Wirtschaftsfaktor Kultur - Paz-extra.de

paz.extra.de

Wirtschaftsfaktor Kultur - Paz-extra.de

Ausgabe

02/2011

Wirtschaftsfaktor Kultur


Sparkassen-Finanzgruppe

Wann ist ein Geldinstitut

gut für Deutschland?

Wenn sein Engagement für

die Kultur so vielfältig ist

wie das Land selbst.

Sparkassen fördern Kunst und Kultur in allen Regionen

Deutschlands. Kunst und Kultur setzen schöpferische Kräfte

frei, öffnen Geist und Sinne für Überliefertes und Ungewöhnliches.

Mit jährlichen Zuwendungen von rund 150 Mio. Euro ist

die Sparkassen-Finanzgruppe der größte nichtstaatliche Kulturförderer

in Deutschland. Das ist gut für den Einzelnen und gut

für die Gesellschaft.

www.gut-fuer-deutschland.de

Sparkassen.

Gut für Deutschland.


3

Inhalt

Titelthema Wirtschaftsfaktor Kultur

Service und mehr

Offenheit führt zum Erfolg 4

Reiseführer spürt Perlen auf 15

Alle an einem Strang 6

Perspektive für Zulieferindustrie 16

Branche entwickelt Stahlkraft 8

phæno: Mission erfüllt 9

Sicher durch die Startphase 17

Neue Regelung zur Umsatzsteuer 18

Einblicke in drei „Leuchttürme“ 10

LSW – unsere Energie treibt an 19

Ein vielfältiges Angebot wirkt 11

Tipp der Volksbank 20

Fusion

Ratgeber Recht 21

Fusion ist fast alternativlos 12

Unternehmensberater 22

Umfrage: Was bringt die Fusion? 13

Sparkasse: Kultur fördert Wirtschaft 23

Impressum

Herausgeber

Verlag Adolf Enke GmbH & Co.KG

Aller-Zeitung

Steinweg 73

38518 Gifhorn

Verlagsleitung

Frank Hitzschke

Redaktion

Viola Könecke,

Roland Weiterer

Carsten Baschin

(verantwortlich)

Layout

Heike Bode

Anzeigenverkaufsleitung

Hans-Jürgen Dölves

Anzeigenteil

Claas Schmedtje

(verantwortlich)

Druck

Göttinger Tageblatt

GmbH & Co KG,

Dransfelder Straße 1,

37079 Göttingen

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Dinge, die sind

der Region – und findet

einfach irgend wie

sie: aktive, Beobachter

selbstverständlich. Wie

zum Beispiel das Salz in

der Suppe. Der eine Koch

nimmt mehr, der andere

und Förderer benennen

Potenziale und erklären

wie sie genutzt werden

können.

weniger, aber keiner verzichtet,

weil die Suppe

dann nicht schmeckt.

Genau so ist es auch mit

der Kultur – ein Thema,

Viola Könecke Roland Weiterer

Um Potenziale und ihre

Nutzung geht es auch in

unserem zweiten Themenschwerpunkt:

die

das für eine Wirt schafts zeitung

erst einmal un ge wöhn lich ist.

Trotzdem greifen wir es auf: Weil

Kultur ein unverzichtbarer Bestandteil

des Zusam men lebens

ist, weil Kultur Lebensraum attraktiv

gestaltet, weil Kultur einen

Aktivposten im fragilen wirtschaftlichen

Gefüge darstellt.

Kultur ist ein Wirtschaftsfaktor,

wesentliche Grundlage für Innovation

und Wettbewerbsfähigkeit.

Die aktuelle Ausgabe des

Wolfsburger Wirtschaftsspiegels

sucht nach Schnittstellen zwischen

Wirtschaft und Kultur in

Fusion der Landkreise Gifhorn

und Helmstedt mit der Stadt

Wolfsburg. Dieser werden große

Chancen eingeräumt, auch

wenn das Thema noch nicht alle

erreicht hat.


Viel Spaß beim Lesen!


4

Titelthema Wirtschaftsfaktor Kultur

Kultur hat wirtschaftliche Bedeutung

Offenheit führt zum Erfolg

Wer sich Gedanken

über Chancen einer

dynamischen Wirtschaftsentwicklung

macht, über

Standortpolitik und Strategien

zur wirtschaftlichen Profilierung

einer Region denkt nicht unbedingt

zuerst an Kunst und Kultur.

Nichts desto trotz wird einer

kulturellen Vielfalt zunehmend

wirtschaftliche Bedeutung beigemessen.

Das belegen Studien,

Untersuchungen und Analysen,

die sich mit diesem Thema aus

unterschiedlichen Perspektiven

befassen. So hat die Europäische

Union im vergangenen Jahr das

„Grünbuch zur Erschließung des

Potenzials der Kultur- und Kreativindustrien“

herausgegeben,

das besagt, „die Fähigkeit, soziales

Erleben und Vernetzung

herzustellen, ist zu einem Wettbewerbsfaktor

geworden“. Demnach

verfügen Kultur- und Kreativindustrien

über gravierendes

Potenzial, das es auszuschöpfen

gilt, um Wachstum und Arbeitsplätze

zu schaffen.

Nährboden für Innovation

Kultur gilt als wesentlicher Faktor

für die Identitätsbildung

einer Stadt und als positiver

Nährboden für Innovation. Unter

diesem Aspekt lohnt der

Blick ins Detail: Wolfsburg ist

in Sachen Kultur hervorragend

aufgestellt. Eine lebendige und

sehr vielfältige Szene bestimmt

das kulturelle Profil der Stadt.

Private und städtische Initiative

schaffen gemeinsam ein Angebotsspektrum,

das breiter und

umfangreicher kaum sein könnte.

Hier geben sich Geschichte

und Moderne in einzigartiger

Weise die Hand.

„Neben den `Leuchttürmen` der

Wolfsburger Kulturlandschaft,

die weit über die Ortsgrenzen

hinaus strahlen, funkeln auch

zahlreiche kleinere Sterne am

kulturellen Himmel der Stadt, so

Dr. Birgit Schneider-Bönninger,

die Kulturdezernentin der Stadt.

Für sie ist „Offenheit der Schlüssel

zum Erfolg“. Sie setzt dabei

auf ein Kulturnetzwerk und ein

überzeugendes Kulturmarketing,

damit „die lebendige Wolfsburger

Kulturlandschaft zu einem

dauerhaften Markenzeichen der

Stadt und einer Herzensangelegenheit

aller Bürgerinnen und

Bürger wird“.

Kultur in allen Ecken

Kunst und Kultur gibt es an allen

Enden der Stadt neben dem

markanten und inzwischen weltbekannten

Kunstmuseum Wolfsburg

sind die Ausstellungsräume

des Istituto Italiano di Cultura und

des Vereins Junge Kunst, der insbesondere

Nachwuchstalente aus

Malerei, Fotografie und Bildhauerei

fördert. Das Schloss Wolfsburg

beherbergt den Kunstverein

Wolfsburg und die Städtische Galerie

Wolfsburg. Im Gewölbekeller

finden temporäre Ausstellungen

des Kulturbüros statt. Dazu ist

das gesamte Stadtbild von Kunst

unter anderem von Skulpturen auf

Grünflächen geprägt. Die Bühnenund

Festivalprogramme der Stadt

sprechen Kunstfreunde aller Generationen

an. $

Studie der Metropolregion belegt den Stellenwert von Kunst

Kultur als Wirtschaftsfaktor

Das Theater Wolfsburg zieht mit seinem Programm jährlich mehr als

100.000 Besucher an.

Kultur ist eines von insgesamt

acht Themenfeldern

in der Metropolregion

und genießt damit einen hohen

Stellenwert im Bezug auf die

wirtschaftliche Ausrichtung der

Region. Bislang galt kulturelle

Vielfalt nur als weicher Standortfaktor,

dem lediglich marginale

Wirkung auf eine florierende

Wirtschaftsentwicklung zugesprochen

wurde. Doch kommen

im Geflecht der Weltwirtschaft

heute den Themen Innovationskraft

und Kreativität eine neue,

maßgebliche Rolle zu, wodurch

„hochwertige Kulturgüter und

die Existenz einer vitalen kulturellen

Szene als Signaturen

eines kreativen und innovativen

Umfeldes“ gelten. So formuliert

es Dr. Anja Hesse, die Kulturdezernentin

der Stadt Braunschweig

in ihrem Vorwort für die

Studie „kulturelle Leuchttürme“

im Auftrag der Metropolregion

Hannover-Braunschweig-Göttingen.

Kulturelle Leuchttürme

sind Einrichtungen von überregionaler

unter Umständen auch

internationaler Bedeutung. Sie

wirken nachhaltig und haben Signalwirkung.

Von einer Vielzahl

kultureller Einrichtungen und

historisch bedeutsamer Stätten

in der Metropolregion selektierte

die Lenkungsgruppe der Metropolregion

und ihr Vorstand 20

als besonders herausragend.

Die Stadt Wolfsburg verfügt mit


Titelthema Wirtschaftsfaktor Kultur

5

dem Phæno, dem Kunstmuseum,

der Autostadt und den Movimentos-Festwochen

über vier dieser

Leuchttürme, die sich durch

besondere Bekanntheit und Bedeutung

auszeichnen. So lohnt

ein Blick in die 144 Seiten umfassende

Darstellung und Analyse.

Die Autoren untersuchen die

Funktionen von Kunst und Kultur

im Zusammenhang mit Wettbewerb

und Innovation, wobei sie

Handlungsempfehlungen für die

zukünftige Profilierung kultureller

Highlights erarbeiten, denn

kulturelle Bräuche, Programme

und Initiativen bestimmen maßgeblich

das Image einer Region,

so die Studie.

"Movimentos"-Festwoche 2011 in der Autostadt: Das Henschke Trio gehörte zu den hochkarätigen Künstlern

Zwischen Phæno und

in der Veranstaltungsreihe.

Movimentos

Die kulturellen Angebote Wolfsburgs

erzeugen ein hohes Potenzial

für die touristische Vermarktung

und die Profilierung

der Region:

In der Autostadt ist der Begriff

„Wandel“ das konzeptionelle

Schlüsselwort. Veranstaltungen,

Workshops, Konzert und

Lesungen rund um das Thema

Mobilität sowie das Zeithaus

mit seiner Ausstellung zu 120

Jahren automobiler Geschichte

locken jährlich rund zwei Millionen

Gäste in die Stadt. Damit

hat sich der Themenpark zu einem

der bedeutendsten touristischen

Ziele Norddeutschlands

entwickelt. Das Kunstmuseum

der Stadt ist eines der jüngsten

Museen. Passend dazu versteht

es sich als Kommunikationsplattform

für Gegenwartskultur, wozu

auch Musik, Tanz Literatur und

Mode zählen. In der multifunktional

angelegten Architektur des

Hauses findet ein kontrastreiches

Programm mit Einzel- und

Themenausstellungen statt.

Zentrales Anliegen hier ist die

Bipolarität von Sammlung und

Ausstellungen, im Zentrum stehen

markante künstlerische Positionen

des 20. Und 21. Jahrhunderts.

