenossen, die ähnliche

Traditionen pflegen, nur eben in

Kneipen, sind die

„Süßen Herren“

nicht weit entfernt.

Die besuchen sie

auch, „nur nicht um

16 Uhr“, betont Kristina

Hesse, und Jan

Huckschlag ergänzt:

„Außerdem gibt es

dort nicht so köstliche

Torten.“

Während in den

Bundesliga-Stadien samstags der

Fußball rollt, schlägt für sie die

Spetsmann-Stunde. Mal was Süßes,

mal was Deftiges –die Speisekarte

lässt keine Wünsche offen, die Liste

der Empfehlungen ist lang. Ein

Stück Californische Herrentorte

oder die „Obstblume“, die bei allen

Über fünf

Tonnen Erdbeeren

werden jedes Jahr bei Spetsmann

verarbeitet, vorallem für

Törtchen und Torten, zudem für Eis

und Konfitüre. Außerdem stehen

3,5 Tonnen Sauerkirschen, 1,1

Tonnen Bananen und 10 000

Kiwis auf dem Einkaufszettel.

hoch im Kurs steht, darf es dann

schon mal sein, wenn über den

jüngsten gemeinsamen Abend gesprochen

wird. Das Ganze soll demnächst

noch etwas stilechter vonstatten

gehen. Ein Stammtisch-Wimpel

ist für die Mitte ihres Tisches vorgesehen,

ein Emblem besitzen sie

schon. Hier hatHertel seine Heraldiker-Qualitäten

aufblitzen lassen

und ein Wappen mit Schutzschild,

Gabel, Löffel und Kaffeetasse

entworfen. Das lateinische

Motto „Pro deo rex et

abdomen“, was übersetzt „Für

Gott, König und den Bauch“

bedeutet, ist Programm. Hertel

scherzt: „Wir verschlingen hier

so viele Süßspeisen, dass der

Bauch allmählich zu sehen ist.“

ach ihrem Schulpraktikum

in der achten Klasse stand

für Marion Bürmann fest:

„Ich wollte unbedingt zu

Spetsmann.“ Doch der Andrang auf

die Ausbildungsplätze damals im

Sommer 1984 sei groß gewesen.

Und so hatte die Absolventin der

Hauptschule Gerlingsen zunächst

das Nachsehen, war schon auf dem

Weg, eine Ausbildung als Köchin im

damaligen Hotel Horn zu beginnen,

als sie doch noch ihren Traum von

einer Lehre am Poth verwirklichen

konnte, und zwar als Nachrückerin

für ein Lehrmädchen, das kurzfristig

noch abgesagt hatte.

Als „streng, aber sehr zuvorkommend“

hat sie ihren Lehrherren Joseph

Bücker in Erinnerung. Viel gezeigt

und beigebracht habe er ihnen,

den vier Auszubildenden ihres damaligen

Jahrgangs,richtig gefordert

habe er sie. Während ihre

drei Kolleginnen nach der erfolgreichen

Gesellinnenprüfung

zumeist in die elterlichen

Betriebe wechselten,

blieb Marion Bürmann dem

Hause Spetsmann bis zum

heutigen Tage treu. „Ich fühle

mich hier wohl.“ Die Selbstständigkeit

habe sie dabei nie gereizt,

weiß sie doch auch aus ihrer Verwandtschaft

–wenn auch in einer

anderen Branche –, was ein eigener

Betrieb so alles an Begleiterscheinungen

mit sich bringt.

Da arbeitet sie bei Spetsmann lieber

in ihrem Traumjob, zumal sie

schon ein Jahr nach ihrer Prüfung

den „Sahneposten“ übernommen

hat. Der wird wirklich so genannt, ist

für Marion Bürmann

tatsächlich aber auch

ein solcher: Eigenverantwortlich

kümmert

sie sich seit

1988 um alle Marzipanprodukte

und

vor allem um die

Torten-Sonderbestellungen.

Eine achtstöckige

Variante, bei

„Ich fühle mich hier wohl“, sagt

Marion Bürmann –seit 1984.

der der unterste Boden einen Durchmesser

von mehr als einem halben

Meter hatte, wardabei für eine türkische

Hochzeit in der Parkhalle sicher

bislang der größte Einzelauftrag.

Aber auch die Torte in Form

eines Frosches ist ihr noch sehr gut

in Erinnerung geblieben: 40 mal 40

mal 40 Zentimeter war die schließlich

groß, schichtweise ausmodelliert

aus Weißer Ladytorte. Überhaupt

sind Tiere immer sehr beliebt,

zuletzt wollte ein Paar oben auf seiner

Hochzeitstorte Shaun, das

Schaf, samt seiner Gefährtin haben.

Der Preis für das ungewöhnlichste

Symbol dürfte derweil wohl an den

Fliesenleger und die Metzgerin gehen,

die das Backwerk für den

schönsten Tagihres Lebens gekrönt

haben wollten von einer Fliese und

einem aufrecht stehenden Schwein.

Auch solche besonderen Wünsche

erfüllt Marion Bürmann gerne, ist

aber natürlich auch wie alle ihre Kolleginnen

und Kollegen in der Backstube

und der Patisserie eingebunden

in die täglich anfallenden Arbeiten,

die ihr aber genauso Freude bereiten.

Und wenn sie dann dabei

noch eine der warmen Vanilleschnitten

ganz frisch aus dem Backofen direkt

probieren kann, weiß die 45-

Jährige wieder einmal, dass ihre Berufswahl

genau richtig war.

} GRATULATION

Wirbedanken

uns bei unseren Lieferanten und Partnern...

gratuliert

Familie Bücker

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Zum Jubiläum

alles Gute!

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herzlich zum 75. Firmenjubiläum und freuen uns auf

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Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 9

Durstige Fans

mussten bei WM

nicht darben

Roland Stand hat im Brückencafé einiges erlebt

einahe wäre das Brückencafé

am Schillerplatz, das

in diesem Jahr seinen

40. Geburtstag feiern

kann, gar nicht Teil der Spetsmann

GmbH geworden. „Wir wollten erst

keinen Filialbetrieb mehr“, erinnert

sich Ursula Bücker. Doch nachdem

ihr Mann Joseph am damaligen provisorischen

Fußgängerüberweg am

Schillerplatz bis zu 300 Menschen

zählte, gingen sie das Wagnis ein –

zum Glück: „Das Café lief sofort.“

Dass die Erfolgsgeschichte aber

über vier Jahrzehnte bis zum

heutigen Tage anhält, ist

zumindest ab 1979 einem

der treuesten Spetsmann-

Mitarbeiter zu verdanken

und sicherlich auch seiner

etwas ungewöhnlichen Berufskarriere.

Denn Roland

Stand, gebürtig aus Bad Berleburg

und dort

zum Bäcker ausgebildet,

konnte

aufgrund einer

Mehlallergie sein

Handwerk direkt nach

der Lehre 1972 schon

nicht mehr ausüben. Sein damaliger

Chef vermittelte ihm daraufhin

die weitere Ausbildung zum

Konditor in seinem ehemaligen

Lehrbetrieb: bei Spetsmann. Da damals

nur an einem Taginder Woche

mit Mehl gearbeitet wurde und er

dann in der mehlfreien Patisserie

zum Einsatz kam, sei das auch gut

gegangen.

Lob geht runter wie Öl

Nach seiner Bundeswehrzeit und

dem erneuten Einstieg bei Spetsmann

kam die Allergie jedoch

mit Macht zurück.

„Da habe ich

dann eine Umschulung

zum Industriekaufmann

machen müssen.“

Wassich

aber letztlich

als glücklicher

Umstand entpuppte,

denn

kaum

dass er

fertig gewesen

sei, suchten

Bückers, die sich in

den ersten Jahren selber

um das Brückencafé

gekümmert

hatten, einen Filialleiter

dafür.

Und mit seinen

neuen und den alten

Kenntnissen

warRoland Stand

natürlich der perfekte

Kandidatfür

den Job. Außer

beispielsweise um

die Kassenführung

kümmert

sich der heute 61-

jährige Iserlohner

vor allem um die

Küche, wo er neben den Eisbecher-

Spezialitäten allerlei warme Gerichte

und Salate zaubert. Über Lob und

Feedback freut er sich dabei stets

sehr:„Das ist das,was einen antreibt,

das geht runter wie Öl.“ Wenn die 84

Plätze im Café und die 92 davorallesamt

besetzt sind, wasbesonders an

schönen (Sams-)Tagen bis nachmittags

die Regel ist, hilft er sich mit seinen

drei Kolleginnen im Laden und

im Café natürlich auch stets gegenseitig.

Und diverse Male musste Roland

Stand auch schon den Bauleiter

RolandStand ist seit 35 Jahren der Filialleiter des Brückencafés am Schillerplatz, das fast so viele Torten vorhält wie das Stammhaus.Noch

lieber als an der Theke arbeitet er aber in der Küche, wo er viele leckereGerichte für die Gäste zaubert.

machen, so beispielsweise bei den

Umbauten 1991 und 2001 und nach

den beiden Bränden 1996 und im

vergangenen Jahr.Was er mit seinen

Kenntnissen und seiner Erfahrung

aber natürlich auch meisterte.

Schlaflose Nächte habe er hingegen

gehabt, als die Planungen für

den Schillerplatz einmal den Abriss

der Brücke und damit ja auch des

Cafés vorsahen. „Wir hätten dann in

die Sparkassen-Passage umziehen

sollen“, sagt Stand und ist froh, dass

das zumindest nicht verwirklicht

wurde. Besonders in Erinnerung geblieben

ist ihm auch die nächtliche

Einbrecherjagd, als er gemeinsam

mit der alarmierten Polizei den Täter

im Brückencafé auf frischer Tatertappte.

Und dann gab es da noch die

heißen Tage im Sommer 2006, an

denen Roland Stand mehr Bier als

Kuchen verkaufte. „Bei der Public-

Viewing-Premiere bei der WM waren

wir die einzigen auf dem ganzen

Schillerplatz, die kalte Getränke hatten“,

freut sich der Filialleiter. „Das

wardie Hölle, die haben uns die Bu-

de eingerannt, aber es machte auch

riesigen Spaß.“ Und der Nachschub

„fluppte“: Im Stammhaus kamen die

Kästen in den minus 20 Grad Celsius

kalten Froster,sodass sie bestens gekühlt

in die durstigen Kehlen der

Fußballfans fließen konnten.

Eine Schokolade mit Resonanz

Tischlerei Brükkenkamp verschenkt die besondere Kreation tafelweise mit dem Firmenlogo

nsere eigene Schokolade mit

unserem eigenen Logo darauf

ist der absolute Knaller,

die Resonanz war richtig

klasse. Wir wurden noch nach Monaten

darauf angesprochen.“ Michael

Brükkenkamp von

der gleichnamigen

Tischlerei am Hombrucher

Weg, die er

gemeinsam mit seinem

Bruder Hans-Peter

führt, freut sich,

seinen Kunden etwas

Besonderes schenken

zu können.

Das sei auch wichtig,

so der 54-jährige

Tischlermeister, denn

da sie in ihrem Handwerksunternehmen

individuelle

Wünsche erfüllen,

könnten sie dem

Kunden kaum etwas

vorab zeigen, so dass er

vollstes Vertrauen in

ihre Arbeit haben müsse. „Und dann

möchte ich ihm auch, wenn ich ihm

etwas mitgebe, beispielsweise nicht

irgendeine Tafel Schokolade überreichen.“

Die Brükkenkamp-Schokolade ist

hingegen eine nur für sie kreierte

Spezialität, an deren Entstehung

die Brüder

auch geschmacklich

beteiligt waren.

Verschiedene

Schokoladen

ließen sie

sich dafür im

wahrsten

Wortsinne auf

der Zunge

zergehen.

Am Ende

entschieden

sie sich

für Rio Caribe,

eine

Kakaobohne

aus dem Süden

Venezuelas. Mit 47 Prozent Kakaoanteil

handele es sich dabei, so

Konditormeister Bernd Bücker, um

eine sehr, sehr dunkle Vollmilch.

„Und das ist bei unseren Kunden

auch sehr gut angekommen“, berichtet

Michael Brükkenkamp.

Nachdem sie vor zwei Jahren zunächst

nur die in Klarsichtfolie verpackte

und mit einer schmalen Banderole

mit dem Tischlerei-Logo verzierte

Schokolade verschenkt hätten

und sich schon diese sehr großer Beliebtheit

erfreut hätte, kam dann im

vergangenen Jahr auch noch das

„Brükkenkamp“-Logo direkt auf jedes

Stück der 100-Gramm-Tafel.

