Schuhsohle und Verfahren zu deren Herstellung

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Schuhsohle und Verfahren zu deren Herstellung

*DE102007048799A120090416*

(19)

Bundesrepublik Deutschland

Deutsches Patent- und Markenamt

(10)

DE 10 2007 048 799 A1 2009.04.16

(12)

Offenlegungsschrift

(21) Aktenzeichen: 10 2007 048 799.3

(22) Anmeldetag: 10.10.2007

(43) Offenlegungstag: 16.04.2009

(71) Anmelder:

Tendenza Schuhhandels GmbH & Co. KG, 59227

Ahlen, DE

(51) Int Cl. 8 : A43B 13/02 (2006.01)

A43B 1/06 (2006.01)

(74) Vertreter:

Kahlhöfer - Neumann - Herzog - Fiesser,

Patentanwälte, 40210 Düsseldorf

(72) Erfinder:

Lanver, Johannes Auf der, 59227 Ahlen, DE

Die folgenden Angaben sind den vom Anmelder eingereichten Unterlagen entnommen

(54) Bezeichnung: Schuhsohle und Verfahren zu deren Herstellung

(57) Zusammenfassung: Die erfindungsgemäße Schuhsohle

zum Verbinden mit einem Oberschuh ist mindestens

teilweise ausgebildet aus einer Zusammensetzung, umfassend:

a. einen nachwachsenden Rohstoff und

b. ein diesen nachwachsenden Rohstoff verbindendes Material.

Die erfindungsgemäße Schuhsohle kann einfach beispielsweise

mittels Spritzgussverfahren hergestellt werden. Sie

kann wasserfest gestaltet werden und ist biologisch abbaubar.

Durch entsprechende Auswahl des den nachwachsenden

Rohstoff verbindenden Materials, beispielsweise Polyhydroxybutyrat,

und Beschichtungen der Oberflächen der

Schuhsohle mit entsprechenden Werkstoffen kann eine

gute Resistenz gegenüber Schweiß und feuchten Untergründen

erreicht werden.

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Beschreibung

[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist

eine Schuhsohle und ein Verfahren zu deren Herstellung,

insbesondere eine Schuhsohle zum Aufbau von

Sandalen sowie ein entsprechender Schuh.

[0002] Schuhsohlen werden üblicherweise aus

Elastomeren oder Leder ausgebildet. Elastomere

Schuhsohlen sind wasserdicht und komfortabel, allerdings

nicht biologisch abbaubar, so dass diese entweder

verbrannt oder deponiert werden müssen.

Schuhsohlen aus Leder sind zwar biologisch abbaubar,

weisen jedoch Nachteile bezüglich des möglichen

Halts auf glatten Untergründen und in Bezug

auf die Wasserdichtheit auf.

[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe

zugrunde, die aus dem Stand der Technik bekannten

Nachteile zumindest zu lindern und insbesondere

eine Schuhsohle anzugeben, die in Bezug auf biologische

Abbaubarkeit und Wasserdichtheit verbessert

ist. Weiterhin soll ein Herstellungsverfahren für eine

solche Schuhsohle sowie ein entsprechender Schuh

angegeben werden.

[0004] Diese Aufgaben werden gelöst durch die

Merkmale der unabhängigen Ansprüche, die abhängigen

Ansprüche sind auf vorteilhafte Weiterbildungen

gerichtet.

[0005] Die erfindungsgemäße Schuhsohle zum Verbinden

mit einem Oberschuh ist mindestens teilweise

ausgebildet aus einer Zusammensetzung, umfassend:

a. einen nachwachsenden Rohstoff und

b. ein diesen nachwachsenden Rohstoff verbindendes

Material.

[0006] Gegebenenfalls kann die Zusammensetzung

weiterhin Zusatz- und/oder Hilfsstoffe umfassen. Unter

einer Schuhsohle wird hier eine Sohle verstanden,

die im Gebrauch in Kontakt mit dem Untergrund, auf

dem gelaufen wird, steht, beispielsweise Asphalt

oder Kies. Unter einem Oberschuh wird hier insbesondere

der den Fuß seitlich und oben zumindest

teilweise umschließende Teil des Schuhs verstanden.

Die Schuhsohle ist insbesondere Teil einer Sandale,

eines Halbschuhs oder eines Stiefels, insbesondere

aber einer Sandale, deren Oberschuh bevorzugt

aus einem Material umfassend einen elastomeren

Kunststoff ausgebildet ist. Bevorzugt handelt

es sich bei dem nachwachsenden Rohstoff um Holz

oder Papier, insbesondere um Holzspäne und/oder

-Pulver und/oder Zellulosefasern.