Im denkmalgeschützten

Kohlekraftwerk des Volkswagenwerkes

finden einmal jährlich die

Movimentos Festwochen statt,

wo sich zeitgenössische Tanzcompanien

aus allen Winkeln der

Welt begegnen. Sie zeigen eine

andere Perspektive von Mobilität

in einem Miteinander von Industrie

und Kultur auf.

Das Phæno bildet die Drehscheibe

zwischen Bahnhof, City

und Autostadt und akzentiert

mit einer Symbiose von Naturwissenschaft

und Technik das

Selbstverständnis des Technologie-

und Wirtschaftsstandortes.

Das markante und futuristische

Gebäude lädt mit 250 Experimentierstationen

zum Erkunden

und Entdecken physikalischer,

chemischer und biologischer Alltagsphänomene

ein. Mitmachforen,

Werkstätten, Ideenforen und

Wissenschaftstheater begleiten

die Ausstellung mit umfangreichgen

museumspädagogischen

Programmen.

Wettbewerb erfordert Kultur

Der Stellenwert von Kunst und

Kultur und Kultur darf nicht

allein auf eine ökonomische

Betrachtungsweise reduziert

dige kulturelle Szene benötigt

ein Experimentierfeld, auf dem

Stile und Trends erprobt werden

können.“ Dazu sei die Kulturförderung

vonnöten. Aber es wäre

„fahrlässig“, das wirtschaftliche

Potenzial, das aus der Kultur

erwächst nicht zu nutzen,

so die Studie. Denn die Wettbewerbsfähigkeit

einer Region

begründet sich zunehmend in

ihrem Vermögen, hochqualifizierte

Arbeitskräfte anzuziehen

und längerfristig zu binden,

dabei spielen Lebensqualität,

Kulturangebot und Atmosphäre

eine zentrale Rolle. Zwischen

Entwicklung und Fertigung in

der Automobilindustrie werden

überwiegend Ingenieure, Entwickler,

Techniker und Konstrukteure

gesucht – bundesweit

begehrte hochqualifizierte

Fachleute, die mit ihren Familien

nur in eine Region ziehen,

deren kulturelles Angebot sie zu

locken vermag. Die so genannte

Profilierungsstrategie der Metropolregion

zielt auf die Weiterentwicklung

der kulturtouristischen

Angebote und Potenziale

ab, wobei die Metropolregion

drei thematische Linien verfolgt:

künstlerische Moderne,

Im Kunstmuseum ist "Die Kunst der Entschleunigung" zu sehen: hier werden, betont die Studie der Wissenschaft und Technik, Geschichte.

das Werk "Stock" (Brandenburger Tor) von Nam June Paik von 1992. Metropolregion: „Eine leben-

$

Fotos (2): www.movimentos.de


6 Titelthema Wirtschaftsfaktor Kultur

Kulturentwicklungsplan gibt der Politik die Richtung vor

Alle an einem Strang

Der Kulturbeirat hat den Kulturentwicklungsplan

vorgestellt.

Die Wolfsburger Kultur ist

um 72 Seiten gedrucktes

Papier reicher. So

dick ist der Kulturentwicklungsplan

(KEP), der nun vorliegt und

künftig die Richtung im öffentlich

geförderten Sektor vorgeben

wird. Axel Bosse, Vorsitzender

des Beirates, zeigte sich bei der

Präsentation „begeistert“ von

dem Ergebnis und dem breiten

Prozess des Entstehens.

Mehr als 200 Kulturschaffende

und Experten, Verteter aus Verwaltung

und Politik sowie interessierte

Bürger haben darin „alles

unterhalb der Leuchttürme“

zusammengefasst. Von einem

„Chorgeist“ aller Beteiligten war

die Rede bei der Vorstellung der

Broschüre, die mit einer Auflage

von 1000 Stück im Rathaus und

bei den Verteilstellen ausliegt.

Diese gliedert sich in drei Teile:

einen theoretischen Abschnitt

zur kulturellen Situation und

Entwicklung, einen Praxisteil

mit konkreten Schwerpunkten,

Zielen und Schlüsselprojekten

sowie einen visionären Teil mit

Entwürfen einer künftigen Wolfsburger

Kulturlandschaft. Die 226

erarbeiteten Ziele und Schlüsselprojekte

aus zehn thematischen

Schwerpunkten folgen dabei

dem 1997 mit dem Stadtleitbild

eingeschlagene Weg. Dazu gehören

2012 zum Beispiel das

Weltraumlabor im Planetarium,

das Festival „Rock im Allerpark“

oder die Sanierung der Kulturturnhalle.

Der Kulturausschuss

hat die 21 Vorschläge einstimmig

empfohlen. Sie sollen nun in den

Haushaltsentwurf eingearbeitet

werden. Ratsherr Frank-Helmut

Zaddach ist sehr optimistisch,

dass die Schlüsselprojekte auch

nächstes Jahr angegangenen

werden. In Wolfsburg gebe es

unter den Parteien einen breiten

Konsens für die Kultur. „Alle ziehen

an einem Strang", so Kulturdezernent

Thomas Muth.

Der Plan legt die kulturpolitischen

Ziele der Stadt für die nächsten

zehn Jahre fest. Dabei setzt er

darauf, vorhandener Angebote

zu sichern und zu fördern. Zugleich

soll er eine Plattform für

neue Kulturprojekte sein und

eine Balance zwischen Hochund

Breitenkultur schaffen. Das

Ziel : Wolfsburg durch innovative,

visionäre Zeichen in der Kulturpolitik

als attraktiven Lebensraum

noch stärker erlebbar zu machen.

In diesem Sinne bietet der KEP

nicht nur Anreize zum Konsum von

Kultur, sondern auch fundierte

Anregungen für eigene Kulturinitiativen.

Das Papier ist als Vorgabe

zu verstehen, die in stetiger

Zusammenarbeit von Verwaltung

und Beirat aktualisiert, überprüft

und angepasst wird. Die jährliche

Festlegung der Schlüsselprojekte

in den einzelnen Handlungsfelder

obliegt dem Rat. $

Info

Im Kielwasser des VW-Konzerns

Um die 15 Millionen Euro nimmt die Stadt Wolfsburg jährlich für

die Kulturförderung in die Hand. Darin enthalten sind auch die

Deckungsbeiträge für das Stadttheater, das Planetarium oder

das Congresszentrum. Die Summe entspricht gut fünf Prozent des

Haushaltsvolumens. Auch wenn es keine gesetzlichen Vorgaben

gibt, spricht Finanz- und Kulturdezernent Thomas Muth von einer

Pflichtaufgabe. „Sonst gibt es nur noch Ökonomie. Das darf es

nicht sein“, betont er.

Muth erwartet nicht, dass sich die Investitionen in die Kultur im

Zuge der „Umwegrentabilität“ bezahlt machen. Eine verlässliche

Statistik dazu gebe es nicht. Wohl aber profitiert

der Wirtschaftstandort in seinen Augen von

der kulturellen Vielfalt. Ein Imagewandel gehe

meist nur über die Kultur. Das könnte auch VW

erkannt und die Autostadt geschaffen

haben. Im Kielwasser des Weltkonzerns

schwimme die Stadt nun mit.

Sie könne in ungeahnter Weise an

dessen Expansionskraft partizipieren.

Allerdings wachsen damit

auch die Erwartungen an

das Umfeld. Das Werk und die

Zulieferer ziehen viele Menschen

mit humanistischer Bildung an, entsprechend

müsse Wolfsburg eine

Vielfalt an Orten der Erholung und Zerstreuung

bieten,

so Muth.


www.ehmederiese.de


8 Titelthema Wirtschaftsfaktor Kultur

Gutachten belegt die Bedeutung der privaten Kultur- und Kreativwirtschaft

Branche entwickelt Strahlkraft

Oliver Syring

Wenn es um Kultur als

Wirtschaftsfaktor

geht, muss die Stadt

Wolfsburg nicht mehr länger im

Trüben fischen. Denn die Stiftung

Nord L/B-Öffentliche hat, unter

anderem in Zusammenarbeit mit

der Wolfsburg AG, die private Kultur-

und Kreativwirtschaft in der

Region Braunschweig-Wolfsburg

durchleuchten lassen und jetzt

Zahlen vorgelegt. Und danach

spielt die Branche, zu der beispielsweise

Verlage, Architekten,

Designer und Künstler zählen,

eine bisher wenig beachtete Rolle.

Auf 950 Millionen Umsatz bringen

es die etwa 2000 Unternehmen

im Gebiet zwischen Gifhorn

im Norden und Goslar im Süden.

Den Impuls zu der Studie gab ein

Designertag, erinnert sich Oliver

Syring, Vorstand der Wolfsburg

AG. „Wir wollten sehen, was steckt

dahinter.“ Bis dahin herrschte lediglich

„eine gefühlte Temperatur“

auf diesem Gebiet. Nun liegt

„gutes analytisches Material“

vor, ermittelt durch Michael Söndermann

und sein Büro für Kulturwirtschaftsforschung

in Köln.

Darin zeigt sich für Wolfsburg

und die Region laut Syring: „Wir

haben ordentlich Besatz, aber das

ist nicht der Endpunkt.“ Die Kulturund

Kreativwirtschaft, die sich in

elf Berufsgruppen gliedert, stelle

sich als wichtiger Umsatz und Beschäftigungsträger

dar. Für Wolfsburg

bedeutet dies in Zahlen: 136

Unternehmen erwirtschaften mit

etwa 1350 Mitarbeitern knapp 50

Millionen Euro (Stand 2009). Nach

Ansicht der Wolfsburg AG kommt

dem Gewerbe standortpolitisch

eine besondere Querschnittsfunktion

zu. So strahlt die Leistungsfähigkeit

der Kultur- und

Kreativbranche auf andere Zweige

aus, bedingt durch die vielfältige

Zusammenarbeit und partnerschaftliche

Konstellationen. Syring:

„Diese Strahlkraft sollte auch

noch erhöht werden.“

Wichtig zu wissen: In der Betrachtung

blieben der öffentliche

und der intermediäre Sektor der

Kultur außen vor. Einrichtungen

wie das Stadttheater oder die

städtische Galerie erfüllen einen

gesellschaftlichen Auftrag, so

die Argumentation. Geht es nach

der Wolfsburg AG, soll die Studie

zur Kreativwirtschaft eine Initiativfunktion

erfüllen. Sie kann der

Politik und der Verwaltung als

Handlungshilfe dienen, um die

Branche weiter zu fördern. Schon

jetzt gibt es Projekte, die sich auf

dem Gebiet entwickeln.

1. Am 6. Dezember gründet

sich in Braunschweig die

Kreativregion 38, die in Form

eines Vereins die Handelnden

in der Branche zusammen

bringt.

2. Der kürzlich erschienene

Wolfsburger Agentur-Atlas,

schafft mehr Transparenz

auf dem für Kunden zum Teil

unübersichtlichen Markt.

So soll es gelingen, mehr

Aufträge und Budgets am

Ort zu halten. Zudem ließen

sich so mehr Talente aus den

Hochschulen halten.