In der Café-Liga ganz oben

Ehepaar Pennekamp kennt sich aus in der deutschen Kaffeehaus-Szene

ür Richard und Susanne

Pennekamp gehört Spetsmann

ohne jeden Zweifel

„zu den besten Cafés in

Deutschland“. Und das in Ihmert lebende

Paar kann und darf sich so

ein Urteil erlauben, hatten die beiden

doch schon viele Vergleichsmöglichkeiten

im vergangenen

Jahrzehnt. Denn sie sind häufig

unterwegs und haben sich bei ihren

Urlauben zwischen Garmisch und

Sylt stets immer gleich nach einem

guten Café in der jeweiligen Umgebung

umgeschaut. Bisher sahen sie

sich anschließend immer mehr in

ihrem Urteil bestätigt: Ihr Heimatcafé

spielt in der Liga der deutschen

Kaffeehäuser ganz oben mit.

Als „absoluter Auswärtsfrühstücker“,

wie sich Richard Pennekamp

selbst bezeichnet, ist der gebürtige

Holländer, der seit 1980 in

Iserlohn lebt, vor15Jahren auf den

Spetsmann-Geschmack“ gekommen.

Auch seiner Frau Susanne, die

er natürlich schon ganz bald nach

dem Kennenlernen vorzehn Jahren

mit zum Poth genommen hat, hat

das Café sofort zugesagt. Gemütlich

sei es,sagt Richard Pennekamp, und

es habe durch den Umbau 2011 sogar

noch einmal deutlich dazugewonnen.

Die Bedienung sei nett

und freundlich, Ute Bücker mache

die Führung der Mitarbeiter „super

gut“, habe das Café samt Personal

bestens im Griff, urteilt der selbstständige

Kaufmann. Und natürlich

und vorallem sei das Essen sehr gut.

Deftiges zum Abend

Neben dem Frühstück mögen sie

die Torten und Kuchen sehr gerne,

und dabei vor allem die Vanille-

Obstblume, schätzen noch mehr als

die vielen Spezialitäten den ganz

normalen Kaffee („Der schmeckt

sehr gut.“) und vorallem am frühen

Abend auch die kleinen Gerichte.

Denn sie kochen zwar sehr gerne

Lohnende Investition

Dafür ließ Bernd Bücker bei einem

Kunststoff-Formenbauer die entsprechende

Form anfertigen. „Mit

dieser Musterform könnten wir jetzt

jede individuelle Brükkenkamp-

Schokolade erstellen“, macht der

Konditormeister deutlich, dass sich

die einmalige Investition im niedrigen

vierstelligen Bereich in jedem

Fall schnell lohne.

Abgesehen von einer Tür, die die

Tischlerei vor Jahren aus Schokolade

herstellen

ließ, ist die Tafel

ihr erstes

Kundenpräsent

aus dem

Hause Spetsmann.

Die

Geschäftsbeziehung

währt jedoch

bereits seit

Jahrzehnten:

Schon Michael

Brükkenkamps

Vater

Ludwig,

der die Firma

1959 gründete,

warstets schnell zur Stelle, wenn

für Café, Konditorei oder Backstube

etwas getischlert werden musste.

Auch Michael Brükkenkamp, der

im väterlichen Betrieb gelernt hat,

kann sich noch gut daran erinnern,

wie er schon als „Stift“ bei Aufträgen

am Poth dabei war. Für den großen

Spetsmann-Umbau im Jahre 2011

kam natürlich auch einiges aus der

Michael Brükkenkamp: Freund

des Hauses und der Produkte.

Werkstatt, die seit

1966 ihren Sitz in der

Iserlohner Heide hat.

Und auch Bernd

Bücker nutzt den Besuch

von Michael

Brükkenkamp,

um

„mal eben“ noch einige

kleinere Dinge

fürs Café zu ordern.

Darüber hinaus verbindet

die beiden inzwischen

aber auch

eine private Freundschaft.

Für Michael

Brükkenkamp,

der

seinen süßen Zahn

gut im Griff hat, ist

dann auch klar: „Kuchen, wenn

überhaupt, gibt es bei uns nur von

Spetsmann.“ Und zwar am liebsten

die Zitronenrolle, die Herren- und

die Flockensahnetorte. Für die Kunden

seiner Tischlerei wird er auch

dieses Jahr natürlich wieder die eigene

Schokolade ordern. „Die ersten

haben schon wieder nachgefragt,

wann es denn die nächste gibt.“

auch

selbst, da

sie aber

beide beruflich

stark eingespannt

sind –Richard

Richardund Susanne Pennekamp sind viel unterwegs.

Pennekamp

ist Chef des Tintenherstellers

Compedo im Corunna-Gewerbegebiet,

seine Frau arbeitet bei der Fern-

Uni in Hagen –bleibt dafür nicht immer

Deftiges essen zu können.

„Zu Hause stehen

wir selbst am Herd, hier

lassen wir uns gerne aber

die Zeit, und dann schätzen sie immer wieder bedienen.“

die Möglichkeit, nach Feierabend

bei Spetsmann auch noch etwas

Schließlich sei es ja eine der

besten Adressen in Deutschland.

Karin Gehrig arbeitet seit 1982

bei Spetsmann.

Viele schöne

Erinnerungen

aus 32 Jahren

Karin Gehrig kennt

nur nette Gäste

ieles Schöne ist Karin

Gehrig aus ihren bis jetzt

mehr als drei Jahrzehnten

bei Spetsmann in Erinnerung

geblieben. Die gebürtige Mendenerin,

die in Iserlohn aufgewachsen

ist und bis heute hier lebt, war

nach ihrer Ausbildung zunächst

zwei Jahre im Stammhaus und dann

27 Jahre lang im Brückencafé tätig.

Seit dem Umbau 2011 kümmert sich

die Konditoreifachverkäuferin auch

gelegentlich wieder um das Wohl der

Gäste am Poth. Die Eröffnung nach

den großen Umbaumaßnahmen sei

dann auch eine der schönen Erinnerungen

aus all der Zeit. Und dann

gab es da beispielsweise noch diese

tolle Weihnachtsfeier der ganzen Belegschaft

im VierJahreszeiten, und,

und, und. Und die Gäste im Café?

„Die waren immer

alle nett.“


Seite 10

Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

Rosenthal fand es spitze!

Viele bekannte Schauspieler übernachteten im „Spetsmann garni“

Heike Pieper, Alexandra Höhl, Karin Gehrig (hinten von

links), Andrea Hennecke, Stephanie Kaiser und Tina Actürk

(vorne von links)beantworten gerne alle Fragen.

Zehn Fragen –

zehn Antworten

WasKunden häufig wissen wollen

Ist das frisch?

Keine Frage, etwas anderes als frisch

gibt es bei Spetsmann gar nicht.

Wo sind keine Kalorien drin?

Kalorien? Die stehen auf keinem

unserer Rezepte!

Kann man den Kuchen auch

mitnehmen?

Selbstverständlich! Wobei wir uns aber

natürlich auch über jeden Gast freuen,

der bei uns im Café genießt.

Essen Sie das auch noch jeden Tag?

Aufjeden Fall wird es vonden Konditoren

probiert bei der Herstellung. Und natürlich

testen wir auch immer mal wieder.

Gibt es auch etwas Herzhaftes?

Unsere Schauküche bietet Ihnen jeden Tag

eine Vielzahl vonherzhaften Gerichten.

Und zum Knabbern für zwischendurch gibt

es unsere leckeren Käsestangen.

Wieviele Torten haben Sie?

Jeden Taghaben wir mindestens 40 zur Auswahl.

Sind die Pralinen und Trüffel auch

alle selbst gemacht?

Wasdenn sonst?

Haben Sie auch Eis zum Mitnehmen?

Wiemöchten Sie es:

im Hörnchen oder im Becher?

Wielange sind Ihre Gutscheine gültig?

Solange, bis Sie sie eingelöst haben.

Werden wir auch draußen bedient?

Sehr gerne, nur zu unserem Frühstücksbüfett

müssen Sie selber gehen.

enn Ursula und Joseph

Bücker in dem alten Gästebuch

blättern, werden

schnell wieder die Erinnerungen

wach. „Weißt du noch, wie

damals der Dieter Borsche bei uns

im Wohnzimmer gesessen hat, als

das erste Mal etwas von seinem

Sohn Kai im Fernsehen zu sehen

war?“, fragt die Senior-Chefin.

„Jupp“ Bücker nickt mit einem

Schmunzeln, hat den Schauspieler,

der 1949 mit dem Film „Nachtwache“

seinen Durchbruch hatte,

gleich wieder vorAugen und erklärt:

„Fernsehgeräte gab es damals Mitte

der sechziger Jahre ja noch nicht in

den Zimmern, aber wir waren das

erste Haus in Iserlohn mit Dusche

und WC zumindest in den sechs

Doppelzimmern.“

Wahrscheinlich werden es nur

noch die älteren Iserlohner Semester

in guter Erinnerung haben: Fast

drei Jahrzehnte lang, von 1965 bis

1994, gab es das Hotel Spetsmann

garni mit 17 Betten. Möglich wurde

die Eröffnung durch den Kauf des

Hauses Westertor 5, das sich rückwärtig

an das Gebäude Poth 6anschloss.

„Dadurch hatten wir dann

einen separaten Eingang für die Gäste

und auch eine Hotelgarage mit sieben

Plätzen“, erinnert sich Joseph

Bücker. Die Rezeption hingegen sei

vorne in der Konditorei gewesen.

Aufgrund der Nähe zum 1964 eröffneten

Parktheater

und guter

Kontakte

zur damaligen

Kulturamtsleiterin

Marieluise

Spangenberg

waren

Den Traumberuf

gefunden

Einstieg über Praktikum und als Aushilfe

er Zufall führte beide ins

Haus Spetsmann und in

ihren Beruf als Konditoreifachverkäuferinnen:

Jasmin

Potito und Gül Öztürk. Während die

22-jährige gebürtige Hagenerin, deren

Großvater einst aus Italien nach

Deutschland kam, von ihrer Mutter

auf die Konditorei aufmerksam gemacht

wurde, wollte die 23-jährige

Iserlohnerin, deren Eltern vor 24

Jahren aus der Türkei in die Waldstadt

zogen, eigentlich zunächst nur

bei Spetsmann ein bisschen Geld

verdienen. Denn neben den 50 festangestellten

Mitarbeitern in Vollund

Teilzeit brauchen die Bückers

auch immer Aushilfskräfte, die in

der Saison, also vor allem beim

Weihnachtsgeschäft, mit anpacken.

So half Gül Öztürk vor fünf Jahren

zunächst beim Stollen-Versand in alle

Welt, dann aber auch als Aushilfe

im Café und schon bald war der

eigentliche Traumberuf Stewardess

gar kein Thema mehr und statt dessen

wurde in die Ausbildung gestartet.

Jasmin Potito hatte hingegen zu

Schulzeiten einen Probetag in der

Gastronomie verbracht, dann aber

doch ein Praktikum im Gesundheitswesen

gemacht –was sie aber

letztlich doch ganz schnell wieder

zur Gastronomie zurückbrachte.

„Frag’ doch mal bei Spetsmann

nach“, gab es schließlich den entscheidenden

Tipp von der Mama,

der 2010 zur Ausbildung am Poth

Köstlichkeiten in Holz

Peter Vente holt die Ware auch gerne einmal selbst ab

Viele bekannte Persönlichkeiten vergangener Jahrzehnte haben sich im Gästebuch des „Hotel Spetsmann garni“ verewigt.

Auch der Entertainer und Moderator Hans Rosenthal fühlte sich bei Familie Bücker wohl.

immer wieder bekannte Schauspieler,Musiker

und Sänger zu Gast am

Poth. Und das oft nicht nur für eine

Nacht: „Wenn die im Theater geprobt

haben, blieben sie auch mal

zwei bis drei Wochen“, erinnert sich

Ursula Bücker. Will Quadflieg, Johannes

„Jopi“ Heesters, Erik Ode,

Robert Freitag, Maria Sebaldt, Sonja

Ziemann, Inge Meysel, Carl-Heinz

Schroth, Dietmar Schönherr,Hanns

Dieter Hüsch, MaryRoos oder Toni

Marshall waren nur einige der zahllosen

bekannten Gäste.