[0007] Erfindungsgemäß bestehen z. B. 50 bis 95

Gew.-% der Zusammensetzung aus dem nachwachsenden

Rohstoff, 5 bis 40 Gew.-% der Zusammensetzung

aus einem diesen nachwachsenden Rohstoff

verbindenden Material und 0 bis 10 Gew.-% aus

Hilfs- und Zusatzstoffen, die beispielsweise die Wasserresistenz

oder das Dämpfungsverhalten ändern.

Jedoch sind auch andere Zusammensetzungen mit

deutlich davon abweichenden Gewichtsprozentanteilen

möglich und erfindungsgemäß. Eine Schuhsohle,

die aus einer solchen Zusammensetzung ausgebildet

ist, kann günstiger hergestellt werden als eine

Schuhsohle aus einem Elastomer vergleichbarer

Qualität und auch als eine Ledersohle. Zudem ist diese

Sohle deutlich besser entsorgbar, insbesondere

durch biologischen Abbau, wie beispielsweise in einer

Kompostieranlage.

[0008] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung

der erfindungsgemäßen Schuhsohle weist

die Zusammensetzung aus nachwachsendem Rohstoff

und verbindendem Material ein Massenverhältnis

im Bereich von 1/1 bis 19/1 auf.

[0009] Besonders bevorzugt sind Zusammensetzungen,

bei denen dieses Massenverhältnis im Bereich

19/1 bis 10/1 liegt. Diese Zusammensetzungen

sind gut formbar, beispielsweise mittels Spritzgießen,

sind aber gleichzeitig gut biologisch abbaubar.

[0010] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung

ist der nachwachsende Rohstoff ein Polysaccharid,

vorzugsweise Zellstoff. Besonders bevorzugt

ist hierbei, dass der nachwachsende Rohstoff

mindestens einen Stoff aus der folgenden Gruppe

umfasst: Holz, Flachs, Hanf, Stroh, Wolle, Sisal,

Kork, Baumwolle, Leinen, Heu, Reisschalen, Bambus,

Papyrus, und Schilf. Jedes dieser Materialien

oder Mischungen von mindestens zwei dieser Materialien

kann in vorteilhafter Weise genutzt werden,

um Schuhsohlen auszubilden. So können die sonst

für den Aufbau von Schuhsohlen aufgebauten Kohlenwasserstoffe

geschont werden, da stattdessen

nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden.

[0011] Vorteilhafterweise umfasst das verbindende

Material ein Polymer, vorzugsweise ein Elastomer.

Hierbei können beispielsweise thermoplastische

Elastomere Verwendung finden, es bieten sich Polymere

aus der Gruppe der Amid-, Ester-, Olefin-, Styrol-

oder Urethanelastomere an. Es ist auch möglich,

Mischungen von mehreren Polymeren aus einer oder

mehreren dieser Gruppen zu verwenden.

[0012] Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung,

bei der das verbindende Material ein Biopolymer, insbesondere

Polyhydroxybutyrat umfasst.

[0013] Unter einem Biopolymer wird ein natürliches

oder ein naturidentisches Polymer verstanden. Unter

Polyhydroxybutyrat wird ein Thermoplast verstanden,

welches durch biologische Fermentierung aus

erneuerbaren Kohlenhydrat-Rohstoffen gewonnen

werden kann. Polyhydroxybutyrat ist biologisch ab-

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baubar.

[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung

der erfindungsgemäßen Schuhsohle ist diese

zumindest in mindestens einem Teilbereich mit

wenigstens einem Werkstoff beschichtet.

[0015] Bei diesem Werkstoff handelt es sich bevorzugt

um ein übliches Elastomer, welches die Schuhsohle

in einer Schichtdicke von beispielsweise 0,5

Millimeter auf der Oberseite und/oder der Unterseite

bedeckt, um beispielsweise den Effekt von Schweiß

auf die Schuhsohle und/oder von leicht sauren oder

alkalischen Umgebungen auf dem begangenen Untergrund

auf die Schuhsohle zu minimieren. Bevorzugt

ist hierbei eine Beschichtung, die nicht zerstörungsfrei

von der Schuhsohle gelöst werden, die insbesondere

angespritzt ist. Die Beschichtung wird insbesondere

nicht angeklebt.