3. Noch nicht vorstellungsreif

sind Pläne für einen innenstadtnahen

„Co-Working-

Space“. Dahinter verbergen

sich gemeinschaftliche

Arbeitsräume, die von Künstlern,

Designern oder Architketen

projektbezogen oder

zeitweise genutzt werden. $

Unternehmen

Umsatz nehmen Umsatz

Unter-

Unternehmen

Umsatz nehmen Umsatz

Unter-

Anzahl

Anzahl

in Tsd. Euro

in Tsd. Euro

%-Anteil

%-Anteil

%-Anteil

%-Anteil

Braunschweig, Stadt

Braunschweig, Stadt

899

899

690.831

690.831

46%

46%

73%

73%

Salzgitter,

Salzgitter,

Stadt

Stadt

86

86

21.386

21.386

4%

4%

2%

2%

Wolfsburg, Wolfsburg, Stadt Stadt 136 136 49.781 49.781 7% 7% 5% 5%

Gifhorn, Landkreis 176 176 35.453 35.453 9% 9% 4% 4%

Goslar, Landkreis 201 201 61.927 61.927 10% 10% 7% 7%

Helmstedt, Landkreis 87 87 12.897 12.897 4% 4% 1% 1%

Peine, Landkreis 170 170 43.194 9% 9% 5% 5%

Wolfenbüttel, Landkreis 189 189 37.241 10% 10% 4% 4%

Region Braunschweig 1.944 952.710 100% 100% 100% 100%

Quelle: Forschungsgutachten Kultur- Kultur- und und

Kreativwirtschaft in der in der Region Region Braunschweig

2011 2011

16 16


Phæno

9

Wissenschaftsmuseum bringt Millionenumsatz in die Stadt

Das phæno meldet: Mission erfüllt

Kultur ist, wie der ganz

Mensch lebt.“ Die Worte

Bertold Brechts könnten

auch von Dr. Wolfgang Guthardt

stammen, wenn er danach gefragt

wird, ob das von ihm geführte

phæno eine Kulturstätte

ist. Das Wissenschaftsmuseum

der besonderen Art bildet in

seinen Augen eine Facette des

kulturellen Lebens ab und hat

mittlerweile die Aufgabe erfüllt,

die ihm bei der Gründung vor

sechs Jahren zugedacht war. Das

Science-Center, das Jugendliche

und Erwachsene gleichermaßen

anzieht und einlädt zum Experimentieren,

hebt das Image der

Stadt. Es stärkt den weichen

Standortfaktor, verkörpert für

Guthardt die Innovationskraft

und Lebensfreude in Wolfsburg.

Messen ließen sich diese Werte

zwar nicht, aber nach seinem

Empfinden habe das phæno „das

Klima in dieser Stadt sehr stark

zum Positiven beeinflussst“

– gemeinsam mit anderen Einrichtungen.

So sei Wolfsburg der

Ein Wunderwerk: der „Markrokosmos“

von Mark Bischof.

„zu Unrecht bestehende“ Ruf der

grauen Maus entrissen worden.

Wie sehr das Haus mit seiner

besonderen Architektur und der

Wissenschaft zum Anfassen bei

der Wirtschaft ankommt, zeigen

ihm auch die vielen Firmenveranstaltungen,

die bundesweit

gebucht werden. 12 000 Gäste

kommen dieses Jahr allein auf

Einladung eines Unternehmens.

Aber der Geschäftsführer und

Stiftungsvorsitzende kann auch

Zahlen sprechen lassen. Immer

mehr Leute fahren die Rolltreppe

hoch in die Ausstellung.

In diesem Jahr werden etwa

275.000 Kinder und Erwachsene

ins phæno strömen, das

zweitbeste Ergebnis hinter dem

Boomjahr nach der Eröffnung

(300.000). Und die Gäste bringen

Geld mit. Laut einer Studie

der Ostfalia-Hochschule lassen

die Besucher knapp 5,7 Millionen

Euro in der Stadt, dazu kommen

2,2 Millionen Umsatz im phæno.

Diese „Umwegrentabilität“

belege die Rolle des Museums

als Wirtschaftsfaktor, so Guthardt.

18,60 Euro gibt jeder

Tagesgast durchschnittlich in

der Stadt aus, die Übernachtungsgäste

sogar 81 Euro. Und

Wolfsburg entwickelt sich zum

touristischen Ziel: Mehr als

ein Drittel der phæno-Besucher

reist mehr als 100

Kilometer an. 63 000 Übernachtungen

generiert der

wissenschaftliche Abenteuerspielplatz,

der darüber

hinaus Arbeitsplätze

geschaffen hat. 62 Vollzeitstellen

sind es allein

im phaneo, weitere 78

Vollzeitstellen werden

laut Studie so in der

Stadt gesichert. $

Technik zum Anfassen: phæno-Chef Dr. Wolfgang Guthardt.

Info

phæno hat einen an der Murmel

So etwas gibt es nur in Wolfsburg: In einer Sonderausstellung

entführt das phæno seine Besucher ab dem 10. Dezember in die

Welt der Kugelbahnen. Das Spektrum reicht von einzigartigen kinetischen

Kunstwerken bis hin zu faszinierenden Mitmachstationen.

Insgesamt werden 50 Exponate gezeigt. Ob zur spielerischen

Erforschung physikalischer Gesetzmäßigkeiten, zur Schulung der

räumlichen Wahrnehmung oder zum Erproben der eigenen Motorik

– Kugelbahnen üben eine ganz besondere Faszination aus

und finden sich in vielen Kinderzimmern, dann meistens liebevoll

Murmelbahn getauft. „Eine derartige Zusammenstellung hat es

noch nicht gegeben“, so Direktor Dr. Wolfgang Guthardt. Bis zum

nächsten August rollen fallen, trudeln, kreisen und rotieren die

Kristallkugeln in Wolfsburg.


10 Leuchtturm

Städtische Galerie, Theater und Kunstmuseum

Einblicke in drei „Leuchttürme“

Kunst für Gäste

aus nah und fern

Zu den sogenannten Leuchttürmen

Wolfsburgs zählt

die städtische Galerie.

Sie nahm ihren Anfang vor mehr

als einem halben Jahrhundert.

Die Stadt Wolfsburg begann

damit, Kunst anzukaufen. Zunächst

noch als Wandschmuck

für die Amtsstuben gedacht,

mauserten sich die zusammengetragenen

Werke bald zu einer

Kunstsammlung, die ein eigenes

unverwechselbares Profil besitzt.

Der Schwerpunkt des Bestands

liegt auf Werken aus dem

Bereich der deutschen Kunst.

Prof. Dr. Susanne Pfleger

Nur hier in Wolfsburg ist daher

die Geschichte insbesondere der

deutschen Kunst nach 1945 in der

Dichte und Qualität erfahrbar, die

dem kunstinteressierten Publikum

einen wirklichen Überblick

über die Entwicklung ermöglicht.

Ihre Heimat findet die moderne

Sammlung im Schloss Wolfsburg.

Historische Architektur und

zeitgenössische Kunst stehen

in einem spannenden Dialog;

Wechselausstellungen stehen

meist in einem internationalen

Diskurs. Die Städtische Galerie

Wolfsburg, die Prof. Dr. Susanne

Pfleger leitet, ist eine Institution

für die Kunst. „Sie ist ein Ort, um

Kunst und Kultur zu zeigen und

zu bewahren.“

2010 kamen insgesamt 29.175

Besucher. Das Einzugsgebiet

reicht über Wolfsburg und die

Region hinaus bundesweit und

international. „Die Städtische

Galerie empfängt Gäste aus dem

In- und Ausland, empfangen, ist

eine touristische Destination und

darüber hinaus ein Ort für Veranstaltungen“.

Theatergäste sehen

ihre Steuern wieder

Das 1973 eröffnete Wolfsburger

Theater zählt mit

mehr als 100 000 Besuchern

zu den größten Bespielhäusern

in Deutschland. 20

Mitarbeiter und zusätzliche Aushilfen

kümmern sich um das Programm,

das alle Genres abdeckt.

Das Einzugsgebiet hat einen Radius

von 30 Kilometern, der zum

Weihnachtsmärchen durchaus

auf 100 Kilometer wächst. Direktor

Rainer Steinkamp: „Es ist wissenschaftlich

belegt, dass jeder

im Bereich der Kultur investierte

Euro im Rahmen einer Umwegrentabilität

mit 1,04 Euro wieder

in die kommunalen Kassen zurückfließt“.

Und doch: die in unserem

Land immer dramatischer

werdende inhaltliche und auch

finanzielle Situation der Kultur

zuzuschreiben, steht in keinem

Verhältnis zum realen Aufwand,

den Kultur der Gesellschaft kostet.

Das Theater Wolfsburg ist in

der glücklichen Lage, einen breiten

politischen Rückhalt bei den

politisch Verantwortlichen zu

Rainer Steinkamp

finden, denn die Stadt Wolfsburg

hat im Gegensatz zu anderen

Städten die Existenz bzw. kulturelle

Grundlage unseres Hauses

nie in Frage gestellt. Im Gegenteil,

in der Spielzeit 2014/15 soll

unser Haus generalsaniert werden,

dies mit erheblichen Mitteln

seitens der Stadt und des

VW Konzerns. Theater ist also in

Wolfsburg weiterhin die schönste

Möglichkeit, seine Steuergelder

im wahrsten Sinne des Wortes

wiederzusehen.

Ein großartiger

Botschafter

Das Kunstmuseum Wolfsburg

wurde als ein lebendiges

und dynamisches

Zentrum für die Vermittlung

moderner und zeitgenössischer

Kunst geplant und 1994 realisiert.

Es soll so als kulturelle

und gesellschaftliche Institution

einer aufklärerischen und visuell

bildenden Aufgabe gerecht werden.

Getragen wird das Museum

durch eine private Stiftung. Rita

Werneyer, Leiterin Kommunikation,

schreibt: „Kultur kann

als Wirtschaftsfaktor gar nicht

hoch genug bewertet werden.

So sind nicht nur die faktischen

Zahlen relevant, die wir mit unseren

Ausstellungen an direkten

Besuchen und Übernachtungen

erreichen. Vielmehr ist Kultur

einer von mehreren Leuchttürmen,

mit denen eine Stadt und

ein Wirtschaftsstandort generell

positive Aufmerksamkeit auf sich

ziehen können. Kultur prägt das

Lebensgefühl und das Image einer

ganzen Region maßgeblich

mit - nach Innen wie nach Außen.

Als ein Museum, das die Menschen

vor Ort im selben Maße

ernst nimmt wie das nationale

und internationale Kunstparkett,

freuen wir uns über die wachsende

Resonanz, die das Haus mit

seinem Programm seit nunmehr

17 Jahren erreicht. Rund die Hälfte

all unserer Besucher kommt

dabei aus Niedersachsen, die

andere Hälfte verteilt aus ganz

Deutschland, aus dem europäischen

Ausland und Amerika

– mit steigender Tendenz. Und

unzählige Menschen weltweit

nehmen Wolfsburg auch über die

kulturelle Medienberichterstattung

wahr: Kultur ist wirklich ein

großartiger Botschafter.“ $

Rita Werneyer


WMG

11

Kultur als Standortfaktor: Interview mit WMG-Geschäftsführer Joachim Schingale

„Ein vielfältiges Angebot wirkt“

Mit Kultur lässt sich punkten.

Diese Erkenntnis

ist in Wolfsburg mittlerweile

ausgereift. Der Wirtschaftsspiegel

sprach mit Joachim

Schingale, Geschäftsführer

der Wolfsburger Marketinggesellschaft,

über die Kultur als Wirtschaftsfaktor.