Eventuelle Star-Allüren sind Ursula

Bücker dabei nicht in Erinnerung

geblieben: „Die meisten waren privat

ganz locker, verhielten sich wie

andere Gäste.“ Wenn Schauspieler

auf Tournee waren und nur eine

Nacht blieben, waren sie auch schon

mal im Stress, ging es dann doch

morgens nach dem Frühstück weiter

in die nächste Stadt. „Da haben wir

dann auch zu unseren Mitarbeiterinnen

gesagt: Mädchen lauft jetzt nicht

noch hin und fragt nach einem Autogramm.“

Zander zum Finale

Nicht jeder habe dann auch die Zeit

gehabt, sich im Gästebuch zu verewigen.

Viele taten es aber und dankten

dabei der Familie Bücker für den,

so der einhellige Tenor,angenehmen

Aufenthalt und das leckere Frühstück.

„Zwei ruhige Nächte ohne

,Dalli-Dalli’. Und dann die Konditorei!

Spitze“, schrieb beispielsweise –

man ahnt es schon –Hans Rosenthal.

Marika Rökk hingegen bedauerte

angesichts des Angebots in der

Jasmin Potito und Gül Öztürk lieben den KundenkontaktimCafé Spetsmann.

führte. Inzwischen können sich die

beiden keinen anderen Beruf mehr

für sich vorstellen, genießen die

Arbeit im Mitarbeiter-Team, das beide

vonBeginn gut aufgenommen

habe, ebenso wie den

Kontakt

Konditorei: „Schade, dass ich nicht

für Süßigkeiten so zu haben bin“,

während Frank Zander befand: „Ich

kann nur sagen: Ein ganz süßer Laden.“

Sein Eintrag vom 10. September

1989 ist auch der letzte im Gästebuch,

fünf Jahre später wird das Hotel

zugunsten der Einrichtung eines

dritten Café-Raums geschlossen.

„Und heute, zwei Jahrzehnte später,

bekommen wir tatsächlich immer

noch mal wieder einen Anruf oder

eine E-Mail, dass jemand ein Zimmer

haben möchte“, berichtet Ute

Bücker.„Da kommen Sie zu spät, Sie

können uns aber gerne im Café besuchen“,

antworte sie dann stets und

freue sich zugleich, dass die Erinnerungen

an dieses Spetsmann-Kapitel

sich weiter halten und das nicht nur

bei ihren Schwiegereltern.

mit den Kunden, bei dem es schon

jetzt viele kleine schöne Erlebnisse

gegeben habe.

„Sauerländer müssen zusammenstehen“,sagt Peter Vente. Aber

nicht nur deshalb verschenktergerne Spetsmann-Pralinen.

us gleich drei guten Gründen

verwöhnt Peter Vente seine

Kunden mit Köstlichkeiten

aus dem Hause Spetsmann:

„Erst einmal sind das sehr gute Pralinen,

und die kommen dann zweitens

wie wir auch aus dem Sauerland, und

wir Sauerländer müssen ja schließlich

zusammenstehen“, sagt der 70-jährige

Finnentroper. Und drittens, soder Sägewerkbesitzer

und Konstruktionsvollholz-Hersteller,

„müssen vor allem

auch Mittelständler wie Bernd Bücker

und ich zusammenhalten, denn sonst

gibt es irgendwann nur noch ne.“

Konzer-

Auch aus dem Iserlohner Stadtwald

kauft Vente Bäume, und so kam er vor

vier Jahren erstmals mit einem heimischen

Waldbesitzer ins Café am Poth.

Gehört hatte er freilich schon vorher

vonSpetsmann: „Die sind ja weit übers

Sauerland hinaus dafür bekannt, dass

man für ein richtig gutes Café nicht erst

bis nach Düsseldorf muss.“ Und nachdem

er selbst vonden Torten und Pralinen

probiert hatte, stand schnell fest:

Die Handwerker, also vor allem die

Zimmerer, zwischen Frankfurt und

Bremen, zwischen dem Niederrhein

und Kassel, die Vente mit seinem Holz

beliefert, bekommen künftig zu Weihnachten

und

auch mal so

zwischendurch

als kleine Aufmerksamkeit

eine

Pralinen-Auswahl in der Holzkiste –

übrigens (noch) nicht aus Vente-Holz.

Erfreute Nachfragen

„Wohast du denn die Pralinen her?“,

werde er immer wieder gefragt, und

schon verschiedene seiner Kunden hätten

nach der Kostprobe auch höchstselbst

den Wegnach Iserlohn angetreten,

um die Manufaktur der süßen Träume

kennen zu lernen. Wenn es Peter

Ventes Zeit

zulässt, holt er gerne

auch persönlich die nächste Lieferung

bei Bernd Bücker ab. Natürlich

nicht zuletzt auch, um ein Stück Käserahmtorte,

seinen Favoriten aus der

Spetsmann-Auslage, zu genießen. „Wobei:

Du kannst hier alles essen“, macht

Peter Vente deutlich und sagt auch direkt,

warum: „Ich liebe Leute, die etwas

Besonderes herstellen, egal aus welcher

Branche.“ Immer besser zu sein,

das sei das richtige Credo, das merke

man eben. Und bei Spetsmann kann

man es sogar schmecken.


Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 11

Ich bin heiß auf dein Erdbeereis

Die kalte Köstlichkeit aus dem Hause Spetsmann hat nicht nur dank der Eismaschine eine italienische Note

eit zwei Jahren gibt es bei

Spetsmann auch italienisches

Eis –nicht wasdie Rezepte

angeht, das sind immer

noch die alten, über Jahrzehnte

weiterentwickelten und verfeinerten,

nach denen seit jeher in der

Konditorei die kalte Köstlichkeit

hergestellt wird. Nein, seine italienische

Note bekommt das Produkt

neuerdings besonders immer dann,

wenn die neue Eismaschine ,die wie

schon ihre beiden Vorgänger in den

vergangen 35 Jahren „made in Italy“

ist, bedient wird von„Piera“. So wird

die Auszubildende zur Konditorin

im zweiten Lehrjahr Pietrina Labate

von ihren Kollegen genannt, die –

wie unschwer am Namen zu erkennen

ist – entsprechende familiäre

Wurzeln hat. Wobei der italienische

Papa der 22-jährigen Neheimerin allerdings

mit Gastronomie gar nichts

zu tun habe.

„Piera“ hingegen wollte unbedingt

Konditorin werden, hat sich

im Internet informiert, verschiedene

Konditoren „abgeklappert“, und

dann sei eigentlich schon beim Betreten

des Cafés am Poth die Entscheidung

für Spetsmann gefallen:

„Wenn man da reinkommt, ist man

sofort begeistert“, gerätsie auch heute

noch ins Schwärmen.

Mit der Eis-Herstellung ist Pietrina

Labate bei einem besonderen Teil

der dreijährigen anspruchsvollen

Ausbildung angelangt. „Denn von

der Hygiene her ist Eis das diffizilste

unser Produkte“, sagt Konditormeister

Bernd Bücker und verweist auf

die mögliche Gefahr durch Keime.

Entsprechend penibel werden die

Arbeitsutensilien stets sauber gehalten

und desinfiziert. Sehr hilfreich

dabei ist die in die Eismaschine eingebaute

Handbrause, mit der zwischendurch

und vorallem zwischen

einem Wechsel der Sorten alles gereinigt

werden kann.

Die frischen Erdbeeren kommen, sobald es sie denn gibt, aus Deutschland und ansonsten des Geschmacks wegen am

liebsten noch aus niederländischen Gewächshäusern. Von„Piera“ Labate püriertund vermischt wirddie Eismasse in die

Maschine gefüllt, wo sie an den Wänden allmählich abkühlt und schließlich herrlich cremig herauskommt.

Vanille stets weit vorn

Bevordie 2012 für 25 000 Euro angeschaffte

Maschine zum Einsatz

kommt, wird jedoch erst einmal in

einer Schüssel die Masse fürs Eis angerührt.

Hinein kommen beispielsweise

beim Vanilleeis Sahne, Milch

und Milchpulver, Zucker, Eigelb,

Bindemittel wie Johannisbrot- oder

Guarkernmehl und vor allem das

frisch aus der Vanilleschote gekratzte

Mark, denn nur das, so Bernd

Bücker,sorge für den echten, unvergleichlichen

Geschmack. Und der

trägt sicher mit dazu bei, dass diese

vermeintlich unscheinbare Eissorte

nicht nur bei Spetsmann, sondern

stets auch bundesweit in der TopTen

der beliebtesten Schleckereien in

Hörnchen, Becher oder Glas stets

ganz vorne landet.

Alles ordentlich durchgemischt

kommt die Masse in die Eismaschine

und zwar in den hinteren der beiden

Behälter.Denn dort werden aus

hygienischen Gründen alle Sorten,

die Milch und Sahne enthalten, zunächst

pasteurisiert. Das bedeutet,

dass sie langsam bis auf 85 Grad Celsius

erhitzt werden. Fünf bis sechs

Sekunden lang

wird dann die

Temperatur gehalten,

so dass

mögliche Keime

keinerlei

Chance mehr

haben. Dann

wird die Masse in den vorderen Behälter

der Eismaschine gelassen.

Dort herrscht dank der ständigen

Wasserkühlung an den Wänden eine

Verlässliche

Verbindungen

Ehepaar Molitor nascht auch selber gerne

ralinen für die Kunden, süße

Präsente für die Mitarbeiter,

Christstollen für die Bekannten

aus Polen – das

Iserlohner Ehepaar Inge und Walter

Molitor, Inhaber der Bauunternehmung

Rösner, weiß ganz genau, wo

es zugreifen muss, wenn es anderen

oder sich selbst eine Freude machen

möchte. Bei Spetsmann natürlich!

„Die spanische Orangentorte“,

antwortet Inge Molitor

spontan auf die

Frage, was

denn auf

ihrer persönlichen

Spetsmann-Speisekarte

ganz

oben steht. Gatte

Walter schwankt

zwischen Herrenoder

Obsttorte.

Doch beide merken

schnell, dass sie das so nicht stehen

lassen können. „Es gibt ja dort

nichts,was nicht schmeckt“, sagt Inge

Molitor,die sich mit Freundinnen

regelmäßig in der Traditionskonditorei

am Poth verwöhnen lässt. Tradition

haben auch die engen Verbindungen,

die beide Betriebe zueinander

pflegen. Als in den 90er Jahren

der Spetsmann-Stammsitz im Poth

aus allen Nähten zu

platzen drohte,

sorgte Rösner

für

die

Vergröße-

rung, auch

die jüngste Erweiterung

ist das

Werk des Unternehmens

vom

Hombrucher Weg.

„Und alles steht noch“, scherzt Wal-

Temperatur von minus 30 Grad

Celsius,die dafür sorgt, dass sich die

Masse allmählich auf minus 10 Grad

Celsius abkühlt. Der „Freezer“

braucht dann nur noch das Eis von

den Wänden abzuschaben.

Vonhell zu dunkel

Drei bis vier Eissorten hat Spetsmann

heute in der kalten Jahreszeit

ständig vorrätig, in der Sommersaison

sind es ein Dutzend, die bis auf

die Klassiker (Vanille, Erdbeer,

Schokolade und Nuss) immer variieren.

Und während dann –zumindest

bei, so Bernd Bücker, „knallharten

Eistagen und Eisbecher-Wetter“ –

täglich ein Mitarbeiter komplett mit

der Eisproduktion beschäftigt ist,

muss sonst im Jahr je

nach Außentemperatur

nur alle ein bis

zwei Wochen neu

produziert werden.

Länger möchte der

Konditormeister das

Eis aber auch stets gar

nicht aufbewahren müssen, denn

auch hier geht Frische über alles,

auch wenn die Kühlung eine

längere Haltbarkeit durchaus

erlaubt, was dann aber gleichzeitig

auch immer die Gefahr

der Kristallisierung steigen

lässt.

