Leseprobe - Pearson Studium

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3 Gewebe und frühe Embryologie

Lamina propria . Die Lamina propria bildet eine Brücke,

die das Epithel mit den darunterliegenden Strukturen verbindet.

Es stützt auch die Blutgefäße und Nerven, die das

Epithel versorgen. Der Aufbau spezieller Schleimhäute

wird in späteren Kapiteln besprochen.

Viele Schleimhäute sind mit einem einschichtigen Epithel

überzogen, das absorbieren und resorbieren kann. Ein

Beispiel hierfür ist das einschichtige Zylinderepithel des

Verdauungstrakts. Es können jedoch auch andere Epithelarten

vorkommen, wie etwa das mehrschichtige Plattenepithel

der Mundhöhle oder das Übergangsepithel in weiten

Teilen der Harnwege.

3.3.2 Seröse Häute

Seröse Häute begrenzen die Höhlen der ventralen Leibeshöhlen.

Es gibt drei seröse Häute, die jeweils aus einem

Mesothel und einer blut- und lymphgefäßreichen lockeren

Bindegewebeschicht bestehen (Abbildung 3.20b). Diese

Membranen wurden in Kapitel 1 vorgestellt: 1. Die Pleura

kleidet die Pleurahöhlen aus und bedeckt die Lungen,

2. das Peritoneum kleidet die Peritonealhöhle aus und

bedeckt die darin enthaltenen Organe und 3. das Perikard

kleidet die Perikardhöhle aus und bedeckt das Herz. Seröse

Membranen sind sehr dünn und fest mit der Innenwand

des Körpers und den Organen verwachsen. Wenn Sie ein

Organ betrachten, sehen Sie die Gewebe eigentlich durch

die durchsichtige Serosa hindurch.

Die parietalen und viszeralen Anteile einer serösen

Membran sind ständig in Kontakt miteinander. Ihre Hauptfunktion

ist die Minimierung von Reibung. Da das Mesothel

sehr dünn ist, sind seröse Membranen auch relativ gut

durchlässig. Flüssigkeit aus dem Gewebe diffundiert auf

die Oberfläche und hält sie feucht und gleitfähig.

Die Flüssigkeit, die sich auf der Oberfläche einer serösen

Membran bildet, nennt man Transsudat . Spezifische

Transsudate sind die Pleura-, die Peritoneal- und die Perikardflüssigkeit,

je nach Ursprungsort. Die Gesamtmenge

bei einem normalen gesunden Menschen ist sehr gering;

es gibt gerade genug, um Reibung zwischen den Wänden

der Körperhöhlen und den Organen zu verhindern. Nach

einer Verletzung jedoch oder bei bestimmten Erkrankungen

kann die Menge des Transsudats dramatisch ansteigen,

was die gesundheitlichen Probleme noch verstärkt oder

neue schafft.

3.3.3 Die Haut

Die Haut bedeckt die Außenfläche des Körpers. Sie besteht

aus verhorntem mehrschichtigem Plattenepithel und einer

darunterliegenden Schicht lockeren Bindegewebes, die mit

einer Schicht straffen Bindegewebes verstärkt wird (Abbildung

3.20c). Im Gegensatz zu Schleimhaut oder Serosa

ist die Haut dick, relativ wasserfest und meist trocken. Die

Haut wird ausführlich in Kapitel 4 besprochen.

AUS DER PRAXIS

Erkrankungen seröser Membranen

Verschiedene Erkrankungen, wie akute und chronische Entzündungen, können zu einer anomalen Ansammlung

von Flüssigkeit in einer Körperhöhle führen. Bei anderen Erkrankungen ist die Flüssigkeitsmenge reduziert, was zu

Reibung zwischen gegenüberliegenden serösen Membranen führt. Dies fördert die Bildung von Adhäsionen, faserigen

Verbindungen, die die Reibung durch Verklebung der Membranen miteinander beenden. Adhäsionen behindern

jedoch die Beweglichkeit der betroffenen Organe ganz erheblich und können Blutgefäße und Nerven komprimieren.

Pleuritis oder Brustfellentzündung ist die Entzündung der Pleurahöhlen. Anfangs trocknen die serösen Membranen

aus und reiben aneinander; man hört typischerweise ein Pleurareiben. Zwischen den Membranen der Pleurahöhle

bilden sich eher selten Adhäsionen aus; eher führen das fortgesetzte Reiben und die Entzündung langsam

zu einer Steigerung der Flüssigkeitsproduktion weit über das normale Maß hinaus. Die Flüssigkeit sammelt sich in

den Pleurahöhlen; man spricht von einem Pleuraerguss. Pleuraergüsse können auch von Herzerkrankungen verursacht

werden, die mit erhöhtem Druck in den pulmonalen Gefäßen einhergehen. Flüssigkeit sickert sowohl in die

Alveolen als auch in den Pleuraraum hinein und erschwert die Atmung. Dieser Zustand kann lebensgefährlich sein.

Perikarditis ist die Entzündung des Perikards. Hierbei kommt es typischerweise zu einem Perikarderguss, einer

anomalen Ansammlung von Flüssigkeit in der Perikardhöhle. Wenn sie plötzlich auftritt oder sehr groß ist, kann

sie die Effizienz des Herzes stark beeinträchtigen und den Blutfluss durch die großen Blutgefäße einschränken.

Die Peritonitis, die Entzündung des Peritoneums, kann nach einer Entzündung oder Verletzung des Bauchfells

auftreten. Sie ist eine mögliche Komplikation chirurgischer Eingriffe, bei denen das Peritoneum eröffnet wird, oder

von Erkrankungen, die die Wand von Magen oder Darm perforieren. Adhäsionen sind häufig nach Peritonitiden;

es kann dabei zu Darmverschlüssen kommen.

Leber- und Nierenerkrankungen sowie Herzversagen können eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Peritonealhöhle

verursachen. Diese Ansammlung führt zu einer typischen Vorwölbung des Bauches, Aszites genannt.

Der Druck auf die inneren Organe durch die überschüssige Flüssigkeit kann zu Symptomen wie Sodbrennen, Verdauungsstörungen,

Kurzatmigkeit und Rückenschmerzen führen.

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