Welche kulturelle Einrichtung haben

Sie zuletzt besucht?

hhEröffnung der Ausstellung im

Kunstmuseum Wolfsburg „Die

Kunst der Entschleunigung“ sowie

die letzte Veranstaltung des

italienischen Kulturinstitutes im

Schloss.

Inwieweit sieht die WMG die Kultur

als Mittel der Wirtschaftsförderung?

hhDie Kultur ist ein fester Bestandteil

im Gefüge einer Stadt.

Bevor sich jemand entscheidet,

sich an einem Standort niederzulassen

und zu etablieren, schaut

er sich das gesamte Umfeld an.

Ein interessantes und vielfältiges

kulturelles Angebot

wirkt dabei auch als

einer von zahlreichen

Standortfaktoren.

Die Kultur ist dabei zunächst

sicher nicht im Vordergrund, sie

rundet das Gesamtbild aber ab.

Wie bewerten Sie die kulturelle

Vielfalt der Stadt?

hhWolfsburg bietet allen Kulturinteressierten

hervorragende

Kultur, die m.E. keine Wünsche

offen lässt. Alle Einrichtungen

verbindet ein hoher Qualitätsanspruch,

der gehalten werden

muss und wozu der Kulturentwicklungsplan

der Stadt entwickelt

wurde. Hier findet jeder

in einer breiten Angebotspalette

seine Nische. Dies gilt für

die einheimische Bevölkerung

aber auch für Touristen und Geschäftsreisende.

Gibt es Nachholbedarf und was

ließe sich ausbauen oder verbessern

am Angebot?

hhSpontan fällt mir hierzu nichts

ein. Da Wolfsburg aber schon immer

Neuem positiv gegenüberstand,

ist es hier relativ leicht,

neue Projekte zu initiieren und

umzusetzen.

Was wäre Ihr Tipp, wenn Besucher

in Wolfsburg nur einen Tag

Zeit hätten?

hhNatürlich Besuch der Autostadt,

insbesondere wenn dort

eine Inszenierung stattfindet,

des phæno und des Kunstmuseums.

Damit ist der Tag eigentlich

schon mehr als ausgefüllt.

Empfehlenswert aber auch ein

Besuch des Hoffmann- von- Fallersleben

Museums, der städtischen

Galerie. Abends dann

noch in das Galerietheater oder

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12 Fusion

Gutachten analysiert Potenziale und Chancen

Fusion ist fast alternativlos

Die wirtschaftlichen und

gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

für

Landkreise und Kommunen befinden

sich in ständigem Wandel.

Demografische Entwicklungen,

haushalterische Erfordernisse

und wirtschaftliche Herausforderungen

haben die drei Kommunen,

Wolfsburg, Gifhorn und

Helmstedt veranlasst, über eine

Fusion nachzudenken.

Engere Zusammenarbeit

des Landes vor einigen Jahren

als äußerst erfolgreich. In deren

Rahmen war mit den Bezirksregierungen

eine ganze gebietskörperschaftliche

Ebene abgebaut

worden. Diese Strukturreform

bildete die Basis dafür, über

komplementäre Ansätze im kommunalen

Bereich nachzudenken.

Gute Zukunftschancen

Mit der Folgestudie „Teilregionale

Untersuchung für den Raum

Wolfsburg-Gifhorn-Helmstedt“

Eine engere Zusammenarbeit analysierte Prof. Dr. Hesse jetzt

der Arbeitsmarktregion rund die Möglichkeiten für eine Zusammenlegung

der Gebietskör-

um Wolfsburg empfahl bereits

ein vom Land Niedersachsen in perschaften. Seine Erkenntnis:

Auftrag gegebenes Gutachten Eine Fusion mit Wolfsburg als

aus dem Jahr 2010 mit dem Titel Oberzentrum hätte gute Zukunftschancen.

Die Bereitschaft

„Kommunalstrukturen in Niedersachsen“.

Darin wertete der Region Prof. Wolfsburg–Gifhorn–Helmstedt

Dr. der Akteure, über eine Fusion von

Weiterentwicklung

Joachim Hesse vom Institut für Helmstedt, Gifhorn und Wolfsburg

nachzudenken, wertete

Staats- und Europawissenschaften

in Berlin eine Strukturreform Prof. Dr. Hesse als Pionierleistung,

die für die regionale Entwicklung

Niedersachsens möglicherweise

zukunftsweisend

sein könnte. Die Synergien einer

Fusion garantiere die Handlungsund

Zukunftsfähigkeit der Ge-

Abbildung 6.4-A: Handlungsansätze zur Reorganisation der kommunalen Kreisstufe

Handlungsansätze zur Reorganisation der kommunalen Kreisstufe

Keine Änderung

vorhandener

Gebietsstrukturen

Keine Auflösung und/oder

Neubildung bestehender

Gebietskörperschaften

Prof. Dr. Joachim Hesse leitet das Institut für Staats- und Europawissenschaften

in Berlin.

Änderung vorhandener Gebietsstrukturen

Auflösung und/oder

Neubildung bestehender

Gebietskörperschaften

bietseinheiten, ohne den Beteiligten

ihre individuelle Identität

zu nehmen. Prof. Hesse betonte

dabei die besondere Situation

der Region durch den Stammsitz

des VW-Weltkonzerns: Die Stadt

Wolfsburg behielte ihre überragende

Rolle als Oberzentrum, der

Kreis Gifhorn brächte seine Stärken

in die sich herausbildende

arbeitsteilige Struktur ein, und

dem defizitären Kreis Helmstedt

werde eine zukunftsfähige Perspektive

eröffnet, so Hesse.

Freiwillige

Veränderung

(auf vertraglicher

Grundlage)

Zwangsweise

Veränderung

(per Gesetz oder

Verordnung)

Interkommunale

Zusammenarbeit

zwischen Kreisen

und/oder kreisfreien

Städten

Strukturierte/gesteuerte

Kooperation zwischen

Kreisen und/oder

kreisfreien Städten

Kooperationsansätze

* Ggf. unter Einschluss kreisfreier Städte

Freiwillige Einkreisungen

kreisfreier Städte

Freiwillige Gebietsänderungen/

-anpassungen von Kreisen

und/oder kreisfreien Städten

Einkreisungen kreisfreier Städte

Gebietsänderungen/

-anpassungen kreisfreier Städte

Freiwillige Fusion/Neubildung

von Kreisen*

Freiwilliger von der bisherigen

Gebietskulisse abweichende(r)

Neuzuschnitt/Neubildung

von Kreisen*

Fusion/Neubildung von Kreisen*

Von der bisherigen Gebietskulisse

abweichende(r) Neuzuschnitt/

Neubildung von Kreisen*

Neugliederungsansätze

© Internationales Institut für Staats- und Europawissenschaften

Projekte bestätigen Potenzial

Pilotprojekte interkommunaler

Zusammenarbeit bestätigen,

dem Gutachter zufolge, das

Potenzial erweiterter Kooperationen:

Aufgabenfelder einer

entwicklungs- und verwaltungspolitischer

Zusammenarbeit

seien unter anderem in der Personalsachbearbeitung,

beim

Kassenkreditmanagement, der

IT-Vernetzung, in Gesundheitsamt

und Rechnungsprüfung

ebenso wie bei der Veterinär- und

Lebensmittelüberwachung.

Quelle: Eigene Darstellung.


Fusion 13

Stufenmodell empfohlen

Zur Umsetzung der Fusion entwickelte

der Gutachter ein Stufenmodell,

das es ermöglichen

soll, zunächst die Konsequenzen

der empfohlenen Vorgehensweisen

kennen zu lernen, um dann

einen etwaigen Vollzug einzuleiten.

Das Modell sieht vor,

über eine Optimierung des Ist-

Zustands könne die nachhaltige

Zusammenlegung einzelner Verwaltungsaufgaben

erfolgen, die

letztlich in der kompletten Fusion

der drei Kommunen mündet.

Für eine nachhaltig erweiterte interkommunale

Kooperation böten

sich zahlreiche Ansätze. Die

unterhalb von Fusionsprozessen

angesiedelten Konzentrationsprozesse

lassen vielfältige Bündelungsmöglichkeiten

erkennen,

bis hin zu einer erweiterten Arbeitsteilung,

so das Gutachten.

Bereits bestehende Bemühungen

könnten beträchtlich ausgeweitet

werden.

Koordinationsgruppe empfohlen

Funktional gesehen sei ein solches

Vorgehen fast alternativlos,

urteilt Prof. Dr. Hesse. Ihm zufolge

legen die ungewöhnlich intensiven

Verflechtungsprozesse, die

Wolfsburg als Oberzentrum mit

dem weitgehend stabilen Kreis

Gifhorn und dem strukturschwachen

Kreis Helmstedt verbinden,

eine erweiterte Kooperation in

dieser Form nahe. „Der Eingriff in

tradierte Strukturen hilft, bislang

als gegeben akzeptierte Abläufe

und Kostenstrukturen zu hinterfragen,

also jenes (auch kreative)

Potenzial freizusetzen“.

Der Gutachter schlägt vor, eine

Koordinationsgruppe aus Bürgermeistern,

Landräten, Fraktionsvorsitzenden

und Verwaltungsvorständen

zu installieren, um

auf der Basis konkreter Zielvorgaben

entscheidungsorientierte

Beratungen sicherzustellen. $

Der Wolfsburger Wirtschaftsspiegel fragt nach

Was bringt die Fusion?

Was hat der Mittelstand der Region von einer Fusion der Kommunen

zu erwarten? Diese Frage stellte der Wolfsburger Wirtschaftsspiegel

verschiedenen Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

Simone Heuwinkel,

Geschäftsführerin IHK:

hhDie Vollversammlung der IHK

Lüneburg-Wolfsburg hat sich

bereits im November 2010 mit

der Untersuchung zu den Kommunalstrukturen

in Niedersachsen

befasst, weil die Diskussion

um neue Strukturen auch für die

regionale Wirtschaft von Bedeutung

ist.

Unternehmen nehmen Dienstleistungen

der Gebietskörperschaften

in Anspruch. Sie haben

ein berechtigtes Interesse, dass

Anfragen und Anträge sachgerecht

und zeitnah bearbeitet

werden. Zumal die Unternehmen

mit Abgaben zur Finanzierung

der Gebietskörperschaften beitragen.

Sie sind deshalb an effizienten

Strukturen interessiert,

so wie sie es aus dem eigenem

Unternehmen kennen.

Die Untersuchungen von Prof.

Hesse machen deutlich, dass

angesichts der angespannten

Situation der öffentlichen

Haushalte und der demographischen

Entwicklung mit einer

abnehmenden Bevölkerung die

derzeitigen Verwaltungsstrukturen

mittelfristig nicht mehr

finanzierbar sein werden.

Was bedeutet dies für die Unternehmen?

Die Leistungsfähigkeit

der Gebietskörperschaften

droht sich zu verschlechtern,

weil die solide finanzielle

Grundlage fehlt und in der Folge

Personal abgebaut werden

muss. Es kann beispielsweise

zu Verzögerungen und Qualitätseinbußen

bei Genehmigungsverfahren

oder Bauleitplanungen

kommen. Das Angebot

an öffentlicher Infrastruktur

wird abnehmen, was Standortverschlechterungen

nach sich

ziehen kann. Dies alles ist für

Unternehmen nicht nur ärgerlich,

sondern kann auch existenzbedrohend

sein.