Apropos Kristalle: Damit die

sich schnell binden und das Produkt

seine Geschmeidigkeit

auch bei einigen Tagen Lagerung

behält, kommt das fertige Eis in

den Schockfroster,indem es ganz

schnell auf minus 32 Grad Celsius

abgekühlt wird. Zuvor wird aber

noch eine kleine Probe abgezweigt

für den Geschmackstest. Denn dafür

wäre die spätere normale Lagertemperatur

vonminus 18 Grad Celsius

(im Gegensatz zur Serviertemperatur

von minus 13 Grad) wiederum

zu tief: „Wenn es zu kalt ist,

nimmt man den Geschmack nicht

richtig wahr.“

Vonhell zu dunkel wird in der Maschine

stets produziert, auch wenn

zwischendurch alles wieder gereinigt

wird. Und so steht an diesem

Morgen als nächstes Erdbeereis auf

Inge und Walter Molitor, Inhaber der Bauunternehmung Rösner, verwöhnen

ihreGeschäftspartner gerne mit den süßen Köstlichkeiten von Spetsmann.

ter Molitor, der beim Gedanken an

Spetsmann von einer „Win-Win-Situation“

spricht.

Die Tüte zum Fest

Die existiert bereits in der zweiten

Generation. Schon Molitors Vorgänger

Günter Rösner, der das Unternehmen

im Jahr 1957 gründete, und

Joseph Bücker, der den Namen

Spetsmann zwischen 1969 und

1993 wohl endgültig zu einer Legende

machte, wussten, was sie von einander

haben. „Gute Zusammenarbeit,

gute Qualität“, fasst Walter

Molitor zusammen. Seine Mitarbeiter

und Kunden können beruhigt

sein. Sie werden auch zukünftig die

begehrten Köstlichkeiten aus Iserlohn

erhalten. Tradition hat der

Christstollen-Versand, über den sich

jährlich Bekannte aus Ostrów Wielkopolski

(Polen), Dresden und München

freuen. Und für die Freunde

aus der Heimatgibt’szum Fest die

Geschenktüte mit Champagner

sowie Original Spetsmann-Gebäck,

Trüffeln und Pralinen.

dem

Produktionsplan

von „Piera“.

Dafür

werden Wasser,

bereits

pasteurisierte

Milch, Zitronensaft,

Glukose und

Bindemittel mit

Erdbeeren vermischt,

die dabei

gleich fein püriert werden.

Rote Gurken

Generell bevorzugt Bernd

Bücker ja Zutaten aus der

Region, allein schon der Frische

wegen, auf die entsprechende

Saison kann aber eben

nicht immer gewartet werden. Zumal

der Kunde inzwischen auch

durch den Einzelhandel und da vor

allem die Discounter,die inzwischen

Familiäres Klima

Birgit Kaiser ist seit 1982 bei Spetsmann

esonders diese familiäre

Atmosphäre ist es,die Birgit

Kaiser bei ihrem

Arbeitgeber so schätzt.

Seit 32 Jahren ist sie für die Konditorenfamilie

Bücker tätig. „Allerdings

mit Unterbrechungen für meine drei

Kinder“, sagt die gebürtige Hagenerin,

die heute mit ihrer Familie auf

dem Roden lebt.

1982 hat sie im Stammhaus am

Poth ihre Lehre zur verkäuferin begonnen –übrigens zu-

Konditoreifachsammen

mit Karin Gehrig. Ihre

Lehrherren Ursula und Jupp Bücker

hätten immer ein offenes Ohr bei

Sorgen und Problemen gehabt: „Die

waren wie Vater und Mutter und im-

nahezu alles ganzjährig anbieten, zu

verwöhnt ist. Und so gibt es auch bei

Spetsmann das ganze Jahr über Produkte

mit Erdbeeren. Bevordie Erdbeersaison

in Deutschland beginnt,

kommen die Früchte, sofern es sie

schon gibt, aus niederländischen

Gewächshäusern, auch wenn diese

viermal so teuer sind wie die südländische

Variante, die heutzutage bereits

ab Dezember zu haben ist und

dann spätestens zu Ostern den deutschen

Markt regelrecht überschwemmt.

„Die riechen zwar teilweise

nach Erdbeeren, sind vomGeschmack

her aber mehr so rote Gurken“,

erklärt Bücker,warum er dem

Produkt aus dem Nachbarland trotz

des deutlich höheren Preises bei Verfügbarkeit

stets den Vorzug gibt, und

das eben auch als Zutatbeim Eis.Für

zehn Liter Eis werden drei Kilogramm

Erdbeeren benötigt. Für dieselbe

Menge Nusseis, das als letztes

an diesem Vormittag produziert

wird, braucht es hingegen nur 400

Gramm reinstes Haselnussmark.

Und das wird übrigens der hohen

Qualität wegen aus Italien importiert

für das echte Spetsmann-Eis,

das seit 75 Jahren kleine und große

Schleckermäuler begeistert.

Birgit Kaiser hat ab 1982 ihre

LehreimStammhaus gemacht.

mer für

einen da“, erinnert

sich die 49-Jährige. Dieses Gefühl, gut aufgehoben

zu sein, waresdann auch, das

mit dazu beigetragen habe, dass sie

nach nur drei Monaten an anderer

Wirkungsstätte „schnell wieder am

Poth gewesen“ sei und sich seitdem

stets im Stammhaus um die Gäste

im Café und die Kunden im Laden

kümmert.


Seite 12

Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

Melanie Eickmann ist seit 14

Jahren bei Spetsmann.

Vor Gästen zu

kochen macht

ihr viel Spaß

Melanie Eickmann

mag den Kontakt

ch bin keine fürs Büro“, sagt

Melanie Eickmann. Das hat

die Mendenerin ziemlich

schnell festgestellt, als sie in

dieses Berufsfeld hineingeschnuppert

habe. Bei Spetsmann hingegen,

wo sie im Jahr 2000 ihre Ausbildung

zur Konditorei-Fachverkäuferin begonnen

hat, habe es ihr sofort Spaß

gemacht. „Dabei war der erste Tag

der Hammer,den werde ich nie vergessen,

das war nämlich ein Samstag.“

Also mit entsprechendem Andrang.

Inzwischen hatdie 31-Jährige

die Leitung im Verpackungsraum

übernommen, vonwoaus die Spetsmann-Produkte

das ganze Jahr über

und vorallem zu Weihnachten in alle

Welt versendet werden. Nach der

Fortbildung in einer Duisburger

Kochschule ist sie aber auch gerne in

der Schauküche im Einsatz. „Ich

mag den Kontakt zu den Gästen, ich

brauche einfach Menschen um mich

herum.“

Wirbedanken

uns bei unseren Lieferanten und Partnern...

Eine mutige Idee für den Advent

Doch der Kalender mit Iserlohn-Motiven und Trüffel-Füllung war von Beginn an ein Erfolg

ie Idee, die der Marburger

Konditor-Kollege bei der Tagung

des Betriebsvergleichsrings

präsentierte, war klasse,

keine Frage: ein Adventskalender

mit dem Namen und Motiven der

eigenen Stadt. Doch davon gleich

1100 Exemplare drucken zu lassen,

scheint dann doch etwas gewagt.

Aber die Konditoren-Familie Bücker

wurde für ihre Risikobereitschaft belohnt:

„Der Iserlohner Adventskalender

warvon Anfang an ein Selbstläufer“,

freut sich Ute Bücker.

Um die Idee im Jahr 2001 erstmals

zu realisieren, wandten sich Bückers

seinerzeit an ihren „Verpackungs-

Hoflieferanten“ Kai Beutler, mit

dem sie auch privat befreundet sind.

„Wichtig waruns,dass sich der Kalender

schon in der Form von

den industriellen unterscheidet,

um zu zeigen,

dass es sich um ein individuelleprodukt

handelt“, erklärt

Bernd Bücker. Der

Kalender sollte also nicht

rechteckig sein, aber auch

nicht beispielsweise die

Form einer Tanne haben,

wie es ihn auch schon im Handel

gab. So kam man gemeinsam

auf die bis heute beibe-

Handwerkshaltene

Wolkenform.

Sommer-Aufgabe

Für das Design stellte Kai Beutler

den Kontakt zu der aus Hohenlimburg

stammenden und heute in lohn lebenden Künstlerin Marion

Iser-

Wieczorek her. Beim ersten Mal

malte sie das alte Rathaus, das alte

Stadtbad und den Stirnberg-Brunnen.

„Es sind immer Iserlohner Motive“,

erklärt Ute Bücker, die sich

seitdem alljährlich stets im

Sommerurlaub erste Gedanken

über die Gestaltung

macht. Ihre Idee setzt

Marion Wieczorek dann

zunächst in einer Zeichnung

und bei Gefallen in

einem gemalten Bild um.

VonDanzturm, Glockenspiel

am Unnaer Platz und

Oberste Stadtkirche im

Jahre 2002 ging es weiter

über das Haus der Heimat

(´03), die Aloysius-Kirche

(´04), Bismarckturm,

Seilerseebrücke,

Villa Alexanderhöhe

und

Park-

Meisterbetrieb für Energieberatung

Max Pfändere.K.

Heizung • Sanitär • Rohrleitungsbau

theater (´05),

Floriansdorf, Dechenhöhle und vatbrauerei (´06), ein ganzes Sam-

Primelsurium

Iserlohner Motive (`07),

den Stadtbahnhof (´08), Danzturm,

Musikschule und Wichelhovenhaus

(´09), Schauburg (`10), die Iserlohner

Sportwelt (´11) und historische

Fotografien von Gebäuden und Or-

ten (´12) bis hin zu Parktheater,

Ballotsbrunnen und Barendorf

im vergangenen Jahr. Nach dem

Druck ist richtig viel Handarbeit bei

der Befüllung gefragt. Eine ganze

Arbeitswoche lang sind acht Mitarbeiter

damit beschäftigt, die Kalender

zusammenzufalten, die Pralinenkapseln

mit jeweils 24 verschiedenen

Trüffeln zu befüllen und diese

Anschrift Telefon Net

Max Pfänder e.K. (02371) 8182-0 max-pfaender.de

An der Kochsburg 1 Telefax

Mail

58638 Iserlohn (02371) 8182-15 hp@max-pfaender.de

GEPLANT • GESTALTET • BEPFLANZT • GEPFLEGT

Wir gratulieren herzlich

zum 75. Jubiläum!

Den ersten Iserlohner Adventskalender aus dem Hause Spetsmann

bekam 2001 der damalige Bürgermeister Klaus Müller von Ute und

Bernd Bücker im Brückencafé überreicht. Mit dabei: Filialleiter Roland

Stand (l.), Marion Wieczorek, Kai Beutler und der damalige City-Manager

Meik Ebert(r.)

dann sicher im Kalenderinneren

zu verstauen. Für

die Auswahl der süßen Füllung

gebe es kein Evangelium,

macht Bernd Bücker deutlich, da

sei man ganz flexibel. Wichtig sei der

richtige Mix zwischen hellen und

dunklen Trüffeln, mehr fruchtiger

oder mit Kaffee und einigen Klassikern

aus der Pralinentheke des Hauses,die

nie fehlen dürfen.

Auf Wunsch mit Logo

Auch bei den Industriekunden, für

die auf Wunsch der Druck auch gerne

mit dem eigenen Logo erfolgt, erfreut

sich der Kalender großer Beliebtheit.

Und bei den Kunden

sowieso: Wererst kurz vordem

1. Dezember kommt,

hat zumeist kein

Glück mehr, die

letzten Exemplare

gehen in

der Regel

eine

Woche

zuvor

über

Ladentisch.

den

Export-Idee

Kaffeehauskultur

Zwei Samstags-Stammgäste bei Spetsmann

uch wenn Raimund und

Simone Söhn-Kucharzyk

in Hemer wohnen:

„Unser Lebensmittelpunkt

ist Iserlohn“, machen der

47-Jährige und seine ein Jahr ältere

Frau deutlich. Deswegen zieht es die

beiden auch jeden Samstag hierher

zum Einkaufen auf den Wochenmarkt.

„Und danach immer zum

Frühstücken zu Spetsmann.“ Und

das seit zwei Jahrzehnten. Die ersten

fünf Jahre war das Brückencafé ihr

Ziel, seit 15 Jahren geht es ins

Stammhaus am Poth. Warum der

Wechsel? „Oben war esdamals immer

sehr voll und hier unten fanden

wir die Atmosphäre noch schöner,

vor allem auch jetzt nach dem Umbau.“

Hinzu kommen die inzwischen

zahlreichen Kontakte zu anderen

Gästen: „Zu70bis 80 Prozent

sind es samstags morgens immer die

gleichen netten Leute.“ Man kennt

sich, man grüßt und unterhält sich,

und wenn mal einer nicht da sei, weil

er beispielsweise im Urlaub weilt,

Raimund und Simone Söhn-Kucharzyk frühstücken mindestens

jeden Samstag bei Spetsmann am Poth.

fehle gleich irgendwas. „Dann meldet

man sich auch gleich zurück,

wenn man beim nächsten Mal wieder

da ist.“ Und viele seien auch

unter der Woche da: „Wenn man also

mal nach der Arbeit alleine kommt,

ist man trotzdem nie alleine“, erzählt

Simone Söhn-Kucharzyk, die als IT-

Projektleiterin beim Pharmahersteller

Medice arbeitet, während ihr

Mann bei Lobbe in Letmathe beschäftigt

ist.