[0016] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden

Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung

wenigstens eines Teiles einer Schuhsohle vorgeschlagen,

bei dem das wenigstens eine Teil aus einem

Material enthaltend einen nachwachsenden

Rohstoff und ein diesen verbindendes Material gespritzt

oder extrudiert wird.

[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere

zum Herstellen einer erfindungsgemäßen

Schuhsohle eingesetzt werden. Extrudierte Schuhsohlen

können bevorzugt auf die benötigte Größe abgelängt

und gegebenenfalls in den Randbereichen in

ihrer Form verändert, beispielsweise abgeschnitten

oder abgeschliffen werden. Bevorzugt ist eine Verfahrensführung,

bei der die Schuhsohle gespritzt,

insbesondere spritzgegossen wird. Dieses Herstellungsverfahren

erlaubt in vorteilhafter Weise eine

preiswerte Herstellung von Schuhsohlen verschiedener

Größe in Massenproduktion.

[0018] Bevorzugt erfolgt mindestens in einem Teilbereich

der Schuhsohle eine Beschichtung mit wenigstens

einem Werkstoff. Bevorzugt ist weiterhin der

Einsatz eines Mehrkomponentenspritzverfahrens.

[0019] Die für die erfindungsgemäße Schuhsohle

genannten Details und Vorteile sind auf das erfindungsgemäße

Verfahren anwendbar und übertragbar

und umgekehrt.

[0020] Weiterhin wird ein Schuh vorgeschlagen, der

eine erfindungsgemäße Schuhsohle oder eine

Schuhsohle hergestellt nach dem erfindungsgemäßen

Verfahren umfasst. Insbesondere handelt es

sich bei dem Schuh um eine Sandale.

[0021] Die erfindungsgemäße Schuhsohle kann

einfach beispielsweise mittels Spritzgussverfahren

hergestellt werden. Sie kann wasserfest gestaltet

werden und ist biologisch abbaubar. Durch entsprechende

Auswahl des den nachwachsenden Rohstoff

verbindenden Materials, beispielsweise Polyhydroxybutyrat

und Beschichtungen der Oberflächen der

Schuhsohle mit entsprechenden Werkstoffen kann

eine gute Resistenz gegenüber Schweiß und feuchten

Untergründen erreicht werden.

Patentansprüche

1. Schuhsohle zum Verbinden mit einem Oberschuh,

mindestens teilweise ausgebildet aus einer

Zusammensetzung, umfassend:

a. einen nachwachsenden Rohstoff und

b. ein diesen nachwachsenden Rohstoff verbindendes

Material.

2. Schuhsohle nach Anspruch 1, bei der die Zusammensetzung

aus nachwachsendem Rohstoff und

verbindendem Material ein Massenverhältnis im Bereich

von 1/1 bis 19/1 aufweist.

3. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, bei dem der nachwachsende Rohstoff

ein Polysaccharid, vorzugsweise Zellstoff ist.

4. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, bei der der nachwachsende Rohstoff

mindestens einen Stoff aus der folgenden Gruppe

umfasst:

a) Holz;

b) Flachs;

c) Hanf;

d) Stroh;

e) Wolle;

f) Sisal; und

g) Kork.

5. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, bei dem das verbindende Material ein

Polymer, vorzugsweise ein Elastomer umfasst.

6. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, bei der das verbindende Material ein Biopolymer,

insbesondere Polyhydroxybutyrat umfasst.

7. Schuhsohle nach einem der vorhergehenden

Ansprüche, zumindest in mindestens einem Teilbereich

mit wenigstens einem Werkstoff beschichtet.

8. Verfahren zur Herstellung wenigstens eines

Teiles einer Schuhsohle, bei dem das wenigstens

eine Teil aus einem Material enthaltend einen nachwachsenden

Rohstoff und ein diesen verbindendes

Material gespritzt oder extrudiert wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem zumindest

in mindestens einem Teilbereich eine Beschichtung

der Schuhsohle mit wenigstens einem Werkstoff

erfolgt.

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10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, bei dem

ein Mehrkomponentenspritzverfahren eingesetzt

wird.

11. Schuh, insbesondere Halbschuh oder Sandale,

umfassend eine Schuhsohle nach einem der Ansprüche

1 bis 7 und/oder eine Schuhsohle hergestellt

nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche

8 bis 10.

Es folgt kein Blatt Zeichnungen

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