Das übergeordnete Ziel jeder

regionalpolitischen Maßnahme

zur Abwendung dieser ungewünschten

Entwicklung muss

sein, trotz abnehmender Finanzkraft

dauerhaft leistungsfähig

zu bleiben. Dies geht nur durch

eine Verbreiterung der Einnahmenbasis

– z.B. durch eine Gebietsanpassung

– oder durch

Kosteneinsparungen – z.B.

durch Personalabbau. Beiden

Maßnahmen sind Grenzen gesetzt.

Denn mehr Steuerzahler

bedeutet auch mehr Leistungsnachfrager.

Und weniger Kosten

bedeutet ab einem bestimmten

Punkt auch weniger Leistungen.

Unternehmen erwarten bei einer

Neugliederung, dass die

Kundennähe und der Umfang

wichtiger kommunaler Dienstleistungen

erhalten bleiben.

Wenn Synergien mehr im Back-

Office und weniger beim Service

genutzt werden und die Potenziale

der heutigen Informationsund

Kommunikationstechnologien

– Stichwort E-Government

– genutzt werden, kann diese

Erwartung erfüllt werden. Ähnliche

Erfolge sind prinzipiell

allerdings auch durch eine

interkommunale Verwaltungskooperation

erreichbar.

Simone Heuwinkel

Es kommt folglich nicht nur darauf

an, was man macht, sondern

auch wie man es macht.

Aus Sicht der Wirtschaft ist ein

weiterer Ausbau der interkommunalen

Zusammenarbeit beispielsweise

durch Zusammenführung

von Aufgaben oder die

Schaffung gemeinsamer Ämter

bis hin zur Fusion von Gebietskörperschaften

dringend erforderlich.

Kooperative Lösungen,

die die Kräfte zur Zielerreichung

bündeln und die Ortsnähe und

das Niveau kommunaler Leistungen

erhalten, sind dabei grundsätzlich

zu bevorzugen. $


14

Fusion

Prof. Rolf Schnellecke

Oberbürgermeister

Stadt Wolfsburg

Stadt Wolfsburg:

Die Stadt Wolfsburg hat in den

vergangenen 10 Jahren eine beispiellose

Entwicklung vollzogen.

Wichtige Infrastrukturmaßnahmen,

die Entwicklung von Einzelhandel

und Freizeitangeboten

sowie der Ausbau der Kinderbetreuung

und der Schul- und Bildungsangebote

stand dabei im

Vordergrund. Parallel haben wir

immer unsere Verantwortung für

die Gesamtregion übernommen.

Hierzu haben wir mit den Landkreisen

Gifhorn und Helmstedt

ab dem Jahr 2008 intensive Gespräche

geführt. Gemeinsames

Ergebnis war die Beauftragung

des Verwaltungswissenschaftlers

Prof. Dr. Hesse mit der Erstellung

des Gutachtens zur

Weiterentwicklung der Region

Wolfsburg-Gifhorn-Helmstedt.

Das Gutachten belegt eindrucksvoll

die funktionalen Verflechtungen

zwischen Wolfsburg, Gifhorn

und Helmstedt. Deswegen

haben wir auch nach Vorstellung

des Gutachtens verwaltungsseitig

der Prozess weitergeführt,

wie über die Form der interkommunalen

Zusammenarbeit

mögliche Synergieeffekte für

die Bürgerinnen und Bürger

erzielt werden können. Dieser

Prozess wird im Frühjahr 2012

abgeschlossen sein. Dann wird

sich die Politik damit weiter befassen,

wie es mein Amtsnachfolger

Klaus Mohrs geäußert hat.

Natürlich wird die Stadt Wolfsburg

sich auch mit Alternativen

– etwa einer Vergrößerung des

Stadtgebiets – zu beschäftigen

haben.

Ich persönlich sehe auf der

Ebene der beiden Landkreise

und der Stadt Wolfsburg mit der

Interkommunalen Zusammenarbeit

gute Ansätze, die öffentliche

Daseinsvorsorge unter dem

Aspekt des demographischen

Wandels zukunftssicher zu gestalten.

Die Stadt Wolfsburg ist hierbei

mit den beiden Landkreisen

gleichberechtigter Partner. Wir

werden in diesem Zusammenhang

unsere Verantwortung für

die Region entsprechend wahrnehmen.

$

CMT Wolfsburg

und Handelsbeirat:

Wir haben uns im Vorstand des

CMT noch nicht mit einer möglichen

Fusion Wolfsburgs mit den

Landkreisen Gifhorn und Helmstedt

befasst.

Vermutlich würde uns diese

auch nicht groß tangieren, weil

wir uns in erster Linie um die

Belebung der Fußgängerzone

und die Interessen unserer Mitglieder

kümmern. Ich sehe daher

kaum Berührungspunkte, das

Matthias Lange

Vorsitzender CMT Wolfsburg

und Handelsbeirat

betrifft in erster Linie die kommunalen

Strukturen.

Grundsätzlich ist aber zu sagen,

dass Fusionen sinnvoll sind, weil

sie Geld sparen. In diesem Fall

wären die Auswirkungen sicher

zu prüfen, wenn der starke Partner

Wolfsburg mit den vermeintlich

schwächeren Landkreisen

zusammenginge. So etwas geht

meist zu Lasten des Stärkeren.

Aber weder für uns noch bei der

Wolfsburger Marketinggesellschaft,

bei der ich Mitglied bin,

steht das Thema derzeit auf der

Tagesordnung. $


Zeitorte

15

Merian live: Zeitorte im Braunschweiger Land

Reiseführer spürt Perlen auf

060_071_Industrialisierung Braunschweiger_lay 13.04.11 13:50 Seite 68

Zu einer erlebbaren und

spannenden Reise durch

die Jahrhunderte lädt

jetzt ein erst kürzlich veröffentlichter

Reiseführer ein. Der Titel

des handlichen Taschenbuchs

aus dem Merian-Verlag lautet

„Zeitorte im Braunschweiger

Land – Heide und Harz“. Der

Inhalt: Expeditionen ins Zeitreiseland;

kulturtouristische Beschreibungen,

die an 84 Orte der

Region führen, wo sich Geschichte,

Technischer Fortschritt oder

die Zeugnisse Moderner Kunst

und Architektur anfassen, erleben

und bestaunen lassen.

Das Buch ist beim Aufspüren der

„versteckten und offensichtlichen

Perlen“ behilflich. Dabei

ermöglicht die herausnehmbare

Extra-Karte im Maßstab von

1:350 000 einen schnellen Überblick.

Die 84 Zeitorte sind dort

verzeichnet – nummeriert, thematisch

nach Epochen sortiert

und farblich differenziert.

Zwischen Harz und Heide gibt

es urzeitliche und steinzeitliche

Zeitorte, mittelalterliche

und barocke Baudenkmäler, Gedenkstätten

und Sammlungen

zum Thema Industrialisierung

und Moderne und eine Reihe von

Ausflugzielen, an denen sich der

Besucher der Gegenwart und der

Zukunft widmen kann.

Zeitorte im Landkreis

Insgesamt 10 der in dem handlichen

Buch beschriebenen Orte

liegen in der Stadt Wolfsburg

oder in der direkten Umgebung.

Der Schwerpunkt der Stadt ist

in der Rubrik „Gegenwart und

Zukunft“ angesiedelt. Hierunter

ordnet sich die Autostadt, wo

der Autokauf als kulturelle Event

inszeniert wird und wo

beständig „neue Attraktionen“

für immer neue Beachtung

sorgen.

Die Wasserfontänenshow

ist als wahrhaft rauschende

Veranstaltung beschrieben

und ebenso werden die

Movimentos-Festwochen

vorgestellt.

Erwähnung findet ebenso

das Automuseum mit dem

schwimmfähigen „See-Golf“

und die verschiedenen anderen

Museen der Stadt, darunter das

Stadtmuseum im Schloss Wolfsburg

und das Kunstmuseum, wo

„moderne Kunst modern vermittelt“

wird. Wissenswertes über

den Allerpark als „Erlebnisoase

erster Güte“ stellt der Kulturreiseführer

aus dem Hause Merian

in einem ausführlichen „Spezial"

vor.

Die ansprechend gestaltete Auflistung

interessanter Ausflugsziele

in der Region ist praktisch

ergänzt von der Rubrik „Kulinarik“.

Nach dem Motto `in der Kürze

liegt die Würze` findet Wolfsburg

auch in den „GastroOrten

im Land der ZeitOrte“ lobende

Erwähnung. „Restaurants für jeden

Geschmack und jeden Geldbeutel“

finden sich hier, ebenso

wie das besondere Angebot „Eat

&Art“ im Kunstmuseum.

Parallel zum Buch hat der Herausgeber,

die Tourismus Region

Braunschweiger Land e.V. ein

Internetportal geschaffen, das

die Inhalte sehr anschaulich

darstellt. So ist die Sammlung

lohnenswerter Ausflugstipps

ein schöner Wegweiser für Kenner

der Region und die, die es

werden wollen. $

Zehn Seiten widmen

sich in dem Reiseführer

der Stadt

Wolfsburg und ihrer

Umgebung.

40

088_105_Gegenwart_Braunschweiger_lay 13.04.11 13:53 Seite 102

41

66

Haase

Schreiben & Schenken

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16 Automotive Cluster

Automotive Cluster der Metropolregion nimmt Arbeit auf

Perspektiven für Zulieferindustrie

Metropolregion gemeinsam mit

den drei Wachstumsinitiativen

Wolfsburg AG, projekt REGION

BRAUNSCHWEIG GMBH und hannoverimpuls

GmbH. Den Vorsitz

des Industrie- & Forschungsbeirats

des Automotive Clusters

nimmt Dr. Volker Müller ein

Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände

Niedersachsen.

Operativer Partner für die

Umsetzung ist die CARLECTRA

GmbH mit Sitz in Gifhorn.

Das ist die Metropolregion

Thomas Krause (Wolfsburg AG), Gernot Hagemann (hannoverimpuls), Minister Jörg Bode, Innovationsberaterin

Anke Meyer-Grashorn und Beiratsvorsitzender Volker Müller stellten das Automotive Cluster vor.

Der Automobilsektor wird auf Kooperationspartner und Dabei kann das Automotive

sich bis 2025 dem größten den Austausch mit themen- und Cluster sinnhaft unterstützten“,

Transformationsprozess branchenübergreifenden Akteuren

sagte Minister Bode. Dazu gehöre

seiner Geschichte unterziehen“.

Mit dieser These betonte Ralf

Kalmbach, Leiter der Automotive

Unit und Geschäftsführer der

Beratungsfirma Roland Berger

im Mai 2011 die Herausforderungen,

denen sich Hersteller

und Zulieferer in den kommenden

Jahren stellen müssen. Die

Haupttrends geopolitischer und

demografischer Wandel, Nachhaltigkeit,

die Veränderungen

im Mobilitätsverhalten und die

künftigen technologischen Veränderungen,

sind die Treiber für

neue Entwicklungen in der Automobilbranche.

Das Land Niedersachsen

und die Metropolregion

Hannover Braunschweig Göttingen

Wolfsburg greifen mit der

Gründung des Automotive Clusters

die Chance auf, diesen Wandel

und die Stärkung der Wettbewerbsvorteile

aktiv zu gestalten.