Weltenbummler

„Wir fühlen uns bei Spetsmann zu

Hause.“ Die Kaffeehauskultur haben

sie so zu schätzen gelernt, dass

sie Anfang der 90er Jahre diese sogar

persönlich nach Kanada „exportieren“

wollten. Denn auf ihren zahlreichen

Reisen haben die beiden Weltenbummler

festgestellt, dass es dort

so ein „richtig gutes Café“ gar nicht

gibt. Seinerzeit hätten sie mit dem

Gedanken gespielt, auszuwandern

und dann dort selber ein Café aufzumachen.

Letztlich habe es dann aber

doch nicht sein

sollen, und so

kommt

das

Ehepaar Söhn-

Kucharzyk weiterhin

mindestens

jeden

Samstag

zum

Poth,

genießt

das Frühstück,

außerdem auch

mal

gerne

einen

Trüffel

und die Apfelpfannkuchen,

und fühlt sich

einfach

wohl

bei Spetsmann.


Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 13

Ideen ohne Ende

und die perfekte

Verarbeitung

Spetsmanns erfolgreiche „Pralinen-Abteilung“

as Andreas Schaefer

schon mit seiner Arbeit

„angerichtet“ hat, war

dem Konditormeister gar

nicht so bewusst. „Oh, so viele sind

das schon, ich warnoch nie hier drin

seit der Umgestaltung“, staunte der

33-Jährige im „Urkundenzimmer“

des Stammhauses am Poth angesichts

der unzähligen Auszeichnungen,

die die Spetsmann-Pralinen und

-Trüffel schon erhalten haben. Zugleich

ist sein Ehrgeiz geweckt: „Da

müssen wir noch ein paar machen,

da ist ja noch Platz an der Wand.“

Wir –das ist zum einen der Meister-Chocolatier

Schaefer.Der gebürtige

Hennener hat 1997 am Poth

Konditor gelernt, warnach der Bundeswehr

drei Jahre lang als Springer

überall im Hause unterwegs und hat

dabei gemerkt, dass ihm die Verarbeitung

von Schokolade am meisten

Spaß macht. „Die Backstube ist

nicht so meins.“ Auch wenn er dort

und in den weiteren Abteilungen des

Hauses getreu dem Motto des Chefs

(„Jeder kann und macht hier alles“)

auch heute immer wieder zum Einsatz

kommt, so ist spätestens seit seiner

Meisterprüfung 2008 (Thema:

„Welt der Schokolade“),

sein liebster

Arbeitsplatz

in der „Pralinen-

Abteilung“.

Die zweite

Hälfte davon ist

Verena Neumann.

Die gebürtige

Bochumerin

hat Köchin

gelernt,

wurde 2005 am Poth dann noch

Konditorin, war Prüfungsbeste auf

Kammerebene und zweite Landessiegerin.

Und auch wenn sie gerne

mit Gästen zu tun hatund deswegen

regelmäßig den Dienst in der Schauküche

im Café übernimmt – die

Arbeit in der Confiserie und dabei

vor allem das gemeinsame Austüfteln

neuer Kreationen mit Andreas

Feingefühl für

die Harmonie

Grüße vom Pralinenclub

it herzlichen Pralinengrüßen

vom Pralinenclub beglückwünschen

wir die Pralinenmeister-Familie

Bücker zum 75-Jährigen Bestehen

der Konditorei Spetsmann.

Kreativer und behutsamer

Umgang mit

Schokolade, das Heraussuchen

von feinsten

Zutaten für die Pralinenfertigung

und das

Feingefühl für die Harmonie

des Zusammenspiels

vonunterschiedlichen

Zutaten mit

Schokolade bescheren

der Familie Bücker seit

fast zehn Jahren tolle

Pralinenclub-Auszeichnungen.

Es freut uns sehr,

dass die Familie

Bücker als traditioneller

Konditoreibetrieb

alle Lebens- und Genussmittel

frisch und

nach eigenen Rezepturen

für die Gäste fertigt.

Schaefer ist genau ihr Ding. Dabei

lässt ihnen ihr Chef Bernd Bücker

viel Freiraum. Oft wird aus dem Fundus

voninzwischen über 300 Rezepten

für Pralinen und Trüffel einfach

mal neu kombiniert. Mehr als zwei

Versuche bräuchten sie dabei meist

nicht, um eine neue Doppelfüllung

zu kreieren aus zwei Pralinen, die

auch einzeln schon gemundet haben.

Manchmal kommen sie auch in

ihrer Freizeit auf

neue Ideen. So

entstand nach

dem abendlichen

Genuss eines Honig-Whiskys

am

nächsten Tag ein

Honig-Karamell

mit einem Whisky-Canache,

also

einer Füllung aus

Sahne, Butter

und ein wenig

Whisky. „Und

auch bei Cocktails

kommt man

manchmal auf die

Idee, daraus eine Praline zu chen“, sagt Verena Neumann. „Die

ma-

Möglichkeiten sind quasi unendlich“,

findet

Andreas

Schaefer.

„Wir warten

noch auf den

Tag, wo uns

9500 Kilogramm Schokolade

werden jedes Jahr in der Konditorei

Spetsmann verarbeitet, vorallem für

die eine Million Pralinen und Trüffel,

aber auch für Torten, Kuchen und

Gebäck. Außerdem werden 4,5 Tonnen

Marzipan aus Lübeck und 2,5

Tonnen Nougatbenötigt.

Die Zahl der

„echten“ Konditoreien

nimmt

in Deutschland permanent ab.

Immer wichtiger werden die Genussperlen

wie die Konditorei Spetsmann,

die mit Handwerkskunst

die Kunden

und Gäste in Iserlohn

und Umgebung begeistern.

Wirwünschen der Fa-

milie Bücker und allen

Mitarbeitern, sich die

Leidenschaft für die

Konditorei zu bewahren,

und weiterhin viel

Kraft und alles Gute für

die nächsten 75 Jahre.

Auf dass wir weiterhin

interessante und neue

Pralinen aus dem Hause

probieren dürfen.

Herzlichen Glück-

wunsch und alles Gute,

Klaus Passerschröer

und

Frank Große-Vehne

vomPralinenclub®

fungsprozess“ bisweilen

fehlt, ist die Zeit:

„In den letzten drei

Monaten des Jahres

wird es manchmal ein

bisschen schwierig,

denn da sind wir sowieso

schon gut ausgelastet“,

berichtet

Verena Neumann.

Schließlich entsteht

dann nahezu die Hälfte der ten jährlichen Spetsmannschen Pra-

gesamlinen-

und Trüffelproduktion von

einer Million Stück –und zwar abgesehen

vonder Maschine, die für den

Überzug mit Schokolade sorgt, komplett

in Handarbeit. Trotz der ungeheuren

Menge wird dabei äußerst

penibel gearbeitet: „Wir sind sehr

pingelig“, bekennen die beiden unisono.Völlig

glatt überzogen müssten

die Pralinen sein. Und glänzen. Und

es dürfen natürlich keine Fingerabdrücke

drauf sein. Und wenn der

Trüffel voneiner Linie geziert werde,

Verena Neumann und Andreas Schaefer kreieren

–unterstützt von Bernd Bücker –ständig

neue Pralinen und Trüffel, die oft ausgezeichnet

werden, bestens bei den Kunden im Geschäft

ankommen und in alle Welt verschicktwerden.

nichts einfällt.“

Pro

Monat gibt

es mindestens

zwei

neue Kreationen

aus dem Hause Spetsmann,

denn die sind allein schon für die Belieferung

der Mitglieder des Pralinen-Clubs

nötig und das bereits seit

2007. An Kreativität gibt es dabei,

wie schon beschrieben, keinen Mangel

im Hause Spetsmann, zumal ja

auch Bernd Bücker noch viele Ideen

beisteuert und neue Pralinen und

Trüffel erstellt. Wasfür den „Schöp-

dürfte da kein Zipfel dran sein.

„Ich glaube, das ist auch unser

Erfolgsrezept für die zahlreichen

Auszeichnungen.“

Mit ihrem Perfektionismus

treiben sie allerdings bisweilen

ihren Chef beinahe in den sinn. Denn es gelte, so Bernd Bücker,

Wahn-

bei aller Kreativitätund Experimentierfreude

stets auch die Arbeitsabläufe,

die Kosten für die Zutaten und

den Zeitaufwand, der dann in der

täglichen Herstellung für das neue

Produkt benötigt wird, im Blick zu

haben, damit die Kalkulation nicht

aus dem Ruder laufe. Auf der anderen

Seite freut er sich natürlich auch

sehr über die Auszeichnungen, die

seine eigenen und vorallem auch die

Kreationen seiner „Pralinen-Abteilung“

erringen.

Besonders

stolz

sind

Andreas

Schaefer

und Verena Neumann dabei auf die

„Santa Maria“, die aus einem Cassis-

Gelee und einem Pistazien-Canache

besteht, und vor allem noch mehr

auf die „Pinot“, auch wenn die nach

ihrem Sieg im April 2011 letztlich

„nur“ auf dem dritten Platz der Jahreswertung

bei den 5000 Pralinenclub-Mitgliedern

landete. Das könnte

an der Zusammensetzung aus

zwei Dritteln Amaretto-Canache

und einem Drittel Pistazien-Canache

gelegen haben. „Da haben wir

uns mal richtig waseinfallen lassen“,

findet Andreas Schaefer. Allerdings

fehle dabei Nougat, und das müsse

eben drin sein für die richtig breite

Akzeptanz und damit den Platz ganz

oben auf dem Treppchen, wie auch

2011 zu sehen war. Da wurde „Sultan“

die Praline des Jahres, gefolgt

von „Samson“ –und in beiden ist

Nougatverarbeitet. Großer Trost dabei:

Sie kommen auch beide von

Spetsmann. Auch nach solch einem

„Triple“ und nach dem Gewinn der

Jahreswertung 2007 und jüngst auch

2013 ist der „Titel-Hunger“ noch

nicht gestillt. Denn es ist ja noch

Platz an der Urkunden-Wand ...

Karamellcreme als Impuls

Aus einer Urlaubsidee auf der Insel Växon wurde die beste Praline 2013

te und Bernd Bücker lieben

und leben ihren Beruf. 362

Tage im Jahr hatihre Konditorei

geöffnet, lediglich am

1. und 2. Weihnachtstag und an Neujahr

ist geschlossen. Ansonsten sind

die beiden nahezu täglich von morgens

früh bis abends spät in der

Backstube, im Café und im Laden.

Nahezu, denn im Frühjahr und im

Herbst sind sie stets für einige Tage

mit Kollegen unterwegs, umsich

vor allem über neue Ideen auszutauschen.

Neben den zwei Familienurlauben

im Jahr, indenen sie ihre

Akkus für die Sieben-Tage-Arbeitswoche

wieder aufladen, gönnen sich

die beiden bisweilen, wenn auch selten,

einige freie Tage. Komplett abschalten

geht aber auch dann nicht,

dafür ist die Leidenschaft für das

Handwerk zu groß, sind die Sinne

stets offen für Anregungen für neue

Kreationen. So wie im September

2013 bei einem Kurzurlaub mit

Freunden in Schweden, wo die Geschichte

einer Praline begann, die

zur besten des vergangenen Jahres

gekürt wurde.

Hunger auf Süßes

Doch der Reihe nach: Mit einem

Schiff waren sie in Stockholms

Schären unterwegs,den 24 000 kleinen

und größeren Insel rund um die

Hauptstadt. Endstation war die

Insel Vaxön. Dort schauten sie sich

das nette Städtchen Vaxholm an, besuchten

das kleine Rathaus („Das

warsoimPippi-Langstrumpf-Stil erbaut“),

und am Ende

eines perfekten Tages,

der einem, so Ute

Bücker, „wie eine Woche

Urlaub“ vorgekommen

sei, saßen sie

spätabends noch alle

zusammen auf der

Holzterrasse einer

kleinen Bar. Und hatten

plötzlich Hunger

auf etwas Süßes. Was

in Schweden kein

Problem sei, da

auch dort die

Naschkatzen

weit

verbreitet

sind. So

hatte die

Gruppe

die Wahl

zwischen

Schokoladenkuchen,

Vanillecreme und

einer Karamellcreme mit Salz, wie

die Kellnerin in einem Mix aus

Schwedisch und Englisch zu erklären

versuchte. „Die Kombination

klang interessant“, sagt Ute Bücker.

Denn einige wenige der Kristalle seien

aus Geschmacksgründen in den

meisten Rezepten enthalten, doch

bei einem Dessert offensiv damit zu

werben, wardoch ungewöhnlich. Also

bitte einmal die Karamellcreme

für alle. Serviert wurde sie in kleinen

Schalen, an deren Rand ringsherum

ein wenig „Fleur de Sel“ war. Nicht

bei jedem Löffel, aber immer mal

Bernd und Ute Bücker freuen sich, dass ihre

Konditorei mit der „Vaxholm“ zum dritten

Mal die „Praline des Jahres“ stellt.

wieder habe man so ganz, ganz

wenig Salz mit in der Creme gehabt.

„Und das warwunderbar,einfach lecker,

wir haben die Schalen regelrecht

ausgekratzt“, erinnert sich Ute

Bücker schmunzelnd. „Gut, dass du

das bestellt hast“, bescheinigte ihr

die ganz glückselige Runde. „Wenn

Süßes ins Spiel kommt, dann steigt

eben gleich die Laune“, wissen

Bückers nur zu gut. Zurück im Hotel

wardann noch vordem Einschlafen

der Entschluss gefasst: „Daraus kreieren

wir eine Praline!“

Daheim in Iserlohn brauchte es

ein knappes Dutzend Versuche, bevor

„Vaxholm“ fertig war: dunkler

Mandelnougat (mit einem Hauch

Salz), gefüllt mit goldgelbem Kara-

mellkeks, umhüllt von

Vollmilchschokolade

und gekrönt von einer

gerösteten Mandel. Und

als ob das nicht schon lecker

genug klingt, macht

die dahinter steckende

Geschichte, die Bückers

gerne erzählen, den Genuss

eben noch ein bisschen

perfekter. Aber

auch der Geschmack allein

überzeugt schon, zumindest

die 5000 der

8000 Mitglieder des Pralinenclubs,die

allmonatlich

15 Neuschöpfungen

von einem Dutzend

Meisterbetriebe aus ganz

Deutschland im Pralinenboten-Abonnement

bekommen und diese bewerten –

von 1 (mäßig) bis 10 (vollendet).

„Vaxholm“ erreichte mit 8,53 Punkten

nicht nur die höchste Wertung

im vergangenen Oktober, sondern

war damit im Endeffekt so beliebt

wie keine andere Praline 2013, was

ihr den Titel „Praline des Jahres“ einbrachte.

„Es ist ein besonders schönes

Gefühl, weil es sich um ein Verbraucher-Voting

handelt“, freut sich

Bernd Bücker über diesen erneuten

eindrucksvollen Beleg dafür, dass

Kreativität und Qualitätsarbeit vom

Kunden geschätzt werden. Und da

hält man natürlich auch gerne im

Urlaub Ausschau nach neuen Ideen.

Die Bückers können aber auch einfach

gar nicht anders ...


Seite 14

Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

Ansehnliche Titelsammlung

Unter den bisher 242 erfolgreichen Azubis waren viele Kammer-, Landes- und Bundessieger

ie Zahlen sprechen

für sich: 53 (!)

Titel haben Auszubildende

aus dem

Hause Spetsmann beim

„Praktischen Leistungswettbewerb

der Handwerksjugend“

auf Kammer-,

Landes- und Bundesebene

gewonnen, und das

nur in den letzten 34 Jahren.

Insgesamt haben seit

1939, seit der Gründung

des Stammhauses am

Poth, 242 junge Menschen

ihre Ausbildung zum Konditor

oder zur Fachverkäuferin

bei Spetsmann erfolgreich

abgeschlossen. „Wir

legen Wert darauf, den

Nachwuchs selber großzuziehen“,

macht Konditormeister

Bernd Bücker

deutlich.

So haben alle fünf Gesellen in der

Backstube im Hause gelernt. Wie

auch einer der beiden Konditorenmeister,die

entsprechend auch über

die offizielle Berechtigung verfügen,

jungen Menschen die Handwerkskunst

zu vermitteln und daher den

Chef dabei unterstützen können.

Bernd Bücker selber hat im Café

Wiacker in Herne gelernt und nach

Bundeswehr und weiteren Gesellen-

Stationen in Kempten und Mönchengladbach

1993 in Köln seinen

Meister gemacht. Ute Bücker hat

drei Jahre zuvor in Stuttgart ihre

Meisterprüfung zur Verkaufsleiterin

bestanden. Gebürtig aus Letmathe

hatsie dort im Café Buse gelernt, war

Wirbedanken

uns bei unseren Lieferanten und Partnern...

Wir gratulieren

der Konditorei

Spetsmann

zum 75-jährigen

Firmenjubiläum!

Sie machen gerade ihreAusbildung bei Spetsmann: (v.l.) die angehenden Konditoren Pascal Steffen (17)

aus Menden, Ole Warschun (16) aus Werdohl, Christian Middelberg(20) aus Aachen, Pietrina Labate (22)

aus Arnsberg-Neheim und die angehende Konditorei-Fachverkäuferin Vanessa Laggies (21) aus Hagen.

Stadtwerke

Iserlohn

www.heimatversorger.de

dann bei Spetsmann und drei Jahre

im neuen Café von Bernd Bückers

ältester Schwester Ellen und ihrem

Mann Wolfgang Hecker in Gummersbach.

Nach weiteren Stationen

in Lüdenscheid, Stuttgart und Mönchengladbach

kam sie mit ihrem

Mann ins Stammhaus zurück und

kümmert sich seitdem um die Aus-

bildung der jungen

Damen, die im Laden

die Kunden und

im Café die Gäste bedienen.

Dabei stünden

die Fachverkäuferinnen,

was die sogenannte

Fachtechnologie

angeht, den

Konditoren-Azubis

in nichts nach. „Sie

müssen dem Kunden

ja schließlich auch

genau erklären, welche

Zutaten in den

Produkten

sind“,

macht Bernd Bücker

deutlich.

Bus-Shuttle

2003 übernahm er

das Amt des Obermeisters

der Innung,

die mit den Kollegen

aus Lüdenscheid sowie aus den Kreisen

Olpe und Siegen am 3. April

2006 zur neuen Konditoren-Innung

Westfalen-Süd fusionierten. Und die

biete, so Bücker, den Auszubildenden

seit August 2008 einen bundesweit

wohl einmaligen Service.

Da die Zugverbindungen zur Bezirksfachklasse

in Arnsberg katastrophal

seien, sammle am wöchentlichen

Berufsschultag eigens ein

Bus-Shuttle die Auszubildenden an

verschiedenen Stationen zwischen

Iserlohn und Siegen ein, um sie nach

Arnsberg und am Nachmittag natürlich

auch wieder nach Hause zu

bringen. Die Azubis müssten dabei

nur eine ganz geringe Selbstbeteiligung

zahlen, und abgesehen von

einem Zuschuss aus dem Landesarbeitsministerium

trage die Innung

die Kosten. „Das ist uns die Ausbildung

einfach wert“, macht Bernd

Bücker deutlich, der seit nunmehr

Dienstags war

ein guter

Start-Tag

Andrea Hennecke ist

seit 1994 dabei

nihren ersten Arbeitstag

bei Spetsmann kann sich

Andrea Hennecke noch

ganz genau erinnern:

„Das warein Dienstag. Denn meine

Chefin hat gesagt: Wermontags anfängt,

bleibt nicht lange“, erzählt die

42-Jährige. Deswegen sei sie damals

eben mit ihrem freien

Tag indie Woche gestartet,

denn alle 14 Tage müssen

die Mitarbeiterinnen im

Café und Laden auch

sonntags arbeiten, bekommen

dafür aber natürlich

entsprechend

einen freien Tag. Und

das mit dem „lange bleiben“

hat geklappt: Seit

20 Jahren ist die Letmatherin,

die im Haus Dechenhöhle

einst Restaurantfachfrau

gelernt hatte und dann direkt nach

der Ausbildung über das Arbeitsamt

zu Spetsmann kam, jetzt schon für

die Familie Bücker tätig und das vor

allem im Brückencafé.

„Ich kriege demnächst

wohl einen Schlüssel“

Gisela Wernert ist täglich zu Gast im Café Spetsmann

äbe es einen

Wettbewerb

für den Spetsmann-Gast

mit

den meisten Besuchen

im Stammhaus am

Poth, würde Gisela

Wernert ihn ohne Frage

haushoch gewinnen.

„Ich komme gerne hierhin“,

sagt die 75-Jährige

über die täglichen Besuche

in ihrem „zweiten

Zuhause“, das gar nicht

weit entfernt liegt von

ihrer Wohnung.

Gelegentlich sei sie

auch zu Gast im Brückencafé,

am liebsten

und am weitaus häufigsten

aber eben am Poth:

„Ich kriege demnächst

wohl einen Schlüssel“, sagt Gisela

Wernert mit einem Schmunzeln. Am

meisten freue sie sich außer auf den

Cappuccino und die Senatorentorte

immer darauf,

dass sie im

Café viele

Bekannte

treffe,

die

Gemeinschaft

der

Gäste

schweißt regelrecht

zusammen. Und wenn sie

draußen sitze und ehemalige Schüler

vorbeigingen, kämen die oft zu

ihr,umHallo zu sagen und zu erzählen,

berichtet die frühere Leiterin der

18 Jahren auch dem Meisterprüfungsausschuss

angehört.

Wenn es genügend qualifizierte

Bewerber gebe, könne die Ausbildungsquote

in seinem eigenen Betrieb

auch schon mal bei bis zu 18

Prozent liegen. Aktuell liege sie mit

sechs Azubis bei 13 Prozent, doch

mit dem nächsten Lehrjahr fangen

höchstwahrscheinlich jeweils zwei

neue Konditoren und zwei neue

Fachverkäuferinnen ihre Ausbildung

bei Spetsmann an. Bei erfolgreichem

Abschluss seien die Übernahme-Chancen

dabei anschließend

stets gut, abgesehen für die, von

denen vonvornherein feststehe, dass

sie wieder gehen -nämlich zurück in

die elterlichen Betriebe. Es sei eine

gute Tradition, dass die Konditoren

ihre Kinder zur Ausbildung zu Kollegen

schicken.

Aktuell trifft das bei Spetsmann

auf den Aachener Christian Middelberg

(20) aus dem 1. Lehrjahr und

den Olsberger Kenneth Horschig

(17) aus dem 2. Lehrjahr zu. Sie

erhalten am Poth und bei im

BBZ Iserlohn das nötige

Rüstzeug, um –

höchstwahrscheinlich

nach

einigen Gesellenstationen

und

dem „Meistermachen“


nach Hause

zurückzukehren,

um

das Familienunternehmen

fortzuführen. Vielleicht sorgen sie

oder ihre Azubi-Kollegen aber auch

dafür, die Titelsammlung der erfolgreichen

Spetsmann-Azubis noch

weiter zu mehren.

„Es gibt nirgends besseren Kuchen als bei Spetsmann“,sagt Gisela Wernert.

Hauptschule Gerlingsen, die nach

der Umwandlung zur Gesamtschule

1992 noch sechs Jahre in Hennen

unterrichtet hat.

Andrea Hennecke ist seit 20

Jahren bei Spetsmann.