Das Zulieferernetzwerk soll

spezialisiertes Branchenwissen

bündeln, den schnellen Zugriff

fördern. Der Startschuss

dafür fiel am 25. Oktober 2011

in der Robotation Academy auf

dem Messegelände in Hannover.

Unter der Schirmherrschaft des

Niedersächsischen Wirtschaftsund

Arbeitsministers Jörg Bode

stellte sich das Automotive Cluster

als themen- und branchenübergreifende

Plattform für die

Automobilzulieferindustrie in

der Region vor.

Veränderte Nachfrage

„Die Nachfragestrukturen und

Kundenwünsche an Fahrzeuge

verändern sich, neue Technologien

erobern den Markt und

auch Mitarbeiter müssen sich

anderen Anforderungen stellen.

Auch für Zulieferer als global

verfügbare Systemlieferanten

und innovative Entwicklungspartner

sind das wichtige Wettbewerbsfaktoren,

die frühzeitig

in der Unternehmensstrategie

berücksichtigt werden müssen.

auch, nachhaltige und zu-

kunftsfähige Technologien stärker

zu fördern und zu bündeln.

Zielgruppe sind insbesondere

die Belange der kleinen und

mittelständischen Automobilzulieferer.

„Für sie ist das

Automotive Cluster die Nahtstelle

zu Energie- und Finanzwirtschaft,

Verbänden sowie

Hochschulen. Allein in der Region

Braunschweig-Wolfsburg

sind rund 500 Zulieferer ansässig,

die davon profitieren könnten“,

ergänzte Thomas Krause,

Vorstand der Wolfsburg AG und

Mitglied der Steuerungsgruppe

Automotive Cluster in der Metropolregion.

Ein Schwerpunkt

wird in der Optimierung von Rahmenbedingungen

liegen, die der

Zulieferindustrie helfen, neue

Technologien auf Basis ihrer Prozesse

schneller in den Markt zu

bringen. Die Umsetzung des Automotive

Clusters erfolgt durch

den Verein Wirtschaft in der

Die Metropolregion Hannover

Braunschweig Göttingen Wolfsburg

ist eine von rund 120 Metropolregionen

in Europa. Sie steht

für vier Millionen Einwohner ist

geprägt von der Automobilindustrie,

einem starken Mittelstand

und Handwerk sowie Studienund

Forschungseinrichtungen

mit rund 95.000 Studierenden.

Dieses Potenzial will die GmbH

bündeln. Städte und Landkreise,

Unternehmen, Verbände, Hochschulen

und das Land tragen die

Metropolregion. $

Info

Kontakt:

Kai Kopietz

Projektleiter Automotive Cluster

E-Mail:

florian.rehr@metropolregion.de

c/o Verein Wirtschaft

in der Metropolregion

Hannover-Braunschweig-

Göttingen-Wolfsburg e.V

Schiffgraben 36

30175 Hannover

Tel.: 0511 8505-248


Ratgeber Existenzgründung

17

Experten raten zu langfristig angelegter Strategie

Sicher durch die Startphase

Thomas Meister

Es ist eine Sache, den

Schritt in die Existenzgründung

zu wagen. Eine

andere Sache aber ist es, vom

Existenzgründer zum Unternehmer

zu reifen. Zwischen beiden

Phasen liegen mitunter Welten.

Jeder dritte Existenzgründer

scheitert bereits in den ersten

drei Jahren nach der Gründung

und verschwindet vom Markt.

Nach fünf Jahren zeigt sich, dass

nur die Hälfte der Existenzgründer

sich am Markt tatsächlich

etablieren konnte.

Was muss getan werden?

Diese Zahlen geben Anlass zu

analysieren, was in den ersten

drei bzw. fünf Jahren getan werden

muss, um langfristig mit der

Gründung bestehen zu können

und zum Unternehmer zu reifen.

Mit einer solchen Analyse hat

sich im Jahr 2010 das Zentrum

für Europäische Wirtschaftsforschung

(ZEW) beschäftigt. Diese

Studie kommt zum Ergebnis,

dass neben anderen Gründen

vor allem finanzielle Probleme

und falsche Strategien als Ursachen

für schnelles Scheitern

zugrunde liegen. Solche statistischen

Ergebnisse decken sich

mit der täglichen Beratungspraxis,

wie Thomas Meister

feststellt.

Auf Vorbereitung kommt es an

„Man stellt immer wieder fest,

dass Existenzgründer sich ohne

schlüssiges Konzept selbständig

gemacht haben und sich ohne

richtige Vorbereitung zum Teil

auch an langfristige Verträge,

wie zum Beispiel Mietverträge,

binden“, so Meister. Zu einer

Geschäftsidee gehört vor allem,

eine langfristige Unternehmensstrategie

zu formulieren, die der

konstanten Orientierung dient,

ein ausgeklügeltes Vertriebssystem

zu entwickeln und sich

ein betriebswirtschaftliches

Verständnis für Zahlen anzueignen.

Die Strategie, die nach einer

Festlegung natürlich immer

wieder überprüft werden muss,

dient vor allem dazu, wohlüberlegte

Preiskalkulationen festzulegen,

zu große Abhängigkeit

von Großkunden zu vermeiden

oder auch richtige Angebotsstrukturen

festzulegen. Das Vertriebssystem

ist das Herzstück

für jeden Unternehmer. Ohne

Kunden können keine Einnahmen

generiert werden. Die Kunden

müssen nicht nur definiert,

sondern auch in Kundengruppen

eingeteilt werden. Für jede Kundengruppe

sind die spezifischen

Nutzenargumente bzw. Kundenvorteile

zu erarbeiten und die

entsprechenden Vertriebswege

zu definieren.

Kennzahlensystem entwickeln

All diese sogenannten „weichen

Faktoren“ haben vor allem zum

Ziel, dass die „harten Faktoren“,

also die Zahlen, stimmen.

Es reicht als Unternehmer nicht

aus, nur den Kontostand auf

mindestens eine schwarze Null

zu prüfen. Dies ist vergangenheitsorientierte

Zahlenpolitik.

Wichtig ist, dass der Existenzgründer

schon in der Anfangsphase

ein Kennzahlensystem

entwickelt, welches mindestens

einen Überblick über die Liquiditäts-

sowie Rentabilitätsplanung,

das Forderungsmanagement,

die Kostentreiber sowie

auch die Höhe der privat benötigten

Mittel berücksichtigt. $

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18 Ratgeber Steuern

Aktuelles aus dem Steuerrecht

Neue Regelung zur Umsatzsteuer

In den aktuellen Informationen

aus dem Steuerrecht geht

es unter anderem unter neue

Regelungen und Abgrenzungen

für die Umsatzsteuer bei standardisiert

zubereiteten Speisen.

Grenze ermäßigter Umsatzsteuer

Die Abgabe von Würsten, Pommes

frites und ähnlichen standardisiert

zubereiteten Speisen

an einem nur mit behelfsmäßigen

Verzehrvorrichtungen ausgestatteten

Imbissstand ist eine einheitliche

Leistung, die als Lieferung

dem ermäßigten Steuersatz

(derzeit 7%) unterliegt.

Der Kläger betrieb mehrere Imbissstände

und einen Schwenkgrill.

Er verkaufte dort verzehrfertig

zubereitete Speisen mit

Bratwurst oder Steaks. Sämtliche

Umsätze aus der Abgabe von

Speisen besteuerte er mit dem

ermäßigten Umsatzsteuersatz.

Bei einer Betriebsprüfung wurde

festgestellt, dass an den Imbissständen

Ablagebretter vorhanden

waren. Das Finanzamt unterwarf

die Umsätze deshalb dem

Regelsteuersatz. Der BFH holte

hierzu eine Vorabentscheidung

des Europäischen Gerichtshofs

(EuGH) ein und führt weiter aus:

Das Finanzamt hat zu Unrecht

die Anwendung des ermäßigten

Steuersatzes auf alle vom Kläger

an Imbissständen abgegebenen

Speisen verneint. Nach den

Grundsätzen des EuGH liegen

Lieferungen vor. Diese unterliegen

dem ermäßigten Steuersatz,

weil es sich um „Nahrungsmittel“

handelt.

Anmerkung: Der Kläger bot als

Vorrichtungen zum Verzehr „vor

Ort“ lediglich Ablagebretter

an. Diese verwandeln seine begünstigten

Speiselieferungen

nicht in regelbesteuerte Dienstleistungen.

Wie man aktuellen

Entscheidungen des BFH entnehmen

kann, soll dies aber bereits

anders sein, wenn außerdem ein

Tisch mit Bank (sog. Bierzeltgarnitur)

vorhanden ist.

Kosten für Berufsaubildung

Der Bundesfinanzhof (BFH) lässt

die Aufwendungen für die berufliche

Erstausbildung und für

ein Erststudium nach Schulabschluss

zum Werbungskostenabzug

zu, wenn die Ausbildung

bzw. das Studium der späteren

Erwerbstätigkeit dient und die

Aufwendungen von den Betroffenen

(also z. B. nicht von den

Eltern) selbst bezahlt werden.

Die Finanzverwaltung hatte solche

Aufwendungen bisher nur

im Rahmen des Sonderausgabenabzugs

bis zu 4.000 € pro

Jahr anerkannt. Hat der Auszubildende

bzw. Student keine

Einkünfte, sollte er für jedes Jahr

eine Einkommensteuererklärung

abgeben und die Aufwendungen

als Werbungskosten geltend machen.

Das Finanzamt hat dann jeweils

einen Verlustvortrag zum

Ablauf des vorangegangenen

Jahres festzustellen.

Beispiel: Ein Student hat von

2007 bis 2010 jährlich 8.000 €

für sein Studium aufgewendet.

Für die Jahre gibt er Einkommensteuererklärungen

ab und das

Finanzamt stellt zum 31.12.2010

einen Verlustvortrag von 32.000

€ fest. 2011 bezieht der Student

ein Gehalt von 42.000 €. In der

Einkommensteuerveranlagung

2011 wird der Verlustvortrag in

voller Höhe berücksichtigt.

Zahlung einer Stammeinlage

Die ehemalige Gesellschafterin

einer GmbH, bei der ein Insolvenzverfahren

mangels Masse

abgelehnt worden war, machte

in ihrer Einkommensteuererklärung

2006 einen Verlust aus

der Beteiligung an der GmbH im

Halbeinkünfteverfahren geltend.

Sie war an der GmbH zu rund

1/3, also wesentlich beteiligt.

Finanzamt und Finanzgericht

lehnten den Verlustabzug ab,

weil die Gesellschafterin keinen

Zahlungsbeleg über die 1986 erbrachte

Stammeinlage vorlegen

konnte. Dem Bundesfinanzhof 13

ging dies zu weit. Der Nachweis

der Einzahlung der Stammeinlage

muss nicht zwingend durch einen

entsprechenden Zahlungsbeleg

erbracht werden. Im Rahmen einer

Gesamtwürdigung sind alle

Indizien zu prüfen. Dazu gehörte

u. a., dass die GmbH in ihren

Bilanzen keine ausstehenden

Einlagen ausgewiesen hatte und

der Außenprüfer des Finanzamts

dies in seine Prüferbilanz übernommen

hatte.

Hinweis: Unabhängig von dieser

Entscheidung sollte bei Gründung

einer GmbH sowie bei Kapitalerhöhungen

der Einzahlungsbeleg

gesondert aufbewahrt

werden. $


LSW LandE-Stadtwerke Wolfsburg GmbH & Co. KG

19

Pestel Institut belegt Bedeutung als regionaler Arbeit- und Auftraggeber

– Anzeige –

Die LSW – unsere Energie treibt an

Seit Oktober 2005 haben LSW Netz, Gasversorgung im

LandE GmbH und Stadtwerke

Wolfsburg AG ihre GLG Netz – für das Geschäftsjahr

Landkreis Gifhorn (GLG) sowie

Energie- und Wasseraktivitäten 2010. Die LSW-Geschäftszahlen

in der LSW gebündelt. Entstanden

ist ein Energiedienstleister Output-Tabelle des Statistischen

setzte das Institut mit der Inputmit

starkem Bezug zur Region – Bundesamtes in Beziehung, um

von Wolfsburg über den Landkreis die regionalen Wertschöpfungs-

Gifhorn bis nach Wittingen und und Beschäftigungseffekte des

Teile der Landkreise Helmstedt, Unternehmens zu berechnen.

Wolfenbüttel und Börde. Der

Anspruch der LSW ist es, rund Jeder Euro wirkt!

180.000 Haushalte sicher und zuverlässig

mit Strom, Erdgas, Fernwärme

und Wasser zu versorgen. gibt – von Löhnen, Gehältern und

Mit jedem Euro, den die LSW aus-

Altersbezügen über Aufträge an

Dass der Energieversorger mit seinem

unternehmerischen Wirken zu Steuerabgaben – bleibt mit

ansässige Unternehmen bis hin

ein wichtiger Motor für die Wirtschaft

in der Region ist, zeigt eine der Wertschöpfung im regionalen

70,3 Prozent ein erheblicher Teil

wissenschaftliche Studie auf: Wirtschaftskreislauf. „Wir machen

uns stark für die Region, weil

Das renommierte und unabhängige

Pestel Institut in Hannover wir uns mit ihr verbunden fühlen.

belegt mit Zahlen, dass die LSW Unsere Mitarbeiter kennen die Region

und die Menschen, die hier

auch als Auftrag- und Arbeitgeber

wirtschaftliche wie gesellschaftliche

Verantwortung übernimmt den“, fasst Dr. Alexander Monte-

leben, ebenso gut wie unsere Kun-

und mit ihren Mitarbeitern aktiv baur, technischer Geschäftsführer

zur Leistungsfähigkeit der gesamten

Region beiträgt. Die Studie uns gelebte Unternehmensphilo-

der LSW, zusammen. „Das ist für

basiert auf Daten der LSW – mit sophie.“

Von jedem Euro, den wir als LSW ausgeben, bleibt ein Anteil

von 70,3 Prozent* in der Region und bei den Menschen vor Ort.

Wir sorgen für Beschäftigung

Das unternehmerische Wirken

der LSW löst nicht nur Geldflüsse

in der Region aus. Hinter jedem

Euro, der die Wirtschaft bewegt,

stehen Leistungen und damit

auch Menschen, die sie erbringen.

Zunächst sind hier die rund

555 Mitarbeiter und 70 Auszubildende

zu nennen, die dem Energieversorger

ein Gesicht geben.

Um den Beschäftigungseffekt eines

Unternehmens zu berechnen,

untersucht das Pestel Institut darüber

hinaus, wie viele Arbeitsplätze

durch resultierende Impulse an

die Wirtschaft entstehen. Denn

die Wertschöpfung, die das Unternehmen

vor Ort erwirtschaftet,

schafft weitere Arbeitsplätze in

nachgelagerten Bereichen. Auf

diese Weise löst die LSW bundesweit

insgesamt 5.768 Arbeitsplätze

aus, so das Ergebnis der

Pestel-Studie. Allein in der Region

sichert das Unternehmen 2.228

Vollzeitstellen. Jeder LSW-Mitarbeiter

sorgt damit für 3,0 weitere

Arbeitsplätze in der Region. „Wir

stellen immer wieder fest: Nähe

verbindet“, so Dr. Frank Kästner,

kaufmännischer Geschäftsführer

der LSW. „Wir sind vor Ort, fördern

die regionale Wirtschaft durch unsere

Ausgaben. Damit tragen wir

auch ein gutes Stück dazu bei,

die Lebensqualität in der Region,

in der auch wir zu Hause sind, zu

stärken. Das soll so bleiben, denn

wir sind uns unserer gesellschaftlichen

Verantwortung bewusst.

Wir setzen uns ein – auch in der

Zukunft.“ $

LSW-Geschäftsführung:

Dr. Frank Kästner (l.) und

Dr. Alexander Montebaur (r.)

*Ohne Berücksichtigung des Energie- und Wasserbezugs (einschl. Strom- und Erdgassteuer)


20

Tipp der Volksbank

Mit dem BerufsNavigator ist die Stellenbesetzung kein Lotteriespiel

Den passenden Azubi finden

In Deutschland bricht jeder

vierte Auszubildende und

jeder dritte Studierende die

Aus bil dung oder seinen Studiengang

vorzeitig ab. Die Folgen

einer falschen Entscheidung sind

schwer wiegend.

Unter nehmen investieren in die

Ausbildung junger Menschen

viel Geld, das bei einem Abbruch

verschwendet ist. Der BerufsNavigator

will diesen Negativtrend

stoppen und Arbeitgeber wie

Schüler bei der richtigen Wahl

unterstützen. Regionale Firmen

können sich beteiligen, diesen

Pro zess aktiv mitzugestalten.

Von den Ergebnissen profitieren

sie vor allem finanziell.

Der Weg in die Ausbildung

Der BerufsNavigator ist eine computergestützte

Analysemethode

zur beruflichen Orientierung für

Schüler. In Peergroups erarbeiten

die Jugendlichen zunächst

ihre Persönlichkeitsprofile. Mithilfe

einer siebenstufigen Skala

bewerten sie gegenseitig jeweils

50 Charaktermerkmale.

Basierend auf den Bewertungen

ordnet der BerufsNavigator jedem

Schüler zehn Berufsbilder

und ein Stärkenprofil zu. Daran

anknüpfend führen ausgebildete

Experten – meist selbst erfahrene

Arbeitgeber – direkt im Anschluss

persönliche Gespräche

und geben Empfehlungen zur

weiteren Berufsplanung.

Ein Blick in die Arbeitswelt

In Zusammenarbeit mit der

Volksbank BraWo bietet der

Online-Fernsehsender UKF.tv –

ergänzend zum BerufsNavigator

– Schülern die Möglichkeit, hinter

die Kulissen von Unternehmen zu

schauen. Kurze Filme geben hier

einen ersten Eindruck zu Ausbildungsberufen

und potenziellen

Arbeitgebern.

Eine Win-win-Situation für beide

Seiten: Die Firmen werben in

eigener Sache, die Schüler erhalten

einen Vorgeschmack auf das

Ausbildungsunternehmen und

den Wunschberuf.

Theorie trifft Praxis

In Kürze erweitert eine Praktikumsbörse

das Angebot von

UKF.tv. Unabhängig von der

Teilnahme am BerufsNavigator

können die Jugendlichen ihre

theoretischen Vorstellungen

vom Traumberuf mit praktischen

Erfahrungen abgleichen.

Im Idealfall treffen potenzielle

Arbeitgeber auf entschlossene

und interessierte Schüler, die mit

engagierten Leistungen überzeugen

und sich somit für einen Ausbildungsplatz

empfehlen.

Kurs in Richtung Zukunft

Jedes Unternehmen kann vom BerufsNavigator

profitieren. Weitere

Informationen erhalten Sie unter:

www.volksbank-brawo.de/

berufsnavigator

www.ukf.tv $

Info

Kontakt:

Kai Kopietz

Projektleiter

Telefon 0531 7005-1211

E-Mail

Kai.Kopietz@vbbrawo.de

Volksbank eG

Braunschweig Wolfsburg

38143 Braunschweig

Tel.: 0180 269 910 66

(6 Cent pro Anruf aus dem dt. Festnetz,

Mobilfunkpreis max. 42 Cent/Minute)

www.volksbank-brawo.de


Ratgeber Recht 21

Demnächst in Ihrer Stadthalle:

Aktuelle Rechtsprechung

Stichtagsklausel

unzulässig

Mit Urteil vom 12. April

dieses Jahres entschied

das Bundesarbeitsgericht

(1 AZR 412/09),

dass Arbeitgeber die Auszahlung

einer variablen Erfolgsvergütung

nicht davon abhängig

machen können, dass das Arbeitsverhältnis

zu einem bestimmten

Stichtag nach Ablauf

des Leistungszeitraumes ungekündigt

bestehe.

Erfolgsvergütung auszahlen

Bei dem verklagten Arbeitgeber

existierte eine Betriebsvereinbarung,

die regelte, dass ein

Arbeitnehmer eine Erfolgsvergütung

erhalten sollte, wenn er

in diesem Fall im Kalenderjahr

2007 bestimmte Ziele erreichte.

Eine Auszahlung war jedoch

davon abhängig, dass der Arbeitnehmer

noch bis Juli des

folgenden Kalenderjahres – in

diesem Fall 2008 - im Betrieb

beschäftigt war, erst danach

wurde die Erfolgsvergütung

ausgezahlt.

Der auf die Erfolgsvergütung für

das Jahr 2007 klagende Arbeitnehmer

hatte sein Erfolgsziel

für 2007 erreicht, sein Arbeitsverhältnis

aber zu Juni 2008

gekündigt.

Der Arbeitgeber verweigerte

die Auszahlung der Erfolgsvergütung

unter Verweis auf die

Stichtagsklausel.

Arbeitnehmer erhielt Recht

Das Bundesarbeitsgericht gab

dem klagenden Arbeitnehmer

Recht mit der Begründung, die

streitige Stichtagsklausel greife

unverhältnismäßig in die Berufsfreiheit

ein.

Bei einer echten Erfolgsvergütung

handele es sich, so das

Bundesarbeitsgericht, um Arbeitsentgelt,

welches der Arbeitnehmer

sich bereits durch

seine erfolgreich gesteigerte

Leistung im Bezugszeitraum

verdient hätte.

Sa, 17.12.2011 Maybebop: Schenken

20:00 Uhr – Achtung Weihnachtslieder!