Kuchen für die

Verwandtschaft

Spetsmann sei immer schon ein

Treffpunkt gewesen. Erst kürzlich

habe sie eine Postkarte von1960 gefunden,

auf der ein guter Freund seinen

Besuch in Iserlohn mit der Frage

angekündigt habe: „Treffen wir uns

um 17 Uhr bei Spetsmann?“ Kaum

ein Gast hatdie Entwicklung der vergangenen

Jahrzehnte wohl auch so

mitverfolgt und miterlebt wie die gebürtige

Iserlohnerin. „Ich habe das

Ganze groß werden sehen.“ Noch

sehr gut kann sie sich an das Gründerehepaar

Karl-Heinz und Änne

Spetsmann erinnern: „Die sahen immer

so gut und proper aus.“

Wie das Café am Poth in den Jahren

sein Äußeres immer mal wieder

verändert hat, hat sie natürlich miterlebt,

und weil sie die vertraute Umgebung

eben so sehr schätzt, sei der

Umbau von 2011 ein wenig gewöhnungsbedürftig

gewesen. „Aber es ist

sehr schön geworden und vor allem

großzügig, was den Platz angeht.“

Eine Sache habe sich in der ganzen

Zeit aber nicht geändert: „Es gibt nirgends

besseren Kuchen als bei Spetsmann.“

Deswegen würde auch ihre

Verwandtschaft, wenn sie sie in

Dortmund und Mülheim besuche,

stets vorher fragen: „Bringst du Kuchen

vonSpetsmann mit?“


Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei Süße Verführung Seite 15

Gemeinsam noch besser werden

Innovationskreis „Selektion 1774“ betont kreative und künstlerische Aspekte des Handwerks

er Conditor gehört in aller

Absicht zu den Künstlern.“

Das stellte Peter Nathan

Strengel schon 1774 in seinem

Werk „Handwerke und Künste“

fest. Fast 240 Jahre später nahmen

zwölf Konditormeister aus ganz

Deutschland, darunter die Familie

Bücker, diesen frühen historischen

Beleg für den künstlerischen Aspekt

ihres Berufs zum Anlass,umden von

ihnen gegründeten Zusammenschluss,

der vom gemeinsamen Bewusstsein

für beste Qualität, edelste

Zutaten und handwerkliches Geschick

getragen wird, „Selektion

1774“ zu nennen.

Und 2014 startet dieser „Innovationskreis

deutscher Konditormeister“,

wie sie sich selber noch nennen,

so richtig durch: mit einer gemeinsam

kreierten Schokolade, Praline,

Torte und einem Kuchen. Außerdem

stellen sich alle Cafés und Konditoreien

den Kunden in einer 44-

seitigen Hochglanzbroschüre

vor, in der sie

auch vermitteln, was

sie verbindet und antreibt:

die Freude am

Genuss, anInnovation

und am Handwerk.

„Entstanden

ist ,Selektion’ in den

Reihen des Betriebsvergleichsrings,

dem

unser Unternehmen seit 45

Jahren angehört“, erklärt Bernd

Bücker. Zweimal im Jahr kommen

dort die 18 Mitgliedsbetriebe aus

ganz Deutschland zusammen, um

ihre Kennzahlen zu vergleichen, gute

Ideen auszutauschen und auch

von Dingen zu berichten, die nicht

so gut gelaufen sind, damit andere

diesen Fehler nicht auch machen.

„Mei Autosche is fott“

André Biedenkopf erinnert sich trotzdem noch gerne an Iserlohn

ie Ausbildung zum Konditor

bei Spetsmann ist nicht nur

ein sehr guter Einstieg in

den Beruf, sondern kann

auch der Beginn einer Karriere sein,

an deren bisherigem Höhepunkt

sich nicht mehr alles um Kaffee (und

Kuchen), sondern um Teedreht, wie

das Leben von André Biedenkopf

zeigt.

Der aus einer Wetzlarer Konditoren-Dynastie

Stammende, der von

1986 an bei Joseph Bücker lernte, ist

heute als „Director of Sales &Operations“

des Teehandelshauses Ronnefeldt,

das weltweit Spitzen-Hotels

beliefert, für das Geschäft in den Vereinigten

Arabischen Emiraten und

in Oman verantwortlich. Als er vor

zwölf Jahren den Posten übernahm,

hat erzunächst auch in Saudi-Arabien,

Qatar, Bahrain und Kuwait

Kontakte geknüpft, Kundenakquise

Kunde statt Keller ist ihr Metier

Rita Trattner und Silke Lisken arbeiten am liebsten im Café und im Laden

ir sind dicke Freundinnen“,

stellt Rita Trattner

mit dem für sie so bekannten

herzlichen Lachen

fest. Und Silke Lisken nickt zustimmend

und ergänzt zugleich: „Davon

gibt es aber hier einige im Hause

Spetsmann.“ Aber wohl nur wenige,

bei denen das ebenfalls seit fast drei

Jahrzehnten schon zutrifft.

Die Konditoreifachverkäuferin

Rita Trattner war 1980 zunächst im

Brückencafé im Einsatz und dann

nach der Geburt ihrer Kinder Jasmin

und Philip auf Teilzeitbasis tätig, und

Die erfolgreiche

Zusammenarbeit dort soll natürlich

auch in Zukunft fortgesetzt

werden. Der „Innovationskreis“ solle

hingegen ein Qualitätszusammenschluss

sein, der durchaus aber noch

für neue Mitglieder auch vonaußerhalb

offen stehe. Sie müssten sich

eben nur auch den gleichen Idealen

und -pflege betrieben. „Wenn das Geschäft

dann in einem der Länder

groß genug war, haben wir es an

einen Partner abgegeben“, erklärt

der 45-Jährige, der mit seiner Frau

und zwei Kindern in Dubai lebt.

Ute und Bernd Bücker sind stolz, an der „Selektion-

1774“-Entwicklung von Torte über Broschüre, Praline

und Schokolade bis zum Kuchen mitgewirktzuhaben.

verpflichtet fühlen und vor allem

auch bereit sein, Zeit für gemeinsame

Projekte zu investieren, wie es

die zwölf Mitgliedsbetriebe bereits

getan haben.

So wurden in den vergangenen

Monaten im fachlichen Austausch

zwischen den ambitionierten Kollegen

Ideen in funktionierende Rezepturen

umgesetzt. Die Ergebnisse

können jetzt bei allen vom Kunden

genossen werden. So die „Selektion-

1774“-Praline, bei der sich heller

und dunkler Nougat mit Haselnuss-

Krokant in zwei Schichten vereinen.

Für den Kuchen kam backfester

Lacher dank Dialekt

Seine ersten Schritte im Gastronomie-Sektor

haterbei Spetsmann am

Poth gemacht. Die Erinnerungen an

seinen Lehrherrn sind bis heute sehr

lebendig: „Jupp Bücker konnte

einen in kürzester Zeit zur Weißglut

bringen, war aber genauso übermäßig

hilfsbereit und herzlich, wenn

man mal ein Problem hatte“, erzählt

Biedenkopf. Besonders gerne habe

es der Konditormeister gemocht, am

Samstag, wenn noch etwas früher

angefangen wurde, sich hinter der

Tür der Backstube zu verstecken

und die hereinkommenden Lehrlinge

zu erschrecken. „Zu besonderen

Gelegenheiten wie dem Iserlohner

Schützenfest, bei dem wir nicht viel

Schlaf bekommen haben –was er

selbstverständlich wusste –, mussten

wir erst einmal eine Tasse fürchterlich

überbrühten Teetrinken.“ Oder

es habe dann auch schon einmal

eine Vitamintablette gegeben, bei

der das Auflösen im Wasser vergessen

wurde. Nicht vergessen wird

André Biedenkopf auch den Tag, der

ihm seinen bis heute bei Spetsmann

bekannten Spitznamen bescherte.

Als eines nachts einige in der Nähe

geparkte Autos aufgebrochen worden

waren, sollte sich der gebürtige

Hesse vergewissern, dass nicht auch

seinem Vehikel etwas passiert war.

Doch das warsogar überhaupt nicht

mehr da: „Mei Autosche is fott“, verkündete

er im breitesten hessischen

Dialekt bei der Rückkehr in die

zwar am liebsten in den Cafés und

im Verkauf: „Ich gehöre an die

Front“, sagt sie lachend. Sie arbeite

mit Freude am Kunden: „Die Gäste

sollen sich bei uns gut aufgehoben

und wohl fühlen.“ Auch bei den

Großveranstaltungen wie der Landpartie

in Balve-Wocklum ist die 56-

jährige Hemeranerin deswegen stets

gerne dabei. Die Arbeit im Verpackungsraum

im Keller sei hingegen

nicht so ihr Metier:„Ich liebe es vielmehr,

den Kunden direkt mit unseren

Produkten zu begeistern.“ Und

Qualität lasse sich eben gut verkaufen.

Persönlich mag sie am liebsten

die Trüffel. Ausgeglichen werde die

Lust auf Süßes durchs Fitnessstudio,

50 bis 60 Kilometer auf dem Fahrrad

oder das Herumtoben mit den Enkelkindern

Finn und Felix.

Es wirdnie langweilig

Silke Lisken bevorzugt aus dem

Spetsmann-Sortiment die Kirschrahmtorte,

räumt aber zugleich ein,

dass,wenn man täglich umgeben ist

von all den süßen Sachen, die Lust

darauf mit der Zeit auch abnehme.

Im April 1984 hat die Hennenerin

Nougatin

eine feine

Buttersandmischung.

„Die Torte

besteht hingegen

aus

einem dunklen

saftigen Schokoladenboden, gefolgt

von einer knusprigen Karamellwaffel

und einem Nougatmousse, das

bedeckt wird mit einem Trüffelspiegel“,

erklärt Bernd Bücker. Und bei

der „Selektion-1774“-Schokolade

handelt es sich um eine edle Kreation

aus der Kakaobohnensorte

André Biedenkopf und sein Bruder Ulrich

auf ihrem Boot vor dem Atlantis-Hotel.

Backstube, was ihm zahlreiche Lacher

einbrachte. Gern erinnert sich

„Autosche“, der nach seiner

Lehrzeit unter anderem in

einem Münchner Café, als Patissier

in Hotels am Tegernsee und in

Lübeck sowie als Bankett Manager

im Intercontinental in Oman gearbeitet

hat, an seine Tage in Iserlohn.

Und auch wenn das Wetter in

„Ariba“. „Das ist aber erst einmal

nur ein Zwischenschritt“, macht

Bernd Bücker deutlich. Denn das

nächste Projekt sei eine Schokolade,

die es so bisher noch nicht gab

und bei der verschiedene Kakaobohnensorten

harmonisch miteinander

vereint werden sollen.

Impulse setzen

Der Erhalt und die Weiterentwicklung

des Handwerks und seiner Tradition

und das Betonen des künstlerischen

Aspekts der Arbeit sind dabei

ebenso Ziele des „Innovationskreises“

wie das Setzen von„Trends

und Impulsen für zeitgemäße ditorenkunst“. Dazu

Konzähle,

dass neben

dem Genuss für

Auge und Gaumen

auch der

Erlebnis-Charakter

für die

Gäste an

Bedeutung

gewinne.

Mit gläsernen

Manufakturen

oder, wie

bei Spetsmann schon realisiert,

einer Schauküche

lasse sich dem Rechnung

tragen. Dass sich der Zusammenschluss

auch der

Förderung des kreativen Nachwuchses

verschrieben hat, bedarf eigentlich

bei dem Selbstverständnis der

Gruppe keiner zusätzlichen Erwähnung.

Nur so viel: Über 100 junge

Menschen legen derzeit mit einer

Ausbildung in einem „Selektion-

1774“-Betrieb den Grundstein für

eine viel versprechende Karriere.

Dubai

besser ist als das Sauerländer: „Den

Butterkuchen und die Eierhörnchen

vermisse ich.“

ihre Ausbildung zur

Konditoreifachverkäuferin

begonnen.

Mit Ausnahme von

zwei Jahren Elternzeit

für ihren Sohn Jan

kam sie seitdem in beiden

Cafés und auch in

allen anderen Bereichen

des Hauses zum

Einsatz. Neben dem Kolleginnen und Freundinnen: Silke Lisken und Rita Trattner.

Kontakt mit Kunden

und Gästen mag sie die Vielseitigkeit

des Berufes: „Es wird nie langweilig.“

Und nach Feierabend gehen die

beiden Kolleginnen und Freundinnen

dann auch gerne mal zusammen

aus.

Achim Schulz-Lauterbach verteilt

auf Messen Spetsmann-

Trüffel an seine Kunden.

Süße Präsente

für Messen

und Tagungen

„Kundenpflege ist

natürlich wichtig“

ie Kunden auf den Messen

freuen sich immer schon auf

die Spetsmann-Trüffel“, erzählt

Achim Schulz-Lauterbach.