A-cappella-Highlight zur Weihnachtszeit

€ 26,- / 23,- / 20,- / 14,- zzgl. VVK & Ticketgebühren

Mo, 26.12.2011 Der kleine Lord

16:00 Uhr Familienmusical zur Weihnachtszeit

€ 26,- / 23,- / 20,- / 14,- zzgl. VVK & Ticketgebühren

Schneewitte

So, 08.01.2012

15:00 Uhr Zwei Bühnenboldinnen erfinden bekannte Märchen neu

Familien-Veranstaltung: € 8,- inkl. VVK & Ticketgebühren

Do, 12.01.2012 Zwei auf der Bank

20:00 Uhr Musical-Comedy mit K. Thalbach und A. Schneider

€ 26,- / 23,- / 20,- / 14,- zzgl. VVK & Ticketgebühren

Do, 19.01.2012 Oscar und Felix

20:00 Uhr Komödie mit Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister

€ 26,- / 23,- / 20,- / 14,- zzgl. VVK & Ticketgebühren

Mi, 25.01.2012 Faust 1

19:00 Uhr Schauspiel nach Johann Wolfgang von Goethe

Jugend-Veranstaltung: € 8,- inkl. VVK & Ticketgebühren

Kabale und Liebe

Mi, 08.02.2012

19:00 Uhr Bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

Jugend-Veranstaltung: € 8,- inkl. VVK & Ticketgebühren

Spatz Fritz

So, 12.02.2012

15:00 Uhr Über einen kleinen Pechvogel und seinen großen Traum

Familien-Veranstaltung: € 8,- inkl. VVK & Ticketgebühren

Wenn der Kuckuck dreimal ruft

Fr, 17.02.2012

20:00 Uhr Komödie mit Anja Kruse und Christian Wolff

€ 26,- / 23,- / 20,- / 14,- zzgl. VVK & Ticketgebühren

RecyKlang: Schrott zu Musik!

Fr, 24.02.2012

20:00 Uhr Drei Klangkünstler machen Musik

€ 24,- / 21,- / 18,- / 14,-

zzgl. VVK & Ticketgebühren

ausverkauft!

Diese echte Erfolgsvergütung

könne

nicht an Stichtage

nach dem Bezugszeitraum

geknüpft

werden, da sonst

dem Arbeitnehmer

der Anspruch

rückwirkend entzogen

würde, was

einer unzulässigen

Lohnkürzung gleich

käme. $

Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen

erhältlich, Karten für die Familien-Veranstaltungen

jedoch nur bei den Konzertkassen

der AZ und BZ, Karten für die Jugend-Veranstaltungen

bei der AZ-Konzertkasse und über

die Stadthalle Gifhorn, Tel.: 0 53 71 – 59 47 22.

www.stadthalle-gifhorn.de


22 Ratgeber Unternehmensberatung

Unternehmenskultur - ein wichtiger Baustein für Unternehmenserfolg

Faktor mit tragender Rolle

Was hat Kultur mit Unternehmen

zu tun

bzw. kann sie zum

Erfolg eines Unternehmens beitragen?

Ja, sie kann, wie der folgende

Ratgeber erläutert:

Führungskräfte prägen

Letztlich lässt sich der Erfolg

des Unternehmens an den reinen

Zahlen messen. Doch diese

messbaren Zahlen sind nur

eine Ableitung aus verschiedenen

Unternehmensbausteinen.

Einer dieser Bausteine ist die

Unternehmenskultur. Ein sogenannter

weicher Faktor, für

den es keine mathematische

Messbarkeit gibt, der aber eine

extrem wichtige Rolle für den

Unternehmenserfolg einnimmt.

Kulturelle Aspekte wie Verhalten

gegenüber Lieferanten,

Mitarbeitern und Kunden beeinflussen

die Entscheidungsprozesse

eines Unternehmens.

Folglich fängt der Gedanke an

Unternehmenskultur auf Ebene

der Unternehmensführung an.

Die Führungskräfte einerseits

prägen ihre Mitarbeiter durch

das Zusammenwirken von Normen,

Werten, Paradigmen und

Denkhaltungen. Die Mitarbeiter

andererseits leben die oben genannten

Aspekte im Kontakt mit

den Kunden, z.B. durch freundliches

und aufmerksames Auftreten

gegenüber dem Kunden oder

auch Einhaltung von zeitlichen

Liefervereinbarungen.

Mitarbeiter einbinden

Ed Schein, Experte der amerikanischen

Organisations- und Kulturentwicklung,

definiert dabei

treffend: "Kultur ist die Summe

aller gemeinsamen und selbstverständlichen

Annahmen, die

eine Gruppe im Laufe ihrer Geschichte

erlernt hat. Sie ist der

Niederschlag des Erfolgs." (Organisationskultur,

2003)

Im optimalen Fall gelebter Unternehmenskultur

sollten die Mitarbeiter

also in den Prozess mit

eingebunden werden und selbst

ihre kulturellen Aspekte einfließen

lassen. So kann davon ausgegangen

werden, dass jeder

einzelne im Unternehmen die

Unternehmenskultur teilt und

immer wieder auf dem Prüfstand

stellt. Dadurch kann gewährleistet

werden, dem Wandel der Zeit

gerecht zu werden und das Unternehmen

noch zukunftsfähiger

zu gestalten.

Aspekt ständig optimieren

Nehmen Sie sich die Zeit, denken

Sie über Ihr Unternehmen

nach und beantworten Sie für

sich selber folgende Fragen:

1. Beschreiben Sie mit drei

Sätzen die Charakteristik

Ihrer Unternehmenskultur.

2. Was sind herausragende

Stärken?

3. Was ist vordringlich zu

verbessern?

4. Wie ist es Ihnen in den vergangenen

Jahren gelungen,

wichtige Führungspositionen

zu besetzen?

5. Beurteilen Sie den Ruf Ihres

Unternehmens in Ihrer

Branche, Ihrer Region, bei

Ihren Kunden.

Erfolgreiche Unternehmen fixieren

die Antworten schriftlich und

wiederholen die Frageprozesse

in regelmäßigen Abständen (z.B.

jährlich), um den Unternehmenskulturaspekt

ständig zu optimieren

und anzupassen. $

Ed Schein, Experte der amerikanischen Organisations- und Kulturentwicklung.

Edgar Scheins Kulturebenen-Modell

Ebene 1 Sichtbare Verhaltensweise

Artefakte, Erzeugnisse, Rituale, Mythen, etc.

Ebene 2 Gefühle für das Richtige,

kollektive Werte

Ebene 3 Grundannahmen: Wesen, Beziehungen zur Natur und

anderen, Zeit- und Aktiviätsorientierung

1. An der Oberfläche liegen die sichtbaren Verhaltensweisen. Beispiele

sind Kommunikationsverhalten mit Mitarbeitern, Kunden

und Lieferanten, Logo, Parkplätze, Bürolayout, verwendete

Technologie, das Unternehmensleitbild aber auch die Rituale

und Mythen der Organisation.

2. Auf Ebene 2 liegt das Gefühl, wie die Dinge sein sollen; kollektive

Werte wie „Ehrlichkeit“, „Freundlichkeit“, „konservativ“ usw. also

Einstellungen, die das Verhalten von Mitarbeitern bestimmen.

3. Auf der tiefsten Ebene sind die Dinge, die als selbstverständlich

angenommen werden für die Art und Weise, wie man auf die

Umwelt reagiert. Diese Grundannahmen werden nicht hinterfragt

oder diskutiert. Sie sind so tief im Denken verwurzelt,

dass sie von Mitgliedern der Organisation nicht bewusst wahrgenommen

werden.

© http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturebenen-Modell


Tipps der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg

23

Sparkasse engagiert sich für kulturelle Vielfalt und sichert Lebensqualität

Kultur fördert Wirtschaft

ein Instrument geschaffen, um

eine Vielzahl von Projekten nachhaltig

zu fördern. Deutlich über 5

Millionen Euro beträgt das Stiftungsvermögen

mittlerweile.

Verlässlich als Partner

Herta Müller ist Trägerin des Hoffmann-von-Fallersleben-Literaturpreises, gestiftet von der Sparkasse

Gifhorn-Wolfsburg.

Fragt man Menschen nach Indikatoren

für Lebensqualität

und Attraktivität der Stadt

oder der Region in der sie leben,

rangieren die Aspekte „breit gefächertes

Kulturangebot“ und

„aktives Kulturleben“ stets ganz

weit oben. So kam das Thema

Kultur immer mehr als weicher

Standortfaktor ins Blickfeld, der

für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

gleichermaßen an Bedeutung

gewann. Doch diese Position

verändert sich, die Bedeutung

von Kultur als Wirtschaftsfaktor

"Kleine Helden" der Figurentheater

Compagnie.

wächst. Sie rückt auf zu den harten

Faktoren, die für Investoren

über die Qualität eines Standortes

entscheiden, wie zum Beispiel

Arbeitskräftepotenzial und Ausbildungsbedingungen,

Infrastruktur

und zur Verfügung stehende

Fördermittel. Work-Life-Balance,

die Vereinbarkeit von Beruf und

Familie, eine bewusste Gestaltung

der Freizeit, wachsende

Konsumhaltung und die Zunahme

von inszenierten Events sind für

diesen gesteigerten Stellenwert

der Kultur mit verantwortlich.

Kultur nachhaltig fördern

Zahlreiche Unternehmen achten

bei Neuansiedlungen und Gründungen

darauf, dass ihre Mitarbeiter

ein Lebensumfeld finden,

das anregend, erlebnisorientiert

und spannend ist. Qualifizierte

Mitarbeiter fragen gezielt nach

einem facettenreichen Kulturangebot.

Umso wichtiger ist es,

das vielfältige kulturelle Leben

in einer Region zu erhalten, zu

entwickeln und zu fördern. Kunst

und Kultur müssen langfristig

und verlässlich gesichert sein,

damit sie sich entfalten und viele

Menschen erreichen können.

Das ist eine bedeutende Gemeinschaftsaufgabe,

die nicht allein

von Bund und Ländern oder von

Städten und Gemeinden geleistet

werden kann.

Am Bedarf der Menschen

Die Sparkassen-Finanzgruppe

ist der größte nicht-staatliche

Förderer von Kunst und Kultur in

Deutschland. Gleiches gilt für die

Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg in

ihrem Geschäftsgebiet. Sie engagiert

sich für die Menschen

im Landkreis Gifhorn und der

Stadt Wolfsburg, indem sie ihre

Geschäftspolitik am Bedarf der

Menschen vor Ort ausrichtet. Die

im Wettbewerb erwirtschafteten

Überschüsse bilden die Grundlage

für die finanzielle Förderung

regionaler Initiativen auf der Basis

von Spenden und Sponsoring.

Gegenüber den Bereichen Sport,

Bildung, Umwelt und Soziales

nimmt die Kultur eine Vorrangstellung

ein. Vor 15 Jahren schon hat

die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg

mit der Kultur- und Sozialstiftung

Die Sparkasse ist selbst Gastgeberin

von Konzerten oder

Ausstellungen und Partnerin bei

zahlreichen kleinen und großen

Angeboten und Einrichtungen.

Im Wolfsburger Kulturleben ist

ihr Engagement prägend. Die Internationale

Sommerbühne im

Schloss, das Tanzende Theater,

den Hoffmann-von-Fallersleben-

Literaturpreis, die Figurentheater

Compagnie, das Institut Heidersberger,

die Städtische Galerie, der

Kunstverein, die Musikschule, das

Kulturzentrum Hallenbad, etliche

Vereine und Initiativen haben –

Akteure des Tanzenden Theaters.

zum Wohle tausender Besucher

– mit der Sparkasse eine verlässliche

Partnerin an ihrer Seite. Damit

ermöglicht sie als starkes Finanzdienstleistungsunternehmen

ein

maßgebliches Stück Lebensqualität

für den Standort Wolfsburg.

Kulturförderung ist auch Wirtschaftsförderung.

Und Kultur ein

starker Wirtschaftsfaktor.

Alexa von der Brelje


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Weitere Infos unter www.volksbank-brawo.de/berufsnavigator

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