Und zwar nicht nur zum eigenen

Genießen: „Damit können sie

dann zu Hause punkten“, ergänzt

der Unternehmer mit einem

Schmunzeln.

Vor38Jahren kam der aus Gmund

am Tegernsee Stammende (und

unter anderem dort heute noch Lebende)

nach Iserlohn. Vor30Jahren

machte sich der gelernte Drogist, der

dann seine Berufung im medizinisch-technischen

Bereich fand,

selbstständig mit der Firma, die bis

heute seinen Namen trägt und sich

mit dem Vertrieb medizinischer Produkte

befasst. „Bei den Dialysekathetern,

die wir unter eigenem Namen

fast ausschließlich hierzulande

produzieren lassen, sind wir heute

Marktführer in Deutschland und

Österreich.“ Kundenpflege sei da natürlich

wichtig, und so kam Achim

Schulz-Lauterbach Anfang der

neunziger Jahre bei einem der privaten

Besuche im Café Spetsmann mit

Bernd Bücker ins Gespräch über

Werbepräsente. Nach Baumkuchen

und Pralinen wurden

es schließlich die Trüffelmischungen

in den

eigens bedruckten

Holzkisten, mit denen

der heute 69-Jährige die

Verbundenheit zu seinen

Kunden aus den

Universitätskliniken,

großen Krankenhäusern

und

Dialysepraxen zeigt. Über 12 000

kleine runde Köstlichkeiten sind es

inzwischen jedes Jahr, die er vor allem

auf den Fachmessen, Kongressen

und Tagungen in ganz Europa

verteilt. Persönlich bevorzugt

Achim Schulz-

Lauterbach die Champagnertrüffel.

Wenn er

in der Firmenzentrale

Besuch hat, komme

der Kuchen natürlich

auch von Spetsmann.

Und

selbstredend

kümmerte sich der

Konditormeister

mit

seinen

Mitarbeiten

dann auch beim Firmenjubiläum,

das vor

fünf Jahren in der komplett

für den Anlass

festlich

umgestalteten

und kaum wiederzuerkennenden

Zöpnek-Halle in Sümmern

gefeiert wurde, um den süßen

Zahn der 160 Gäste.


Seite 16

Süße Verführung Kleine und große Geschichten aus einer traditionsreichen Konditorei

An diesem Frühstücksbüfett

bleibt kein Wunsch offen

Und in der Schauküche gibt es Leckeres für

den kleinen und großen Hunger

er bei Spetsmann zuerst

an Torten, Kuchen,

Pralinen und Trüffel

denkt, liegt natürlich genau

richtig, dafür ist die Konditorei

ja schließlich seit 75 Jahren weithin

bekannt. Seit zwei Jahrzehnten bietet

sie ihren Gästen im Café aber

noch mehr: Seit dem Umbau 1994,

als nach der Schließung des Hotels

ein dritter Raum das Café deutlich

vergrößerte, gibt es jeden Sonntag

das große Frühstücksbüfett. Es empfiehlt

sich, dafür den Tisch reservieren

zu lassen. Bei größeren Gruppen

ist das sogar zwingend erforderlich,

wenn man nicht wieder hungrig und

durstig von dannen ziehen möchte,

denn der Andrang auf die mehr als

100 Plätze ist eigentlich immer

enorm.

„Husumlöffel“

„Wir hatten uns damals überlegt,

dass wir diesem neuen Trend des

Auswärtsfrühstückens eine einjährige

Probezeit geben“, erinnern sich

Ute und Bernd Bücker. Als es sich

erst einmal herumgesprochen hatte,

wollten die Kunden es gar nicht

mehr missen. Es wird aber

auch von9bis 13 Uhr

so einiges geboten,

bei dem kaum

ein Frühstückswunsch

offen bleiben

dürfte: Angefangen

von den verschiedenen

Brötchensorten

und

Croissants, von denen

bei Bedarf auch gleich

noch mal in der Backstube

weitere angefertigt und

noch warm serviert werden,

über ein breites

Wurst-, Schinken-, Braten-

und Käsesortiment, die

Fischspezialitäten mit

Lachs, Forelle, „Husumlöffel“

(mit Krabben) und

„Rotweinhappen“ (eingelegtem

Hering) sowie die

Pflaumen im Speckmantel,

Tomate-Mozzarella und

Melone mit Schinken bis

hin zu den frisch vor den

Augen des Gastes zubereiteten

Rühreiern, Spiegeleiern

und Omeletts.

Wieein König

Hausgemacht sind natürlich

auch sämtliche Konfitüren

sowie die Desserts

und kleinen Schokokuchen,

mit

denen sich der

Frühstücksgenuss

ebenso perfekt abrunden

lässt wie an

der Obsttheke, bei

AndréBrinkschulte (li. oben) backtdie

Croissants fürs Frühstücksbüfett, Melanie

Eickmann (re.) macht Eiergerichte

in der Schauküche. Dort entstehen

täglich kleine und große Gerichte wie

die „Linguini verdeerossi“ (unten).

der beispielsweise

mit Erdbeeren,

Mangos, Ananas,

Kiwi, Melone, Traube

und Drachen-

frucht je- gensaft auch beim größten Andrang ist auch der Sekt mit

der auf sei-

stets gestillt werden kann, hatBernd und ohne Alkohol,

nen Geschmack

Bücker eigens eine Maschine aus und zwar nicht nur

kom-

men dürfte. Wobei

Italien angeschafft, die er in einem

Hotel in Österreich selbst im erfolg-

ein Glas,sondern so

viel wie man möch-

sich die reichen Einsatz gesehen hatte. Und te und der Kreislauf

Früchte natürlich vier weitere Säfte stehen stets auch bedarf bzw.verträgt.

auch vorzüglich als Einlage

noch bereit. Am Samowar mit dem Nicht ganz so um-

für die diversen für heißen Wasser kommen indes die fangreich wie am

Müsli-, Joghurt- und Teefreunde auf ihre Kosten, während

Sonntag (denn dafür

Quarksorten eignen.

der ausgezeichnete Filterkaffee

sind stets einige Umbauten erforder-

Damit der Durst nach schon in den Kannen auf jedem lich), aber immer noch sehr üppig,

frischgepresstem Oran-

Tisch bereit steht. Im Preis enthalten will es doch seinem Namen gerecht

werden, prä-

Auch dabei kommt die neue

sentiert sich Schauküche zum Einsatz, an der täg-

das

Angebot

lich ab mittags und bis zum Abend

„Früh-

die Gäste mit einer Vielzahl von lestücken

wie

ein König“, das

seit dem Umbau 2011 von montags

bis samstags sowie an Feiertagen genossen

werden kann.

ckeren kleinen und großen Gerichten

ihren Hunger stillen können,

schließlich steht Spetsmann noch

für mehr als tolle Torten und Kuchen,

Pralinen und Trüffel.

Begehrte Körbchen

Doch die Erdbeerspezialität gibt’snur bei „Genuss pur“

ie Köstlichkeiten aus dem

Hause Spetsmann gibt es

nicht nur im Stammhaus am

Poth und im Brückencafé

am Schillerplatz: Auch auf Groß-

Veranstaltungen wie der Landpartie

oder dem BalveOptimum, bei Weihnachtsmärkten

zum Beispiel auf

dem Schloss Hohenlimburg oder im

Freilichtmuseum Hagen verwöhnt

die Traditionskonditorei schon

Bitte besuchen

Sie uns ...

im Stammhaus

Poth 6,58638 Iserlohn

Öffnungszeiten:

Montag -Freitag.............8.30 -18.30 Uhr

Samstag............................8.30 -18.30 Uhr

Sonntag............................9.00 -18.30 Uhr

Feiertag..........................10.00 -18.30 Uhr

1./2. Weihnachtstag und Neujahr geschlossen.

im Brückencafé

Schillerplatz, 58636 Iserlohn

Öffnungszeiten:

Montag -Freitag.............8.30 -18.30 Uhr

Samstag............................8.30 -18.30 Uhr

Sonn- und Feiertage geschlossen.

Bitte besuchen Sie an diesen Tagen unser

Stammhaus.

seit vielen Jahren die Gäste. Und was

wäre „Genuss pur“ ohne die schon

legendären Erdbeerkörbchen von

Spetsmann? „Bei der ersten Auflage

vonIserlohn kulinarisch, die seinerzeit

im Oktober stattfand, haben wir

noch Baumkuchen gebacken“, erinnert

sich Ute Bücker.Nach dem Terminwechsel

auf den Himmelfahrtstag

hätte dann das Hotel Horn, mit

dem man sich seinerzeit eines der

Zelte geteilt habe, Gerichte

mit Spargel angeboten.

Da habe es

nahe gelegen, die dazu

passende Saisonfrucht

zu verarbeiten.

Die Kreation aus

Erdbeeren, Eis, Sahne,

Krokant und dem

frisch gebackenen

Waffelkörbchen erfreute

sich bekanntermaßen

gleich von

Beginn an und bis

heute großer Beliebtheit.

Und auch wenn

Produkte mit Erdbeeren

das ganze Jahr

über zum Spetsmannschen

Sortiment

gehören

und immer

wieder danach

gefragt würde:

„Die Erdbeerkörbchen

gibt es nur

bei ,Genuss pur’“, macht Ute Bücker

deutlich und fügt mit einem Lächeln

hinzu: „Die Kunden sollen sich ruhig

ein wenig danach sehnen.“

„Reitergebäck“

Weresdenn gar nicht mehr abwarten

kann –inzwischen findet „Genuss

pur“ ja immer am ersten August-Wochenende

statt –, bekommt

bei der Landpartie am Schloss Wocklum

immerhin mit den „Erdbeerbergen“

eine ähnlich leckere Spezialität

mit den süßen roten Früchtchen,

allerdings nicht im Waffelkörbchen,

das eben nur einmal im

Jahr gebacken wird, sondern serviert

mit Vanillecreme in einem Pariser

Mandeltörtchen auf Buttermürbeteig.

Außerdem haben Bückers dann

neben Teegebäck, Eis, Pralinen &

Co. ihre mobile „Café-Bar“ dabei.

Die bietet ein breites Sortiment an

Kaffee-Spezialitäten vom Cappuccino

über den Latte machiatto, den

Lady Mint und den Caramello bis

zum Espresso und Espresso machiatto

an. Dicht umlagert sei die „Café-

Bar“ auch immer beim Optimum in

Balve-Wocklum.

„Die Reiter

mögen es

beim Essen

aber gerne

auch etwas

rustikaler“,

hat Ute

Bücker bemerkt.

Neben Torten

und

„Erdbeerbergen“

hätten sie

daher auch

immer

„Reitergebäck“

im

Angebot:

Butterkuchen,

Schinken- und Käsecroissants.

Diese zwei Erdbeerkörbchen hat Ute Bücker beim letzten „Genuss-pur“-Schlemmerfestival für die Gäste

gezaubert, denn wirklich nur dortgibt es einmal im Jahr die Spezialität.

Überraschungseffekt

Den berühmten Spetsmann-Stollen,

Lebkuchengebäck und „Baseler Leckerli“

aus Honigkuchenteig gibt es

hingegen auf den Weihnachtsmärkten

wie denen an den Schlössern in

Herdringen und Hohenlimburger,

bei letzterem sind Bückers jedes Jahr

dabei. Und haben dann natürlich

auch Pralinen und weitere Spezialitäten

aus der Patisserie und Backstube

dabei. „Einmal hatten wir in Ho-

henlimburg beispielsweise eine ganz

besondere Schokolade dabei, die

aus einer Kakaobohne hergestellt

wurde, die auf der venezolanischen

Insel Alto el Sol im Schatten eines

Bananenbaumes herangereift ist“,

erinnert sich Ute Bücker. Das habe

den Effekt mit sich gebracht, dass,

kaum dass die Schokolade im Mund

geschmolzen war, es nach Banane

geschmeckt habe. Die Konditorenfamilie

Bücker sorgt eben nicht nur am

Poth und am Schillerplatz für besondere

Geschmackserlebnisse.

Süße Verführung

ist eine

Verlags-Sonderveröffentlichung

der Zeitungen

Iserlohner Kreisanzeiger

Westfälische Rundschau

im Auftrag der

Konditorei &Café

Spetsmann GmbH

Poth 6, 58638 Iserlohn

Telefon: 02371/210990

Telefax: 02371 12708

E-Mail: info@spetsmann.de

Internet: www.spetsmann.de

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